Zeigen Sie Haltung!

Ende Februar, Präsentationstraining mit einem Derivatespezialisten, Übung 1 „Begrüßung“: Er läuft vor zur Beamerwand, dreht sich um, schaut ins (imaginäre) Publikum, klammert seine Finger vor dem Bauch ineinander bis sie weiß unter den Nägeln sind, beginnt mit den Füßen auf und ab zu wippen, hält das Kinn etwas zu hoch und verzieht keine Miene. Brrr ...

Soweit zum ersten Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt. Zur Übungsanalyse begutachtet sich mein Trainingsgast im Flatscreen an einer anderen Wand, rauft sich die Haare und brummt: „Da sehe ich aus wie ein Oberlehrer.“

Ja, so konnte man das sehen. Zwar wurde er in den nächsten Übungen deutlich lockerer. Doch nicht darum soll’s hier gehen, sondern um jene ersten Sekunden eines Auftritts, zu denen fast jeder Trainingsgast fragt: „Wie stellt man sich da eigentlich am besten hin?“

Die wichtigsten Antworten nun auch für Sie:

Stellen Sie Ihre Füße beckenbreit auseinander, geradeaus zum Publikum und fest auf den Boden. Denn wollen Sie Ihren Standpunkt sicher präsentieren, brauchen Sie zunächst einen Stand-Punkt. Wippen Sie nicht nervös herum, stehen Sie auch nicht breitbeinig wie „Jango“ Ronaldo vor dem Freistoß und ixen Sie nicht die Beine, als müssten Sie mal. Sollte der ausgeglichene Stand noch ungewohnt für Sie sein, können Sie mehr Gewicht auf ein (Stand)Bein verlagern und Ihr (Spiel)Bein etwas nach vorn stellen, wobei der Fuß leicht nach außen gedreht sein sollte.

Vermeiden Sie, die Knie durchzudrücken, sonst stehen Sie starr und verspannt. Halten Sie dasBecken mittig, statt es nach vorne zu kippen. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Rücken gerade ist – auch damit die Brust raus kommt. Dann sollten auch Ihre Schultern gerade und locker bleiben. Lassen Sie Ihre Schultern stattdessen nach vorne fallen, rundet sich zugleich Ihr Rücken und Sie wirken wie ein geprügelter Hund. Ziehen Sie die Schultern nach oben (und den Kopf ein), wirken Sie wie jemand, der sich zu schützen sucht.

Spätestens jetzt fragen die meisten Trainingsgäste: „Und was mache ich mit den Händen?“ Drei Vorschläge: Wenn Sie zu Beginn einer Präsentation oder eines Statements beispielsweise kurz warten bis Ihr Publikum aufmerksam oder der Kameramann aufnahmebereit ist, lassen Sie Ihre Hände (mit den Handflächen nach innen) locker am Körper herunter hängen. Wenn Ihnen das schwer fällt, lassen Sie Ihre Hände sich sanft vor dem Unterbauch berühren – am besten nur mit den oberen Fingerdritteln, damit Sie leicht ins Gestikulieren kommen.

Dafür taugt übrigens auch die „Merkel-Raute“, bei der sich die Daumen und anderen Finger nur an den Spitzen berühren. Wenn jemand im Publikum Ihre „Merkel-Raute“ belächelt – ignorieren Sie das. Denn diese Handhaltung steht für Fingerspitzengefühl und argumentative Berührungspunkte.

Zum Schluss der Kopf: Halten Sie ihn unbedingt gerade „in Waage“. Denn sind Kinn und Nase zu hoch, wirken Sie arrogant. Wenn Sie Ihren Kopf zu weit nach vorne schieben, kommen sie aggressiv rüber. Und denken Sie unbedingt daran, Ihrem Publikum schon zur Begrüßung ein ehrliches Lächeln zu schenken. Damit signalisieren Sie Wertschätzung, vermitteln Freude und wirken alles in allem sympathisch, ausgeglichen und aufrecht. Also denken Sie bitte daran: Zeigen Sie Haltung – ab der ersten Sekunde!

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Über den Autor

  • Mario Müller-Dofel

    Mario Müller-Dofel

    geschäftsführender Trainer bei DIALEKTIK for Business

    Mario Müller-Dofel unterstützt vor allem Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Investmentprofis vor (Pitch-) Präsentationen, Vertriebsgesprächen, Verhandlungen, Vorträgen, Meetings und anderen Dialogen unter Performancedruck.

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