Powerpointen auch Sie so schwach?

Gerade habe ich ein Präsentationstraining gegeben. Für zwei taffe Finanzproduktspezialisten. Aber diese PowerPoint-Präsentationen …! 

Dazu muss ich mal etwas loswerden. Also nicht speziell zu diesem Training, sondern allgemein zu PowerPoint-Präsentationen im Finanzsektor, die ich nun seit 15 Jahren als Journalist und seit zwei Jahren auch als Trainer begleite. 

Text und Optik mangelhaft

Die meisten PowerPoint-Präsentationen im Finanzbereich sind schwach. Nicht kraftvoll auf den Punkt gebracht, sondern echte Redner-Bremsen. Wissen Sie, was ich meine? Schwache Präsentationen …

  • sind mit Text, Zahlen, Grafiken, Quellenangaben und Disclaimern vollgepackt bis unters Firmenlogo.
  • strotzen nur so vor ziellosen und redundanten, also überflüssigen Informationen.
  • bieten auch auf den dritten Blick keine publikumsgerechten, vertriebsorientierten und einprägsamen Kernbotschaften.
  • sind farblich konzeptschwach, oft gar nur in den traurigen „Farben“ Schwarz und Grau auf weißem Untergrund gehalten.
  • sind in ihrer Slide-Abfolge austauschbar und bieten – wenn überhaupt – eine langweilige Storyline.   

Armes Publikum 

Wenn man bedenkt, dass viele Banker mit solchen PowerPoint-Präsentationen ein Finanzprodukt verkaufen möchten, ist da noch viel Luft nach oben. Kaum vorstellbar, dass jemand aus dem Publikum ausgerechnet wegen einer Präsentation investiert, wie sie oben beschrieben ist. Denn dieser Stil bedeutet, dass das Publikum …

  • denselben Präsentationswirrwarr vorgesetzt bekommt, der ihm im Grunde schon seit Jahren zugemutet wird. 
  • nach zehn Präsentationsminuten gelangweilt oder genervt ist, weil es die komplexen Infos auf den Slides nicht so schnell erfassen kann, wie der Präsentator die Slides weiterklickt.
  • nach zehn Minuten zusätzlich gelangweilt oder genervt ist, weil es auch den Worten des Präsentators nicht folgen kann. Parallel lesen, zuhören und geistig verarbeiten ist halt schwierig.
  • sich bei der schwachen Präsentation nicht besonders wertgeschätzt fühlt. Zeit ist heute schließlich Geld.
  • irgendwann innerlich abschaltet und immer mehr Zuschauer im Smartphone E-Mails, Börsenkurse oder Spiegel online checken.

Wenn Sie die oben stehenden Punkte von Ihren eigenen Präsentationen kennen und jetzt sagen: „Na und? Die meisten Mitbewerber präsentieren genauso. Also performe ich doch mit der Benchmark.“, dann sage ich: Herzlichen Glückwunsch, dass Sie sich das leisten dürfen. Den anderen, den ambitionierten Präsentatoren sei gesagt: Ihre Chance ist, dass Sie sich schon mit wenigen Verbesserungen von Ihren Mitbewerbern positiv abheben, sich und Ihr Produkt also wesentlich besser verkaufen können.  

So wirken Sie stärker

Wenn Sie Ihre nächste PowerPoint-Präsentation konzeptionieren, denken Sie daran: Ihre Wand-Slides sollten lediglich Präsentationshilfen sein, die Ihre Rede visuell unterstützen. Idealerweise braucht das Publikum Ihre Ausführungen, um die Slides zu verstehen. Erst dann hängt es an Ihren Lippen.

Zeigen Sie auf Ihren Slides möglichst nur die wichtigsten Kernbotschaften. Visualisieren Sie sie außer mit – auf einen Blick erfassbaren – Grafiken auch mit emotionalen Bildern und durchdachten Farb-, Fettungs- und Schriftkonzepten, die Ihre Worte und Absichten unterstützen. Wählen Sie außerdem Schriftgrößen, die auch Ihr Publikum in der letzten Reihe mühelos lesen kann. Und: Lesen Sie nicht von Ihren Slides ab, das sind schließlich keine Redezettel. Halten Sie stattdessen möglichst viel Blickkontakt zum Publikum, sonst lässt Ihre Redewirkung deutlich nach. 

Denken Sie immer daran: Ihr Publikum will Sie sehen, Ihre Inhalte hören und von Ihnen informiert (und unterhalten) werden – andernfalls könnte es sich die Präsentation schicken und Fragen telefonisch beantworten lassen. Das heißt, Sie sind im Mittelpunkt, nicht Ihre Slides. 

Die „Studien“ mit allen Daten, Fakten und rechtlichen Absicherungen können Sie – zweckentsprechend – Ihrem Publikum später als Bürolektüre mitgeben.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Marketing Sie in Sachen Präsentationsgestaltung mehr unterstützt und die Rechtsabteilung keine zu großen Ängste hat. 

Viel Erfolg!

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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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