Verbessern Sie Ihren Präsentationseinstieg!

Das verstehe ich ja: Bevor Sie vor (potenziellen) Kunden oder Wirtschaftsjournalisten Ihr Produkt oder eine Strategie präsentieren, haben Sie wenig Zeit. Dann öffnen Sie auf den letzten Drücker Ihren Ordner mit den 100 Slides zum Thema, fischen 30 passende heraus, basteln die hastig ausgewählten zwischen acht Telefonaten aneinander – und auf geht’s zum Vortragsort. Dass Sie sich in der Alltagshektik nicht noch eine individuelle Einstiegsstory für Ihre Präsi ausdenken wollen, ist ebenfalls verständlich.

Klassischer Fehlstart

Später stehen Sie vor Ort, werfen Ihren Titel-Slide an die Wand und erzählen erstmal, was Ihr Publikum soeben darauf gelesen hat: „Mein Name ist Sowieso, ich komme von der XY-Bank und ich möchte Ihnen heute unser Produkt YZ vorstellen.“ Abgesehen davon, dass Ihr Publikum dies schon seit länger weiß (schließlich waren Sie mit Namen, Adresse und Präsentationsthema angekündigt), haben Sie sich auch noch genauso eingeführt, wie die allermeisten Ihrer Wettbewerber, die Ihr Publikum schon mit ähnlichen Präsentationsthemen erlebt hat.   

Gähn ... Es ist zu schade. Nach einem solchen Start könnten Sie sich womöglich die kommenden 99 Prozent Ihres Vortrags sparen. Zu diesem Hinweis von mir meinte einer meiner Trainingsgäste kürzlich, ich solle nicht übertreiben. Was meinen Sie?

Normalerweise ist es doch so: Ihr Publikum kennt sich mit Ihrem Präsentationsthema aus – oder glaubt es zumindest. Und es erwartet das Übliche: eine eher langweilige Präsentation, die denen anderer Finanzexperten sehr ähnelt. Und das, obwohl viele Präsentatoren oft davon reden, dass sie ihr Produkt sich von der Konkurrenz unterscheiden. Nimmt Ihnen die Alleinstellung wirklich jemand ab, wenn Sie mit Ihrer Präsentation erst genauso gewöhnlich loslegen und dann im Grunde genauso weitermachen wie die meisten anderen Präsentatoren?

Ihre Drei-Minuten-Chance

In aller Regel gewährt das Präsentationspublikum Ihnen nur in den ersten ein bis drei Minuten seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. In dieser Zeit entscheiden die Damen und Herren, ob sie Ihnen zunächst weiter zuhören oder ob Blackberrys und die schöne Aussicht aus dem Fenster wichtiger werden. Das größte Problem daran: Der erste Eindruck prägt die Wahrnehmung Ihrer gesamten Präsentation. Wenn Sie Ihr Publikum bei Ihrem Einstieg „verlieren“, werden Sie es sehr schwer haben, es später doch noch zu fesseln. Dann haben Sie einen Großteil der Aufmerksamkeit schon verloren, ehe Sie mit dem Hauptteil Ihrer Präsentation gestartet sind.

Ein wenig anders kann viel bewirken

Allerdings geht es auch anders, selbst wenn Ihre Zeit knapp ist. Oft genügen zehn konzentrierte Minuten und Sie haben sich einen kurzen Einstieg überlegt, der Sie von den meisten anderen Präsentatoren wirklich positiv unterscheidet. Vielleicht können Sie dieses Startmuster sogar immer wieder verwenden. Ein paar Anregungen, wie Sie Ihr Publikum stimulieren, interessieren und vielleicht sogar in Spannung versetzen: 

  • Verzichten Sie auf Begrüßungsfloskeln, die Ihr Publikum schon x-Mal gehört hat. 
  • Beginnen Sie stattdessen mit einer originellen Analogie, mit einem Zitat, mit einem Sinnspruch oder mit einer rhetorischen Frage, die zu Ihrem Präsentationsthema passt, interessant ist, überrascht und/oder amüsiert. 
  • Sie können auch das aktuelle Marktgeschehen oder eine neue Erkenntnis zu Ihrem Thema aufgreifen. 
  • Oder Sie versprechen Ihrem Publikum eine realistische Problemlösung und holen die Zuhörer damit in deren „Welt“ ab. 
  • Besonders stark kämen Sie rüber, wenn Sie zum Einstieg ein Requisit in die Höhe halten würden, das Ihre Einleitung symbolisiert – vielleicht einen aktuellen Zeitungsartikel oder einen passenden Gegenstand. 
  • Erst am Schluss Ihres Einstiegs stellen Sie sich (möglichst kurz) vor und begrüßen Ihre Zuschauer.

Liebe Leserinnen und Leser, bitte gönnen Sie sich und Ihrem Publikum dramaturgisch erfrischende Präsentationseinstiege. Zwei, drei Minuten Ihrer Vortragszeit genügen oft schon. Für manche von Ihnen ist vielleicht ebenfalls hilfreich: Wenn Sie merken, dass Sie mit Ihrem Einstieg richtig gut ankommen, legen Sie Ihre Anfangsnervosität schneller ab und performen besser als nach einem Nullachtfünfzehn-Einstieg.

Machen Sie’s gut!

Mario Müller-Dofel 

Wenn Sie Ihre Präsentationen – vom Ein- bis zum Ausstieg – verbessern möchten, helfe ich Ihnen gerne. Folgende Trainings und Vorträge nützen Ihnen garantiert: 

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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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