A short-term pull-back in industrial metals likely to open new entry points

Industrial metal prices have staged a strong rally as tightening supplies support fundamentals. Given the long lead times in exploration and development of mines, even though capital expenditure may soon start to increase, we expect supplies to remain tight and the market is unlikely to achieve balance in the short term, says Nitesh Shah, Commodity Strategist, at ETF Securities.

However, there are threats to the current rally as strong momentum could give way to a pull-back in prices. Historically periods in which trading volumes in China have risen sharply have been followed by a correction. These pull-backs are usually an opportunity to shake out momentum trades and allow the market to focus on fundamentals rather than a sustained downturn.

Recovering losses

Industrial metals are staging a strong rally. Year to date, the Bloomberg Industrial Metals sub-index for example has risen 17%. Industrial metal prices last peaked in 2011 and since lost 60% by the time it hit a trough in 20161. About 34% of those losses have recovered so far in the rally that started in 2016. While zinc is currently trading higher than it was in 2011, all other metals still have not recovered to their prior levels.

Metals in a supply deficit

The demand for zinc, copper and nickel is expected to be higher than supply. These metals have gone through back-to- back years of supply deficits. Copper has been in a supply deficit for the past seven years and by 2018, the metal will have recorded nine consecutive years of stock withdrawals if the International Copper Study Group’s forecasts are correct. The lead market is broadly balanced. Aluminium could shift into a supply deficit if China follows through with its attempts to cut capacity in winter months to improve the environment.

Increase in production unlikely soon

Since industrial metal prices began to fall in 2011, capital expenditure by miners collapsed. In mid-2017 capital expenditure by the largest 100 mines was 60% lower than in mid-2013. Given the long lag times behind investment and completion of mines, we don’t expect the tightness of mine supply to reverse any time soon.

Added to that, miners are cautious to increase spending as they wait for the price recovery to prove sustainable. Historically we have seen about a year-long lag between a recovery in price and a recovery in capital spending. Given that the rally stalled between February and June this year (before starting again), miners could exercise even more caution in this cycle.

Historically we have found that metal markets begin to move towards a balance two years after miner profit margins hit rock-bottom. Miner margins fell to a low of 2% at the beginning of 2016 and since have recovered to just over 7%. So if we see a repeat of historical patterns, we should see supply begin to improve in late 2018, but it could take years to move back into balance.

Rally sustainabilty

We believe that the tightness in the metals market provides fundamental strength to prices. However, we have observed periodic pull-backs in prices: November - December 2016 and March – June 2017, when metal prices declined close to 10% in each episode. Given the rapid 17% increase in prices since June, are we due another correction?

In November 2016 we saw the price pull-back occur shortly after volumes of trading in Chinese futures increased and subsequently fell. The price volatility was largely driven trading volatility. At the time the Chinese authorities had increased their regulatory grip on the market to stop destabilizing trades from ‘tourist’ investors from influencing the market. Given the rise in trading volumes on the Shanghai Futures Exchange in August, we could be witnessing another episode of herd-like buying that could dissipate very quickly.

We note that, while in the November 2016, pre-7am trading in LME copper surged (indicating increased buying from Asia), this time around, volumes have remained stable. However, pre- 7am LME aluminium volumes have increased alongside SHFE volumes in August.

Indeed, we could be witnessing a broader trend of Asian trading having a wider influence on LME prices. With the exception of copper once again, the share of pre-7am trading in most LME metals has been rising over the past two years.

A pull-back in prices is a likely outcome as momentum trades withdraw. However, as the fundamentals remain strong, we believe that a good entry point will open up as result.

Das Risiko an den Märkten ist nicht größer geworden

von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners.

Das aktuelle Verhalten der Märkte mag manche Beobachter verwirren, im Grunde hat sich jedoch nichts Neues getan. Die Welt ist voller Unsicherheiten, und wir befassen uns gerne mit den Ursachen dafür. Es ist jedoch kaum möglich, stichhaltige Argumente für die Auffassung zu finden, die Unsicherheit sei derzeit ungewöhnlich hoch. Hurrikane, geopolitische Konflikte, Unklarheit über den politischen Kurs und potenzielle Umwälzungen in der Wirtschaft hat es in praktisch jedem Jahrzehnt seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben.

Trotz Aus der Entwicklung an den Märkten lässt nichts darauf schließen, dass sich in jüngster Zeit viel geändert hat oder wir äußerst unsicheren Zeiten entgegen gehen. Das heißt natürlich nicht, dass keine Unsicherheit vorhanden ist – aber man sollte diese Einschätzung der Märkte auch nicht außer Acht lassen. Zwar haben sie in der Vergangenheit hin und wieder Schocks und Krisen nicht vorausgesehen. Viel häufiger ist es jedoch der Fall, dass erfahrene Marktteilnehmer Alarm schlagen und dann keine Krise eintritt.

Daher lohnt sich der Hinweis, dass im bisherigen Jahresverlauf keine aufsehenerregende Marktentwicklung stattgefunden hat. In den meisten Anlageklassen wurden moderate Renditen erzielt, und die Volatilität nimmt weiter ab. Vielerorts sind die absoluten Bewertungen hoch, gleichzeitig liegen die relativen Risikoprämien jedoch zumeist nahe oder über dem langfristigen Durchschnitt. Nur bei Unternehmensanleihen erscheinen die Spreads gegenüber Staatsanleihen im historischen Vergleich gering.

Anlegerverhalten drückt Marktvolatilität

Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die wichtigsten Marktfaktoren: die Makro-Fundamentaldaten, den politischen Ausblick und das Verhalten der Anleger. Fangen wir mit dem Verhalten der Anleger an. Die steigende Beliebtheit von passiven Anlagen und Algorithmus-basiertem Handel, die ausgeprägten quantitativen Lockerungen und die durch neue Regulierungsvorschriften ausgelösten Kapitalströme in die Rentenmärkte könnten das Verhalten der Anleger so beeinflusst haben, dass es die Marktvolatilität drückt. Kurzfristig dürften zudem die größere Vorsicht und die anhaltend hohen Kassenbestände der aktiven Manager dazu geführt haben, dass eine plötzliche Zunahme oder ein Anhalten von Marktturbulenzen weniger wahrscheinlich geworden ist. 

Fundamentaldaten mit Licht und Schatten

Was die Fundamentaldaten betrifft, so befindet sich die Weltwirtschaft im besten Zustand seit einem Jahrzehnt und die Unternehmensgewinne verzeichnen die stärkste Erholung seit dem Jahr 2009. Allerdings haben in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Hoffnungen auf eine globale Reflation die Märkte getragen. Im laufenden Jahr zeigte sich jedoch allmählich, dass es nach wie vor an Produktivitätssteigerungen und Inflation für eine solche Entwicklung mangelt. Ohne diese Faktoren kann das nominale Wachstum der Weltwirtschaft jedoch nicht über den oberen Rand des Korridors steigen, in dem es sich seit drei Jahren befindet. Für reale, wachstumsorientierte Vermögenswerte wie Aktien wäre dies jedoch erforderlich, damit die Kurse noch weitere ein bis drei Jahre steigen können. In der Zwischenzeit dürften zahlreiche Anleger weiter auf Vermögenswerte setzen, die regelmäßige Erträge oder Renditen erbringen. Angesichts der guten konjunkturellen Situation ist das Risiko von Zahlungsausfällen und Dividendenkürzungen niedrig. Gleichzeitig reicht ein relativ schwaches Wachstum, um die Renditeziele zu erreichen.

Und zudem sinken die Risikoprämien an den Renten- und Aktienmärkten auch deshalb nicht, weil der Inflationsausblick unklar ist und traditionelle Analysemodelle hier nicht mehr richtig tragen. Zumal auch Unsicherheit über den Kurs der Zentralbanken besteht. Darüber hinaus lassen die Märkte die (geo-)politischen Risiken natürlich auch nicht völlig außer Acht. Das Zusammenfallen all dieser Unsicherheiten erklärt weitgehend, warum die Risikoprämien an den Märkten für Staatsanleihen und den Aktienmärkten (im Vergleich zu Anleihen) im historischen Vergleich nicht gering sind.

In gewisser Weise hat sich also an der Situation wenig geändert, wie sie bereits über weite Strecken des Jahres oder sogar noch länger zu beobachten ist. Dennoch lohnt es sich, sich immer darüber im Klaren zu sein, welche Faktoren eine Rolle spielen. Denn so kann man besser verstehen, warum der Markt sich gerade so und nicht anders verhält – und was ihn künftig zu einem Kurswechsel veranlassen könnte. In der derzeitigen Situation halten wir an einer diversifizierten Asset Allokation und einer moderaten Risikobereitschaft fest, denn im jetzigen fundamentalen Umfeld sind die Renditeaussichten für Fixed-Income-Spreadprodukte, Immobilien und Rohstoffe günstiger als für niedriger rentierende Fixed-Income-Produkte. Zudem kann man weiter auf eine überzeugendere Reflation hoffen. Aber um die Risiken, die von eventuellen politischen Schocks ausgehen könnten, in den Hintergrund rücken zu lassen, wären weitere Hinweise auf eine Inflationsbeschleunigung und ein stärkeres Produktivitätswachstum erforderlich. Wir hoffen auf eine Entwicklung der Märkte in diese Richtung.

REITs spielen bei der Suche nach den Perlen in Europas Aktienuniversum eine wichtige Rolle

Die Immobilienmärkte in Europa boomen. Zum einen, weil die Bevölkerungszahlen in vielen europäischen Ländern steigen und damit der Bedarf an Wohnraum – besonders in den Ballungsräumen. Zum anderen führt die gute wirtschaftliche Verfassung in Europa zu einer weiter steigenden gewerblichen Immobiliennachfrage in den Segmenten Einzelhandel, Büro, Industrie und Logistik. Davon profitieren auch Immobiliengesellschaften, deren Portfolios als börsennotierte REITs gelistet sind. „Wir gehen davon aus, dass bei europäischen REITs die Cashflows in den kommenden 2 Jahren im Durchschnitt um 6 Prozent per anno wachsen können. Parallel steigen die Nettoinventarwerte weiter, so dass jährliche Immobilienrenditen zwischen 6 und 7 Prozent zu erwarten sind“, sagt Vincent Bruyère, Senior-Portfoliomanager European Listed Real Estate bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). Rückenwind kommt derweil von der Zinsseite. „Die Finanzierungskosten für Immobilienunternehmen könnten in den kommenden Jahren nicht nur niedrig bleiben, sondern sogar noch weiter sinken. Somit wird der Abstand zwischen den Immobilienrenditen und den Finanzierungskosten weiterhin attraktiv bleiben“.

Anleger können von der Erfolgstory an den europäischen Immobilienmärkten über aktiv gemanagte Immobilienaktienfonds profitieren, zumal die Bewertungsabschläge auf die Nettoinventarwerte im Wohn-, Einzelhandels- und Bürobereich noch immer beträchtlich sind. So werden zum Beispiel Büroimmobilien im europäischen Durchschnitt mit einem Abschlag von knapp 10 Prozent zum offiziellen Objektwert gehandelt.

„Für Fondsmanager gilt es, die wirklich guten börsennotierten Immobiliengesellschaften vom Mittelmaß zu unterscheiden, denn es ist längst nicht alles Betongold, was glänzt. Vor allem kommt es darauf an, sich das Management der einzelnen Unternehmen anzuschauen, denn es sind die handelnden Personen, die in den meisten Fällen den Unterschied machen“, sagt Bruyère.

Neben diesem Investmentkriterium sind dem Manager des DPAM Capital B Real Estate EMU Dividend bei der Aktienselektion weitere qualitative Merkmale wichtig, wie die Qualität und Diversifikation des Immobilienportfolios sowie die Finanzierungstrukturen. Darüber hinaus müssen quantitative Kennzahlen wie Cashflow- und Dividendenrenditen, Loan to Value (Verhältnis von Krediten zum Marktpreis einer Immobilie) und der Zinsdeckungsgrad stimmen.

Vorzeigebeispiel: Aroundtown

Starke Finanzkennzahlen, eine diversifizierte Schuldenstruktur und die Fähigkeit, bei Transaktionen schnell zu sein, zeichnet Aroundtown aus. Das SDAX-Unternehmen konzentriert sich auf hochqualitative Wohn-, Hotel- und Büroimmobilien in bevölkerungsreichen Regionen in Deutschland und den Niederlanden. Erhebliches Mietsteigerungspotenzial bei den Bestandsobjekten sowohl im Wohn- wie auch gewerblichen Bereich sowie weit unterdurchschnittliche Leerstände lassen weitere Ergebnissteigerungen des Unternehmens in den kommenden Jahren erwarten. Die hohe Cashquote und schnell liquidierbare Assets ermöglichen dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile bei attraktiven Akquisitionen. Die Finanzierungsstruktur ist mit Aktienemissionen, klassischen Anleihen sowie Wandel- und Daueranleihen sehr ausgeglichen.

Europas Immobilienmärkte stecken voller Chancen

Wenngleich das Immobilienaktienuniversum lange nicht so ausgeprägt ist wie in den Vereinigten Staaten, bietet der europäische Kontinent aktiven Stock-Pickern eine große Fülle an Opportunitäten in den verschiedenen Immobiliensegmenten. Dazu zählen in Deutschland neben dem sozialen Wohnungsbau auch Pflegeheime. „Aufgrund des hohen Bedarfs im Zuge steigender Bevölkerungszahlen sowie der demographischen Überalterung gehen wir davon aus, dass die Nachfrage das Angebot dauerhaft übersteigen wird. Außerdem ist bei diesen Immobilien die Visibilität der Cashflows besonders stark“, sagt Vincent Bruyère. Aussichtsreich hält der Experte auch Logistikimmobilien in Deutschland und Frankreich. Insbesondere der starke Boom im Onlinehandel treibt die Nachfrage in diesem Segment. Anfangsrenditen bezogen auf die Anschaffungskosten zwischen 7 und 8 Prozent seien bei guten Logistikobjekten realistisch. VIB Vermögen ist nach Ansicht von Bruyère das derzeit attraktivste von insgesamt nur vier börsengelisteten Logistikimmobilienunter-nehmen in Europa.

Bei Immobilienaktien aus dem Einzelhandelssegment kommt es dem DPAM-Fondsmanager vor allem auf eines an: Top-Qualität. „Durch den wachsenden E-Commerce haben B-Qualitäten bereits Probleme. Wir bevorzugen deshalb die absoluten Top-Player in Europa“, sagt er. Dazu zählt Bruyère die beiden französischen Shopping Center-Riesen Klépierre und Unibail-Rodamco. Letzterer vereint die 70 größten und besten europäischen Konsumgütertempel unter seinem Unternehmensdach. Beide Gesellschaften agieren global mit dem Ziel, den Konsumenten wahre Shopping-Erlebnisse zu vermitteln.

Immobilienaktien-Perlen finden sich auch in Spanien. Das Land lässt gerade die wirtschaftliche Krise hinter sich. Besonders Büroimmobilien in den Metropolregionen Barcelona und Madrid profitieren davon. Eine dieser Erfolgstories ist Axiare. Das Unternehmen wurde erst nach der letzten großen Krise gegründet und versteht es, insbesondere im Rahmen von Off-Market-Deals günstige Immobilien zu erwerben, die nach teilweiser Sanierung und einer gewissen Haltedauer mit hohen Gewinnen weiterveräußert werden.

Zum britischen Immobilienmarkt äußert sich Vincent Bruyère folgendermaßen: „Von Unternehmen, die im Londoner Büromarkt investiert sind, lassen wir derzeit die Finger. Mieten und Bewertungen sind dort weiter auf Talfahrt. Attraktiv sind jedoch Logistikimmobilien und Studentenwohnheime sowie Einzelhandelsobjekte, sofern sie in der Peripherie und nicht in den großen Zentren angesiedelt sind.“

Über Degroof Petercam
Degroof Petercam Asset Management (DPAM), mit Hauptsitz in Brüssel, ist eine in den Benelux-Ländern führende unabhängige Asset Management-Gesellschaft mit langjähriger Marktreputation in Long Only- Anlagekonzepten sowie spezialisierten Asset Management-Lösungen. Neben aktiv gemanagten Publikumsfonds verwaltet DPAM Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Investoren in ganz Europa und stellt seine Expertise über ein breites Netzwerk von über 400 Vertriebspartnern zur Verfügung. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot von DPAM richtet sich vornehmlich an öffentliche und betriebliche Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, private Banken sowie gemeinnützige Organisationen. Aktuell verwaltet DPAM ein Vermögen von über 37 Milliarden Euro.

Homogeneous sector and style performance in August makes it difficult to outperform

Over a 12-month-rolling period, 37% of US managers and 49% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Only 30% of Europe managers could beat their benchmarks net of fees.

Europe managers underperformed their indices in August. Only 36% outperformed their benchmarks net of fees. In the US, only 26% of the managers outperformed their respective indices net of fees. 54% of emerging market managers were able to beat their benchmarks.

European sectors developed very homogeneously in August. This applies also to different market capitalisations and styles. The difference in performance between the best sector and the worst sector was just 1%. In such an environment it is very difficult for active managers to outperform. In the US, the performance differences were more heterogeneous as the energy sector showed a minus of more than 5% and utilities increased more than 2%. In addition to that, small caps underperformed large caps. As many of the active funds have an overweight exposure in this market cap area, the underperformance can be partly explained by this factor.

Please find the full fundinfo Research News for September 2017 including a summary of manager meetings attached on the left.

Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung 2018

Das dritte Quartal neigt sich dem Ende zu. Traditionell beginnt damit die Formulierung einer Strategie für das nächste Jahr. Ein wichtiger Teil davon ist die Erstellung von Szenarien. Ausgehend vom aktuellen Umfeld skizziert Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management, drei weitere Szenarien.

Szenario 1 – „Goldilocks“

Das aktuelle Umfeld ist günstig für viele Wertpapierklassen. Das reale globale Wirtschaftswachstum ist kräftig und breit abgestützt. Vom ersten auf das zweite Quartal ist die Weltwirtschaft mit 3,8 Prozent auf das Jahr hochgerechnet gewachsen (Quelle: Erste AM).  Dieser Wert liegt um mehr als einen Prozentpunkt über dem langfristig zu erwartenden Wert, dem Potential, und befindet sich am oberen Ende der Bandbreite des Quartalswachstums seit dem Jahr 2010. Die Vorlaufindikatoren für das dritte Quartal schlagen nur eine moderate Verlangsamung auf rund 3 Prozent vor (Quelle: Erste AM).

Gleichzeitig ist die Inflation niedrig. In vielen Teilen der Welt befindet sich die Konsumentenpreisinflation unter dem jeweiligen Ziel der Zentralbank. Im Einklang damit ist die Politik der Zentralbanken sehr unterstützend. Die Leitzinsen sind niedrig, die Liquidität der großen Zentralbanken wird heuer um mehr als US-Dollar 1000 Milliarden gewachsen sein und die Signale der Zentralbankmitglieder hinsichtlich der zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung deuten auf ein vorsichtiges Vorgehen hin.

Es gibt einen Pferdefuß: Dieses günstige Umfeld wird bereits in den Preisen der Wertpapierklassen reflektiert.

Die Bewertungen sind erhöht. Definitionsgemäß ist „Goldilocks“ das Beste aller denkbaren Szenarien. Diesem Umfeld wird eine subjektive Wahrscheinlichkeit von 30% zugewiesen. 

In weiterer Folge soll ein Abriss von Szenarien vorgestellt werden, die dieses sehr günstige Umfeld für den Finanzmarkt umstoßen können. Die dafür veranschlagten Wahrscheinlichkeiten sind von am wahrscheinlichsten bis wenig wahrscheinlich gereiht.

Szenario 2 – Normalisierung

Das tiefe Zinsniveau führt vor Augen, dass die Erholung von der Großen Rezession der Jahre 2008/2009 noch nicht in jedem Bereich abgeschlossen ist. Im Szenario „Normalisieren“ streben die wichtigen volkswirtschaftlichen Kenngrößen Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsniveau auf mittlere bis lange Sicht (mehrere Jahre) die jeweiligen wichtigen Referenzgrößen

  • Potenzialwachstum (Welt: 2,7 Prozent),
  • Inflationsziel der Zentralbank (rund 2 Prozent in vielen Industriestaaten) und
  • neutrales Zinsniveau (rund 2 Prozent in den USA, rund 1,5 Prozent in der Eurozone) an.

Zusatz: Auch die Anleiheankaufsprogramme der Zentralbanken laufen aus und werden zurückgeführt; beides in einer vorsichtigen Weise. Gegenüber dem Szenario „Goldilocks“ verändern sich die Werte in einer nicht dramatischen Weise. Hier wird eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent veranschlagt. Dieses Umfeld ist für Aktien positiv und für kreditsichere Anleihen nachteilig.

Szenario 3 – Stagflation

Im Unterschied zum Szenario „Normalisierung“ verändern sich die wichtigen volkswirtschaftlichen Indikatoren ausgeprägter. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich deutlich auf ein Niveau unter das Potenzial ab. Mitunter wird dafür auch der Begriff „Wachstumsrezession“ verwendet. Das verflixte an der Beziehung zwischen Wachstum und Inflation ist der nicht lineare und träge Charakter. Lange Zeit scheint es keinen Zusammenhang zu geben. Die Inflation bleibt niedrig, obwohl die Wirtschaft boomt. Erst wenn sich das Wachstum bereits abzuschwächen beginnt, steigt die Inflation. Die Inflationsraten steigen auf über das jeweilige Zentralbankziel an. Das zwingt die Zentralbanken auf die Bremse zu treten, sprich: die Leitzinsen werden auf über das neutrale Leitzinsniveau angehoben. Dieses Szenario tritt mit subjektiven Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent ein und ist natürlich nachteilig für die meisten Wertpapierklassen mit der Ausnahme von Cash.

Szenario 4 – Schock

Der Name lässt bereits vermuten, dass in diesem Szenario ein negatives Ereignis mit einer geringen Wahrscheinlichkeit (10 Prozent) aber einer hohen Auswirkung eintritt. Etwas konkreter betrifft das alle Ereignisse die einen sogenannten Deflationsschock (Schock für anhaltend fallende Preise und Löhne) darstellen. Die Inflationsraten sind in vielen Teilen der Welt niedrig. Der Abstand zur Nulllinie, die die Grenze zwischen Inflation und Deflation darstellt, ist damit gering. Zudem gibt es Hinweise dafür, dass die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten, der Marktteilnehmer und der Volkswirte bereits jetzt nach unten tendieren. Aber auch die Leitzinsen sind sehr niedrig. Der Abstand zu jenem Niveau, ab dem die Leitzinsen nicht mehr gesenkt werden können, ist gering. Die Zentralbanken können also nicht mehr viel tun, um ein negatives Ereignis aufzufangen. Die jeweiligen Regierungen springen erfahrungsgemäß erst mit einer Zeitverzögerung ein und weiten die Budgetdefizite aus um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Zentralbanken helfen, indem sie neue Wertpapierankaufsprogramme installieren. Dieses Umfeld ist positiv für kreditsichere Staatsanleihen und nachteilig für Aktien. Welche Ereignisse könnten zu einem solchen negativen Umfeld führen? Blickt man auf die volkswirtschaftliche Großwetterkarte, sticht vor allem der kräftig gewachsen Kreditbestand in China hervor. Dieser könnte – wie schon öfter in der Vergangenheit in anderen Ländern geschehen (USA, Spanien, Irland vor zehn Jahren) – unter dem eigenen Gewicht zusammen brechen.

Inflation ist der Schlüssel

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent bleibt das Umfeld für die Finanzmärkte sehr günstig („Goldilocks“: 30 Prozent plus „Normalisierung“: 40 Prozent). Das realistische nachteilige Szenario „Stagflation“ hat eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent. Im eindeutig negativen Szenario mit einer niedrigen Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent findet ein Deflationsschock statt. Es fällt auf, dass mit der Entwicklung des volkswirtschaftlichen Indikators Inflation ein Gutteil der insgesamt vier Szenarien beschrieben werden kann:

  1. Goldilocks: niedrige Inflation
  2. Normalisierung: Anstieg der Inflation in Richtung Zentralbankziel
  3. Stagflation: Anstieg der Inflation auf über das Zentralbankziel
  4. Schock: Negative Inflation

Die erste Erkenntnis für die Strategiebildung 2018: der Einschätzung für die Inflation kommt eine kritische Bedeutung zu.


Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Gerhard Winzer
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Industriemetalle: Kursgewinne führen zu Mittelabflüssen

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Bei Industriemetallen kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Landwirtschafts-ETPs zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren.

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle (A0N62H) in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Hauptnutznießer waren die Silber-ETPs (A0N62F), in die 25 Mio. USD flossen.  Da die Gold-Silber-Ratio derzeit 75 beträgt, liegt die Vermutung nahe, dass Silber immer noch attraktiver als Gold bewertet ist. Außerdem ist die CFTC-Zahlen zufolge bisher überkaufte Silber-Position nun zum langfristigen Durchschnitt zurückgekehrt. Aus makroökonomischer Sicht fielen die jüngsten Daten uneinheitlich aus, wobei die Erwartungen im Allgemeinen verfehlt wurden. Dass die Fed die Zinsen in dieser Woche anheben könnte, wird praktisch nicht erwartet, wenngleich die Erwartungen für eine Zinsanhebung im Dezember nun auf 50 Prozent gestiegen sind, da man die Delle für vorübergehend ansieht. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Fed ihre Strategie der „gemäßigten Straffung“ weiterverfolgen und in diesem Jahr nur noch einmal die Zinsen anheben wird, da sie die Konjunktur am liebsten mit Hilfe negativer Realzinsen stützen würde“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Die im Zuge von Hurrikan Irma erwartete Angebotsverknappung führte bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) zu Abflüssen in Höhe von 15 Mio. USD – und bei Energie-ETPs mit einer höheren Gewichtung von Benzin zu Zuflüssen in Höhe von 19 Mio. USD. Hurrikan Katrina hatte aufgrund der Raffinerieausfälle eine Benzinverknappung und damit eine kurzlebige Erholung der Benzinpreise zur Folge. Das jüngste Stimmungshoch auf dem Rohölmarkt ist wahrscheinlich eine Folge der Prognose der internationalen Energiebehörde, die in der letzten Woche die erwartete Rohölnachfrage aufgrund des geschwächten US-Dollar für 2017 nach oben korrigierte. „Die vermutete konsequentere Einhaltung der OPEC-Fördergrenzen kam den Preisen ebenso zugute“, so Hein.

Bei Industriemetallen (A0SVX7) kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen. Anfang September standen die Industriemetalle gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent und gegenüber dem Jahresanfang um 22 Prozent höher. Seither kommt es zu Verkäufen, die unseres Erachtens auf Gewinnmitnahmen beruhen. Obwohl die Investitionen bald wieder anziehen werden, rechnen wir in Anbetracht der langen Vorlaufzeiten bei der Erkundung und Entwicklung von Minen damit, dass das Angebot knapp bleiben und der Markt kurzfristig nicht ins Gleichgewicht zurückfinden wird. Dennoch ist die aktuelle Rally bedroht, da das starke Momentum in einen Preisverfall übergehen könnte. In der Vergangenheit folgte auf Phasen, in denen die Handelsvolumina Chinas steil anstiegen, stets eine Korrektur. „Bei solchen Kursrückgängen handelte es sich aber gewöhnlich nicht um einen nachhaltigen Abschwung, sondern um eine Chance, die Trendfolger aus dem Markt zu drängen und den Blick wieder auf die fundamentale Situation zu richten“, erläutert Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren und unter den Subsektoren des Rohstoffbereichs am höchsten ausfallen. „Auch wenn aus North Dakota und Russland gemeldet wird, dass die Weizenernte äußerst ertragreich ausfällt, wurden Weizen- und andere Landwirtschafts-ETPs gekauft – nach unserer Überzeugung eine Folge der Preisschwäche, aber auch der NOAA-Prognose, dass die Wahrscheinlichkeit einer La-Niña-Wetterlage zunimmt“, sagt Hein.

Gold is under-owned by investors… for now

There could be a great rebalancing from passive ETFs and other traditional investments back towards gold, which would boost demand for gold and gold-related equities for years to come, show Mark Lacey, Equities Fund Manager, and James Luke, Metals Fund Manager, at Schroders.

In our article last month “Market complacency could bolster case for gold” we discussed one of the reasons we think gold has entered a new bull market.

Given the recent pick-up in both gold and gold equity prices, this month we wanted to stress that gold as an asset class remains extremely under-owned. The positive investment cycle in this asset class potentially has many years to run.

What do we mean by under-owned?

Despite having a solid track record as a currency of last resort in times of uncertainty, and despite the current global environment being arguably more uncertain than any point since the second world war, current gold ETF holdings as a percentage of global ETF assets are tiny.

An ETF (short for exchange traded fund) is a security that tracks an index. As chart 1 below shows, in 2012 gold was relatively well-owned, with gold ETFs over 10% of all ETF assets (including equities, bonds etc).

Since then ETFs have expanded across asset classes while we have seen strong bull markets in bonds and equities. At the same time, and partly as a result, gold ETF holdings have fallen from over 85 million ounces in 2012 to around 68 million ounces (in August). Gold ETFs as a percentage of all ETF assets are now closer to 2%.

For gold, in a world still awash in liquidity and with financial asset values very high, this is positive.

We are not suggesting that ETF holdings in gold are not increasing; we have already seen total ETF holdings of gold increase by 32% in 2016 and by a further 8% year-to-date 2017.

What we are saying is that around $15 trillion of liquidity has been injected into global financial markets from central banks since 2008. So, when investors start meaningfully allocating to gold again, gold ETF holdings have the potential to grow at significantly higher rates than we saw during the 2004 to 2012 period.

Gold equities

Now, if we look at gold equities, we see a similar picture (see chart 2). The current weighting of North American gold equities in the S&P500 and TSX has fallen to just 0.6% after reaching a peak of over 2% in 2012.

To put this low weighting in perspective, the entire North American (US & Canadian) gold producers have a combined market cap of less than $150 billion. This is tiny and highlights the scarcity value of gold equities if a bull market in gold gets going. Essentially, this extremely low weighting reflects investors’ current low positioning around gold and gold equities, as well as the very high valuations of other more mainstream sub-sectors.

This relatively low weighting surprises us given increasing geo-political risk, increasing risk of inflation and therefore negative real rates. Also, given that the majority of the companies we invest in have improving fundamentals and are trading at the lower end of their historical valuation range.

Relative to gold, we believe gold equities still look cheap and we would stress that our equity holdings are currently discounting gold prices of less than $1,200/oz, at a time when the actual gold price is $1327 (as at 12 September).


This article has first been published on schroders.com.

Aktien europäischer Banken im Aufwind

von Tamas Menyhart, Aktien-Fondsmanager der Erste Asset Management.

Nach einer jahrelangen Durststrecke haben europäische Bankaktien heuer eine solide Wertentwicklung an den Tag gelegt. Der Stoxx 600 Banken-Index, der die 45 größten europäischen Banken beinhaltet, konnte seit Jahresbeginn bis Ende August ca. sechs Prozent zulegen.1 Damit haben sich europäische Banken besser geschlagen als europäische Aktien insgesamt (um 2,6 Prozent, bezogen auf den Stoxx 6001) als auch US-Banken-Aktien (um 4,7 Prozent bezogen auf den KBW Bank-Index1).

Wir glauben, dass der europäische Bankenindex auch im zweiten Halbjahr seine Stärke gegenüber europäischen Aktien und US-Banken behaupten wird. 

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Index zu. 
Seit Jahresbeginn haben sich Aktien europäischer Banken stärker entwickelt als US-Bankaktien und Aktien anderer europäischer Branchen.
Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Index zu.
In den letzten fünf Jahren waren hingegen US-Bankaktien die klaren Gewinner.

Gründe für den guten Lauf europäischer Bankaktien

Die unterschiedliche Entwicklung des Bankensektors auf den zwei Seiten des Atlantiks hat mehrere Ursachen:

Da wäre einmal der Basiseffekt: Der starke Aufschwung der europäischen Banken seit Jahresbeginn ist darauf zurückzuführen, dass die Ausgangsbasis eine niedrigere war. Nimmt man als Basis für den Kursanstieg den Tag nach der Brexit-Entscheidung (24. Juni 2016), so sind zunächst US-amerikanische Banken besser gelaufen als europäische. Dies hat damit zu tun, dass europäische Bankaktien negativer von dem Brexit betroffen waren. Umgekehrt konnten US-Banken nach dem Wahlsieg Trumps im November 2016 von den gestiegenen Wachstums- und Inflationserwartungen profitieren.

Einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die gute Performance hatte die Entwicklung der Anleihenrenditen, die dieses Jahr besonders politischen Ereignissen getrieben wurden. Höhere Renditen wirken sich positiv auf die Banken aus, da die Erträge aus der Zinsmarge – eine der Haupteinkommensquellen für Banken – steigt.

Vertrauen in gemeinsames Europa

2017 hat sich das politische Klima in Europa deutlich besser entwickelt als in den USA. Das größte politische Risiko für Europa stellte die Präsidentschaftswahl in Frankreich dar. Der Wahlsieg Macrons ließ vorhandene Ängste vor einer Stärkung populistischer Strömungen in den Hintergrund rücken. Auch die Wahl in den Niederlanden, sowie Fortschritte im italienischen Bankensektor verbesserten das politische Umfeld.

US-Markteuphorie über Trump „verflogen“

In den USA nahm die anfängliche Euphorie der Investoren nach Trumps Wahlsieg kontinuierlich ab. Die Vorwürfe in der Russland-Affäre konnten nicht beseitigt werden. Personalveränderungen in der Regierung häuften sich, und die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea spitzen sich immer weiter zu. Auch die Problematik um die Anhebung der Schuldenobergrenze wurde nicht langfristig gelöst. Die neue Deadline wurde nun auf den 15. Dezember hinausgeschoben. Dies alles trug dazu bei, dass die Hoffnung der Investoren in Infrastrukturpläne, Steuerreformen und weniger Regulatorien immer weiter zurückging.

Dieser Vertrauensverlust ist besonders an den Entwicklungen der US-Renditen abzulesen: 10-jährige US-Renditen, die stark vom langfristigen Wachstumsausblick abhängen, fielen seit Jahresanfang um mehr als 32 Basispunkte (100 Basispunkte = 1 Prozent). Von ihrem Jahreshoch im März waren es sogar über 50 Basispunkte (Angaben per 31.8.2017, Quelle: Bloomberg).

In Europa konnte sich die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen dem fallenden Renditentrend – ausgelöst durch zunehmende geopolitische Risiken – in den letzten Wochen zwar nicht entziehen. Ende August stand sie jedoch etwa 10 Basispunkte höher als zu Jahresbeginn.

Der Euro steigt und steigt

Der Euro – beflügelt von der relativ komfortablen politischen Situation in der Eurozone, als auch durch solide Wachstums- und Makrodaten –  konnte in diesem Jahr mehr als 13 Prozent gegen den US-Dollar gewinnen, siehe Grafik (31.8.2017, Quelle: Bloomberg). EZB-Präsident Draghi zeigte sich bislang recht unbesorgt über die stärkere Gemeinschaftswährung und stellte in Aussicht, im Oktober Details hinsichtlich der geplanten Reduzierung des Anleihekaufprogramms der EZB zu verkünden. Diese Ankündigung ließ den Wert des Euro im September weiter steigen.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.
Starkes Comeback des Euro in den letzten Monaten.

Gute Wirtschaftsdaten und Hoffnung auf Renditeanstieg treiben Banken

Solide Wirtschaftsdaten aus der Eurozone sowie das bevorstehende Tapering der EZB (=Reduktion des Volumens der Anleihekäufe), sollten sich positiv in Form eines höheren Zinsausblicks auf europäische Banken auswirken. Weiterhin zu erwartende politische Spannungen in den USA – vor allem Nordkorea und die Deadline zur Anhebung der Schuldenobergrenze – sollten unterstützend auf den Euro wirken. Der stärkere Euro ist nicht per se positiv für den europäischen Bankensektor. Banken werden von der stärkeren Gemeinschaftswährung jedoch weniger negativ beeinflusst als exportsensitive europäische Sektoren, die unter dem höheren Euro leiden.

Die genannten Gründe stimmen uns optimistisch, dass europäische Bankaktien den europäischen Gesamtmarkt auch im zweiten Halbjahr schlagen werden. Den größten Schub hat zweifellos die französische Präsidentschaftswahl ausgelöst. Der Aufwärtstrend könnte deswegen schaumgebremster ausfallen als im ersten Halbjahr. Auch gegenüber US-Banken könnten die Europäer abermals die Nase vorn haben, da die politische Unsicherheit sich weiterhin negativ auf US-Zinsen und den US-Dollar auswirken sollte.


1) Quelle: Daten per 31.8 2017, Quelle: Bloomberg

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Bundestagswahl: Diese Sektoren sollten Anleger im Blick behalten

Die Bundestagswahl steht vor der Tür: Am 24. September wird entschieden, wie Deutschlands Regierung in den nächsten vier Jahren aussehen wird. Der Ausgang der Wahl wird spannend. Zumindest verheißt das die jüngste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Sowohl CDU als auch SPD verzeichnen Verluste, während FDP, Linke und AfD einen Zuwachs an Stimmen verzeichnen. Auch für Investoren ist die Zusammenstellung der Regierung im Hinblick auf ihre Portfolio-Positionen interessant. Oliver Maslowski, Fondsmanager bei GAM, verrät, welche Koalitionen er für wahrscheinlich hält – und auf welche Sektoren Anleger seiner Meinung nach ein besonderes Auge werfen sollten.

Auf Immobilien setzen

„Im Vergleich zu 2013 könnte in diesem Jahr die FDP der große Gewinner der Bundestagswahl sein. Dies könnte zu einer Jamaikakoalition (CDU, FDP und Grüne) oder schwarz-gelben Koalition (CDU, FDP) führen, auch wenn eine Fortsetzung der großen Koalition (CDU, SPD) unter Führung von Angela Merkel am wahrscheinlichsten ist“, so Maslowski. Sollte die FDP Einzug in die Regierung erhalten, könnte es zu einer Abschaffung der Mietpreisbremse kommen. Hiervon würden große Privatvermieter, also deutsche Wohnungsunternehmen wie Vonovia, LEG Immobilien oder Deutsche Wohnen profitieren. „Die Mieteinnahmen deutscher Wohnungsunternehmen liegen zum Teil unter dem Mietspiegel und indizieren somit weiteres Aufwärtspotenzial, selbst unter den Rahmenbedingungen einer großen Koalition. Die Übergewichtung des Immobiliensektors erscheint aus Risiko-Rendite-Perspektive sinnvoll“, erklärt Maslowski. 

Deutsche Versorger profitieren

Die Schatten des Dieselskandals reichen auch bis zur Bundestagswahl: Bestimmte Koalitions-Konstellationen könnten laut Maslowski aufgrund der unterschiedlichen Vorstellungen zur Handhabung des Skandals von vornherein ausgeschlossen werden: „Eine Jamaikakoalition könnte an dem Thema fossile Verbrennungsmotoren scheitern, da die Grünen keine Koalition eingehen, die kein Verbrennerverbot einleitet.“ Die Elektromobilität als Alternative zu Diesel und Benzin werde zwar aktiv von den deutschen Autoherstellern umgesetzt. Eine hohe zukünftige Durchdringung von Elektrofahrzeugen erfordere jedoch den Bau vieler neuer Kraftwerke, da die Stromproduktion erheblich gesteigert werden müsse. Zudem fehlten die Kapazitäten der bis 2022 abgeschalteten Atomkraftwerke. „Somit liegt der Gedanke nahe, dass die deutschen Versorger von dieser Situation profitieren, denn auf absehbare Zeit sind fossile Energieträger unverzichtbar. Wir gewichten diesen Sektor daher über“, erklärt Maslowski. Neben den steigenden Strompreisen könnten zudem vermehrt Übernahmephantasien zum Tragen kommen. „Denkbar wäre einerseits eine europäische Konsolidierung, andererseits aber auch ein Einstieg von strategischen Investoren, wie zum Beispiel große Ölkonzerne.“ 

Fokus auf Unternehmen mit Digitalstrategie

Unabhängig vom Wahlausgang sieht Maslowski den Themenkomplex Digitalisierung stärker zum Tragen kommen. In Deutschland soll vor allem die Breitbandversorgung ausgebaut werden. „Fast alle Parteien sind sich einig, dass schnelles Internet Chancen im Bereich Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Industrie bietet. Die Telekommunikationsbranche stellt dabei den Motor der Digitalisierung dar. Sie steht daher in einem starken Preis- und Technologiewettbewerb. Nutznießer sind deshalb oftmals nicht die Infrastrukturunternehmen, sondern Unternehmen mit einer klaren Digitalstrategie. Aus Diversifikationsgründen gewichten wir darum Unternehmen mit einer überzeugenden Digitalstrategie aus unterschiedlichen Branchen über, die Telekommunikationsbranche dagegen lediglich neutral“, so Maslowski.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Can digital/crypto currencies influence monetary policy?

Widespread usage of cryptocurrencies has the potential to impair the transmission and aim of monetary policy. However, cryptocurrencies are unlikely to impact monetary policy because scale and volatility are key barriers to adoption, says Martin Arnold, FX & Macro Strategist at ETF Securities, in the second Triannual Outlook 2017.

Digital Vs Crypto

Digital currencies have been around since computers enabled the electronic storage of account balances online. A digital currency can be broadly defined as money stored in electronic form that can be used to make and receive payments. Crypto currencies are a much more recent phenomenon, with Bitcoin the most widely recognised. A cryptocurrency is a subset of digital currency whereby encryption techniques are used to regulate the creation and transfer of currency units. Cryptocurrency market capitalisation reached US$1.3bn by end – July 2017, according to website www.coinmarketcap.com, which is divided among about 1000 currencies. Usage is therefore growing quickly, but can they be considered money?

Is it money?

The short answer is no. In order to be considered currency, a form of money (i.e. digital currencies) must be used as a unit of account, a store of value and a medium of exchange. Cryptocurrencies are being used as a store of value (although with significantly higher volatility than traditional currencies) but broadly fail to satisfy the other two criteria. Scale of usage is certainly an issue that is unlikely to see cryptocurrencies impact monetary policy in the foreseeable future.

Cryptocurrencies do not have intrinsic value. Although limited as a resource – bitcoin and other cryptocurrencies have a finite supply - investors mainly trade on the ability to exchange the cryptocurrency for a higher value in the future rather than the ability to purchase other goods and services (although usage for other initial coin offerings are rising).

As a medium of exchange, cryptocurrencies are only used to a limited extent to purchase goods and services. Additionally, purchases are also generally transferred back to sovereign currencies, like the US Dollar or Euro, and as such crypotocurrencies are not used for accounting purposes, therefore do not satisfy the unit of account characteristic.

Trust is lacking, volatility is not

Volatility is a hindrance for the universal acceptance of cryptocurrencies to garner a wide following and for paying and settling transactions, a unit of account and a store of value. Digital currencies exhibit extreme volatility: buying power is therefore constantly changing.

Price stability is critical for currencies to be a trusted medium of exchange: if a particular basket of goods costs 100 pounds today and 50 pounds in a week’s time, then this provides disincentives to widespread adoption. If the digital currency value is dropping, it encourages consumers to get rid of it as quickly as possible, and if it’s rising, to hoard the currency.

Monetary policy implications

In contrast to sovereign payment systems and other digital currency, the innovation of the distributed ledger (that was developed for Bitcoin), whereby transactions are recorded and verified by a decentralised group of network participants called miners, digital currencies do not need a trusted third party to exchange and settle transactions between two independent parties to a transaction. Cryptocurrencies, through their decentralised nature circumvent the normal monetary channels. In this way, monetary policy would be undermined if the scale of usage were to expand and challenge fiat currencies for dominance as a means of payment. Furthermore, cryptocurrency are global, exacerbating the potential problem, because usage bypasses sovereign (and central bank) jurisdictions. Monetary policy would need to become more globally coordinated in order to have an impact in a world of cryptocurrency dominance.

Another issue with cryptocurrencies in implementing monetary policy is the limited supply. Without the ability to manipulate money supply, the problems with potential hoarding being able to decrease supply are twofold. By not being able to increase money supply, the supportive nature of policy is reduced. In a world of quantitative easing, a fixed supply of (digital) money is clearly an impediment to the effective transmission of monetary policy. Moreover, the reduction of the money supply can lead to deflation by reducing demand.

Central bank digital currencies

In a time of crisis, a decentralised digital currency framework is not likely to engender confidence in the case of a financial crisis, as there is no one institution standing behind the value of the digital currency. Cryptocurrencies have a decentralised distribution network, and unlike fiat currencies or a central bank issuing digital currency, there is no trusted counterparty that, in essence guarantees, the currency. Indeed, recent ‘hard forks’ in both Bitcoin and Ethereum highlight the uncertainty of a cryptocurrency’s value.

A digital currency issued by a central authority (clearly the antithesis of the rise in popularity of cryptocurrency) but using a distributed leger framework could reduce the number of intermediaries and enhance the effectiveness and efficiency of monetary policy in several ways. Firstly, transactions would be independently verifiable and this would arguably increase transparency. Secondly, currency being settled outside of a single entity could potentially save time and be less costly. Importantly, by funding being distributed straight to the consumers and businesses, the transmission of policy would be more direct, essentially bypassing the banking system.

The ECB highlights issues of remuneration: the interest rate for digital currency could influence demand. If the central bank remunerates at the deposit rate (for many this is currently negative) it would dissuade the usage of the currency and be more compelling to hold deposits at normal banks which generally do not charge negative interest rates. If the central bank put the deposit rate at 0% (instead of a negative rate), this could also cause problems: banks could set up non-bank subsidiaries that would be able to hold digital currency at the central bank for no cost, thereby undermining the effects of monetary policy.

The bottom line...

Many major central banks, including the Bank of England (BOE) the Bank of Canada and the European Central Bank, have tested or considered the ability to use digital currencies and distributed ledger technology in the monetary policy arena. Due to elevated volatility and the lack of widespread usage, crypto (or digital) currencies will not impact monetary policy in any significant way.

A central bank issued digital currency has the potential to make monetary policy more effective, however, there are many hurdles that need to be overcome in terms of the framework for pricing and distribution.

US-Dollar könnte durch rückläufige Zinserwartungen fallen

Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International, gibt eine Einschätzung zur Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve am 20. September:

„Das wichtigste Ergebnis der Fed-Sitzung am 20. September dürften die Erwartungen der einzelnen Mitglieder des Offenmarktausschusses zur künftigen Zinsentwicklung sein sowie die geplante Vorgehensweise hinsichtlich einer Bilanzverkürzung der Notenbank. Sollten die Mitglieder ihre Zinserwartungen für den Rest des Jahres und für 2018 zurückschrauben, wird der Dollar meines Erachtens weiter an Wert verlieren. Dann könnten auch die Renditen von US-Staatsanleihen noch weiter fallen.

Aktuell strömt Gegenwind auf die Renditen von US-Anleihen ein – durch das technische Bild, die Positionierung der Anleger und die Großwetterlage der globalen Politik. Angesichts der hohen Kurse an den Aktienmärkten ist deshalb ein gewisses Maß an Duration am US-Markt sinnvoll, das vor Turbulenzen an den Aktienmärkten schützt. Mit einer Zinsanhebung rechne ich vorerst nicht, auch nicht im Dezember."

Do rising rates reduce returns on income assets?

Our research, which looks at episodes of rising rates since 1970, suggests income-producing assets don’t perform as investors might expect. By Clement Yong, Strategist, Research and Analytics, at Schroders.

Many will remember to their cost the infamous “taper tantrum” in June 2013. It was the moment Ben Bernanke, the then Chairman of the US Federal Reserve, indicated that the quantitative easing (QE) would be scaled back, or tapered.

The QE programme had fed money into the financial system to stimulate the economy following the financial crisis of 2008. It had helped keep the yields on government bonds at exceptional lows.

In a matter of hours, government bond yields jumped by over a percent as bond holders unloaded assets. It was perhaps one of the more painful illustrations of the inverse relationship between government bond yields and prices (as yields increase, prices fall).

Many assume that the same relationship holds true for all income-generating assets - that when rates and yields rise, prices will fall.  

It may therefore come as a surprise that our research suggests this is, in many cases, a fallacy. Indeed, even in 2013, very few income asset returns suffered any lasting damage, and many actually recorded positive returns by the end of the year.

When we talk about income assets we mean a universe that extends well beyond government bonds to include the likes of investment-grade bonds (issued by more creditworthy companies), high-yield bonds (issued by less creditworthy companies, but offering more income in exchange), real estate investment trusts (REITs, a type of property company), emerging market bonds and high-dividend equities (which offer above average income).

They are particularly relevant today because, while these assets have all performed strongly over the past few decades, boosted by low government bond yields, the climate is definitely changing. The US Federal Reserve now seems determined to raise interest rates. Several rate-setters on the Bank of England’s Monetary Policy Committee recently voted for a rise and questions are being raised about whether the European Central Bank will follow suit. In light of all that, many investors could be forgiven for wondering whether the party is over and it is time to sell these income assets.

We have looked into past episodes of rising rates in the period since 1970 and concluded that they do not necessarily spell doom for such assets. In fact:

  1. All income assets produced positive returns, on average, in rising-rate environments, with the exception of government and corporate bonds.

  2. Government bonds (such as US Treasuries) and investment-grade corporate bonds have performed far worse when yields have been rising than when they have been falling.

  3. Many other assets typically included in income portfolios have held up well, and some have actually performed better, when yields have been rising.

Asset classes have varying lengths of historical data. Source: Bank of America Merrill Lynch (BAML), Datastream, FRED, Keneth French, JP Morgan (JPM), MSCI and Schroders, as at 28 February 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

These conclusions should provide comfort for income investors. As interest rates tend to rise in anticipation of stronger economic growth, assets which are more sensitive to economic growth (such as high yield debt, REITs and high-dividend equities) can still perform well. As corporate fundamentals usually also improve, this provides a boost to corporate earnings and improves the creditworthiness of borrowers, supporting equities and corporate bonds.

Moreover, our analysis confirms the general assumption that income levels are generally less sensitive to changes in interest rates than overall returns. Companies are loath to cut dividends, given the negative signal that it sends to the market, while coupons on bonds are one of the first claims on a company’s income, ranking above other demands. With few exceptions, we found the impact of rising interest rates on income levels has been minimal and in some cases income levels actually picked up when yields rose. In fact, income levels overall deteriorated more during times of falling interest rate environments than rising.

Asset classes have varying lenths of historical data. The coupon yields of all bond assets have been adjusted for market price, with the exception of local EMD, where market price data were not available. Source: Datastream, BAML, FRED, Kenneth French, JPM, MSCI and Schroders, as at 28 February 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

In all this it is important to remember that, like any other asset class, investing in income assets requires an adequate time horizon. Being patient in income investing and not panicking when interest rates go up is a sound strategy. We found that, more often than not, patience paid off for both returns and the income generated by the asset. 

The variation in performance of income assets, combined with the fact that most returns have been positive during rising-yield environments, underlines the importance of asset allocation during times of rising rates. Indeed, we would argue that, if investors can combine savvy asset allocation with an awareness of income assets’ behaviour when rates rise, they should add value even when the going looks tough and the temptation might otherwise be to sell. 


Important information
Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested. Exchange rate changes may cause the value of any overseas investments to rise or fall. High yield bonds (normally lower rated or unrated) generally carry greater market, credit and liquidity risk. Emerging markets generally carry greater political, legal, counterparty and operational risk. Funds that invest in real estate related securities and investments focus on specific sectors and can carry more risk than funds spread across a number of different industry sectors.

This article has first been published on schroders.com.

Die Kraft einflussreicher Trends

Profitieren Sie vom Potenzial der Megatrends an den Weltmärkten. Hans Peter Portner, Senior Investment Manager und Leiter des Thematic Equities Team bei Pictet Asset Management, zeigt wie.

Um unsere Zukunft zu sichern, führen Regierungen immer mehr multilaterale Rahmenwerke ein, darunter globale Regelungen zur Verlangsamung des Klimawandels. Gleichzeitig revolutioniert das veränderte Konsumverhalten die Unternehmenstätigkeit. Daher dürften Unternehmen, die in der Lage sind, die neuen Anforderungen durch innovative Produkte und Dienstleistungen zu erfüllen, von einem unvergleichlichen Wachstumspotenzial profitieren. Eine Multi-Themen-Strategie mit dem Schwerpunkt auf grundlegenden Veränderungen, die in den kommenden Jahrzehnten bevorstehen, erschließt potenziell dauerhafte Wachstumsbereiche.

Egal, welchen Entwicklungen Privatpersonen, Unternehmen oder Länder künftig unterliegen: Die wichtigsten treibenden Kräfte, darunter Urbanisierung, Technologie, Ressourcen und Gesundheitswesen, dürften kontinuierliche und markante Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.

Der Pictet-Global Megatrend Selection Fonds nutzt starke Trends, welche die Entwicklung des Menschen beeinflussen. Er  bietet ein Engagement in neun Anlagethemen, die ein breites Spektrum an Ideen, Unternehmen und Sektoren abdecken und von aktuellen, gut etablierten Unternehmen bis hin zu den Erfolgsgeschichten von morgen reichen. Und zwar in einer einzigen Anlage.


Hans Peter Portner ist Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management und leitet das Thematic Equities Team. Er begann seine Laufbahn im Anlagengeschäft 1992 bei UBS Brinson in Basel als Portfoliomanager für internationale Aktien und verwaltete dort Fonds einzelner Länder sowie Absicherungsfonds. Zu Pictet Asset Management kam er 1997 als Senior Investment Manager für internationale Aktien. Hans Peter Portner hat ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA) und einen Master in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Bern.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Rendite Radar: September 2017

Die Rentenmärkte konnten sich zuletzt fast durchwegs positiv entwickeln. Die leicht unter den Erwartungen liegenden US-Konjunkturzahlen, vorsichtige Äußerungen der Zentralbanker beim jährlichen Treffen in Jackson Hole und geopolitische Unsicherheiten durch die Entwicklungen in Nordkorea haben zu einer leicht positiven Entwicklung von Staatsanleihen geführt. Ebenfalls leicht positiv zeigten sich Unternehmensanleihen und Anleihen aus Schwellenländern. Eine Ausnahme bildeten die US-amerikanischen Hochzinsanleihen, die leichte Einbußen hinnehmen mussten.

Anleihen mit besserer Bonität weisen weiterhin ein asymmetrisches Ertrags-/Risikoprofil auf. Etwas attraktiver wird derzeit die Zinskurve in den USA eingeschätzt. Bei Hochzinsanleihen erscheinen die Bewertungen trotz gesunkener Renditeaufschläge im Vergleich zu anderen Anleihen-Kategorien attraktiv.

Quelle: ERSTE-SPARINVEST; www.erste-am.at; Daten per 31. August 2017; Fondskennzahl: „Rendite“ – siehe Fußnote 1)
1) Anmerkung: Die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht. Die Performanceübersicht (Wertentwicklung) der angeführten Fonds finden Sie auf Seite drei in der Übersichtstabelle. In der oben angeführten Tabelle sind auch keine ertragsmindernden Kosten wie die Verwaltungsgebühr oder individuelle Konto– und Depotgebühren berücksichtigt.
2) Die Risikoeinteilung von Investmentfonds erfolgt auf Basis des SRRI-Indikators auf einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die höchste Risikostufe repräsentiert. Die Berechnung basiert auf europäischen regulatorischen Vorschriften und ist integraler Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformationen
(Key Investor Document). Die Berechnungsmethode finden Sie auf fondsabc.erste-am.com/srri/

Rendite-Entwicklung von US- und EUR-Staatsanleihen und EUR-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr gute Bonität von 08/2012-08/2017 (Europa, USA)

Rendite-Entwicklung von europäischen Hochzinsanleihen im Vergleich zu globalen Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen von Schwellenländern (08/2012-08/2017)

 

Kennzahlen-Übersicht (mehr Informationen finden Sie unter http://www.erste-am.at/)

Daten per 31.08.2017.
Die Berechnung der Wertentwicklung und Volatilität (3 Jahre) erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu

Hinweis zu den Grafiken:
Die Renditeentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Anlagesegments oder Investmentfonds zu. In der Grafik sind keine Spesen oder Gebühren berücksichtigt.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Mit Private Credit die Kreditlücke am Gewerbeimmobilienmarkt schließen

In den vergangenen Jahren gab es ein deutliches Ungleichgewicht von Kredit-Angebot und -Nachfrage. Seit der Finanzkrise unterliegen die Banken deutlich höheren Regularien, die ihre Handlungsspielräume bei der Kreditvergabe stark einschränken. Das bedeutete für viele Unternehmen große Schwierigkeiten, insbesondere bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien. Private-Credit-Investoren, also Investoren, die in besicherte Kredite zur Finanzierung von Gewerbeimmobilien investierten, konnten die Kluft zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Krediten überbrücken. „Der Markt für Gewerbeimmobilien in Europa und Großbritannien ist zwar selbst angesichts des Brexits und dem allgemeinen Klima politischer wie ökonomischer Unsicherheit relativ stabil geblieben, aber das Gewicht dieser Unsicherheit wird zweifellos Druck auf die Bewertungen und Mieten ausüben“, sagt Jon Rickert, Investment Director bei GAM. „Mit Private-Credit-Investitionen in den Gewerbeimmobilienmarkt können Investoren nicht nur höhere laufende Renditen erwirtschaften, sondern sich gleichzeitig gegen diese Abwärtsrisiken absichern. Gerade im Vergleich zu direkten Immobilieninvestitionen und anderen festverzinslichen Alternativen generieren Private-Credit-Anlagen attraktive risikobereinigte Renditen.“

Die Bewertungen und Miethöhen britischer Gewerbeimmobilien seien trotz einiger Schwächen seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 relativ stabil geblieben. Im ersten Quartal 2017 war das Verkaufsvolumen von Investmentimmobilien zwar relativ hoch, das sei aber aber auf einige wenige, sehr große Transaktionen zurückzuführen. Die Miethöhen für Einzelhandelsimmobilien hätten sich im ersten Quartal verbessert, angesichts der rückläufigen Konsumausgaben in Großbritannien sei es aber unwahrscheinlich, dass sich dieses Wachstum fortsetzen werde. Die Mieten für Büroräume in Großbritannien wären im Großen und Ganzen gestiegen. In London jedoch seien sie aufgrund einer schwächeren Mieternachfrage zurückgegangen, während das Angebot an neuen, im Bau befindlichen Büroräumen zunahm. Einziger Lichtblick wären industrielle Lagerhäuser, da sie vom sehr geringen Niveau spekulativer Entwicklungen in den vergangenen zehn Jahren profitierten. 

Restriktivere Kreditvergabe durch Banken

Wie in diesem Umfeld zu erwarten gewesen sei, wurden die Kriterien für die Kreditvergabe der britischen Banken noch restriktiver. „Die Banken haben die Beleihungsquoten gesenkt und legen bei zweitrangigen Standorten und Immobilien mit kurzfristigen Ertragsprofilen eine vorsichtigere Haltung an den Tag. Selbst wenn man den steigenden Marktanteil von Kreditgebern berücksichtigt, die keine Banken sind – und dieser Anteil ist von praktisch null auf rund 25 Prozent in fünf Jahren gestiegen – blieb der Gesamtumfang der Kreditvergabe in Großbritannien in den letzten Jahren relativ unverändert“, sagt Rickert. Eine Untersuchung der DeMontfort University zeige, dass vor 2008 die Banken gewöhnlich Darlehen in Höhe von 80 Prozent des Immobilienwerts oder mehr vergaben. Seit 2010 sei diese Quote jedoch stetig zurückgegangen, da Gewerbeimmobilienkredite infolge der Vorschriften für die Kapitalquoten und der verschärften aufsichtsrechtlichen Überwachung weniger attraktiv wurden.

„Derzeit werden in der Regel Darlehen in Höhe von 60 Prozent des Immobilienwerts oder weniger vergeben. Für Anleger, die direkt in Immobilien investieren, ist dies zwar keine gute Nachricht. Allerdings profitieren davon Anleger, die in Kredite investiert haben, die durch diese Immobilien besichert sind“, sagt Rickert. Darlehen seien grundsätzlich gegenüber einem Wertrückgang geschützt. Darlehensgeber erhielten Zinszahlungen und in einigen Fällen in jedem Quartal Tilgungen. Darüber hinaus bedeuten die Einschränkungen der Kreditvergabe von Banken, dass alternative Kreditgeber eine attraktive Prämie verlangen können. „Erträge aus Direktinvestitionen in die Immobilie selbst hingegen leiden erheblich bei einem Wertrückgang. Bei einem Abschwung am Markt für Gewerbeimmobilien dürften sich Private-Credit-Investitionen daher besser entwickeln als direkte Immobilieninvestitionen.“

Europäische Immobilienwerte bleiben trotz Brexit stabil

Die Volkswirtschaften der Eurozone meldeten für 2016 relativ gute BIP-Zahlen. Dieser starke ökonomische Hintergrund habe zu anhaltenden Verbesserungen an den meisten europäischen Immobilienmärkten geführt. „Es ist allerdings wichtig zu berücksichtigen, dass der Anteil notleidender Kredite in den meisten europäischen Ländern immer noch erhöht ist. Diese Probleme werden die Kreditvergabekapazität und die Risikobereitschaft der Banken weiter begrenzen“, sagt Rickert.

Zeichen für einen Immobilienmarktabschwung aufgrund der Unsicherheiten durch den Brexit sieht Rickert derzeit allerdings nicht: Übermäßige und aggressive Kreditvergabe von Banken sowie negative Renditedifferenzen und Überbauung seien derzeit nicht zu erkennen. „Die Wirtschaft in Großbritannien und Europa ist relativ solide. Die Banken haben ihr Engagement in Gewerbeimmobilien reduziert und wenden bei der Kreditgewährung nach wie vor hohe Standards an. Die spekulative Entwicklung ist mit Ausnahme von London relativ begrenzt, und die Kreditvergabe der Banken zur Finanzierung dieser Entwicklung bleibt stark eingeschränkt. Das wahrscheinlichste Szenario ist ein Seitwärts- bis leichter Abwärtstrend der Immobilienwerte in Großbritannien innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Werte europäischer Immobilien werden unseres Erachtens stabil bleiben und in einigen Fällen in diesem Zeitraum anziehen“, sagt Rickert. 

Schuldenabbau von Banken schafft Chancen für alternative Kreditgeber

Der Schuldenabbau der Banken zeige sich als wichtiger Impuls für neue Anlagechancen für Private-Credit-Investitionen im Gewerbeimmobilienmarkt: Die Banken verlagerten Kredite auf spezialisierte Investoren, die sich auf einer kommerzielleren Basis mit den Kreditnehmern und Vermögenswerten auseinandersetzen können. „Die anschließende Refinanzierung dieser Vermögenswerte erfordert Kreditgeber, die einen pragmatischeren Ansatz als traditionelle Bankkreditgeber verfolgen können. Großbritannien liegt in dieser Hinsicht in Führung, gefolgt von Irland. Mittlerweile kommt der Prozess auch in anderen europäischen Ländern in Gang, wo sich die Kreditnehmer zur Finanzierung zunehmend an alternative Kreditgeber wenden“, erläutert Rickert.

Die Kombination aus relativ stabilen Gewerbeimmobilienmärkten, laufenden Schuldenabbauprogrammen und eingeschränkten Kriterien für die Vergabe von Bankkrediten schaffe Chancen für alternative Kreditgeber, die mit direkten Immobilieninvestments mithalten und dank Verlustabsicherung auf risikobereinigter Basis sogar übertreffen können. „Investitionen in durch Gewerbeimmobilien besicherte Kredite bieten eine attraktive Kombination aus höheren Ertragsrenditen und gleichzeitigem Schutz vor Verlusten. Unserer Meinung nach wird sich dieses Anlageumfeld so schnell nicht verändern. Vielmehr ist zu erwarten, dass Private-Credit-Investitionen in Gewerbeimmobilien noch mehrere Jahre lang attraktive absolute und risikobereinigte Erträge generieren“, schließt der Experte.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Nachhaltigkeit? Wichtiger als man vielleicht denkt!

von Gerold Permoser, Chief Investment Officer der Erste Asset Management.

Unlängst habe ich einen interessanten Research Report einer unserer unabhängigen Research Partner, Gavekal Research, gelesen. Gavekal Research agiert von Hongkong aus und zeichnet sich durch ein exzellentes Marktverständnis des Asiatischen Raumes aus. In dem Beitrag mit dem Titel „Good Governance, Poor Performance“ ging es um gute Unternehmensführung. Damit gemeint ist ein Grundpfeiler des traditionellen und auch des nachhaltigen Investmentansatzes. 

Bringt gute Unternehmensführung höhere Erträge?

Um diese Frage beantworten zu können, möchte ich kurz (und mit Einverständnis von Neil Newman, dem Autor des Gavekal Reports) den Inhalt des Berichts wiedergeben: Nach dem japanischen Premier Shinzo Abe ist ein bedeutendes Wirtschaftsprogramm benannt, die sogenannten „Abenomics“. Die ersten beiden Pfeile sind der expansiven Geld- und Fiskalpolitik gewidmet. Am interessantesten ist der dritte Pfeil, auf den meist vergessen wird: den langfristigen Wachstumspfad der japanischen Wirtschaft durch strukturelle Reformen zu erhöhen.

Eine dieser Reformen besteht darin, den Anreiz für gute Unternehmensführung zu stärken. Denn, so die Grundannahme: gut geführte Unternehmen sollten schlechter geführte wirtschaftlich (und in Folge auch in der Kursperformance) outperformen. Zu diesem Zweck wurden quantitative und qualitative Filter mit dem Ziel definiert, die 400 besten japanischen Unternehmen unter den 1.000 mit der höchsten Kapitalisierung zu identifizieren. Diese 400 Unternehmen werden im JPX-Nikkei 400 zu einem Index gebündelt. Dieser Index dient als Vorlage für passive Investments, unter anderem des riesigen staatlichen Pensionsfonds. Die auf diese Weise erzeugte Nachfrage sollte dafür sorgen, dass die Idee (gute Unternehmensführung = gute Performance) aufgeht.

So weit so gut. Doch das Ergebnis war auf dem ersten Blick enttäuschend: Betrachtet man die Grafik (Performance des JPX-Nikkei 400 relativ zum TOPIX), scheint es so, als würde gute Unternehmensführung in einem konstanten Minderertrag münden. 

Was ist passiert? 

Durch den mechanischen Zugang beim Rebalancieren des Index (jährlich mit Ende des japanischen Geschäftsjahres am 31.3. kommen ca. 30 bis 40 Unternehmen in den Index hinein, während 30 bis 40 andere den Index verlassen müssen), ist schon vor dem Rebalancing klar, wer diese Unternehmen sein werden. Da der JPX-Nikkei 400 vor allem von passiven Investoren genutzt wird, müssen viele Investoren diese Veränderung nachvollziehen.

Infolge dessen ist klar, dass es bei einer Aufnahme einer Aktie in den Index am Tag X große Nachfrage gibt. Umgekehrt, wenn der Titel den Index verlässt, kommt ein großes Angebot einer Aktie auf den Markt. Das sind ideale Voraussetzungen für aktive Manager, die sich auf den Tag X vorbereiten. Sie kaufen die in den Index aufgenommenen Titel billig ein. Die aus dem Index fallenden Titel werden vorher leerverkauft und dann billiger zurückgekauft. Genau darauf deuten die von Gavekal Research gerechneten Performance-Analysen hin. Dieser Effekt ist so groß, dass er in Summe für die Underperformance des JPX-Nikkei 400 vs. dem Topix führt. 

Welche Schlüsse kann ich aus den Analysen von Gavekal Research ziehen?

  • Nach vielen Jahren Erfahrung am Kapitalmarkt bin ich tief vom „Gesetz der unbeabsichtigten Nebenwirkungen“ überzeugt: Jede noch so gut geplante und gemeinte Aktion erzeugt Anreize. Der Kapitalmarkt ist ein perfekter Mechanismus, diese Anreize auszunützen – ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt. In der Regel sind es vor allem unbeabsichtigte Nebenwirkungen, die einem Fondsmanager Jahre später das Leben schwer machen (z.B. während der Immobilien- oder Eurokrise).
  • Liest man Berichte über die Zukunft des Asset Management, scheint der unaufhaltsame Siegeszug der passiven Investments (passive Fonds bzw. ETFs) eine unumstößliche Tatsache zu sein. Aus meiner Sicht vergisst man hier nur allzu oft, dass ein Kapitalmarkt nur dann existieren kann, wenn es unterschiedliche Auffassungen zu einem Investment gibt. Ansonsten gibt es keine Käufer und(!) Verkäufer. Dazu kommt, dass passives Management unweigerlich auch unbeabsichtigte Anreize kreiert. Der oben beschriebene Zusammenhang ist nur ein Beispiel dafür. Und genau davon können aktive Manager leben.
  • Gute Unternehmensführung ist ein, wenn nicht DER Schnittpunkt aus nachhaltigem und traditionellem Fondsmanagement. Der dritte Pfeil von Abenomics hat nicht das Ziel Japan zu einem Vorreiter der Nachhaltigkeit zu machen, sondern das Potentialwachstum zu erhöhen. Aus meiner Sicht ist es schön, wenn die Bestätigung dafür, dass Nachhaltigkeit auch für die Performance Sinn machen kann, aus einer Ecke kommt, mit der man gar nicht rechnet.
  • Gavekal zeigt auch auf, wie schwierig es ist, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, etwa zur Frage, bringt oder kostet Nachhaltigkeit im Fondsmanagement etwas.
    • An der Oberfläche kommen die Daten zu einfachen Ergebnissen. Drei Jahre beinahe konstanter Underperformance „beweisen“ eindeutig: Nachhaltigkeit kostet.
    • Geht man aber tiefer, scheint eher das Gegenteil zu gelten: Nachhaltige Unternehmen scheinen besser zu performen. Allerdings bilden nachhaltige Indizes diesen Effekt nicht ab (einer der Gründe, warum wir sie nicht verwenden).
    • Geht man aber noch einen Schritt tiefer, scheint es nicht die Unternehmensführung zu sein, um die es wirklich geht, sondern das Angebot und die Nachfrage nach Aktien, die in einen bestimmten Index enthalten sind.

Genau das ist aus meiner Sicht auch die wirklich wichtige Information. Nachhaltigkeit ist ein rasant wachsendes Thema. Und je mehr Investoren (am besten passive) sich danach verhalten, desto klarer kommt heraus, dass (aktive) Manager damit guten Ertrag erzielen können.


Über den Autor
Gerold Permoser ist seit Anfang April 2013 Veranlagungschef (Chief Investment Officer) der Erste Asset Management. In dieser Funktion verantwortet er die gesamten Asset Management Aktivitäten und Anlagestrategien aller Investmentfonds der Erste Asset Management Gruppe in Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Vor seinem Eintritt im Unternehmen übte er diese Funktion bei Macquarie Investmentmanagement Austria KAG aus. Permoser verfügt über Erfahrung im Veranlagungsbereich seit 1997.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Anleger streben bei Edel- und Industriemetallen Gewinnmitnahmen an

Anleger nehmen bei Gold und Silber Gewinne mit, da jene Mehrmonatshochs erreicht haben. Während sich die US-Raffinerien von Hurrikan Harvey erholen, verzeichnen Rohöl-ETPs moderate Abflüsse. Nach dem diesjährigen zweistelligen Zuwachs wurden auch bei Industriemetallen Gewinne mitgenommen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Anleger verringerten ihre Long-Positionen in Gold- und Silber-ETPs (A0LP78, A0N62F). Wir verzeichneten bei unseren Gold- und Silber-ETPs in der letzten Woche Abflüsse in Höhe von 354,5 Mio. USD beziehungsweise 116,7 Mio. USD. Gleichwohl läuft der Goldpreis unterstützt von der Schwäche des US-Dollar und des Aktienmarkts auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten seitwärts. Da der Markt eine erneute Zinsanhebung der Fed nicht mehr erwartet, ist eine Aufwertung des US-Dollar auf kürzere Sicht unwahrscheinlich. Die Spannungen um Nordkorea und die Naturkatastrophen dürften den US-Dollar zusätzlich behindern. „Ferner gab Stanley Fischer, stellvertretender Vorsitzende der Fed, in der letzten Woche unerwartet bekannt, dass er sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen wird. Sein Rücktritt erhöht die Unsicherheit über die künftige Führung der Fed und die Gestaltung ihrer Geldpolitik. Darüber hinaus dürften den US-Dollar auch die laufenden Gespräche über die Anhebung der US-Schuldenobergrenze schwächen“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Wir verzeichneten bei Rohöl-ETPs (A1N49P)  Abflüsse in Höhe von 26,3 Mio. USD, da eine Zunahme der Lagerbestände erwartet wird. Die Rohölpreise stiegen in der letzten Woche um 2 Prozent an, da die US-Produktionsmengen nach der durch den tropischen Sturm Harvey bedingten vorübergehenden Stilllegung der Raffinerien wieder zunahmen. Der abwertende US-Dollar und auch die Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien über eine mögliche Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen gaben den Rohölpreisen Rückenwind. Am Wochenende erreichte Irma, ein Hurrikan der höchsten Kategrie, Florida und gefährdete die dortigen Förder- und Handelseinrichtungen für Rohöl und Erdgas. Die Bedrohung der Pipeline-Infrastruktur und Raffineriekapazitäten wird die Rohölpreise erneut schwächen und die Benzinpreise wie am letzten Freitag steigen lassen. „Wie aus dem wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums hervorging, stiegen die US-Öllagerbestände in der Woche zum 1. September schon infolge von Harvey stark an. Wahrscheinlich wird auch Irma dazu führen, dass die Rohölbestände steigen und die Benzinvorräte sinken“, so Hein.

Da die Preise der Industriemetalle ins Rutschen kamen, nahmen die Anleger Gewinne mit. Wir verzeichneten bei Industriemetall-ETPs in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 119,9 Mio. USD, als es im Zuge des fallenden US-Aktienmarkts zu einer moderaten Preiskorrektur kam. Der globale makroökonomische Ausblick wirkt sich zwar insgesamt stützend auf die Rohstoffnachfrage aus, doch leiden die Preise unter der Auflösung spekulativer Positionen, da sich die Anleger um Gewinnmitnahmen bemühen. „Bei Kupfer-ETPs (A0KRJU) kam es mit 65,5 Mio. USD zu den höchsten Abflüssen seit Oktober 2014, wobei allerdings zuvor aufgrund der in diesem Jahr starken Entwicklung von +18,4 Prozent zuvor 41,7 Mio. USD in Kupfer geflossen waren“, sagt Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 43,3 Mio. USD an. Mexikos Südküste wurde am letzten Freitag von einem massiven Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert, dem ein Tsunami folgte. Dies gefährdet Arabica-Kaffee aus der Region Mittelamerika, die immerhin für 20 Prozent der globalen Kaffeeproduktion verantwortlich ist. „Die Schäden könnten die anstehende Oktober-Ernte in Mexiko verzögern und die Kaffeepreise aufwärts treiben“, so abschließend Hein.

Jüngsten Konjunkturdaten waren in Summe erfreulich

Jörg Angelé, RBI Wien, zu den US-Rentenmärkten.

Die relevanten Konjunkturdaten der nächsten Tage stehen alle am Donnerstag und Freitag an. Aus Sicht der meisten Marktteilnehmer die wichtigste Veröffentlichung dürften die Verbraucherpreiszahlen (Do) für August sein. Nachdem der Preisauftrieb seit Februar spürbar nachgelassen hat – genauer gesagt stagnieren die Preise bereinigt um saisonale Effekte seither – deutet sich nun eine Wende an. Im August dürften die Verbraucherpreise ohne die Berücksichtigung von Energie- und Nahrungsmittelpreisen um 0,2 % gegenüber dem Vormonat gestiegen sein. Bei der Gesamtinflationsrate zeichnet sich sogar ein Plus von 0,4 % p.m. ab. Allein der – für einen August untypische – Anstieg der Kraftstoffpreise dürfte 0,15 Prozentpunkte zum Anstieg der Verbraucherpreise beigetragen haben. Die höheren Kraftstoffpreise sind Folge von Hurrikan Harvey. Der wahre Preisschock droht aber im September. Bis jetzt liegen die Kraftstoffpreise 10 % über dem Durchschnitt vom August. Selbst wenn sich hier im Verlaufe des Monats eine Normalisierung einstellt, werden die Preise im Monatsschnitt wohl mindestens um 8 % höher liegen als im August. Angesichts der beiden nächsten Wirbelstürme Irma und Jose, die auf die USA zuziehen, ist ein rascher Preisrückgang unwahrscheinlich. Da die Kraftstoffpreise im September normalerweise um 1 % bis 2 % p.m. sinken, wird nach erfolgter Saisonbereinigung ein Plus von etwa 10 % p.m. stehen. Dieser Effekt würde zu einem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,35 % p.m. führen. Die Vorjahresrate der Verbraucherpreise dürfte im August auf 1,9 % geklettert sein, im September rechnen wir mit 2,1 %.

Abseits der Inflationsdaten halten wir die Einzelhandelsdaten (Fr) für August für sehr wichtig. Nachdem der Umsatz im Juni und Juli kräftig zugelegt hatte, rechnen wir für August mit einem schwächeren Ergebnis. Den höheren Kraftstoffpreisen, die den Umsatz aufblähen, steht ein markanter Rückgang bei den Neuwagenverkäufen gegenüber. In den nächsten Monaten dürften die Einzelhandelsumsätze dann von den Wiederaufbauarbeiten in den von den Wirbelstürmen betroffenen Gebieten profitieren.

Mit den Zahlen zur Industrieproduktion steht nächsten Freitag ein weiterer „harter“ Konjunkturindikator an. Die vorliegenden Arbeitsmarktdaten für das Verarbeitende Gewerbe lassen hier auf ein deutliches Produktionsplus schließen. Trotz eines leicht rückläufigen Outputs bei Versorgern und im Bergbau dürfte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August um 0,3 % höher ausgefallen sein als im Juli. In Folge der Wirbelstürme dürfte die Produktion im September aber deutlich sinken.

Laut Insidern aus dem Weißen Haus hat Donald Trumps bisheriger Wunschkandidat für die Nachfolge von Fed-Präsidentin Yellen, Gary Cohn, wegen seiner kritischen Äußerungen zu Trumps Haltung zu den Ausschreitungen von Charlottesville wohl keine Chance mehr auf diesen Posten. Sollte sich Präsident Trump dazu entschließen, Frau Yellen nicht mit einer zweiten Amtszeit zu betrauen, kann er nach dem überraschenden Rücktritt von Fed-Vize Stanley Fischer fünf Positionen des Fed Boards neu besetzen. Sollte Lael Brainard wie kolportiert auch vor einem Rücktritt stehen, wären es sogar sechs der insgesamt sieben Posten.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notiert nur noch knapp über 2 %. Gründe für das niedrige Renditeniveau zu finden, fällt uns zugegebenermaßen etwas schwer. Es scheint beschlossene Sache zu sein, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 20. September ankündigt, ab Oktober mit der Reduktion des gigantischen Anleiheportfolios zu beginnen. Die jüngsten Konjunkturdaten waren in Summe erfreulich und auch die Aussichten sind positiv. Die Inflationsrate wird in den nächsten Monaten wohl wegen der Effekte der Wirbelstürme deutlich höher ausfallen als noch bis vor kurzem gedacht. Der Dollar hat seit seinem jüngsten Hoch handelsgewichtet rund 8 % an Wert verloren und macht damit Anlagen in US-Anleihen weniger interessant. Durch die Einigung auf eine Verlängerung der Aussetzung der Schuldenobergrenze sowie einen Übergangshaushalt bis Mitte Dezember hat sich die Wahrscheinlichkeit eines Government Shutdown zunächst erheblich reduziert. Nachdem die Rendite von US-Staatsanleihen dennoch nicht steigt, setzen wir unser Dezemberrenditeziel über alle Laufzeiten in Revision.

Wertentwicklung in Europa weiterhin sehr erfreulich

An den Aktienmärkten war in den Sommermonaten nur geringfügig mehr Bewegung als an den ruhigen Rentenmärkten. Zwar haben der US-Aktienmarkt und der globale Marktindex im August neue Höchststände erreicht, für Euro-Investoren sind diese globalen Aktienindizes aber trotz gutem Konjunkturumfeld wieder nahe der Null-Linie angelangt.

Die Aktienwelt besteht durch die Währungsentwicklung für Euro-Investoren weiter aus zwei Zonen: Europa und der Rest der Welt (insbesondere USA, Großbritannien, Japan).

Während sich die Performance im Rest der Welt bescheiden gestaltet, ist die Wertentwicklung in Europa weiterhin sehr erfreulich. Auch wenn die Dynamik seit Mai abnimmt. Das liegt teilweise an Kommentaren der Notenbanken, die das Aktienklima leicht getrübt haben, Hauptgrund ist jedoch auch hier (indirekt) der starke Euro.

Nach wie vor sehr gut hält sich der österreichische ATX, der im August wieder einen Jahreshöchststand erreicht hat. Zum historischen „all-time-high“ bleibt noch etwas Raum nach oben.

Solide Basis durch Gewinndynamik

Der US-Aktienmarkt, etwa am S&P500 Index gemessen, befindet sich nahe an seinem Jahreshöchststand und deutlich über dem 50-Wochen-Mittelwert. Angetrieben und unterstützt wird der Index von großkapitalisierten Wachstumswerten, während Value-Aktien ebenso wie kleinere Werte weniger gefragt sind.

Die Unternehmensgewinne bilden nach wie vor eine solide Basis für den Aktienmarkt, wenngleich das Gewinnwachstum im zweiten und voraussichtlich auch im dritten Quartal jeweils etwas schwächer ausfällt, als im jeweiligen Vorquartal. Die Risikoaversion, gemessen an der eingepreisten Volatilität, ist weiter sehr gering.

Europa: Der Blick auf die Gewinnrevisionen (siehe Grafik) zeigt trotz negativer Revisionen in den letzten Wochen in Summe ein positives Bild für 2017. Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr sind deutlich positiv und wurden seit Jahresbeginn spürbar angehoben. Die konjunkturelle Erholung der letzten Quartale spiegelt sich damit auch in einer besseren Gewinndynamik bei den Unternehmen wider.

Die vollständige September 2017 Ausgabe von märkte | unteruns finden Sie links als PDF.

Europäische Aktien: Ein positiver Kreislauf

Für Aktienanleger ist Europa dank der robusten wirtschaftlichen Erholung und der verbesserten Aussichten für die Unternehmen die attraktivste unter den wichtigen Regionen, zeigt Tomás Pintó, Co-Head of European Equities bei Pictet Asset Management.

In Europa scheint sich die fundamentale Situation auf Makro- und auf Unternehmensebene zu verbessern. Worin sehen Sie die erfreulichste Entwicklung? 

TP: In Europa gibt es gleich mehrere Gründe für Optimismus.

Zunächst einmal werden europäische Unternehmen weltweit konkurrenzfähiger. Dank Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen können sie ihren Anteil an den globalen Exporten erhöhen.

Ein zweiter positiver Faktor ist die geringe Lohninflation. Die Beschäftigungsquoten steigen in Europa zwar an, bleiben aber hinter denen anderer Regionen zurück. Daher sind die Überkapazitäten am europäischen Arbeitsmarkt größer, und es dauert länger, bis Lohndruck die Kosten in die Höhe treibt. Dies verschafft europäischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern aus den USA, Japan und den Schwellenländern.

Hinzu kommen die Verbesserungen im europäischen Finanzsektor. Viele europäische Banken sind so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht mehr, und sie übererfüllen die Anforderungen der Regulierungsbehörden im Hinblick auf Kapitalunterlegung und Verschuldungsquoten. Die jüngste Rettung zweier italienischer und einer spanischen Bank wurde von den Anlegern als abschließende Bereinigung nach immer wieder neuen Krisen gewertet. Noch vor zwei Jahren hätte dieser Vorgang Panik an den Aktienmärkten ausgelöst.

Insgesamt verbessern sich die Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Konsumenten erstmals seit vielen Jahren. Unserer Einschätzung nach wird dies zu einer starken Belebung der Investitions- sowie der Fusions- und Übernahmetätigkeit führen, da die europäischen Unternehmen die erwirtschafteten überschüssigen Barmittel nutzen möchten – ein weiterer positiver Impuls für die Aktien der Region. 

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass die europäischen Firmen mittlerweile nur noch durch Investitionen und Übernahmen wachsen können, nachdem die Kapazitätsauslastung bei 80% einen Wendepunkt erreicht hat. Dementsprechend ist der Wert der Fusions- und Übernahmetransaktionen in Europa im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 135 Prozent gestiegen. Ausländische Unternehmen erkennen zunehmend den relativen Wert europäischer Beteiligungen. So entfielen fast zwei Drittel (d.h. 550 Mrd. EUR) des Wertes der jüngsten Fusionen und Übernahmen auf Käufer außerhalb Europas.1 

Insgesamt sorgt all dies für einen Puffer, der es der Wirtschaft ermöglicht, mit einer etwaigen Reduzierung der geldpolitischen Anreize seitens der Europäischen Zentralbank fertig zu werden.

VERFÜGBARE BARMITTEL
Freie Cashflow-Rendite (%) des MSCI Europe ex-financials

Quelle: MSCI, FactSet Fundamentals, Morgan Stanley Research, per 31.03.2017

Wie beurteilen Sie den Gewinnausblick bei europäischen Unternehmen? 

TP: Erstmals seit sieben Jahren haben Analysten ihre ursprünglichen Prognosen für Unternehmensgewinne in Europa nach oben angepasst. Der Konsens rechnet für 2017 nunmehr mit einem Wachstum von 15 Prozent. Wir erkennen Spielraum für weitere Verbesserungen, da sich die Gewinne noch immer unterhalb ihres langfristigen Trends bewegen.

Das bleibt den Anlegern nicht verborgen. Mittlerweile engagieren sich auch jene Anleger bei europäischen Aktien, die die Region lange Zeit untergewichtet hatten. In diesem Jahr haben Investmentfonds und börsennotierte Fonds (Exchange-Traded Funds, ETF) bislang mindestens 30 Mrd. EUR in europäische Aktien investiert, nachdem 2016 Mittelabflüsse von 100 Mrd. EUR verzeichnet wurden.2

Wie können Aktienanleger das verbesserte Investitionsklima in Europa am besten nutzen?

TP: Oberflächlich betrachtet, bieten sich an den europäischen Aktienmärkten zahlreiche Anlagegelegenheiten. Aber es gibt Unterschiede. Anleger sollten in guten Zeiten genauso kritisch sein wie in schlechten. 

Wir engagieren uns ausschließlich in Unternehmen, die unseres Erachtens in der Lage sind, starke Cashflows zu erwirtschaften und diese mit hohen Renditen wieder neu zu investieren.  

„Dieser Ansatz erfordert Überzeugung, Geduld und Disziplin.“

Wir möchten nur an solchen Unternehmen beteiligt sein, die ihre Kapitalrendite konstant halten oder verbessern können. Um dies beurteilen zu können, blicken wir nicht zurück, sondern nach vorne, wobei wir beispielsweise unser eigenes Prognosemodell für die freien Cashflows der Unternehmen einsetzen. Ein wesentliches Element unseres Anlageansatzes ist die Überzeugung, dass die genannten Ziele mit dem Geschäftsmodell auf Dauer erreicht werden und das Unternehmen seine Barerträge künftig steigern kann. Allen von uns ausgewählten Unternehmen trauen wir für die Zukunft starke Cashflows zu, die der Markt aktuell nicht angemessen einpreist. 

Neben der Fähigkeit, Cashflows und hohe Erträge zu erwirtschaften, erwarten wir von den Unternehmen auch Wertsteigerungspotenzial. Wir kaufen daher Aktien, die einen Abschlag auf eine konservative Schätzung ihres inneren Wertes aufweisen, wodurch wir etwaiges Abwärtspotenzial bei unseren Anlagen begrenzen. Um das Wertsteigerungspotenzial einer Aktie einschätzen zu können, setzen wir daher, anders als viele unserer Mitbewerber, ein absolutes Kursziel und keinen relativen Referenzpunkt.

Dieser Ansatz erfordert Überzeugung, Geduld und Disziplin.

Im Übrigen stellen wir unser Portfolio schrittweise zusammen, wobei wir bei unseren Entscheidungen von unserem eigenen Research und nicht von einem Referenzindex ausgehen. Wir halten demnach über das gesamte Spektrum der Marktkapitalisierungen hinweg Ausschau nach Gelegenheiten. Bis zu 20 Prozent des Portfolios können auf Aktien von Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter 2,5 Mrd. EUR entfallen.

Innerhalb des europäischen Aktienuniversums decken wir mindestens 2000 Werte ab. Bei der Zusammenstellung unserer Portfolios unterliegen wir keinen Benchmark-Beschränkungen, und wir engagieren uns ausschließlich in Unternehmen, von denen wir am stärksten überzeugt sind. Das Ergebnis ist ein konzentriertes Portfolio mit etwa 40 Positionen.

Der aktive Anteil des Portfolios liegt deutlich über 80 Prozent, und unser geringer Portfolioumschlag von rund 30 Prozent ist ein weiterer Beleg dafür, wie stark wir von unseren Anlagen überzeugt sind. 

Auf diesem Weg möchten wir ein Portfolio zusammenstellen, das auf lange Sicht stabile Erträge erzielen und seine Konkurrenzprodukte übertreffen kann.


Quellen:
1) Bloomberg per 30.6.2017. Ohne zurückgezogene und abgeschlossene Transaktionen
2) EPFR per 9.8.2017

Über den Autor
Tomás Pintó kam 2014 zu Pictet Asset Management und hat innerhalb des Developed Equities Teams die Position des Co-Head of European Equities inne. 
Vor seinem Wechsel zu Pictet war er für Verrazzano Capital in Paris als Gründungspartner und Senior Investment Officer tätig. Davor arbeitete er fünf Jahre bei Henderson Global Investors, zuletzt als Portfoliomanager. Zu Henderson kam Tomás Pintó durch die Übernahme von Gartmore Investment Management, wo er eine ähnliche Position bekleidet hatte. Dem vorangegangen waren fünf Jahre als Research-Analyst bei Kepler Capital Markets. Begonnen hatte er seine Laufbahn als Prüfer und Berater bei Arthur Andersen in Madrid (1999). 
Er besitzt einen Abschluss der Universität Carlos III (Madrid) im Bereich Management und Betriebswirtschaft.

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

How frightening is quantitative tightening?

Robin McDonald, Fund Manager at Schroders, and Marcus Brookes, Head of Multi-Manager at Schroders, examine some of the potential consequences for markets when the Fed removes the punchbowl of QE. Will it be as boring a process as Janet Yellen hopes?

A high level of uncertainty surrounds the Federal Reserve’s (Fed) reversal of quantitative easing (QE), otherwise known as balance sheet normalisation or quantitative tightening (QT).

In a similar way, uncertainty surrounded QE’s introduction in 2008. While investors quickly grasped that it was bullish for asset prices (and have seldom looked back since), they also thought it would be highly inflationary for the real economy. This has not been the case. 

Understandably, Fed officials are playing down the significance of shrinking its balance sheet.  Only last week, Fed President Williams remarked “we’re trying to make it boring”. In June, Janet Yellen said she hoped the process would be akin to watching paint dry. Here, we’ll attempt to evaluate whether that is the most likely scenario.

Extreme monetary loosening

“The US government has a technology called a printing press (or today its electronic equivalent), that allows it to produce as many US dollars as it wishes at no cost, ” Ben Bernanke, November 2002

Between 2009 and 2014, the US Federal Reserve created $3.5 trillion during three phases of QE. It used that money to buy $3.5 trillion dollars worth of financial assets – principally government bonds and mortgage backed securities issued by the government-sponsored entities Fannie Mae and Freddie Mac. 

Now, a quick exercise to provide context to that number. Let’s say a shopper is tasked with spending $20 per second and has to do so 24 hours per day until penniless. For example, a shopper beginning with $100 could shop for a mere five seconds; a shopper beginning with $1,000 could shop for 50 seconds, and so on. For some, this might sound like nirvana (much like the above quote).  But imagine having to do it for 578 days straight!  Even worse, imagine then finding out that having only spent $1 billion, you’re not even 1% done… not even 0.1% done in fact! 

If that doesn’t make you pause for thought, understand that in order for you to spend what the Fed has printed and spent through its quantitative easing programme at a rate of $20 per second, it would take you the grand total of 5,547 years, give or take.  So if you started in around the year 3530 BC, you’d be just about done. Phew! 

The point is that $3.5 trillion is a pretty large amount of money. One which you would expect if spent over a six-year period would distort the price of anything, bond markets included.

Before looking at how the Fed plans to unwind its balance sheet, let’s reflect on what QE has helped facilitate for the real economy, at least in the short-term. Note that throughout the following paragraphs we’ll be using the following terms interchangeably: bond yields, market interest rates and cost of credit – they’re all essentially one and the same: 

  1. First things first; the initial rounds of QE injected money into the economy at a time when the banking sector was deleveraging. An important lesson from the Great Depression was to not allow broad money growth to turn negative. QE helped to avoid that. It has subsequently been used as a tool to realise other objectives…
  2. By lowering market interest rates, QE has permitted the government to run budget deficits more cheaply than would otherwise have been the case. Indeed, as any profits earned by the Fed on its bond holdings are remitted back to the Treasury department, these deficits have effectively been part-funded free of interest. In case that sounds inconsequential, last year alone the Fed returned $92 billion of ‘profit’ to the government, reducing the budget deficit by 14%. Between 2009 and 2016, the total amount remitted has been $676 billion. To the extent that this has enabled the government to run larger deficits than would otherwise have been the case, it has incrementally helped stimulate the economy.
  3. Lowering market interest rates has also stimulated the economy by making private sector credit more affordable. For the household sector, this has helped sustain consumption growth in spite of stagnating wages. Indirectly, it has also created a positive wealth effect for consumers by pushing up the prices of stock, bonds and real estate. Household net worth currently stands at an all-time high of approximately $90 trillion – some 60% higher than its low of 2009.
  4. Judging the consequences for the economy of reducing the cost of credit to the corporate sector is more complicated. In the short term it can be argued that it has been beneficial for both profits and P/E multiples, therefore contributing to the positive wealth effect described above. On the other hand it can also be argued that it has encouraged financial engineering over capital investment; reducing future productivity growth, as well as impeding the process of creative destruction by allowing weak companies to stay alive - leading to a decline in the longer-term structural growth rate of the economy.

A critical point to note, however, is that governments, households and the corporate sector are all more leveraged today than they were pre-crisis, making the system potentially very sensitive to higher interest rates and thus more fragile. 

For now though, we think most would argue that the benefits of QE have outweighed the potential costs and risks. It remains to be seen whether this will remain the case as the programme is unwound.

Extreme monetary tightening?

“I have absolutely no doubt that when the time comes to reduce the size of the balance sheet we’ll find that a whole lot easier than we did when expanding it,” Sir Mervyn King, February 2012

At present, when the bonds owned by the Fed mature, it simply reinvests the proceeds into new bonds, thus keeping the size of its balance sheet stable while having very little impact on the market. However, when quantitative tightening begins, the Fed will start tapering these reinvestments, allowing its balance sheet to gradually shrink.

Over time, the plan is to reinvest less and less - as per the schedule reproduced in the table at the foot of the article - until such a time as it considers its balance sheet ‘normalised’. 

Incidentally, the Fed has not communicated what it considers its normalised balance sheet size to be. We’re not surprised by the desire to be vague here, as a lot will depend on how the economy and financial markets behave. What we assume though is that the Fed will not seek to unwind the full $3.5 trillion, as the balance sheet has always grown naturally over time, reflecting a steady increase of currency floating around the economy. 

It is currently expected that QT will begin in October, at the start of the US government’s 2018 fiscal year. Richard Koo at Nomura estimates that, assuming currency in circulation continues to expand in line with its recent trend, the programme will  continue until June 2021 (all being well), contracting the balance sheet by approximately $2 trillion.

So, the obvious question at this point is: if QE pushed interest rates lower and asset prices higher, why would the opposite not unfold under QT?...and there is the $3.5 trillion question! 

We expect the Fed will have three basic objectives when it comes to unwinding its balance sheet:

  1. Don’t crash the bond market
  2. Don’t crash the stockmarket
  3. Don’t crash the economy

If the risk of any of these becomes uncomfortably high (most likely brought about by bond yields jumping), the Fed has already hinted that it could either resume reinvestments to stabilise its balance sheet, cut short-term interest rates, or in extremis re-expand the balance sheet through further asset purchases (QE4). 

For those of a bullish disposition who interpret that as an effective ‘put’ and a green light to buy bonds at microscopic real yields and/or equities at record high prices, what follows is a closer look at the challenges of unwinding the programme.

Objective no.1: Don’t crash the bond market

As mentioned above, keeping bond yields from moving sharply higher is critical to the success of QT.

In theory, through passively unwinding its balance sheet by just allowing the bonds it owns to mature, the Fed circumnavigates the fear of what might happen to yields if it was to ever try and sell such a large amount of bonds directly.

In practice however, there is next to no difference. The Treasury, for instance, doesn’t actually have the money available to repay the Fed for its maturing bonds. As such, it will need to issue new debt in the form of ‘refunding bonds’ to the private sector in order to repay the Fed. This will have exactly the same economic effect as if the Fed had sold the bonds directly. 

The proceeds from these refunding bonds will then be transferred from the treasury to the Fed, who will retire it, removing it permanently from the bond market and simultaneously shrinking its balance sheet.

Referring again to the Fed’s schedule in the appendix, you will see that the numbers we are talking about here are hardly trivial.  Assuming the programme gets underway in October, the Fed stands to retire $300bn in FY2018 and $600bn in FY2019.  For reference, $600 billion is roughly equivalent to the federal budget deficit last year.  According to the US Office of Management & Budget, the deficit is projected to average $519 billion per year between 2017 and 2021.  This is before making any allowance for President Trump’s plans for both tax cuts and increased spending, so the numbers could be significantly higher.

Collectively, this equates to a massive amount of new supply – $2 trillion or higher in the next two years. This is the equivalent of literally doubling the size of the budget deficit out to 2021. While we have little doubt that these bonds will be bought, the question is at what price, or more specifically, what yield? The levels of compensation bond investors currently receive across the risk spectrum range from negligible in real terms (government bonds) to among the lowest in history (high yield). To an extent, this is a consequence of the artificial suppression of yields elicited by central banks through QE. 

With a significant increase in supply hitting the market in coming years and the largest uneconomic buyer exiting stage left, pressure should build for yields to move higher.

There is an additional risk facing the market for corporate bonds. While their yields would most likely move higher in sympathy with those of government debt, corporate securities are also vulnerable to a re-widening of credit spreads that have been crushed as a result of the global reach for yield. That corporate bonds have been sold to many low-risk investors seeking to offset the negative real returns from cash should be of great concern here.

Objective no.2: Don’t crash the stockmarket 

The equivalent outcome for the equity market – effectively an increase in risk premia – would manifest itself in a falling P/E multiple. Generally speaking, the US stockmarket today is richly priced on pretty much every meaningful measure one cares to analyse.  In practice this means that:

  1. Future returns for the balance of this cycle will likely be dismal, particularly on a risk-adjusted basis - regrettably just at the point where past returns appear most impressive, inspiring a wave of passive investment
  2. Stocks are rather vulnerable to a negative shift in fundamentals and/or a bearish swing in investor sentiment

Although this has been the case for some time now, it has been overcome by the liquidity support central bankers have provided by remaining spectacularly dovish nine years into this recovery. Investors have been conditioned to buy every dip. We would merely ask for how long that will remain the correct response going forward as liquidity is withdrawn. An additional consequence of QE has been the collapse in volatility to historically very depressed levels. We think it’s complacent to expect it to remain so low.

Objective no.3: Don’t crash the economy

Boiling it down for the economy, the crucial question for the US (and globally) is what happens to the cost of credit. As mentioned above, governments, households and the corporate sector are all more leveraged today that they were when the world began falling to bits a decade ago as a result of too much debt. 

Gary Cohn, who is currently President Trump’s chief economic adviser and a frontrunner to replace Janet Yellen as chair of the Fed next year, recently said “If we woke up tomorrow and every central bank in the world raised their interest rates by 300 basis points, the world would be a better place.” In many ways, we think that’s right.  Sadly, in practice there’s just too much debt in the world to allow it to happen.

We’ve written previously about how the economy has changed from decades past, but essentially since interest rates peaked and began falling in the early 80s, credit has replaced savings as the driver of economic growth. When credit growth was strong, economic growth was strong. When credit growth was weak, as has been the case this cycle, economic growth has been weak. 

All else being equal, we think it’s reasonable to assume that if interest rates move higher as a result of QT, private sector credit growth, which is already slowing, will slow further. This may be compounded by a negative wealth effect if asset prices move lower too.

All of which places even more emphasis on resolving the absolute disarray in Washington. Suffice to say that the combination of a gridlocked government and a sluggish consumer is not great for the overall economy.

For all of these vulnerabilities, it is easy to see why many believe the Fed won’t make much progress with unwinding QE. The economy and the markets simply won’t permit it.

Concluding thoughts

We began this note by highlighting that there was a lot of uncertainty surrounding QT. What we have tried to do is draw attention to some of the realities of what the Fed is trying to do.

Unwinding a significant proportion of its gigantic balance sheet without disturbing the economy or markets, quite frankly, looks challenging. It’s never had to be done before. Moreover, there are a number of questions that remain unanswered.  Here are six:

  1. What is the Fed’s tolerance for rising bond yields?
  2. How will they respond if the S&P falls 20%?
  3. How tapped out is the consumer, and what is their sensitivity to higher interest rates?
  4. If credit spreads rise, will companies continue to issue debt to buy back shares?
  5. If all goes well, how long will it be before other central banks begin reversing their unconventional policies?
  6. What policies will President Trump put in place? Will they be inflationary? Will they push up interest rates? 

Now, does all of this uncertainty mean you shouldn’t invest? No. Does it suggest you ought to be investing conservatively? In our view, yes. Does it mean that you should ensure your portfolio and risk tolerance are properly aligned?  Absolutely!

According to FactSet, over the past five years, trailing earnings per share for the S&P 500 have risen by 12% in total – roughly in line with the rate of inflation. Over the same five years, the S&P index has risen by about 72%. Put simply, quantitative easing has inflated asset prices. In hindsight, you’d have hoped its unwind would be taking place at a time when the economic cycle was less mature than it appears today. But we are where we are.

To the extent that watching paint dry really is rather boring, we’re going to have to disagree with Janet Yellen on this one. We expect the next few years to be rather more interesting.


This article has first been published on schroders.com.

Multi-Asset-Strategien der nächsten Generation lösen klassische Allokation ab

Für ein ausgewogenes, diversifiziertes Portfolio ist die richtige Zusammensetzung aus Aktien und Anleihen entscheidend. Viele Anleger wenden dabei das sogenannte 60/40-Modell an: Eine Gewichtung, bei der 60 Prozent in Aktien und 40 Prozent in Anleihen investiert wird. „Obwohl sich dieser Standardansatz für die Asset-Allokation nicht als Patentrezept für jede Marktsituation eignet, hat er den Anlegern bisher gute Dienste erwiesen“, sagt Larry Hatheway, Chefökonom und Head of Investment Solutions bei GAM. „Aber es ist an der Zeit, dieses Konzept zu überdenken, denn die 60/40-Regel erfüllt ihren Zweck im heutigen Marktumfeld nicht mehr.“

Der traditionelle Ansatz gehe davon aus, dass Aktien und Anleihen nur schwach korrelierten. In den letzten 40 Jahren sei dies jedoch überwiegend nicht der Fall gewesen. So zeigten seit Beginn der 1980er Jahre sowohl die Aktien- als auch die Anleihekurse einen grundlegenden Aufwärtstrend. „Das Ergebnis dieser Entwicklung kam dem 60/40-Ansatz dennoch zugute“, sagt Hatheway. „Die mangelnde Diversifikation wurde durch die soliden Kursgewinne kompensiert.“ So hätten zum Beispiel nach der Finanzkrise Aktien und Anleihen kräftig zugelegt, da die extrem niedrigen Bewertungen und der Wiederanstieg der Rentabilität die Aktienrenditen beflügelten, während die Geldpolitik der Zentralbanken die Gewinne der Anleiheanlagen steigen ließ. 

Beunruhigendes Marktumfeld für klassische Portfolios

„An den Wendepunkten des Konjunkturzyklus sinkt die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen jedoch in der Regel in den negativen Bereich“, sagt Hatheway. „In frühen Erholungsphasen nach einer Rezession oder in Volkswirtschaften, die eine Deflation überwinden, erzielen Aktien Kursgewinne, während die Anleiheerträge nachgeben. Auch vor einer drohenden Rezession treten negative Korrelationen auf, da Staatsanleihen dann Gewinne verbuchen, während die Aktienkurse sinken.“ Die 60/40-Regel biete für negative Korrelationen zwar mit der taktischen Asset-Allokation eine Lösung. Diese soll die Wendepunkte von Zyklen antizipieren. Bei richtiger Handhabung sei es mit einem flexiblen 60/40-Ansatz auch möglich, durch das Auf und Ab des Konjunkturzyklus zu navigieren. „Dieser Ansatz funktioniert aber nicht immer, selbst wenn ein kompetenter Taktiker am Ruder steht. Das aktuelle Marktumfeld ist im Hinblick auf die 60/40-Regel besonders beunruhigend.“

Die größte makroökonomische Herausforderung sei aktuell ein unerwarteter Anstieg der Inflation. „Steigende Inflationsraten lösen Verkaufswellen am Anleihenmarkt aus und führen aufgrund der wachsenden Unsicherheit zu höheren Risikoprämien bei Aktien. Folglich geben die Aktienkurse nach“, sagt Hatheway. „Da Aktien und Anleihen dann gleichermaßen unter Druck stehen, wird es selbst einem begabten 60/40-Taktiker nicht gelingen, die unentbehrliche Diversifikation zu erreichen.“ 

Die anhaltend niedrige Inflation habe es den Zentralbanken ermöglicht, relativ lange an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten. Dies habe zu einer extremen Überbewertung von Anleihen geführt. In Verbindung mit einem stetigen Wirtschaftswachstum und hohen Unternehmensgewinnen habe die Flut an billigem Geld auch die Bewertungen der meisten Aktien über ihren langfristigen Durchschnitt steigen lassen. „Um es auf den Punkt zu bringen: Das klassische 60/40-Portfolio wird derzeit aus zwei Gründen infrage gestellt“, sagt Hatheway. „Erstens wird dieser Ansatz scheitern, wenn die Inflation an Fahrt gewinnt. Zweitens besteht ein solches Portfolios aus überbewerteten Vermögenswerten, die somit nur mäßige zukünftige Renditen erwarten lassen. Ein 60/40-Portfolio bietet derzeit eine Mischung aus Instrumenten mit niedrigen Renditen und hohen Risiken – also genau das Gegenteil seiner angestrebten Eigenschaften.“

Target-Return-Strategien als attraktive Alternative

Es gebe jedoch bessere Alternativen. „Die Idee, durch die Kombination schwach korrelierter Renditen Diversifikationseffekte zu erzielen, ist nach wie vor richtig.“ Die 60/40-Regel weise den entscheidenden Mangel auf, dass sie übermäßig stark von nur zwei Renditequellen abhänge – das reiche im heutigen Umfeld nicht mehr aus. Multi-Asset-Lösungen der nächsten Generation hingegen, insbesondere Target-Return-Strategien, böten Portfolios mit verschiedenen unabhängigen Renditequellen. „Ein Target-Return-Portfolio besteht in der Regel aus 20 bis 30 Marktpositionen, in der richtigen Kombination haben diese mit großer Wahrscheinlichkeit eine höhere Portfoliodiversifikation als der 60/40-Ansatz.“ Zudem könne jede Position in einem Target-Return-Portfolio anhand ihrer Korrelation mit verschiedenen Faktorrenditen bewertet werden. Diese Faktorpositionen ließen sich dann über das gesamte Portfolio aggregieren und ermöglichten dem Portfoliomanager dadurch eine fundierte Entscheidung über die Art und den Umfang der gewünschten Faktorrisiken für das Gesamtportfolio. 

„Target-Return-Engagements können als Short-, Long- oder marktneutrale Positionen konzipiert sein und bieten im Vergleich zu einem 60/40-Portfolio zusätzliche Renditequellen – und somit mögliche Diversifikationseffekte“, sagt Hatheway. Die Größe der Einzelpositionen werde anhand ihrer Volatilität und ihrer Korrelation zu anderen Positionen festgelegt. Das Ergebnis sei ein Portfolio, in dem jede Position den gleichen Beitrag zur Gesamtperformance leiste. „Sicherlich erfordert die Verwaltung eines Target-Return-Portfolios besondere Fähigkeiten, um Anlagechancen in allen Segmenten der Kapitalmärkte auszumachen. Wichtig ist zudem ein entsprechendes Know-how im Hinblick auf die Portfoliokonstruktion, die Risikokalibrierung und das Positionsmanagement.“ Dieser Ansatz erfordere Teamarbeit und die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen optimal zu nutzen.

„In einer Welt, in der ein 60/40-Modell nur mäßige potenzielle Renditen bei gleichzeitig hohen Risiken verspricht, sind alternative Ansätze gefragt. Diese Alternativen müssen den ursprünglichen Grundprinzipien dieses Modells besser gerecht werden und eher dafür geeignet sein, den Anlegern ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Das Target-Return-Konzept ist ein solcher Ansatz“, schließt Hatheway.

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

US Schuldenobergrenze hält die Finanzmärkte auf Trab

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Die Trump-Regierung in Washington dürfte in den nächsten Wochen die Finanzmärkte auf Trab halten. Wieder einmal geht es um die Staatsschulden, die bald an das gesetzliche Limit stoßen werden.

Die USA haben sich vor Jahren selbst eine Schuldenobergrenze auferlegt (derzeit 19,9 Billionen US-Dollar). Bis zu dieser Grenze kann die Bundesregierung eigenständig entscheiden, wann sie Kredite zur Finanzierung von Ausgaben innerhalb der jährlichen Haushaltsgesetze aufnimmt. An und für sich kein Problem, denn in der Vergangenheit wurde die Schuldenobergrenze, wenn sie erreicht wurde, üblicherweise angehoben, damit die USA ihre Rechnungen bezahlen können.

Ausgabensperre: Kein Geld für Staatsdiener

Im Jahr 2013 lagen sich die Demokraten mit dem damaligen Präsidenten Obama und die Republikaner aber deswegen ordentlich in den Haaren. Und es kam zu einem Zahlungsmoratorium, das mehrere Tage dauerte (Government Shutdown). Dh es wurden nur die nötigsten Ausgaben getätigt, Museen blieben geschlossen, etliche Staatsdiener mussten auf ihre Löhne warten, ca. 800.000 wurden auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Dienstleistungen „nicht essentieller“ Organisationen/Institutionen mit Staatsfinanzierung wurden zurückgefahren oder sogar eingestellt. Davon betroffen waren ZB bestimmte Gesundheitseinrichtungen oder auch Finanzämter.

Wann genau den USA das Geld ausgehen könnte, kann nur ungefähr erahnt werden. Aber ohne Deal zwischen den beteiligten Akteuren könnte es zwischen Ende-September und Mitte Oktober so weit sein. Jedenfalls endet am 5. September die Sommerpause des Kongresses und dann dürfte die heiße Phase der Verhandlungen beginnen. Allzu viel Zeit für eine Einigung bleibt aber nicht.

Unsicherheit an den Anleihen-Märkten

Die Unsicherheit führte bereits dazu, dass kurzlaufende US-Schatzscheine mit Fälligkeit im Oktober Federn lassen mussten im Vergleich zu jenen, deren Rückzahlung im November fällig werden. Die Oktober-Fälligkeiten verzeichneten einen Anstieg der Rendite auf ca. 1,04%, den höchsten Satz seit 2008.

Erinnerungen an das Jahr 2013 werden wach. Was ist damals passiert?

10-jährige Staatsanleihen:
Nach einem Hoch bei ca. 3% am 5.9.13 fällt die Rendite um ca. 50 Basispunkte (100 Basispunkte = 1 Prozent) in der Zeit des Government Shut Down (30.9.-16.10.2013). Es dauert bis Ende Dezember 2013, bis sie wieder bei 3% steht.

Aktien:
Zwischen 18.9. und 8.10.2013 fällt der Standard&Poors-Index um ca. 75 Zähler (ca. – 4,3%), erholt sich aber schneller und konnte die Verluste bereits um den 17.10.2013 wieder wett machen.

US-Dollar:
Zwischen 5.9. und 22.10.2013 (= Startpunkt Erholung) verlor der Bloomberg USD Spot Index ca. 3,8%.

US O/N Repo-Rate:
Anstieg von ca. 0,05% auf 0,23% (zwischen Anfang September und Mitte Oktober 2013.

Noch keine Einigung

Die Republikanische Parteiführer befürworten die Verabschiedung einer “Clean Debt Ceiling Bill”, also OHNE Ausgaben- und Schuldenreformen als Vorbedingung.

Obwohl sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat republikanische Mehrheiten bestehen, werden die Republikaner für ihren Plan die Stimmen der Demokraten benötigen. Der Grund ist naheliegend: Etliche Republikaner haben die Nase voll und wollen die Linie der Parteiführung, die Schulden abermals netto zu erhöhen, nicht mittragen und verknüpfen ihre mögliche Zustimmung aber mit einer Forderung nach einer Steuerreform. Schließlich hat manchen dies schon während der Obama Administration nicht gefallen. Die Demokraten scheinen eher zu einer bedingungslosen Erhöhung der Schuldenobergrenze zu neigen.

Um die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko sicherzustellen, möchte sie Präsident Trump mit der Schuldenobergrenzen-Diskussion legistisch verknüpfen. Anderenfalls droht er mit einem Veto, welches zu einem Shutdown, also einer Ausgabensperre, führen würde.

Harvey machts möglich: kurzfristige Anhebung des Limits als Lösung?

Wie es in schwierigen Phasen oft der Fall, kommt es anders als angenommen. Der fürchterliche Wirbelsturm Harvey, der durchs Land gezogen ist und in Texas zu historischen Überschwemmungen und Verwüstungen geführt hat, lässt die Streitparteien möglicherweise enger aneinander rücken. Eine teilweise Stilllegung der Staatsleistungen, noch dazu, wenn es um die dringliche Auszahlung von Hilfsgeldern für die Opfer der Sturmkatastrophe geht, will niemand politisch in Kauf nehmen. Es kann daher durchaus sein, dass das Schuldenlimit rascher als befürchtet zunächst bis Ende 2017 erhöht wird, um dem Kongress und Trump mehr Zeit zum Verhandeln einer nachhaltigeren Lösung zu geben.

Komplett Ausfall unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen

Ein Zahlungsausfall (Default) ist unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Falls es dennoch zu einem Default kommt, gilt es zu beurteilen, ob er nur eine temporäre Störung (wie 2013) sein wird oder ob eine nachhaltige, kritische Disfunktion in der Regierbarkeit des Staats gegeben ist. In einem solchen Fall dürfte es zu einer erheblichen Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Zinskosten kommen mit wahrscheinlich rezessiven Auswirkungen und einer Herabstufung des US Staatsrisiko-Ratings. Standard & Poors schätzt, dass ein „Government Shut-Down“ Kosten in Höhe von mindestens U 6,5 Milliarden US-Dollar pro Woche verursachen würde, bei einer Wachstumsabschwächung von 0,2% im 4. Quartal 2017. Das wären höhere Reibungsverluste als 2008 die Lehman Krise verursachte.


 

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Gute Chancen, dass sich noch günstigere Einstiegszeitpunkte ergeben werden

Judith Galter, Finanzanalystin der RBI Wien, zu den etablierten Aktienmärkten.

Die erneute Zuspitzung des USA-Nordkorea-Konfliktes sorgte für eine zwischenzeitliche Risk-off Phase an den internationalen Finanzmärkten. Der Goldpreis verzeichnete Anstiege, während die etablierten Aktienmärkte wieder kurzfristig einen Rücksetzer hinnehmen mussten. Japanische Aktien zeigten sich besonders belastet, da Nordkorea die Raketen über die japanische Insel Hokkaido hinweg abfeuerte. Eine militärische Intervention seitens der USA bzw. ein Präventivschlag scheint uns allerdings weiterhin unwahrscheinlich. Die Machthaber beider Länder sind zwar wenig berechenbar, das Risiko, dass ein amerikanischer Militärschlag mit massiver Zerstörung in Südkorea verbunden ist, dürfte aber doch zu hoch sein – selbst für den aktuellen US-Präsidenten oder wenigstens sein Regierungsteam. Die Beendigung der gemeinsamen jährlichen Militärübung von USA und Südkorea könnte dazu beitragen, dass die Situation zumindest nicht weiter eskaliert. Der negative Einfluss auf die Aktienmärkte sollte daher von kurzer Dauer sein, was sich auch an der schnellen Erholung der Indizes an Tagen ohne Trump Twitter Meldungen zeigt.

Europäische Titel unterlagen aufgrund der Euro-Aufwertungsbewegung gegenüber dem USD in Folge von Draghis Rede in Jackson Hole zusätzlichem Abgabedruck. Grund war, dass der EZB-Chef keine Sorgen über die starke Gemeinschaftswährung äußerte, woraufhin diese zwischenzeitlich die magische Marke von 1,20 (ab diesem Level wird die Aufwertung laut EZB als unangenehm empfunden) sprengte. In diesem Zusammenhang könnte die EZB-Sitzung am Donnerstag von Interesse für die Anleger sein.

Hurrikan Harvey hatte auf die US-Aktienmärke wenig Einfluss. Nur der Finanzsektor stand aufgrund von Kursverlusten von Versicherungen etwas unter Abgabedruck. Für den Energiesektor ergab sich die ungewöhnliche Situation, dass aufgrund der Schließungen von Raffinerien in Texas die US-Benzinpreise stark gestiegen sind (über 20 %) – es wird aktuell weniger Benzin produziert – aber der Ölpreis Rückgänge verzeichnete – es wird aktuell auch weniger Öl nachgefragt.

Auf Sicht Dezember bleibt unsere Einschätzung für Aktienmärkte aufgrund der soliden Konjunktur und der guten Wachstumsaussichten für Unternehmensgewinne ein positives. Im September, dem saisonal volatilsten Monat des Jahres für Aktienmärkte, sehen wir aber gute Chancen, dass sich noch günstigere Einstiegszeitpunkte ergeben werden (Stichwort: „Government Shutdown“). Ausgewählte Indizes (DAX, Euro STOXX 50) erscheinen aufgrund der letzten Rückgänge bei Bewertungen und Kursen schon jetzt attraktiv genug für einen Einstieg. Für die restlichen Indizes würden wir die Empfehlung bei Kursschwäche von „Halten“ auf „Kauf“ drehen.

Nordkorea-Spannungen stützen die Goldnachfrage

Gold-ETPs verzeichneten die höchsten wöchentlichen Zuflüsse seit März, da die Spannungen im Nordkorea-Konflikt zunahmen, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Bei Short-Rohöl-ETPs kam es zu Zuflüssen, da die Rohölpreise um die Durchschnittsmarke von 50 USD/Barrel schwankten. Die Aktivität des verarbeitenden Gewerbes in China nahm im August stärker als erwartet zu, sodass die Anleger auch Gelder in Kupfer-ETPs lenkten.

Als Nordkorea weitere Raketentests in der Nähe von US-Gewässern androhte, strömten die Anleger in Scharen in Gold-ETPs (A0LP78). Da sich die Nordkorea-Spannungen in der vergangenen Woche verschärften, flossen 122,5 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G). Demonstrationen der militärischen Stärke sind zwar mindestens seit den Achtzigerjahren Teil der Politik Nordkoreas, aber seit Kim Jong-un im Sommer 2016 behauptete, seine Raketen könnten auch die USA treffen, werden die Provokationen zunehmend schärfer. Als eine dieser Raketen am Dienstagmorgen Japan überflog, war die Grenze vom verbalen Affront zur Militäraktion überschritten. Südkorea und seine Verbündeten reagierten noch am selben Tag mit einer Übung mit Gefechtsmunition, an der auch US-Bomber teilnahmen, das heißt, mit einer eigenen Machtdemonstration. Russland und China andererseits drängen auf eine Fortsetzung der diplomatischen Gespräche. „Der Goldpreis stieg am Dienstag um 2,6 Prozent, sodass er mit 1.318 USD/oz. auf dem höchsten Stand seit September 2016 schloss. Die Woche beendete er mit 1.320 USD/oz. Platin und Silber hingegen verzeichneten vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen Abflüsse in Höhe von 12,4 Mio. USD beziehungsweise 34,5 Mio. USD. Die Preise hatten zuvor den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2017 erreicht“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Trotz der robusten Nachfrage in den USA zeigten Short-Rohöl-ETPs gemischte Signale. Hurrikan Harvey, der die US-Golfküste traf, beschädigte ein Drittel der US-Raffinerien, sodass Heizöl und Benzin auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 stiegen. Der Hurrikan, der inzwischen auf ein tropisches Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, ist der erste Sturm der Kategorie 3 seit 2005, der das Festland der USA erreicht hat. Die Rohölpreise haben sich auf ihrem aktuellen Niveau gleichwohl kaum bewegt. Rohöl der Sorte WTI fiel in der vergangenen Woche um 1,2 Prozent, während die Sorte Brent weiter seitwärts lief. Erdgas legte im Wochenverlauf um 6,2 Prozent zu, da der September-Kontrakt am Mittwoch mit Contango in den Oktober-Kontrakt weitergerollt wurde. „Nach den Abflüssen der letzten sechs Wochen verzeichneten Rohöl-ETPs diesmal Zuflüsse in Höhe von 5,8 Mio. USD, hauptsächlich in Short-Rohöl-ETPs. Die Anleger sind offenbar der Meinung, dass die Preise in ihren aktuellen Spanne verharren werden. In den USA bleibt die Inlandsnachfrage fest, und die Lagerbestände fielen in der letzten Woche deutlicher als erwartet, obwohl die Fördermengen erneut zunahmen“, so Hein.

Kupfer-ETPs (A0KRJU ) verzeichneten Zuflüsse aufgrund der im August zunehmenden Aktivitäten des verarbeitenden Sektors in China. Der entsprechende chinesische Einkaufsmanagerindex überraschte den Markt positiv, während die Einkaufsmanagerindizes des Servicebereichs und des nicht-verarbeitenden Gewerbes so langsam wie zuletzt vor vier Monaten stiegen, da sich das Wachstum im Bausektor verlangsamte. Interessanterweise wurden die Industrieaktivitäten am Freitag vom Caixin-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes bekräftigt, der von 51,1 im Juli auf 51,6 anstieg und die Erwartungen von 51 übertraf. Während die Daten des chinesischen Statistikbüros auf mittleren und großen Unternehmen beruhen, folgt der Caixin Klein- und Privatunternehmen, sodass er als unabhängige Bestätigung der offiziellen Zahlen gelten kann. „Industriemetalle verteuerten sich in der vergangenen Woche im Schnitt um 3,0 Prozent und im vergangenen Monat um 10,8 Prozent. „Wir rechnen weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen und die Nachfrage nach Metallen stützen werden“, sagt Hein.

Chart attack: Seven market snapshots from August

Solar production, Asian equities, bullish Bitcoin, tech short-seller, economic growth, valuations, and tea all feature among the seven charts that caught our eye last month, says the Schroder's Investment Communications Team.

Solar production eclipsed (briefly)

The US came to a standstill on 21 August as people looked skyward to witness a remarkable solar eclipse. But as the moon blocked the sun it also temporarily blocked solar energy production.

California aims to generate 33% of electricity from renewable sources by 2020.

The main grid operator in the state, California Independent System Operator (CAISO), currently has around 29% of installed capacity in renewable energy sources. Of this 29%, almost half is in solar, close to 10,000 megawatts (MW).

As the chart highlights, installed capacity is not always available for distribution. Solar production varies by the weather and time of day. 

Although California State experienced only a partial eclipse on 21 August, the impact on solar energy production was marked. Across the length of the state, obscuration (the amount of the sun covered by the moon) ranged from 58-76%.

Ahead of the eclipse, CAISO estimated this would likely result in a loss of around 4,194MW of solar power production. The grid operator had spent a year planning for the event, in order to ensure it could offset this impact and still meet electricity demand. At the time of the last US eclipse in 1979, no solar generation was connected to the California grid.

Andrew Rymer

Asian equities bolstered by weak dollar

US dollar weakness is usually a positive signal for Asian stockmarket performance. It generally results in an increase in capital inflows, boosting demand for stocks in the region. It’s also good for those Asian companies which have loaded up on dollar debt in recent years, as the cost of servicing that debt is lowered. For a US dollar investor, local currency gains amplify stockmarket returns in the region.

Recent weakness in the greenback has seen the dollar index fall -8.9% year-to-date, but has coincided with robust returns for Asian stocks. The MSCI AC Asia ex Japan index has seen gains of 28.2% in the same period, comfortably outperforming returns from global equities.

It remains to be seen how long this run can last and whether it will reverse on the back of renewed US dollar strength or more hawkish signs on rates from the Federal Reserve.

Tim Phillips

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Bullish Bitcoin bets build

Bitcoin, the cryptocurrency, is still relatively new and not necessarily widely understood. It is defined as an open source peer-to-peer currency and a digital payment system. It operates without any central authority, bank or administrator, with payments processed directly between participants on an open network.

Its origins are also somewhat murky. It was founded by an unknown programmer. But this hasn’t stopped Bitcoin quadrupling in value, in US dollar terms, since the start of the year, following a 60% surge in August.

One source of increased demand for Bitcoin has come from initial coin offerings (ICOs) — unregulated issuances of crypto coins where start-up companies can raise money in bitcoin or other crypto currencies.

There is also a suggestion among analysts that the performance in August, taking place against a backdrop of increased market turbulence, indicates Bitcoin is coming to be regarded as something of a safe haven asset.

Aside from Bitcoin there are over 800 other ‘alt-coins’ with a total market capitalisation of around $50 billion. The spike in Bitcoin in August was precipitated by the cryptocurrency being split into Bitcoin and Bitcoin Cash following surging demand year-to-date.

The rapid increase in volume had caused difficulties in processing of payments with Bitcoin Cash designed to allow faster execution. There were also suggestions in the financial press of disagreements among key Bitcoin stakeholders.

James Molony

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Short-sellers get their teeth into FANGs

Eight out of the 12 most-shorted stocks in the US are from the tech sector, and the short interest is growing, according to latest data from S3 Partners.

If, as is frequently argued, Elon Musk’s Tesla is categorised as a tech stock rather than a car manufacturer, that figure rises to nine out of 12.

Investors “short” a stock when they expect the price to fall.

The tech sector, which includes the so-called “FANG” quartet of Facebook, Amazon, Netflix and Google (now Alphabet), has outperformed strongly in recent years. As a result, valuations have risen to levels that make some investors (including our Value team) nervous.

Year-to-date as at 29 August the S&P 500 North American Tech Sector index has risen 22.5%, compared to a return from the broad S&P 500 of 10.6%, according to Bloomberg. Over three years the respective numbers are 64% versus 36%.

Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Philip Haddon

Goldilocks lives on 

In the latest Economic and Strategy Viewpoint (please note that it is written for professional investors and is not suitable for retail investors), our economists explain how steady global growth and low inflation mean we remain in a “Goldilocks” environment. This is a scenario where activity is – like the little girl’s porridge in the fairy tale – neither too hot nor too cold.

Chief Economist Keith Wade and his team continue to forecast global growth at 3% this year, after 2.6% in 2016. But they have trimmed their inflation forecast to 2.3% from 2.4%.

Looking into 2018, global growth is expected to remain stable at 3% with modest downgrades to the US, offset by upgrades to the eurozone and emerging markets.

Simon Keane

Safety in staples?

During the past few years of ultra-low interest rates, investors have largely favoured stable stocks offering attractive dividend yields. These were typically higher quality stocks in the healthcare and consumer staples sectors.

Sometimes described as “safe havens”, these are both sectors that enjoy demand for their products regardless of what’s going on in the economic cycle. As the chart below shows, the valuations of these two sectors ran up to peak levels in late 2015/early 2016 before starting to fall back again.

This decline coincided with a synchronised global economic recovery, optimism over President Trump’s pro-growth plans, and moves towards a more normal interest rate environment.

Both sectors are now significantly cheaper than they were a couple of years ago. However, they are still not far below their peak valuations and many investors would consider them to remain expensive, despite the recent declines.     

Emma Stevenson

Let them eat cake

The wildly popular cookery show Great British Bake Off returned to UK television screens this week to great fanfare.

Despite some concern over the move away from the BBC this season, the charm of the iconic big white tent (where the baking contest takes place) appears to remain unscathed.

But the positive influence of quintessentially British shows like Downton Abbey and “Bake Off” could be about more than just food for the soul.  They may have also contributed to a sharp acceleration in the UK’s food and drink exports to China in the past two years.

There has been a particularly steep climb in goods relating to “afternoon tea”.

In 2016, tea exports from the UK to China rose by 63%, and milk powder exports increased by 134%. Cake exports climbed 26% and spring water leapt by 139%, according to the Food and Drink Federation.  

Andrew Lacey


This article has first been published on schroders.com.

Rückenwind für Biotechnologie-Aktien

von Harald Kober, Senior Fondsmanager der Erste Asset Management.

Aktien der Biotechnologie-Branche zählen zu den Bestperformern der letzten zehn Jahre. Nach der überdurchschnittlich starken Wertentwicklung von 2010 bis Anfang 2015, kam es zu einer Konsolidierung, ausgelöst durch Hedgefonds, die sich nun zu Ende neigt. Der NASDAQ Biotechnologie-Index, das für Biotech-Aktien wichtigste Kursbarometer, konnte seit Jahresbeginn 25% an Wert zu legen (Quelle: Reuters Datastream, per 31.08.2017). Auch die Emissionstätigkeit hat im zweiten Quartal 2017 deutlich angezogen. Der Biotechnologie-Sektor wird von neuen, innovativen und erfolgreichen Medikamenten-Entwicklungen profitieren. Was dürfen Anlegerinnen und Anleger von diesem Sektor erwarten? Ein durchschnittlichen zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum der an der Börse notierten Biotechnologie-Unternehmen ist keinesfalls eine zu gewagte Prognose.

Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Bestperformer über 10 Jahre
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen
Bewertung Biotechnologiesektor 2001-2017
Quelle: Bloomberg; EAM eigene Berechnungen

Überalterung und Medikamenten-Innovationen sind die Wachstums-Treiber

Das Gesundheitswesen gilt als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Durch das Wachstum der weltweiten Bevölkerung auf 9,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 und die prognostizierte Verdoppelung der Personen über 60 bis dahin, werden die Ausgaben für Gesundheit in den OECD-Ländern von derzeit 6% des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5% steigen (Quelle: OECD).

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Medikamenten-Entwicklung revolutioniert. Trotz zahlreicher Innovationen und Forschungserfolge sind nur wenige Medikamente für die 1.200 seltenen Krankheiten am Markt. Selbst in den USA, die seit dem Amtsantritt von Präsident Trump durch die politische Debatte um eine Abänderung der Gesundheitsreform („Obamacare“) in die Schlagzeilen gerieten, wird die Gesundheitswirtschaft im nächsten Jahrzehnt der größte Arbeitgeber sein.

Dabei sind viele Krankheiten noch nicht erforscht, geschweige denn gibt es wirksame Medikamente. Das könnte sich bald ändern. Die Zulassung einer ganzen Reihe neuer Medikamente, etwa des Hautkrankheitspräparats Dupixent von Sanofi, des Wirkstoffs Ocrevus von Roche gegen Multiple Sklerose oder Durvalumabein Onkologie-Medikament von Astrazeneca gegen Blasenkrebs, steht bevor.

Quelle: Evaluate Pharma
Zulassung neuer Medikamente bringt Umsatzpotential
Quelle: Evaluate Pharma

Bewertung an der Börse halb so hoch als vor zwei Jahren

2016 stammten bereits 60% aller Medikamenten-Zulassungen aus den Labors von Biotechnologie-Unternehmen, geht man bei Evaluate Pharma aus. Die Zuversicht, dass die Erfolgsquote der Biotech-Unternehmen rasant steigen wird ist einer von mehreren Gründen, weshalb die Übernahmeaktivitäten wieder an Dynamik gewonnen haben. Die großen Pharmariesen halten Cash für Übernahmen bereit. Wir sehen, dass sich die Emissionstätigkeit im zweiten Quartal 2017 verglichen mit den zwei Quartalen davor mehr als verdoppelt hat. Damit könnte die ersehnte Trendwende bei Biotech-Aktien begonnen haben. Jüngster Paukenschlag: Das US-Pharmaunternehmen Gilead wird die Biotech-Firma Kite Pharma für 11,9 Milliarden US-Dollar übernehmen und will sich damit einen Platz im äußerst lukrativen Markt der Krebsbehandlung sichern. (siehe zB Handelsblatt vom 28.8.2017)

Niemand kann die Börsenentwicklung vorhersehen, aber was die Bewertung betrifft, hat es schon schlechtere Einstiegszeitpunkte gegeben. Auf Basis des Kurs-Umsatz-Verhältnisses ist der gesamte Sektor an der Börse nur etwa halb so hoch bewertet als am vorläufigen Höhepunkt der Aktienkurse im März 2015.

ESPA STOCK BIOTEC: Portfolio mit den Top-Biotech-Unternehmen

Anleger, die breit gestreut den globalen Biotechnologie-Sektor abdecken möchten, könnten zB. in den ESPA STOCK BIOTEC investieren. Der im Jahr 2000 aufgelegte Aktienfonds der Erste Asset Management investiert in ein Portfolio, bestehend aus 92 börsennotierten Unternehmen, vornehmlich aus den USA, das als Zentrum der Biotech-Branche gilt. Seit seinem Fondsstart hat der ESPA STOCK BIOTEC eine jährliche Performance von 9,04% (per 31.7.2017, Quelle www.erste-am.at) erzielt*. In diesem Fonds werden alle wesentlichen Anwendungsgebiete der Biotechnologie erfasst wie zB. Krebsforschung, personalisierte Medizin, Alzheimer, Zelltherapien, Seltene Krankheiten und Genforschung. Unter den Top-Positionen finden sich die führenden Biotechnologie-Unternehmen wie zB GileadBiogenSareptaCelgene, VertexRegeneron oder Alexion, um nur einige zu nennen. Wer in den ESPA STOCK BIOTEC investiert, genießt die Chance auf hohe Wertsteigerung, muss aber auch entsprechende Risikobereitschaft mitbringen und hohe Kursschwankungen verkraften können. Mit regelmäßigen Investitionen in einen Fondssparplan (s Fonds Plan) lässt sich das Timing-Risiko in Zaum halten.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

*) Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Rechtsdokumente und weitere Informationen zu dem genannten Fonds finden Sie unter www.erste-am.at.

Auf Sicht der nächsten Tage kaum Potenzial

Jörg Angelé, RBI Wien, zu den US Rentenmärkten.

In den nächsten Tagen stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. Auf größeres Interesse dürfte bei den Marktteilnehmern lediglich der ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe (Mi) treffen. Nach dem überraschenden Rückgang im Juli rechnen wir für August mit einer Gegenbewegung. Mit einem erwarteten Anstieg auf 56,0 Punkte sind wir etwas optimistischer als der Konsens. Der sechswöchentliche Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, dürfte erneut das Bild einer moderat wachsenden US-Wirtschaft zeichnen.

Ersten Schätzungen zufolge dürften die Kosten für den Wiederaufbau bzw. die Reparatur der Zerstörungen durch Hurrikan Harvey weit über USD 100 Mrd. liegen. Da die wenigsten Schäden versichert sind, wird wohl der Staat für den größten Teil der Kosten aufkommen. Für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Hurrikan Katrina im Jahr 2005 summierten sich die staatlichen Hilfen schätzungsweise auf USD 120 Mrd. Angesichts des betroffenen Gebiets sowie der Schwere der Schäden dürfte diese Summe im Falle von Hurrikan Harvey am Ende nicht ausreichen. Der Wiederaufbau dürfte den Zuwachs der Wirtschaftsleistung in den nächsten Jahren um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte erhöhen. Wobei der größte Teil dieses Effekts wohl in den Jahren 2018 und 2019 anfallen wird. Kurzfristig, sprich im laufenden Quartal und eventuell auch im vierten Quartal dürfte der Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes aber um ein paar zehntel Prozentpunkte gedämpft werden. Im September dürfte man die Auswirkungen des Hurrikans vor allem in den Daten zur Industrieproduktion (deutlicher Rückgang), zum Arbeitsmarkt (starker Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe; deutlich schwächerer Anstieg der Beschäftigung), zu den Verbraucherpreisen (deutlicher Anstieg) sowie den Umfragen zum Verbrauchervertrauen (deutlicher Rückgang) sehen.

Angesichts der aktuellen Naturkatastrophe sind einige wichtige politische Themen etwas aus dem Fokus gerückt. Dies dürfte sich aber nächste Woche ändern. Am 5. September endet die Sommerpause des Kongress und man wird sich wieder zu Beratungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze sowie zum Haushalt für das am 1. Oktober beginnende neue Fiskaljahr treffen. Wir sehen die Chancen für eine rechtzeitige Einigung aufgrund der Folgen des Hurrikans nun etwas höher. Um den Betroffenen rasch in nennenswertem Umfang helfen zu können, ist eine Anhebung der Schuldenobergrenze unabdingbar, da die benötigten Mittel wohl nur über neue Schulden aufgestellt werden können. Angesichts des Leids hundertausender US-Bürger wäre es wohl politischer Selbstmord, sollte Präsident Trump in dieser Situation tatsächlich versuchen, mit einem künstlich herbeigeführten Government Shutdown Geld für den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko zu erpressen.

Auf Sicht der nächsten Tage sehen wir kaum Potenzial für einen Anstieg der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, die gegenwärtig bei knapp 2,1 % liegt.

Hinschauen lohnt sich: Gewerbeimmobilien in Mittelstädten

von Stefan Kalmund, Geschäftsführer, Accom Immobilien GmbH.

Nationale wie internationale institutionelle Investoren, die auf dem deutschen Immobilienmarkt aktiv sind, legen ihren Fokus traditionellerweise auf die großen Metropolen. Dadurch übersehen sie die Chancen, die sich in Deutschland durch den starken, in der Fläche breit vertretenen Mittelstand auch an anderen Standorten bieten. In zahlreichen Mittelstädten, beispielsweise Nürnberg, Hannover, Dresden, Fürth oder auch Wuppertal, besteht eine hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen. Zwar weisen diese Immobilienmärkte einige Unterschiede zu den Metropolen auf, doch gerade im Niedrigzinsumfeld bieten viele Objekte deutlich attraktivere Renditen als vergleichbare Objekte in den Metropolen. Um die Renditechancen von Gewerbeimmobilien in solchen Städten wahrzunehmen, müssen Investoren jedoch die spezifischen Anforderungen an deren Asset-Management beachten.

Ein großer Vorteil für Investoren bei den insbesondere in Mittelstädten vertretenen kleineren und mittelständischen Unternehmen ist die gewünschte Mietdauer. Meist möchten sie Mietverträge für mindestens zehn Jahre abschließen. Anwälte, Notare oder auch Ärzte benötigen größtmögliche Planbarkeit. Ist ein Mieter eingezogen und mit dem Standort und dem Management zufrieden, wird er in den meisten Fällen langfristig vor Ort bleiben. Die Fluktuation ist deutlich geringer. Bis zu 90 Prozent der Gewerbemieter machen Gebrauch von ihren Verlängerungsoptionen, ohne dass der Vermieter besondere Anstrengungen unternehmen muss. Diese Kontinuität bietet langfristige Sicherheit. Damit unterscheiden sie sich von größeren Konzernen, die eher ein höheres Maß an Flexibilität suchen und zunehmend kurzfristigere Mietverträge abschließen. Die Konjunkturwellen, die in den A-Städten schnelle Gewinne ebenso ermöglichen wie herbe Verluste, erreichen die Mittelstädte langsamer und vor allem mit weniger extremen Ausprägungen. Während in den Metropolen die Büromieten laut Bulwiengesa innerhalb weniger Jahre um bis zu 20 Prozent schwankten, war die Volatilität in den kleineren Städten deutlich geringer. 

Das Mietwachstum ist in Mittelstädten deutlich zurückhaltender als in umkämpften innerstädtischen Lagen der Metropolen. Meldungen über Rekordmieten an einzelnen mittelgroßen Standorten, die womöglich zu überzogenen Erwartungen führen, sollten mit Vorsicht genossen werden. Einzelne Objekte, die gerade neu errichtet oder umfassend saniert wurden, können durchaus Quadratmetermieten von zwanzig Euro erzielen, doch das ist nicht repräsentativ. Die Renditeniveaus liegen allerdings tatsächlich deutlich über denen der A-Städte. Das Analyseunternehmen Bulwiengesa ermittelte für 2016 am Beispiel Büroimmobilien, dass sich in Mittelstädten 5,1 Prozent durchschnittliche Nettoanfangsrendite erzielen lässt, in den Top-Standorten dagegen bei gleichem Risiko zuletzt nur noch 3,6 Prozent. Im Durchschnitt aller Assetklassen sind es laut einer Studie der Deutschen Hypo sechs Prozent in den Mittelstädten gegenüber vier bis fünf Prozent in den A-Städten. Der Trend in den Top-7-Städten geht zudem seit Jahren in Richtung noch geringerer Renditen.

Obwohl sich der Mietmarkt in mittelgroßen Städten langsamer bewegt, entwickelt sich der Investitionsmarkt positiv. Zu beachten ist nämlich, dass gerade in Mittelstädten die bekannten mittelständischen Hidden Champions ihren Sitz haben. In der Region wird dann auch das Vermögen in Immobilien investiert. Deshalb haben diese Märkte auch eine hohe Liquidität. Es ist daher ein Trugschluss zu glauben, dass ein Immobilienexit problematisch sei. Die Bedeutung des Mittelstands für die mittelgroßen Städte ist so stark, dass es sinnvoll ist von Mittelstandsstädten zu sprechen. 

Die Mieterstruktur vor allem in den Innenstädten von Mittelstädten ist meist kleinteilig. Obwohl auch größere Flächen mit bis zu 5.000 Quadratmetern nachgefragt werden, sind 100- bis 400-Quadratmeter-Einheiten durchaus üblich. Das bedeutet wegen der höheren Anzahl von Mietern in einem Objekt einerseits eine gewisse Risikostreuung, andererseits aber auch einen höheren Verwaltungsaufwand. Um diese Struktur optimal zu nutzen, muss auf die Kompatibilität der Mieter geachtet werden. Dabei kann es sich im Einzelfall lohnen, einen etwas längeren Leerstand einzelner Flächen in Kauf zu nehmen, um den bestmöglichen Neumieter zu finden. Wenn Gebäude gut positioniert sind, gelingt die Vermietung relativ schnell, da es in Mittelstädten oft wenige attraktive Flächen gibt. Zu beachten ist aber, dass gerade Mieter aus dem Mittelstand den eigenen Ausbau von Mietflächen eher scheuen. Es ist daher empfehlenswert, wenn der Eigentümer dies übernimmt.

Allgemein gilt bei der Vermietung in Mittelstädten, dass sie keine Selbstläufer sind. Der Eigentümer oder Asset-Manager muss möglichst nah am Standort, am Objekt und am Mieter sein, um Optimierungspotenziale zu entdecken und zu nutzen. Das Gespräch mit den Nutzern der Immobilie sollte nie abbrechen. So erfährt der Vermieter frühzeitig, wo Probleme auftreten, und kann etwa Reparaturen veranlassen, bevor sie Folgeschäden nach sich ziehen, oder unzufriedenen Mietern entgegenkommen und damit Wegzüge verhindern. Kurze Reaktionszeiten und ein Ansprechpartner für alle Angelegenheiten sind für Mieter große Pluspunkte und bewirken nicht nur eine Bindung der Bestandsmieter, sondern steigern auch die Attraktivität für zukünftige Interessenten. 

Zudem sollte der Vermieter wissen, wie es um das Geschäft seiner Mieter steht. Haben sie Cashflow-Probleme, kann das zu Mietrückständen führen. Das sollte vorausschauend angesprochen werden, um Konflikte zu vermeiden und womöglich unterstützend einzugreifen – kann ein Umbau einen Einzelhandel attraktiver machen? Können steigende Nebenkosten durch bauliche Maßnahmen kompensiert werden? Gibt es die Möglichkeit, durch eine veränderte Nutzungsmischung einen Synergieeffekt zu erzielen, der allen Mietern zugutekommt? Ein Asset-Manager hat mehr Stellschrauben, als auf den ersten Blick sichtbar sind. Deshalb sind die kontinuierliche Kommunikation und ein tiefes Verständnis für das einzelne Objekt so zentral. Will oder muss ein Unternehmen trotz aller Maßnahmen ausziehen, etwa weil ein Geschäft oder eine Filiale aufgegeben wird, hört der Vermieter das lange bevor die Kündigung unterschrieben ist und kann entsprechend früh mit der Nachmietersuche beginnen. In Anbetracht der oben erwähnten großen Zeiträume ist das ein wichtiger Vorteil, der Leerstände stark verkürzen kann. 

Wer also hinschaut, der findet gerade in Mittelstandstädten Investitionschancen in Gewerbeimmobilien, mit denen sich langfristige, stabile Renditen generieren lassen. Diese liegen deutlich über den Renditen, die sich in den Top-7-Städten erzielen lassen, müssen aber nicht riskanter sein. Bei aller Strahlkraft der A-Standorte: Deutschlands zweite Reihe muss sich nicht verstecken. Ihr ganzes Potenzial erschließt sich jedoch nur, wenn das Asset-Management ebenfalls jedes Objekt genau im Blick hat.

 

Convertibles: Volatile Zeiten an den Aktienmärkten könnten bevorstehen

Lombard Odier Investment Managers sieht in den kommenden Monaten drei geopolitische Ereignisse, die einen größeren Einfluss auf den globalen Convertible-Bond-Markt haben könnten: Verhandlungen über die Schuldenobergrenze in den USA, Untersuchungen über die mögliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahlen und der schwelende Konflikt auf der koreanischen Halbinsel. Obwohl der Juli von einer historisch niedrigen Volatilität am Aktienmarkt gekennzeichnet war, gibt es Indizien die zu einem Anzug der Schwankungsintensität führen könnten. Zur Absicherung vor einer höheren Volatilität könnten Investoren Wandelanleihen in Betracht ziehen.

„Wir sehen derzeit eine Reihe von geopolitischen Ereignissen, die unserer Meinung nach Auswirkung auf die Volatilität der Aktienmärkte haben könnten“, sagt Maxime Perrin, Analyst bei Lombard Odier Investment Managers. „Bei den Verhandlungen über die Schuldenobergrenze der USA reden der Finanzminister und der Direktor der Haushaltsbehörde derzeit aneinander vorbei. Die Vereinigten Staaten könnten somit auf eine erneute Zahlungsunfähigkeit oder zumindest auf einen turbulenten Oktober zusteuern. Ein weiteres Thema sind die Untersuchungen rund um eine mögliche Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl. Beängstigend ist unserer Ansicht nach jedoch die aktuelle Rhetorik Nordkoreas. Diese ist mittlerweile expliziten Drohungen und erfolgreichen Tests mit Langstreckenraketen gewichen. Hier gibt es aus unserer Sicht zwei Szenarien: Die Großmächte China und USA stehen während den Verhandlungen mit Nordkorea Seite an Seite. Hier würde der Volksrepublik auch global eine größere und verantwortungsvollere Rolle zukommen, die der Wirtschaftskraft des Landes entspricht. Arbeiten die beiden Länder allerdings nicht zusammen, könnte dies einen katastrophalen militärischen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zur Folge haben.

Derart erhöhte geopolitische Risiken bedeuten für Anleger oft auch mehr Ungewissheit und gegebenenfalls eine höhere V olatilität. Obwohl der Juli von einer historisch niedrigen Schwankungsintensität am Aktienmarkt gekennzeichnet war, sehen wir viele Auslöser für eine anziehende Volatilität. Wandelanleihen könnten für Investoren eine adäquate Absicherung gegen diese Entwicklung sein. Die Positionierung unseres LO Funds – Convertible Bond spiegelt derzeit unsere positive Beurteilung Europas und Asiens, ohne Japan, sowie einer Reihe globaler Sektoren wie Technologie, Konsumgüter und Industriewerte wider. Wie in den Vorjahren ging die Dynamik der globalen Wandelanleihenemissionen im Juli deutlich zurück. Insgesamt betrug das Neuemissionsvolumen im vergangenen Monat lediglich USD 3,4 Milliarden. Für uns waren primär zwei Neuemissionen von Interesse, Shanghai Port und Postal Savings Bank of China im Wert von insgesamt 1 Milliarde US-Dollar.“

Über Lombard Odier IM
Lombard Odier Investment Managers ist der Asset-Management-Arm der Lombard Odier Gruppe. Seit der Gründung im Jahr 1796 befindet er sich im vollständigen Besitz seiner Partner und wird komplett von diesen finanziert.
Die unabhängige Struktur und die Einbindung der Partner in das tägliche Management der Firma erlauben es Lombard Odier IM, sich ganz auf die Bedürfnisse der Kunden, den Aufbau von Vertrauen und den Einklang der Interessen zu konzentrieren. Um die Kunden dabei zu unterstützen, ihre Ziele in einer sich verändernden Welt zu erreichen, überdenkt Lombard Odier IM seit der Gründung stets kritisch das „Bestehende“ und greift immer wieder „Neues“ auf.
Den Kunden, die auf vielfältige Weise langfristig orientiert sind, bietet Lombard Odier IM eine breite Palette an Investmentlösungen. Die Verbindung von Tradition mit der Kombination des Besten aus einer konservativen und einer innovativen Haltung bildet die Basis, um nachhaltig Werte für Kunden zu schaffen. Die Investmentexpertise umfasst Anleihen, Wandelanleihen, Aktien, Multi-Asset, Alternative Investments und Impact Investing.
Mit 128 Investmentexperten verfügt Lombard Odier IM über ein globales Geschäft mit einem Netzwerk von insgesamt 13 Büros in Europa, Asien und Nordamerika. Das verwaltete Vermögen (Asset under Management) beträgt 45 Milliarden Schweizer Franken (Stand 31. Dezember 2016).

Landwirtschafts-ETPs: Sonderfall im Sommerloch

Bei Kaffee kam es zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015. Rohöl-ETPs verzeichneten in der sechsten Woche hintereinander Abflüsse, da sich die Preise 50 USD/Barrel nähern. Aus Nickel flossen in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD ab, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Wegen des Sommerlochs waren bei den Kapitalströmen im Vergleich zur Vorwoche kaum Veränderungen erkennbar, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Vor allem die Volumina leiden an der Flaute.  Die Edelmetalle, die auf Bemerkungen der Vertreter der Notenbanken besonders empfindlich reagieren, entwickelten sich in der letzten Woche seitwärts. Die Anleger warteten auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Freitag stattfand, und entsprechend geringfügig waren mit 8,8 Mio. USD auch die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78). Insgesamt flossen trotz der drohenden Zinsanhebungen seit Jahresanfang netto 338 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G). Bei Short-Positionen kam es sogar zu Abflüssen, was nahelegt, dass sich die Anleger über die kurzfristigen Abwärtsrisiken von Gold keine Sorgen machen. „Heute Morgen kam Bewegung in den Goldpreis, der fast 20 USD/oz. zulegte, nachdem Nordkorea am frühen Dienstag eine Rakete über Japan geschossen hatte“, so Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Abflüsse aus Rohöl (A1N49P) beliefen sich in der Woche insgesamt auf 11,3 Mio. USD und seit Mitte Juli auf 225,5 Mio. USD. Unseren Beobachtungen zufolge werden Positionen trendmäßig immer dann verkauft, wenn der Rohölpreis über 50 USD/Barrel steht. Zuflüsse setzen erst dann wieder ein, wenn der Rohölpreis unter 45 USD/Barrel fällt. „Unseres Erachtens ist es wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Rohöl wird wohl auch künftig zwischen den Grenzkosten der US-Schieferölproduzenten auf der Unterseite und 55 USD/Barrel auf der Oberseite, das heißt 90 Prozent der Kostenkurve der allgemeineren Ölproduzenten, seitwärts laufen“, erläutert Hein.

Aus Nickel (A0KRJ4) in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD ab, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Vergleicht man die aktuellen Preise mit den Grenzkosten, so ist Nickel eines der günstigsten Metalle. Entsprechend hinkt es den anderen Industriemetallen seit Jahresanfang hinterher. Als es in diesem Monat den Rückstand aufholte, nahmen die Schnäppchenjäger Gewinne mit. Industriemetalle schnitten im Rohstoffuniversum im vergangenen Monat mit 8 Prozent am besten ab, während sich der breitere Rohstoffkomplex unverändert zeigte. Verantwortlich hierfür sind vermutlich die Importdaten aus China. „So rechnen wir weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen werden, da sich viele zukunftsgerichete Datenreihen, zum Beispiel der Stromverbrauch und der Hafenumschlag, in den letzten Monaten positiv entwickelt haben“, sagt Hein.

Bei Kaffee (A0KRJT) kam es mit 8,7 Mio. USD zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015. Trotzdem bleibt Kaffee in diesem Jahr der Nachzügler des Rohstoffbereichs. „Dass es nach dem Verbot bestimmter Pestizide zu einem Kaffeekäferbefall kam und sich eine Angebotsverknappung andeutete, änderte daran nichts“, so Hein.

Die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPs (A2BDEA) übertrafen den Rekord nach der extreme Dürre in den USA 2013. „Erstmals seit dem Hoch 2014 erreichten die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPS einen neuen Rekord, auch wenn der Markt nach wie vor üppig versorgt ist und die Preise durchgehend unter dem 10-Jahres-Durchschnitt notieren“, schließt Hein.

Globale Aktienmärkte: Grund zur Sorge?

Der scheinbar unaufhaltsame Anstieg der US-Aktienkurse fand im August sein vorläufiges Ende. Die Volatilität stieg massiv an, der Verfall des US-Dollars endete, Bond-Spreads weiteten sich aus und die makroökonomischen Risikoindikatoren gingen nach oben. Zwar ist es bis dato zu (noch) keiner größeren Korrektur gekommen, doch die frische Brise des Optimismus, die an den Aktienmärkten in der ersten Jahreshälfte spürbar war, wurde von der etwas abgestandenen Atmosphäre abgelöst, die sich typischerweise breit macht, wenn die Mehrzahl der Anleger in den „Risk-off“-Modus schalten.

Wir haben gerade erst den zehnten Jahrestag der großen Finanzkrise in 2007 hinter uns gebracht („gefeiert“ wäre wohl ein Terminus, der die Gefühle der Marktteilnehmer eher verzerrt widerspiegelte), und es ist wiederum Sommer, weshalb die erhöhte Anspannung der Investoren irgendwie verständlich ist. Wir sind im Zyklus weit fortgeschritten: Die Unternehmensbewertungen sind ambitioniert, das Ende des Quantitative-Easing-Programms ist nahe, und der überwiegende Teil der mit der Trump-Präsidentschaft verbundenen Hoffnungen ist verpufft. Zunehmende Nervosität bezüglich der Frage, welche Richtung die Märkte in absehbarer Zukunft einschlagen werden, ist daher nicht notwendigerweise auf paranoide Börsenbären beschränkt.

Gründe für moderaten Optimismus 

Tatsächlich gibt es eine Anzahl an Gründen, die nahelegen, dass die globalen Aktienmärkte nur eine kurze Auszeit nehmen, statt eine besorgniserregendere Entwicklung zu nehmen:

  1. Das globale Wachstum ist solid. Die Schätzungen des letzten IMF-Updates gehen von einem Weltwirtschaftswachstum von 3,5% und 3,6% für 2017 bzw. 2018 aus. Interessant ist auch, dass zum ersten Mal seit einer Dekade für alle 45 Länder, deren Entwicklung die OECD verfolgt, ein positives Wirtschaftswachstum (für 2017) prognostiziert wird. Bei der Mehrzahl wird auch erwartet, dass die Wachstumsrate nächstes Jahr höher ausfallen wird (Wall Street Journal, 23. 8. 2017).
  2. Die Geldpolitik wird noch für einige Zeit unterstützend wirken. Weder die Fed noch die EZB sind darauf aus, durch überraschende geldpolitische Restriktionen Schocks an den Märkten auszulösen. Zwar ist für die USA von weiteren Zinserhöhungen in 2018 auszugehen, und das Quantitative-Easing-Programm wird wohl in den USA den Retourgang einlegen und in Europa gestoppt werden, doch die geldpolitischen Entscheidungsträger legen ihre Intentionen weitgehend offen, um Störungen der Märkte möglichst zu vermeiden.
  3. Die Unternehmensgewinne sind auf dem richtigen Weg. Die Konsensschätzungen gehen für 2017 von +12,8% in Europa, +10,7% in den USA und +18,5% in Japan aus (IBES-Daten von Deutsche Bank, Consensus Earnings Trends, 24. August, 2017). Für 2018 wird zwar eine Verlangsamung des globalen Gewinnwachstums erwartet, aber die Konsensschätzungen gehen immerhin von hohen einstelligen Zuwächsen aus. Die Interimsergebnisse in Q2 waren robust. Das letzte Quartal in den USA war hinsichtlich positiver Überraschungen das stärkste seit Jahren; in Japan überraschten die Gewinne ebenfalls klar positiv. In Europa übertrafen positive Überraschungen die Enttäuschungen, wenngleich das Gewinn-Momentum gegenüber Q1 deutlich nachließ.
  4. Und zu guter Letzt zeigen die Schwellenländer – in der Vergangenheit oftmals der Auslöser von Marktturbulenzen – als Gruppe eine gute wirtschaftliche Performance und scheinen auf geldpolitische Restriktionen in den USA besser vorbereitet zu sein als in den vergangenen Jahren. Das Wirtschaftswachstum beschleunigt schneller als in den Industriestaaten. Die Leistungsbilanzen verbesserten sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren im Durchschnitt. Eine Anzahl von Zentralbanken in Schwellenländern hat nach wie vor Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Ein Grund für die Besserung des makroökonomischen Umfelds ist die Stabilisierung der Rohstoffpreise nach dem steilen Verfall von 2011 bis 2015. Bemerkenswert ist, dass auch in der jüngsten „Risk-off“-Phase der MSCI Emerging Markets Aktienindex die entwickelten Märkte schlagen konnte, was in Zeiten erhöhter Risikoaversion selten vorkommt.

Keiner der genannten Faktoren soll jedoch die Vermutung nahelegen, dass die Aktienmärkte am Sprung zur Schönwetterphase sind. Obwohl wir meinen, dass die makroökonomischen Fundamentaldaten nach wie vor unterstützend für Aktien sind, bleiben die Risiken intakt. Sie werden vermutlich im Laufe des Jahres 2018 in Anbetracht der absehbaren geldpolitischen Straffung und der fortgeschrittenen Dauer des US-Konjunkturzyklus sogar eher ansteigen.

Gewinn-Momentum als Schlüsselfaktor 

Eines der Schlüsselrisiken (abgesehen von wirtschaftspolitischen Fehlern oder unvorhersehbaren geopolitischen Entwicklungen) sind Gewinnenttäuschungen. Ähnlich wie beim makroökonomischen Hintergrund befinden sich die USA und Europa auch im Gewinnzyklus in unterschiedlichen Phasen.

In den USA sind Gewinne und Margen entweder auf historischen Höchstständen oder nahe daran. Es ist zunehmend schwierig, Anleger davon zu überzeugen, dass die Gewinne auch in absehbarer Zukunft so rasch wachsen werden, wie in den derzeitigen Bewertungen eingepreist ist. Dies war deutlich während der letzten Gewinnsaison in den USA zu erkennen, wo die Marktreaktion auf starke Ergebnisse moderater ausfiel als in früheren Quartalen. Da die Messlatte für das dritte Quartal nun höher liegt, sind Enttäuschungen wahrscheinlicher geworden.

In Europa hingegen sind die Margen näher an ihren langfristigen Durchschnitten und klar unter den historischen Hochs. Allerdings ist es angesichts des steigenden Euros schwierig zu erkennen, wie der Unternehmenssektor seine Rentabilität weiter steigern wird. Das war vermutlich der Grund, warum die gerade abgeschlossene Berichtssaison in Europa wenig inspirierend ausfiel und die Konsensschätzungen der Gewinne nach unten tendieren.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Wahrscheinlichkeit, dass die globalen Aktienmärkte noch einen Schub nach oben vollziehen, ist deutlich größer als jene einer bevorstehenden Korrektur. Allerdings gibt es beim Kauf von Aktien – im Gegensatz zu jenem von Staubsaugern, wie es heißt – keine Garantien. Für den Fall eines sich abkühlenden Gewinn-Momentums oder zum Beispiel der Verschlechterung des makroökonomischen Hintergrunds kann eine Periode der Seitwärtsentwicklung oder Korrektur an den Aktienmärkten nicht ausgeschlossen werden.


Über den Autor
Peter Szopo ist seit März 2015 Chief Equity Strategist der Erste Asset Management. Zuvor war er bereits als Berater für das Aktienfondsmanagement der Erste Asset Management für Zentral- und Osteuropäische Aktienmärkte tätig. Von November 2009 bis April 2013 war er Leiter der Researchabteilung der Alfa-Bank in Moskau.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Rückschlagsgefahren im September und Oktober

Christian Hinterwallner, RBI Wien, zu etablierten Aktienmärkten.

Zuletzt präsentierten sich die globalen Aktienmärkte wieder fester, gleichzeitig gingen die Volatilitätsindizes signifikant zurück. Für die kommenden Wochen überwiegen unserer Meinung nach trotz gemischter Gemengelage noch die Abwärtsrisiken. Turbulenzen dürften dabei weiterhin von Seiten der US-Innenpolitik ausgehen, da Präsident Trump zusehends isoliert erscheint und zuletzt mit einem „Government Shutdown“ kokettierte. Einen Trigger für temporäre Kursrückschläge könnte auch die US-Geldpolitik darstellen. Hier sollte unserer Ansicht nach die Fed im September das Abschmelzen ihres Anleiheportfolios beschließen. Zudem halten wir die Markterwartungen im Hinblick auf den Zinspfad (Markterwartung bis Ende 2018 etwas mehr als ein Zinsschritt vs. vier von der Notenbank in Aussicht gestellte Anhebungen) vor dem Hintergrund der bärenstarken Wirtschaftslage für zu optimistisch. Zudem wird unserer Ansicht nach die EZB in einer der beiden nächsten Sitzungen den Einstieg in den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm verkünden. Solcherart sollten in den ohnehin historisch sehr anfälligen Monaten September und Oktober die Rückschlagsgefahren überwiegen.

In Blickrichtung Jahresende sind wir aber optimistisch für die Aktienmarktentwicklung, da die geldpolitischen Weichenstellungen ein Ausdruck für die Robustheit der Konjunktur sind (das belegen auch die jüngsten Ergebnisse der Einkaufsmanagerschnellschätzungen) und den Aufschwung nicht gefährden. Zusätzlich halten wir das für die breiten Märkte von Einzelwertanalysten in Aussicht gestellte niedrige zweistellige Gewinnwachstum für 2017 für erreichbar, zumal sich die Revisionen der Einzelwertanalysten zuletzt wieder verbesserten. Für weiterhin intakt halten wir die Chancen, dass in den USA Steuererleichterungen für Unternehmen (Senkung des Steuersatzes, niedrige Sondersteuer für Repatriierungen) durchgebracht werden. Letztere Maßnahme würde vermutlich auch die Aktienrückkaufprogramme der Unternehmen befeuern. Trotz der kurzfristig vorherrschenden Gefahren halten wir das Chancen/Risiko-Profil für den DAX und den Euro STOXX 50 bereits so attraktiv (seit dem Jahreshoch rund 6 % korrigiert, signifikantes Potenzial in Richtung Dezember), sodass wir unsere Empfehlung hier von „Halten“ auf „Kauf“ ändern. Bei den restlichen Indizes werden wir bei Marktschwäche unsere Empfehlung entsprechend nachziehen.

US-Steuerreform wird kommen

Rick Patel, Fondsmanager des Fidelity US Dollar Bond Fund, kommentiert die geplante US-Steuerreform:

Fondsmanager Rick Patel geht davon aus, dass die geplante Steuerreform in den USA in jedem Fall kommen wird – auch wenn die Ausgestaltung nach wie vor unklar sei. Grund dafür sind auch die 2018 stattfindenden Zwischenwahlen in den USA. Nach aktuellen Umfragen könnten die Republikaner ihre absolute Mehrheit verlieren. Denn die Wähler verspürten zunehmend Unmut über nicht umgesetzte Wahlversprechen. Daher seien die Republikaner mehr denn je darauf aus, sich bei der Steuerreform zu einigen.

„Ein neues Steuerrecht könnte die Anreize für Einzelpersonen und Unternehmen und deren Verhalten wesentlich verändern. Die US-Verbraucherausgaben sind maßgeblich für das Wirtschaftswachstum verantwortlich. Dementsprechend wird jede Änderung im Steuerrecht, die auch nur geringfügig in die Konsum- und Sparanreize eingreift, spürbare Folgen für die Gesamtwirtschaft haben“, so Patel. Unternehmen könnten ihre optimale Kapitalstruktur, ihre Investitionsbereitschaft und den richtigen Zeitpunkt ebenso überdenken wie die Wahl des am besten geeigneten Produktionsstandorts.

Camp-Plan als Basis für Steuerreform

Der neueste Entwurf basiert auf dem Steuerplan von Dave Camp von 2014. Die Eckpfeiler des Plans sind eine Vereinfachung des Steuergesetzes, eine Erweiterung der Bemessungsgrundlage und ein Unternehmenssteuersatz von 25 Prozent. Schätzungen zufolge kann dadurch ein potenzielles BIP-Wachstum von 0,2 Prozent jährlich erzielt werden. Der Camp-Plan ist aufkommensneutral konzipiert. Die Senkung der Unternehmenssteuer wird durch die Erweiterung der Bemessungsgrundlage ausgeglichen. Dabei werden seit langem bestehende Steuerregelungen zur Disposition gestellt: Einschränkung oder Abschaffung der Abzugsfähigkeit von Zinsen, ein territoriales Steuersystem und die Möglichkeit der steuerlich begünstigten Rückführung von Auslandskapital.

Für die Bürger würden durch den Plan die individuelle Absetzbarkeit von staatlichen und kommunalen Steuern entfallen, die Obergrenze für absetzbare Hypothekenzinsen sinken und Steuern auf Beiträge zur individuellen Altersvorsorge (401(k) Savings Plan) anfallen.

„Änderungen der steuerlichen Behandlung dieser Art der Altersvorsorge wurden im Wahlkampf mit keinem Wort erwähnt. Die Reaktion der Märkte bleibt abzuwarten“, so Rick Patel. Abgesehen von den Kontroversen könnte es für die Republikaner schwierig werden, auf eine derart wichtige Einnahmequelle zu verzichten, um eine aufkommensneutrale Steuerreform zu verabschieden.

Uncertainties around Brexit challenge UK credit outlook

The uncertainties around the United Kingdom (UK)’s future economic relations with Europe continue to present significant challenges to the country’s economic outlook. Given the significant costs associated with a ‘hard Brexit’, Scope’s view is that some form of ‘soft Brexit’ remains the most likely outcome. This should come with an extended negotiation horizon and/or multi-year transitional arrangement beyond 2019. However, alternative ‘no Brexit’ and hard Brexit scenarios remain on the table. Scope examines the potential rating effects of the three core scenarios.

Brexit negotiations are under way, as the 29 March 2019 deadline for an exit from the European Union (EU) approaches. Scope’s view is that the most likely scenario remains some form of eventual soft Brexit arrangement, maintaining full or partial access to the single market. However, to reach such an arrangement, the UK may need to compromise on important issues, including the free movement of people. Negotiations surrounding a soft Brexit scenario could last significantly past the two-year window given under Article 50, potentially requiring an extension of Article 50 negotiations and/or post-Brexit transitional arrangements.

Scope considers a no Brexit (or reversal) scenario to be the second most probable scenario. With the multi-year horizons relevant to Brexit in mind, Scope believes that there is the potential for shifts in public opinion. This was shown in recent opinion surveys that found more respondents for ‘Remain’ if another referendum were held than for Brexit. While the EU would likely welcome such a ‘Breversal’, Scope however believes there is reason for caution in that a scenario in which the UK eventually remains in the EU could revive momentum towards a multi-speed Europe.

Given the limited foresight shown in current negotiations, the stated intention of the current government to seek a hard Brexit, and the low likelihood that any transitional arrangement will be concluded in the near term, concerns of the third scenario – a hard Brexit – are however likely to remain central to the discourse, in Scope’s view, and grow if no deal prevails as the 2019 deadline approaches.

The rating implications under each of the three core scenarios – soft, no and hard Brexit – depend on the path of Brexit negotiations, how much uncertainty is generated prior to any end-state, and how much policy regression occurs meanwhile. Soft and no Brexit scenarios might be the most conducive to a stabilisation of the UK’s rating outlook. However, Scope notes that under each of the three scenarios, there remains the possibility for a rating downgrade if the terms of an exit or deterioration in macroeconomic conditions or public finances materially weaken the UK’s sovereign credit profile.

Please find the full report attached on the left.

Das unterschätzte Wertsteigerungspotential digitaler Plattformen

von Philipp Haas, Analyst bei der DJE Kapital AG, u.a. für die Sektoren Technologie und Medien.

In den Finanzmedien wird oft über die allseits bekannten, weltweit größten Internetunternehmen diskutiert. Während manchen Marktteilnehmern bei den teilweise stark gestiegenen Aktienkursen dieser Unternehmen mulmig wird, darf man nicht vergessen, dass die Tech-Werte der Plattformökonomie zuzurechnen sind. Je größer sie werden, umso stärker und attraktiver wird das Geschäftsmodell. Ihren Erfolg verdanken sie nicht primär ihrem erfolgreichen technischen Produkt, sondern dem sogenannten Netzwerkeffekt. Je mehr Nutzer eine digitale Plattform verwenden, desto höher wird der generierte Wert für die jeweiligen Nutzer. Dies gilt für soziale Netzwerke genauso wie für Softwareplattformen, Dating-Apps oder E-Commerce-Handelsplattformen. In solchen „The winner takes it all“-Märkten ist es wichtig, schnell und frühzeitig einen großen Marktanteil zu erlangen. Gewöhnen sich Konsumenten an eine Plattform, haben sie zudem einen immer geringeren Anreiz, diese zu wechseln. Das schafft hohe Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer. Darüber hinaus verfügen am Markt etablierte digitale Plattformen über sehr erfolgreiche, skalierbare Geschäftsmodelle. Frei nach Warren Buffet ähneln diese einer Steuer, da man an jeder Transaktion mitverdient, ohne dass dadurch nennenswerte zusätzliche Kosten entstehen, was starkes und nicht kapitalintensives Wachstum ermöglicht. Das ist auch der Grund dafür, weshalb viele der besten Aktien der letzten zehn Jahre der Kategorie digitaler Plattformen zuzuordnen sind. Um eine erfolgreiche Plattform am Markt zu etablieren, ist allerdings zu Beginn viel Finanzkraft, Ausdauer, ein sehr gutes Produkt und auch etwas Glück erforderlich. Neben den großen, bekannten Anbietern gibt es auch spannende, erfolgreiche digitale Plattformen aus der zweiten Reihe, bzw. in kleineren Märkten wie Dating. Mittelfristig gesehen bieten auch diese durchaus Potential für Kurssteigerungen, unter Berücksichtigung möglicher Risiken.

Plattformen sind traditionellen Geschäftsmodellen überlegen

Wie in dem Buch „Platform Revolution“ von Geoffrey G. Parker beschrieben, sind Firmen, die mit einem herkömmlichen „Pipeline“-Modell (Vorne kommen Rohstoffe und Arbeit rein und hinten kommt ein Produkt heraus.) gegen eine digitale Plattform antreten, stark benachteiligt und ziehen fast ausnahmslos den Kürzeren. Gerade deutsche Unternehmen unterschätzen den Wert des erfolgreichen Zusammenführens von Angebot und Nachfrage. Die Deutschen sind traditionell eher Produzenten als Händler: Sie entwickeln sehr gute Produkte, vernachlässigen aber oft Marketing, Verkauf und Handel. Dass Deutschland und Europa – anders als die USA und China – kaum erfolgreiche digitale Plattformen besitzen, ist aus zwei Gründen problematisch: Einerseits für die Wirtschaftsentwicklung an sich, andererseits aber auch für Investoren, die ihren Blick nur allzu oft primär auf den Heimatmarkt richten.

Digitale Plattformen als wachsende Cash-Cows

Der Clou: Digitale Plattformen müssen nur so viel in sich selbst bzw. in die eigene Plattform investieren, um attraktiv genug zu sein, um die Nutzer weiter an sich zu binden. Ein Plattformwechsel geschieht sehr selten, meist nur aufgrund eines Generationswechsels, technologischer Umbrüche oder Fehler des Managements. Dadurch können digitale Plattformen hohe Margen und freie Cash Flows generieren, die für Aktienrückkäufe und zukünftig wohl auch für Dividenden genutzt werden können. Derzeit ist es für diese Unternehmen aber oft noch attraktiver, das Kapital in Zukunftsprojekte und neue Dienstleistungen zu investieren. Erleichtert wird dies durch den direkten Endkundenkontakt und bei entsprechender Größe einer starken Marke.

Unser Fazit: Tech-Aktien mit Plattformcharakter bieten ein langfristig attraktives Chance-Risiko-Profil

Auch wenn es bei Tech-Aktien durch überhitzte Markttechnik kurzfristig – wie zuletzt im Juni 2017 – zu starken Abverkäufen kommen kann, bieten die guten Wachstumsaussichten dieser Unternehmen unserer Einschätzung nach immer noch ein langfristig attraktives Chance-Risiko-Profil. Wir sind davon überzeugt, dass wir bei dieser digitalen Revolution erst am Anfang stehen und keine der traditionellen Branchen davor sicher ist. In vielen DJE-Fonds sind diese digitalen Plattformen daher ein fester Bestandteil.

Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe
Die DJE Kapital AG ist seit über 40 Jahren als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit ca. 100 Mitarbeitern (davon rund 20 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 11 Milliarden Euro (Stand: 31.07.2017) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. Der Anspruch der DJE Kapital AG ist, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

Why invest in restructuring opportunities?

Equity investors often look for restructuring opportunities. We look at what this means and how such opportunities fit into a portfolio. By Nicholette MacDonald-Brown, Fund Manager and Co-Head of Pan European Equity Research at Schroders, as well as Martin Skanberg, Fund Manager at Schroders.

In the Schroders European Equities team, we look for stocks that have been mispriced by the market. That means we look at why the market valuation of a company may be wrong, and the factors that could lift a share price up to our estimate of fair value.

Restructuring is one of several factors that can boost share prices and is often missed, or misunderstood, by the wider market.

Why is restructuring important?

Restructuring is sometimes referred to as “self-help”. It is something a company can do of its own initiative to add value.

Many stocks find themselves buffeted by broad economic or sector trends over which they have little control. Restructuring is a way for companies to put themselves in the driving seat and optimise the performance of their business.

Companies often restructure during a downturn, so that they are best-positioned to take full advantage of any future improvement in business conditions.

What do we mean by restructuring?

Corporate restructuring can take many forms. It could be that a company has made an acquisition which it now needs to integrate with its existing operations. Or perhaps it is looking to reorganise its internal operations to cut costs, improve efficiency and enhance growth.

We have listed the main forms of restructuring below:

  • Cost restructuring
  • Mergers & acquisitions
  • Divestments
  • Capital allocation changes
  • New organisational structure

How does this work in practice?

An example of a company undertaking restructuring recently is lifts and escalators manufacturer Schindler. Our interest was piqued in late 2014/early 2015.

The industry has high barriers to entry and we saw Schindler as a high quality firm with a solid balance sheet. However, its profit margins persistently lagged behind those of its peers. We identified several restructuring measures being taken by the company that could cause that profit margin gap to close.

  • New organisational structure - Schindler was in the process of creating two global business areas: New Installations & Supply Chains and Service Business. The idea was that this would streamline the supply chain, improve internal reporting, and increase the efficiency of the business.
  • Rationalised product offering - One issue Schindler faced was that it had a broad range of products, which meant it was unable to operate a standardised manufacturing platform. However, the company refreshed its product offering and switched to three global product lines, which we felt should improve efficiency.
  • Moderating investment - Clearly companies do need to invest in their businesses but this can weigh on returns in the short-term. At the time we were looking at the stock, Schindler had already completed construction of four out of six new production facilities. That investment would then become productive over the coming years as production ramped up at the new sites.
  • Cost cuts - Schindler announced its “Fast Forward” cost-cutting programme in 2015, again with the aim of improving operating efficiency across the business.
  • Strong balance sheet - Schindler had a very strong balance sheet with a net cash position. In the past, this cash has been used to buy back shares, and the option remains for this to be restarted or for the company to announce a special dividend.

Life cycle of a restructuring investment

It is worth adding that we won’t necessarily continue to hold our investment in a stock while the entire restructuring story plays out.

In many cases, once the restructuring path becomes clear, the share price will respond accordingly.

If the shares rise to our estimate of fair value then it makes sense to sell and recycle the proceeds into a new opportunity.

Is this the same as recovery investing?

Recovery investors often look at companies in the process of restructuring but there are important differences. Firstly, recovery investing is about finding companies where the share price has fallen to low levels and where there is a prospect of the shares recovering to their historic valuation levels.

By contrast, we look for transformational restructuring. We aim to find opportunities where a company can restructure to such a degree that its historic valuation is no longer relevant. We’re looking for restructuring that can deliver a dramatic increase in the valuation that the market is prepared to pay for a company.

For this reason, we do not simply look for companies that are undervalued compared to their own history, or to the wider market. A company that on paper may seem expensively valued may still be an interesting opportunity for us, as long as we can identify the restructuring catalyst that should propel the share price higher.

How does restructuring fit into a portfolio?

Clearly restructuring opportunities carry an element of risk. It is hard enough for a company to identify the right strategy to restructure and improve returns, and it is harder still to execute that strategy effectively.

In the Schroder European Equities Team we will only invest in a restructuring opportunity if we have confidence that the management has the ability to see the restructuring through. We are fortunate to count on the support of an experienced team of analysts who are experts in their sector and work to identify the best investment opportunities.

Meanwhile, simply identifying an opportunity for restructuring will not on its own be enough for us to invest. Our starting point for any investment is valuation, and whether we think there is a mispriced opportunity. If the prospect of restructuring, and consequent improved returns, is already captured by the share price then there is no reason for us to invest.


Securities and sectors mentioned are for illustrative purposes only and not a recommendation to buy or sell.

This article has first been published on schroders.com.

Keine Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik

Jörg Angelé und Gottfried Steindl, beide RBI Wien, zur Eurozone.

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,6 % p.q. gewachsen. Außerdem wurde die vom Statistischen Bundesamt ursprünglich gemeldete Zuwachsrate für das erste Quartal von 0,6 % p.q. auf 0,7 % p.q. angehoben. Selbst bei einer unterstellten Zuwachsrate von je „nur“ 0,3 % p.q. im dritten und vierten Quartal ergäbe sich für das reale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr ein Zuwachs von 2,0 %. Tatsächlich deuten die bereits vorliegenden Daten für das laufende Quartal aber keine Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik an. Die Zuwachsrate dürfte daher ähnlich groß ausfallen wie im zweiten Quartal. Wir heben daher unsere Prognose für den Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts für 2017 von 1,7 % auf 2,1 % an. Unsere Prognose für den Anstieg der Verbraucherpreise im laufenden Jahr nehmen wir dagegen von 1,9 % auf 1,7 % zurück.

Unter den Daten in den kommenden Tagen werden sich die Marktteilnehmer vor allem auf die Schnellschätzungen für die Inflationsrate diverser Länder bzw. in der Eurozone für den Monat August konzentrieren. Immerhin ist die Entwicklung der Teuerung maßgeblich für die geldpolitische Ausrichtung. Zuletzt wurde klar, dass die Europäische Zentralbank ihre Strategie für 2018 in diesem Herbst beschließen wird. Somit dürften die Inflationsdaten für August und September maßgeblich Einfluss nehmen, wie rasch die Anleihekäufe zurückgenommen bzw. eingestellt werden. Unserer Meinung nach sollte die Inflationsrate in der Eurozone von 1,3 % p.a. auf 1,5 % p.a. geklettert sein. Die Kernrate erwarten wir dagegen unverändert bei 1,3 % p.a. Somit könnte der unmittelbare Druck für einen Renditeanstieg bei deutschen Anleihen nicht allzu hoch ausfallen. Bis Jahresende wird aber die Kernrate ein wenig anziehen und spätestens im Oktober, sollte die EZB eine Reduktion der Anleihekäufe beschließen. Wir erwarten daher auf Sicht Dezember einen Anstieg der Rendite für fünf- und zehnjährige deutsche Anleihen und empfehlen auf diesen Horizont zum Verkauf.

Neben den Zahlen zur Inflationsentwicklung sind folgende Daten von Interesse: Bei der Sentiment Umfrage der EU-Kommission erwarten wir einen Anstieg im Industriebereich, einen Rückgang im Dienstleistungssektor und eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas. Die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in Spanien und Italien sollten einen kleinen Anstieg ausweisen. In Deutschland und in der Eurozone sollte die Arbeitslosenquote im August bzw. Juli unverändert geblieben sein. Das Wachstum der Geldmenge M3 erwarten wir weiter rund um 5,0 % p.a.

Globale Herausforderung: Steigende Wasser-Nachfrage

von Huub van der Riet, leitender Portfoliomanager der Global Sustainable Opportunities Strategy bei NN Investment Partners.

Die wachsende Weltbevölkerung, eine steigende Nachfrage in der Landwirtschaft und Probleme wie Wasserverschmutzung und Klimawandel führen zunehmend zu einer Süßwasserverknappung. Weltweit haben schätzungsweise 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Etwa 4 Milliarden Menschen sind mindestens einen Monat im Jahr von Wasserknappheit betroffen¹. Neben dem Leid, das von Dürreperioden verursacht wird, stellt die Wasserknappheit ein großes Problem für Industrie und Landwirtschaft dar. 

Die globale Nachfrage nach Wasser wird sich in den kommenden 15 Jahren voraussichtlich nahezu verdoppeln¹. Ursachen dafür sind Bevölkerungswachstum, Verstädterung und eine Verschiebung der Ernährungsgewohnheiten hin zu eiweißreicheren Nahrungsmitteln. Darüber hinaus wird Wasser in der Regel durch lokale Regierungen künstlich billig gehalten, das kurbelt die Nachfrage an und wirkt Investitionen entgegen. Der Bedarf nach Süßwasser wird das zuverlässige, zugängliche Angebot bis 2030 weltweit voraussichtlich um etwa 40% übersteigen2.

Es gibt kein Allheilmittel, um diese offenkundige globale Krise zu lösen, da verschiedene Regionen und Länder sehr unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Investoren können allerdings dazu beitragen, dieses wachsende Problem durch eine Anlage in intelligente Lösungen anzugehen. Der wachsende globale Süßwassermarkt bietet eine Kombination aus Renditepotenzial und der Möglichkeit, in nachhaltige Projekte mit eindeutiger Wirkung zu investieren (Impact-Investing). Impact-Investing hat drei wesentliche Merkmale: Erstens einen klaren positiven Zusammenhang zwischen der anvisierten Investition und der gewünschten ökologischen und gesellschaftlichen Wirkung, zweitens die bestmögliche Messung der beabsichtigten Wirkung und drittens ein attraktiver finanzieller Ertrag.

Huub van der Riet, leitender Portfoliomanager der Global Sustainable Opportunities Strategy bei NN Investment Partners: „Unserer Ansicht nach gibt es kein Entweder-Oder zwischen gesellschaftlicher und/oder ökologischer Wirkung und finanziellen Erträgen. Anleger können zur Lösung dieses wachsenden Problems beitragen, indem sie in innovative und wirtschaftlich attraktive Lösungen investieren. Es werden umfangreiche Investitionen benötigt, um die Wasserinfrastruktur zu erhalten, zu verbessern und auszubauen.“ 

Wie die nachstehende Tabelle zeigt, lässt sich der „Wasser-Anlagemarkt“ in 17 Untersektoren unterteilen. Diese Segmente weisen einen unterschiedlich ausgereiften technologischen Entwicklungsgrad auf und haben daher unterschiedliche Eintrittsbarrieren. Die Segmente im unteren Teil der Tabelle sind bereits erheblich standardisiert und technologisch ausgereift. Das bedeutet Verdrängungswettbewerb bei niedrigen wettbewerbsfähigen Preisen. Die Segmente im oberen Teil der Tabelle bieten eine größere technologische Differenzierung und Innovationen und somit einen geringeren Preiswettbewerb und Mehrwert. 

Tabelle 1: Wasser-Untersektoren nach Größe und Wachstum3

Wassertechnologie

Marktwert (in Mrd. USD)

Wachstum

Die besten Unternehmen

Entsalzung

11

10%

Hyflux, IDE, AquaVenture

UV

22

9%

Danaher, Xylem, Calgon Carbon

Filtration

31

2-3%

Pentair, Dow Chemical, Danaher

Testung

8

4-6%

Danaher, Xylem, Thermo

Service

55

6%

Suez, Veolia

Industrielle Wasseraufbereitung

71

5.5%

Ecolab, Suez

Produziertes Wasser/Fracking

9

4-6%

Nuverra Environmental, Oasys Water

Wasseraufbereitung für Wohngebiete

13

7%

Pentair, Watts, Mueller Water

Messinstrumente

13

4-6%

Roper, Badger Meter, Xylem

Wasserversorgung

71

4%

American Water Works, Aqua America

Automatisierung

11

7%

Emerson, Rockwell, Honeywell

Wasserrechte

7

5%

PICO Holdings, Pure Cycle Corp

Bewässerung

9

5%

Valmount, Lindsey

Armaturen

50

2-3%

Emerson, Watts, Endress+Hauser

Pumpen

37

2-3%

Xylem, Flowserve, Pentair

Technik & Beratung

22

4-6%

Tetra Tech, MWH Global

Rohrleitungen

55

2-3%

Mueller Water

Summe

495

4,5-5,0%

 

Huub van der Riet fügt hinzu: „Unseres Erachtens ist es für Anleger wichtig, sich auf Unternehmen mit hochqualitativen Produkten und Dienstleistungen an der Spitze der technologischen Pyramide zu konzentrieren. Sie bieten Spielraum für Kurssteigerungen mit hohen und steigenden Kapitalrenditen. Aufgrund ihrer klaren Ausrichtung auf hochqualitative Lösungen und Dienstleistungen berücksichtigen wir bei unseren Analysen beispielsweise Unternehmen wie Xylem. Das umfangreiche Analystenteam von NN IP unterstützt uns bei der Identifizierung des Aufwärtspotenzials solcher Aktien.“ 

Xylem mit Firmensitz in den USA ist weltweit tätig und bietet eine Vielzahl an technologischen Lösungen, um den weltweiten Bedarf an Süßwasser, Abwasser und Energie zu decken. Das Leistungsspektrum umfasst hochwertige Filtertechniken, die Abwasser zur Wiederverwendung oder zum Ablassen in die Umwelt sammeln und aufbereiten. Xylem verkauft auch industrielle Pumpen, Mischanlagen, Aufbereitungsanlagen und Analyseinstrumente.

Andere Beispiele für börsennotierte Unternehmen im Wassersektor sind Pentair, Suez, Sabesp und American Water Works. Pentair stellt Lösungen bereit, die denen von Xylem ähneln. Das Unternehmen ist kein reiner Lösungsanbieter im Wasserbereich, aber es hat seine Aktivitäten in diesem Segment in den letzten Jahren deutlich erhöht. Suez ist ein französischer Versorger und ein Dienstleister im Bereich Wasser und Abfall. Sabesp ist das größte börsennotierte Wasserunternehmen in Brasilien und versorgt 27 Millionen Menschen mit sauberem Wasser. Es konzentriert sich auch auf urbanes Regenwassermanagement und Dienstleistungen im Bereich Entwässerung und Sanitärabwasser. Ein vergleichbares Unternehmen aus den Industrieländern ist American Water Works. Diese Firma ist das größte börsennotierte Wasser- und Abwasserversorgungsunternehmen in den USA und gewährleistet sauberes Wasser und Abwasserdienstleistungen für 15 Millionen Menschen in den USA und Kanada.

Van der Riet fasst zusammen: „Da die Wasserprobleme immer akuter werden, wird die Nachfrage nach den effektiven und wirksamen Lösungen dieser Art von Unternehmen stark steigen. Mit einer Anlage in solche Unternehmen leisten wir einen Beitrag zu dieser weltweiten gesellschaftlichen Herausforderung und streben zugleich nach attraktiven finanziellen Erträgen.“


Quellen
1) Quelle: Citi GPS: Global Perspectives & Solutions, April 2017
2) Quelle: Schlumberger Business Consulting (SBC) Energy Institute, 2017
3) NN IP, RBC Capital Markets, Januar 2017

Wachstumsbeschleunigung in den Schwellenländern

Das Wachstum der wirtschaftlichen Aktivität hat auf globaler Ebene deutlich zugenommen und ist breit abgestützt. Nach unserer vorläufigen Schätzung beträgt das globale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes vom ersten auf das zweite Quartal 3,7% (auf das Jahr hochgerechnet). Während die entwickelten Volkswirtschaften voraussichtlich mit 2,7% gewachsen sind, verzeichneten die Schwellenländer einen Zuwachs von 5,2%. In diesem Artikel sollen anhand von klassischen volkswirtschaftlichen Indikatoren die Schwellenländer näher betrachtet werden.

Kräftiges Wachstum

Die Schätzung für das reale Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern für das Jahr 2017 beträgt 4,6%, nach 4,3% im vergangenen Jahr. Das heurige Jahr wird damit das erste Jahr seit 2010 gewesen sein, in dem das Wachstum des aktuellen Jahres über dem des Vorjahres lag. Natürlich sind die Daten auf Länderebene heterogen. Das Niveau des Wachstums ist in China mit 6,8% und in Indien mit 7,2% hoch. Die beiden wichtigen rohstoffproduzierenden Länder Brasilien (0,7%) und Russland (1,7%) weisen zwar vergleichsweise niedrige Zuwächse auf, bemerkenswert ist jedoch, dass beide Länder die Rezession überwunden haben. Auf der negativen Seite stechen vor allem Südafrika (0,5%) und Saudi Arabien (0,4%) mit einer Stagnation hervor.

Fallende Inflation

Bei der Inflation gibt es zwei wichtige Entwicklungen. Erstens fällt im Aggregat die Inflation. In den Schwellenländern sind die Konsumentenpreise vom 4. Quartal 2015 bis zum 2. Quartal 2017 von 3,9% im Jahresabstand auf 2,5% gefallen. Vor allem in wichtigen Ländern mit einem früher erhöhten Inflationsniveau fallen die Preisveränderungen. Nennenswert sind Brasilien, Indien, Russland und Südafrika. Zweitens hat China den Deflationsdruck überwunden. In China sind weniger die gleichmäßig niedrig verlaufenden Anstiege der Konsumentenpreise sondern die Produzentenpreise von Relevanz. Diese sind  bis Mitte des vergangenen Jahres für einige Jahre hindurch gefallen. Auch deshalb stellte eine Deflation bis kurzem noch ein substanzielles Risiko für die Weltwirtschaft dar. Mittlerweile steigen die Produzentenpreise in China wieder an (Juli: 5,5% p.a.). Negativ: Die erhöhte Inflation in der Türkei (9,8% p.a. im Juli) und die ansteigende Inflation in Mexiko (6,4% p.a. im Juli).

Leitzinssenkungen

Die unterschiedliche Entwicklung der Inflation hat einen Niederschlag in den Zentralbankpolitiken gefunden. Erstens fallen im Aggregat der Schwellenländer die Leitzinsen der Zentralbanken. Genauer: Der durchschnittliche Leitzinssatz ist von 5,60% vor einem Jahr auf aktuell 5,0% gefallen. Zweitens sind in China von September 2016 bis Juni 2017 die Zinsen angestiegen. Diese Verschärfung des monetären Umfelds wurde auch von einer Verschärfung des regulatorischen Umfelds im Finanzsektor begleitet. Aktuell stehen vor allem zwei unbeantwortete Fragen im Zentrum des Investoreninteresses. Erstens: Wie groß ist der wachstumsdämpfende Effekt der Straffungsmaßnahmen in China? Zweitens: Welchen Effekt werden die absehbare Reduktion der Zentralbankliquidität in den entwickelten Volkswirtschaften und die Leitzinsanhebungen in den USA auf die Schwellenländer haben? Arbeitshypothese: Die Zentralbanken werden weiterhin sehr vorsichtig vorgehen. Dabei werden die Marktteilnehmer mittels Reden von Zentralbankmitgliedern auf marginale Änderungen vorbereitet (Forward Guidance).

Nur leicht erhöhte Budgetdefizite

Die jährlichen Staatsdefizite sind im Durchschnitt etwas zu hoch (durchschnittliches Budgetdefizit für 2017: 4,4%). Aus diesem Grund weisen die Staatsschulden einen leicht steigenden Trend auf (2007: 36% vom Bruttoinlandsprodukt; 2017: 49%). Das Schuldenniveau ist jedoch nach wie vor vergleichsweise niedrig (entwickelte Volkswirtschaften: 106%). Länder, die wegen der erhöhten Budgetdefizite näher betrachtet werden sind Brasilien (9,1%), Indien (6,4%), Argentinien (6,1%) und Saudi Arabien (9,4%).

Verlangsamung des Kreditwachstums zu Ende

Es gibt vor allem drei Gründe für die Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern von 2010 (7,4%) auf 2016 (4,1%) und die darauffolgende Beschleunigung, die natürlich miteinander in Verbindung stehen. Der erste Grund, rückläufige Produzentenpreisinflation in China von 2011 bis 2016, wurde bereits besprochen. Zweitens sind die Rohstoffpreise von 2011 bis Anfang 2016 kräftig gefallen. Die danach eingesetzte Stabilisierung hat insbesondere den rohstoffpreisproduzierenden Ländern Brasilien und Russland geholfen die Rezession zu verlassen. Dritten hat sich das Kreditwachstum (Schwellenländer exklusive China) von rund 20% p.a. im Jahr 2011 auf mittlerweile rund 7% abgeschwächt. In diesem Jahr haben sich die Anzeichen für eine Stabilisierung verdichtet. Damit fällt ein wesentlicher wachstumsdämpfender Effekt weg.

Für die weitere Entwicklung steht vor allem China im Fokus: Der Internationale Währungsfonds hat in einem kürzlich veröffentlichten Bericht vor einer Fortsetzung des kräftigen Kreditwachstums gewarnt. Der Kreditbestand (Staat, Unternehmen und Haushalte) betrug im vergangenen Jahr 242% vom Bruttoinlandsprodukt und könnte bis 2022 auf knapp 300% ansteigen. Tatsächlich stellt das Risiko einer „harten“ Landung in China ein wichtiges strukturelles Risiko für die Weltwirtschaft dar.

Günstiges Finanzumfeld

Das Finanzumfeld ist günstig: Die Zinsen, die Aufschläge für das Kreditrisiko (Staat und Unternehmen) und die Kursschwankungen (die Volatilität) sind niedrig und die Aktienkurse steigen an. Die Währungen der Schwellenländer haben im Durchschnitt die Entwicklung der Rohstoffpreise nachvollzogen. Auf die Abschwächung gegenüber dem US-Dollar von 2011 bis Anfang 2016 folgte eine Stabilisierung bzw. Festigung. Auch deshalb ist das Kreditrisiko von in US-Dollar denominierten Anleihen gesunken. Nachsatz: Die Investoren sind bereits „long“, d.h., sie sind bereits auf ein günstiges Umfeld positioniert.

Höhere Wettbewerbsfähigkeit

Eine wichtige Maßzahl für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes / einer Region ist der real effektive Wechselkurs (real effektive exchange rate oder REER). Dieser hat zwei wichtige Komponenten. Der nominell effektive Wechselkurs setzt eine Währung mit einem handelsgewichteten Korb von anderen Währungen in Beziehung. Danach wird der effektive Wechselkurs um die Inflationsunterschiede bereinigt. Ein ansteigender REER in einem Land bedeutet mithin einen Rückgang der externen Wettbewerbsfähigkeit weil entweder eine Währungsfestigung oder ein höherer Inflationsanstieg in dem Land im Vergleich zu den Ländern im Währungskorb stattfindet. Die Produkte dieses Landes werden eben teurer. Genau das ist im Durchschnitt der Schwellenländer von 2004 bis 2015 geschehen. Anfangs war das noch verkraftbar, weil die Rohstoffpreise angestiegen sind. Der Rückgang der Rohstoffpreise (erste Welle: 2008, zweite Welle: 2011) hat allerdings vor dem Rückgang der real effektiven Wechselkurse (Anfang 2015) eingesetzt. Das hat das Wirtschaftswachstum unter Druck gebracht. Mittlerweile haben sich sowohl die Rohstoffpreise als auch die REER stabilisiert. Genauer: Der nominell effektive Wechselkurs liegt aktuell rund 7% unter dem Hoch von 2015, der real effektive Wechselkurs immerhin noch um 5%. Lange Rede, kurzer Sinn: die Wettbewerbsfähigkeit der Schwellenländer hat zugenommen. Blick in die Zukunft: Eines der Risikoszenarien beinhaltetet einen abermaligen Verfall der Rohstoffpreise.

Externe Ungleichgewichte abgenommen

Während der Phase der Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der Rückgänge der Rohstoffpreise hat in den Ländern mit externen Ungleichgewichten (hoher Leistungsbilanzüberschuss in China, Russland und Saudi Arabien, erhöhte Leistungsbilanzdefizite in Brasilien, Indien und der Türkei) eine Anpassung stattgefunden. Mittlerweile sind sowohl die Überschüsse als auch die Defizite deutlich gesunken. Mit minus 4,7% (Schätzung für 2017) vom Bruttoinlandsprodukt ist das Leistungsbilanzdefizit in der Türkei allerdings immer noch erhöht.

Verbesserung mit „Schönheitsfehlern“

Betrachtet man die Schwellenländer anhand der acht Indikatoren Wirtschaftswachstum, Inflation, Leitzinsen, Fiskalpolitik, Kreditwachstum, Finanzumfeld, Wettbewerbsfähigkeit und externe Ungleichgewichte kann eine zum Teil deutliche Verbesserung festgestellt werden. Nachsatz: Wie immer bleiben Risiken bestehen. Jeder der acht Indikatoren hat „Schönheitsfehler“. Zudem: Auch kleine Länder, die hier nicht behandelt wurden, haben Probleme (Stichwort: Venezuela). Darüber hinaus gibt es noch andere als die acht beschriebenen Indikatoren (Stichwort: mögliche Handelskonflikte, geopolitische Konflikte).


Über den Autor
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.
Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.
Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Indonesien: Gar nicht so fragil

2013 galt Indonesien noch als eines der sogenannten „Fragile Five“ unter den Schwellenländern. Seither hat es ein fulminantes Comeback hingelegt. Im Mai wurde seine Staatsverschuldung auf Investment Grade hochgestuft, das erste Mal seit der Asienkrise von 1997.

In unserem hauseigenen Länderrisikoindex liegt das Land jetzt auf der höchsten Position in sieben Jahren1, so Patrick Zweifel, Chef-Ökonom von Pictet Asset Management. Die vorteilhafte demographische Entwicklung, hohe Investitionen im Verhältnis zum Sozialprodukt und auf breiter Ebene verbesserte Fundamentaldaten kommen dem Land zugute.

Länderrisikoindex Indonesien

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, 01.04.2017

Indonesien erntet nun die Früchte der in den letzten Jahren angekündigten Strukturreformen zur Verbesserung des Geschäftsumfeldes, der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit. Das Land ist im Ease of Doing Business-Index der Weltbank um 15 Positionen auf Platz 91 vorgerückt.

Noch immer relativ geschlossene Volkswirtschaft

Indonesiens relativ abgeschottete Wirtschaft macht das Land einigermaßen immun gegen zyklische Entwicklungen der Weltwirtschaft (etwa im Vergleich zu Singapurs eher zyklischer Tendenz). Es ist nicht Teil der asiatischen Produktionslieferkette sondern einer der größten regionalen Rohstoffexporteure, insbesondere nach China (sein Primärsektor steht für 26% des BIP).

Der Harte und der Zarte: Entwicklung des BIP in Indonesien gegenüber dem zyklischen Singapur

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, 01.04.2017

Positiver Ausblick für Inlandskonsum

Indonesien ist in den beiden letzten Jahren stetig gewachsen durch den signifikanten Anstieg bei Privatinvestitionen und Exporten. Der Konsum war eher enttäuschend (siehe Tabelle zu Einzelhandelsdaten), sollte jedoch einen Schub erleben.

Sehr hohes Konsumentenvertrauen und verbesserte Arbeitsbedingungen sollten zur Erholung des indonesischen Haushalts in der zweiten Hälfte des Jahres beitragen. Mittlerweile liegt die Inflation auf einem Niveau, das einen monetären Eingriff bis Jahresende unwahrscheinlich macht.

Einzehlhandel und Konsumentenvertrauen in Indonesien

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, 01.05.2017

Die Ansicht unseres Teams für Schwellenländeraktien: Boomender Markt für E-Commerce

Indonesien ist der unerwartete Champion für E-Commerce der Wirtschaftsgemeinschaft Asean, mit dem größten und am schnellsten wachsenden Einzelhandel im Internet. Zum Teil verdankt es dies den chinesischen Internetgiganten Tencent und Alibaba, die Anteile an lokalen Unternehmen erworben haben. Auch inländische Firmen beweisen ihre Fähigkeit, gebündelte Ecosystem-Modelle zu entwickeln.

Hauptattraktion des Landes: es ist nach Einwohnerzahlen die viertgrößte Nation der Welt, wobei die Hälfte der Bevölkerung unter 30 ist. Vor allem aber: Indonesiens nach Kaufkraftparitäten-adjustiertes BIP pro Einwohner hat soeben die Schwelle passiert, nach der der Onlinehandel in der Regel weiter ansteigt (USD10.000).

Es lohnt sich, das Land im Blick zu behalten.

Spitzenreiter: Indonesien führend im Bereich E-Commerce-Handel
Gesamtwachstum im Onlineeinzelhandel, 2016 (in lokaler Währung)

 

Quelle: CLSA, Euromonitor, eResearch,  US Dept of Commerce, 31.12.2016

Außerdem befasst sich unser aktueller EM Monitor mit der Frage, was die Wachstumserholung in den Schwellenmärkten antreibt. Daneben werden die üblichen Grafiken und Datentrends präsentiert, mit denen wir die Entwicklung am Schwellenländermarkt illustrieren. Zum kompletten EM Monitor.


1) Unser interner Schwellenländerrisikoindex besteht aus 6 Risikokomponenten, gemessen mittels 18 Indikatoren, die ein Universum von 29 Volkswirtschaften abdecken.

Über den Autor
Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Macro Research Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan sowie die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

19. Nationalkongress stellt Weichen für Chinas Wachstum

Ende des Jahres findet der 19. Nationalkongress der kommunistischen Partei in China statt, bei dem substantielle Veränderungen in der Landesführung erwartet werden. Um einen erfolgreichen Kongress zu gewährleisten ist davon auszugehen, dass die Regierung an der derzeitig stabilen ökonomischen Entwicklung festhält. Das offizielle Bruttoinlandsprodukt zeigt ein Wachstum von 6,9 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Damit ist die chinesische Wirtschaft auf gutem Wege das Wachstumsziel von 6,5 Prozent für das laufende Jahr deutlich zu übertreffen. Es ist somit davon auszugehen, dass der wirtschaftliche Reformprozess erst in der zweiten Amtszeit des chinesischen Präsidenten Xi Jinping angestoßen wird.

„Über die Stichhaltigkeit des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP) herrscht aufgrund der schnellen Datenerhebung seit längerem Skepsis“, sagen Stephen Halmarick, Chief Economist, und Belinda Allen, Senior Analyst for Economic and Market Research bei First State Investments. „Tatsächlich wurde berichtet, dass Premierminister Li Keqiang das offizielle Bruttoinlandsprodukt als unzuverlässig bezeichnet hat. Premier Li zieht aus diesem Grund Kennzahlen wie Rail-Cargo-Volumen, Stromverbrauch und die Vergabe von Bankkrediten heran, um das Wirtschaftswachstum zu bewerten. Diese drei Kennzahlen lässt Bloomberg in den ‚Li-Keqiang-Index‘ einfließen. Dieser Index zeigt eine höhere Volatilität als das offizielle BIP des Landes. Trotz des augenscheinlichen Peaks des Li-Keqiang-Index im Frühjahr 2017, zeigen aktuelle Wirtschaftsdaten ein solides Momentum im Reich der Mitte. Die industrielle Produktion lag im Jahresverlauf bis Ende Juli bei 6,8 Prozent und wurde sowohl durch gestiegene Exporte als auch dem zyklischen Aufwärtstrend der globalen Wirtschaft unterstützt. Diese Entwicklung wird außerdem von einer moderaten Inflation von unterjährig 1,4 Prozent im Juli begleitet, statt der prognostizierten 1,8 Prozent für das Gesamtjahr. In 2018 könnte die Inflation unserer Meinung nach einen leichten Anstieg auf 2 Prozent im Jahresverlauf verzeichnen. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte auf den 19. Nationalkongress am Ende des Jahres. Es wird erwartet, dass fünf der sieben Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees, das oberste chinesische Entscheidungsgremium, in den Ruhestand gehen. Diese Posten müssten neu besetzt werden. Von Präsident Xi, der zusammen mit Premier Li auch Teil des ständigen Ausschusses ist, wird erwartet, dass er seine politische Macht ausbauen wird. Präsident Xi dürfte sich in seiner zweiten Amtszeit vor allem mit dem Reformbedarf des Landes befassen. Staatliche Unternehmen sehen sich mit einer steigenden Verschuldung konfrontiert. Darüber hinaus soll das Wirtschaftswachstum Chinas zukünftig primär durch Konsumausgaben, statt durch Produktions- und Infrastrukturinvestments getrieben werden. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum des Landes in den kommenden Jahren auf durchschnittlich circa 6 Prozent pro Jahr verlangsamen könnte, obwohl der Internationale Währungsfonds die mittelfristige Wachstumsprognose von 6 Prozent auf 6,4 Prozent erhöht hat. Das nominale Wirtschaftswachstum dürfte jedoch stark bleiben und die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik für die Weltwirtschaft auch weiterhin von großer Bedeutung sein.“

Über First State Investments
First State Investments ist eine globale Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und spezialisierten Anlagesektoren. First State Investments gehört zur Commonwealth Bank of Australia und verwaltete zum 31. März 2017 im Namen ihrer Kunden weltweit ein Vermögen von 147,6 Milliarden Euro. In Australien ist First State unter der Bezeichnung Colonial First State Global Asset Management tätig. First State Investments bietet eine Auswahl von Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Kleinanleger weltweit, darunter Aktien-, Anleihe-, Multi-Asset-Anlagen und Anlagen in nicht börsennotierten Infrastrukturwerten. Unser Anlageansatz basiert auf der Verpflichtung, unseren Kunden auf lange Sicht bestmögliche Ergebnisse zu bieten. Zu diesem Zweck stellen wir sicher, dass unsere Interessen sich an denen unserer Anleger orientieren und halten an einer Unternehmenskultur fest, bei der wir stets im Interesse unserer Anleger handeln.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Viele Anlegerinnen und Anleger fürchten sich vor der Veranlagung in Aktien. Dabei steigen die Kurse von Aktien langfristig. Vielleicht ist diese Furcht nur dadurch begründet, dass der Zeitraum „langfristig“ unterschiedlich interpretiert wird? Johann Griener, Erste AM, möchte das Thema „Anlagezeitraum“ näher betrachten und stellt die Frage: „Gibt es gute und schlechte Zeiten bei der Veranlagung in Aktien?“

Bevor wir ins Detail gehen, erläutern wir, was wir unter „Veranlagung in Aktien“ und „Anlagezeitraum“ verstehen.

  • Veranlagung in Aktien: Dabei geht es nicht um Investment in einen oder ein paar ausgewählte Einzeltitel sondern eine Veranlagung in ein breit gestreutes Aktien-Portfolio – über Unternehmen, Länder und Branchen. Diese Streuung lässt sich mit einem globalen Aktienfonds umsetzen.
  • Anlagezeitraum: Zeitraum vom Kauf bis zum Verkauf des Investments.

Ein Index, der den globalen Aktienmarkt bestmöglich abdeckt, ist der MSCI World, ein anerkannter weltweiter Aktien-Index. Sehen wir uns diesen Index genauer an. Bei der Wertentwicklung (siehe Grafik) wurden Dividenden, also die jährlichen Ausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktionäre (abzüglich Quellensteuern), berücksichtigt. Die Wertentwicklung wurde in Euro umgerechnet – somit wird das Investment aus der Sicht eines Euro-Anlegers betrachtet.

Beginnen wir mit einer langfristigen Betrachtung über die letzten 40 Jahre.

MSCI World (inkl. Netto Dividenden, umgerechnet in EUR), logarithmische Darstellung des Charts
Zeitraum: 40 Jahre 07/1977-07/2017; Quelle: Datastream

Bei der sehr langfristigen Betrachtung werden zwei Entwicklungen augenscheinlich:

  • Der globale Aktienmarkt hat sich in den letzten 40 Jahren verdreißigfacht! Aus EUR 100,- wurden ca. EUR 3.000,-.
  • Innerhalb des Trends der steigenden Kurse gab es immer wieder größere Kursrückgänge, die durchaus länger gedauert haben.

Wenn Aktienkurse tendenziell steigen, wo liegt dann das Problem der Anlegerinnen und Anleger? Ist der Zeitraum falsch gewählt oder sind es die Kursschwankungen? Fakt ist, dass es in Österreich nur ca. 4 % Aktionäre gibt.

Was könnte im schlimmsten Fall passieren?

Vielen Anlegerinnen und Anlegern haben die beiden großen Kursrückgänge im letzten Jahrzehnt noch in leidvoller Erinnerung. Nehmen wir an, sie hätten zum Höchstkurs im September 2000 investiert. Wie lange hätte es wohl gedauert, bis die Kursverluste wieder aufgeholt worden wären?

Der Chart zeigt die Entwicklung des MSCI World (inkl. Netto Dividenden, in EUR) ab dem Höchststand im Jahr 2000, also den „Worst Case“.

MSCI World (inkl. Netto Dividenden, umgerechnet in EUR), Startzeitpunkt normiert auf 100 %
Zeitraum: ca. 14 Jahre; 09/2000 – 05/2014; Quelle: Datastream

Anlegerinnen und Anleger, die zum schlechtest möglichen Zeitpunkt das gesamte Kapital veranlagt hatten (September 2000), mussten beinahe 14 Jahre warten, um ihren Einstiegskurs wieder zu erreichen. Im Beobachtungszeitraum wurden zwei große Kursrückgänge verzeichnet: eine im Zuge der Technologie-Blase ab 2001 und die zweite ab dem Jahr 2008 (Finanzkrise). Viele Anlegerinnen und Anleger hatten keine Geduld, und zogen die Reißleine: „Nie wieder Aktien!“

Kann man es ihnen übel nehmen? Nein. Aber schade! Die Kurse sind zweimal bis auf ca. 40 % des Ausgangswertes gesunken. Es mehrere, länger andauernde Gelegenheiten, wo man günstig einsteigen hätte können – wenn man sich nur getraut hätte!

Gute Zeiten oder schlechte Zeiten?

Für die meisten Investoren sind Zeiten mit fallenden Kursen „schlechte Zeiten“.

Doch was ist mit jenen Anlegerinnen und Anlegern, die gerne investieren würden und auf tiefere Einstiegskurse warten? Für diese sollten die Kursrückgänge eigentlich „gute Zeiten“ bedeuten.

Wir können also festhalten:

  • Ob es sich um gute oder schlechte Zeiten für die Veranlagung handelt, ist objektiv nicht so einfach festzustellen.
  • Es wäre sinnvoll, einen Einstiegsplan für den Fall von Kursrückgängen zu haben. Dann können „schwierige Zeiten“ eine gute Ausgangsbasis legen – wenn die Kurse in Zukunft wieder steigen.

Welche Lehren können wir aus der vergangenen Kursentwicklung ziehen?

Ob und wann der Kurs eines Investments steigt, kann im Vorhinein niemand wissen. Die Erfahrung lehrt uns aber folgendes:

  • Der Zeitpunkt für Investments in die Aktienmärkte hängt häufig mit dem Mut der Anlegerinnen und Anleger zusammen. Je länger die Kurse in der Vergangenheit bereits angestiegen sind, desto höher ist auch der Mut.
  • Aktienmärkte unterliegen hohen Kursschwankungen. Dies wird sich in Zukunft nicht ändern. Um eventuelle Kursverluste wieder aufholen zu können, sollte die Dauer der Veranlagung entsprechend langfristig geplant werden. Was langfristig bedeuten kann, haben wir im Beispiel vorhin dargestellt.

Fazit

Ist gerade eine gute oder eine schlechte Zeit, um in Aktien zu investieren? Viele Anlegerinnen und Anleger verbinden „gut“ mit steigenden Kursen und „schlecht“ mit Kursrückgängen. Da Aktienkurse laufend nach oben und nach unten schwanken, wechseln sich gute und schlechte Zeiten ab. 

Natürlich wünschen sich die meisten Investoren, dass ab dem Zeitpunkt der Veranlagung der Kurs ihres Investments nur mehr steigt, oder zumindest nicht mehr unter den Kaufkurs fällt. Doch Wünsche werden an den Aktienmärkten selten erfüllt! Vielmehr geht es darum, einen entsprechend langfristigen Anlagehorizont zu haben und mit Kursschwankungen umgehen zu lernen.

Mit Investmentfonds können Sie bereits mit kleineren Beträgen z.B. monatlich in den Aktienmarkt veranlagen – und so das Risiko des falschen Einstiegszeitpunkts auf viele Termine verteilen. In der Erste Bank und den Sparkassen wird dieses Konzept auch s Fonds Plan genannt.


Über den Autor
Johann Griener ist seit 01.01.2001 in der Erste Asset Management GmbH im Bereich „Sales Retail“ tätig. In dieser Funktion betreut er v.a. die Sparkassen in Österreich mit aktuellem Schwerpunkt auf Oberösterreich. Der Aufgabenbereich umfasst die Servicierung, Schulung, Aus- und Weiterbildung der Sparkassen Mitarbeiter, die im Wertpapier-Bereich tätig sind. Dies bedeutet Erstellung und Abhalten von Präsentationen in den lokalen Instituten und in der Erste Asset Management mit dem Zweck den Absatz von Fonds der ERSTE-SPARINVEST, Ringturm und Erste Immobilien KAG zu fördern. Weiters unterstützt er die Sparkassen (österreichweit) bei der Eigenveranlagung (Nostro Geschäft). Zusätzlich werden von ihm auch zahlreiche Publikationen für den internen und externen Gebrauch entwickelt. Das „1x1 der Investmentfonds“, das von ihm erstellt wurde, liegt in allen Filialen der Erste Bank und der Sparkassen als Basislektüre und Einführung in die Funktionsweise von Investmentfonds für Kunden auf.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Fed bleibt Risikofaktor

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Steigende Wachstumsprognosen, weniger politische Unsicherheit und Schwellenländer, die sich überdurchschnittlich gut entwickeln: Makroökonomisch gesehen war dieses Jahr bislang recht stabil. Nun haben in jüngster Zeit die Inflationserwartungen und der sogenannte Trump-Trade kontinuierlich nachgelassen. Wie geht es also weiter?

Aus der Makro-Perspektive: Die Anleihemärkte sind gesättigt

Grundsätzlich steht die weiter wachsende wirtschaftliche Expansion im Einklang mit dem, was wir erwartet hatten. Eines unserer Hauptthemen in diesem Jahr ist der Aufschwung im Konjunkturzyklus, sprich der Anstieg der Wirtschaftsleistung, die voranschreiten wird und sich auf weitere Länder ausweiten dürfte.

Nichtsdestotrotz wachsen die Zweifel hinsichtlich der Wachstumsdaten, die zuvor noch konstant positiv überrascht hatten. Das trübt die Stimmung ein wenig. Wir sind einerseits überzeugt, dass das globale Wachstum trotzdem über den Vorjahreswerten liegen und die wirtschaftliche Expansion nicht beeinträchtigen wird. Andererseits müssen wir anerkennen, dass sich die Lage vor allem gegenüber der positiven ersten Jahreshälfte geändert hat.

Während die Wachstumserwartungen nach oben korrigierten, sanken gleichzeitig die Inflationserwartungen. Die letzten drei US-Verbraucherpreisindizes gingen besonders stark zurück. Unserer Meinung nach sprechen diese Daten gegen ein kurzfristiges Aufleben der Inflation. Dadurch, dass freie wirtschaftliche Kapazitäten gebunden sind, dürfte sich dies aber mittelfristig ändern. In den USA gab es seit 2003 drei Phasen, in denen der Kern-Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich so stark wie zuletzt gesunken ist. Immer ging dies mit einem sichtbar schwächelnden Ölpreiswachstum einher. Diese Kombination deutet darauf hin, dass auch die Kerninflationsrate betroffen ist. Schließlich waren die produktivitätsbereinigten US-Reallöhne in den vergangenen Jahren so hoch wie zuletzt in den 1950er Jahren. Die Reallohnsteigerungen waren zwar zum Teil ungeplant und auf eine unerwartet niedrige Inflation zurückzuführen, könnten sich aber auf das künftige Lohnwachstum auswirken. Entscheidend ist, dass all diese erschwerenden Faktoren nur vorübergehend relevant sind und davon auszugehen ist, dass sich die Inflation im weiteren Jahresverlauf stabilisiert.

Wie geht es nun weiter? Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es wahrscheinlich. Schließlich zeichnen sich zwischen der ersten und zweiten Jahreshälfte viele Parallelen ab. Der sich ausweitende wirtschaftliche Aufschwung wird die Arbeitsmärkte unter Druck setzen und die Inflationsraten beflügeln. Abzuwarten bleibt zweifellos, wann sich diese Faktoren gegenüber den temporären Inflationshemmnissen durchsetzen.

Die Anleihemärkte machen auf uns nach Jahren enttäuschender Wachstums- und Inflationszahlen und massiven Eingriffen durch die Zentralbanken einen eher gesättigten Eindruck. Die US-Zinsen sind für eine geplante geldpolitische Straffung gleichwohl noch zu niedrig. Es scheint zudem, dass die Märkte unterschätzen, wie sich eine Bilanzreduzierung der Fed und ein schrittweiser Ausstieg aus dem QE-Programm auswirken dürften.

Fixed Income: Drohende Inflationsrisiken

Wir stehen Staatsanleihen und insbesondere US-Treasuries skeptisch gegenüber, setzen nichtsdestotrotz auf Relative-Value-Investments. In anderen Ländern – im Gegensatz zu den USA – wird eine mögliche geldpolitische Straffung eher überbewertet. So preist der Markt beispielsweise in Kanada trotz der niedrigeren Inflation, des geringen Lohnwachstums und des erneut schwächelnden Ölpreises mehr Zinserhöhungen ein als in den USA. Um von diesen Unterschieden zu profitieren, setzen wir auf Relative-Value.

Spreadrisiken schätzen wir überwiegend neutral ein, bei Assets mit starkem Exposure auf eine geldpolitische Straffung durch die Fed sind wir eher zurückhaltend. Hierzu zählen beispielsweise Mortgage-Backed Securities (MBS) und Unternehmensanleihen. Verbriefte Kredite einschließlich MBS ohne Staatsgarantie und Collateralized-Loan-Obligations mit AAA-Rating haben mehr Wertpotenzial.

Schwellenländer sind nach wie vor interessant, wenngleich Staatsanleihen teuer erscheinen. In diesem Bereich sind die Bewertungen nach einer starken Rallye zu Jahresbeginn weniger attraktiv. Wir erkennen jedoch die Reformbemühungen in den Schwellenländern an und suchen weiterhin nach möglichen Investments. Generell sind die Fundamentaldaten in der Region vielversprechend wie auch Unternehmensanleihen. Zudem beobachten wir genau, ob China es schafft, sein Verschuldungsniveau abzubauen, ohne das Wachstum zu belasten.

Ein Risikofaktor bleibt weiterhin eine offensivere Geldpolitik seitens der Fed, die den Dollar stärken und Finanzierungsmöglichkeiten erschweren könnte. Dabei könnte auch die Volatilität von staatlichen Hypothekenanleihen auf den Kreditbereich übergreifen. Letztlich könnten vor allem steigende Löhne zu erhöhter Inflation führen. Angesichts der momentanen Marktlage ist davon auszugehen, dass selbst eine geringfügig höhere Inflation große Marktauswirkungen haben könnte.

Fazit

Zentral für uns – und für alle Anleihemärkte – ist das Auslaufen der extrem akkomodierenden Geldpolitik der Fed. Aufgrund eines stabileren Wachstums und angespannter Arbeitsmärkte dürfte die Zinspolitik der US-Notenbank weiter anziehen. Inflationsraten und Leitzinsen dürften in anderen Märkten hingegen wohl relativ niedrig bleiben.

Über Goldman Sachs Asset Management
Goldman Sachs Asset Management (GSAM) ist einer der global führenden Vermögensverwalter. GSAM beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter an 31 Standorten weltweit. Das Unternehmen stellt institutionellen und privaten Anlegern Anlage- und Beratungslösungen zur Verfügung, die das gesamte Spektrum an Anlageklassen, Branchen und Regionen umfassen. Unsere Anlagelösungen beinhalten Anleihen, Geldmärkte, börsengehandelte Aktien, Rohstoffe, Hedge-Fonds, Private Equity und Immobilien. Diese Lösungen stehen unseren Kunden im Rahmen unserer unternehmenseigenen Strategien, strategischen Partnerschaften und unseren offenen Architekturprogrammen zur Verfügung. In unseren Anlageteams setzen mehr als 700 Anlagespezialisten ihre Marktkenntnis, ihr Fachwissen im Bereich Risikomanagement und die technologischen Möglichkeiten von Goldman Sachs im Sinne unserer Kunden ein. Wir unterstützen sie dabei, sich in den dynamischen Märkten von heute zu behaupten und ermitteln Anlagechancen für ihre Portfolios, unter Berücksichtigung ihrer langfristigen Anlageziele. Wir stellen unsere globale Kompetenz den weltweit führenden Pensionsfonds, Staatsfonds, Zentralbanken, Versicherungsgesellschaften, Finanzinstituten, Stiftungen, Privatpersonen und Family Offices bereit. Im Auftrag dieser Kunden erbringen wir Anlage- oder Beratungsdienstleistungen. Per 31. Dezember 2016 belief sich das von GSAM verwaltete Vermögen auf 1,178 Billionen US-Dollar.

Geopolitische Spannungen lassen nach, Gold wird verkauft

Da sich die geopolitische Lage entspannte, verringerten die Anleger ihre Goldbestände, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht. Präsident Trumps unklare Haltung in puncto Wachstumspolitik schwächt den US-Dollar. Rohöl-ETPs verzeichneten in der fünften Woche in Folge Abflüsse. Bei den Lokalwährungsanleihen der Schwellenmärkte kam es nach der starken Entwicklung in diesem Jahr zu Gewinnmitnahmen.

Wir verzeichneten bei unseren Gold-ETPs (A0LP78) Abflüsse in Höhe von 107 Mio. USD, da die geopolitischen Spannungen nachließen. In der letzten Woche überraschten in den USA die Einzelhandelsumsätze für Juli sowie der Empire Manufacturing Index für August, was zu einer Stärkung des US-Dollar sowie zu steigenden US-Anleiherenditen führte. Zugleich geriet Gold unter Abwärtsdruck. Im Lauf der Woche konnte Gold einen Teil seiner Verluste wieder aufholen, während der US-Dollar aufgrund von Bedenken über die Zukunft der Trump-Administration an Boden verlor. „Präsident Trump gab etwa bekannt, dass er zwei Wirtschaftsberatungsorgane schließen wolle. Nach den zwei Terroranschlägen in Barcelona konnte Gold im Zuge der höheren Nachfrage nach sicheren Anlagewerten hinzugewinnen“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Zuflüsse in Short-USD-ETPS nahmen zu, da aus dem Protokoll des Offenmarktausschusses hervorging, dass innerhalb der Fed kein Konsens herrscht. Insbesondere ging aus dem Protokoll der letzten Sitzung hervor, dass sich die Fed nicht über die nächsten geldpolitischen Maßnahmen einig ist. Zur Schwäche des US-Dollar trug darüber hinaus bei, dass die Trump-Administration hinsichtlich der Wachstumspolitik keine klare Haltung hat. „In der letzten Woche stiegen die Zuflüsse in Short-USD-/Long-EUR-ETPs um 3,6 Mio. USD an, obwohl sich die EZB, wie das Protokoll ihrer Juli-Sitzung zeigt, um die Stärke des Euro sorgte. Insgesamt flossen seit Monatsanfang 13,3 Mio. USD in Short-USD-ETPs“, ergänzt Hein.

Die Abflüsse aus Rohöl-ETPs (A1N49P) setzten sich in der fünften Woche in Folge fort und beliefen sich in diesem Monat bisher auf 214 Mio. USD. Aus Long-Rohöl-ETPs wurden 17,9 Mio. USD abgezogen, wohl um Gewinne mitzunehmen, da die Rohölpreise immer noch um fast 7,8 Prozent höher als im letzten Monat stehen. Laut Energieinformationsbehörde erreichte die Rohölförderung in den USA ein Zweijahreshoch von 9.502.000 Barrel pro Tag, was die Bemühungen der OPEC, die globale Ölschwemme einzudämmen, teilweise zunichte machte. „Wir gehen davon aus, Rohöl in der Spanne von 40-55 USD/Barrel verbleiben wird“, so Hein.

Nach vier Wochen kam es in dieser Woche bei Schwellenmarktstaatsanleihe-ETPs (A14NSR) wieder zu Abflüssen. Sie betrugen 21,5 Mio. USD, wobei sich die Zuflüsse in Schwellenmarktanleihe-ETPs seit Jahresanfang mit 63,7 Mio. USD weiterhin auf einem erhöhten Niveau befinden. „Nach den diesjährigen Gewinnen der Lokalwährungsstaatsanleihen von rund 11 Prozent nehmen Anleger Gewinne mit, da sie annehmen, dass ein Anstieg des US-Dollar für Schwellenmarktwerte problematisch sein könnte“, schließt Hein.

Das Ende der Dollar-Schwäche ist in Sicht

Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Die zweite Jahreshälfte 2017 wird Anlegern voraussichtlich eher mäßige Erträge bescheren. Nach einer zwölfmonatigen, nahezu ununterbrochenen Hausse der Aktienmärkte beginnen diese aufgrund der auslaufenden Berichtssaison und höherer Bewertungen zu schwächeln. Geopolitische Risiken sorgen zwar für eine kurzfristige Erhöhung der Volatilität, doch sprechen ein moderates globales Wachstum und die geringe Inflation noch immer für Aktien. Solange diese Kombination vorherrscht, dürften Verkaufswellen an den Aktienmärkten kurz und ohne große Einschnitte verlaufen.

Die globalen Anleiherenditen bewegten sich auch am Ende des ersten Quartals unterhalb ihrer Höchstwerte. Die unerwartet niedrige Inflation kam dem Anleihemarkt zugute – trotz der Anzeichen für eine anhaltende Normalisierungspolitik der US-Notenbank (Fed) und der Erwartung, dass die Europäische Zentralbank in Kürze eine Bilanzreduzierung für 2018 ankündigen wird. 

Der US-Dollar erfuhr in den vergangenen Monaten eine starke Abwertung. Eine anhaltende Dollar-Schwäche scheint jedoch aus verschiedenen Gründen unwahrscheinlich. Zum einen handelt es sich bei den spekulativen Positionen am USD-Markt vorwiegend um Short-Positionen. Dies dürfte den Verkaufsdruck künftig verringern. Zum anderen rechnen die Anleger bis zum Jahresende nicht mehr mit einer Zinserhöhung der Fed. Damit liegen sie mutmaßlich falsch. Obwohl der nächste geldpolitische Schritt der Fed vermutlich auf eine allmähliche Bilanzreduzierung abzielen wird, ist die Mehrheit ihrer Entscheidungsträger der Ansicht, dass die US-Geldpolitik sehr expansiv bleibt – insbesondere angesichts der sinkenden Arbeitslosenquote. Dies lässt vermuten, dass die Fed den Leitzins in diesem Jahr noch einmal anheben und damit den Dollar stützen wird.

Die gegenwärtige wirtschaftliche Expansion in den meisten Schwellenländern scheint nachhaltig zu sein. Sorgen über das Wirtschaftswachstum in China liegen allerdings – wie meistens – nahe. Insbesondere durch den mittlerweile negativen Kreditimpuls ist ein Rückgang der Immobilien- und Anlageinvestitionen wahrscheinlich. Brasilien erholt sich dagegen allmählich und die meisten mitteleuropäischen Länder profitieren von dem stärkeren gesamteuropäischen Aufschwung. Insgesamt ist für 2017 von einem moderaten Wachstum der Schwellenmärkte auszugehen.

Dennoch nehmen wir bei unserer Asset Allocation eine vorsichtigere Haltung ein. Wir haben unsere Positionen in globalen Aktien reduziert, da diese nach dem zuletzt kräftigen Aufschwung zum Ende der Berichtssaison weniger Unterstützung erfahren dürften. Da die Anleihemärkte hoch bewertet bleiben, setzen wir vor der geldpolitischen Normalisierung weiterhin auf eine kurze Duration. Wir lenken unser Augenmerk verstärkt auf alternative Strategien, darunter auch traditionelle Relative-Value-Hedgefonds und Target-Return-Fonds. Target-Return-Strategien eignen sich in diesem Umfeld besonders, da sie bei geringer Volatilität und stabilen Renditen nur wenig mit globalen Aktien und Anleihen korrelieren.

New order: World in motion

Political change will have a significant impact on different sectors, affecting their future profitability. Andrew Howard, Head of Sustainable Research at Schroders, explains how.

The last few years have thrown up a series of political surprises. Rank outsiders overturning the odds have become so normal that equity markets have learnt to brace for impact and as a result, those impacts have become more muted.

Political leaders and commentators appear to have accepted that old rules may not hold even if there is little clarity on what the new rules are.

The changing political backdrop is a critical consideration for investors.

Governments are important stakeholders to companies in all sectors. Understanding how their priorities are changing and the implications for future profitability is an important part of our analysis of corporate sustainability.

Most commentary focuses on the immediate implications of each result. However, investors are better served by focusing on the structural lessons hiding beneath the headlines, sound bites and policy aspirations, rather than chasing news flow.

We have identified three key shifts in the political landscape that will outlast the next election cycle or today’s political personalities.

1. Fragmented electorate concerns; political instability

The combination of increased voter discontent and the faster speed with which power moves between parties and leaders creates an increasingly fluid, unstable political environment.

Historically, one or two topics dominated the electorate’s worries but the public’s agenda is widening so that far more topics have a significant influence on a material share of the population.

The result is an increasingly fragmented political environment, spanning a wider range of issues, in which power can migrate quickly from one group to another.

2. Economic challenges continue to build

Balancing the public sector’s books is a key part of government’s job description. Doing so is becoming harder as growth slows, populations age, welfare burdens rise and tax planning becomes more creative.

Tax cuts and spending programs may play well in focus groups but in the long term we are likely to see less of either. Over time, a transfer of costs from public to private accounts appears inevitable.

3. Divergence in business vs. political interests

Since the financial crisis, a business-friendly political backdrop has given way to tensions as social priorities have changed.

Analysis of IPSOS Mori’s historical surveys of social concerns in the UK highlights a shift from issues which broadly support businesses (like creating jobs) to those which present headwinds (like reducing immigration).

Implications for investing in a time of political change

The political shifts unfolding around the world will have significant ramifications for global companies and their investors. We outline four of those implications.

1. Currying political favour will become less rewarding

Political capital may become more of a liability as scepticism of the corporate sector grows, consumers’ political views become more disparate and political leadership becomes more fluid.

Although lobbying spending is typically a small proportion of profits, some industries and companies have established strong relationships and influenced policies in their favour.

The tailwinds those efforts brought may become headwinds going forward. The chart below plots the average levels of spending on lobbying and political contributions in each sector.

Graph: Intensity of lobbying and political contributions by sector

2. Adaptability will be key

A more fluid political backdrop raises the importance of adaptability over specific plans. Grounding strategic and investment goals in a specific vision of the world, however well thought-through, is less useful than ensuring business models are flexible to the changes that inevitably lie ahead.

To gauge corporate adaptability, the chart below compares the proportions of sales companies generate from product segments which existed in their business five years earlier.

On average, companies in every industry generate more than three quarters of their sales from well-established business units, but there are sizeable differences across sectors.

Graph: Average share of revenues from divisions which existed five years ago

3. Global business models under threat

Globalisation lies at the root of many of the issues that top voters’ concerns.

Opening economies to global trade, capital and migration puts unskilled workers into competition with cheaper labour in emerging economies, cedes policy control to market forces and raises immigration pressures.

The net result for economic growth is invariably positive but with the benefits unevenly concentrated in a minority of the population, democratic politics create a brake to globalisation when too large a share of the population ceases to benefit.

Those industries whose customers are most global, or rely on global supply chains, are likely to be most threatened by moves toward more protectionist attitudes and policies.

Graph: Global sales exposure vs. global cost exposure

4. Long term government spending and tax pressures

The need to balance their books eventually creates a constraint within which all governments need to operate.

Across major advanced economies, only Korea and Germany are running government surpluses while six of the G7 countries continue to operate with unsustainable deficits even after years of austerity measures.

A rise in taxation, cuts in government spending or a combination of both are an inevitable feature of future budgets, whatever political party is in power.

Those paying the lowest tax rates face the greatest risks of cost increases, whereas those most reliant on government spending are at the greatest risk of growth pressures.

Graph: Government revenue vs tax exposures

Conclusions

We have little to add to questions of how the UK’s Brexit negotiations will be affected by the general election result, whether Macron will succeed in transforming France’s political agenda or what excitement Trump’s next announcement holds.

More important is the direction of political travel and the journey ahead for global industries and their financial prospects.

We have identified several trends we expect to feature on that journey. While the outlook may be getting more complicated, a roadmap that includes those hurdles is becoming more important.


This article has first been published on schroders.com.

Technologie am Steuer

von Pieter Schop, Senior Portfolio Manager Equity Specialties und Manager Information Technology bei NN Investment Partners.

Im Automobilsektor erleben wir derzeit drei Megatrends: Elektrofahrzeuge, neuartige Fahrerassistenzsysteme und das vernetzte Auto. Technologieunternehmen profitieren von allen drei Trends. Die großen Automobilhersteller führen neue Technologien ein, um in der neuen – extrem innovativen und technologieorientierten – Welt der Kfz-Industrie wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Umfang und Wert der elektronischen Ausstattung und IT-Komponenten pro Fahrzeug nehmen deutlich zu und werden sich voraussichtlich gegenüber dem heutigen Stand noch verzehnfachen. Dieser Technologieschub erfordert große Investitionen. Traditionelle Autobauer, die mit dem Innovationstempo mithalten wollen, werden sich am Investitionsverhalten der Technologieunternehmen orientieren müssen. Das bedeutet auch, dass sie ihren Anlegern vermitteln müssen, dass ihr Fokus sich von Profitabilität auf Wachstumschancen verlagert.

Die jüngsten Übernahmeaktivitäten verdeutlichen, in welche Richtung sich die Welt nach Meinung der Branchenführer entwickelt. So erwarb Intel erst kürzlich für 15 Milliarden US-Dollar MobilEye, einen Entwickler von Software für autonomes Fahren. Der deutsche Chiphersteller Infineon hat ein Angebot für Wolfspeed abgegeben, doch scheiterte die Übernahme am Veto der US-Aufsichtsbehörden. Der Mobilchip-Hersteller Qualcomm erwarb im vergangenen Jahr für 47 Milliarden US-Dollar NXP, den größten Chiphersteller für die Kfz-Industrie. Aktuelle Forschungsinitiativen weisen in dieselbe Richtung: So arbeiten Google und Apple an Software für autonomes Fahren, und Ford hat den Leiter seiner Abteilung Smart Mobility zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Unter den Technologieunternehmen profitieren die Hersteller von Halbleitern, Steckverbindungen, Sensoren und Schaltkreisschutzeinrichtungen vom Trend hin zu Elektrofahrzeugen. Herstellern von Halbleitern, wie Infineon, Texas Instruments und NXP, kommt hier eine Schlüsselrolle bei der Lieferung von Wechselrichtern für den Einsatz in Elektromotoren zu. Hochspannungselektrizität, modernste Infotainment-Systeme sowie eine wachsende Zahl spezieller Sensoren erfordern zuverlässige Steckverbindungen. In diesem Bereich sind die Unternehmen TE Connectivity und Amphenol zu nennen.

Fast alle Autounfälle beruhen auf menschlichem Versagen. Entsprechend groß ist das Interesse an Fahrerassistenzsystemen. Sie dienen auch als Grundlage für das autonom fahrende Auto der Zukunft. Zunächst einmal muss jedes Fahrzeug umfassend mit Sensoren ausgerüstet sein. Nur so kann es alle Verkehrssituationen richtig erfassen. Damit Fahrzeuge völlig autonom fahren können, müssen die Sensoren in Echtzeit integriert zusammenwirken. Autonome Fahrzeuge müssen mit Servern, Mobilfunknetzen, mobilen Geräten und anderen Fahrzeugen kommunizieren können. Nicht zuletzt müssen sie überall und bei allen Witterungsbedingungen sicher navigieren. Daher müssen die digitalen Straßenkarten kontinuierlich aktualisiert werden, sodass das Auto weiß, wo es ist und auf Hindernisse und die Verkehrssituation in Echtzeit reagieren kann.

Das vernetzte Auto ist daher ein Bereich, auf den sich die Entwicklungsanstrengungen konzentrieren. Es gibt heute bereits über 20 Milliarden miteinander vernetzter Geräte. Diese Zahl könnte sich nach unserer Ansicht in den nächsten Jahren verdoppeln. Die vernetzten Geräte kommunizieren über 4G, WLAN, Bluetooth und andere Breitbandkanäle miteinander. So können Autos im Straßenverkehr Verkehrsdaten, Wetter, Geschwindigkeit und andere Informationen weiterleiten. Im Ergebnis bedeutet das einen geringeren Kraftstoffverbrauch, weniger Staus und höhere Sicherheit. Maxim und Texas Instruments stellen Komponenten her, die die schnellste unkomprimierte Videodatenübertragung ermöglichen, die für diese Echtzeitanwendung erforderlich ist.

Allerdings ermöglicht die Vernetzung auch Hackerattacken. Der Schutz von Daten, Sensoren und Steuerungseinrichtungen ist das wohl wichtigste Thema, was die Infrastruktur miteinander vernetzter Autos betrifft. Der unbefugte Zugriff auf Telemetrie-Systeme, Antriebe und sonstige Fahrzeugsysteme stellt eine Bedrohung dar. Unternehmen wie Symantec arbeiten an umfassenden Sicherheitssystemen, die Autos bis auf Sensorebene vor einem unerwünschten Zugriff schützen. 

Diese Entwicklungen in der Automobilbranche sind unserer Ansicht nach beispielhaft für die sehr guten Aussichten des Technologiesektors. Wir sind optimistisch, dass der Sektor den breiteren Markt auch künftig übertreffen kann, nicht zuletzt weil er langfristig eine zentrale Rolle bei der Produktivitätssteigerung in der Wirtschaft insgesamt spielt.

Global economic upswing is fertile ground for metals

The global economic environment, in the face of a US tightening cycle, is continuing to improve in both the developed and emerging world, while the earnings season is highlighting that corporates continue to beat expectations and grow earnings. Consequently corporate confidence and economic growth continue to grow which is helping turn around the pessimism that has plagued commodities since February.

Two key issues stand in the way of significant further upside in commodities: how aggressive will the US Federal Reserve be? and to what extent will geopolitical issues upset recent improvements in global growth? These issues have led to gyrations in gold, conflicted by the threat of rising interest rates while seen as a safe haven when geopolitical issues escalate. We expect the FED to remain cautious in policy setting, particularly when inflation looks to have cooled off in the shorter- term. We continue to see growing demand for commodities at a time when there is a continued lack of investment, particularly in the mining industry, we therefore see industrial metals as the most attractive commodities subsector.

  • Polarised agricultural sector: softs rebound, while grains slump. Concerns over a crop destruction are lifting coffee prices, while cocoa prices appear to be forming a base, rebounding from extremely depressed levels. In contrast, rising global grain inventories, resulting from rising production are driving the prices lower.
  • Price momentum to continue with a potential catch-up for tin. While industrial metals rose 7% on average, lead, zinc and tin were the sector laggards. We see a potential for tin prices to catch up as the International Tin Research Institute forecasts a market deficit for the next five years combined with an increase in Chinese imports due to the tax relief provided to the Yunnan Tin Company, the largest tin-producing company in the country.
  • Oil continues to trade in arange. After touching US$53/bbl, oil is once again declining as OPEC appears unable to get its act together. Despite all the tough talk, even its largest member – Saudi Arabia – is no longer complying with the production cap. US$40/bbl is likely to remain a floor as US production will be scaled down if prices fall below this level.
  • The escalation of tension between the US and North Korea boosted safehaven assets. All precious metals posted strong positive returns for the month.

Please find the full Commodity Monthly Monitor from ETF Securities attached on the left.

Kurzfristige EUR-Unternehmensanleihen: kurze Duration als Reaktion auf negative Zinsen

Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik und die solide Verfassung der Unternehmen sprechen für kurzfristige EUR-Unternehmensanleihen als Alternative zu Cash, so Justine Vroman, Investment Managerin im Fixed Income Team von Pictet Asset Management.

Europäische Fixed-Income-Anleger sehen sich mit einem schwierigen Anlageklima konfrontiert. Wie können Anleger Ihrer Meinung nach in diesem Umfeld von kurzfristigen auf EUR lautenden Investment-Grade-Unternehmensanleihen in ihren Portfolios profitieren?

JV: Anleger, die sich bei europäischen Anleihen engagieren, scheinen sich in einer Zwickmühle zu befinden. Einerseits sprechen negative Einlagenzinsen gegen Cash-Positionen, und die Anleger sind gezwungen, intensiver nach Renditechancen zu suchen. Andererseits erscheinen aber auch langfristige Anleihen nicht besonders attraktiv, da die robuste Erholung der europäischen Wirtschaft eine Normalisierung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank forciert, was höhere Langfristzinsen zur Folge haben könnte.

Bevor sich das Negativzinsumfeld herausbildete, konnten Anleger sicher sein, dass Cash-Anlagen zumindest eine positive Rendite einbringen würden. Heute fallen hingegen die Opportunitätskosten von Cash-Anlagen negativ aus, da die Gebühren der Depotbanken einen Teil des Kapitals aufzehren, und 3,2 Billionen EUR sind in negativ rentierenden Wertpapieren angelegt.1

Talfahrt in negatives Terrain
EUR-Tagesgeldzins (EONIA), %

Quelle: Pictet Asset Management, Bloomberg, per 31.07.2017

Diese Renditesuche kommt dem Markt für EUR-Investment-Grade-Unternehmensanleihen zugute, in den seit März 2016 16 Mrd. EUR geflossen sind. Aber das ist noch nicht alles.

Interessanterweise haben sich die Kapitalströme in die Anlageklasse nach den US-Präsidentschaftswahlen beschleunigt, während gleichzeitig verstärkt mit höheren Langfristzinsen gerechnet wurde. Dies bestätigt meine Einschätzung, dass die Flucht aus der Duration als weiterer Treiber für kurzfristige Unternehmensanleihen fungiert.

Kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen sind eine höher rentierende Alternative für flexible Anleger, die aus Cash-Instrumenten umschichten können. Die Rendite der Strategie Pictet-EUR Short Term Corporate Bonds liegt bei 0,25 Prozent bei einer Duration von 1,85 Jahren, während die Cash-Rendite -0,35 Prozent beträgt.2

Stabile langfristige Rendite
EUR-Investment-Grade 1-3J, Gesamtrendite

Quelle: Pictet Asset Management, Bloomberg, BofA Merrill Lynch Benchmark, per 31.7.2017

Unternehmensanleihen sind zwar volatiler und weniger liquide als Cash. Sie eignen sich aber für eine Diversifizierung, da Cash-Einlagen ein konzentriertes Depotbankrisiko aufweisen. Hinzu kommt, dass die Renditekurve üblicherweise am kurzen Ende am steilsten ist, sodass sich dort für jede Durationsverlängerung um ein weiteres Jahr die höchste Wertsteigerung ergibt. 

Auf EUR lautende kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen weisen im Vergleich zu breiteren laufzeitübergreifenden Strategien eine kürzere Duration auf. Somit können Anleger die Risiken im Zusammenhang mit einer restriktiveren Geldpolitik mindern, indem sie die Volatilität und die Sensibilität gegenüber Zinserhöhungen reduzieren. Durch Umschichtungen aus laufzeitübergreifenden Strategien in kurzfristige Anleihen können Anleger derzeit die Duration um 3,4 Jahre verkürzen, wobei sie lediglich auf einen Spread von 21 Basispunkten verzichten.3

 Kurzfristige Unternehmensanleihen sind ein attraktiver Kompromiss für Anleger, die einerseits auf der Suche nach höheren Renditen sind, andererseits aber lange Durationen meiden müssen. 

Wie wird sich die Geldpolitik der EZB Ihrer Meinung nach auf den Markt für kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen auswirken? Und wie schätzen Sie die Verfassung der Unternehmen im für Sie in Frage kommenden Anlageuniversum ein?

JV: Die EZB wird unseres Erachtens bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik einen graduellen Ansatz verfolgen und zunächst den Umfang der Anleihenkäufe verringern, bevor sie die Einlagenzinsen anhebt. Daher rechnen wir vorerst weiter mit negativen Kurzfristzinsen, was für einen anhaltend günstigen Carry spricht. Unser aktiver Ansatz, mit dem wir den richtigen Punkt am kurzen Kurvenende ermitteln, ermöglicht uns dabei eine Wertsteigerung.

Die Kreditspreads werden sich möglicherweise infolge der Drosselung der Wertpapierkäufe durch die EZB etwas weiten. Wir erwarten aber keine drastische Neubewertung, und das kurze Ende dürfte diesbezüglich abgeschirmt sein.

Anleger, die bei kurzfristigen Investment-Grade-Unternehmensanleihen engagiert sind, werden von einer Verbesserung der fundamentalen Verfassung der Unternehmen profitieren. Europäische Investment-Grade-Unternehmen haben infolge der Finanzkrise ihre Schulden reduziert und führen reichlich liquide Mittel in ihren Bilanzen. Höheres Wachstum und niedrigere Finanzierungskosten unterstützen die Bonitätskennzahlen. Unsere Gespräche mit den Unternehmensleitungen vermitteln zudem den Eindruck, dass die freien Mittel weiterhin nur vorsichtig und weniger aggressiv als in früheren Zyklen für Fusionen oder Übernahmen eingesetzt werden.

„Wir rechnen vorerst weiter mit negativen Kurzfristzinsen, was für einen anhaltend günstigen Carry spricht.“

Welchen Ansatz verfolgen Sie im Hinblick auf den Markt für kurzfristige Investment-Grade-Unternehmensanleihen?

JV: Die Strategie Pictet-EUR Short Term Corporate Bonds verfolgt das Ziel eines stabilen Risikoprofils bei gleichzeitiger Verlustbegrenzung. Die Anleger profitieren von unserem konservativen Ansatz, der eine disziplinierte Durationsverwaltung beinhaltet. Wir engagieren uns ausschließlich bei hochliquiden Investment-Grade-Anleihen, wobei der Schwerpunkt auf Laufzeiten zwischen einem und vier Jahren liegt. Papiere mit Laufzeiten zwischen vier und sechs Jahren machen höchstens 10 Prozent des Portfolios aus, und anders als einige Vergleichsprodukte legt der Fonds nicht in länger als sechs Jahre laufende Papiere an. Wir können bis zu 15 Prozent des Fondsvermögens in Anleihen mit Rating BB anlegen und so die Diversifizierung und die Rendite steigern.

Seit der Auflegung des Fonds im November 2013 mussten verschiedene Event-Risiken gemeistert werden – darunter die griechische Schuldenkrise Mitte 2014, die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft gefolgt von einem starken Verfall der Rohstoffpreise 2015 und Anfang 2016 sowie dem Brexit-Votum. Dank unseres disziplinierten Ansatzes konnte der Fonds allerdings stabile jährliche Erträge von 1,9 Prozent bei einer Volatilität von 0,6 Prozent erzielen.4

Wie ist Ihr Fonds für die kommenden Monate positioniert?

JV: Der Markt für europäische Unternehmensanleihen verzeichnete in den letzten Monaten eine starke Rally, in deren Verlauf sich die Spreads von 124 Basispunkten im Dezember auf 94 Basispunkte verengt haben.5

Da die Bewertungen inzwischen weniger Spielraum nach oben lassen, verfolgen wir einen moderateren Ansatz. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf Carry-Positionen, nehmen Gewinne bei Sektoren und Emittenten mit, die unseres Erachtens nur noch eingeschränktes Potenzial für eine Spread-Verengung bieten, und limitieren das Durationsrisiko angesichts der jüngsten Zinsschwankungen.

Wir reduzieren unsere Positionen außerhalb der Benchmark, indem wir den Anteil vier- bis sechsjähriger Anleihen auf unter 3 Prozent begrenzen und den Anteil von Anleihen mit Rating BB bei etwa 6,5 Prozent und damit unter der Hälfte unseres Limits halten.

Bei der Allokation richten wir den Fokus auf einige Themen, bei denen die langfristige Aussicht auf höhere Zinsen zu den wichtigsten Treibern gehört:

  • Finanzen: Der Sektor gehört zu unseren Favoriten, da die erwartete Kurvenversteilerung günstig für Versicherer und Banken ist. Darüber hinaus ist der Entschuldungsprozess bei italienischen und spanischen Banken ebenfalls ermutigend. Dieser Einschätzung tragen wir Rechnung mit Engagements bei nachrangigen Anleihen europäischer Kernbanken und diversifizierter Versicherer.
  • Sektoren mit Konsumbezug: Höhere Zinsen könnten eine Belastung darstellen. Wir sind auch in Bezug auf Einzelhandelsunternehmen vorsichtig, da der Sektor auf globaler Ebene umwälzenden Kräften ausgesetzt ist, wobei bestimmte Geschäftsmodelle durch das sich ändernde Konsumverhalten mit Risiken konfrontiert sind.
  • Automobile: Im Automobilsektor gehen wir äußerst selektiv vor, insbesondere bei Emittenten mit Bezug zum US-Markt, der sich in einer späten Zyklusphase zu befinden scheint. Wir halten vorrangige Anleihen von Automobil- und Autoteileherstellern sowie von „aufsteigenden Sternen“, d.h. Emittenten, die in den kommenden Monaten Investment-Grade-Status erreichen könnten, und einige hybride Anleihen.

Quelle
1) Quelle: Bloomberg, BofA Merrill Lynch Benchmark, Pictet Asset Management, per 31.7.2017
2) Basierend auf den EONIA-Zinsen. Quelle: Bloomberg, per 31.7.2017
3) Quelle: Bloomberg, BofA Merrill Lynch, per 31.7.2017
4) Annualisierte Renditevor Gebühren, seit Auflegung, annualisierte Volatilität ohne Ausschläge, per 31.7.2017. Quelle: Pictet Asset Management
5) Quelle: Pictet Asset Management, BofA Merrill Lynch Benchmark, per 31.7.2017

Über die Interviewpartnerin
Justine Vroman kam 2010 zu Pictet Asset Management. Sie ist Investment Managerin im Fixed Income Team mit Spezialisierung auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Davor war sie ein Jahr lang als Praktikantin mit Studienabschluss im Fixed Income Team tätig.
Bevor sie zu Pictet kam, absolvierte sie drei 6-monatige Praktika als Analystin, zuerst bei Natixis, dann bei Calyon Credit Agricole Corporate and Investment Banking und schließlich bei Clarified Partners. Justine Vroman hat einen MSc in Finanzen von der französischen Wirtschaftshochschule EDHEC und der Universität Strathclyde. Zudem hat sie ein Diplom als CIIA (Certified International Investment Analyst).

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Kreditverbriefungen als aussichtsreiche Anlageklasse

Eugene Philalithis, Manager des Multi-Asset-Fonds Fidelity Zins & Dividende, über Kreditverbriefungen.

Anleiheinvestoren diskutierten derzeit heftig, für welche Anlageklasse die Aussichten auf kurze bis mittlere Sicht besser sind: Kreditverbriefungen oder Hochzinsanleihen, sogenannte High Yields.

Kreditverbriefungen sind erstrangig besichert und haben damit die höhere Sicherheit bei Ausfällen in der Kapitalstruktur des Emittenten. Zudem ist ihre Insolvenzquote, das heißt der prozentualen Betrag, den der Investor bei einem möglichen Ausfall des Emittenten vom Nominalbetrag zurückbekommt, im Vergleich zu High Yields deutlich höher.

Beim Vergleich beider Investmentinstrumente sollte man überprüfen, welchen Zweck sie im Portfolio verfolgten, welche Risikoneigung man habe und wie sich das aktuelle Marktumfeld darstelle. Bei allen drei Punkten gibt Eugene Philalithis, Fondsmanager des 6,3 Milliarden Euro schweren Fidelity Zins & Dividende[1], Kreditverbriefungen derzeit den Vorzug vor Hochzinsanleihen.

Steigende Zinsen erwartet

„Wir stehen am Beginn einer Phase mit steigenden Zinsen. Zudem ist unser vorrangiges Ziel, regelmäßige Erträge zu generieren und hohe Kapitalschwankungen zu vermeiden“, so der Fondsmanager.

Einer der wesentlichen Vorteile dieser Vehikel bestehe darin, dass sie eine flexible Verzinsung bieten. Zinserhöhungen beeinträchtigen ihre Erträge daher nicht unmittelbar. Allmählich steigende Zinsen würden für High-Yield-Anleihen sprechen. Denn die bei Kreditverbriefungen parallel zu den Zinsen langsam steigende flexible Verzinsung gleiche ihren Renditeabschlag zu High-Yield-Anleihen nicht aus. Allerdings spreche das Gebaren der Zentralbanken, lieber heute als morgen die geldpolitischen Zügel zu straffen, eher für einen schnellen als einen allmählichen Zinsanstieg.  

„Unsere derzeitige Präferenz für Kreditverbriefungen hat vor allem mit ihren im Vergleich geringeren Risiken zu tun. Von höheren Renditen – wie bei High Yields häufig der Fall – geht zweifellos ein Risiko für Ertragsanleger aus. Indem wir Kreditverbriefungen den Vorzug vor Hochzinsanleihen aus Europa oder USA geben, können wir einen Teil dieses Risikos im Gesamtportfolio abfedern“, sagt Philalithis.

High-Yield-Anleihen bringen es in diesem Jahr problemlos auf höhere Kapitalerträge. Aber der inzwischen geschrumpfte Renditeaufschlag mindert ihr Aufwärtspotenzial. Sowohl in den USA wie auch in Europa notieren die Hochzinsmärkte mittlerweile über dem durchschnittlichen Emissionspreis ihrer Anleihen.

Über Eugene Philalithis
Eugene Philalithis managt bei Fidelity International Multi-Asset-Portfolios. Vor seinem Wechsel zu Fidelity im Jahr 2007 war er bei Russell Investments für Multi-Manager-Rentenmandate mit einem verwalteten Vermögen von rund 10 Milliarden US-Dollar zuständig. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Fondsmanagement. Am Imperial College in London hat er sein MBA-Studium sowie seinen Bachelor of Engineering absolviert und ist CAIA Chartholder.

How will central bank tightening affect emerging market bonds?

Rajeev de Mello, Head of Asian Fixed Income at Schroders, explains that emerging markets are prepared for tighter monetary policy and highlights the Asian countries offering the most attractive yields. The original article at Schroders.com includes two videos with Rajeev de Mello.

Emerging markets are prepared for central bank tightening

Investors are worried; they’re hearing noises from the US Federal Reserve and the European Central Bank about reducing balance sheets and hiking rates. They are wondering whether that will have an impact on emerging markets and on Asian bonds.

In the past, they’ve been right to worry. Generally, when central banks start tightening, it does affect emerging markets.

However, this time round, we’ve already had that event happen back in 2013, so the markets have got over it already.

The central banks in the West and the Bank of Japan have been careful to talk about a very gradual normalisation of the exit from very low interest rates and a very gradual reduction of their balance sheets.

So, there are no surprises, there’s plenty of communication and we think emerging market investors are well set up. Those that are invested should remain confident that we will not see a big drop off in values - at most, a small correction.

Which Asian countries offer the best yields?

In this very low global environment for volatility, we have to look for yields. Within Asia, we identify countries which have higher yields and very stable macroeconomic fundamentals.

Indonesia is one of the countries which we favour: 7% yields for 10-year bonds; a very stable currency; low deficits including a low trade deficit. These are generally all positives for bond investors.

India is another country we like: 6.5% yields around the 10-year part of the curve; also, low central government deficit; a lot of foreign inflows; stable currency.

China’s bonds also offer potential for investors: 3.5% yields but also the opportunity to have an offset in case there is some risk coming from China. Government bonds are usually the safe haven that investors flock to.


This article has first been published on schroders.com.

Deutsche Autohersteller aus Nachhaltigkeitsuniversum ausgeschlossen

von Walter Hatak, Research Analyst bei der Erste AM.

Gab es geheime Absprachen zwischen VW, Audi, Porsche sowie Daimler und BMW? Wurde versucht den Wettbewerb gezielt außer Kraft zu setzen? Medienrecherchen legen einen Verstoß gegen das Kartellrecht nahe und zeigen einen Zusammenhang zwischen der Dieselabgasaffäre und den in gemeinsamen Arbeitsgruppen gefällten Vereinbarungen.

„Ein schnelles Update (natürlich kostenlos als besonderer Service für den geschätzten Kunden) und damit ist das leidige Abgas-Thema aber bitte wirklich beendet.“ So könnte man das Ergebnis des Diesel-Gipfels in Berlin zusammenfassen, bei dem die Firmenchefs der größten Autobauer vertreten waren, nicht jedoch die Regierungschefin selbst. Die Abwesenheit von Frau Merkel mag daran liegen, dass der Abgasskandal keine Wählerstimmen bringt, egal welche Position eingenommen wird. Zudem kennt man sich ohnehin (Die Cheflobbyisten von BMW, Daimler und VW hatten zuvor in führenden Positionen in der Politik für CDU, CSU oder SPD gearbeitet1).

Absprachen zur Diesel-Abgasreinigung

Auslöser für den Dieselgipfel war der vom Spiegel-Magazin aufgedeckte Kartellverdacht in der deutschen Autoindustrie2. Demnach gab es seit den Neunzigerjahren geheime Absprachen zwischen Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Dabei wurde auch die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen thematisiert, mit dem Ziel, eine einheitliche Größe der „AdBlue“-Tanks festzulegen – am freien Wettbewerb war man nicht interessiert. („AdBlue“ ist eine vom deutschen Verband der Automobilindustrie geschützte Bezeichnung für ein Harnstoffgemisch, das bei Dieselmotoren in den Abgasstrom eingespritzt wird, um Stickoxide und Ammoniak zu Wasserdampf und Stickstoff umzuwandeln.)  Einerseits wollte man dem Kunden nicht zumuten, bei jedem dritten bis vierten Tankstopp das Harnstoffgemisch selbst auffüllen zu müssen, wodurch der Dieselantrieb vermutlich einiges an Charme verloren hätte. Andererseits sind größere Tanks mit höheren Kosten verbunden und nehmen wichtigem sonstigen Interieur den Platz weg. Somit blieb nur die Option die Einspritzung von „AdBlue“ zu drosseln. Dies führte allerdings zu der folgenden Fragenkette:  Wie können mit einer verringerten Einspritzung die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden? Müssen die Grenzwerte überhaupt jederzeit eingehalten werden? Wäre es nicht eine mögliche Option durch eine spezielle Software die Einspritzung zu steuern, sodass die Grenzwerte nur am Prüfstand eingehalten werden?

Platzen der Harn(-stoff)blase

Damit war der Startschuss für den Einsatz von (Schummel-)Software zur „Optimierung“ der Harnstoffeinspritzung gefallen. Die Blase ist allerdings seit September 2015 mit dem Bekennerschreiben von Volkswagen geplatzt. Der Einsatz dieser Software stellt nicht nur einen Gesetzesverstoß dar, es wurde durch den verstärkten Ausstoß von giftigen Stickoxiden auch wissentlich die Luft verschmutzt und damit die Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt4. Als Vorreiter und Marktführer trägt die deutsche Automobilindustrie eine besondere Verantwortung. Doch statt freiem Wettbewerb um die Entwicklung des saubersten und effizientesten Autos, hat es den Anschein, dass im Hinterzimmer (unter Duldung der Politik) genau dieser versucht wurde zu unterbinden. Das kostenlose Update der eingesetzten Software verbessert womöglich die Effizienz der Einspritzung, ohne zusätzliche technische Maßnahmen oder einer Erhöhung des „AdBlue“-Nachfüllintervalls ist es allerdings äußerst fraglich, ob diese Lösung ausreichen wird4.

Auswirkung auf das investierbare Nachhaltigkeits-Universum

Sicher ist jedenfalls, dass unser Update der investierbaren Unternehmen nicht ohne Folgen bleibt. Aufgrund der Dieselabgasaffäre waren die vom Kartellverdacht betroffenen Unternehmen Volkswagen, Audi und Porsche für die nachhaltige ERSTE RESPONSIBLE Fondsfamilie ohnehin nicht investierbar (ebenso wie der Zulieferer Robert Bosch GmbH).

Die nun bekannt gewordenen Absprachen, die als Ausgangspunkt des Dieselskandals gesehen werden, in Verbindung mit offensichtlich fehlendem politischen Lösungswillen sowie einer laschen Aufsicht seitens des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA)5 führen zu einem Update bei BMW und Daimler. Diesel Titel sind ab sofort und bis auf weiteres ebenfalls aus dem investierbaren Nachhaltigkeits-Universum ausgeschlossen. 


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Quellen:
1) http://www.politico.eu/article/das-auto-kartell-more-questions-than-answers/
2) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/volkswagen-audi-porsche-bmw-und-daimler-unter-kartellverdacht-a-1159052.html
3) 57 Prozent (%) der städtischen verkehrsnahen Luftmessstationen registrierten im Jahr 2015 Überschreitungen der Jahresgrenzwerte. (http://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/stickstoffdioxid-belastung#textpart-2)
4) http://www.sueddeutsche.de/auto/diesel-gipfel-in-berlin-warum-software-updates-das-diesel-problem-nicht-loesen-1.3613983-2
5) WirtschaftsWoche, 04/08/2017, Ausgabe 32: „Die Verwalter der Lüge“, S. 26 ff

Anleger kaufen Gold, da „Feuer und Zorn“ auf die Märkte regnen

Wegen geopolitischer Spannungen verbuchte Gold zum dritten Mal in Folge Zuflüsse. Die Zuflüsse in Long-USD-ETPs erreichten mit 27,4 Mio. USD den höchsten Stand seit 18 Monaten. Aus Rohöl-ETPs flossen zum vierten Mal in Folge Gelder ab, da das neue Marktgleichgewicht in Frage gestellt wird. Die Gruppe der Platinmetalle verzeichnete Abflüsse, da sich Palladium von der fundamentalen Situation abgekoppelt hat, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Im Zuge der geopolitischen Spannungen verbuchte Gold (A0LP78) als sicherer Hafen in der dritten Woche in Folge Zuflüsse. Die jüngsten Feuer-und-Zorn-Drohungen Trumps im schwelenden Konflikt mit der Atommacht Nordkorea hauchten Gold neues Leben ein. Anleger kauften zur Absicherung ihrer Portfolios Gold, sodass dessen Preis um über 2 Prozent stieg. „Angesichts des Anstiegs des VIX, der Eskalation des geopolitischen Risikos und des damit verbundenen Rückgangs der globalen Aktienmärkte ist die Rotation in defensivere Anlagen durchaus gerechtfertigt“, kommentiert Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Zuflüsse in Long-USD-ETPs erreichten mit 27,4 Mio. USD den höchsten Stand seit achtzehn Monaten. Die Anleger scheinen sagen zu wollen, dass die Gründe für eine straffere Geldpolitik in den USA stichhaltiger sind als in anderen Industrieländern. In Großbritannien etwa grassiert die Brexit-Angst, während in Japan und der Eurozone der Inflationsdruck fast nicht spürbar ist. Zugleich ist die Positionierung bei USD-Kontrakten so niedrig wie vor drei Jahren im Mai 2014. „Die Zuflüsse in die USD-ETPs verteilten sich im Großen und Ganzen gleichmäßig auf Pfund Sterling, Yen und Renminbi“, ergänzt Hein.

Aus Rohöl-ETPs (A1N49P) flossen zum vierten Mal hintereinander Gelder ab, da die Förderkürzungen der OPEC in Frage gestellt werden. So kam es bei Long-Rohöl-ETPs mit 64,6 Mio. USD in der vierten Woche in Folge zu Abflüssen, nachdem sich die Rohölpreise in der letzten Woche um fast 7 Prozent erholt hatten. Rohöl hat sicherlich seinen Glanz verloren – trotz des erheblichen Rückgangs der Lagerbestände in den USA und der wiederholten Beteuerungen der Internationalen Energiebehörde, dass sich die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte erholen und der globale Rohölmarkt ins Gleichgewicht kommen werde. Da sich aber das saisonbedingte Nachfrageplateau dem Ende zuneigt und das OPEC-Treffen in Abu Dhabi ohne Ergeb­nis bleiben wird, da es Prognosen zufolge nur eine Gelegenheit ist, die wenig vertrags­treuen Mitglieder zu rügen, meinen die Anleger ein kurzfristiges Ölpreishoch zu sehen. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Rohöl die Spanne von 40-55 USD/Barrel nicht verlassen wird“, so Hein.

Die Gruppe der Platinmetalle (A0N62D) lief gegen den Edelmetalltrend und verzeichnete Abflüsse von insgesamt 12,4 Mio. USD. Die „alternativen“ Edelmetalle werden in der Industrie benötigt und deshalb kaum als sichere Anlagen wahrgenommen. Nach starken Gewinnen, vor allem bei Palladium (A0N62E), nahmen die Anleger erste Gewinne mit. „Nach dem fünfwöchigen 33-prozentigen Anstieg kam es hier zu Abflüssen, da sich Palladium von der fundamentalen Lage abgekoppelt haben dürfte. Auf dem Terminmarkt befindet sich die Positionierung allerdings weiterhin nahe der Mehrjahreshochs“, schließt Hein.

20 Jahre Asienkrise – was haben wir daraus gelernt, was ist heute anders?

von Joep Huntjens, Leiter Asian Fixed Income bei NN Investment Partners.

Asiens stärkere Fundamentaldaten haben der Region geholfen, nach 1997 anderen Turbulenzen zu trotzen. Während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 litt Asien wie der Rest der Welt unter dem rückläufigen Welthandel, aber dank der zuverlässigen Geldpolitik und der Haushaltsüberschüsse blieb die Region großenteils von den Börsenturbulenzen und der Kreditklemme verschont, die Europa und die USA heimsuchten. Ein anderes Beispiel ist der Absturz der Rohstoffpreise im Jahr 2015. Er führte zu einer Abwertung des malaysischen Ringgit um 19 Prozent, aber die Zentralbank konnte dank ihrer großen Devisenreserven und Maßnahmen gegen spekulative Aktivitäten die Währung stabilisieren und die Volatilität verringern.

Seit der Krise 1997 hat sich viel verändert – und nichts so sehr wie die Bedeutung der chinesischen Wirtschaft. Damals stand China an der Seitenlinie, da sein geschlossenes Finanzsystem das Land von Asiens Turbulenzen abschirmte. Heute ist China der wichtigste Markt Asiens, hat sich zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt und trägt rund 40 Prozent zum weltweiten Wachstum bei. Chinas Fähigkeit, während der globalen Finanzkrise 2008 den Kredithahn aufzudrehen, hat dazu beigetragen, den globalen Abschwung abzufedern.

China ist jedoch nicht nur eine Quelle für Wachstum und Stabilität in der Welt geworden. Es ist auch ein Herd für neue Risiken. Anleger weltweit haben vor allem Bedenken, dass der schnell wachsende Schuldenberg des Landes, der Ende 2016 auf 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen war, Vorbote einer Finanzkrise sein könnte. Die guten Nachrichten sind, dass der Regierung bewusst ist, dass Schuldenmachen zur Ankurbelung des Wachstums langfristig nicht nachhaltig ist. Nach einem besser als erwarteten Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2017 leiteten die Politiker erneut Bestrebungen für einen Schuldenabbau ein. Die Interbankenzinsen sind gestiegen, was dazu beigetragen hat, das Kreditwachstum zu dämpfen. Zugleich sind die Emissionen von lokalen Anleihen zurückgegangen.

China scheint mit dem Schuldenabbau ernst zu machen. Die Wahrscheinlichkeit von kurzfristigen Unterbrechungen dieser Absicht hat sich nach der Ankündigung verringert, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 6,9 Prozent gewachsen ist und damit das jährliche Wachstumsziel von 6,5 Prozent übertroffen hat. Zudem rüstet sich Präsident Xi Jinping für Chinas alle fünf Jahre stattfindenden Wechsel an der Führungsspitze, der im vierten Quartal dieses Jahres ansteht. Er dürfte seine Macht konsolidieren, indem er die Top-Positionen mit Verbündeten besetzt. All das bringt China in eine gute Position, um die Dynamik für schmerzhafte, aber notwendige Strukturreformen aufrechtzuerhalten.

Das aktuelle Umfeld mit stetigem Wirtschaftswachstum und Chinas Neuausrichtung mit den Ansätzen, die Schulden abzubauen, kommt asiatischen Unternehmensanleihen sehr zugute. Die Fundamentaldaten der Unternehmen sind Nutznießer eines stabilen Umfelds. Wir gehen daher davon aus, dass die Ausfallrate dieses Jahr niedrig bleiben wird. Zudem sind asiatische Unternehmensanleihen im Vergleich zu denen aus anderen Schwellenländern weniger anfällig für die wechselnden Strömungen der weltweiten Anlegerstimmung, da rund 80 Prozent der asiatischen Anleihen in den Händen lokaler Investoren sind. Sie lassen sich tendenziell weniger von globalen Marktschwankungen beeinflussen.

Zeit für mehr Dynamik

von Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

Nach sechs Monaten mit starken Aktienrenditen und angesichts der Bedenken hinsichtlich einer Zyklusverlängerung und hohen Bewertungen, erscheint es verlockend, die Portfoliorisiken in Vorbereitung eines Abschwungs zu mindern.

Zu früh für einen Risikoabbau zum Zyklusende...

Unserer Einschätzung nach ist es jedoch viel zu früh, Risiken bei renditeorientierten Portfolios zu senken. Auf Basis umfassender Konjunktur- und Marktvariablen sind wir überzeugt, dass diese Daten einer Aufschwungphase entsprechen, die noch weitere zwei Jahre andauern könnte. Ein Umschwung in naher Zukunft ist nicht in Sicht.

Die realisierte Dreimonatsvolatilität von US-Aktien etwa hat im April dieses Jahres einen Zyklus-Tiefpunkt erreicht und stagniert seitdem auf annähernd demselben Niveau. In einem typischen Zyklusverlauf weist die Aktienvolatilität vor einer Wende einen längeren Aufwärtstrend auf. Auch bewegen sich die Credit Spreads auf sehr niedrigen Niveaus, obwohl diese kurz vor einem Umschwung steigen würden. Daher glauben wir, dass es noch zu früh ist, jetzt einen Risikoabbau vorzunehmen.

...aber noch nicht zu früh, um Dynamik aufzubauen

Als mittelfristiges Investment bleiben Aktien unsere bevorzugte Anlageklasse. Doch taktisch orientiertere Anleger sollten nach einer starken Aktienrally auch über Investments in Anleihen und Rohstoffe nachdenken. Diese können in Kombination mit einem dynamischeren Ansatz Vorteile bieten. Wir rechnen mittelfristig mit moderat positiven Aktienrenditen. Grund dafür ist, dass das anhaltende wirtschaftliche Wachstum durch Gegenwind aus hohen, absoluten Bewertungsniveaus und steigenden Anleiherenditen neutralisiert wird. Relativ niedrig erwartete Renditen reduzieren die Opportunitätskosten eines zeitweiligen Aktienabbaus im Portfolio und lassen hoffen, dass ein Abschwung einen erneuten Wiederaufbau zu attraktiveren Preisen ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund haben wir unser Aktienengagement in Multi-Asset-Portfolios in den Sommermonaten taktisch angepasst. Die momentan hohe Wachstumsdynamik legt die Messlatte hoch und lässt so das Risiko negativer Datenüberraschungen steigen. Darüber hinaus hat sich auch das Risiko eines rapiden Anstiegs der Anleiherendite erhöht. Die Aktienmärkte haben bereits bessere Wachstums- und Gewinnzahlen eingepreist.

Europa und Japan profitieren von erweiterter Expansion

Die Marktstimmung in punkto Trumponomics ist mittlerweile zu stark in die entgegengesetzte Richtung umgeschlagen, was in einer fast vollständigen Auflösung des Trump-Trades resultiert. Bei derart niedrigen Erwartungen gehen wir von einem reformbedingten Aufwärtspotenzial für US-Aktien aus, denn jeder neue Reformschritt könnte eine positive Überraschung bereithalten. Attraktive Chancen sehen wir bei spezifischen Sektoren wie Finanzwerten, die von einer klareren und effektiveren Umsetzung bestehender Regulatorien profitieren können.

Gleichzeitig sehen wir die starken Fundamentaldaten für Schwellenländeraktien weiterhin positiv. Der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den Industriestaaten nimmt weiter zu und der Inflationsdruck geht auf ein moderates Niveau zurück, was den Gewinnanstieg stützt. Wir setzen in den Schwellenländern auf Konsumwerte, da sich die makroökonomischen Bedingungen verbessert haben, vor allem in Asien. Nach Jahren einer schlechteren Wertentwicklung gegenüber den Industrieländern werden Titel aus den Schwellenländern zu attraktiven Abschlägen gehandelt.

In Europa sehen wir endlich den lang erwarteten Gewinnanstieg, der auf zyklische Werte zurückzuführen ist. Die Gewinne für das erste Quartal 2017 waren die besten seit drei Jahren und die Konsensschätzungen wurden seit Jahresbeginn erstmals wieder nach oben gestuft. Sinkende politische Risiken in Europa sollten die Geschäftstätigkeit in der Region fördern und Investitionen, Übernahmen und das Gewinnwachstum stützen. Gleichwohl steigen die Bewertungen und Investoren bringen sich zunehmend in Position. Dies deutet darauf hin, dass sich Anleger vermehrt der positiven Entwicklung in Europa bewusstwerden. Dennoch spricht weiterhin Vieles für einen gewinngetriebenen Aufschwung.

Für Japan sind wir aufgrund der weiter fortschreitenden Wirtschafts- und Unternehmensreformen positiv gestimmt. Japanische Unternehmen hinken Unternehmen anderer Industrieländern hinsichtlich der Kapitalrenditen zwar noch hinterher, holen jedoch auf. Die Bewertungen bleiben attraktiv, obwohl sie gestiegen sind. Dies liegt daran, dass japanische Aktien günstiger sind als ihre Pendants aus vielen anderen Industrieländern.

Fazit

Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlageklasse. Nach dem Anstieg in diesem Jahr erwarten wir moderat positive Renditen bedingt durch das fortlaufende Wachstum und Gewinne. Wir sehen erhebliches Potenzial in Europa, wo die Gewinne weiterhin 40 Prozent unter ihrem Höchststand von vor der Finanzkrise liegen. Ebenso positiv sind wir für die Schwellenländer gestimmt. Nach Jahren der schlechteren Entwicklung gegenüber den Industrieländern dreht sich der Gewinnzyklus. Unserer Meinung nach haben Aktien jedoch einen Punkt erreicht, an dem ein dynamischerer Ansatz grundsätzlich für eine Wertsteigerung sorgen wird.

Über Goldman Sachs Asset Management
Goldman Sachs Asset Management (GSAM) ist einer der global führenden Vermögensverwalter. GSAM beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter an 31 Standorten weltweit. Das Unternehmen stellt institutionellen und privaten Anlegern Anlage- und Beratungslösungen zur Verfügung, die das gesamte Spektrum an Anlageklassen, Branchen und Regionen umfassen. Unsere Anlagelösungen beinhalten Anleihen, Geldmärkte, börsengehandelte Aktien, Rohstoffe, Hedge-Fonds, Private Equity und Immobilien. Diese Lösungen stehen unseren Kunden im Rahmen unserer unternehmenseigenen Strategien, strategischen Partnerschaften und unseren offenen Architekturprogrammen zur Verfügung. In unseren Anlageteams setzen mehr als 700 Anlagespezialisten ihre Marktkenntnis, ihr Fachwissen im Bereich Risikomanagement und die technologischen Möglichkeiten von Goldman Sachs im Sinne unserer Kunden ein. Wir unterstützen sie dabei, sich in den dynamischen Märkten von heute zu behaupten und ermitteln Anlagechancen für ihre Portfolios, unter Berücksichtigung ihrer langfristigen Anlageziele. Wir stellen unsere globale Kompetenz den weltweit führenden Pensionsfonds, Staatsfonds, Zentralbanken, Versicherungsgesellschaften, Finanzinstituten, Stiftungen, Privatpersonen und Family Offices bereit. Im Auftrag dieser Kunden erbringen wir Anlage- oder Beratungsdienstleistungen. Per 31. Dezember 2016 belief sich das von GSAM verwaltete Vermögen auf 1,178 Billionen US-Dollar.

Market underpricing UK rate hike risk

Upside potential for the GBP despite the mixed message from the Bank of England (BOE) are keeping volatility elevated. The market is underpricing the chance of rate hikes, shows Martin Arnold, FX & Macro Strategist at ETF Securities. Rising real interest rates will continue to be supportive of the Sterling (GBP) in coming months. Positioning for GBP against the USD has rebounded to historical averages, but remains depressed against the Euro, which is an overcrowded trade.

One year on from the last rate cut, the Bank of England (BOE) has kept rates on hold, with the MPC voting 6-2 in favour of the decision (roughly the same as last month). Although policy remains unchanged, GBP should remain supported by what is expected to be a tighter policy path in 2017/2018. Indeed, Governor Carney has indicated that policy may need to be tightened at a faster rate than the market is currently pricing.

Currency volatility has made a persistent move upward in recent weeks, largely to the detriment of the Pound. A relatively more hawkish policy stance by the UK central bank will support the Pound as Brexit negotiation outcomes remain obscure. As we believe inflation will remain stubbornly high, real interest rate differentials will become an increasingly important indicator for FX markets. Rising real interest rate differentials in the US continue will remain a supportive influence for GBP.

Cautious Bank of England

While a decidedly cautious tone was struck by Governor Carney at the BOE press conference last week, tighter policy is coming: if UK economic growth continues at the rate the BOE has forecast, the market is underpricing the amount of policy tightening that is necessary. The market is only pricing in a 50% chance of a rate hike by end March 2018.

The UK economy remains somewhat mixed after the EU Referendum, with the unemployment rate at pre-crisis levels and evidence that both the manufacturing and services sector are growing in a robust manner. However, negative real wage growth and plummeting consumer confidence remain a constraint for the household sector.

The reason for the additional BOE stimulus (a rate cut and additional asset purchases) a year ago was appropriately forward looking, as Governor Carney quoted; ‘the weaker medium-term outlook for activity...[will lead to] an eventual rise in unemployment’. The UK central bank seems to have become less proactive since then, highlighting that the UK is currently ‘in the teeth’ of the squeeze for households and both consumption growth and business investment will improve further in coming months.

Inflation pressure mounts

Meanwhile, inflation remains elevated in the UK and well above the BOE’s target. The longer this continues, the greater the chance of expectations becoming unanchored, especially if energy price gains are sustained. While inflation hasn’t surprised to the upside in recent months, market implied inflationary expectations remain elevated (well above a year ago), and above other major economies. Inflation is expected to remain above the BOE target for the entire BOE forecast horizon, a period of three years. The BOE’s credibility is on the line, because it appears to be becoming less proactive with policy and reacting to events that have, and may not, occur i.e. a hard Brexit.

Current BOE policy remains extremely accommodative. There may be uncertainties around the Brexit negotiations, but we believe emergency interest rate settings do not seem appropriate. Indeed, Governor Carney notes that there are limits to what monetary policy can do relating to the Brexit situation. We expect that negotiations surrounding Brexit will remain in flux and given there is unlikely to be significant progress made, the worst-case scenario has already been digested by the FX market. In turn, the BOE is likely to unwind their Brexit induced rate cut from last year in H2 2017. The key sentence in the BOE’s Monetary Policy Summary report is ‘The combination of high rates of profitability, especially in the export sector, the low cost of capital and limited spare capacity, supports investment by UK firms over the forecast period, offsetting the effect of continued uncertainties around Brexit’. Surely if the economic uncertainty surrounding Brexit is offset, then the 2016 rate cut and additional stimulus should be unwound...if not in 2017, then when?

Just a day after the meeting, the mixed messages to the market continued: Deputy Governor Broadbent, who voted to keep rates unchanged, commented that ‘there may be some possibility for interest rates to go up a little bit’. This is reminiscent of the previous meeting that was interpreted dovishly by the market, only for the ‘doves’ to signal tighter policy was an issue that needed discussion only days later. Mixed messages are an impediment for economic stability and consumer and business confidence.

Meanwhile, gradually tighter Fed policy is already priced into the USD. Although we expect the broad USD index is in a bottoming process, a move higher will be gradual and predicated on political risks fading, something that will take time given investor focus on the incompetence of the Trump administration. Accordingly, the more hawkish policy that we expect from the BOE will bring forward expectations of a rate hike in the fourth quarter and forcing GBP higher in H2 2017.

How the market is positioned

GBP positioning has rebounded against the USD, in line with the recent more bullish performance and is now at levels consistent with longer-term historical averages.

Against the Euro, GBP looks extremely attractively priced – hovering around record low levels. We feel that the Euro strength is at risk of an unwind as the ECB remains conservative in its policy approach in the face of the elevated Euro. Compared to historical long-term averages, positioning for the Euro highlights a very overcrowded trade.

The bottom line...

The mixed messages from the BOE are confusing investors and keeping GBP volatility elevated. We expect the BOE to unwind its Brexit-induced rate cut of 2016 in the second half of 2017, but not to remove its balance sheet stimulus from the economy. GBP will benefit from tighter policy settings. We believe that GBP will consolidate above the 1.30 level and potentially break to the upside, approaching 1.35.

Rendite Radar: August 2017

Die Zentralbanken zeigen eine Reduktion ihrer sehr expansiven geldpolitischen Haltung an. Die Zuversicht, dass die gesetzten Inflationsziele aufgrund der guten Wachstumsdaten auf mittlere Sicht erreicht werden, ist gestiegen. In den USA wird der Beginn der Rücknahme der expansiven geldpolitischen Haltung („Tapering“) erwartet, die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt im Dezember lag zuletzt bei 40%. Die EZB wird mit der Diskussion über ein mögliches Tapering im Herbst beginnen. Zinsschritte sind derzeit keine in Sicht.

Die Renditen in den Schwellenländern sind weiterhin attraktiv. Vor allem relativ zu Hochzinsanleihen haben Schwellenländeranleihen an Attraktivität gewonnen. Viele Schwellenländer sind in US-Dollar verschuldet, sodass die aktuelle Dollar-Schwäche den Schuldenstand in Lokaler Währung reduziert. Euro-Staatsanleihen, außer in inflationsgesicherter Form, sind nach wie vor uninteressant.

Quelle: ERSTE-SPARINVEST; www.erste-am.at; Daten per 31. Juli 2017; Fondskennzahl: „Rendite“ – siehe Fußnote 1)
1) Anmerkung: Die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht. Die Performanceübersicht (Wertentwicklung) der angeführten Fonds finden Sie auf Seite drei in der Übersichtstabelle. In der oben angeführten Tabelle sind auch keine ertragsmindernden Kosten wie die Verwaltungsgebühr oder individuelle Konto– und Depotgebühren berücksichtigt.
2) Die Risikoeinteilung von Investmentfonds erfolgt auf Basis des SRRI-Indikators auf einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die höchste Risikostufe repräsentiert. Die Berechnung basiert auf europäischen regulatorischen Vorschriften und ist integraler Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformationen
(Key Investor Document). Die Berechnungsmethode finden Sie auf fondsabc.erste-am.com/srri/

Rendite-Entwicklung von US- und EUR-Staatsanleihen und EUR-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr gute Bonität von 07/2012-07/2017 (Europa, USA)

 

Rendite-Entwicklung von europäischen Hochzinsanleihen im Vergleich zu globalen Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen von Schwellenländern (07/2012-07/2017)

Hinweis zu den Grafiken:

Die Renditeentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Anlagesegments oder Investmentfonds zu. In der Grafik sind keine Spesen oder Gebühren berücksichtigt.

 

Kennzahlen-Übersicht (mehr Informationen finden Sie unter http://www.erste-am.at/)

Daten per 31.07.2017.
Die Berechnung der Wertentwicklung und Volatilität (3 Jahre) erfolgt lt. OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr berücksichtigt. Der bei Kauf anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und andere ertragsmindernde Kosten wie individuelle Konto- und Depotgebühren sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu. 


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Value-Investing funktioniert langfristig – Die Geduldigen und Rationalen werden belohnt

von Goran Vasiljevic, CIO und Mitglied der Geschäftsführung von Lingohr & Partner AM.

Die globalen Aktienmärkte setzten im ersten Halbjahr dieses Jahres ihren Aufwärtstrend fort. Auch die Eurozone befindet sich weiterhin auf dem Erholungspfad, mit steigendem Wachstum in Deutschland, Spanien und Italien. Zudem signalisieren weiter fallende Arbeitslosenzahlen eine Erholung auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Auf der politischen Seite war Macrons Sieg bei der französischen Präsidentschaftswahl das große Ereignis und hat dazu beigetragen, die politische Unsicherheit in der Eurozone zu senken.

In den USA verblasste hingegen die Aktienrally im vergangenen Monat; möglicherweise wegen des sinkenden Vertrauens der Marktteilnehmer in die Fähigkeit des Präsidenten, seine Versprechen in Bezug auf erhöhte Infrastrukturausgaben, Steuersenkungen und Deregulierungen zu halten. Auf Unternehmensseite konnten Schwellenländer, angetrieben durch verbessertes Wachstum und einen schwachen US-Dollar, die Entwicklung in den Industrieländern übertreffen.

All diese Marktereignisse spiegeln sich auch in den Finanzkennzahlen der Aktien wider. Als überzeugter Value-Investor liegt unser Ziel darin, unterbewertete Aktien zu finden und dadurch eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Dies tun wir durch aktives Management, das einem fundamentalen und systematischen Aktienauswahlprozess folgt – sich aber teils gegen die herrschende Marktmeinung stellt. So können wir nicht nur Bewertungsvorteile identifizieren und Fehleinschätzungen ausnutzen, sondern uns auch vor unseren eigenen Emotionen schützen. Doch dies ist nicht möglich, ohne einige Grundregeln zu beachten.

Die Bewertung zum Investitionszeitpunkt ist das ausschlaggebende Kriterium 

Die Renditen an den Aktienmärkten werden langfristig durch die Unternehmensbewertungen getrieben, die sich in starkem Maße auf die Cashflows der Unternehmen stützen. Kurzfristig werden Preise häufig durch Änderungen der Markterwartungen sowie emotionale Unsicherheit von Investoren bestimmt. Es bleibt jedoch ungewiss, ob sich diese Erwartungen auch bestätigen, denn wir alle wissen, dass die Zukunft nicht prognostizierbar ist.

Dennoch kommt es häufig vor, dass Marktprognosen und mögliche Entwicklungen in den Wert eines Unternehmens eingepreist werden. Eine Überrendite wird jedoch nicht auf Basis einer Prognose erzielt. Viel wichtiger ist es, etwas zu wissen, was der Markt noch nicht weiß. Sich auf Prognosen zu verlassen ist riskant, da diese in der Regel eher Meinungen widerspiegeln als einen akkuraten Blick in die Zukunft zu gewährleisten.

Dabei ist auch die Rolle von Nachrichten nicht zu unterschätzen. Damit meinen wir jene Nachrichten, bei denen der Leser nicht mehr angeregt wird, nachzudenken. Es liegt in der Natur des Menschen, und damit auch jedes Investors, Nachrichten zu nutzen um vorherrschende Meinungen zu bestätigen. Hierzu bedienen wir uns Informationen, die potentiell keine Aussagekraft auf Unternehmenswerte haben. Im Ergebnis kann das zu Fehleinschätzungen führen und sich damit gefährlich auf Anlageentscheidungen und den Umgang mit Risiko auswirken. Denn Nachrichten sind nicht das gleiche wie Fakten. Eine gewisse Skepsis wird daher benötigt, um sich von solchen Nachrichten nicht beeinflussen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es für uns als Value-Investor deutlich wichtiger, vermeintlich unbeliebte Unternehmen zu attraktiven Bewertungen zu kaufen, als beliebte Unternehmen mit impliziten hohen Erwartungen, zu teuren Preisen zu kaufen.

Rational zum Mittelwert zurück

Eine der wichtigsten Quellen für die Entstehung von Fehlbewertungen und somit ein zentraler Punkt des Value-Investing ist die Rückkehr zum Mittelwert. Dieses zentrale Zykluselement entsteht dadurch, dass sich die Preise von Unternehmen (aber auch Sektoren und Ländern) durch positive oder negative Ereignisse weit vom Mittelwert entfernen können. Langfristig folgt jedoch auf ein stark abweichendes Ereignis immer eines, dessen Erwartungswert sich näher am Mittelwert befindet.

Die Rückkehr zum Mittel ist auch an den Aktienmärkten zu beobachten. Unterliegen Unternehmen oder Sektoren temporären Über- bzw. Untertreibungen, können ihre impliziten Bewertungen deutlich ins Extrem abweichen. Besonders bei langanhaltenden Kurssteigerungen oder -rückgangen wird stark emotionales Verhalten der Anleger sichtbar. Diese Emotionen, panisches Verhalten oder übertriebene Euphorie schaffen den Nährboden für teils drastische Fehlbewertungen am Markt, welche andere Investoren ausnutzen. Entsprechend ist es wichtig, dass Investoren ihre Emotionen unter Kontrolle halten und bei Bewertungen und Preisen darauf achten, was fundamental begründet und was irrational ist. Um nicht den eigenen Emotionen zum Opfer zu fallen, ist es unabdingbar, selbstkritisch zu sein und seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und zu verstehen.

Mit strenger Disziplin und fundamentaler Betrachtung von Unternehmen und Sektoren ist es uns möglich, zwischen einem vernünftigen Unternehmenswert und einem emotional getriebenen Kurs zu unterscheiden. Doch diese Aufgabe ist nicht trivial, denn die Unsicherheit ist allgegenwärtig: Anlageentscheidungen setzen sich mit der Zukunft auseinander, welche per Definition ungewiss ist. Daher ist es in einer unsicheren Welt für die große Mehrheit der Unternehmen nicht möglich, stets und über längere Zyklen hinweg die hohen Erwartungen in der Zukunft zu erfüllen. Entsprechend ist ein vorsichtiger, fundamental begründeter und konservativer Ansatz, der systematisch umgesetzt wird, die entscheidende Grundlage für Value-Investoren.

Mit Geduld und Überzeugung gegen den Strom schwimmen

Wenn sich der Markt, oder besser gesagt die Anlageergebnisse, nicht in die gewünschte Richtung bewegen, welche Konsequenzen ziehen Investoren, Banken oder Gremien bezüglich der Auswahl der Asset Manager, Anlageklasse oder sogar Wertpapiere? Die oftmals zu beobachtende, mangelnde  Überzeugung hinsichtlich der getroffenen Investitionsentscheidungen sowie der teilweise vorhandenen, systemischen und regulatorischen Beschränkungen in den Institutionen führen zu entsprechenden Fehlbewertungen. Diese nutzen wir als Value-Investoren aus, da sich Fehlbewertungen normalerweise über die Zeit hinweg korrigieren. Um dies zu tun, benötigen wir eine glaubhafte Überzeugung, die uns zuversichtlich stimmt, anders zu denken und auch über Durststrecken hinweg an unseren Entscheidungen festzuhalten.

Geduld ist für jeden Value-Investor entscheidend. Dies gilt nicht nur für Investitionen in einzelne Unternehmen. Value-Investing selbst erfordert viel Geduld – sowohl vom Manager als auch von den Kunden. Es funktioniert nicht zwingend auf wöchentlicher, monatlicher oder auch jährlicher Basis. Die Geduldigen werden langfristig belohnt, wenn auch in irregulären Intervallen.

Sich als sogenannter Contrarian gegen die Herde zu stellen ist in der Theorie einfach, in der Praxis jedoch nicht. Ein Value-Investor tätigt oft Investitionen gegensätzlich zur Marktmehrheit, aber nicht ausschließlich, genau wie er nicht einfach nur günstig kauft. Die Mehrheit der Marktakteure denkt über die jeweiligen Assets meist in ähnlicher Weise. In unsicheren Zeiten mit zunehmenden Angstgefühlen suchen Investoren nach vermeintlich sichereren Investitionsalternativen, wodurch sie implizit Bewertungen beeinflussen. Ein Contrarian sucht abseits der Masse, wo niemand sonst Anlagen für künftige Überrenditen vermutet – dies geht oft mit antizyklischem Handeln einher.

Auf den ersten Blick scheint dies einfach zu sein: günstig kaufen und teuer verkaufen. Es ist jedoch von Natur aus schwierig, sich anders als die Allgemeinheit im Markt zu verhalten. Es ist häufig unpopulär, nicht intuitiv und wenig glamourös. Sich gegen die Mehrheit zu stellen bedeutet, auch häufig in fallende Kurse hineinkaufen zu müssen – was durchaus abschreckend wirken kann. Es führt zu Entscheidungen, die viele andere nicht nachvollziehen können, wie beispielsweise Aktien von unbeliebten Unternehmen zu kaufen. Die sich daraus ergebende Herausforderung besteht nicht nur darin, sich gegen die Allgemeinheit zu stellen, sondern auch, dass die getroffenen Entscheidungen zudem noch die richtigen sein müssen. Jede Anlageentscheidung sollte aus einem rationalen Grund gefällt werden, ansonsten ist das Resultat lediglich durch Zufall und Glück bedingt. Denn ohne Überzeugung werden zwangsläufig irgendwann Entscheidungen gefällt, die im allgemeinen Einklang mit der Masse sind – resultierend in durchschnittlichen Renditen.

Über Lingohr und Partner Asset Management
Der bankenunabhängige Asset Manager Lingohr & Partner Asset Management ist seit 25 Jahren Spezialist für konsequentes Value-Investing. Das 1993 gegründete Unternehmen mit Sitz in Erkrath bei Düsseldorf verwaltet mit seinen rund 40 Mitarbeitern aktuell ein Kundenvermögen von 4 Milliarden Euro. In Form von Publikums- und Spezialfonds sowie Einzelmandaten bietet Lingohr & Partner unterschiedliche weltweite Aktienstrategien für institutionelle Investoren, ausgewählte Vertriebspartner im Privatkundengeschäft sowie vermögende Privatpersonen und Family Offices an. Die Geschäftsführung besteht aus Goran Vasiljevic, Michael Broszeit und Steffen Ulshöfer.
Die Kernkompetenz von Lingohr & Partner liegt in der Identifikation und Auswahl internationaler unterbewerteter Unternehmen mit dem Ziel, stetigen Vermögenszuwachs und eine langfristige Überrendite gegenüber der Benchmark zu erwirtschaften. Der fundamentale, systematische und disziplinierte Aktienauswahlprozess erfolgt frei von subjektiven Empfindungen. Den Kern des Investmentprozesses bildet das selbstentwickelte Bewertungsmodell CHICCO.

The importance of universities to global cities

Tom Walker, Co-Head of Global Real Estate Securities at Schroders, discusses the latest Schroders Global Cities Index and the importance of universities for global cities.

We’ve recently released the latest edition of the Schroders Global Cities Index and we’ve introduced one new factor, which is universities. We think that it is essential that you have world class universities in your city, contributing to the vibrancy and growth of that city’s economy. Please find the video with Tom Walker here.

The latest edition of the ranking sees a number of very strong Asian cities like Shanghai and Hong Kong continue to be in the top 10. Then we’ve got other strong cities over in the West; the coastal cities in the US such as Los Angeles and Boston are really dominating the top spots.

In terms of our outlook, we continue to believe that both these strong eastern and western cities will dominate the Schroders Global Cities Index. This is due to both the size and scale of these cities from the demographic point of view, as well as the wealth being generated in these cities. This is what we think is key for real estate rental growth, which is really the nirvana for real estate investment.


Click here to find out more about the latest update to the Schroders Global Cities Index.

This article has first been published on schroders.com.

Gutes Wachstum

Rund zehn Jahre nach dem Ausbruch der Großen Rezession verzeichnet die Weltwirtschaft ein gutes, breit basiertes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften, fallende Inflation in wichtigen Schwellenländern und sehr unterstützende beziehungsweise vorsichtig agierende und vorhersagbare Geldpolitiken. Gleichzeitig hat das Gewinnwachstum der Unternehmen deutlich zugenommen und sind die Schwankungen (die Volatilitäten) vieler Wertpapierkurse niedrig. Dieses Umfeld ist generell positiv für risikobehaftete Wertpapierklassen.

3,4% im 2. Quartal

Mittlerweile haben genügend Länder die erste Schätzung für die Summe der produzierten Güter und Dienstleistungen im 2. Quartal veröffentlich, sodass eine halbwegs präzise Schätzung abgegeben werden kann. Das Wachstum des realen, also bereinigt um die Preissteigerungen, Bruttoinlandsprodukts betrug im 2. Quartal auf globaler Ebene 3,4% nach 2,9% im 1. Quartal. Dieser Wert ist auf das gesamt Jahr hochgerechnet. Das Wachstum von einem auf das nächste Quartal wird mit der Zahl vier (Quartale im Jahr) multipliziert.

Breit abgestützt

Positiv ist dabei vor allem der breit abgestützte Charakter sowohl hinsichtlich der Sektoren (Einzelhandel, privater Konsum, Unternehmensinvestitionen, Industrieproduktion) als auch der Regionen (entwickelte Volkswirtschaften und Schwellenländer). Das aktuelle Wachstum der Weltwirtschaft liegt damit etwas über dem langfristig zu erwartenden Wachstum (rund 2,7%).

Bemerkenswert ist vor allem, dass sich zwei Risiken nicht materialisiert haben. 1) Das schwache Wachstum der US-Wirtschaft im 1. Quartal war mit 1,2% tatsächlich nur ein Ausreißer. Das BIP ist im 2. Quartal um 2,6% gewachsen. 2) Das Wachstum in China verlief trotz der Abkühlungsmaßnahmen im Schattenbankensystem mit 7% kräftig. Zudem hat die Eurozone mit 2,3% die kräftige Erholung fortgesetzt. Die Eurozone ist ja nicht nur während der Großen Rezession (2008 – 2009) sondern auch im Jahr 2012 am Höhepunkt der Staatsschuldenkrise geschrumpft. Das Aufholpotenzial ist damit größer als in anderen Ländern. Die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank scheint zu wirken.

Leichte Abschwächung

Die Vorlaufindikatoren für das aktuelle Quartal deuten ebenso auf ein gutes Wachstum hin. Allerdings zeichnet sich eine leichte Abkühlung des globalen Wachstums auf 3% ab. Einen zeitnahen (Monat Juli) und umfassenden (viele Länder und mit Dienstleistungen und Fertigung zwei wichtige Sektoren) Überblick liefert der sogenannte Einkaufsmanagerindex. Kernaussagen: 1) gutes Niveau (53,5); 2) leichte Abschwächung zwei Monate in Folge. Den letzten Hinweis für eine schwächere Tendenz haben die Export- und Importdaten in China gezeigt, die im Juli gegenüber Juni geschrumpft sind. Darüber hinaus behindern strukturelle Faktoren ein Anziehen des Wachstums im Trend. Ein Beispiel dafür liefert das niedrige Wachstum des verfügbaren Einkommens in den USA. Bereinigt um die Inflation ist es im 2. Quartal um lediglich 1,2% im Jahresabstand gewachsen.

Niedrige Zinsen

Werden die realen Zinsen, also Zinsen minus Inflation, wegen des guten realen Wachstums ansteigen? Die Hinweise dafür sind schwach. Der sogenannte reale natürliche Zinssatz ist in vielen Teilen der entwickelten Volkswirtschaften deutlich gefallen. Das ist jener Zinssatz der das Sparangebot und die Investitionsnachfrage bei Vollbeschäftigung langfristig ausgleicht. Die letzte Schätzung für die USA beträgt für das 2. Quartal minus 0,22%. Das liegt nur leicht über dem aktuellen realen Leitzinssatz von minus 0,44%. Auch wenn die Schätzung mit hoher Unsicherheit behaftet ist, bleibt die Kernaussage eines sehr niedrigen realen natürlichen Zinssatzes aufrecht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem fünf stechen dabei hervor: niedriges Produktivitätswachstum, niedrige Investitionstätigkeit, niedriges Einkommenswachstum, niedriges Bevölkerungswachstum und das ansteigende Durchschnittsalter der Bevölkerung. Der letzte Punkt scheint kontraintuitiv zu sein. Denn die Annahme ist, dass Pensionisten entsparen um den Lebensstandard zu halten. Doch kurz vor dem Pensionsantritt scheint besonders viel gespart zu werden.

Niedrige Inflation

Mindestens ebenso wichtig wie das reale BIP und die realen Zinsen ist zurzeit die Entwicklung der Inflation. In den entwickelten Volkswirtschaften ist sie nach wie vor ungewöhnlich niedrig. So sind die Konsumentenpreise in der Eurozone im Juli 2017 gegenüber Juli 2016 um lediglich 1,3% gewachsen. Das entspricht beinahe dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (1,4%) und befindet sich damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von maximal knapp unter 2%. In den USA betrug die Inflation (Deflator für die persönlichen Konsumausgaben ohne die schwankungsfreudigen Komponenten Energie und Nahrungsmittel) im Juni 1,5%. Das symmetrische Inflationsziel der US-amerikanischen Zentralbank liegt mit 2% deutlich höher. Die meisten Projektionen gehen von einem moderaten Anstieg der Inflation in den kommenden Jahren aus. Denn immer mehr Volkswirtschaften nähern sich der Vollbeschäftigung an. Die Aussichten für höhere Inflation bleiben jedoch insgesamt schwach. Denn der Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenrate und der Lohninflation, der von der sogenannten Phillips-Kurve beschrieben wird, hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Die letzte Schätzung für die USA deutet auf einen Anstieg der Inflation auf lediglich 1,8% hin, wenn die Arbeitslosenrate von aktuell 4,4% auf sehr tiefe 3,6% fällt.

Schrumpfende Zentralbankliquidität

Weil das Wirtschaftswachstum gut verläuft werden die Zentralbanken in den USA und der Eurozone die sehr unterstützende Geldpolitik reduzieren. Die Fed wird bald (wahrscheinlich im September) damit beginnen, die auslaufenden Anleihen nicht mehr zu reinvestieren. Dadurch wird langsam aber doch die Zentralbankbilanz (aktuell: rund US Dollar 4000 Milliarden) reduziert werden. Die EZB wird (wahrscheinlich) im Herbst ankündigen, dass das aktuelle Anleiheankaufsprogramm von EUR 80 Milliarden pro Monat im nächsten Jahr in einer vorsichtigen Weise reduziert werden wird. Auch in Japan ist das monatliche Ankaufsvolumen gesunken. Dem Markt wird also in den kommenden Jahren immer weniger Liquidität zugeführt. Solange allerdings die Inflation niedrig bleibt, werden die Zentralbanken mit Leitzinsanhebungen sehr zurückhaltend agieren. USA: Leitzinsanhebung im Dezember wenn die Inflation ansteigt. Eurozone: Aufgabe der Negativzinspolitik frühestens Ende 2018. Japan: Keine Änderung, weil die Inflation null Prozent beträgt.

Schlussfolgerung

Das Umfeld ist günstig für risikobehaftete Wertpapierklassen. Die Kombination von hohen Bewertungen und niedrigen Volatilitäten deutet allerdings auch auf eine erhöhte Verletzlichkeit hin. 1) Das reale Wachstum könnte sich stärker als erwartet abschwächen; 2) Der natürlich reale Zinssatz könnte schlussendlich doch ansteigen; 3) Die Inflation könnte sprunghaft zunehmen; 4) Darauf müssten die Zentralbanken mit stärker als erwarteten Leitzinsanhebungen reagieren. 5) Die Zentralbankliquidität (Summe der Zentralbankbilanzen in den USA, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich und Japan) wird im nächsten Jahr schrumpfen. Das kommt zwar nicht unerwartet, es ist jedoch nicht klar, ob  das tatsächlich bereits jetzt in den Marktpreisen reflektiert ist.


Über den Autor
Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Auf günstigere Einstiegsmöglichkeiten warten“

Aktien bieten weiterhin Potential. Investoren sollten Aktien in ihrem Portfolio dennoch nur moderat übergewichten. Dieser Ansicht ist Steven Bell, Chefvolkswirt bei BMO Global Asset Management. 

„Die derzeit positive Entwicklung der Unternehmensgewinne stützt die Aktienkurse“, so Bell. Im ersten Quartal dieses Jahres übertrafen die Ergebnisse von 70 Prozent der US-Firmen die Erwartungen der Analysten, bei europäischen Konzernen lag dieser Anteil so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Die Gewinne europäischer Unternehmen stiegen im Schnitt um 28 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal, in den USA waren es im gleichen Zeitraum 15 Prozent. „Bei allen Diskussionen über eine Überhitzung der Aktienmärkte: Aus den Quartalsergebnissen lässt sich das nicht ableiten“, erklärt Bell. „Sollten die Unternehmen ihre Gewinndynamik beibehalten und die Erwartungen weiterhin übertreffen, dann werden die Marktbewertungen nicht länger zu hoch, sondern eher moderat erscheinen.“ Der Volkswirt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Berichtssaison für den S&P 500 im vollen Gange ist und das Ertragswachstum bei 11 Prozent liegen wird. „Das wäre das vierte Quartal in Folge, in dem die Gewinne zulegen würden“, so Bell.

Nachlassendes Wirtschaftswachstum 

Sehr aufmerksam verfolgen Bell und sein Team die politische Situation in den USA, wo Präsident Donald Trump damit zu kämpfen hat, seine Pläne für eine Steuerreform und höhere Infrastrukturausgaben auf den Weg zu bringen. „Das Tempo der Reflation ist erlahmt und entspricht mittlerweile mehr dem einer Ente als einem springenden Tiger“, stellt Bell nüchtern fest. Der US-Dollar hat seit Ende vergangenen Jahres an den Devisenmärkten mehr oder weniger kontinuierlich an Wert verloren, die Aktien der internationalen Großkonzerne überflügeln die der Small- und Mid-Caps und der nach der Wahl im November einsetzende Börsenaufschwung in einzelnen Sektoren wie etwa bei Finanztiteln hat nachgelassen oder ist gänzlich zum Erliegen gekommen. Außerdem sind einige Konjunkturindikatoren wie das US-Verbrauchervertrauen unter die Höchststände gerutscht, die sie nach der Wahl Trumps erreicht hatten. „Hinzu kommt, dass sich das Tempo der chinesischen Volkswirtschaft – einem weiteren Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft – verlangsamt hat“, sagt Bell.

„Dennoch haben sich Aktien bislang durch die Bank weg als widerstandsfähig erwiesen“, beobachtet der Ökonom. Und das, obwohl sich die Höhenflüge an den Aktienmärkten bislang noch nicht in Investitionen der Unternehmen oder höhere staatliche Ausgaben niedergeschlagen haben. Er weist zudem darauf hin, dass in manchen Bereichen die Erwartungen mittlerweile so pessimistisch seien, dass dies Raum für positive Überraschungen biete. 

Im Gegensatz zu den USA beginnen sich die politischen Risiken in Europa nach der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten zu zerstreuen. Zumal Angela Merkel in den Umfragen zur anstehenden Bundestagswahl im September deutlich führt und es Anzeichen dafür gibt, dass die deutsch-französische Achse in der Europäischen Union gestärkt daraus hervorgehen werde. „Das ist ein gutes Zeichen für die Integration und die Stärke der europäischen Märkte“, sagt Bell.

Disziplin gefragt: Einstiegszeitpunkt kommt

Unter dem Strich bleiben nach Einschätzung des Experten zwei Faktoren, die zuversichtlich hinsichtlich Risikoanlagen stimmen: die zunehmend dynamische Gewinnentwicklung der Unternehmen und das zwar nur moderate, aber dennoch erkennbar positive Wirtschaftswachstum. „Dies bestärkt uns in unserer grundsätzlich positiven Einschätzung für Aktien“, sagt Bell. Dennoch empfiehlt er, Aktien im Portfolio nur moderat überzugewichten: „Wir denken, dass der Markt die bestehenden politischen Risiken nicht in angemessener Weise berücksichtigt und einpreist. Gleichzeitig beschäftigt uns die Selbstzufriedenheit vieler Marktakteure aufgrund der guten Gewinnentwicklung vieler Unternehmen und der zurückgegangenen Volatilität.“ In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich nach Einschätzung des Experten für einen Einstieg bessere Möglichkeiten ergeben: „Derzeit signalisieren nur wenige Indikatoren eine günstige Bewertung. Daher sollten Investoren Dividendentitel weiterhin im Blick behalten, aber auf günstigere Einstiegsmöglichkeiten warten.“

Über BMO Global Asset Management
BMO Global Asset Management ist ein globaler Investmentmanager, der aus seinen vier Investmentzentren in London, Toronto, Chicago und Hong Kong sowie mit mehr als 25 Niederlassungen in 14 Ländern einen herausragenden Service bietet. Das verwaltete Vermögen beläuft sich per 31. Juli 2016 auf mehr als 238 Milliarden US-Dollar.
BMO Global Asset Management verfügt über ein Netzwerk von Boutique-Managern mit Weltformat: BMO Real Estate Partners, LGM Investments, Pyrford International Ltd. und Taplin, Canida & Habacht, LLC.
BMO Global Asset Management ist Unterzeichner der von den Vereinten Nationen unterstützten Initiative Principles for Responsible Investment (UNPRI, Grundsätze für verantwortungsbewusste Investments).
BMO Global Asset Management ist Teil der BMO Financial Group (NYSE: BMO), einer breit diversifizierten Finanzdienstleistungsorganisation, die im Jahre 1817 unter dem Namen Bank of Montreal gegründet wurde. Die BMO Financial Group ist mit einer Bilanzsumme von 719 Milliarden Kanadische Dollar per 30. April 2017 und über 45.000 Mitarbeitern eine der größten Banken Nordamerikas. BMO Wealth Management verwaltet weltweit ein Anlagevermögen von 430 Milliarden Kanadische Dollar per 30. April 2017.

US-Hypothekenmarkt wieder attraktiv für Investoren

Niedriges Volatilitätsprofil und eine solide Rendite – die sogenannten Mortgage-backed Securities (MBS), zu Deutsch hypothekenbesicherte Wertpapiere, haben zuletzt viele andere Wertpapiere hoher und mittlerer Qualität in ihrer Performance übertroffen. Seit der Finanzkrise, während der MBS-Anlagen stark unter Druck geraten waren, hat der Hypothekenmarkt in den USA eine radikale Reform durchlaufen. „Anleger, die eine gut diversifizierte, globale, festverzinsliche Strategie suchen, sollten sich das verbesserte Angebot sehr genau ansehen“, sagt Tom Mansley, Investment Director beim Vermögensverwalter GAM. „Die Gelegenheit ist fast zu gut, um sie sich entgehen zu lassen.“  

Kreditvergabestandards werden streng überwacht

MBS sind Wertpapiere, die durch einen Pool von Hypothekenkrediten unterlegt sind und Anlegern ein Anrecht auf die Cashflows aus diesen Hypothekenkrediten geben. Sie weisen somit eine geringe Korrelation zu Aktien und traditionellen Anleihen vor. „Mittlerweile handelt es sich bei den meisten MBS am Markt um sogenannte ‚Agency-Papiere‘, die von der US-Regierung oder einer ihrer Agenturen, Freddie Mac oder Fannie Mae, abgesichert oder anerkannt sind“, sagt Mansley, der in GAMs Niederlassung in New York arbeitet. „Es gibt aber auch Non-Agency-MBS, also Anleihen von privaten Emittenten wie zum Beispiel Banken, und diese Wertpapiere haben keine staatliche Garantie.“ Deshalb böten sie eine höhere Rendite, seien aber auch mit einem entsprechend höheren Ausfallrisiko verbunden.  

Waren die MBS noch maßgeblich an der Entstehung der Finanzkrise beteiligt, hätten sich die Anforderungen an die Papiere und die dahinterliegenden Kredite stark verbessert. „Die Kreditvergabestandards haben sich dramatisch erhöht und werden streng überwacht“, sagt Mansely. „Komplette Hypothekenfinanzierungen gibt es nicht mehr, die Kreditnehmer müssen eine nicht unbeträchtliche Anzahlung selbst aufbringen.“ Zudem fliest bei den Kreditratingagenturen mittlerweile ein breiteres Spektrum möglicher negativer Szenarien in die Berechnung der Ratings von MBS ein.

Interessante Investmentoption trotz politischer Unsicherheit 

„Aus fundamentaler Sicht sind die US-Wohnimmobilienmärkte wesentlich robuster als vor der Krise“, sagt Mansley. Laut dem Finanzmarktanalyst CoreLogic verzeichneten Ende des vergangenen Jahres 2,6 Prozent der Hypothekenkredite in den USA einen Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen und werden damit als notleidend betrachtet. „Das sind etwa eine Million Kredite. Im Vergleich dazu belief sich die Zahl der notleidenden Hypothekenkredite während des Höhepunkts der Krise im Januar 2010 auf 3,7 Millionen.“ Zudem sei die Zahl der nötigen Zwangsvollstreckungen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurückgegangen. 

Zwar bestehe ein mögliches Szenario, dass sich unter dem US-Präsidenten Donald Trump der Einfluss der Regierung auf den Hypotheken- und Immobilienmarkt verringern könnte. Allerdings wäre dies ein langsamer Prozess, da die Trump-Regierung zurzeit klar andere Prioritäten hat. Sollte es dieses Jahr doch noch zu Gesetzesänderungen kommen, werden diese wahrscheinlich auf die Wiederbelebung eines größeren und effizienteren Markts für Non-Agency-Hypothekenwerte ausgerichtet sein.

„Die Assetklasse zeigt derzeit belegbare Vorzüge was Rendite, Kapitalerhalt und Diversifikation angeht“, sagt Mansley. „Unserer Meinung nach gibt es hier wirklich interessante Investmentgelegenheiten, die man nicht verpassen möchte.“

Über GAM
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und ‑produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

Anleger schichten von Silber in Gold um

Anleger schichten wieder von Silber zurück in Gold um, ETPs für Schwellenmarktanleihen verbuchen die höchsten Zuflüsse seit Januar und Anleger verkaufen Rohöl-ETPs, da sich der Preis dem oberen Ende der Handelsspanne nähert, so ETF Securities im wöchentlichen Markt- und Flowbericht.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichnen die höchsten Zuflüsse seit Mai 2017, während es bei Silber-ETPs (A0N62F) zu den höchsten Abflüssen seit Juli 2016 kam. Während Gold seine Gewinne vergangene Woche behaupten konnte, beliefen sich die Zuflüsse seitens der Anleger auf 64,7 Mio. USD. Da der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA leicht hinter den Erwartungen zurückblieb und die durch die Regierung Trump ausgelöste politische Volatilität infolge der Entlassung des Kommunikationsdirektors anhielt, schwächte sich der US-Dollar ab, was den Goldpreis stützte. Bleiben weitere Schocks aus, dürfte der Goldpreis unseres Erachtens bis Jahresende auf den aktuellen Niveaus verharren. Sollte es aber unerwartet zu Schockereignissen kommen, könnte der Goldpreis noch weiter steigen. Anleger nutzen dieses „Absicherungsmerkmal“ des Edelmetalls als Portfolioschutz. Bei Long-Silber-ETPs kam es hingegen zu Abflüssen in Höhe von 58,3 Mio. USD, da der Preis relativ zur Vorwoche nachgab. „Da die Wirtschaft weiter wächst, gehen wir davon aus, dass Silber Gold bis Jahresende übertreffen wird, wodurch sich die Zuflüsse in Silber fortsetzen könnten“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Zuflüsse in EM-Staatsanleihen-ETPs erreichen den höchsten Wert seit Januar 2017. EM-Staatsanleihen verbuchen mit 18,6 Mio. USD die dritte Woche in Folge Zuflüsse, was darauf hindeutet, dass sich die Anlegerstimmung im Hinblick auf die Schwellenmärkte zunehmend aufhellt. „Die Zugewinne bei lokalen Staatsanleihen von rund 11 Prozent in diesem Jahr stützen die jüngst bessere Stimmung“, so Hein.

Bei Rohöl-ETPs (A1N49P) kam es die dritte Woche in Folge zu Abflüssen, die sich bei den Long-Positionen (75 Mio. USD) auf den höchsten Wert seit Mai 2017 beliefen. Nach dem Anstieg der Ölpreise in der Vorwoche nahmen die Anleger weiter Gewinne mit. Ende der Woche hatte Rohöl der Sorte WTI alle Gewinne aus der Vorwoche wieder abgegeben. Die Anleger positionieren sich weiter für eine Preisspanne von 40-55 USD/Barrel. Sollte der Ölpreis in Richtung des unteren Endes der Spanne tendieren, dürften sich die Zuflüsse fortsetzen. „Die jüngste Preisschwäche ist auf die mangelhafte Einhaltung der Förderquoten seitens der OPEC-Mitglieder zurückzuführen. Kuwait und Russland haben heute und morgen den Vorsitz bei einem Treffen in Abu Dhabi zwischen mehreren OPEC- und Nicht-OPEC-Mitgliedern inne, die sich an den Produktionskürzungen beteiligen. Im Mittelpunkt stehen dabei Länder wie der Irak, Gabun, Ecuador und die VAE, die am stärksten gegen die Förderbeschränkungen des Kartells verstoßen“, führt Hein aus.

Die Anleger sind in Bezug auf USD/EUR zwiegespalten. Letzte Woche stiegen die Zuflüsse in Short-USD-/Long-EUR-ETPs nach fünf Wochen mit Abflüssen auf 6,2 Mio. USD. Dagegen hielten die Zuflüsse in Short-EUR-/Long-USD-ETPs mit 6,3 Mio. USD die siebte Woche in Folge an.  Insgesamt beliefen sich die Zuflüsse in USD-ETPs somit auf 14,6 Mio. USD. Trotz der jüngsten USD-Schwäche und EUR-Stärke hat der breitere Währungsmarkt die Zurückhaltung der EZB unseres Erachtens fehlinterpretiert und ist die Erwartung eines aggressiven Tapering in den kommenden Monaten unangebracht. „Wir sind der Ansicht, dass die jüngste EUR-Stärke nachlassen wird, wohingegen die geldpolitische Straffung in den USA den US-Dollar beflügeln dürfte. Der Arbeitsmarkbericht vom Freitag, der deutlich stärker ausfiel als erwartet, dürfte den US-Dollar in der kommenden Woche stützen und die zu Beginn der letzten Woche zu beobachtende Schwäche umkehren“, meint Hein.

Aktienmärkte: Auf die europäische Karte setzen

Die Europäische Wirtschaft hat in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen. Jüngste Prognosen zeigen, dass sich das Wachstum heuer deutlich beschleunigen wird. Selbst in den „Problemländern“ wie z. B. Italien, Spanien und Portugal zieht die Wirtschaft an. Möglicherweise ein guter Zeitpunkt, um in Aktien europäischer Unternehmen zu investieren. Wir sprachen mit Markus Jandrisevits, seit 2001 Fondsmanager des mit 4 Morningstar-Sternen ausgezeichneten europäischen Aktien-Dachfonds, über Anlagechancen an den europäischen Börsen. 

Wie erklärt sich der Aufschwung in Europa?

Jandrisevits: In den letzten Jahren war die wirtschaftliche Erholung vor allem von den USA und den Schwellenländern getragen. Jetzt sehen wir steigende Wachstumsraten in Europa selbst, die Binnennachfrage zieht an. Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für die Eurozone kürzlich auf 1,9% (2017) und 1,7% (2018) angehoben. Der Aufwärtstrend könnte also stärker und nachhaltiger ausfallen, als wir noch zu Jahresbeginn gedacht hatten. Europa ist nicht gleich Europa. Viele europäische Unternehmen sind global aufgestellt und profitieren vom Aufschwung der Schwellenländer, vor allem jener in Asien.

Wie bewerten Sie die Attraktivität europäischer Unternehmen? Ist der Brexit eine Gefahr?

Jandrisevits: Das übergeordnete Bild an den Finanzmärkten bestimmt natürlich auch das Geschehen an den europäischen Börsen. Das heißt, die niedrigen Zinsen führen dazu, dass europäische Aktien für Investoren attraktiv sind. Ein Ende der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank – Stichwort Anleihen-Ankaufprogramm – ist noch nicht abzusehen. Und selbst wenn es einmal soweit ist, muss dies nicht zwingend zu einer Abkehr vom Aktienmarkt führen. Der Austritt Großbritanniens aus dem gemeinsamen Wirtschaftsraum („Brexit“) führt zu einem Aufschwung in Kontinentaleuropa.

Was spricht für europäische Aktien? Welche Aktien bevorzugen sie und aus welchen Gründen?

Jandrisevits: In dem nun doch schon seit dem Jahr 2009 anhaltenden Aktienzyklus sehen wir für europäische Aktien noch Aufholpotenzial zu US- und Schwellenländeraktien. Die Gewinnsituation der Unternehmen rechtfertigt die Kursanstiege an den Börsen und bietet Raum für weitere Kurszuwächse. Wir sehen uns aber genau an, was wir kaufen. In solchen Phasen kann sich aktives Management lohnen. Im BEST OF EUROPE bevorzugen wir derzeit Aktien bzw. Fonds mit Schwerpunkt auf Industrieunternehmen, den IT- und zyklischen Konsumgütersektor. Darunter fallen zB die großen Auto-Hersteller oder auch Markenartikler. Was die Unternehmensgröße betrifft, sehen wir gute Investmentopportunitäten bei kleinen und mittelgroßkapitalisierten Unternehmen. Im Gegensatz zu US-Unternehmen haben europäische „Kleine“ viel mehr internationale Verflechtungen, die die Ertragssituation positiv beeinflussen.

Wie erfolgt die Allokation im ESPA BEST OF EUROPE?

Jandrisevits: Der ESPA BEST OF EUROPE ist ein Dachfonds und investiert in europäische Aktienfonds. Dadurch streut der Fonds das Risiko sehr breit. Als Großanleger können wir die Fonds kostengünstig kaufen und verkaufen, wovon auch unsere Anleger profitieren.

Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management
Quelle: Erste Asset Management

Welche Arten von Subfonds kommen in Frage?

Jandrisevits: Je nach Börsenzyklus oder Markteinschätzung setzen wir auf unterschiedliche Strategien. In späten Zyklen holen kleinere Unternehmen auf, da gilt es dann in sogenannte Small-Caps zu investieren. Small-Caps hinken in Aufwärtsphasen den großen Titeln hinterher und holen erst später in der Kursentwicklung auf.

Wir investieren einerseits mit Hilfe von sogenannten ETF’s (Exchange Traded Funds) in Strategien, die nur einen bestimmten Index nachbilden. Daneben halten wir auch Anteile an aktiv gemanagten Aktienfonds renommierter Fondshäuser. Hier kennt der Fondsmanager jeden einzelnen Titel in- und auswendig und befindet sich in direktem Austausch mit dem Management des jeweiligen Unternehmens.

Worauf achten Sie besonders bei der Auswahl der Fonds und der Fondsmanager?

Jandrisevits: Für uns ist wichtig, dass das Fondsmanagement einen konsistenten Ansatz verfolgt, der verständlich ist und auch konsequent durchgezogen wird. Idealerweise lernen wir das Fondsmanagement persönlich kennen. Wir verwenden bei der Auswahl eigene Kennzahlen, mit denen wir den Erfolg der jeweiligen Strategie messen.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Zeit ist reif für deutsche Wachstumswerte

von Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund.

„Die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist gut. So notierte beispielsweise der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli auf einem Höchststand. Doch Anleger sollten sich nicht täuschen lassen. Einige Unternehmen könnten Rückschläge erleiden. Schon die laufende Berichtssaison zeigt beispielsweise bei vielen Chemie-, Industrie- und Bankenwerten, dass die Erwartungen zu hoch sind und die Kurse dieser Unternehmen zu weit gelaufen sind. Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Autoindustrie, die sowohl zyklisch als auch strukturell und aufgrund der Wechselkurse unter Druck steht“, so Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund.

Seit 2009 kennen die Börsen nur noch eine Richtung: nach oben. Doch die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Zeichen einer Übertreibung mehren sich. Ein Indiz dafür: Zykliker und Unternehmen mit niedriger Qualität führten den Markt über die letzten zwölf Monate an. Und wenn Anleger nicht mehr auf die Güte von Unternehmen achten, die sie kaufen, ist das ein Zeichen für Euphorie.

Einige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Stimmung wechseln dürfte: So fiel der Citigroup-Economic-Surprise-Index, der bisher überraschend positive Wirtschaftsdaten zeigte, in den vergangenen Monaten deutlich. Einkaufmanagerindizes, die schon früh eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik registrieren, scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben und drehen nach unten. So hat zum Beispiel der ISM-Einkaufsmanagerindex für die USA nachgegeben. Auch die höhere Notierung des Euro sorgt für Gegenwind bei Exportwerten.

„In diesem Umfeld wird es immer schwieriger, die bisherigen hohen Erwartungen der Märkte zu erfüllen. Aus meiner Sicht ist die Gefahr weiterer Enttäuschungen groß. Das gilt vor allem für zyklische Unternehmen und Werte von niedriger Qualität. Ihre Kurse preisen einen starken wirtschaftlichen Aufschwung ein“, so von Engelbrechten. Anleger sollten jetzt konsequent auf Qualität und solide Wachstumswerte setzen. Darunter fallen Unternehmen, die sich durch ein hohes kontinuierliches Wachstum auszeichnen, das auch in einem schwierigen Umfeld hält, und deren Geschäftsmodell relativ unabhängig von Konjunkturzyklen ist. Oftmals zeichnen sich solche Unternehmen auch durch eine nachhaltig hohe Gesamtkapitalrendite und höhere Wachstumsraten als der Gesamtmarkt aus.

Von Analysten wenig beachtete Mid-Caps bieten nach wie vor viele attraktive Titel

Was die Anleger betrifft, so hat das Small- und Mid-Cap-Segment seit Jahresbeginn Rückenwind. Da die Unternehmen überwiegend im Inland agieren, bietet dieses Universum zahlreiche Anlagechancen in Europa, so Charles Anniss, Portfoliomanager für Small- und Mid-Cap-Portfolios bei Union Bancaire Privée.

Finanzanalysten schenken den Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung häufig noch immer wenig Beachtung, sondern konzentrieren sich lieber auf großkapitalisierte Unternehmen. Titel mit einer Marktkapitalisierung von mehr als EUR 10 Mrd. erhalten nicht selten um die zwanzig, häufig sogar mehr als dreißig Empfehlungen von Analysten. In einem solchen Umfeld ist es schwierig, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die noch nicht vom Markt aufgegriffen wurden. Aktien mit einer Börsenkapitalisierung von weniger als EUR 1 Mrd. hingegen werden im Normalfall von höchstens fünf Analysten überhaupt beachtet. Dementsprechend existieren einige unentdeckte Juwelen, die von den Anlegern bislang ignoriert werden, da sich Informationen in diesem Anlageuniversum weitaus langsamer verbreiten als im Universum mit hoher Marktkapitalisierung. Da der Markt somit noch immer relativ ineffizient ist, ergeben sich erhebliche Bewertungsdifferenzen und dementsprechend zahlreiche Anlagechancen.

Rückkehr zu einer streng quantitativen Methode

Der europäische Small- und Mid-Cap-Markt bietet darüber hinaus viel Diversität im Hinblick auf Länder. Um besonders attraktive Titel ausfindig zu machen ist es zudem sinnvoll, ein quantitatives Screening-Tool zu nutzen, das dieses aus tausenden Unternehmen bestehende Universum effizient abdecken kann. Das Screening-Verfahren muss in der Lage sein, Titel mit guten Wachstumsaussichten, hohen Renditechancen, soliden Bilanzen und genügend Liquidität zu erkennen, sodass die Anleger von Preisanomalien profitieren können.

Industrie- und Technologietitel liefern solide Resultate

2016 schnitten die großen europäischen Titel geringfügig (um ca. 2%) besser ab als jene von Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung, aber seit Anfang 2017 verzeichnen die sogenannten „SMids“ eine bessere Wertentwicklung als Titel mit hoher Börsenkapitalisierung (+10,48% zum 30. Juni beim MSCI Europe Small Cap gegenüber +6,68% beim MSCI Europe). Auch die Gewinne sind im vergangenen Jahr stärker gestiegen als bei hochkapitalisierten Unternehmen. Die europäischen Volkswirtschaften profitieren von günstigeren Bedingungen (die Einkaufsmanagerindizes entwickeln sich positiv) und werden vom Rückgang politischer Risiken beflügelt (z. B. durch die Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich). Mid-Cap-Unternehmen sind überwiegend an den Inlandsmärkten der Eurozone aktiv und hauptsächlich in zyklischen Branchen vertreten, sei es Industrie oder Technologie. Mid-Caps sind besonders oft in Nischenmärkten präsent, werden also weniger stark von potenziellen Risiken der Weltwirtschaft beeinträchtigt. Diesem Faktor wird am Markt häufig nicht die gebührende Beachtung geschenkt.

Kurz gesagt: Die makro- und mikroökonomischen Bedingungen im SMid-Cap-Universum bleiben günstig. Trotz des jüngsten Anstiegs sind die Bewertungsniveaus weiterhin überaus attraktiv. Anlegern bieten sich noch immer zahlreiche Chancen, insbesondere bei französischen, spanischen und irischen Titeln, sofern es gelingt, dieses reichhaltige, von den spezialisierten Analysten häufig zu wenig beachtete Anlageuniversum effizient zu filtern. 

Mit Kursschwankungen umgehen lernen

Wertpapiere werden an Finanzmärkten gehandelt. Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage gebildet. Dabei gilt, wie bei jedem Markt: Käufer möchten so günstig kaufen wie möglich – auf der Gegenseite möchten die Verkäufer einen möglichst hohen Preis erzielen. Dort, wo sich Angebot und Nachfrage treffen, ergibt sich ein Marktgleichgewicht. Es entsteht ein Kurs.

Jeden Tag treffen Käufer und Verkäufer aufeinander. Manchmal ist das Angebot an Wertpapieren höher als das zu veranlagende Kapital. An anderen Tagen ist es genau umgekehrt. Der Kurs für ein bestimmtes Wertpapier ist daher einmal höher und ein anderes Mal niedriger, er unterliegt also Schwankungen.

Wann kaufen? Wann verkaufen?

Der Kurs von heute ist ein rein zufälliges Ergebnis. Das gleiche gilt auch für den Kurs von morgen. Wann ist der Kurs also niedrig genug um zu kaufen bzw. hoch genug um zu verkaufen?

Das weiß im Vorhinein niemand. Doch ab dem Zeitpunkt, zu dem man gekauft hat, soll der Kurs nach Möglichkeit steigen, sagen die Käufer. Jene, die verkauft haben, hoffen auf das Gegenteil. Leider kann das erworbene Wertpapier mit dem Prinzip der Hoffnung nichts anfangen. Und oft ist es dann auch so, dass genau ab dem Zeitpunkt des Kaufs der Kurs nur mehr eine Richtung kennt, jene nach unten.

Doch zurück zur Kursschwankung. Die Kursschwankung kann nach oben oder nach unten erfolgen. Ob dies vom einzelnen als „gut“ oder „schlecht“ empfunden wird, ist in der Finanztheorie nicht relevant. Hier wird der Begriff „Risiko“ durch die Höhe der Kursschwankung und nicht durch die Richtung der Schwankung definiert.

Höhere oder niedrigere Kursschwankungen, was ist besser?

Werfen wir einen Blick auf einen beispielhaften Chart. Wir vergleichen zwei Anlagen mit unterschiedlichen Kursschwankungen.

 

Grafik: Exemplarische Darstellung zweier Anlagen mit unterschiedlichen Kursschwankungen
Quelle: Erste Asset Management

Die Veranlagungsmöglichkeit „A“ (rot, gestrichelt) mit hohen Kursschwankungen wurde der Veranlagungsmöglichkeit „B“ (grün) mit moderaten Kursschwankungen gegenübergestellt.

Für Anlegerinnen und Anleger stellt sich die Frage: „Welche der beiden Alternativen ist besser?“

Viele Anlegerinnen definieren besser mit:

  • Höherer Ertrag oder
  • Niedrigere Schwankungen

Doch sehen das alle Investoren gleich? Beginnen wir damit, was wir objektiv über den dargestellten Kursverlauf aussagen können.

  • Die Veranlagung „A“ weist deutlich höhere Kursschwankungen auf als die Veranlagung „B“.
  • Unter der Annahme, dass alle zu Beginn des abgebildeten Zeitraums gekauft und am Ende verkauft haben, hat sich der gleiche Ertrag für Investoren ergeben.
  • Wenn man die Anlage „A“ ganz unten gekauft hätte, dann wäre der Ertrag für Investoren sehr viel höher gewesen als bei Anlage „B“.
  • Wenn man die Anlage „A“ beim Höchstkurs gekauft hätte, dann hätte man einen deutlichen Verlust erlitten.

Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Veranlagungen, die nicht unmittelbar vergleichbar sind. Der wesentliche Unterschied liegt in der Höhe der Kursschwankungen.

Ob die Kursschwankung für den einzelnen Anleger bzw. die einzelne Anlegerin einen Vorteil oder Nachteil darstellt, kann nur individuell beurteilt werden. Viele Anlegerinnen möchten Kursschwankungen vermeiden und fühlen sich in weniger risikoreichen Investments wohler. Doch andererseits bedeuten höhere Kursschwankungen auch höhere Chancen!

Wie kann man mit Kursschwankungen umgehen?

Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Bei manchen fallen diese höher, bei anderen niedriger aus. Aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger gibt es unterschiedliche Strategien wie mit diesen Schwankungen umgegangen wird:

  1. Die „Risiko-vermeiden“-Strategie: Aus Angst vor Kursverlusten (Schwankung nach unten) werden Risiken erst gar nicht eingegangen. Das Kapital bleibt auf dem Sparbuch oder in anderen sehr konservativen Instrumenten.
  2. Die „Vogel-Strauß“-Strategie: Bei Gefahr (Kursrückgängen) wird der Kopf in den Sand gesteckt. Bei entsprechend werthaltigen Investments und langfristigem Anlagehorizont eine verständliche Handlungsalternative.
  3. Die „Ich-habs-ja-gewusst“-Strategie. Bei Kursrückgängen erkennt man, dass man zu Höchstkursen eingestiegen ist. Häufig in Kombination mit der „Nie-wieder“-Strategie oder mit der „Warum-immer-ich“-Strategie. Oft wird sofort mit Verlust verkauft, in den meisten Fällen kommen risikoreiche Anlagen für die Zukunft nicht mehr in Frage.

Allen oben genannten Strategien haben eines gemeinsam: Anlegerinnen und Anleger waren sich vorweg der Kursschwankungen nicht bewusst oder hatten keinen Plan, wie sie damit umgehen sollten. Und eventuelle rationale Handlungen wurden in den Hintergrund gestellt.

Wir möchten daher noch einige Strategien vorstellen, die auf rationalen Entscheidungen beruhen.

  1. Die „Timing“-Strategie. Hierbei werden interessante Veranlagungen identifiziert und bewusst auf niedrige Kurse gewartet. Das bedeutet aber auch, dass nach starken Kursrückgängen auch der Mut da sein muss, um zu kaufen.
  2. Der „Einstieg-in-Tranchen“. Bei dieser Strategie wird das geplante Investment in z.B. 12 Teilbeträgen (= Monaten) investiert.
  3. Der „Wertpapier-Anlageplan“. Viele Banken bieten eine automatisierte Möglichkeit ausgewählte Fonds monatlich mittels kleiner Beträge (zumeist schon ab EUR 50,-) zu erwerben. Aufgrund des langsamen Kapitalaufbaus ist diese Strategie schon per Definition als langfristig zu sehen.

Gefühle kontrollieren, geht das?

Eines sollte immer bedacht werden: Menschen veranlagen ihr hart erarbeitetes Kapital Für die meisten ist dies eine emotionale Angelegenheit. Das Ergebnis wird nicht im Vorhinein feststehen und kann auch nicht von den Anlegerinnen und Anlegern beeinflusst werden. Selbst wenn man meint bei der Veranlagung rational gehandelt zu haben, gewinnen bei größeren Kursrückgängen die Emotionen die Überhand. Es besteht die Gefahr, dass man übereilt Entscheidungen trifft. Jede noch so gut geplante Strategie funktioniert nicht mehr.

In der Vergangenheit hat sich zur Kontrolle der Emotionen folgendes bewährt:

Nehmen Sie bei der Entscheidung über eine Veranlagung ein Blatt Papier zur Hand. Notieren Sie den Grund, warum Sie gerade diese Investition ausgewählt haben. Und definieren Sie eine Einstiegs- und Ausstiegs-Strategie dafür. Wenn es im Laufe der Zeit zu Kursschwankungen (v.a. nach unten) kommt, dann nehmen Sie VOR(!) einer Entscheidung das Papier zur Hand und überprüfen Sie, ob die niedergeschriebenen Aspekte noch Gültigkeit haben. So finden Anlegerinnen und Anleger eventuell von emotionalen zu rationalen Anlageentscheidungen zurück.

Fazit

Investments unterliegen – je nach Art der Veranlagung – mehr oder weniger hohen Kursschwankungen. Der Umgang mit diesen Schwankungen – vor allem jenen nach unten – stellt für viele Anlegerinnen und Anleger ein Problem dar. Es gibt Strategien, um die zumeist hoch-emotionalen Entscheidungen bei der Kapitalveranlagung auf eine rationale Basis zu stellen. 

Es sollte nur Kapital veranlagt werden, das längerfristig nicht benötigt wird. Denn auch Anlagen, die fundamental in Ordnung sind, können durch die Kursbewegungen an den Finanzmärkten an Wert verlieren. Doch bei einem längerfristigen Anlagehorizont besteht zumindest die Chance, dass diese Wertverluste dann auch wieder aufgeholt werden.


Über den Autor
Johann Griener ist seit 01.01.2001 in der Erste Asset Management GmbH im Bereich „Sales Retail“ tätig. In dieser Funktion betreut er v.a. die Sparkassen in Österreich mit aktuellem Schwerpunkt auf Oberösterreich. Der Aufgabenbereich umfasst die Servicierung, Schulung, Aus- und Weiterbildung der Sparkassen Mitarbeiter, die im Wertpapier-Bereich tätig sind. Dies bedeutet Erstellung und Abhalten von Präsentationen in den lokalen Instituten und in der Erste Asset Management mit dem Zweck den Absatz von Fonds der ERSTE-SPARINVEST, Ringturm und Erste Immobilien KAG zu fördern. Weiters unterstützt er die Sparkassen (österreichweit) bei der Eigenveranlagung (Nostro Geschäft). Zusätzlich werden von ihm auch zahlreiche Publikationen für den internen und externen Gebrauch entwickelt. Das „1x1 der Investmentfonds“, das von ihm erstellt wurde, liegt in allen Filialen der Erste Bank und der Sparkassen als Basislektüre und Einführung in die Funktionsweise von Investmentfonds für Kunden auf.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Stärkstes Halbjahr für Schwellenländer seit Finanzkrise

Die Emerging Markets haben ihren Aufwärtstrend im Mai und Juni fortgesetzt. Die allgemein verbreitete Ansicht, dass der US-Dollar stärker werden würde und die Schwellenländer zudem mit den Handelsrestriktionen von US-Präsident Trump zu kämpfen hätten, wurde nicht Realität. Dieses ist das stärkste erste Halbjahr für die Emerging Markets seit 2009, folgend der globalen Finanzkrise, und das zweitstärkste seit 1999, folgend der Russland-Krise. „Nur die schwächelnden Märkte in Brasilien und Russland passen nicht in die Entwicklung“, sagt Leigh Innes, Portfolio Specialist Emerging Markets und Frontier Markets bei T. Rowe Price. 

In Brasilien ist die politische Volatilität zurückgekehrt, nachdem Präsident Temer mit einem Korruptionsskandal in Verbindung gebracht wurde. Das bedeutet einen Rückschritt im Prozess, einige entscheidenden Reformen umzusetzen. Der russische Markt wurde durch schwache Öl-Kurse und schärfere Sanktionen geschwächt. „In China sehen wir den Konsum noch stabil“, sagt Innes. „Insbesondere einige starke Marken Franchises in verschiedenen Bereichen gewinnen weiter an Marktanteilen.“ Zudem hat der starke Immobilienmarkt während des vergangenen Jahres einige Aktientitel beflügelt.

Langfristig Reformen in Pakistan nötig

„Bei den Frontier Markets herrscht wie üblich viel Bewegung“, sagt Innes. Pakistan beispielsweise zeigt eine positive Entwicklung: Bedeutende Verbesserungen des ökonomischen und politischen Hintergrundes sowie der Sicherheitslage bedeuten, dass eine relativ volatile Umgebung sich zu einem Rahmen entwickelt hat, in dem gut geführte Unternehmen florieren können. „Die Wachstumsrate des BIP hat weiter Fahrt aufgenommen und Pakistan ist aktuell auf dem niedrigsten Inflations- und Zinsniveau seit Generationen, während die Währung relativ stabil ist.“ Gleichzeitig ist die politische Lage stabil, mit einer Regierung, die zum ersten Mal seit der Revolution vor fast 70 Jahren eine komplette Legislaturperiode lang an der Macht blieb. „Pakistan war in den vergangenen Jahren zwar ein gutes Investment, aber es bilden sich sowohl politische als auch ökonomische Risiken“, sagt Inns. „Langfristig sind weitere Reformen und Entwicklung nötig um Pakistan wirklich zu einem ‚asiatischen Tiger‘ werden zu lassen.“

Ähnlich ist die Situation in Saudi-Arabien, dessen Potential gewaltig ist, wo aber auch Veränderungen nötig sind. „Der Grund für Optimismus ist, dass Saudi-Arabien bei weitem der größte Markt im Nahen Osten ist“, sagt Innes. Mehr als 165 Aktientitel sind gelistet, die Marktkapitalisierung liegt schätzungsweise bei 530 Milliarden US-Dollar und der tägliche Handel beträgt mittlerweile bis zu vier Milliarden. „Was Größe und Liquidität angeht übertrifft der saudische Aktienmarkt die Märkte aller anderen Staaten in der Region.“ Zudem ist er diversifizierter, weder der Energie- noch der Finanzsektor bestimmen den Index. Jedoch verlangsamt sich die Wirtschaft aufgrund niedriger Ölpreise, was den Druck auf das Haushaltsdefizit, internationale Reserven und Liquidität steigen lässt. „Das Land muss seine Wirtschaft noch unabhängiger von Öl machen“, sagt Innes. „Die Vision 2030, die vergangenes Jahr vorgestellt wurde, lässt hoffen, dass das Königreich die Notwendigkeit erkannt hat, auch andere Wirtschaftsbereiche zu entwickeln.“ 

Georgiens beeindrucke Wandlung

„Georgien befindet sich auf dem richtigen Weg“, sagt Leigh Innes. „Das Land hat eine reformorientierte Regierung, die liberale und marktfreundliche Reformen stabil umsetzt, und ein voraussichtliches hohes Wachstum des BIP, das noch auf einem niedrigen Niveau ist.“ War Georgien noch in den 90ern eines der korruptesten Länder, hat es eine beeindruckende Transformation hinter sich und nimmt im globalen Vergleich eine sehr gute Position ein, was ökonomische Freiheit und eine niedrige Kriminalitätsrate angeht. 2015 und 2016 verlangsamte sich zwar die Wirtschaft der Öl-abhängigen Nachbarstaaten und wichtigen Handelspartner Georgiens, was das Land vor Herausforderungen stellte. Aber aktuell nimmt Georgiens Entwicklung erneut an Geschwindigkeit auf.

Über T. Rowe Price
T. Rowe Price ist eine globale Investmentgesellschaft mit 702,5 Milliarden Euro Assets under Management. Das 1937 von Thomas Rowe Price jr. gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Baltimore (USA) und ist mit eigenen Büros in den USA und Kanada, EMEA und Asien präsent. Diversifizierung, Stiltreue und ein fundiertes Research zeichnet den disziplinierten und risikokontrollierten Investmentansatz von T. Rowe Price aus. Kunden aus Deutschland bietet T. Rowe Price insbesondere Aktien- und Fixed-Income-Lösungen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.troweprice.com.