Steuert die AIFM die Alternative Investments in eine Sackgasse?

Das Jahr 2013 könnte das Jahr der Hedgefonds werden. Zumindest geht die Credit Suisse davon aus, dass die Nachfrage nach alternativen Anlagen in diesem Jahr überdurchschnittlich entwickeln dürfte. Und vor allem Hedgefonds davon profitieren. Ein Wachstum von zehn Prozent sei für die Branche möglich, so die Credit Suisse. Nils Beitlich, Leiter des Alternative Investment Research bei der Credit Suisse in Zürich, beschreibt in seinem Marktbericht ab Seite 10 folglich einen positiven Ausblick für Hedgefonds. Angesichts anhaltend niedriger Zinsen sind viele Anleger auf die relativ stetigen und vor allem höheren Erträge aus Hedgefonds, Private Equity oder Infrastrukturfonds angewiesen. Da passt es kaum ins Bild, dass die Bundesregierung ausgerechnet diese Anlagevehikel bei der Umsetzung der AIFM-Richtline schlechterstellen will.

Der Bundesverband Alternativer Investments befürchtet genau das. BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer äußert im Interview auf Seite 6 die Befürchtung, dass es sich institutionelle Anleger künftig zweimal überlegen werden, ob und wie sie in Alternative Investments investieren werden. Denn die geplante AIFM-Umsetzung bevorzuge derzeit die traditionellen OGAW-Fonds – sowohl steuerlich als auch bilanziell. Alternative Investmentfonds wie Private Equity, Infrastruktur- oder Hedgefonds werden dagegen benachteiligt. Es kommt damit weniger darauf an, in welcher Weise investiert wird, sondern in welche Anlagegegenstände. Dass der Gesetzgeber auf diese Weise darüber entscheidet, was gute und was schlechte Assets sind, ist alles andere als sinnvoll. Wenn aber Investoren den Finger von alternativen Anlagen lassen, fehlt dringend benötigtes Geld für Investitionen in Infrastruktur oder in erneuerbare Energien, zumindest in Deutschland.

 Auch die Anbieter müssen noch einige Hausaufgaben erledigen. Immerhin hat die Bafin Ende März mit einem Entwurf zur Auslegung des Begriffs „Investmentvermögen“ einige Unklarheiten beseitigt. Aber eben noch längst nicht alle. Welche Anforderungen die AIF in Zukunft erfüllen müssen, um dem Gesetz genüge zu tun, hat Julia Brackmann vom BVI in dieser Ausgabe zusammengefasst. Angesichts der umfangreichen Berichts- und Informationspflichten dürfte einigen Anbietern die Lust vergehen, AIFs aufzulegen. Es bleibt noch einiges zu tun.