Aus Angst wird Geld

Zwischen Veränderung, Unsicherheit und Angst ist oftmals nur ein schmaler Grat. Wann werden die mit Liquidität vollgepumpten Märkte implodieren? Wann wird die mit künstlich niedrig  gehaltenen Zinsen geschaffene Anleihenblase platzen? Wie lange wird die Schwäche bei den Emerging Markets noch anhalten? Wird es einen Krieg im Nahen Osten geben? Zumindest der letztgenannte Punkt bietet Anlass für reale Ängste und damit zu echter Sorge. Da treten die vorgenannten Unsicherheiten an den Finanzmärkten eher in den Hintergrund. Mittels geeigneter Instrumente lassen sie sich sogar nutzen. Unsicherheit bedeutet Volatilität an den Märkten. In diesen unsicheren Zeiten sind Anleger auf der Suche nach möglichst unabhängigen Assetklassen. Dabei haben sie die Volatilität entdeckt.

Dass Fondsstrategien auf Volatilität immer beliebter werden, zeigt das große Interesse, dass dieses Thema – trotz hochsommerlicher Temperaturen – auch auf dem letzten Hedgework (www.hedgework.de) erfahren hat. Nicht zu Unrecht: Belegen doch diverse Untersuchungen, dass sich die Vola-Fonds nahezu unkorreliert zu Aktien und Rentenindizes verhalten. Zu Letzteren weisen sie oftmals sogar eine negative Korrelation auf. Die Ratingagentur Scope erklärt das so: „In fallenden Marktphasen sichern sich zahlreiche Marktteilnehmer mit Optionen ab. Die hohe Nachfrage nach Optionen lässt die Preise (und damit auch die implizite, also erwartete, Volatilität) steigen.“ Zu Bedenken ist nur, dass die Volatilität, die schon als neue Assetklasse ausgerufen wird, weder einen inneren Wert besitzt, noch Zinsen oder Dividenden abwirft. Volatilität ist hingegen immer ein Zeichen von Unsicherheit oder schlicht Angst. Solange die Marktteilnehmer diese Angst verspüren, bleiben Vola-Fonds interessant. Zumindest die Politik scheint derzeit Einiges zu tun, um diese Unsicherheit aufrechtzuerhalten.

In Deutschland etwa wird die Unsicherheit über die künftige Besteuerung   von Alternativen Investmentfonds noch einige Zeit anhalten. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat konnte sich vor der Wahl nicht über das AIFM-Steueranpassungsgesetz einigen. Für die   Branche eine schlechte Nachricht. Die Fonds unterliegen bis zu einem neuen Anlauf der normalen Körperschafts- und Gewerbesteuer. Der BAI befürchtet nun, dass Investoren solche Anlagen meiden werden,   bis die Besteuerung endgültig geklärt ist. Bleibt zu hoffen, dass sich eine neue Bundesregierung ganz schnell dieses Themas annehmen wird und Klarheit auf der steuerlichen Seite schafft. Ansonsten droht die Gefahr, dass der Sektor quasi durch die Hintertür abgeschafft wird.