Umsatzsteigernd präsentieren Teil 5: Botschaften richtig „relevant färben“

Liebe Leserinnen und Leser, im Ratgeber „Umsatzsteigernd präsentieren“ haben Sie bislang erfahren,

  • welche groben Fehler viele Redner auf ihren Slides machen (Teil 1).
  • wie viele Slides zu viel für eine bestimmte Präsentationszeit sind – und wie Sie sich aus welchen Gründen beschränken sollten (Teil 2).
  • was zu viele Texte, Daten und andere Elemente pro Slide anrichten – und wie Sie auch hier Fehler vermeiden (Teil 3).
  • warum zu viele Schriftarten und Schriftgrößen schädlich für Sie und Ihr Publikum sind – und wie auch diese Elemente überzeugend gestalten (Teil 4).

Menschen sind visuelle Wesen – auch die in Ihrem Publikum 

In den folgenden drei Leseminuten erfahren Sie, wie Sie wichtige Botschaften ohne großen Aufwand auch mittels farbiger Slide-Gestaltung bei Ihrem Publikum verankern. Menschen sind visuelle Wesen; dem sollten Sie gerecht werden, wenn Sie als Präsentator überzeugen möchten. Die Farbgebung ist mitentscheidend dafür, wie Ihr Publikum Ihre Präsentation versteht und an welche Botschaften es „abspeichert“. Viele Präsentatoren präsentieren nahezu „farblos“ oder führen ihr Publikum mit falschen Farbgebungen auf die falsche Fährte. Das soll Ihnen nicht passieren.

Zu viele Daten schaden Ihrer Überzeugungskraft

Präsentieren auch Sie häufig Slides mit vielen Daten in Form von Zahlen(-tabellen), Liniencharts, Balken- oder Tortengrafiken? Dann stehen vielleicht auch bei Ihnen mitunter 15,20 oder gar 30 Daten auf einem Slide: Jahreszahlen, KPIs, Wertpapier-Performancezahlen et cetera. Wenn Ihr Publikum mehr als fünf Sekunden braucht, um die wichtigsten drei, vier Daten zu erkennen, haben Sie etwas falsch gemacht. Denn dann muss es danach suchen, ist von Ihren Worten abgelenkt und es geht Ihnen ruckzuck verloren. Zu viele Daten pro Slide schaden dem Publikumsverständnis, schwächen Sie als Redner – und damit Ihre Überzeugungskraft.

Klasse statt Masse heißt den wichtigsten Daten eine Bedeutung geben

Geben Sie deshalb Klasse statt Masse den Vorzug und bedenken Sie: Wenn das Publikum Ihre Daten-Slides während Ihrer Präsentation auf dem Flatscreen oder an der Beamerwand sieht, hat es in aller Regel keine Zeit, sich in größere Datenmengen zu vertiefen. Das machen vor allem Leser gedruckter Studien. Überfrachtete Daten-Slides bringen selbst interessierte Zuschauer schnell aus dem Konzept – und manchmal sogar geübte Redner.

Aber welche Daten sind nun „Klasse“ und wie filtern Sie sie aus den zur Verfügung stehenden Daten heraus? Beantworten Sie sich dafür diese drei Fragen:

  • Welche Kernbotschaft/welches Fazit soll der entsprechende Slide vermitteln? 
  • Welche Daten untermauern oder verstärken die Kernbotschaft am wirksamsten?
  • Welche drei bis höchstens vier Daten (aus Antwort 2) soll das Publikum im Kopf behalten? 

Denken Sie immer daran: Um Daten gehirngerecht und zielgenau rüberzubringen, müssen Sie Ihnen eine Bedeutung (Kernbotschaft/Fazit) geben. Es geht nicht um die Daten selbst, sondern um ihre Bedeutung! Wenn Sie die Bedeutung herausgearbeitet haben, wird Ihnen die Datenauswahl viel leichter fallen als vorher. Bereiten Sie die ausgewählten Daten nun so auf, dass Ihr Publikum sie schnell erkennen, leicht verstehen und in Ihrem Sinne interpretieren kann. Und das geht so:

Kontraste beeinflussen die Wahrnehmung von Botschaften

Zunächst: Zahlen, Zahlentabellen, Datengrafiken und Texte müssen einen Kontrast zum Slide-Hintergrund bilden, damit Ihr Publikum sie gut sehen kann. Farbpsychologen haben herausgefunden, dass schwarze Schrift auf gelbem Grund die beste Fernwirkung hat. Allerdings passt diese Kombination in kaum ein Corporate Design – und kommt deshalb selten in Frage. Die beste Nahwirkung hatschwarze Schrift auf weißem Grund, weshalb diese Kombination für Texte im Internet und für Printprodukte wie Zeitungen und Bücher verwendet wird. 

Eine gute Nahwirkung mit Ihrer Präsentation erzielen Sie, wenn Sie Ihre Slides mit einer relativ großen Schrift betexten (s. Teil 4 dieser Blogserie). Soll heißen: Schwarz auf Weiß (oder hellgrau) geht für Präsentationsredner immer.

Besonders positiv wahrgenommen wird der Farbpsychologie zufolge übrigens weiße Schrift auf blauem Grund (Nivea-Style), während Leser weiße Schrift auf rotem Grund eher als Warnung verstehen. Rotgedrucktes wirkt eher unwichtig. Und je farbiger die Schriftdesto unwichtiger erscheinen die damit vermittelten Botschaften. Sie wirkt dann halt beliebig.

Dasselbe gilt zum Beispiel für Balken- und Tortendiagramme, deren einzelne Balken und Tortenteile relativ starke verschiedene Farben haben.

So heben Sie die wichtigsten Daten wirksam hervor

Besser gestalten Sie Ihre Daten so: Färben Sie nur jene Datenzahlen, Einzelbalken, Tortenteile, Tabellenspalten oder Chartlinien kräftig (also kontrastreich), die Ihr Fazit/Ihre Kernbotschaft am meisten verstärken und die sich Ihr Publikum unbedingt merken soll (ein bis höchstens vier Elemente pro Folie). Wenn Sie die entsprechenden Slides zeigen, schaut das Publikum sehr schnell auf die hervorgehobenen Daten und versteht sofort, dass diese Daten am wichtigsten sind. So steuern Sie den Blick und das Denken Ihres Publikums! 

Ein paar Detailvorschläge: 

  • Heben Sie in Tabellen mit vielen Zahlen die wichtigsten drei, vier Zahlen hervor, indem Sie sie färben. Zahlen, die Ihr Publikum positiv interpretieren soll, färben Sie in „positiven, freundlichen“ Farben wie blau oder grün. Zahlen, die das Publikum als negativ oder gefährlich einstufen soll, färben Sie rot. Benutzen Sie nicht mehr als zwei Farben. Sie können die bedeutsamen Daten auch farbig einkreisen oder im Textmarker-Stil hervorheben.
  • Wenn Sie auf eine Tabellenspalte besonders hinweisen möchten, sollten Sie sie zum Beispiel blau hinterlegen und die Daten weiß schreiben. Die anderen Spalten können zum Beispiel schwarz-weiß bleiben.
  • Heben Sie auch die wichtigsten Balken- und Tortenteile kontrastreich farbig hervor. Alle anderen Balken sollten Sie eher blass gestalten, etwa in Grautönen. Denn zu viele kontrastreiche Farben lenken vom Schwerpunkt Ihrer Slides ab.
  • Pointieren Sie bestimmte Punkte in Liniencharts (beispielsweise Trendwechsel) mit einem farbigen Punkt auf der Linie hervor und zeigen Sie mit einem auffälligen Pfeil darauf.
  • Gleiche Datenkategorien – beispielsweise Umsatz- und Gewinnzahlen, Aktienkurs-Prozentangaben und Regionen (Europa, USA, EMEA etc.) sollten Sie auf allen Slides in denselben Farben zeigen. Dann erkennt das Publikum sie auf jedem Slide sofort wieder – bald sogar, ohne die Beschriftung zu lesen. 

Mitunter sind Farbanpassungen am Beamer nötig

Achtung: Die Farben, die Ihr Computerbildschirm Ihnen zeig, können an der Beamerwand anders aussehen. So kann Gelb zu Orange oder Rot eher Braun werden. Das liegt daran, dass die meisten Computermonitore einen größeren Kontrastumfang bieten als Projektoren. Dieses Problem können Sie lösen, indem Sie den Beamer kalibrieren (sollten Sie die Möglichkeit und das technische Wissen haben). Praxistipps dafür finden Sie im Internet, wenn Sie nach „Beamer kalibrieren“, „Farben am Beamer einstellen“ oder ähnlichem suchen.

Last but not least empfehle ich Ihnen aus der Vielzahl guter Bücher zum Thema noch zwei Exemplare, die Lust auf Präsentationsgestaltung machen und viel nützliches Wissen leicht verständlich vermitteln:

  • „slide:ology - Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln“ (Autorin: Nancy Duarte, O'Reilly Verlag)
  • „PowerPoint: Der Ratgeber für bessere Präsentationen. Aktuell zu PowerPoint 2013 und 2016“ (Autor: Matthias Garten, Vierfarben-Verlag)

Viel Erfolg!
Mario Müller-Dofel


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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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