Umsatzsteigernd präsentieren Teil 6: Botschaften mit Bildern verstärken

Dies ist die sechste und letzte Folge des Ratgebers „Umsatzsteigernd präsentieren“. Eine Veranstaltung für Finanzproduktvermittler hatte mich animiert, ihn zu schreiben (s. Teil 1) – damit Sie überzeugender präsentieren als die Redner dort. Wenn Sie auch die fünf vorhergehenden Teile lesen möchten, klicken Sie sie am Ende dieses Textes einfach an.

Vermeiden Sie Text-Bild-Scheren

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dies gilt aber nur, wenn die Bilder, die Sie für Ihre Präsentationen nutzen, die Anforderungen erfüllen, die Sie im Folgenden lesen. Übrigens hatte nur einer der Präsentatoren beim gerade erwähnten Finanzproduktvermittler-Event Bilder (also Fotos) in seine Präsentation integriert. Leider mitunter die falschen. So erklärte er beispielsweise die Leiden der Sparer in der Niedrigzinsphase, sprach von Geldwertverfall und drohender Altersarmut, ließ verbale Gewitterwolken über den Sparern aufziehen. Doch im Bild zeigte er eine lachende junge Familie samt freudig herumspringendem Hund im Garten eines weißen Einfamilienhauses unter strahlend blauem Himmel. Hm. Text-Bild-Schere nennt man so etwas. 

Fangen Sie alle Lerntypen ein – auch die visuellen Typen

Natürlich würden Sie solche Fehler vermeiden, wenn Sie einfach auf Bilder verzichteten. Dies wäre allerdings auch ein Fehler. Warum? Beginnen wir grundsätzlich: Die optimale Präsentation fesselt alle Lerntypen im Publikum. Die Forschung unterscheidet sie grob so:

  • 30 Prozent der Menschen lernen vor allem praktisch - Das heißt, idealerweise integrieren Sie Aktivitäten wie verbalen Austausch, Übungen am Produkt oder Produkt-Demos in Ihre Präsentation.
  • 30 Prozent der Menschen lernen am besten auditiv - Dies bedeutet, idealerweise erklären Sie mit konkreten Beispielen und erzählen Anekdoten, die zu Ihrem Präsentationsthema, zur von Ihnen beabsichtigten Stimmung und zur Welt Ihres Publikums passen.
  • Und40 Prozent der Menschen lernen am besten visuell - Deshalb sollten Sie unbedingt auch Bilder in Ihre Präsentation integrieren! 

Gute Bilder erhöhen die Kaufbereitschaft

Mit Bildern in Präsentationen erhöhen Sie damit den Aufmerksamkeitsgrad Ihrer Zuschauer (im Sinne von „aufmerken“). Denn wer Bilder aufnehmen will, muss hinschauen. Und das machen die meisten Menschen auch. Ein weiterer Vorteil: Forschern zufolge nehmen Menschen Bilder ungefähr 600.000 Mal schneller wahr als Texte! Und zwar im Bruchteil einer Sekunde. Und überzeugende Präsentationen sind immer schnell verständlich. 

Wirksame Bilder in Präsentationen zeigen Emotionen und stecken damit das Publikum an. Ihre Zuhörer (die zugleich Zuschauer sind) verbinden etwas mit den Bildern und sehen dann diese „Verbindungen“ vor ihrem geistigen Auge. „Kopfkino“ nennen wir Präsentationstrainer das. Die Hirnforschung hat bewiesen, dass Menschen, die beispielsweise von Produktpräsentationen emotional bewegt sind, den Präsentationsinhalten eher zustimmen als Menschen, die emotional kaum berührt sind. Folglich ist auch die Kaufquote in der emotionalisierten Gruppe höher. Last but not least können Menschen sich Bilder besser merken als Texte. So erinnern Probanden sich drei Tage nach einem Test noch an 60 bis 75 Prozent der ihnen gezeigten Bilder – und nur an 10 Prozent an die Texte.

Mit Bildern können Sie also das Denken und Handeln Ihres Präsentationspublikums steuern. Die Werbebranche ist nicht umsonst eine „Bilder-Branche“. 

Maximieren Sie die Bild-Wirkung mit kurzen Textbotschaften

Kommen wir dazu, was gute Bilder ausmacht:

  • Achten Sie bei der Bildauswahl für Ihre Vorträge darauf, dass die Bilder nicht schon überstrapaziert sind. Das eingangs beschriebene Foto der superglücklichen Familie mit Hüpfe-Hund im sonnenbeschienenen Einfamilienhaus-Garten gehört in diese Kategorie (selbst im passenden Kontext).
  • Achten Sie auch darauf, dass Ihre Bilder zu der Stimmung und zu den Inhalten passen, die Sie mit der jeweiligen Slide vermitteln möchten.
  • Wählen Sie Bilder, die die Kultur(en) und Ethnie(en) Ihres Publikums spiegeln und die zur Branche und zu den Erfahrungen Ihres Publikums passen. Ihr Publikum muss sozusagen sich auf Bildern wiederfinden.
  • Lassen Sie auf den Bild-Slides auch Platz für höchstens (!) vier sehr kurze, leicht merkbare Kernbotschaften (mehr als vier können die meisten Menschen nicht auf einmal verarbeiten).

Apple-Ikone Steve Jobs, weltweit bewundert für seine Präsentationen, hat Bilder sehr oft mit kurzen Textbotschaften kombiniert. Denn die Forschung sagt klar, dass diese Kombination die beste Publikumswirkung erzielt (also mehr Wirkung im Sinne des Präsentators erzielt als nur Text oder nur Bilder auf einem Slide).

Das war‘s, mit der Ratgeberserie „Umsatzsteigernd präsentieren“, liebe Leserinnen und Leser. Sie endet mit der sechsten Folge. Zur Erinnerung sind hier die Themen der vorangegangenen fünf Teile: 

  • welche groben Fehler viele Redner auf ihren Slides machen (Teil 1).
  • wie viele Slides zu viel für eine bestimmte Präsentationszeit sind – und wie Sie sich aus welchen Gründen beschränken sollten (Teil 2).
  • was zu viele Texte, Daten und andere Elemente pro Slide anrichten – und wie Sie auch hier Fehler vermeiden (Teil 3).
  • warum zu viele Schriftarten und Schriftgrößen schädlich für Sie und Ihr Publikum sind – und wie auch diese Elemente überzeugend gestalten (Teil 4).
  • wie Sie Kernbotschaften in Präsentationen via Farbgebung relevanter und einprägsamer machen (Teil 5)

Wenn Sie nur einige der vielen Tipps und Kniffe beachten, die Sie in dieser Serie finden, sind Sie den meisten Präsentatoren im Finanz- und Beraterbusiness voraus.

Ich wünsche es Ihnen!
Mario Müller-Dofel


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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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