Was für eine Erholung der Weltwirtschaft spricht

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

In den vergangenen Wochen ist das Szenario einer Erholung  der Weltwirtschaft wahrscheinlicher geworden. Dem Lehrbuch entsprechend sind die Kurse der Aktienindizes angestiegen und die Kurse der kreditsicheren Staatsanleihen gefallen.

Darüber hinaus hat sich der US-Dollar, dem oftmals eine antizyklische Eigenschaft innewohnt, gegenüber einem Währungskorb abgeschwächt. In dem Blog sollen für diese Entwicklung sowohl die Gründe als auch die notwendigen Voraussetzungen für eine Fortsetzung beschrieben werden.

Positive Entwicklungen

  • Die Aussicht auf eine Übereinkunft im Konflikt zwischen den USA und China hat zugenommen. Diese wird zwar voraussichtlich nicht alle Konfliktbereiche (Handel, Technologie, Finanzen, Währung, Patentschutz) betreffen, aber immerhin könnten sich die beiden Länder auf einen „Waffenstillstand“ einigen. Das bedeutet, dass die nach unten gerichteten Risiken für die Weltwirtschaft abgenommen haben (Tail-Risiken).
  • Die Hinweise für eine Stabilisierung in den schwachen beziehungsweise kaum wachsenden Sektoren der Weltwirtschaft haben zugenommen. Das betrifft die sowohl die Industrieproduktion als auch die Unternehmensinvestitionen. Ein wichtiger Indikator in diesem Bereich ist der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor, der im Monat Oktober bereits das dritte Mal in Folge angestiegen ist. Auch bei jenem Indikator der am kräftigsten seit Anfang 2018 gefallen ist – die Unternehmensstimmung – gibt es vorsichtige Hinweise für eine Bodenbildung.
  • Tatsächlich sind generell die Stimmungsindikatoren stärker gefallen als die realwirtschaftlichen Indikatoren (Produktion, Konsum). Konstruktive Ereignisse hinsichtlich der globalen und geopolitischen Unsicherheit hätten die Kraft eine Trendumkehr einzuleiten.
  • Die Zentralbanken kaufen wieder Staatsanleihen (auf Netto-Basis). Die Federal Reserve kauft zwar nur kurzlaufende Staatspapiere (T-Bills), aber der Effekt einer zunehmenden Liquidität bleibt. Der Effekt ist eine Lockerung des Finanzumfelds (Financial Conditions), sprich: viele Assetpreise sind in diesem Jahr angestiegen. Mit einiger Zeitverzögerung wirkt das unterstützend für das Wirtschaftswachstum.
  • Auch die Fiskalpolitiken wurden lockerer, zwar nur in einem geringen Ausmaß, aber immerhin. Die relevante Maßzahl ist in diesem Zusammenhang das Staatsbudget exklusive Zinszahlungen, bereinigt um die Effekte des Wirtschaftszyklus in Relation zum Potenzialoutput der Volkswirtschaft. Das Aggregat für den OECD-Raum ist von 2018 auf 2019 um 0,4 Prozentpunkte auf minus 1,4 Prozent mehr ins Minus gerutscht. Das übt einen marginal positiven Impuls auf das Wirtschaftswachstum aus.
  • Beim Kreditumfeld ist vor allem die Entwicklung in China hervorzuheben. Von Anfang 2016 bis Ende 2018 war der Kreditimpuls negativ, d.h, die Veränderung des Kreditwachstums in Relation zum Wirtschaftswachstum war negativ. Neben der angestiegenen geopolitischen Unsicherheit und der Reduktion der globalen Zentralbankgeldmenge war das wahrscheinlich einer der Hauptgründe für die Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums. Seit Anfang 2019 ist der Kreditimpuls in China positiv – wenn auch nur leicht.

Diese positiven Entwicklungen sind allerdings gerade einmal stark genug, um eine weitere Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums anzuhalten. Für eine Trendumkehr reicht es wahrscheinlich nicht aus. Welche Entwicklungen sind dazu nötig? Natürlich müssen die bereits eingetretenen positiven Faktoren Bestand halten. Vor allem drei Eckpunkte sind relevant:

  • Die negativen Überwälzungseffekte von den schwachen auf die guten laufenden Sektoren Konsum / Services müssen gering bleiben. Hier ist die Nachrichtenlage weniger erfreulich. Das Beschäftigungswachstum hat sich bereits abgeschwächt und der Einkaufsmanagerindex für die Beschäftigungslage deutete auf einen weiteren Rückgang hin. Das bedeutet eine Erosion für die wichtigste Säule des Wirtschaftswachstums, den privaten Konsum. Für eine Trendumkehr ist es mithin zu früh. Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich für einige Quartale niedrig (unter dem Potenzial) bleiben.
  • Die Einschätzung, dass die Lockerung der Geldpolitik ausreichend effektiv war, um die Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu stabilisieren mag stimmen. Allerdings signalisiert die Zentralbank in den USA ein Ende der Leitzinssenkungen (insgesamt um 0,75 Prozentpunkte auf eine Band von 1,5% – 1,75%). Das bedeutet eine höhere Hürde für die anderen Zentralbanken, die Leitzinsen zu senken. Anders ausgedrückt: der globale Zinssenkungszyklus läuft aus. Chairman Powell von der Federal Reserve hat allerdings klar gemacht, dass die Hürde für Leitzinsanhebungen groß ist. Diese würden vor allem im Fall eines nachhaltigen Inflationsanstiegs angedacht werden, weniger im Fall eines höheren Wirtschaftswachstums. Schlussfolgerung: die Geldpolitiken müssen locker bleiben.
  • Zu guter Letzt: Die Unternehmensgewinne müssen wieder wachsen. In den vergangenen Monaten ist das Gewinnwachstum der Unternehmen weltweit deutlich gefallen. Mittlerweile stagnieren diese. Das hat sowohl mit dem Ertragswachstum zu tun, das ebenso wie das nominelle Wirtschaftswachstum gefallen ist, als auch mit einem zunehmenden Wachstum der Lohnstückkosten.

Aufgrund des immer noch engen Arbeitsmarktes hat in zahlreichen Ländern eine Beschleunigung des Lohnwachstums eingesetzt. Das ist generell erfreulich. Weil allerdings das Produktivitätswachstum auf einem niedrigeren Niveau verharrt, ist das Wachstum der Lohnstückkosten angestiegen. Das kann theoretisch einen Druck für eine höhere Konsumentenpreisinflation bedeuten, oder aber einen Druck auf die Gewinnmargen. Genau das ist in den vergangenen Quartalen eingetreten. Im Erholungsszenario sinkt der Druck auf die Gewinnmargen der Unternehmen, wahrscheinlich über ein höheres Ertragswachstum.

Schlussfolgerung: Der Auftrieb für die risikobehafteten Wertpapierklassen kommt immer weniger von den Leitzinssenkungen der Zentralbanken (die auslaufen), sondern vor allen von den abnehmenden, nach unten gerichteten Risiken (Tail-Risiken), getrieben von der Aussicht auf einen Mini-Deal zwischen den USA und China.

Für eine Trendumkehr beim Wirtschaftswachstum müssen die negativen Überwälzungseffekte gering und die Zentralbankpolitiken locker bleiben sowie die Unternehmensgewinne wieder wachsen. Das könnte noch einige Quartale dauern.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Einschätzungen zur Asset-Allocation: Es klart ein wenig auf

Die Zentralbanken öffnen erneut die Geldschleusen und wirken damit den Sorgen über Wachstum und Unternehmensgewinnen entgegen. Die Aussichten für Schwellenländeranlagen verbessern sich daher, erklärt das Strategy Unit von Pictet Asset Management.

Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank treten erneut auf das geldpolitische Gaspedal. Die USA und China halten sich mit ihren Kampfansagen im Handelsstreit zurück. Und unser Konjunkturfrühindikator lässt erste positive Anzeichen erkennen.

Hinter China allerdings stehen nach wie vor Fragezeichen und in Deutschland ist die Lage weiterhin sehr angespannt. Insgesamt scheint es aber, dass sich die globale konjunkturelle Grosswetterlage aufhellt. Wir haben daher beschlossen, unsere Aktienallokation von untergewichtet auf neutral zu erhöhen, einhergehend mit einer Reduzierung unserer Liquiditätsposition.

MONATSÜBERSICHT: ASSET-ALLOCATION

November 2019

Quelle: Pictet Asset Management

Unseren Konjunkturzyklusindikatoren zufolge liegen die globalen Wachstumsaussichten weiter unter dem Potenzial, aber unser Frühindikator deutet auf eine gewisse konjunkturelle Verbesserung in den kommenden Monaten hin. Dies ist zum Grossteil auf zunehmend positive Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie in den USA sowie das erstaunlich robuste Konsumverhalten der Amerikaner zurückzuführen. Wenn die handelspolitischen Gespräche zwischen China und den USA in einen Kompromiss münden – und sei er auch noch so zaghaft –, dürfte sich das Geschäftsklima deutlich verbessern.

Eine Entspannung im Handelsstreit wäre vor allem für China von Vorteil. Auch wenn die Frühindikatoren des Landes auf eine Verbesserung hindeuten, wird die Wirtschaft weiterhin durch den Rückgang privater Investitionen, die schwachen Konsumausgaben und den massiven Abbau der Bestände infolge der Afrikanischen Schweinepest belastet. Deutschland, das vermutlich in einer Rezession steckt, wartet aufgrund seiner Abhängigkeit von Fertigung und Exporten ebenfalls sehnsüchtig auf gute Nachrichten von der Handelsfront.

ABB. 1. RICHTUNGSWEISEND

Globaler Konjunkturfrühindikator, 3M/3M annualisiert

Quelle: Pictet Asset Management. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2017 bis 30.09.2019.

Die globalen Liquiditätsbedingungen sind für die risikoreicheren Anlageklassen neutral. Die US-Notenbank scheint erpicht darauf zu sein, ihre quantitative Straffung mit Eingriffen am Repo-Markt wieder zurückzufahren. Offiziell ist das zwar keine quantitative Lockerung, aber der Effekt ist der gleiche. Gleichzeitig hat die Fed dreimal ihre Leitzinsen gesenkt.

Auf dieser Seite des Atlantiks legt die EZB ihr eigenes Lockerungsprogramm auf – ein Abschiedsgeschenk ihres scheidenden Präsidenten Mario Draghi. Hinzu kommt die starke private Kreditvergabe in der Eurozone. Einige Schwellenländer haben ebenfalls mit Zinssenkungen begonnen.

China hat noch nicht nachgezogen. Das Land kümmert sich weiter vorrangig um die Bekämpfung von Schattenbanken, während die steigende Inflation – infolge der verheerenden Schweinepest – den Handlungsspielraum der Zentralbank einschränkt. Ein Handelsabkommen könnte jedoch etwas mehr Flexibilität bringen.

Unsere Bewertungsindikatoren haben sich im vergangenen Monat nicht wesentlich verändert, trotz der Rally bei Risikoanlagen und des Ausverkaufs am Anleihenmarkt. Aktien sind im Allgemeinen angemessen bewertet, wobei innerhalb der Anlageklasse die USA weiterhin sehr teuer sind und das Vereinigte Königreich sehr günstig. Staatsanleihen sind teuer – und Unternehmensanleihen extrem teuer.

Die markttechnischen Indikatoren haben sich gegenüber dem Vormonat ebenfalls kaum verändert – leicht positiv für Anleihen und Aktien sowie unter Berücksichtigung saisonaler Effekte weitgehend neutral für beide Märkte. Bei Staatsanleihen aus der Schweiz und Japan kehren sich die Trendsignale ins Negative.

Erfahren Sie mehr darüber, warum wir Schwellländeraktien und den Finanzsektor übergewichten und warum wir Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bevorzugen.


Die vollständige Markteinschätzung und Asset Allocation - November 2019 finden Sie hier. Pictet Asset Management hebt Schwellenländer und Finanzen auf übergewichtet an und stuft zyklische Konsumgüter auf untergewichtet herab. Pictet Asset Management favorisiert Schwellenländeranleihen in Lokalwährung aufgrund des sich bessernden Konjunkturausblicks und attraktiver Wechselkurse.

Über das Pictet Strategy Unit

Die PSU (Pictet Strategy Unit) ist eine firmeneigene Investmentgruppe, die unseren Investmentteams und Kunden Empfehlungen für die Allokation von Aktien, Anleihen, liquide Mittel und Rohstoffe ausarbeitet.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Unterschiedliche Signale

Je nach Betrachtung kann ein Glas halb voll oder halb leer sein. Die Rentenmärkte senden unterschiedliche Signale aus. Eigentlich wären schwächere Konjunkturdaten und wieder expansivere Notenbanken ja eine gute Unterstützung. Doch die Märkte gingen zuletzt eher schwächer: die Renditen sind wieder etwas gestiegen, der Bullenmarkt legt eine Pause ein – oder ist das die Bodenbildung nach einem langen Zyklus fallender Renditen?

Wenn auch der abgelaufene Monat schwächer verlief, das Gesamtjahr steht prächtig da. Selbst in Deutschland – alle Laufzeiten weisen hier negative Renditen auf – liegt die Wertentwicklung noch über 4 %. Unternehmensanleihen liegen entsprechend höher, bei ihnen lebt die Fantasie durch das erwartete Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank weiter.

Gewinner der letzten Monate waren sicherlich die Emerging Markets, vor allem in lokaler Währung. Dort können einige Regionen die erlittenen Rückschläge langsam wieder aufholen. Allen voran liegen weiterhin die US-Unternehmensanleihen, synchron zum Boom an den US-Aktienbörsen.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Steigende Renditen trotz expansiver Zentralbanken

Noch bevor das monatliche Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank Ende Oktober/Anfang November gestartet ist, sind die Renditen europäischer Staatsanleihen relativ deutlich angestiegen. Gleichzeitig präsentierte sich die konjunkturelle Verfassung der europäischen Wirtschaft zunehmend schwächer. Beide Aspekte hätten im Normalfall für sinkende oder unverändert niedrige Renditen sprechen sollen. In einem Umfeld negativer Zinsen zeigt sich jedoch, dass es den Normalfall nicht mehr gibt. Vor allem sorgte vermutlich die positive Nachrichtenlage in Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China für Renditeanstiege.

Wir hatten europäische Staatsanleihen (vor allem Deutschland und Frankreich) taktisch untergewichtet und behalten diese Untergewichtung weiterhin bei. Bei US-Staatsanleihen erwarten wir eine Versteilerung der Zinskurve (5 vs. 30 Jahre) und wir gehen von einem engeren Interkontinentalspread (Renditediffe- renz US 10 vs. DE 10 Jahre) aus.

Staats- und Unternehmensanleihen: EZB-Kaufprogramm läuft wieder an

Die US-Notenbank befindet sich noch mitten im Zinssenkungsmodus, sie möchte damit in erster Linie negativen Effekten aus dem Handelsstreit mit China vorbeugen. Zuletzt ist die US-Zinskurve deutlich angestiegen und nun wieder positiv geneigt. Die Hinweise sind vage, aber eine US-Rezession inklusive lauter geldpolitischer Begleitmusik scheint in den kommenden 12 Monaten möglich. Wir übergewichten US-Anleihen und erwarten eine steilere US-Zinskurve.

Euro-Unternehmensanleihen bleiben im Rahmen unserer Taktischen Asset-Allocation ein wesentlicher Baustein. Vor allem mit dem Beginn der monatlichen Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (20 Milliarden Euro ab Anfang November 2019) gehen wir davon aus, dass gute Bonitäten zu den größeren Profiteuren zählen werden. Unser Übergewicht von Unternehmensanleihen hoher Qualität bleibt aufrecht. Im Euro-High-Yield-Segment erwarten wir in den kommenden Monaten ein Ansteigen der Ausfallsrate und ein dadurch bedingtes negativeres Sentiment.

Emerging Markets: Stabilisierung

Die Datenlage hat sich zuletzt zwar nicht verbessert, aber zumindest auf niedrigem Niveau stabilisiert. So zeigen etwa die Einkaufsmanager-Indizes für die Emerging Markets keinen weiteren Verfall an, in einigen Regionen sogar leichte Aufwärtstendenzen.

Am Rentenmarkt kann mit moderat niedrigeren Risikoprämien für Hartwährungsanleihen gerechnet werden. Somit belassen wir diese Anleihen gegenüber globalen und europäischen Staatsanleihen weiterhin übergewichtet. Emerging-Market-Aktien konnten sich in der relativen Entwicklung seit August stabilisieren, dennoch gehören sie im Jahr 2019 zu den relativen Verlierern im Spiel der globalen Aktienmärkte. Verantwortlich dafür ist die schwache Entwicklung des globalen verarbeitenden Gewerbes, das von Natur aus einen größeren Niederschlag bei Aktien aus den Emerging Markets findet. Die Gewinnentwicklung, insbesondere im asiatischen Raum, scheint einen Boden auszubilden. Daher ist es aus unserer Sicht nicht mehr angebracht, die Region unterzugewichten.

Time to seize the European small cap equity opportunity

von Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree.

Macro-economic data in Europe has been weak since the start of 2018. Global macro headwinds linked to the US – China trade wars coupled with domestic structural issues such as tightening of emission regulations are to blame. Sentiment towards European equities is at its weakest point evident from the record outflows of US$8.1Bn from European linked Exchange Traded Funds (ETFs) in the first 10 months of 2019. We believe investors’ loss of confidence is probably overdone. As of late European economic data is starting to stage a turnaround especially when compared to US macro-economic data evident from the chart below.

Figure 1: European economic data starts to improve


Source: WisdomTree, Bloomberg as of 21 October 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Early lead of small caps price performance could signal further upside in macro data

European small cap stocks have historically tracked the annual change in Eurozone industrial production since 2000. The chart below illustrates the annual change of industrial production in the Eurozone with a 3-month lag plotted against the performance of small versus large cap European stocks. Its worth noting that the industrial sector constitutes the highest sector weight across European Small caps (22%) in comparison to large caps (11%)1. The improvement in price performance of small versus large cap European stocks has historically signalled a rebound in Eurozone industrial production.

Figure 2: Small vs large cap stock performance compared to EU Industrial Production (3-month lag)


Source: WisdomTree, Bloomberg as of 30 September 2019.
Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Brexit and German Fiscal boost – the next catalysts for European small caps

There are a few catalysts on the horizon that could trigger further upside in Eurozone industrial production, such as (1) improvement in Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) lead indicators (2) additional fiscal easing from Germany (3) easing of Brexit related uncertainty as the odds of a No-deal reduces. While the withdrawal bill passed Parliament “in principle” on 22 October, the government was defeated on the fast-tracking of the implementation. The EU has agreed to postpone the Brexit deadline until 31 January 2020 to allow Boris Johnson more time to persuade members of Parliament to ratify the deal he struck on October 17. The UK will now hold a general election on December 12 in an attempt to break the deadlock. The United Kingdom (UK) is the largest and oldest small cap market in Europe, representing 33% of the small cap universe in Europe. As we receive more clarity on the path UK might follow in its departure from the EU, we believe it will pave the way for further upside across European small cap stocks permitting a greater willingness to invest. The next largest small cap region by market cap is Germany – accounting for 11% of European small cap market share1. Germany, Europe’s largest economy has been hit hardest by trade, the Chinese slowdown and the ongoing US-China trade wars. The fact that Germany has a continent-wide supply chain that accounts for 29% of Eurozone GDP raises the probability of Germany’s slide into recession negatively impacting other Western European economies. So far, the German government announced a €54Bn climate spending package aimed at reaching the 2030 emissions reduction target on 20 September 2019. This is expected to be financed from existing surpluses in the energy and climate fund implying a minor net fiscal net boost of less than 1.6% of GDP. We believe this is far from sufficient to fight the downturn of the German economy. We expect the recent run of weak economic data releases from Germany to eventually persuade the German finance minister Olaf Scholz to unleash a more meaningful round of fiscal stimulus.

Small cap stocks are not a value trap

European small cap stocks are attractively valued compared to large cap stocks. The Price to Earnings ratio (P/E) of small versus large cap European stocks is trading at a 7% discount compared to its long-term average since 2007. The estimated dividend yields for MSCI Europe Small Cap real time Index at 2.97% is in line with the long-term average since 2007. Leverage for small caps is only slightly higher that of its large cap peers, confirmed by Net Debt to Earnings before interest, tax, depreciation and amortization (EBITDA) at 3.91 vs 3.79x respectively. Owing to the cautious outlook on Europe, there has been an overcrowding in defensive sectors which constitute a larger proportion of large caps compared to small caps.1 Free cash flow yields of European small cap stocks also remain healthy at 3.62x.

Figure 3: Small cap vs large cap European stocks are trading at a 7% discount to their long-term average


Source: WisdomTree, Bloomberg as on 30 September 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Interestingly relative earnings momentum of small versus large cap European stocks has started to improve over the second half of 2019 and this is clearly being reflected in the outperformance of small versus large cap European stocks, which we believe is still at a nascent stage.

Figure 4: Small cap vs large cap European price performance versus earnings momentum 3-month % change


Source: WisdomTree, Bloomberg as on 30 September 2019.

Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

European small cap stocks are known to be more inefficient than large caps which offers a greater possibility of alpha generation. While sentiment remains weak across Europe, favourable valuations, positive earnings momentum coupled with a slowly improving macro backdrop could provide a timely opportunity to invest in European small cap stocks.


1) Historical performance is not an indication of future performance and any investments may go down in value.

Batterie oder Brennstoffzelle – wer macht das Rennen?

von Clemens Klein, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Volkswagen investiert in den kommenden Jahren 40 Milliarden Euro in den Bereich Elektromobilität. Bis 2030 sollen 300 neue, batteriebetriebene Modelle lanciert und ab 2025 jährlich 2,5 Millionen Elektroautos abgesetzt werden. Einen ganz anderen Weg geht Hyundai.

Der koreanische Autokonzern setzt auf Wasserstoff und investiert Milliarden in den Aufbau einer Brennstoffzellenproduktion. Bis 2030 will das Unternehmen jährlich 500.000 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb produzieren und damit weltweit zum Marktführer in dieser Technologie werden. Doch welcher Technologie gehört die Zukunft?

Brennstoffzellen- oder Wasserstoffautos

Genaugenommen sind Brennstoffzellen– oder Wasserstoffautos auch Elektroautos1. Nur wird der Elektromotor nicht mittels einer Batterie betrieben, sondern von einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt.

Der Wasserstoff wird, wie vom Verbrennungsmotor gewohnt, innerhalb weniger Minuten getankt und ermöglicht Reichweiten von bis zu 700 Kilometer. Emissionen gibt es so gut wie keine – aus dem Auspuff kommt Wasserdampf.

Wasserdampf als einzige Emission, große Reichweite, schnelles Tanken – das Rennen scheint entschieden. Doch die Realität sieht anders aus. Während im vergangenen Jahr 2 Millionen Elektroautos neu zugelassen wurden und die weltweite Flotte auf mittlerweile 5 Millionen Fahrzeuge angestiegen ist, fuhren Ende 2018 gerade einmal 10.000 Wasserstoffautos rund um den Globus, 4.000 mehr als im Jahr zuvor.

Wie so oft sind es vor allem die Kosten, die über den Erfolg einer Technologie entscheiden. Und hier haben die in der Anschaffung ohnehin schon nicht ganz günstigen Elektroautos, dank dem rasanten Rückgang der Batteriepreise in den vergangenen Jahren, ganz klar die Nase vorn.

Auch im Betrieb sind die batteriebetrieben den Brennstoffzellenmodellen kostenmäßig überlegen. Und dann wäre da noch die Infrastruktur. In Österreich gibt es aktuell gerade einmal 5 Tankstellen, an denen Wasserstoff getankt werden kann.

Ist die zuletzt wieder aufkeimende Euphorie rund um die Brennstoffzelle, die sich auch in der Kursentwicklung der an der Börse gelisteten Unternehmen widerspiegelte, also einmal mehr nur ein Strohfeuer? Aus unserer Sicht nicht.

Zu überzeugend sind die Vorteile dieser Technologie, wie die Möglichkeit der längerfristigen Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie, die Nutzung bestehender Leitungsnetze, kurze Betankungszeiten sowie große Reichweite.

Batteriebetrieben oder Brennstoffzelle

Dazu kommt, dass der zur Gewinnung von Wasserstoff benötigte „Rohstoff“ Wasser nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Wissenschafter der Standford University haben ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Wasserstoff auch aus Meerwasser zu gewinnen, das bekanntlich 97% der Wasserreserven der Erde darstellt.

Und dass die Kosten neuer Technologien mit steigender Verbreitung dramatisch sinken können, haben Beispiele wie Wind- und Solarenergie, die mittlerweile in vielen Teilen der Welt die billigste Formen der Stromerzeugung darstellen, ebenso wie der Kostenrückgang bei Batterien von mehr als 85% während der vergangenen 10 Jahre eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Batteriebetrieben oder Brennstoffzelle, klar scheint jedenfalls, dass sich das Zeitalter der Verbrennungsmotoren nach einem 100-jährigen Siegeszug dem Ende zuneigt. Über die Notwendigkeit, einen der großen Verursacher für Treibhausgase, den Transportsektor, sauberer zu gestalten, besteht in vielen Ländern Konsens.

Norwegen will ab 2025 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zulassen, Holland, Schweden, Dänemark und weitere Länder, planen den Ausstieg bis 2030 und eine Reihe weiterer Staaten sieht das Ende der Verbrenner spätestens im Jahr 2040 gekommen.

Aber ist dieser Umstieg ökologisch wirklich sinnvoll? Immer wieder tauchen Studien auf, die zu belegen versuchen, alternative Antriebstechnologien wären nur geringfügig oder gar nicht umweltfreundlicher als die derzeit dominierenden Verbrennungsmotoren.

Klar ist: auch batteriebetriebene ebenso wie Brennstoffzellenautos verursachen Treibhausgas-, Stickoxid- sowie Partikelemissionen. Das liegt vor allem am Produktionsprozess für die Fahrzeug- sowie die Akku- bzw. Brennstoffzellenherstellung.

Bei Elektroautos kommen dazu Emissionen die bei der Produktion des benötigten Stroms, bei Wasserstoffautos jene Emissionen, die bei der Herstellung des Wasserstoffes anfallen. Im Betrieb verursachen beide Technologien keine Treibhaus- oder Stickoxidemissionen.

Eine aktuelle Studie des Bundesumweltamtes kommt daher zum Ergebnis, dass abhängig vom Strommix die Emissionen beider Technologien bei Treibhausgasen um bis zu 87%, bei Stickoxid um bis zu 66% unter jenen von Verbrennungsmotoren liegen.2


1) Zur Vereinfachung werden batteriebetriebene Elektroautos im Weiteren als Elektroautos bezeichnet, wasserstoffbetriebene als Brennstoffzellen- oder Wasserstoffautos.
2) Quelle: Ökobilanz alternativer Antriebe, Umweltbundesamt 2018

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

An alternative approach to investing in Japan Inc

Japan is an especially rich hunting ground for equity investors looking to achieve long-term capital growth with a market neutral approach, explains Teruhiko Nishimura, Head of Total Return Japanese Equities at Pictet Asset Management.

For Japan, August 2, 2018 was a momentous occasion.

That was the day when the country’s stock market overtook China’s to become the world’s second biggest, regaining the title it lost four years earlier.

Valued at just over USD6 trillion, Japan’s stock market is undoubtedly one of the most liquid in the world. However, ironically, it is also among the most inefficient: share prices can deviate markedly from fair value.

FIG. 1 MIND THE GAP

Analyst estimates and company guidance for Nintendo's FY2019-2020 operating profit in JPY bln

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.10.2019

Why these discrepancies? It’s partly to do with information scarcity. Compared with its peers, the Japanese stock market is under-researched – about 42 per cent of companies listed in the TOPIX index have no sell-side analyst coverage whatsoever.

This compares with about 1 per cent for the equivalent index in the US, the S&P 1500.1 But even those companies which do have broker coverage experience a wide dispersion in analyst estimates - there is often a significant gap between company guidance and what counts for consensus market forecasts.

Take the case of gaming and entertainment giant Nintendo. Among 21 analysts who cover the firm, there’s a 40 per cent gap between the highest and lowest estimates for the operating profit for fiscal year ending March 2020 (see FIG. 1).

The company's own guidance, in line with the most conservative estimate, stands 15 per cent below the consensus forecast. And Nintendo is not an isolated example – the experience is the same for many other Japanese companies, which can lead to wild swings in share prices during earnings results seasons.

Another distinguishing feature of Japan’s stock market is its investor base. Its deep liquidity and low transaction costs have made it popular with foreign investors, who make up on average at least half of daily trading volume.2

That has a significant bearing on market dynamics. During episodes of stress, such as an emerging market crisis or a China-driven sell-off, this group of investors tends to liquidate their Japanese assets, regardless of corporate fundamentals, and use the money to cover losses elsewhere.

Conversely, during rallies foreign investors tend to chase the market higher, often reacting to specific corporate events or domestic developments (see FIG. 2). As such, their presence tends to expose the market to swings in global investor sentiment, which can lead to higher volatility.

FIG. 2 GAIJIN INFLUENCE

TOPIX moves (%) and net purchase by foreigners on a 12-week moving average basis in JPY bln

Source: Bloomberg , data covering period 15.06.2001 and 11.10.2019

At the same time, the market is host to another distinctive block of investors whose trading activities do not always pay regard to corporate fundamentals.

These include the Bank of Japan and the Government Pension Investment Fund, which together are the biggest shareholders in well over 400 companies on the Tokyo Stock Exchange’s first section, nearly one quarter of all issues. What is more, the BOJ now owns nearly 80 per cent of Japan’s exchange-traded fund market, having bought almost JPY29 trillion of the product since 2013.3

It is because of these idiosyncrasies that the Japanese stock market lends itself especially well to alternative investment approaches.

Market neutral for Japan

We believe investors looking to improve the diversification of their current allocation should consider an equity market neutral approach focused on Japan.

This distinctive investment style combines long and short equity positions and seeks to produce returns almost exclusively from “alpha” – or the security-specific return generated by a skilled investor manager.

At the same time, it aims to limit “beta” exposure, or risks stemming from overall market movements. It seeks to generate superior risk-adjusted returns in all market phases, without relying on the overall direction of the equity market.

Our market neutral portfolio, or PTR-Akari, combines bottom-up stock selection with insight into Japan-specific, technical market factors. The strategy, which invests in liquid and mainly large cap stocks, aims to identify attractive investment opportunities while achieving a low correlation to the broader market.

The portfolio, managed by a team of experienced investment professionals based in Tokyo, is made up of individual “strategies” within the various sub-sectors.

Each strategy contains a combination of long and short positions designed to extract uncorrelated, company-specific sources of returns independent of market moves – we hold single or multiple long or short positions and hedge them against single stocks, or sometimes a customised basket.

Japan’s wide market breadth, as well as its low stock borrowing cost – the cheapest in Asia – mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

While targeting overall beta to be neutral,4 we also take steps to diversify our industry exposure. At the same time, we seek to identify and hedge other common systematic risks – they include moves in foreign exchange and interest rates as well as broader stock market shifts driven by style rotations. This fine-tuning helps ensure our portfolio's returns are not correlated with those of the market.

Japan's wide market breadth and its low stock borrowing cost mean that we can find optimal hedges within each industry sub-sector.

Global value chain analysis

To identify investment opportunities, we typically analyse Japanese companies from the perspective of their global value chains – the full range of activities involved in the production of a good or service.

For example, a smart phone may be designed in one country but assembled in another, using labour and materials from several suppliers from around the world. All of these sub-sectors make up a smart phone value chain.

This approach allows us to analyse companies beyond the traditional industry framework used by mainstream equity benchmarks and gives us a broader perspective, which helps to determine how competitive or profitable a particular Japanese firm is in the context of the global economy.

This also helps us to identify sources of return that cannot be replicated easily by exchange-traded funds.

We form our strategies by analysing relevant stocks within a certain value chain and anticipating domestic or global events which could trigger changes in their earnings outlook or financial positions.

For example, when we look at the electric appliances sector, we consider it through the value chains of technology, machinery and chemical goods. We see demand picking up for electric components after years of stagnation because industries such as automobile are using more electric parts to enable automation and data analysis. Similarly, the rollout of faster 5G networks is creating diverse investment opportunities across value chains.

Dynamic investment process for a diversified portfolio

Our investment process starts with screening around 2,200 Japanese companies for liquidity and market capitalisation.5

Among those which make the cut, we analyse corporate fundamentals from the perspective of global value chains, meeting company management in the process. We put a particular focus on market moves and forecast changes around the earnings season – a period when we tend to find rich trading opportunities given significant gaps in sell-side earnings estimates.

Here, our investigations go far below the surface. For example, we may gather intelligence from a diverse set of companies – including small-cap in which we do not invest – to validate a growth outlook of a certain firm we’re looking to invest into. This also helps us gauge the extent of the gap between various sell-side estimates and our own earnings forecasts.

This screening takes the potential investment candidates down to about 200-300. We then use our extensive industry experience in buy-side, sell-side and running proprietary trading books to choose optimal entry and exit points and maximise opportunities which the market presents.

In doing so, we take into account Japan-specific technical factors, including supply and demand of stocks, different trading patterns of domestic and foreign investors, seasonality and share buybacks.

FIG. 3 NO ATTACHMENT

Monthly correlation of various investment strategies

Source: Bloomberg, Pictet Asset Management. Calculated for the period 30.10.2016 – 30.09.2019 

We fine-tune the portfolio, taking into account factors such as size, liquidity and technical signals. At the same time, we seek to eliminate residual market risks.

Our final portfolio has around 150 positions across up to 80 strategies.

Japan is a market that is often overlooked but offers potentially rewarding opportunities. Our distinctive investment approach focusing on the world's third largest economy has proven to be resilient during times of market stress and should therefore appeal to investors who wish to diversify their existing global equity portfolios with returns that are uncorrelated with those of other asset classes.

FIG. 4 DOWNSIDE PROTECTION

Five worst months of the TOPIX vs Strategy, %*

Strategy’s relative performance since inception during worst five months for TOPIX.
Source: Bloomberg, Pictet Asset Management, data as of 30.09.2019


1) Source: Pictet Asset Management and Bloomberg as of 07.09.2018
2) Tokyo Stock Exchange’s first section trading volume data as of 18.10.2019. Source: Tokyo Stock Exchange
3) Source: Nikkei
4) We aim to limit the range of beta to be between -0.2 and +0.2. vs Topix Index
5) The initial universe includes companies listed on TOPIX, Nikkei, Tokyo Stock Exchange Mothers. Only the 500 or so stocks which either have market capitalisation of over USD1 billion or average daily trading volume of over USD10 million form our investable universe.

* For illustrative purposes only. The representative strategy performance is composed of actual gross returns for the Japanese Equities L/S segment within PTR-Diversified Alpha from 10.10.2016 to 30.09.2018 and actual gross returns for the PTR-Akari JPY fund from 01.10.2018, the first full month since the fund was launched, to present. During the period, the segregated segment followed the same investment approach as the PTR-Akari fund and was managed by the Akari investment team. The PTR-Diversified Alpha fund is a Luxembourg SICAV that invests primarily in market-neutral strategies managed by selected Pictet AM teams. These investment strategies have exposure to various financial assets (equities, bonds and other debt-related securities, financial derivatives) globally. Note: All performance data are shown in JPY, gross of fees and based on daily returns. Please note that a standalone vehicle will be subject to fees and expenses such as management, performance, administration, operational etc. that will result in lower net returns for your investment. Past performance is not a reliable guide to future performance. Performance data does not include the commissions and fees charged at the time of subscribing for or redeeming shares. The value of investments and the income from them may fluctuate and investors may not get back the full amount invested. The strategy is unconstrained by a benchmark. TOPIX is a reference index, provided for comparison purposes only. This reference index does not influence the portfolio construction process and the securities included in this index may differ from the strategy’s investment universe. Source: Pictet Asset Management, as of 30.09.2019.

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About the author

Teruhiko Nishimura joined Pictet Asset Management in 2016 as Head of Total Return Japanese Equities and co-manager of the Total Return Japanese Equities strategy.
Prior to joining Pictet, Teruhiko was Chief Investment Manager at Mizuho, responsible for an in-house hedge fund.
Teruhiko was the head of Asian capital goods team at Credit Suisse and covered Japanese and Korean equities before taking an MBA from INSEAD.
Teruhiko is currently working on a doctoral dissertation on management science at Kyoto University.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Indexausschlüsse – aber wohin verschwindet das Geld?

Viele Kunden sind der Ansicht, dass ein an ESG-Kriterien ausgerichteter Indexfonds unter keinen Umständen in Sektoren wie Öl und Gas investiert sein sollte. Wird dies auf einen globalen Index angewandt, wird die Allokation neu verteilt, hauptsächlich auf die ohnehin schon stark vertretenen Technologie- und Finanzsektoren. Was zuvor ein breiter Marktindex war, ist plötzlich ein sehr begrenztes Anlageuniversum geworden.

Im Podcast in englischer Sprache spricht Legal & General Investment Management über die unbeabsichtigten Folgen von Ausschlüssen ganzer Sektoren und untersucht, wie Anleger ihre ESG-Kriterien optimal umsetzen und ihren Tracking Error minimieren können.

Die Talfahrt der Cannabis Stocks 2019

Bereits seit 7 Monaten setzt sich die abwärts Rally der Cannabis Aktien fort. Allein im Oktober verlor der kanadische Cannabis Index 18 % sowie der US Index 6 %. Das strapaziert die Hanfaffinen Anleger auf das Äußerste. Natürlich bedeutet das ebenfalls: Man konnte seit 2016 die führenden Titel der Branche nicht mehr so günstig einkaufen. Für Investoren, die mit dem Einstieg in die Cannabis Industrie liebäugeln, könnte somit die gegenwärtige Situation äußerst interessant sein, so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Für bereits investierte Anleger ist das Marktniveau eine Geduldsprobe. Generell war klar, dass ein Investment in die junge Industrie Risikokapital darstellt und langfristig ausgelegt sein sollte.

Amerikanische Finanzhäuser betreiben seit Anfang 2019 erste Short-Derivat Produkte auf die Cannabis Industrie. Somit verdienen Investoren Geld am Kursverfall der Industrie. Für gewöhnliche Anleger mit einem Long-Term-Fokus ein eher unangenehmes Finanz-Instrument.

Die E-Liquid Industrie der USA erlitt durch eine grassierende Lungenkrankheit deutliche Vertrauenseinbußen. Auch wenn die Situation mittlerweile unter Kontrolle erscheint und die Medien andere Spektakel in den Vordergrund stellen, es bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Zudem ist der Zwist der Lebensmittel- und Pharmaindustrie rund um das hochwirksame Bio-Präparat Cannabidiol (CBD) noch immer nicht beigelegt. Die Lobby-Riesen streiten auf dem amerikanischen Parkett (FDA) und dem europäischen Kontinent um die Lizenz und Vertriebserlaubnis des in der Cannabispflanze enthaltenen Wirkstoffs.

Eine positive Erwartungshaltung birgt die Legalisierungsthematik in Mexiko. Hier entschied das Bundesgericht, das eine Legalisierung dem mexikanischen Grundgesetz entspräche, somit ist das Parlament im Zugzwang. Die Frist für eine funktionale Gesetzgebung wurde allerdings Ende Oktober verschoben. Eine Legalisierung von Cannabis würde dem Land mit 130 Mio. Einwohnern eine neue Dynamik verschaffen und die massiven Kartell-Strukturen des Schwarzmarktes aufweichen.

Grundsätzlich gibt es mittelfristig nahezu weltweit Bemühungen Cannabis zu legalisieren. Luxembourg wird voraussichtlich 2020/21 das erste europäische Land mit einer funktionalen Cannabis Liberalisierung sein, welches eine hohe Symbolkraft mit sich brächte. 

Medizinisches Cannabis hat mittlerweile einen akzeptablen Stellenwert in der modernen Schulmedizin. Vor wenigen Jahren noch als Droge stigmatisiert finde es nun in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Teilen Asiens sowie Afrikas breite und ausweitende Anwendung.

Durch technologischen Fortschritt und die legalen Rechtsräume entstand eine regelrechte Forschungswelle. Während im vergangenen Jahrhundert kaum klinische Studien durchgeführt wurden, werden gegenwärtig über 350 klinische Studien spezifisch um Cannabinoide ausgeführt und versprechen weitere Patente und Lizenzen.

Auch der nachwachsende Rohstoff aus der Nutzhanf Pflanze findet weitere Verwendung. Die Industrie steckt teils noch in den Kinderschuhen, dennoch kann man behaupten das Nutzhanf „best in class“ der regenerativen Rohstoffe ist. Dieser Umstand findet in der gegenwärtigen Klima-Debatte größtmöglichen Zuspruch. Politik und Gesellschaft fordern exakt derlei Innovationen um Konsum aus der Lebensmittel-, Bau-, Textil- und Verpackungsindustrie mit einem bestmöglichen Umweltschutz zu verbinden.

Auch wenn Hanf Aktien aktuell schwere Zeiten durchleben, langfristig gibt es genügend aussichtsreiche Perspektiven, um positiv voraus zu schauen.

Am Freitag, den 8. November 2019 sind signifikante 2,2 Milliarden Dollar in den Cannabis-Markt geflossen, der globale Hanf Index legte über 5% zu. Ein Indikator, dass die Talsohle möglicherweise durchschritten wurde.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Konjunkturelle Abschwächung setzt sich fort

Mit dieser Aussage übertitelt das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) die jüngste Einschätzung der österreichischen Wirtschaft. Die Abschwächung zeige sich vor allem in der Industrie und am Bau, während die Dynamik in Konsum und Dienstleistungen weiterhin robust verlaufe. Österreich spiegelt somit – als offene kleine Volkswirtschaft wenig überraschend – die internationalen Trends gut wieder. Allerorten ist das erwähnte Auseinanderklaffen von schwachem Industriebereich und robustem Dienstleistungssektor zu beobachten. Die Industrie leidet vor allem unter dem Handelskonflikt, während Dienstleistungen und Konsum von der guten Beschäftigungslage profitieren.

Wie wird sich die Lücke schließen – durch Erholung der Industrie oder durch Absacken der Dienstleistungen? Diese Frage wird wohl in Washington und Peking entschieden werden, denn der Handelskrieg gilt als größter Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft und somit auch als wesentlicher Grund für die Zurückhaltung bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Eine andere Ungereimtheit ist weniger stark präsent, nämlich jene zwischen „weichen“ Umfragedaten und „harten“ Wirtschaftsdaten. Dabei zeigt sich, die Stimmung ist schlechter, als es die harten Daten rechtfertigen. Beispiel: die US-Industrieproduktion, Kategorie harte Daten, wächst zwar nicht mehr, fällt aber auch nicht. Die dazu passende Umfrage, der ISM-Index, liegt jedoch auf dem tiefsten Niveau seit dem Rezessionsjahr 2009.

In den letzten Jahren war es oft so, dass die Realität den negativen Erwartungen der Befragten nicht vollumfänglich gefolgt ist. Der Aktienmarkt dürfte angesichts von Kursen nahe der Jahreshochs auch diesmal eine solche Entwicklung antizipieren. Dass zyklische Aktien zuletzt deutlich besser gelaufen sind, ist auch als Zeichen der Zuversicht zu verstehen. Für eine abschließende Bestätigung fehlt allerdings Klarheit bezüglich des Handelskonfliktes sowie eine Stabilisierung beziehungsweise Erholung relevanter Indikatoren. Daher halten wir bis auf Weiteres eine neutrale Aktienquote.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: Neue Höchststände

Im Gegensatz zu den Rentenmärkten ist bei den Aktien das Glas eindeutig voll. Gegen Ende Oktober versuchten die Aktienmärkte, die sich seit Mai in einer Konsolidierungsphase befanden, wieder einmal nach oben auszubrechen, der globale Aktienindex (MSCI World) erreichte dabei einen neuen Höchststand. Das war nicht ausschließlich dem US-Aktienmarkt zu verdanken, sondern auch der guten Performance in Europa. Hier wurde einiges aufgeholt, der DAX hat sogar den Dow Jones eingeholt! Dabei sind – typisch für solche Phasen – die Volatilitätsindizes wieder unter die langjährigen Durchschnitte gefallen. Das nennt sich gerne „Risk-on-Szenario“.

Jedenfalls waren, nach einem schwächeren August, die letzten beiden Monate wieder sehr gut. Vorne liegt wieder Russland – ein Teil der Wertentwicklung kommt aus der Währung – und damit Osteuropa. Auch Lateinamerika (Brasilien) sowie China und damit Asien sahen einen guten Monat Oktober. Generell sollten die Voraussetzungen für ein gutes Aktienjahr 2019 gegeben sein.

Aktien USA und Europa: Feste Märkte aber stagnierende

Die entwickelten Aktienmärkte präsentierten sich in den letzten Wochen von ihrer freundlichen Seite. Unterstützung kommt dabei unverändert von den internationalen Notenbanken, auch die politischen Risiken sind zumindest kurzfristig etwas in den Hintergrund getreten. Der Blick auf die Fundamentaldaten relativiert dies, sind doch die Gewinnwachstumsraten für das Jahr 2019 mittlerweile nur mehr leicht positiv und die Gewinnrevisionen unverändert negativ.

Der Gewinn je Aktie, kalkuliert für den S&P 500 Index für die jeweils letzten 12 Monate, stagniert seit einigen Quartalen auf hohem Niveau, die Dynamik ging verloren. Allerdings ist hierbei der Sonderfaktor US-Steuerreform enthalten, der das Gewinn-Niveau entsprechend stark angehoben hat. Dieser Basiseffekt ist ebenso zu berücksichtigen, wie der Umstand, dass die Unternehmen etwa über den Lohndruck (Stichwort Arbeitsmarkt) doch einen gewissen Margendruck zu stemmen haben.

Aufgrund des in Summe uneinheitlichen Bildes nehmen wir aktuell keine aktive Positionierung ein.

ESG-Regulierung – Auswirkungen auf deutsche (alternative) Asset Manager

von Dr. Harald Glander und Daniel Lühmann, Rechtsanwälte bei Simmons & Simmons LLP, anlässlich des 169. Hedgeworks.

Environmental, Social and Governance – ESG sind Begriffe, welche nicht erst seit der Konsultation des Entwurfs des Merkblatts der BaFin zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken, Aufmerksamkeit unter den unterschiedlichen Akteuren im Finanzsektor erfahren haben. Sie stehen in Zusammenhang mit den ehrgeizigen Klimaschutz-, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitszielen der EU, welche wesentliche Auswirkungen auf den europäischen Finanzsektor haben. Eine Einschätzung.

Ende September 2019 hat die BaFin den Entwurf eines Merkblatts zum Umgang mit dem Thema „Nachhaltigkeitsrisiken“ zur Konsultation gestellt. Darin weist sie darauf hin, dass verbindliche gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Vorgaben im Hinblick auf Nachhaltigkeitsrisiken durch das Merkblatt weder abgeschwächt noch erweitert werden sollen. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die noch ausstehenden europäi­schen Konkretisierungen zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken bei den im Anwendungsbereich des Merkblatts befindlichen Unternehmen. Dennoch möchte die BaFin den von ihr beaufsichtigten Unternehmen eine Orientierung im Umgang mit diesem Thema geben. Dazu definiert die BaFin in ihrem Entwurf den Begriff „Nachhaltigkeitsrisiken“.

Unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips sieht die BaFin das von ihr veröffentlichte Merkblatt als ein Kompendium von Good-Practices, das in den unterschiedlichen Unternehmen Anwendung finden soll. Somit stellt dieses beispielsweise für AIF-KVGen eine Ergänzung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement, wie sie in der KAMaRisk niedergelegt sind, dar.

Aktionsplan und Legislativvorschläge der EU-Kommission: Die Initiative der BaFin ist im Zusammenhang mit den europäischen Bemühungen zur Finanzierung eines nachhaltigen Wachstums zu betrachten. Der Aktionsplan der Kommission soll das Erreichen der Klimaziele der Europäischen Union bis zum Jahr 2030 sicherstellen. Durch die Annahme der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie des Übereinkommens von Paris über den Klimawandel im Jahr 2015 hat sich die EU verpflichtet, eine nachhaltige Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern. Insoweit hat sich die EU unter anderem dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen ihrer Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2030 um 40 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Um die vereinbarten Klimaziele erreichen zu können, werden nach Einschätzung der EU-Kommission jährlich bis zu 180 Milliarden Euro zusätzlicher Investitionen benötigt. Auf Grundlage des von der Kommission im März 2018 vorgestellten Aktionsplans zur Finanzierung eines nachhaltigen Wachstums, soll dieser Investitionsrückstand durch die Hilfe des europäischen Finanzsektors aufgeholt werden. Der Fondsindustrie als Schnittstelle zwischen Investoren und (alternativen) Investments kommt dabei eine tragende Rolle zu.

Der Aktionsplan der Kommission berücksichtigt die Empfehlungen einer von ihr im Jahr 2016 eingesetzten hochrangigen Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen. Unter dem Eindruck der Empfehlungen der Sachverständigengruppe verfolgt die Kommission mit dem Aktionsplan drei Ziele. Kapitalflüsse sollen zunächst auf nachhaltige Investitionen umgelenkt werden, um ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu erzielen. Ferner sollen durch die Umsetzung des Aktionsplans die finanziellen Risiken, welche sich aus Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltzerstörung und sozialen Problemen ergeben, bewältigt werden. Schließlich soll auf lange Sicht die Transparenz in der Finanz- und Wirtschaftstätigkeit gefördert werden.

Die Umsetzung der zuvor genannten Ziele soll durch zehn Maßnahmen sichergestellt werden. Kernpunkte dieser Maßnahmen sind die Einführung eines europäischen Klassifikationssystems für nachhaltige Tätigkeiten (sog. Taxonomie). In diesem Zusammenhang hat die Kommission im Mai 2018 drei Legislativvorschläge zur Umsetzung des Aktionsplans veröffentlicht. Zentrales Element der Vorschläge ist die Taxonomie-Verordnung, auf deren Grundlage der Grad der ökologischen Nachhaltigkeit einer Investition messbar gemacht werden soll. Zu den Legislativvorschlägen der Kommission zählt auch die Offenlegungs-Verordnung. Diese sieht umfassende Offenlegungspflichten bezüglich der Nachhaltigkeitsrisiken für beispielsweise Finanzportfolioverwalter, AIF- und OGAW-Verwaltungsgesellschaften vor.

Änderungen europäischer Richtlinien und Level-2-Maßnahmen: Neben den Legislativvorschlägen der Kommission soll die Umsetzung des Aktionsplans durch Änderungen europäischer Richtlinien und dazugehöriger Level-2-Maßnahmen unterstützt werden. Hierzu hat die Kommission unter anderem die ESMA im Juni 2018 aufgefordert, Vorschläge für eine Implementierung von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren durch die Änderung der OGAW-Richtlinie, der AIFM-Richtlinie sowie der zweiten Finanzmarkt-Richtlinie samt Level-2-Maßnahmen bis Ende April 2019 vorzubereiten. Mit den durch die ESMA erarbeiteten und bereits konsultierten Änderungsvorschlägen soll erreicht werden, dass einerseits zugelassene OGAW- und AIF-KVGen Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren aufgrund eines prinzipienbasierten Ansatzes in ihre interne Prozesse integrieren. Insoweit umfasst die Empfehlung der ESMA Vorgaben bezüglich der organisatorischen Anforderungen, der Verhaltenspflichten sowie an das Risikomanagement der KVGen. Andererseits sollen ESG-Präferenzen in die Prozesse und Verfahren der Unternehmen im Anwendungsbereich der zweiten Finanzmarkt-Richtlinie implementiert werden. Wertpapierdienstleistungsunternehmen sollen demnach künftig die ESG-Präferenzen ihrer Kunden abfragen und diese Präferenzen in Bezug auf Produkte und Dienstleistungserbringung berücksichtigen.

Auswirkungen auf die Fondsindustrie: Das durch die BaFin zur Konsultation gestellte Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken kommt für die betroffenen Unternehmen zu keinem idealen Zeitpunkt. Mit dem Merkblatt unterstreicht die BaFin ihre Absicht, Nachhaltigkeit im Finanzsektor zu einem aufsichtsrechtlichen Schwerpunktthema zu machen. Nach Abschluss der Konsultation wird erwartet, dass dieses als Grundlage für die aufsichtliche Praxis der BaFin dienen wird. Dieser Umstand steht im Spannungsverhältnis zu der Umsetzung der europäischen Regulierungsbestrebungen. Zwar nimmt die Umsetzung des Aktionsplans der Kommission durch die Entwicklungen weiter Konturen an. Es wird aber wohl nicht zum zeitlichen Gleichlauf mit der BaFin-Initiative kommen. Insoweit ist durch die ausstehenden europäischen Konkretisierungen zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die unternehmens­eigenen Prozesse ein mehrstufiger Implementierungsprozess zu erwarten. Dies macht es nicht nur den betroffenen Unternehmen, sondern auch den (regulierten) Investoren schwer, einen gemeinsamen Nenner im Investitionsprozess zu finden. Durch den Druck der Kapitalgeber gibt es bereits jetzt auf der Seite der Investoren viele individuelle Kriterien, die im Rahmen eines nachhaltigen Investments Beachtung finden sollen.

Auch auf der politischen Ebene scheinen die europäischen und nationalen Bestrebungen in Bezug auf eine nachhaltige Finanzwirtschaft auseinanderzulaufen. So wird die Bundesregierung durch den Sustainable-Finance-Beirat bei der Umsetzung einer nachhaltigen Wirtschaftsfinanzierung unterstützt. Trotz der pluralistischen Zusammensetzung des Beirats, sind die betroffenen Unternehmen nicht durch ihre Interessenvertretungsverbände (bspw. BAI oder BVI) als Mitglieder des Beirats vertreten. Dies hat unter den betroffenen Verbänden zu Kritik geführt. Sind sie jedoch auf der europäischen Ebene am Gesetzgebungsprozess beratend beteiligt.

Trotz der Kritik am Status quo wird die Zukunft zeigen, ob die europäischen und nationalen Initiativen zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft führen und positive Auswirkungen auf die Klimaschutz-, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsziele der EU haben werden.


Dr. Harald Glander

ist Rechtsanwalt und Partner bei Simmons & Simmons und im Bereich Financial Services und Investmentfonds am Frankfurter Standort von Simmons & Simmons tätig. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin und der University of Cape Town (LL.M.) hat er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zum Dr. jur. promoviert.

Daniel Lühmann

ist Rechtsanwalt und Supervising Associate im Bereich Financial Services und Investmentfonds der inter­nationalen Wirtschaftskanzlei Simmons & Simmons und am Frankfurter Standort tätig.

Simmons & Simmons LLP

ist eine führende Rechtsanwaltskanzlei mit über 1.500 Mitarbeitern in Asien, dem Nahen Osten und Europa. In Deutschland unterhält die Kanzlei Büros in Düsseldorf, Frankfurt am Main und München. Ein Schwerpunkt der internationalen Beratungstätigkeit von Simmons & Simmons stellt der Sektor Asset Management und Investmentfonds dar. 

KONTAKT

Simmons & Simmons LLP

Dr. Harald S. Glander, LL.M.
Tel.: +49 (0)69 90 74 54-44
Mail: harald.glander@simmons-simmons.com

Daniel Lühmann, LL.M.
Mail: daniel.luehmann@simmons-simmons.com
Tel.: +49 (0)69 90 74 54-25

Internet: www.simmons-simmons.com 

Sprechen Sie Krypto – welche Krypto-Währungen gibt es?

von Harald Egger, Chief Analyst der Erste Asset Management.

Das Thema Libra ist wieder aktuell. Derzeit überwiegen aber die kritischen Stimmen, womit eine Realisierung aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich erscheint.

Für uns ein Anlass das Thema Krypto-Währungen ganz allgemein zu beleuchten. Laut der Internetseite Coinmarketcap gibt es per 15.10.2019 2980 Krypto-Währungen mit einer Marktkapitalisierung von $226,9 Mrd. Wie ist diese Zahl aber einzuordnen? Die meisten haben von Bitcoin gehört (die mit Abstand bedeutendste Krypto-Währung), heißt das, dass 2979 Krypto-Währungen mit Bitcoin als Zahlungsmittel konkurrieren? Die einfache Antwort lautet NEIN.

Jede Krypto-Währung verfolgt ein unterschiedliches Ziel. Wir wollen in diesem Blog nicht auf die unterschiedlichen Absichten eingehen, präsentieren aber im Folgenden eine einfache Unterteilung, nach der man diese Krypto-Währungen einordnen kann. Damit wird schnell klar, dass es sich bei den meisten sogenannten Krypto-Währungen gar nicht um eine Währung handelt.

Eine Währung zeichnet sich durch drei Eigenschaften aus:

  • Tauschmittel
  • Recheneinheit
  • Wertspeicher

Selbst Bitcoin erfüllt diese drei Eigenschaften nur zum Teil. Als Tauschmittel kann Bitcoin mitunter eingesetzt werden, aber bei weitem nicht flächendeckend. Die meisten Käufer halten Bitcoin als Wertspeicher (viele sprechen von Gold 2.0), das gilt umso mehr, wenn ein Staat eine schwache Währung hat (Bsp. Venezuela, Argentinien, Türkei, u.a.). Die mitunter wichtigste Eigenschaft, die Recheneinheit, ist nicht gegeben. D.h. mit ganz wenigen Ausnahmen werden keine Produkte in Bitcoin-Einheiten angeboten.

Dazu kommt, dass ein Staat bestimmt was eine offizielle Währung ist. Eine Währung ist dann staatlich anerkannt, wenn ein Kreditgeber diese als Rückzahlung akzeptieren muss (im englischen Legal Tender). Außerdem bestimmt der Staat womit man Steuern zahlen kann (der Kanton Zug in der Schweiz akzeptiert Steuerzahlungen in Bitcoin, in Japan ist Bitcoin Legal Tender).

Ein besserer Ausdruck statt Krypto-Währungen wäre demnach digitale Token, klingt aber nicht so spannend. Alle diese Token haben gemein, dass sie „nur“ digital existieren und von einer Software produziert werden, die kryptographische Verschlüsselungsmethoden anwendet.

Jeder, der sich ein wenig für diese Token interessiert sollte wissen, dass man diese grob gesprochen in 3 Gruppen einteilen kann, die ich im Folgenden kurz beschreiben möchte:

Payment Token

Dazu zählen beispielsweise Bitcoin, Bitcoin Cash, Dash, Monero u.a. Die Entwickler dieser Token verfolgen das Ziel ein Token anzubieten, der als Tauschmittel eingesetzt werden kann. D.h. die Token wurden als Zahlungsmittel entwickelt um Produkte zu erwerben.

Zu den Payment Token zählen auch sogenannte Stable Coins, also Token, die an eine Währung wie z.B. US Dollar gekoppelt sind (z.B. Tether). Im weitesten Sinne fällt auch die angedachte digitale Währung Libra in diese Kategorie. Im Gegensatz zu den oben genannten Payment Tokens hat Libra aber ein Unternehmen (Facebook mit Partner) als Emittenten.

Facebook sieht sich derzeit massivem Widerstand seitens vieler Regulierungsbehörden ausgesetzt, womit die Realisierung des Projekts sehr fraglich ist. Viele Staaten glauben, dass Libra systemrelevant sein könnte und wollen ihr Währungsmonopol keineswegs in Frage stellen.

Einige Partner wie Visa oder Mastercard haben  sich bereits von diesem Projekt distanziert.

Utility Token

Mehr als 90% der „Krypto-Währungen“ fallen in diese Kategorie.

Diese Token wurden dazu entwickelt um bestimmte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Token können aber nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden Viele haben solche Token in ähnlicher Form schon kennengelernt ohne diese als Währung zu bezeichnen.

Vielleicht haben Sie schon einmal einen Flug mit Miles und More Punkten bezahlt. Oder Sie waren Autodrom fahren. Um das Gerät in Bewegung zu setzen müssen Sie 3€ in einen Plastik-Chip wechseln. Kein Supermarkt würde aber diesen Plastik-Chip als Bezahlmittel anerkennen.

So verhält es sich auch mit den Utility Tokens. Viele haben im ICO-Boom diese Token fälschlicherweise als Investment eingestuft – ein fataler Fehler. Utility Token sind nicht reguliert, wozu auch? Die FMA reguliert auch keine Autodrom-Chips.

Security Tokens

Security Token sind eine junge, aber vielversprechende Token-Kategorie. Im Gegensatz zu Utility Token sind diese reguliert. D.h. jemand der einen  Security Token auf den Markt bringt unterliegt der Prospektpflicht und benötigt eine Genehmigung einer Regulierung.

Security Token sind Aktien oder Anleihen ähnlich. D.h. der Besitzer eines Security Tokens hat bestimmte Rechte, wie z.B. Eigentumsanspruch, Stimmrecht, Dividendenanspruch. Wie funktionieren Security Token? Jeder kann Token generieren, allerdings benötigt man eine Rechtsanwaltskanzlei, die eine Verbindung zwischen dem Token und einem realen Asset herstellt.

Dazu kommt die Genehmigung einer Regulierung. Doch was wird tokenisiert? Derzeit sind es hautsächlich Immobilien, Kunstwerke, Juwelen, etc. es ist zum Beispiel möglich eine Immobile mit einem Gegenwert von 2Mio. zu tokenisieren. D.h. jemand kauft diese Immobilie, gründet dazu eine Zweckgesellschaft und begibt 200 Token im Gegenwert von €10,000.

Der Besitzer eines Token besitzt nun 0,5% dieser Immobile und erhält den entsprechenden Gegenwert der Miteinnahmen.

Noch sind diese Token schwer handelbar, weil es an funktionieren Märkten fehlt. Allerdings bereiten sich traditionelle Börsen darauf vor den Handel mit diesen Security Tokens aufzunehmen. Security Tokens haben das Potenzial das Finanzwesen deutlich zu verändern.

So wird es in absehbarer Zukunft auch möglich sein ohne Bankverbindung Aktien oder Fondsanteile in Form von Security Tokens zu erwerben. Wer heute schon Aktien, Indices oder Rohstoffe in Form von Security Tokens erwerben möchte, kann dies z.B. auf der Internetseite currency.com realisieren.

FAZIT

Krypto-Währungen werden sehr unterschiedlich eingesetzt. Auch im Wertpapierbereich hält die  Technologie langsam Einzug. Wir beobachten die Entwicklung genau. Auf der Veranlagungsseite sind Kryptowährungen für uns als Erste Asset Management kein Thema. Dafür fehlen wichtige Voraussetzungen. Auf der Technologieseite ist jedoch einiges zu erwarten.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Institutionelle Investoren setzen weiter auf Immobilien

von Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer der Deka Immobilien.

Die Expo Real 2019 hat verdeutlicht, dass die Nachfrage von institutionellen Investoren nach Immobilienanlagen weiterhin hoch ist. Dabei steht unter anderem Deutschland weiter im Fokus von Anlegern. Dies verwundert im aktuellen extremen Niedrigzinsumfeld nicht, das nach Meinung unserer Volkswirte in der Eurozone noch einige Zeit bestehen bleiben sollte. Für den Erwerb von qualitativ hochwertigen und renditestarken Objekten braucht es deshalb heute einen sehr guten Zugang zum Immobilienmarkt und eine tief­greifende Expertise. Im anhaltenden Niedrigzins­umfeld treffen Investments in Immobilien nach wie vor den Nerv der Anleger. Im Jahr 2018 lag das Trans­aktions­volumen gewerblich genutzter Immobilien in Deutschland bei gut 60 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Zunahme von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Verdreifachung gegenüber 2010. Addiert man außerdem gewerbliche Wohn­immobilien wie Wohnportfolios und Pflegeimmobilien hinzu, ergibt sich ein Gesamtvolumen von 79 Milliarden Euro. Mit dieser Entwicklung sind auch die Immobilienpreise in Deutschland in den vergangenen Jahren kräftig nach oben geklettert. Dazu kommt, dass die Leerstandsquote vor allem in den deutschen Metropolen und zunehmend auch in B-Lagen sukzessive zurück­geht, während das Neubauvolumen im Gewerbebereich auf absehbare Zeit moderat bleiben dürfte. In attraktiven B-Städten wie Hannover, Bremen, Bonn oder Essen sind die Leerstände traditionell noch niedriger als in den A-Städten. Das Neubau­volumen ist geringer und wird häufig durch Eigennutzer dominiert. Daher haben sich auch hier aufgrund des Angebotsmangels die Bürospitzenmieten erhöht. Teilweise verzeichnen dort Cityrandlagen mit hohem Neubauanteil höhere Mieten als die kleinteilig strukturierten Innenstädte. 

Investoren schätzen Deutschlands Stabilität

Gleichzeitig erfreut sich Deutschland bei internationalen Investoren großer Beliebtheit. Auch wenn die Konjunktur unter den internationalen Handels­streitigkeiten leidet und das Wirtschaftswachstum 2019/20 laut dem Makro Research der DekaBank mit 0,4 Prozent beziehungsweise 0,7 Prozent schwächer ausfällt, sind die Rahmenbedingungen für die Binnenwirtschaft weiterhin stabil. Die Arbeitslosigkeit lag im September dieses Jahres nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 4,9 Prozent. Die Löhne steigen 2019 weiter kräftig an, was sich dank der maßvollen Inflation auch in Realeinkommenszuwächsen niederschlägt. Die öffentliche und private Verschuldung ist im internationalen Vergleich niedrig. Diese guten Rahmenbedingungen hat sich in den vergangenen Jahren bereits der Domus-Deutschland-Fonds zunutze gemacht. Da dieser vollständig investiert ist, hat die Deka mit dem Domus-Deutschland-Fonds Nr. 2 ein Nachfolgeprodukt auf­gelegt, das auf dem Erfolgsrezept des Vorgänger­produkts aufbaut.

Der Fokus der Investmentstrategie liegt wie beim Vorgängerfonds zum einen bei Core-Immobilien, also qualitativ hochwertigen Gebäuden in A-Lagen mit langlaufenden Mietverträgen und bonitätsstarken Mietern. Und zum anderen bei Core+-Immobilien, sowie ein kleiner Teil Value-Add-Immobilien mit möglichen Wertsteigerungspotenzial durch aktives Mieter- und Asset-Management. Dazu zählen Gebäude, die auf Grund von Leerstand oder geringerer Qualität Entwicklungs­­­potenziale bieten. Ferner profitieren Investoren auch bei dem neuen Domus-Fonds von einer konsequenten Liquiditätssteuerung, einem umfassenden und transparenten Reporting und der tief gehenden und langjährigen Expertise des Deka-Immobilienteams. 

Seit der Auflage des Fonds Domus-Deutschland-Fonds Nr. 2 im Jahr 2018 sind bereits neun Immobilien mit einem Immobilienvermögen in Höhe von rund 310 Millionen Euro in das Sondervermögen übergangen. Das erste Bürogebäude des Fonds war das DOCK1MAINZ. Der fünfgeschossige Büroneubau, der im Jahr 2017 direkt am Wasser im Neubaugebiet Zollhafen Mainz fertiggestellt wurde, weist eine Mietfläche von 5.900 Quadratmeter auf. Das moderne Multi-Tenant-Bürogebäude, zu dem auch 52 Tiefgaragenstellplätze gehören, überzeugt durch eine exzellente Nachhaltigkeit sowie durch eine hohe Flexibilität bei der Flächennutzung. So lassen sich die einzelnen Büroeinheiten individuell als klassische Einzelbüros, effiziente Kombibüros oder Open-Space-Areas darstellen, wobei jedes der vier Regelgeschosse mit einer, zwei oder auch vier Büroeinheiten belegt werden kann.

Im ersten Quartal 2019 wurden neben dem Ankauf der Büroimmobilie Hamburg Süderstrase, zwei Einzelhandelsimmobilien in Göttingen und Detmold sowie ein Ibis Styles Hotel in Stuttgart erworben. Im dritten Quartal 2018 war bereits die Büroimmobilie „Office One“ in das Liegenschaftsvermögen des Fonds ein­geflossen. Der Neubau in Stuttgart mit einer vermietbaren Fläche von mehr als 14.200 qm und 318 PKW-Parkplätzen im angrenzenden Parkhaus wurde im Mai 2018 fertiggestellt. Die Flächen sind vollständig und langfristig an die Trelleborg Sealing Solutions Germany GmbH, einen Nutzer mit hoher Bonität, vermietet. Die Immobilie ist wie das ebenfalls erworbene Ibis Styles Hotel im Synergie-Park Vaihingen angesiedelt. Das langjährig etablierte und größte Gewerbegebiet der Hauptstadt Baden-Württembergs verfügt über eine sehr gute Verkehrsanbindung und wird durch weitere Projektentwicklungen in Zukunft eine zusätzliche Aufwertung erfahren.

Dadurch konnte das Immobilienportfolio insbesondere im Bereich der Nutzungsarten Hotel und Einzelhandel weiter diversifiziert werden. Aktuell befinden sich weitere Objekte in der Ankaufsprüfung, die bei einem positiven Verlauf der Due Diligence das Immobilienportfolio künftig stärken werden. Die aktuelle sektorale Allokation setzt sich wie folgt zusammen: 52 Prozent Büro, 25 Prozent Einzelhandel, rund 9 Prozent Hotel und 4 Prozent Logistik. Die Immobilien zeichnen sich durch eine junge wirtschaftliche Alters­struktur und langfristige Mietvertrage mit einer durchschnittlichen Rest­laufzeit von 9,5 Jahren aus. Der Fonds steht für weitere Investitionen offen. Das nächste Closing ist am 30. November 2019 geplant.


Über Torsten Knapmeyer

Torsten Knapmeyer ist seit Oktober 2009 Geschäftsführer der Deka Immobilien Investment und WestInvest GmbH. Er verantwortet das gesamte Fondsmanagement der Deka Immobilien sowie die Produktentwicklungen und die Vertriebsunterstützung.


Über Deka Institutionell

Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Ihr Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette professioneller Asset Management- und Kapitalmarktdienstleistungen ab. Ein betreutes institutionelles Vermögen von rund 150 Mrd. Euro spiegelt das wachsende Vertrauen professioneller Anleger in die Produkte und Leistungen der Deka wider. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird das Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG, als Kern des Asset Servicing, und Verwahrstelle. Weitere Informationen finden Sie unter www.deka-institutionell.de.

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Ärger mit den Anleihen

Patricia Schuetz, Senior-Kundenportfoliomanagerin im Fixed Income Team, und Thomas Hansen, Senior Investment Manager im Global Bonds Team, beide Pictet Asset Management, erklären, warum Anleiheanleger über eine Allokation in Absolute-Return-Strategien nachdenken sollten.

Renditekorrelation: Ausgewählte festverzinsliche Anlageklassen und ARFI-Strategie von Pictet AM

Man kann es gut verstehen, dass Anleiheanleger sich gerade ein wenig desorientiert fühlen. In den zehn Jahren nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts mussten sie sich von alten Überzeugungen verabschieden, die sie für unumstösslich hielten. Anleihen mit negativer Rendite zum Beispiel sind mittlerweile Realität.

Aufgrund konsequenter quantitativer Lockerung lag das Volumen der negativ rentierlichen Anleihen seit 2016 zu keinem Zeitpunkt unter 6 Bio. US-$. (Die Zahl ist vor kurzem sprunghaft auf 17 Bio. US-$ angestiegen).

Auch die Zeiten, in denen die Staatsanleihenmärkte als Oase der Ruhe galten, sind vorbei. An einem einzigen ereignisreichen Tag im Mai 2018 stieg die Rendite der 2-jährigen italienischen Staatsanleihe um sage und schreibe mehr als 150 Basispunkte, der schlimmste Ausverkauf seit über 25 Jahren. In den USA gab es im Oktober 2015 den „Flash Crash“, bei dem die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen binnen 12 Minuten um 160 Basispunkte schwankten. Die US-Notenbank warnt davor, dass es solche Episoden in Zukunft häufiger geben wird, da passives Investieren und algorithmischer Handel immer mehr an Bedeutung gewinnen.1

Für Anleiheanleger ist die Sache noch komplizierter. Auch die Definition dessen, was Diversifizierung eines Anleiheportfolios bedeutet, muss neu angelegt werden – weil die verschiedenen festverzinslichen Anlageklassen, aus denen sich der globale Anleihemarkt zusammensetzt2 , in den letzten Jahren näher zusammengerückt sind. Die Korrelation der Renditen von US-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen war in den vergangenen drei Jahren höher als in den letzten zehn (Abb. 1).

Anleger können diese neue Realität natürlich einfach hinnehmen und sich damit abfinden, dass sie ein volatileres Portfolio besitzen.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Absolute-Return-Anleihestrategien (ARFI) nutzen. Diese Strategien sind von Anleihe-Benchmarks losgelöst und können beliebige moderne Risikomanagementmethoden anwenden – und damit Renditen erzielen, die vom Anleihemarkt unabhängig sind.

Aus diesen Gründen können sie als Puffer – und Ergänzung – für ein traditionelles Anleiheportfolio dienen.

IM GLEICHSCHRITT

Renditekorrelation im Vergleich zu US-Staatsanleihen: Investment-Grade, High-Yield und USD-Schwellenländeranleihen

Quelle: Bloomberg; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 30.06.2009–31.07.2019 und sind dem Bloomberg Barclays US Credit Index, Bloomberg Barclays US High Yield Index und Bloomberg Barclays US Dollar Aggregate Emerging Market Bond Index entnommen.

In der Regel streben ARFI-Fonds ein bestimmtes Renditeniveau über einen bestimmten Zeitraum an, ausgedrückt in einem Zuwachs in Prozentpunkten gegenüber einem Kreditzinssatz oder der Inflation.

Die Investmentmanager unserer ARFI-Strategien wenden zur Erreichung dieses Ziels einen vielschichtigen Ansatz für die Portfoliozusammenstellung an.

Zunächst einmal muss das Anlageuniversum breit abgestützt sein. Investments sollten aus einem möglichst weiten Spektrum an einfach handelbaren Anleihen, Währungen und Derivaten bestehen. Investments should be chosen from the widest possible range of easily-tradeable bonds, currencies and derivatives.

Zudem muss das Augenmerk stärker auf die strukturellen Trends, die die Anleiherenditen beeinflussen, und weniger auf zyklische und volatilere Faktoren wie Konjunkturwachstum und Inflation gerichtet werden.

Zu guter Letzt muss es bei jeder Investmentidee eine entsprechende Absicherung geben, um das bestmögliche Verhältnis von Risiko und voraussichtlicher Rendite zu gewährleisten.

Von den Benchmarks losgelöst

Anleiheanleger kombinieren beim Aufbau diversifizierter Portfolios häufig passive und aktive Long-only-Strategien.

Diese beiden Ansätze sind aber gar nicht so konträr, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei beiden müssen die Anleger mit den Schwächen der nach Marktkapitalisierung gewichteten Benchmarks zurechtkommen.

In vielen Fällen gibt es kaum Unterschiede zwischen aktiv verwalteten Long-only-Portfolios und ihren passiven Pendants. Beide sind in mehr oder weniger gleichem Umfang den Verschiebungen am breiteren Markt ausgesetzt. Plötzliche Veränderungen der Zinserwartungen oder der Benchmark-Zusammensetzung belasten Indextracker und aktive Long-only-Portfolios gleichermassen.

Nehmen wir die Staatsschuldenkrise in Griechenland. Indexorientierte Anleger waren damals doppelt gestraft. Zum einen erlitten Anleiheanleger Verluste, bis griechische Wertpapiere aus den grossen Indizes der Eurozone flogen. Dann fuhren indexorientierte Anleger erneut Verluste ein, als sie die anschliessende Rally verpassten. Ein weiteres Beispiel für die Schwächen der Indexnachbildung ist Venezuela. Die zunehmende Präsenz des Landes in vielen Benchmarks im Vorfeld seiner Wirtschaftskrise traf Schwellenländeranleger schwer. Solche Probleme treten an den Märkten für Unternehmensanleihen noch häufiger auf.

Passive und Long-only-Anleihenfonds sind auch anfällig für das sogenannte asymmetrische Durationsrisiko. Die Duration ist eine Kennzahl, die Auskunft über den voraussichtlichen Kapitalverlust oder -gewinn eines Anleihenfonds bei einem Anstieg oder Rückgang der Zinssätze um 1% gibt. Je höher die Duration eines Portfolios ist, desto empfindlicher reagiert es auf Veränderungen der Zinssätze. In den Jahren seit 2008, die durch starke Zinssenkungen und quantitative Lockerung gekennzeichnet waren, hat sich eine „lange“ Duration ausgezahlt.

Da aber die Leitzinsen vermutlich nicht mehr so stark gesenkt werden wie in den letzten Jahren, hat die Duration einen geringeren positiven Effekt auf die Gesamtrendite eines Anleiheportfolios. Mit anderen Worten: Es gibt eine Asymmetrie in der künftigen Richtung der Zinssatzentwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze stark sinken, ist niedriger als die Wahrscheinlichkeit, dass sie stabil bleiben oder steigen.

Jetzt wird auch klar, warum es sinnvoll ist, indexorientierte Anleiheportfolios mit solchen zu kombinieren, deren Renditen nicht dem Einfluss von Anleihe-Benchmarks unterliegen.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von ARFI-Strategien ist, dass sie auf mehrere Renditequellen setzen. Sie erwirtschaften Renditen aus Veränderungen der Zinssätze (Duration), der Kreditwürdigkeit von Emittenten (Bonitätsaufschlag) und Währungen. Investments werden aus einem möglichst breiten Spektrum an handelbaren Wertpapieren ausgewählt. Schwellenländeranleihen und -währungen, Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Anleihen und andere Schuldtitel wie Credit Default Swaps gehören alle zum Investmentmix.

Werden die Risiko- und Renditequellen auf diese Weise diversifiziert, lassen sich mit ARFI-Strategien in allen Phasen des Konjunktur- und Finanzzyklus Gewinne erzielen, d. h. mit ihrer Aufnahme in eine festverzinsliche Allokation lassen sich die volatilitätsbereinigten Renditen verbessern.

ABSOLUTE-RETURN: VOM MARKT LOSGELÖST


Quelle: eVestment Analytics, Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.05.2016–31.06.2019; Renditen der Pictet AM Absolute Return Fixed Income-Strategie in US-Dollar (ohne Absicherung), vor Gebühren. Die Renditen verringern sich um Managementgebühren und andere Aufwendungen.
*Daten zu den Renditen globaler Anleihen sind dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Index in US-Dollar (ohne Absicherung) entnommen.

Erfahren Sie, auf welchen langfristigen Trends unser Portfolio aufgebaut ist.


1) Siehe „Inexplicable spikes still imperil Treasury market: Fed's Brainard“, Reuters, 3. Dezember 2018 https://uk.reuters.com/article/us-usa-fed-brainard/inexplicable-spikes-still-imperil-treasury-market-feds-brainard-idUKKBN1O21VP
2) Wie durch die globalen Anleiheindizes von Bloomberg Barclays repräsentiert

Über Patricia Schuetz

Patricia Schuetz kam 2014 als Senior-Kundenportfoliomanagerin zum Fixed Income Team von Pictet Asset Management.
Davor war sie vier Jahre Senior-Kundenportfoliomanagerin bei Invesco Asset Management, wo sie sich auf Global-Makro- und Kreditstrategien konzentrierte, einschliesslich Schwellenmärkten und Absolute-Return-Strategien. Davor arbeitete sie fünf Jahre als Account Managerin für PIMCO in London. Sie bringt über 25 Jahre Branchenerfahrung mit.
Patricia Schuetz hat einen MBA der Columbia University in New York, einen BS in Business Management und einen BA in Deutsch der Bradley University in Illinois. Sie ist auch Chartered Financial Analystin (CFA).

Über Thomas Hansen

Thomas Hansen kam 2011 zu Pictet Asset Management und ist Senior Investment Manager im Global Bonds Team. Vor seinem Eintritt bei Pictet war Thomas Hansen für die Bewertung von forderungsbesicherten europäischen Wertpapieren (ABS) bei Interactive Data verantwortlich. Zwischen 2006 und 2010 arbeitete er als Portfolioanalyst bei Western Asset Management mit Schwerpunkt auf ABS, gedeckten Anleihen, supranationalen Anleihen, Staats- und Agency-Anleihen. Im Jahr 2006 war er als Assistant Fund Manager bei Baltic Property Trust tätig. Seine Laufbahn begann er 2004 als Assistant Portfoliomanager bei Nykredit. Thomas Hansen hat einen Master in Finance & Business von der Universität Aarhus in Dänemark. Er hat einen MBA Abschluss von der London Business School. Er ist ausserdem Chartered Financial Analyst (CFA) und erwarb das Investment Management Certificate.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 176 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Can ESG and diversification be compatible in portfolio construction?

The first generation of ESG strategies excluded whole sectors from investors’ portfolios. Dave Barron, Head of Index and Smart Beta at Legal & General Investment Management, explains what effect this has on investors' exposure and how investors can best balance ESG and portfolio diversification.

Geldpolitik allein kann die Probleme Europas nicht lösen

von Aneeka Gupta, Associate Director Research bei WisdomTree, anlässlich des Antritts der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Das Hauptproblem Europas ist nicht der fehlende Zugang von Unternehmen zu Kapital oder hohe Kapitalkosten, sondern vielmehr eine unzureichende externe und interne Nachfrage. Aufgrund äußerer Schocks wie Handelskriege, Brexit und Konjunkturabschwächung in China bleiben die globalen Nachfragebedingungen weiterhin schwach. Aus diesem Grund muss die Finanzpolitik in Europa, die nach wie vor restriktiver als notwendig ist, mehr tun, um die Binnennachfrage zu stützen. Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi schloss sich dieser Überlegung auch auf der jüngsten Pressekonferenz der EZB an, auf der er betonte, dass eine monetäre Lockerung nunmehr angebracht sei, da Wachstums- und Inflationsziele ohne fiskalpolitische Eingriffe kaum erreicht werden dürften. Es wird immer deutlicher, dass die Geldpolitik allein die Probleme Europas nicht lösen kann. Christine Lagardes künftige Hauptrolle wird darin liegen, Länder mit Haushaltsüberschüssen wie die Niederlande und Deutschland davon zu überzeugen, mehr zu investieren, um das Wachstum zu unterstützen.

Innerhalb der EZB herrscht derzeit eine tiefe Spaltung. Einige Mitglieder des EZB-Rates bezweifeln die Wirksamkeit negativer Zinssätze und die quantitative Lockerung zur Verbesserung der Kreditvergabe. Darüber hinaus gibt es die Besorgnis, dass sich Minuszinsen auf inländische Sparkassen und Banken ungünstig auswirken werden. Die Leiter der französischen und österreichischen Zentralbanken haben sich öffentlich gegen die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen der EZB ausgesprochen. Der unerwartete Rücktritt von Sabine Lautenschläger, die zu den geldpolitischen Falken zählt, ist ein weiteres Zeichen für die Uneinigkeit innerhalb der EZB. Aus Berichten im Anschluss an die EZB-Sitzung geht hervor, dass 9 von 25 Ratsmitgliedern ihre Ablehnung des kürzlich vom ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi angekündigten Lockerungspakets zum Ausdruck brachten. In diesem Zusammenhang wird Christine Lagarde auch damit beauftragt, die Kohärenz zwischen den Mitgliedern des EZB-Rates zu verbessern. Letztendlich wird sie nur auf diese Weise in der Lage sein, den Rat geschlossen zu vertreten und damit den Investoren eine effektive und glaubwürdige Kommunikation zu ermöglichen.

Cry Me A Rio de la Plata – Argentinien hat gewählt

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager Schwellenländeranleihen der Erste Asset Management.

Am Wochenende fand die Präsidentenwahl in Argentinien statt. Alberto Fernández besiegte mit 48% der Stimmen den amtierenden Präsidenten Mauricio Macri (40,4%). Ein zweiter Durchgang wird nicht notwendig sein.

Das Ergebnis für Macri ist besser als erwartet, es wird zumindest für eine starke Opposition im Parlament und daher für eine grössere Ausgewogenheit bei der Verabschiedung neuer Gesetze sorgen. Fernández gilt als linksorientierter Politiker, mit einer Nähe zum Peronismus/Kirchnerismus.

Der Finanzmarkt befürchtet eine populistische und unorthodoxe Wirtschaftspolitik von Fernández (im Gegensatz zu jener  Macris).

Massive Kapitalflucht aus Argentinien

Das Wahlergebnis war abzusehen und hat bereits zu einer massiven Kapitalflucht mit einhergehender Schrumpfung der internationalen Devisenreserven geführt.

Die Landeswährung kollabierte und die Refinanzierungfähigkeit des Landes in fremder Währung wurde so gut wie unmöglich. Bereits am Sonntag verschärfte die Zentralbank die Kapitalverkehrskontrollen massiv, um ein weiteres Ausbluten der Reserven zu verhindern.

Eine neuerliche Umschuldung wird daher unvermeidbar. Auch wenn Alberto Fernández immer wieder von „Restrukturierung Uruguay Style“ redet (KEIN ex ante Kapitalschnitt, nur „freiwillige“ Ausdehnung der Laufzeiten), so ist davon auszugehen, dass ein Schuldenverzicht seitens der Gläubiger (sogar seitens Währungsfonds!) unausweichlich ist.

Es scheiden sich die Geister bei der Einschätzung, wie groß dieser Kapitalschnitt tatsächlich werden könnte, die Szenarien bewegen sich momentan zwischen 20-60%. Wobei die derzeitigen Kurse eher die höhere Ziffer reflektieren.

Umschuldung mit weniger Reibung zwischen Schuldner und Gläubiger

Der Währungsfonds hat seine Auszahlungen unter dem laufenden Programm bis auf weiteres eingestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass Anleihen ausgegeben vor 2016 (vor Amtsantritt Macris, daher bereits mindestens einmal umgeschuldet) präferenziell behandelt werden, wenngleich diese Hypothese mit großen juristischen Bedenken behaftet ist.

Da jedoch alle post 2016 Anleihen mit sogenannten CAC-Klauseln (Collective Action Clauses) versehen sind, dürfte bei deren Umschuldung mit weniger Reibung zwischen Schuldner und Gläubiger zu rechnen sein.

Angesichts der prekären Wirtschaftslage des Landes erwarte ich mir eine zeitnahe Bekanntgabe der Schlüsselpositionen: Wer verhandelt mit den Gläubigern, wer mit dem Währungsfonds, wer wird Finanzminister? Die notwendigen Massnahmen sollten jetzt rasch angekündigt und ergriffen werden, um dem Land und den Investoren wieder Planungssicherheit zu geben.

Auch wird interessant sein zu beobachten, welche Rolle der Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner zukommen wird. Sie war für die völlige Isolation des Landes von den internationalen Kapitalmärkten verantwortlich. Ein zu großer Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen würde vom Markt mit Unwohlsein aufgefasst werden.

Währungsfonds als flexibler Partner

Der Währungsfonds (IWF) hat sich in den letzten Tagen weiter als flexibler  „Partner“ des Landes angeboten. Diese Haltung ist angesichts des schieren Volumens (ca $ 50 Mrd.) aushaftender  IWF Kredite auch nicht besonders überraschend. Bevor der IWF allerdings konkreter werden kann, bedarf es natürlich vorhergehender Sondierungsgespräche mit den neuen Verhandlungsteams, die ja bisher noch nicht genannt sind.

Exkurs CHILE

Die massiven sozialen Unruhen wurden von Studentenprotesten bezüglich einer eher  unscheinbaren Erhöhung von Tarifen des öffentlichen Transportes ausgelöst.

Dies lässt auf eine viel breitere Unzufriedenheit in der Bevölkerung schließen. Das Land genießt ein A1 Investment Grade und kann solide makroökonomische Daten vorweisen. Daran wird sich voraussichtlich auch kurzfristig nichts ändern. In einem drastischen Schritt hat Präsident Sebastián Piñera die gesamte Regierung zum Rücktritt aufgefordert und sucht mittels breitest möglicher Inklusion aller gesellschaftlichen Stakeholder ein neues Regierungsprogramm mit einem neuen Team auf die Beine zu stellen.

Noch zeigt sich die Bevölkerung skeptisch und hält den Druck „der Straße“ aufrecht. Der Markt reagiert bisher relativ gelassen, der 5 Jahres Credit Default Swap des Souveräns dehnte sich von 32 Bps (17.10.2019) auf derzeit 37 Bps aus.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

"Erwarten von der Fed die dritte Zinssenkung in diesem Jahr"

von Andrew Harman, Senior Portfolio Manager bei First State Investments, zur heutigen Fed-Sitzung.

Wir erwarten von der Fed die dritte Zinssenkung in diesem Jahr, und zwar um 25 Basispunkte. Die Wirtschaftsdaten deuten weiterhin auf eine Abkühlung der Konjunktur hin, insbesondere in den Bereichen Unternehmensinvestitionen und der produzierenden Industrie. Wenngleich das Konsumverhalten hoch war, weisen die Einzelhandelsumsätze im September auf eine Abkühlung hin. Wir haben unsere Exposure in US-Aktien aufgrund ihrer Bewertungen reduziert und eine Reallokation zugunsten japanischer und britischer Aktien vorgenommen. Zudem haben wir kürzlich unsere langjährige Exposure zum US-Dollar aufgegeben, da wir attraktivere Optionen in den Schwellenländern, insbesondere in Europa, sehen.

Wahl in Argentinien: Checks and Balances könnten Politik mäßigen

Uday Patnaik, Head of Emerging Market Debt bei Legal & General Investment Management (LGIM), kommentiert die Wahl in Argentinien:

Wie zu erwarten, hat Alberto Fernández die Präsidentschaftswahl gewonnen und wird am 10. Dezember vereidigt.

Fernández gewann mit 48 Prozent der Stimmen gegenüber Macri mit einem Stimmenanteil von 40,5 Prozent. Überraschenderweise schnitt Macri besser ab als zunächst erwartet. Der Vorsprung von Fernández verringerte sich auf 7,5 Prozent, was für Macri eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorwahlen, den PASOs, bedeutete. Die einleitende Rede von Fernández wurde als moderat empfunden. Eindeutig als positiv zu bewerten ist das womöglich heute stattfindende Treffen zwischen Macri und Fernández, um den Regierungswechsel einzuläuten. Eine ebenfalls gute Nachricht ist der Sieg Larettas im Kampf um das Bürgermeisteramt der Stadt Buenos Aires, der somit einen Ausgleich zu Kicillof darstellt, den neuen Gouverneur der Provinz Buenos Aires (der Junto por el Cambio konnte auch mehrere andere Provinzen wie Cordoba, Santa Fe und Mendoza gewinnen). Obwohl Fernández immer noch den Senat kontrolliert, kann man von einer beinah gleichmäßigen Sitzverteilung im Kongress sprechen. Angesichts des besser als erwarteten Abschneidens von Cambiemos scheint es gewisse ‚Checks and Balances‘ zwischen beiden Lagern zu geben, die möglicherweise die Politik mäßigen könnten.

Argentinien verschärfte zudem am späten Sonntag nach dem Wahlsieg Fernández die Kapitalverkehrskontrollen. Nun bilden 200 US-Dollar pro Monat das Maximum, das über Bankkonten transferiert werden darf. Zuvor lag der Wert bei 10.000 US-Dollar pro Monat. Auch dies stellt keine größere Überraschung nach der Wahl dar.

Der Markt wird sich nun auf die Ernennungen des Kabinetts rund um Fernández konzentrieren und den Verlauf der IWF-Gespräche im Blick behalten. Lokale Medien berichten, dass Fernández heute ein Team für die Wirtschaftspolitik in der Übergangsphase ernennen wird.

"Argentinien muss unverzüglich ein glaubwürdiges Wirtschaftsprogramm umsetzen"

Uday Patnaik, Head of Emerging Market Debt bei Legal & General Investment Management (LGIM), zur Präsidentschaftswahl in Argentinien:

Diesen Sonntag hält Argentinien Wahlen über das Präsidentenamt, die Hälfte des Kongresses und ein Drittel des Senats ab. Gewählt wird auch in einigen verbleibenden Provinzen wie Buenos Aires, die bevölkerungsreichste Provinz. Die Stimmabgabe ist für die 33 Millionen wahlberechtigen Stimmen obligatorisch.

Der Fokus liegt auf der Präsidentschaftswahl. Ein Kandidat muss entweder insgesamt 45 Prozent der abgegebenen Stimmen gewinnen, oder mindestens 40 Prozent erreichen und 10 Prozent Vorsprung zu seinem nächsthöheren Wahlgegner aufweisen, um in der ersten Runde zu gewinnen. Erfüllt keiner der Kandidaten diese Voraussetzungen, ist für den 24. November eine Stichwahl zwischen den beiden meistgewählten Kandidaten geplant.

Favoriten sind der amtierende Präsident Mauricio Macri von der Cambiemos-Koalition und Alberto Fernandez von den Peronisten.

Fernandez schlug den Amtsinhaber in den Vorwahlen vom 11. August mit rund 48 Prozent der Stimmen – 15 Prozentpunkte mehr als Macri. Damit sind beide Bedingungen für einen Sieg in der ersten Runde erfüllt. Der Märkte gehen weitesgehend davon aus, dass Präsident Macri nicht in der Lage sein wird, diesen Rückstand aufzuholen. Die jüngsten Umfragen deuten darauf hin, dass sich der Abstand zwischen den beiden Kandidaten seit den Vorwahlen zugunsten von Fernandez auf 22,5 Prozentpunkte erhöht hat. Es ist daher wahrscheinlich, dass Alberto Fernandez die erste Runde für sich entscheiden wird.

In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass Alberto Fernandez die Wahlen in der ersten Runde gewinnen wird. Darüber hinaus glauben wir, dass ein Sieg in der ersten Runde von den Märkten positiv aufgenommen wird. Denn Argentinien muss unverzüglich ein glaubwürdiges Wirtschaftsprogramm umsetzen, die Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder aufnehmen und sich mit Investoren auseinandersetzen, um die Schulden des Staates umzuprofilieren/umstrukturieren

Nach den IWF-Treffen in Washington DC vor einigen Tagen konzentrierten sich die Treffen mit dem IWF und Fernandez auf die Ambition der potenziellen neuen Regierung, den Dialog mit dem IWF fortzusetzen. Auch wenn dies als positives Zeichen zu werten ist, war die Wirtschaftspolitik bislang nicht Teil der Agenda. Fernandez hielt sich vage, als er Details zu seinen Wirtschaftsplänen skizzierte, wahrscheinlich aufgrund der anhaltenden Kampagne, in der sich Macri und Fernandez befinden. Allerdings soll die IWF-Mission in der nächsten Woche nach den Wahlen in Argentinien eintreffen. Ich vermute, dass wir bald mehr Details zu der Wirtschaftspolitik von Fernandez erhalten werden. Wir wissen, dass Fernandez einen Sozialpakt mit Unternehmen und Gewerkschaften schließen will, um sich beispielsweise auf die Löhne zu einigen. Der Markt spekuliert auch, dass die jüngsten Kapitalkontrollen verschärft werden, festgelegte Richtlinien gibt es aber noch nicht. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass Fernandez versucht, Exporteure zu fördern (teilweise um frische US-Dollar ins Land zu holen), und dass er einen wettbewerbsfähigen Wechselkurs anstrebt.

IMF Meetings in Washington: Liebkinder und Prügelknaben

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager Schwellenländeranleihen der Erste Asset Management.

Im Rahmen der Jahrestagungen des IMF finden verschiedene Veranstaltungen für Emerging Markets Investoren statt. Meinungsführer, Entscheidungsträger, Wirtschaftsforscher und Analysten aus Politik, Think-Tanks, Wirtschaft und der akademischen Welt halten Vorträge und/oder stellen sich der Diskussion mit Investoren.

Das Treffen bietet andererseits eine gute Gelegenheit für den Gedankenaustausch mit Fachkollegen und den Finger „auf den Puls“ des Marktgeschehens zu legen.

Die relevantesten Erkenntnisse: synchronisierter Slow-Down Modus

90% aller Länder befinden sich in einem synchronisierten Slow-Down Modus und einem Entglobalisierungschock. Der IMF sieht für 2019 das globale Wirtschafts-Wachstum bei ca. 3%. Für 2020 kann auf Grund einer verhaltenen Preisentwicklung bei Rohstoffen für die Emerging Markets im Durchschnitt nicht mit einer Wachstumsbeschleunigung gerechnet werden. Die USA werden nicht in eine Rezession rutschen und China kein Hard Landing produzieren.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist strukturell langfristiger Art, vor dem Hintergrund Sicherheit, Intellectual Property und Tech. Chinas Hauptinteresse ist nur, die Situation nicht noch schlechter werden zu lassen. Tarife und Handelsrestriktionen werden nicht so schnell zurückgenommen werden.

Die Auseinandersetzung beschleunigt Chinas Strategie der selektiven Entkoppelung („Disengagement“) und Bemühen, das Land auf eine mehr konsum- und dienstleistungsorientierte Basis zu stellen. Ein Ausdehnen der Sanktionen auf Finanzinstrumente gilt angesichts ungewisser internationaler Auswirkungen als unwahrscheinlich.

Der Handelszwist schadet dem Rest der Welt vermutlich mehr als den USA und China selbst. Die momentan propagierte „Phase 1“ in der Beilegung des Konfliktes wird eher als Waffenstillstand zu betrachten sein.

USMCA (Nachfolger von NAFTA) wird kein Opfer der Entwicklungen rund um ein Impeachment von Präsident Trump. Die Ratifizierung seitens der USA wird in Q1/2020 erwartet (vielleicht sogar schon Dezember 2019).

Die Emerging Markets Sorgenkinder

In Argentinien wird auf Grund der schieren Grösse ein Kapitalverzicht auch auf IMF Kredite notwendig sein. Der IMF zeigt sich „flexibel“, aber konkrete Details bezüglich Neuverhandlung des Finanzpaketes werden erst nach den am 26.10.19 stattfindenden Präsidentschaftswahlen bekannt werden. Für die privaten Gläubiger gehen die Schätzungen zum Kapitalschnitt auseinander (40-60%).

  • Venezuela: Die Kohäsion in der Opposition ist brüchig und macht der Regierung Maduro derzeit keine ernsthaften Probleme. Eine (komplizierte) Umschuldung sämtlicher Auslandsschulden ist nach wie vor unumgänglich, hat aber immer noch keinen offiziellen „Startschuss“ seitens des Schuldners bekommen.
  • Ecuador: Die sozialen Unruhen wurden vorerst beendet, die Regierung sucht mittels einer breiten gesellschaftlichen Einbeziehung nach konsensualen Lösungen für die prekäre Budgetsituation. Der IMF zeigt sich sehr kooperationswillig.
  • Zambia: Keine ernsthaften Massnahmen zur Lösung der Verschuldungssituation erkennbar. Sollte es dabei bleiben, besteht Umschuldungsgefahr.
  • Libanon: Das Modell der Staatsschuldenfinanzierung mithilfe von Bankeinlagen wird zunehmend kritisch hinterfragt. Gleiches gilt für die Unterstützung seitens arabischer Freunde (Saudi Arabien ?) in einer Stresssituation. Wackelkandidat.

Die Emerging Markets Liebkinder

  • Brasilien: Weiterhin Vertrauen in die kommenden Strukturreformen. Wird als „Best Performer 2020“ gesehen.
  • Ukraine: Die fiskalen Spannungen wurden erfolgreich bereinigt. Der Reformstau wurde reduziert und die Beziehungen zum Währungsfonds sind offenbar sehr gut.
  • Kolumbien: Mit 3,4% (2019) höchstes Wachstum aller EM Investmentgrade-Länder. Erwirtschaftung eine Primärüberschusses (+0,6%) in 2019. FDI und Remittances machen ca. 6.1%/GDP aus, bei einem Leistungsbilanzdefizit von -4,4% in 2019.
  • Russland und Ägypten genießen ebenfalls das Wohlwollen der Investoren.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wenige Katalysatoren, die das Wirtschaftsklima im Euroraum verbessern

Ein Kommentar zur EZB-Sitzung von Andrew Harman, Senior Portfolio Manager bei First State Investments:

„Wir erwarten, dass Draghis letzte Pressekonferenz an der Spitze der EZB ohne besondere Vorkommnisse und Zinsänderungen verläuft. Die Wirtschaftsdaten spiegeln weiterhin eine grundlegende Schwäche des Euroraums wider und die EZB dürfte abermals auf die bestehenden Abwärtsrisiken hinweisen. Die neue Präsidentin Lagarde steht vor der Herausforderungen, Länder wie Deutschland und die Niederlande davon zu überzeugen, Wachstumschancen über die Fiskalpolitik zu unterstützen, anstatt sich ausschließlich auf die Geldpolitik zu verlassen. Kurzfristige Erfolge scheinen hier jedoch gering, da die von den Ländern im Verlauf dieses Monats in Brüssel vorgelegten Haushaltspläne nur einer leichten fiskalischen Expansion dienen. Wir haben uns daher für eine anhaltende Schwäche des Euros und eine Verengung der Peripherie-Spreads positioniert, da wir derzeit nur wenige Katalysatoren sehen, die das Wirtschaftsklima im Euroraum verbessern.“

Effizienz und Elektrotrend: Alles klar zur Verkehrswende?

von Mark Lewis, globaler Leiter für Nachhaltigkeitsforschung bei BNP Paribas Asset Management.

Die Steigerungsraten sind beeindruckend: Die Zahl der in Deutschland im September neu zugelassenen Elektroautos ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 150 Prozent gestiegen. Bei den Plug-in-Hybriden beträgt der Zuwachs immerhin noch über 50 Prozent, so die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Und das ist nur der Anfang. Der Anstieg wird wohl auch in den kommenden Monaten anhalten, er könnte sogar noch größer werden. Besonders im nächsten Jahr, wenn viele neue Elektroautos auf den Markt kommen werden.

Der Haken dabei: Die absoluten Zahlen sind indes noch klein, kaum 6.000 neue Batterieautos sind im September zugelassen worden. Doch die Autohersteller haben 2020 zum Jahr des Umbruchs erklärt: Opel macht den Anfang mit dem Corsa-e, Volkswagen bringt seinen neuen ID.3 zu den Händlern. Porsche hat den Taycan im Angebot, Jaguar den I-Pace und die süddeutschen Premiumhersteller Audi, Daimler und BMW wollen besonders mit neuen Plug-in-Hybriden punkten.

Abb. 1: Neuzulassungen bei E-Autos

Geringer Anteil: Fast 48.000 Elektroautos kamen 2019 neu auf die deutschen Straßen – von insgesamt gut 47 Millionen Pkw allein hierzulande.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Stand: September 2019

Elektroautos auf dem Vormarsch

Der Siegeszug der Elektroautos weltweit dürfte wohl spätestens in fünf Jahren nicht mehr aufzuhalten sein: So gehen die Analysten von DNV GL davon aus, dass Elektroautos 2024 kostentechnisch gleichauf mit Verbrennern liegen werden, was ihren gesamten Lebenszyklus vom Kauf bis zum Betrieb und Reparaturen angeht. Den „Electric Car Tipping Point“ – den Zeitpunkt, wo bereits jedes zweite Auto mit einem Elektromotor unterwegs sein wird – erwarten Experten der Boston Consulting Group um das Jahr 2030.

Allerdings werden sie sich wohl nur dann flächendeckend durchsetzen können, wenn auch der Aufbau einer Infrastruktur gelingt. Auch hängt der Erfolg der Elektroautos davon ab, wie sehr sich Käufer von möglichen Reichweiteneinschränkungen beeindrucken lassen und welche Maßnahmen die Regierung für oder gegen Elektroautos trifft. Aus rein wirtschaftlicher Sicht sind sie – verglichen mit herkömmlichen Fahrzeugantrieben – schon jetzt deutlich im Vorteil.

Erneuerbare sind siebenmal wirtschaftlicher als Öl

In einer aktuellen Untersuchung „Wells, Wires and Wheels“ ermittelten wir den Energy Return on Capital Invested (EROCI). Betrachtet wird, welchen Energieertrag Öl und erneuerbare Energien abwerfen, wenn diese Energie zum Antrieb von Autos und anderen leichten Nutzfahrzeugen genutzt wird. Sprich: Wie weit kommt man aktuell mit einem Investment von 100 Milliarden US-Dollar?

Das Urteil ist mehr als eindeutig: Schon heute bringen bei gleichem Kapitaleinsatz mit Wind- und Solarenergieprojekten betriebene Elektroautos sechs bis siebenmal mehr Energie auf die Straße als solche, deren Benzinmotoren im weitesten Sinne mit Öl betrieben werden. Der Unterschied ist weniger deutlich, wenn man von Dieselfahrzeugen ausgeht, doch auch dann sind Wind- und Solarenergie immer noch drei- bis viermal so effektiv wie der Verbrennungsmotor. Der „Break-Even-Point“, also die Schwelle, an der für dasselbe Geld dieselbe Menge an Antriebsenergie zur Verfügung steht, liegt demnach bei etwa 9 bis 10 Dollar pro Barrel Öl, wenn dieses in Benzinmotoren fließt und 17 bis 19 Dollar pro Barrel bei Dieselmotoren. Damit Öl wettbewerbsfähig bleibt, müsste der Preis also deutlich fallen: Brent-Öl kostet derzeit 60 US-Dollar, während die Sorte WTI für 54 Dollar gehandelt wird (Stand vom 18. Oktober 2019).

Der Ölpreis muss auf 10 Dollar pro Barrel sinken

Sprit ist schlicht zu teuer, gerade langfristig betrachtet: Um das Mobilitätsniveau von Benzin aus dem Jahr 2018 für die nächsten 25 Jahre zu halten, sind Investitionen von schätzungsweise 24,6 Billionen US-Dollar notwendig. Die Kosten für neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien liegen dagegen bei nur 4,6 bis 5,2 Billionen Dollar. Kurz: In diesem Zeitraum die gleiche Mobilität aus Benzin zu erzielen wie mit erneuerbaren Energien im Zusammenspiel mit Elektrofahrzeugen, kostet etwa sechs bis siebenmal so viel. Denn auch Ölquellen sprudeln nicht ewig. Um den aktuellen Versorgungsstandard zu halten, müssen jedes Jahr rund zehn Prozent der Förderstätten ersetzt werden. Und die Erschließung neuer Ölfelder wird laufend teurer, weil die einfach zu erreichenden Lagestätten vielfach bereits erschlossen sind. Wind und Sonne stehen dagegen fast unbegrenzt zur Verfügung.

Selbst wenn man die die Kosten für den Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur berücksichtigt, also die Erweiterung der Übertragungs- und Verteilungsnetze, um die zusätzlichen Strommengen zu bewältigen, die aus all den neuen Wind- und Solarkapazitäten entsteht, zeigt die Analyse: Die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien schlägt die von Öl glasklar. Egal, ob in Form von Benzin oder Diesel, die Tage von Öl als Kraftstoff für Autos sind gezählt.

Einfach mal 41 Prozent des globalen Ölbedarfs ersetzen

Das hat weitreichende Folgen für die Mineralölkonzerne. Der Ölindustrie erwächst hier – erstmals in ihrer Geschichte – eine ernstzunehmende Bedrohung für ihr Geschäftsmodell: Derzeit entfallen 36 Prozent der Rohölnachfrage auf den Betrieb leichter Nutzfahrzeuge und anderer Fahrzeuge, die sich für die Elektrifizierung eignen. Weitere 5 Prozent fließen in die Stromerzeugung. Die konkurrierenden, erneuerbaren Energien könnten also leicht bis zu 41 Prozent des weltweiten Ölbedarfs ersetzen. Für sie sprechen die kurzfristigen Grenzkosten von Null, ihre Umweltfreundlichkeit und dass sie einfacher zu transportieren sind.

Abb. 2: Ölnachfrage

Harte Konkurrenz: Die erneuerbaren Energien könnten leicht bis zu 41 Prozent des weltweiten Ölbedarfs ersetzen.

Quelle: BNP Paribas Asset Management

Allerdings: Die Ölindustrie genießt derzeit einen massiven Größenvorteil gegenüber Wind- und Solarenergie. 2018 lieferte Öl 33 Prozent der weltweit benötigten Energie, verglichen mit nur 3 Prozent gespeist aus Wind und Sonne. Doch dieser Vorsprung schmilzt. Vor 100 Jahren hätte auch die Ölindustrie nicht dieselbe Energie liefern können wie heute. Sie hat über Jahrzehnte eine globale Lieferkette aufgebaut, während Wind und Sonne erst am Anfang der gleichen Entwicklung stehen.

Elektrofahrzeuge sind (noch) zu teuer

Und: Noch sind Elektroautos vergleichsweise teuer. Seit dem Sommer vermarktet Opel den Corsa-e als „Volkselektroauto“ ab einem Einstiegspreis von 29.900 Euro. Auch die Konkurrenten VW, Honda oder Mini Cooper bieten aktuell E-Autos für „jedermann“ für knapp 30.000 Euro. Günstiger ist das Solarauto des Münchner StartUps Sono Motors. Den Sion gibt es für nur 16.000 Euro – doch der Preis gilt ohne Batterie. Die kann man mieten; beim Kauf schlägt sie mit nochmals 9.500 Euro zu Buche.

All dies ist erst ein Anfang, um Durchschnittsverdienern die E-Mobilität schmackhaft zu machen. Doch schon 2024 könnten sich die Preise für Elektroautos denen von herkömmlichen Fahrzeugen angeglichen haben. Dann werden die Karten neu gemischt und den Ölkonzernen droht womöglich das gleiche Los wie den europäischen Versorgern in den letzten zehn Jahren: Sie hatten den Ausbau der Wind- und Solarenergie zunächst verpasst und Milliarden Euro in Anlagen zur Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen versenkt.

Das Klimapaket als Boost für die Verkehrswende

Auch die Politik ist in der Pflicht, sie hat jetzt die Chance, die Energiewende und den damit verbundenen Nutzen für Umwelt und Gesundheit gezielt zu fördern. Etwa über steuerliche Anreize für Elektrofahrzeuge, wie sie etwa in Norwegen erfolgreich waren, eine verbesserte Ladeinfrastruktur und entsprechende Energiespeichertechnologien.

Die Bundesregierung formulierte ihre nächsten Schritte dazu Mitte September, im aktuellen Klimaschutzplan. Demnach will die Große Koalition emissionsarme Fahrzeuge bis 2025 von der Kfz-Steuer ausnehmen und die Kaufprämie für Elektroautos erhöhen. Vorgesehen ist auch der Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur. Bis 2030 sollen insgesamt eine Million öffentliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. Bisher sind es erst rund 20.000. Und es bleibt abzuwarten, ob die Zuwachszahlen hier ähnlich schnell steigen wie bei den neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland.


Über BNP Paribas Asset Management

BNP Paribas Asset Management ist der unabhängige Vermögensverwalter von BNP Paribas, einem der weltweit größten Finanzunternehmen. BNP Paribas Asset Management verwaltet 575 Milliarden Euro Vermögen (Stand: 30. Juni 2019) mit verschiedensten aktiven, passiven und quantitativen Investmentlösungen für eine Vielzahl von Anlageklassen und Regionen. Mit rund 500 Investmentexperten und 500 Kundenbetreuern ist BNP Paribas Asset Management für Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Anleger in 71 Ländern tätig und engagiert sich seit 2002 in vielen Bereichen der Nachhaltigen Investments (SRI).

Was kann die Finanzindustrie zur Erreichung der Pariser Klimaziele tatsächlich leisten?

Das Pariser Klimaabkommen definiert als Ziel, die Erderwärmung unter 2°C zu halten und Finanzmittel mit einer emissionsarmen Entwicklung in Einklang zu bringen. Dieses Abkommen wurde auch von Österreich ratifiziert. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf für die Erreichung dieses Vorhabens ist enorm. Allein für Österreich wird für die Energiewende von einem Finanzierungsbedarf von 29 Mrd. Euro für die Stromerzeugung und 20 Mrd. Euro für den Ausbau der Netze ausgegangen. Auf europäischer Ebene wird der jährliche Investitionsbedarf von der Europäischen Kommission auf etwa 180 Mrd. Euro geschätzt (bis 2030). Für die Sektoren Energie, Transport, Wasser und Abfall insgesamt auf rund 270 Mrd. Euro p.a. „Die Finanzindustrie kann und muss einen substanziellen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten, sonst wird man diesen Bedarf nicht stemmen können“, so Dieter Aigner, Geschäftsführer der Raiffeisen KAG gestern Abend (16. Oktober 2019) im Rahmen einer Future Talks-Veranstaltung der Raiffeisen KAG in Wien.

Die Zeit drängt: Finanzinstitute müssen Produkte und Dienstleistungen regulatorisch auf Nachhaltigkeit ausrichten.

Christine Würfel, Leitung Group Regulatory Transparency bei der Raiffeisen Bank International bestätigt, dass „Sustainable Finance“ immer größere Priorität erlange. „Zur Zielerreichung lege der Gesetzgeber und die Aufsicht eine enorme Geschwindigkeit vor und dies mit einem Nachdruck, der an die Zeiten nach der Finanzkrise 2009 zur Etablierung der ‚Banking Union‘ erinnere“, so Würfel. Ein „Green Deal“ sei ein Kernziel der Europäischen Kommission und solle Europas Markenzeichen werden. Das hieße, Mitte des Jahrhunderts Klimaneutralität zu erreichen. Auch die internationalen und europäischen Aufseher stellen die Klimarisiken ins Zentrum der Finanzstabilität. Und das Thema Nachhaltigkeit erhält bei vielen Unternehmen und Banken wie auch der RBI große Bedeutung. Bereits 2018 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums und veröffentliche erste Legislativvorschläge. Heuer wurden Mandate der Europäischen Bankenaufsicht zur Evaluierung der Einbeziehung von ESG Risiken in aufsichtsrechtliche Überprüfungen und eines „Green Supporting Factors“ erteilt. Im Juni wurden die neuen EBA-Richtlinien zur Kreditvergabe und -überwachung veröffentlicht und auch Leitlinien für die Berichterstattung über klimabezogene Unternehmensinformationen festgelegt. Eine schrittweise Anwendung all dieser Maßnahmen sei bereits bis 2022/23 vorgesehen.

Drei Kernziele – zehn Maßnahmen

„Der Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums hat drei Kernziele definiert, die mit zehn Maßnahmen erreicht werden sollen und zwar auf dem Weg über die Kapitalmarktfinanzierung wie auch über die Bankenfinanzierung“, so Würfel. Dabei gehe es um eine Neuausrichtung der Kapitalflüsse hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, die Einbettung der Nachhaltigkeit ins Risikomanagement und die Förderung von Transparenz und Langfristigkeit. Als Maßnahmen für die Kernziele nennt Würfel vor allem die Taxonomie-Verordnung als einheitliches Klassifikationssystem, die Verordnung zu Offenlegungspflichten und für Referenzwerte/Benchmark. „Diese Vorschriften sollen dazu dienen, Transparenz zu schaffen – beim Kunden, Finanzinstitut, Unternehmen und Investor. Es solle Klarheit geschafft werden, dass dort wo nachhaltig draufstehe, auch nachhaltig drin sei.“

Taxonomie – ein gemeinsames Verständnis für den Begriff „nachhaltig“

Bei der EU-Offenlegungsverordnung gehe es, so Heinz Macher, Leiter Regulation, Tax & Compliance bei der Raiffeisen KAG, um die Festlegung harmonisierter Vorschriften, die von Finanzmarktteilnehmern und Finanzberatern anzuwenden seien. Nachhaltigkeitsrisiken müssten transparent dargestellt werden und nachteilige Nachhaltigkeitswirkungen in den Prozessen berücksichtigt werden. Auch sei die Bereitstellung nachhaltigkeitsbezogener Informationen über Finanzprodukte zu gewährleisten. Bei der EU-Taxonomie-Verordnung gehe es darum, ein gemeinsames Verständnis für den Begriff „nachhaltig“ zu definieren. Ein einheitliches Klassifikationssystem (=einheitliche Taxonomie) soll festlegen, welche Tätigkeiten „nachhaltig“ sind. Heinz Macher: „Damit wird der Rahmen vorgegeben, den die Mitgliedstaaten und die Europäische Union bei der Einführung von Kennzeichnungen für nachhaltige Finanzprodukte berücksichtigen müssen. Gerade für nachhaltige Fondsmanager sei die Taxonomie von großer Bedeutung. So sollen beispielsweise für als ökologisch nachhaltig vermarktete Unternehmensanleihen („Green Bonds“) einheitliche Anforderungen gelten.“

Finanzwirtschaft kann Klimakrise nicht lösen, aber Lösungen finanzieren

Die Finanzwirtschaft könne die Klimakrise zwar nicht lösen, aber sie könne Lösungen finanzieren, so Aigner. Mittlerweile hätten 2.600 Asset Owner und Asset Manager die PRI der Vereinten Nationen1 unterzeichnet, eine 2006 gegründete Investoreninitiative. „Diese Unterzeichner verwalten fast 100.000 Mrd. Dollar Assets under Management. Nur 1 % davon wären ein Bruchteil der durchschnittlichen jährlichen nominellen Erträge dieses Volumens, etwa die Hälfte des aktuellen verfügbaren Volumens an Green Bonds und etwa das 2,5fache des österreichischen Sozialprodukts“, so Aigner. „Die Mittel sind vorhanden. Sie müssen nur genutzt werden.“ Nachhaltiges Veranlagen unterstützt erwiesenermaßen die Reduktion von CO2-Emissionen. Die Raiffeisen KAG bekenne sich voll und ganz zu diesen Zielen und werde mittelfristig ihre gesamte Fondspalette auf nachhaltige Investments umstellen, so Aigner.

Nachhaltigkeit spricht neue Anlegergruppen an

Schon jetzt ist die Raiffeisen KAG die Nummer 1 bei nachhaltigen Publikumsfonds in Österreich.2 Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix ist mit einem Volumen von 1,6 Mrd. (Stand 30. September 2019) nicht nur der größte nachhaltig gemanagte Fonds Österreichs, sondern auch der insgesamt größte österreichische Publikumsfonds. Mit dem nachhaltig gemanagten Produktangebot gelingt es der Raiffeisen KAG neue Anlegergruppen zu gewinnen. Raiffeisen hat mit seinem großen Vertriebsnetz, den regionalen Bankfilialen, einen extrem starken Hebel. Mit diesem können Investorinnen und Investoren in ganz Österreich, aber auch in Zentral- und Osteuropa über die Netzwerkbanken erreicht werden. Das Volumen nachhaltig gemanagter Assets beträgt mit EUR 5,9 Mrd. bereits 15 % des Gesamtvolumens (EUR 37,2 Mrd. per Ende September 2019).

Nachhaltige Investmentstrategien im Wandel: vermeiden, unterstützen, Einfluss nehmen

In den vergangenen Jahren hätten sich auch die Investmentansätze der Anbieter stark verändert. So würde ESG-Integration eine wesentlich wichtigere Rolle spielen als noch vor wenigen Jahren. Auch der mehrdimensionale Investmentansatz der Raiffeisen KAG geht weit über einfache Negativkriterien hinaus und basiert auf den drei Ebenen der ESG-Integration „Vermeiden“, „Unterstützen“ sowie „Einflussnahme“. Das Zusammenwirken möglichst aller drei Elemente ist Voraussetzung für ein verantwortungsvolles Management von nachhaltigen Fonds. Selbstverständlich fließen auch die finanzielle Bewertung und das Potential des Titels in die Investmententscheidung mit ein.

Änderungen bewirken

„Nachhaltig investieren heißt, einen sehr aktiven Investmentstil anzuwenden. Das bedeutet, über das Negativ- und Positivscreening hinauszugehen und aktiv mit Unternehmen in Kontakt zu treten oder die mit Aktien verbundenen Stimmrechte auszuüben“, erklärt Aigner. Die Einflussnahme in Form von Unternehmensdialog und Stimmrechtsausübung ist wichtig, denn als Großanleger steht die Raiffeisen KAG in der Verantwortung, wie sie Geld anlegt. Dazu muss man die Unternehmen, in die veranlagt wird, gut kennen und auch hinterfragen, welche Rolle soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Strategie des jeweiligen Unternehmens spielt. Unternehmensdialoge und auch Stimmrechtsausübung als Mittel der Einflussnahme sind in der Regel umso erfolgreicher, je höher die Anteile am Unternehmen, sprich je mehr Aktien, damit verbunden sind. Sehr häufig werden Unternehmen im Rahmen des Unternehmensdialogs zu mehr Transparenz veranlasst, manchmal auch zu einer Strategieänderung. Deshalb ist bei Unternehmensdialogen und Stimmrechtsausübung die Bildung von Koalitionen unter verantwortungsbewussten Investoren auch sehr sinnvoll und notwendig. Die Raiffeisen KAG setzt große Anstrengungen in dieses Thema. Pro Jahr werden rund 200 Unternehmen kontaktiert. Natürlich sind diese sehr verschieden, was die Intensität betrifft. Die Dialoge finden auch auf unterschiedlicher Ebene statt: in Einzelgesprächen, im Rahmen von Themenresearch für unsere Publikationen und teilweise mittels spezifischer Plattformen gemeinsam mit anderen Investoren.


1) Grundsätze für verantwortungsvolles Investieren
2) Die Raiffeisen KAG ist mit 21,5 % (EUR 1,764 Mrd.) Marktführerin bei nachhaltigen Publikumsfonds in Österreich (Stand 12/2018). Die Erhebung erfolgt einmal jährlich im Februar von der rfu – Mag. Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung.

Ausblick 2020: Drei Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Das Wachstum der Weltwirtschaft befindet sich an einem kritischen Punkt. Das reale Wirtschaftswachstum hat sich seit einigen Quartalen abgeschwächt. Mittlerweile befindet sich das Wachstumsniveau unter dem Potential, also jenem Wert, der bei optimaler Auslastung aller Ressourcen erreicht werden könnte.

Wie immer zeichnen die Frühindikatoren für die weitere Entwicklung ein gemischtes Bild. In weiterer Folge werden drei Szenarien für den Rest des Jahres sowie für 2020 vorgestellt.

Aktuelles Umfeld: Wirtschaftswachstum unter dem Potential

  • Auf der negativen Seite ist der konjunkturelle Abschwung gekennzeichnet von einer scharfen Abwärtsbewegung bei den Wachstumsraten für den Fertigungssektor / den Güterexporten und den Unternehmensgewinnen sowie einem Einbruch bei der Unternehmensstimmung.
  • Begleitet wurde diese Entwicklung von einer erhöhten geopolitischen Unsicherheit (USA-China Konflikt).
  • Auf der positiven Seite hat der gut laufende Servicesektor / der private Konsum das Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt unterstützt. Es können zwar negative Überwälzungseffekte vom schwachen Fertigungssektor auf die anderen Sektoren festgestellt werden, diese sind aber nur moderat. Hier ist vor allem der Arbeitsmarkt hervorzuheben. Das Beschäftigungswachstum ist zwar nicht mehr so hoch wie im vergangenen Jahr, aber immer noch gut genug, um die Arbeitslosenraten auf einem niedrigen Niveau zu halten.
  • Die Geldpolitiken haben, geführt von der US-amerikanischen Zentralbank, auf diese Eintrübung der Konjunktur mit Lockerungsschritten geantwortet. Das Besondere an dieser Situation ist, dass das Zinsniveau bereits sehr niedrig ist. Aber auch die Fiskalpolitiken wirken bereits mild unterstützend auf das Wirtschaftswachstum.

Für die drei Szenarien wird nun an jeder dieser vier Stellschrauben in einem unterschiedlichen Ausmaß gedreht:

Szenario 1: Erholung

Es findet eine leichte Beschleunigung beim realen globalen Wirtschaftswachstum von 2,0% – 2,3% im zweiten Halbjahr 2019 auf das Potenzialwachstum im nächsten Jahr statt (2,7%-3.0%, Wachstum im Quartalsabstand auf das Jahr hochgerechnet).

Dafür ist erstens eine Stabilisierung der Industrieproduktion nötig. Tatsächlich ist der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor zuletzt zweimal in Folge angestiegen. Zweitens wird ein kosmetisches Abkommen zwischen den USA und China erreicht und es kommt zu einer Einigung zwischen dem UK und der EU über den Brexit.

Drittens findet eine Stabilisierung beim rückläufigen Beschäftigungswachstum statt. Damit bleibt der private Konsum gut unterstützt. Viertens war die expansivere Ausgestaltung der Geldpolitiken ausreichend, um eine positive Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum zu haben.

Wesentlich für die Finanzmärkte ist, dass A) das Gewinnwachstum der Unternehmen ansteigt. Das bedeutet, der einsetzende Anstieg beim Umsatzwachstum ist kräftiger als die Fortsetzung beim ansteigenden Wachstum der Lohnstückkosten. B) Das beschleunigte Gewinnwachstum wirkt stärker als der mit dem Szenario einhergehende Zinsanstieg.

In diesem Szenario verzeichnen kreditsichere Staatsanleihen Kursverluste und Aktien Kursanstiege. Die Modellschätzung für US-Staatsanleihen lautet minus 2%, jene für globale Aktien auf plus 4%.

 Szenarios für US Staatsanleihen

Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Szenario 2: Rezession

Die Industrieproduktion und die Unternehmensinvestitionen schrumpfen und ziehen die anderen Sektoren, vor allem den Arbeitsmarkt, mit nach unten. Das ansteigende Wachstum der Lohnstückkosten sorgt für schrumpfende Unternehmensgewinne.

Eine Intensivierung im Konflikt zwischen den USA und China würde den Abschwung noch verstärken. Weil die Leitzinsen bereits sehr niedrig sind, kann die Geldpolitik nicht mehr demensprechend entgegensteuern. Die Fiskalpolitiken reagieren, wenn überhaupt, zu spät auf den Abschwung mit einer Ausweitung der Budgetdefizite.

Dieses Szenario ist positiv für kreditsichere Staatsanleihen und negativ für risikobehaftete Wertpapierklassen wie etwa Aktien.

Das gilt allerdings nur für Anleihen, deren Rendite noch hoch genug ist, um Renditerückgänge zuzulassen, das heißt, nicht für Staatsanleihen in der Eurozone und in Japan. Die Modellschätzung für US-Staatsanleihen lautet plus 7%, jene für globale Aktien minus 12%

Szenarios für globale Aktien

Szenario 3: Stagnation

Dieses Szenario ist von einer kuriosen Situation charakterisiert: Das Zinsniveau ist zwar sehr niedrig, aber immer noch zu hoch um die Wirtschaft zu stimulieren. Die Zinsen können nicht weiter fallen weil sie an die sogenannte effektive Zinsuntergrenze anstoßen. Die Geldpolitik kann keinen relevanten Stimulus mehr erzeugen.

Das Wirtschaftswachstum bleibt unter dem Potential und die Arbeitslosenraten steigen auf ein erhöhtes Niveau an. Weil die Volkswirtschaften offen sind, das heißt mit anderen Volkswirtschaften über Handels- und Finanzströme im Austausch stehen, können auch andere Länder in diese Situation hineingezogen werden.

Der Wirkungsmechanismus passiert vor allem über Finanzzuflüsse, die eine Festigung der Währung und fallenden Zinsen verursachen. Wirft man einen Blick auf Festigung des US-Dollar und die fallenden Renditen von US-amerikanischen Staatsanleihen, kommt einem das bekannt vor.

Um aus dieser „Zinsfalle“ herauszukommen liegt der Druck auf die Fiskalpolitik. Es wäre eine massive Ausweitung der Budgetdefizite für staatlich finanzierte Investitionen nötig. Wen das nicht geschieht, bleibt das Wirtschaftswachstum für eine längere Zeit niedrig.

Man spricht von einer säkularen Stagnation. Auch dieses Szenario ist positiv für Staatsanleihen und negativ für risikobehaftete Wertpapierklassen, allerdings nicht zu ausgeprägt wie im Szenario für eine Rezession.

Natürlich gilt das nur für Anleihen, die eine positive Rendite versprechen. Die Modellschätzung für US-Staatsanleihen lautet plus 2,5%, jene für globale Aktien minus 4%.

Zusammengefasst ist das fundamentale Umfeld für die Finanzmärkte herausfordernd. Die konjunkturelle Entwicklung könnte mit dem Erholungsszenario noch einmal die Kurve kratzen, aber die Risiken sind nach unten gerichtet.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Hochzinsanleihen: Hier fließen weiterhin Erträge

Hochzinsanleihen gehören zu den wenigen Märkten, die noch einen positiven realen Ertrag bieten, erklärt Andrew Wilmont, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Anleiheanlegern stehen harte Zeiten bevor. Der Fluch der negativen Renditen lastet nicht mehr nur auf Staatsanleihen, sondern zunehmend auch auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Aktuellen Zahlen zufolge sind weltweit Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 15 Bio. US-$ betroffen (siehe Abb. 1).

ABB. 1 FLUCH DER NEGATIVEN RENDITEN

Globale Anleihen mit negativen Renditen, Marktkapitalisierung in Mrd. US-$

Quelle: Refinitiv. Daten vom 31.01.2014 bis 25.09.2019, Bloomberg Barclays Global Aggregate Index

Gleichzeitig wird der öffentliche Schuldenberg immer grösser. Das ist aber nicht das einzige Problem.

Unternehmensanleihen sind generell immer schwerer zu kaufen und zu verkaufen. Das liegt daran, dass Banken, die als Marktintermediäre üblicherweise Anleihen im Wert von mehreren Milliarden Dollar bunkerten, bis sich ein Käufer fand, nicht mehr bereit oder imstande sind, solche Risiken in ihren Bilanzen zu tragen.

Dadurch erhöht sich das Potenzial von Marktvolatilität. Ebenso verhält es sich mit dem Wachstum passiver börsengehandelter Fonds (ETFs). In der ersten Jahreshälfte entfielen auf sie 65% der Zuflüsse in europäische Hochzinsanleihen, so Daten von JP Morgan zufolge. Diese Anlagevehikel kaufen in der Regel nur die liquidesten Anleihen, die von den am stärksten verschuldeten Unternehmen begeben werden.

Bei einem Markteinbruch könnte sich die Liquidität dieser Anleihen mehr als ein Fluch als ein Segen erweisen. Da sie in schwierigen Zeiten einfacher abgestossen werden können, könnten sie schwere Verluste erleiden. Bei einem Ausverkauf sind sie die ersten, die Verluste erleiden.

Auf den ersten Blick scheint das für Hochzinsanleihen ein Desaster zu sein. Das ist aber nicht ganz richtig. Die Fundamentaldaten von Non-Investment-Grade-Anleihen deuten darauf hin, dass sie einen Konjunkturabschwung gut abfedern können.

In ihrer Resilienz spiegelt sich zum Teil der Umstand wider, dass der Grossteil der Rendite im Hochzinsuniversum mit dem Kupon erzielt wird. Über einen Konjunkturzyklus gesehen – vom Wachstum bis zur Rezession – werden 110% der Gesamtrendite bei Hochzinsanleihen aus Erträgen erzielt, sodass ein im Durchschnitt kleiner Kapitalverlust problemlos kompensiert wird. Das bedeutet, dass die Anlagerenditen nicht von starkem Wirtschaftswachstum abhängen, sondern von der Fähigkeit der Unternehmen, ihren Zinsdienst zu leisten.

Eine stabile bzw. selbst eine leicht schrumpfende Wirtschaft dürfte ausreichen, um diese Rückzahlungen zu gewährleisten. Zwischen Mitte 2011 und Mitte 2016 zum Beispiel – einer Zeit, in der das Wirtschaftswachstum in der Eurozone konstant unter 2% lag und der Block den grössten Teil seiner Rezession erlebte – lagen die Renditen europäischer Hochzinsanleihen im Durchschnitt bei 7,8% p.a., gegenüber 5,1% bei Aktien1.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zusammensetzung des europäischen Hochzinsmarkts weniger zyklisch ist als die seines US-Pendants. Der grösste Sektor in den USA, auf den mehr als 15% des Markts entfallen, ist Energie. In Europa hingegen liegt Telekommunikation mit einem Anteil von 12% vorn.

Kreditwürdigkeit wird besser

Eines der Hauptrisiken am Hochzinsmarkt sind Ausfälle, und sowohl Standard & Poor's als auch Moody’s gehen für 2020 von einem Anstieg aus. Die Lage ist jedoch nicht ganz so düster, wie es auf den ersten Blick scheint.

Zunächst einmal scheinen zwar die Ausfallraten zu steigen, aber sie liegen weiterhin auf historischen Tiefständen und das dürfte auch so bleiben. Zudem ist das europäische Hochzinsuniversum heute kreditwürdiger als in der Vergangenheit – das durchschnittliche Rating liegt bei BB- und nur 5% der Anleihen sind mit CCC, dem niedrigsten Rating, bewertet.

Hinzu kommt, dass den Bewertungen das begrenzte Angebot zugute kommt: Der europäische Hochzinsmarkt ist in den letzten Jahren stark geschrumpft.

Wir befinden uns jetzt in einer späten Phase des Konjunkturzyklus und der Hochzinsmarkt bietet weiterhin attraktive Chancen und ist bei einer konservativen Verwaltung eine zunehmend lohnendere Quelle für Ertrag (siehe Abb. 2).

ABB. 2 LOHNENDE QUELLE FÜR ERTRAG

Europäische Unternehmensanleihen nach Rating, Yield-to-Worst, %

Basierend auf den Bloomberg Barclays Euro Aggregate Corporate Indizes.
Quelle: Bloomberg. Daten vom 29.06.2018 bis 28.06.2019.

ANSATZ VON PICTET AM FÜR EUROPÄISCHE HOCHZINSANLEIHEN

Risikokontrolle

Risikokontrolle ist das A und O. Kapitalerhalt und Vorhaltung von Liquidität stehen im Zentrum unseres Ansatzes. Wir konzentrieren uns daher auf Diversifizierung, was insbesondere bedeutet, dass wir nicht mehr als 5% einer bestehenden Emission erwerben, Anleiheemissionen meiden, die zu klein und daher nicht liquide genug sind, und Obergrenzen für Branchenallokationen festgelegt haben. Sowohl auf Ebene einzelner Anlagen als auch des Gesamtportfolios sind wir bestrebt, das richtige Verhältnis von Risiko und potenziellen Renditen zu finden, notfalls sichern wir die Investments auch ab.

Fachkompetenz

Unsere Analysten sind Branchenspezialisten und haben sowohl Investment-Grade- als auch Hochzins-Unternehmensanleihen im Auge. Sie machen sich somit ein Gesamtbild von der jeweiligen Branche und erkennen frühzeitig Chancen, die sich aus Rating-Migrationen ergeben, wie z. B bei der ewigen Anleihe von Vodafone, die im August auf High-Yield herabgestuft wurde.

Ertragschancen

Zur Maximierung der Ertragschancen nutzen wir Bottom-up-Analysen, um den Markt auf Preisanomalien zu durchforsten. Heute sind die Anleihen von zyklischen und nicht-zyklischen Unternehmen ähnlich bewertet, aber Unternehmen, deren Gewinne stark vom Konjunkturzyklus abhängen, werden bei einem Konjunkturabschwung volatiler sein als diejenigen, deren Waren und Dienstleistungen immer nachgefragt werden. Wir sind daher in nicht-zyklischen Werten wie Telekommunikation und Kabelanbietern übergewichtet. Hingegen waren wir im vergangenen Jahr sowohl in italienischen als auch britischen Unternehmensanleihen untergewichtet, weil wir der Auffassung waren, dass sich in den Bewertungen nicht die jeweiligen politischen Risiken dieser Länder widerspiegeln.


1) Basierend auf der Wertentwicklung des ICE BofAML Euro High Yield Constrained Price Index und des EuroSTOXX 50 Price Index zwischen dem 30.06.2011 und 30.09.2016.

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Über Andrew Wilmont

Andrew Wilmont ist seit 2018 bei Pictet Asset Management beschäftigt und Senior Investment Manager in unserem Developed Credit Markets Team, das sich auf europäische Hochzinsanleihen konzentriert. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er vier Jahre bei Neuberger Berman als Managing Director für den Bereich europäische Hochzinsanleihen verantwortlich. Zwischen 2005 und 2014 leitete er das European/Global High Yield Team bei Axa Investment Managers. Andrew Wilmont begann seine Laufbahn im High-Yield-Segment als Corporate Analyst bei der Saudi International Bank in London, als 1997 die ersten europäischen Hochzinsanleihen aufgelegt wurden. Er besitzt einen MSc in Business und einen LLM in Corporate Law der Vrije Universiteit, Amsterdam. Zudem ist er Chartered Financial Analyst (CFA).

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

„Risikoarme“ Staatsanleihen?

Mittlerweile hat die US-Notenbank die Leitzinsen zweimal gesenkt, die Rentenmärkte sind – trotz kurzfristiger Rückschläge – seit Jahresbeginn in prächtiger Verfassung.

Auch die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank hat Spuren hinterlassen, allerdings eher dämpfende. Hier war die Erwartung doch etwas höher und der September brachte keine Beiträge zur Wertentwicklung. Dennoch: 6–9 % in Euro-Anleihen, Italien sogar wider Erwarten deutlich darüber – ein sehr gutes Jahr für Investoren dieser risikolosen (?) Asset-Klasse. Der weiter schwächer gehende Euro hat zuletzt weniger die US-Anleihen, sondern vielmehr UK- und Emerging-Market-Anleihen währungsseitig unterstützt. Dabei muss erwähnt werden, dass sich die Emerging-Market-Währungen nach einem recht schwachen Sommer nun etwas erholt haben.

US-Anleihen sind hingegen weiterhin die Ertragsbringer des Jahres, die höheren laufenden Renditen und Währungsgewinne machen den Großteil der Differenz zu Euro-Anleihen aus.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Anleihekaufprogramm läuft wieder an

Die Renditen der Staatsanleihen stiegen bis Mitte September doch deutlich an, zumal die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren weniger stark negativ ausfielen (Europa) oder positiv zu überraschen wussten (USA). Mit der nochmaligen Senkung des Einlagesatzes auf - 0,5 % und der Entscheidung, abermals ein Anleihekaufprogramm zu starten – ab November 20 Milliarden Euro pro Monat –, änderte die Europäische Zentralbank (EZB) das Bild: Die Renditen driften wieder nach unten. Hinzu kam, dass die US-Fed wenige Tage später den Leitzins um 25 Basispunkte senkte, der mittlerweile zweite Schritt, ein dritter wird bis Jahresende vom Markt erwartet beziehungsweise „eingepreist“.

Auch der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt ein schwer kalkulierbares Risiko, das sowohl die US-Fed als auch die EZB abzufedern versuchen. In Europa steigt unserer Einschätzung nach allerdings der politische Widerstand gegenüber den Anleihekäufen, wir bleiben im Rahmen der Taktischen Asset-Allocation in europäische Staatsanleihen untergewichtet.

Staats- und Unternehmensanleihen: „Risikoarme“ Staatsanleihen?

Globale Staatsanleihen zeichnen sich nicht nur durch niedrige oder negative Renditen aus, wir beobachten auch etwa seit Jahresbeginn steigende implizite Volatilitäten an diesen Märkten. Vor allem Anfang September sprang dieses Angstbarometer an den Anleihemärkten stärker an als an den Aktienmärkten. Staatsanleihen stellen somit einen zunehmend unangenehmeren, risikoreicheren Teil eines diversifizierten Portfolios dar. In Erwartung sinkender Renditedifferenzen (Spreads) bleiben wir bei unserem Übergewicht von risikoreicheren Emerging-Market-Staatsanleihen gegenüber europäischen Staatsanleihen.

High-Yield-Unternehmensanleihen kompensieren unserer Einschätzung nach mittlerweile bei weitem nicht mehr die inhärenten Risiken. Bei dem aktuellen Spreadniveau und erwarteten Ausfallsraten von 4 % (Ratingagentur Moody's per Ende August 2020) sind die Ertragsaussichten am High-Yield-Markt so trübe wie zuletzt 2007/08. Unser Übergewicht von Unternehmensanleihen hoher Qualität bleibt aufrecht.

Emerging Markets: Anleihen weiter attraktiv

Hingegen bleiben Emerging-Market-Anleihen in Hartwährung eines der attraktivsten Segmente. Der Handelsstreit zwischen den USA und China spielt in diesem Zusammenhang eine nicht unwichtige Rolle, die wesentlichste Dynamik passierte zuletzt jedoch nicht im asiatischen, sondern im lateinamerikanischen Raum, wo nicht nur für Argentinien die Konjunkturprognosen von Analysten zuletzt deutlich nach unten genommen wurden. Wir behalten unser Übergewicht von Emerging-Market-Staatsanleihen in Hartwährung gegenüber europäischen Staatsanleihen bei.

Die Ernährung der Zukunft – wird Fleisch zum nächsten Stranded Asset?

Ein Beitrag von Damian Pilka, Spezialist Investmentfonds, anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober 2019 zu Problemen in der Landwirtschaft. Der zweite Teil des Beitrags zu Lösungen und Produkten folgt in der kommenden Woche.

In der öffentlichen Debatte über Maßnahmen gegen den Klimawandel diskutieren Politiker*innen und Expert*innen besonders gerne über den Ausbau der Erneuerbaren Energie und den Verzicht auf Kohle sowie den Umstieg auf das Elektroauto. Doch mit E-Autos allein, die mit 100 Prozent Solar- oder Windstrom angetrieben werden, wird der Wandel zu einer CO2-neutralen Wirtschaft nicht gelingen. Eine ebenso große Herausforderung ist die Art und Weise, wie wir Nahrung produzieren. Denn in der Landwirtschaft liegen die CO2-Emissionen in etwa achtmal höher als im gesamten privaten Verkehr und fast doppelt so hoch wie im gesamte Transportsektor.

Die gute Nachricht: Es scheint sich in der Branche etwas zu ändern, haben doch Discounter wie Lidl oder Aldi immer mehr Öko-Produkte oder vegane Lebensmittel im Angebot. Am Kapitalmarkt feierte das amerikanische Unternehmen Beyond Meat, ein Hersteller veganer Burgerpatties aus Erbsenproteinen, jüngst ein vielbeachtetes Börsendebüt. Die schlechte Nachricht: Weltweit gibt es eine langfristige Tendenz zu mehr Fleischkonsum, Fettleibigkeit und ungesundem Essen. Angesichts dieser Relevanz und Widersprüchlichkeit lohnt ein näherer Blick: Wie wird sich die Ernährung ändern? Geht es um Anpassungen oder grundlegenden Wandel? Und welche Branchen sind davon genau betroffen? Ist die Fleischproduktion, wie wir sie heute kennen, vielleicht gar das nächste Stranded Asset aus Investorensicht?


Abbildung 1: Quelle EPA: https://www.epa.gov/ghgemissions/global-greenhouse-gas-emissions-data

Teil 1: Die Landwirtschaft der Gegenwart: Probleme über Probleme


Tierproduktion mit höchstem Flächenverbrauch

2000m² - das ist die Anbaufläche, die jedem Menschen auf der Welt rechnerisch zur Verfügung steht. Die Formel dahinter ist einfach: Die Gesamtfläche landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, das sind ca. zwei Drittel der Landmasse, geteilt durch die Weltbevölkerung. Auf dieser Fläche lassen sich 8.500kg Kartoffeln, 2.500kg Bohnen oder Futtermittel für 250kg Fleisch anbauen. Von den Kartoffeln werden 9 Menschen durchschnittlich satt, vom Fleisch nicht einmal ein einziger Mensch. In der Praxis wird die landwirtschaftliche Fläche ungleich genutzt. Mehr als 40 Prozent wird für die Nutztierhaltung benötigt, nur 7 Prozent dagegen für die Herstellung pflanzlicher Produkte. Dabei liefern pflanzliche Produkte 80 Prozent die für Menschen nötige Energie und sogar 70 Prozent der nötigen Proteine.


Abbildung 2: Quelle: Our World in Data Base on UN Food and agricultural Organization (FAO) Statistics https://ourworldindata.org/uploads/2013/10/Land-use-graphic-01-01-01.png 

Hohe CO2-Emissionen in der Rindertierhaltung

Es ist also vor allem die Nutztierhaltung, für die der Großteil der Fläche verbraucht wird – und die auch eine Vielzahl an Problemen verursacht. Mehr als 80 Prozent der gerodeten Waldflächen werden zur Produktion von Rindfleisch genutzt. Das Ausmaß dieser Zerstörung ließ sich im Sommer in Brasilien beobachten. Neben sozialen Folgen wie der Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen oder unrechtmäßiger Landnahme ist auch die ökologische Bilanz verheerend. Statt dass diese mit hoher Biodiversität gesegneten Flächen Kohlenstoffdioxid binden, dient das dort angebaute Soja in der Regel als Futtermittel für Tiere in der Massentierhaltung und führt zu erheblichen Treibhausgasemissionen. So werden beim Anbau der Futtermittel massiv Pestizide und Düngemittel eingesetzt. Das Futtermittel muss transportiert werden. Und schließlich produziert eine Kuh in der intensiven Massentierhaltung 2-5 Tonnen CO2-Äquivalente. Zur Veranschaulichung: Weltweit gibt es zwischen 1-1,4 Milliarden Kühe. Das entspricht Treibhausgasemissionen 2-6 Mrd. Tonnen CO2. Der jährliche CO2-Ausstoß von Deutschland beträgt im Vergleich 800 Mio. Tonnen.


Abbildung 3: Emission der Länder Quelle: https://www.climatewatchdata.org/ghg-emissions?gases=178&source=43
Anzahl der Kühe: https://www.statista.com/statistics/263979/global-cattle-population-since-1990/ https://www.dw.com/en/roughly-15-billion-cows-on-the-planet/a-39865474
Methan je Kuh: Journal of Environmental Protection http://file.scirp.org/Html/4-6702462_51796.htm

Weitere Folgen: Gesundheitsschäden, Tierwohl, prekäre Arbeitsverhältnisse, Stress

Nicht nur aus klimatischer oder ökologischer Sicht ist die Tierproduktion bedenklich. Verarbeitetes Fleisch (Geräuchertes Fleisch, Salami, usw.) wurde von der Weltgesundheitsorganisation als ebenso krebserregend wie z.B. Asbest oder Tabak eingestuft. Der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren (insbesondere in Milch- und Eierprodukten) erhöht die Risiken für Herz- und Kreislauferkrankungen und für Insulinresistenzen, besser bekannt als Diabetes Typ II. Die Behauptung, Fleisch oder tierische Produkte wären für die menschliche Ernährung notwendig, ist wissenschaftlich nicht mehrheitsfähig. Laut vieler Ernährungsgesellschaften (insbesondere der großen US-amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics) ist eine pflanzliche Ernährung in allen Lebensabschnitten für eine ausreichende Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen geeignet. Der Konsum von tierischen Produkten ist damit eine Wahl, keine Pflicht.

Auch stellt sich die ethische Frage nach dem Tierwohl. In der von Wissenschaftlern verfassten „Cambridge Declaration on Consciousness” heißt es, dass „nicht-menschliche Tiere“ die gleiche Wahrnehmung des Bewusstseins haben wie Menschen. Damit wurde explizit nicht ausgedrückt, dass Tiere menschliche Intelligenz aufweisen, jedoch in der Lage sind zu fühlen und sich ihrer Selbst bewusst sind. Obwohl es für die Gesundheit also nicht notwendig ist und zudem enorme Ressourcen verbraucht, ist die industrialisiere Tötung von empfindungsfähigen Wesen gesellschaftlich akzeptiert. Jede Sekunde werden 20 Tiere in Deutschland geschlachtet. Insbesondere die Zustände in der Massentierhaltung widerlaufen aufs Extremste der Deklaration. Denn dort werden systematisch Ferkel ohne Betäubung kastriert, männliche Küken bei vollem Bewusstsein ebenso wie hochschwangere Milchkühe getötet oder für Kosmetische Zwecke Tierversuche unternommen.

Hinzu kommt, dass die Angestelltenverhältnisse vieler Mitarbeiter*innen in Schlachthäusern durch Werkverträge mit ausländischen Sub-Unternehmern prekär sind, sie häufig an Posttraumatischen Stress leiden. In keinen anderen Branchen ist die Quote höher als in der Fleischindustrie. Und bei all diesen Herausforderungen wurde immer noch nicht diskutiert, wie wir den Hunger in der Welt mit dieser verschwenderischen Produktion von Lebensmittel bekämpfen wollen.

Doch wie sehen Lösungen aus? Welche neuen Produkte und Anbieter drängen an den Markt? Welche Auswirkung kann dies auf die derzeitige Landwirtschaft haben? Lesen Sie dazu kommende Woche im zweiten Teil, wie sich die Landwirtschaft in den nächsten Jahren verändern wird.


Damian Pilka ist seit 2013 als Wertpapierspezialist in der Angebotsentwicklung der GLS Bank tätig. Der ausge-bildete Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft ist insbesondere für die Be-treuung und Auflage von Alternativen Investmentsfonds zuständig.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Wie die GLS Bank zu Ernährung und Landwirtschaft steht

Wie in ihren öffentlich zugänglichen Anlage und Finanzierungsbedingungen festgeschrieben, investiert in und finanziert die GLS Bank Unternehmen, die in der Erzeugung, Verarbeitung und dem Handel von und mit landwirtschaftlichen Produkten und gesunden Lebensmitteln gemäß den anerkannten Richtlinien der ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft tätig sind. Der Einsatz von Mineraldüngern, Pestiziden sowie gentechnisch veränderten Organismen, Massentierhaltung und industrielle Fleischverarbeitung sind durch diese Richtlinien ausgeschlossen. In ihren politischen Forderungen verlangt die GLS Bank eine konsequente Abgabe auf die Nutzung von Pestiziden und Stickstoffdünger. Sie unterstützt die Ackergiftkampagne des Bündnisses für enkeltaugliche Landwirtschaft.
Die GLS Bank ist in keinem der im Artikel erwähnten Unternehmen investiert (Stand 17.10.2019).

Reduziert ESG Ihre Diversifikation?

Diversifikation ist die Grundlage für moderne Portfolios, die vom Nobelpreisträger Harry Markowitz als „the only free lunch“ für Anleger bezeichnet wird. Aber könnte der Trend zu Investitionen nach den Grundsätzen von Umwelt, Soziales und Governance (ESG) die Diversifikation schwächen? Unser neuer Researchartikel untersucht diese wichtige Frage und quantifiziert die unerwarteten Auswirkungen des Ausschlusses von Sektoren wie Energie und Tabak.

Legal & General Investment Management beleuchtet im neuen Researchartikel die Fragen:

  • Wenn Sie nicht mehr in fossile Brennstoffe oder Tabak investieren, wohin fließt Ihr Geld dann? Und wie wirkt sich das auf das Risikoprofil Ihres Portfolios aus?
  • Welche Branchen diversifizieren ein Portfolio? Und sind diese konsistent, oder ändern sie sich im Laufe der Zeit?
  • Führt das Ausschließen von Energie zu versehentlichen Faktorverzerrungen? Und sind dies strukturelle Faktoren oder variieren sie, ohne dass die Anleger dies bemerken?

Den Researchartikel finden Sie hier.

Nr. 2 der nachhaltigen UN-Entwicklungsziele: Kein Hunger

SDG – drei Buchstaben, die unser aller Zukunft ab sofort prägen. Und zwar zum einen, indem wir das, was sich dahinter verbirgt, künftig gezielt und aktiv umsetzen. Zum anderen, weil ihre Botschaft uns überhaupt erst eine wirkliche Zukunftsperspektive schafft. Denn diese Buchstaben stehen für Sustainable Development Goals, also nachhaltige Entwicklungsziele der UN, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Diese ehrgeizige Welt-Agenda gilt für jeden Menschen überall auf dieser Welt – Staatsoberhäupter und Politiker, Arbeitgeber und Arbeitnehmer! 

Nr. 2: KEIN HUNGER

Ein Kind verhungert. Was für uns unvorstellbar scheint, passiert auf diesem Planeten tatsächlich alle zehn Sekunden! Obwohl Nahrung als Menschenrecht gilt und obwohl es – noch – genug Nahrung für alle gibt, sind weit über 800 Millionen Menschen von Hunger und zwei Milliarden von Mangelernährung betroffen. Das erklärte Ziel bis 2030 lautet: Kein Mensch soll mehr Hunger leiden.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hunger geht vor allem mit Armut Hand in Hand. Und während Regierungen und Konzerne Strategien nach ihren eigenen Interessen ausrichten, wird die Kluft zwischen Arm und Reich größer. Darüber hinaus zerstören Kriege und bewaffnete Konflikte die landwirtschaftliche Infrastruktur. Nicht zuletzt beeinträchtigen Wetterextreme Ernten und Widerstandskraft der Bevölkerung. Eine Situation, die nicht zuletzt auf Ressourcenverschwendung und Klimawandel zurückzuführen ist! Und hier wird besonders deutlich, dass Konsequenzen oft jene am stärksten belasten, die gar nicht zu den Hauptverursachern gehören.

Die Zeit zu handeln ist jetzt: Gemeinsam lässt sich viel erreichen, wenn sich jeder einzelne seine Verantwortung bewusst macht. Unternehmen, Bildungseinrichtungen sowie alle Privathaushalte können Lebensmittelverschwendung gezielt vermeiden – durch Resteverwertung, durchdachte Lagerung, Lebensmittelspenden und Aufklärungsarbeit. So wird ja beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum oft als Verfallsdatum missinterpretiert…

Es steht jedem frei, sich aktiv zu engagieren und Geld oder Lebensmittel zu spenden. So ist der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. dank dem Engagement seiner über 60.000 ehrenamtlichen Helfer mit bald 1.000 Tafeln in ganz Deutschland vertreten. Internationale Initiativen wie die Welthungerhilfe setzen sich seit Generationen dafür ein, den Hunger in der Welt zu beenden. Mehr Informationen finden sich beispielsweise unter www.tafel.de oder www.welthungerhilfe.de.


Die Evangelische Bank: DIE Nachhaltigkeitsbank

Die Evangelische Bank eG ist ein genossenschaftlich organisiertes, nachhaltiges Kreditinstitut. Als moderner Finanzdienstleister bietet sie Spezial-Know-how und umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 7,7 Mrd. Euro ist die Evangelische Bank eG die größte Kirchenbank und zählt zu den zehn größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. Die Evangelische Bank ist als nachhaltig führende Kirchenbank Deutschlands Finanzpartner der Kirchen, Diakonie, Caritas, Freien Wohlfahrtspflege und der Sozialwirtschaft sowie aller privaten Kunden mit christlicher Werteorientierung. Rund 440 Mitarbeiter betreuen bundesweit etwa 19.000 institutionelle Kunden und ca. 72.000 private Kunden an 13 Standorten.

Ernährung: in die Zukunft der Lebensmittel investieren

Der Pictet-Nutrition legt in Unternehmen an, die Lösungen zur Verbesserung von Qualität und Nachhaltigkeit der künftigen weltweiten Nahrungsmittelversorgung entwickeln. Darunter fallen Innovationen zur Verbesserung der Produktivität in der Landwirtschaft, Steigerung der Effizienz beim Transport und der Verarbeitung von Lebensmitteln und zur Maximierung des Nährstoffgehalts der verzehrten Lebensmittel.

1. Landwirtschaft

Stetige Verbesserungen der Anbaumethoden, wie z.B. die effizientere Nutzung von Ackerflächen, werden in den kommenden Jahren eine wesentliche Rolle bei der Produktion der erforderlichen Menge und Qualität von Lebensmitteln spielen.

SMART FARMING

Die neue Technologie schafft „verbundene Landwirtschaftsbetriebe“ und trägt somit durch präzise Analysen, Überwachung und Erntemanagement zur Maximierung der Produktivität bei.

Quelle: Pictet Asset Management

Dies muss allerdings nicht zulasten der Nachhaltigkeit gehen. Der Boden ist beispielsweise eine wichtige Ressource für 95% der produzierten Lebensmittel. Heutzutage sind jedoch 33% der Böden geschädigt, was auch nicht leicht rückgängig zu machen ist: Die Bildung einer Schicht von 2 bis 3 cm fruchtbarem Mutterboden kann bis zu 1’000 Jahre dauern1

Dies stellt zwar eine grosse Herausforderung, aber auch eine Chance für Unternehmen dar, die Lösungen bieten, wie z.B. Werkzeuge zur Präzisionsüberwachung, die einen genauen Einsatz von Düngemitteln zur Korrektur von Ungleichgewichten im Boden ermöglichen. Zugleich erhöhen steigende Einkommen in den Schwellenländern die Nachfrage nach Nahrungsmitteln mit höherem Nährwert, wie z.B. tierischem Eiweiss, für deren Herstellung tendenziell deutlich mehr kritische Ressourcen benötigt werden.

Bessere Landmaschinen und Systeme zur Nahrungsmittelproduktion sind unerlässlich, und unsere Strategie unterstützt die laufenden technologischen Innovationen in diesen Bereichen. Die Investition in Unternehmen mit „Best Practice“-Anbaumethoden dürfte zu einer gesteigerten Effizienz, weniger Abfall und aufgrund der Skaleneffekte zu niedrigeren Kosten führen.

2. Verarbeitung und Vertrieb

Der Transport von hochwertigen Nahrungsmitteln dorthin, wo sie gebraucht werden, ist in einer Welt mit sich drastisch ändernden Ernährungsgewohnheiten entscheidend.

In den USA entfallen 50% der für die Nahrungsaufnahme aufgewendeten Zeit auf Snacks, was eine ausgewogene Ernährung erschwert.

Der gesamte Weg zum Verbraucher, vom Erzeuger über den Verkäufer, wird eine Rolle spielen. Und nirgendwo sind Veränderungen nötiger, als wenn es um höhere Effizienz bei der Abfallvermeidung geht.

Da die Lebensmittelverluste während der Ernte, Verarbeitung, des Transports und der Lagerung auftreten, bieten sich Unternehmen viele Gelegenheiten zur Effizienzsteigerung. Zu den Neuerungen zählen antimikrobielle Verpackungen, die zur Vermeidung von Transportschäden und zum Erhalt der Lebensmittelsicherheit beitragen, sowie innovative Sensoren auf der Verpackung, die mehr Klarheit in Bezug auf Verfallsdaten schaffen. Dadurch können die Unmengen der von Verbrauchern weggeworfenen Lebensmittel reduziert werden.

3. Lebensmittel

Die Fortschritte bei Produktivität in Landwirtschaft und Lebensmittelvertrieb stellten zu stark auf die Produktion von Kalorien ab und vernachlässigten die Qualität. Dies hat zum verstärkten Konsum verarbeiteter Lebensmittel geführt, mit unbeabsichtigten Auswirkungen – allen voran der übermässige Zuckerkonsum, der weithin als einer der Hauptgründe für die Zunahme der Zahl an Fettleibigkeit leidender Menschen gesehen wird.

Der Welthunger, schlechte Ernährung und Fettleibigkeit kosten die Welt Billionen von Dollar an Gesundheitsausgaben und verlorener Produktivität. Der Verlust von Nährstoffen ist nicht nur durch mehr Effizienz in den Lieferketten abzuwenden, sondern auch durch die Stärkung von Lebensmitteln mit Nährstoffen, Hebung des Kundenbewusstseins durch bessere Labels und selbst Modernisierung der Bestimmungen über Lebensmittelsicherheit. In Industrie- wie Schwellenländern hat der verstärkte Fokus auf Gesundheit eine Haltungsänderung bei Konsum und Regulierung im Sinne einer Verbesserung des Nährstoffgehalts von Lebensmitteln zur Folge. Dabei dürften Unternehmen, die mit der Entwicklung hochwertiger Lebensmittel – ob durch bessere Inhaltsstoffe, neue Formeln, Prüfverfahren, Qualitätskontrollen oder Zertifizierungen – an diesem Übergang beteiligt sind, von der weltweit zunehmenden Fokussierung auf Gesundheit, Gewinnung und Verarbeitung von Lebensmitteln profitieren.

Denkanstoss

Unsere Strategie Nutrition verfolgt einen durchweg positiven Ansatz und ist bestrebt, von Lösungen zu profitieren, nicht von Problemen – wir legen weder in Rohstoffen an noch spekulieren wir mit knappen Nahrungsmitteln. Wir konzentrieren uns vielmehr auf Unternehmen, die zur Sicherung der künftigen weltweiten Nahrungsmittelversorgung beitragen und daher eine nachhaltige, langfristige Gelegenheit für Anleger darstellen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf am.pictet.

1) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Food revolution starts on the plate

The food we eat today is killing both - people and the planet. Our diet needs to change radically to deliver healthier and more sustainable meals to the world's population, says Dr Sandro Demaio, Medical Doctor and global health expert At EAT Forum.


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Deutschlands expansive Steuerpolitik – wartet Godot bereits hinter der nächsten Ecke?

„Um vorweg die Spannung gleich einmal zu nehmen: Godot ist vielleicht nah, wartet jedoch noch nicht gleich hinter der nächsten Ecke“, steigt Dr. Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochter Western Asset, in die Analyse der deutschen Steuerpolitik ein. Allerdings sei die aktuelle Entwicklung hin zu einer entgegenkommenderen steuerpolitischen Haltung auch eher intellektueller Natur. Denn die schwarze Null ist nach wie vor das Maß aller Dinge. „Es gibt jedoch zwei mögliche Handlungsstränge, die für Bewegung und damit zu konkreten expansiven Maßnahmen führen könnten: Entweder verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland dermaßen, dass ein antizyklischer Anreiz nötig wird, oder aber es kommt zu einer strukturellen Veränderung beim Investitionsbudget sowie anderen Prioritäten bei den Ausgaben im Bundeshaushalt“, analysiert Dr. Billmeier weiter. Gleichwohl wäre jedoch ein guter Beitrag an tatsächlichen Anreizen kurzfristig möglich – wenn das Budgetziel erreicht und nicht überschritten würde, glaubt der Experte von Western Asset. Denn im Schnitt habe die Bundesregierung in den letzten vier Jahren eine Budgetüberschuss von 1,3 Prozent erwirtschaftet. Diese Reserven für „schlechte Zeiten“, die sich in den wirtschaftlichen guten Jahren angehäuft haben, müssten also „nur“ genutzt werden.

„Auf der zyklischen Seite zeigen aktuelle Daten einen moderaten Aufschwung: Der Einkaufsmanagerindex im Baugewerbe hat sich etwas erholt – ebenso wie die Automobilindustrie. Der Einkaufsmanagerindex bei Dienstleistungen war jedoch enttäuschend und könnte auf weiterhin schlechte weiche Daten hinweisen“, glaubt Dr. Billmeier. Alles in allem sei es gut möglich, dass die deutsche Wirtschaft um eine technische Rezession nicht herumkomme. Dennoch geht man bei der Legg Mason-Tochter davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in 2019 positiv bleiben und es eine moderate Erholung in 2020 geben wird – obwohl auch Abwärtsrisiken durchaus ernstgenommen werden müssten.

Auf der strukturellen Seite falle das deutsche Grundkapital allerdings auch seit etwa einer Dekade. Investitionsbudgets könnten ebenso erhöht werden, wie man bei Haushaltsausgaben andere Prioritäten setzen könnte. „Jene Maßnahmen, die allerdings tatsächlich einen Unterschied machen könnten, fehlt eine breite Akzeptanz. Unter der jetzigen Koalition sind sie also schwer vorstellbar – vor allem auch, weil einige von ihnen einen klaren Bezug zum Klimaschutz haben“, glaubt Dr. Billmeier – auch, da das Klimapaket insgesamt ja deutlich moderater ausgefallen sei als erhofft.

Auswirkungen auf die Märkte

Für das letzte Quartal des Jahres erwarten die Experten von Western Asset gleich eine Fülle an Ideen für eine expansivere Steuerpolitik – vor allem, wenn das Wachstum im dritten Quartal erneut negativ ausfällt. Solche Meldungen könnten die Renditen deutscher Staatsanleihen in die Höhe treiben, sagt Dr. Billmeier, betont gleichzeitig aber auch, dass die wirtschaftliche und politische Situation im Land sich derzeit so gestaltet, dass es schwer ist, Raum für eine signifikante strukturelle steuerpolitische Dynamik zu schaffen. „Das Ziel für das Haushaltsdefizit wird in Deutschland auch weiterhin die schwarze Null sein – von der aktuellen Konjunkturdelle einmal abgesehen – und der Verschuldungsgrad wird weiterhin sinken, womit ein deutlicher, makro-getriebener Ausverkauf deutscher Staatsanleihen unwahrscheinlich wird“, sagt Dr. Billmeier.

Warten auf die Fiskalpolitik

Es gäbe Raum für Bewegung an der steuerpolitischen Front in Deutschland – allerdings glaubt Dr. Billmeier, dass der wirtschaftliche Abschwung dafür wesentlich deutlicher werden müsste. „Durch eine langfristige, strukturelle Brille betrachtet, gibt es durchaus wachsenden Anerkennung für die Rolle einer Bundesregierung, die sie für deutlich proaktivere Rahmenbedingungen für Infrastrukturinvestments einsetzt – die es teilweise auch zu finanzieren gilt. Kurzfristig wird das jedoch wenig gelten. Mittelfristig könnten aber gerade die Grünen als Teil der Regierung dafür sorgen, dass sich die Klimaausgaben erhöhen. Vermutlich wird das aber erst mit der kommenden Bundestagswahl 2021 etwas werden. Bis dahin zieht Godot noch seine Kreise“, schließt Dr. Billmeier ab.

„Das Jahr 2019 war und ist bei Technologie-Aktien ein Übergangsjahr“

Bernhard Ruttenstorfer, Fondsmanager des Technologie-Aktienfonds der Erste Asset Management, erzählt worauf es beim Investieren in Technologie-Aktien ankommt, wie die Märkte reagieren und was von Big Tech dieses und nächstes Jahr zu erwarten ist.

In den Börsenprospekten von Tech-Unternehmen, die dieses Jahr IPOs machen, liest man immer wieder sinngemäß: “Wir wissen nicht, wann wir jemals Gewinn machen werden.” Trotzdem wird massiv investiert. Warum?

Bernhard Ruttenstorfer: Die Marktprognosen für Uber etwa besagen, dass 2025 Gewinn geschrieben werden soll. Aber im Technologiebereich ist es so: Es wird das Geschäftsmodell und der Markt gekauft. Uber und Lyft decken den Trend von Offline zu Online ab, und sie haben einen Netzwerk-Effekt: Je mehr Fahrer es gibt, desto mehr Kunden gibt es.

Die Geschäftsmodelle mögen sich in einem frühen Stadium befinden, aber der Trend geht in diese Richtung weiter. Uber hofft darauf, dass Autos in ein paar Jahren selbst fahren, das ist ein großer Kostenfaktor. Uber ist Markführer in einem stark wachsenden Markt. Deswegen sind diese Aktien sehr begehrt, auch wenn nicht direkt absehbar ist, wann es Gewinn gibt.

Als etwa Facebook 2012 an die Börse ging, machte das Unternehmen bereits Gewinn, trotzdem waren Anleger sehr skeptisch. Das ist ein krasser Unterschied zu heute. Warum?

Da muss man unterscheiden. Bei Facebook war zwar Profitabilität da, aber damals war die Frage offen, ob sie es schaffen, die Nutzer vom PC in die mobile App zu bringen und dort Umsätze zu erwirtschaften. Das war die große Sorge an der Börse damals. Wir wissen heute, dass man auch am Mobiltelefon ordentlich Umsatz und Gewinn machen kann. Zwei Faktoren haben Facebook in die Hände gespielt: Die Smartphone-Displays sind größer geworden, und die User haben Facebook am Phone viel intensiver genutzt.

Heute ist die Risikofreudigkeit viel größer als vor fünf Jahren. Bei neuen Börsengängen werden Aktien mit hohen Bewertungen gekauft, auch wenn die Gewinnzone noch weit entfernt ist. Diese Serie – Uber, Lyft, Slack, Pinterest u.a. – wird nicht so schnell abreißen. Airbnb ist der nächste Kandidat. Es sind die Zukunftsthemen, die gekauft werden.

Kann man 2019 bereits einen Trend absehen?

Das Jahr 2019 war und ist im Technologiebereich ein Übergangsjahr. Wir haben zurückgehendes Wachstum bei den Gewinnen gesehen. Aber das Hauptproblem, das sich schon im letzten Jahr abgezeichnet hat, war: auf der Hardware-seite sind Überkapazitäten entstanden. Das starke erste Halbjahr 2018 wurde fortgeschrieben, aber ab Mitte 2018 hat sich herausgestellt, dass es viel schlechter läuft und die Nachfrage gesunken ist. So sind etwa Zuwächse bei Server-Kapazitäten zurückgefahren worden.

2019 hat man die Auswirkungen gesehen. Die Hardware-Preise – etwa bei Speicher-Chips, bei CPUs – sind wegen der sinkenden Nachfrage gefallen. Und zusätzlich ist der Smartphone-Zyklus derzeit schwach. 2019 sehen wir langsam eine Bodenbildung, und 2020 sollte es wieder besser laufen.

Ein großes Thema ist der Handelsstreit zwischen den USA und China. Wie belastet er Tech-Aktien?

Tech-Aktien reagieren da sehr direkt, und das trifft gerade die USA, weil dort eben die größten Tech-Unternehmen sitzen. Mittelfristig ist das kein Problem: Wenn Huawei keine US-Technologie mehr kaufen darf, dann finden sich andere Unternehmen, etwa südkoreanische, japanische oder taiwanesische Konkurrenten.

Was eher ein Problem ist, sind die Zölle. Das wird z.B. die Margen von Apple treffen, weil sie die Preise nur teilweise erhöhen werden können und ohnehin schon ein Nachfrage-Problem haben. Im Handelskrieg geht es neben Energie um Technologie-Führerschaft. Die Amerikaner versuchen, Zeit zu gewinnen und die Chinesen nicht aufholen zu lassen. Das ist kurzfristig keine schöne Sache und mittelfristig ändert es die Geschäftsmodelle der Unternehmen. Dann wird eben anderswo produziert, das passiert bereits. Werke werden bereits in anderen asiatischen Ländern eröffnet.

Wie haben sich Tech-Aktien im Vergleich zum Gesamtmarkt entwickelt?

Es sind größtenteils Outperformer. Etwa Pinterest: Auch hier baut man auf Netzwerk-Effekte bei den regelmäßigen Nutzern. Wer es schafft, die Nutzer zu binden, der gewinnt.

In den USA ist die mögliche Zerschlagung von Big Tech zum großen Thema geworden. Wie würde sich ein Szenario, in dem Facebook Instagram oder WhatsApp oder Google YouTube verkaufen muss, auf den Tech-Aktien-Markt auswirken?

Für einen Technologie-Investor, der auch in Konkurrenten oder in abgespaltete Unternehmen investieren kann, ist das nicht wirklich ein Problem. Ich glaube nicht, dass das Sentiment darunter leiden würde. Man kennt die Problematik, dass etwa Facebook und Google den Online Werbe-Markt dominieren, seit vielen Jahren.

Kürzlich ist ein in Linz gegründetes Software-Unternehmen, Dynatrace, in New York an die Börse gegangen. Ist die US-Börse für europäische Tech-Unternehmen die spannendere Option als eine europäische?

Die Konkurrenz an US-Börsen ist sicherlich stärker, aber auch die Investoren-Basis ist größer. Ich würde aber nicht sagen, dass man als Technologie-Unternehmen in den USA notieren muss. Der Markt in Europa ist kleiner, aber nicht unattraktiver. Es gibt einige Unternehmen, die sich besser entwickeln als ihre US-Pendants.

Als Anleger, der in Tech-Stocks investieren will – auf welche Indikatoren muss man im Unterschied zu anderen Branchen achten?

Wir schauen etwa darauf, was widerstandsfähig und nicht so abhängig vom aktuellen Zyklus ist. In einem nächsten Schritt schauen wir, in welchem Segment es welche Marktteilnehmer gibt, wie sie positioniert sind und wie das Wachstum und die Profitabilität aussehen.

Das Segment der Speicher-Chips etwa hat eine relativ schwierige Zeit, weil sich die Preise mehr als halbiert haben. In solchen Momenten versuchen wir, solche Segmente zu meiden.

Interessant ist das Video-Gaming-Segment, dort finden wir kräftiges und stabiles Wachstum. Auch das Thema Sicherheit, dass mit dem Internet of Things immer wichtiger wird, ist für uns bedeutend.

Wie beeinflusst die kommende 5G-Mobilfunk-Technologie den Markt?

Das ist spannend etwa bei Unternehmen wie Nokia, die Netzwerk-Komponenten bereitstellt, oder bei Qualcomm, das die ersten Smartphone-Chips für 5G produzieren. Da sehe ich aber nicht einen plötzlichen Sprung im Markt, weil 5G schrittweise in den Markt eingeführt wird. Es ist gut, wenn ein Markt nicht sprunghaft ansteigt, sondern wenn er sich kontinuierlich entwickelt. Das ist ideal für uns, weil wir langfristiges Wachstum bevorzugen.

Wer werden die Gewinner beim Thema autonomen Fahren sein?

Alphabet versucht, mit Waymo das Android des Autos zu etablieren. Autohersteller wollen jedoch nicht kooperieren, weil sie dann zum reinen Hardware-Hersteller verkommen, auch wenn Waymo das beste Produkt hat. Für uns interessant ist Nvidia, die Hard- und Software für Automobilhersteller bereitstellt.

Der Kampf derzeit lautet Google gegen die Autohersteller und einige IT-Unternehmen. Wie der Kampf ausgeht, ist schwer zu sagen. Aber: So, wie es jetzt nicht nur Android gibt, wird es auch nicht nur Waymo geben.

Wie glauben Sie wird sich Apple weiter entwickeln? Zuletzt war Apple ja nicht mehr das wertvollste börsennotierte Unternehmen und wurde von Microsoft überholt.

Apple setzt immer stärker auf Services. Sie wissen, dass der Smartphone-Markt eine gewisse Sättigung erreicht hat, und sie werden die Margen beim iPhone nicht steigern können. Bei Services sind die Margen höher, sie haben eine starke User-Basis, und man hat die Zoll-Problematik nicht. Das macht Sinn und ist der richtige Weg. Ein großes neues Produkt sieht man aber nicht kommen.

Was ist 2020 zu erwarten?

2020 sehen wir die Stärke des Marktes wieder kommen. Die Nachfrage bei Konsumenten wird wieder steigen, und bei Hardwareproduktion gibt es keine Überkapazitäten mehr. Wir sehen zwei Risiken: Regulierungen, die einzelne Unternehmen treffen können. Und: die Beeinträchtigung des globalen Wirtschaftswachstums durch den Konflikt zwischen den USA und China. Wenn Unternehmen davon wirklich getroffen werden und Konsumenten wirklich weniger Geld ausgeben – was noch nicht der Fall ist -, dann bekommt der Aktienmarkt für eine gewisse Zeit eine Delle.

Aber Technologie für sich gesehen ist sehr stark positioniert, weil die Nachfrage es auf vielen verschiedenen Segmenten fußt – von Unterhaltung über Sicherheit bis zu Gesundheit. Deswegen gibt es die hohe Volatilität bei Unternehmensgewinnen, die man noch vor einigen Jahren gesehen hat, nicht mehr.

Technologie und Innovation im ERSTE FUTURE INVEST

Technologie Aktien findet man auch im neu aufgelegten ERSTE FUTURE INVEST. Dieser Fonds deckt fünf große Megatrends ab, die die ExpertInnen der Erste Asset Management definiert haben.

Neben „Gesundheit & Vorsorge“ sind dies der „Lebensstil“, „Technologie & Innovation“, „Umwelt & saubere Energie“ sowie „aufstrebende Märkte“. Mehr Informationen zu diesen Megatrends lesen Sie hier.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Erneuter Tankerangriff befeuert geopolitische Risiken

Nitesh Shah, Director, Research WisdomTree, mit einem aktuellen Kommentar zum erneuten Angriff auf einen iransichen Öltanker vor der Küste Saudi-Arabiens.

Die geopolitischen Risiken dauern unvermindert an. Obwohl der Ölmarkt die Preise nicht wiederspiegelt, werden wir ständig daran erinnert, dass die Risiken bleiben. Heute Morgen wurde ein iranischer Tanker, der vor der Küste Saudi-Arabiens im Roten Meer unterwegs war, von zwei Raketen getroffen. Niemand hat sich bislang zu diesem Angriff bekannt Der Ölpreis (Brent) stieg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung um bescheidene zwei Prozent.

Bereits vor weniger als einem Monat wurden saudische Ölförderanlagen von Houthi-Rebellen aus dem Jemen angegriffen, was weitgehend – seitens Saudi Arabien, USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich – dem Iran angelastet wurde. In der Folge verschwanden 5,7 Millionen Barrel Öl vom Markt und der Preis fiel um 20 Prozent. Allerdings gab er schnell wieder nach, als Saudi-Arabien bis Ende September die Produktion wieder auf das Niveau vor dem Vorfall brachte.

Die heutigen Attacken dürften die globale Ölversorgung kaum beeinträchtigt haben. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Es ist offensichtlich, dass die Vorkommnisse in der Region keine Einzelfälle sind. Im Laufe der Monate Mai und Juni gab es bereits mehrere Angriffe auf Schiffe, die sich in und um die Seestraße von Hormus bewegten. Wir glauben, dass die Spannungen in der Region nicht nachlassen. Daher sollte eine höhere geopolitische Prämie bei Öl eingepreist werden. Der Ölpreis ist im vergangenen Monat gesunken, da die Nachfrageprognosen zurückgenommen wurden. Allerdings verblassen kleinere Nachfrageveränderungen im Vergleich zum Risiko großer Angebotseinbrüche, wenn die Eskalation der Spannungen in der Region andauern.

Marking the Trump card: how we quantify political risk

Behavioural biases can undermine attempts to build political uncertainty into investment processes, so we have developed a more quantitative political risk scorecard, explains Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation at Legal & General Investment Management.

Every day the Asset Allocation team has a morning meeting, in which our economists and strategists debate the latest news and expectations for the day with our portfolio managers. I have to admit that, increasingly, we discuss the same thing many people do in offices around the world: politics!

Macro investors have scrambled to become political experts, and we are no exception. The time we spend in our research meetings debating the intentions of politicians, the latest tweets, and recent geopolitical machinations has skyrocketed.

This is not idle speculation or punditry. Our economic roadmap view is now unusually binary, with upside and downside scenarios competing for prominence. Our recession probability stands at 35% – a high for this cycle – and never in the past few years have we been so dependent on the outcome of one particular set of political negotiations (around trade wars) to determine our outlook.

Moreover, we are 12 months away from a US election which brings a serious risk of a sharp swing to the left in the US. We expect investors’ and the media’s focus on this to increase in the run up to the Democratic primaries in February and early March 2020.

Our New Political Paradigm theme is an amalgamation of all the work we have done in this area. It covers Brexit, Trump’s new doctrine, and the rise of populism, grounding them all in concepts like the Thucydides trap identified by historians.

Without prejudice

One of the challenges we face in this type of research is how to avoid behavioural biases when looking at political trends. So-called ‘recency bias’ – the phenomenon of overemphasising recent developments and extrapolating too much – is very common in political research.

It is easy to become extremely bearish due to recent political events or just after a crisis, but there are two risks in doing so:

  1. How do we make sure we calibrate this bearishness against historical events and risks? It might look bad in the moment, but how do you know whether it’s any worse than in the past?
  2. How do we make sure we stay ahead of the curve rather than pricing in risks once they have occurred and risk premia have spiked already? It’s tempting to become bearish when everyone else is panicking as well, but isn’t that the worst moment to do so?

To mitigate these behavioural traits, we use a scorecard or checklist approach. The benefit of this approach is well documented, as set out by Atul Gawande in The Checklist Manifesto, and allows you to consistently review the same information, become more forward looking, and document signposts.

What are the factors we look at in this political risk scorecard? Like all the scorecards we use, it has a mixture of qualitative and quantitative factors. There are three useful external indicators we use: the Geopolitical Risk index, the Global Economic Policy Uncertainty index, and the World Uncertainty index.

All three go back a while, which is important for calibration reasons, and all use word searches in press articles to build their scoring. In their Geopolitical Risk index, for example, Dario Caldara and Matteo Iacoviello of the Federal Reserve Board have constructed an automated monitor of 11 top international newspapers; it dates back to January 1985 and captures the incidence of words related to geopolitical tensions each month.

Their index thus quantifies the proportion of news stories highlighting geopolitical risk each month to give us a longer-term perspective, and it does broadly correspond to variations in these risks through time. Its zenith occurred when the US invaded Iraq in 2003, for instance, with other spikes evident around the September 2001 terror attacks and the Ukraine crisis in 2014.

So what is our political risk scorecard telling us today? Well, all three underlying indices are now reasonably high and – more importantly – they are rising.

This is especially worrying as we are not looking for a peak in this indicator (that’s when the geopolitical risk has happened and we are too late to anticipate it), we are looking for the build-up of political tension that makes a future risk event more likely.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Südafrikanische Wirtschaft unter Druck

Eine mögliche Herabstufung durch Moody's könnte die wirtschaftlichen Probleme Südafrikas verschlimmern, so Sabrina Khanniche, Senior Economist bei Pictet Asset Management.

Wie an der historischen Beziehung zwischen unserem eigenen Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 und der Entwicklung des Agenturratings abzulesen ist (siehe Abb. 1 unten), besteht die Gefahr, dass Moody's Südafrika am 1. November auf Non-Investment-Grade herabstuft.

HERABSTUFUNG SÜDAFRIKAS DURCH MOODY'S NICHT UNWAHRSCHEINLICH

Abb.1 – Pictet AM Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 im Vergleich zu Moody's (2018)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Moody’s ist die einzige grosse Ratingagentur, die dem Land bislang ein Non-Investment-Grade erspart hat. Fitch Ratings und S&P Global haben die Kreditwürdigkeit des Landes im April 2017 auf „Ramschniveau“ herabgestuft, als Finanzminister Pravin Gordhan entlassen wurde. Vor diesem Hintergrund beobachten wir sehr genau die wachsende Verschuldung und die Finanzierungsprobleme, mit denen Südafrika zu kämpfen hat.

Verschuldung – Südafrikas Schwachstelle

Das Land weist eine schwache Schuldendynamik auf1, vor allem gegenüber vergleichbaren Ländern, wie unten abgebildet.

DIE SCHULDENDYNAMIK SÜDAFRIKAS STELLT SICH IM VERGLEICH ZU ANDEREN SCHWELLENLÄNDERN NICHT GUT DAR.

Abb. 2 – Pictet AM Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung1 im Vergleich zu Ratings von Moody's (2018)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Die Fähigkeit des Landes, seine Verschuldung durch Wirtschaftswachstum abzubauen, ist begrenzt, wie die stark negative Differenz zwischen Wachstumsrate und Zinssatz zeigt (Abb. 3a unten).

Auch die Schuldenfinanzierungsfähigkeit (d. h. die Finanzierungsfähigkeit des privaten Sektors) ist aufgrund des enttäuschenden Wirtschaftswachstums weiter schwach, was dem Staat geringere Einnahmen beschert. Unser Frühindikator für Wachstum deutet nicht auf eine Erholung hin, wie rechts zu sehen ist.

TRÜBES BILD: SCHULDENFINANZIERUNGSFÄHIGKEIT DES LANDES

Abb. 3a (links) – Nominales BIP-Wachstum abzüglich Zinszahlungen (2018) / Abb. 3b (rechts) Pictet AM Frühindikator für Wachstum

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Staatseigene Betriebe sind weiteres Sorgenkind in der ohnehin schon angeschlagenen Wirtschaft...

Da die staatseigenen Betriebe Liquiditätsspritzen brauchen, dürfte sich die Lage verschlechtern. So kündigte die Regierung vor kurzem weitere Unterstützung für Eskom, den grössten Elektrizitätserzeuger2, in Höhe von 59 Mrd. ZAR (4 Mrd. US-$) bis Ende des Haushaltsjahres 2020/21 an. Dieser Betrag kommt zu den 230 Mrd. ZAR aus dem Rettungsfonds hinzu, die im diesjährigen Etat für die kommenden zehn Jahre eingeplant sind3.

Andere staatseigene Betriebe stehen auf der Kippe, wie z. B. South African Airways, South African Broadcasting Corporation und Denel4, und werden demnächst wohl auch finanzielle Unterstützung brauchen.

Bringt eine Herabstufung Südafrikas durch Moody's das Fass zum Überlaufen?

Eine Herabstufung durch Moody’s würde die ohnehin schon hohe aussenwirtschaftliche Verwundbarkeit Südafrikas weiter verschärfen, wie das Leistungsbilanzdefizit des Landes zeigt.

Der Finanzierungsbedarf ist weiterhin hoch und wird zunehmend durch Portfolioanlagen gedeckt (d. h. Anlagen durch Investmentfonds, die sich häufig an Mindestrating-Vorgaben halten müssen), die im Allgemeinen eine volatilere Finanzierungsquelle als ausländische Direktinvestitionen sind.

Abb. 4a (links) – Zahlungsbilanz / Abb. 4b (rechts) – Abweichung des südafrikanischen Rand (ZAR) vom Gleichgewicht


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv, Bloomberg; September 2019.

Wir sind auch überzeugt, dass eine Herabstufung auf Non-Investment-Grade Kapitalabflüsse auslösen würde. Dies wiederum könnte zu einer Abwertung der Währung führen, vor allem, weil nicht mehr viel fehlt und der südafrikanische Rand die am stärksten überbewertete Währung im Schwellenländeruniversum ist, wie Abb. 4b oben zeigt.

Die südafrikanische Wirtschaft ist angeschlagen und die Lage wird durch den wachsenden Bedarf an ausländischer Finanzierung immer schlimmer. So wie es aktuell aussieht, glauben wir nicht, dass das Land in der Lage ist, seine Schuldenlast zu reduzieren, vor allem nicht angesichts des mässigen Wirtschaftswachstums. Dies ist auch an der wachsenden Zahl staatseigener Betriebe abzulesen, denen finanziell unter die Arme gegriffen werden muss. Eine Herabstufung durch Moody’s auf Non-Investment-Grade am 1. November hätte sicherlich zur Folge, dass das Land seine Probleme dann nur noch schwerer in den Griff bekommt. Für einen Wandel sind tiefgreifende Massnahmen durch die Regierung Ramaphosa dringend nötig.

Die südafrikanische Wirtschaft ist angeschlagen und die Lage wird durch den wachsenden Bedarf an ausländischer Finanzierung immer schlimmer. Wir glauben nicht, dass das Land in der Lage ist, seine Schuldenlast zu reduzieren, vor allem nicht angesichts des mässigen Wirtschaftswachstums. Dies ist auch an der wachsenden Zahl staatseigener Betriebe abzulesen, denen finanziell unter die Arme gegriffen werden muss. Eine Herabstufung durch Moody’s auf Non-Investment-Grade am 1. November, die unausweichlich scheint, hätte sicherlich zur Folge, dass das Land seine Probleme dann nur noch schwerer in den Griff bekommt.


1) Unser selbst entwickelter Score für die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung versucht für Industrie- und Schwellenländer die potenzielle negative Verschiebung der öffentlichen Verschuldung zu identifizieren, bevor sie nicht mehr umkehrbar ist. Wichtige Kennzahlen, die Auskunft über die Bezahlbarkeit der Schulden, Finanzierungsfähigkeit und Umkehrbarkeit geben, fliessen in das Gesamtergebnis ein. Das Gesamtergebnis ist die Summe der Teilergebnisse „Cross Country“ und „Time Series“.
- Das Teilergebnis „Cross Country“ stellt die Positionierung eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern dar (Gewichtung = 2/3).
- Das Teilergebnis „Time Series“ stellt die Positionierung eines Landes gegenüber seinem Trend dar (Gewichtung = 1/3).
Der Z-Gesamtscore gibt Auskunft darüber, wie ein Land im Vergleich zu den anderen Ländern und seiner eigenen Geschichte abschneidet. Ein positiver Score bedeutet eine positive Schuldendynamik; bei einem negativen Score ist das Gegenteil der Fall.
2) Eskom erzeugt rund 95% der Elektrizität in Südafrika und circa 45% der in Afrika genutzten Elektrizität. Quelle: http://www.eskom.co.za/OurCompany/CompanyInformation/Pages/Company_Information.aspx, 20.09.2019 
3) Quelle: Bloomberg, Umrechnungskurse vom 23.09.2019
4) Denel ist ein Unternehmen, das in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Luft- und Raumfahrt sowie verwandten Technologien tätig ist.

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Über Sabrina Khanniche

Sabrina Khanniche ist seit 2011 als Ökonomin im Fixed Income-Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor Pictet war sie vier Jahre als Finanzingenieurin bei Groupama Asset Management tätig und in dieser Funktion für die Analyse und Modellierung von Hedgefondsrisiken zuständig. In dieser Rolle veröffentlichte und präsentierte sie ihre Arbeiten auf internationalen Fachkonferenzen. Frau Khanniche hat an der Universität Paris West Nanterre La Défense einen Masterabschluss und einen Doktortitel erworben.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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„Alte Strategien haben ausgedient – das Anleihenportfolio der Zukunft!“

Anleiheninvestoren stehen derzeit vor großen Herausforderungen – nicht nur wegen der Gefahr von Downgrades, Spread-Ausweitungen und negativen Renditen bei Staatsanleihen. Guido Barthels ist ausgewiesener Anleihenspezialist mit mehr als 30 Jahren Erfahrung und seit August 2019 Anleihenmanager bei TBF Global Asset Management. Anlässlich des 168. Hedgeworks zeigte er, wie sein optimiertes Anleihenportfolio im Umfeld des aktuellen makroökonomischen Rahmens aussieht. 

Hedgework: Herr Barthels, Sie postulieren, alte Rentenstrategien hätten ausgedient. Was gefällt Ihnen denn an den alten Strategien nicht mehr?

Guido Barthels: Es ist nicht so, dass mir die herkömmlichen Strategien nicht mehr gefallen. Sie funktionieren nur einfach nicht mehr. Buy and Hold ist passé im Euroraum. Die EZB hat es geschafft, durch ihre unkonventionelle und in meinen Augen völlig über das Ziel hinaus schießende Geldpolitik die Renditen soweit runter zu drücken, dass selbst bei den wenigen Anlagemöglichkeiten in Euro, die noch positive Renditen haben, das Chance/Risiko-Verhältnis nicht stimmt. Vor wenigen Jahren konnte man noch in Fremdwährungsanleihen diversifizieren und bekam einen währungsgesicherten positiven Ertrag. Durch die extreme Geldpolitik der EZB und die weltweit vorherrschende Zinsflaute bleibt heute jedoch nichts mehr im Portfolio hängen.

Hedgework: Wie sieht demgegenüber Ihr Anleihenportfolio der Zukunft aus?

Barthels: Ich habe auch keine Kristallkugel, die mir die Zukunft zeigt. Ich hoffe aber, dass steigende Inflation irgendwann auch wieder zu steigenden Renditen führt. Im aktuellen Marktumfeld kann man nur in kurzlaufende Titel in Fremdwährungen inves­tieren. Und vor allem dann die Währung ungesichert lassen. Der Anleger muss sich darüber im klaren sein, dass Währungsrisiken immer noch besser sind als negative Renditen zuhause. Dort würden sich nur dann positive Erträge einstellen, wenn die Renditen der Anleihen noch weiter in den negativen Bereich sinken. Das kann man nicht ausschließen, aber die Spekulation darauf kann man auch mit hochliquiden Zinsfutures machen. Da braucht man kein Anleiheportfolio für.

Hedgework: Wie sieht Ihr Lösungsvorschlag stattdessen aus?

Barthels: Konsequent auf Fremdwährungen setzen und eine hohe Diversifikation bei den Währungen erzielen, die mittelfristig dazu führen sollte, dass die zu erwartenden Schwankungen bei den Wechselkursen sich ausgleichen. Wenn man nun noch Optionsstrategien einsetzt, wie beispielsweise das Verkaufen von Condor-Strategien, generieren Sie über das Jahr gerechnet zwischen 0,7 und 1,0 Prozent. Und wenn man nun die Rendite von meinen aktuell favorisierten kurzen Laufzeiten in den ausgewählten Währungen hinzurechnet, kommt man auf einen potenziellen Ertrag von 2,0 bis 3,0 Prozent. 

Hedgework: Welche Anleihen kommen hierbei zum Einsatz?

Barthels: Grundsätzlich können wir alle Anleiheformen kaufen. Auch Nachränge und auch Wandelanleihen können in bestimmten Marktsituationen durchaus sinnvolle Portfoliobeimischungen darstellen. Zurzeit allerdings sehe ich da wenig Sinnvolles. Insofern konzentriere ich mich auf Staatsanleihen und Anleihen supranationaler Emittenten wie beispielsweise die Weltbank.

Hedgework: Stichwort größere Risiken durch niedrigere Bonitäten. Wie beurteilen Sie das derzeitige Ausfallrisiko und wie gehen Sie damit um?

Barthels: Dadurch, dass viele Unternehmen in den letzten Jahren ihre Verschuldung deutlich haben ansteigen lassen, sind deren Möglichkeiten, etwaige Schwächen bei den Absatzzahlen auszugleichen, geringer als zuvor. Allerdings gehen die höheren Schulden auch mit einer sinkenden Zinslast einher, da viele Unternehmen die sehr günstigen Zinsen für Umschuldungsmaßnahmen genutzt haben. Für den Fall, dass die sich andeutende Schwächephase der Wirtschaft in eine Rezession mündet, die nicht nur auf die europäische Wirtschaft beschränkt bleibt, sieht das Bild anders aus. Gerade Anleihen europäischer Emittenten in Euro erscheinen mir daher zurzeit wenig attraktiv.

Hedgework: Wie beurteilen Sie das längerfristige Zinsszenario? Wie lange werden wir aus Ihrer Sicht noch mit negativen Renditen leben müssen?

Barthels: Ich befürchte, länger als wir glauben. Die Entscheidung der EZB, das Anleihenkaufprogramm ab November erneut zu starten, halte ich wie auch viele andere für grundsätzlich falsch. Negative Renditen nützen niemandem wirklich und schaffen potenziell gefährliche Fehlanreize. Stichwort „Moral Hazard“! Auch den Banken geht in diesem Zinsumfeld langsam die Luft aus. Ich kann mir beim besten Willen keine florierende Wirtschaft vorstellen, die wir ja alle für den Beibehalt unseres Wohlstands haben möchten, ohne starke Banken. Aber solange wir kein Umdenken bei der EZB sehen, werden wir in dieser Klemme verbleiben.

Hedgework: Wenn aber doch irgendwann die Zinsen anziehen, wie gehen Sie damit – Stichwort Risikomanagement – um?

Barthels: Anziehende Zinsen sind überhaupt kein Problem. Die Duration eines Port­folios lässt sich hervorragend mit Zinsfutures absichern. Ein Problem sehe ich eher bei einem möglichen und in meinen Augen immer wahrscheinlicher werdenden Platzen der Blase bei den Unternehmensanleihen. Der Markt ist sehr stark gewachsen in den vergangenen Jahren. Allerdings ist die Liquidierbarkeit der Anleihen nur sehr eingeschränkt möglich. Regulatorik und niedrige Erträge haben bei Banken dazu geführt, dass die Handelsbücher nur noch sehr eingeschränkt vorhanden sind. Banken handeln fast nur noch durch und sind somit eigentlich eher Broker. Wenn aber die Kapitalsammelstellen wie beispielsweise die Fondsindustrie eben nicht in Kauflaune sind, dann können Sie nichts verkaufen, oder nur zu sehr unattraktiven Preisen. Vielen Inves­toren ist das durchaus bewusst, aber es wird ausgeblendet. Wenn man dann zusätzlich an die großen Credit-ETFs denkt und sich überlegt, was wohl passiert, wenn es da zu größeren Abflüssen kommen sollte, dann ist es nicht mehr weit, von einem Platzen einer Blase zu sprechen. Dann werden die Zinsen nicht mehr nur anziehen, sondern in kürzester Zeit deutlich steigen, allerdings wohl nur in den Kreditmärkten. Gegen diese Gefahr gibt es wiederum nur sehr unvollkommene Absicherungsmöglichkeiten.

Hedgework: Abschließend gefragt – gibt es Ihre Strategie bereits in einem Fonds bzw. bis wann ist damit zu rechnen?

Barthels: Der Fonds TBF Balanced setzt diese Strategie bereits um. Wir haben einen ausgewogenen Mischfonds kreiert, der mindestens 40 und höchstens 60 Prozent Aktien hält. Die Aktienauswahl erfolgt in bekannter und erfolgreicher TBF-Manier durch eingehende Unternehmensanalyse. Die Risikosteuerung wiederum wird unter Zuhilfe­nahme unseres „Q-Faktors“ ausgeführt. Der Q-Faktor ist unser internes Risikomodell, welches wir bereits seit über 15 Jahren im Einsatz haben und schlussendlich neben einer Standortbestimmung des Marktzustandes auch die Absicherungsquote bei Aktien steuert. Auch in 2019 hat sich der Q-Faktor bewährt und insbesondere unsere defensiven Mandate vor den Rücksetzern im Mai und August bewahrt. Mittel- und langfristig erzeugen wir durch den Q-Faktor eine Art antizyklisches Investieren und können somit ein Portfolio stabilisieren. Der Rententeil wiederum, der ebenfalls bei mindestens 40 und höchstens 60 Prozent liegt, wird entsprechend meinen Ausführungen umgesetzt. Wir haben damit, wie wir glauben, einen sehr attraktiven Fonds aus der Taufe gehoben, der in der Lage sein sollte, selbst im jetzigen Marktumfeld längerfristig zwischen fünf und acht Prozent Ertrag im Jahr zu erwirtschaften.


Guido Barthels

ist ausgewiesener Anleihenspezialist mit mehr als 30 Jahren Erfahrung und seit August 2019 Anleihenmanager bei TBF Global Asset Management. Der diplomierte Volkswirt begann seine Investmentlaufbahn 1987 bei Bankers Trust und war nach Stationen bei JP Morgan und Dresdner Kleinwort in den letzten elf Jahren CIO bei Ethenea Independent Investors und hauptverantwortlicher Manager für globale Anleihen aus entwickelten Nationen. 

TBF Global Asset Management

steht für ein aktives Asset Management mit dem Ziel, einen langfristigen Mehrwehrt für seine Investoren zu generieren und versteht sich als Zulieferer für die Finanzindustrie. Die drei Buchstaben bilden die Eckpfeiler für ein wertorientiertes tägliches Handeln. Seit der Gründung im Jahr 2000 durch Peter Dreide agiert TBF als inhabergeführtes Unternehmen unabhängig von den Modeerscheinungen des Kapitalmarktes. Diese Unabhängigkeit gibt TBF die Freiheit, die eigenen Werte und Anlagestrategien ausschließlich im Sinne der Investoren umzusetzen. Dabei verfolgt TBF das Ziel, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und somit den steigenden Anforderungen des Marktes immer einen Schritt voraus zu sein. 

KONTAKT

TBF Sales and Marketing GmbH
Dirk Zabel
E-Mail: dirk.zabel@tbfsam.com
Tel.: +49 (0)40 308 533 533
Internet: www.tbfsam.com 

Positives Szenario

Die Erwartungskomponente des ifo-Geschäftsklimaindex ist im September zum sechsten Mal in Folge gefallen. Tiefere Werte als der aktuelle waren nur in den Jahren 2008 und 2009 zu beobachten, also während der Finanzkrise und der darauffolgenden Rezession der Weltwirtschaft. Der europäische Aktienmarkt erreicht – während diese Zeilen geschrieben werden – den höchsten Stand des heurigen Jahres. In den USA ist die Situation ähnlich, wenn auch – was die Vorlaufindikatoren betrifft – nicht so ausgeprägt.

Die Umfragen sagen also: es kommt die Rezession. Der Aktienmarkt, gemeinhin auch als recht verlässlicher Vorlaufindikator für die Konjunktur angesehen, meint hingegen: alles in Butter! Mögliche Begründungen, Annahmen oder Erwartungen für diese Diskrepanz sind einfach zu finden.

Ob sie zutreffen, ist allerdings eine andere Frage:

  1. Die Abschwächung betrifft vor allem die Industrie. Der Dienstleistungssektor bleibt nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Arbeitslosigkeit weiterhin robust.
  2. Der Handelskrieg wird noch heuer beendet, weder die USA noch China haben ein Interesse daran, das Thema ins Jahr 2020 zu schleppen.
  3. Die Wirtschaftsschwäche des Jahres 2019 ist Ergebnis der geldpolitischen Straffung des Jahres 2018. Dementsprechend ist für 2020 vor dem Hintergrund der nunmehr wieder extrem lockeren Geldpolitik eine deutlich stärkere Wirtschaft zu erwarten.
  4. Die Unternehmen können sich zu Bestkonditionen finanzieren.
  5. Obwohl die Aktienmärkte auf Höchstständen notieren, ist die Stimmung weiterhin vorsichtig und viele Anleger nicht voll investiert.
  6. Anleger müssen in Aktien investieren, weil die Ertragschancen am Geld- und Anleihenmarkt begrenzt sind.
  7. Präsident Trump löscht seinen Twitter-Account und der Brexit wird abgesagt.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: Wieder gute Erholung im September

Die Aktienmärkte befinden sich seit Mai in einer Konsolidierungsphase auf hohem Niveau. Die Rückschläge fallen relativ kurz und recht mild aus, wobei die wieder expansive Politik der Notenbanken eine wesentliche Rolle spielt. Nach einem eher schwachen Monat August, in dem die US-Leitzinssenkung eine kleine Marktkorrektur auslöste, konnten sich die Märkte wieder prächtig erholen, es wurden dabei die Höchststände bei den US-Indizes beinahe wieder erreicht.

Generell legten alle wesentlichen Märkte im September zu, das gilt auch für Europa und die leicht angeschlagenen Emerging Markets, die im August doch recht kräftig nachgegeben hatten. Dennoch können die Emerging Markets global gesehen mit der Wertentwicklung der „entwickelten Märkte“, allen voran den USA, nicht mithalten. Eine Ausnahme bildet Russland. Hier sind es vor allem einige Einzeltitel, „Indexschwergewichte“ wie Rohstoffe und Finanztitel, die den gesamten Index nach oben treiben.

Globale Konjunktur: Abschwächung schreitet weiter langsam voran

Vorlaufende Konjunkturindikatoren wie etwa die globalen Einkaufsmanagerindizes im Industriebereich sind in allen wesentlichen Wirtschaftsregionen weiter rückläufig und befinden sich nunmehr durchgängig unterhalb der Expansionsschwelle von 50. Somit signalisieren sie negative Aussichten für den Produktionssektor, während sich der Dienstleistungsbereich in allen Regionen noch knapp oberhalb dieses Schwellenwertes halten kann.

Historisch gesehen ist allerdings der Servicesektor meist dem vorauslaufenden Produktionssektor gefolgt, zumal etwa ein Stellenabbau in der Industrie mit etwas Verzögerung negativ auf den Arbeitsmarkt und das Konsumklima durchschlägt. Hierfür gibt es derzeit aber noch kaum Anzeichen.

Die aktuelle risikoaverse Positionierung in der Asset-Allocation resultiert im Wesentlichen aus einem sich weiter eintrübenden fundamentalen Umfeld. Vor allem der schwelende Handelskonflikt lastet auf der globalen Konjunktur und beeinträchtigt Investitionsklima und Gewinnaussichten.

Aktien USA und Europa: Sorge um nachlassende Gewinndynamik

Nun steht wieder die nächste Berichtssaison an und für das dritte Quartal 2019 wird im Jahresvergleich ein Rückgang der Gewinne erwartet. In den letzten Quartalen konnten die Markterwartungen zwar stets übertroffen werden, dennoch hat die Gewinndynamik deutlich abgenommen. Für das Gesamtjahr 2019 wird aktuell nur noch ein knapp positives Wachstum prognostiziert.

Der Ausblick vieler Unternehmen ist aktuell von Vorsicht und Zurückhaltung geprägt, oftmals mit dem Verweis auf die mit dem Handelsthema verbundenen Unsicherheiten. Auf Basis dieser Ausblicke werden dementsprechend auch die Gewinnschätzungen der Analysten in allen Regionen mehrheitlich nach unten revidiert.

Somit bleiben als wichtigster Unterstützungsfaktor für die Märkte die internationalen Notenbanken mit ihrer wieder expansiveren Politik. Aufgrund der unveränderten Schwäche bei den Fundamentaldaten halten wir allerdings unsere zuletzt eingegangene Aktienuntergewichtung aufrecht.

Emerging Markets: Verlierern im Spiel der globalen Aktienmärkte

Emerging-Market-Aktien gehören im Jahr 2019 zu den relativen Verlierern im Spiel der globalen Aktienmärkte. Verantwortlich dafür ist die schwache Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes, das von Natur aus einen größeren Niederschlag bei Aktien aus den Emerging Markets findet. Mittlerweile scheint bereits sehr viel in den Aktienkursen eingepreist zu sein. Auch die Gewinnentwicklung, insbesondere im asiatischen Raum, scheint einen Boden auszubilden. Wir bleiben vorerst neutral gewichtet.

„Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries könnten in der nächsten schwachen Wachstumsphase auf null fallen“

Der Vergleich dürfte den amerikanischen Währungshütern nicht gefallen – Gary Herbert, Portfolio Manager und Head of Global Credit bei der Legg Mason-Tochter Brandywine Global, zieht ihn dennoch: „Die heutige Fed erinnert mich sehr an den stets wohlmeinenden aber unbeholfenen Laurel aus den Laurel und Hardy-Filmen, während der aktuelle Anleihemarkt für mich den Hardy spielt. Unglücklicherweise handelt es sich dabei jedoch nicht um eine Schwarz-Weiß-Komödie, sondern um ein Schauspiel live und in Farbe, das jeder mitverfolgen kann.“

Den Vergleich zieht Herbert auch deshalb, weil es in der Tat eine schöne Bescherung sei, die wir gerade miterleben. „Ende September haben wir eine Fed gesehen, die – nachdem sie historische Ankäufe von US-Treasuries und Hypothekenverpflichtungen über die gesamte Laufzeitstruktur getätigt hat, um Renditen zu beeinflussen sowie für eine robustere Erholung der Wirtschaft zu sorgen – mir nichts, dir nichts zurück an den Kapitalmarkt kommt, um für Fonds und Finanzinstitute mit hohem Risiko/Eigenkapital-Verhältnis Tages- und Laufzeitfinanzierungen bereitzustellen – so viel zu freien und uneingeschränkten Märkten“, analysiert Herbert.

Auch die quantitative Lockerung bewertet der Portfoliomanager kritisch: „Eingeführt wurde QE in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Damals war es ein Versuch des japanischen Premier Takahashi Korekiyo endlich die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Angemessen qualifiziert und letztendlich akademisch betäubt vom Wirtschaftswissenschaftler Ben Bernanke wurde QE zur akzeptierten geldpolitischen Doktrin – natürlich nur für den Notfall.“ Ein solcher „Notfall“ kam, das erwartete Wachstum und der starke Wirtschaftsaufschwung blieben indes aus – dafür müsse man nur den durchschnittlichen Amerikaner oder besser den Japaner oder Europäer fragen, bei denen das geldpolitische Experiment wesentlich weiter getrieben wurde und entsprechend härter zugeschlagen habe. „Der Versuch aus der quantitativen Lockerung auszusteigen kann man wohl am besten damit vergleichen, Farbe beim Trocknen zuzusehen. Und soweit ich weiß, gab es in der Vergangenheit kein einziges Beispiel dafür, dass ein solcher Ausstieg reibungslos verlief“, argwöhnt Herbert.

Für Herbert ist die Diskussion um die quantitative Lockerung sowie ihre schwache und fadenscheinige logische Grundlage auch deshalb von Bedeutung, weil er davon ausgeht, dass die Renditen zehnjähriger US-Treasuries in der nächsten schwachen Wachstumsphase auf null fallen könnten. Er gibt außerdem zu bedenken, dass Japan und auch einige Volkswirtschaften in Europa bereits auf einem solchen Renditeniveau angekommen seien und fragt, wie sehr sich die USA von diesen Wirtschaftszonen unterscheidet? „Die USA haben ebenfalls eine niedrige Geburtenrate, eine alternde Bevölkerung, eine schwächer werdende Produktivität sowie mittlerweile einen immer höheren Schuldenberg“, fasst er die Lage zusammen. „Die Politik der quantitativen Lockerung wird damit buchstäblich zum ‚Hotel California‘: Auschecken ist jederzeit möglich, wirklich gehen kann man jedoch nicht.“

Die Gründe für den Bruch bei den Tagesfinanzierungen bewertet Herbert als vielschichtig – unter anderem sei die Präferenz für liquide Reserven der großen Geschäftsbanken dafür verantwortlich. Unbestritten sei auch, dass die Fed mal wieder dazu genötigt wurde, ihre Bilanz auszuweiten, nur dieses Mal in einer wirtschaftlich recht starken Phase: Die Gehälter steigen und die Arbeitslosenquote ist auf einem Rekordtief. Vor diesem Hintergrund, betont Herbert, sei es nicht völlig absurd, zu glauben, zehnjährige US-Staatsanleihen könnten um 200 Basispunkte fallen, sobald die Wirtschaft in die Tiefen einer normalen Rezession abtaucht. „Anleger sollten sich entsprechend auf noch tiefere Renditen bei Staatsanleihen einstellen“, mahnt Herbert. In der Tat eine schöne Bescherung!


Über Legg Mason

Die Philosophie von Legg Mason lautet „Investing to Improve LivesTM“. Ziel ist es, Anlegern weltweit dabei zu helfen, bessere Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen und ihnen dafür ein breiteres Spektrum an Investitionsstrategien, Anlegevehikeln sowie Zugang zu unabhängigen Investmentmanagern mit einer breiten Expertise bei Aktien, Anleihen, alternativen und liquiden Investments anzubieten. Insgesamt verwaltet Legg Mason ein Vermögen von 780,2 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni 2019). Wenn Sie mehr über Legg Mason und seine Tochtergesellschaften erfahren möchten, schauen Sie auf der web site oder im newsroom vorbei oder folgen Sie Legg Mason auf LinkedInTwitter, oder Facebook.
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Wie golden ist das goldene Zeitalter der tschechischen Wirtschaft?

von Margarita Sinitsyna, Fondsmanager, Czech Republic Branch, der Erste AM.

Zwar ist die derzeitige Phase der tschechischen Wirtschaft nicht vollkommen perfekt, doch könnte man sie von vielerlei Perspektiven aus als goldenes Zeitalter bezeichnen.

Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf Rekordtief – es geht soweit, dass einige Unternehmen einfach über zu wenig Arbeitnehmer verfügen – Löhne steigen mit dem wahrscheinlich höchsten Tempo seit der Finanzkrise, und die Maßnahmen der Sozialpolitik nehmen an Fahrt auf.

Konsumenten kaufen eine Reihe an nicht unbedingt notwendigen Gütern und sind bereit, für Qualität zu zahlen. Darüber hinaus kaufen sie Immobilien, wo die Preise mittlerweile auf Rekordniveaus liegen.

Aber wie golden genau ist die derzeitige Periode wirklich?

Nach der globalen Finanzkrise 2008 bis 2009 erholte sich die tschechische Wirtschaft dank rascher fiskal- und geldpolitischer Maßnahmen – allerdings nicht für lange. Von 2011 bis 2013 fiel das BIP wieder, und die bereits relativ hohe Arbeitslosigkeit begann zu steigen.

Die Inflation fiel, was Befürchtungen hinsichtlich einer deflationären Spirale aufkommen ließ. Die tschechische Nationalbank (CNB) versuchte, die Wirtschaft mittels Zinssenkung auf das sogenannte technische Nullzinsniveau (0,05%) zu stützen.

Nachdem das Zinssenkungspulver verschossen war, entschloss sich die CNB dazu, auf Deviseninterventionen umzuschwenken und wertete die Heimatwährung im November 2013 ab. Durch die Unterstützung unter anderem des exportorientierten produzierenden Gewerbes war sie imstande, die wirtschaftliche Aktivität aufrecht zu erhalten.

Im Laufe der Zeit fiel die Arbeitslosigkeit konstant, das BIP-Wachstum stieg und nahm, ebenso wie das Lohnwachstum, Fahrt auf, was den Inflationsdruck erhöhte. Die Inlandsnachfrage war neben der Exportnachfrage einer der Treiber des Wirtschaftswachstums.

Auf der Angebotsseite entwickelte sich das produzierende Gewerbe gut. Unter den Faktoren, die das Umfeld eines gewissen Prosperitätsgrades schufen, waren nicht nur die Fiskal- und Geldpolitik, sondern auch günstige Entwicklungen bei den Haupthandelspartnern.

Quellen: Bloomberg/Tschechisches Statistisches Zentralamt

Entwicklungen nach der Devisenintervention

Im April 2017, nach mehr als drei Jahren, beendete die CNB ihre Deviseninterventionspolitik. Dies verlief jedoch nicht vollkommen klaglos. Womöglich ist es einfacher, Deviseninterventionen zu lancieren als diese zu beenden. Unter anderem aufgrund der soliden volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten war die verbreitete Ansicht jene, dass der fundamental gerechtfertigte Wechselkurs der CZK deutlich über jenem sein sollte, welcher künstlich mit Hilfe der Interventionen aufrechterhalten wurde.

Spekulationskapital floss auf Basis der Annahme, dass es zu einem abrupten und signifikanten Anstieg der tschechischen Krone kommen würde, in großem Stil in die Wirtschaft.

Kurz vor dem erwarteten Ausstieg aus dem Interventions-Regime intensivierten sich die Kapitalzuflüsse dermaßen, dass die Marktteilnehmer an einem bestimmten Punkt realisierten, dass die Währung überkauft war, was definitiv sofortige Gewinnmitnahmen verunmöglicht hätte.

Daraufhin passten sie ihre Strategien an, um über längere Zeiträume hinweg Gewinn einfahren zu können. Schlussendlich führte der Ausstieg aus dem Interventions-Regime zu einem geringeren Anstieg der Krone, als zunächst erwartet worden war.

Die sich beschleunigende Wirtschaft brachte im Verbund mit der ziemlich schwachen Krone die CNB dazu, einen Zyklus verschärfter geldpolitischer Maßnahmen zu starten, welcher bis dato acht Zinserhöhungen mit sich gebracht hat.

Striktere Bestimmungen im Bankensektor

Gemeinsam mit den strikteren Bestimmungen für den Bankensektor, welche zur Vorbeugung einer möglichen Immobilienblase und zur Eindämmung der bereits erhöhten Immobilienpreise ausgearbeitet worden waren, haben besagte Zinserhöhungen zu einer deutlichen Abkühlung des Hypothekenmarktes geführt.

Andererseits ist die eingeschränkte Verfügbarkeit von Immobilien, welche dieser Tage so oft in den Medien Erwähnung findet, kein großer Vorteil für die Wirtschaft.

Quellen: Bloomberg/Tschechisches Statistisches Zentralamt, Tschechische Nationalbank

In einem Umfeld geringer erwarteter Ertragsraten auf Sparguthaben, was zum Teil auf die globale Situation zurückzuführen ist, sowie der spekulativen Zuflüsse, und nicht zuletzt aufgrund der weniger strikten Änderungen im Anleihemarktregulativ, fanden Unternehmensanleihen von kleineren Emittenten ihren Weg in zahlreiche Portfolios von Privatinvestoren, nicht selten auch ohne genauere Evaluierung der Anlagefähigkeit.

Die Renditen derartiger Anleihen pflegen über jenen von einfach zugänglichen Standardinvestmentprodukten zu liegen. Einer Öffentlichkeit, welche das einfache Sparen mittels zinstragender Sparkonten aus früheren Zeiten noch kannte, erschienen diese Anleihen attraktiv.

Bestehen heutzutage irgendwelche größere Risiken?

Die eskalierenden globalen Handelsrisiken und die stockende deutsche Volkswirtschaft, die eng mit der tschechischen Wirtschaft verbunden ist, haben gemeinsam mit der verschärften Geldpolitik, welche bereits im Laufen war, zu einer Mäßigung des Wirtschaftswachstums geführt.

Es ist nicht auszuschließen, dass diese Faktoren letztlich abklingen werden und dass die tschechische Wirtschaft eine weitere Wachstumsverlangsamung in näherer Zukunft verhindern wird können. Es ist allerdings auch möglich, dass sich externe Faktoren noch nicht vollständig manifestiert haben und dass somit eine deutlichere Abschwächung noch vor uns liegt.

Vorerst ist das BIP-Wachstum trotz leichter Verlangsamung solide, der Arbeitsmarkt ist nach wie vor stark, und die Inflation bleibt robust. Daher besteht kaum Grund zur Lockerung der Geldpolitik.

Aufgrund der globalen Unsicherheiten und des bereits nachlassenden Inflationsdrucks scheint aber eine Verschärfung der Geldpolitik ebenso wenig opportun. Beim Meeting am 25. September nahm die CNB davon Abstand, ihre Zinssätze zu ändern.

Das massive Volumen an Spekulationskapital – laut einiger Schätzungen überstiegen die Deviseninterventionen 43% des BIP – schuf ein imaginäres Widerstandsniveau für die tschechische Krone. Man kann davon ausgehen, dass ein Großteil des Kapitals bis dato in der Wirtschaft verblieben ist.

Wie ist das Verhaltensmuster der Anleger

Obwohl der Anteil der von Devisenausländern gehaltenen Staatsschuld im Fallen begriffen ist (wenngleich nicht immer gleichmäßig), sind wir nach wie vor weit entfernt von den Niveaus vor der Intervention. (36,99% im Juli 209, 41,43% im März 2017 und nur 10,75% im Oktober 2013.)1

Bis jetzt ist das Verhaltensmuster der Anleger mit Devisenausländer-Status relativ stabil. Manchmal hört man allerdings die Befürchtung, dass ein Exit en masse Turbulenzen am Devisenmarkt hervorrufen könnte.

Wenngleich nicht alles perfekt ist, so wendet sich die finanzielle Situation vieler gesellschaftlicher Schichten heutzutage dem Besseren zu. Gleichzeitig verstärkt sich die Kritik dahingehend, dass in guten Zeiten kein Budgetpolster geschaffen wird und dass sich die abflauende Wirtschaftsleistung überdies erodierend darauf auswirken kann.

Der tschechische Fiskalrat warnt vor den über lange Sicht offenbar nicht nachhaltigen Staatsfinanzen. Zu den Empfehlungen, welche die Europäische Kommission der Tschechischen Republik gab, waren jene, die sich mit der notwendigen Verbesserung der langfristigen Nachhaltigkeit im Pensions- und Gesundheitssystem befassten.

Bis dato ist die fiskale Situation recht solide; sollten die derzeitigen Entwicklungen allerdings länger andauern, so würden die Staatsfinanzen im internationalen Vergleich eventuell weniger vorteilhaft aussehen, was wiederum früher oder später die Märkte auf den Plan rufen könnte.

Sollen wir uns Sorgen machen oder nicht?

Derzeit sieht es so aus, als ob starker Pessimismus vermutlich deplatziert wäre. Die heimische Wirtschaft erscheint recht widerstandsfähig gegenüber Entwicklungen im Ausland, der Konsum ist nach wie vor stark, der Polster im Zinssatz der CNB für eine (bis jetzt allerdings nicht sehr wahrscheinliche) Rezession ist, international betrachtet, ansehnlich, und die Fiskalposition ist sowohl in historischer als auch in internationaler Analyse solide.

Eine Anzahl bereits erwähnter Risiken könnte Auswirkungen auf jeden dieser Parameter mit sich bringen. Ob diese Risiken schlagend werden, würde nicht nur von heimischen Faktoren abhängen.

Eine etwaige weitere Verschärfung globaler Handelskonflikte, eine deutlichere Abschwächung in China oder Deutschland (und letztlich in anderen Ländern) und der nachgelagerte Effekt auf die tschechische Wirtschaft oder eine Vielzahl an anderen Faktoren könnten dazu führen, dass die Situation dreht.

Unserer Meinung nach ist eine teilweise Abschwächung des Wachstums, aber keine Rezession, nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario.


1) https://www.mfcr.cz/en/themes/state-debt/debt-statistic/by-type-of-holder

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Begrenzung der Volatilität bei Schwellenländeranleihen

Ein Absolute-Return-Ansatz bietet Anlegern die Möglichkeit, Alpha in Schwellenländern zu erzielen, ohne extremer Volatilität ausgesetzt zu sein, zeigen Ketan Gada, Senior Investment Manager, und Gareth Payne, Senior Client Portfolio Manager, beide Pictet Asset Management.

Ohne Frage, es spricht alles für Schwellenländeranlagen. Während die Industrieländer mit einer problematischen Bevölkerungsstruktur und einem niedrigen Produktivitätswachstum zu kämpfen haben, richten Anleger, die auf der Suche nach starkem wirtschaftlichem Potenzial sind, ihr Augenmerk zunehmend auf die Schwellenländer (siehe Abb. 1). Dass Schwellenländeranlagen in der Regel kaum mit den Industrieländern korrelieren, ist ein weiteres Plus1.

Das Problem ist, dass sich viele Anleger am Ende doch gegen ein solches Investment entscheiden. Warum? Schwellenländeranlagen werden trotz ihrer attraktiven Merkmale allzu oft durch Volatilität ausgebremst – ihre Währungen und Anleihen können mitunter starken Turbulenzen ausgesetzt sein.

Es gibt jetzt aber eine Lösung: Dank der Entstehung und Entwicklung von Schwellenländer-Derivatemärkten haben Anleger jetzt über einen Absolute-Return-Ansatz Zugang zu Schwellenländeranlagen.

Diese Strategie strebt eine positive Rendite unter allen Marktbedingungen an; dazu werden Long- und Short-Positionen eingesetzt und aus einem breiten Spektrum von Anlagen ausgewählt – nicht zuletzt in Schwellenländeranleihen und -währungen.

Alpha in Schwellenländern

Die Staatsanleihen- und Devisenmärkte in den Schwellenländern bieten sind eine besonders viele potenzielle Quellen für Überschussrenditen. Nicht nur, dass in der Anlageklasse die Dispersion sehr hoch ist, Schwellenländeranleihen sind in der Regel nicht auf dem Radar der Analysten, vor allem ausserhalb der grossen Staatsanleihenmärkte. Bei Industrieländeranleihen ist das Gegenteil der Fall – sie entwickeln sich mittlerweile weitgehend im Gleichschritt.

Gleichzeitig werden die Schwellenländer-Anleihenmärkte von Long-only-Anlegern beherrscht, die die breiteren Indizes sehr eng nachbilden.

Viele grosse institutionelle Anleger betrachten das Schwellenländeruniversum als homogen und investieren darin mit Index-Trackern.

Das kann aber kontraproduktiv sein. Diejenigen, die sich an nach Kapitalisierung gewichteten Benchmarks orientieren, laufen Gefahr, in Anlagen schlechterer Qualität zu investieren, weil sich in Schieflage geratene Staaten mehr Geld leihen.

Die Indexgewichtung der Türkei zum Beispiel ist grösser geworden, weil sie mehr Anleihen aufgenommen hat. Somit hielten indexnachbildende Anleger auf einmal noch grössere Positionen in dem Land, auch wenn dessen schlechte wirtschaftliche Fundamentaldaten eher nahelegten, dass sie weniger (oder überhaupt) keine türkischen Anleihen besitzen sollten.

Aktives Long-only-Management löst dieses Problem nicht zwangsläufig. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die meisten aktiven Strategien etablierte Indizes als Benchmarks nutzen und diese dann nachbilden, wenn auch weniger eng.

Ein weiterer Grund, warum sich Anleger das Potenzial von Schwellenländeranleihen entgehen lassen, ist, dass sie Angst vor starken und plötzlichen Preisschwankungen haben, für die der Markt bekannt ist. Viele untergewichten die Anlageklasse daher.

Diese Faktoren ergeben zusammen ein Umfeld, in dem clevere Anleger mit starker Analysekompetenz Alpha generieren können.

ABB. 1 NEUE CHANCEN

Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokal- und Hartwährung (Mrd. US-$) und Schwellenländeranleihen gesamt in % der globalen Anleihen insgesamt

Quelle: Bank of America Merrill Lynch „Size and structure of Global Emerging Markets tradable debt“, 30.07.2019. Marktvolumen insgesamt: Bank for International Settlements und Pictet Asset Management. Daten vom 01.10.2018. 

Eine Möglichkeit, wie sich das Risiko von Kapitalverlusten begrenzen lässt und Anleger dennoch vom Potenzial der Schwellenländer profitieren können, besteht darin, absolute Renditen anzustreben. Absolute-Return-Strategien sind nicht an Benchmarks gebunden. Stattdessen streben sie die Erzielung positiver Renditen an, egal wie sich der breitere Markt entwickelt. Angestrebt werden Überschussrenditen aus Dispersion und nicht aus dem Versuch, Marktschwankungen zu timen.

Ein echtes Absolute-Return-Portfolio ist nicht an Beta oder die Marktrichtung gebunden. Dies erfordert die ständige und enge Überwachung von Positionen, um eine adäquate Diversifizierung sicherzustellen – Anlagen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, weisen in einem angespannten Marktumfeld häufig eine hohe Korrelation auf. Absolute-Return darf nicht nur bedeuten, Rendite hinterherzujagen. Anleger zum Beispiel, die sich blindlings auf den hohen Renditeaufschlag Argentiniens stürzten, haben vermutlich die Warnsignale übersehen, die dazu führten, dass sich der Wert der Staatsanleihen des Landes aufgrund der politischen Risiken halbierte.

Um Renditen unabhängig von der Marktrichtung zu erzielen, setzen die Manager der Sirius-Strategie von Pictet Asset Management auf ein diszipliniertes Risikomanagement und einen sorgfältig konzipierten Portfolioaufbau. Dies setzt ein gründliches und weitreichendes Verständnis der Märkte voraus. Der Erfolg der Strategie hängt auch von der Möglichkeit ab, Short-Positionen einzugehen, der Bereitschaft, überzeugungsbasierte Allokationen vorzunehmen und gleichzeitig eine sinnvolle Positionsgrösse beizubehalten; und nicht zuletzt von der Entschlossenheit, nur in liquide Anlagen zu investieren. So können an allen Punkten im Marktzyklus attraktive risikobereinigte Renditen erwirtschaftet werden.

Indem eine Allokation in Schwellenländeranleihen durch ein Total-Return-Portfolio ergänzt wird, lässt sich die risikobereinigte Rendite des gesamten Investments verbessern.

Hätte man unsere Sirius Long/Short Schwellenländeranleihen-Strategie zum Beispiel gleich im ersten Quartal nach Auflegung in ein Portfolio integriert, das zu gleichen Teilen aus passiven Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährungen besteht, und ein gleichgewichtetes Portfolio aus den drei Segmenten zusammengestellt, wäre die annualisierte Volatilität gegen Ende des zweiten Quartals 2019 um ein Drittel geringer gewesen. Zudem wären die Renditen höher gewesen und die maximalen Markt-Drawdowns wären erheblich reduziert worden (siehe Abb. 2)2.

Vielfalt

Die Entwicklungen am breiten Markt täuschen oft darüber hinweg, wie vielfältig das Universum der Schwellenländer-Staatsanleihen ist – und es wird immer grösser. Dieses Wachstum vollzieht sich aber nicht auf Kosten der Qualität: Ein zunehmender Anteil von Schwellenländeranleihen wird in Lokalwährungen statt in US-Dollar angeboten, was deren langfristige Schuldenpositionen nachhaltiger macht. Hinzu kommt, dass ein immer grösserer Teil dieser Anleihen von inländischen Anlegern gekauft wird, die treuer sind als ausländische Anleiheinvestoren.

Da der Markt gereift ist, hat sich auch die Zahl der derivativen Instrumente erhöht. Unsere Sirius-Strategie wählt ihre Anlagen aus mehr als 70 Staatsanleihemärkten und zugehörigen liquiden Derivaten, Zinsswaps, Credit-Default-Swaps, Zinsfutures, Devisen und Optionen aus. Dadurch eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten für Macro-Directional- und Relative-Value-Investments, angefangen beim Engagement in grosse Themen, die sich über einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren entwickeln, bis hin zur Ausnutzung kurzfristiger Marktdispersion.

ABB. 2 SIRIUS IN EINEM BREITEREN PORTFOLIO

Kombination von Sirius mit einer Long-only-Allokation in Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährung.

Renditen und Standardabweichungen (% p.a.) stilisierter Portfolios – gleichgewichtete Indexstrategien (jeweils 50%) und Indexstrategien einschliesslich Sirius (jeweils 33,3%).
Quelle: Mercer LLC, Pictet Asset Management Market Intelligence. Daten vom 30.09.2016 bis 30.06.2019.

Ein Anleger wird sicherlich rigorose Filter brauchen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aufgrund der Wesensart der Anlageklasse muss eine Bottom-up-Länderanalyse durch das Prisma globaler makroökonomischer Faktoren erfolgen, von der G3-Geldpolitik bis hin zum Zustand des globalen Konjunkturzyklus, den Kapitalströmen und den geopolitischen Entwicklungen. Dann können unter Berücksichtigung der Entwicklung der Konjunkturdaten, der Form der Zinsstrukturkurven der Länder und deren Wertentwicklung in der Vergangenheit die Investment-Entscheidungen auf einen überschaubaren Pool an Anlagen eingegrenzt werden.

An dieser Stelle können einzelne Länder im Hinblick auf lang-, mittel- und kurzfristige Perspektiven beurteilt werden. Langfristig zum Beispiel sind Konjunkturtrends, Wirtschaftspolitik und politische Rahmenbedingungen relevant, während mittelfristig Erwartungen hinsichtlich Wachstum, Inflation, Geld- und Haushaltspolitik massgeblich sind. Kurzfristig spielen Ereignisrisiken, Marktpositionierung, Markttechnik und Volatilitätsausblick eine Rolle.

Bei richtiger Vorgehensweise kann daraus ein Portfolio entstehen, dessen Renditen nicht nur keine Korrelation zu den grossen Anlageklassen aufweisen, sondern auch nicht zu massgeblichen Schwellenländerindizes.

Ein solches Portfolio sollte einen gewissen Schutz vor Kapitalverlust bieten und gleichzeitig eine stetige positive Rendite mit mehr Alpha liefern, als dies üblicherweise bei stark gehandelten Anlagen der Fall ist. All dies bedeutet, dass sich durch Einbindung einer Absolute-Return-Strategie in ein traditionelles Anleiheportfolio die volatilitätsbereinigten Renditen verbessern lassen.


1) Korrelation zwischen dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index und den JP Morgan GBI-EM Global Diversified und EMBI Global Diversified Indizes mit jeweils 0,6 bzw. 0,53. Berechnungen von Pictet Asset Management. Quelle: Pictet Asset Management, 13.07.2016 bis 30.08.2019. Daten sind in US-Dollar angegeben.
2) Basierend auf Quartalsdaten für den Zeitraum 30.09.16 bis 30.06.19. Annualisierte Rendite und Standardabweichung eines gleichgewichteten Korbs von JP Morgan GBI-EMG und JP Morgan EMB-GD Indizes im Vergleich zur gleichgewichteten Strategie der zwei Indizes plus der Pictet Asset Management Sirius Strategy (jeweils ein Dritte), vor Gebühren. Analysen von Pictet Asset Management Market Intelligence zeigen einen Rückgang der jährlichen Standardabweichung von 7,8% auf 5,4%, während die annualisierten Renditen im gleichen Zeitraum von 4,4% auf 4,7% gestiegen sind. Basierend auf Daten von Mercer.

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Über Gareth Payne

Gareth Payne ist seit Februar 2019 als Senior Client Portfolio Manager bei Pictet Asset Management im Total Return Fixed Income Team beschäftigt. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Client Portfolio Manager für Credit & Convertibles bei Man GLG und in dieser Funktion für die alternativen und Long-only-Strategien verantwortlich. Davor war Gareth Payne bei Man in verschiedenen Geschäftsentwicklungsrollen in dessen Multi-Manager-Hedgefondssparte (FRM) tätig. Er begann seine Laufbahn 2007 bei Lehman Brothers in London. Gareth Payne hat einen Master-Abschluss und einen BA der University of Cambridge.

Über Ketan Gada

Ketan Gada ist seit 2016 als Senior Investment Manager im Total Return Emerging Markets Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war Ketan Partner und Senior Portfolio Manager bei Quadra Capital Partners, wo er einen Emerging Markets Long/Short-Fonds verwaltete. Davor war er zehn Jahre bei Blackrock und Barclays Global Investors als Managing Director für Emerging Markets-Strategien im Hedgefonds Fixed Income Global Alpha tätig. Ketan Gada begann seine berufliche Laufbahn 1998 bei Cargill, wo er für die Steuerung des Schwellenländerrisikos für das Unternehmen verantwortlich war. Er hat einen Master of Business-Abschluss in Finanzwesen und strategischem Management von der University of Minnesota und einen BA in Finanzwesen von der University of St. Thomas.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Palladiumpreise erreichen neuen Höchststand

40 Prozent des weltweit gehandelten Metalls stammen aus Südafrika. Wegen der dort gerade laufenden Tarifverhandlungen ist das Streikrisiko erhöht und demzufolge die Versorgung mit diesem Metall gefährdet. Dazu Nitesh Shah, Director, Research und Rohstoffexperte bei WisdomTree, mit einem aktuellen Kommentar.

"Der Preis für Palladium erreichte diese Woche ein neues Hoch und lag am Montag, den 30. September, bei 1685 US-Dollar/Unze. Seit sieben Jahren besteht bei Palladium ein Versorgungsdefizit, und auch in diesem Jahr wird für das Metall ein Defizit prognostiziert (Quelle: Metal Focus). Die Nachfrage nach dem Metall, das zur Verringerung der Umweltverschmutzung in Katalysatoren von Autos verwendet wird, ist in den letzten Jahren gestiegen und wird diesen Trend wahrscheinlich fortsetzen, da die Umweltstandards weltweit verschärft werden. Da fast 40 Prozent des Palladiums aus südafrikanischen Minen stammen, stellt dies ein erhebliches Risiko für die globale Versorgung dar. Die oberirdischen Palladiumbestände könnten auf 12,9 Mio. Unzen sinken und damit nur 14,4 Monate der Nachfrage decken (Quelle: Metal Focus).

"Überraschend ist, dass die spekulative Positionierung in Palladium-Futures nicht erhöht ist. Im Gegensatz zu anderen Edelmetallen, deren Positionierung in den letzten Monaten stark zugenommen hat, sieht die Positionierung von Palladium zahm aus. Dies deutet darauf hin, dass die jüngsten Kursgewinne mehr von der Angebotsknappheit und weniger von der Nachfrage der Anleger getrieben wurden."

Impeachment proceeding

As a new memo of a call with the Ukrainian premier and whistle-blower report put the president under more pressure, markets seem concerned about the prospect of Donald Trump being impeached, shows Lars Kreckel, Global Equity Strategist at Legal & General Investment Management.

Impeachment talk is back. Arguably, though, it was never really gone. There has been chatter about impeachment almost since that memorable election night in November of 2016, and I wrote a blog about it more than two years ago.

Nevertheless, the dynamics of the past week that have led to the formal opening of an impeachment investigation took markets somewhat by surprise. To me, this is yet another reminder of the value of our ‘don’t predict, prepare’ approach to politics and that our New Political Paradigm theme of growing populism is very much alive and kicking.

Now what? There are two key things to keep in mind over the next few months: no one knows how this will play out; and impeachment is a political decision rather than a legal decision.

One can build a reasonable case that impeachment will galvanize Trump’s base, increase Republican turnout, and Democratic overreach could turn independent swing voters off Democrats. But a scenario of impeachment energising Democrats and the revelations turning independents off Trump seems equally likely. Tellingly, the betting odds on Trump winning the 2020 election have not budged.

The only certainties are the process and that serves as a reminder that the odds of Trump being removed from office via impeachment remain remote. A two-thirds majority in the Republican-controlled Senate is required for a conviction.

This takes us to the political constraints. It would take a significant number of Republicans to abandon a president from their own party. This is not impossible, as Watergate showed, but there have been no signs of the party abandoning the president in sufficient numbers. This is only likely to change if dropping Trump changes from being political suicide to politically expedient, so we will be keeping a close eye on Trump’s approval rating with Republicans. This is currently at a record high of 91%!

For its part, the market has not welcomed any of this news – with one small caveat I will address shortly. The reaction from investors so far has been clear: impeachment is bad. But, like with Bill Clinton’s impeachment, it is unlikely to be the dominant market driver in the weeks ahead.

At the moment, the market is trying to process the many implications of this deluge of headlines. These include:

  • A legislative gridlock until November 2020 if impeachment proceeds. This would be a minor positive for healthcare stocks insofar as it relieves political scrutiny of that sector, but would eliminate any remaining hopes for an infrastructure spending package and threatens passage of the United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) trade deal.
  • Elizabeth Warren, who was already soaring in the polls, becomes the more likely Democratic nominee for next year’s presidential election. The Ukraine story damages Joe Biden regardless of what happens with impeachment, while Warren has momentum now and so is the natural beneficiary.
  • The precedent of Bill Clinton in 1996 suggests that Trump could win re-election by showing he gets work done while the opposition bickers over impeachment.

The latter possibility takes us to the caveat I mentioned earlier. If this is the narrative Trump wants to take into 2020, it may incline him to compromise more to reach a trade deal. If things get difficult for Trump, it would increase his incentives to produce a political win or distraction. Potentially the biggest win would be a trade deal with China.

We saw a hint of this yesterday when, soon after the release of the memo of his call with the Ukrainian president, Trump said that a deal with China could be struck ‘sooner than you think’. Equities quickly recovered some of the ground they had lost after earlier impeachment news flow.

One thing does seem certain: the 2020 election campaign will be very dirty. 2016 was aggressive, and 2020 was always going to be fiercer. Impeachment has only added more fuel to the fire.

Fasten your seatbelts as the rollercoaster continues.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Was steckt in Plastik?

von Gernot Mayr, Senior Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG.

Kunststoffe, oder umgangssprachlich Plastik, sind tolle Werkstoffe. Sie sind formbar, widerstandsfähig, leicht, hygienisch und meist billig. Eine moderne Welt ohne Kunststoffe ist nicht mehr vorstellbar.

Im Jahr 2015 wurden weltweit ca. 400 Millionen Tonnen Kunststoffe erzeugt. Ausgangsprodukt für Kunststoffe ist fast ausschließlich Erdöl bzw. Erdgas. Kunststoffe kommen in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlicher Lebensdauer zum Einsatz. Der größte Teil, ca. 45 %, findet als Verpackungsmaterial Verwendung, gefolgt von der Bauwirtschaft mit ca. 19 % und dem Einsatz als Konsumgüter mit ca. 12 %.

90 % des Kunststoffes entfallen auf die sechs Grundkunststoffe: Polyurethan (PUR), Polyethylenterephthalat (PET), Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol (PS), Polypropylen (PP) sowie Polyethylen (PE). Polyethylen wird noch je nach Herstellungsverfahren und Eigenschaften in High Density Polyethylen (HDPE) und Low Density Polyethylen (LDPE) unterschieden.

Um die Produkteigenschaften zu verbessern, werden Kunststoffen Zusatzstoffe, sogenannte Additive, zugesetzt. Darunter versteht man unter anderem Weichmacher, Flammschutzmittel, Thermostabilisatoren, Füllmittel, Farbstoffe, Stabilisatoren sowie Verstärkungsstoffe. Ein bekanntes Additiv ist Bisphenol A, das PET-Flaschen von manchen Herstellern als Stabilisator zugesetzt wird. Bisphenol A steht im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein.

Je nach Anwendungsgebiet und Kunststoff unterscheidet sich die Anwendungsdauer (wie lange das Produkt im Einsatz ist). Verpackungsmaterial hat die kürzesten Anwendungszeiten von durchschnittlich einem halben Jahr, im Baubereich liegt die längste Lebensdauer bei durchschnittlich etwas über 35 Jahren.

UND DANACH?

Am Ende ihrer Anwendungsdauer können Kunststoffe entweder recycelt, verbrannt oder deponiert werden. Bei Verbrennung ist zwar einerseits die hohe Energiedichte von Plastik nutzbar, andererseits wird hierbei CO2 freigesetzt, was negativen Einfluss auf das Klima hat. Bei Deponierung gelangt der Kohlenstoff zwar nicht in die Atmosphäre, bei unsachgemäßer Deponierung kommt das Plastik aber in die Umwelt und beeinflusst Fauna und Flora.

Beim Recycling wird alter Kunststoff in neuwertigen Kunststoff umgewandelt, wobei hier verschiedene Herausforderungen zu beachten sind. Kunststoffabfälle müssen zunächst je nach Art des Kunststoffs getrennt werden. Besonders problematisch ist dies einerseits bei Kunststoffen, die nicht den oben erwähnten Grundkunststoffen angehören, und bei sogenannten Verbundkunststoffen. Im letzteren Falle sind verschiedene Kunststoffarten fest miteinander verbunden, sodass die Trennung ausgesprochen mühsam und kostenintensiv ist. Zusätzlich müssen Verunreinigungen entfernt bzw. gering gehalten werden. Das Recycling selbst ist auch nicht beliebig oft wiederholbar. Je nach Kunststoff muss das Material nach einer bestimmten Anzahl von Recycling-Schritten in niederwertigere Anwendungen abgewertet werden. Mit anderen Worten, aus einer PET-Flasche lässt sich nicht eine ganze neue PET-Flasche herstellen, der Recyclingprozess ist somit verlustbehaftet. Eine Reihe von Studien1 zeigt allerdings, dass Recycling als umweltschonendste Methode für den Umgang mit Plastikmüll gilt, wobei die Vermeidung von Kunststoff durch Ersatz mittels leichter abbaubarer Stoffe natürlich unschlagbar ist. Laut OECD2 werden zum Beispiel bei jeder Tonne PET, die alternativ zur Deponierung recycelt wird, 1,7 Tonnen CO2 eingespart.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Plastikmüll“ finden Sie links als PDF.

1) C. A. Bernardo: Environmental and economic life cycle analysis of plastic waste management options. A review; 2016
2) OECD publishing: Improving Markets for Recycled Plastics (Trends, Prospects and Policy Respones); 2018

Megatrend Gesundheit: Medizinische Versorgung als Herausforderung

Die gute Nachricht: Wir leben im Schnitt länger, werden immer älter, können das Leben länger auskosten als andere Generationen vor 20, 30 Jahren. Aber wir werden immer mehr Menschen auf diesem Planeten, und wir tun nicht immer das Richtige für unsere Gesundheit.

Durch die geänderten Lebens- und Konsumgewohnheiten steigt weltweit der Fleisch- und Wasserverbrauch. In den Ländern, die sich an der Schwelle zu den entwickelten Volkswirtschaften befinden, gleicht sich der Speisezettel zur entwickelten Welt an.

Wo es bislang vorwiegend Reis und Gemüsen das „tägliche Brot“ konsumiert wurden, landet immer öfter auch ein Burger oder ein Steak am Teller. Typische Zivilisationskrankheiten wie zB Diabetes und hoher Cholesterin lassen sich dadurch nicht einbremsen und breiten sich immer weiter aus.

Zahl der Rentner explodiert

Global betrachtet wird die Gesellschaft zunehmend älter. In den westlichen Industrienationen geht der Alterungsprozess noch schneller vonstatten. Es wird erwartet, dass der Anteil der Menschen, die über 65 Jahre alt sind, bis 2080 fast 30 Prozent der Gesamtbevölkerung in den EU-Mitgliedsstaaten beträgt.

Der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe wird dann bereits deutlich mehr als die Hälfte des Anteils der arbeitenden Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) ausmachen. Gleichzeitig steigt die globale Lebenserwartung – allein in den vergangenen 25 Jahren um 8,7 Jahre.1

Zurückzuführen ist dies vor allem auf die besseren Lebensumstände und den medizinischen Fortschritt.2 Der demografische Wandel bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Zum einen steigt der Bedarf an Pflege und medizinischer Versorgung.

Zum anderen stellt das Segment der Senioren eine wachsende, vermögende Gruppe von Verbrauchern dar, die als Konsumenten immer mehr an Bedeutung gewinnt.  Die Ausgaben für Gesundheit könnten arg strapaziert werden. Laut OECD werden sie bis 2050 in den OECD-Ländern von derzeit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5 Prozent steigen.

Pharma-, Biotech- und Pflegeunternehmen profitieren

Profiteure dieser Entwicklung können Unternehmen sein, die Produkte rund um die medizinische Versorgung, Gesundheit und die Betreuung älterer Menschen anbieten. Darunter fallen beispielsweise die Betreiber von Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Als weitere Nutznießer gelten Pharma-, Generika- und Biotechnologieunternehmen, die in der Forschung, Produktion und dem Vertrieb von Arzneimitteln tätig sind sowie Firmen, die sich mit den Themen Gesunde Ernährung und Gesundheitsvorsorge beschäftigen.

Die Entwicklung  innovativer Medikamente und die Aktivitäten um eine Explosion der Kosten im Gesundheitssystem zu vermeiden, kann als Megatrend eingestuft werden.

Als besonders interessante Querschnittstechnologie hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte die Biotechnologie erweisen (siehe dazu auch unseren Blog „Was können Biotechnologie-Aktien“). Deren Einsatzmöglichkeiten sind nicht auf ein Gebiet beschränkt sondern auf viele Anwendungsmöglichkeiten.

In der Krebs- und Gentherapie wird mittels biotechnologischer Verfahren versucht Gendefizite auszugleichen bzw. zu beheben. Die zellbasierte Krebstherapie befindet sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung. Anlegerinnen und Anleger können trotzdem schon jetzt am Erfolg innovative Medikamente partizipieren, die Krankheiten stabilisieren bzw. den Zustand der Patienten verbessern und dadurch einen Beitrag zum Wohlstand leisten.

Ein weiteres Therapiefeld sind die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit und Zuckerkrankheit (Diabetes), wobei hier auch die Preisgestaltung zunehmend eine Rolle spielt.

Preisdruck bei Medikamenten

Gibt es doch im Biotech-Mekka“ USA regelmäßig vor Wahlen Diskussionen um die Kosten des Gesundheitssystems. Schon in der Vergangenheit hatten sich die Demokraten für mehr reglementierte Preise ausgesprochen, konnten sich aber letztendlich nie durchsetzen.

Und welche Ideen Präsident Trump zur Finanzierung des Gesundheitssystems verfolgt, ist auch nicht klar (siehe Bericht „Handelsblatt“ vom 28.3.2019)Eine Folge des größer werdenden Preisdrucks: Es kommen immer mehr Biosimilars, also generische Versionen von original Biotech-Medikamenten, auf den Markt. Denn nach Ablauf der Patentzeit der „Originale“ gibt es die Möglichkeit sie als Arznei nachzubauen.

Die Anwendungsgebiete der Biotechnologie kommen auch bei zahlreichen neurogenerativen Krankheiten zum Tragen wie z.B. bei Multipe Sklerose oder Alzheimer. Die Zahl der erkrankten Personen ist stark im Steigen. Es gibt dagegen nicht wirklich Medikamente und laufend Rückschläge bzw. Fehlversuche.


Datum: 26.09.2019 Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

„Nachholpotenzial“ bei Biotechnologie-Aktien

Die Chancen stehen gut, dass Biotech-Aktien in den kommenden Jahren diese Wachstumsdynamik fortsetzen können. Die zu erwartenden positiven Forschungsergebnisse in Krankheitsfeldern mit hohem medizinischem Bedarf wie auch das anhaltende Umsatz- und Gewinnwachstum liefern plausible Kaufargumente.

Nicht zuletzt sind die Aktien laut Erste AM Fondsmanager Harald Kober so günstig bewertet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die jüngste Aufwärtsbewegung der anderen Sektoren haben sie nicht mitgemacht. „Nachholpotenzial wäre vorhanden“, so Kober.

Im Auge behalten muss man als Anleger/Anlegerin die möglichen hohen Kursschwankungen und die Folgen für die Unternehmen, wenn medizinische Versuche fehlschlagen oder eine erwartete Zulassung durch die Gesundheitsbehörden verwehrt bleibt.

Gesundheit und Biotechnologie im ERSTE FUTURE INVEST

Solche Aktien der Biotechnologie findet man auch im neu aufgelegten ERSTE FUTURE INVEST, der bei Erste Bank und Sparkasse gerade zur Zeichnung aufliegt. Dieser Fonds deckt fünf große Megatrends, die die ExpertInnen der Erste Asset Management definiert haben.

Neben „Gesundheit & Vorsorge“ sind dies der „Lebensstil“, „Technologie & Innovation“, „Umwelt & saubere Energie“ sowie „aufstrebende Märkte“. Mehr Informationen zu diesen Megatrends lesen Sie hier.


Quellen:

1. Eurostat (2016);
2. Eurostat (2019); Daten per Jun 2019

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Repo madness: money's too tight to mention

Christopher Jeffery, Fixed Income Strategist at Legal & General Investment Management, explains if stress in the US repo market is a harbinger of crisis or a plumbing issue.

Stress in overnight funding markets in the US has flared up recently. At face value, it is an unpleasant reminder of the strains that characterised the start of the 2007-09 financial crisis. On closer inspection, though, it looks like some leaky financial plumbing that has been hastily patched up by the Federal Reserve.

What has happened?

Over the past week or so, we have seen a spike in overnight repo (short for 'sale and repurchase') rates. Some intraday quotes spiked as high as 8%, with overnight rates settling at nearly 4%. That's a significant disruption to the normally orderly running of short-term lending markets.

Repo rates are the implied interest rates on overnight lending, secured against the highest-quality collateral. In a 'sale and repurchase' agreement, borrowers sell high-quality assets (normally US Treasuries) today and buy them back at a pre-determined price tomorrow. It's an effective way for financial intermediaries and investors to create cash in their portfolios to meet short-term needs.

The spike therefore suggests a high demand for (or reduced supply of) overnight lending. The average effective fed funds rate – the short-term interest rate that the US central bank targets in its monetary policy operations – jumped to the top end of the target range.

Consistent with the above indicators of funding stress, we have seen a huge jump in the spreads paid by marginal borrowers in the fed funds market. It's impossible to avoid the conclusion that, in the words of Simply Red, 'money's too tight to mention'.

There has been some commentary that the Federal Reserve has completely lost control of the short end of the yield curve. That's a bit of an exaggeration, given that a broader range of money-market rates (such as CP, CD, LIBOR, 1M OIS) have not reacted. This looks like a localised liquidity problem right at the short end of the curve.

Why has it happened?

Short-term liquidity in the money markets is a function of excess reserves in the banking system. These overnight claims on the Federal Reserve have been steadily shrinking since 2014. Following the financial crisis, there are good reasons to think that the effective floor for these reserves is a long way above zero. Nobody really knows where the biting point is, but there have been some estimates that the 'system minimum' level of reserves is in the region of $1.2 trillion (see, for example, the March Primary Dealers’ Survey).

System-wide excess reserves are currently running at $1.5 trillion, but there was a sharp drop earlier in the month due to corporate tax payments and Treasury bond issuance, both of which suck liquidity out of the private sector. Combined they are estimated to be worth up to $100 billion. The market reaction suggests that the 'system minimum' level of reserves is higher than $1.2 trillion.

What has been the Fed’s response?

The New York Fed has launched a series of repo operations, borrowing around $250 billion of US Treasuries, Agencies and Agency mortgage-backed securities, and injecting cash into the private sector. In the short term, that should act to cap repo rates between private-sector participants and stop the funding squeeze.

At the September Federal Open Market Committee meeting, the policymakers cut the interest paid on excess reserves (IOER). The IOER is the rate at which the most credit-worthy borrower is willing to borrow an unlimited amount overnight. Bringing this down within the target range is a tried and tested way to control short-term interest rates. There is no conceptual problem with bringing this down further to align it with the bottom of the target range.

More structurally, the Federal Reserve has been considering a standing repo facility for some time. At the moment, its control mechanism is asymmetric. The bank conducts reverse repos (absorbing liquidity) on a daily basis with a broad range of counterparties, and conducts repos with a limited set of counterparties on an ad hoc basis. In the minutes to the June Federal Open Market Committee, it was noted that a standing repo facility: "...could provide a backstop against unusual spikes in the federal funds rate and other money-market rates and might also provide incentives for banks to shift the composition of their portfolios of liquid assets away from reserves and toward high-quality securities."

The market conditions of the past week are exactly the kind of conditions this facility would be designed to address. The Federal Reserve's thinking on this kind of backstop is evolving, but it is an obvious complement to its current toolkit. The two key unknowns are:

  1. Would such a facility would be at a tight or wide spread to other money-market rates? At a wide spread, it will be a rarely used backstop facility with little impact on banks' behaviour. At a tight spread, it could have a significant impact on their behaviour (e.g. their willingness to hold more Treasuries within liquid asset portfolios with a big impact on swap spreads).
  2. Who will qualify as an eligible counterparty? The broader the list of eligible counterparties, the more effective the market backstop but the greater the concerns about moral hazard. The Federal Reserve's backstop would effectively reduce the penalties for liquidity mismanagement in the private sector.

So what?

The clear signs of funding stress seen over the past week or so are a product of unexpected tightness in the short-term money supply, not due to concerns about counterparty risk. These concerns can be, and are being, fixed by the Federal Reserve.

The exact mechanisms used to fix the problem can impact the pricing of some more esoteric corners of the fixed income markets (such as swap spreads or basis swaps), but the overall message for risk markets is much less alarmist than some of the headlines suggest.


This article has first been published on macromatters.lgim.com.

Wendepunkt bei den Schwellenländeraktien erreicht?

von Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree.

Schwellenländeraktien notieren auf dem niedrigsten Niveau im Vergleich zu US-Technologiewerten seit 2000. Das wirft die Frage auf, ob jetzt ein Wendepunkt bei Schwellenländer-Aktien erreicht sein könnte. Als die Titel zuletzt auf einem so niedrigen Niveau wie jetzt gehandelt wurden, folgte eine acht Jahre lang währende kraftvolle Erholung. Die Zusammensetzung der Schwellenländersektoren hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ist ausgereifter, sie beinhalten nun größere Finanz- und Technologieaktien und einen geringeren Anteil von Materialien und Rohstoffaktien.

Quelle: WisdomTree, Bloomberg vom 13. September 2019. 
Wichtiger Hinweis: Emerging Markets-Aktien werden durch den MSCI Emerging Market Index und US-Technologie-Aktien durch den Nasdaq 100 Index erfasst. Die Linie in der obigen Grafik stellt den MSCI Emerging Markets Index geteilt durch den Nasdaq 100 Index dar. Der MSCI Emerging Markets Index besteht aus 26 Entwicklungsländern, darunter Argentinien, Brasilien, Chile, China, Kolumbien, Tschechien, Ägypten, Griechenland, Ungarn, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Katar, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Taiwan, Thailand, Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. 
Die historische Performance ist kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investitionen können an Wert verlieren.

Die Schwellenländer werden stark durch das Wechselspiel der zwischen Trump, China und US-Notenbank (Fed) gebildeten Troika beeinflusst. Im ersten Quartal 2019 funktionierte dies für Schwellenländer gut, da die Fed einen Zinssenkungszyklus einleitete und die Frist für Zollschranken bis zum 31. März verlängert wurde. Seitdem haben die Schwellenländer jedoch eine Achterbahnfahrt hinter sich, denn die Handelskriege zwischen den USA und China eskalierten zuletzt und es ergaben sich zudem spezifische Risiken in Argentinien und der Türkei. Dennoch wurden die Ertragsergebnisse bei Schwellenländern im zweiten Quartal von Konsenseffekten bei 72 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI EM Index dominiert – 43 Prozent der Marktkapitalisierung schlug zuvor den Konsens verglichen mit nunmehr 28 Prozent, dies markiert eine Erholung gegenüber dem Vorquartal. Interessanterweise wurde die deutliche Verbesserung vor allem vom IT-Sektor getragen, angeführt von Korea und Taiwan.

Den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge wird das Wachstum der Schwellenländer dieses Jahr voraussichtlich bei 4,1 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 4,7 Prozent steigen. Es wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum der entwickelten Märkte von 1,9 Prozent in diesem Jahr auf nur 1,7 Prozent im Jahr 2020 weiter verlangsamt. Der Großteil des globalen Wachstums, das voraussichtlich von 3,2 Prozent in diesem Jahr auf 3,5 Prozent im nächsten Jahr steigen wird, könnte aus den Schwellenländern kommen. Einer der Hauptgründe, warum die Wachstumsraten der Schwellenländer zögern, liegt an den Wachstumsstimuli in China. Die aktuellen Bewertungen spiegeln eine hohe Unsicherheit unter den Schwellenländer-Investoren wider. Wir glauben, dass die niedrigen Bewertungen bei Schwellenländer-Aktien angesichts der positiven Ertragsdaten, der günstigen Wachstumsaussichten und der jüngsten Deeskalation der Handelskriege zwischen den USA und China einen aussichtsreichen Einstiegspunkt darstellen könnten.

Nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird das Wachstum voraussichtlich in den Schwellenländer 4,1 Prozent betragen.

Schreckmoment für Ölmarkt ohne langfristige Folgen

Ein Drohnenangriff auf Raffinerien der saudi-arabischen Ölgesellschaft Aramco sorgte in der Vorwoche für Bewegung am Ölmarkt. Zum Wochenstart sprangen die Preise für Rohöl auf ihre höchsten Stände seit mehreren Monaten.

Durch den Angriff, hinter dem die USA-Regierung Houthi-Rebellen aus dem Jemen mit Unterstützung durch den Iran vermutet, ging eine Produktion von 5,7 Millionen Barrel verloren. Damit zählte der abrupte Produktionsausfall zu den größten aller Zeiten. Dass die Ölpreise im Wochenverlauf dennoch schnell wieder nachgaben, hängt mit mehreren Faktoren zusammen.

Ölmarkt grundsätzlich gut versorgt

Die vorübergehenden Preisanstiege können sich durch Risikoaufschläge erklären. Saudi-Arabien gilt als einer der stabilsten Produzenten: „Wenn schon ein verhältnismäßig simpler Drohnenangriff fünf Prozent des Welt-Angebots ausschalten kann, besteht natürlich die Angst vor größeren Angebots-Schocks“, sagt Rohstoffexperte Alexander Weiss von der Erste Asset Management.

Ihm zufolge fiel die Marktreaktion aber sehr konzentriert aus: Sie wirkte sich nicht auf andere Sektoren aus. AnlegerInnen müssten aufgrund der jüngsten Entwicklungen keine fundamentale Neubewertung des Ölmarkts vornehmen.

Dies liegt vor allem daran, dass die Versorgungssituation aktuell grundsätzlich sehr gut ist. Die Internationale Energie-Agentur IEA erwartet für das kommende Jahr sogar einen Angebotsüberschuss auf dem Ölmarkt.

Die wichtigsten Förderländer, die sich in und mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC+) koordinieren, versuchen zwar die Produktion einzudämmen und so die Preise stabil zu halten. Andere Staaten weiten jedoch ihre Ölproduktion noch stärker aus.

Nach Einschätzung der IEA werde daher die Nachfrage nach Rohöl aus den OPEC-Mitgliedsstaaten im ersten Halbjahr 2020 rund 1,4 Millionen Barrel je Tag unter der Produktion der OPEC-Länder im August liegen.

Experten für Ölmarkt zuversichtlich

Ein weiterer Grund für die begrenzten Auswirkungen des Produktionsausfalls sind die aufgebauten Lagerbestände. So hatten sich etwa die USA zur Freigabe ihrer strategischen Ölreserven bereiterklärt, sollte es nach den Drohnenangriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien zu Engpässen kommen.

Dies spiegelt auch wider, wie stark die Bedeutung der Vereinigten Staaten am Ölmarkt gestiegen ist. Die USA haben im Juni dank der massiven Schieferölproduktion kurzzeitig sogar Saudi-Arabien als weltgrößten Ölexporteur überholt.

Die weltweite Konjunktureintrübung wird nach IEA-Einschätzung keinen Einbruch der Ölnachfrage zur Folge haben. Die Behörde hält an ihren Prognosen für dieses und kommendes Jahr fest. Demzufolge dürfte sich der globale Bedarf 2019 auf 1,1 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag erhöhen und 2020 um weitere 1,3 Millionen Barrel steigen.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China nicht scheitern und sich die Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran wieder abschwächen.

Zusammenfassend sieht Erste Asset Management-Analyst Alexander Weiss die Ölversorgung längerfristig  nicht gefährdet. Daran hat auch der aufsehenerregende Angriff auf saudi-arabische Produktionsstätten nichts geändert: „Geopolitisch sehen wir momentan keine Eskalation.

Bis jetzt haben alle einen kühlen Kopf bewahrt.“, resümiert Weiss. Bereits Mitte vergangener Woche meldete der Ölkonzern Saudi Aramco, die Erdölproduktion in den angegriffenen Großanlagen sei bereits zu etwa 40 Prozent wiederhergestellt. Die volle Kapazität soll schon bis Ende September wieder zur Verfügung stehen.

Investieren in die bedeutendsten Rohstoffunternehmen

Wer in die weltweit bedeutendsten Rohstoffunternehmen investieren möchte, kann dies über den Fonds ESPA STOCK COMMODITIES tun. Der Fonds ist in börsennotierten Unternehmen aus den Sparten Energie, Metalle und Basismaterialien breitflächig investiert. Da es sich um einen Aktienfonds handelt, muss man mit Kursschwankungen an der Börse rechnen. Man hat aber die Chance langfristig von der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen zu profitieren.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Warum die Steuerung der Zinskurve Draghis letzter Coup sein sollte

Die Eurozone sollte einen radikalen geldpolitischen Kurs im japanischen Stil einschlagen, wenn sie eine Japanifizierung verhindern will, argumentiert Steve Donzé, Senior Macro Strategist bei Pictet Asset Management.

Mario Draghis letzter Coup?

Der Chef der Europäischen Zentralbank sollte genau hinschauen, was seine japanischen Kollegen tun.

Die Eurozone mit ihrer unterschiedlich schnell wachsenden Wirtschaft braucht nämlich genauso wie Japan eine radikale Politik zur Steuerung der Renditekurve im japanischen Stil. Das sollte sein letzter Coup sein, bevor er Ende Jahr seinen Hut nimmt.

Japan ist zum globalen Symbol für unorthodoxe Geldpolitik geworden. Seine Experimente mit Helikoptergeld in den 1930er-Jahren und jüngst mit quantitativer Lockerung und negativen Zinssätzen haben anderen Zentralbanken wichtige Erkenntnisse gebracht.

Dank seiner Politik der Steuerung der Renditekurve ist die Bank of Japan wieder einmal in den Fokus der Zentralbanken anderer Länder gerückt, weil die Währungshüter nach Möglichkeiten suchen, die Stützungsmassnahmen zurückzufahren, ohne das Wachstum zu gefährden.

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns anschauen, wie und warum die japanische Geldpolitik funktioniert.

Im Rahmen der Steuerung der Renditekurve kauft die japanische Notenbank Anleihen mit dem konkreten Ziel, die kurzfristigen Zinssätze bei -0,1% und die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihe bei 0% zu halten.

Das Besondere an dieser Politik ist, dass sie sozusagen eine „getarnte“ Drosselung der quantitativen Lockerung ist. Die BoJ hat es geschafft, ihre jährlichen Anleihenkäufe um 60 Bio. JPY auf 20 Bio. zu reduzieren, ohne dass die Finanzmärkte dadurch beeinträchtigt werden.

So konnte verhindert werden, dass wie 2013 in den USA eine „Drosselungsangst“ ausgelöst wird – damals schnellten dort die Anleiherenditen in die Höhe, nachdem die US-Notenbank ihre Absicht zur Beendigung der quantitativen Lockerung bekanntgegeben hatte.

Eine weitere Errungenschaft der Steuerung der Renditekurve ist, dass Japan langsam aus den Schulden herauswächst, weil die Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wachstum gehalten werden. Das ist ein Hauptmerkmal des von Ray Dalio von Bridgewater als „schöner Schuldenabbau“ bezeichneten Entschuldungsprozesses.

Aus dieser Perspektive käme eine Steuerung der Renditekurve der Eurozone, oder zumindest Teilen davon, zugute. Das gilt insbesondere für Italien, dessen öffentliche Verschuldung in Höhe von 130% des BIP – die zweithöchste der Region nach Griechenland – kein Dauerzustand sein kann.

Die Zinszahlungen des Landes belaufen sich auf 4% des BIP, das ist viermal so viel wie in Deutschland und das Doppelte des OECD-Durchschnitts. Darüber hinaus liegt der Schuldendienst dort 0,9 Prozentpunkte über dem nominalen BIP-Wachstum (siehe Abbildung).

SCHÖN IST ANDERS

Nominale BIP-Rate Italiens im Vergleich zur Rendite der 10-jährigen Anleihe

* Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wirtschaftswachstum
Quelle: Refinitiv; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.1999–31.07.2019 

Eine weitere Parallele zu Japan: Die Peripherie der Eurozone hat Probleme, die private Kreditvergabe zu beleben. Wenn die EZB nicht die Gelddruckmaschine betreibt, könnte es mit der Konjunkturerholung in Südeuropa, wo immer weniger Kredite vergeben werden, bald vorbei sein.

Für eine Region, in der einige Länder eine geldpolitische Straffung brauchen und wieder andere eine Lockerung, könnte ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik im US-Stil grossen Schaden anrichten.

Eine europäische Steuerung der Renditekurve hingegen würde den südlichen Teil des Kontinents gezielt stützen.

Konkret könnte die EZB eine Obergrenze von beispielsweise 0,5% für die 10-jährige Anleihe der Eurozone einführen. Das wäre zwar eine drastische Anpassung, dürfte aber helfen, die Lücke zwischen den Fremdkapitalkosten Italiens und seiner nominalen BIP-Rate zu schliessen, damit das Land seine Schulden entsprechend seiner Wirtschaftsstärke reduzieren kann.

Die Steuerung der Renditekurve könnte auch Druck von den Banken in der Eurozone nehmen, die nicht nur grosse Mengen an Staatsanleihen besitzen, sondern auch Probleme haben, notleidende Kredite im Wert von 800 Mrd. Euro loszuwerden.

Mit dieser Politik würden zum Beispiel italienische Banken entlastet, die insgesamt 28% der Staatsanleihen des Landes halten und vor einem Riesenberg an faulen Krediten stehen.

Das soll aber nicht heissen, dass die Steuerung der Renditekurve einfach zu bewerkstelligen ist. Da der Schuldendienst wegfallen würde, könnten die Regierungen versucht sein, sich mehr Geld zu leihen. Um einer zügellosen Kapitalaufnahme und Ängsten der geldpolitischen Falken wie Deutschland entgegen zu wirken, könnte die EZB die Rendite-Obergrenze von vordefinierten Zielen für die Haushaltsdisziplin abhängig machen.

In der Theorie ist eine Zentralbank, die eine Steuerung der Renditekurve betreibt, verpflichtet, eine potenziell unbegrenzte Menge an Anleihen zu kaufen. In der Praxis aber – und das hat Japan gezeigt – dürften die Anleihenkäufe der EZB insgesamt nach und nach abnehmen, ohne explizites Drosselungsprogramm.

Die EZB müsste darauf vorbereitet sein, ihre Renditeziele genauso vehement zu verteidigen wie die japanische Notenbank, die seit Einführung ihres geldpolitischen Konzepts nur wenige Male auf „unbegrenzte Anleihe-Tender“ zurückgegriffen hat, damit die Zinssätze bei Ausverkäufen am Markt nicht steigen.

Das dürfte jedoch nicht allzu problematisch sein. Die EZB hat sich als flexibel und glaubwürdig erwiesen und ihre politische Unabhängigkeit ist durch einen streng geregelten institutionellen Rahmen gewährleistet.

Die Steuerung der Renditekurve könnte sich als praktische Lösung für das Dilemma erweisen, in dem Draghi steckt. Und sie könnte – und sollte – sein letzter Coup vor seinem Weggang sein.


Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Oil be damned

The attack on two Saudi oil facilities has led to a spike in oil prices and delivered another shock to a world economy already suffering from a plethora of downside risks, explains Tim Drayson, Head of Economics at Legal & General Investment Management. Is this the tipping point towards recession?

The Saudi attacks apparently top the biggest disruption in oil supply history at 5.7 million barrels per day. The 19% intraday price move on Monday 16 September was the largest since 1991.

This represents a pure negative supply shock – the worst kind of shock – resulting in less oil output and higher prices. Higher oil prices caused by stronger demand would be less of a problem. Our modelling work suggests that the impact on growth from shocks tends to be multiplicative rather than additive. Economies can cope with one or two shocks if they are otherwise robust but there are thresholds which, once breached, can set off recessionary dynamics.

This shock comes at a time when global manufacturing is already stagnating and the world has become increasingly reliant on the consumer as the sole engine of growth. Could this engine be about to stall, given that consumers are the main loser from high oil prices, which squeeze real incomes?

Oil producers will benefit, while for Saudi Arabia the effect is ambiguous depending on how much output drops versus the higher price it will receive for what it can still produce. But the net effect is clearly negative even before considering that the marginal propensity of oil producers to spend is typically lower than that of the global consumer.

Well oiled

So that is all rather gloomy so far, except that the scale of the shock is much smaller than it first appears. The oil market is significantly larger than in the past so the disruption as a share of the oil market is smaller than previous major shocks. Crucially, everything hinges on how long the disruption to oil supply persists. The peak disruption was large but temporary. Production is already being partially resumed and idle capacity fired up. Customers are also being supplied using special reserves.

Whether it takes a few weeks or months to fully normalise production remains uncertain. But what matters is the intention to increase production and the price reaction. After an initial surge, prices were only up around $6 or 10% after the first day. Assuming this is the price which sticks over the next few months, this is barely noticeable over any longer period. For example, prices fell by around 10 times this amount in 2014.

While we saw this as a positive development at the time, it did not lead to an economic boom (though economists fiercely debated the proportion driven by a positive supply shock from surging US shale oil production versus weakening demand). So why should a tiny reversal of this price decline be adverse?

Econometric models calibrated on previous oil price shocks will tend to overestimate the damage. The 1970s experience was especially problematic because the sustained and massive rise in oil prices led to second-round effects on broader wage and price-setting behaviour. The surge in inflation forced up interest rates, exacerbating the downturn. Today, there is no concern about inflation and central banks are more likely to ease policy in response to higher oil prices.

Second, oil dependency has declined globally. Finally, the US no longer relies on oil imports from the Middle East. Given the disproportionate weight of the US in global financial markets, this reduces the risk of contagion from rising oil prices. Even if prices were to rise by 20% and remain at this level until the end of the year, we would be surprised if this took more than 0.1% off global GDP growth.

Still, this shock comes at an inopportune time and we will be keeping a close watch on oil prices and the potential for geopolitical tension in the area to cause further disruption. However, we remain much more concerned about developments in the trade war. Recent tension has eased at the margin and the market seems to be expecting at least a ceasefire. Problems in the Middle East might even make the US and China less inclined to battle each other over trade, but there are significant risks that talks break down, leading to the imposition of the next round of tariffs. This would raise the threat of recession.


This article has first been published on macromatters.lgim.com.

Wie Megatrends unsere Gesellschaft beeinflussen

Digitalisierung, Energiewende, Klima und Globalisierung. Schlagworte, die heute inflationär verwendet werden. Wenn von Megatrends in der Geldanlage die Rede ist, dann meint man Themen bzw. Entwicklungen, die maßgebliche gesellschaftliche Veränderungen bewirken können.

Wie kann der Lebensstandard in der Zukunft gesichert werden? Wo sind die Wachstumsregionen und welche Innovationen und technologischen Entwicklungen sind in der Zukunft erfolgsversprechend? 44% der Österreicherinnen und Österreicher sehen Digitalisierung als größten Treiber der Gesellschaft, dicht gefolgt von technischen Fortschritt z.B. bei Medizin und Big Data mit 43%.

Nur knapp ein Drittel betrachtet die Automatisierung (33%) oder die Energiewende (29%) als sehr starken Einfluss. Laut einer repräsentativen Studie von Integral im Auftrag der Erste Asset Management (Erste AM) macht der demografische Wandel sogar nur 18% der Befragten Sorgen.

Großteil der Befragten sieht positive Effekte von Megatrends auf ihr Leben

41% der Österreicher sehen grundsätzlich einen positiven Effekt von Digitalisierung auf das eigene Leben, lediglich 14% befürchten einen negativen Einfluss. Insbesondere jüngere Befragte zwischen 16-29 Jahren meinen Digitalisierung werde sich sehr bzw. eher positiv auf ihren Job und ihre sozialen Kontakte auswirken.

„Megatrends sind aus gutem Grund in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent. Wir stehen am Beginn spannender Entwicklungen: nachhaltige Energiequellen, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz oder virtuelle Realität im Industrie- oder Medizinbereich zeigen aber bereits heute ihr enormes Potential“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

Megatrends und Nachhaltigkeit bestimmen die Märkte

Denken wir nur an die Themen wie Automatisierung, das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz, dann wird deutlich, dass neue Geschäftsmodelle entstanden sind, deren wirtschaftliche Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind.

„Die größten Impulse gehen zweifelsohne vom Technologiesektor aus. Sowohl in der Informationstechnologie als auch in der Biotechnologie und in der Umwelttechnologie stehen wir vor bahnbrechenden Entwicklungen“, erklärt Gerold Permoser, Chief Investment Officer Erste AM. Treiber der Technologisierung ist die stetig wachsende Weltbevölkerung, deren Lebensgewohnheiten sich in großen Schritten verändert.

Um 2050 könnte unser Planet, laut UN, bereits ca. 10 Milliarden Menschen zählen (2019: ca. 7,7 Milliarden). Klimawandel und eine ständig wachsende Weltbevölkerung verlangen nach einer Alternative zu klassischen Energiearten. Neben neuen Quellen wie Wind oder Solar, entstehen auch Industrien rund um Themen wie Energieeffizienz und Energieversorgung (intelligente Netzwerke). 79% der ÖsterreicherInnen ist daher, laut eigener Angabe, das Thema Nachhaltigkeit im Sinne von „ökologisch, ethisch und sozial“ wichtig.

In Megatrends investieren

Erste Asset Management hat aktuell den Fonds ERSTE FUTURE INVEST zur Zeichnung aufgelegt. Dabei handelt es sich um einen aktiv gemanagten Aktienfonds – 5 ausgewählte Megatrends werden entweder mit ausgewählten Aktieneinzeltiteln oder spezialisierten Aktienfonds abgebildet.

Da sich Megatrends nicht nach typischen Mustern entwickeln, wird die Veranlagungspolitik des Fonds auf dieser Basis aktiv gesteuert. Auch die Aufteilung zwischen Aktien und Fonds wird laufend angepasst, wobei das Portfolio neben bekannten „Blue Chips“ gezielt attraktive, aber den meisten Anlegern weniger bekannte Mid-Cap-Unternehmen enthalten wird.

„Nicht aus jedem Hype oder Trend wird ein Megatrend. Bei einem Megatrend Fonds geht es um Entwicklungen, die viele Jahre anhalten sollten. Und da reden wir eher über 15 Jahre und länger, vielleicht auch Jahrzehnte“ so Permoser abschließend.


Der ERSTE Future Invest

Der neue Aktienfonds ERSTE FUTURE INVEST investiert in 5 potenzielle Megatrends – wie Gesundheit & Vorsorge, Lebensstil, Technologie & Innovation, Umwelt & saubere Energie und Aufstrebende Märkte, die für AnlegerInnen als attraktiv erachtet werden. Das erfahrene Fondsmanagement der Erste Asset Management beobachtet und bewertet die Megatrends und investiert in diese entweder mit ausgewählten Aktieneinzeltitel oder spezialisierten Aktienfonds.

Über die Studie

Die Erste Asset Management beauftragte das Marktforschungsinstitut Integral mit der Befragung der ÖsterreicherInnen (16-69 Jahre) rund um das Thema Digitalisierung/Megatrends. Die Studie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren. Insgesamt wurden im Zeitraum von 30. August – 06. September 2019 n=510 Online-Interviews in Österreich durchgeführt.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Kurseinbrüche der Cannabisindustrie – Einstiegschance oder Fluchtursache

von Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Im August setzte sich, den fünften Monat in Folge, die Talfahrt der Cannabisindustrie an den Börsen fort. Allein im vergangenen Monat verlor der globale Cannabis Index über 10% seiner Kapitalisierung. Wo liegen hierfür die Ursachen und welche Entwicklung lässt sich ableiten? Erlaubt die gegenwärtige Situation nun eine ideale Investition in eine Zukunftsindustrie oder sollte nach einem nahezu halbjährigen Abwärtstrend die Anlage überdacht werden?

Die globalen Player der Hanf-Industrie sitzen in Nordamerika, hier kommen die Kapitalanlagen größtenteils an:

Kanada hat Cannabis ganzheitlich legalisiert, hier gibt es einheitliche Regularien für den Binnenhandel und Export. Hier klemmte es im Detail, die wirtschaftliche Umsetzung nach der politischen Legalisierung musste erst funktional werden. Die Abgabe der Blüten, der Verkauf von cannabishaltigen Getränken und Lebensmitteln, vieles wurde konzipiert und auf den Weg gebracht.

In den USA gelten andere Gesetze. Cannabis ist auf Bundesebene der USA illegal, wenn auch nicht plausibel, gilt es noch immer als hochgefährliches Betäubungsmittel der Stufe 1. In 33 Bundesstaaten ist die medizinische Anwendung legal, in 11 Bundesstaaten ist auch der erwachsenen Konsum als Genussmittel staatlich kontrolliert und legal. In den USA wirken somit gegenwärtig die größten Hindernisse für reales Wachstum. 

Die Finanzwirtschaft hat keine klaren Befugnisse zur Kooperation mit der Cannabisindustrie. Eine Bank, die mit Cannabisproduzenten oder Verkäufern Geschäfte betreibt, gefährdet ihr Vermögen und die Lizenzen. Inhaber von Cannabisunternehmen fällt es schwer Konten zu eröffnen, Versicherungen abzuschließen oder Rentenpläne für ihre Arbeitnehmer zu gestalten. Für die Unternehmen gilt kein Konkursschutz des Bundes. Sie dürfen weitergehend mit den Erlösen des Geschäftes keine Überweisung über Bundesgrenzen hinweg tätigen. Ein Teil Ihrer Geschäftstätigkeiten und Zahlungen müssen die Cannabis-Unternehmer der USA auch 2019 noch in bar abwickeln. Paradox, denn allein in Kalifornien ist der dynamische, legale Markt mit einem Cannabisumsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar die am schnellsten wachsende Quelle für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Das „SAFE“-Bankengesetz (Secure and Fair Enforcement), woran der Kongress gegenwärtig arbeitet, löst diese Thematik. Führende Demokraten, aber auch Republikaner, sprechen sich weitergehend für eine bundesweite Legalisierung von Medical Cannabis aus, auch das würde die partizipierende Finanzindustrie klarer strukturieren. Zudem bemühen sich die Größen der Pharma- und Lebensmittelindustrie um die Milliardenerlöse aus der CBD-Industrie. Der nicht berauschende Wirkstoff eignet sich als Medizin und auch als Nahrungsergänzungsmittel und stellt bemerkenswerte Umsätze in Aussicht. Vor der FDA (Food and Drug Assoication) der USA kämpfen nun die Lobbys auch hier um ihr Revier.

Einige weitere, kleinere und größere Hindernisse, wie beispielsweise der aktuelle Lizenzentzug des Unternehmens CannTrust, hat die globale Cannabisindustrie noch zu bewältigen. Das ändert jedoch nichts an der wegweisenden Funktion als Medizin, als nachhaltiger Bio-Rohstoff oder als gewinnbringendes Genussmittel.

So schätzt die ws-hc, unter der Berücksichtigung des Einsatzes von Wagniskapital, die aktuelle Marktbewertung als gesund ein und sieht den Zeitpunkt somit als interessante Einstiegsmöglichkeit in die Hanfindustrie an.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 13 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Augmented Reality hebt Trading und Datenanalyse auf neue Dimensionen

von Dmitry Parilov, Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed.

Klingt nach Science-Fiction, ist es aber nicht: Der Broker erklärt dem Investor, wie sich bestimmte Kursbewegungen auf dessen Portfolio auswirken und welche Entscheidungen zur Auswahl stehen. So weit, so gewöhnlich. Doch während der Börsenmakler in Frankfurt an seinem Schreibtisch sitzt, ist der Geschäftspartner unterwegs in Hongkong. Das Gespräch findet in einem virtuellen Konferenzraum statt, beide Geschäftspartner nutzen Augmented Reality (AR)-Headsets oder –Brillen. Dreidimensionale Darstellungen von Charts, Grafiken, Kurven und anderen Daten ordnen sich frei schwebend im virtuellen Raum an und lassen sich per Gesten interaktiv bedienen.

Sehen Sie in folgendem Video, wie die nahe Zukunft des Tradings aussehen kann


BU: Trading mit Augmented Reality: Frei schwebende Charts Im virtuellen Raum per Gesten bedienen. Videoquelle: Devexperts. Das Video auf YouTube: https://youtu.be/_CtQrMby1sU 

Die Unterstützung von Trading- und Datenanalyseplattformen durch Augmented Reality stellt Händlern und Investoren eine hoch entwickelte Finanztechnologie bereit, die ihnen die Überwachung und Visualisierung der Finanzmärkte mit einer enormen Informationstiefe ermöglicht. Neuartige oder verbesserte Darstellungen dynamischer Daten durch Heatmaps oder zweidimensionale Bilder, die auf Knopfdruck oder Geste in 3D-Formen übergehen, ermöglichen eine holografische Visualisierung und bieten vollkommen neue Einblicke. So lassen sich beispielsweise Geschäftschancen und hochaktuelle Entwicklungen auf einer intuitiven Oberfläche deutlicher hervorheben, was es Tradern ermöglicht, schneller zu agieren. Dank AR/MR-Technologiesind Nutzer nicht mehr auf die Größe ihres Computer-, Handy- oder Tablet-Displays beschränkt, sondern profitieren von einer echten 360-Grad-Ansicht und nahezu unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten.

Beim Tragen eines AR-Headsets oder einer AR-Brille werden hoch entwickelte holografische Darstellungen der Finanzdaten und -Feeds in das reale Gesichtsfeld des Nutzers eingeblendet. So können beispielsweise Investoren, die in neuen Märkten tätig werden möchten, auf exakte historische Daten zurückgreifen, indem sie die Tick-Market-Replay- und Backtesting-Funktion nutzen, um faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Finanzanalysten, die bestimmte Aktien an einer größeren Börse beobachten wollen, können entsprechende Informationen mit der vollen Datentiefe abrufen und auch visualisieren. Die vergangene Performance der letzten Monate oder Jahre kann ermittelt und in Form einer holografischen Datendarstellung umgehend an den Kunden weitergeleitet werden.

Mit Augmented Reality bekommt der Begriff „Mobiler Arbeitsplatz“ eine ganz neue Bedeutung, denn Kunden oder Finanzberater können in einem virtuellen Konferenzraum zur gleichen Zeit mit Personen vor Ort und (per Videokonferenz) mit Gesprächspartnern, die sich an einem beliebigen Standort auf der Welt befinden, sprechen. Aktionen in der AR-Finanzlandschaft können komplett vertraulich behandelt und vor neugierigen Augen geschützt werden. Oder sie lassen sich im „Zuschauermodus“ für Kollegen und Kunden auf externe Rechner spiegeln, die ebenfalls mit AR-Technologie arbeiten. So können sie gemeinsam die Finanzlandschaft analysieren und mit den Daten interagieren.

Die Technologie hinter der AR-Plattform

Zwar eignen sich sämtliche auf dem Markt erhältlichen AR-Headsets für Trading und Marktdatenanalyse, doch wartet die Finanzwelt auf neue Entwicklungen, die sich in puncto Design und Tragekomfort normalen Brillen annähern und so längere Tragezeiten ermöglichen.

Abhängig vom Gerätehersteller und der Situation können Nutzer Gesten- und Spracherkennung, Bluetooth-Mäuse oder einen Clicker einsetzen, um holografische Objekte zu bedienen. Mithilfe von Software-Editoren, mit denen sich dreidimensionale Orderbücher, Charts oder Volatilitätsflächen erstellen lassen, kann die Software auf jedes „Wearable“-Gerät überspielt werden. Eine der Kernfunktionen AR-gestützter Trading- und Marktdatenanalyse-Plattformen ist jedoch das Streaming von Finanzdaten aus den Kapitalmärkten.

Ergebnis ist ein leistungsstarkes Tool, das beliebige Daten-Feeds an eine AR-gestützte virtuelle Marktdatenstruktur anpassen kann. Die gesammelten und gespeicherten historischen Daten stammen von den wichtigsten Börsen der USA, Kanadas und Europas. Jede einzelne Kursänderung (Tickdaten) wird live gestreamt und kann über das AR-Headset exakt angezeigt und überprüft werden.

Welche Vorteile haben Trader und Analysten durch AR-Unterstützung?

Trading und Datenanalyse mit AR-Unterstützung bieten Finanzdienstleistern eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Höherer Darstellungs-Komfort: Drahtlose AR-Headsets bzw. AR-Brillen ersetzen mehrere, an einem festen Standort installierte Monitore; zudem entfallen die Größenbeschränkungen der Displays von Computern, Mobiltelefonen und Tablets.
  • Mobiles Arbeiten: Durch eine 360-Grad-Ansicht kann der Nutzer buchstäblich überall im Raum arbeiten.
  • Effiziente Zusammenarbeit: Kunden und Kollegen können per Videokonferenz von jedem beliebigen Standort der Welt aus in einem virtuellen Konferenzraum an Projekten mitarbeiten; „Point of View“-Funktionen ermöglichen die Überwachung und gemeinsame Analyse von Finanzdaten, was Missverständnisse vermeidet und den Entscheidungsprozess beschleunigt.
  • Höhere Produktivität: Die holografische Darstellung sorgt für eine verbesserte Marktdatenvisualisierung – ein entscheidender Vorteil für Trader, die auf der Grundlage von Daten wichtige Entscheidungen in kurzer Zeit treffen müssen.
  • Effektive Trainings: Mithilfe der AR/MR-Finanztechnologie können Studenten und Trading-Einsteiger anhand historischer Daten und der Market-Replay-Methode Muster erkennen und analysieren, um sich den Finanzmarkt auf einer tieferen Ebene zu erschließen.
  • Intuitivere Nutzeroberfläche: Die Anzeige, Analyse und Bearbeitung großer Mengen komplexer Daten wird vereinfacht.
  • Zugriff auf historische Marktdaten: Nutzer können zurückliebende Marktaktivitäten über die Tick-Market-Replay-Funktion nachvollziehen, Strategien mit der Backtesting-Funktion testen und gleichzeitig die aktuellen Marktbewegungen im Auge behalten.
  • Jederzeit besser informiert: Integrierte, in Echtzeit übertragene News-Feeds und Finanzinformationen mehrerer Anbieter werden in ein und derselben Textansicht zusammengefasst. Auch das Live-Streaming von News-Kanälen wird unterstützt.

Um sich im Wettbewerb zu behaupten, setzen Banken, Investmentfonds, Hedgefonds, FX-Brokerhäuser, Eigenhändler und Börsen heute zunehmend auf die AR-Technologie. Die treibende Kraft hinter Trading und Datenanalyse via Augmented Reality sind derzeit jedoch Einzel-Trader, Investoren und Berater für Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt. Für sie ist eine effiziente Zusammenarbeit via AR von großem Vorteil.


Über den Autor

Dmitry Parilov ist Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed, ein Mitglied der VR/AR Association und Tochtergesellschaft von Devexperts. Dmitry begann seine berufliche Laufbahn vor mehr als zehn Jahren in der IT-Branche. Energie und Inspiration schöpft er aus der Leitung weltweiter Projekte für die renommiertesten, auf Telekommunikation und Finanzen spezialisierten Produkt- und Lösungsanbieter. Der erfahrene Manager hat seine Fähigkeiten als strategischer Leiter zahlreicher Tier 1-/Tier 2- und Pre-Sales-Projekte sowie beim Aufbau großer, dezentral arbeitender Teams und Niederlassungen mehrfach unter Beweis gestellt.
Er absolvierte seinen Master of Science in Mathematik an der Saint Petersburg State University und promovierte in mathematischer Analyse (Ph.D.) an dem Steklov Mathematical Institute of Russian Academy of Sciences.

Über dxFeed

dxFeed ist eine Tochtergesellschaft von Devexperts, dessen Fokus auf der Bereitstellung von Finanzmarktdaten und -dienstleistungen liegt. Das Unternehmen liefert weltweit Daten an Buy-Side- und Sell-Side-Institutionen der Finanzbranche, insbesondere an Trader, Datenanalysten, quantitative Analysten und Portfolio-Manager.
Aktuell versorgt dxFeed weltweit mehr als 6 Millionen Endnutzer über direkte und B2B2C-Beziehungen mit Daten. Die Informationen zu mehr als 1,7 Millionen Finanzinstrumenten (Aktien, Futures, Optionen, Indizes, FX, Derivate und Kryptowährungen) stammen aus verschiedenen Börsen Nordamerikas, Europas und anderer Regionen auf der ganzen Welt.
dxFeed hat seinen Hauptsitz in München und betreibt weitere Niederlassungen in New York, Chicago, Istanbul, Porto und Tokio. Mit seinem Portfolio cloudbasierter Datenlösungen stellt es On-Demand-, Echtzeit- und historische Marktdaten, Referenzdaten und Daten zu Kapitalmaßnahmen sowie Market-Replay-, Charting- und aggregierte Daten bereit. Über APIs und Oberflächen-Tools mit vielfältigem Funktionsspektrum liefert dxFeed zudem Lösungen für die Betrugserkennung und komplexe Berechnungen, Multi-Asset-Preiskalkulationstools, Markt-Scanner und -Alerts sowie Lösungen zur Indexautomatisierung und -wartung.
Mit der weltweit ersten AR/VR-Visualisierungslösung für Finanzdaten ist dxFeed Pionier auf diesem Gebiet. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine Suite ausgereifter Datenanalyse-Tools und -Terminals entwickelt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dxfeed.com.

Globale Abschwächung abzusehen

Die Tendenz zu immer schwächeren globalen Wirtschaftsdaten setzt sich ungebremst fort. Unternehmensgewinne stagnieren noch auf hohem Niveau, das Gewinnmomentum ist jedoch schon rückläufig. Der Handelskrieg der USA, insbesondere mit China, sowie die generelle Verunsicherung in der globalen Exportwirtschaft hinterlassen immer mehr Spuren. Nach dem sukzessiven Einbruch der Frühindikatoren dürfte sich der Produktionssektor vor allem in Europa bereits am Rande einer Rezession befinden. Hingegen profitiert der Dienstleistungsbereich – dieser ist in den USA traditionell von wesentlich größerer Bedeutung – vom derzeit noch starken Arbeitsmarkt und dem guten Konsumklima.

Während in den USA die Wirtschaft im zweiten Quartal noch mit 2 % gewachsen ist, nähert sich die Eurozone der Nulllinie. In Deutschland – sowohl vom Handelskrieg wie auch von strukturellen Veränderungen stark betroffen – war das BIP-Wachstum im zweiten Quartal bereits negativ. In diesem konjunkturellen Umfeld werden auch schwächere Unternehmensergebnisse erwartet.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Rohstoffe und Währungen: Gold glänzt wieder

Wie die Aktienmärkte gaben auch die Energiepreise Anfang August deutlich nach und befinden sich wieder auf dem eher schwachen Niveau vom Juni. Öl und Industriemetalle (dort sind nur Nickelpreise stark im Plus) stehen auch aufgrund des Handelskriegs unter Druck.

Seit einigen Monaten beginnen jedoch Gold und Silber wieder zu glänzen – mit einem Plus von über 20 % seit Mai (bzw. seit Jahresbeginn)! Gold ist nicht nur ein Spekulationsobjekt, es hat auch den Charakter einer Währung: Wenn alle Währungen abwerten und deren Geldmärkte negative Zinsen tragen, profitiert dieses Edelmetall.

Auf den Devisenmärkten war zuletzt wieder eine Abschwächung der Währungen der Emerging Makets zu sehen. Nach der US-Leitzinssenkung drifteten letztlich alle Emerging-Market-­Währungen nach unten, einige verloren sogar stark (Real, Rand), beim Argentinischen Peso muss man von Crash sprechen, er verlor im August 25 %. Wenig Bewegung bei Euro und Dollar, auch das Pfund blieb zuletzt trotz des anstehenden Brexits stabil.

Ölpreisschock - Große geopolitische Erschütterungen könnten folgen

Vor dem Hintergrund der Krise am Golf kommentiert Nitesh Shah, Director Research beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree, den Ölpreisschock.

"Drohnenangriffe von Houthi-Rebellen am Wochenende auf die Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco haben die Ölpreise in die Höhe getrieben. Der Ölpreis war in den letzten drei Monaten tendenziell gesunken. Seit heute Morgen jedoch, als die Preise um mehr als 20 Prozent stiegen, hat sich eine abrupte Veränderung vollzogen, die anfänglichen Gewinne lagen bei plus 10 Prozent zum Zeitpunkt des Schreibens. Erste Schätzungen des Schadens deuten auf eine Aussetzung von 5,7 Mio. Barrel Öl hin, was mehr als die Hälfte der saudi-arabischen Produktion bzw. fast 5 Prozent des weltweiten Angebots ausmacht. Der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman - der erst knapp eine Woche im Amt ist - sagte, dass durch den Angriff die Gasproduktion um 50 Prozent abgefallen sei.

Die Ölproduktion wurde schwer getroffen. Aber noch größer sind die politischen Auswirkungen. Die Houthi-Rebellen im Jemen werden vom Iran unterstützt. Der Saudi-Jemen-Krieg (Houthi), der seit 2015 geführt wird, wird allgemein als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran angesehen. Der Konflikt könnte sich nun in einen offenen Krieg mit dem Iran verwandeln. Der Iran rasselte vor allem mittels seiner Stellvertreter mit den Säbeln als es im Mai und Juni dieses Jahres auf Angriffe auf Schiffe rund um die für den Öltransport wichtigste Seestraße der Welt, die Straße von Hormuz, kam.

Das relative Fehlen von Nachrichten in den Schlagzeilen hatte den Markt zu der Annahme verleitet, dass es eine Deeskalation der Risiken in der Region gäbe. Erst letzte Woche fielen die Ölpreise an einem einzigen Tag um mehr als 2 Prozent, als Präsident Trump seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton entließ, der allgemein als Iran-Habicht angesehen wurde. Die Ereignisse der letzten Tage sind eindeutig kein Zeichen einer Deeskalation. Wir glauben, dass die geopolitische Prämie für Öl steigen wird, da das Risiko einer militärischen Intervention in der Region von Tag zu Tag wächst."

Geldpolitik stößt an Grenzen

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gestern den Einlagenzins für Banken von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt, der Leitzins bleibt unverändert auf 0 Prozent. Das Ziel von EZB-Präsident Mario Draghi ist die Finanzierungsbedingungen möglichst günstig zu halten. Ab dem 1. November werden zudem Anleihen für bis zu 20 Milliarden Euro im Monat gekauft.

1. Proaktive, lockere Geldpolitik

Zahlreiche Zentralbanken, allen voran jene in den USA haben in diesem Jahr einen Schwenk von Leitzinsanhebung auf Leitzinssenkung vollzogen. Die Hauptargumente für diese Umkehr waren nicht nur die Eintrübung der Aussichten für das reale Wirtschaftswachstum und die Inflation sondern auch die angestiegene Unsicherheit, ausgelöst durch den an Intensität gewonnenen Konflikt zwischen den USA und China. Das heißt, die Zentralbankpolitiken waren pro- und nicht reaktiv.

Das gilt auch für die Europäische Zentralbank. Mit den gestern, am 12. September gesetzten Maßnahmen (Leitzinssenkung, Anleiheankaufsprogramm, Reinvestition von auslaufenden Anleihen, neue langfristige Finanzierungsmodalitäten für Banken, gestaffeltes System für die Überschussliquidität der Banken) soll das geldpolitische Umfeld nochmals gelockert werden.

Lockerung des Finanzumfeldes

Die Zentralbanken waren damit in der Lage, trotz der Eintrübung des volkswirtschaftlichen Umfeldes Kursanstiege auf den Finanzmärkte zu befördern. Mit einer gewissen Zeitverzögerung wird dies auch unterstützend auf das Wirtschaftswachstum wirken.

Ähnliches gilt auch für die Stimulierungsmaßnahmen in China. So soll durch eine Absenkung der Mindestreservesätze für Banken das Kreditwachstum unterstützt werden. Die Maßnahmen waren bis jetzt vergleichsweise moderat. Eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums wurde bis jetzt nur gedämpft aber nicht verhindert.

Abgenommene Effektivität der Geldpolitik – säkulare Stagnation

Das außerordentlich niedrige Zinsniveau befindet sich bereits in der Nähe der sogenannten effektiven Zinsuntergrenze. Auf diesem Niveau können die Leitzinsen nicht mehr um mehrere Prozentpunkte gesenkt werden, um eine Rezession zu bekämpfen.

Im Fall einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung würden wir uns in der kuriosen Situation befinden, dass die Zinsen zwar niedrig aber immer noch zu hoch sind. In weiterer Folge könnten wichtige Volkswirtschaften in ein Umfeld abgleiten, das säkulare Stagnation heißt. Die Eigenschaften von diesem Szenario klingen wenig attraktiv aber bekannt:

  1. niedriges Wirtschaftswachstum,
  2. niedrige Inflation,
  3. niedrige Zinsen,
  4. niedriges Gewinnwachstum und
  5. erhöhte Anfälligkeit für eine Rezession,
  6. für eine längere Zeit.

Druck auf andere Politikbereich steigt an

Die Geldpolitik stößt an ihre Grenzen. Das gilt seit einiger Zeit für Japan und jetzt auch insbesondere für die Eurozone. Der klassische Ausweg aus der „Niedrigzinsfalle“ ist eine expansive Fiskalpolitik, sprich: Höhere Budgetdefizite könnten die Nachfrage erhöhen.

Das ist natürlich nur dann nachhaltig, wenn Investitionen gefunden werden, die einen positiven Cash Flow – direkt oder indirekt über zum Beispiel Maßnahmen zum Klimaschutz – versprechen. Für die Eurozone kommt erschwerend dazu, dass nach vor eine gemeinsame beziehungsweise eine koordinierte Fiskalpolitik fehlt (sowie eine gemeinsame Wirtschaftspolitik).

2.Das Volkswirtschaftliche Umfeld

Das volkswirtschaftliche Umfeld kann auf globaler Ebene mit schwachem Wachstum bei niedriger Inflation beschrieben werden. Mit den zur Verfügung stehenden Daten können die drei möglichen realistischen Szenarien 1) „Stabilisierung nach der Abschwächung“, 2) „Abgleiten in die Rezession“ oder 3) „säkulare (langfristige) Stagnation“ nur schwer voneinander unterschieden werden.

Reales globales Wirtschaftswachstum unter dem Potential

Versucht man mit den Konjunkturindikatoren das weltweite reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zu schätzen, erhält man eine Bandbreite von 2% bis 2,3% für das dritte Quartal 2019. Das liegt unter Potenzial, das heißt, unter jenem Wert mit dem die Weltwirtschaft bei Vollauslastung wachsen könnte (2,5% – 3,0%).

Schwache Anzeichen einer Stabilisierung

In den vergangenen Wochen sind Indikatoren veröffentlicht worden, die auf ein Ende der Abschwächung des Wirtschaftswachstums hindeuten. Diese Anzeichen sind allerdings schwacher Natur. Unter anderem hat im Sommer eine Verbesserung bei den Exporten und der Industrieproduktion im asiatischen Raum stattgefunden.

Zudem hat es mit dem Anstieg beim globalen Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor im Monat August eine marginale Verbesserung in jenem Sektor gegeben, den es seit Anfang 2018 am stärksten erwischt hat.

Abwärtsrisiken

Mittlerweile sind negative Überwälzungseffekte vom schwachen Fertigungssektor auf den Servicesektor und den Arbeitsmarkt erkennbar. Bis vor kurzem hat der starke Arbeitsmarkt die persönlichen Einkommen und damit den privaten Konsum unterstützt. Die Arbeitslosenraten sind zwar nach wie vor niedrig, aber das Beschäftigungswachstum ist bereits gefallen. Zudem deuten die umfragebasierten Indikatoren auf eine Fortsetzung der Abschwächung am Arbeitsmarkt an.

Disinflation

In vielen entwickelten Volkswirtschaften sind die Inflationsraten (Konsumentenpreise) unter dem jeweiligen Zentralbankziel. Zudem weisen zahlreiche Preisindikatoren eine fallende Tendenz auf. Der treibende Faktor dafür ist der rückläufige Inflationstrend auf der Produzentenebene. Das reflektiert die stagnierende Fertigung auf globaler Ebene.

Angespannte Geopolitik

Ähnlich wie auf der Wachstumsseite ist auch die geopolitische Seite nach wie vor angespannt. Gleichzeitig gibt es auch hier leichte Anzeichen einer Entspannung:

  • Die Konfrontation zwischen den USA und China ist strategischer Natur. Nach wie vor heben die USA die Zölle auf chinesische Importe an. China reagiert unter anderem damit, die Währung Renminbi gegenüber dem US-Dollar abschwächen zu lassen. Immerhin wurde für Oktober eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und China vereinbart. Die Reaktion: Eine Festigung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar.
  • Mit der neuen Regierung in Italien zwischen PD und M5S ist die Wahrscheinlichkeit für eine Konfrontation zwischen Italien und der Europäischen Kommission gesunken.
  • Das Brexit-Chaos und der Zugang von Premier Johnson zur Politik (Hardball) verunmöglichen eine seriöse Prognose. Der Versuch des britischen Parlaments die Kontrolle über den Brexit-Prozess zu erlangen, hat die Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Brexit am 31. Oktober nicht wirklich reduziert.

Die durch die geopolitische Ebene erzeugte Unsicherheit kann ganz gut mit einem Indikator in die Welt des Wirtschaftswachstums übersetzt werden. Die Stimmungsindikatoren für den Unternehmenssektor weisen seit Anfang 2018 eine fallende Tendenz auf.

Damit einhergehend ist auch das Wachstum der Unternehmensinvestitionen drastisch gefallen. Eine „Waffenstillstand“ zwischen den USA und China hätte das Potenzial, die Stimmungslage der Unternehmen zu stabilisieren.

Grafik: Fallende Unternehmensstimmung; Quelle: OECD

Schlussfolgerung

Das Besondere an der aktuellen Situation ist nicht die zyklische Abschwächung der Weltwirtschaft sondern das außerordentlich niedrige Zinsniveau. Denn dadurch ist die Effektivität der Geldpolitik drastisch gesunken und die Wahrscheinlichkeit für eine lange andauernde Stagnation angestiegen.

Positiv betrachtet könnten wir noch einmal die Kurve kratzen. Die bis jetzt gesetzten Lockerungsmaßnehmen der Zentralbanken auf globaler Ebene und die Stimulierungsmaßnahmen in China könnten ausreichen, wenn gleichzeitig die Unsicherheit auf der geopolitischen Seite sinkt, das heißt, wenn die USA und China eine (kosmetische) Übereinkunft erzielen.

Selbst aus einer säkularen Stagnation gäbe es – zumindest theoretisch – einen Ausweg: öffentlich finanzierte Investitionen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Medical Cannabis bereichert das Repertoire der Schulmedizin

Vor wenigen Jahren war medizinisches Cannabis noch stigmatisiert und kaum beachtet. Seitdem ist global einiges geschehen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. In Israel werden in Pflege- und Altenheimen Patienten mit Cannabis versorgt, das kanadische Gesundheitsamt gibt auf 263 Seiten Anwendungshinweise für Cannabis zur Therapie von vielseitigen Krankheiten und in den USA reduziert sich das Ausmaß der Opioid-Epidemie durch medizinisches Cannabis.

Cannabis gilt nun also in Teilen der Welt als legale Heilpflanze. Eine Heilpflanze ist eine Nutzpflanze, die zu Heilzwecken oder als Arzneipflanze zur Linderung von Krankheiten innerlich oder äußerlich verwendet wird. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Cannabis wird für das Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der GMP Richtlinien (Good Manufacturing Pratice) kultiviert. Unter der „Guten Herstellungspraxis“ versteht man einen Maßstab zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch bei Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln. 

Das somit qualitäts- und reinheitskontrollierte Medical Cannabis hat ein umfassendes Wirkspektrum, das gegenwärtig in hunderten klinischen Studien erfasst und lizensiert wird. Bereits lizensiert sind Medical Cannabis-Medikamente beispielsweise gegen Multiple Sklerose, Epilepsie und zur begleitenden Therapie in der Onkologie. Das pharmazeutische Potenzial von Cannabinoiden und Terpenen ist kaum zu begrenzen und lässt somit auf weitere wegweisende Lizensierungen schließen.

Das Endocannabinoid-System (ECS) wurde vor knapp 30 Jahren entdeckt und Studien, die sich mit seiner Funktion beschäftigen, befinden sich noch in den Kinderschuhen. Obwohl sich die Situation langsam bessert, hat das Jahrzehnte geltende Verbot der Cannabispflanze die klinische Forschung gravierend verlangsamt und behindert. Cannabis ist die einzige Quelle von Phytocannabinoiden, weshalb es ein verbotener Prozess war, das Material für die Studien zu beschaffen. Das ändert sich gegenwärtig, sodass auch hierdurch mit umfassenden Fortschritten zu rechnen ist.

Neben den Patienten, die Linderung ihrer Erkrankung erfahren dürfen, bietet diese Entwicklung maßgeblich eine Chance für Investoren. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 12 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

„So lange es nötig ist“

„Die heutige EZB-Sitzung ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie Mario Draghi die Grenzen des EZB-Mandats ausdehnt“, kommentiert Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei der Legg Mason-Tochter Western Asset Management, die heutige Sitzung der europäischen Währungshüter. „Oberflächlich betrachtet mag die Ankündigung fast schon enttäuschen – zumindest im Vergleich zu den Erwartungen des Marktes. ‚Eine Zinssenkung von nur zehn Basispunkten‘ mögen manche unken. Und auch die Wiederbelebung des Anleiheankaufprogramms liegt gerade einmal bei 20 Milliarden. Was dabei jedoch übersehen wird: Die EZB hat heute die logische Verbindung zwischen möglichen Zinsänderungen und einer quantitativen Lockerung auf den Kopf gestellt.“

Was Billmeier damit meint: Bisher war der Kausalzusammenhang stets ein „Wir erhöhen die Zinsen irgendwann, nachdem die Anleiherückkäufe abgeschlossen sind.“ Nach der heutigen Sitzung lautet die Logik jedoch: „Wir hören erst kurz vor einer Zinserhöhung mit den Ankäufen auf.“ Billmeier glaubt deshalb, dass ein Ende des neuen Ankaufprogramms – das zufälligerweise genau dann beginnen soll, wenn die neue EZB-Chefin Christine Legarde ihr Amt antritt und Boris Johnson gerne aus der EU austreten möchte – absolut offen ist.

Der geringer als erwartet ausfallende monatliche Ankaufsbetrag umgeht dabei allein das Problem der aktuellen Knappheit: „Die EZB kann mit der gegenwärtigen Regelung gute zwei bis drei Jahre fortfahren, ohne dass die selbstauferlegten Aufkaufbeschränkungen greifen. Oder anders ausgedrückt: Die EZB hat noch nicht ihr ganzes Pulver verschossen, um Inflation und Inflationserwartungen näher an die Zielmarke von zwei Prozent zu bringen."

Der stete Tropfen ohne erkennbares Ende aus dem Anleiheankaufprogramm sowie die Verknüpfung möglicher Zinserhöhungen mit dem Ergebnis der Kerninflation und den Inflationsvorhersagen würden damit stark mit Draghis Aussage aus 2012 konkurrieren. „Aus einem ‚was auch immer nötig ist‘ wird nun ein ‚so lange es nötig ist“, schließt Billmeier ab.


Über Legg Mason

Die Philosophie von Legg Mason lautet „Investing to Improve LivesTM“. Ziel ist es, Anlegern weltweit dabei zu helfen, bessere Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen und ihnen dafür ein breiteres Spektrum an Investitionsstrategien, Anlegevehikeln sowie Zugang zu unabhängigen Investmentmanagern mit einer breiten Expertise bei Aktien, Anleihen, alternativen und liquiden Investments anzubieten. Insgesamt verwaltet Legg Mason ein Vermögen von 780,2 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni 2019). Wenn Sie mehr über Legg Mason und seine Tochtergesellschaften erfahren möchten, schauen Sie auf der web site oder im newsroom vorbei oder folgen Sie Legg Mason auf LinkedInTwitter, oder Facebook

Bad omen: what the yield curve says about stocks

The inversion of the US yield curve strengthens the bear case for the economy and stock markets, argues Luca Paolini, Chief Strategist at Pictet Asset Management.

A US recession and flat equity markets. If history is any guide, that is what the inverted US yield curve is forecasting.

Yields on benchmark 10-year Treasury bonds have this month fallen below those on 2-year paper for the first time since 2008. That follows an inversion of another part of the curve earlier in the year. The trend isn’t limited to the US either – UK and Swiss curves are also inverted, while Japan is a whisker away (see chart).

TURNING NEGATIVE

Yield spread between 10-year and 2-year government bonds, ppts

Source: Refintiv. Data covering period 01.08.2018-14.08.2019.

According to our research, that means storm clouds are gathering both for the economy and for equity markets. That's because an inverted (or flattening) yield curve has historically proved a reliable predictor of recessions and bear markets in stocks. In the US, for instance, each of the last seven slumps has been preceded by an inversion of the curve.

A US recession typically occurs 1 year after the inversion of the yield curve between 10 and 2 year bonds. That’s because the yield curve has historically been very closely correlated with the output gap – the difference between an economy's current rate of growth and its long-term potential (see chart).

LESSONS FROM HISTORY

Yield spread between 10-year and 2-year Treasury bonds and US output gap, ppts

Source: Refinitiv. Data covering period 14.08.1986-14.08.2024.

If precedent holds, US economic growth is set to decelerate significantly – according to our analysis the curve implies an average real GDP growth of about 1 per cent over the next five years. That average, in turn, likely hides a period of economic contraction.

All of which is bad news for equity markets. Every bull market has started and ended with a US recovery and a US recession since 1950 – and we’ve had 10 recessions since then. This suggests that a major market peak is likely within the next 12 months.

Although the yield curve is just one of a number of variables we use in our asset class return forecast model, the negative spread between the 10-year and 2-year US bond yields indicates US equities could deliver as little as 2 per cent per year over the next five years in nominal terms. That's only marginally below the forecasts in our Secular Outlook and down from an annualised return of about 10 per cent during the previous five years. Factor in inflation, and real returns will be around zero.

In other words, the US yield curve is telling us that the S&P 500 in 5 years’ time will be around 3,000, almost unchanged from current levels. This doesn’t mean the market will flat-line over the whole period. Instead, there’s likely to be considerable volatility – another typical consequence of an inverted yield curve.

An inverted yield curve is consistent with the VIX index – a measure of expected volatility of US equities, based on options pricing – to rise around 30 per cent over the next two years.

What does this mean for investors? Strategically, this is the right time to reduce allocation to equities. Tactically, the market could offer a final “entry point” in this cycle, but the upside is limited in both time and size.


Über Luca Paolini

Als Chief Strategist ist Luca Paolini für die taktische und strategische Asset-Allocation verantwortlich. Er hat fast 20 Jahre Erfahrung als Stratege für Anlageklassen, Regionen und Sektorallokation. Luca Paolini gehört unserer Strategic Unit als Mitglied mit Stimmrecht an. Er teilt auch seine Investmenteinschätzungen in unserem Barometer, dem monatlichen Marktausblick, und dem Secular Outlook, unserer Fünfjahresprognose.
In seiner Funktion als Chefsprecher für die Märkte äussert er sich häufig in der Presse und ist regelmässig auf CNBC, Bloomberg Business und Reuters TV zu sehen.
Bevor er 2012 zu Pictet Asset Management wechselte, war er als Equity Strategist bei Credit Suisse und Investment Strategist bei Union Investment tätig. Er begann seine Laufbahn 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management und war dort für die Asset-Allocation und Anlagestrategie verantwortlich.
Luca Paolini besitzt einen Master-Abschluss in International Economics & Management der SDA Bocconi School of Management und einen Laurea Magistrale in Politikwissenschaften der Universität Bologna.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

20 Jahre ESPA Bond Europe High Yield – Innovationen und Entwicklungen

von Bernd Stampfl, Senior Fund Manager Fixed Income Markets der Erste AM.

Als am 7. Mai 1998 Apple seinen ersten iMac vorstellte, steckte ein amerikanische Hard- und Softwareentwickler in seiner größten wirtschaftlichen Krise und mit dem Rücken zur Wand. Nachdem sein damaliger Gründer das Unternehmen im Jahr 1985 verlassen hatte, führten in den Jahren darauf falsche Managemententscheidungen aufgrund unklarer Strategien und einer viel zu umfangreichen Produktpalette zu einer Konzernkrise.

Im Jahr 1997 stand das Unternehmen sogar kurz vor der Pleite, und das Rating des Emittenten wurde von der Ratingagentur Standard and Poors auf B- herabgestuft, den tiefsten Stand in der Firmengeschichte.

Bei dem Unternehmen handelt es sich auch um Apple, und der Gründer hieß Steve Jobs. Steve Jobs verordnete bei seiner Rückkehr in das Unternehmen sofortige, strenge Sparmaßnahmen und begann seine Ideen und Visionen für Apple umzusetzen insbesondere die Entwicklung des Apple iMac.

Beginn des High Yield Marktes für europäische Unternehmensanleihen

Zu dieser Zeit war der Markt für europäische Unternehmensanleihen mit Junk-Rating (High Yield) noch sehr klein. Europäische Emittenten begaben ihre Anleihen aufgrund der Liquidität und der Anzahl der Marktteilnehmer lieber in US-Dollar. Am Jahresende 1997 waren nur 8 Anleihen denominiert in D-Mark und ECU handelbar.

Der vielleicht bekannteste Emittent darunter ist die Firma Geberit aus dem Sanitärbereich mit Sitz in der Schweiz. Alle anderen Unternehmen aus dem Index wurden in den Jahren darauf entweder übernommen oder existieren nicht mehr.

Vor der Einführung des Euros existierte de facto kein europäischer Kapitalmarkt für Unternehmensanleihen geschweige denn High Yield. Es gab bestenfalls illiquide, nationale Märkte segmentiert nach Währung und lokalen Zinsrisiken.

Es gab keinen harmonisierten Standard für Zinsusancen, zentrale Abwicklung, Emissionsprospekte etc. Nach dem zaghaften Beginn mit einzelnen in Vorläuferwährungen des Euro denominierten Anleihen, nahm der europäische High Yield-Markt mit der Einführung des Euro als Buchgeld in 1999 Fahrt auf.

Ein Iphone kam geflogen

Im Jahr 2000 belief sich die Anzahl der Titel bereits auf 60, im Folgejahr auf 97 und am 9. Januar 2007 auf 186, dem Tag als Apple sein erstes iPhone vorgestellt hat. Es war für das Unternehmen nicht nur ein kleiner weiterer Schritt. Mit dem iPhone gelang hier der ganz große Wurf.

In den ersten Jahren erreichte Apple nur einen Marktanteil von 4%, erwirtschaftete aber gleichzeitig über alle Hersteller hinweg 50% aller Gewinne. Und war rund 10 Jahre nach seiner größten Krise ganz oben angekommen.

Es gibt natürlich auch negative Beispiele, das soll aber nicht das Thema sein. Der Blogeintrag möchte auch nicht die Erfolgsgeschichte von Apple per se erzählen, sondern erinnern, dass ein Unternehmen selbst mit Junk-Rating dank einer guten Idee und Investoren, die auch daran glauben, sehr erfolgreich werden kann.

Pleite von Lehman Brothers

In den letzten 20 Jahren, seitdem es den ESPA Bond Europe High Yield gibt, ist vieles passiert. Die vielleicht schwierigsten, aber im Nachhinein auch interessantesten Tage und Wochen, waren diejenigen kurz vor und nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008.

Als sich damals die Risikoaufschläge (die zu bezahlenden höheren Zinsen gegenüber risikolosen Anleihen) für die Unternehmen im Universum fast über Nacht auf das Zwölffache ausweiteten, war es undenkbar, dass der Großteil der Unternehmen weiterbestehen würde. Die Folge von Massenkonkursen wäre u.a. ein massives Ansteigen der Arbeitslosigkeit gewesen.

Durch die koordinierten Interventionen der Zentralbanken wurde der Geldmarkt stabilisiert und das größte Übel verhindert. Innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl der Anleihen im Universum von 169 auf 229.

Aktuell beläuft sich die Ziffer auf fast 500 Anleihen. Man könnte jetzt vermuten, dass darunter viele Unternehmen sind, die wie Apple damals kurz vor der Pleite stehen. Dem ist aber nicht so.

Neben vielen kleinen Unternehmen, die trotz eines Junk-Ratings gut aufgestellt sind, befinden sich im Universum auch bekannte Namen von Produzenten von Technologien für autonome Fahrsysteme für Automobile oder Weltmarktführer für Energiesysteme für Haushalte, Anbieter von Server-Systemen für Großunternehmen sowie auch Anbieter von digitalen Zahlungssystemen.

Das neue Apple

Vielleicht ist ja in 20 Jahren eines dieser Unternehmen das neue Apple. Das macht die Arbeit auch so interessant, aber auch herausfordernd. Und überhaupt ist, bedingt durch die Niedrigzinspolitik in den Jahren seit der Lehman Pleite, die Anzahl der Investoren am High Yield-Markt rasant gestiegen.

Eine höhere Anzahl an Investoren, gepaart mit gestiegenen Anlagevolumina bedeutet bei einer stabilen Anzahl und Volumen an investierbaren Titeln auch eine vergleichbar höhere Nachfrage nach Papieren. Investoren sind bereit, höhere Preise zu bezahlen auf der Suche nach Rendite.

Ein gut funktionierender Markt für Unternehmensanleihen ist für viele Unternehmen sehr wichtig insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe oder Unternehmen mit einem relativ hohen Kapitalbedarf, um deren Investitionen in Forschung- und Entwicklung zu finanzieren.

Außerdem liefert der Markt für High Yield-Anleihen Bewertungen für die zukünftigen wirtschaftlichen Aktivitäten der emittierenden Unternehmen  angesichts aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen.

Quelle: Erste Asset Management GmbH

FAZIT

Der Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark verändert. Ähnlich wie auch das Nutzerverhalten im Internet, das Aufkommen neuer Finanzprodukte oder die Entwicklung von alternativen Energien. Alles verläuft schneller und direkter. Auch die Anlageentscheidungen müssen schneller getroffen und regelmäßig hinterfragt werden.

Der europäische High Yield-Markt startete Ende des vorigen Millenniums mit einer Marktkapitalisierung von knapp EUR 700 Millionen. Zuletzt belief sich die Marktkapitalisierung auf EUR 285 Milliarden. Der Fonds ESPA BOND EUROPE HIGH YIELD war quasi von der Geburtsstunde dieses für Unternehmen wichtigen Marktsegmentes dabei und konnte seit Auflage einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 3,78% erzielen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Digital Assets bieten ein aus Anlegersicht sehr interessantes Risiko-/Renditeprofil“

Insbesondere in den USA investieren namhafte Family Offices sowie auch Endowment-Funds wie die Yale-Stiftung bereits in Digital Assets (Blockchain & Crypto Assets). Anlässlich des 167. Hedgeworks haben Dr. Philipp Cottier und Claus Hilpold von der L1 Digital AG das Thema aufgegriffen, um das gegenwärtig verfügbare Digital Asset Universum – von Liquid Venture bis Arbitrage und Market Making – näher zu beleuchten.

HEDGEWORK: Herr Hilpold, Sie befassen sich bei der L1 Digital AG mit „Digital Assets“. Können Sie beschreiben, was darunter zu verstehen ist und was diese Anlageklasse auszeichnet?

Claus Hilpold: Unter Digital Assets verstehen wir Vermögenswerte, welche vollständig digital abgebildet werden. Es gibt hierfür noch keine einheitliche Definition und Klassifikation. Anlehnend an die International Token Standardization Association kann man das Universum aber beispielsweise nach der ökonomischen Funktion in i.) Zahlungstoken ii.) Nutzungstoken und iii.) Anlagetoken kategorisieren1. In den meisten Fällen werden Digital Assets dezentral und auf einer Blockchain abgebildet. Eine Verschlüsselung erfolgt hierbei über die Kryptographie. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Cryptocurrencies, Crypto Assets oder Tokens zumeist synonym verwendet, wenngleich es hier im Detail durchaus leichte Abgrenzungen bei den Begrifflichkeiten gibt.

HEDGEWORK: Kann man denn hier überhaupt von einer neuen Anlageklasse sprechen?

Philipp Cottier: Im digitalen Zeitalter, in welchem wir uns ohne Zweifel befinden, werden immer mehr Assets digital abgebildet. In diesem Zusammenhang entstehen ganz neue Businessmodelle, welche ausschließlich digital und oftmals dezentral auf einer Blockchain basieren. Mit zwischenzeitlich mehr als 2500 gelisteten Tokens mit einer gesamten Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar kann man durchaus attestieren, dass ein neues Segment entsteht2. Nicht erfasst sind hierbei übrigens die mehr als 10.000 nicht gelisteten Private Tokens.
Claus Hilpold: Da Digital Assets zum anderen unkorreliert zu den traditionellen Anlageklassen und auch relativ liquide sind, aber andere Risiko- und Renditeeigenschaften aufweisen, gehen wir davon aus, dass sich Digital Assets mit der Zeit als eigene Assetklasse innerhalb der Alternative Assets etablieren werden.

HEDGEWORK: Welche aktiven Investment-Strategien und Fonds gibt es in diesem Bereich heute schon?

Claus Hilpold: Ich war gerade im April auf einem einwöchigen Researchtrip in den USA, bei welchem wir in New York, Los Angeles und San Francisco eine Vielzahl von aktiven Fondsmanagern getroffen haben. Interessanterweise kann das Lager hier ganz grob in zwei Kategorien aufgeteilt werden. Da gibt es zum einen das Lager der Trading Funds, welche die Grundlage schaffen für einen immer liquider werdenden Markt. Zum Beispiel Long/Short-Strategien mit systematischem Ansatz, Market Making, Arbitrage, CTA Trendfolge, Statistical Arbitrage. Dem steht die zweite Kategorie der sogenannten Fundamental Funds gegenüber. In diese Kategorie fallen Strategien wie Liquid Venture, Fundamental Long-only oder Fundamental Long/Short. Zwischenzeitlich gibt es weltweit über 800 Fonds, wenn man die Fonds mit Venture-Capital-Charakter im Crypto-Bereich miteinbezieht.

HEDGEWORK: Wie sieht ein solcher Fonds typischerweise aus?

Claus Hilpold: Es handelt sich noch um ein sehr junges Segment. Dennoch gibt es mittlerweile einige professionelle Fonds mit mehrjährigem Track Record und einigen Hundert Millionen US-Dollar unter Management, sophistiziertem Risikomanagement und Teamgrößen von 20+ Spezialisten. Typischerweise setzen sich diese Teams zusammen aus Computer Scientists, Mathematicians, Cryptographers und Traders. Die Manager sind vorwiegend in den USA und Ostasien zu Hause, in Europa ist die Blockchain-Industrie noch kleiner. Der Großteil der Industrie ist aber immer noch sehr Wild-West-mäßig unterwegs, das heißt, mit sehr kurzen Live-Track-Records, mangelnder Corporate Governance, großen operationellen Risiken, mit Assets von weniger als zehn Millionen US-Dollar und weniger als fünf Mitarbeitern. Von den oben geschilderten 800 Fonds fallen schon allein dadurch rund 90 Prozent aus dem Raster. Aber wie in jeder neu entstehenden Industrie, trifft man auch hier immer wieder auf Kandidaten, die positiv überraschen. Für das Auffinden dieser Perlen ist sehr viel intensive manuelle Arbeit, Reisen und Networking notwendig. Ganz ähnlich wie es in den 90er-Jahren in der Hedgefonds-Industrie war.

HEDGEWORK: Worauf ist im Besonderen zu achten, wenn Sie derartige Fonds analysieren?

Philipp Cottier: Neben einer fundierten Einschätzung des Teams, dessen Netzwerks und Erfahrung, der Strategie, des Track Records, des Risikomanagements etc. im Rahmen einer extensiven Qualitative Due Diligence kommt an zweiter Stelle gleich die Operational Due Diligence, also die Überprüfung der unabhängigen Serviceprovider wie Administratoren, Depotbanken, Revisoren, aber auch interne Prozesse, die den institutionellen Maßstäben, wie man sie in anderen Asset-Klassen gewohnt ist, Rechnung tragen. Geprüft werden muss, wie die Verwaltung der Private Keys erfolgt? Was die Run-Rate des Asset-Managers ist? Wie die Corporate Governance gelöst und wie der Investmentprozess aufgesetzt ist? Bis hin dazu, ob gegebenenfalls steuerliche Probleme drohen? Dies sind nur ein paar Aspekte, die es zu beachten gilt. Eine geringere Bedeutung bei der Auswahl kommt der Quantitativen Due Diligence zu, dies vor dem Hintergrund der oftmals sehr kurzen und statistisch wenig signifikanten Track Records.

HEDGEWORK: Welches sind bis dato die Investoren im Segment der digitalen Assets?

Philipp Cottier: Aktuell begrenzt sich die Investorenschaft auf Tech-affine HNWIs und Family Offices, sowie einige Stiftungen wie Harvard oder Yale und VC Funds wie Sequoia oder USV. Klassische institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen sehen wir aktuell noch nicht. Vereinzelt liest man, dass gewisse US-Pensionfunds erste Investments in homöopathischen Dosen tätigen – quasi als Testinvestment. Auch Cambridge Associates als internationaler Consultant für vornehmlich institutionelle Investoren hat in einer viel beachteten Studie jüngst dafür geworben, sich diesem Thema zu widmen.

HEDGEWORK: Welche Chancen eröffnen sich einem „unregulierten“ Investor, wie etwa Family Offices hier?

Philipp Cottier: Für mich als Family Investor waren zwei Argumente ausschlaggebend, bei meinen ersten Investitionen in den Blockchain- und Krypto-Bereich im Jahr 2015. Zum einen wurde es immer offensichtlicher, welches disruptive Potenzial diesen Technologien innewohnt. Zum anderen bieten Digital Assets aus anlegertechnischer Sicht ein sehr interessantes Risiko-/Renditeprofil. Nicht selten bringen erfolgreiche Projekte einen Pay-Off, welcher dem zehn-, 20- oder gar 100-Fachen des eingesetzten Kapitals entspricht. Desweiteren herrscht in diesem Bereich, wie eingangs schon geschildert, ein regelrechtes Wild-West-Umfeld vor. Dies bietet dem sophistizierten und erfahrenen Investor die Möglichkeit, von der Informationsasymmetrie zu profitieren und gleichzeitig die Risiken durch Diversifikation einzudämmen.

HEDGEWORK: Gibt es eine sinnvolle Möglichkeit, das Anlageuniversum der Digital Assets zu klassifizieren, um hier vor lauter Bäumen nicht den Gesamtüberblick zu verlieren?

Claus Hilpold: Es gibt derzeit verschiedene Versuche und Herangehensweisen, um Kategorien, Definitionen und Standards zu definieren. Bei L1 Digital unterscheiden wir Layer-1- und Layer-2-Protokolle, Distributed Apps, Tokenized Assets, Enterprise Blockchains sowie Services/Infrastructure. Zu erwähnen ist aber auch die aus Berlin geführte Initiative der International Token Standardization Association – ITSA, welche zum Ziel hat, ein international anerkanntes Klassifizierungssystem zu etablieren. ITSA erfasst jeden Token, klassifiziert nach verschiedenen Kriterien und versieht diesen mit einer eindeutigen Identifikationsnummer analog der ISIN, die heute bei Wertpapieren Verwendung findet3.

HEDGEWORK: Was sind die Fallstricke in diesem Marktsegment, die es zu beachten gilt?

Claus Hilpold: Neben den oben erwähnten Aspekten der operationellen Due Diligence ist eine der großen Herausforderungen, überhaupt erst den Zugang zu erhalten zu den erfolgsversprechendsten Teams und Fonds. Auch wenn vereinzelt Datenbankanbieter versuchen, das Universum in ihren Datenbanken zu erfassen und so dem zahlenden Investor zugänglich zu machen, haben wir bisher keinen einzigen unserer Fonds, in die wir investiert haben, auf diese Weise gefunden.

HEDGEWORK: Und welches ist Ihre Lösung?

Claus Hilpold: Hier kommt dem Networking und entsprechenden persönlichen Empfehlungen und Kontakten eine hohe Bedeutung zu. Dies heißt auch, dass unser Team bei L1 Digital konstant in Asien, USA und Europa unterwegs ist, für Konferenzen, One-to-One-Meetings, Due Diligence Onsites, Hackathons etc.
Philipp Cottier: Es gilt auch zu beachten, dass Direktinvestitionen in Digital Assets für die meisten institutionellen Investoren aufgrund des regulatorischen Umfeldes, administrativer Überlegungen – Private-Key/Public-Key Handling –, der Komplexität oder schlicht der herausfordernden Diversifikation nicht der geeignete Weg sind. Eine Investition in einzelne Fonds ist denkbar, jedoch aufgrund der bereits besprochenen Herausforderungen auch nur begrenzt geeignet. Aus diesem Grund empfehlen wir, via Dachfonds oder Multi-Manager-Lösungen zu investieren.
Claus Hilpold: Für die meisten institutionellen Investoren wiederum handelt es sich bei Digitalen Assets um eine neue Anlageform. Dementsprechend werden viele Investoren zuerst nur in sehr kleinem Stil investieren, um erste Erfahrungen zu sammeln. Dies sollte dann möglichst breit diversifiziert geschehen, um die hohe inhärente Volatilität der Anlageklasse abzufedern. Gleichzeitig möchte man aber auch aus Effizienzgründen die Team-Ressourcen für ein Investment von ein bis zwei Prozent der Portfolioallokation nicht über Gebühr strapazieren und im Idealfall gerne von einem Knowledge-Transfer profitieren. Dies ist der Ansatz, welchen wir bei L1 Digital verfolgen. Daher bieten wir eine Multi-Manager-Lösung über eine regulierte Fondsstruktur an.

Die Fragen stellte Hedgework-Mitarbeiter Ronny Kohl.


1) Quelle: https://itsa.global/
2) Quelle: https://coinmarketcap.com/de/
3) Quelle: https://itsa.global/

Claus Hilpold, CFA, CAIA,

ist Senior Advisor bei L1 Digital AG. Im Jahr 2008 gründete er die POLARIS Investment Advisory AG in Zürich, ein erfolgreiches Vertriebsunternehmen für alternative Anlageformen an institutionelle Kunden in ganz Europa. Zuvor war er Head Business Development für Deutschland und Österreich bei Harcourt Investment Consulting AG und davor Teil des Derivate- und Strukturierungsteams der Commerzbank. Claus ist verantwortlich für die Vertriebs- und Marketingstrategie bei L1 Digital.

Dr. Philipp Cottier

ist Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied des Investitionsausschusses der L1 Digital AG. Er ist aktiver Investor in Blockchain- und Fintech-Startups, Hedgefonds und Private Equity in Schwellenländern und außerdem Aufsichtsratsmitglied der Crypto Finance AG, der Crypto Fund AG, der Crypto Storage AG und der Siglo Capital Advisors. Zuletzt war er Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Private Equity Investments bei responsAbility Investments, einer im Impact-Bereich tätigen Investmentgesellschaft. Von 1998 bis 2009 war Philipp CEO der Harcourt Investment Consulting AG.

L1 Digital AG

Mit Sitz in der Schweiz konzentriert sich die L1 Digital AG als Investment Adviser auf die Erschließung von Investitionsmöglichkeiten in der Blockchain-Industrie, insbesondere auf die Analyse der besten Krypto- und Blockchainfonds weltweit. Die Firma wurde im Jahr 2018 gemeinsam von Ray Hindi, Dr. Philipp Cottier, Armand van Houten und Claus Hilpold in Zürich gegründet.

Hohe Dividendenrenditen bei UK-Aktien – worauf Fixed-Income Investoren achten sollten

von Chris Gannatti, Head of Research Europa, WisdomTree.

Zeitenwende auf den Anleihenmärkten: Noch vor einem Jahr1 betrug die 10-jährige Rendite für US-Treasuries 2,85 Prozent und die 10-jährige Rendite bei deutschen Bundesanleihen 38 Basispunkte2. Mittlerweile liegen die Zahlen bei 1,51 Prozent bzw. minus 0,68 Prozent3. Während dies kurzfristig eine massive Risikoaversion der Anleger signalisiert, stellt sich die viel wichtigere Frage, was Investoren, die Erträge aus ihren Portfolios benötigen, nun tun können.

Aktien des Vereinigten Königreichs generieren mit derzeit 5,25 Prozent4 die höchste Dividendenrendite der Aktienmärkte der entwickelten Länder. Daraus lassen sich zwei wichtige Aussagen über die aktiven britischen Fixed Income Investoren herleiten: Erstens haben sich die Briten an sehr hohe Dividendenrenditen gewöhnt, denn aus politischer Sicht bevorzugen britische Unternehmen die Auszahlung von Dividenden an ihre Aktionäre viel mehr als den Aktienrückkauf. Zum Zweiten könnten auch Investoren außerhalb Großbritanniens zur Deckung ihres Fixed Income Bedarfs an britischen Aktien Gefallen finden - vorausgesetzt, sie sind in der Lage, eine Vorhersage zum Brexit zu treffen.

Britische Investoren brauchen mehr Diversifikation

Der Blick allein auf das Vereinigte Königreich ist in Bezug auf das Generieren von Dividendenerträgen vielleicht nicht die beste Investmentstrategie, schließlich gehört der Aktienmarkt des Landes mit nur 97 Werten im MSCI UK Index per 31. Juli 2019 im Gegensatz zu 1.554 Werten im MSCI World ex-UK Index5 nicht zu den größten Märkten.

Unterschiede in der Gewichtung der Sektoren berücksichtigen

Die meisten Investoren erkennen den massiven Einfluss, den neue Technologien auf die heutige Gesellschaft haben. Demzufolge richten sich beispielsweise Aktienindizes in den USA und in China immer stärker auf diesen Sektor aus. Mit 17,5 Prozent im IT Sektor weist der MSCI World ex-UK-Index das größte Einzelsektor-Exposure auf (Abb 1). Im Vereinigten Königreich macht dieser Sektor nur etwa 1 Prozent6 aus.

Auf dem britischen Aktienmarkt dagegen ist der Energiesektor mit etwa 17,4 Prozent einer der größten Sektoren. Wir wissen, wie stark Unternehmen von den Preisschwankungen bestimmter Rohstoffe wie Öl beeinflusst werden können. Der MSCI World ex-UK Index weist in diesem Bereich eine Gewichtung von nur 4,75 Prozent auf.

Wir sind der Ansicht, dass Investoren die besonderen Risiken der Informationstechnologie und Energie durch die Kombination von regionalen Aktienertragsstrategien besser ausgleichen könnten.

Ein weiterer Vorteil der Diversifikation ergibt sich aus der Betrachtung des Dividendenwachstums. Im vergangenen Jahr steigerten britische Aktien ihre Dividenden um über 11 Prozent, nicht-britische Aktien dagegen nur um 6,8 Prozent. In den letzten 10 Jahren stiegen die Dividenden britischer Aktien pro Jahr allerdings nur um 4,7 Prozent, nicht-britische Aktien um 6,4 Prozent7. Da wir nicht wissen, woher das zukünftige Wachstum kommen könnte, ist die regionale Diversifikation des Portfolios umso wichtiger.

Rendite ist nicht alles

Bei der Konstruktion von Aktienertragsstrategien gilt die "Renditegewichtung" als unverzichtbar auf dem Weg, die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Das größte Exposure stellen daher Unternehmen mit der höchsten individuellen Dividendenrendite dar. Die Gewichtung nach Dividendenrendite ohne Rücksicht auf Erträge, Schulden oder Auszahlungsquoten ist selten, da die meisten Manager die Risiken erkennen und auf unterschiedliche Weisen zu mindern versuchen. Betrachtet man nur den renditegewichteten FTSE UK Dividend+ Index, so ergibt sich am Ende ein Exposure von 28,3 Prozent bei Finanzwerten und 10,6 Prozent bei Versorgungsunternehmen - ganz anders als der MSCI UK Index, der lediglich 19,8 Prozent Finanztitel bzw. 2,9 Prozent Versorger beinhaltet.

Niemand weiß, wie lange die globalen Zinssätze noch auf dem niedrigen Niveau verharren. Sicher ist jedoch, dass Investoren angesichts der alternden Bevölkerung immer mehr feste Erträge erwirtschaften müssen. Wenn ein Portfolio Ertrag generieren soll, sind britische Aktien ein unerlässlicher Bestandteil einer diversifizierten, nicht nur auf Rendite konzentrierten Strategie.


1) 27 August 2018
2) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2018.
3) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2019.
4) Quelle: Bloomberg, Daten per 31. Juli 2019. UK-Aktien, vertreten durch den MSCI United Kingdom Index und andere Aktienrenditen der entwickelten Märkte, vertreten durch die 22 anderen MSCI-Länderindizes, die als "entwickelte Märkte" eingestuft werden.
5) Quelle: Bloomberg, Bloomberg, beschränkt auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten.
6) Bezieht sich auf Gewichtung des Sektors Informationstechnologie innerhalb des MSCI United Kingdom Index. Beschränkung auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten
7) Quelle: UK-Aktien beziehen sich auf den MSCI United Kingdom Index. Nicht-britische Aktien beziehen sich auf den MSCI World ex-UK Index. Alle Daten werden zum 31. Juli 2019 gemessen, d.h. eine Jahreszahl bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. Juli 2018 bis 31. Juli 2019 und eine 10-Jahreszahl auf den Zeitraum vom 31. Juli 2009 bis 31. Juli 2019. Die Daten basieren auf monatlichen Indexrenditen.

IFA: Smartphone-Hersteller setzen Hoffnungen auf neuen Standard

Noch bis Mitte dieser Woche (11.09.) findet in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) statt. Die Messe gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen für Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik. Eine zentrale Rolle spielen bei der IFA daher Neuheiten im Bereich mobile Kommunikation und Smartphones.

Im Zuge dessen werden nicht nur die neuesten Modelle der Öffentlichkeit präsentiert, sondern auch Branchentrends und die Geschäftsentwicklung thematisiert.

Dieses Jahr steht neben faltbaren Smartphones der Datenfunkstandard 5G im Zentrum. Denn die schnellere Datenverbindung gilt als eine Hoffnung für börsennotierten Handyriesen, die sich mit Herausforderungen konfrontiert sehen.

Handelsstreit belastet Markt für Smartphones

So sorgt etwa der Handelsstreit zwischen den USA und China für Komplikationen. Sanktionen gegen den chinesischen Hersteller von Mobiltelefonen und führenden Netzwerkausrüster Huawei dürften den gesamten Sektor ausbremsen, erwarten Analysten.

Es sei zwar absehbar, dass vor allem der Marktführer Samsung sowie chinesische Rivalen wie Xiaomi einen Teil der Huawei-Kunden anlocken könnten, sagt Anshul Gupta vom Marktforschungsinstitut Gartner: „Ich gehe aber nicht davon aus, dass die wegbrechenden Huawei-Verkäufe komplett von anderen Playern aufgefangen werden. Dadurch wird der Markt noch etwas stärker schrumpfen.“

Für das zweite Quartal errechnet Gartner einen Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 1,7 Prozent auf 368 Millionen Geräte. Vor allem die Nachfrage nach teuren Modellen sei zurückgegangen. Zum einen sähen Besitzer von Top-Modellen keinen Grund, ihre Geräte zu erneuern.

Zum anderen gebe es nicht genug Anreize für Nutzer mit Mittelklasse-Telefonen, auf teurere Modelle umzusteigen. Hier hofft man nun auf den 5G-Standard. Die neue Technologie könnte das Interesse an neuen und teureren Smartphones steigern, heißt es.

Smartphone

Hoffnung auf neuen Technologien

Samsung blieb im zweiten Quartal die klare Nummer eins und steigerte seinen Marktanteil nach Berechnungen von Gartner im Jahresvergleich von 19,3 auf 20,4 Prozent. Der Marktanteil von Huawei legte zwar von 13,3 auf 15,8 Prozent zu – sein Absatz verzeichnete aber einen deutlichen Einbruch, nachdem das Unternehmen Mitte Mai von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt wurde.

Zusätzlich mussten die beiden Anbieter den Verkaufsstart ihrer Falt-Telefone verschieben, nun sollen sie im Herbst verfügbar sein. Während der Branchenprimus Samsung sein „Galaxy Fold“ auf der IFA präsentierte, stand beim chinesischen Konkurrenten Huawei die Vorstellung seines „Mate X“ an.

Samsung gab außerdem bekannt, ein 5G-fähiges Smartphone in der mittleren Preisklasse auf den Markt zu bringen.

Die Hoffnung auf mehr Dynamik am Smartphone-Markt betrifft längst nicht nur die Hersteller. Auch die Industrie ihrer Zulieferer hängt davon ab. Ein Beispiel dafür ist der heimische Halbleiterkonzern ams AG, dessen Aktien an der Zürcher Börse notieren. Sein Aktienkurs kam im Zuge der Handelsstreitigkeiten unter Druck.

Entscheidend für eine Entspannung werden neben den politischen Fortschritten zwischen den USA und China der rasche Ausbau der 5G-Infrastruktur in den einzelnen Ländern sowie die Nachfrage nach neuen Handys sein – und in diesem Bereich sind die Erwartungen an die Internationale Funkausstellung hoch.


In Technologieaktien und Megatrends investieren:

Der neue Aktienfonds ERSTE FUTURE INVEST investiert in 5 potenzielle Megatrends – wie Gesundheit & Vorsorge, Lebensstil, Technologie & Innovation, Umwelt & saubere Energie und Aufstrebende Märkte.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Hanf vs. Krypto

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices der Hanf-Branche und von Kryptowährungen zeigen spezielle Gemeinsamkeiten, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft.

Die Hanf-Branche ist ein Kultthema der modernen Finanzindustrie. Vor wenigen Jahren waren die drei Branchen Cannabis als Genussmittel, Cannabis als Medizin sowie Nutzhanf als nachhaltiger Bio-Rohstoff noch keine Pressemeldung wert. Seitdem gab es eine fulminante, teils globale Entwicklung, sodass die Hanfindustrie innerhalb weniger Jahre ein rasantes Wachstum erlebte und gegenwärtig mit ca. 40 Milliarden Euro kapitalisiert ist.

Kryptowährungen sind seit 2008 ein viel diskutiertes Thema der Finanzindustrie, funktional durch die Blockchain Technologie. Unbestritten ist es ein innovatives Thema der FinTech Branche, wäre da nicht der horrende Energieverbrauch. Es gibt mittlerweile über 1000 Kryptowährungen mit einem summierten jährlichen Energieverbrauch und CO2 Ausstoß gleichzusetzen mit einer Million Trans-Atlantik Flügen, oder aber dem jährlichen Energieverbrauch einer Volkswirtschaft wie Irland. In Zeiten der globalen Klimakrise wird somit die fehlende Nachhaltigkeit deutlich.

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices zeigen hingegen spezielle Gemeinsamkeiten. 
Zeitweise ein astronomisches Wachstum gepaart mit einer extremen Volatilität. 
Gegenwärtige Kurseinbrüche der Cannabisindustrie gingen Kurseinbrüche der bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin, Litecoin oder Ethereum voraus. Die Branchen verhalten sich häufig alternierend zur etablierten Finanzindustrie und bieten ein vielseitiges zukünftiges Potenzial.

Hanf bietet zudem bereits ein reales Wirtschaftswachstum und einen vielseitigen Umweltschutz. Arbeitsplätze entstehen und Steuern werden generiert, wie in Kanada, Kalifornien oder Colorado bereits ersichtlich ist. Die junge nordamerikanische Cannabis-Industrie wächst, auch wenn die Branche teils durch fehlende Infrastrukturen gebremst wird und letztendlich politisch beeinflusst wird.



Während politische und ökonomische Unruhen die Finanzmärkte verstimmen, gilt Bitcoin als Piraten-Devise und alternativer Hafen. Genau als die USA und China gegenseitig Strafzölle verhängen befindet sich der Bitcoin wieder auf einem Höhenflug.

Ebenso ist die Krypto-Industrie nicht frei von Skandalen, wie etwa als der Chef einer kanadischen Krypto-Börse verstarb, seine Passwort geschützten Zugänge mit ins Grab nahm, und über 115.000 Kunden ca. 150 Millionen Dollar verloren.


Sollte es zukünftig tatsächlich eine Energiewende geben, in der erneuerbare Energien gänzlich etabliert werden, sind Kryptowährungen ein gefragtes Zahlungsmittel ohne negative Konsequenzen für die Umwelt. Potenziell ein Zahlungsmittel der Zukunft.

Aktuell sollte Investoren bewusst sein, dass Bitcoins und Co. außerordentlich energiebedürftige digitale Währungen darstellen, während die Hanfindustrie Biorohstoff, Medizin und ein Genussmittel liefert. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 11 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Monetary taps: not so wide open

In positioning for huge central bank stimulus, investors have put themselves in a tight spot, explains Steve Donzé, Senior Macro Strategist at Pictet Asset Management.

An opening of the monetary taps. This is what stock markets have come to expect whenever global growth stumbles.

But this time round, it would take a truly monumental effort for the world's major central banks to deliver the kind of monetary easing equity investors are hoping for.

According to our model, the S&P 500’s current valuation implies a monetary stimulus of as much as USD1.5 trillion over the coming 12 months, or 2.5 per cent of global GDP.1

If investors are right, this would represent a sharp reversal of the current trend. The amount of new liquidity provided by central banks has been contracting at a rate of 0.5 per cent in the past six months.

Yet there is a strong chance investors could be wrong – not least because the gap between the expected and current volume of liquidity provision as a proportion of GDP is at its widest in a decade.

EXPECTATION VS REALITY

Major 5 central bank policy liquidity flow, 6-month rolling, % of GDP

Source: Pictet Asset Management, Refinitiv

We think central banks will press on the monetary accelerator again – but with far less force than markets are discounting.

Supersized bond buying from the European Central Bank – likely to be announced in September – should add EUR600 billion of fresh stimulus. Yet even when we add to that another four interest rate cuts from the US Federal Reserve – a liquidity injection worth USD200 billion – and the Swiss National Bank’s currency intervention – euro zone bond buying worth CHF10 billion in the past four weeks – monetary authorities will struggle to meet the market’s lofty expectations.

Investors should, then, brace themselves for disappointment.


1) Our model on liquidity, along with business cycle, valuation and market technicals, forms the basis of our assessment of the global market environment which we use to build multi asset portfolios. Policy liquidity flow is calculated as central bank net liquidity injection over preceding 6 months, as % of nominal GDP, using current-USD GDP weights (US: 37.9%, China: 24.5%, EMU: 23.6%, Japan: 9.0%, UK: 5.0%). Implied liquidity calculated using regression of S&P 500 index against global policy liquidity stock. Sources: Pictet Asset Management, Refinitiv.

Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Signale aus dem Akti­enmarkt selbst sind mehrheitlich negativ

Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist nach wie vor der größte Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte. Dies gilt allerdings nicht nur im negativen Sinne. Das haben nicht zuletzt die Entwicklungen im August gezeigt. Den beiderseitigen Ankündigungen neuer und höherer Zölle folgten unmit­telbar beschwichtigende Worte. Entsprechend werden auch die Märkte hin und her geworfen. Es scheint, dass keine der beiden Parteien als Verlierer vom Platz gehen möchte, immerhin könnte das vom politischen Gegner als Schwä­che ausgelegt werden. Andererseits können weder die USA noch China eine Rezession ge­brauchen. Der Ausgang bleibt somit ungewiss. Dies macht jegliche Kapitalmarkteinschätzung nicht einfacher. Fest steht allerdings: wenn man mit einem Schlauchboot auf einen Wasserfall zufährt, gibt es einen bestimmten Punkt, an dem kein Gegenrudern mehr hilft, man wird von der Strömung in die Tiefe gerissen. Momentan sind wir vermutlich (oder hoffentlich) noch vor diesem Punkt. Das zeigen die Wirtschaftsdaten, die zwar im Produktionsbereich sehr schwach sind, im Dienstleistungsbereich allerdings noch recht robust aussehen. Die Unternehmen ver­dienen gut, die – für die Finanzmärkte relevan­ten – Aussichten werden aber kontinuierlich nach unten revidiert. Die Signale aus dem Akti­enmarkt selbst sind mehrheitlich negativ. Technische Indikatoren wie Momentum und Marktbreite haben sich spürbar verschlechtert. Die Daten zur Investorenstimmung sind unter­ dessen uneinheitlich. In Summe rechtfertigen die Indikatoren eine Reduktion der Aktienquote in der Taktischen Asset­-Allocation. Dies geschieht zu Gunsten von Edelmetallen. Gold und Silber haben in den letzten Wochen nach jahrelangen Abwärtstrends ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die guten Gründe für stei­gende Preise dürften nunmehr stärker wahrgenommen werden.

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Aktien: Der Zinssenkung folgte Abschwächung

„Buy on rumours, sell on facts.“ Gleich nach der vom Markt heiß ersehnten Leitzinssenkung der US­-Noten­bank drehten die Aktienmärkte global nach unten. Nun traten wieder Konjunkturängste und die Folgen des wieder eskalierenden Handelskonflikts der USA mit China und der übrigen Welt in den Vordergrund. Letztlich verloren im August alle Märkte, allen voran die Emerging Markets: nicht nur China und damit Asien, auch Russland und Osteuropa sowie Latein­amerika, vor allem durch die Argentinien-­Krise. Dort verlor auch die Währung beträchtlich.

Die Marktvolatilität (der „Angstfaktor“) ist zuletzt wieder angestiegen, jedoch von Krisenniveaus weit entfernt.

Die Marktindizes liegen seit Jahresbeginn noch deutlich im Plus, letztlich befinden wir uns seit Ende April in einer Seitwärtsbewegung. Die Aussicht auf weitere Lockerun­gen der führenden Notenbanken besteht weiter. Aber die Emerging Markets haben gesamtheitlich im August die halbe Jahresperformance aufgeben müssen, man sieht, dass das Eis doch recht dünn geworden ist.

Aktien USA und Europa: Nur noch seitwärts

Die Märkte tendierten in den letzten Wochen seitwärts, wobei weiterhin weniger Fundamentaldaten im Mittel­ punkt stehen, als vielmehr erneut politische Themen wie etwa die Handels- und Geldpolitik. Trotz der in den USA bis zuletzt mit positivem Grundton verlaufenden Berichterstattung, das Wachstum bei den Unternehmensgewinnen schwächt sich global gesehen deutlich ab: Für den Weltaktienindex ist die Dynamik in den letzten Monaten zunehmend negativ. Die 12-­Monats­ veränderung ist nur noch einstellig positiv, während die 6-Monatsveränderung bereits ein negatives Vorzeichen aufweist.

In Anbetracht der rückläufigen konjunkturellen Vorlaufindikatoren, den zunehmend vorsichtig werdenden Ausblicken der Unternehmen und den negativen Analystenrevisionen bei den Gewinnschätzungen, ist mit schwächeren Unternehmensergebnissen in den kommenden Berichtsperioden zu rechnen.

Aufgrund sich weiter verschlechternder Fundamentaldaten gehen wir aktuell eine Aktienuntergewichtung ein.

Emerging Markets: Schwacher August und weiter Vorsicht

Die Diskussionen, inwieweit eine globale Rezession bevorsteht und das Hin und Her im Handelskonflikt sind eine Gemengelage, die für Emerging Markets nichts Gutes bedeutet. Daher verlief der August für Emerging-Market­-Aktien recht enttäuschend, auch im Vergleich zu den entwickelten Aktienmärkten. Zuletzt hat sich auch der Gewinntrend wieder entgegen den zuletzt aufgekommenen Erholungstendenzen verschlechtert. Wir bleiben weiter dabei, Emerging-Market-Aktien vorsichtiger zu gewichten bis sich auch der Preistrend verbessert. Fundamental bleiben Emerging-­Market-­Aktien jedoch attraktiv bewertet.