Deutschland 2014 - Immer weiter so

So langsam zeichnet sich eine neue Regierung in diesem Land ab. Es wurde auch Zeit. Deutschland stehen vier richtungsweisende Jahre bevor. Die europäische Krise ist längst nicht ausgestanden und mit Geldflut und niedrigen Zinsen wächst die Gefahr der erneuten Blasenbildung in vielen Märkten. Die neue Regierung muss beweisen, dass sie die drängenden Zukunftsfragen anpacken kann. Doch viele Stimmen sind skeptisch. Von einem „Koalitionsvertrag des Stillstands“ ist die Rede und von „weiter wie bisher“.

In den Bereichen, in denen sich etwas bewegt, ist für Investoren wenig Erbauliches dabei. Die Mietpreisbremse dürfte die ohnehin schon schwachen Renditen bei Wohnimmobilien weiter senken. Wie sich künftig Investitionen bei den Erneuerbaren Energien rechnen werden, bleibt abzuwarten. Dabei wäre ein klares Signal wichtig gewesen:

Ohne privates Kapital lassen sich weder das Wohnungsproblem in den Ballungszentren lösen noch die Energiewende umsetzen. Von der dringend notwendigen Erneuerung der Infrastruktur ganz zu schweigen. Allein für die Renovierung des Straßennetzes in Deutschland wären jährlich rund vier Milliarden Euro notwendig. Dass das Geld alleine über die Maut – wenn sie denn kommen sollte – hereinkommt, ist unwahrscheinlich.

Dabei wären Investoren durchaus bereit, sich zu engagieren. Infrastrukturinvestments stehen derzeit hoch im Kurs. Der durchschnittliche Anteil in den Portfolios hat sich seit 2010 bereits von 0,7 auf 1,2 Prozent erhöht. In den kommenden Jahren soll sich der Anteil mindestens verdoppeln. Die Zahl institutioneller Investoren, die auf Infrastruktur setzen, steigt stetig. Allein, der Politik fehlt der Mut, die privaten Geldgeber stärker einzubinden. Lieber geht es weiter so.

Kein „weiter so“ gibt es zum Glück bei der Umsetzung der AIFMRichtlinie. Das steuerliche Begleitgesetz zum Kapitalanlagegesetzbuch bringt endlich ein Stückchen Sicherheit. Zudem eröffnet das Gesetz Anbietern und Investoren neue Möglichkeiten. Insbesondere die einstigen Emissionshäuser geschlossener Publikumsfonds konzentrieren sich mehr und mehr auf institutionelle Investoren, wie unsere Umfrage belegt. Im kommenden Jahr dürften weit über 30 neue Fonds auf den Markt kommen, die Sachwerte für institutionelle Anleger zugänglich machen. Weiter so. Ein größeres Angebot an Investmentmöglichkeiten, ist positiv für die Investoren.