„Ich schaffe das!“ Der letzte Trigger für Erfolg

Kennen Sie das? Sie stehen unmittelbar vor einem Interview mit einem kritischen Journalisten, Sie müssen vor einem Unternehmensgremium eine umstrittene Strategie präsentieren, oder Sie pitchen Ihr Produkt final vor einem wichtigen Kunden. Dabei geht‘s nicht nur um die Sache, sondern auch ums Renommee. Sie haben verdammt feuchte Hände und fluchen: „Hoffentlich geht der Termin nicht in die Hose.“

Negative Defensive

Wenn Sie so denken, quasi die Hose voll haben, starten Sie denkbar schlecht in den Termin, weil das Publikum Ihnen Ihre negative innere Haltung ansehen wird. Ihr Gesicht wirkt maskenhaft, Sie sprechen zu laut und schnell oder zu leise und zögerlich, Ihr Körper ist schlaff statt straff. Das ist fatal, zumal Studien belegen, dass es nur ein bis drei Minuten dauert, bis Ihre Gegenüber sich festgelegt haben, wie sie Sie für den Rest Ihres Auftritts sehen: überzeugend oder nicht.

Voll präsent ab der ersten Sekunde

Für Sie bedeutet das: Sie müssen von der ersten Sekunde an das ausstrahlen, was Ihre Gegenüber von Ihnen denken sollen: dass Sie sympathisch, kompetent, verkaufs- und führungsstark sind. „Und wie kriege ich das hin?“, werde ich in Trainings immer wieder gefragt. Meine Empfehlung – neben einer akkuraten Vorbereitung in den Tagen vor dem Termin: Autosuggestion in den Minuten davor.

Versuchen Sie es mal! Ziehen Sie sich in den letzten fünf Minuten vor Ihrem Auftritt in sich zurück und konzentrieren Sie sich auf positive Gedanken. Sagen Sie sich:  

  • „Ich bin klasse vorbereitet. Ich werde das Gremium von meiner Strategie begeistern. Das wird ein gutes Meeting!“
  • Oder: „Ich fühle mich gewappnet. Unser Produkt ist stark. Mein Gegenüber wird es kaufen!“
  • Oder: „Die Sonne scheint. Ich bin topfit. Diese Präsentation wird eine Freude!“ 

Ob solcher Vorschläge runzeln manche Teilnehmer erstmal die Stirn. „Werden wir jetzt esoterisch?“, heißt es mitunter. „Nein“, verspreche ich. „Wir machen uns nur ein wissenschaftlich belegtes Phänomen zunutze.“ Und wenn sie sich dann auf dem Video ihrer Präsentationsübung sehen, sagen selbst Skeptiker: „Ich habe verstanden.“

Sportler tun es, Redner auch

Das Wort Autosuggestion entstammt dem Lateinischen (auto suggestio) und bedeutet Selbstbeeinflussung durch Beschäftigung mit den eigenen Gedanken. Die Technik geht zurück auf den französischen Apotheker Émile Coué (1857-1926), der auch den Placebo-Effekt entdeckt hat. „Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns, sondern die Vorstellungskraft“, predigte er. Diese Kraft wirkt – leider – im Positiven wie Negativen.

Wie so etwas bei hochmotivierten Gruppen aussieht, können Sie häufig auf dem Fußballrasen vor Verlängerungen wichtiger Spiele sehen. Die Spieler stehen im Kreis und feuern sich an. Auch Sportler in Einzeldisziplinen reden sich in der Konzentrationsphase vor dem Lauf, Sprung oder Wurf ein, dass ihnen jetzt ihr Meisterstück gelingt. Showstars und Redner nutzen die Methode ebenfalls unmittelbar vor Auftritten.

Dass Autosuggestion durch die intensive Wiederholung von Formeln oder Leitsätzen funktionieren kann, hat die Wissenschaft längst bestätigt. Bei Geschäftsleuten lassen sich damit zumindest vorübergehend Pessimismus, Angst und übertriebene Selbstkritik zu Optimismus, Mut und Selbstsicherheit wandeln. Also: Sie sollen sich natürlich nicht anbrüllen, wie die Kicker auf dem Grün. Aber programmieren Sie Ihr Unterbewusstsein doch mal bewusst leise auf Erfolg – und strahlen Sie ihn aus! Ich bin mir sicher, Sie schaffen das.

Beste Grüße
Mario Müller-Dofel

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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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