Korrelationen sind der Wegweiser zum Anlageerfolg

Effektive Diversifikation ist der Grundstein eines jeden erfolgreichen Investments. Diese Erkenntnis ist inzwischen zur Grundlage der meisten Investitionsstrategien geworden. Unseres Erachtens gehört aber noch mehr dazu, erfolgreich zu investieren, insbesondere in diesen Zeiten extrem niedriger Zinsen. Als Vorreiter risikogleichgewichteter Anlagekonzepte achten wir darauf, dass die Diversifikation über Assetklassen hinweg unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Risikobeiträge erfolgt. Als Voraussetzung für eine solche Risikoparitätsstrategie bedarf es abschöpfbarer Anlageklassen, liquider Instrumente und möglichst unkorrelierter Anlageklassen.

Nun stehen heute gerade viele Investoren, die Anleihen im Depot haben, vor dem Problem, wie sie in Zukunft anlegen sollen. Werden Staatsanleihen gut performen? Ist das Potenzial bei Unternehmensanleihen schon ausgereizt? Werden sich Schwellenländeranleihen wieder erholen? Der Blick in die Glaskugel wird nicht funktionieren. Es macht mehr Sinn, sich hier auf Fakten zu verlassen. Zur Beantwortung werden in unserer Strategie, die in die Sub-Assetklassen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, inflations-indexierte Anleihen und Schwellenländerwährungen investiert, die sich ständig ändernden Korrelationen untereinander zu Rate gezogen. Es ist wichtig, dass die gewählten Anlageklassen sich in bestimmten Konjunktur- und Kapitalmarktumfeldern unterschiedlich verhalten, eben weitgehend unkorreliert sind. Aus diesem Grund wurden diese vier Anleihesegmente gewählt, die sehr unterschiedliche Merkmale aufweisen.

 

Grafik 1: Niedrige Korrelationen - der Schlüssel zur effizienten Diversifikation

 

 Quelle: Aquila Capital Concepts GmbH, eigene Berechnungen

 

Staatsanleihen, die mit der höchsten Bonität ausgestattet sind, dienen vor allem in Phasen des Abschwungs sowie in Krisen als sicherer Hafen. Sie stellen eine hoch liquide Anlageklasse dar, die in unserem Fall kaum Kreditrisiko, sondern nur Durationsrisiken beinhaltet.

Unternehmensanleihen dagegen sind für eine Vielzahl an Branchen, Länder und Währungen verfügbar, sie bieten, auch wenn deren Renditen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind, noch immer eine höhere durchschnittliche Rendite als sichere Staatsanleihen und laufen vor allem in Aufschwungphasen gut.

Inflationsindexierte Papiere bieten Schutz gegen plötzlich auftretenden Teuerungsanstieg, sie haben, da vor allem Industriestaaten die Emittenten sind, kein Kreditrisiko und sie weisen speziell in Phasen steigender Zinsen eine niedrige Korrelation zu den anderen Anlageklassen auf.

Anlagen in Schwellenländer schließlich, wo unser Fonds über Währungen aus elf verschiedenen Staaten investiert, haben vor allem aufgrund des dynamischeren Wachstums dieser Volkswirtschaften langfristig sicherlich mehr Potenzial als Investments in den Industriestaaten. Dazu kommt, dass diese Märkte zunehmend liquider werden und die Schwellenländer in sich eine weniger homogene Anlageklasse bilden als die Märkte der Industrienationen. Sie können so zusätzlich zur Diversifikation des Portfolios beitragen. Und sie laufen in der Regel vor allem in Phasen wirtschaftlicher Boom-Zeiten besonders gut.

Diese vier Anlageklassen entwickeln sich folglich in den verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus in der Regel auch unterschiedlich. Somit ist es auf diese Weise möglich, in fast jedem Marktumfeld auf der Anleiheseite überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. 

 

Grafik 2: Performance-Beiträge der einzelnen Assetklassen im ACQ - Risk Parity Bond Fund

 

Quelle: Aquila Capital Concepts GmbH, eigene Berechnungen

 

Die Grafik zeigt, dass im Januar und Februar dieses Jahres Staatsanleihen einen erheblichen Teil der guten Performance unseres ACQ - Risk Parity Bond Funds (EUR A: A1H5AH) beigetragen haben. Und das zu einem Zeitpunkt, als die meisten Experten negativ zu Staatsanleihen eingestellt waren. Kurze Zeit später gab es schon die nächste Überraschung für die Verfechter prognosebasierter Ansätze: Seit Anfang Februar sind die bereits abgeschriebenen Schwellenländer die bei weitem stärksten Renditetreiber.

Ein Blick auf die Korrelationen und die danach erfolgende Ausrichtung des Depots ist also auf jeden Fall besser als der viel zu oft gewagte Blick in die Glaskugel.

Über den Autor

  • Torsten von Bartenwerffer

    Torsten von Bartenwerffer

    Director Portfolio Management

    Dr. Torsten von Bartenwerffer ist Director Portfolio Management im Aquila Capital Quant Team. Zuvor war von Bartenwerffer als Portfolio Manager und Quantitative Analyst bei IS Partners Investment Solutions in Zürich unter anderem für die Entwicklung und Umsetzung von Multi-Asset-Strategien verantwortlich. Torsten von Bartenwerffer verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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