Geschlossene Fonds: Institutionelle sollen Initiatoren retten

von Alexander Heintze, Chefredakteur altii

Die Platzierungszahlen der geschlossenen Fonds lassen keinen Zweifel aufkommen. Der Vertrieb an private Anleger wird immer schwieriger. Nur noch 3,1 Milliarden Euro konnten die Emissionshäuser im vergangenen Jahr im sogenannten Retailgeschäft unterbringen. Deutlich gestiegen ist dagegen der Anteil institutioneller Anleger. Sie steuerten 2012 mit fast 1,4 Milliarden Euro immerhin ein Drittel zum gesamten Platzierungsergebnis bei.

Stiftungen, Kirchen, kleinere Pensionskassen, Versorgungswerke und Family Offices sollen die Lücken füllen, die die privaten Anleger hinterlassen. Kaum ein Initiator, der sich bei den Investmentprofis nicht als der bessere Asset Manager und Objektbeschaffer profilieren will. Größter Vorteil der Emissionshäuser: Sie haben interessante Objekte. Gerade in jüngster Zeit wurden immer wieder Fonds, die eigentlich für ein breites Publikum konzipiert waren, wieder aus dem Vertrieb genommen, weil sich ein institutioneller Investor für das Objekt interessierte. Auch hat sich die Branche bei Alternativen Investments in der Vergangenheit kreativ gezeigt. Sei es bei Lokomotiven, Mobilfunkmasten oder Ölpipelines – Ideen jenseits des Mainstreams gibt es genug. Nicht ins Bild passt, dass dennoch etliche Emissionshäuser jammern, es gebe zu wenig gute Assets. Auch die reichlichen Probleme mit laufenden Fonds vermitteln nicht den Eindruck, die betreffenden Initiatoren hätten den besseren Zugang zu Objekten und könnten diese optimal verwalten. Für das Geschäft mit den Institutionellen ist das keine gute Visitenkarte. Hier gibt es für die Branche und ihren Verband noch viel zu tun.