Renminbi-Anleihen: Silberstreif am Horizont

Warum die Demografie in China die Internationalisierung des dortigen Markts für Lokalwährungsanleihen beschleunigt erklärt Cary Yeung, Head of Greater China Debt bei Pictet Asset Management.

Chinas alternde Bevölkerung könnte für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zum Problem werden, andererseits aber auch dazu beitragen, dass aus dem 13 Bio. US-$ schweren Anleihenmarkt eine internationale Anlageklasse wird.

Um zu verstehen warum, schauen wir uns zunächst den Zusammenhang zwischen Demografie, Ersparnissen und Zahlungsbilanz eines Landes an.

In China lag der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – also derjenigen zwischen 15 und 64 – vor rund zehn Jahren auf dem höchsten Stand und wird UN-Prognosen zufolge bis 2030 auf 52 Prozent zurückgehen.

Da die Bevölkerung immer älter wird, steigen auch deren Gesamtausgaben – hauptsächlich für Gesundheit und Ruhestand. Die Rentenausgaben zum Beispiel steigen seit 2012 pro Jahr schneller als die Renteneinnahmen.

Die durchschnittliche jährliche Rentenlücke in China dürfte 2050 bei 1,41 Bio. RMB liegen, aktuell sind es 50 Mrd. RMB.1

Um diese Lücke zu schließen, muss das Land auf seine Ersparnisse zurückgreifen; diese dürften bis 2030 von einem Höchststand von 46% auf unter 40% des BIP fallen.

Aufgrund dieses Umstands sowie des gleichzeitigen Anstiegs der Ausgaben des Landes ist es nur eine Frage der Zeit, bis China sich in ein Leistungsbilanzdefizit manövriert – also mehr verbraucht als es produziert.

Diese Entwicklung hat entscheidende Konsequenzen für den chinesischen Anleihenmarkt.

Wenn es tatsächlich so weit kommt, muss das Land dieses Defizit finanzieren, indem es sich mehr Geld im Ausland beschafft. Mit anderen Worten, China wird von einem Kapitalexporteur zu einem Importeur.

Peking hat erkannt, was auf das Land zukommt, und ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um die Kapitalmärkte zu liberalisieren und seine Attraktivität für ausländische Investoren zu erhöhen.

Entscheidend für den Erfolg dieser Reformen ist die Öffnung des chinesischen Onshore-Anleihenmarkts.

Im Zuge der Aufnahme chinesischer Anleihen in die großen Benchmarks globaler Indexanbieter können Anleger nicht umhin, in diese Anlageklasse zu investieren.

Nach Einführung des „Bond Connect“-Programms 2017, das ausländischen Anlegern die Möglichkeit bot, in Hongkong ohne Onshore-Konto mit Anleihen zu handeln, ist China jetzt auch auf die Lieferung-gegen-Zahlung-Abwicklung umgestiegen, um die Abrechnungsrisiken zu minimieren.

Peking hat außerdem ausländischen institutionellen Anlegern eine dreijährige Steuerbefreiung auf Anleiheerträge bis November 2021 gewährt. Darüber hinaus plant die Volksrepublik China, die Vorschriften für Repo-Geschäfte und sonstigen Derivathandel für ausländische Anleger zu lockern.

Diese Schritte sowie weitere geplante Maßnahmen zur Öffnung des Markts sorgen dafür, dass RMB-Anleihen zunehmend Bestandteil internationaler Portfolios sind.

Im 1. Quartal 2019 befanden sich Anleihen im Wert von rekordhohen 271 Mrd. US-$ im Besitz ausländischer Anleger, Ende 2018 waren es nur 160 Mrd. US-$. Das liegt zum Teil auch daran, dass globale Indexanbieter chinesische Anleihen in ihre großen internationalen Anleihen-Benchmarks aufnehmen.

In den Global Aggregate Bond Index von Bloomberg-Barclays sind im April chinesische RMB-Anleihen eingezogen – diesem Beispiel werden weitere Indexanbieter folgen. Alles in allem dürfte die Aufnahme Chinas in die großen Indizes dem Land in den kommenden Jahren Zuflüsse von fast 300 Mrd. US-$ bescheren.

Internationale Anleger sind zurzeit mit weniger als 3 Prozent in der Anlageklasse investiert, aber die Volksrepublik China geht davon aus, dass sich dieser Anteil in den nächsten zehn Jahren auf 10–15 Prozent vervielfachen wird.

Korrelation und Währung

RMB-Anleihen weisen besondere Merkmale auf, sodass ihre Aufnahme in ein internationales Anleiheportfolio dessen Risiko- und Renditedynamik verändern kann.

Wie Abb. 1 zeigt, korrelieren die Renditen von RMB-Anleihen nicht sehr stark mit irgendeiner der großen globalen Anlageklassen – weder mit Anleihen noch mit Aktien.

ABB. 1 ES LEBE DIE UNABHÄNGIGKEIT

Korrelation chinesischer Onshore-Anleihen mit anderen Anlageklassen (%, 100 = perfekte Korrelation)

Quelle: Chinabond, JP Morgan, HSBC, Bloomberg. Alle Indizes auf Basis der Gesamtrendite und in US-Dollar, sofern nicht anders angegeben. Basierend auf monatlichen Daten vom 31.10.2008–31.12.2018.

Die Renditen von RMB-Anleihen sind höher als bei Staatsanleihen aus Industrieländern.

Die Rendite auf fünfjährige chinesische Staatsanleihen liegt bei 3,1%, im Vergleich dazu sind es 1,9% bei US-Staatsanleihen, -0,24% bei japanischen Staatsanleihen und -0,67% bei deutschen Bundesanleihen, jeweils mit gleicher Laufzeit.

Anleger in RMB-Onshore-Anleihen dürften auch vom Potenzial der chinesischen Währung, sich zu einer internationalen Währung zu entwickeln, profitieren. Mit diesem strukturellen Trend dürfte langfristig eine Aufwertung des Renminbi einhergehen, sodass sich Anlegern in Onshore-Anleihen eine weitere Renditequelle erschließt.

Die Internationalisierung der chinesischen Währung nimmt in Asien bereits Gestalt an.

Die Region hat sich zu einem regelrechten RMB-Block entwickelt, da die benachbarten Handelspartner Chinas Verträge in der chinesischen Währung abwickeln.

Der Renminbi ist zu einem wichtigen Anker für asiatische Währungen geworden. Unsere Ökonomen schätzen, dass die Schwankungen des Renminbi für 15% der Veränderungen bei asiatischen Wechselkursen verantwortlich sind – 2006 war sein Einfluss gleich null. Auf den RMB-Block entfallen rund 23% des weltweiten BIP, 2006 waren es gerade mal 5%.

Dies lässt darauf schließen, dass die globalen Zentralbankreserven in Zukunft zu 13% aus Renminbi bestehen werden, das Siebenfache des aktuellen Bestands.

Das chinesische Seidenstraßen-Infrastrukturprogramm „One Belt, One Road“, mit dem das Land die Kreditvergabe und den Handel in Renminbi ankurbeln möchte, dürfte die Internationalisierung des Renminbi ebenfalls beschleunigen, ebenso wie Kapitalzuflüsse in den Finanzmarkt des Landes und die Öffnung seines Versicherungs- und Bankensektors.

Risikomanagement

Chinesische Onshore-Anleihen entwickeln sich unübersehbar zu einer wichtigen Anlageklasse, auf die internationale Anleger in ihren diversifizierten Portfolios nicht mehr verzichten wollen. Anleger müssen jedoch eine sorgfältige Auswahl treffen.

Der jüngste Ausfall der börsennotierten Anleihe des chinesischen Einzelhändlers Neoglory hat rechtzeitig an die Risiken erinnert, die mit Unternehmen in stark verschuldeten Sektoren verbunden sind.

Wir sehen jedoch keine systemischen Refinanzierungsrisiken in der Anlageklasse. China tut viel dafür, um das Wachstum der Unternehmensverschuldung einzudämmen (siehe Abb. 2).

Durch diese gezielten Maßnahmen kann Peking einerseits die Schulden aus den Konjunkturbelebungsimpulsen der Vergangenheit abbauen und andererseits kleine und private Unternehmen unterstützen – die am meisten unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China zu leiden haben.

ABB. 2 AUF DER ZIELGERADEN

Gezielte politische Maßnahmen zum Abbau der Verschuldung im privaten Sektor

Quelle: Volksrepublik China, IWF, Pictet Asset Management, Daten vom 03.07.2019

Der Abstand zwischen Kreditwachstum und nominalem BIP hat sich von 7,3% im Jahr 2014 auf 1% in 2018 verkleinert.2

Ebenfalls beruhigend ist, dass die Ausfallrate Chinas mit weniger als 1,5% unter derjenigen vieler Industrie- und anderer Schwellenländer liegt.3

Der Markt für auf RMB lautende Onshore-Anleihen dürfte sich in den kommenden Jahren stark vergrößern, um den veränderten Erfordernissen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt Rechnung zu tragen. Aus den genannten Gründen können internationale Anleger diesen Markt einfach nicht mehr ignorieren.


1) Wuhan Universität und Chinese Academy of Labour and Social Security, Sustainability 2019,11, 1418; doi:10.3390/su11051418
2) Basierend auf der Differenz zwischen Sozialfinanzierung ohne Eigenkapital und nominalem BIP-Wachstum. Quelle: Pictet Asset Management, Refinitiv und CEIC
3)  Nachlaufende Ausfallquote 12 Monate bis April 2019. Quelle: Bank of America Merrill Lynch

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Über den Autor

Cary Yeung kam 2014 als Leiter für Greater China Debt zu Pictet Asset Management. Zuvor war er bei Taikang Asset Management in Hongkong für den Bereich Fixed Income verantwortlich und Portfoliomanager für verschiedene asiatische Anlagen in festverzinslichen Produkten zuständig.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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A Secular Outlook - Emerging Markets

After the longest equity bull market every over the past ten years, change is in the air for investors. Chief Strategist at Pictet Asset Management, Luca Paolini, gives his view on emerging markets for the next five years.

Further information on the outlook for different asset classes over the next five years can be found in Pictet Asset Management's Secular Outlook. Please find further information here and the full Secular Outlook here.


Über den Autor

Luca Paolini kam 2012 als Chefstratege zu Pictet Asset Management. Davor arbeitete er als Aktienstratege bei Credit Suisse Securities, wo er für die Vermögens-, Sektor- und geografische Allokation verantwortlich war. Von 2005 bis 2007 war er bei Union Investment als Anlagestratege tätig. Luca Paolini begann seine Karriere 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Bereich Asset-Allokation und Anlagestrategie wurde er zum Prokurist befördert. Luca Paolini hat einen Master in Volks- und Betriebswirtschaft von der SDA Bocconi School of Management in Mailand und ein Laurea Magistrale in Politikwissenschaften von der Universität Bologna.

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Chinese Growth Story – Was für eine Fortsetzung spricht

Johannes Scheuplein, Junior Fund Manager der Erste Asset Management, erklärt, warum der Handelskrieg mit den USA nicht das Ende der Entwicklungsgeschichte bedeutet und was für die Fortsetzung der Wachstums-Story Chinas spricht.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichem: Der Handelskonflikt traf die Märkte im Mai hart und das chinesische Wirtschaftswachstum hat weiter an Dynamik verloren. Allerdings kann der Handelskonflikt nicht ewig weitergehen.

Trump hat seine Kandidatur für die nächsten Präsidentschaftswahlen angekündigt, und wenn er sein Image als pragmatischer Geschäftsmann aufpolieren möchte, so sieht er sich gezwungen mit China ein Handelsabkommen zu schließen.

Sein Wahlkampf 2016 stützte sich auf drei Wahlversprechen. Das erste – Deregulierung und Steuersenkungen – hat er eingehalten. Das zweite – die Lösung des Immigrationsproblems und der Bau einer Mauer, für die Mexico zahlen soll – ist nach wie vor ungelöst. Daher besteht für Trump eine gewisse Dringlichkeit beim dritten Wahlversprechen – die Handelsbedingungen zwischen den USA und China neu zu ordnen – einen Erfolg zu verbuchen. Obwohl der Handelskrieg zu einem Technologiekrieg ausgeweitet und das chinesische Unternehmen Huawei hart getroffen wurde, hat China in Form von Rohstoffen auch Druckmittel gegenüber den USA und darüber hinaus genügend Möglichkeiten die Auswirkungen des Handelskrieges zu mildern.

Mit dem US-China-Friedensabkommen und der weicheren Haltung gegenüber Huawei haben sich zudem die Gespräche während des G20-Gipfels als konstruktiv erwiesen. Interessanterweise wurden die Zugeständnisse von US-Seite angekündigt und von den Chinesen nicht vollständig bestätigt. Ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass China die Oberhand hat und die USA einen Deal wirklich dringend brauchen?

Spielraum für Geldpolitik

Wachstums-Story China LeitzinsenAbbildung 1, Quelle: Bloomberg

Im Vergleich zu den meisten Industriestaaten hat China nach wie vor Spielraum für geldpolitische Maßnahmen (siehe Abbildung 1). Die jüngsten Fiskalpolitik konzentrierte sich eher auf Steuersenkungen (so wurden letztes Jahr Senkungen im Umfang von 1,4% des BIP und heuer von etwa 2% des BIP angekündigt) anstelle von Infrastrukturinvestitionen.

Aufgrund der hohen Sparquote (etwa 40% des verfügbaren Einkommens, verglichen mit 10% in den USA) könnte sich der Effekt nicht unmittelbar einstellen, doch auf lange Sicht sollten die Steuersenkungen zu einer besseren Ressourcenallokation führen, da Individuen und Unternehmen bei der Veranlagung überschüssiger Ersparnisse Risiko-Ertrags-Erwägungen miteinbeziehen werden.

Die höheren Ersparnisse werden auch den jüngsten Kreditboom relativieren. Wenn man die Ersparnisse in Betracht zieht, so erscheint die Nettokreditsumme weniger überwältigend. Darüber hinaus könnten Ersparnisse auch das sich verlangsamende Kreditwachstum kompensieren.

Wachstums-Story China Sparquote Abbildung 2, Quelle: Bloomberg

Von Alibababa zur politischen Struktur

Die politische Struktur Chinas kommt langfristigen strukturellen Entscheidungen ebenfalls entgegen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern verfügt in China die Regierung über die Möglichkeit, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, die sich langfristig bezahlt machen, da sie bei keiner Wählerschaft auf Stimmenfang gehen müssen. Dies führt zu einer höheren Stabilität bei politischen Entscheidungen mit einem langfristigen Zeithorizont.

Dies ist bei Langzeitprojekten wie China 2025 und der Belt Road Initiative (BRI) augenscheinlich. Die BRI zielt auf höhere Marktintegration ab. Die Infrastrukturinvestitionen könnten zu einer verringerten Abhängigkeit von den USA führen und Ricardianischem Wachstum analog zur Europäischen Integration führen.

Ein höheres Handelsvolumen in Renminbi (RMB) könnte auch den Anspruch des RMB, zu einer Leitwährung zu werden, stärken und gleichzeitig die Verwundbarkeit gegenüber der US-amerikanischen Strategie, den US-Dollar als Waffe in geopolitische Konflikte einzubringen, verringern.

Was China 2025 angeht, so lässt sich beobachten, dass China mehr und mehr versucht , in der Wertschöpfungskette weiter nach oben zu klettern. Der Technologiesektor im Speziellen ist ein gutes Beispiel, dass China zunehmend unabhängiger vom Rest der Welt wird.

Alibaba, Baidu und Tencent sind alles chinesische Unternehmen, die konkurrenzfähige Alternativen zu Amazon, Google und Co anbieten. Auch an der Front der Elektromobilität ist China sehr gut aufgestellt, da man bereits sehr früh mit Subventionen angefangen hat.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich alles um strukturellen Wandel dreht. Der hohe Anteil an staatlichen Unternehmen in der chinesischen Volkswirtschaft und die schwachen Urheberrechte bergen ein enormes Potential an Ineffizienzen, die in Zukunft behoben werden können.

Eine der Hauptaufgaben, mit denen sich China konfrontiert sieht, ist die Stärkung des Privatsektors und die Verringerung der Export- und Investitionsabhängigkeit durch die Erhöhung privater Ausgaben. China hat offensichtlich Bestrebungen in diese Richtung etwas zu tun. Die Reformthemen der Kommunistischen Partei Chinas beinhalten u.a. die Verbesserung der Sozialversicherung mittels einer Gesundheits- und Pensionsvorsorgereform. Eine verbesserte Sozialversicherung könnte letztlich zu einer Reduktion der Sparquote und somit zu erhöhtem Konsum führen.

Der Handelskonflikt sollte generell nicht als Übel angesehen werden, sondern als Chance für weitere Reformen in China. Angesichts des Drucks seitens der USA und des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums könnte sich China in Zukunft weiter dazu verpflichten geistiges Eigentum zu schützen.

Genau das wäre eine gute Neuigkeit für China-Investoren. Die Öffnung der Wirtschaft wird China die Möglichkeit geben das Wachstum durch Technologietransfers weiter voranzutreiben. Es gibt bereits Beispiele von Joint Ventures mit Unternehmen wie z.B. BMW, in denen ausländische Unternehmen einen Mehrheitsanteil halten.

Die Quintessenz ist letztendlich, dass noch ein enormes Verbesserungspotenzial besteht und dass China bereits dabei ist, seine strukturellen Probleme in Angriff zu nehmen. Obwohl große Unsicherheit besteht, scheint es das Risiko wert zu sein. Insbesondere vor dem Hintergrund der Integration Chinas in die globalen Finanzmärkte kann man davon ausgehen, dass die Aufnahme in große Benchmark-Indizes im Anleihen- und Aktienbereich weiter Impulse liefern wird. Die Wachstums-Story von China ist noch nicht vorbei.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

What is “energy transition” and why does it matter to investors?

The switch to renewable energy is gathering pace and is likely to prove hugely disruptive, explains Mark Lacey, Head of Commodities at Schroders.

Renewable energy is well on its way to becoming a core part of our energy mix. In May this year, the UK went a full week without using coal to generate power for the first time since 1882. Clean energy sources are increasingly being used as cost effective and low emission alternatives to coal, oil and gas.

But renewable energy makes up just a small part of the global energy mix at present. This needs to rise substantially if we are to meet climate targets, including the Paris agreement designed to limit temperature rises to 2°C. We therefore need a rapid switch to renewable sources of energy.

There have been two previous transitions to new sources of energy: from traditional biofuels (such as wood) to coal in the late 19th century, and from coal to oil and gas in the mid 20th century. The chart below shows how the global energy mix has changed since 1800.

Change-in-global-energy-consumption-283180.jpg

As the chart shows, renewables are currently just a small part of the picture. But we think they could reach a 30-40% share of the total mix in the next 30 years.

Both of the two previous energy transitions were long-term structural changes that proved hugely disruptive. Use of coal was spurred by the introduction of the steam engine. The transition to oil & gas was driven by the move to the internal combustion engine. These technologies then powered enormous changes in society.

While full adoption of coal took around 70 years and full adoption of oil and gas took around 50 years, we think the full adoption of renewables will take closer to 30 years, essentially happening much more quickly. This is because it will be driven by forced change; the severity of the threat posed by climate change means government policy simply has to support the energy transition to renewables. 

But switching to energy generated by renewables and away from fossil fuels is only one part of the energy transition. Just as crucial is the development of the infrastructure needed to enable the switch. For example, wind and solar farms can generate a huge amount of power when it’s windy or sunny, but this will need to be stored until it’s needed by consumers.

Similarly, there will need to be huge investment in the transmission and distribution networks to support increased demand for electricity rather than other forms of energy. In addition, a significant amount of investment is needed to make the entire system more efficient and this involves a large amount of technology-driven investment. An important part of this demand is the growing popularity of electric vehicles and therefore new, large-scale charging infrastructure for these will be needed.

To sum up, when we talk about energy transition, generating power from renewables is only part of the picture. The mass introduction of electric transport infrastructure, energy storage, improved transmission and distribution networks, coupled with the increased usage of technologies to improve energy efficiency, are all part of the transition too. We expect this to prove hugely disruptive to the energy industry over the next few decades.


This article has first been published on schroders.com.

Starker Juni bringt Höchststände

„Sell in May and go away“ wäre diesmal ein schlechter Rat gewesen, denn im Juni wurde die Korrektur aus dem Mai nahezu völlig aufgefangen, der US-Aktienmarkt (S&P 500 Index) erzielte sogar ein neues Allzeithoch. Die Wertentwicklung 2019 liegt auch global wieder im zweistelligen Bereich – und das bereits zur Jahresmitte! Ausschlaggebend waren wohl nicht fundamentale Daten, die Konjunkturverlangsamung ist ja weiterhin gegeben, sondern die in Aussicht gestellte monetäre Lockerung der US-Notenbank und infolge auch der EZB und anderer führender Notenbanken. Die Erwartung fortgesetzter Liquiditätspolitik lässt auch eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China oder den USA-Iran-Konflikt in den Hintergrund treten.

Gewinner der ersten Hälfte 2019 war sicherlich Russland und damit Osteuropa, auch Europa hat gut aufgeholt, das sah nach dem ersten Quartal noch schlechter aus. China und damit auch Emerging Asia sind im 2. Quartal zurückgefallen, verständlich angesichts des von den USA ausgehenden Handelsstreits.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Globale Konjunktur: Pro und Contra bei Konjunkturdaten

Bei den Konjunkturdaten stehen weiter rückläufige Frühindikatoren für Produktion und Export infolge des Handelskonflikts den bislang stabilen Arbeitsmarkt- und Konsumdaten sowie den positiven Managerumfragen im Dienstleistungsbereich gegenüber. Auch die Entwicklung am Immobilienmarkt zeigt zwar eine gewisse Konsolidierung auf hohem Niveau, aber noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Schwächung. Dennoch, die rückläufige Inflationsentwicklung und insbesondere die zuletzt deutlich niedriger gepreisten Inflationserwartungen könnten für die US-Notenbank FED Leitzinssenkungen rechtfertigen, wenngleich die aktuelle US-Konjunktur und die bis dato geringe Arbeitslosenrate solche Maßnahmen derzeit nicht zwingend notwendig erscheinen lassen.

Positive und negative Einflussfaktoren gleichen sich derzeit nicht nur bei den Wirtschaftsdaten, sondern auch bei den Unternehmensdaten aus. Die Stimmung am Aktienmarkt hat sich durch die Erholung im Juni wieder aufgehellt und auch die technische Analyse ergibt ebenso wie die Marktbreite ein konstruktives Bild.

Aktien USA und Europa: Rally trotz abflauender Konjunktur

Obwohl der Höhepunkt in den Gewinnwachstumsraten im Verlauf des Vorjahres erreicht wurde, sind die Zuwachsraten der letzten 12 Monate immer noch deutlich positiv. Die Gewinnschätzungen wurden zwar angesichts einzelner Warnungen von Unternehmen zuletzt wieder mehrheitlich nach unten revidiert, dennoch stellt sich das erwartete Gewinnwachstum im zweiten Halbjahr 2019 und für 2020 trotz abflauender Konjunkturdynamik noch immer durchaus positiv dar.

Die relative Performance zwischen Large Caps und Small Caps in den USA bewegt sich in Zyklen. Seit 2016 haben sich die Aktien der großkapitalisierten Werte mit wenigen Unterbrechungen wesentlich besser entwickelt als die Aktien kleinerer Titel. Nunmehr hat diese Outperformance neue Höchststände erreicht. Eine vorläufige Gegenbewegung käme daher nicht unerwartet. Noch dazu, wo die eher binnenmarktorientierten kleineren Werte weniger vom laufenden Handelskonflikt der USA mit China betroffen sein sollten. Wir haben uns hier entsprechend positioniert.

Niedrige Zinsen und ein solider Konsumsektor stützen das Wachstum

Der vereinbarte Waffenstillstand im Handelskrieg zwischen den USA und China steht auf dünnem Eis und ist so unsicher, dass womöglich ein einziger Tweet von US-Präsident Donald Trump ausreichen würde, um ihn zunichte zu machen. Die Unsicherheiten rund um den Handelskonflikt und seine möglichen Folgen scheinen der globalen Produktion und dem Handel mehr Schaden zugefügt zu haben, als zunächst angenommen. Vor allem China bekam die Auswirkungen des Handelskrieges zu spüren: Bis Ende Mai gingen die Warenexporte in die USA um 14 Prozent zurück. Daneben wirkt sich der Handelskrieg störend auf die Lieferketten aus und sorgt für rückgestellte Investitionen, da Unklarheit über die Produktionsstandorte herrscht. „Dennoch bleiben unsere Wachstumsprognosen positiv“, sagt Tim Drayson, Head of Economics bei Legal and General Investment Management (LGIM).

Gründe dafür hat der Experte einige. So habe unter anderem der Rückgang der globalen Rendite dazu beigetragen, dass der Dienstleistungs-Sektor und die Beschäftigungsrate relativ gut gesichert sind. Darüber hinaus hätten sich die US-Rezessionsindikatoren in den letzten Monaten hinsichtlich der Margen verbessert, da der Druck auf die Schuldendienstkosten nachließ. „Besonders hervorzuheben sind die soliden US-Verbraucherdaten und die niedrige Inflation, die für höhere Realeinkommen sorgt. Der Wohlstand nimmt zu und Kredite sind leichter zugänglich“, führt Drayson fort. Auch das Verbrauchervertrauen sei sehr hoch und stehe im Einklang mit einem anhaltend robusten Wachstum der Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmachten. „Die Produktionsindustrie hingegen macht nur acht Prozent der Beschäftigungsrate aus. Sofern dieser Wirtschaftsbereich nicht signifikant nachlässt, ist eine Rezession unwahrscheinlich“, resümiert Drayson.

Niedrige Hypothekenzinsen dürften auch den Wohnungsmarkt stützen. Zwar haben Wohnungsbauinvestitionen das Wachstum in den vergangenen Quartalen geschmälert, in der zweiten Jahreshälfte könnten sie sich jedoch positiv entwickeln. „Sollte es nicht zu einer Eskalation im Handelskrieg kommen, dürfte das Gesamtwachstum positiv ausfallen, selbst wenn die Unternehmensinvestitionen stagnieren“, so Drayson.

Neben dem Ausgang der Handelsgespräche seien auch die Haushaltsgespräche im Kongress der Vereinigten Staaten entscheidend: „Bleibt eine Einigung aus, steht die USA vor einer moderaten Fiskalklippe, denn die diskretionären Ausgaben würden 2020 bedingt durch die Budgetobergrenze unter der bestehenden Gesetzgebung um drei Prozent sinken.“

Zusammenfassend geht der Experte davon aus, dass der Zyklus weiter anhalten und das Wirtschaftswachstum 2020 weiter zunehmen werde. „Die Hauptrisiken ergeben sich aus politischen Fehlern, die hinsichtlich des Handelskriegs und in der Fiskalpolitik entstehen könnten. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass jeder Schock durch die Bereitschaft der Fed abgefedert wird, auf Anzeichen von wirtschaftlicher Schwäche zu reagieren“, schließt Drayson.

Marktausblick für das 2. Halbjahr 2019

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Das erste Halbjahr 2019 ist vorbei. Auf dem Finanzmarkt verzeichneten viele Wertpapierklassen deutliche Kursanstiege. Gleichzeitig deutete die fallende Tendenz bei zahlreichen Wirtschaftsindikatoren auf eine Abschwächung des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes hin. Lesen Sie in unserem Marktausblick, wie das zusammenpasst.

Stagnation im Fertigungssektor

Zwischen der 2. Jahreshälfte 2018 und dem 1. Quartal 2019 ist die Weltwirtschaft am Potenzial gewachsen. Das ist jener Wert, der langfristig erwartet werden kann  – das heißt über einen Wirtschaftszyklus hinweg betrachtet. Das Potenzial-Wachstum liegt zwischen 2,5 und 3 Prozent. Der Gütersektor musste eine Abschwächung hinnehmen: Sowohl das Wachstum der Industrieproduktion als auch jenes der Unternehmensinvestitionen ist auf ein niedriges Niveau gefallen.

Die Güterexporte schrumpften sogar. Die Frühindikatoren für diese Sektoren, wie etwa der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren“, Zeitreihe „Manufacturing Overall“, Quelle: JP Morgan) zeigen eine weitere Abschwächung in Richtung Stagnation an: für die Produktion und die Investitionen beziehungsweise eine weitere Schrumpfung der Güterexporte.

Erosion im Servicesektor

Im Unterschied dazu blieb der Servicesektor bis zum ersten Quartal vergleichsweise stark. Der globale Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor ist im Juni zwar leicht angestiegen, der rückläufige Trend seit dem vergangenen Jahr ist aber eindeutig (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren“, Zeitreihe „Services Business Activity“, Quelle: JP Morgan).

Globaler Einkaufsmanagerindex, Sektoren

marktausblick Winzer Grafik Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Wachstum unter Potenzial

Betrachtet man die Unterkomponente „Output“ für die beiden Sektoren Fertigung und Services zusammen, schlägt der letzte Wert (51,2) ein Wachstum des realen globalen Bruttoinlandsproduktes zwischen 2,0 und 2,5 Prozent auf das Jahr hochgerechnet vor (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „All-industry Output/business activity“).

Abschwächung des Beschäftigungswachstums

Der Arbeitsmarkt ist in vielen Teilen der Welt Dank der wirtschaftlichen Boom-Phase der vergangenen Jahre nach wie vor kräftig, sprich: die Arbeitslosenraten sind niedrig, und das Lohnwachstum steigt langsam aber doch an. Das unterstützt das Einkommens- und Konsumwachstum.

Allerdings sind auch hier Abschwächungstendenzen erkennbar (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „ All-industry Employment). Sollte das Wirtschaftswachstum tatsächlich unter Potenzial fallen, würde das mit einer Abschwächung des Beschäftigungswachstums einhergehen.

Abwärtsdruck bei der Inflation

Die Inflationsraten in den entwickelten Volkswirtschaften sind niedrig. Gleichzeit fallen sowohl die markt- als auch die umfragebasierten Inflationsindikatoren (siehe Grafik „Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten“, Zeitreihe „All-industry Output Prices“).

Zusammen mit dem Wirtschaftswachstum unter dem Potenzial hat sich das Risikoprofil für den Inflationsausblick markant verschoben, nämlich von einer ansteigenden Inflation in Richtung einer fallenden Inflation.

Globaler Einkaufsmanagerindex, Unterkomponenten

marktausblick Winzer Grafik 2Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Abnahme der politischen und geldpolitischen Risiken

Gleichzeitig haben aufgrund von zwei Entwicklungen die nach unten gerichteten Risiken abgenommen:

  • Erstens wurde Ende Juni am Rande des G20-Treffens in Japan eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen China und den USA verkündet. Damit ist die Gefahr einer unmittelbaren Eskalation im Handels- und Technologiestreit vom Tisch. Bis auf weiteres werden die USA keine weiteren Zollanhebungen auf chinesische Importe vornehmen. Die mittel- und langfristigen Konfliktpotenziale bleiben natürlich bestehen.
  • Zweitens haben zahlreiche Zentralbanken eine Veränderung der geldpolitischen Ausrichtung auf Lockerung vorgenommen. Für die USA werden Leitzinssenkungen im Ausmaß von insgesamt einem Prozentpunkt innerhalb eines Jahres in den Marktpreisen reflektiert. Eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte Ende Juli ist sehr wahrscheinlich. Noch vergangenen September ging man von Leitzinsanhebungen um insgesamt 0,8 Prozentpunkte aus.

Lockerung der Geldpolitik

Die bis Ende 2018 begonnene Normalisierung der Leitzinsen (Anhebungen) und der Zentralbankbilanz (Schrumpfung) stand im Widerspruch zur Konjunkturabschwächung.

Nunmehr deuten Zentralbanken Lockerungsschritte an beziehungsweise haben bereits einige Zentralbanken mit Leitzinssenkungen reagiert. Die verwendeten Argumente der Zentralbanken können in drei Kategorien unterteilt werden:

Erstens, geringer Spielraum

Der Abstand der Leitzinsen zur Zinsuntergrenze ist bei den meisten Zentralbanken gering. In der Vergangenheit reagierten Zentralbanken auf eine Rezession mit Leitzinssenkungen im Ausmaß von mehreren Prozentpunkten . Das ist nun nicht mehr möglich. Leitzinsen können nur noch in einem geringen Ausmaß in den negativen Bereich abgesenkt werden.

Zweitens, erhebliche Schätzfehler

Um die Kernvariablen Beschäftigung und Inflation zu prognostizieren, verwenden die Zentralbanken zahlreiche volkswirtschaftliche Modelle. Jede Modellprognose hat jedoch Schätzfehler. Darum blicken die Zentralbanken nicht nur auf Punktprognosen, sondern auch auf die Streuung und verwenden aufgrund der inhärenten Modellunsicherheit nicht nur ein sondern mehrere Modelle. Seit einigen Jahren treffen die vom Zustand des Arbeitsmarktes abgeleiteten Inflationsprognosen (Anstieg) nicht zu. Die sogenannte Phillips-Kurve (Zusammenhang von Inflation und Arbeitslosenrate) ist verstärkt einer kritischen Betrachtung ausgesetzt. Zudem ist die Modellierung eines Handelskonfliktes mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Darüber hinaus gibt es eine große Bandbreite bei der Schätzung des neutralen Leitzinssatzes. Das ist jener Zinssatz der weder dämpfend noch unterstützend auf das Wirtschaftswachstum wirkt. Die ersten beiden Punkte implizieren rascher als früher auf eine Eintrübung des Umfeldes zu reagieren.

Drittens, Veränderung der Reaktion

Wie soll die Zentralbank auf das volkswirtschaftliche Umfeld reagieren? Aktuell geht es vor allem um die Frage, ob die Vergangenheit berücksichtigt werden soll. In vielen Ländern war die Inflation über Jahre hinweg unter dem Inflationsziel der jeweiligen Zentralbank. Wenn das langfristige Inflationsziel der Zentralbank erreicht werden soll (oftmals bei 2 Prozent), würde das eine angestrebte Inflation für die kommenden Jahren erforderlich machen, die über dem Inflationsziel liegt. Wenn die Zentralbanken tatsächlich auf eine solche Sichtweise umstellen, würde das eine noch lockerere geldpolitische Haltung bedeuten.

Marktausblick

Die wichtigsten Gründe für die umfassenden Kursanstiege können mit der vergleichsweise frühen Reaktion der Zentralbanken auf die Eintrübung des volkswirtschaftlichen Umfelds sowie dem „Waffenstillstand“ zwischen den USA und China erklärt werden. Für den Marktausblick auf des 2. Halbjahr geht es vor allem um eine Frage: Wie kräftig wird der schwache Gütersektor den Servicesektor, die Beschäftigung und die Inflation beeinflußen?

Dies wird die Gewinnentwicklung der Unternehmen maßgeblich beeinflussen. Im 4. Quartal 2018 und im 1. Quartal 2019 sind die Gewinne  geschrumpft. Solange es die Zentralbanken schaffen, das Wirtschaftswachstum etwas unter dem Potenzial zu stabilisieren und kein externer Schock eintritt (Handelsstreit, „harter“ Brexit, Krieg mit dem Iran), bleibt der Ausblick vorsichtig optimistisch für die risikobehafteten Wertpapierklassen (Aktien, Anleihen mit höherem Kreditrisiko, Unternehmensanleihen). Mit einer Fortsetzung der überdurchschnittlichen Kursanstiege sollte jedoch nicht gerechnet werden.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Investment-Chancen in die moderne Pharmaindustrie

Neben den Anwendungen an Patienten, die sich nebenwirkungsarme Linderung von Volkskrankheiten sowie seltenen, schweren Krankheiten erhoffen dürfen, wird durch absolvieren von klinischen Studien eine Patentierung vollzogen, die Investoren berechtigt aufhorchen lässt, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

So betrachtet man beispielsweiße den Branchen Primus der Cannabinoiden Medizin - GW Pharmaceuticals - aus Großbritannien.

Das von GW patentierte Medikament „Sativex“ wird bereits in mehreren Ländern zur Behandlung von Multiplen Sklerose Spastiken angewandt. Dieses Medikament besteht ca. im Verhältnis 1:1 aus synthetischem THC, das unter dem Prädikat „Dronabinol“ bekannt ist, und natürlichem 
Cannabidiol (CBD).

Gegenwärtig liegt die größte Erwartung auf dem Medikament „Epidiolex“.

2018 gelang es GW das erste pflanzliche Cannabismedikament von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) zuzulassen. Das CBD-Medikament wurde zur Behandlung von zwei seltenen und schweren Formen der Epilepsie zugelassen.

GW meldete für das Medikament im Q4 einen höheren Umsatz als die Analysten erhofften. Bis Anfang des Jahres schien das GW-Vertriebsteam mit rund 70 % aller Epilepsie behandelnden Ärzte Kontakt aufgenommen zu haben. Epidiolex wird bereits für mehr als 80 % der Amerikaner mit einer privaten Krankenversicherung, 90 % der Managed-Medicaid-Verwender sowie 99 % der staatlichen Medicaid-Versicherten Kosten übernommen und angewandt.

Laut Analysten kann allein in den USA das Medikament Epidiolex jährlich einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar erwirtschaften. Nun liegt der Fokus weitergehend auf der europäischen Zulassung von Epidiolex, was GW in diesem Jahr erwartet.

Weitere Zulassungen für die Medikamente Sativex und Epidiolex werden nicht nur für Regionen, sondern auch Krankheitsbilder erwartet. GW arbeitet an verschiedenen Cannabinoid-Präparaten, die etwa gegen Tuberkulosekomplexes (TSC), Autismus-Spektrum-Störungen, Glioblastom (Gehirntumor) sowie Schizophrenie therapieren sollen.

Auch wenn GW nun ein Vorreiter der Cannabinoiden Pharmazie ist, halten sie natürlich kein Monopol auf die Patentierung von Cannabinoiden. Dutzende vielversprechende Unternehmen forschen an Cannabis-Medikation für ein breites Anwendungsspektrum. Betrachtet man nun die Investitionschancen in die Cannabinoide Medizin kann man erwartungsvoll in die Zukunft blicken.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 6 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Wasserstoff-Fahrzeuge: Endlich vor dem Durchbruch?

Jules Verne beschrieb in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ bereits 1874 „Wasser als Brennstoff der Zukunft“. Die Bemühungen um wasserstoffbetriebene Fahrzeuge weckten seither jedoch eher Assoziationen mit Samuel Becketts „Warten auf Godot“. In den letzten Jahren liefen ihnen zudem Batteriefahrzeuge den Rang ab. Wasserstoffantriebe könnten dennoch das zentrale Element künftiger E-Mobilität bilden, möglicherweise auch in Koexistenz mit dem Batterieantrieb, erklärt Stephan Meier, Investment Writer bei der Raiffeisen KAG.

Wasserstoff ist energiereich, faktisch unbegrenzt verfügbar und als Verbrennungsprodukt fällt im Grunde nur Wasser an. Trotz dieser positiven Voraussetzungen gibt es bislang nur sehr wenige wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, vor allem aufgrund technologischer Hürden und mangelnder Wirtschaftlichkeit. In einigen Bereichen ändert sich das aber zusehends.

Wasserstoff ist im Universum zwar das häufigste Element, in freier Form auf der Erde aber kaum verfügbar. Er wird heutzutage vorrangig aus Erdgas extrahiert, zum Teil auch aus Erdöl oder Biomasse. Dabei wird mit den Standardverfahren jedoch ähnlich viel CO2 freigesetzt wie beim Verbrennen von Öl und Gas. Nur sehr wenig Wasserstoff wird derzeit durch das Aufspalten von Wasser (Elektrolyse) erzeugt. Dieses Gewinnungsverfahren macht den eigentlichen grünen Reiz einer Wasserstoffwirtschaft aus, benötigt aber viel Elektroenergie. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist es nur, wenn dafür Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingesetzt wird, vorzugsweise solcher, der ohnehin gerade nicht anderweitig verwendbar ist.

Dieser könnte in Form von Wasserstoff zugleich kostengünstig gespeichert werden. Damit ließe sich auch ein ganz zentrales Problem beim Ausbau erneuerbarer Energien lösen. Denn nur mit Speichermöglichkeiten, für die bei Wind und Solar zeitweise anfallenden Stromüberschüsse, ist der Ausbau dieser Energiegewinnung wirklich sinnvoll. Pumpspeicherwerke oder Batterien werden dafür bei weitem nicht ausreichen. Erneuerbare Energiegewinnung und den Transportsektor koppeln zu können, ist ein Hauptargument für den Wasserstoff. Laut einer deutschen Studie aus dem Jahr 2017 könnte allein die Überschussleistung der bis 2050 geplanten Wind- und Solarkapazitäten den gesamten deutschen Straßenverkehr mit Wasserstoff versorgen. Im Fahrzeugbereich ließe sich Wasserstoff ganz konventionell in einem Ottomotor verbrennen.

WASSERSTOFF: THEMA FÜR GROSSFAHRZEUGE IM DAUERBETRIEB – WENIGER FÜR PKWS

Die Fahrzeughersteller konzentrieren sich aber eher auf den Elektroantrieb mit Hilfe einer Brennstoffzelle. Die Gesamtkosten für Anschaffung und Betrieb eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs (Fuel Cell Electric Vehicle, kurz: FCEV) liegen dabei noch weit über denjenigen von Batterie- oder Verbrennungsfahrzeugen und die Energiebilanz für den Gesamtprozess (Strom zu Strom) ist sehr dürftig. Inklusive Herstellen, Speichern und anschließendem Rückverstromen von Wasserstoff beträgt der Wirkungsgrad derzeit weniger als 50 %. Batterien sind da weit effizienter. Doch ihre Herstellung verschlingt oft enorme Ressourcen, sie sind schwer, groß und nur begrenzt verfügbar. Für Schwerlastanwendungen mit großen Reichweiten und Dauerbetrieb (LKWs, Busse, Schiffe, Züge) sind Batterieantriebe kaum geeignet. Hier werden weltweit in wachsendem Maße Brennstoffzellen eingesetzt, zumal die benötigten Wasserstofftanks sich dort besser unterbringen lassen und die erforderliche Infrastruktur überschaubarer ist. Bei PKWs hingegen bleiben Batterien wohl auf absehbare Zeit das Mittel der Wahl für E-Mobilität.

ZAHLREICHE HERAUSFORDERUNGEN

Bislang muss Wasserstoff für Lagerung, Transport und Bereitstellung stark komprimiert oder verflüssigt werden. Das kostet abermals Energie, erfordert teure Betankungsanlagen und birgt Sicherheitsrisiken. Einen Ausweg bieten möglicherweise neue Metallhydrid- und LOHC-Technologien. Flüssige organische Wasserstoffträger (Liquid Organic Hydrogen Carriers, kurz: LOHC) können durch chemische Reaktion Wasserstoff aufnehmen und wieder abgeben. In LOHC gespeicherter Wasserstoff ist völlig ungefährlich und für den Transport lässt sich die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen, etwa Pipelines oder Tanklaster. Der Trägerstoff LOHC ist dabei hunderte Male verwendbar. Vor allem für stationäre Speicherung und für Großfahrzeuge wie Busse, Schiffe oder Züge könnte er deutliche Vorteile bieten und bei großen Speichermengen sehr viel günstiger sein als Batterien. Für PKWs ist das LOHC-Konzept auf absehbare Zeit nicht umsetzbar.

Mit sehr viel höheren Stückzahlen ließen sich die Kosten für Herstellung und Betrieb von FCEV und die nötige Infrastruktur deutlich senken, doch verhindern die hohen Preise bislang eine entsprechende Nachfrage. Genau diese Kostendegression gibt es derzeit bei batteriebetriebenen Elektroautos (Battery ElectricVehicle, kurz: BEV). Deshalb und aufgrund des hohen regulatorischen Drucks zur CO2-Reduktion forcieren fast alle Automobilhersteller gegenwärtig die Batterietechnologie. Zwar verfolgen sie den Wasserstoffantrieb meist trotzdem weiter. Das Risiko besteht jedoch, dass gerade die europäischen Autokonzerne sich zu sehr auf den Batterieantrieb fixieren und Alternativen wie Wasserstoff zu wenig beachten. China dagegen betrachtet Wasserstoff und die Brennstoffzelle offenbar als essenzielle Zukunftstechnologien, potenziell sogar noch vor Batteriefahrzeugen. Mittels hoher Subventionen und Investitionen sollen auch hier die notwendige kritische Masse und die globale Technologieführerschaft erreicht werden.

Eine Studie des Forschungszentrums Jülich sieht in etwa vergleichbar große Kosten für Aufbau und Betrieb einer BEV-respektive FCEV-Infrastruktur. Sie empfiehlt eine intelligente Kombination beider Konzepte, statt eines Entweder-oders, um die jeweiligen Stärken beider Technologien auf verschiedenen Anwendungsfeldern zu verbinden.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Elektromobilität“ finden Sie links als PDF.

Cybersicherheit: Die Sterne stehen günstig

Geopolitische Spannungen, mehr Regulierung und das neue 5G. Dieses ungleiche Sternentrio strahlt über der Cybersicherheitsbranche und deren Anlegern, so das Advisory Board von Pictet Asset Management.

Trumps Angriff auf Huawei machte einmal mehr deutlich, dass der Handelskrieg mit China viel bedeutsamer ist als das US-Handelsdefizit. Im Wesentlichen geht es bei dem Streit um die nationale Verteidigung – ein Segen für die Sicherheitsbranche und diejenigen, die darin investieren. 

ABB. 1 AUSGABEBOOM

Weltweite Ausgaben für Sicherheitslösungen, in Mrd.US-$ 

Quelle: IDC, 2018 

In einer Welt, in der Informationen Macht bedeuten, ist es mehr der digitale als der physische Raum, der am meisten geschützt werden muss – das hat die russische Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen in den USA 2016 über soziale Medien eindrucksvoll gezeigt.

Die Abwehr disruptiver Angriffe sowie der Schutz von Informationen und der Bürger vor Datenausschleusung und potenziell schädlichen Einflüssen sind zu nationalen Prioritäten für viele Industrieländer geworden.

Die globalen Ausgaben für Cybersicherheit wachsen um rund 10% pro Jahr – das ist dreimal so viel wie die breitere Wirtschaft – und dürften bis 2021 auf  120 Mrd. US-$ steigen (siehe Abb. 1).

Wir gehen davon aus, dass geopolitische Spannungen der Branche und den Renditen für die Anleger zusätzlich Auftrieb geben werden.

Europa auf dem Vormarsch

Die Sicherheitsbranche, die ihren Ursprung in Nordamerika hat, wird zunehmend auch in anderen Ländern stark. Europa bringt immer mehr vielversprechende Innovationen und Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit hervor – das konnten wir und die Fondsmanager nach ausführlichen Gesprächen vor Ort und Treffen mit Startups überall auf dem Kontinent feststellen.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens: Die Regierungen in Europa haben erkannt, dass sie es alleine nicht schaffen können. In der gesamten Region haben sie sich mit Cybersicherheitsunternehmen zusammengetan – im Rahmen einer EU-Initiative stehen Gelder in Höhe von 450 Mio. Euro für eine neue privat-öffentliche Partnerschaft in diesem Bereich zur Verfügung. Im Vereinigten Königreich werden durch steuerliche Anreize Investitionen in Technologie-Startups, die sich in einer frühen Entwicklungsphase befinden, gefördert; davon profitieren auch Cybersicherheitsunternehmen.

Zweitens: Europa kann aus einem enormen Wissenspool auf dem Gebiet der Sicherheit schöpfen. Als nach der Schuldenkrise 2008 Arbeitsplätze in der europäischen Finanzbranche abgebaut wurden, wechselten viele der klügsten Köpfe des Kontinents in die Technologiebranche.

Drittens: Regulierung. Mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) der EU 2018 hat die Nachfrage nach Cybersicherheit branchenweit zugenommen.

Viertens: Europäische Unternehmen sind sehr gut aufgestellt, da die Feindseligkeiten zwischen den USA und China neue Möglichkeiten für Sicherheitsdienstleistungen von Dritten eröffnen.

Die Schätzungen gehen auseinander, aber Analystenunternehmen gehen von einem zweistelligen jährlichen Wachstum für den europäischen Cybersicherheitsmarkt in den kommenden fünf Jahren aus.1

ABB. 2 EIN PROBLEM, DAS MIT 13 MRD. US-$/JAHR ZU BUCHE SCHLÄGT

Kosten von Cyberangriffen 2018 nach Angriffsart, Mrd. US-$

Quelle: Accenture, „The cost of cybercrime“, 2019

Herausforderung „Internet der Dinge“

Das wiederum dürfte die Branche in eine bessere Lage versetzen und ihr die Möglichkeit geben, die mit dem Wachstum des „Internet der Dinge“ verbundene Herausforderung zu meistern.

Da überall auf der Welt die 5G-Technologie eingeführt wird, werden mehr Geräte denn je mit dem Internet verbunden sein. 2021 könnten es 25 Milliarden verbundene Geräte weltweit sein, aktuell sind es rund 14 Milliarden. Diese Geräte – vom Kühlschrank bis zur Türklingel – könnten ein Viertel aller Ziele von Cyberangriffen ausmachen.2

Mit der wachsenden Zahl verbundener Geräte explodiert auch das Volumen privater Daten, deren Richtigkeit und Echtheit immer schwieriger zu überprüfen sind. KI-Tools könnten dabei helfen, während langfristig vermutlich Quantencomputing die nötige Schnelligkeit und Kapazität für die Bewältigung des Volumens bieten wird.

Cyberkonsolidierung

Zusammen bilden die neuesten technologischen Entwicklungen, regulatorischen Veränderungen und der stärkere Fokus der Regierungen auf Verteidigung angesichts der geopolitischen Spannungen ein außerordentlich fruchtbares Umfeld für Wachstum – und Investmentgelegenheiten –  in der Cybersicherheitsbranche.

Ein Beleg hierfür ist die Welle an Fusionen und Übernahmen. Zu den spektakulärsten Transaktionen gehörte die Übernahme von Imperva (befand sich zum Zeitpunkt der Übernahme im Portfolio von Pictet-Security) durch Thoma Bravo für 2,1 Mrd. US-$ und der Erwerb von Duo, einem Spezialisten für Identitätsauthentifizierung, durch Cisco für 2,35 Mrd. US-$.

Nach unserer Einschätzung haben Anleger in der Sicherheitsbranche nicht nur die Möglichkeit, an dem langfristigen Wachstumstrend zu partizipieren, sondern sie profitieren auch von gewissem Schutz im Fall unvorhersehbarer größerer globaler Ereignisse.


1) ResearchAndMarkets.com, TechSciResearch
2) Gartner, „Leading the IoT“ und „Top Strategic IoT Trends and Technologies Through 2023“

Mehr über thematische Anlagen:

Über das Beratungsgremium

Jede thematische Strategie profitiert von einem engagierten Beratungsgremium namhafter Wissenschaftler, Unternehmer und Akademiker. Dies ermöglicht uns, unsere Ansichten gegen Fachleute in ihren jeweiligen Bereichen zu testen und uns damit ein vertieftes Verständnis für das regulatorische Umfeld und die Trends zu verschaffen, die das Thema unterstützen.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Where next for China A-shares?

by Louisa Lo, Head of Greater China Equities at Schroders.

The rise of China’s A-shares market is a theme that can’t be ignored. Here’s where we’re seeing opportunities in the country.

China’s domestic stock market is on the rise and we think it represents a potentially very attractive long term opportunity for investors.

There is a striking disparity between China’s share of global economic growth and its share of the global stockmarket index. Chinese stocks currently represent just 3.8% of the MSCI All-Country World Index, while China’s share of global GDP is 16%.

With the market opening up to foreign investors, and given MSCI’s recent decision to include China A-shares into its global indices, we expect China’s representation in global portfolios to increase significantly over the coming years..

How investors access Chinese shares

Investors can access Chinese equities through a variety of channels:

  • The companies quoted in Hong Kong (H-shares, red chips and P-chips)
  • The depository receipts quoted on the NASDAQ exchange in the US (these are called American Depositary Receipts and enable access to the likes of tech giants Alibaba or Baidu)
  • The on-shore domestic market (A-shares).

There is still important progress to be made in A-shares, with the on-shore market only recently opening up to international investors through the Shanghai-Hong Kong (2014) and Shenzhen-Hong Kong (2016) Stock Connect programmes.

These programmes allow foreign investors to access domestic Chinese equities (A-shares) through the Hong Kong Stock Exchange. However, only 3% of investors in the domestic market are foreigners.

Retail investor dominance

The A-shares market remains dominated by domestic retail investors who make up 86% of daily trading volume, compared to 35% for the Hong Kong market.

This high proportion of retail investors contributes to the higher volatility of the market relative to more developed exchanges. This is because retail investors typically have shorter investment time horizons and respond more to market events, resulting in more buying and selling of shares and higher market volatility.

That said, the market is attractive for active fund managers who can take advantage of the inefficiencies in the market. Looking across the board, the median China A-shares fund manager has outperformed the MSCI China A Onshore benchmark in four of the last five years.

Market shifts

Over the last few years, investor interest has shifted from "old" China (infrastructure, banks, telecoms) to a greater focus on consumer (staples, food & beverages) and so-called "new economy" stocks (healthcare, consumer discretionary, IT).

This is because the driving force behind Chinese growth is increasingly based on the consumer. We expect this shift to continue.

Another theme we’ve been seeing in China is the push towards automation, given the need for China to improve productivity. This move is also consistent with the need to produce goods with better quality, and to become more self reliant in terms of technological capability.

The A-shares market remains very well balanced in terms of sectors, especially when compared to Hong Kong where technology, banks and commodities still dominate the index. This means it is possible to manage a more diversified portfolio on the A-shares market.

Meanwhile, inflows to the market have been strong since the start of the year, despite constant headlines around US-China trade tensions.

It’s also worth noting that the Chinese market has a low correlation to the other global markets, which can provide diversification benefits. But investors need to remember that this is still an emerging market, with a higher level of volatility.

Which sectors in China A-shares are of interest?

At the moment, we continue to see a number of potentially attractive investment opportunities in the Chinese market.

One of the sectors we are especially interested in is healthcare. There has been a strong trend towards the outsourcing of manufacturing and research & development of drugs by pharmaceutical companies. We expect firms operating in this area to become more prevalent going forward.

Elsewhere, while we remain cautious on real estate companies, insurance companies are of interest to us due to the level of penetration of insurance products in China, which remains low.

Corporate governance catch-up

Finally, from a corporate governance perspective, in many cases companies are still catching up, in terms of the standards generally seen in more developed markets. However, the trend is definitely positive and we think the level of domestic ESG (Environmental Social and Governance) standards will improve going forward, with increased engagement from institutional investors.


The views and opinions contained herein are those of the author and may not necessarily represent views expressed or reflected in other Schroders communications, strategies or funds.

This article has first been published on schroders.com.

Zwischenresümee: Zins- und Renditesituation in der Eurozone

Spätestens die Schlagzeile „Rekordtemperaturen im Juni“ macht offenkundig, dass sich das erste Halbjahr des Jahres 2019 dem Ende zuneigt. Und diese sechs Monate hielten für Anleger einige Überraschungen parat. Vor allem die Marktentwicklung hatte in dieser Form niemand in den Karten. Wer hätte gedacht, dass die Rendite einer zehnjährigen deutschen Bundesanleihe um mehr als einen halben Prozentpunkt auf nunmehr minus 0,3 % fallen würde; dass das US-Pendant unter 2 % liegen würde; dass sowohl in den USA als auch in der Eurozone Zinssenkungen auf die Tagesordnung kommen; dass die Aktienmärkte deutlich zweistellig zulegen könnten... und so weiter. Wenigstens auf etwas ist Verlass: der US-Präsident ist weiterhin völlig unberechenbar. Die Fondsperformance liegt vor diesem Hintergrund weit über den Erwartungen. Über alle Risikokategorien hinweg übertrifft die aktuelle Wertentwicklung bei weitem jene, die für das gesamte Jahr erwartet worden war.

Hinter den Erwartungen liegen allerdings die Einschätzungen, die im Rahmen der Taktischen Asset-Allocation im ersten Halbjahr getroffen wurden. In den ersten Monaten des Jahres waren wir zu vorsichtig, weshalb wir Ertrag liegen gelassen haben. Ein wesentlich größeres Problem ist hingegen die immer extremere Zins- und Renditesituation in der Eurozone. Viele Marktsegmente sind von der Anlageklasse zum Spekulationsobjekt mutiert, denn die wichtigste Eigenschaft einer Anlageklasse, der laufende Ertrag, ist in vielen Fällen nicht mehr vorhanden. Bei einer negativen Rendite kann man nur Ertrag erwirtschaften, wenn der Kurs steigt und die Rendite noch weiter fällt. Die etwas ruhigeren Sommermonate können wir nutzen, um über die Auswirkungen dieses Befundes nachzudenken.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Anleihen: Liquiditätsgetriebene Rally

Die traditionell mit höherem Risiko ausgestatteten Unternehmensanleihen – insbesondere High-Yield-Anleihen – und Emerging Market-Anleihen lassen sich von schwächeren Konjunkturdaten nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie setzen ihren Lauf seit Jahresbeginn fort und können von der mittlerweile erwarteten US-Leitzinssenkung respektive dem neuen Liquiditätsschub aller globalen Zentralbanken am meisten profitieren. Mittlerweile hat sich die Markterwartung ja gedreht: bis Mai wurde zu US-Leitzinsen stets „unverändert“, nun jedoch eine Zinssenkung zum nächsten Termin Ende Juli gepreist.

Aber auch Staatsanleihen konnten profitieren, zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentieren nun bereits unter minus 0,3 %, die Wertentwicklung der Anleihen hat sich damit von den Erträgen aus den Kupons völlig abgekoppelt.

Der Einfluss der Währung, der bisher – hauptsächlich für US-Titel – eine zusätzliche Komponente der Wertentwicklung bildete, kann mittlerweile vernachlässigt werden: US-Dollar und britisches Pfund liegen etwa auf dem Niveau vom Jahresbeginn.

Geld-/Kapitalmarkt: Leitzinssenkung in USA erwartet

Die derzeit global schwache Entwicklung der Inflationserwartungen steht weiter im Mittelpunkt der Überlegungen der großen Notenbanken, die nun abermals eine lockerere Geldpolitik forcieren könnten. So wird erwartet und vom Markt entsprechend gepreist, dass die US-Notenbank Ende Juli die erste Zinssenkung seit über zehn Jahren durchführen wird. Auch in der Eurozone stehen die Zeichen auf neuerlichem geldpolitischen Stimulus wie etwa der Wiederaufnahme von Anleihekäufen, die ja erst Ende 2018 geendet hatten. Offenbar sind die Notenbanken der Meinung, dass ohne derartige Maßnahmen das Erreichen des Inflationsziels (2 %) in den beiden Währungsräumen nicht möglich ist.

Wir bleiben diesbezüglich skeptisch und vorerst bei unserem Untergewicht europäischer inflationsindexierter Anleihen. Klar übergekauft erscheint uns jedoch der Euro-Anleihenmarkt und hier insbesondere die Staatsanleihen, wo zuletzt sehr viel an Fantasie hinsichtlich der EZB eingepreist wurde.

Staats- und Unternehmensanleihen: Fallende Renditen in Erwartung lockerer Geldpolitik

Mittlerweile notiert rund ein Viertel aller global handelbarer Anleihen bei einer negativen nominellen Rendite. Vor allem in der Eurozone scheint das Inflationsziel von 2 % p. a. weit außer Reichweite und bezüglich der Wirkung des abermaligen Einsatzes geldpolitischer Stimulus-Maßnahmen bleiben wir vorerst skeptisch. Daher untergewichten wir weiterhin europäische gegenüber US-amerikanischen inflationsindexierten Staatsanleihen und gegenüber nominellen Euro-Anleihen. Wir behalten auch unser Übergewicht von Emerging-Market-Staatsanleihen bei.

Unternehmensanleihen profitierten im Juni von gesunkenen risikoarmen Staatsanleiherenditen und niedrigeren Risikoprämien. Trotz eines bereits außerordentlich guten Refinanzierungsumfeldes in der Eurozone dürfte der erwartete geldpolitische Stimulus (u. a. Anleihekäufe) dieser Assetklasse zusätzlichen Rückenwind verleihen. Wir nehmen im Rahmen unseres Unternehmensanleihen-Exposures weiterhin entsprechendes Risiko in Kauf. Die Übergewichtung von Euro-Unternehmensanleihen mit höherem Kreditrating gegenüber Euro-High-Yield bleibt aufrecht.

Mercosur: Größte Freihandelszone der Welt umstritten

Der G20-Gipfel startete Ende Juni unter schwierigen Vorzeichen: Die USA und China hatten offiziell ihre Handelsgespräche unterbrochen, der Konflikt um das Atomabkommen mit dem Iran war zuletzt erneut eskaliert und rund um den Brexit blieben weiterhin viele Fragen ungeklärt.

Noch selten dürfte sich die Gruppe der 20 wichtigsten Industriestaaten und mit ihr die Weltwirtschaft mit so vielen schweren Herausforderungen gleichzeitig konfrontiert gesehen haben. Nicht nur Anleger blickten daher erwartungsvoll auf den Auftakt des Treffens im japanischen Osaka.

EU und Mercosur: Positive Überraschung in angespanntem Umfeld

Und tatsächlich startete das Wochenende mit einem Durchbruch. Doch die Nachricht, die den Kreis aus Protektionismus und Unsicherheit durchbrechen sollte, kam nicht aus Japan, sondern aus Brüssel und Buenos Aires:

Die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur meldeten die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt. Nach Verhandlungen, die sich über 20 Jahre gezogen hatten, erzielte man nun eine politische Einigung über den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sprach von einem „historischen Moment“.

Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay soll den Warenaustausch stärken und Unternehmen Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe bringen. Die EU-Kommission schätzt, dass das vereinbarte Abkommen europäischen Unternehmen 4 Milliarden Euro an Zöllen ersparen wird.

Potenzial an Waren- und Kapitalmärkten

Die Exporte von Unternehmen aus der EU in die vier Mercosur-Staaten beliefen sich Daten der Kommission zufolge 2018 auf rund 45 Milliarden Euro, in die andere Richtung waren es Ausfuhren im Wert von 42,6 Milliarden Euro. Für die lateinamerikanischen Staaten ist die EU bereits der wichtigste Handels- und Investmentpartner. Mercosur exportiert vor allem Nahrungsmittel, Getränke und Tabak in die EU.

Von dort gehen wiederum vor allem Maschinen, Transportausrüstungen sowie Chemikalien und pharmazeutische Produkte nach Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Auch am Kapitalmarkt stehen die beiden Regionen in regem Austausch.

Das kumulierte Volumen von Kapital aus der EU stieg von 130 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 381 Milliarden Euro im Jahr 2017. Umgekehrt hielten Investoren aus den Mercosur-Staaten im Jahr 2017 Beteiligungen im Wert von 52 Milliarden Euro in der EU.

Mercosur

Nächste Schritte und Skepsis

Bereits kurz nach Bekanntwerden der „historischen“ Vereinbarung  zeichnete sich Widerstand dagegen ab. Denn während sich Branchen wie die Autoindustrie mit den vorgesehenen Veränderungen zufrieden zeigten, fürchten beispielsweise Landwirte verschärfte Konkurrenz durch Rindfleisch, Geflügel und Zucker aus Südamerika.

Dort gelten schwächere Vorgaben beim Umwelt- Klima- und Pflanzenschutz und beim Einsatz von Antibiotika, was auch Konsumenten- und Umweltschützer auf den Plan rief: „Frankreich ist derzeit nicht bereit, das Abkommen zu ratifizieren“, sagte eine Regierungssprecherin in der Vorwoche im französischen Rundfunk.

Bevor das Abkommen umgesetzt werden kann, müssen unter anderem alle Mitgliedsstaaten der EU sowie das EU-Parlament dem Vertrag zustimmen. Und dafür wird es wohl noch Nachverhandlungen  und zusätzliche Vereinbarungen in einigen Bereichen brauchen. Die größte Freihandelszone der Welt ist also noch nicht am Ziel. Der Meilenstein ihrer Vereinbarung kann jedoch als positives Signal in einem konfliktreichen Umfeld gesehen werden.


Wichtige rechtliche Hinweise

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Emerging-Markets-Anleihen: Chancen trotz schwächerer Weltwirtschaft

Emerging-Markets-Anleihen legten im ersten Halbjahr 2019 einen starken Start hin. Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen performten in diesem Zeitraum gut, aber eine noch bessere Entwicklung zeigte sich bei Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährungen – insbesondere bei in US-Dollar emittierten Anleihen - deren Erträge gegenüber den Lokalwährungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich besser abschnitten. Viele Investoren fragen sich, ob diese Entwicklung Bestand haben wird. Uday Patnaik, Head of Emerging Markets Debt bei Legal & General Investment Management, geht davon aus, dass dies nicht bei allen Schwellenländern der Fall sein wird – er sieht aber auch im derzeitigen Marktumfeld attraktive Chancen bei ausgewählten Emerging Markets: „Die Weltwirtschaft einschließlich der US-Wirtschaft wird sich wahrscheinlich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abschwächen. Dazu gesellen sich idiosynkratische Probleme innerhalb der Schwellenländer. Ich bin aber weiter fest davon überzeugt, dass sich mit der richtigen Positionierung in den Schwellenländern ein bedeutendes Alpha generieren lässt – nicht zuletzt infolge der Informationsasymmetrie in den Emerging Markets.“

In Bezug auf die Risiken sorgt sich der Experte vor allem um eine Eskalation des Handelskrieges zwischen China und den USA und als Folge dessen auch um einen möglichen Handelskrieg mit der EU im Laufe dieses Jahres, beispielsweise im Automobilsektor. „Unter der Annahme, dass sich die aktuelle globale Handelsdynamik nicht verbessert und die Situation in den nächsten Monaten weiter anhält oder sich sogar verschlechtert, wird der Welthandel das schwächste Jahr seit der Finanzkrise erleben. Dies könnte zu einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen insbesondere außerhalb der USA führen und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes dämpfen. Es versteht sich von selbst, dass sich das globale Wachstum in einem solchen Szenario weiter abschwächen wird“, so Patnaik.

In Bezug auf idiosynkratische Herausforderungen aber auch Chancen innerhalb der Emerging Markets liegt der Fokus für Uday Patnaik hauptsächlich auf dem Wachstum Chinas – und darüber hinaus auch auf der Politik und den geldpolitische Maßnahmen in der Türkei, den Wahlen von Argentinien Ende 2019 und der Inflation in diesem Land, dem US-Iran-Konflikt und den möglichen Auswirkungen auf die Rohölpreise im Falle einer Eskalation, der wirtschaftlichen und humanitären Krise in Venezuela und der brasilianischen Rentenreform.

Chancen in Ägypten und Nigeria

Im Hinblick auf renditestärkere Gelegenheiten im Subinvestment-Grade-Bereich schätzt Patnaik derzeit Hartwährungsanleihen in Ägypten und Nigeria, einschließlich ausgewählter nigerianischer Finanzwerte. „Ägypten ist eine große, diversifizierte Wirtschaft in Nordafrika, dessen BIP-Wachstum mit aktuell 5,5 Prozent an Fahrt aufnimmt. Die Inflation ist stark gesunken - von 33 Prozent Mitte 2017 auf 13 Prozent im April dieses Jahres. Ägypten wird 2019 zum ersten Mal nach 15 Jahren einen Primärüberschuss von voraussichtlich 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften“, so Patnaik. In nur zwei Jahren hätten Wachstums- und finanzpolitische Restriktionen dazu beigetragen, die Staatsverschuldung von über 100 Prozent des BIP im Jahr 2017 auf rund 85 Prozent des BIP in diesem Jahr zu senken. Darüber hinaus bleibe der externe Sektor mit diversen Zuflüssen unter anderem aus dem Tourismus, Einnahmen aus dem Suezkanal sowie ausländischen Direktinvestitionen, sogenannten Foreign Direct Investments – kurz FDI -, stark. Die Devisenreserven seien mit rund 44 Milliarden US-Dollar auf dem höchsten Stand aller Zeiten und decken einen Importbedarf von 6,5 Monaten ab.

„In Nigeria sind die Unsicherheiten, die sich im Vorfeld der Wahlen ergeben hatten, mit der Wiederwahl des Amtsinhabers beseitigt. Der Zentralbankgouverneur wurde erneut gewählt, was Kontinuität in der Geld- und Fiskalpolitik verspricht. Mit 400 Milliarden US-Dollar ist Nigeria die größte Volkswirtschaft in Kontinental-Afrika und zum Beispiel größer als die Südafrika oder Ägypten. Die Haushaltsdefizite sind stabil bei 4,5 Prozent des BIP, aber mit einem öffentlichen Schuldenstand von nur 20 Prozent des BIP und damit weniger als die Hälfte des regionalen Durchschnitts“, fährt Patnaik fort. Im Außenhandel verzeichnete die Leistungsbilanz einen Überschuss mit Devisenreserven von 45 Milliarden US-Dollar – die Leistungsbilanz übersteigt die Staatsschulden annähernd das Zweifache der Staatsschulden und bedeutet eine Abdeckung der Importe über einen Zeitraum von zehn Monaten. Nigeria sei zwar von Öl abhängig, weist aber einen niedrigen Schuldenstand und eine Verbesserung der Ölproduktion seit Mitte 2016 auf. „Dazu gesellt sich die Tatsache, dass die Überweisungen und Portfolioströme fast 60 Prozent der Gesamtexporte ausmachen, was der Investment-Story mehr Stabilität verleiht“, erläutert Patnaik.

Im Investment-Grade-Bereich übergewichtet der Experte schließlich Katar. „Die jährlichen Exporte des Landes belaufen sich auf fast 50 Prozent des BIP, und der Leistungsbilanzüberschuss betrug im vergangenen Jahr mehr als 9 Prozent des BIP. Darüber hinaus lag der gesamtstaatliche Überschuss im vergangenen Jahr bei 5 Prozent des BIP, und es wird erwartet, dass der Überschuss in diesem Jahr auf über 6 Prozent ansteigen wird“, so Patnaik. Die QIA-Vermögenswerte von rund 320 Milliarden US-Dollar entsprechen 170 Prozent des BIP und 350 Prozent der Staatsverschuldung. Die Größe der Vermögenswerte ist so bemessen, dass sie Steuerausgaben über einen Zeitraum von 5,5 Jahren auf dem derzeitigen Niveau finanzieren können. Katar ist allerdings von der regionalen Geopolitik betroffen, insbesondere in Bezug auf seine Nachbarländer. Dies könnte sich jedoch unter dem Druck der USA etwas abschwächen.

Für Venezuela sei es wahrscheinlich, dass das Maduro-Regime in den nächsten Quartalen enden wird. Mit dem Druck der US-Regierung, der Flüchtlingskrise, der Hyperinflation, einer implodierenden Wirtschaft und US-Embargos ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Maduro-Regierung genügend US-Dollar aufbringen wird, um das Militär weiterhin zu einer Unterstützung zu bewegen. Venezuela ist interessant, weil es über eine der größten, wenn nicht sogar die größten Ölreserven der Welt verfügt. In den späten 1970er bis frühen 1980er Jahren wurde Venezuela von den internationalen Ratingagenturen mit AAA bewertet. „Venezuela muss seine Wirtschaft umstrukturieren und Investitionen einleiten, um die Ölförderung wiederzubeleben. Um diese wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, muss jedoch zunächst die politische Situation gelöst werden. Wir halten unser Exposure auf venezolanischen Anleihen, da wir glauben, dass der ultimative Aufwärtstrend deutlich höher ist als aktuell eingepreist“, schließt Patnaik.

Top-down-Ansatz bei Investments in Schwellenländeranleihen erfolgversprechend Aus Sicht von Uday Patnaik sind Investoren bei Investments in Schwellenländeranleihen gut beraten, auf einen Top-down-Ansatz zu achten. „Die Schwellenländer und die Performance ihrer Schuldtitel werden von globalen Entwicklungen bestimmt. So müssen neben anderen Faktoren beispielsweise die US-Kurse, der US-Dollar, die Rohstoffpreise – insbesondere im Hinblick auf Rohöl und Metalle –, die Geopolitik, die Aktien- und Zinsvolatilität, die Weltwirtschaft und die Geldpolitik der Zentralbanken in den G7-Ländern plus China berücksichtigt werden. Deshalb ist ein makrothematischer Top-Down-Investmentansatz wichtig“, so Patnaik. „Ich verfüge über eine 30-jährige Erfahrung in Investments in Schwellenländeranleihen und habe in dieser Zeit noch nie einen Bottom-up-Ansatz erlebt, der in der Lage ist, das Kundenkapital zu schützen und Drawdowns so erfolgreich zu begrenzen wie ein Top-down-Ansatz.“

PE-Investitionen in Emerging Markets – guter Zeitpunkt für einen Einstieg?

Schwellenländer weisen trotz Handelskonflikten hohe Wachstumsraten auf. Private-Equity-Investitionen in diesen Regionen weisen tiefere Einstiegsbewertungen auf als vergleichbare Investitionen in Industrienationen. Darüber hinaus bieten Schwellenländer gute Möglichkeiten für Investoren mit Fokus auf Umwelt- und Sozialkriterien. Die Herausforderung bleibt, sich auf Anbieter zu konzentrieren, die durch Erfahrung, lokales Know-how und Risiko-Verständnis in den Märkten punkten.

„Im vergangenen Jahr sind die Bewertungen von Private-Equity-Anlagen von einer bereits hohen Basis aus weiter angestiegen, trotz einer leichten Abschwächung im letzten Quartal“, sagt Philipp Müller, Head of Investment Solutions bei BlueOrchard. „Dies ist vor allem auf den zunehmenden Wettbewerb für Transaktionen durch Private-Equity-Manager und strategische Käufer zurückzuführen, die in Zeiten niedriger Zinsen auf der Suche nach Renditen und Wachstum sind.

Selbst während eskalierender Handelskonflikte zeigen Schwellenländer ein starkes Wachstum. Der Binnenkonsum in Emerging Markets hat sich in den letzten Jahren beschleunigt und stellt in Kombination mit demografischen Trends und einem stärkeren Wachstum in unterversorgten Gebieten einen wichtigen Treiber für ökonomischen und sozialen Fortschritt in diesen Regionen dar. Viele in Schwellenländern aktive Private-Equity-Fondsmanager befinden sich in einem frühen Entwicklungsstadium. Oft werden Fonds aufgelegt, die langfristig von dynamischen oder noch in entstehenden Märkten mit hoher Informationsasymmetrie profitieren. Ein wesentlicher Vorteil solcher Fonds in Bezug auf die Bewertungen ist ein geringerer Wettbewerb um Transaktionen.

Private Equity in Emerging Markets kann auch für Investoren interessant sein, die neben der finanziellen auch eine soziale oder ökologische Rendite erwirtschaften wollen. Umwelt- und Sozialaspekte spielen im Rahmen eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels eine größere Rolle. Auf institutionelle Investoren wächst daher der Druck, diese Aspekte stärker zu berücksichtigen. Impact-Investitionen, die Kapital für Unternehmen bereitstellen, die Sozial- oder Umweltnutzen generieren, stellen somit ein interessantes Investitionsziel dar. Dies gilt auch wegen des Fokus auf Kriterien wie Arbeitsbedingungen und gute Unternehmensführung, die nachweislich der Rendite von Anlagen in Schwellenländern zuträglich sind. Inzwischen operieren auch die größeren Fondshäuser nach diesem Muster - was früher das Terrain von spezialisierten Impact Investoren war, lockt nun auch größere Private-Equity-Manager.

Es gibt einige vielversprechende Anzeichen, dass Private-Equity-Investitionen in Emerging Markets sowie Impact-Investitionen interessante Renditen für Investoren liefern könnten, auch bezogen auf die Wachstumsraten einzelner Branchen wie Versicherungen oder Finanzdienstleistungen in Schwellenländern. Die Zielrenditen können sowohl die Performance von Private Equity in traditionellen Märkten, als auch die von börsennotierten Aktien aus Schwellenländern übertreffen. Die Herausforderung bleibt die Entscheidung, wo, wie und mit wem investiert werden soll. Im Hinblick auf Schwellenländer sind Erfahrung, lokales Know-how und ein detailliertes Verständnis der Risiken dieser Märkte von entscheidender Bedeutung.“


Über BlueOrchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 6 Mrd. USD in 80 Schwellen- und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS- sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com

The case for global small company investing in an era of disruption

The theme of disruption is having a profound effect on how we live and how we invest, explain Matthew Dobbs, Fund Manager, Asian Equities & Head of Global Small Cap, and Kristjan Mee, Strategist, Research and Analytics, both Schroders. There are three factors which we think mean small caps are potentially the best way to tap into the theme.

Smaller companies (small caps) offer the potential for higher returns compared with investing in larger companies, although not without risks. The returns from individual stocks vary a lot and the market is relatively inefficient. This gives active investors greater opportunity to add value.

In addition, investors are increasingly being drawn to the small cap sector due to its ability to profit from the ever-growing theme of disruption.

Over the very long term, US small caps have handsomely outperformed large caps. $100 invested in US small caps in 1966 would be worth $56,232 today compared with $15,576 invested in large caps (Figure 1, left chart). There is also evidence that small caps outperform on a more global basis. Nonetheless, while small caps can outperform over the long run, they can also go through extended periods of underperformance (Figure 1, right chart).

Figure 1: Long-term small-cap performance has been impressive but cyclical

US-small-v-large-cap-disruption-770px.jpgPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated.
Source: Credit Suisse, S&P. Data prior to March 2006 is Ibbotson. Data from March 2006 is S&P LargeMidCap vs. SmallCap. Data up to April 1 2019. USD return.

Understandably, such cyclicality might cool investors’ enthusiasm for small-cap investing. However, we believe that there are structural reasons why selective exposure to global smaller companies can potentially yield better returns than a broad market exposure. This belief is based on three key factors: the fundamental attributes of small caps, the relative inefficiency of small-cap equities, and the scale of the opportunity set.

The fundamentals

The fundamental case is based on the fact that small companies have the capacity to grow disproportionately from a relatively low revenue and profits base.

Almost by definition, it is only by investing in small companies that investors can gain effective exposure to a new technology or a market.

They are often the driving force behind disruption, benefiting from this trend rather than being a victim of it. They are less burdened with layers of management and there is less fear of losing sales volume or market share by introducing new products; a major issue for well-established large corporations. Smaller companies who are key players in the fast-growing electric vehicle and artificial intelligence industries are good examples - please see the full paper below for more information and case studies.

The opportunity

The opportunity case is the fact that the small cap market is much larger than the large cap market. For example, there are 6,216 small cap companies in the S&P Developed Benchmark Index, compared with 1,932 large and mid cap companies, according to S&P data as at March 31 2019. Large cap investors are at risk of ignoring the vast majority of the investment universe.

Small caps also tend to be more domestically focused than large caps. This means that, even if the broader global picture is less encouraging, it can be possible to identify companies that are exposed to supportive local growth dynamics. In contrast, large caps are more likely to be buffeted by global trends.

The inefficiency

The inefficiency case rests on the fact that the smaller a company, the less well-followed it is, and therefore the greater likelihood of pricing inefficiencies. This can result in greater opportunities for active managers to add value. Figure 2 illustrates this by showing that the number of broker forecasts declines as companies move further down the size spectrum. This relationship holds across all markets.

Figure 2: Average number of I/B/E/S* estimates per company by size

Company-earnings-estimate-by-size-770px.jpgSource: I/B/E/S, Schroders. Data as at March 31 2019
*Institutional Brokers’ Estimate System – A system that compiles estimates made by analysts on future earnings of publicly traded companies.

The consequence of these inefficiencies is greater opportunity for active small cap managers to outperform. Figure 3 shows the five-year annualized gross and net of fees excess returns of global, US and European active small and large cap funds.

In all regions, the median gross excess return for small caps has been positive, indicating that small cap managers on average do add value. Furthermore, in all regions, small cap funds have performed better than large cap funds.

However, after adjusting for fees, the median net excess returns are negative for global and US small cap funds. Because the cost of small cap funds is generally higher, the excess return must be large enough to cover that cost. Consequently, the fundamental advantages of small-cap stocks and manager skill are two necessary but not sufficient conditions for delivering positive excess returns after fees.

The good news for investors is that the top quartile of small-cap funds have been able to consistently outperform their benchmarks in all regions. This highlights the importance of manager selection to benefit from the inefficiencies in small caps.

Figure 3: Five-year annualized excess returns to end of March 2019

annualised-excess-returns-770px.jpgPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated.
Source: Schroders, Morningstar. Data as at March 31 2019.


You can dowload and read the full paper in the link here.

This article has first been published on schroders.com.

GCC-Staaten treten dem EM-Club bei

China, die Türkei und Argentinien beherrschten in den letzten Monaten die Schlagzeilen – dabei wurde ein Schwellenländerereignis völlig übersehen: Dass die ölreichen GCC-Staaten in den führenden Schwellenländer-Staatsanleihenindex aufgenommen wurden, so Sabrina Khanniche, Senior Economist bei Pictet Asset Management.

Wir kommen...

Am 31. Januar sind fünf Länder des Golf-Kooperationsrats (Saudi-Arabien, VAE, Katar, Kuwait und Bahrain) in den mehrphasigen Prozess der Aufnahme in den JP Morgan EMBI Global Diversified Index eingetreten. Dies ist die größte einmalige Anpassung des führenden Index für auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen aller Zeiten. Oman, das andere GCC-Mitglied, wurde bereits 2018 aufgenommen.

Die neuen GCC-Nationen werden 11,4% der Benchmark ausmachen, eine große Veränderung in gerade mal zwölf Monaten. China hingegen hat sechs Jahre gebraucht, um seinen Anteil von 2% auf 10% zu erhöhen. Wir haben das Wichtigste für Anleiheanleger zusammengefasst.

Hoch konzentriert

Saudi-Arabien beherrscht den GCC wirtschaftlich mit einem Anteil von 44% am Gesamt-BIP.  Die VAE machen 25%, Katar 14%, Kuwait 9%, Oman 5% und Bahrain 2% aus. Abbildung 1 zeigt, was alle GCC-Staaten gemeinsam haben: ihre Konzentration. Sie gehören laut UN zu den fünf der sechs am stärksten konzentrierten Volkswirtschaften*.

ABB. 1: Produktkonzentrationsindex der UN nach Land: 2017


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, UNCTAD, 31.12.2017
* Der Index reicht von 0 bis 1, wobei ein Wert in der Nähe von 1 auf eine stark konzentrierte Volkswirtschaft hindeutet.

Der Grund für diese starke Konzentration ist, dass diese Nationen stark vom Erdölsektor abhängen, wie unten dargestellt.

ABB. 2.: Aufschlüsselung des BIP nach Wirtschaftsbereich & Land: 2018


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream

Infolgedessen sind die GCC-Staaten sehr anfällig gegenüber Ölpreisschwankungen, was zu einer höheren Volatilität des BIP-Wachstums führt (siehe unten).

ABB. 3: Volatilität des BIP-Wachstums vs. Konzentrationsindex

 
Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, UNCTAD. * Konzentrationsgrad von exportierten Waren (ohne Dienstleistungen)

Diversifizieren...

Da die niedrigen Ölpreise ein Dauerproblem sein werden, müssen die GCC-Staaten ihre Volkswirtschaften diversifizieren. Sie haben bereits große Schritte in diese Richtung unternommen, wie an dem Konzentrationsindex in Abb. 4a abzulesen ist. Die VAE stechen deutlich hervor, auch wenn zu ihnen das ölreiche Abu Dhabi gehört.

Schaut man sich die „Ease of doing business“-Umfrage der Weltbank an, liegen die VAE erneut ganz weit vorne, mit einem eindrucksvollen 11. Platz von 190 (siehe Abb. 4b). Andere GCC-Staaten hingegen haben noch einen weiten Weg vor sich. Saudi-Arabien zum Beispiel hat seit 2005 zahlreiche Reformen auf den Weg gebracht, liegt aber weiterhin auf einem schlechteren Platz.

ABB. 4: a) Konzentrationsindex nach Land: Entwicklung/b) Abschneiden in der „Ease of doing business“-Umfrage der Weltbank*


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, UNCTAD/ Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Bloomberg, Weltbank. * Länder von Platz 1 bis 190  mit niedrigem Zahlenwert, d. h. günstige (unkomplizierte) Bedingungen für die Abwicklung von Geschäften

Für die Zukunft streben alle GCC-Länder eine wirtschaftliche Diversifizierung gemäß ihren jeweiligen Vision 2030-Zielen an. Sie müssen jetzt aber liefern: Die Anleger schauen ganz genau hin, was die Einführung der Mehrwertsteuer, Reformen für die Geschäftswelt und den Arbeitsmarkt, die Streichung von Subventionen usw. anbelangt.

Warum wurden die GCC-Staaten in den Index aufgenommen?

Die Staaten des GCC galten bisher als „zu reich“ und erfüllten daher nicht die üblichen Voraussetzungen für eine Aufnahme in den Schwellenländerindex. JP Morgan führte jedoch einen neuen Parameter ein, die Kaufkraftparität, sodass eine Aufnahme möglich wurde.

Es wurde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Regierungen der GCC-Staaten mittlerweile die größten Anleiheemittenten weltweit sind, da sie sich im Zuge des Rückgangs der Ölpreise Mittel an den Anleihenmärkten beschaffen müssen. Das Emissionsvolumen der GCC-Staaten ist auf 4–5% des BIP des Blocks gestiegen.

Welche Auswirkungen hat das?

Der JP Morgan EMBI Index wird nicht nur um ein Ölpreis-Beta reicher, sondern bis Ende September werden Anleihen im Wert von rund 120 Mrd. US-$ in den Index aufgenommen. Die Anzahl der Länder im Index ist auf 72 gestiegen, so viele wie noch nie. Die Anzahl der Emittenten und Instrumente ist ebenfalls gestiegen (um 52 auf 731 bzw. um 14 auf 168).

Da sich Kuwait, Katar und die VAE im Ratingbereich „AA“ bewegen, steigt das gewichtete durchschnittliche Rating der Benchmark auf Investment-Grade (von BB+ auf BBB-). Dadurch werden die Auswirkungen der starken Herabstufungen von Brasilien, Russland und der Türkei auf das Rating ausgeglichen.

ABB. 5: Auf US-Dollar lautende 10-jährige Anleihen vs. Rating


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Bloomberg

Wie Abbildung 5 zeigt, gibt es bei Rating und Rendite Unterschiede zwischen den einzelnen GCC-Staaten. Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die VAE weisen ein höheres Rating und niedrigere Renditen auf, bei Bahrain und dem Oman ist es umgekehrt.

Es ist noch zu früh, um Aussagen zu den breiteren Auswirkungen der Aufnahme auf die Renditen für die Anleger treffen zu können. Unsere Übersicht zur Marktbeobachtung zeigt jedoch, dass der JP Morgan EMBI Global Diversified seit Jahresbeginn der führende Anleiheindex ist – mit einer Rendite von 7,65%. Das ist fast doppelt so viel wie beim JP Morgan GBI-EM Global Diversified in Lokalwährung.

Insgesamt halten wir die GCC-Staaten im Vergleich zum breiteren Universum der Schwellenländer-Staatsanleihen angesichts ihrer hohen Ratings, geringeren Risiken und allgemein größeren finanziellen Puffer sowie der Tatsache, dass sie an den US-Dollar gekoppelt sind, relativ gesehen für attraktiv.


Mehr über Schwellenländer: Argentinien – im Auge des Hurrikans

Über die Autorin

Sabrina Khanniche ist seit 2011 als Ökonomin im Fixed Income-Team bei Pictet Asset Management beschäftigt. Vor Pictet war sie vier Jahre als Finanzingenieurin bei Groupama Asset Management tätig und in dieser Funktion für die Analyse und Modellierung von Hedgefondsrisiken zuständig. In dieser Rolle veröffentlichte und präsentierte sie ihre Arbeiten auf internationalen Fachkonferenzen. Frau Khanniche hat an der Universität Paris West Nanterre La Défense einen Masterabschluss und einen Doktortitel erworben.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

3 Juristen an der Spitze der großen Zentralbanken, gut oder schlecht?

Wie ist die Nominierung von Christine Lagarde als Nachfolgerin von Mario Draghi bei der EZB zu werten? Legg Mason hat die Experten von drei seiner Tochtergesellschaften dazu befragt – mit jeweils ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Michael Browne, Co-Manager des Legg Mason Martin Currie European Absolute Alpha Fund, sagt:

„Die Nominierung von Christine Lagarde – und die von Ursula von der Leyen als neue Kommissionspräsidentin der EU – haben das Risiko eines harten Brexit deutlich verschärft. Bei beiden Nominierungen schwingt ein Beigeschmack mit, nämlich dass Europa nicht integriert genug sei und man deshalb mehr tun müsse. Und meiner Meinung nach wird Großbritannien das erste Land sein, dass diese These zu spüren bekommt, wenn es die Brexit-Bedingungen erneut verhandeln will. Es sieht nach einem Schulterschluss aus.

Ein ähnliches Konfliktpotenzial gibt es mit Blick auf die populistischen Politiker in Europa. Sie haben sich bei der letzten Europawahl gut geschlagen und werden nun eindeutig gemieden. Sowohl Italien als auch die osteuropäischen Länder haben im Poker um die Top-Jobs und damit an Einfluss verloren. Hier schwelen Konflikte und aus unserer Sicht ist das Risiko einer erneuten italienischen Schuldenkrise in den kommenden fünf Jahren groß.

Natürlich müssen beide Nominierungen noch durch das EU-Parlament. Und auch hier könnte es zu deutlichem Unmut der führenden politischen Parteien kommen, die mit dem Ende des Spitzenkandidaten-System unzufrieden sind, bei dem die größten Parteien im Parlament ihre Kandidaten für die Positionen ernennen können. Auch von den Populisten ist ein gewisses Ressentiment zu erwarten. Sie werden dafür über die Position des Parlamentschefs entscheiden – die eine Position, die noch in ihrem Einflussbereich ist.“

Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei der Legg Mason-Tochter Western Asset Management, sagt:

„Mit Christine Lagarde würde ein weiterer fähiger Kommunikator und Krisenmanager an der Spitze der EZB sitzen. Ihr bisheriger Werdegang als französische Finanzministerin könnte ihr dabei helfen, wo es sinnvoll ist, ihre ehemaligen Amtskollegen geschickt zu einem expansiveren finanzpolitischen Kurs zu bewegen. Das würde die finanzpolitische Bürde der EZB reduzieren – ein Punkt, den auch Draghi in jüngster Vergangenheit immer wieder gemacht hat. Aus finanzpolitischer Sicht gehen wir davon aus, dass Lagarde den gemäßigten Kurs beibehält. Und mit Sicherheit würde sie sich einer Wiederaufnahme des Wertpapieraufkaufprogramms nicht verweigert, sollte die Not hierfür (noch) deutlicher werden. Wir hoffen, dass ihr Defizit mit Blick auf institutionelle Kenntnisse – Duisenberg, Trichet und Draghi haben zuvor alle nationale Zentralbanken geleitet, bevor sie EZB-Präsident wurden, und kannten die europäischen Prozesse und das Prozedere daher – nicht zu einer stärker ausgeprägten Volatilität in der Kommunikation führen wird. Dieses Risiko könnten wir gerade in der frühen Amtsperiode von Jerome Powell bei der amerikanischen Notenbank beobachten.“

Francis Scotland, Portfoliomanager und Co-Director of Global Macro Research bei der Legg Mason-Tochter Brandywine Global, sagt:

„Sehr bald schon könnten Juristen die drei großen Zentralbanken der Welt leiten: die Bank of Japan, die Federal Reserve und nun mit der Nominierung von Christine Lagarde auch die EZB. Ist das etwas Gute oder Schlechtes? Ist einen Juristen zu fragen, die Geldpolitik zu verantworten, vergleichbar damit, einen Volkswirt zu fragen, Richter am Obersten Gericht zu werden? Es bleibt abzuwarten, welche Neigung die europäische Geldpolitik künftig bekommen wird. Kuroda läuft im Windschatten von Premier Abe und hat die Hälfte der japanischen Schulden aufgekauft. Draghi hat Trichets straffe Geldpolitik umgekehrt und mit dem Aufkauf von Staatsanleihen die Verfechter des harten Geldes durch den Kakao gezogen. Powell hatte den Weg einer Normalisierung bereits abgeschrieben, bevor er von den Märkten Ende 2018 gedemütigt unterworfen wurde. Lagarde saß bisher an der Spitze einer Organisation, die im Gegenzug für finanzielle Rettung eine finanzpolitische Nüchternheit von den Ländern verlangen konnte. Sie könnte also zum Florett für die modernen geldpolitischen Theoretiker werden, die unermüdliche Staatsausgabe fordern, die dann mittels Gelddruckmaschine finanziert werden müssen.“

Anlagemöglichkeiten in Kryptoassets – ist die Branche reif für institutionelle Investoren?

Martin Schmidt von Postera Capital gilt als ausgewiesener Experte im Segment der Kryptoassets. In seinem Vortrag anlässlich des 166. Hedgeworks befasste er sich mit der Frage, inwieweit institutionelle Investoren das Thema bereits aufgenommen haben und inwiefern die Anlageklasse bereits genutzt wird.

Hedgework: Nach dem Hype um den Jahreswechsel 2017/18 stürzten die Kurse von Bitcoin und Co. ab, viele Anleger sagten deren Ende voraus. 2019 haben sich die Kurse jedoch wieder deutlich erholt. Was hat sich seitdem geändert?

Martin Schmidt: Nach dem großen Hype wurde es in der Öffentlichkeit erst mal recht ruhig um das Thema Blockchain und Kryptoassets. Die Branche selbst hat sich aber stetig weiterentwickelt: Entwickler, Start-Ups und auch ein paar große Unternehmen haben im letzten Jahr gute Arbeit geleistet. Diese in Branchenkreisen „Krypto-Winter“ genannte Zeit wurde genutzt, um Projekte und Produkte weiterzuentwickeln. Die Kursentwicklung in einem so jungen Markt, wie in dem für Kryptoassets, ist immer ein Stück weit spekulativ, es gibt Über- und Untertreibungen. Die jüngsten Kursanstiege reflektieren jedoch auch die Fortschritte, die die gesamte Krypto-Branche im letzten Jahr gemacht hat.

Hedgework: Was wären Beispiele für die von Ihnen genannten Fortschritte im Krypto­segment?

Schmidt: Zunächst mal gab es Forschritte bei den Kryptoassets selbst. Im Bitcoin-Umfeld beispielsweise wurde das sogenannte Lightning-Netzwerk, das schnelle und günstige Zahlungen ermöglicht, maßgeblich weiterentwickelt. Sehr wichtig war auch, dass renommierte Vermögensverwalter wie Fidelity ganz konkrete Pläne vorgestellt haben, um ihren Kunden den Kauf und die Verwahrung von Kryptoassets wie Bitcoin oder Ether zu ermöglichen. In Deutschland ist beispielsweise die Börse Stuttgart sehr aktiv. Weitere Anbieter wie das Start-Up Coindex stehen in den Startlöchern, hier geht es um eine indexbasierte Anlage in ein gestreutes Kryptoportfolio für Privatanleger.

Hedgework: Auch bei Kryptoassets bestimmt sich der Kurs aus Angebot und Nachfrage. Die Kursanstiege zeigen, dass die Nachfrage gestiegen sein muss. Woher kommt die Nachfrage?

Schmidt: Derzeit sehen wir eine steigende Nachfrage insbesondere beim Bitcoin, dem „Leit-Asset“ des Krypto-Universums. Dies hat verschiedene Gründe: Einerseits hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Kryptoassets auch nach dem Hype Ende 2017 nicht plötzlich wieder verschwinden. Für viele Anleger, die erstmals in Krypto­assets investieren, ist Bitcoin das erste logische Investment in diesem Bereich. Dies gilt insbesondere für institutionelle Anleger. Fördernd wirkt aber auch die Unsicherheit der aktuellen Geldpolitik. Viele Anleger bewerten die Strategien der Zentralbanken kritisch und suchen Möglichkeiten, Mittel abseits der traditionellen Märkte zu investieren. Bitcoin profitiert hiervon als alternative Möglichkeit der Wertspeicherung und wird quasi als Hedge gegen eine nicht nachhaltige Geldpolitik genutzt. Darüber hinaus entwickeln sich auch die Anwendungs-Szenarien.

Hedgework: Was meinen Sie damit?

Schmidt: Der Einsatz von Smart Contracts in vielen Bereichen der Wirtschaft basiert zum Beispiel auf der Ethereum-Blockchain. Jeder Einsatz solcher Smart Contracts erhöht die Nachfrage nach dem Ether-Token, das wirkt unterstützend für den Kurs. Auch Anwendungen auf Basis der Stellar-Blockchain oder innerhalb des Ripple-Bankenkonsortiums sind positiv für die Kurse der entsprechenden Token.

Hedgework: Ist das inzwischen auch ein institutionelles Thema?

Schmidt: Ja, wir spüren ein deutlich steigendes Interesse. Wesentlich dafür ist, dass sich die Branche professionalisiert hat. Mittlerweile gibt es Produkte, die institutionellen Ansprüchen gerecht werden. Allerdings sollten Investoren genau hinschauen, denn die Investment-Infrastruktur hat oftmals noch nicht den Reifegrad, den Inves­toren aus anderen Anlageklassen kennen. Leider ist es auch so, dass viele Banken und Vermögensverwalter noch zögern, einen Krypto-AIF zu empfehlen, obwohl regulatorisch und technisch nichts dagegen spricht. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig.

Hedgework: Regulierung ist ein gutes Stichwort. Gibt es hier Rückenwind von den Aufsichtsbehörden?

Schmidt: Auf der einen Seite ist es positiv, dass sich BaFin, Bundesbank, ESMA und andere mittlerweile intensiv mit Kryptoassets beschäftigen. Hier bewegt sich etwas, das war lange Zeit anders. Auch vom Gesetzgeber gibt es endlich Bewegung, die Bundesregierung hat erste gesetzliche Regelungen angekündigt, um die Ausgabe von Wertpapieren auf Basis der Blockchain-Technologie zu erleichtern. Allerdings wird in den meisten Fällen versucht, die Anwendung der Blockchain-Technologie in alte „Denkmuster“ zu packen. Dann sind viele Kompromisse nötig, um eine dezentrale, auf verschlüsselten, verteilten Datenpaketen basierende Technologie in Prozesse zu packen, die zentral ausgerichtet sind und starke „Aufpasser“ benötigen. Aber gut ist auf jeden Fall, dass die Diskussion in Gang gekommen ist.

Hedgework: In Deutschland bietet Postera Capital seit 2018 den Postera Fund – Crypto I an, den ersten regulierten Krypto-Fonds für (semi-)professionelle Anleger. Wie hat sich der Fonds in dem sehr volatilen Umfeld geschlagen?

Schmidt: Der Fonds hat sich seitdem im Marktvergleich positiv entwickelt. Der Start des Fonds inmitten des größten Bärenmarktes der Kryptogeschichte war sehr herausfordernd, in den ersten Monaten stand die Risikoreduktion im Fokus. Seit Frühjahr 2019 ist es jedoch die Nutzung der Chancen am aktuellen Aufschwung des Krypto­marktes. Das aktive Fondsmanagement mit Steuerung der Cashquote und die Auswahl der investierten Token hat zu einer niedrigeren Volatilität und somit zu einer besseren risikoadjustierten Rendite als im Vergleichsmarkt geführt. Daher sind wir mit dem Start zufrieden. Wir mussten ja viel Pionierarbeit leisten, von der Diskussion mit der Regulierungsbehörden, über das Setup mit der Token-Verwahrung, bis hin zur Anlagestrategie.

Hedgework: Welche Rolle könnten Kryptoassets in einem professionellen Portfolio spielen?

Schmidt: Aus unserer Sicht sollten Kryptoassets mittlerweile fester Bestandteil einer professionellen Portfolioallokation sein. In Deutschland ist das noch nicht Standard, international wird das jedoch zunehmend so gesehen. Wegen ihrer hohen Volatilität werden Kryptoassets im Regelfall zwar nur als Beimischung in Frage kommen. Aufgrund ihrer geringen Korrelation zu anderen Assetklassen, ihrer Liquidität und der Renditechancen sind sie jedoch eine ernst zu nehmende alternative Anlageform. Wir plädieren für eine langfristige Perspektive auf Kryptoassets. Natürlich können Anleger die hohe Volatilität auch für kurzfristige Spekulationen nutzen. Aus unserer Sicht sind Kryptoassets jedoch gerade für einen längerfristigen Anlagehorizont interessant, da man in eine Zukunftstechnologie investiert. Wenn man von der langfristigen Wertentwicklung überzeugt ist, kann man mit der kurzfristigen Volatilität gut leben.

Hedgework: Herr Schmidt, vielen Dank für das Gespräch


Das Interview führte Joachim Althof.

Martin Schmidt

ist Partner der Postera Capital GmbH, eines Beratungs- und Beteiligungsunternehmens im Bereich Blockchain und Kryptoassets mit Sitz in Düsseldorf.

Postera Capital

ist eine Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, die auf Investmentmöglichkeiten in Kryptoassets spezialisiert ist. Dabei liegt der Fokus auf der Finanzanalyse und der Bewertung von Kryptoassets für professionelle Investoren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Anlagestrategien und strukturierten Investmentprozessen im Bereich Kryptoassets.

Hedging rising rates: it’s all about the carry

by Jiongjun Bai, Quantitative Strategist at Legal & General Investment Management.

With interest rates in developed nations remaining near historically low levels, here’s a look at what investors can do to get their portfolios ready for any future hikes.

In the latter half of 2018, there were growing concerns that the low interest-rate environment might change soon, with central banks becoming more hawkish in their rhetoric on future base rates. At that time, we thought bond investors might worry that sharply rising interest rates might affect their portfolios. We therefore started to build a backtesting framework to construct a variety of systematic ‘payer swaps’ strategies – whereby you lock into paying a fixed interest rate for a set period of time in exchange for receiving floating interest rates – in an attempt to help investors optimise their rising-rates hedging programme.

As specialists in quantitative analysis, or ‘quants’, we believe more in systematic strategies as it is very challenging to consistently time the market. Indeed, investors did not anticipate that the market sentiment had changed quickly towards the end of last year. And while it now again seems that rates are going to be lower for even longer, we feel that we should still share our findings as the predictions could be wrong again.

A negative carry trade

Interest-rate curves are usually upward sloping, which means owners of payer swaps usually suffer losses as time passes (known as negative carry). The chart below shows the average steepness of the yield curve over the past 10 years.

Average yield curves over the past 10 years

Carry is defined as the P&L resulting from the passage of time, assuming that the shape of the yield curve remains unchanged

Why is paying carry bad for performance?

In recent decades, there has been a phenomenon commonly known as ‘forward rate bias’ which has seen predictions of future rate rises hardly materialise over time. This is shown in the next chart. This has led to a frustrating time for owners of payer swaps, with the carry cost not historically balanced by rising yields.

UK base rate and market forward rates

The carry versus convexity conundrum

To counter this, certain segments of interest-rate curves can be flat and offer the possibility of reducing the negative carry effect, or even achieving a positive carry as time passes.

Taking the EUR swap curve in the first chart as an example, two potential approaches would lead to a much less negative carry as time progresses: a 20-year spot-starting swap, in which you lock the paying period from the start date; and a 10y10y forward-starting swap, in which you lock the paying period starting in 10 years’ time for the next 10 years. These could enable investors to manage an environment where rates take time to increase.

Unfortunately, such strategies offer less convexity – convexity being the non-linear relationship between price and large interest-rate movements. All else being equal, the higher the convexity, the higher the returns payer swaps make if interest rates rise. Hence, these will offer less protection for immediate and large increases in interest rates, as shown in this final chart.

P&L of swaps following yield-curve shocks

Investors, then, face a conundrum when it comes to rising-rates hedging:

  • Looking to minimise the negative carry effect if there is limited visibility on timing, but this comes at the cost of reduced protection for large and immediate increases in interest rates.
  • Going for convexity if the investor expects an imminent increase in interest rates to seek to maximise portfolio protection.

While markets move in cycles and multiple indicators could reflect a shift in the environment, it is very challenging to consistently time markets. Hence, we focus on systematic investment strategies that could be beneficial for investors who have limited visibility on timing.

In our next blog, we will introduce our backtest framework and a case study to compare different systematic hedging strategies.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Die Türkei nach dem Oppositionserfolg in Istanbul

In der Türkei herrscht Aufbruch-Stimmung. Nach dem Sieg des Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu bei den Bürgermeisterwahlen in Istanbul macht sich Hoffnung breit, dass das Land bald aus dem wirtschaftlichen Tief tauchen könnte. Die  Börse reagierte positiv und auch die Lira gewann etwas an Stärke. Alexandre Dimitrov, Fondsmanager des ESPA STOCK ISTANBUL, erläutert die Chancen der Türkei auf einen wirtschaftlichen Turnaround.

Wie werten Sie den Wahlerfolg des Oppositionskandidaten in Istanbul?

Es ist positiv, dass die regierende AKP und Präsident Erdogan das Ergebnis anerkennen. Politische Lockerungen sind vorerst dennoch nicht zu erwarten. Trotzdem ist der Sieg der Opposition in der größten türkischen Stadt mit mehr als 10 Millionen Wahlberechtigten ein deutliches Zeichen. Die AKP-Partei ist eigentlich eine wirtschafts- und investorenfreundliche Partei. Ihre Mitglieder beziehungsweise führende Parteifunktionäre dürften die Regierung und Präsident Erdogan nun bedrängen, zu dieser Politik zurückzukehren. Und Imamoglu (Name bedeutet „Sohn eines Imams“) ist eigentlich konservativ, ein Familienmitglied (ursprünglich stand hier „Frau“; die Red.) trägt Kopftuch. Worum es jetzt geht, ist die Rückgewinnung von Vertrauen. Und das geht nur Schritt für Schritt.

Doch gewisse politische Risiken sind latent, wenn man auch an den Konflikt mit den USA wegen des beabsichtigten Kaufs des Raketenabwehrsystems S-400 von den Russen denkt?

Das ist sicherlich ein weiteres Risiko. Mögliche US-Sanktionen stehen im Raum. Doch die Türkei ist ein wichtiger Nato-Partner. Die ersten Lieferungen werden im Juli erwartet. Als mögliche Sanktion könnten die USA die Beteiligung der Türkei an US-Kampfjets F-35 blockieren. Das Land könnte von der gemeinsamen Produktion ausgeschlossen werden. (Quelle: Spiegel online).

Wie gut oder besser gesagt schlecht geht es der türkischen Wirtschaft?

Die Stimmung ist positiver als zu Beginn des Jahres. Das Unternehmervertrauen ist im Juni wieder gestiegen (Turkey Confidence Index Real Sector). Die Kapazitätsauslastung stieg auf das höchste Niveau seit September 2018 (Quelle: Bloomberg). Dennoch wird für 2019 noch ein negatives Wachstum von 1,5 Prozent erwartet.

Das Außenhandelsdefizit ging rückgerechnet zum April des Vorjahres um 66 Prozent zurück, während die Exporte um 7 Prozent stiegen und die Importe um 14 Prozent schrumpfte. (Quelle: Bloomberg). Die Umsätze des Service-Sektors stiegen um 30 Prozent. Im Tourismus sehen wir heuer eine zweistellige Wachstumsrate. Wegen der in den letzten Jahren stark gefallenen Währung ist die beliebte Urlaubsdestination Türkei billiger geworden.

Die Wirtschaft der Türkei ist auf Rohstoffimporte angewiesen. Infolge der Lira-Schwäche verteuerten sich die Preise für Waren und Investitionen aus dem Ausland. Auch fiel es dem Staat und den Unternehmen zunehmend schwerer, ihre in Dollar aufgenommen Schulden zu bedienen. Das beginnt sich jetzt zaghaft zu ändern.

„Es geht um die Rückgewinnung von Vertrauen. Und das geht nur Schritt für Schritt.“
Alexandre Dimitrov, Fondsmanager ESPA STOCK ISTANBUL

 Was müsste die Regierung nun tun, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen?

Das ist nicht allzu schwierig. Sie muss wieder eine solide Finanzpolitik betreiben und so das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Auch muss klar sein, dass die Notenbank unabhängig agiert und sie verantwortungsvoll handelt. Bis die Glaubwürdigkeit wieder hergestellt ist und ausländische Kapitalzuflüsse wieder zunehmen, wird es noch eine Zeit dauern. Aber wir dürfen nicht außer Acht lassen: in der Türkei leben 80 Millionen Menschen und die sind überwiegend jung und konsumfreudig.

Wie hat die Börse in den vergangenen Jahren auf die latenten politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten reagiert?

Mit einem Minus von 42 Prozent auf Sicht von 5Jahren zählt der türkische Aktienmarkt noch weltweit zu den schwächsten. Dazu ins Bild passt die Schwäche der Währung. Seit Anfang 2018 hat die türkische Lira 53 Prozent gegenüber dem Dollar verloren (Stand: 30.6.2019, Quelle Bloomberg) die türkische Notenbank hat eindeutig zu spät und zu zögerlich reagiert. Erst als die Inflationsrate im vergangenen Jahr auf 24 Prozent gestiegen war, wurde der Leitzins erhöht.

CHART: ENTWICKLUNG BÖRSE ISTANBUL UND WÄHRUNG

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Einstieg in türkische Aktien?           

Das ist jedenfalls die beste Kaufgelegenheit seit fünf Jahren. Mit einem durchschnittlichen Gewinnverhältnis von 6,8 (bezogen auf die Gewinnerwartungen 2019, Quelle: Bloomberg) sind die Bewertungen extrem günstig. Türkische Aktien handeln mit einem 50-prozentigen Abschlag zu anderen Börsen der Schwellenländer (Quelle: Bloomberg, Stand 30.6.2019). Nur Russland ist billiger. Und die Inflation fiel Ende Mai auf 18,7 Prozent. Damit hat sich auch die Währung etwas stabilisiert. Die Türkei hat eine gut laufende Industrie. Alle Sektoren, die mit Exporten zu tun haben, stehen gut da.

Wie sind Sie in Ihrem Fonds ESPA STOCK ISTANBUL positioniert?

Wir investieren im Moment bevorzugt in Rohstoff-Unternehmen und exportlastige Unternehmen. Es gibt in der Türkei hochinteressante Unternehmen, die hervorragend gemanagt werden: z.B. der Haushaltsgerätehersteller Arçelik oder der Flughafenbetreiber TAV Airports. Vorsichtig sind wir bei Finanztiteln, d.h. bei Banken und Immoblien-Unternehmen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Chinas Strategiewechsel bei der Elektromobilität

Staatliche Subventionen für den Kauf von Elektroautos stehen in China vor dem Aus. Noch heuer werden sie im Schnitt um rund 50 % gesenkt. 2020 werden sie gänzlich gestrichen. Läutet dies Chinas Abkehr von der Elektromobilität ein? Nein, keineswegs, aber eine Strategieänderung ist sehr wohl auszumachen, argumentiert Mag. Leopold Quell, Fondsmanager für Emerging Markets bei der Raiffeisen KAG.

China ist Weltmarktführer im Bereich Elektromobilität. 60 % aller weltweit verkauften Elektroautos wurden im vierten Quartal des letzten Jahres in China verkauft. 2013 lag dieser Wert noch bei unter 10 %. Landesweit gibt es bereits rund 300.000 Ladestationen. Das sind fast fünfmal so viele wie in den USA.

Über drei Viertel der globalen Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien befinden sich in China. Doch dies ist aus Sicht der chinesischen Regierung nur der Anfang. Man möchte hier nichts dem Zufall überlassen und die starke Position in dieser Hightech-Schlüsselindustrie noch ausbauen.

GRÜNDE FÜR DEN STRATEGISCHEN FOKUS

Einerseits ist die Schonung der Umwelt und hier vor allem die Verbesserung der Luftqualität zu nennen, die durch den Umstieg von Autos mit Verbrennungs- auf solche mit Elektromotoren zu erzielen wäre. In vielen Regionen Chinas, wie in und um Beijing herum, ist die CO2-Belastung in der Luft – insbesondere im Winter – so hoch und der Unmut der Bevölkerung dermaßen groß, dass verzweifelt nach Lösungen gesucht wird. Der Individualverkehr ist zwar nicht der größte Emittent von CO2 (dies sind mit klarem Abstand die kohlebetriebenen Kraftwerke), jedoch wäre trotzdem eine spürbare Erleichterung zu erreichen.

Andererseits wittert China die Chance, am globalen Automarkt langfristig nicht nur als Abnehmer, sondern auch als Anbieter zu partizipieren. Chinesischen Herstellern von Autos mit Verbrennungsmotoren ist es bislang nicht gelungen, außerhalb Chinas nennenswerte Marktanteile zu erzielen. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass dies chinesischen Champions wie etwa Geely Automobile noch gelingen wird, aber der Weg dorthin ist steinig und die Vorbehalte westlicher Konsumenten gegen chinesische Autos sind erheblich. Elektroautos könnten den Markt jedoch revolutionieren und eine komplette Neuordnung der Machtverhältnisse bewirken.

FRAGEN SIE SICH SELBST...

Würden Sie ein chinesisches Elektroauto kaufen? Nein? Was, wenn es eine höhere Reichweite als Konkurrenzmodelle aufweisen und bei Crashtests gut abschneiden würde? Was, wenn es preislich einem Auto mit Verbrennungsmotor ebenbürtig wäre? Was, wenn es außerdem noch mit modernem Design und Fahrspaß (Beschleunigung!) auftrumpfen würde? Noch gibt es kein solches Model T, wie jenes von Ford, das vor mehr als 100 Jahren den Markt für die Mittelschicht öffnete. Aber genau das ist das erklärte Ziel chinesischer Hersteller und der chinesischen Regierung.

Wie passt es da ins Bild, dass China kürzlich bekannt gab, Subventionen für den Kauf von Elektroautos zu streichen? 2018 wurde der Kauf eines Elektroautos mit einer Reichweite von mehr als 400 Kilometern mit umgerechnet rund 6.600 Euro vom Staat subventioniert. Ein stolzer Betrag, der im Verlauf von 2019 um etwa die Hälfte fallen wird. 2020 wird das Subventionsmodell in der bisherigen Form gänzlich eingestellt. Auch auf Provinzebene sind ab Juni 2019 keine Zuschüsse mehr erlaubt. Die entsprechenden Budgets müssen nunmehr zum Ausbau von Ladestationen in den jeweiligen Provinzen verwendet werden.

BONUS / MALUS FÜR HERSTELLER

An die Stelle des Subventionsmodells, welches die Konsumenten stützt, tritt ein Bonus/ Malus-Quotensystem für Hersteller. Bereits 2019 müssen mindestens 10 % aller in China produzierten PKWs Elektroautos sein. 2020 wird diese Mindestgrenze auf 12 % angehoben. All jene Autoproduzenten – egal ob es sich um chinesische oder ausländische handelt –, die diesen Wert nicht erreichen, müssen Strafzahlungen leisten oder jenen Herstellern, die die Vorgabe übererfüllen, ihre überschüssige Quote abkaufen, was diese wiederum in die Lage versetzen wird, günstigere Preise für Elektroautos anzubieten.

Überspitzt formuliert tauscht die Regierung mit diesem Kurswechsel Zuckerbrot gegen Peitsche. Traditionelle Autohersteller werden damit unter Druck gesetzt, Elektroautos herzustellen oder zusätzliche Kosten tragen zu müssen. Der Fingerzeig, in welche Richtung sich der Automarkt entwickeln soll, könnte nicht klarer sein. Die große Frage ist jedoch, ob der Konsument mitspielt und die Absatzzahlen von Elektroautos (weiter) stark ansteigen oder ob hier letztendlich an der Nachfrage vorbei produziert wird.

Derzeit wird die Erhöhung der Durchdringungsrate von Elektrofahrzeugen nur mit Hilfe von Subventionen praktiziert. Am Beispiel des europäischen Marktes lässt sich ablesen, dass die Absatzzahlen von Elektroautos sehr stark mit entsprechenden Steuererleichterungen und anderen Anreizmaßnahmen, wie der Benutzung von Busspuren oder kostenlosem Parken, korrelieren. So haben Elektroautos ausschließlich in Norwegen und den Niederlanden nennenswerte Marktanteile gewinnen können, während ihr Anteil am Gesamtautomarkt in Ländern wie Deutschland oder Frankreich, wo die Unterstützung geringer ausfällt, wesentlich kleiner ist. Daten zeigen, dass Kürzungen von Subventionen für Elektroautos zu einem deutlichen Einbruch der Absatzzahlen führen. Entsprechend risikoreich ist also der Kurswechsel in China.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Elektromobilität“ finden Sie links als PDF.

The downgrade risks facing passive investment grade bondholders

Passive credit investors could be facing significant downgrade losses when the next economic downturn hits. Active managers, however, have the flexibility to manage these risks more efficiently, argues Sean Markowicz, Strategist, Research and Analytics, at Schroders.

Investors have become increasingly worried about the steady increase in the number of lower rated US corporates. The share of BBB-rated bonds, the lowest tier of investment grade (IG) debt, as a proportion of the overall US market has risen to an all-time high of 50% in 2019. In contrast, it stood at only 33% in 2008.

Although, on average, default rates on BBB-rated bonds are very low (0.2% a year1), a more pressing risk for investors is downgrade risk (a deterioration in an issuer’s credit rating). Whenever the next economic downturn arrives, as it inevitably will at some point, corporate fundamentals will weaken. Falling earnings will put pressure on the cushion available to cover interest payments and some measures of leverage will rise.  All else being equal, credit spreads on affected bonds rise and prices fall. Historically, this has also resulted in rating agencies downgrading many borrowers’ credit ratings.

Passive investors risk holding "fallen angels"

BBB-rated bonds are exposed to a particularly acute form of this risk. Because they are on the cusp of IG status, a downgrade would see them relegated to the high yield (HY) market (these are known as fallen angels). This is a problem as, for a variety of reasons, including regulation, many investors are only permitted to hold IG bonds and so would be forced to sell the downgraded bonds.

Additionally, all passive investors would be forced to sell these bonds because they would exit all IG market indices at the next rebalancing date (usually the following month)2. This market segmentation results in a cliff edge in pricing, hanging on whether a bond maintains or loses its IG status. Unfortunately for these investors, the point of downgrade has historically been the worst possible time to sell these bonds.

Given the current large size of the BBB segment, this risk is especially elevated. Fallen angel volumes could be higher than in previous credit cycles and this could weaken portfolio returns. Passive strategies are particularly exposed to this risk, not least because of the sheer increase in passive bond products. Around 28% of all US bond assets under management are now owned by passive index funds, up from 9% in 20083.

Although the exact timing and volume of downgrades from the IG market is hard to predict, we can estimate their potential impact on IG index returns using historical experience. For example, based on the Moody’s 1920-2018 credit migration matrix, 3.2% of the IG market has been on average downgraded to HY each year. If this happened today, $211 billion of bonds would be affected. However, downgrades are typically well above average during economic downturns and this figure could rise to between $275 billion and $557 billion, if the last three downturns are used as a guide. At the overall index level, this could result in a mark-to-market loss of up to 3.5%, or roughly $230 billion in monetary terms.

Downgrade-risks-to-corporate-bonds.jpg

Being flexible can mitigate against downgrade losses

Whichever scenario occurs, the market is likely to move before the rating agencies act.

Historically, spreads of fallen angels have widened by around 300 basis points, or 3%, ahead of a downgrade to HY. Although they have continued to rise by around another 50 basis points, on average, in the immediate aftermath, most of the pain has already been felt.

In addition, prices tend to partially recover in the months that follow. Selling at the point of downgrade would have been suboptimal, locking in close to the maximum potential loss. Either the ability to sell before a downgrade or hold onto a fallen angel and sell later on, would have generated a better outcome. Neither option is fully open to passive investors. In contrast, active managers have the flexibility to manage fallen angel risk more efficiently because they are not forced sellers and can also discriminate between healthy issuers and those that are more vulnerable.

Spread-widening-of-fallen-angels-happens-before-downgrade.jpg


1) Moody’s Annual Default Study: Corporate Default and Recovery Rates, 1920-2018
2) Most passive investors trade throughout the month as opposed to rebalancing on a single day at month end. This means that they can technically sell bonds before/after a downgrade. However, doing so would increase the tracking error of the index fund so there is an inherent trade-off between tracking the performance of an index and avoiding bonds that may harm the fund’s performance. Seeing as the objective of a passive fund is to track an index, passive investors have very limited, if any, flexibility to manage fallen angel risk.
3) Morningstar Direct Fund Flows Commentary 2018 Global Report

This article has first been published on schroders.com.

Notlagen ausnutzen: Investieren in unter Druck geratene Wertpapiere

Investments in Special Situations bieten potenziell attraktive Renditen an jeder Stelle im Investmentzyklus, argumentieren Galia Velimukhametova, Senior Investment Manager, und Gareth Payne, Senior Client Portfolio Manager, beide Pictet Asset Management.

Die schillernde britische Geschäftswelt verliert an Glanz: Die gleichnamige Kette des bekannten Kochs Jamie Oliver ist der jüngste Fall einer ganzen Pleitenserie bei mittelständischen Gastronomiebetrieben und Einzelhändlern – aber daraus ergeben sich auch Chancen.

Diese Entwicklung ist aber nicht nur in Großbritannien zu beobachten. DIA in Spanien, Steinhoff (notiert in Deutschland und Südafrika) und der französische Konzern Rallye sind vor kurzem allesamt unter finanziellen Druck geraten und clevere Anleger konnten daraus attraktive Renditen erwirtschaften.

Die Fähigkeit zu erkennen, wann es sich lohnt, Anleihen eines Unternehmens zu kaufen oder zu verkaufen, steht im Mittelpunkt dieser Form des Investierens in Special Situations. Wenn zum Beispiel der Markt noch nicht vollständig eingepreist hat, wie stark ein Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten ist, lassen sich mit einem Leerverkauf seiner Anleihen Renditen erzielen. Dies setzt eine genaue Analyse unter Druck geratener Unternehmensanleihen voraus, d. h. wann sie unter ihrem Nennwert gehandelt werden und ihre Rendite auf 10 Prozentpunkte über die als Benchmark dienenden Staatsanleihen mit denselben Laufzeiten steigt.

Wenn das emittierende Unternehmen dann zahlungsunfähig wird oder in Konkurs geht – mit anderen Worten, die Anleihen werden notleidend –, können erfahrene Anleger Renditen erwirtschaften, indem sie die Anleihen zurückkaufen, wenn sie damit rechnen, dass das Unternehmen erfolgreich umstrukturiert wird oder wenn die verbleibenden Vermögenswerte unterbewertet sind.

Ein Ansatz für alle Fälle

In der Vergangenheit hat dieser Investmentstil ordentliche Renditen gebracht. In den letzten 20 Jahren ließen sich mit Investments in notleidende Anleihen jährliche Renditen von 7,2% im Vergleich zu 6,8% bei globalen Hochzinsanleihen erzielen1.

Ein Grund dafür ist die asymmetrische Wesensart von Anleihen. Normalerweise bietet der Handel mit Unternehmensanleihen nicht viel Aufwärtspotenzial – eine plötzliche Verbesserung der Ratings eines Anleihenemittenten oder rückläufige Renditen von Staatsanleihen können einen gewissen Anstieg bewirken, aber der mit Abstand größte Teil der Rendite wird in Form von regelmäßigen Zinszahlungen erwirtschaftet. Im Gegensatz dazu kann der Schaden für ein Anleihenportfolio schwer und nachhaltig sein, wenn ein Anleihenemittent einen Ausfall erleidet. Das ist auch der Grund, warum das Shorten voll eingepreister Anleihen von Unternehmen, die in Schieflage geraten sind, so lohnend sein kann.

Genauso können auch die potenziellen Gewinne aus dem Kauf und Besitz notleidender Anleihen erheblich sein – nicht zuletzt, weil Unternehmen, sobald sie einen Zahlungsausfall erleiden, oftmals den wahren Wert ihrer Schuldpapiere unterschätzen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn kein reger Handel mit ihren Papieren stattfindet.

AUS DER NOT WIRD EINE TUGEND

Mit BBB bewertetes, auf Euro lautendes Universum, % des Gesamtmarktwerts

Quelle: BofA Merrill Lynch, Refinitiv Datastream. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 25.05.2009–27.05.2019

Notleidende Anlagen können auch Stabilität in ein diversifiziertes Portfolio bringen. Im Gegensatz zu Aktien und Unternehmensanleihen mit höherem Rating, die mit Konjunkturabschwüngen in der Regel nur schlecht zurechtkommen, ist das Shorten von Problem-Unternehmensanleihen in solchen Zeiten besonders einträglich.

Diese Anlageklasse liefert typischerweise positive Renditen, wenn traditionelle Anlageklassen – und insbesondere Aktien – versagen. Unternehmen nehmen in der Regel dann Fremdkapital auf, wenn es ihnen gut geht, und bekommen Probleme, wenn sich der Konjunkturzyklus umkehrt.

Da sich aber immer Unternehmen finden lassen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, auch wenn die Ausfallraten sehr niedrig sind, können mit Investments in Special Situations hohe Nettorenditen über den gesamten Zyklus hinweg erzielt werden. Zu den flexibelsten Total-Return-Strategien gehören sowohl Leerverkäufe von Anleihen als auch der Aufbau von Long-Positionen – das hat zusätzlich den Vorteil, dass sich die Renditen aus diesen Investments in der Regel im Gleichschritt mit den großen Anlageklassen entwickeln.

Verlockungen in Europa

Deshalb ist die Strategie des Investierens in Special Situations attraktiv, auch wenn die Ausfallraten der Unternehmen gerade niedrig sind.

Die Attraktivität ist umso größer, wenn die Ausfälle zunehmen – und das werden sie unweigerlich. Die Zyklen richtig zu erwischen, ist alles andere als einfach; die meisten Strategien versuchen das erst gar nicht. Hinzu kommt, dass die Politik noch immer keinen Weg gefunden hat, was man gegen die Zyklizität von Unternehmen tun kann. US-Unternehmen zum Beispiel sind gemessen an ihren Gewinnen vor Aufwendungen genauso stark verschuldet wie in den Rezessionen von 2001 und Anfang der 1990er Jahre und heute in einer schlechteren Verfassung als kurz vor der globalen Finanzkrise. Selbst jetzt, wo die Ausfallraten niedrig sind, gibt es vielfältige Möglichkeiten für Anleger in notleidenden und unter Druck geratenen Anlagen, weil die Märkte für Unternehmensanleihen größer geworden sind. Und Anleger, die so flexibel sind, dass sie die gesamte Kapitalstruktur ausnutzen, also in Aktien wie auch in Anleihen investieren können, profitieren noch mehr.

Gleichzeitig ist ein Rekordanteil dieser Anleihen mit BBB bewertet, dem niedrigsten Investment-Grade-Rating überhaupt, sodass dieser Markt sehr fragil ist. Im Übrigen ist der Anteil der unter Druck geratenen Anleihen im Zuge der zunehmenden handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China gestiegen. Das hatte zur Konsequenz, dass die Anleger kein Erbarmen mit Unternehmen hatten, die in den vergangenen Wochen enttäuschende Gewinnzahlen vorlegten. Im Mai zum Beispiel ist die Anzahl europäischer Hochzinsanleihen, die ansatzweise notleidendes Terrain betreten haben – d. h. deren Preise unter 90 gefallen sind – im Vormonat von 50 auf 85 gestiegen.

ZOMBIES

Russell 2000-Unternehmen mit einer Zinsdeckungsquote unter 1, unter Berücksichtigung der Zinsdeckung für 1 Jahr und des durchschnittlichen freien Cashflows für 3 Jahre

Quelle: Refinitiv Datastream. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.2009–27.05.2019 

In diesem Umfeld sind 12% der europäischen Unternehmen Zombies, d. h. ihre Gewinne reichen nicht aus, um den Zinsaufwand zu decken. Dieser Anteil ist nicht weit von dem Höchststand von 14% aus der Zeit vor der quantitativen Lockerung entfernt. Daraus ergeben sich enorme Chancen für Long/Short Distressed-Strategien, wenn sich die Zinssätze normalisieren und diese Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bedienen können.

So deutet die Umkehr der US-Renditekurve auf eine Rezession im kommenden Jahr hin. Wenn wir dann noch die populistischen Strömungen in der Politik und den Handelskrieg zwischen den USA und China in die Waagschale werfen, werden die Aussichten immer trüber. Und in die Richtung, die die US-Wirtschaft nimmt, entwickeln sich auch andere Länder.

Die USA sind jedoch kein besonders erfolgversprechendes Jagdrevier für Special Situations-Anleger. Special Situations-Investments sind dort weit verbreitet und die Ausfallquoten sind niedrig, daher jagen viele Manager relativ wenigen Chancen hinterher.

Europa hingegen bietet gute Investmengelegenheiten für Special Situations-Anleger. Es gibt relativ wenig Wettbewerb um unter Druck geratene und notleidende Anlagen, sodass die Bewertungen günstig sind. Dies erfordert aber auch konsequente interne Kreditanalysen, bei denen Spezialisten mit weitreichender Erfahrung effizient die Covenants überprüfen und interpretieren können. Breit aufgestellte, etablierte Teams sind unabdingbar für die Maximierung der Performance für die Anleger.

Darüber hinaus ist das Umfeld aufgrund der Fragmentierung des Markts – mit verschiedenen Rechtsordnungen, Sprachen und Investmentkulturen – viel komplexer, was Anlegern mit lokalem Wissen besonders zugutekommt.

Im Gegensatz zu Aktienanlagen zum Beispiel, wo die Märkte in der Regel breit abgestützt, liquide und transparent sind, erfordern notleidende Anleihen oftmals auch gute Kontakte in unterschiedlichsten Branchen – nicht zu vergessen lokale Strukturierung und Rechtsberater –, um die besten Gelegenheiten aufzuspüren, zu verstehen und auszunutzen. Im Zuge langfristiger Veränderungen ergeben sich Chancen vor allem im Einzelhandel, im Schiffsbau und bei Öldienstleistungen.

Analysen sind Trumpf

Aber diese Merkmale haben ihren Preis: Erfolgreiches Investieren in Special Situations erfordert einen sehr aktiven Ansatz, der auf gründlicher Analysearbeit beruht. Auch können die Risiken hoch sein. Unter Druck geratene und notleidende Anleihen werden oftmals von relativ kleinen Unternehmen begeben – die naturgemäß nicht sehr stark am Markt vertreten sind –, oder potenzielle Marktteilnehmer wurden abgeschreckt oder beides. In diesem Fall ist es wichtig, die liquidesten dieser Wertpapiere aufzuspüren, d. h. diejenigen mit umfangreichen Kapitalstrukturen, um die Volatilität zu minimieren und sich die Tür für einen Verkauf der Anlage offen zu halten.

Eine individuelle Gestaltung der Investments erfordert zusätzliches Know-how. Wichtig ist ein angemessener Mix aus Short- und Long-Positionen, um sicherzustellen, dass die Strategie mehr bewirkt als nur die Ausnutzung von Markteffekten. Short-Positionen helfen auch bei der Entwicklung von Ideen für erfolgreiche künftige Long-Positionen.

Eine zentrale Überlegung für Anleger ist die Liquidität. Auch wenn sich der Kauf illiquider notleidender Anlagen wie Kredite von Unternehmen mit kleinen Kapitalstrukturen letztendlich lohnen kann, ist das Geld doch meist für längere Zeit geblockt. Das mag für Private-Equity-Anleger akzeptabel sein, aber für Hedged- oder Absolute-Return-Strategien kommen nur Investments in Frage, die sie leicht in ihr Portfolio aufnehmen und wieder abstoßen können. Wird der Fokus auf liquidere Anlagen gelegt, ist auch die Haltedauer kürzer – bei einem Absolute-Return-Ansatz sind das eher 12 Monate als 5–7 Jahre wie bei einem typischen Private-Equity-Fonds.

Europa bietet gute Investmentgelegenheiten für Special Situations

Dieser Investmentstil hat zusätzlich den Vorteil, dass er nicht so viel Management erfordert wie Private-Equity-Fonds und der Fremdkapitalanteil geringer ist. Pools notleidender Kredite zum Beispiel sollten gemieden werden, da es wenig Transparenz über die Basiswerte gibt und sie sich daher nur schwer fundiert bewerten lassen. Auf der anderen Seite kann die Flexibilität, sich auch in Staatsanleihen zu engagieren, dem Liquiditätsprofil eines Anlegers zugutekommen.

Aber selbst das Investieren in liquidere Anlagen erfordert Geduld – es dauert, bis sich gute Gelegenheiten bieten oder notleidende Positionen Früchte tragen. Gleichzeitig müssen die Anleger in der Lage sein, große Positionen aufzubauen, wenn sich Chancen auftun.

Alles in allem sind notleidende Anleihen ein Markt, an dem umfangreiche Erfahrung wichtig ist, nicht nur, um die nötigen Kontakte aufzubauen, sondern auch, um Chancen an den verschiedenen Stellen im Konjunkturzyklus zu erkennen.


1) Hege Fund Research Distressed/Restructuring Index im Vergleich zum ICE BofA Merrill Lynch Global High Yield Index

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Über die Autoren

Galia Velimukhametova ist seit Februar 2019 als Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management beschäftigt und leitet das Distressed Debt and Special Situations Team bei Total Return Fixed Income. Vor ihrer Tätigkeit bei Pictet war sie von 2008 bis 2018 Distressed Debt Portfolio Manager bei Man GLG und war dort hauptsächlich für unter Druck geratene europäische Hochzins-Unternehmensanleihen und notleidende Schuldtitel verantwortlich. Davor war sie Managing Director, Partner und Mitglied des für die Anlagenauswahl und Portfoliozusammenstellung verantwortlichen Investment Committee bei King Street Capital, Europe. Galia Velimukhametova war zudem als Debt/Equity & Capital Structure Arbitrage Trader bei JP Morgan beschäftigt. Sie hat einen MBA der Washington University und einen Honours-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der Staatlichen Universität Moskau.

Gareth Payne ist seit Februar 2019 als Senior Client Portfolio Manager bei Pictet Asset Management im Total Return Fixed Income Team beschäftigt. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Client Portfolio Manager für Credit & Convertibles bei Man GLG und in dieser Funktion für die alternativen und Long-only-Strategien verantwortlich. Davor war Gareth Payne bei Man in verschiedenen Geschäftsentwicklungsrollen in dessen Multi-Manager-Hedgefondssparte (FRM) tätig. Er begann seine Laufbahn 2007 bei Lehman Brothers in London. Gareth Payne hat einen Master-Abschluss und einen BA der University of Cambridge.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Risikodiversifikation im Cannabis-Markt

In jeder Branche, erst recht in einer jungen pulsierenden Industrie die ehemals unter Prohibition lag, sollten Investoren sich darüber bewusst sein: es gibt vielversprechende Unternehmen, die sich dominant entwickeln, es gibt Unternehmen die über die hohen Ambitionen stolpern und letztendlich verschiedenste Gründe für das Scheitern eines Unternehmens, das augenscheinlich ein Erfolgsmodell hätte sein sollen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Das Interessante an Investments in die Cannabis-Industrie ist unter anderem die Vielfalt der Industriezweige, die mit Hanf in Verbindung kommen.

Es scheint mit der Kultivierung der Hanf Pflanze in der Agrarindustrie zu beginnen. Aber schon bevor die Pflanze unter freiem Himmel, in Gewächshäusern oder in geschlossenen Plantagen heranwächst, beginnt das industrielle Interesse.

Firmen wie Village Farms, spezialisiert auf Greenhouse-Techniken, profitierten ebenso von der frühindustriellen Entwicklung von Cannabis wie Hanf-Samen Produzenten, sogenannte Seed Banks, die optimale Genetik entwickeln.

Weitergehend bleibt die Distribution von Cannabis eine Herausforderung, die allerdings durch hohe Gewinnspannen lockt. Können Firmen nationale Absatzmärkte erschließen, haben sie einen Fuß in der Tür, die für viele weitere Teilnehmer der Industrie vorerst verschlossen bleibt. Für das nötige Lobbying werden renommierte und qualifizierte Personen akquiriert, wie bei beispielsweise Joschka Fischer, der für das Cannabis-Unternehmen Tilray im Beirat sitzt.

Das Retail Geschäft in Nordamerika ist ebenso beachtungswürdig. So entstehen in den Bundesstaaten der USA, die Cannabis vollumfänglich legalisiert haben, wöchentlich neue Dispensaries, sogenannte Cannabis-Fachgeschäfte. Apotheken ähnelnde Shops beraten über die Wirkspektren der verschiedenen Cannabinoide und erinnern vom Design teils an Applestores. Selbst redend bei diesem Thema bilden sich beachtliche Schlangen vor den Stores, die die kostspieligsten Stadtteile erobern.

In der Pharmazie, somit in der Entwicklung neuer Medikamente durch die Bio-Tech Industrie, bewegt sich gegenwärtig auch einiges. Dutzende Unternehmen forschen an Cannabinoid-haltiger Medikation, es laufen derzeit hunderte klinische Studien zu Präparaten für nahezu alle medizinische Fachbereiche. Zuletzt gelang es GW Pharmaceuticals und Tetra-Bio-Pharma eines ihrer Medikament in Nordamerika durch die FDA zuzulassen.

Im Segment Green Technologies, in der Hanfbranche also die Bio-Rohstoff Weiterverarbeitung, gibt es ebenso beachtliche Entwicklungen. Hempco Cananda ist vergangenes Jahr von Aurora Cannabis akquiriert worden und veranschaulicht bildlich sehr deutlich die vielseitigen Einsatzbereiche von Samen, Blüten, Blättern, Schäben und Fasern - somit der Bio-Masse aus Hanf.

In der Zulieferer Branche gibt es verschiedenste Kreise, die in Berührung kommen. Ernte- und Weiterverarbeitungs- sowie Extraktions-Technik, Nährmittelhersteller und auch die Chemieindustrie, die mit Hanföl teils auch Rohöl ersetzen kann, sowie viele weitere Spezialisten.

Letztendlich kann in der Risikodiversifikation auch das Peoples Business eine tragende Rolle spielen, denn Unternehmen werden natürlich von Ihrem Management Board direkt beeinflusst. Menschen wie Cam Battley von Aurora Cannabis, Peter Miller von Slang, Charlie Bachtell von Cresco Labs, Michael Gorenstein von Cronos Group, Alan Bronchstein von 420 Investors, um nur einige zu nennen, sind tragende Persönlichkeiten in Ihren Kreisen und teils der gesamten Branche.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 5 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Kann Indien aus Chinas Schatten treten?

von Agne Loibl, Fund Managerin der Erste Asset Management.

Seit mehreren Jahren ist Indien eine der schnellst wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Im Wirtschaftsvergleich mit dem Schwergewicht China in den Emerging Markets lässt sich seit 2015 ein höheres Wachstum beobachten. Allgemein wird erwartet, dass Indien auch in den kommenden Jahren sein Wachstum bei 7% halten kann, während sich bei China eine Abschwächung auf unter 6% abzeichnet.

IndienQuelle: Bloomberg; Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Im Rahmen des Wahlkampfes für die im Frühjahr abgehaltenen Parlamentswahlen wurden die wirtschaftlichen Erwartungen des Landes in einem globalen Vergleich deutlich gemacht: Der damals amtierende Finanzminister des Landes prognostizierte den Aufstieg Indiens bis 2030 zur drittgrößten Wirtschaftsnation (mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 10Billionen USD) hinter den USA und China. Die hohen Erwartungen ziehen Investoren aus aller Welt an, der Aktienmarkt in Bombay boomt. Aber kann die Volkswirtschaft die hohen Erwartungen auch erfüllen oder wird Indien der sogenannte „ewige Hoffnungsträger“ bleiben? Eine der größten Herausforderungen Indiens besteht in der Schaffung von vorteilhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der föderale Staatsaufbau begünstigte historisch die Entstehung von unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – jeder Bundesstaat hat eigene Gesetze und eine eigene Wirtschaftspolitik. Diese unterschiedlichen Gesetze in Kombination mit einer starken Überregulierung des privatwirtschaftlichen Sektors und hoher Bürokratie schreckten Investoren ab. China hingegen investierte in Infrastruktur und das Land kontrolliert Schritt für Schritt in Richtung Marktwirtschaft. Die Konsequenz könnte kaum deutlicher sein: Während vor rund 30 Jahren China und Indien ein ähnliches BIP / Einwohner aufwiesen, ist jenes von China heute rund dreieinhalbmal so groß.

IndienQuelle: Weltbank Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Genau diese Tatsache erhob Nanedra Modi zum Kernpunkt seines Wahlkampfes für die Parlamentswahlen im Jahr 2014. Er versprach Veränderungen mithilfe der Umsetzung von überfälligen Reformen und setzte sich für eine effiziente, wachstumsorientierte Regierungsführung ein mit dem Ziel der nationalen Vereinheitlichung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Damit traf Modi den Zeitgeist der reformwilligen Bevölkerung, und so setzte sich bei der Wahl erstmals seit 30 Jahren eine Partei mit einer absoluten Mehrheit an Parlamentssitzen durch. Seine erste Regierungsperiode 2014 – 2019 nutzte Premierminister Modi um unter dem Schlagwort „Make in India“ verbesserte Rahmenbedingungen für ein kompetitives Wirtschaftsumfeld zu schaffen.

Erleichterung der Kreditvergabe

Um den Handel über die Bundesstaaten hinweg zu erleichtern, vereinfachte und vereinheitlichte er das nationale Umsatzsteuer-System. Zahlreiche bestehende Investitionsbeschränkungen wurden aufgehoben, die rechtlichen Anforderungen zur Gründung von Unternehmen minimiert. Die Vergabe von Krediten – insbesondere durch ausländische Finanzinstitute wurde erleichtert. Eine wesentliche Unterstützung für das angeschlagene indische Bankensystem war die Einführung eines beschleunigten Insolvenzverfahrens; zuvor war die Fälligstellung und Verwertung notleidender Kredite nur sehr langsam möglich gewesen. Zusätzlich gab es für notleidende Banken staatliche Eigenkapitalzuschüsse.

Die Bekämpfung der Schattenwirtschaft, welche durch die Weltbank auf einen Anteil am BIP von rd. 20% geschätzt wurde, wurde mit einer rigorosen Demonetisierungspolitik angegangen. Dabei wurden bestimmte Banknoten (86% der im Umlauf befindlichen Geldmenge bzw. 12% des indischen BIP) für ungültig erklärt und der Umtausch stark limitiert. Auch andere Fundamentaldaten verbesserten sich signifikant: Die indische Zentralbank konnte die Inflation stabilisieren, zudem reduzierte sich das staatliche Budgetdefizit auf unter 4% des BIP.

Das Ergebnis der Reformen ist eindeutig: Im „Doing-Business-Index” der Weltbank, welcher das regulatorische Umfeld in einem Land für unternehmerisches Handeln misst, schaffte Indien binnen fünf Jahren den Sprung von Rang 134 auf Rang 77.

Die größte ökonomische Herausforderung

Eine große ökonomische Herausforderung bleibt jedoch die Arbeitslosigkeit, welche trotz des hohen Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Hier bestünden Möglichkeiten zu einer verbesserten Potenzialausnutzung im verarbeitenden Sektor. Im Gegensatz zum Dienstleistungssektor sind bei der Industrieproduktion keine hohen Wachstumsraten erkennbar. Im Zeitverlauf ist auch hier ein deutlicher Unterschied zur Entwicklung in China zu erkennen. Die Überregulierung der Privatwirtschaft wird in diesem Zusammenhang als einer der Hauptgründe für das zögerliche Wachstum in der Industrie angeführt. Vor allem größere Unternehmen sind mit umfangreichen Vorschriften konfrontiert, nachhaltiges Wachstum in der Industrieproduktion wird so deutlich erschwert.

IndienQuelle: Weltbank Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Nicht zuletzt wurde die Entwicklung der Arbeitslosenrate als eine der größten Schwächen in der ersten Amtszeit von Premierminister Modi wahrgenommen. Allen Reformbemühungen und -Umsetzungen zum Trotz entwickelte sich die Arbeitslosenrate gegenteilig und stieg an. Als Konsequenz dieser Entwicklung rechneten Beobachter vor den Parlamentswahlen im Frühjahr 2019 mit deutlichen Stimmverlusten für Premierminister Modi und seiner Bharatiya Janata Partein (BPJ). Umso überraschender fiel das Wahlergebnis aus: Premierminister Modi konnte nicht nur die absolute Mehrheit im Parlament verteidigen, sondern auch zusätzliche Parlamentssitze erlangen.

Land-Reform und Modernisierung

Es wird erwartet, dass die zweite Amtszeit von Premierminister Modi den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Industrieproduktion legen wird. Dieser Bereich umfasst neben einer Modernisierung der (teilweise prohibitiven) Arbeitsmarktgesetze insbesondere auch die sog. Land-Reform, welche den Erwerb von Grundstücken für die Errichtung von Industrieanlagen neu regeln soll. Ein weiteres Kernstück der Reformen der zweiten Amtszeit wird die schrittweise Privatisierung von Staatsunternehmen sein. Dieser längst überfällige Schritt würde eine raschere Modernisierung von zentralen Infrastruktur-Projekten (z.B. Eisenbahnsektor) des Landes mithilfe von privaten Investoren ermöglichen. Daneben sollten auch Beschränkungen für ausländische Investoren in Bezug auf die Beteiligungshöhe an Unternehmen in ausgewählten Sektoren reduziert werden.

Vieles deutet darauf hin, dass der Wille zu tiefgreifenden Reformen in Regierung und Gesellschaft gleichermaßen vorhanden ist. Der politische Rahmen erscheint nicht zuletzt aufgrund der parlamentarischen Mehrheitsverteilung günstig und somit könnten auch gesellschaftlich umstrittene Reformen umgesetzt werden. Wenn externe Faktoren wie die Entwicklung des Öl-Preises sowie der Wechselkurs zum US Dollar keine nachteilige Entwicklung zeigen, hätte Indien realistische Chancen den Status als „ewigen Hoffnungsträgers“ abzuschütten und sich global als starke Volkswirtschaft zu etablieren.

Wie wird die Liberalisierung des Kapitalmarktes genutzt?

Seit der Liberalisierung des indischen Kapitalmarktes nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeit zu internationalen Emissionen. Dabei werden nicht nur „klassische“ Unternehmensanleihen begeben sondern auch Wandelanleihen in Euro und US Dollar. Obwohl Staatsanleihen den indischen Bond-Markt immer noch stark dominieren, wird der Anteil von Unternehmensanleihen immer größer. Im Hartwährungs-Unternehmensanleihen-Index von J.P.Morgan hält Indien derzeit einen Anteil von 4,5%, wovon mehr als 65% der inkludierten Anleihen über ein Investment Grade-Rating verfügen. Generell ist die Liquidität der Anleihen sehr gut und ermöglicht ein aktives Management der Investments. Zusätzlich bietet Indien aktuell einen  Aufschlag in der Bewertung (höheren Risikoaufschlag) gegenüber vergleichbaren Unternehmen in China und anderen asiatischen Ländern. In kommenden Jahren ist daher nicht nur von einem wachsenden (Emissions-)Markt auszugehen sondern auch von weiterhin interessanten Investmentmöglichkeiten.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Aktien USA und Europa: Wieder im Bann des Handelskonflikts

Hat das Pendel Anfang Mai, nach dem starken Aufschwung und den All-Time-Highs einiger US-Aktienindizes, den oberen Totpunkt gefunden und schwingt nun zurück?

Mit der neuerlichen Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China, ausgelöst durch Ankündigung und Umsetzung von US-Zollerhöhungen, sind nun wieder Unruhe und Konjunkturbefürchtungen aufgetreten. Im Mai sind daher einige Märkte stark unter Druck geraten, darunter – verständlich – China und der asiatische Raum. Aber auch die Leitmärkte der USA blieben nicht verschont. Somit verlor der globale Aktienindex MSCI World im Mai rund 5 %.

Die Osteuropa-Region (Russland) schneidet hingegen weiterhin sehr gut ab, deutlich an Boden verloren hat im Vormonat der österreichische ATX: die Dominanz von zyklischen Titeln und Finanz-Titeln war im Mai ein schlechter Mix.

Generell ist auch die Aktienvolatilität wieder gestiegen, etwa repräsentiert durch den VIX-Index (gepreiste Volatilität des S&P 500): dieser stieg wieder auf Werte zwischen 15 und 20 an, blieb jedoch weit unter den Krisenwerten.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien USA und Europa: Wieder im Bann des Handelskonflikts

An den entwickelten Aktienmärkten setzte im Mai 2019 eine Konsolidierung ein. Vor allem politische Themen, wie der erneut verschärfte Handelskonflikt mit China und das politische – zunehmend militärische – Säbelrasseln zwischen USA und Iran, belasteten die Stimmung. Für Unterstützung sorgte hingegen die Berichtssaison zum ersten Quartal. Die Mehrzahl der Unternehmen war in der Lage die – zuvor jedoch deutlich gesenkten – Gewinnerwartungen zu übertreffen.

Bereits seit Mitte letzten Jahres sehen wir – trotz kurzfristiger Rücksetzer – eine relative Outperformance von defensiven Sektoren. Diese Entwicklung kann infolge der Handelskonflikte der USA mit de facto dem Rest der Welt noch weiter anhalten.

Erst dauerhafte Abkommen mit China und Europa dürften zu einer Entspannung und damit einer neuen Zuwendung der Investoren zu zyklischen Branchen führen.

Wir haben uns vorerst entsprechend positioniert, aggregiert behalten wir die neutrale Aktiengewichtung bei.

Länderrisiken abfedern durch geografische Diversifikation

Das aktuelle Marktumfeld lässt sich am besten mit den Worten von Joachim Ringelnatz auf den Punkt bringen: „Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ Noch immer wird die globale Wirtschaft von Sorgen dominiert. Die Verhandlungen zwischen China und den USA könnten mit dem neusten Dekret von US-Präsident Trump gegenüber dem Telekommunikationskonzern Huawei als gescheitert angesehen werden. Nun fürchtet vor allem auch Europa neben dem noch immer ungewissen Ausgang des Brexit und den anstehenden Europawahlen eine Verschärfung im China-USA-Handelskonflikt. Denn darunter könnten auch EU-Firmen leiden, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Mitgliederbefragung der EU-Handelskammer in Peking hervorging: Mehr als jedes dritte EU-Unternehmen, das in China tätig ist, wird demnach negativ beeinflusst. Für Dr. Martin Dietz, Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM) ist klar: Das Risikomanagement im Portfolio ist für Anleger nun wichtiger denn je.

Ein bewährtes Instrument zur Optimierung des Risikomanagements stellt für ihn eine ausreichende Diversifikation dar. Erreicht werden könne diese neben der Allokation in verschiedene Anlageklassen und Währungen auch durch eine ausreichende Aufteilung nach Regionen: „Volkswirtschaftliche Gegebenheiten, Geldpolitik und politische Risiken unterscheiden sich von Land zu Land. Wir können einige dieser Risiken managen, indem wir sicherstellen, dass ein Portfolio diversifiziert und in verschiedensten Regionen investiert ist“, sagt Dietz.

Das Interesse des Experten liegt dabei vor allem auf dem Management der wirtschaftlichen und politischen Risiken der Regionen. „Das betrifft in erster Linie Aktien. Allerdings sollten Anleger Engagements, die sie in anderen Anlageklassen aufgebaut haben, nicht außer Acht lassen, da das Risiko staatlicher Kreditnehmer in europäischen Peripherieländern seit der Finanzkrise erhöht ist“, sagt Dietz.

Drei Gedanken zur Allokation in Regionen

Um ein Portfolio optimal in Regionen zu diversifizieren, sollte drei Überlegungen besondere Beachtung geschenkt werden. „Erstens tendierten Anleger traditionell dazu, hauptsächlich in lokale Titel zu investieren. Unser Ziel ist es, Anlegern aufzuzeigen, dass ein globales Engagement vor einer Wachstumsverlangsamung in der Eurozone oder lokalen politischen Risiken schützen kann“, sagt Dietz.

Zweitens führten Anlagen in allgemeinen globalen Indizes oder in Indizes der Industrieländer angesichts der Größe der US-Kapitalmärkte oft zu einem hohen Engagement in Nordamerika. „Dadurch kann ein Portfolio bestimmten wirtschaftlichen oder politischen Risiken ausgesetzt sein, die wir weitgehend minimieren wollen“, fährt der Experte fort.

Und drittens sei eine höhere Allokation in Schwellenländern, als es in Benchmarks normalerweise üblich ist, erstrebenswert: „Denn deren Marktkapitalisierung ist im Vergleich zu anderen bedeutenden Kennzahlen dieser Länder, wie das Bruttoinlandsprodukt, das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungsentwicklung, niedrig“, sagt Dietz.

Angesichts des volatilen Marktumfelds sei eine optimierte Portfolio-Diversifikation mehr denn je gefragt: „Nur durch sie können wir ein Portfolio breit gestreut positionieren, um in unterschiedlichen Marktszenarien Renditen zu erzielen und die Abhängigkeit gegenüber der Performance des Aktienmarktes reduzieren“, resümiert der Experte.


Weitere Informationen finden Sie unter: http://update.lgim.com/de/diversification?cid=EUR-Diversification-Leiter-bAV1 

Are profits no longer required?

The number of loss-making US companies listing on the stock market is close to a record high. Two Schroders experts explain the implications for investors.

The number of loss-making companies listing on the US stock exchange is approaching a 30-year high, according to new research.

Indeed, the average company going through an IPO is now making a loss (IPO stands for initial public offering, the term used when a private company goes public by listing on the stock market).

Perhaps most surprisingly, loss-making companies have beaten the market by around 9% year-to-date, even though historically they have typically underperformed by a similar amount, on average.

Does this paradox mean that profitable companies no longer make for good investments?

Fund manager Frank Thormann doesn’t believe recent performance diminishes the importance of a company’s fundamental strength. However, he does recognise that a new breed of company has changed the way investors think about the stocks they choose.

“I am a strong believer in free cash flow generation as a sign of a strong business model and competitive advantage. There is strong evidence that over a longer horizon, these companies outperform.

“I am not willing to concede that things have changed forever. I consider this current environment as anomalous, and the market has gravitated towards a different kind of company. At the same time, investors should remember that mean reversion is a powerful force. Sentiment could change quickly in favour of profitable and cash-generative companies.”

Percentage of IPOs with negative earnings
1990 until the end of Q1 2019

Percentage_loss_making_companiesSource: Empirical Research Partners Analysis

US IPOs 
Operating profits 1991 to end Q1 2019

Operating_profit_marginSource: Empirical Research Partners Analysis

Private equity specialist Schroder Adveq has been involved in IPOs since 1997, and Chief Investment Officer Nils Rode believes that there is a lot of capital chasing these late stage/pre-IPO deals.

Late stage deals are when part of an IPO is placed with private investors (such as private equity or hedge funds) just before the IPO enters the public market.

Investor enthusiasm for such deals has led to a sharp increase in late stage valuations over the past few years. Rode thinks many companies deserve such high valuations, but not all.

“For some of the fastest-growing companies it is normal to be cash flow negative for two reasons:

“Highly successful companies with great upside potential have no problem in raising large amounts of capital that cover their negative cash flows (losses). Companies like this should grow as fast as possible, to lock in market share across regions and across related product categories. This fends off competitors, but requires investment into growth instead of focusing on profitability.

“For some business models, reaching large scale can be a key success factor and requires strong growth, even if this means to be loss-making for some time.

“Nevertheless, it is always possible that some companies burn through too much capital, especially in industries where a significant share of the investor capital goes into marketing or advertising, or even into subsidising product prices.”


This article has first been published on schroders.com.

Das Anlage-Universum der Hanf-Aktien

Richtet man seinen Blick auf die Cannabis-Industrie, sticht einem ein Aktienuniversum von gegenwärtig annähernd eintausend Unternehmen ins Auge. Die Bandbreite der teilnehmenden Unternehmen reicht bis zum Midcap Sektor. Differenzieren sollte man nicht nur über die verschiedensten Peer Group Bereiche, weitergehende Relevanz bekommen regionale, nationale sowie internationale Lizenzen für die streng regulierten Absatzmärkte allein schon in der Peer Group Cultivation & Distribution. Ganz zu schweigen von der Komplexität der Bio-Tech Forschung für schulmedizinische Zulassungen und der enorm vielseitigen Verwendung der Hanffasern als Bio-Rohstoff und daraus folgenden Patenten. 

Zu erwarten sind weitere Akquisitionen und Joint Ventures der Großen Teilnehmer der Cannabis Industrie, als auch durch anreihende Industrien (Pharma, Lebensmittel, Tabak etc.). Wahrscheinlich ist einer intensiven Konsolidierung von schwächeren Marktteilnehmer in allen Branchen der Cannabis-Industrie entgegenzusehen.

Global betrachtet haben kanadische Unternehmen bislang einen einzigartigen Vorteil: durch klare nationale Regularien für den Binnenmarkt und Export. Die entscheidende Frage: wann regulieren die USA ihre ansässige Cannabis-Industrie auf Bundesebene. Sobald die Akteure vergleichbare Bedingungen in der globalen Distribution auch aus Standorten der US-Bundesstaaten vorfinden, kann es auf dem Handels-Parkett eine interessante Entwicklung geben.

Somit sollten an den Finanzmärkten gegenwärtig kanadische, mittelfristig auch amerikanische Firmen fokussiert werden. In der Cannabis-Pharmazie sowie Cannabis-Bio-Tech Branche gibt es außerhalb der nordamerikanischen Region hingegen einige Unternehmen, auch in Europa, die interessante Entwicklungen nehmen könnten, wie etwa GW Pharmaceuticals oder Sandoz (Novartis Division).

Das Cannabis-Anlage-Universum kann also facettenreiche Industriezweige abdecken, von Verpackungsmaterial spezialisierten Unternehmen, über Tech-Zulieferer aus dem Greenhouse Segment, Agrarunternehmen mit GMP Akkreditierung für die lizenzierte Schulmedizin, globale Distributoren und regionale Retailer mit Dispenseries (Cannabis-Apotheken / Fachhandel), Produkt- und Brandentwickler für Edibles, Beverage, Extrakte und Blüten, CBD-Kosmetik, Cannabis-Veterinärmedizin und vielem mehr.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 4 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Wieder Run auf Staatsanleihen?

Mit der zumindest vorübergehend gebremsten Entwicklung der heuer ja überaus guten Performance der Aktienmärkte hat sich die parallel verlaufende Rentenrally ebenfalls etwas verlangsamt. Die Erwartung einer anhaltend lockeren Geldpolitik bei Ausbleiben von signifikanten Inflationsgefahren wirkt unterstützend. Unternehmensanleihen, darunter natürlich das High-Yield-Segment, konnten seit Jahresanfang besonders profitieren. Auch die Emerging Markets konnten in dieser Marktkonstellation sehr gut abschneiden.

Das hat im Mai eine leichte Korrektur erfahren. Die Renditeabstände zu den Staatsanleihen sind wieder gestiegen und eben diese Staatstitel wieder zum sicheren Hafen geworden. Deutsche zehnjährige Bundesanleihen rentieren mittlerweile bei - 0,2 %, somit liegt die gesamte Zinskurve bis 15 Jahre im negativen Renditebereich.

Auch die Währungsentwicklung trägt etwas bei: der US-Dollar legte knapp 3 % und das britische Pfund knapp 2 % seit Jahresbeginn zu.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Diskussion um geldpolitische Lockerung startet

Das zentrale Thema ist derzeit die schwache Entwicklung der Inflationserwartungen. Das Rätselraten und die aufkommende Verunsicherung unter den Notenbankern sind nicht mehr zu übersehen, denn das Erreichen ihres Inflationsziels (2 %) scheint aktuell außer Reichweite.

Je länger der US-China-Konflikt anhält, umso deutlicher sind dessen Spuren. Ohne baldiges Ende der Handelsspannungen steigt die Planungsunsicherheit bei den Unternehmen. Zölle und ein geringeres globales Handelsvolumen sprechen auf den ersten Blick für ein Ansteigen des Preisniveaus. Werden diese Faktoren von wachstumsdämpfenden Faktoren überlagert, landen wir aber in einer Situation wie der jetzigen. Dann stellen sich Marktteilnehmer die Frage, wie die Notenbanken die Geldpolitik abermals lockerer gestalten können. Dabei befinden sich die Renditen vieler Euro-Staatsanleihemärkte bereits auf extrem niedrigen Niveaus, die auf längere Sicht keine positiven nominellen Erträge erwarten lassen.

Staats- und Unternehmensanleihen: Weiter sinkende Staatsanleihe-Renditen

Die globalen Inflationserwartungen sanken im Mai deutlich und die Spannungen zwischen den USA und China befinden sich auf einem neuen Höhepunkt. Das ist eine Ausgangslage, die für weiter sinkende Staatsanleiherenditen sorgt. Sowohl seitens der US-Fed als auch der EZB gibt man sich ob der niedrigen Inflationserwartungen und des wirtschaftlichen Ausblicks jedoch zunehmend besorgter.

Wir übergewichten weiterhin inflationsindexierte US-Staatsanleihen gegenüber inflationsindexierten sowie nominellen Euro-Anleihen und behalten auch unser Übergewicht von Emerging-Markets-Staatsanleihen bei. Bei Unternehmensanleihen profitierten ab Mitte Mai High-Yield- gegenüber Investmentgrade-Anleihen von sinkenden Spreads. Zur Erklärung: im Mai erfolgen mitunter die höchsten Kuponzahlungen von High-Yield-Emittenten, die entsprechend reinvestiert werden müssen, zudem ist 2019 bislang ein weit unterdurchschnittliches Emissionsjahr.

Unsere Übergewichtung von Unternehmensanleihen (BBB & BB) gegenüber High Yield (beide in Euro) bleibt aufrecht.

Emerging Markets: Ein paar Tweets genügen...

Die aktuelle Fragilität der Marktstimmung zeigt Folgendes: war der Markt am Freitag noch mit Zuversicht einer Lösung des Handelskonflikts in das erste Wochenende im Mai gegangen, sah die Lage nach ein paar Tweets des US-Präsidenten am Montag deutlich anders aus. Der Handelskonflikt hatte sich wieder deutlich zugespitzt und einer der ersten Leidtragenden waren die Emerging-Market-Aktien. Spannend wird nun, inwieweit die Gewinne im asiatischen Raum weiter leiden und ob zu erwartende Stimulus-Maßnahmen aus China die Situation lindern können.

Auch die Renditeabstände (Spreads) von Hartwährungsanleihen verbuchten im Mai moderate Anstiege. Die Anstiege waren jedoch weniger bei asiatischen Bonds zu spüren, die sich im Vergleich der Regionen noch am stabilsten zeigten. Wir erwarten mittelfristig eine Lösung des Konflikts, kurzfristig ist eine weitere Eskalation nicht auszuschließen, und bleiben daher bei unserem Übergewicht von Hartwährungsanleihen (Staatsanleihen) gegenüber globalen und Euro-Staatsanleihen.

Indien-Wahl: Regierung gestärkt für anstehende Herausforderungen

Indien gilt als die größte Demokratie der Welt. Die Wahlen zum nationalen Parlament im Mai lieferten neben weiteren Superlativen ein überraschendes Ergebnis: Mit rund 67 Prozent der insgesamt an die 900 Millionen Wahlberechtigten fiel die Wahlbeteiligung so hoch aus wie noch nie. Der haushohe Sieger des Wahlgangs war die Regierungspartei BJP und vor allem der amtierende Premierminister Narendra Modi. Die „Partei des indischen Volkes“ hat dabei eine beträchtliche Mehrheit von 303 der 545 Sitze im Unterhaus des Parlaments gewonnen. Obwohl einiges dagegen sprach, schnitt die Regierungspartei damit wesentlich besser ab als bei der vorangegangenen Parlamentswahl im Jahr 2014. Damals hatte sie mit 282 Sitzen als erste Partei seit 30 Jahren eine absolute Mehrheit erreicht.

Indien-Wahl

Bei den drei letzten Regionalwahlen vor der heurigen nationalen Parlamentswahl hatte Modi deutliche Verluste erlitten. Umfragen ließen bis zuletzt keinen großen Triumph seiner hindu-nationalisitischen und zunehmend als populistisch geltenden Partei erwarten. Dies lag vor allem an wirtschaftlichen Herausforderungen. Modi hatte Millionen neuer Arbeitsplätze versprochen und dieses Versprechen nicht einlösen können. Der nunmehrige Erfolg wird vor allem auf das Thema Sicherheit zurückgeführt, das mit Konflikten – etwa in der Region Kaschmir – zurückführt.

Bedeutung indischer Wirtschaftspolitik über das Land hinaus 

Dennoch wird Modis Wirtschaftspolitik in den 5 Jahren seiner 2. Amtszeit von besonderer Bedeutung sein und das nicht nur für Indien sondern auch für die Weltwirtschaft. Denn die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet in ihrer jüngsten Prognose (Mai) mit einem Wachstum der indischen Wirtschaft  von 7,2 Prozent im laufenden Jahr und 7,4 Prozent im Jahr 2020. Damit wird die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Indien noch stärker eingeschätzt als für den Wachstumsmotor China (6,2 und 6,0 Prozent). Im Vergleich zur Weltwirtschaft wird Indien in den beiden Jahren mehr als doppelt so stark wachsen, prognostiziert die OECD.

Börse im Hoch

Auch während der abgelaufenen Amtszeit Narendra Modis machte die indische Wirtschaft eine überdurchschnittlich gute Figur. Der indische Aktienmarkt legte beinahe kontinuierlich zu. Anleger dürften sich mit seiner überraschend deutlichen Wiederwahl nun zufrieden gezeigt haben: In der Zeit um die Veröffentlichung des Wahlergebnisses und der erneuten Vereidigung des Premierministers verschob der Leitindex der Börse in Mumbai, Sensex 30, seinen Allzeithöchststand deutlich über die Marke von 40.000 Punkten. In den vergangenen 3 Monaten legte der Sensex um 4,5 Prozent zu und im Jahresvergleich steht er nun um gut 10,8 Prozent höher. In den letzten 5 Jahren hat der Sensex seinen Wert um mehr als die Hälfte gesteigert ((Quelle Bloomberg per 18.6.2019).

Indien-BörseHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Ein wichtiger Faktor für die starke Wirtschaftsentwicklung stellt gleichzeitig eine Herausforderung für Indien dar: Die äußerst junge Bevölkerung, die einerseits Wachstum ermöglicht und andererseits eine funktionierende Beschäftigungspolitik benötigt. Zu den inneren Risiken kommt verstärkt ein Problem, das inzwischen viele Volkswirtschaften weltweit wieder mehr zu spüren bekommen: Protektionismus.

Nach der Wahl folgten US-Zölle

Nur wenige Tage nachdem das Ergebnis der sechs Wochen dauernden Wahlen in Indien veröffentlicht worden war, strich US-Präsident Donald Trump Zollvergünstigungen beim Handel mit den USA. Ab 5. Juni erklärte Trump bisherige Sonderbehandlung Indiens im Rahmen eines Handelsprogramms für Entwicklungsländer für beendet, weil Indien den USA keinen „gerechten und angemessenen“ Zugang zu seinen Märkten gewähre, begründete Trump den Schritt.

Am Tag nach Inkrafttreten der Zölle auf indische Exporte in die USA senkte die Indische Notenbank ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge um weitere 0,25 Prozent auf nunmehr 5,75 Prozent. Das tiefste Zinsniveau seit dem Jahr 2010 dürfte den Spielraum für die indische Wirtschaft etwas erweitern. Trotzdem werden vom „neuen alten“ Premier im Hinblick auf die Beschäftigung und die angespannte Versorgungssituation schon bald entschlossene wirtschaftspolitische Entscheidungen erwartet. An mangelnder Rückendeckung durch das Parlament sollten diese spätestens nach dem Erdrutschsieg im Mai nicht scheitern. Am vergangenen Sonntag teilte die indische Zollbehörde schließlich mit, Zölle auf 28 Produkte aus den USA teils massiv zu erhöhen.

In indische Aktien investieren

Wer an der Entwicklung von Unternehmen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften partizipieren möchte, kann dies z.B. über Aktienfonds wie den ESPA STOCK GLOBAL EMERGING MARKETS tun. Das veranlagte Kapital ist auf unterschiedliche Regionen, Unternehmen und Sektoren verteilt. Börsennotierte Unternehmen aus Indien sind aktuell zu 10 Prozent in diesem Fonds gewichtet. Im Vergleich zu anderen Anlageklassen muss man größere Preisschwankungen berücksichtigen.


Indien-Wahl

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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„Können die Erträge von Bundesanleihen noch weiter sinken?“

„Sie sind aktuell der Blitzableiter für die Ängste des Marktes“, sagt Gordon S. Brown, Co-Head of Global Portfolios bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management, wenn er über deutsche Bundesanleihen spricht. Denn die deutschen Fundamentaldaten würden die aktuellen Zinsen kaum rechtfertigen, betont der Anleihe-Experte: „Seit der Finanzkrise sind Anleger darauf gefasst, mit dem unerwarteten zu rechnen. Doch als langfristig orientierter Value-Investor sind wir fest davon überzeugt, dass sich letztendlich die Fundamentaldaten durchsetzen und der entscheidende Faktor für die Bewertungen sind.“ Brown gibt zu, dass es durchaus möglich sei, dass die Zinsen für deutsche Bundesanleihen weiter zerrieben werden – aber nur, weil sich in ihnen zu viele schlechte Nachrichten widerspiegeln würden und sie sich von den langfristigen makroökonomischen Treibern losgelöst hätten. 

Dafür nennt der erfahrene Legg Mason-Fondsmanager gleich mehrere Gründe:

  • Die sich zuspitzenden Spannungen im Welthandel – denn die Länder der Eurozone haben vergleichsweise offene Volkswirtschaften
  • Die starke Zinsrallye der US-Treasuries, die mehr als 100 Basispunkte seit dem letzten Hoch im November gut gemacht hätten
  • Der immer wahrscheinlicher werdenden „No-Deal-Brexit“
  • Ein erneuter Fokus auf italienische Schulden und die dortigen geldpolitischen Dynamiken
  • Die nicht empfänglich scheinenden Inflationserwartungen

Ungeachtet dieser Ängste des Marktes: Wie steht es denn nun wirklich um den fundamentalen Hintergrund?

„Das zweite Halbjahr 2018 war sowohl für die Eurozone als auch für Deutschland schwach. Seitdem hat sich das Wachstum jedoch erholt – und zwar deutlich mehr, als vom Markt erwartet. Denn die negativen Faktoren in einigen Industriesektoren – allen voran der Automobilbranche – klingen langsam ab“, analysiert Brown. Zudem zeichneten auch zukunftsgerichtete Umfragedaten ein positiveres Bild seit dem Tief im Januar. Die inländischen Wachstumstreiber der Eurozone, die auch für Deutschland gelten, blieben robust und würden damit eine gewisse Resilienz gegenüber der langwierigen Schwäche im Fertigungssektor beweisen. Auch der Arbeitsmarkt sei äußerst solide mit guten Einkommen, die den privaten Binnenkonsum stützten. „Fasst man die harten Daten sowie die vorwärts gerichteten Indikatoren zusammen, erwarten wir nach unseren Berechnungen ein Wachstum für die Eurozone von rund einem Prozent. Das ist zwar nicht spektakulär, bleibt aber dennoch nur leicht hinter den Erwartungen für die Region von 1,3 Prozent zurück. In jedem Fall ist aus unserer Sicht eine solche Wachstumsrate stark genug, um die Sorgen vor einer Rezession zu zerschlagen“, betont Browne und fügt hinzu: „Zudem hat die EZB betont, dass sie an ihrem Kurs einer entgegenkommenden Geldpolitik festhält, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Im Zweifel, so heißt es von den Währungshütern, wird sie auch handeln, sollte es wesentliche Abwärtsrisiken geben.“ 

Und was heißt das für die Anleger?

„Natürlich behalten wir die Richtungen, aus denen der aktuelle Gegenwind bläst, sehr genau im Auge. Das gilt insbesondere für die Spannungen im Welthandel, die durchaus eskalieren könnten“, sagt Brown. „Alles in allem sind Anleger unserer Meinung nach jedoch zu pessimistisch was den Ausblick für die Eurozone und das weltweite Wirtschaftswachstum angeht.“ Wenn es nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China und/oder zu einem abrupten Stopp der Aktivitäten zwischen beiden Ländern im zweiten Halbjahr dieses Jahres komme, sind die Experten der Legg Mason-Tochtergesellschaft davon überzeugt, dass auch die Kapitalertragszinsen der Staatsanleihen aus den Industrienationen zu viel Pessimismus widerspiegeln. Und bei all dem seien deutschen Bundesanleihen die am stärksten überbewerteten Papiere. „Deutsche Bundesanleihen rentierten noch im vergangenen Oktober bei über 0,5 Prozent – in einer Zeit, als sich die deutsche Wirtschaft zusammenzog. Wenn wir mit unserem Basisszenario ‚robust, aber unspektakulär‘ für das weltweite Wachstum richtig liegen, sollten die Zinsen der Bunds wieder im positiven Bereich rentieren – oder zumindest auf dem Niveau vom Ende vergangenen Jahres bei etwa 0,2 Prozent“, schließt Brown ab. 

Active managers showed good results in May

Over a 12-month-rolling period, only 22% of Europe managers, 34% of US managers as well as 40% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Before fees, the respective numbers are 34%, 49% and 62%. The underperformance of small caps over the last 12 months hurt most managers in Europe as a majority had an overweight in this market cap cluster.

In May, the performance of active managers in all regions was quite good. 70% of emerging market managers, 60% of US managers and 51% of Europe managers outperformed their respective indices net of fees. In Europe as well as in the US, growth indices showed a better performance than value indices. As most active managers have a growth bias, they benefited from this development. Sector wise, financials performed poorly while consumer staples and healthcare showed a strong performance.

Please find the full fundinfo Research News - June 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Mit innovativer Batterie-Technologie von der Nische zum Mainstream

Im Jahr 2020 ist soweit: Erstmals werden die von der EU vorgegebenen CO2-Flottengrenzwerte greifen. Autohersteller, die den Grenzwert von 95g CO2 pro Kilometer nicht einhalten können, müssen ab 2021 mit hohen Strafen rechnen. Die Autoindustrie rüstet entsprechend um – und zwar auf Elektromotoren. Audi, Mercedes, Porsche und auch Volkswagen (VW) nehmen endlich den Konkurrenzkampf mit dem Tesla-Konzern auf, der seit Jahren eine Pionierrolle bei modernen Elektroautos einnimmt. Dabei dürfte vor allem Volkswagen eine bedeutende Rolle spielen: Die angekündigten Modelle sollen deutlich bezahlbarer sein als die der Konkurrenten. 30 Milliarden Euro sollen bis 2025 bei VW in die Elektromobilität fließen, um bis Ende 2022 an 16 Standorten weltweit Elektro-Fahrzeuge produzieren zu können. „Sinkende Preise beflügeln neben immer längeren Reichweiten, niedrigeren Wartungskosten, einer besseren Ladeinfrastruktur und einem wachsenden Umweltbewusstsein das Interesse der Verbraucher am Elektrofahrzeug“, sagt Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM). Aber nicht nur bei Verbrauchern, auch bei Regierungen nehme die Beliebtheit von Elektrofahrzeugen zu. Politische Maßnahmen gegen Luftverschmutzung, Lärm und CO2-Emissionen werden in vielen Ländern weltweit mit Hilfe von Anreizprogrammen gefördert. „Die Nachfrage nimmt so schnell zu, dass Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren über 80 Prozent der Lithium-Ionen-Batterie-Technologie absorbieren werden. Damit wird der Batterie-Technologie-Sektor von weniger als 50 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr bis 2030 auf fast 1.600 GWh/Jahr wachsen. Investitionen in diesem Bereich bieten Investoren daher hohe Chancen“, fährt der Experte fort.

Erhöhter Strombedarf durch Elektrofahrzeuge

Schätzungen zufolge sollen Elektrofahrzeuge in sechs Jahren zum gleichen Preis wie traditionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verfügbar sein. Bis 2037 sollen sie sogar deren Absatz übertreffen.1 Der globale Markt für Elektrofahrzeuge nimmt mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 23,9 Prozent zu und soll bis 2024 über 50 Millionen Einheiten erreichen.2 „Mit einer steigenden Anzahl elektrifizierter Fahrzeuge geht auch eine weitere Zunahme des globalen Stromverbrauchs einher. Millionen von Autos und Bussen werden Strom aus dem Versorgungsnetz laden, anstatt aus der Zapfsäule zu tanken. An diesem Übergang werden alle Länder beteiligt sein – allen voran aber China als größter Fahrzeugmarkt der Welt“, sagt Venkatramanan. So entfiel 2018 etwa die Hälfte des weltweiten Elektroauto-Umsatzes auf den chinesischen Markt. Hier wurden bedeutende Schritte unternommen, um die Flotten des öffentlichen Personenverkehrs mit batteriebetriebenen Bussen zu elektrifizieren. 16.000 batteriebetriebene Busse bewegen derzeit allein die 12,5 Millionen Einwohner Shenzhens.3

Batterien sind aber nicht nur für die Automobilbranche, sondern auch für den Stromsektor von entscheidender Bedeutung. „Energiespeichersysteme wie Lithium-Ionen-Batterien können die nur zeitweise verfügbare erneuerbare Energie von Wind, Sonne, Wasser und Erdwärme erschließen, um den steigenden Strombedarf aufzufangen“, so Venkatramanan. Netzbetreiber auf der ganzen Welt nutzen dem Experten zufolge zunehmend riesige Batteriespeicher, um das Netz in einem Umfeld mit höher Erneuerbarkeit zu stabilisieren. Dieser Trend werde sich deutlich fortsetzen. Im Jahr 2018 wurden weltweit weniger als 20 Gigawatt (GW) an Energiespeichern eingesetzt; bis 2040 sollen es fast 1.000 GW sein.4 „Zwar wird nicht die gesamte Speicherleistung batterieelektrisch sein. Doch derzeit ist die batterieelektrische Technologie die dominierende, und sie wird weiterhin eine bedeutende Rolle spielen, insbesondere in kurzfristigen Speicherszenarien wie bei der Lastverlagerung durch Wind und Sonne“, so Venkatramanan weiter.

Zusammenfassend sei das Segment der Lithium-Ionen-Batterien mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17 Prozent bis 2025 und einer geschätzten Produktionskapazität von einer Terrawattstunde bis 2028 gut aufgestellt, um für Disruption in zwei der weltweit größten Industrien – Auto und Strom – zu sorgen. „Das wird eine große Wachstumschance für verschiedene Unternehmen entlang der Batterie-Wertschöpfungskette darstellen“, schließt Venkatramanan.


1) Quelle: Bloomberg New Energy Finance: „2018 EV Outlook”
2) Quelle: Energias Market Research - Global Electric Vehicle Market Outlook, Trend- and Opportunity Analysis, Competitive Insights, actionable Segmentation & Forecast 2024
3) Quelle: BBC Nachrichten: “China powers up Electri Car Market”, 11. Januar 2019
4) Quelle: Bloomberg New Energy Finance: “Energy Storage is a $620 Billion Investment Opportunity to 2024”, 6. November 2018

Why growth stocks look vulnerable

The divergence between growth and value parts of the market has been extreme and could be due a turnaround, argues Rory Bateman, Head of Equities at Schroders.

The outperformance of “growth” and “quality” style stocks versus “value” has been a defining feature of markets in recent years. This outperformance was very marked in 2018 and at the start of 2019. In many ways this is to be expected as we move towards the end of this economic cycle.

Value stocks tend to be more tied to the economic cycle and so their earnings are less predictable, especially as the world economy slows. By contrast, growth stocks generally have more visible earnings and the market so far has still been willing to pay up for this in the form of ever-higher share prices.

Given how long this economic cycle has been going on for, growth’s continued outperformance is perhaps unsurprising, as investors wonder if the economy is due a turn for the worse.

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However, we think there are other factors at play too. Equity (stock) markets have seen huge inflows of passive money over the last few years. This passive money is essentially forming what is known as a “momentum trade”, meaning the money goes towards those companies that have already performed well and so form a larger weighting of a given index. This momentum trade could become quite worrying in the medium term as money continues to flow into stocks with little regard to their underlying fundamentals.

Despite their more volatile earnings profile, we may be close to the point where value stocks are simply so cheap that they can no longer be ignored. When we reach that point, value should start to perform better.

What value stocks need is for investors to look through the end of this economic cycle. Once we’ve seen clear evidence of slowdown in the underlying economy, investors will start to look towards the next earnings recovery. That’s when the value element of the stock market could really start to recover.

This divergence of value compared to growth and quality is significant in every market in the world, although it’s most acute in Europe. Globally, quality has outperformed value by nearly 5% p.a. over the last five years, so we are at extreme levels in terms of the valuation differential.

This extreme outperformance means growth stocks could look very vulnerable if we were to see a “risk-off” environment. This is where nervy investors shy away from higher risk assets such as equities and move instead towards the relative safety of bonds, for example. We think this risk-off trade would likely be most evident in these highly-rated quality and growth stocks, particularly if these companies were to start missing their earnings forecasts.

Such a risk-off environment would clearly be negative for the overall equity market. But we think the elevated valuations of quality and growth mean these areas could be the most negatively affected, and value could perform better on a relative basis.


This article has first been published on schroders.com.

Welchen Einfluss haben Ihre Investments auf die Biodiversität?

Wichtige Botschaft an alle Anleger: Ein Schwund der Biodiversität ist genauso schlimm wie der Klimawandel, erklärt Marc-Olivier Buffle, Senior Produktspezialist im Thematic Equities-Team von Pictet Asset Management. Unser Modell zeigt, wie stark die einzelnen Branchen zum Artensterben beitragen.

Vor rund 250 Millionen Jahren wurden knapp 96% der Tier- und Pflanzenarten bei einem der fünf größten Massensterben auf der Erde ausgelöscht.

Das sogenannte „Perm-Trias-Aussterben“ wurde durch eine Reihe von Naturkatastrophen ausgelöst – gewaltige Vulkanausbrüche in Sibirien, bei denen die Atmosphäre mit Milliarden Tonnen Kohlendioxid gefüllt wurde und die Temperatur überall auf der Welt um 10 Grad stieg.

Die Wissenschaft geht mittlerweile davon aus, dass uns ein sechstes Massensterben bevorsteht. Im Gegensatz zu den anderen fünf Ereignissen wäre dieses aber ausschließlich menschengemacht.

Aus einem viel beachteten UN-Bericht geht hervor, dass die Aktivitäten des Menschen wie Abbau von Bodenschätzen und intensive Landwirtschaft für einen katastrophalen und in der Form noch nie dagewesenen Verlust biologischer Vielfalt verantwortlich sind. Der Bericht warnt, dass ein Drittel aller Amphibienarten und riffbildenden Korallen, 1.000 domestizierte Säugetierrassen, die für Nahrung und Landwirtschaft genutzt werden, und rund 10% der Insekten gefährdet sind.

Insgesamt sind eine Million Arten unmittelbar vom Aussterben bedroht. Damit sind auch die Ökosysteme gefährdet, die aber Grundvoraussetzung für menschliches Leben auf der Erde sind.

Das Problem ist, dass der Schutz der Biodiversität in der Großindustrie keine hohe Priorität im Umweltengagement der Unternehmen hat. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Reduzierung der CO2-Emissionen, sodass die Unternehmen gar nicht auf die Idee kommen, die Bekämpfung des Verlusts von Artenvielfalt zu einem Thema unternehmerischer Verantwortung zu machen.

Diese Haltung ist gefährlich kurzsichtig. Wie unser Research zeigt, müssen Unternehmen – und ihre Investoren – der Biodiversität genauso viel Beachtung schenken wie ihrer CO2-Bilanz.

Für unsere Analysen, die unten ausführlicher beschrieben sind, greifen wir auf zwei weltweit anerkannte Analyseinstrumente – das Planetary Boundaries (PB)-Konzept und die Life Cycle Analysis (LCA) – zurück, um den Beitrag der Unternehmen zum Artenschwund zu quantifizieren.

Damit sich Veränderungen in der Artenzusammensetzung in Zukunft auf natürlichem Niveau vollziehen, muss dem Modell zufolge  die jährliche Aussterberate unter 0,13 pro Million Arten pro 1 Bio. US-$ erwirtschaftetem Umsatz liegen. Wendet man dieses Konzept auf die Unternehmen im MSCI All-Country World Index an – die im vergangenen Jahr zusammen einen Umsatz von mehr als 30 Bio. US-$ erzielten –, wird deutlich, dass die weltweit größten Unternehmen 22 Mal mehr zum Aussterben von Tier- und Pflanzenarten beitragen als die privaten Haushalte.


Quelle: Pictet Asset Management

Unsere Analysen zeigen, dass die Leder-, Gerbungs- und Oberflächenbehandlungsindustrie sowie Biokraftstoffe den größten Schaden anrichten.


Weitere Informationen zum Thema:

Über die Autorin

Marc-Olivier Buffle kam 2014 zu Pictet Asset Management. Er ist Senior Produktspezialist im Thematic Equities-Team . Er ist Mitglied des Sustainability Boards der Pictet Gruppe. Bevor er zu Pictet wechselte, war er bei RobecoSAM nacheinander als Senior-Analyst, Leiter Industriewerte und Leiter SI Research tätig mit Verantwortung für den S&P Dow Jones Sustainability Index. Davor war er bei Danaher Corporation für die Geschäftsentwicklung verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn fing er bei Trojan Technologies in London, Kanada, als Teamleiter R&D mit Schwerpunkt auf Wasseraufbereitungstechnologien an. Marc-Oliver Buffle erwarb an der ETH Zürich einen MSc als Ingenieur und an der EAWAG den Doktortitel in Umweltchemie. Er ist der Verfasser von Patentschriften, wissenschaftlichen Artikeln und Veröffentlichungen zu Technik und Finanz.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Die Player der nordamerikanischen Cannabis Industrie

Gegenwärtig finden sich hunderte Unternehmen, die auf Cannabis spezialisiert sind, an den nordamerikanischen Börsen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Die Großen der mittlerweile globalen Industrie decken viele Facetten der Cannabis-Industrie intern ab.

Allen voran die Kanadier: Aurora, Canopy, Hexo, Organigram und Cronos, die durch teils offensive Akquisitionen nahezu alle Verwendungszwecke der Hanf-Industrie abdecken. Ob klinische Studien für die lizensierte Schulmedizin, Forschung zu nachhaltigen Patenten über Hanffaser-Verbundwerkstoffe für den Leichtbau im Automobil- oder Luftfahrtbereich, sowie Brands mit hohen Marktanteilen im Konsumgütermarkt.

Außerhalb Kanadas erschienen z.B. Green Thumb Industries, Curaleaf Holdings, Cresco Labs und Truelieve Cannabis als Größen der US-Cannabis-Industrie. Weitreichende Lizenzen ermöglichten die Teilnahme an dem jungen US-Markt, weitergehend durch Übernahmeangeboten aus Kanada beflügelt, wuchsen sie zu hoch kapitalisierten, in den USA ansässigen, Cannabis-Spezialisierten Unternehmen heran.

Daneben tummeln sich in Nordamerika einige Peer-Group-Spezialisten: Agrarunternehmen, Distributoren und Retailer, Produkt- und Brandentwickler, Technik Zulieferer, Pharmazie-Biotechnik Firmen und Cannabis-Kapitalanlagegesellschaften - eine komplexe Gemengelage.

Verzweigungen durch Milliardenschwere Investitionen aus der Tabak-, Spirituosen- sowie Brauerei- und Pharmaindustrie sind bereits geschehen. Somit zählen auch Unternehmen wie Altria (Philip Morris), Constellation Brands als größte Anbieter von Alkohol in den Vereinigten Staaten, Anheuser-Busch als größte Brauereigruppe der Welt und der Schweizer Pharmariese Sandoz AG ( Novartis ) zu beteiligten Playern in der globalen Cannabis-Industrie.

Teilnehmer der Industrie haben somit bereits strategische Investoren, andere etablieren sich durch ihre Milliardenkapitalisierung ohne Allianzen. Durch fortlaufende Produktentwicklung sowie Wachstum durch ehemals gesetzeswidrige Absatzmärkte bleibt die Cannabis-Industrie an den Finanzmärkten gegenwärtig anhaltend eine pulsierende, volatile, voraussichtlich wachsende Zukunftsindustrie.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 3 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Fragiles Gleichgewicht

Der Einflussfaktor „Makro“ kann aktuell neutral beurteilt werden. Bei der Veränderung der Konjunkturindikatoren ist die Situation aktuell uneinheitlich, einige Indikatoren verbessern sich bereits, bei anderen steht dies noch aus. Die Konjunkturüberraschungen (Economic Surprises) sind unterdessen weiterhin negativ, also liegen die aktuellen Veröffentlichungen im Schnitt noch unter den Erwartungen. Allerdings schlägt die Komponente Arbeitsmarkt sehr positiv zu Buche, immerhin ist der jüngst veröffentlichte Wert für die Arbeitslosigkeit in den USA mit 3,6 % der tiefste seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Auch „Mikro“ gibt aktuell kein eindeutiges Signal: Gewinnwachstum und Profitabilität sind weiterhin positiv, die Gewinnrevisionen nach wie vor negativ. Hingegen ist „Liquidität“ die große Stütze der Märkte in den letzten Monaten. Gemeint ist damit einerseits die Geldpolitik, andererseits aber auch die Entwicklung der Kapitalmarktrenditen. Diese sind für die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Staaten relevant. Geldpolitik, Renditen und die Entwicklung der Risikoaufschläge waren bis zuletzt positiv. Eine Marktentwicklung, die nur auf Liquidität fußt, muss jedoch mit Vorsicht genossen werden. Schließlich werden für die Taktische Asset-Allocation eine Reihe von technischen Indikatoren analysiert. Dies beginnt mit dem Marktmomentum, geht über die Breite (wie viele Aktien/Branchen/Länder sind im Aufwärtstrend) und landet bei unserem RORO-Indikator (Analyse, wie sich zyklische Teile des Marktes relativ zu defensiven Bereichen entwickeln). Die Beurteilung dieser Faktoren hat sich zuletzt signifikant verschlechtert und ist jetzt nur noch neutral.

In Summe lässt sich aus den TAA-Indikatoren keine eindeutige Tendenz ableiten. Die abwartende Haltung wird daher beibehalten.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Rohstoffe und Währungen: Zuletzt wieder schwächere Rohstoffpreise

Der Monat Mai war generell ein schwacher Monat für Rohstoffe. Nach einem sehr starken ersten Quartal mussten teilweise heftige Korrekturen verbucht werden. Vor allem die zyklischen Energierohstoffe und Industriemetalle gaben einen Teil der Kursgewinne wieder ab. Generell sind viele Segmente im Rohstoffbereich jedoch weiterhin von einer angespannten Angebotssituation gekennzeichnet.

Die neuen Spannungen um den Handelskonflikt haben auf den Devisenmärkten Spuren hinterlassen, der chinesische Renminbi war etwas schwächer, wird seitens China jedoch offensichtlich stabilisiert, um die Spannungen nicht weiter zu verschärfen. Auch andere Währungen aus den Emerging Markets gaben im Mai etwas nach, türkische Lira und argentinischer Peso bleiben durch lokale Probleme unverändert schwach.

Die globalen Leitwährungen US-Dollar und Euro zeigten zuletzt wenig Bewegung zueinander, der Yen wertet etwas auf und das britische Pfund gab infolge der Regierungskrise etwas nach.

Globale Konjunktur: Alle Augen auf die Vereinigten Staaten

Auch wenn sich die globalen Konjunkturüberraschungen (Economic Surprises) auf niedrigem Niveau stabilisiert haben, die negative Tendenz bei den wichtigsten Frühindikatoren, z. B. den Einkaufsmanagerindizes, spiegelt aktuell die zunehmende Verunsicherung der Unternehmen wider. Vor allem die schwache und weiter rückläufige Exportkomponente innerhalb der Managerumfragen verdeutlicht die negative Ausstrahlung des schwelenden Handelskonflikts.

Im Bereich der Realdaten beeindruckt nach wie vor die positive Arbeitsmarktentwicklung in den Vereinigten Staaten mit einer niedrigen Arbeitslosenrate wie zuletzt 1969 bei stetig ansteigenden Löhnen und entsprechender Unterstützung des privaten Konsums. Auch die Unternehmen konnten einmal mehr positiv überraschen: trotz negativer Revisionen und entsprechender Prognosen für das Gewinnwachstum im ersten Quartal 2019 erzielten die US-Unternehmen neuerlich einen – wenn auch nur leicht – positiven Gewinnzuwachs anstatt des erwarteten Rückgangs.

„Charts zeigen nicht die Zukunft. Sie erzählen Geschichten”

von Peter Szopo, Chief Equity Strategist der Erste Asset Management.

Die Vereinigten Staaten und Europa sind die zwei wichtigsten Aktienmärkte weltweit. Zusammen entfallen auf sie mehr als 80% der Marktkapitalisierung der entwickelten Welt. Im Folgenden präsentieren wir 6 Charts über den europäischen und den US-Aktienmarkt, die die Performance der Märkte, die Sektorenzusammensetzung, die Gewinnentwicklung und die Bewertung vergleichen – mit dem Ziel, die langfristig schwächere Entwicklung europäischer Aktien im Vergleich mit US-amerikanischen zu beleuchten.

Die Geschichte dieser Charts erzählt, dass die langfristige Underperformance europäischer Aktien aus einer Kombination struktureller und zyklischer Faktoren resultiert. Letztere, vor allem Gewinn- und Bewertungstrends, könnten europäischen Aktien im Verlauf des Jahres zu einem Aufschwung relativ zu US-Aktien verhelfen. Eine nachhaltige Drehung der relativen europäischen Performance bedürfte hingegen Änderungen im allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld, wie z.B. eine Verlangsamung des unaufhaltsamen Wachstums des Technologie-Sektors und eine Erholung des geschwächten europäischen Bankensektors. Ob das in absehbarer Zeit eintreten wird, ist allerdings unsicher – denn wie der Titel dieses Blogs (eine Paraphrase eines Zitats des Ungeheuers Shrek¹) postuliert: Charts sagen uns nichts über die Zukunft.

Die traurige Performance Europas

Der europäische Aktienmarkt hinkt in seiner Performance über 30J, 20J, 10J und 5J dem US-Markt hinterher. Seit der Finanzkrise hat sich dieser Trend beschleunigt: seit 2007 hat der Stoxx600 relativ zum S&P 500 beinahe 40% eingebüßt (in Lokalwährung inklusive Dividenden).

Aktienmarkt* J-07 = Juli 2007, 0-07 = Oktober 2007, …

Die Sektorstruktur hat nicht geholfen

Einer der Gründe für Europas Underperformance ist die unterschiedliche Sektorstruktur der beiden Märkte. In den USA ist Informationstechnologie (IT) der größte Sektor, der überdies in den vergangenen zehn Jahren zu den Sektoren mit der besten Performance zählte. Mit über 20% ist seine Gewichtung vier Mal höher als in Europa. Hingegen hat in Europa der Finanzsektor den höchsten Anteil (>17% oder 4,3 Prozentpunkte über den USA), der im vergangenen Jahrzehnt bestenfalls eine mittelmäßige Performance aufwies.

Aktienmärkte EN=Energy, MT=Metals, IN=Industry, CS=Consumer staples,, CD= Consumer discretionary, CD=Consumer durables, HC=Health care, IT=Information Technology, UT=Utilities, RE= Real Estate, FN= Financials

Insgesamt verzeichneten jene Sektoren, die vor einem Jahrzehnt in Europa geringer gewichtet waren als in den USA, eine bessere Performance als der breite Markt, während jene, die in Europa vergleichsweise übergewichtet waren – neben Finanzwerten noch Versorger und Telekommunikation – eine schlechtere Entwicklung als der Markt aufwiesen. Dies zeigen die nachfolgenden zwei Charts: der linke Chart verdeutlicht, dass zwischen der Sektorgewichtung und der Performance in Europa eine negative Beziehung bestand, während – wie der rechte Chart zeigt – in den USA das Gegenteil der Fall war. In etwa die Hälfte der Underperformance Europas über diese Periode ist auf die unterschiedliche Sektorzusammensetzung zurückzuführen.

Sektorengewichtung vs. relative Performance

Quellen: Bloomberg; Erste Asset Management. Hinweise: X-Achsen: Differenz in MSCI-Sektorengewichtungen Europa und USA. Y-Achse: Performance der MSCI-Sektoren in Europa (USA) relativ zum Lokalindex. EN=Energy, MT=Metals, IN=Industry, CS=Consumer staples,, CD= Consumer discretionary, CD=Consumer durables, HC=Health care, IT=Information Technology, UT=Utilities, RE= Real Estate, FN= Financials

Wachstum in den USA, Value in Europa

Ein weiterer Unterschied zwischen den Aktienmärkten in den USA und Europa ist die jeweilige Faktorausrichtung. Dies ist, wie oben beschrieben, zum Teil auf die Sektorstruktur zurückzuführen, liegt aber auch an Unternehmensspezifika in den jeweiligen Sektoren. Der nachfolgende Chart verdeutlicht, dass die relative Performance von europäischen und US-Aktienmärkten eng mit dem Value/Growth-Zyklus in Verbindung steht, der seit mehr als einem Jahrzehnt wenig günstig für europäische Aktien verlief.

Aktienmärkte * J-01 = Jänner 2001, A-02 = April 02, J-03 = Juli 2003 0-04 = Oktober 2004, …

Unternehmensgewinne: Europa liegt zurück

Unternehmensgewinne sind eine weitere zentrale Erklärung für die matte relative Performance europäischer Aktien. Die im Vergleich zur USA langsame Erholung Europas nach der Finanzkrise drückte auf das Wachstum im Unternehmenssektor. Von 2009 bis 2018 war das jährliche Umsatzwachstum in Europa beinahe drei Prozentpunkte niedriger als in den USA (1,5% vs. 4,4%). Darüber hinaus zeigten die operativen Margen in den USA einen Aufwärtstrend, während sie sich in Europa seitwärts bewegten. Als Konsequenz war das jährliche Gewinnwachstum in Europa fünf Prozentpunkte niedriger als in den USA. Wenig überraschend lagen daher die Gewinnerwartungen in Europa meist unter jenen in den USA, was auch in der relativen Index-Performance zum Vorschein kommt (siehe nachfolgenden Chart).

Aktienmärkte * A-09 = April 2009, J-10 = Juli 2010, 0-10 = Oktober 2010, J-11 = Jänner 2011 …

Bewertungsabschlag

Seit Mitte der 2000er Jahre (der längste Zeitraum, für den wir über Daten zu Gewinnschätzungen verfügen) werden europäische Aktien durchschnittlich zu einem Abschlag im Vergleich zu US-Aktien gehandelt. Nach der Finanzkrise bewegte sich der Bewertungsabstand in einer Bandbreite von -17% bis -5%, ohne klaren Trend. Seit Q3 2018 befindet sich der Abschlag näher am oberen Ende der Bandbreite, was die Erwartungen stärkt, „mean reversion“ (also die Rückkehr zum Mittelwert) könnte zumindest zu einem vorübergehenden Aufschwung europäischer Aktien gegenüber dem US-Markt führen. ²

Aktienmärkte M-09 = Mai 09, N-09 = November 2009, …


1) „Man kann aus den Sternen nicht die Zukunft lesen, Esel, sie erzählen Geschichten.“
2) Anzumerken ist, dass der Bewertungsabstand auch die Unterschiede in der Sektorenzusammensetzung widerspiegelt. Dabei könnte man argumentieren, dass Europa künstlich unterbewertet aussieht, weil „billigere“ Sektoren wie Finanzwerte höher gewichtet sind. Allerdings birgt die Bereinigung um den Sektoreneinfluss diverse Risiken, und ein genauerer Blick auf die Sektor-Multiplikatoren verdeutlicht, dass die Unterbewertung Europas eine relativ robuste Tatsache darstellt.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wie beeinflussen Trumps Zölle auf mexikanische Importe die Märkte?

„Importzölle gegen illegale Einwanderung“ lautet nun die neue Mexiko-Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen Pläne zum Bau einer Grenzmauer von einem US-Richter vorerst gestoppt wurden. Die mexikanische Regierung kündigte ihrerseits eine heftige Reaktion an.

Welche Auswirkungen hätten diese Zölle auf die Märkte, die, wenn man Trumps Twitter-Account Glauben schenken darf, bereits am 10. Juni in Kraft treten sollen?

Die Fixed-Income-Perspektive

John L. Bellows, PhD und Portfolio Manager bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management, sorgt sich vor allem vor den indirekten Auswirkungen: „Hohe und ausufernde Zölle auf alle mexikanischen Importe bedeuteten natürlich ein Abwärtsrisiko für die US-Wirtschaft. Abhängig von ihrer Größenordnung und Dauer werden die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen zwar gravierend sein, sollten jedoch nicht zu einer Rezession führen. Deutlich besorgniserregender sind die indirekten Auswirkungen auf das Geschäftsklima und damit auf die Beschäftigung, das Einkommen und den Konsum im Land. Verschlechtert sich das Geschäftsklima signifikant, ist eine Rezession möglich.“

Es gäbe jedoch auch jede Menge Möglichkeiten, die Stimmung zu stabilisieren – etwa indem die US-Notenbank ihre Sprache anpasst und Bereitschaft signalisiert, auf ein erhöhtes Abwärtsrisiko zu reagieren. Zudem wäre es möglich, dass beide Seiten doch noch zu einer Einigung finden.

„Aus unserer Sicht ist der Anleihemarkt den aktuellen politischen Entwicklungen ohnehin schon voraus“, sagt Bellows, „da er bereits zwei Zinsrückgänge der Fed einpreist. Ein solches Preisgefüge macht Sinn, wenn die Spannungen zunehmen und sich das Geschäftsklima verschlechtert.“ Das sei sicher nicht das Base-Case-Szenario, betont Bellows, doch es könne so kommen. Das hieße aber auch, dass der Markt die aktuellen Entwicklungen zwar bereits eingepreist hat, es aber noch nicht klar ist, ob er damit richtig oder falsch liegt. „Selbst wenn eine Rezession vermieden werden kann und die Fed weniger zurückschraubt als aktuell vom Markt eingepreist, muss man damit rechnen, dass die Yields der US-Treasuries auf niedrigem Niveau bleiben werden. Der erneute Fokus der Zentralbank auf die Inflation ist einer der Hauptgründe, warum Yields in diesem Jahr niedriger ausfallen – und dieser Fokus dürfte uns ohnehin das ganze Jahr über begleiten“, schließt Bellows ab.

Die Aktien-Perspektive

Für Kim Catechis, Head of Global Emerging Markets bei der Legg Mason-Tochter Martin Currie sind die angekündigten Zölle von US-Präsident Trump ein weiterer Schritt hin zu einer langen Zeit der politischen und wirtschaftlichen Divergenz. Er zieht sogar Parallelen zum Kalten Krieg, glaubt jedoch, dass es im aktuellen Fall „in vielerlei Hinsicht invasiver und gefährlicher für Investoren wird.“ Catechis Begründung: „Die langfristigen Auswirkungen und der Grad, wie Wertschöpfungsketten und Entscheidungsprozesse deformiert werden, wird von Anlegern völlig unterschätzt. Die unbeabsichtigte Konsequenz wird wohl eine dreigeteilte Welt mit einer generalisierten Rückkehr zu verstärkten staatlichen Interventionen sein.“ Catechis glaubt, es könne künftig drei Lager geben: das US-getriebene, das von China dominierte und die alte Weltordnung. Sie würden zu erhöhten wirtschaftlichen und politischen Wechselwirkungen und begrenzten Investitionsergebnissen führen.

Ertrag und Absicherung: Warum Fremdwährungsengagement Mehrwert für Portfolios bietet

„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ – so dichtete einst Johann Wolfgang von Goethe, und viele Anleger halten sich heute noch an diesen Ratschlag. Gerade wenn es um Investitionen in fremde Währungen geht. Auf den ersten Blick ist dies auch durchaus sinnvoll, schließlich ist die globale Diversifikation von Kapitalanlagen immer mit einem höheren Fremdwährungsrisiko verbunden. Gerade die jüngste Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China oder auch die Unsicherheit um den Brexit haben das Anlegern wieder einmal vor Augen geführt. Dies wirft die Frage auf, wie stark die Währungsabsicherung der europäischen Anleger sein sollte. Dr. Martin Dietz, Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM) hat eine Antwort darauf: „Die Meinungen über die Währungsabsicherung gehen weit auseinander, und auch das Gesamtengagement, die Risikobereitschaft und der Überzeugungsgrad spielen dabei eine Rolle. Unseres Erachtens sollten Anleger ihr Fremdwährungsexposure und ihre Absicherungsentscheidungen aber im Kontext ihres Gesamtportfolios betrachten – und nicht nur auf Basis der jeweiligen Anlageklasse.“

Das Fremdwährungsengagement kann dabei Dietz zufolge auf verschiedenen Wegen das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern. Es trägt ganz grundsätzlich zu einer stärkeren Diversifikation des Portfolios bei, kann zudem als Absicherung gegen Extremrisiken (Tail Risks) dienen und zudem für höhere Renditen sorgen. Den zugrunde liegenden Wirkmechanismus erklärt Dietz wie folgt: „Ein Exposure in als sichere Häfen geltenden Währungen wie dem US-Dollar, dem Japanischen Yen und dem Schweizer Franken trägt bei Marktrückgängen normalerweise zur Risikominderung bei. Des Weiteren kann das Fremdwährungsexposure einen unmittelbaren Schutz vor spezifischen Risiken der Eurozone bieten.“

Eine Kostprobe dessen erhielten Anleger erst vor wenigen Wochen: Ende April sank der Euro als Folge zunehmender Sorgen um die europäische Konjunktur auf einen Kurs von nur noch 1,11 US-Dollar – den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Anleger aus der Eurozone mit einem Exposure zum US-Dollar hätten von dieser Entwicklung sogar profitieren können – durch Währungsgewinne bei den entsprechenden Positionen. Sollte es in der Zukunft zu einer tieferen Krise der Eurozone kommen, könnte eine ähnliche Entwicklung theoretisch noch stärker ausfallen. „Insgesamt sehen wir Währungen außerhalb des Euros durchaus als Schutz gegen eine mögliche Wiederkehr der Eurokrise an“, erläutert Dietz. „Im Zuge unseres Risikomanagements behalten wir daher Exposures zum US-Dollar, zum Schweizer Franken und zum Yen in einem Portfolio bei, denn Fremdwährungen werten Portfolios strukturell auf.“

Darüber hinaus haben Hochzinswährungen, insbesondere Schwellenländerwährungen, Anlegern bislang attraktive risikoadjustierte Renditen beschert. Daran lässt sich ablesen, dass sich die Rolle von Fremdwährungen nicht im Risikomanagement erschöpft. „Wir nutzen das Exposure zu Emerging-Markets-Währungen im Portfolio dazu, die hohen Zinssätze, die wir in diesen Märkten erhalten, in Euro zu transferieren“, erklärt Dietz. „Dabei handelt es sich also um eine sogenannte Carry-Strategie.“

Weitere Informationen finden Sie unter: http://update.lgim.com/de/diversification?cid=EUR-Diversification-Leiter-bAV1 

USA drängen Japan auf raschen Abschluss eines Handelsabkommens

Japan steht derzeit gleich auf mehreren Ebenen im Bann der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Einerseits spürt die stark exportabhängige japanische Volkswirtschaft die Auswirkungen des Handelskonflikts der USA mit China, zudem verhandelt Japan derzeit selbst seine Handelsbeziehungen mit den USA. Präsident Trump hatte Japan nach seinem jüngsten Staatsbesuch in dem Land auf ein rasches Zustandekommen eines Handelsdeals gedrängt.

Erklärtes Ziel der Verhandlungen ist ein Freihandelsabkommen der beiden Länder und ein Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Trump stößt sich aber an Japans großem Überschuss im Handel mit den USA und will dieses Ungleichgewicht in den Verhandlungen korrigieren. Die USA hatten 2018 ein Handelsdefizit mit Japan in Höhe von rund 67,6 Milliarden US-Dollar.

JapanHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Freihandelsabkommen angestrebt

Um gegenzusteuern fordert der US-Präsident, dass Japan seinen Markt stärker für US-Produkte, etwa für landwirtschaftliche Güter, öffnet. Der Überschuss resultiert aber zu einem großen Teil auch aus Japans Autoexporten in die USA. Daher erwägt die US-Regierung zusätzliche Importzölle auf japanische Autos, eine Maßnahme die Japan unbedingt vermeiden möchte. Bei diesem Punkt dürften die Verhandlungspartner noch weit auseinanderliegen.

Auch Japans Geldpolitik stand in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik. Japan wird vorgeworfen, den Kurs des Yen durch eine ultra-lockere Geldpolitik niedrig zu halten um seine Produkte im Ausland günstiger zu halten und seine Exportchancen zu verbessern. Um die Wirtschaft zu stützten hält die Notenbank ihre Zinsen schon lange bei praktisch null, und versucht zudem durch Käufe von Staatsanleihen auch die Renditen am Kapitalmarkt bei der Null-Linie zu halten.

Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten will Japans Notenbank noch mindestens ein Jahr an den sehr niedrigen Zinsen festhalten, wie die Währungshüter nach ihrer geldpolitischen Sitzung Ende April mitteilten. Denn Japan wird auch vom Handelsstreit der USA mit China in Mitleidenschaft gezogen und spürt die Nachfrageschwäche aus China, aber auch die Beeinträchtigung von Lieferketten.

Japans Wirtschaft zuletzt trotz Exportrückgang überraschend stark

So haben Japans Unternehmen im April den fünften Monat in Folge weniger Waren im Ausland verkauft. Die Exporte fielen um 2,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahr, wie Japans Finanzministerium mitteilte. Die Ausfuhren nach China sind sogar noch stärker um 6,4 Prozent gefallen, wie aus der offiziellen Statistik hervorgeht. (Quelle: Japanisches Finanzministerium)

Auf Japans Wirtschaftsleistung haben sich die schwächelnden Exporte noch nicht niedergeschlagen. Der Exportrückgang wurde dabei zuletzt durch einen noch stärkeren Einbruch der Importe ausgeglichen. So ist Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um überraschend starke 2,1 Prozent gewachsen. Analysten hatten im Vorfeld im Mittel ein Minus von 0,2 Prozent erwartet. Ende 2018 war Japans Wirtschaftsleistung noch um 1,6 Prozent gewachsen.

Experten warnen aber vor einem drohenden Konjunkturabschwung. „Die Konjunktur hat bereits ihren Höhepunkt hinter sich“, sagte etwa der Chefvolkswirt des Instituts Tokai Tokyo, Hiroaki Muto. Der Ökonom stellt sich auf eine mögliche leichte Rezession ein. Viele Experten erwarten daher, dass Ministerpräsident Shinzo Abe die für Oktober angekündigte Anhebung der Mehrwertsteuer von acht auf zehn Prozent verschieben dürfte.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Why ESG matters in value investing

It’s not just the E of ESG that matters – for value investors the S and G are vitally important, explains Kevin Murphy, Fund Manager, Equity Value, at Schroders.

As value investors, we have long taken environmental, social and governance (ESG) considerations into account when investing in stocks. After all, it is our job to weigh up risk and reward and we can only do this competently if we consider all of the potential risks around any investment we might make. ESG has clearly become a hot topic in finance at the moment but there are different ways of looking at it.

For example, lots of people tend to focus predominantly on the E, or environmental side, of ESG. When thinking about that, people tend to be drawn to businesses like wind farms or start-ups offering new battery technology.

The problem with this focus on the environmental side is that it often leads you towards small, microcap, new technology businesses. This can introduce some significant, and unwanted, style biases into your portfolios. Instead, we believe it's worthwhile thinking about the whole of ESG in its totality. The E for environment is important, but so is the social (S) and the governance (G) side.

In the social aspect, we think of the stakeholders. These would be the suppliers to the business, the customers, all the staff, and the regulators it deals with. It's every relationship that a company will have with the entire value chain.

These relationships are of crucial importance when thinking about the sustainability of a company’s profit margins, for example. If a business is paying too low a tax rate, or underpaying its staff, or squeezing its suppliers, then fundamental economics suggests that the associated risks increase. So to us, the stakeholders/social part of ESG is an extraordinarily important and all-encompassing risk to consider when thinking about companies to invest in.

The governance side is equally important because it examines how a company is managed. Questions we ask here would be: are there appropriate staff on the board? Are there appropriate checks and balances? Is there an appropriate incentive structure? Ultimately, we need to consider whether the management team is capable of running the business in the best interest of shareholders.

Of course, as active shareholders, these governance questions are an extraordinarily important part of an investment case for us. If we do not believe a company is acting in the interests of long-term shareholders, we will do all we can to actively engage company management to protect and grow our investment.

Thinking about ESG is fundamentally important to all of our investment decisions and it is a theme that fits in with the value style of investing. Ethical investing is often about trying to achieve long-term change. This chimes with our approach, as investors need to take a long-term view in order to access the best possible returns from a value investment style.

Ultimately, value investing is about buying cheap stocks where we think the potential reward is greater than the risks. In analysing the risk part of that trade-off, we will take into account anything that helps us reach the most considered conclusions and ESG is a crucial part of that.


This article has first been published on schroders.com.

Es rumort in Südamerika - Brasilien

Für Anleger gibt es interessante Entwicklungen in Argentinien und Brasilien. Wir haben uns vor Ort umgeschaut, so Adriana Cristea, Macro Strategist, und Guido Chamorro, Co-Head EM Hard Currency Debt, beide Pictet Asset Management.

Die beiden Seiten des Wasserfalls

Die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien gehören vielleicht zu den eindrucksvollsten Naturwundern, aber das Tosen der 1,5 Millionen Liter Wasser, die jede Sekunde gegen die Felsen donnern, ist nicht mehr als ein Rumoren im Vergleich zu den wirtschaftlichen Entwicklungen, die zurzeit auf beiden Seiten der Grenze toben. Zwei Mitglieder unseres Emerging Markets Teams haben in beiden Ländern vor Ort recherchiert – Guido Chamorro in Argentinien und Adriana Cristea in Brasilien.

Bei diesen Besuchen standen nicht nur Treffen mit Zentralbank- und Regierungsvertretern auf dem Programm. Mit der Unterstützung, einer Stiftung, die sich für die Jugendförderung einsetzt, haben wir uns in die Dörfer, die Favelas und Barrios begeben, um nach Hinweisen zu suchen, dass die öffentlichen Programme in diesen Volkswirtschaften tatsächlich etwas bewirken. Wir glauben, dass dieser aktive, integrative Ansatz uns zu besseren und verantwortungsvolleren Anlegern macht.

Unsere Erkenntnisse sind in unsere Positionierung eingeflossen. Wir sind im argentinischen Peso und in auf US-Dollar lautenden argentinischen Staatsanleihen und auch leicht im brasilianischen Real übergewichtet und warten die weiteren Entwicklungen ab. Davon machen wir es abhängig, ob wir diese Position ausbauen und möglicherweise zu einer Übergewichtung brasilianischer Lokalwährungsanleihen übergehen.

Dies ist Teil II der kleinen Reihe „Es rumort in Südamerika“, Teil I von Guido Chamorro zu Argentinien finden Sie hier.

Brasilien – Adriana Cristea

von Adriana Cristea, Macro Strategist bei Pictet Asset Management.

In der Favela, die wir mit einer gemeinnützigen Einrichtung besuchten, ist eine der am stärksten benachteiligten in Rio de Janeiro und es herrscht dort eine extrem hohe Gewaltkriminalität – in einem Land, dessen Mordrate ohnehin schon dem Schwellenwert für konfliktbezogene Gewalt der WHO entspricht.

Es gibt aber auch Anlass zu Optimismus. Doch trotz allen Engagements bei der Unterstützung benachteiligter Jugendlicher muss die Hauptlast von den Politikern getragen werden. Auch wenn die Tendenz positiv ist, ist Vorsicht vor zu großer Hoffnung geboten.

Kehren neue Besen besser?

Jair Bolsonaro hat zu Beginn des Jahres sein Amt als neuer Präsident Brasiliens angetreten. Er wollte die altmodische Politik wegfegen und stattdessen eine Fülle wirtschaftlicher und sozialer Reformen auf den Weg bringen. Aber sein Besen gehorcht ihm nicht.

Aufgrund der Zersplitterung des Kongresses und seines gespannten Verhältnisses zur Regierung kommt das so wichtige Gesetz über die Rentenreform einfach nicht durch. Bolsonaros Pläne, die Ausgaben für die Alterssicherung um 1,2 Bio. BRL (ca. 302 Mrd. US-$) signifikant über einen Zeitraum von zehn Jahren zu kürzen, könnten auf etwa 500 Mrd. BRL gestutzt werden, sollten sie von der (traditionellen) politischen Maschinerie abgesegnet werden. Das ist problematisch. Unseren Berechnungen zufolge braucht Brasilien eine Haushaltskonsolidierung von rund 2,5% des BIP – der Großteil davon müsste von der Reform des Sozialversicherungssystems gestemmt werden, der Rest von Privatisierungen, der Streichung des Mindestlohns und vom Kampf gegen Steuerbetrug und -vermeidung –, damit die Wirtschaft auflebt und das Vertrauen der Anleger wiederhergestellt wird. Wir gehen davon aus, dass die Reform des Sozialversicherungssystem nach Möglichkeit bis zu BRL 1 Bio. (USD 255 Mrd.) an Einsparungen bringen muss, damit es mit der Wirtschaft aufwärts geht.

BOLSONAROS SCHWERE LAST

Staatsverschuldung Brasilien im Verhältnis zum BIP, % (Prognose aus 2018)

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook April 2019

Das erklärt auch, warum das Wachstum weiterhin enttäuscht und nach der anfänglichen Begeisterung die Stimmung in der brasilianischen Bevölkerung wieder gedrückt ist. Kein Wunder, dass Bolsonaro in den Umfragen schlecht wegkommt. Der Konsum ist verhalten, eine Folge der ungenutzten Kapazität am Arbeitsmarkt und des langsamen Wachstums der Realeinkommen. Der Unternehmenssektor leidet unter den hohen Fremdkapitalkosten, die durch fehlenden Wettbewerb, Bürokratie, geringe Akzeptanz von Technologie und eine ineffiziente Rechtsprechung verursacht wurden und alle gemeinsam die Wirksamkeit monetärer Entscheidungen hemmen.

Reformorientiert

Sollte Bolsonaro es schaffen, seine Rentenreform durchzubringen, dürfte der Rest seiner Agenda ein Spaziergang sein, da für einen Großteil seiner Themen keine Zustimmung des Kongresses nötig ist. Unter diesem Vorbehalt dürfte die Öffnung des Handels durch Senkung der Zölle, Förderung des Wettbewerbs in diversen Branchen, Privatisierungen, Steuerreform, Arbeitsmarktreform usw. positiven Einfluss auf die Wirtschaft haben. Technokraten aus der Regierung, die ich getroffen habe, machten einen energiegeladenen Eindruck und ihnen ist bewusst, dass sie den Auftrag haben, strukturelle Veränderungen herbeizuführen, damit Brasilien gerechter, offener und produktiver wird. Das Land hat ohne Zweifel noch einen weiten Weg vor sich. Nehmen wir als Beispiel die Bildung. Auch wenn Brasilien pro Schüler viel mehr ausgibt als vergleichbare Schwellenländer, sind die Schulen in benachteiligten Gemeinden überfüllt und es fehlt an lokaler Sicherheit, sodass die Kinder im besten Fall an 80 Tagen im Jahr im Unterricht sitzen.

Vorerst tun ausländische Anleger gut daran, eine vorsichtige Haltung einzunehmen. Die Investitionsströme lassen darauf schließen, dass sie nicht sehr stark in Anleihen oder der Währung des Landes investiert sind. Obwohl sich die Aussichten für das Land gebessert haben und die politischen Spannungen weitgehend abgenommen haben, hängt unserer Meinung nach viel davon ab, wie die Verhandlungen zur Rentenreform voranschreiten und inwieweit die vorgeschlagenen Kürzungen verwässert werden. Die fiskalische Anpassung ist keineswegs eine einfache Aufgabe, doch ist der kurzfristige Schmerz erforderlich, um langfristige für Brasiliens künftige Generationen einen Erfolg zu erzielen. Wir sind im brasilianischen Real zurzeit leicht übergewichtet. Günstige Entwicklungen in Sachen Rentenreform wären für uns ein Grund, diese Position auszubauen und vielleicht auch zu einer Übergewichtung in brasilianischen Lokalwährungsanleihen überzugehen.


Mehr zu Schwellenländern:

Über die Autoren

Guido Chamorro kam 2005 als Kreditanalyst zum Fixed-Income-Credit-Research-Team von Pictet Asset Management und wurde 2007 Investment Manager für Schwellenländeranleihen mit Spezialisierung auf Unternehmensanleihen. Zurzeit ist er als Senior Investment Manager für weltweite Schwellenländeranleihen-Portfolios verantwortlich. Bevor er zu Pictet kam, hatte er schon sieben Jahre Erfahrung in der Kreditanalyse, nachdem er bei Fitch Inc. in Chicago als Direktor der Latin American Corporate Finance Group und bei Duff & Phelps Credit Rating als Analyst tätig gewesen war. Guido Chamorro erwarb an der Universität Chicago einen BA in Wirtschaftswissenschaften und an der Graduate School of Business der gleichen Universität einen MBA.

Adriana Cristea ist seit April 2018 bei Pictet Asset Management beschäftigt und gehört als Macro Strategist dem Emerging Debt Team an. Sie war sechs Jahre bei DG Partners, einem globalen Macro-Hedgefonds, als Senior Global Macro Research Analyst und Strategist tätig. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt lag auf Strategien in den Bereichen Emerging Markets Forex, Rates und Credit. Adriana Cristea besitzt einen BSc in Financial Management der Universität Essex und einen MSc in Finance der Universität Warwick. Zudem hat sie das Investment Management Certificate (IMC) erworben.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Climate Smart Investments: Wird der Klimawandel am Aktienmarkt bereits eingepreist?

Beim Vortrag zum 165. Hedgework widmete sich Ulf Füllgraf der Verbindung von ESG und Faktorinvesting sowie den Chancen und Risiken für Investoren. Auf der Grundlage von ISS Climate Solutions-Daten, FIS-Risikomodellen und eigenem Research hat Alpha Centauri eine Reihe von Aktienstrategien entwickelt, bei denen die Reduktion des CO2-Fußabdrucks mit bekannten Aktienfaktoren wie Value oder Momentum zu einem Portfolio kombiniert wird.

HEDGEWORK: Herr Füllgraf, Ihr Haus hat einen Zusammenhang zwischen dem CO2-Fußabdruck von Unternehmen und der Entwicklung des Aktienkurses festgestellt. Können Sie kurz zusammenfassen, worin dieser Zusammenhang besteht?

Ulf Füllgraf: Wir haben auf Basis von ISS Climate Solutions-Daten versucht, herauszufinden, ob der Kapitalmarkt den Klimawandel bereits in die Volatilität – also ins Risiko – und in die Performance von Aktien einpreist – und das unabhängig von bekannten Effekten wie bei VW im Zusammenhang mit dem Dieselskandal oder bei RWE im Rahmen der Energiepolitik. Beide Fragen konnten wir für den Analysezeitraum mit „ja“ beantworten – allerdings sollte man dabei berücksichtigen, dass die Datenbasis dafür noch vergleichsweise kurz ist.

HEDGEWORK: Welche Möglichkeiten bestehen, den Fußabdruck verlässlich zu messen und mit anderen vergleichbar zu machen?

Füllgraf: Zunächst benötigt man die CO2-Daten für jedes Unternehmen. Die werden direkt von den Unternehmen – zum Beispiel aus Geschäftsberichten, oder auch durch Approximationen – generiert. Natürlich stellt man dabei fest, dass es in Bezug auf Branchen, Geschäftsfelder und Unternehmensgrößen deutliche Unterschiede gibt. Vereinfacht: Der CO2-Fußabdruck eines Öl- oder Energieunternehmens ist größer als der eines Softwareunternehmens, der eines großen Unternehmens höher als der eines kleinen. Man muss also zunächst sinnvolle Metriken finden, um diese Unterschiede zu nivellieren und darüber hinaus alle sonstigen systematischen Einflussfaktoren auf Aktienkurse, wie Länder-, Währungs- oder Sektor-Risiken ausblenden. Dazu haben wir mit FIS-APT eines der aktuell leistungsfähigsten Risikomodelle benutzt.

HEDGEWORK: Sollte hier seitens des Gesetzgebers noch nachgebessert werden?

Füllgraf: In die Klimadebatte ist ja zuletzt deutlich mehr Bewegung gekommen, wie die aktuelle Diskussion um CO2-Steuer vs. Ausweitung des Zertifikatehandels hier in Deutschland zeigt. Natürlich muss der Gesetzgeber allein schon im Rahmen der Daseinsvorsorge, vor allem auch mit Blick auf zukünftige Generationen, entsprechende Rahmenbedingungen schaffen – auch unabhängig von internationalen Verpflichtungen, wie dem Pariser Klimaabkommen. In Bezug auf die Kapitalmärkte und die Anforderungen insbesondere institutioneller Investoren wäre indes wünschenswert, wenn es bei einem „Rahmen“ bleibt, der ohne überbordende Bürokratie ausreichend individuelle Möglichkeiten zur Umsetzung lässt.

HEDGEWORK: Welche Konsequenzen oder Folgen hat es für Unternehmen, wenn sie verschiedene Wege der Reduktion von Treibhausgasen gehen?

Füllgraf: Ganz grundsätzlich gibt es recht unterschiedliche Motivationen, Philosophien und Anforderungen über das Investorenspektrum hinweg. In der Umsetzung haben sich dabei unter anderem Ausschlusskriterien, Best-in-Class oder auch Impact Investing herauskristallisiert. Jeder Pfad hat seine eigenen Vor- und Nachteile, so ha­ben große bekannte institutionelle Investoren wie der Norway Government Fund in den letzten Jahren mitunter deutlich niedrigere Performance in ESG-Portfo­lien im Vergleich zu klassischen Benchmarks hinnehmen müssen, was teilweise auch auf vorgegebene oder selbstverordnete Ausschlusskriterien zurückzuführen ist. Neben kurzfristiger Performance geht es aber hier unter anderem auch um langfristig angelegtes Risikomanagement und damit zunächst um identifizieren, quantifizieren, analysieren; im zweiten Schritt um Ziele wie Klimaneutralität anstreben und final um mögliche Investmentstrategien, Absicherung, Diversifikation etc.

HEDGEWORK: Welche Konsequenzen können sich daraus für die Kurse ergeben?

Füllgraf: Im Kern unterscheidet sich das Klimathema nicht von anderen ökonomischen Prozessen – außer vielleicht, dass die politische Komponente ein höheres Gewicht hat. Mangelnde Anpassungsfähigkeit bringt Unternehmen unter Druck, die Risikoprämien steigen und die Aktien performen schlechter oder fallen. Zum Einfluss der Politik und möglichen Auswirkungen auf die Aktienkurse sind wir im Whitepaper, das wir zusammen mit ISS und Prof. Bassen von der Uni Hamburg veröffentlicht haben, eingegangen. Kurz nach dessen Erstveröffentlichung hat US-Präsident Trump den Ausstieg der USA aus dem Paris Agreement erklärt, worauf ausnahmslos alle Strategien an Performance verloren haben.

HEDGEWORK: Welcher Grad der CO2-Reduktion ist für Unternehmen möglich, wenn gleichzeitig ein geringer Tracking Error im Vergleich zu einer breiten Benchmark angestrebt wird?

Füllgraf: Wir sind in unserem Researchprojekt auf eine Reduktion von bis zu 80 Prozent bei einem Tracking Error von bis zu 3 Prozent zu den breiten europäischen Aktienbenchmarks gekommen. Ökonomisch kann man das als eine Art „Benchmark-Investment plus Long-Call-Option“ verstehen. Die Option kommt „ins Geld“, sofern Unternehmen mit niedrigem CO2-Fußabdruck auch weiterhin bessere Returns liefern.

HEDGEWORK: Welchen Grad an Reduzierung der CO2-Belastung kann man wie­derum erreichen, wenn man außer nach einem niedrigen CO2-Fußabdruck nach Performance sucht und dafür weitere Aktien-Faktorprämien berücksichtigt? Und bestünde auch die Chance, einen negativen Portfolio-Carbon-Fußabdruck zu erreichen?

Füllgraf: Aktien-Faktorprämien sind ja ein Ausschnitt aus dem Spektrum der alternativen Risikoprämien. Dabei handelt es sich wie bei Zins-, Kredit- oder Aktienmarkt­risiken um Prämien für systematische Risiken – also „Beta“ und nicht um „Alpha“ oder „Anomalien“. Der von Alpha Centauri herausgearbeitete CO2-Faktor hat in den letzten Jahren breite europäische Benchmarks outperformt, konnte aber mit anderen Faktorprämien nicht mithalten. Das muss in die Zukunft gerichtet aber nicht so bleiben. Unter den Prämissen haben wir eine Reihe von Strategien bis hin zu Long/Short ent­wickelt, die das Beste aus zwei Welten kombinieren: Partizipation an der Performance von Faktorprämien mit einem CO2-Fußabdruck, der durchaus bis deutlich in den negativen Bereich gehen kann.

HEDGEWORK: Wie können Investoren die Möglichkeiten eines niedrigen oder neut­ralen CO2-Fußabdrucks in Bezug auf die Umsetzung nutzen?

Füllgraf: Für die einzelnen Strategien bieten wir zusammen mit verschiedenen Partnern eine Reihe von Implementierungsmöglichkeiten wie Fonds, Zertifikate, Swaps oder auch kapitalgarantierte Lösungen an.

HEDGEWORK: Und wie wirken sich die verschiedenen Implementierungsmöglichkeiten gegebenenfalls auf das Gesamtrisiko eines institutionellen Portfolios aus?

Füllgraf: Grundsätzlich sind alle Strategien weitestgehend unkorreliert mit traditionellen Investmentrisiken. Trotzdem hängt das außer von der jeweiligen Strategie per se auch von der Frage ab, welche bestehenden Investments dadurch ersetzt werden.

HEDGEWORK: Gibt es einen Anwendungsfall für die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens über Pensions-Investitionen hinaus?

Füllgraf: Wie bereits heute bei Zins- oder Währungsrisiken werden sich Unternehmen wahrscheinlich zukünftig im Rahmen des Risikomanagements mit unterschiedlichen Verfahren und Instrumenten in Bezug auf die CO2-Problematik beschäftigen. Jenseits der CO2-Emissionen per se geht es aus Unternehmenssicht dabei immer um die ökonomischen Folgen. Dazu können unsere Erkenntnisse und Strategien hoffentlich einen Beitrag leisten.

Hedgework: Herr Füllgraf, vielen Dank für das Gespräch


Ulf Füllgraf 

ist Geschäftsführer der Alpha Centauri, einer Asset-Management-Boutique, die sich auf liquide alternative Risikoprämien und Aktien-Faktorstrategien spezialisiert hat. Der Diplom-Bankbetriebswirt (Frankfurt School of Finance) verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Asset Management, die er auch in seinen vorhergehenden Tätigkeiten unter anderem als Leiter Portfoliomanagement der SUVA (Schweiz) und als Gründer sowie Leiter der Multi-Asset-Abteilung der DEKA erworben hat.

Alpha Centauri 

wurde 2005 als unabhängige Investmentboutique in Hamburg gegründet. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit sind Liquide Alternative Risikoprämien, Faktorinvesting sowie Risikoidentifikation, -analyse und -steuerung. Über die Grenzen von Hamburg und Deutschland hinaus ist das Unternehmen u.a. durch die iSTOXX Faktorindices bekannt, auf die z.B. die EUREX im Jahr 2017 die ersten europäischen Faktorfutures lanciert hat.

„Der diesjährige Juni wird die Erwartungen mehr als erfüllen“

Äußert vorsichtig sind derzeit die Experten der Legg Mason-Tochtergesellschaft Martin Currie mit Blick auf Europa. „Der Juni ist historisch betrachtet schon immer der schlechteste Monat im Jahr für die europäischen Aktienmärkte. Und wenn man sich das aktuelle Geschehen anschaut, wird der diesjährige Juni die Erwartungen mehr als erfüllen“, sagt Michael Browne, Fondsmanager des Legg Mason Martin Currie European Absolute Alpha Fund. Sein Kollege und Co-Fondsmanager Steve Frost ergänzt: „Wir bleiben derzeit äußerst vorsichtig, weil das Abwärtsrisiko und somit auch die Chancen im Short-Buch für uns zunehmen.“

Wieder Aufregung bei den Briten

Mit „aktuellem Geschehen“ meinen die beiden erfahrenen europäischen Aktienfondsmanager natürlich auch die erneuten politischen Turbulenzen in Großbritannien. Zwar sei bereits absehbar gewesen, dass Theresa May irgendwann zurücktreten würde, als es ihr nicht gelang, bei den allgemeinen Wahlen 2017 die Mehrheit zu gewinnen. Schließlich habe sie versucht, ohne Abgeordnetenmandat eine Antwort auf das vielleicht schwierigste politische Dilemma Großbritanniens der letzten fünfzig Jahr zu finden. Dennoch sei mit ihrem Rücktritt nun noch immer ungewiss, wie es weiterginge. „Wer auch immer die Nachfolge von May antritt, muss zunächst für einen Konsens im britischen Parlament sorgen“, sagt Browne. „Ob die EU eine solche Lösung dann jedoch annimmt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Gelingt es einer neuen britischen Führung nicht, einen Konsens herbeizuführen oder lehnt die EU einen solchen ab, ist der einzige Weg zurück zum Wähler – entweder in Form allgemeiner Wahlen oder, wenn auch unwahrscheinlicher, eines erneuten Referendums.“

Die Aussichten auf einen harten Brexit haben sich damit wohl erhöht, darüber sei sich der Markt bewusst. „Unter diesen Umständen würde die Wahrscheinlichkeit eines Sieges für die Labour Partei steigen – und die wird allgemeinhin als unternehmens-, schulden- und damit marktfreundlich wahrgenommen“, ergänzt Frost. Unter solchen Umständen ist es eigentlich nur logisch, dass sich das britische Pfund abschwächt und die verschiedenen Anlageklassen das Risiko einpreisen. Doch weit gefehlt, sagt Frost: „Wir befinden uns in einer politisch chaotischen Phase mit viel Ungewissheit. Das Abwärtsrisiko ist deutlich. Doch eingepreist wird es erst, wenn die Konservativen ihren neuen Parteivorsitz benennen.“

Neukonfiguration in Europa

Währenddessen wirken die Ergebnisse der Europawahl dramatischer als sie eigentlich sind. Alle hatten mit einem Siegeszug der Nationalisten gerechnet, der jedoch – bis auf Italien – ausgeblieben ist. „Die Mitte-Rechts-Parteien wurden bei der Europawahl geschwächt. Dafür stehen ihnen nun starke Grüne und Liberale zur Seite, die sogar noch deutlicher für eine europäische Integration sind“, glaubt Browne. „Es wird vermutlich einen Kampf um die Spitzenpositionen geben, wahrscheinlich ist jedoch, dass die an eindeutig pro-europäische Politiker gehen, denen ein umsetzbarer Konsens gelingen dürfte.“ Interessant sei indessen die Besetzung des EZB-Chefs. Würde der bisherige Bundesbankpräsident Jens Weidmann berufen, könnte das zu Unsicherheit bis hin zur Besorgnis führen, glauben die beiden Europa-Experten der Legg Mason-Tochterfirma. Zittern dürften dann vor allem italienische Schuldner sowie die Bankenbranche.

Wenn sich der Staub legt

Forst und Browne warten nun also ab, bis sich der politische Staub über Europa gelegt hat. Sie glauben, insbesondere nach der Europawahl würde man sich schnell wieder auf die eigentlich dringlichen Aufgaben konzentrieren. Schließlich gäbe es einen deutlichen Abschwung in der Industrie, allen voran in der Fertigung, von dem viele glauben, er hänge mit dem Handelskrieg zwischen den USA und China zusammen. Die beiden Europafondsmanager zeigen jedoch auch, dass dieser Abschwung bereits in der zweiten Hälfte 2018 und damit vor dem Konflikt begonnen hat. „Sollte sich das Schwächeln der Industrie bis auf den Service-Sektor ausdehnen, könnte der wirtschaftliche Abschwung deutlich stärker als bisher ausfallen. Das wiederum würde den politischen Druck in den hochverschuldeten europäischen Ländern erhöhen, mit entsprechender Fiskalpolitik zu antworten, was die EU ihrerseits ablehnen würde“, führt Browne aus und Frost ergänzt: „In einem solchen Szenario steht die EZB unter Druck, ihre quantitative Lockerung zu erneuern, wovon Deutschland nicht begeistert wäre.“ Das Risiko einer deutlichen Rezession wie wir sie 2008/2009 erlebt haben, sei aktuell jedoch nicht groß. Vermutlich befinden wir uns bereits in einer milden Variante. Das Risiko diese milde Rezession mit politischen Fehlern – egal ob monetär, steuerpolitisch oder auf Bankenebene – zu vertiefen, sei hingegen real. „Erst wenn die Märkte sich substanziell zurückziehen, gibt es wieder Einstiegsgelegenheiten“, schließt Browne ab.

Nordamerikas Cannabis Industrie - nach der Prohibition folgt das Wachstum

Betrachtet man die fortan legalen Rechtsräume der jungen Hanf-Industrie in Nordamerika, erkennt man schnell die globale Durchschlagskraft und das weitere Wachstumspotenzial dieses Hotspots der ehemals unter Prohibition stehenden Industrie, so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Neben Kanadas vollumfänglicher Legalisierung im Oktober 2018 haben bis dato sukzessive 33 von ausstehenden 51 Bundesstaaten der USA Medical Cannabis legalisiert, sowie 11 Bundesstaaten auch den vollumfänglichen Erwachsenen-Freizeitkonsum legalisiert. In Mexiko ist Medizinal-Hanf legalisiert und eine vollumfängliche Legalisierung wird auch hier zeitnah erwartet. 

Neben der Pharmazie und der steuerzahlenden Genussmittel-Branche profitiert auch die Nordamerikanische Nutzhanf Industrie gegenwärtig von der brechenden Stigmatisierung.

Erstmals seit den 1930er Jahren wird nun wieder Nutzhanf industriell auf Nordamerikas Agrarflächen angebaut werden. Im Dezember 2018 hat Donald Trump die „Farm Bill“ unterzeichnet und die 80-jährige Prohibition damit offiziell beendet. So erwarten wir zum Ende des Jahres signifikante Rohstoffströme in verschiedenste Industriezweige, wie beispielweise: Automobile, Textil, Papier, Bau, Lebensmittel und Kosmetik.

An den Finanzmärkten liebäugeln erste Investoren seit 2014 mit der schnell wachsenden Industrie; allein 2017 verzeichnete der MJIC (North American Marijuana Index) 86% Wachstum. 2018 sahen wir eine breite Konsolidierung, die den Markt gestärkt in die Zukunft blicken lassen kann. Ob Barclays oder Jeffries, viele Investment- und Analysehäuser gehen von einem starken Wachstum in den nächsten Jahren für die Cannabisindustrie aus.

Nun steckt diese Industrie nicht mehr in den Kinderschuhen, einige Unternehmen sind mit Milliarden kapitalisiert und international professionell strukturiert. Die Absatzmärkte für medizinisches Cannabis wachsen stätig und sind global streng reguliert. Gelingt es Unternehmen allerdings diese Auflagen zu erfüllen, erwartet Sie eine lizensierte, umsatzstarke Markterschließung.

Beflügelt wird die politische und gesellschaftliche Akzeptanz auch von pharmazeutischen Erfolgen, wie etwa durch die US-Zulassung des ersten pflanzlichen Cannabis-Medikaments – Epidiolex von GW Pharmaceuticals - durch die FDA (Food and Drug Administration). Cannabis gilt zukünftig als möglicher Game-Changer in der Opioid-Krise der USA, die gesellschaftlich und gesundheitlich als enormes Risiko gilt.

Die zaghafte Legalisierung der alten Welt lässt die kanadischen Unternehmen zum Export-Weltmeister der Hanf-Industrie aufsteigen. 2001 hat Kanada bereits medical Cannabis legalisiert, Deutschland hingegen erst im Juni 2017. Somit importieren Nationen wie Deutschland, Großbritannien, Südkorea oder Thailand medical Cannabis. Die aufwendige bürokratische Lizensierung für den Anbau von GMP-Medizinalhanf lässt darauf schließen das noch viele weitere Jahre die Welt von Nordamerikas Cannabisindustrie beliefert wird.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 2 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Umbruch im Stromsektor: Batteriespeicher werden immer wichtiger

Sie werden immer leichter, kleiner und leistungsstärker: Bei Lithium-Ionen-Batterien hat sich die Leistungsdichte in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Von dieser Entwicklung, die zunächst nur der Unterhaltungsindustrie zugutekam, soll nun auch die Stromindustrie profitieren. Denn Lithium-Ionen-Batterien dienen zunehmend der Energiespeicherung – und die ist beim Trend zur erneuerbaren Energie, bei dem die Energie von Wind, Sonne, Wasser und Erdwärme nur zeitweise verfügbar ist, dringend gefragt. Wurden 2018 weltweit noch weniger als 20 Gigawatt an Energiespeichern eingesetzt, sollen es 2040 bereits knapp 1.000 Gigawatt sein1. „Netzbetreiber auf der ganzen Welt wenden sich an riesige Batteriespeicher, um das Netz mit einem wachsenden Anteil an erneuerbarer Energie zu stabilisieren. Dieser Trend wird sich deutlich fortsetzen – und bietet eine gute Investmentgelegenheit“, sagt Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM).

Denn längst fände ein Wandel im Stromsektor statt: „Erneuerbare Energien verdrängen mehr und mehr die traditionellen Kraftwerke. Und das nicht nur wegen des politischen Drucks, die CO2-Emissionen zu verringern. Gleichzeitig ist die schlichte Ökonomie ein wesentlicher Treiber dieses Wandels. In weiten Teilen der Welt kann Solarstrom billiger produziert werden als Strom aus fossilen Quellen oder Kohle“, sagt Venkatramanan. Die Herausforderung bei erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft bestehe darin, dass sie nicht immer verfügbar seien, wenn es die Nachfrage erfordere. „In Kombination mit intelligenten Steuerungen haben sich große Batteriespeicher als effektiv erwiesen: Sie können Solarstrom sammeln und den kostengünstigen, kohlenstofffreien Strom zu Spitzenzeiten abgeben, wenn das Netz eine hohe Nachfrage verzeichnet. Das ist etwa an Abenden unter der Woche der Fall, wenn die Sonne niedrig steht oder untergegangen ist.“

Im Stromsektor werde es daher in den nächsten Jahren zu einer enormen Akzeptanz von Batterien kommen, ist Venkatramanan überzeugt. Die geringeren Kosten von Batterien seien dabei ein Schlüsselfaktor. Kosteten Lithium-Ionen-Akkus 2010 noch 1.000 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh), waren es 2017 nur noch 200 US-Dollar pro kWh. Bis 2024 soll eine Kilowattstunde nur noch 94 US-Dollar kosten2. „Dieser Preisverfall hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Positionierung der Lithium-Ionen-Chemie als klarer Marktführer bei der Speicherung elektrochemischer Energie. Sinkende Kosten in Kombination mit einer nachhaltigeren Politik vieler Regierungen wird ein Umfeld schaffen, in dem Sonne und Wind die Hauptquelle für die neue Stromerzeugung werden. Aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeit, erneuerbare Energien in das Versorgungsnetz einzuspeisen, wird eine erhebliche weitere Nachfrage nach Batterien entstehen“, sagt Venkatramanan.

Gut aufgestellt

Darüber hinaus seien Batteriespeicher im Stromnetz auch in der Lage, hochwertige Netzdienstleistungen zu erbringen - wie etwa die Frequenzregelung. So sei beispielsweise die Megabatterie von Tesla in Südaustralien mit einer Leistung von 100 Megawatt dank einer Vielzahl von Dienstleistungen, die das Batteriesystem ans Stromnetz liefern kann, auf dem besten Weg zu einer außergewöhnlichen dreijährigen Amortisation. „Auch Kalifornien hat die Genehmigung einer 567 MW-Mega-Batterie angekündigt, um drei Gaskraftwerke zu ersetzen. Große Versorgungs- und Energieunternehmen wie Enel, Engie, Shell, Total und AES betreten nun sowohl das Feld für netzgekoppelte als auch für Batteriespeichertechnologien hinter dem Verbrauchszähler“, erläutert Venkatramanan.

Große Unternehmen der traditionellen Öl-, Gas-, Bergbau- und Versorgungsindustrie investierten bereits in diese Richtung, und viele weitere werden folgen. „Für verschiedene Unternehmen entlang der Batterie-Wertschöpfungskette stellt das eine große Wachstumschance dar. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17 Prozent bis 20253 und einer geschätzten Produktionskapazität von einer Terrawattstunde bis 20284 ist das Segment der Lithium-Ionen-Batterien gut aufgestellt, um für Disruption im Stromsektor zu sorgen“, schließt Venkatramanan.

Für Investoren, die vom Wachstumspotenzial des Batteriesektors profitieren wollen, bietet beispielsweise der L&G Battery Value-Chain UCITS ETFs (ISIN: IE00BF0M2Z96) einen effizienten Zugang zu diesem Sektor. Der zugrunde liegende Solactive Battery Value-Chain Index bildet die Performance von Unternehmen rund um den Globus ab, die Energiespeichertechnologien entwickeln oder als Bergbauunternehmen bestimmte Metalle fördern, die zur Herstellung von Batterien benötigt werden.


Weitere Informationen finden Sie unter: http://www2.landginvestments.com/disruptive-technology.

1) Bloomberg New Energy Finance: “Energy Storage is a $620 Billion Investment Opportunity to 2024”, 6. November 2018
2) Bloomberg New Energy Finance: "A behind the scenes look on Lithium-ion battery prices", 5. März 2019
3) Bloomberg New Energy Finance: "A behind the scenes look on Lithium-ion battery prices", 5. März 2019
4) Benchmark Mineral Intelligence: "Lithium ion Battery Megafactory", Januar 2019 März 2019
5) Stand: 31. Dezember 2018. Beinhaltet Derivatpositionen und betreute Vermögen. Darin enthalten sind Gelder, die von LGIMA, einem SEC-registrierten Investmentmanager, verwaltet werden.

How different assets perform in an economic slowdown

It appears that the US is entering the slowdown phase of the economic cycle, argues Martin Arnold, Economist at Schroders. But what might that mean for returns across asset classes? And can a recession be avoided?

For the first time in two years the Schroders US output gap model is signalling a change in the US business cycle. It suggests the economy is moving from “expansion” to “slowdown” (the other two stages in the cycle being “recession” and “recovery”).

The last slowdown period occurred during the Global Financial Crisis and so this should be seen as a warning sign to US policymakers that a recession could be on the horizon.

Is a recession in the offing?

The Schroders output gap model is a way to estimate the difference between the actual and potential output of the economy (GDP). It uses unemployment and capacity utilisation as variables.

Since the model was launched in 1978, there have been six separate instances when it has indicated the US economy was in slowdown mode. Of these six phases, four have been followed by a recession. The two periods of slowdown that did not result in recession and reverted to expansion, occurred in early 1990 (when the slowdown was a false signal) and in the final months of 1998 (when it was a slowdown in the middle – not the end – of the cycle).

In our view, US growth has been supported by accommodative central bank policy and we expect that slowing US growth will force the Federal Reserve’s (Fed) hand in cutting rates in 2020 to bolster activity. Although we feel that the slowdown phase will be prolonged and not end in recession, the balance of our scenario risks indicates that recession is a possibility, especially if policymakers don’t respond to the threat.

What might a slowdown mean for multi-asset performance?

Recession prospects aside, the slowdown phase of the economic cycle has historically had considerable implications for the performance of various asset classes. Of course, past performance is no guide to what will happen in the future and may not be repeated.

The table below shows the average performance of US equities, government bonds, high yield (HY), investment grade bonds (IG) and commodities, over the various stages of the cycle, since February 1978.

multi-asset-performance-in-slowdown.JPG

During a slowdown phase in the output gap model, equity markets not only perform the worst compared to other phases of the business cycle but exhibit greater volatility. During the slowdown phase, US equities have returned on average less than 5% on an annual basis, with volatility of more than 15%.

Periods of slowdown are historically the only phase when sovereign bonds outperform equities.

Also during slowdowns, sovereign bonds have outperformed investment grade corporate bonds, which in turn have outperformed high yield credit, by around 2% and 4.5%, respectively, on an annual basis. During a recession, performance tends to reverse: high yield credit has outperformed both investment grade and sovereign bonds, by around 2% and 5%, respectively, on average.

This time could be different

The current slowdown phase could be different. The recovery from the Global Financial Crisis was the longest and shallowest in history. With monetary policy remaining accommodative, there is the potential for the Fed to engineer a slowdown phase that is longer than average and which doesn’t end in recession – a period of so called “secular stagnation”.

On the surface, such a period of weak growth appears bad. But arguably, if it doesn’t end in a recession, central bank policy may have finally delivered on an objective it has been trying to achieve for decades: smoothing growth and avoiding the boom and bust cycle of the economy. Indeed, the Fed states that monetary policy works “by spurring or restraining growth of overall demand for goods and services”. In this way, it can “stabilise the economy” and “guide economic activity…to more sustainable levels”.

Time will tell and investors will likely keep their fingers crossed.


This article has first been published on schroders.com.

Technologie-Aktienrallye: USA sind das „Maß der Dinge“

von Bernhard Ruttenstorfer, Fondsmanager der ESPA STOCK TECHNO.

Nach einem kräftigen Rücksetzer im Dezember 2018 feierten Technologie-Aktien in den ersten vier Monaten dieses Jahres ein fulminantes Comeback. Börsengänge wie jene der Fahrdienstanbieter Uber und Lyft sowie des Online-Grafik-Anbieters Pinterest sorgten für mediale Aufmerksamkeit. Auch die Gewinne der meisten Technologie-Unternehmen entsprachen den Erwartungen oder lagen darüber. Was waren die Gründe für den neuerlichen Kursaufschwung? Wovon profitiert der Technologie-Sektor und welche Perspektiven haben Anlegerinnen und Anleger? Darüber sprachen wir mit Bernhard Ruttenstorfer, Senior Fondsmanager ESPA STOCK TECHNO.

Worauf führen Sie die starken Kursanstiege im Jahr 2019 zurück?

Die Rallye im 1. Quartal war vor allem eine Folge der übertriebenen Kursrückgänge im 4. Quartal. Damals kam es zu einem irrationalen Abverkauf. Investoren nützen die günstigere Preisbasis um Aktien-Positionen im Technologie-Sektor aufzubauen bzw. aufzustocken. Dahinter steht natürlich eine positive Erwartung an die Geschäftsaussichten. Der Markt geht davon aus, dass sich die Geschäftsentwicklung der Unternehmen ab 2020 wieder deutlich verbessert. Die Kurse nehmen das jetzt schon weg. Die für das 1. Quartal gemeldeten Gewinne der Unternehmen konnten die Erwartungen mehrheitlich erfüllen oder wurden sogar übertroffen. Vor allem Unternehmen aus dem Software-Segment überzeugten. 2019 kann man als Übergangsjahr betrachten – mit geringfügigen Gewinnsteigerungen.

Sind die Aktien jetzt überbewertet bzw. sehen Sie weiteres Potenzial?

Ein Kursanstieg von rund 20 Prozent (Quelle: Reuters auf Basis eines weltweiten Technologie-Aktienindex) in wenigen Monaten schlägt sich natürlich in der Bewertung nieder. Doch hier muss man schon unterscheiden: Es gibt natürlich Segmente mit sehr ambitionierten Bewertungen wie z.B. bei gewissen Anbietern von Cloud-Software und Anbietern mobiler Zahlungsdienste. Bei den Letztgenannten sind die Bewertungen größtenteils gerechtfertigt, weil der Markt deutlich wächst und die Unternehmen profitabel wirtschaften mit relativ geringen Gewinnschwankungen. Wir sprechen hier von Unternehmen wie Paypal, Mastercard oder Visa. Sie sind die strukturellen Gewinner im Zahlungsverkehr und profitieren von einem geänderten Konsumverhalten, der sich in mehr Kaufabwicklungen über das Internet bzw. das Handy manifestiert. Attraktiv bewertet ist der Halbleitermarkt. Hier kam es in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu einem Nachfrage-Einbruch. Jetzt zieht der Markt wieder an, die Nachfrage erholt sich. In Summe die Bewertung im Technologie-Sektor so attraktiv, dass nichts gegen weitere Kursanstiege spricht.

TechnologieHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Welche Themen sind aussichtsreich? Welche Schwerpunkte setzen Sie bei Ihren Investitionen?

Es sind alle Innovationen, die derzeit und in Zukunft den Zyklus von Produkten, deren Produktion, Absatz und Verbreitung bis hin zum Verbraucher berühren. Siehe Box: Die Treiber des Technologie-Aktienbooms. Da geht es um Themen wie Automatisierung, das Internet of Things, künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos, mobiles Zahlen, Cyber-Security usw. Im Bereich der Software ist das Thema Auslagerung in die Cloud nach wie vor sehr wichtig, und der Video-Gaming-Bereich mit seinen gigantischen Wachstumsperspektiven – damit verbunden die Zahlungsdienste. Im ESPA STOCK TECHNO-Fonds bevorzugen wir im Moment eher die Software-Anbieter: Dort sind die Preisschwankungen nicht so groß wie bei den Halbleitern. Die Preisentwicklung der Produkte ist da einfach stabiler.

Unternehmen wie Lyft, Uber, Pinterest sind heuer bereits an die Börse gegangen? Wie sieht es mit weiteren Börsengängen von Technologie-Unternehmen aus? Wie bedeutend sind die US-Börsen?

Die USA sind der Motor der Innovationen und daher auch an der Börse das Maß der Dinge. Die bedeutendsten und größten Börsengänge finden dort statt. Dazu kommt, dass die Aktienkurse in China stärker durch den Handelskonflikt in Mitleidenschaft gezogen werden als US-Tech-Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist die Verbannung von Huawei auf eine schwarze Liste, die die Börsen am falschen Fuß erwischte. Was das bedeutet: US-Unternehmen können keine Produkte mehr an Huawei liefern. Das ist natürlich ein Bremsfaktor und schlecht für beide Konfliktparteien. Ich bin überzeugt, dass der Handelskrieg nur ein kurzfristiger Störfaktor sein wird. Er ändert nichts an dem radikalen Wandel bei Unternehmen und Konsumenten (durch die virtuelle Realität). Viele Branchen müssen sich auf starke Veränderungen einrichten: vom Autohandel bis zu den Zeitungen und Zeitschriften.

ESPA STOCK TECHNO – Investieren in die weltweit bedeutendsten Technologie-Unternehmen

Der ESPA STOCK TECHNO ist ein Aktienfonds, der in den bedeutendsten Technologieunternehmen weltweit investiert ist. Dabei entfallen ca. 80 Prozent auf US-Titel, sowie je 10 Prozent auf europäische und  japanische Aktien. Die Währungen werden gegenüber dem Euro nicht abgesichert. Der Fonds eignet sich als Beimischung zu einem bestehenden Aktienportfolio und ist für einen langfristigen Substanzzuwachs bestimmt. Aktuell werden Software-Unternehmen bevorzugt und Speicherchips eher untergewichtet. Technologie-Aktien bergen die Chancen auf hohe Kursgewinne. Allerdings können jederzeit  deutliche Kursrückschläge eintreten. Bei einer Investition in den Fonds sollte man  zu einer höheren Risiko-Bereitschaft bereit sein bzw. mögliche Kursverluste in Kauf nehmen können.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Es rumort in Südamerika - Argentinien

Für Anleger gibt es interessante Entwicklungen in Argentinien und Brasilien. Wir haben uns vor Ort umgeschaut, so Adriana Cristea, Macro Strategist, und Guido Chamorro, Co-Head EM Hard Currency Debt, beide Pictet Asset Management.

Die beiden Seiten des Wasserfalls

Die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien gehören vielleicht zu den eindrucksvollsten Naturwundern, aber das Tosen der 1,5 Millionen Liter Wasser, die jede Sekunde gegen die Felsen donnern, ist nicht mehr als ein Rumoren im Vergleich zu den wirtschaftlichen Entwicklungen, die zurzeit auf beiden Seiten der Grenze toben. Zwei Mitglieder unseres Emerging Markets Teams haben in beiden Ländern vor Ort recherchiert – Guido Chamorro in Argentinien und Adriana Cristea in Brasilien.

Bei diesen Besuchen standen nicht nur Treffen mit Zentralbank- und Regierungsvertretern auf dem Programm. Mit der Unterstützung, einer Stiftung, die sich für die Jugendförderung einsetzt, haben wir uns in die Dörfer, die Favelas und Barrios begeben, um nach Hinweisen zu suchen, dass die öffentlichen Programme in diesen Volkswirtschaften tatsächlich etwas bewirken. Wir glauben, dass dieser aktive, integrative Ansatz uns zu besseren und verantwortungsvolleren Anlegern macht. 

Unsere Erkenntnisse sind in unsere Positionierung eingeflossen. Wir sind im argentinischen Peso und in auf US-Dollar lautenden argentinischen Staatsanleihen und auch leicht im brasilianischen Real übergewichtet und warten die weiteren Entwicklungen ab. Davon machen wir es abhängig, ob wir diese Position ausbauen und möglicherweise zu einer Übergewichtung brasilianischer Lokalwährungsanleihen übergehen.

Argentinien – Guido Chamorro

von Guido Chamorro, Co-Head EM Hard Currency Debt bei Pictet Asset Management.

Vor sechs Monaten, bei meinem letzten Besuch, standen alle Signale in dem Land auf Rot. Die Wirtschaft kühlte sich rapide ab, die Inflation schoss in die Höhe und das Risiko, dass Argentinien seine Schulden nicht würde refinanzieren können, nahm zu – Beobachter fragten sich, ob die vom Internationalen Währungsfonds zugesagten Mittel von 50 Mrd. US-$ schnell genug zur Verfügung stehen würden.

Ungeachtet der Marktturbulenzen, die sich daraufhin einstellten, scheint das Schlimmste vorüber zu sein. Bei meinem letzten Besuch vor ein paar Wochen habe ich zumindest genug gesehen, das Anlass zu Optimismus gibt. Die Wirtschaft hat im letzten Jahr einen starken Dämpfer erlitten, lässt jetzt aber wieder Lebenszeichen erkennen. In den ersten drei Monaten des Jahres ist sie mit 0,5% im Quartal gewachsen. Zudem hat das Refinanzierungsrisiko abgenommen, nachdem der IWF sein Darlehen um 7 Mrd. US-$ aufgestockt und mit Auszahlungen begonnen hat.

Argentinien könnte sich 2019 für Schwellenländeranleger als Topp oder Flopp erweisen. Wir glauben, dass die Verschuldung des Landes attraktive Chancen eröffnet. Seine auf US-Dollar lautenden Anleihen bieten ordentliche Renditen vor dem Hintergrund der geringen Refinanzierungsrisiken. Die Lokalwährungsanleihen werden den Anlegern mit Sicherheit eine holprige Tour bescheren, aber wer einen robusten Magen und einen klaren Kopf hat, kann hohe Renditen erzielen.

Diese Zeichen der Hoffnung werden jedoch durch die besorgniserregend hohe Inflation und erhebliche politische Unsicherheit getrübt.

Der Schein trügt

Wer sich in den eleganten Stadtbezirken von Buenos Aires aufhält, übersieht leicht, dass es um die Wirtschaft Argentiniens nicht gut bestellt ist. Internationale Flüge in die Hauptstadt sind genauso voll wie das Four Seasons. Nette Restaurants sind unter der Woche ausgebucht. Die Wohlhabenden haben es geschafft, sich aus der Krise herauszumanövrieren, indem sie ihre Ersparnisse in US-Dollar umgewandelt haben.

Bei der übrigen Bevölkerung sieht es ganz anders aus. Nach einem starken Start ins Jahr 2018 ging die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um jährlich 4% und im dritten Quartal um weitere 3,5% zurück. Die Inflation war zügellos.

Aber dank des größten Kreditprogramms in der Geschichte des IWF hat sich die Lage verbessert. Die Löhne schließen langsam zu den Preisen auf und die Stimmung stabilisiert sich. Eine gute Sojaernte könnte das Wachstum weiter beflügeln, sodass es genügend Raum für positive Überraschungen gibt. Der Vertreter des IWF war positiv überrascht, wie schnell sich die Wirtschaft stabilisiert hat, auch wenn die Inflation weiter enttäuscht.

AUF DEM WEG DER BESSERUNG

Gesamtstaatlicher Haushaltssaldo und Leistungsbilanz, % des BIP (Prognose aus 2019)

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook April 2019.

Die Inflation liegt bei rund 50% – wenngleich der Starbucks-Kaffee, den ich mir auf dieser Reise gegönnt habe, 50 Prozent teurer war als letzten Oktober. Der IWF hat seine Prognose für das aktuelle Jahr von 20% auf 30% angehoben. Zum Glück macht der IWF Strukturprobleme und nicht die politischen Lenker des Landes für die Probleme verantwortlich. Die Beziehung zwischen dem IWF und Argentinien scheint recht stabil zu sein, aber das muss sie auch. Es wird lange dauern, bis Argentinien seine Schulden zurückgezahlt hat.

Der argentinische Durchschnittsbürger ist nach wie vor misstrauisch gegenüber dem IWF, dem viele die Schuld für die Staatspleite und die Wirtschaftskrise 2001 geben. Die Vertreter des IWF haben erklärt, dass sie ihren Ansatz geändert haben und viel unternommen wurde, um Prinzipien wie sozialer Zusammenhalt, Gleichstellung der Geschlechter und Schutz der Schwächsten der Gesellschaft Geltung zu verleihen. Wie sagte die IWF-Chefin Christine Lagarde so schön: „Das ist nicht der IWF, wie ihn Ihre Großeltern kannten.“

Oktober-Revolution?

Die größte Sorge des Markts ist die Frage, was bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober passieren wird. Vorerst findet ein offenes Rennen zwischen mehreren Kandidaten statt, unter anderem Mauricio Macri, dem marktfreundlichen amtierenden Präsidenten, und Cristina Kirchner, der marktfeindlichen ehemaligen Präsidentin und Angehörigen der Peronistischen Partei. Die jüngste Marktvolatilität lässt darauf schließen, dass Kirchner in der Gunst der Wähler aufsteigt, aber ich glaube, Macri oder ein anderer Kandidat aus seiner Koalition haben nach wie vor die Oberhand und die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs liegt bei 60–70%.

Kirchner polarisiert die Wähler, aber da die Peronistische Partei und damit eine starke Wählerschaft hinter ihr steht, wäre es ein Fehler, sie abzuschreiben. Ein peronistischer Kompromiss – der vermutlich nicht ganz so abschreckend für die Märkte ist wie Kirchner – könnte aus den Reihen der ehemaligen Minister kommen.

ESG

So sinnvoll es auch ist, sich mit Politikern und Zentralbankvertretern in schicken Besprechungsräumen in Buenos Aires zu unterhalten – wir müssen uns auch damit beschäftigen, welches Leben der argentinische Normalbürger führt. Um mehr darüber zu erfahren, sind wir eine Partnerschaft mit  einer Stiftung eingegangen, die lokale Wohltätigkeitsorganisationen und Vereine unterstützt, welche jungen Menschen helfen. Unsere Kontaktpersonen haben bestätigt, dass die Macri-Regierung die sozialen Ausgaben erhöht hat, aber sie stellen gleichzeitig die Wirksamkeit dieser Bemühungen in Frage. Sie prangern auch an, dass sich das argentinische Bildungswesen in den vergangenen zehn Jahren immer mehr verschlechtert hat – das könnte am Ende zu einer strukturellen Belastung für die Wirtschaft werden.

Wo wir stehen

Im Ergebnis dürften sich argentinische Staatsanleihen, die auf US-Dollar lauten und mit 11–12% rentieren, gut entwickeln, wenn das Hartwährungsuniversum insgesamt weiter eine Rally vollführt, aber diese Renditen sind an den Anleihemärkten der Schwellenländer nichts Besonderes. Dank des IWF-Programms besteht nur ein geringes Das kurzfristiges Refinanzierungsrisiko. Wir sind übergewichtet positioniert, wenngleich unsere positive Einschätzung zum Zustand des Hartwährungsmarkts insgesamt einen großen Anteil hat.

Der Markt für argentinische Anleihen in Lokalwährung ist um einiges attraktiver. Das sind die einzigen Anleihen, bei denen ich mir Renditen von um die 50% vorstellen kann. Und das hat seinen Grund. Die natürliche Entwicklung des argentinischen Peso sieht so aus, dass er mit der Inflation abwertet – mit rund 30% pro Jahr –, sodass die Anleger mit Realrenditen von etwa 20% rechnen können. Diese Entwicklung kann jedoch holprig sein. Der Peso hat in der Vergangenheit alle paar Monate Ausverkäufe in einer Größenordnung von 10% erlebt, ohne dass es dafür einen offensichtlichen Auslöser gegeben hätte. Das bedeutet: Egal, wie hoch die Rendite erscheint, hier kann man leicht Geld verlieren, wenn der Zeitpunkt nicht richtig gewählt ist.


Kommende Woche präsentieren wir die Erkenntnisse, die Adriana Cristea in Brasilien gewonnen hat.

Mehr zu Schwellenländern:

Über die Autoren

Guido Chamorro kam 2005 als Kreditanalyst zum Fixed-Income-Credit-Research-Team von Pictet Asset Management und wurde 2007 Investment Manager für Schwellenländeranleihen mit Spezialisierung auf Unternehmensanleihen. Zurzeit ist er als Senior Investment Manager für weltweite Schwellenländeranleihen-Portfolios verantwortlich. Bevor er zu Pictet kam, hatte er schon sieben Jahre Erfahrung in der Kreditanalyse, nachdem er bei Fitch Inc. in Chicago als Direktor der Latin American Corporate Finance Group und bei Duff & Phelps Credit Rating als Analyst tätig gewesen war. Guido Chamorro erwarb an der Universität Chicago einen BA in Wirtschaftswissenschaften und an der Graduate School of Business der gleichen Universität einen MBA.

Adriana Cristea ist seit April 2018 bei Pictet Asset Management beschäftigt und gehört als Macro Strategist dem Emerging Debt Team an. Sie war sechs Jahre bei DG Partners, einem globalen Macro-Hedgefonds, als Senior Global Macro Research Analyst und Strategist tätig. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt lag auf Strategien in den Bereichen Emerging Markets Forex, Rates und Credit. Adriana Cristea besitzt einen BSc in Financial Management der Universität Essex und einen MSc in Finance der Universität Warwick. Zudem hat sie das Investment Management Certificate (IMC) erworben.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
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Country Report: Wirtschaft in Kroatien

von Ivana Kunstek, Senior Fund Manager der Erste Asset Management Croatia.

Meine Damen und Herren, Kroatiens Wirtschaft fährt offiziell unter vollen Segeln! Kroatien hat endlich das lang erwartete Investment-Grade-Rating erhalten, damit werden Anleihen mit guter bis sehr guter Bonität zusammengefasst. Zufälliger Weise (oder nicht) von derselben Agentur, die es zunächst vor sieben Jahren verweigerte. Zugegeben, die Reaktion darauf war im Land selbst recht verhalten (im Gegensatz zu jener, als Kroatien das Finale der Fußball-WM erreicht hatte!) – laut internen Schätzungen wurde nicht ein einziges Bier pro Kopf aufgrund der Rating-Nachricht geleert.

Dies kommt nicht ganz überraschend, zumal die unerträgliche Leichtigkeit des Seins und der Mangel an Kenntnissen im Bereich makroökonomischer Daten nach wie vor feste Grundpfeiler dieses Landes sind. Es besteht kein Zweifel, dass die neuesten Trends vielversprechend aussehen – doch haben wir tatsächliche Fortschritte gemacht, oder ist Kroatien nur ein Kollateralprofiteur von positiven äußeren Umständen, wie einige Analysten es behaupten?

Die Wirtschaft in Kroatien: Pro

Die Märkte sind seit jeher den Rating-Agenturen voraus. Wenn man sich die kroatische Anleihenrendite ansieht, so war die jüngste Rating-Heraufstufung ein perfekt vorgezeichnetes und erwartbares Szenario. Fiskale Parameter haben sich verbessert, und obwohl der Verschuldungsgrad (Verschuldung/BIP) mit 73,3%, absolut betrachtet, nach wie vor hoch ist, wurde er in den letzten drei Jahren um 10 Prozentpunkte reduziert. Gute Makrodaten in Verbindung mit guten Marktdaten ermöglichen die Chance, den Verlauf des Verschuldungsgrads zumindest auf einem nachhaltigen Niveau zu halten. Angesichts der Tatsache, dass sich die Renditen der langfristigen Anleihen nunmehr unter der Wachstumsrate des kroatischen BIPs befinden, bestehen gute Chancen, die Verschuldungskennzahlen auf „Lehrbuch-Niveau“ zu senken.

Anhaltende Verbesserungen im Budget

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Der stark besteuerte Inlandskonsum bleibt das Rückgrat der Erholung für die Wirtschaft in Kroatien. Es wurde von der dreistufigen Einkommenssteuerreform, die vor allem Erwerbstätige mit mittleren und hohen Einkommen betraf, zusätzlich gestärkt. Man muss allerdings sagen, dass selbige hier eher selten sind, doch ein Potenzial darstellen, mit dem die Regierung arbeiten will. Fiskalüberschüsse sind keine Seltenheit mehr, sondern eher die Regel – trotz des Sturzes des größten kroatischen Handelsunternehmens und des Umstandes, dass Staatsgarantien im Rahmen eines vor kurzem aufkommenden Problems in der Schiffswerftindustrie aktiviert werden mussten.

Im August sollten Änderungen im Körperschaftssteuergesetz schlagend werden und hoffentlich den schwächelnden und noch immer seinen Schuldenberg abbauenden Unternehmenssektor unterstützen. Gleichzeitig kommt es in den Haushalten zu ungezügelter Kreditaufnahme: das Gesamtvolumen an Konsumentenkrediten ist nur 10% vom Gesamtvolumen an Eigenheimfinanzierungen entfernt. Die steigende Durchdringung mit EU-Fonds ist ebenso positiv zu sehen, da sie das Investitionswachstum fördert und weil sie den EUR-Wechselkurs in Zaum hält und somit ein jahrelanges Aufwertungsmuster der Lokalwährung unterstützt, und zwar nur Monate, bevor Kroatien sich offiziell um die Lancierung des Wechselkursmechanismus II (ERM2-Prozess) bemühen wird.

Lokalwährung in engem Band vor Wechselkursmechanismus II( ERM2) Beitritt

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Quelle: EAM

Letzteres sollte eine reine Formalität darstellen, da sich Kroatien bereits mit vier von fünf Kriterien (1.Kompatibilität von Rechtswesen, 2.Preisstabilität, 3.Budget und 4.Konvergenz der langfristigen Zinsen) qualifiziert – einzig 5.Währungsstabilität, steht hier noch aus. Doch diese wird auch erst dann einer Überprüfung unterzogen, wenn man offiziell um Mitgliedschaft ansucht. Die historische Zeitreihe des Wechselkurses zeigt deutlich das Bekenntnis der kroatischen Zentralbank zur Aufrechterhaltung einer engen Bandbreite von Euro / Kroatische Kuna, wenngleich mit Anzeichen saisonaler Volatilität (bei der wir von keiner Änderung in der nahen Zukunft ausgehen).

Die Wirtschaft in Kroatien: Contra

Analysten warnen davor, dass all dies möglicherweise nicht reichen könnte. Dazu ist zu sagen: Kroatien ist tatsächlich in seiner Vergleichsgruppe eher ein Nachzügler (ungeachtet etwaiger Excel-Fähigkeiten).

Ein verlorenes Jahrzehnt?

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Quelle: EAM

Es stimmt, dass unser BIP auf normierter Basis noch immer nicht das Niveau von vor zehn Jahren erreicht hat. Und, dass wir Glück haben, dass unsere Haupthandelspartner wirtschaftlich gut dastehen und unsere Flaggschiff-Industrie, der für 20% des BIPs verantwortlich zeichnende Tourismus, den Trend mitgemacht hat. Es ist auch korrekt, dass die beachtliche Emigration die pro-Kopf-Zahlen nach oben verzerrt. Ohne Zweifel hätte man mehr tun sollen, und es ist klar, dass der Versuch der Regierung, alle Verdienste für sich in Anspruch zu nehmen, mit dem gesunden Menschenverstand nicht in Einklang zu bringen ist (und dass er auch von schlechtem Geschmack zeugt).

Aber es stimmt auch, dass vieles anders gemacht hätte werden können, was wahrscheinlich zu einer schlechteren Situation als der derzeitigen geführt hätte. Einige uns vergleichbare Staaten haben sich zu einer großangelegten Pensionsreform entschieden. Kroatien hat dies nicht getan. Die von Pensionsfonds gehaltenen Staatsanleihen machen beinahe 25% der Staatsschuld aus. Die Verbringung dieser Aktiva in die Erste Säule bei gleichzeitiger Sterilisierung hätte sich jederzeit positiv auf die Verschuldungskennzahlen ausgewirkt. Obwohl diese Idee im Raum stand, verschwand sie erstaunlicher Weise wieder in der Lade, aus der sie gekommen war.

Pensionsfonds widerstehen wundersamer Weise der Verlockung fiskalischer Anreize

KroatienHinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Fazit

Es ist zu konstatieren, dass uns ein weiteres gutes Jahr bevorsteht. Ja, unser Fortschritt ist ein langsamer, und ja, es hätte besser gemacht werden können. Doch das sind versunkene Kosten. Wir sehen Aufwärtspotenzial in unserem Fondsvermögen (jenseits von EUR 800 Mio.), die Immobilienpreise erholen sich, Haushalte nehmen Kredite, und das globale Umfeld erzeigt positives Momentum für zukünftige Fremdkapitalemissionen. Sollte Fitch im Juni zu einem ähnlichen Urteil wie S&P Global Ratings kommen, so könnte dies zusätzlichen Schwung verleihen und einen großartigen Sommer einläuten. Bleiben Sie dran!


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Der erste deutsche Hanf Aktienfonds – das Finanzvehikel für den Bio-Rohstoff Hanf

Seit dem 3. Dezember 2018 ist der erste Branchenfonds für Hanf in Deutschland handelbar. ws-hc Stehr & Co. Hanf Consulting UG lancierte den Fonds mit dem Ziel 100 % der Vermögenswerte in den jungen Wachstumsmarkt zu tätigen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Eine breite Streuung in die vielfältigen Industriezweige zur Risikodiversifikation ist unser Anspruch, daher berücksichtigen wir die gesamte Wertschöpfungskette: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie des Hanfs.

Wer sich intensiver mit Hanf beschäftigt, wird feststellen, dass es sich bei dieser Pflanze um einen sehr wirkungsvollen Bio-Rohstoff handelt. Hanf kommt mit allen relevanten Wirtschaftszweigen in Berührung und wird bereits in mehr als 50.000 Produkten verarbeitet. Zudem nimmt Hanf viel CO2 auf und revitalisiert Agrarflächen. Die Hanf-Industrie ist die am schnellsten wachsende Branche in den USA und ist global weiter auf dem Vormarsch.

Wachstumsprognosen für den US-Amerikanischen Markt

Im Sektor der Pharmazie und des Erwachsenenkonsums gehen seriöse Quellen von einer Verzehnfachung des aktuellen globalen Marktvolumens (ca. 25 Milliarden Dollar) in den nächsten 10 Jahren auf 250 Milliarden Dollar aus. Auch wir Teilen die Meinung der weltweiten Experten, wobei die weiteren Wirtschaftszweige noch gar nicht berücksichtigt sind.

Das Marktwachstum bezieht sich auf die drei Industriezweige der Cannabis Industrie:

  • Medizinalhanf
  • Nutzhanf
  • Freizeitkonsum

und wird durch die sukzessive Legalisierungswelle weiter vorangetrieben.

Weltkarte der bisherigen legalen Absatzmärkte und somit potenzial weiterer Legalisierungen

Neben den medizinischen Anwendungsbereichen sorgen bereits legalisierte Absatzmärkte für reales Wirtschaftswachstum. Blau markierte Nationen wie Kanada, Uruguay und 11 Staaten der USA, haben Cannabis bereits vollumfänglich legalisiert, somit neben der medizinischen Verwendung auch den Freizeitkonsum der erwachsenen Bürger. Grün markierte Nationen wie Deutschland, Großbritannien oder auch vermeintlich restriktivere asiatische Nationen wie Thailand haben medizinisches Cannabis legalisiert.

Nutzhanfindustrie Nordamerika – nachhaltige Agrarwirtschaft und Bio-Rohstoff für vielseitige Industriezweige

Der bisher größte Abnehmer von Nutzhanferzeugnissen ist die Automobilindustrie. Diese verwendet vorrangig die Hanffaser für Dämmungen im Innenraum und diverse Formteile. Durch die hohe Zugfestigkeit und die geringe Dichte bietet sich die Hanffaser zudem optimal für den Leichtbau an, beispielsweise hat Lotus die Karosserie des Eco Elise mit einem Hanffaserverbundstoff hergestellt. So werden biologisch abbaubare und CO2 sparende Teile für Automobil, Luft- und Raumfahrt gefertigt.

Im Dezember 2018 wurde die 80-jährige Prohibition durch die Unterzeichnung von Donald Trumps „Farm Bill“ in den USA offiziell beendet. In diesem Jahr wird der Nutzhanf auf gesamter Bundesebene der USA angebaut werden, zu erwarten ist eine weitreichende Verzweigung in die weiterverarbeitende Industrie.

Massive zukünftige Rohstoffströme lassen sich für die Papier-, Textil-, Chemie-, Automobil-, Pharma-, Bau- und Lebensmittelindustrie prognostizieren. Medical Cannabis wird in der Pharmaindustrie bereits als wirkungsvolle Alternative für die Opioid-Schmerztherapie angesehen.

Im Portfolio des ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) finden sich im Schwerpunkt Unternehmen aus dem nordamerikanischen Gesundheitswesen wieder. Die Hersteller von medizinischem Cannabis sind staatlich reguliert und von Gesundheitsbehörden akkreditiert. Die Anwendungsbereiche von medical Cannabis sind extrem umfangreich und lassen auf breite Absatzmärkte schließen, wie etwa in der Schmerz-, Demenz- und Krebstherapie. Neben Volkskrankheiten sind auch seltene, schwerere Krankheiten im Fokus der Cannabinoiden Medizin. Kulturell, somit geschichtlich wurde Cannabis schon seit Jahrhunderte therapeutisch angewandt. Gegenwärtig wird mit dem fortschreitendem Verständnis der Molekularbiologie die Cannabinoide Medizin in die moderne Schulmedizin eingegliedert.

Spätestens mit der Entdeckung des Endogenen, somit körpereigenen, Cannabinoid Systems und der Verbindung zu den Wirkstoffen, also Phytocannabinoiden der Cannabispflanze, lassen sich klinische Studien für angewandte und patentierte moderne Medizin umsetzen.

ws-hc Investmentprozess

Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die verschiedenen Industriezweige: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an.

„Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ so Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 1 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Einst Exoten, heute Mainstream: Euro Hochzins-Anleihen 20 Jahre Raiffeisen-Europa-HighYield

Als in den USA in den 1970ern und 1980ern der Boom bei Hochzinsanleihen („high yield bonds“) begann, war dies eigentlich eine Party der „gefallenen Engel“. Reihenweise waren damals Investmentgrade-Anleihen herabgestuft worden, waren kein bonitätsstarkes, erstklassiges Investment mehr.

Nach und nach ließ der High-Yield-Markt das Image einer eher exotischen Spielwiese hinter sich und etablierte sich Anfang der 1990er als ein legitimes und zunehmend besser reguliertes Segment der Anleihemärkte. Kurz darauf begannen High-Yield-Anleihen auch in Europa ihren Siegeszug.

Raiffeisen Capital Management war damals eine der ersten, die die Chance erkannte und mit dem Raiffeisen-Europa-HighYield seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich auf Hochzinsanleihen setzt.

Stürmisches Wachstum

Europas High-Yield-Anleihemarkt ist in den letzten zwei Jahrzehnten stürmisch gewachsen. Sowohl für Investoren als auch Unternehmen stillt er offenkundig einen echten Bedarf. Gerade in der Euro-Zone sind High-Yield-Bonds für Unternehmen eine mehr als willkommene Alternative zur traditionell sehr stark ausgeprägten Finanzierung über Bankkredite. 2017 und 2018 gab es jeweils neue Rekorde beim Emissionsvolumen. Dabei wird die Schar der Emittenten zunehmend globaler. In den letzten Jahren begaben vor allem US-amerikanische Unternehmen zunehmend Anleihen in Euro, nicht zuletzt um die aktuell erheblich niedrigeren Renditeniveaus in Europa für ihre Finanzierung zu nutzen.

Kernkompetenz Anleihemanagement

Um als Investor in dem stetig wachsenden Markt den Überblick zu behalten und Mehrwert für Anleger zu generieren, bedarf es eines entsprechend großen Know-hows und gewissenhaften Researchs. Raiffeisen Capital Management hat das Managen globaler Anleihen frühzeitig als seine erste Kernkompetenz definiert und dafür systematisch Fondsmanagement-Kapazitäten auf- und ausgebaut. Das Managementteam umfasst derzeit 19 Fondsmanager – das ist fast ein Drittel aller Investment-Professionals der Raiffeisen KAG – und arbeitet nach klaren Grundsätzen.

Schlüsselfaktoren: Emittentenauswahl und Risikomanagement

Die Kehrseite der höheren Zinskupons von High-Yield-Anleihen ist die größere Ausfallshäufigkeit von Emittenten im Vergleich zu Investmentgrade-Anleihen. Die Renditen für Hochzinsanleihen sollten im Rahmen eines Portfolios daher mindestens für die realistisch zu erwartenden Ausfallsraten entschädigen. Es liegt auf der Hand, dass eine sorgfältige, gute Emittentenauswahl das Risiko-Ertrags-Profil sehr positiv beeinflussen kann. Ein weiterer Aspekt ist der Investmentzeitpunkt. HighYield-Anleihemärkte sowie die Ausfallsraten der Unternehmen folgen volkswirtschaftlichen und monetären Zyklen. Diese Faktoren wirken auf mehreren Ebenen: Zum einen über sich verändernde Ausfallsraten. In Rezessionen und/oder bei strafferer Geldpolitik steigen diese normalerweise an und nehmen in Konjunkturaufschwüngen nach und nach wieder ab. Zum anderen unterliegen auch High-Yield-Anleihen dem allgemeinen Zinsänderungsrisiko. Generell steigende Renditen (beispielsweise im Zuge von Zinsanhebungen der Notenbanken) wirken sich natürlich in den meisten Fällen auch auf Hochzinsanleihen aus. Aufgrund ihrer höheren Zinskupons können High-Yield-Anleihen solche allgemeinen Renditeanstiege auf den Anleihemärkten allerdings meist besser abfedern als etwa Staatsanleihen. Das gilt vor allem dann, wenn diese Renditeanstiege eher moderat und allmählich erfolgen.

Raiffeisen-Europa-HighYield: ein „Low-Beta-Fonds“ im High-Yield-Markt

In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass der Raiffeisen-Europa-HighYield ein so genannter „Low-Beta-Fonds“ ist. Das heißt, dass er defensiver ausgerichtet ist und darauf abzielt, weniger riskant und schwankungsintensiv zu sein als der High-Yield-Markt insgesamt. Erreicht werden soll dies im Wesentlichen zum einen durch seinen Fokus auf die fundamental gesünderen Emittenten und zum anderen durch ein striktes Risikomanagement, das, wie bereits erwähnt, integraler Bestandteil des Investmentprozesses ist.

Spektakuläre Firmenpleiten erfolgreich umschifft

Dieser Investmentansatz hat sich bislang gut bewährt, auch in den Krisen und Marktabschwüngen, die der europäische High-Yield-Markt in den letzten 20 Jahren durchlaufen hat. Unbeschadet überstand der Fonds beispielsweise die spektakulären Zusammenbrüche zweier damaliger US-Giganten im Jahre 2001. Sowohl der Telekommunikationsriese Worldcom als auch der Energie-Großkonzern Enron hatten sich in den USA und am europäischen High-Yield-Markt refinanziert. Der Raiffeisen-Europa-HighYield gehörte nicht zur langen Liste der geschockten Investoren. Ebenso machte der Fonds einen großen Bogen um den italienischen Parmalat-Konzern, der 2003 zu einer der größten europäischen Firmenpleiten wurde.

Generell hat der Raiffeisen-Europa-HighYield über seine ganze Historie hinweg vergleichsweise wenig Finanzanleihen in seinem Portfolio gehalten. Das hat in der einen oder anderen Marktphase zwar durchaus etwas an Performance gekostet, dafür war der Fonds in der globalen Finanzkrise 2008/2009 von den massiven Turbulenzen und Verwerfungen im Banken- und Versicherungssektor deutlich weniger betroffen.

Potenzielle Liquiditätsrisiken im Krisenfall?

Durchaus betroffen war der Fonds – so wie alle Marktteilnehmer – gleichwohl von der zeitweise stark geschrumpften Liquidität auf den High-Yield-Märkten in den Jahren 2008/2009. Die neuen Regularien speziell für Banken und Versicherungen, die danach erlassen wurden, dürften zwar insgesamt das Finanzsystem stabiler machen. Für die Anleihemärkte haben sie allerdings auch Schattenseiten. Viele Banken und Broker haben ihre Anleihe-Handelsabteilungen seither stark reduziert oder ganz abgebaut und nehmen viel weniger Anleihen „auf die eigenen Bücher“ als früher. Damit können sie bei künftigen Krisensituationen bei weitem nicht mehr so stark als Stabilisatoren und Bereitsteller von Marktliquidität fungieren, wie in den vergangenen Jahrzehnten. Natürlich muss man dabei anmerken, dass sie das auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zumeist auch nicht mehr konnten.

Ausblick: ruhiges Fahrwasser – aber mit Klippen voraus?

Die weiterhin extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, niedrige Inflation und die zwar schwächelnde, aber insgesamt intakte Konjunktur in Europa schaffen günstige Rahmenbedingungen für High-Yield-Anleihen mit sehr überschaubaren Zinsrisiken und anhaltend niedrigen Ausfallsraten. Wobei heute das Wort „Hochzinsanleihen“ natürlich mehr denn je relativ zu sehen ist. Die heutigen Renditen waren für „High Yield“ noch vor einem Jahrzehnt ähnlich unvorstellbar wie negative Staatsanleiherenditen.

Bei Unternehmensanleihen ist in den letzten Jahren das unterste Bonitätssegment im Investmentgrade-Bereich besonders stark gewachsen. Diese Anleihen würden bereits bei geringen Bonitätsherabstufungen in das High-Yield-Segment abrutschen. Einige Beobachter befürchten bereits seit längerem, dass es bei schlechterer Konjunktur oder externen Schocks zu einer ganzen Welle an solchen Herabstufungen und Verkäufen kommen könnte. Das könnte auch den High-Yield-Markt belasten, zumindest vorübergehend.

Nun ist ein solches Szenario recht spekulativ und bislang nicht eingetreten. Langfristig müsste es auch nicht zwangsläufig negativ sein. Sofern sich die tatsächlichen Ausfälle im Rahmen halten, könnten sich daraus sogar neue, langfristige Chancen für High-Yield-Investoren ergeben. Umso mehr, falls viele der „gefallenen Engel“ nach und nach „wiederauferstehen“. Vor 40 Jahren begann schließlich genau damit überhaupt der große Aufstieg von High-Yield-Anleihen.

Viele Portfolios nicht optimal diversifiziert – in drei Schritten die Effizienz steigern

Die Zinsen im Euroraum bleiben niedrig. Und das noch eine ganze Weile, geht man von der aktuell vorherrschenden Ansicht aus, dass die Europäische Zentralbank den Zinssatz bis mindestens 2020 nicht anheben wird. Für Anleger geht die Suche nach Rendite im Niedrigzinsumfeld weiter. Laut Dr. Martin Dietz, Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM), sehen diese sich aktuell vor allem mit einer Frage konfrontiert: Können die erwarteten Renditen gesteigert werden, ohne das Risiko zu erhöhen? Der Experte beantwortet diese Frage wie folgt: „Ja, mit einer durchdachten Portfoliodiversifikation. Sie ist eines der wenigen Konzepte, von dem wir wissen, dass es strukturell Wert in einem Portfolio generiert.“

Allerdings gebe es Stand heute noch viele Portfolios, die nicht voll diversifiziert seien. Das habe recht einfache Gründe. Unter anderem hänge es damit zusammen, dass ein voll diversifiziertes Portfolio komplex zu managen sei – nicht nur dank der vielen Anlageklassen, sondern auch wegen der vielen Entscheidungen, die getroffen werden müssten, und wegen des nötigen Monitorings. „Zudem ist Diversifikation kein statisches Konzept: Es gibt neue Anlageklassen, neue Daten und neue Konzepte. Was vor fünf Jahren als diversifiziertes Portfolio galt, muss nach heutigem Stand verbessert werden“, sagt Dietz.

Drei Schritte zur Steigerung der Portfolioeffizienz

Dies soll Anlegern mithilfe von drei pragmatischen Schritten gelingen. „Erstens sollten Anleger Exposures in vielen unterschiedlichen Assetklassen eingehen. Denn diese könnten weitere Renditequellen bieten, die sich von Aktien und Anleihen eines konventionellen Mischportfolios unterscheiden. Die zweite Säule sollte die Diversifikation nach Regionen bilden. Und drittens kann ein Engagement in Fremdwährungen eine stärkere Diversifikation bewirken und sowohl als Absicherung gegen Extremrisiken dienen als auch für höhere Renditen sorgen.“ Um all diese Schritte in der Portfoliodiversifikation zu berücksichtigen, nutzt der Experte historische Daten, quantitative Modelle und Stresstests. „Daneben ist aber auch ein qualitativer Check nach Regeln wichtig, die uns helfen, Portfolios wirklich zu diversifizieren“, so Dietz.

Zwar sei Diversifikation kein Patentrezept für den Umgang mit der Marktvolatilität. Der Experte ist jedoch davon überzeugt, dass europäische Anleger die Effizienz ihrer Portfolios mithilfe der genannten Schritte steigern können: „Gerade wenn es darum geht, in unterschiedlichen Marktszenarien Renditen zu erzielen und die Abhängigkeit gegenüber der Performance des Aktienmarktes zu reduzieren, ist Diversifikation von entscheidender Bedeutung.“ Ein schöner Nebeneffekt sei darüber hinaus die natürliche Risikoabsicherung, zum Beispiel durch ein Exposure in sicheren Häfen wie dem US-Dollar. „Insgesamt steigert Diversifikation die Effizienz des Portfolios. Anleger können die damit erzielten Gewinne zur Steigerung ihrer erwarteten Rendite oder zur Risikominderung einsetzen“, schließt Dietz.

Indien: Wahlergebnisse mit wenig Auswirkung auf Aktienmarkt

Der Wahlausgang in Indien wird langfristig keinen nennenswerten Einfluss auf indische Unternehmen haben. Gründe hierfür sind einerseits ununterbrochene Reformprozesse, andererseits die föderal-staatlichen Strukturen des Landes. Sie sind zugleich wirtschaftlicher Treiber und somit ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg Indiens.

„Aus unserer Sicht wird die Rolle der Zentralregierung Indiens im wirtschaftlichen Kontext oftmals überschätzt“, sagt Vinay Agarwal, Portfoliomanager des First State Indian Subcontinent Fund, bei First State Stewart Asia. „Wir sind daher überzeugt, dass die Wahlergebnisse in Indien auf lange Sicht kaum Einfluss auf den indischen Aktienmarkt haben werden.

Seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft im Jahr 1991 gab es mehrere Regierungen, die jeweils unterschiedlichste Ideologien verfolgten und über verschiedene politische Stärken verfügten. Während eine Regierung lediglich 16 Tage Bestand hatte, dauerte eine andere vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2014. Es gab Regierungen mit einer absoluten Mehrheit im Unterhaus, während eine frühere Regierung mit bis zu 27 Partnern koalieren musste, von denen jeder eine eigene Agenda verfolgte. Trotz dieser politisch volatilen Historie besteht seit längerem eine wichtige Konstante: der ununterbrochene Reformprozess. Neue Regierungen haben nach der Umsetzung einer Reform ihren Kurs dahingehend nie geändert, unabhängig von der eigenen Ideologie. Das wäre unseres Erachtens auch dieses Mal nicht der Fall gewesen.

Die insgesamt 29 Bundesstaaten Indiens spielen eine dominante Rolle, wenn es darum geht, Bevölkerung und Unternehmen mit staatlichen Diensten zu unterstützen. Denn gut 95 Prozent der Verwaltungsangestellten in Indien stehen im Dienst der Bundesstaaten und der Zentralregierung. Auch Zweidrittel der Staatsausgaben werden auf bundesstaatlicher Ebene finanziert und kontrolliert – auch hier spielt die Zentralregierung eine untergeordnetere Rolle. So hätte selbst ein Wechsel in der Zentralregierung nur begrenzte Auswirkungen auf die indische Bevölkerung gehabt. Wir sind daher zurückhaltend bei Investitionen in Unternehmen, die vom zentralpolitischen Wandel abhängig sind sowie von hochgradig regulierten Industrien.

Im Zuge der Wahlergebnisse können sich die Aktienmärkte zwar kurzfristig volatiler verhalten. Ein negativer Einfluss auf den Unternehmenserfolg und die langfristigen Renditen dürfte unserer Ansicht nach jedoch nicht bestehen und wir erwarten daher langfristig solide Ergebnisse.“

Transformationsprozess in China

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM.

Der Aufstieg von China ist eine Erfolgsstory. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in den vergangenen 38 Jahren beträgt beeindruckende 10%. Mittlerweile ist China mit knapp 16% Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Begleitet wurde der wirtschaftliche Aufstieg von China von einem enormen Zugewinn an Bedeutung in den Bereichen Technologie, Geopolitik und Militär. Kann diese Erfolgsgeschichte eine Fortsetzung finden?

Transformationsprozess in China

Eine wichtige Maßzahl für den Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bereinigt um die Kaufkraftunterschiede. Hier hat China im vergangenen Jahr mit rund 18000 US-Dollar pro Kopf eine wichtige Marke erreicht. Der Wert beträgt knapp 29% des Entwicklungsstandes in den USA (rund 62000 US Dollar Volkseinkommen pro Einwohner). Auf diesem Niveau besteht im Allgemeinen für eine Volkswirtschaft das Risiko, in eine Stagnationsphase zu fallen (Middle-Income-Trap).

Das Modell „hohes Wachstum durch Kapitalakkumulation“ kann nicht mehr gehalten werden. Die Infrastruktur (Städte, Schienen, Häfen, Internet) ist hergestellt. Schlussendlich ist die wohl wichtigste Schlüsselgröße um das Entwicklungspotenzial einer Volkswirtschaft einzuschätzen die Produktivität. Schätzungen zufolge liegt das durchschnittliche jährliche Produktivitätswachstum (Total Factor Productivity) bei rund 3%.

Um sicherzustellen, dass dieser vergleichsweise hohe Wert Bestand hält, hat die chinesische Wirtschaftspolitik mittlerweile einen (weiteren) Transformationsprozess mit großen Ambitionen eingeleitet. Grob gesprochen geht es um die strategische Umstellung von Quantität (hohes Wachstum durch Kapitalakkumulation) auf die Qualität (mehr Wertschöpfung durch Innovation und technologischen Wandel):

  • Der Wachstumsfokus wurde vom Produktions- auf den Servicesektor, von den Investitionen auf den Konsum und vom externen Sektor auf die Inlandswirtschaft gelenkt.
  • Die Strategie „Made in China 2025“ oder MIC2025 ist eine Blaupause für die Verbesserung der Wertschöpfung in wichtigen Sektoren der Industrie mit dem Ziel in rund 30 Technologiesektoren die Führerschaft zu erreichen. Zudem soll in der Hochtechnologie ein größerer Anteil im Inland hergestellt werden (zum Beispiel bei Halbleitern). Darüber hinaus soll bis 2030 die Technologieführerschaft in dem Schlüsselsektor Künstliche Intelligenz erreicht werden.
  • Die Neue Seidenstraße („Belt and Road Initiative“) ist ein Sammelsurium an unterschiedlichen Investitionsprojekten außerhalb Chinas mit Ziel der Integration Eurasiens und Afrika mit China.
  • Gleichzeitig wird die Währung auf die lange Sicht internationalisiert. Das hat zur Folge, dass immer mehr Transaktionen, sowohl Waren als auch Dienstleistungen und Finanzen, nicht mehr in US-Dollar sondern in Renminbi abgerechnet werden. Mittlerweile ist die chinesische Währung Renminbi sogar eine offizielle Reservewährung, d.h., sie ist in den Korb der Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen worden. Tatsächlich werden chinesische Wertpapiere in immer größerem Ausmaß in die internationalen Aktien– und Anleiheindizes aufgenommen.

China Grafik: Schüsselindikator Produktivität Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Die größten Streitpunkte für China

Aus dem Aufstieg von China zur Weltmacht erwächst naturgemäß eine Rivalität mit der bestehenden Supermacht, den USA. Diese wird durch den Aufschwung von nationalistischen und protektionistischen Grundhaltungen überlagert. Aktuell dominiert das drohende Scheitern der Handelsgespräche zwischen den USA und China das Marktgeschehen. Die Streitpunkte sind

  • das Handelsbilanzdefizit der USA mit China,
  • der vermeintlich erzwungene Technologietransfer von US zu chinesischen Unternehmen,
  • der schlechte Schutz für Rechte an geistigem Eigentum,
  • der Schutz und die Unterstützung für chinesische Unternehmen (Protektionismus),
  • die zukünftige Entwicklung der chinesischen Währung und
  • die chinesische Industriepolitik (MIC2025).

Eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China würde negative Auswirkungen für die Weltwirtschaft haben. In diesem Fall würde China wohl wirtschaftsunterstützende Maßnahmen setzen (höhere Staatsausgaben, niedrigere Steuern, höheres Kreditwachstum, Abschwächung der Währung). Allerdings: Selbst wenn ein Kompromiss gefunden werden sollte, bleibt die strategische Rivalität bestehen. Zukünftige Konflikte sind in der neuen multipolaren, immer mehr nationalistisch geprägten Welt inhärent. Das ändert nichts daran, dass die Erfolgsgeschichte von China eine Fortsetzung finden wird, solange das gute Produktivitätswachstum gehalten werden kann.


Investieren in die Staatsanleihen einer aufstrebenden SupermachtDer Erste Bond China

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Three reasons why the UK stock market looks compelling

UK equities are unloved, undervalued and high yielding; an ideal scenario for stock pickers, argues Sue Noffke, Head of UK Equities at Schroders.

Whatever the opposite of a sweet spot is, many investors think UK equities are currently in one. With Brexit still unresolved, some have put the market in the “too difficult” basket. While it is understandable to fear uncertainty, as stock pickers we embrace the mis-priced opportunities created by it.

The global nature of the market means that international developments often set the tone for UK equities, and following the trough in the wake of the global financial crisis (GFC) of 2007/08 they’ve had a good run, as have equities generally. However, Brexit has still loomed large and been a drag on returns.

UK equities have underperformed global equities since the EU referendum. As a consequence, relative to global equities they are now the most lowly valued for decades. The market also looks very attractive in absolute terms: its current dividend yield is significantly in excess of the long-term average yield.

1. Unloved

The negativity of international investors towards UK equities is entrenched – global fund managers have been “underweight” the UK for three years, according to the Bank of America Merrill Lynch’s global fund manager survey (see chart, below). Investors are said to be underweight an asset class when they are allocating less capital to it than would normally be the case.

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As patient investors, we are often interested in how corporate investors are behaving since we share their long-term mentality. Overseas companies (and private equity) buyers are capitalising on the relative valuation opportunity of UK equities, and sterling weakness.

To cite two recent examples, Coca Cola has acquired the Costa Coffee chain from FTSE 100 group Whitbread, while shareholders in mid-cap speciality pharmaceutical company BTG have approved a bid from Boston Scientific.

Costa Coffee generates the bulk of its profits from the UK, although it has a fast growing international franchise business. In contrast, 90% of BTG’s revenues derive from customers based in the US1. To our minds the bids for these assets underline the indiscriminate negativity towards UK equities – many investors have sold ALL UK equities, both their domestically and internationally focused ones. Remember the UK equity market derives more than two thirds of its revenues from overseas.

Share buybacks2 by companies are another interesting theme. It is, perhaps, no coincidence that Whitbread has proceeded to use the larger part of the the Costa sale proceeds to repurchase stock.

Whitbread has joined a number of other UK quoted companies which have either recently initiated, or extended share buyback programmes, including Standard Chartered and UK-focused peer Lloyds Banking.

It seems to us that many UK corporates see their own shares as undervalued, so are sending another valuable signal.

2. Undervalued

Indeed, valuations reflect the degree to which investors have shunned UK equities. The chart below tracks the market’s valuation discount versus global equities based on the average of three metrics. The metrics used are the price-to-book value (PBV) ratio and price-to-earnings (PE) and price-to-dividends (PD) ratios.

All valuation metrics have their strengths and weaknesses, so combining three reduces the risk of distortions (see the end of the article for a description of these metrics).

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Based on this analysis, UK equities are trading at a 30% valuation discount to global peers, close to their 30-year lows. While it is likely to persist until there is some form of clarity over the terms of any Brexit deal, the valuation gap provides an attractive entry point for investors with long time horizons.

Please be aware the value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.

The valuation of domestically-focused equities is particularly attractive, and consequently we have been increasing exposures to this area of the market. The uncertainty created by Brexit has driven a slowdown in the UK economy since the EU referendum (albeit, by less than feared), while the global economy has held up well.

Associated UK political uncertainty is further weighing on valuations, and might continue to do so given the relatively high probability of either a leadership election or a UK general election in 2019.

3. Attractive yield

Over the past 30 years the dividend yield of the UK equity market, relative to the rest of the world has only been higher during the 1991 recession and at the peak of the technology media and telecoms (TMT) bubble (see chart, below).

CS11445_Equities_chart_v1_UK_dividend_V2.jpgPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

In absolute terms, the UK equity market is currently yielding c. 4.5% (MSCI UK index), which compares very favourably to the average dividend yield over the past 30 years of 3.5%. For yields to revert back to their long-term average, either the market has to rise or bad news needs to arrive soon and companies cut payments. They would need to cut by a good margin more than they did following the GFC and ensuing global recession – is this likely?

Following the GFC, UK dividends fell by 15% over two years on a cumulative basis, and that includes the effect of BP suspending its dividend following the Deepwater Horizon disaster in the Gulf of Mexico. We don’t believe we are on the cusp of a recession like the one which followed the GFC. Despite some recent high profile and material dividend cuts from Vodafone and Marks & Spencer, overall we still believe that the market’s dividend payment will continue to rise.

If we do experience a recession in the near term, we would expect it to be local to the UK (possibly the result of  a disordely Brexit) rather than a global one, although we are in the latter stages of the economic cycle. This gives us a degree of comfort that the UK equity market’s yield is sustainable as the large majority of UK stock market dividends derive from overseas.

The charts and data highlighted help put the opportunities within UK equities into a broader context. In light of these conditions it is perhaps unsurprising that our allocation to overseas equities is currently at the lower end of its historical range.

As stock pickers we see plenty of opportunities within the UK – across all parts of the market, large as well as small and mid-sized companies – which could help build portfolios capable of generating superior long-term returns.

Investments concentrated in a limited number of geographical regions can be subjected to  large changes in value which may adversely impact the performance of the fund.

Equity [company] prices fluctuate daily, based on many factors including general, economic, industry or company news.

Please be aware the value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.


1) See page 124 of BTG’s 2018 annual report and accounts, at: https://btgplc.com/BTG/media/BTG/pdf/annual-report-and-accounts-2018.pdf
2) Share buybacks are where a company repurchases its own shares in the open market. Similar to dividends, it is a way for companies to return cash to shareholders.

This article has first been published on schroders.com.

Anleihen: Weiter gute Stimmung

Die beeindruckende Renten-Rally des ersten Quartals 2019 hat sich verlangsamt, jedoch nicht umgekehrt. Die Politik der führenden Notenbanken für das laufende Jahr ist klar auf Zurückhaltung umgeschwenkt. Es gibt keine Leitzinserhöhungen, aber auch keine neuen expansiven Maßnahmen.

Das gefällt den Anlegern, es werden weiterhin sowohl Staatsanleihen bei Renditen um null und darunter als auch Unternehmensanleihen mit Renditeaufschlag gekauft. Gerade bei kürzeren Laufzeiten ist hier der „Investitionsnotstand“ der zumeist institutionellen Anleger zu spüren. Unternehmensanleihen und High Yield – in Europa und den USA – profitieren daher weiter und legten auch im April generell zu. Lediglich die deutschen Bundesanleihen – die Benchmark für Euro-Qualitäts-Anleihen – haben etwas nachgegeben. In dieser globalen Bond-Rally konnten auch die Emerging Markets gut abschneiden.

Die Währungsentwicklung darf nicht außer Acht gelassen werden, der US-Dollar legte etwa 2,2 % und das britische Pfund 4,5 % seit Jahresbeginn zu.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: Deutsche Bund-Renditen in negativem Terrain

Die Renditen deutscher zehnjähriger Staatsanleihen notieren nach wie vor nahe der Null-Linie und die Renditekurve ist vergleichsweise flach. Dies liegt unter anderem daran, dass die wesentlichen Konjunkturvorlaufindikatoren eine wirtschaftliche Schrumpfkur für Europas größte Volkswirtschaft anzeigen. Auch in den USA hat die Notenbank ihre Zinsprojektionen nach unten angepasst, für 2019 sind keine Zinsschritte vorgesehen, 2020 dürften die Leitzinsen eher gesenkt werden. Das aktuell über den Erwartungen liegende Wirtschaftswachstum bei abnehmender Inflationsdynamik lässt jedenfalls Raum für Spekulationen zur weiteren US-Geldpolitik.

Da sich eine Erholung der Datenlage in den Emerging Markets, insbesondere in China, abzeichnet und der starke Rückgang des globalen Handels gestoppt sein sollte, erwarten wir, dass sich auch die Datenlage der exportorientierten europäischen Länder, wie eben Deutschland, verbessern sollte.

Wir hatten uns Ende 2018 auf eine Verflachung der deutschen und der US-Renditekurven positioniert und schließen nun beide Positionen.

Staats- und Unternehmensanleihen: Unternehmensanleihen weiter gefragt

Die Renditen bonitätsstarker Staatsanleihen entwickelten sich im April seitwärts und die Zinskurven waren weniger flach. Dennoch: rund 19 % der ausstehenden globalen Staatsanleihen notieren mit negativer Rendite! Vieles deutet darauf hin, dass die großen Notenbanken – allen voran die Bank of Japan – die geldpolitischen Zügel weiter locker halten. Davon profitiert unter anderem auch die Euro-Peripherie.

Unternehmensanleihen bleiben trotz schwachem Unternehmens- und Konjunkturausblick gefragt, somit sind die Risikoprämien von Unternehmensanleihen seit Jahresbeginn und auch im April weiter gesunken. So paradox es klingen mag, aber risikoreiche Anlageklassen wie Unternehmensanleihen scheinen von guten wie von schwachen Wirtschafts- und Unternehmensdaten zu profitieren, zumal zu erwarten ist, dass die Notenbanken via Wertpapierkäufen und ähnlichen Maßnahmen unterstützend eingreifen.

Wir bleiben bei unserer Übergewichtung von Euro-Qualitäts-Unternehmensanleihen gegenüber High-Yield-Anleihen.

Energiespeicher der Zukunft: Batteriemarkt als wachstumsstarker Megatrend

Der jüngste öffentliche Streit zwischen Tesla und Panasonic über die gemeinsam betriebene Batterieanlage hat den Batteriemarkt in ein eher negatives Licht gerückt. Dabei gehört er eher zu den positiven Geschichten, die es zu erzählen gilt – davon ist Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM), überzeugt. Denn die Ursache für die Meinungsverschiedenheiten zwischen Tesla und seinem Lieferanten von Lithium-Ionen-Batteriezellen ist unter anderem der Wunsch nach einer schnelleren Produktion. Davon würde nicht nur die Autoindustrie profitieren.

„Der Batteriemarkt ist ein wachstumsstarker Megatrend, der Raum für attraktive Investmentmöglichkeiten bietet. Allein der Energieverbrauch durch Elektrofahrzeuge soll bis 2030 von derzeit unter 50 Gigawattstunden pro Jahr auf fast 1.600 Gigawattstunden pro Jahr steigen“, sagt Venkatramanan. Das Wachstum des Marktes werde jedoch nicht nur von einer einzelnen Branche beflügelt. Auch die nächste Generation der globalen Energieinfrastruktur erweise sich als wichtige Nachfragequelle für die Batterietechnologie, wie ein aktuelles Research-Paper des US-amerikanisches Professional-Services-Unternehmen Strategen im Auftrag von LGIM zeige1. „Allein im Jahr 2018 wurden beinah vier Gigawatt Speicherkapazität installiert. Die damit kumulierte installierte Leistung hat sich darauf verdoppelt. Bis 2040 sollte sie auf eine geschätzte kumulierte Gesamtleistung von rund 1.000 Gigawatt ansteigen“, sagt Venkatramanan. Zwar würden nicht alle dieser neu installierten Speicher in Form von elektrischen Batterien geliefert. „Dennoch sollte diese Technologie entscheidend sein, um den von Wind- und Solaranlagen erzeugten Strom den ganzen Tag über zuverlässiger verfügbar zu machen“, so Venkatramanan weiter.

Experteneinschätzungen bleiben gefragt

Trotz des enormen Wachstumspotenzials sei jedoch nicht außer Acht zu lassen, dass sich viele Unternehmen am Batteriemarkt in einer frühen Wachstumsphase befinden. „Es kann Schwierigkeiten dabei geben, die langfristige Tragfähigkeit ihrer Batterieprojekte zu beurteilen. Dies erfordert die Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten, die nicht nur aufzeigen können, was bestimmte Unternehmen heute tun, sondern auch, wie sich ein so entstehender Markt entwickelt“, sagt Venkatramanan.

So seien beispielsweise Lithium-Batterien heute die dominierende Technologie für Elektrofahrzeuge. Morgen könne das jedoch schon anders aussehen. „In 10 Jahren könnten Flow-basierte Batterien durchaus den größeren Marktanteil bei der Speicherung im Netz haben. Daher sollten diese Technologien nicht ignoriert werden“, so Venkatramanan.

Investitionen in Bergbauunternehmen - insbesondere in solche, die bereits die Rohstoffe produzieren und nicht in Explorateure und Entwickler - können eine weitere Diversifizierung bewirken. Lithiumproduzenten könnten von höheren Metallpreisen profitieren. Die würde die negativen Auswirkungen auf die Unternehmen, die Lithium verbrauchen, möglicherweise ausgleichen.

Um Batterietechnologie als thematische Investition auszuschöpfen, sei ein aktives Research über das Ausmaß der Beteiligung eines Unternehmens an diesem Bereich von entscheidender Bedeutung. „Diese Technologie ist sehr jung. Daher ist es wichtig, dass Investoren die finanzielle Umsetzbarkeit von Batterieprojekten überprüfen. Der Betrieb eines betrieblichen Netzspeichers ist ein hilfreicher Lackmustest“, so der Experte.

Der Experte fasst zusammen: „Ein erfolgreiches Portfolio sollte über die gesamte Wertschöpfungskette der Batterie diversifiziert werden. Ziel ist es, durch ein diversifiziertes und völlig transparentes Portfolio in das säkulare Wachstumsthema selbst zu investieren.“

Globale Risiken: Die Geisterfahrer

von Gerold Permoser, Chief Investment Officer der Erste Asset Management.

Eine alte Branchenweisheit besagt: Fondsmanagement ist Risikomanagement. Welche Risiken es dabei zu managen gilt, hat sich in den letzten Jahren spür- und objektivierbar verändert. Politische und gesellschaftliche Risiken laufen traditionellen, ökonomischen Risiken wie ausufernden Inflation oder Deflation, einer Blasenbildung auf den Finanzmärkten, einem Staatsbankrott oder einer großen Finanzkrise immer mehr den Rang ab.

Entsprechend diskutieren wir die und den Umgang mit der veränderte Risikolandschaft auch bei uns im Unternehmen heftig. Meist wird diese Diskussion mithilfe einer Risikomatrix geführt, in der man potentielle Risiken definiert und dann nach ihrem vermuteten Impact, z.B. auf die Aktienmärkte, und anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Diese Vorgehensweise ist nicht besonders originell, erlaubt aber, sehr schnell zu erkennen ist, was zählt und was nicht.

Globale Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit

Mit dieser Vorgehensweise sind wir nicht alleine. Anfang  jeden Jahres treffen sich im Schweizerischen Davos für ein paar Tage DIE globalen Entscheidungsträger und tun dasselbe. Sie bewerten die aus ihrer Sicht weltweit maßgeblichen Risiken nach Impact und Eintrittswahrscheinlichkeit und veröffentlichen die Ergebnisse im World Economic Forum Global Risk Report.

Säuberlich gegliedert in die Kategorien wirtschaftliche, geopolitische, gesellschaftliche, technologische und Umweltrisiken werden dort die Top-Ängste der globalen Elite aufgezählt.Das Ergebnis ist durchaus spannend und überraschend, denn die gewichtigsten Risiken sind durch die Bank Umweltrisiken. Die wirtschaftlichen Risiken hören auf, bevor die Umweltrisiken überhaupt erst beginnen. Und diese Einschätzung stammt nicht aus der Feder einiger allzu ökoorientierten Bäumeumarmer, sondern direkt aus dem Herz und Hirn des weltweiten Kapitalismus.

Global Risks Landscape 2019

Global risk

Quelle: World Economic Forum Global Risks Perception Survey 2018–2019, Link zum Report

Sie kennen sicher den Witz mit der Geisterfahrerwarnung im Radio: Ein Autofahrer hört die Meldung und wundert sich, warum nur vor einem Geisterfahrer gewarnt wird, obwohl ihm so viele entgegenkommen.Vor ein paar Jahren wurde man als nachhaltiger Asset Manager als Geisterfahrer auf der wirtschaftlichen Autobahn gesehen. Inzwischen sind ESG Risiken im Herz des Kapitalismus angekommen.

Angelehnt an Sartre: Die Geisterfahrer, das sind inzwischen die Anderen. Wir wollen in diesem ESG Letter auf diese Veränderung der Risikoeinschätzung eingehen und über die weltweit größten Risiken berichten und zeigen, wie man als nachhaltiger Asset Manager damit umgehen und auch noch Geld verdienen kann.

Viel Spaß beim Lesen unseres Dossiers zu Global Risk.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Ein verlässlicher regulatorischer Rahmen etwa für Initial Coin Offerings ist essentiell“

Interview mit Prof. Dr. Volker Brühl zu den Herausforderungen der Blockchain-Technologie und der zunehmenden Tokenisierung in der Finanzwelt. Das Interview führte Hedgework-Gründer Uwe Lill.

HEDGEWORK NEWS: Im Ursprung war die Blockchain-Technologie eine strikt dezentrale, für jeden zugängliche Technologie. Jetzt treten immer mehr private oder Corporate Blockchains auf den Plan, Stichwort JP Morgan Coin. Hat der „revolutionäre“ Gedanke einer Beteiligung durch jedermann ausgedient?

Prof. Dr. Volker Brühl: Aus meiner Sicht war der mit Bitcoin verbundene Grundgedanke zwar eine interessante Vision, aber letztlich auch nicht mehr. Was bleibt ist in der Tat die Weiterentwicklung der dem Bitcoin und anderen Kryptowährungen zugrunde liegenden Distributed Ledger- bzw. Blockchain-Technologie, mit deren Hilfe man Transaktionen in einem dezentralen Netzwerk schnell und sicher durchführen bzw. validieren kann. Dass wir in der Zwischenzeit einige Versuche sehen, mit eigenen Verrechnungseinheiten in geschlossenen Netzwerken zu experimentieren, ist naheliegend. Die JP Morgan Coin ist dafür ein prominentes Beispiel.

HEDGEWORK NEWS: Während in der Wirtschaft immer mehr Blockchain-Projekte starten, scheint das Thema beim Gesetzgeber noch gar nicht angekommen zu sein. Täuscht der Eindruck? Und was müsste Berlin oder gar Brüssel hier vor allem tun?

Prof. Brühl: Nach meiner Einschätzung ist das Thema inzwischen durchaus auf der politischen Agenda angekommen. Denn ein verlässlicher regulatorischer Rahmen etwa für Initial Coin Offerings (ICOs) ist essentiell, um auch hierzulande Finanzinnovationen zu fördern, ohne aber den Anlegerschutz zu vernachlässigen. Eine europäische Regelung wäre natürlich wünschenswert.

HEDGEWORK NEWS: Wie schätzen Sie die Expertise deutscher Unternehmen – ob Fintech oder Konzern – im internationalen Vergleich bei Blockchain-Projekten ein?

Prof. Brühl: Der deutsche Finanzsektor zählt hier sicher nicht zu den Vorreitern, auch wenn die großen deutschen Geldhäuser in allen nennenswerten Konsortien dabei sind. Andererseits gibt es ermutigende Signale im Trade und Export Finance, wo deutsche Banken schon erfolgreiche Pilotprojekte durchgeführt haben. Deutsche Fintechs tun sich derzeit noch schwer mit der Blockchaintechnologie.

HEDGEWORK NEWS: Der Bitcoin hat in den vergangenen Jahren die Krypto-Diskussion bestimmt, erst mit Hype (2017), dann mit Bust (2018). Hat sich die Krypto-Branche mittlerweile vom Bitcoin emanzipiert?

Prof. Brühl: Das kann man durchaus so sagen. Allerdings haben wir in den letzten Jahren sehr viele neue Kryptowährungen gesehen, deren Existenzberechtigung am Markt kaum zu erkennen ist. Viele verzeichnen nur eine geringe Marktkapitalisierung und dürften in absehbarer Zeit wieder vom Markt verschwinden. 

HEDGEWORK NEWS: Der neue Modebegriff ist „Tokenisierung“. Sämtliche Assets von der Aktie bis zur Immobilie sollen als Token auf einer Blockchain handelbar sein. Ist das ein Wunschtraum oder eine vorstellbare Entwicklung?

Prof. Brühl: Das hängt sehr stark von den künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Noch sind die Token so unterschiedlich ausgestaltet, dass manche von ihnen eher einem Coupon ähneln, andere wiederum eher den Charakter eines Finanzinstrumentes haben. Die BaFin hat jüngst etwas mehr Klarheit in die Debatte gebracht, indem sie Anfang 2019 den ersten Wertpapierprospekt zu einem Security Token Offering in Deutschland gebilligt hat und dadurch aufgezeigt hat, unter welchen Voraussetzungen Token als Wertpapiere einstuft.


Professor Dr. Volker Brühl ist Geschäftsführer des Center for Financial Studies an der Goethe Universität. Außerdem ist er Professor für Banking und Finance an der Hochschule für Ökonomie und Management. Er beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Digitalen Transformation sowie der Bedeutung der Künstlichen Intelligenz und der Blockchaintechnologie im Finanzsektor. Daneben ist er als Beirat in verschiedenen akademischen und nicht-akademischen Institutionen aktiv.

Argentinien – im Auge des Hurrikans

Argentinien ist von einer Inflation und Zinssätzen auf Rekordniveau gebeutelt und steht seit Anfang 2018 auf wackeligen Beinen. Die bevorstehenden Wahlen schüren die Unsicherheit nur weiter, so Anjeza Kadilli, Economist bei Pictet Asset Management.

Eine angeschlagene Wirtschaft...

Der argentinische Peso hat so stark abgewertet, dass 1 US-$ jetzt doppelt so viel kostet wie vor einem Jahr (siehe Abbildung unten links). Während der starken Rezession seit Anfang 2018 ist die Wirtschaftsleistung des Landes 2018 um 2,5% zurückgegangen. Für 2019 werden allenfalls -1% erwartet.

Trotz einer leichten Verbesserung im März 2019 hat sich unser Wachstumsindikator immer weiter verschlechtert, sodass der längerfristige Durchschnitt in negatives Territorium abgerutscht ist (siehe Abbildung rechts).

DIE ARGENTINISCHE WÄHRUNG UND WIRTSCHAFT LAUFEN IM GLEICHSCHRITT IN DEN ABSCHWUNG

Abb. 1a (links) – Wechselkurs: Argentinischer Peso gegenüber dem US-Dollar/Abb. 1b (rechts) – Pictet Leitindex für Wachstum (3M/3M annualisiert)

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, April 2019

...Politik unter Handlungsdruck

Die Stabilisierung der Inflation war eine der wichtigsten Prioritäten von Präsident Macri, als er Ende 2015 sein Amt antrat. Die bislang ergriffenen Maßnahmen haben allerdings noch keinen Erfolg gebracht und die jährliche Inflation liegt mittlerweile bei rund 55%. Die monatlichen Inflationszahlen haben ebenfalls Höchststände erreicht. Die Kosten für Verkehrsmittel z. B. sind im März um 5% gestiegen. Es wurde eine Reihe von Vorschriften eingeführt und wieder abgeändert, da sich die Regierung nicht sicher war, ob sie die Kaufkraft durch Bezuschussung von Versorgungsleistungen zugunsten der Verbraucher stärken soll oder nicht (siehe Abbildung unten).

VPI ALS GRADMESSER FÜR DIE ZWEIFEL DER REGIERUNG

Abb. 2 – VPI: Wohnen, Wasser, Strom, Verkehrsmittel und Gesundheit

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, April 2019

Bei einem letzten Versuch, die Situation noch vor den Wahlen im Oktober in den Griff zu bekommen, hat die Regierung ein Maßnahmenpaket angekündigt, mit dem die Kaufkraft verbessert werden soll:

  • Preiskontrollen für 60 Basisprodukte, darunter Lebensmittel, für mindestens 6 Monate
    Dies dürfte zu einer Knappheit bei diesen Waren und möglicherweise zur Herausbildung eines Sekundärmarkts führen.
  • Anstieg der Preise für Versorgungsleistungen vorerst gestoppt
    Dadurch werden die Kosten vom Verbraucher zurück an den Staat verschoben, der allerdings ohnehin schon knapp bei Kasse ist.
  • Einführung bezuschusster Kreditlinien für die privaten Haushalte

Diese Maßnahmen schließen sich an die Entscheidung der Zentralbank an, die Ausweitung der Geldmenge zu beschränken und innerhalb der im vergangenen Jahr eingeführten Schwankungsbreite der Währung aktiv einzugreifen. Die Zinssätze, die zurzeit bei über 65% liegen, dürften sich mindestens bis Sommer auf diesem hohen Niveau halten.

Wie geht es weiter?

Kann die Abwertung der Währung gebremst werden?

Auch wenn wir glauben, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung gehen, ist alles möglich. Der Umstand, dass die meisten Ersparnisse der argentinischen Haushalte bereits in US-Dollar angelegt sind, begrenzt die Risiken eines weiteren binnenwirtschaftlichen Drucks auf die Währung.

Das Problem ist, dass die Zentralbank und die Regierung trotz guter Absichten bislang aus Panik reagiert und langfristig orientierte Anleger das Vertrauen verloren haben.

Bevorstehende Wahlen im 4. Quartal 2019

Der Druck auf die Regierung Macri hat zugenommen, vor allem seit Jahresbeginn. Die Argentinier merken, dass ihre Kaufkraft durch die Inflation und die Sparmaßnahmen geschwächt wird. Darüber hinaus bleibt bis zur Präsidentschaftswahl Ende des Jahres nicht viel Zeit für eine Verbesserung der Wirtschaftslage.

Wir werden im Juni sehen, ob Macri und seine linksgerichtete Rivalin, die ehemalige Präsidentin Cristina Kirchner, kandidieren werden.

Fazit

Wir müssen abwarten, wie die Wahlen im Oktober ausgehen werden. Das Schicksal Macris hängt davon ab, ob seine Regierung in der Lage ist, die Währung zu stabilisieren und die Inflation zu dämpfen. Vorerst ist seine Popularität gesunken, was Ex-Präsidentin Cristina Kirchner in die Hände spielt. Da Kirchner wegen ihrer damaligen Amtsführung umstritten ist, bereitet ihre Kandidatur Anlegern im In- und Ausland Sorge. Wir befürchten, dass sie die Schulden nicht begleicht oder die Finanzhilfe des IWF nicht zurückzahlt, sollte sie wieder an die Macht kommen.


Mehr zu Schwellenländern: Wirtschaftskrise in der Türkei: Der Türkei steht eine Zahlungsbilanzkrise bevor, wenn sie keine politischen Reformen anstößt.

Über die Autorin

Anjeza Kadilli kam 2015 zu Pictet und arbeitet als Ökonomin im Economic Analysis Team von Pictet Asset Management, wo sie für die makroökonomische Analyse von Schwellenländern, insbesondere Lateinamerika, zuständig ist. Sie hat einen PhD in Econometrics von der Universität Genf, wo sie ebenfalls einen MSc und BSc in Economics erwarb. Während ihres PhD-Studiums war sie auch Gaststudentin an der Universität von Südkalifornien, der Riksbank und der HEC Montreal.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Sink or swim – how less liquid assets could buoy portfolio returns

With public equity markets trading close to all-time highs and low yields available from bonds, interest in private assets like infrastructure and private equity has risen, argues Tim Boole, Head of Product Management at Schroder Adveq Group.

In a climate of lower expected returns, both retail and institutional investors are asking where they can generate the performance needed from their portfolios.

With public equity markets trading close to all-time highs and low yields available from bonds, many are exploring less liquid alternatives to get the returns they require. Consequently, investments such as infrastructure or private equity have all seen strong growth in interest.

Yet even in private assets, a record year for fund raising in 2017 has led to questions on whether historic returns are sustainable.

Tim Boole, Head of Product Management at Schroder Adveq, advises that investors worried about this should remember the differences between public and private markets.

“Investors must keep uppermost in their minds that private assets are long-term commitments, meaning they are almost certain to experience at least one complete business cycle. Investment decisions should be considered with due care. Selecting investments that align with long-term trends in the economy are usually best performing.”

Why diversification is key in private assets

Despite the appeal of private assets though, there are also difficulties and challenges to investing in the asset class, not to mention significant risks. There is a lot of dispersion in private markets. While the best managers do very well, the worst can provide investors with quite a dismal experience.

Heeding this warning, what should investors avoid doing and where within private assets offers the best returns going forward? The key, according to Tim, is to avoid following the herd and instead look for where the future opportunities are.

“For those investors who are relatively new to private asset investing, another important lesson is to target portfolio diversification, both in the traditional sense - such as by sector and region - but also by vintage. The latter is a particular characteristic of closed ended funds whereby investments at a different period of the investment cycle are included in the portfolio. This helps combine investments that are already cash flow positive into a fund that is in its launch phase. Investments at a later point in their investment cycle also tend to be more stable. 

“Within private equity there are some areas that have attracted huge amounts of capital and other areas where the growth has hardly changed. For example, huge amounts have been going into the large and mega buy out funds and late stage venture capital finance, whereas capital into small and medium buy-out funds and early stage venture capital has changed much less in the past 20 years1.

Time is on your side

Tim believes that patience and attention to detail are often overlooked in the rush to commit capital to markets. Given the longer market tenure of private assets, investors can afford to dig deeper into new opportunities.

“Investors want to put a lot of money to work and as a result are chasing the big opportunities. But if you are nimble and can work with those who specialise in smaller buy-outs or in venture capital, the returns may be more attractive. This is because the gap between the valuations of buy-outs at the larger end and those at the smaller end have never been as wide as they are today.

“Given that the main access route to investing in private assets is currently via limited partnership structures or closed-ended funds, at present it is a challenge for intermediaries to get easy access to the asset class.

“One of the things we expect to see a lot over the next five to 10 years are intermediary investors being offered more options for private asset investing. This is a particular focus of Schroders and described as the “democratisation of private assets”. One of the things Schroders is working on this year is creating new products for the intermediary market, which are open-ended with periodic liquidity to provide underlying exposure to the underlying private assets.”

A broad offering

The complexity of the numerous instruments within private assets, as well as the extended time commitment, can make choosing a partner for the investment journey a challenging task. Tim suggests that when selecting a manager for the job, investors consider the length and breadth of their experience before taking the plunge.

“Schroders is more often associated with public market investing but has a far more extensive history and platform for private market investing than many realise. In 1971 it set up a real estate business, which at the end of June 2018 housed just under $20 billion of assets. In 2017 it acquired the Swiss private equity business Adveq which in itself has over 20 years of private equity investing experience and today runs close to $10 billion. Schroders Infrastructure Finance team have executed on 46 transactions in just three years. Schroders Insurance Linked Business (“ILS”) is run by Dirk Lohmann, an early pioneer in the field of insurance securitisation, who placed the world’s first non-life insurance securitization (KOVER) in 1993/94.

“With these capabilities, Schroders is well placed to deliver within all areas in private assets. It has a very broad offering, meaning there is a good perspective on where the opportunities are and can act accordingly. It is specialists in all areas, applying the same levels of thought, care and diligence to our private asset products as we do to our public equity offerings.

Given that investments into private assets are often a 10 to 15 year commitment, investors also need to know their manager will be around for that amount of time. Schroders has been around for 200 years, has the backing of the Schroder family and adopts a long-term time horizon.”


1. Source: Preqin, Pitchbook, Zero2IPO, Schroder Adveq 2018. Late stage/growth capital includes 50% of SoftBank Vision Fund and includes investment activity from non-traditional sources of capital (e.g. corporate investors).

This article has first been published on schroders.com.

April was a good month for active managers

Over a 12-month-rolling period, only 22% of Europe managers, 22% of US managers as well as 39% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. Before fees, the respective numbers are 35%, 36% and 62%. The underperformance of small caps over the last 12 months hurt most managers in Europe and the US since a majority had an overweight in this market cap cluster.

In April, the performance of active managers in the US and Europe was quite good. 58% of US managers, 56% of Europe managers and 51% of emerging markets managers outperformed their respective indices net of fees. In Europe as well as in the US, growth indices showed a better performance than value indices. As most active managers have a growth bias, they benefited from this development. Sector wise, healthcare performed poorly while information technology showed a strong performance in both regions.

Please find the full fundinfo Research News - May 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Warum steigt der Ölpreis inmitten von Wachstumssorgen?

Der Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum ist deutlich eingetrübt. Dennoch hält sich der Ölpreis auf einem hohen Niveau. J. Gibson Cooper, Portfolio Manager und Senior Research Analyst bei der auf Anleihen spezialisierten Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management, geht auf Spurensuche und findet gleich eine ganze Reihe möglicher Gründe: ein widerstandsfähiges Nachfragewachstum, die gestiegene US-Produktion, die Zusammenarbeit zwischen der OPEC und Russland mit Blick auf Zielquoten, Angebotsunterbrechungen sowie geopolitische Risiken. Folglich seien die Fundamentaldaten deutlich ausgewogener, was die aktuelle Ölpreisentwicklung stütze. „Ein Blick auf die Nachfrageseite der Gleichung verrät, dass der Bedarf ungebrochen ist – getrieben von den Schwellenländern, allen voran China und Indien. Die Nachfrage aus den Industrienationen kommt vorrangig aus den USA. Europa ist dank einer höheren Energieeffizienz jedoch flach“, analysiert Cooper. Insgesamt wäre die Nachfrage zwar schwächer als in vorherigen Jahren, bliebe jedoch trotz des zu beobachtenden schwächeren Wirtschaftswachstums auf einem gesunden, positiven Niveau. 

Womit wir bei der Angebotsseite wären. Und hier sieht Cooper den Haupttreiber hinter der Ölpreisdiskussion: „Die amerikanische Ölproduktion ist auf einem Rekordniveau und hat sogar die saudische Produktion überholt. Das verändert die Marktdynamik und nimmt den Saudis ihre historische Kontrolle über das Angebot und damit den Preis.“ Nach dem Preiseinbruch 2015-2016 hätten sich US-Produzenten vor allem auf kurzfristige, unkonventionelle Chancen, wie Ölschieferreserven, konzentriert. Sie wüssten technologische Innovationen gezielt für Produktivitätssteigerungen und eine höhere Effizienz zu nutzen, um so für eine Kostendeflation sowie niedrigere Breakeven-Kosten zu sorgen, Margen zu erhalten und freien Cashflow zu generieren. „Die neuentdeckte Politik der US-Produzenten, die finanziellen Konservativismus über Wachstumsziele stellt, hat dazu geführt, dass sich Bilanzen und Liquidität verbessert haben. Was wir hingegen nicht mehr sehen, sind hohe Kapitalinvestitionen, was Explorationen einschließt“, sagt der Western Asset-Experte. Zudem seien neue Projekte auch durch einen eingeschränkten Marktzugang limitiert. „Zusammen führen diese Faktoren dazu, dass sich langfristige Projekte verzögern, was wiederum zu einem geringeren Angebotswachstum in der Zukunft führen könnte.“

„Der Ölmarkt wird sich weiter verengen“

Langfristig, sagt Cooper, würde der Fokus der Industrie auf die unkonventionelle Förderung eine ganze Reihe von Fragen zur Nachhaltigkeit des Wachstums beim Ölangebot aufwerfen. Ein Beispiel sei die Ölschieferproduktion in den USA, die von steilen Produktionsrückgängen gekennzeichnet sei und hohe Kapitalaufwendungen erfordert, um die Produktion erneut zu steigern. „Der Abbau von Schieferöl geht zudem immer mit Erdgas als Nebenprodukt einher. Mit zunehmendem Verfall wird mehr Gas als Öl produziert, was die Rückgangsraten des Öls verschärft und deshalb das Angebotswachstum zusätzlich verlangsamt“, führt Cooper weiter aus.

Es gäbe jedoch noch einen weiteren Faktor, der die Angebotsseite im Gesamtbild komplizierter mache, sagt der Experte der Legg Mason-Tochtergesellschaft: die unzureichenden Investitionen in traditionelle Ölfördermethoden wie Tiefseebohrungen. „Investitionen in die konventionelle Ölförderung wurden aufgrund ihrer Investitionsgrößen und der Langfristigkeit der Projekte überwiegend von großen Ölkonzernen getätigt. Die konzentrieren sich derzeit jedoch auf kohlenstoffarme Bemühungen. Dazu zählt ein stärkerer Fokus auf Erdgas, ein Herabsteigen in der Wertschöpfungskette hin zur Petrochemie, Energieerzeugung und Biokraftstoffe sowie ein Abwenden von langfristigen Feldentwicklungen zugunsten der kurz