Wasser: mehr als bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein?

von Walter Hatak, Senior Research Analyst der Erste Asset Management.

Wasser ist ein lebensnotwendiges Gut – eine medizinische Faustregel besagt, dass der Mensch nur drei Tage ohne Wasser überleben kann. Nicht ohne Grund wird bei der Erforschung fremder Planeten zuerst nach der Quelle des Lebens, dem Wasser, gesucht. Wassermangel kann ganze Regionen unbewohnbar machen und Menschen zur Flucht zwingen, weshalb die Beurteilung der Wasserverfügbarkeit auch auf globaler Ebene zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Das World Resources Institute hat eine Unterteilung des Wasserrisikos in physische, regulative und Reputationsrisiken vorgenommen und davon 12 Schlüsselindikatoren abgeleitet um eine Evaluierung der weltweit wichtigsten Wassereinzugsgebiete vornehmen zu können.

Beispielsweise wird bei den physischen Risikoindikatoren das Verhältnis der jährlichen Wasserentnahme zum Angebot an Wasser, die Häufigkeit von Fluten oder der Schweregrad von Dürreperioden gemessen. Ebenso wird die Rücklaufquote erhoben, also jene Wassermenge, die nach der Verwendung wieder rückgewonnen wird, sowie der Wasseranteil, der durch geschützte Ökosysteme bereitgestellt wird. Der Anteil an Süßwasser-Amphibien, die nach IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) als gefährdet eingestuft sind, stellt einen Indikator für das regulative Risiko dar: Ein hoher Anteil impliziert sensible Ökosysteme, die zukünftig verschärfte Regulierungen bei der Wasserentnahme zur Folge haben können. Denn vielerorts stammen Regulierungen aus Perioden mit noch genügend Wasserreserven und sind mittlerweile überholt. OECD-Angaben zufolge hat sich alleine die Entnahme aus Grundwasserreservoiren in den letzten 50 Jahren verzehnfacht, zwischen 2010 und 2055 wird ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Wasser um 55% prognostiziert.

Das Ergebnis dieser Risikoevaluierung ist der „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resources Institutes, der eine weltweite Gegenüberstellung von Wasserrisiken auf regionaler Ebene ermöglicht. Jene Regionen mit einem geringen Wasserrisiko werden dabei hellgelb eingefärbt, jene mit einem hohen Wasserrisiko dunkelrot, Regionen ohne ausreichende Daten grau.

Overall Water Risk

Beispielhaft seien die folgenden Risiko-Regionen erwähnt, die in jüngerer Vergangenheit mit Wasserverknappung zu kämpfen hatten: Kalifornien hatte 2014 mit einem Dürre-Notstand zu kämpfen, der mit mehreren Waldbränden und einer Absackung des Bodens einherging. Kapstadt sah sich Anfang dieses Jahres zu drastischen Wassersparmaßnahmen gezwungen um den sogenannten Day Zero (=Tag ohne Wasser) zu verhindern.

Wasser(-mangel) als globales Risiko

Eine globale Wasserkrise wird vom World Economic Forum unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen als fünftgrößtes Risiko für 2018 gewertet. Generell wird das Risiko einer Wasserverknappung seit 2012 konstant unter den 5 größten Risiken angeführt. An zweiter Stelle der globalen Bedrohungen stehen für 2018 extreme Wetterereignisse. Hier gibt es direkte Zusammenhänge: Die bereits existierende Wasserkrise kann auf fehlende Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zurückgeführt werden, der wiederum in Verbindung mit extremen Wetterereignissen steht. Durch längere Trockenperioden und intensivere Niederschläge kann der ausgetrocknete Boden die Regenmassen nicht mehr aufnehmen wodurch Wasser oberirdisch abrinnt und weniger Grundwasserneubildung wahrscheinlich ist. Nach Angaben des World Resources Institutes leben derzeit eine Milliarde Menschen in Regionen mit knappen Wasserressourcen. Bis 2025 könnte sich diese Zahl auf 3,5 Mrd. Menschen erhöhen. Die häufigsten Ursachen für Wasserknappheit sind die Verschmutzung von Wasser und die damit verbundene Bedrohung von Süßwasserquellen sowie der Klimawandel, der Dürreperioden sowie Fluten verstärkt, Niederschlagsrhythmen verändert, das Schmelzen von Gletschern beschleunigt und damit das Angebot an Wasser verändert.

Da ohne Wasser den Menschen die Lebensgrundlage fehlt, kann die Wasserverknappung in massiven Flüchtlingsbewegungen resultieren, die globale Auswirkungen über die betroffenen Gebiete hinaus haben. Man spricht deshalb mittlerweile von einem Risiko mit gesellschaftlichen Auswirkungen.

Wasser als Fußabdruck der ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds

Die Erste AM hat sich im Jahr 2015 dazu entschieden, als erste KAG in Österreich den Montreal Carbon Pledge zu unterzeichnen und dadurch verpflichtet, den CO-Fußabdruck der relevanten Aktienbestände zu veröffentlichen. Mit der Unterzeichnung und dem damit verbundenen koordinierten Vorgehen bedeutender Assetmanager konnte entsprechender Druck auf Unternehmensseite aufgebaut werden, um die Veröffentlichung von CO2–Daten voranzubringen. 

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte soll die in Österreich erstmalige Berechnung des Wasserfußabdrucks für die ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds der Erste AM schreiben. Eine gesamtheitliche Analyse darf sich nicht auf die Messung des CO2-Ausstoßes beschränken.

Bei der Ermittlung der durchschnittlichen Wasserintensität der im Fonds gehaltenen Unternehmen wurde als zentrale Kennzahl die von den Unternehmen veröffentlichte Wasserentnahme herangezogen. Die mit der erstmaligen Messung des Wasserfußabdrucks einhergehende Pionierrolle hat allerdings den Nachteil, dass viele Datenpunkte noch nicht in ausreichender Qualität vorhanden sind. Um trotzdem eine seriöse Datengrundlage sicherzustellen, werden nur jene Werte berücksichtigt, die unabhängig von mehreren Datenprovidern bereitgestellt werden. Datenpunkte, die für weniger als 80 Prozent der relevanten Unternehmenstätigkeit ausgewiesen werden, bleiben gänzlich unberücksichtigt. Die daraus resultierende Menge an Wasserdaten ist mit einer Gesamtabdeckung von knapp 50% der Portfoliobestände leider noch nicht im Bereich der CO2-Kennzahlen. Diesbezüglich findet ein intensiver Austausch mit den Researchpartnern statt, um einerseits eine höhere Abdeckung zu erreichen und andererseits ein verstärktes Bewusstsein für die Bedeutung des regionalen Wasserverbrauchs aus Investorensicht zu erzielen.

Das Glas ist mehr als halb voll

Gesamtabdeckung der ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds mit Wasserdaten
Wasser - Intensität Erste Responsible AktienfondsQuelle: Bloomberg, MSCI-ESG, ISS-oekom, Berechnungen Erste Asset Management Wasser- und Umsatzdaten Geschäftsjahre 2015-2018

Wasserentnahme und -region als Inputgrößen für den Erste AM Waterfootprint

Der Süßwasserverbrauch gibt an, welche Wassermengen vom Unternehmen im letzten Geschäftsjahr aus Oberflächengewässern oder aus dem Grundwasser entnommen wurden. Der Wert ist sehr stark von der Branche des jeweiligen Unternehmens abhängig. Die Zuteilung des Wasserverbrauchs auf Wasserrisikoregionen (hoch/mittel/niedrig) erlaubt jedoch eine Differenzierung auch innerhalb der Branche und somit eine Einschätzung, inwieweit das Unternehmen zukünftig von einer Wasserverknappung betroffen sein könnte. Dazu muss vorab die Normalisierung des Wasserverbrauchs über den Jahresumsatz erfolgen, um eine Vergleichbarkeit von Unternehmen unterschiedlicher Größe zu ermöglichen. Die so ermittelte Wasserintensität kann dann, in einem letzten Rechenschritt, in Abhängigkeit der regionalen Verteilung der Standorte des Unternehmens, sowie der Gewichtung im Fonds, zu einem gewichteten Mittelwert aggregiert werden.

Im Gegensatz zum CO2-Fußabdruck liefert die regionale Komponente beim Wasserfußabdruck eine sehr wichtige Zusatzinformation. Unternehmen, deren Produktionsstätten in Regionen mit einem hohen Wasserstresslevel angesiedelt sind, haben ein besonders hohes Wasserrisiko, selbst wenn der Wasserverbrauch im Branchenschnitt liegt. Das liegt daran, dass in diesen Regionen die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Wasserverknappung weitaus größer als in low stress regions (Regionen mit einem geringem Wasserstresslevel) ist. Eine tatsächliche Wasserverknappung kann unterschiedliche Implikationen wie strengere Regulierung der Wasserentnahmen, massive Preisanstiege oder sogar eine Schließung der Produktionsstätte nach sich ziehen. Insofern erscheint die Beurteilung des Wasserrisikos auch aus ökonomischer Sicht geboten. Die Einteilung in low, medium und high stress regions orientiert sich an der bereits beschriebenen Risikoeinstufung des World Resources Institutes inder physische, regulatorische und Reputationsrisiken berücksichtigt werden. Die darauf basierende Weltkarte mit regionaler Unterscheidung der Risikogebiete (siehe Grafik oben) ist auch online einsehbar.

Welche Pegelstände werden bei der Messung der Wasserinensität erreicht?

Wasser Intensität Erste Responsible Aktienfonds im VergleichQuelle: Bloomberg, MSCI-ESG, ISS-oekom, Berechnungen Erste Asset Management Wasser- und Umsatzdaten Geschäftsjahre 2015-2018; Indexdaten per 28.12.2018

Das Ergebnis zeigt aus Sicht der Erste AM, dass die Wasserintensität der in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds gehaltenen Unternehmen sowohl bei Betrachtung nach Risikoregion, als auch gesamthaft deutlich geringer ist, als im globalen Aktienmarkt. Dieses Ergebnis lässt sich auf die umfassende ESG-Analyse zurückführen, die sämtliche Unternehmen, die in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds gehalten werden, durchlaufen müssen. Ein wichtiger Teilaspekt des Nachhaltigkeitsratings ist dabei die Beurteilung, inwieweit ein Unternehmen von hohen Wasserentnahmen in Risikogebieten abhängig ist. Insofern zeigt diese Auswertung, dass die in den ERSTE RESPONSIBLE Aktienfonds investierten Unternehmen auch beim Wassermanagement zu den Branchenbesten zählen.


Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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14 years of returns: history’s lesson for investors

The graphic shows the best and worst performing assets each year since 2005. Schroders research illustrates why diversifying your investments matters, explains David Brett, Investment Writer at Schroders.

The temptation among investors is to stick to what you know. That is no bad thing. It is a strategy championed by successful investment pioneers such as Warren Buffett, a famous devotee of stocks.

It can work, when the market is rising and you have picked the right asset. However, it’s also important for investors to consider the merits of diversification.

This table underlines the importance of spreading your money around. It can potentially help reduce risk and maybe even improve the long-term performance of your overall portfolio. It shows the returns achieved by some of the main asset classes in each year.

Of course it’s important to note that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Stock market performance is measured by the MSCI World Total Return index. Investment grade bonds relates to global government and corporate bonds deemed to be at relatively low risk of default. Property relates to the returns from global real estate markets as measured by Thomson Reuters. More detail on the indices used for each asset can be found at the foot of the table.

Asset class performances 2005-2018

14 years of asset returnsPast performance is not a guide to future performance and may not be repeated. Source: Schroders, Refinitiv data correct as of 01 January 2019.  Stock Market: MSCI World Total Return Index, Property: Thomson Reuters Developed Market Real Estate Total Return Index. Cash: IBA US dollar interbank LIBOR 3 month, High Yield Bonds: BofA Merrill Lynch Global High Yield TR Index, Investment Grade Bonds: ICE BofAML Global Corporate Total Return Index, Commods: Bloomberg Commodity Index, Gold: Gold Bullion LBM $/t oz. All show total return in local currency.

What are the benefits of diversification?

The tables reflects how the fortunes of assets often diverge.

Consider the example of gold. It is often described as the ultimate diversifier because it tends to be uncorrelated with the movement of other assets. In particular, it is perceived as being an asset to hold during times of uncertainty. In 2011, stock markets lost 5% amid the uncertainty of the European debt crisis. But investors who held some money in gold will have had their losses eased thanks to an 11% return for that asset.

The benefits of diversification can be described in various ways:

Managing risk: A crucial imperative for investors is not to lose money. There is risk with every investment - the risk that you receive back less than you put in or the probability that it will deliver less than you had expected. This risk varies by the type of investment. Holding different assets mean this risk can be spread. It could also be managed by you or by a professional, such as financial adviser. Specialist fund managers can also allocate money to help manage risks.

Retaining better access to your money: The ease with which you can enter or exit an investment is important. Selling property can take a long time compared with selling equities, for example. Holding different types of investment that vary in terms of "liquidity" (the ease of buying and selling) means you can still sell some of your investments should you suddenly need money. 

Smoothing the ups and downs: The frequency and magnitude by which your investments rise and fall determines your portfolio’s volatility. Diversifying your investments can give you a greater chance of smoothing out those peaks and troughs.

Johanna Kyrklund, Global Head of Multi-Asset Investments at Schroders, said: “For me, the merits of diversification cannot be emphasised strongly enough. I’ve been a multi-asset investor for more than 20 years and have inevitably faced some pretty turbulent spells for markets. Each time, the ability to nimbly move between different types of assets has better equipped me to navigate those periods.

"Diversification, if carefully and constantly managed, can potentially deliver smoother returns; it’s a key tool to help in balancing the returns achieved versus the risks taken.”

Too much diversification?

There is no fixed rule as to how many assets a diversified portfolio should hold: too few can add risk, but so can holding too many.

Hundreds of holdings across many different types of investment can be hard for an individual investor to manage.

What has been the best and worst performing assets since 2005?

Gold was the best performing asset, bolstering its reputation as a safe haven during times of uncertainty. It’s worth noting that much of the gains were made in the early part of that period before the uncertainty of the financial crisis took hold.

Gold’s strong performance is all the more noteworthy when commodities were found to be the worst performing asset over the 14 years. They alone of the six assets would have lost investors money.

In real terms, $1,000 invested in gold in 2005 would now be worth $2,925 – an 8.3% annual return. $1,000 invested in commodities would now be worth $630 – representing a 2.3% annual loss.


This article has first been published on schroders.com.

Weltwassertag: Wie gehen wir mit Wasserarmut um?

Im Jahr 2006 begann eine international viel beachtete Partnerschaft zwischen der Erste Asset Management und dem WWF Österreich mit dem Ziel ein Produkt zu kreieren, das Finanzströme in eine nachhaltige Richtung lenkt, besonders nachhaltige Unternehmen fördert und einen positiven Nutzen für die Umwelt zu liefern. Der von der UNESCO ins Leben gerufene Weltwassertag möchte auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aufmerksam machen.

Bedrohter Meer-Wert

Die unvorstellbaren Weiten der Weltmeere bedecken 71% unseres Planeten. Unerschöpflich scheinen die kostbaren Schätze, die sie uns Menschen bieten. Jedoch sind 93 Prozent der globalen Fischbestände überfischt oder bis an die Grenzen befischt. Was uns drastisch vor Augen führt, dass die Ozean-Giganten durch menschliche Eingriffe massiv unter Druck geraten und deren Ressourcen sehr wohl endlich sind.

Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Lebensgrundlage von über 800 Millionen Menschen, die vom Fang, der Produktion, der Verarbeitung und dem Verkauf von Fisch abhängen. Die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern. Fisch ist in armen Teilen der Welt lebensnotwendige Nahrungs- und primäre Proteinquelle, die Abhängigkeit von der Meeres-Delikatesse also ungleich größer als in unseren Breiten.

Europa als weltweit größtem Markt und Importeur von Fisch- und Meeresfrüchten kommt entscheidende Bedeutung dabei zu, diese Lebensgrundlage zu erhalten. Schließlich stammen mehr als die Hälfte der Fisch-Importe aus Entwicklungsländern. Ohne sie könnte die europäische Nachfrage nicht gedeckt werden.

Machtlose Konsumenten?

Europäischen Konsumentinnen und Konsumenten ihre Macht beim Fischkauf bewusst zu machen, ist Ziel der WWF-Informations-Kampagne Fish Forward. In 11 EU-Ländern wird dafür geworben, Meere und Menschen mit dem Kauf von nachhaltigem Fisch zu unterstützen.

Mit dem WWF Fischratgeber fällt es beim Einkauf leicht, eine verantwortungsvolle Wahl zu treffen. Es werden Gütesiegel empfohlen und über 60 Fisch- und Meeresfrüchtearten nach dem einfachen Ampelsystem bewertet. Auf dem Smartphone ist der Ratgeber im Geschäft schnell bei der Hand.

Hinter den Kulissen arbeitet der WWF daran, die politischen Rahmenbedingungen in der weltweiten Fischerei zu verbessern. Auch Handelsunternehmen werden beraten, um mit einer nachhaltigen Einkaufspolitik ihrer wichtigen Rolle gerecht zu werden.

Geht doch

Was möglich ist, wenn Verbraucher, Unternehmen und Politik an einem Strang ziehen, zeigt ein WWF Fischerei-Verbesserungsprojekt auf den Philippinen:

Durch das Zusammenspiel von europäischer Konsum-Nachfrage nach nachhaltigem Thunfisch, der entsprechenden Umstellung des Fisch-Angebots eines heimischen Handelsbetriebs sowie den richtigen politischen Anreizen (drohende EU-Importverbote für Staaten, die illegale Fischerei unzureichend bekämpfen), arbeiten heute über 6.000 philippinische Fischer nachhaltig. Mit Handleinen fangen sie Gelbflossenthunfische für den europäischen Markt, erzielen damit ein höheres Einkommen und schonen die Fischbestände in ihren Gewässern.

Jeder kann einen Beitrag zum Schutz von Meeren und davon abhängigen Menschen leisten. Kaufen Sie nachhaltigen Fisch.

WELTWASSERTAG FAKTEN

  • Meere bedecken 71 Prozent unseres Planeten
  • 90 Prozent der Fischbestände sind überfischt oder bis an die biologischen Grenzen befischt
  • Fisch sichert die Lebensgrundlage von 800 Mio. Menschen – vor allem in Entwicklungsländern
  • 90 Prozent der weltweiten Fischer sind kleingewerblich
  • Weniger als 4 Prozent der Meeresfläche sind geschützt – Schutzgebiete sind essenzielle „Kinderstuben“ und Erholungsräume für Fischbestände
  • Europa ist der weltweit größte Markt und Importeur von Fisch und Meeresfrüchten – mehr als die Hälfte der Importe kommt aus Entwicklungsländern

Von Florian Kozak, Pressesprecher des WWF Österreich und Kommunikations-Koordinator der europaweiten WWF-Initiative ‚ Fish Forward – Nachhaltiger Fischkonsum zum Schutz von Meeren und Menschen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

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Techlash: Why investors may be too worried

While I still like tech, there are two 'R's in particular that I worry about: recession and regulation, explains Lars Kreckel, Global Equity Strategist at Legal & General Investment Management. Focusing on regulation, the risk is real, but is the market too concerned about it?

In the year since the Facebook / Cambridge Analytica scandal hit, a regulation backlash, or 'techlash', has become widely feared by investors in tech stocks. It's fair enough, I share the concerns. But with this being such a consensus view, it is worth pointing out some counterintuitive good news and why the risk of aggressive tech sector regulation could be lower than some bears fear.

Exhibit one is a poll by Georgetown University’s Baker Center, which made for fascinating and somewhat comforting reading. The poll asked 3,000 Americans how much confidence they have in 20 institutions. The result highlighted that Amazon and Google are among the most trusted institutions in the United States; only the military is more trusted. Facebook did less well in the poll. It ranked number 18 out of 20. The only institutions that are less trusted are Facebook’s regulators: political parties and Congress. I have two conclusions from the survey:

  1. The pressure to enact severe regulation on tech is not (yet?) high enough to trigger material action. The most obvious targets are companies that meet two criteria: they make lots of money AND are disliked by the public. Both applied to banks, oil majors and utilities in the past, but so far the tech sector only ticks one of these boxes.

  2. Facebook’s fate highlights the cost of mistakes. It only takes one mistake to fall from grace. This may help explain why companies like Apple are going out of their way to be seen as 'the good guys' on privacy.

The second perhaps surprising bit of positive news has been the praise the sector received from the European Commission, which has generally taken a relatively hard line with tech regulation. European Commissioner for Justice Věra Jourová said in February that the code of conduct on hate speech, as a voluntary exercise, "works well" and talked about "good results". Nearly three-quarters of content notified as hate speech was removed, compared with only 28% when the process was first launched, and the commission "do not wish to see a removal rate of 100 percent". None of this suggests that tech companies are off the hook, but the report shows that the EU Commission is happy with the results of this light-touch self-regulatory process. The comments sound conciliatory rather than like an institution gearing up for a more aggressive approach.

Finally, it is worth remembering that what seems like a bipartisan chorus of anti-Silicon Valley comments is actually a hugely diverse group with very different views and interests. It is possible that while there is a growing consensus that some form of regulation is necessary, it will be much more difficult to agree on the type of regulation that is required and pass legislation. 

None of the above changes our view that escalating regulatory pressures are one of the two greatest risks to our tech position. It does, however, highlight that the case for regulation that hits tech profits is perhaps less clear than some think. For now, I still like tech and we remain long the theme.


This article has first been published on macromatters.lgim.com.

Einheitliche Kriterien schaffen Vertrauen bei den Anlegern

Der Markt nachhaltiger Geldanlagen boomt nicht nur in Deutschland, sondern rund um den Globus. Vor allem institutionelle Investoren achten immer mehr darauf, dass ihre Engagements strengen nachhaltigen Kriterien gerecht werden. Mit einem Wachstum von über 16 Prozent allein im vergangenen Jahr erreichte in Deutschland das Volumen nachhaltiger Fonds und Mandate, bei denen ökologische und soziale Kriterien einfließen, einen historischen Höchststand von gut 92 Milliarden Euro. Rechnet man alle Anlageformen – also neben Mandaten und Fonds auch Eigen- und Kundeneinlagen – mit ein, liegt der Wert bei über 170 Milliarden Euro.

Viele Varianten, aber keine einheitlichen Regeln

Es bleibt die Frage: Was ist eigentlich eine „nachhaltige Geldanlage“? Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Es gibt zahlreiche Varianten und Vorstellungen zu diesem Thema, aber bisher keine verbindliche und einheitliche Regelung. Einig ist man sich zumindest darüber, dass es um gesellschaftliche Probleme wie Armut, Menschenrechte, Umweltverschmutzungen und Klimawandel gehen soll. Doch eine konkrete Handlungsanweisung fehlt. Da gibt es etwa die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die wiederum unterscheiden sich von den Nachhaltigkeitskriterien der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die wiederum von den Kriterien von Natur- und Tierschützern, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nun hat die Europäische Union einen Weg eingeschlagen, der hier für mehr Einheitlichkeit sorgen kann. Seit 2018 müssen alle betrieblichen Altersvorsorgeeinrichtungen ihren Umgang mit Nachhaltigkeitsvorgaben transparent machen. In diesem Jahr soll ein sogenannter EU-Aktionsplan zur nachhaltigen Neuausrichtung des Finanzmarktes folgen. Dieser soll ein verbindliches Klassifizierungssystem erarbeiten, das die Anlage- und Unternehmenswelt im Sinne der Nachhaltigkeitsregeln in positiv bzw. negativ einteilt. Darauf basierend sollen dann schließlich Anlageentscheidung getroffen werden.

Wird der EU-Aktionsplan zu einem „Bürokratiemonster“?

Nun befürchten einige Vermögensverwalter wie etwa der weithin geachtete Kölner Fondsmanager Bert Flossbach, dass sich ein solches Klassifizierungssystem, auch ESG-Taxonomie genannt, zu einem wahren „Bürokratiemonster“ entwickeln wird. Wenn man an die Regelungswut der Brüsseler Administration denkt, mag diese Befürchtung durchaus berechtigt sein, vor allem, wenn die Formulierungen der gesetzten Kriterien zu großen interpretatorischen Spielraum lassen. Um dem vorzubeugen, sollen Ratingagenturen die einzelnen Kriterien und Bestimmungen ausarbeiten und konkretisieren. Nun, auch darüber kann man diskutieren, ob dies ein guter Weg ist. Schließlich sind sich auch Ratingagenturen nicht immer darüber einig, wie sie Nachhaltigkeitskriterien im Einzelnen definieren. Vergleiche bei den Nachhaltigkeitskriterien von ISS-oekom research, Sustainalytics, Morningstar oder Scope machen dies deutlich.

Gute Erfahrung mit Nachhaltigkeitsratingagentur

Wir arbeiten bei unserem global investierenden Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges (WKN: A0JMLV) seit vielen Jahren mit der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS-oekom zusammen. Diese durchleuchtet anhand von mehr als hundert verschiedenen Kriterien je Branche, ob ein Unternehmen in unserem Sinne nachhaltig arbeitet und agiert. So wird zunächst im Rahmen des oekom Corporate Ratings die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards durch die Unternehmen überprüft. Unternehmen aus den Geschäftsfeldern Atomenergie, Biozide, Chlorchemie, grüne Gentechnik, Rüstung sowie Fossile Brennstoffe (Kohle & Öl) werden aufgrund sehr streng definierter Ausschlusskriterien von vornherein aussondiert. Auch Unternehmen, die gegen Umweltauflagen, fundamentale Menschenrechts- und Arbeitsschutznormen oder grundlegende Governance-Prinzipien wie Korruption oder Bilanzfälschung verstoßen, finden keinen Eingang in das Anlageuniversum.

Positivselektion mit hohen Anforderungen an die Unternehmen

In einem abschließenden Selektionsprozess werden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die im Rahmen ihres Kerngeschäfts sowohl etwa verantwortungsvolle Führungsstrukturen oder substanzielle und richtungsweisende Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen wie der Bekämpfung von Armut, den Folgen des Klimawandels, der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nachweisen können. Darüber hinaus legen wir Wert darauf, dass die im PRIMA – Global Challenges enthaltenen Unternehmen sich dieser Verantwortung aktiv stellen und durch ihre Produkt- und Dienstleistungspalette eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Sind dies die besten und perfekten Nachhaltigkeitskriterien? Wir hoffen schon, auch wenn uns bewusst ist, dass sich auch darüber vortrefflich streiten lässt. Sehr vortrefflich sogar, denn neben den Anforderungen an Kriterien kommt auch häufig die Frage der Machbarkeit auf – wie vollziehen Ratingagenturen die gesamte Wertschöpfungskette inklusive aller Zulieferer bzw. Subunternehmer nach? Kann hier wirklich bis zur letzten Komponente eine Garantie für nachhaltiges, weil ethisch korrektes Verhalten ausgesprochen werden? Man sollte dem EU-Aktionsplan aber zumindest eine Chance geben. Denn jede Vereinheitlichung in diesem Bereich ist ein Fortschritt – vor allem auch für die Anleger, die damit mehr Vertrauen in nachhaltige Investmentfonds gewinnen können.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas Hellener

Thomas Hellener ist Vorstand der VSP Financial Services AG und seit Juni 2013 Geschäftsführer der PRIMA Fonds Service GmbH. Diese ist eine unabhängige Investment-Boutique für innovative und qualitativ hochwertige Investmentfonds. Die PRIMA-Fonds werden von externen Vermögensverwaltern und Fondsmanagern gemanagt, die über eine langjährige Expertise in ihren jeweiligen Schwerpunktbereichen verfügen, wie zum Beispiel Dr. Hendrik Leber, ACATIS Investment KVG mbH (Fondsmanager des PRIMA – Global Challenges, WKN: A0JMLV) oder Frank Fischer, Shareholder Value Management AG (Fondsmanager des PRIMA – Globale Werte, WKN: A0D9KC).

Asiatische Aktien – nicht nur Wachstum, sondern Income

Immer mehr Anleger schauen sich auf der Suche nach einem regelmäßigen Einkommen auch auf Aktienseite um – getrieben von den niedrigen Anleiherenditen seit der weltweiten Finanzkrise. Asiatische Aktien wurden bislang jedoch eher weniger als Einkommensquelle wahrgenommen. Eine vertane Chance, wie Ajay Dayal, Head of International Equity bei Legg Mason, erläutert: “Bisher waren asiatische Aktien vor allem aufgrund ihres starken Wirtschaftswachstums interessant und daher eher eine Investition mit Fokus auf Kapitalwachstum. Doch das ist zu kurz gedacht.“

Was der Aktienexperte des internationalen Vermögensverwalters damit meint: Ein Engagement in asiatische Aktien kann viele der Herausforderungen lösen, vor denen Anleger derzeit stehen, und Legg Mason mit seinen Fonds einen entscheidenden Beitrag dazu leisten. „Anleger wünschen sich ein stabiles, attraktives aber auch wachsendes Einkommen. Der Weg dahin ist eine Kombination aus Einkommen und Einkommenswachstum“, sagt Dayal. Er betont, dass globale Unternehmen zwar insgesamt mehr Dividenden auszahlen würden, asiatische Firmen jedoch ebenfalls bereits auf einen Dividendenpool von weit über 240 Milliarden US-Dollar kommen. Zudem seien nicht nur die Renditen in Asien mit denen in Europa und den USA vergleichbar, die Wachstumsrate von Dividendenausschüttungen asiatischer Firmen sei um ein Vielfaches größer.

Risiken managen

„Ein Argument, das wir häufig hören: Chancen auf den asiatischen Märkten können im Vergleich zu Industrienationen nur mit einem zusätzlichen Risiko wahrgenommen werden“, weiß Dayal. Diese zusätzliche Volatilität reduziere dann nicht selten den Appetit der Anleger. Dabei sei der Trick schlicht, nicht zu viel zu verlieren: „Es ist gerade in den volatilen asiatischen Märkten wichtig, Chancen und Risiken auszubalancieren. Was man dafür braucht, sind Portfolios, die in Abwärtsmärkten nicht zu viel verlieren können. Denn einmal eingehfahren Verluste auszugleichen, ist oftmals die eigentliche Herausforderung. Wiederholen sich hohe Verluste zu häufig, hat das einen immensen Effekt auf das letztendliche Ergebnis.“

Hinzu käme, dass Anleger, die nur ab und zu vereinzelte Verluste erleiden, auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit investiert blieben. Und wer investiert bleibe, habe eine größere Chance, die längerfristigen Renditen innerhalb eines Zyklus mitzunehmen. Dies gelte für einkommensorientierte Anleger in asiatischen Werten gleichermaßen – wenn nicht sogar stärker.

QS Investor mit robustem asiatischen Portfolio

Wer asiatische Aktien als Einkommensquelle für sich nutzen will, braucht also ein ausbalanciertes, robustes Portfolio. Laut Dayal sind der Schlüssel zum Erfolg die Dividendeneinkommen, die wie eine Sicherheitsmarge wirken: „Zunächst sorgt das Einkommen wie eine stabilisierende Komponente für eine positive Gesamtrendite. Und auch der Aufzinsungseffekt von Dividenden darf nicht unterschätzt werden. In den letzten 18 Jahren waren Dividenden für etwa 50 Prozent der Gesamtrendite asiatischer Aktienmärkte verantwortlich, in den letzten 30 Jahren immerhin noch für knapp 40 Prozent. Dividenden spielen eine entsprechend wichtige Rolle, wenn es darum geht, Investoren für Risiken zu kompensieren.“

Genau auf diese Strategie setzt die Legg Mason-Tochtergesellschaft QS Investors mit ihrem QS MV Asia Pac ex Japan Growth and Income Fund. Das Fondsmanagement setzt bei der Titelauswahl bewusst auf eine Kombination verschiedener Faktoren. Werte, die es ins Portfolio schaffen, müssen fundamental attraktiv sein, gesunde und nachhaltige Dividenden liefern und weniger sensibel auf Marktentwicklungen reagieren. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit hohem Kapitalwachstumspotenzial, einer niedrigen Volatilität und Beta, dafür aber mit einem höheren Income-Faktor als der durchschnittliche Markt. „Das Portfolio des QS MV Asia Pac ex Japan Growth and Income Fund ist vor allem aufgrund seiner Kombination von Auswahlkriterien so robust. Während fundamental attraktive Unternehmen mit nachhaltigen Dividendenausschüttungen Mehrwert im Portfolio schaffen, sorgt die geringere Anfälligkeit für Marktschwankungen für eine ausgewogene Volatilität im Fonds“, schließt Dayal ab.

ECB succession: the race to replace Mario Draghi

Forget the debates about nationality – the next ECB chief’s most important quality will be their ability to keep the show on the road in the next crisis, argues Hetal Mehta, Senior European Economist at Legal & General Investment Management.

Mario Draghi has helped to steer the euro area economy through existential crisis since becoming president of the European Central Bank in 2011. It’s no exaggeration to call him a titan in the world of monetary policy.

The Italian economist is due to step down in October, so investors are understandably gripped by the question of who will replace the man who has dominated markets by deftly navigating a sovereign debt crisis, steering the ECB through the Grexit saga and chartering new territory in the form of negative rates.

It’s the politics, stupid

Because EU country leaders will ultimately choose Draghi’s replacement, after their finance ministers recommend their preferred candidate, the decision is deeply political – expect a lot of manoeuvring among the larger nations.

And because there are a number of top EU jobs up for renewal this year, we can’t look at one without the others. For example, it’s seen as crucial for the ECB president and head of the European Commission to be of different nationalities.

The chart below details the main runners and riders, alongside my estimates for their chances of attaining the key economic role; you can see that the race remains wide open at this stage.

The Macron-Merkel dynamic

Much will hinge on talks between the French president and German Chancellor. Emmanuel Macron wants deeper fiscal integration in the euro area. He knows his chances of getting this are slim, so likely feels the need for a ‘creative’ ECB that will continue to support the bloc.

For her part, Angela Merkel reportedly favours installing a German EU Commission chief, instead of pushing for a controversial candidate to run the central bank. By “controversial”, read Bundesbank chief Jens Weidmann, an uber-hawk who is the hard man of euro-area monetary policy.

One of the ECB’s pragmatic Finns, such as Erkki Liikanen or Olli Rehn, would probably be acceptable to Macron if he had to forgo putting a Frenchman (or woman, but no strong contenders have emerged) at the head of the institution. Both Liikanen and Rehn are very experienced and highly regarded.

Portfolio implications

The ECB’s toolkit is much bigger now than before the central bank was forced to deal with insolvent nations and broken bond markets. It is also a consensus-building institution: even Draghi could not have magicked up the crisis-fighting tools overnight; he had to gain buy-in from his fellow policy makers.

So with the possible exception of Weidmann, none of the candidates are likely to change my economic forecasts or rate expectations for the short term.

We continue to anticipate the first, albeit small i.e. only 0.15%, rate increase in 2020 as the ECB gradually tries to normalise policy. Indeed, within the Asset Allocation team we have recently raised our stance on the euro to neutral, from negative, which was a tactical and medium-term view we held since 2017.

The next ECB president will matter most when there is a crisis. Regardless of their nationality, only then will we learn whether they are blessed with Draghi’s ability to keep the economy on an even keel*.


*If you have noticed the sailing metaphors you’d be forgiven for thinking I’m a fan. Nothing could be further from the truth – I get very sea sick, so very much appreciate a good captain in stormy waters!

This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Stabilisierung oder Abschwung?

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Die Mehrzahl der Wirtschaftsindikatoren deutet auf eine Abschwächung des weltweiten realen Wirtschaftswachstums hin. Insbesondere der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor hat im Monat Februar den fallenden Trend fortgesetzt und damit eine andauernde Schwäche im Fertigungssektor angezeigt. Es gibt zwar schwache Anzeichen für ein Ende des Abschwungs innerhalb der kommenden Monate, die Unsicherheit bleibt jedoch erhöht. Die Zentralbanken haben darauf reagiert und die geplanten Leitzinsanhebungen ausgesetzt beziehungsweise sogar Lockerungsmaßnahmen gesetzt. Gleichzeitig reflektieren die Marktpreise bereits eine Stabilisierung des Wachstums. Wie wird diese Zweiteilung zwischen dem Markt und dem wirtschaftlichen Umfeld aufgelöst werden?

„Normale“ Verlangsamung

Ein Teil der Abschwächung des Wirtschaftswachstums kann auf eine „Normalisierung“ im Sinne eines Wachstumsrückgangs vom überdurchschnittlich auf durchschnittlich zurückgeführt  werden. Dazu kommen aber auch die generelle Verschärfung der Zentralbankliquidität sowie der Anstieg der Unsicherheit.

Weniger Zentralbankliquidität

Motiviert durch das kräftige Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken in den entwickelten Volkswirtschaften eine Politik der graduellen „Normalisierung“ eingeleitet. Das bedeutet die Anhebung der sehr niedrigen Leitzinsen und die Einstellung beziehungsweise die Rückführung der Anleiheankaufsprogramme. Letzteres hat zu einem Rückgang der von den Zentralbanken deutlich ausgeweiteten Geldmenge (Geldbasis = Geldmenge M0) geführt.

Schrumpfung des Schattenbankensektors in China

Gleichzeitig sind einige Schwellenländer mit Ungleichgewichten durch die Leitzinsanhebungen in den USA unter Druck geraten die Leitzinsen anzuheben. In China war ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik auf die Schrumpfung des Schattenbankensektors gerichtet. Die Motivation in China war die hohe Schuldenquote (Schuldenbestand in Prozent des nominellen Bruttoinlandsproduktes) nicht weiter ansteigen zu lassen. Das wiederum hat zu einer deutlichen Abschwächung des Kreditwachstums geführt.

Anstieg der Unsicherheit

Zur selben Zeit sind die Unsicherheiten über die zukünftigen Beziehungen zwischen den großen Wirtschaftsblöcken angestiegen. Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China kann hier genannt werden. Aber auch der chaotische Brexit-Prozess und die Zweifel an der Integrität der Eurozone (Italien) haben das Ihre dazu beigetragen.

Eintrübung der Unternehmensstimmung

Eine unmittelbare Auswirkung dieser ungünstigen Kombination von Faktoren ist eine Verschlechterung der Stimmung bei den Unternehmen. Sie drückt auf das Wachstum der Unternehmensinvestitionen. Im Unterschied dazu ist das Beschäftigungswachstum vergleichsweise kräftig geblieben (niedrige Arbeitslosenraten). Solange der Arbeitsmarkt fest bleibt (gutes Beschäftigungs- und Lohnwachstum), werden die privaten Einkommen und der private Konsum unterstützt. Der Pferdefuß: der Arbeitsmarkt ist ein Indikator, der der Konjunktur hinterher hinkt. Der überraschende geringe Beschäftigungsanstieg in den USA im Monat Februar (plus 20.000 Quelle: Bloomberg) im Vergleich zum Fünf-Jahresdurchschnitt von 215.000 besitzt zwar keine statistische signifikante Aussagekraft, hilft aber nicht die Unsicherheit zu verringern.

Grafik: Wachstum der Geldmenge und der Produzentenpreise in China sind wichtige globale Konjunkturindikatoren

Erholung am Finanzmarkt

Der Finanzmarkt hat im vierten Quartal 2018 auf die Eintrübung des Umfelds mit deutlichen Kursverlusten von risikobehafteten Wertpapierklassen (Aktien) reagiert. Die Hürde für positive Überraschungen war damit klein. Diese hat es tatsächlich gegeben:

  • Einige wichtige Zentralbanken haben Lockerungsmaßnahmen gesetzt. Hervorzuheben ist, dass für die USA die im Markt gepreisten Leitzinsanhebungen vollkommen verschwunden sind. Ein höheres Lohnwachstum würde die Fed jedoch in eine unkomfortable Situation bringen. Soll der Blick mehr auf die Beschäftigung oder die Inflation  gerichtet sein? Der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne im Februar auf ein Niveau, das zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde, ist nicht hilfreich.
  • In der Eurozone ist die Stoßrichtung der Europäischen Zentralbank mittels einer Neuauflage eines geldpolitischen Instruments (TLTRO – langfristig günstige Liquidität für Banken in großer Menge) die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors und damit der gesamten Wirtschaft in der Eurozone zu erhöhen. Zudem hat die EZB den frühestmöglichen Zeitpunkt für die erste Leitzinsanhebung auf Beginn 2020 verschoben. Der Spielraum der Geldpolitik ist jedoch eingeschränkt. Die Ähnlichkeiten mit einer sogenannten Liquiditätsfalle (Japan-Szenario) sind auffällig.
  • In China ist das Kreditwachstum zuletzt angestiegen. Gleichzeitig fallen jedoch wichtige Indikatoren wie das Geldmengenwachstum M1 und die Produzentenpreisinflation.
  • Die Signale zu den Verhandlungen zwischen den USA und China stimmen vorsichtig optimistisch. Neben der nach wie vor erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern der Verhandlungen besteht jedoch das Risiko für Zollanhebungen auf Güter aus der EU in die USA.
  • Im Brexit-Prozess zeichnet sich auf die kurze Sicht als wahrscheinlichstes Szenario eine Verlängerung ab. Das Vereinigte Königreich wird im April wahrscheinlich noch Mitglied der Europäischen Union für ein paar Monate sein. Ein „Unfall“ (Austritt ohne Austrittsvertrag) kann jedoch leicht geschehen.
  • Die Signale für eine Wachstumsstabilisierung sind vorhanden aber schwach. Diese umfassen Indikatoren wie den globalen Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor, der im Februar angestiegen ist.

Zusammenfassung

Die Mehrzahl der Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität befindet sich in einem fallenden Trend. Der Rückbau der Globalisierung hat unter Umständen nur eine Verschnaufpause erhalten. Immerhin haben die Zentralbanken die Politik der Liquiditätsverknappung gestoppt beziehungsweise sogar umgekehrt. Für eine Fortsetzung der seit Jahresanfang eingesetzten Erholung bei den risikobehafteten Wertpapierklassen ist eine Wachstumsstabilisierung nötig. Die Anzeichen dafür sind nach wie vor zu schwach. Die Kurse neigen sich seit Anfang März abermals nach Süden. Solange von der geopolitischen Seite keine Eintrübung erfolgt (Verhandlungen zwischen den USA und China, zwischen den USA und der EU und Japan, zwischen dem UK und der EU), besteht eine gute Chance, dass die stimulierenden Maßnahmen (mehr Liquidität) mit einer Zeitverzögerung von ein paar Monaten eine Wachstumsstabilisierung ermöglichen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Hochzinsanleihen als moderne Anlageform

Der sich entwickelnde Markt für europäische Hochzinsanleihen bietet ertragsorientierten Anlegern neue Möglichkeiten – ohne dass sie hohe Risiken eingehen müssen, erklärt Prashant Agarwal, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management.

Europäische Anleger stehen vor einem Dilemma: Auf der einen Seite müssen sie ihre Portfolios angesichts des mageren Wirtschaftswachstums, des anhaltenden handelspolitischen Säbelrasselns und des zunehmenden Populismus schützen, auf der anderen Seite wird das Angebot defensiver ertragsgenerierender Anlagen immer kleiner, vor allem an den Märkten für europäische Staats- und High-Grade-Anleihen. Trotz Beendigung der quantitativen Lockerung durch die Europäische Zentralbank bewegen sich die Renditen von Staatsanleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren mit hohem Rating um Null bzw. sogar im negativen Bereich, wenn man die Inflation berücksichtigt. 

Die Frage ist, wie können Anleger genügend Einkommen erzielen, ohne ein zu großes Risiko eingehen zu müssen? Europäische kurzlaufende Hochzinsanleihen fallen einem vielleicht nicht als erstes ein, aber wir finden, im aktuellen Klima ist diese Option nicht die schlechteste. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Starke Fundamentaldaten

Die Qualität des Markts für europäische Hochzinsanleihen hat sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich verbessert. Die Anlageklasse ist liquide und vielfältig geworden, die Unternehmen stammen aus unterschiedlichsten Branchen. Heute bestehen rund 71% des Universums aus Anleihen mit BB-Rating – gerade mal eine Stufe unter Investment-Grade. Im Dezember 2008 waren es nur 54%.

KOMFORTZONE

Europäische Hochzinsanleihen – Netto-Fremdkapitalanteil in % des EBITDA

Quelle: Morgan Stanley Research. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.03.2003–30.09.2018.

Europäische Nicht-Investment-Grade-Unternehmen waren seit der Krise 2008 im Allgemeinen sehr zurückhaltend mit der Aufnahme von Fremdkapital. Mit gerade mal dem 3,2fachen des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegt ihr Netto-Fremdkapitalanteil unter dem 15-Jahres-Durchschnitt (siehe Abbildung). Auch andere Verschuldungskennzahlen wie der freie Cashflow im Verhältnis zur Verschuldung sowie die Zinsdeckung haben sich gegenüber früher verbessert. 

Zudem liegen die Ausfallraten bei Emittenten europäischer Hochzinsanleihen bei nur 1,5% (während der Finanzkrise waren es 13%) und dürften auch im kommenden Jahr niedrig bleiben.1

Sollte es eine Rezession geben, werden die Unternehmen natürlich Probleme haben, ihre Schulden zu refinanzieren, und die Ausfallraten werden nach oben gehen. Der Schaden dürfte sich aber in Grenzen halten, weil viele Emittenten europäischer Hochzinsanleihen den Großteil ihrer kurzfristigen Schulden bereits refinanziert haben. Dadurch verlagert sich die „Maturity Wall“ – also der Zeitpunkt, zu dem die meisten Anleihen zurückgezahlt oder refinanziert werden müssen – bis ins Jahr 2022.

Zudem hat die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Rezession kommt, aufgrund der jüngsten Zentralbankmaßnahmen abgenommen. Die US-Notenbank hat eine Zinspause signalisiert. Die EZB hat zugesagt, ihre Leitzinsen bis 2020 nicht anzuheben, und ein neues GLRG-Programm zur Förderung der Vergabe von Bankkrediten an Unternehmen in der Eurozone aufgelegt.

Optimalzustand

Das Zusammenspiel von niedrigen Zinssätzen und langsamem, aber stetigem Wirtschaftswachstum ist im Allgemeinen positiv für die Märkte für Hochzinsanleihen.  

Indem sich die Anleger insbesondere auf kürzer laufende Anleihen konzentrieren, können sie sich höhere Erträge sichern, ohne die normalerweise mit dieser Anlageklasse verbundene Volatilität. 

Die Investition in Nicht-Investment-Grade-Anleihen mit kürzerer Laufzeit hat sich als Strategie bewährt – sowohl während der Marktturbulenzen Ende letzten Jahres als auch langfristig.

Seit ihrer Auflegung 2012 war  bei der Pictet-EUR Short Term High Yield Strategie der maximale Rückgang vom höchsten zum tiefsten Stand – der sogenannte „Drawdown“ – viel geringer als bei den breiteren Hochzins- und Investment-Grade-Universen sowie beim Aktienmarkt (siehe Abbildung). Zudem war in diesem Zeitraum die annualisierte Volatilität der Renditen niedriger als bei anderen Anlagen.

VORSICHT ZAHLT SICH AUS

Maximaler Drawdown nach Strategie/Anlageklasse, % des absoluten Werts

Quelle: Pictet Asset Management. Performance des Pictet-EUR Short Term High Yield vor Gebühren ohne Swing-Faktoren, ICE BofAML Euro Investment Grade Constrained Index, JP Morgan EMU Government Bond IG index, ICE BofAML Euro High Yield Constrained Index und MSCI Equity Index, Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.01.2012–31.01.2019.

Der Widerstandsstärke kurzlaufender Hochzinsanleihen kommt die Vielfalt des Marktes zugute, die ein breites Spektrum an Investmentausrichtungen abdeckt. 

Ein Beispiel hierfür ist der Brexit. Auch wenn in Großbritannien große Unsicherheit wegen des Austritts aus der Europäischen Union herrscht, halten wir das Land weiterhin für eine leistungsstarke Volkswirtschaft mit vielen robusten Unternehmen. Um diesen Überlegungen Rechnung zu tragen, haben wir unser Portfolio in Richtung nicht-zyklischer Unternehmen ausgerichtet und unser Engagement in Großbritannien auf Anleihen beschränkt, die in den kommenden beiden Jahren fällig werden. 

Die jüngste Abnahme der Spannungen zwischen der populistischen Regierung in Italien und der EU ist eine weitere Entwicklung, von der Anleger profitieren können, wenn sie sich am Markt für kurzlaufende Hochzinsanleihen engagieren. Wir möchten unser Engagement in italienischen Unternehmensanleihen mit kurzer Laufzeit moderat erhöhen, da wir glauben, dass deren Bewertungen das mit einer Aufhellung des Ausblicks für Italien verbundene Potenzial nicht angemessen widerspiegeln. Hier würden wir auch längere Laufzeiten in Erwägung ziehen – drei oder vier Jahre statt nur ein Jahr.

Durch Fokussierung auf die Endfälligkeit der Anleihen anstatt auf die Duration – an dieser Kennzahl orientieren sich traditionell die Portfoliomanager – lässt sich die Portfoliovolatilität weiter reduzieren. Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil die meisten Hochzinsanleihen kündbar sind und die Duration zum ersten oder darauffolgenden Kündigungstermin berechnet wird. Damit ist ein Prolongationsrisiko verbunden: Wenn sich die Lage des Unternehmens verschlechtert, wird es die Kündigungsoption nicht ausüben – das bedeutet für den Anleiheninhaber mehr Risiko. Durch den Fokus auf die Endfälligkeit anstatt auf die Duration lassen sich auch stabilere Renditen erzielen.

Kurzum, hohe Rendite bedeuten nicht immer hohes Risiko. Die großen Zentralbanken schwenken zunehmend auf einen expansiven Kurs ein, die Fundamentaldaten der Unternehmen sind stabil und es wird nicht so bald passieren, dass eine große Anzahl an Anleihen auf einmal fällig wird, daher glauben wir, dass kurzlaufende Hochzinsanleihen eine seltene Gelegenheit darstellen, attraktive Erträge mit niedriger Volatilität zu erwirtschaften.

RISIKOBEGRENZUNG: PICTET EUR SHORT-TERM HIGH YIELD STRATEGIE IN AKTION

Überzeugende Erfolgsbilanz

Die Strategie rentierte 2018 mit -0,80%, gegenüber -3,6% beim breiteren europäischen Hochzinsmarkt.

Modifizierte Duration von 1,7 Jahren

Positionen mit der längsten Fälligkeit, d. h. 4–6 Jahre, machen nur 10% des Portfolios aus und sind auf 20 bis 30 Emittenten verteilt, um das Risiko weiter zu begrenzen.

Fokus auf hohe Kreditqualität im Universum

Anleihen mit CCC-Rating oder niedriger machen weniger als 3% des Portfolios aus – die Obergrenze liegt bei 10%.


1) Nachlaufende Ausfallrate bei europäischen Hochzinsanleihen, 12 Monate, nach Moody’s, Stand 30.11.2018 Daten zu Pictet Fonds per 31.01.2019.

Mehr zu festverzinslichen Anlagen:

Über den Autor

Prashant Argawal kam 2004 als Kreditanalyst zum Fixed Income Credit Research Team von Pictet Asset Management. Er ist heute Senior-Investmentmanager im High Yield Bond Team. Bevor Prashant Agarwal zu Pictet kam, war er 4 Jahre lang als Direktor bei Vertex Entreprises Pvt. Ltd. für Operations & Finance zuständig. Danach arbeitete er 2 Jahre als Manager bei ICRA, einem Schwesterunternehmen von Moody's Investor Service in Indien. Prashant Agarwal hat einen BSc von der Banaras Hindu University und einen MBA von der Graduate School of Business der Universität Chicago. Er hat auch ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA).

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

„Stabile Renditen unabhängig von Marktbewegungen“

Scott Davies, Mitbegründer und CIO von CDAM (UK) Ltd., stellte anlässlich des 163. Hedgeworks die CDAM Global Opportunities-Anlagestrategie vor, die marktunabhängige Renditen anstrebt. Sie zeichnet sich durch selektive Langzeit-Aktieninvestments aus, die gegen kurzfristig anhaltende, negative Marktbewegungen abgesichert werden.

Hedgework: Mr. Davies, Sie haben mit CDAM eine spezielle Global-Opportunities-Strategie aufgelegt. Was steckt dahinter?

Scott Davies: Die Strategie bietet einen differenzierten Ansatz zur Aktienanlage mit einem speziellen Fokus auf das Kapitalzuteilungsmodell von Unternehmen. Unser Ziel ist es, stets etwa 20 sorgfältig ausgewählte Aktientitel langfristig zu halten. Hierbei selektieren wir Unternehmen mit überlegenen Fundamentaldaten, bei denen die Ausrichtung des Managements von Unternehmen sich mit unseren Interessen deckt, bezogen auf das Verständnis, wie Kapital im Unternehmen verwendet wird. Unsere durchschnittliche Haltedauer beträgt 3,5Jahre, unsere längste gehaltene Aktie ist bald neun Jahre im Portfoliobestand. Ich würde auch unsere langjährige Rentenmarkterfahrung als entscheidend für die DNA des Unternehmens hervorheben. Das Verständnis, wo Aktien bezogen auf die Kapitalstruktur einzuordnen sind und die Tatsache, dass sie eine Anlageklasse mit langer Duration darstellen, sind zwei Faktoren, die in unseren Aktien-Ansatz integriert wurden.

Hedgework: Der Aktienselektion kommt dabei besondere Bedeutung zu. Wie gehen Sie hier vor?

Davies: Beim Filtern von Daten versuchen wir, moderne Technologie in unsere Prozesse zu integrieren.Nachdem wir den gefilterte Datensatz erhalten haben, nutzen wir fundamentale Bottom-up-Modelle, um potenzielle Aktien zu identifizieren. Wir verfolgen einen konzentrierten, antizyklischen Anlageansatz und wollen mit unserem Aktienauswahlprozess ein attraktives Renditepotenzial für unsere Investoren aufbauen. Im Hinblick auf mögliche Opportunitäten konzentrieren wir uns auf zwei Bereiche: Die Identifizierung von sogenannten Compounders, die hohe ROICs durch anhaltenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern aufrechterhalten können. Diese Positionen haben typischerweise eine lange Haltedauer. Und zweitens Sondersituationen wie zyklische Branchen, Spin-Offs und attraktive Bar-Ausschüttungen mit einer kürzeren Haltedauer. 

Hedgework: Gibt es Branchen oder Regionen, die Sie bei der Aktienauswahl favorisieren?

Davies: Wir fokussieren uns auf Regionen, die uns sehr gut bekannt sind. Das sind die westlichen Volkswirtschaften – insbesondere Nordamerika und Westeuropa einschließlich Großbritannien. Wir investieren nicht in Asien oder in den Emerging Markets. In letzter Zeit haben wir uns zudem verstärkt auf weniger kapitalintensive Unternehmen fokussiert, wie beispielsweise Software und „Software as a Service“.

Hedgework: Wie viele Unternehmen analysieren Sie regelmäßig und nach welchen Aspekten?

Davies: Angesichts unserer geografischen und Liquiditätspräferenzen besteht unser Universum theoretisch aus rund 3500 Aktien. In der Praxis und mit Hilfe unserer quantitativen Modelle filtern wir dieses Universum. Ausgeschlossen werden Unternehmen, deren Charakteristika wirnicht mögen. Zudem identifizieren wir vorteilhafte sowie häufig vorkommende Unternehmens-Charakteristika. Die Kombination aus quantitativer und qualitativer Arbeit des Investment-Teams hilft uns, die Liste auf überschaubare rund 300 Werte zu reduzieren, die wir detaillierter untersuchen. Aktuell befinden sich etwa 100 Titel auf der Watchlist.

Hedgework: Welche Titel schaffen es dann letztlich ins Portfolio?

Davies: Unser „Long Book“ besteht normalerweise aus 20 Titeln. Dafür nehmen wir die Haltung eines Eigentümers der Unternehmen ein. Es ist wichtig, eine Investition aus dieser Perspektive zu betrachten und nicht nur als Stück Papier oder theoretisches Konstrukt. Zudem ist es wichtig für unsere Kunden, dass wir Aktien kaufen, die überwiegend nicht Teil der breiteren Aktien-Indizes sind. Dabei ist das Ziel, eine sehr aktive Aktienselektion zu bieten und zugleich Aktien mit geringem Aktienmarktrisiko zu halten.

Hedgework: Widerspricht dieses sehr konzentrierte Portfolio von nur 20 nicht dem Gedanken der Risikostreuung?

Davies: Empirisch betrachtet erachten wir konzentrierte Portfolios als weniger risikobehaftet als diversifizierte. Wir wollen stets die Kontrolle über das Schicksal einer Aktien haben und nicht abhängig von der Unvorhersehbarkeit der Märkte sein. Unsere Erfahrungen haben gelehrt, dass Volatilität eine bessere Maßgröße für Opportunität ist als für Risiko. 

Hedgework: Was müsste wiederum passieren, damit Sie eine zuvor gekaufte Aktie aus wieder aus dem Portfolio werfen?

Davies: Unabhängig von jeglichen Kursbewegungen werden wir eine Aktienposition dann abbauen, wenn die Anlagethesis nicht mehr Bestand hat. Zudem erstellen wir Zielkurse für unsere Value-Anlagen. Diese werden allgemein von einer Neubewertung getrieben. Sobald dies geschieht, werden wir verkaufen.

Hedgework: Lassen Sie uns über die Hedging-Strategie reden, die ein weiterer elementarer Teil Ihrer Strategie ist. Können Sie kurz beschreiben, was Sie damit bezwecken?

Davies: Wir versuchen, das Long-Book durch den opportunistischen Einsatz von börsennotierten Futures und Optionen nach unten abzusichern. Anstatt spezifische Aktien- oder Sektorrisiken abzusichern, versuchen wir, das Risiko auf Portfolioebene zu verringern und das Beta im Verlauf des Marktzyklus langsam zu reduzieren. Da es sich bei Aktien um eine Anlageklasse mit langer Duration handelt, möchten wir Anlegern den Zugang zu idiosynkratischen Unternehmen mit attraktivem Ertragspotenzial und zeitnaher Absicherung nach unten bieten.

Hedgework: Wann und und in welchem Ausmaß sichern Sie ab?

Davies: Je nachdem, wo wir uns im Marktzyklus befinden, werden wir uns angemessen absichern wollen. Dies bedeutet, dass am Tiefststand eines Zyklus das Brutto- und Netto-Exposure gleich sein kann. Während wir uns durch einen Markt-Zyklus bewegen, unter ständiger Beobachtung der verschiedenen fundamentalen Daten, Marktindikatoren und makroökonomischen Faktoren, wird das Absicherungsniveau allmählich zunehmen. Im Allgemeinen sollte man erwarten, dass das Netto-Exposure des Fonds im Höchststand fast 100 Prozent betragen kann und im Tiefststand etwa 45 Prozent. Aufgrund unserer Erfahrung glauben wir, dass bei einem Netto-Exposure von 45 Prozent das Aktien-Portfolio zusammen mit der Absicherung sich vorteilhafter darstellt als man vielleicht annehmen würde. Aus diesem Grund möchten wir das Netto-Exposure nicht weiter reduzieren, da unser Ziel letztlich darin besteht, die Auswirkungen des Markt-Beta zu beseitigen und nicht auf die Marktrichtung zu spekulieren. 

Hedgework: Und welche Faktoren entscheiden darüber, ob ein Hedge wieder aufgelöst oder gelockert wird?

Davies: Die gleichen fundamentalen und makroökonomischen Faktoren, die ursprünglich die Absicherung vorgaben, aber im umgekehrten Sinne. Typischerweise erfolgt die Reduzierung der Absicherung in korrigierenden Marktphasen.

Hedgework: Sie runden mit einer speziellen Optionsstrategie als zusätzliche Renditequelle die Strategie ab. Wie funktioniert die und wie oft wird sie angewendet?

Davies: Wir sind Käufer von langlaufenden Out-of-the-money-Puts bekannter Indizes wie S&P 500, NASDAQ oder Russell 2000. Diese müssen gut zum Aktien-Portfolio passen und entsprechende Korrelationen aufweisen. Wir kaufen Puts mit 9 bis 12 Monaten Restlaufzeit, die ca. 5 bis 7 Prozent aus dem Geld sind. Damit wollen wir uns zunutze machen, dass diese Optionen dann günstig zu kaufen sind und für das Portfolio in schwierigen und volatilen Marktphasen eine Art Versicherung darstellen. 

Hedgework: Rückblickend betrachtet – was hat die Global-Opportunities-Strategie von CDAM insgesamt bislang gebracht?

Davies: Die Hedged-Equity-Strategie blickt auf eine 13-jährige Erfolgsbilanz zurück, nachdem sie im April 2006 aufgelegt wurde. Der Ursprung der Strategie geht jedoch noch weiter zurück. Sie wurde anfangs bei Manulife in Toronto, Kanada, entwickelt, wo ich Anfang der 2000er-Jahre als Senior Portfolio Manager tätig war. Was als ein Experiment begann und dem Vertrauensvorschuss für Manulife zu verdanken ist, erwies sich als sehr erfolgreich. Mir hat sichverdeutlicht, dass dieser Ansatz funktioniert und zudem skalierbar ist. 

Hedgework: Kann man aufschlüsseln, welchen Beitrag die einzelnen Bausteine dazu geleistet haben?

Davies: Im Off-Shore-Fonds, dem CDAM Global Opportunities Fund, konnte seit Auflegung eine kumulierte Nettorendite von 112 Prozent erzielt werden, wobei rund 80 Prozent der Bruttorendite aus Aktienanlagen und 20 Prozent aus der Absicherung stammen.

Hedgework: Seit 2018 sind Sie auch mit einer OGAW-Version am Start. Für welche Klientel ist die gedacht?

Davies: Wir suchen nach gleichgesinnten Partnern, die unsere Ansichten über die Vorteile von konzentrierten, langfristigen Anlagen teilen. In der Praxis wird uns das OGAW-Angebot helfen, eine breitere Basis von Investoren in Europa zu erreichen. Die Zusammensetzung unserer bestehenden Investorenbasis sind Family Offices, Vermögensverwalter und große Institutionen inkl. öffentliche Pensionskassen und Staatsfonds. Aktuell fragen insbesondere US-Investoren diese Strategie nach. Da wir in London beheimatet sind, freuen wir uns natürlich auch, inzwischen eine europäische Fondsstruktur für diese Strategie anbieten zu können.

Hedgework: Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen damit? Hat der Fonds in real life die Erwartungen erfüllt?

Davies: Ich glaube, dass man in diesem Geschäft die Erwartungen nie voll erfüllen kann: man verdient immer zu wenig und verliert stets zu viel. Aber jetzt mal ernsthaft, es gibt noch andere Aspekte als nur den Ertrag. Ich bin stolz auf unsere Unternehmenskultur und gemeinsamen Werte bei CDAM und insbesondere auf starke Kundenorientierung.

Hedgework: Zum Schluss noch ein paar Infos zu CDAM. Welche Services bieten Sie außer der Global-Opportunities-Strategie noch an?

Davies: Die Kernstrategie ist unsere Hedged-Equity-Strategie, wo der Großteil der Vermögenswerte angelegt wird. Seit 2012 bieten wir zudem eine weiter Version der Strategie an, die ausschließlich die etwa 20 Titel der Aktienseite beinhaltet.

Hedgework: Wie lange gibt es CDAM schon und wie viele Assets betreuen Sie?

Davies: Das Unternehmen wurde Ende 2005 von Adam Chamberlain, dem CEO, und mir gegründet. CDAM ist im Laufe der Zeit kontinuierlich auf sieben Vollzeitmitarbeiter angewachsen, sodass wir weiterhin ein flexibles und schlagfertiges Team geblieben sind. Wir verzeichneten zudem eine gute Dynamik bei der Zunahme der verantworteten Anlagevolumina. Erst kürzlich sind die Assets Under Management auf über 850 Millionen USD angestiegen, wobei institutionelle Anleger die größte Anlegergruppe darstellen.

Hedgework: Mr. Davies, vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Ronny Kohl


Scott Davies hat im April 2006 zusammen mit Kollegen Adam Chamberlain den unabhängigen Asset-Manager CDAM in London gegründet. Vor seiner Ernennung zum Investment Manager war Scott vier Jahre lang als Senior Portfolio Manager für die Eigeninvestments bei Manulife Financial tätig. Zuvor war er von April 1999 bis November 2001 Vice President Proprietary Trading bei TD Securities Inc. Von 1991 bis 1999 war er vor allem in Toronto und London im Bereich Fixed Income bei J. P. Morgan tätig. Scott ist Chartered Financial Analyst (CFA) und Mitglied der London Society of Financial Analysts. Er absolvierte das Trinity College an der Universität von Toronto mit einem Bachelor of Commerce in Finance and Economics.

CDAM (UK) Limited

ist ein im Jahr 2006 gegründeter unabhängiger Asset Manager mit Basis in London. CDAM wird von Kepler Partners LLP betreut. Die Assets Under Management belaufen sich auf über 850 Millionen USD, wobei institutionelle Anleger die größte Anlegergruppe darstellen.

Kontakt: Roland Schulz
Kepler Partners LLP
Tel.: +49 175 2032333
E-Mail: roland@keplerpartners.com
Internet: www.keplerpartners.com

Sichere Häfen werden verlassen

Im Zuge der Kursrally der Aktienmärkte leben auch die Anleihemärkte mit höherem Risiko wieder auf. Die sicheren Häfen der Staatsanleihen werden also wieder verlassen – obwohl auch diese erstaunlich robust bleiben. Anleihen, die zum Ende 2018 deutliche Kursabschläge hinnehmen mussten, sind wieder gefragt: High Yield und Emerging Markets. Gerade die Emerging Markets litten 2018 unter den steigenden US-Zinsen und dem Druck durch die Handelsspannungen. Mit der Neubewertung der US-Geldpolitik wurde nun auch an den Rentenmärkten ein Aufschwung und eine Phase höherer Risikobereitschaft eingeleitet.

Auch die stets als sicherer Hafen angesehenen deutschen Bundesanleihen legten etwas zu, deren 10-jährige Rendite ging dabei wieder auf ca. 0,2 % zurück. Zwei bedeutende europäische Märkte entwickeln sich hingegen gegenläufig: etwas unerwartet ist in Großbritannien leichte Entspannung eingetreten, vor allem das Pfund legte zu. In Italien sind hingegen wieder Zweifel an politischer und fiskalischer Stabilität aufgetreten.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt: neue Richtung der Geldpolitik?

Seit Jänner steht die US-Notenbank vor einer veritablen Strategiewende. Statt angekündigter weiterer Zinsschritte – der Leitzins steht aktuell bei max. 2,5 % – hat Fed-Chef Powell angekündigt, die Geldpolitik sei an die aktuelle Situation angepasst und in weiterer Folge werde man die Entwicklungen beobachten. Es gebe keinen vorgegebenen Pfad (mehr).

Während in den USA Zinsanhebungen in den nächsten zwölf Monaten praktisch vollständig ausgepreist wurden, stehen dort mittlerweile sogar Zinssenkungen für 2020 im Raum.

Auf Seiten der Europäischen Zentralbank gab es zuletzt weniger spektakuläre Entwicklungen. Der Preis druck im Euroraum ist nach wie vor schwach. So sank die Kerninflationsrate (exklusive Lebensmittel und Energie) jüngst auf 1 %. Die nächste Sitzung der EZB findet bereits am 7. März 2019 statt, dort werden die Ratsmitglieder über künftige monetäre Maßnahmen entscheiden. Fest steht, dass die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren seit rund einem Jahr mehrheitlich enttäuscht hat und die negative Dynamik nach wie vor stark ausgeprägt ist.

Staats- und Unternehmensanleihen: Risikoprämien bei Unternehmensanleihen sinken wieder

Trotz der beeindruckenden Aktien-Rally ist es in den vergangenen Wochen auch bei den bonitätsstarken Staatsanleihen, den „sicheren Häfen“, global zu moderaten Renditerückgängen und damit Kursanstiegen gekommen. Entstanden sind diese durch nicht verschwinden wollende Event-Risiken (Hard-Brexit, Handelskrieg) sowie durch schwächere Wirtschaftsdaten. Vor allem die Industrie kam zuletzt zunehmend unter Druck. Wir begegnen dieser Situation in erster Linie durch Positionierungen auf den Zinskurven.

Entgegen der konjunkturellen Entwicklung sanken 2019 auch die Risikoprämien von Unternehmensanleihen, insbesondere in den USA aber auch in Europa. Vor allem die Ankündigung der US-Notenbank und anderer Notenbanken, die geldpolitischen Zügel vorerst nicht weiter anzuziehen, hat die Aktienmärkte und die Unternehmensanleihen stärker positiv beeinflusst, als dies schwache Konjunkturindikatoren davor im negativen Sinne taten. Wir erhöhen unsere Übergewichtung von Euro-Qualitäts-Unternehmensanleihen gegenüber High-Yield-Anleihen.

Global economic outlook: slowdown, not recession

We have cut our global GDP growth forecast again for 2019 but have revised up our prediction for 2020 amid greater optimism on the longer-term outlook, explains the Schroders Economics Team.

We have revised down our forecast for global GDP growth in 2019 to 2.8% from 2.9%, but increased our projection for 2020 to 2.7% (from 2.5%). The downgrade for this year (the fourth in consecutive quarters) is driven by cuts to our forecasts for the eurozone, UK and Japan which offset a small increase to our China forecast.

In 2020, the upward revision is across the board with, for example, the US upgraded to 1.6% (previously 1.3%), Japan to 0.4% (previously 0%) and China nudged up to 6.1% from 6%.

Meanwhile, our inflation forecasts have been reduced for this year and next with reductions across all regions except Europe. US inflation is also lower as a result of a smaller rise in core inflation (i.e. excluding food & energy prices) which we expect to peak at a lower level before declining in 2020.

Longer-term picture looks brighter

Underpinning these forecasts are a number of factors which give us reasons to be more cheerful about the longer-term outlook:

  • Firstly, oil prices are lower. While this is a symptom of weak global demand, it is helping to bring down inflation and boost consumers’ spending power.
  • Second, the US and China are moving closer to a trade deal. President Trump extended the deadline for raising tariffs on $200bn of Chinese imports from 10% to 25% beyond 1 March. This means tariff increases will now be more limited, helping to reduce costs, protect profit margins and contain inflation.
  • Thirdly, monetary policy is easier. This is partly a reflection of lower inflation but it also marks a shift in Federal Reserve (Fed) policymaking where the central bank has become more responsive to financial market conditions.

We now expect the Fed to increase interest rates only once more before they start to fall in 2020 as the boost from tax cuts disappears and monetary tightening feeds through. It seems unlikely that additional fiscal stimulus will be passed by the Democrat-controlled House.

While a trade truce between the US and China could help boost external demand later this year, even as the trade war quietens down the tech war will remain in full swing. We would expect the US to continue to challenge China in this area either through sanctions on Chinese companies or preventing its own companies from exporting key technology items.

Temporary factors have weighed on eurozone growth

We have pushed out rate increases in the UK and eurozone. In the case of the UK, this reflects the growing likelihood that a short delay may be required to facilitate Brexit. Conversely, in Europe, temporary factors have held back growth but we expect the effects to begin dissipating in a few more months.

Among these temporary factors, Germany was impacted by changes to car emissions testing which caused sales of new vehicles to slump sharply from September 2018. Sales have begun recovering. Germany’s woes were compounded by a drought that reduced the river Rhine's water levels so significantly that it led to disruption in raw materials shipments.

In the meantime, in Italy political uncertainty caused financing costs to rise across the economy. In the end, the government’s expected spending splurge was far more modest than feared and the 2019 budget was approved, albeit after a very public battle with the European Commission.  

Given the temporary nature of these shocks, we expect to see an improvement in growth by the summer. Fundamentals are sound in Europe with monetary policy still very loose while most countries have completed their austerity programmes. Following the 8 March European Central Bank meeting, we now forecast a rate rise in March 2020.

VAT increase in focus in Japan

In Asia, we expect the Bank of Japan to leave monetary policy unchanged. Energy and one-off factors should drive a further moderation in inflation before a VAT-led spike in October, as the VAT rate rises to 10% from 8%. We expect a subsequent sharp decline in demand and dissipating inflationary stimulus. On the other hand, more infrastructure spending for disaster prevention should support growth at the end of 2019, and more substantially in 2020.

China is expected to ease further through a lower reserve requirement ratio which is now forecast at 10% by end 2020 (previously 11%). The ratio dictates the amount of cash banks have to hold in reserve, so a lower ratio frees up more capacity for lending.

The main changes for emerging markets come from inflation. Crude oil prices have fallen dramatically since we last updated our numbers. Combined with surprisingly low domestic inflation this sees substantial downward revisions to the inflation outlook for all BRIC economies bar Russia, for whom cheaper oil means a weaker currency and hence more imported inflation.

Turning to currencies, the US dollar is expected to remain firm in the near term, but to weaken later in the year as rates peak in the US whilst monetary policy tightens in the eurozone and UK. Sterling is also boosted by our assumption that a Brexit deal is struck and the UK enters a transition period after 29 March, rather than crashing out of the EU.

Alternative scenarios

These forecasts represent our baseline case, to which we attach a 60% probability. We also model a number of alternative scenarios. One of these is “Recession excluding US”, whereby the outlook in China and Europe deteriorates significantly, while another is “US recession 2020”. These two scenarios would both have a deflationary impact on the world economy and we estimate the probability of these at 17%.

We also model three scenarios that would have a stagflationary impact, i.e. causing persistent inflation and stagnant growth. These are “Trade war: US versus Rest of the World”, “Global inflation surge” and “Italian debt crisis”. We attach a 14% probability to these three scenarios.

We see a lower probability for two reflationary scenarios. In the first of these, “China reopens the spigots”, we assume large scale stimulus from Chinese policymakers. In the second, we model a “US supply side surprise” whereby more people enter the US workforce, therefore containing wages and inflation and extending the economic cycle. 

Table of GDP and inflation forecasts

Source data for table


This article has first been published on schroders.com.

Ungarn: Normalisierung auf fiskalpolitischer und geldpolitischer Ebene in Sicht?

von István Kovács, Portfolio Manager Erste Asset Management Ungarn.

Die europäischen Medien verfolgen seit Jahren die unorthodoxe Wirtschaftspolitik in Ungarn und unterstützen diese oder lehnen sie ab, je nach politischer Couleur. Gleichzeitig betonen ungarische Entscheidungsträger immer wieder, dass sie sich im Normalbereich bewegen. Die Preisfrage derzeit lautet: können wir nun endlich von einer Normalisierung der Geld- und Fiskalpolitik in den kommenden Jahren ausgehen?

Was meine ich mit normaler Geld- und Fiskalpolitik, und worauf deuten die Signale hin? Normale Fiskalpolitik bedeutet einen Maßnahmen-Mix, der auf professioneller volkswirtschaftlicher Kompetenz beruht und nachhaltiges Wachstum sowie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes unterstützt. Eine normale Geldpolitik erfordert eine glaubwürdige, unabhängige Zentralbank, die Inflation bekämpft und finanzielle Stabilität zum Ziel hat.

Ungarn: Leistungsbilanz in % des Bruttoinlandsprodukts (2008-2020E) 

Quelle: MNB; Erste Research; per 28.2.2019

Ein Blick hinter die Zahlen

Im Bereich der Fiskalpolitik sehen wir, dass sich die wichtigsten Makrozahlen verbessert haben und während der Orbán-Regierung unter Kontrolle gebracht worden sind; das Verhältnis von Verschuldung zu Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt langsam; das Defizit der Regierung beträgt seit fünf Jahren etwa 2% vom BIP. Es wird Jahr für Jahr ein Leistungsbilanzüberschuss erwirtschaftet und die Beschäftigung verzeichnet Rekordstände. Die Zahlen per se sehen gut aus, doch sollte man hinter selbige blicken, um Nachhaltigkeit oder deren Absenz zu konstatieren. Die Wirtschaftsstruktur hat sich kaum verändert: die Wirtschaft wächst nach wie vor aufgrund multinationaler Industrieinvestitionen und Produktion sowie der sehr zyklischen Aktivität im Bausektor über ihrem Potenzial. Ungarn ist noch immer sehr exponiert gegenüber dem globalen Wirtschaftswachstum und damit ökonomisch verwundbar, wenngleich die größten Rating-Agenturen anerkennen, dass Ungarn große Fortschritte hinsichtlich seiner Widerstandsfähigkeit gegen Wirtschaftsschocks gemacht hat. S&P und Fitch haben Ungarn soeben auf zwei Stufen über Investment-Grade hinaufgestuft.

Ungarn: Exportquote in % des Bruttoinlandsprodukts (2008-2018)

Quelle: Weltbank; Februar 2019

Es ist Zeit, die Nachhaltigkeit der Geldpolitik unter Beweis zu stellen

Die Geldpolitik der Orbán-Ära sieht ähnlich aus. Es gibt zahlreiche positive Ergebnisse, wie z.B. die deutlich verminderte Brutto- und Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland,  niedrige Inflationsraten, niedrige Renditen und ein stabiler Forint. Zwei Faktoren waren dabei entscheidend: die weltweit lockere Geldpolitik und die sich langsam verbessernde Glaubwürdigkeit der Zentralbank (obwohl letztere eher auf dem Erreichten als auf der Unabhängigkeit der Bank selbst beruht).

Nun ist es Zeit für den Gouverneur und das Team der Zentralbank zu beweisen, dass der bereits erreichte Fortschritt der ungarischen Geldpolitik ein nachhaltiger ist. – Gutes Timing, da Gouverneur Matolcsy gerade für eine zweite sechsjährige Amtsperiode gewählt wurde. Noch Ende letzten Jahres machte das Gerücht die Runde, dass Gouverneur Matolcsy es vorzöge, das Amt eines Ministers mit Verantwortlichkeit für die volkswirtschaftliche Strategie des Landes zu bekleiden, doch es sieht danach aus, als ob Herr Orbán dem bekannten Prinzip aus der Sportwelt folgte: Never change a winning team!

Schlussfolgerung

Wir gehen davon aus, dass die geldpolitische Normalisierung heuer beginnen sollte, sofern die Zentralbank die hart erkämpfte Glaubwürdigkeit behalten möchte. Der Ton der Zentralbank hat sich schon dahingehend geändert, dass sie nun betont, dass sich angesichts des von der Wirtschaft erreichten Potenzialwachstums die Geldpolitik nun einzig auf die Inflationszielerreichung fokussieren sollte; dabei wird die steueradjustierte Kerninflationsrate als Haupt-Benchmark für die Ausrichtung der Geldpolitik eingesetzt. Die Zukunft wird zeigen, ob das neue Sechsjahres-Mandat erfolgreich sein wird oder nicht. Wir hoffen auf das Beste, aber bleiben aufmerksam.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Active US managers continue to outperform their benchmarks

Over a 12-month-rolling period, only 20% of Europe managers and 31% of US managers as well as 21% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. The underperformance of small caps in a declining market hurt most managers as a majority had an overweight in this market cap cluster.

In February, the performance of active managers in the US was very convincing. 69% of US-managers outperformed their respective indices net of fees. The picture in the emerging markets is with 54% also quite good. In Europe, 48% of the managers beat their indices net of fees. During the continued market recovery in February, small caps in the US significantly outperformed large caps, which was again the main reason for the good performance of US managers. This was not the case in Europe where large caps outperformed small caps. In Europe, sectors like real estate, telecom and utilities showed weak performance. As most Europe managers have a low exposure to those industries, it helped the relative performance versus benchmark.

Please find the full fundinfo Research News - March 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Rally deckt schwache Fundamentaldaten zu

Wie Tag und Nacht verliefen das Jahr 2018 und der Jahresbeginn 2019. War im letzten Jahr die Wertentwicklung sehr vieler Märkte negativ, so kommt es seit dem Jahreswechsel zu einer breit angelegten Erholung. Aktien haben schon jetzt eine Wertsteigerung erfahren, die für ein ganzes Jahr reicht. Aber auch die Anleihenmärkte werfen tolle Erträge ab, allen voran High Yield und Emerging Markets. Unternehmens- und Staatsanleihen liegen auch im Plus, wenn auch nicht so spektakulär. Schließlich sind auch noch die Rohstoffe zu erwähnen: Gold, Rohöl und Kupfer sind allesamt angestiegen, zum Teil signifikant.

Was steht hinter dieser Entwicklung? Die Antwort ist klar: ein Sinneswandel der Notenbanken führte zu einem ebensolchen bei den Anlegern. Man könnte meinen, dass die Investoren im Jahr 2018 geldpolitisch auf Entzug gesetzt wurden und dementsprechend schlecht gelaunt waren. In den ersten Wochen des neuen Jahres hatten die Notenbanken dann doch ein Einsehen und gönnten der Anlegergemeinde eine neue Dosis des lockeren Geldes. Und siehe da: alles ist gut! Jetzt wird der Handelskrieg nicht mehr als Bedrohung gesehen, sondern dessen baldige Lösung vorgefeiert. Der Brexit ist auch kein Risiko mehr, weil er verschoben oder vielleicht sogar abgesagt wird. Auch das wird abgefeiert, siehe Pfund. Und über das Absacken diverser Konjunkturindikatoren muss man sich auch keine Sorgen mehr machen. Immerhin ist die Schwäche nur temporär, die Erholung eine Frage der Zeit. Somit haben sich in einigen Bereichen nicht die Fakten verändert, sondern bloß die Wahrnehmung derselben. Dies betrifft vor allem die Fundamentaldaten, deren Schwäche für eine Beibehaltung des vorsichtigen Aktienausblicks spricht. Tatsächlich verbessert hat sich allerdings die technische Situation des Marktes. Dies wird zum Anlass genommen, die Untergewichtung in Aktien um einen Schritt zu reduzieren.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: die Rally hält vorerst an

Nach dem schwachen 4. Quartal 2018 sollten entweder die Wirtschaftsdaten diesen Pessimismus bestätigen – oder das Pendel zumindest teilweise zurückschwingen. Letzteres ist eingetreten, sogar recht deutlich. Diese technische Erholung wurde durch Äußerungen der US-Notenbank zur weiteren Zinspolitik und Erwartung einer Einigung im Handelskonflikt mit China unterstützt. Der Impuls ging von den USA aus, aber die stärkste Aufwärtsbewegung erzielten vorerst die Emerging Markets, allen voran China. Auch dort setzte die Notenbank expansive Schritte. Diese Kursrally hat im Februar angehalten, die US-Aktien gaben weiter die Richtung vor. Dabei hat auch wieder ein Wechsel zu Wachstumstiteln und sogenannten zyklischen Werten stattgefunden, der Konjunkturpessimismus vom Jahresende 2018 ist vorerst verflogen. Diese Marktstimmung nennt man gerne Risk-on.

In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden somit bereits gute Jahresgewinne erreicht. Man darf jedoch nicht vergessen, dass nun erstmal das schwache 4. Quartal des vergangenen Jahres kompensiert ist.

Aktien USA und Europa: Rally deckt schwache Fundamentaldaten zu

Der Jahresauftakt an den Aktienmärkten kann wohl nur als spektakulär bezeichnet werden. Trotz schwächerer Konjunktur- und Gewinndaten führte der schon erwähnte Richtungsschwenk der US-Notenbank zu starken Kursanstiegen. Wir sehen diesen Widerspruch zwischen Fundamentalfaktoren und Liquiditätseuphorie weiterhin kritisch und daher das weitere Aufwärtspotenzial begrenzt.

Die fundamentale Beurteilung der Aktienmärkte hat sich nicht verbessert, der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Unternehmensgewinne trübt sich derzeit weiter ein. So wird aktuell für die USA im ersten Quartal 2019 ein negatives Wachstum im Jahresvergleich erwartet und auch für die folgenden beiden Quartale dürfte sich nur ein knapp positives Ergebnis ausgehen. Weiterhin ist eine Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes zu beobachten, das belegen weltweit schwächere Einkaufsmanagerindizes und auch andere Konjunkturdaten.

Die Stimmungsindikatoren befinden sich nach der Rally der letzten Wochen wieder im optimistischen Bereich. Wir bleiben daher bei unserer (nunmehr reduzierten) Aktienuntergewichtung.

Emerging Markets: Liquidität treibt die Rally – noch...

Emerging-Market-Aktien sind im seit Jahresanfang herrschenden globalen Trend sehr freundlich ins neue Jahr gestartet. Dies ist auf den ersten Blick verwunderlich, wenn man sich die fundamentalen Faktoren wie etwa die Konjunkturentwicklung und Gewinnentwicklung ansieht, denn diese enttäuschen weiterhin. Auf den zweiten Blick erkennt man aber das allüberstrahlende Thema: die Liquiditätsversorgung. Hier setzt insbesondere die chinesische Zentralbank deutliche Impulse und flutet die Märkte mit dem heißersehnten Stoff, der Aktienmärkte wieder steigen lässt: Liquidität.

Daher sind auch die Renditeabstände (Spreads) von Hartwährungsanleihen deutlich gesunken. Neben einem geldpolitisch freundlicheren Ton der US-Notenbank profitierte dieses Anleihensegment von stabilen und zum Teil steigenden Rohstoffpreisen, was den rohstoff-exportierenden Emerging Markets entgegenkam.

Ein geldpolitisch freundlicher Ton alleine dürfte jedoch nicht reichen, sofern es zu einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China käme. Wir haben folglich keine Position in Emerging-Market-Anleihen.

Five fintech trends to watch in 2019

Technology is transforming financial services and the way we interact with our money. Charlotte Wood, a fintech expert at Schroders, reveals the trends she's monitoring.

There’s no shortage of stories on how tech breakthroughs will transform financial services, from changing the way we interact with our personal finances to threatening entire banking institutions with disruption.

It can be difficult to predict exactly what this landscape will look like in the next few years, but most seem to agree that the pace of change, with rapid creation and adoption of tech solutions, will not be letting up.

Part of my role involves identifying key innovations which are set to change the financial industry. Here are five trends I’ll be keeping an eye on in 2019.

1. The death of blockchain vanity projects 

Blockchain is the technology sitting behind Bitcoin, the “digital currency” that is separate from any central bank. While cryptocurrencies like Bitcoin have had a lukewarm (at best) response from most banks, the underlying technology has generated much more interest across the industry. Blockchain allows the transfer of digital ownership through a constantly growing chain of time-stamped records called blocks, and the proclaimed impacts of this technology seem endless, being touted as disrupting existing banks in areas such as payments, loans and trading.

Consensus has been gradually emerging that blockchain is an interesting technology that opens up new possibilities. However, it is neither the solution to every challenge nor a replacement to every existing utility, and there are hurdles to implementation, including technical, regulatory and even behavioural barriers.

This year there will be more sophisticated conversations about these limitations. We’ll see fewer experimental proofs of concept (some of which could never become reality at scale and are little more than vanity or PR projects), and more solid examples of how it can help businesses and individuals like you and me.

2. Open banking having an impact after a slow start in 2018

Have you heard of open banking? If not, that is not hugely surprising. It’s been described in the Financial Times as “the quiet digital revolution”.

Many people will be aware of some new apps designed to access and aggregate their financial information - this is a result of the open banking launch just over a year ago, a government-backed initiative which means banks must share customers’ information with other authorised providers on request.

Banks will only share this data if given explicit permission, and it’s up to customers if they wish to do so, to gain new insights into their finances or to get a better deal on financial products. The objective is to make banking fairer and more transparent and encourage new product development, but it’s taking longer than expected to take off.

Although awareness is considered low, and people are rightly cautious about sharing their financial data, the number of people taking advantage of it is increasing. This year we should see banks and fintechs (financial technology start-ups) collaborate better, and communicate the benefits more effectively, hopefully resulting in more people buying into how open banking can help them.

3. The ethics of artificial intelligence (AI)

Artificial intelligence is expected to infiltrate almost every aspect of modern life within a generation. For now development of AI has probably been most widely visible to consumers in the form of ‘smart’ assistants and chatbots, while in the background important questions are being raised on how to ensure we don’t stray into ethically dubious territory. 

In addition to the oft-cited concern of the ‘next industrial revolution’ on employment prospects, a key ethical issue of AI is how we ensure the right parameters are set and data is used so that the machine behaves in the way humans would agree is ‘right’. Just one of the areas this has implications for is financial inclusion, where we need to be able to show why people get turned down for products such as personal loans, mortgages or insurance. An issue being discovered in testing is biases contained in the data so that machines in some cases are essentially trained to be racist, sexist or otherwise discriminatory in this decision making.

In Europe, the European Parliament Committee on Industry, Research and Energy backed plans in January for a comprehensive policy framework on AI and robotics, weeks after ethical concerns in the field were highlighted in an EU report. So we’re likely to see more commentary emerging on these topics, a new area for most organisations to consider.

4. Biometric advances – paying with your face

Starting with fingerprint and facial recognition on smartphones, biometric innovations are now real, and for many people simply normal. Banks in particular are increasingly using voice and imaging technology to verify their customers’ identities, for example KFC in China and the retail giant Alibaba have both tested letting people pay by smiling. Apple has even patented a vein recognition ID scan.

There is potential for this technology to help combat fraud and it’s an area that is rapidly developing, however there are still concerns that fake videos can easily be created.

This has implications for banking security as well as the potential danger of attacks to people’s reputations and use in disinformation campaigns.

5. Continued lowering of the barriers to investing

Roboadvisers in one form or another, like Nutmeg, WealthFront and Acorns, have been around for a while now and have opened up the route to simple investing for many people through technology. (For full disclosure, Schroders has a stake in Nutmeg).

Crowdfunding platforms such as Crowdcube and Funding Circle also offer alternative investment opportunities, where people can purchase equity in small companies, social movements and creative projects

These will become ever more sophisticated and increasingly give people access to new asset classes, based on their interests and values as well as on their desire to invest their cash.

As a couple of examples, Royalty Exchange offers an online marketplace for investors to buy royalties from music artists via auctions, while YieldStreet enables investors to build portfolios across multiple asset classes including real estate and marine assets.

Good for the little guy

This accelerating change is hard to keep up with but it’s not a bad time to be a consumer. These advancements – and many more we haven’t covered - favour customers by giving them more power and increasing transparency of services.

Banks are being forced to innovate in order to give their clients better, differentiated services. In addition, they need to constantly assess the ethical implications of the advances being made.


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Zeit für eine Retourkutsche der Schwellenländerwährungen?

Die Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern wird unseren Frühindikatoren zufolge viel weniger ausgeprägt sein als in den Industrieländern. Dieser Wachstumsabstand zugunsten der Schwellenländer spricht für eine Aufwertung der Schwellenländerwährungen, so Patrick Zweifel, Chief Economist bei Pictet Asset Management.

Im Sinkflug?

Das BIP-Wachstum in den Industrieländern tendiert nach unten, liegt aber immer noch bei 2,1% (siehe Abbildung links). Unser Frühindikator deutet darauf hin, dass es in den kommenden Monaten weiter sinken könnte. 
Wir beobachten einen ähnlichen Trend bei den Schwellenländern, aber ausgehend von einer höheren Wachstumsrate von 4,2% und mit einer weniger stark ausgeprägten Verlangsamung.  

ABB. 1A: INDUSTRIELÄNDER – FRÜHINDIKATOR FÜR DIE WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT & REALES BIP-WACHSTUM/ABB. 1B: SCHWELLENLÄNDER  – FRÜHINDIKATOR FÜR DIE WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT* & REALES BIP-WACHSTUM


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Daten zum realen BIP in Industrieländern von Januar 1998 bis August 2018. Daten zum realen BIP in Schwellenländern von Januar 1996 bis August 1998. Frühindikatoren-Daten Industrie- und Schwellenländer zum 31. Dezember 2018
* Der Frühindikator für die Industrieländer (links) entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Frühindikatoren von 14 Ländern. Der Frühindikator für die Schwellenländer (rechts) entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Frühindikatoren von 24 Ländern.

Willkommen beim neuen Normal...

In der Abbildung unten haben wir alle Zeiträume seit 1994 dargestellt, in denen ein Wachstumsabstand zugunsten der Schwellenländer herrschte, und wollen schauen, was wir aus der Geschichte lernen können. 

ABB. 2: WACHSTUMSABSTAND WIRTSCHAFTSAKTIVITÄT SCHWELLENLÄNDER & INDUSTRIELÄNDER: ZEITRÄUME, IN DENEN DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Frühindikator-Daten zum 31. Dezember 2018.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie das Wachstum in den Schwellenländern besser ausfallen kann als das in den Industrieländern: 

  1. In beiden Länderuniversen geht das Wachstum zurück, aber in den Schwellenländern ist die Verlangsamung nicht so stark (rote Balken)
  2. Das BIP-Wachstum in den Schwellenländern steigt, während das in den Industrieländern sinkt (graue Balken)
  3. In beiden Länderuniversen steigt das Wachstum, aber in den Schwellenländern schneller (grüne Balken)

Wir befinden uns aktuell in Szenario 1.

Was bedeutet das für Schwellenländeranlagen?

Unsere Analysen haben ergeben, dass in allen drei Szenarien Schwellenländeraktien in der Vergangenheit besser abgeschnitten haben als Industrieländeraktien und die Spreads von auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen aus Schwellenländern gestiegen sind. 
Es überrascht nicht, dass Schwellenländeraktien und -anleihen in Szenario 3 ihre stärkste Outperformance verzeichneten, als das Wachstum auf breiter Front stark war. Für Schwellenländerwährungen hingegen ist in der Regel Szenario 1 am günstigsten – und in diesem Szenario befinden wir uns gerade.

ABB. 3: MARKTPERFORMANCE, ALS DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Februar 2019. * Durchschnitt von 31 Währungen. ** In den Daten für diese Form der Dynamik ist die letzte Phase nicht berücksichtigt (Jan 18 bis jetzt). Die Daten zur Marktperformance sind annualisiert und stellen einen Durchschnittswert über die verschiedenen Zeiträume  jeder Phase dar. Etwaige zahlenmäßige Abweichungen sind rundungsbedingt.

Können wir also damit rechnen, dass sich die Schwellenländerwährungen gut entwickeln? 

Wenn wir uns die Zeiträume in Szenario 1 über die vergangenen beiden Jahrzehnte anschauen, sehen wir, dass Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar in allen Zeiträumen außer dem aktuellen aufgewertet haben. Der Trend kehrt sich langsam um, mit einer leichten Aufwertung in den letzten Monaten, und wir gehen davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzt.

ABB. 4: WICHTIGSTE SCHWELLENLÄNDERWÄHRUNGEN* GEGENÜBER DEM US-DOLLAR & PHASEN MIT ABSTAND BEIM BIP-WACHSTUM ZWISCHEN SCHWELLEN- UND INDUSTRIELÄNDERN.

 
Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Währungsdaten bis Januar 2019. * Ungewichteter Durchschnitt von 23 Schwellenländerwährungen.

Ist mit einem Ende des sieben Jahre andauernden Bärenmarkts bei Schwellenländerwährungen zu rechnen?

Weitere Hinweise finden wir, wenn wir uns die vorherrschenden gesamtwirtschaftlichen Bedingungen in Zeiträumen anschauen, in denen Schwellenländerwährungen aufwerteten.

Mögliche Erholung bei Rohstoffen

Alle Zeiträume waren durch rückläufiges US-Wachstum, fallende Zinssätze bei 10-jährigen US-Staatsanleihen und angemessenes Wachstum bei Schwellenländerexporten gekennzeichnet – und genau diese Bedingungen herrschen gerade vor.

Eine Ausnahme war die jüngste Schwäche der Rohstoffpreise, die in allen anderen Zeiträumen typischerweise hoch sind. Aber auch hier gibt es Grund zur Hoffnung, in Anbetracht des Anstiegs von 11% beim S&P GSCI Rohstoffindex seit Jahresbeginn1.

Wir können also davon ausgehen, dass die Schwellenländerwährungen ihr Comeback feiern.

ABB. 5: GLOBALE MAKROINDIKATOREN, ALS DAS WACHSTUM IN DEN SCHWELLENLÄNDERN GRÖSSER WAR ALS IN DEN INDUSTRIELÄNDERN

Steht Rohstoffen eine Erholung bevor?

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. Rohstoffpreise zu Januar 2019.


1) Quelle: Datastream, Daten zur Wirtschaftsleistung vom 31.12.2018 bis 15.02.2019.

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Über den Autor

Patrick Zweifel kam 1997 zu Pictet. Er ist als Chef-Ökonom von Pictet Asset Management tätig. Bevor er 2009 in diese Funktion wechselte, leitete er das Makro-Research-Team von Pictet Private Wealth Management. Dort war er insbesondere für Schwellenländer und Japan, sowie für die Entwicklung quantitativer Modelle für die wichtigsten Anlagekategorien, hauptsächlich Wechselkursmodelle, zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet war er Forschungsassistent der Fachrichtung Ökonometrie und Geldmarkttheorie und beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten der Weltbank und der Europäischen Union. Patrick Zweifel hat einen Doktortitel im Fachgebiet Ökonometrie von der Universität Lausanne.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Chance im Risiko – Cyberangriffe beflügeln Cybersecurity-Sektor

Zum Opfer eines Cyberangriffs zu werden, gehört heute zu den drittgrößten Risiken in den USA. Alle 20 Minuten finden 100 Ransomware-Attacken statt – die bei Erfolg Computersysteme infiltrieren und sämtliche Daten irreversibel zerstören. Die Sorge vor den Folgen von Cyberangriffen ist groß. Denn eine erfolgreiche Ransomware-Attacke ist mit enormen Kosten für Unternehmen verbunden und stellt ein ernstzunehmendes Risiko für Aktionäre dar. So verlor Marsk, die größte Reederei der Welt, durch einen einzigen Angriff rund 300 Millionen US-Dollar, und auch FedEx und Merck meldeten ähnliche Verluste. „Der Cybersecurity-Sektor erlebt durch die zunehmende Sorge vor Cyberangriffen einen deutlichen Aufschwung – 2018 konnte er mit über acht Prozent Wachstum den vergleichbaren Global Information Technology Index outperformen“, sagt Aanand Venkatramanan, Head of ETF Investment Strategies bei Legal & General Investment Management. Und ein ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Schätzungen zufolge werden die globalen Ausgaben für Cybersecurity bis 2021 auf über eine Billion US-Dollar ansteigen.1

Cybersecurity: kein allgemeingültiger Begriff

Venkatramanan rät jedoch, vor einem Investment einen genauen Blick auf Cybersecurity-Unternehmen zu werfen. „Nicht jedes Unternehmen verfügt über die notwendigen Kenntnisse oder Werkzeuge, um mit allen Cyberangriffen fertig zu werden“, so der Fachmann. Im privaten Bereich lege man die Sicherheit im Internet nach wie vor in die Hände von Retail-orientierten Unternehmen, die Softwarepakete oder Apps anbieten. Bei Unternehmen müssten jedoch andere Sicherheitsstandards gewährleistet sein, zum Beispiel Datenverschlüsselung, geschützte Finanztransaktionen und E-Mail-Sicherheit. Und bei Regierungen widerum seien die Anforderung nochmals höher, um die sensiblen Daten ihrer Bürger zu schützen. „Die Zunahme von Cyberangriffen wird für Wachstum in allen drei Bereichen sorgen. Zur Zeit wird aber kein Unternehmen den Bedürfnissen von allen gerecht“, sagt Venkatramanan. Um die Chancen des Cybersecurity-Sektors zu nutzen, sei entsprechend ein ausführliches aktives Research zu den Fundamentaldaten der Wachstumstreiber in den verschiedenen Unternehmensbereichen vonnöten.

Digitalisierung und Datenschutzverordnung als Wachstumstreiber

Zwei der Wachstumstreiber der kommenden Jahre stehen für Venkatramanan aber schon jetzt fest: Die zunehmende Digitalisierung und stärkere regulatorische Kontrollen. „Im Alltag machen wir immer mehr von digitalen Lösungen Gebrauch, seien es Einkäufe über eBay und Amazon, Eingaben über sprachgesteuerte Assistenzssysteme wie Alexa oder Finanzdienstleistungen über reine Online Fin-Techs. Unser Standort kann zu jeder Zeit von unseren Mobiltelefonen oder Smartwatches ermittelt werden. Mit jeder Interaktion teilen wir viele Daten mit diesen Unternehmen, deren Sicherheit nur mit der Investition von viel Zeit und großen Geldsummen gewährleistet werden kann“, so der Experte. So betrug das Budget für Cybersecrutiy bei JP Morgan im Jahr 2016 500 Millionen US-Dollar, das der Bank of America Merrill Lynch 400 Millionen. Auch die US-Regierung investierte viel Geld in die Datensicherheit und gab allein 2017 20 Milliarden US-Dollar dafür aus.

Mit der Einführung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR) seien die mit einer Datenschutzverletzung verbundenen Geldbußen mit bis zu vier Prozent der Unternehmensgewinne zudem so hoch, dass der Anreiz, mehr für Sicherheit auszugeben, nie größer war.

Zunahme von M&A-Aktivitäten

Venkatramanan vermutet darüber hinaus, dass weitere Cybersecurity-Unternehmen an die Börse gehen und Merger- und Übernahme-Aktivitäten zunehmen könnten: „Vor einigen Jahren kamen einige wenige Cybersecurity-Unternehmen an den Markt. Weitere werden voraussichtlich noch in diesem Jahr ihren Börsengang abschließen, zum Beispiel Palantir.“ Gleichermaßen sei auch eine Konsolidierung des Marktes wahrscheinlich, da größere Cybersecurity-Unternehmen ihre Expertise auf neue Bereiche ausweiten wollen. Dass die Zusammenarbeit von Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen gut funktioniert, hätte die Kollaboration von FireEye und Hewlett Packard in 2015 bewiesen, da das Cybersecurity- und IT-Dienstleistungsunternehmen voneinander profitierten.

„Zusammenfassend zeigt uns die starke Performance des Cybersecurity-Sektors trotz eines schwierigen Marktumfeldes, dass es sich um einen Trend handelt, der sich bisher als widerstandsfähig erwiesen hat und und aus unserer Sicht noch weiteres großes Wachstumspotenzial bietet“, schließt der Experte.


1) Cybersecurity Ventures, 2017

Was können Biotechnologie-Aktien?

Aktien der Biotechnologie-Branche zählen zu den Aktien mit den höchsten Wachstumschancen aber auch mit den größten Kursschwankungen nach oben oder unten. Investmentfonds bieten eine Streuung auf eine größere Anzahl interessanter börsennotierter Biotechnologie-Unternehmen. Einer von diesen, der ESPA STOCK BIOTEC, konnte nach einem Rücksetzer im Jahr 2015 kontinuierlich zulegen (siehe Grafik Reuters Eikon, 22.2.2019*). Die Chancen stehen gut, dass Biotech-Aktien in den kommenden Jahren diese Wachstumsdynamik fortsetzen können. Im Biotechsektor herrscht derzeit eine große Aufbruchsstimmung. Bahnbrechenden Forschungsergebnisse in Krankheitsfeldern mit hohem medizinischem Bedarf wie auch das anhaltende Umsatz- und Gewinnwachstum liefern plausible Kaufargumente.

*) Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Biotechnologie einfach erklärt

Biotechnologie ist eine Technologie, die auf Biologie basiert. Sie nutzt zelluläre und biomolekulare Prozesse, um neue Medikamente zu entwickeln. Derzeit stehen Patienten mehr als 250 biotechnologische Produkte und Impfstoffe zur Verfügung, viele davon für zuvor nicht behandelbare Krankheiten.

Biotechnologie steht als Sammelbegriff für eine nahezu unüberschaubare Vielzahl von Verfahren, Produkten und Methoden. Die Einsatzmöglichkeiten der Biotechnologie sind nicht auf ein Gebiet beschränkt, sondern sehr vielfältig. So erforschen Biotechnologen kleine und große Organismen, Pflanzen, Tiere und Menschen, aber auch kleinste Teile wie einzelne Zellen oder Moleküle.

Zweige der Biotechnologie

Die Grüne Biotechnologie betrifft pflanzliche Anwendungen, zum Beispiel für landwirtschaftliche Zwecke. Die Rote Biotechnologie ist der Bereich medizinisch-pharmazeutischer Anwendungen, wie zum Beispiel die Herstellung von Medikamenten und Diagnostika. Die Weiße Biotechnologie oder Industrielle Biotechnologie umfasst biotechnologische Herstellungsverfahren, vor allem für chemische Verbindungen in der Chemieindustrie, aber auch Verfahren in der Textil– oder Lebensmittelindustrie. (Quelle: BMBF, Deutschland)

Gesundheitsausgaben steigen weltweit

Das Gesundheitswesen gilt als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Durch das Wachstum der weltweiten Bevölkerung auf 9,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 und die prognostizierte Verdoppelung der Personen über 60 bis dahin, werden die Ausgaben für Gesundheit in den OECD-Ländern von derzeit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5 Prozent steigen (Quelle: OECD).

Der Biotechnologie-Sektor wird von neuen, innovativen und erfolgreichen Medikamenten-Entwicklungen profitieren. Es wird für die nächsten Jahre ein Umsatz und Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich erwartet. Schon 2018 Jahr gab es in den USA eine rekordhohe Anzahl an Neuzulassungen. Letztes Jahr wurden 59 Medikamente zugelassen, nachdem schon im Jahr davor mehr als 40 Zulassungen erfolgten (Quelle: US Gesundheitsbehörde FDA). Die USA sind in der Forschung federführend und werden weiter die Innovationen fördern.

Wer sind die Wachstumstreiber der Biotechnologie?

  • Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Medikamenten-Entwicklung revolutioniert. Trotz zahlreicher Innovationen und Forschungserfolge sind nur wenige Medikamente für die 1.200 seltenen Krankheiten am Markt. Die Biotechnologie ist gefordert.
  • Kampf dem Krebs. Laut WHO starben 9,6 Millionen Menschen im Vorjahr an Krebs. Die Kosten dieser heimtückischen Krankheit belaufen sich auf gigantische 1,2 Billionen Dollar. Viele Krankheiten sind noch nicht hinreichend erforscht, geschweige denn gibt es wirksame Medikamente. Das könnte sich bald ändern. Neuartige Medikamente können gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden, etwa Revlimid von Celgene, zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom. Weniger erfolgreich verlief der klinische Versuch von Bristol-Myers für das Medikament Opdivo. Ende des Vorjahres musste das Unternehmen bekannt geben, dass die Behandlung von Lungenkarzinom-Erkrankten fehlschlug.
  • Die Lebenstil-Krankheiten wie Diabetes (422 Millionen Erwachsene Erkrankte) oder Leberkrankheiten müssen wirksam bekämpft werden. Das dänische Unternehmen Novo Nordisk testet gerade eine Substanz gegen Fettleber, die gleichzeitig zur Bekämpfung von Allzheimer eingesetzt werden soll.
  • Immuntherapien stehen stellvertretend für das neue Zeitalter der Krebstherapie. Aktuell stehen hier die zellulären Ansätze im Vordergrund.
  • Daneben sind die Pipelines im Bereich der neurologischen Erkrankungen gut gefüllt. Die jüngsten Durchbrüche zeigen sich mit neuen Medikamenten für schwere Formen von Epilepsie und Wochenbettdepression.
  • Vermehrte Unternehmenskäufe und Übernahmen. Patentabläufe in der Pharma- und Biotechnologie-Branche gefährden die einstige Erfolgsgeschichte und müssen mit neuen Produkten ausgeglichen werden. Unternehmenskäufe und Übernahmen sind ein Weg um das Wachstum fortsetzen zu können. Ende Februar gab der amerikanische Diagnostik- und Biotechnikkonzern Danaher die Übernahme der Biopharmasparte von General Electric für 21,4 Milliarden Dollar bekannt. Der Schweizer Pharmakonzern Roche vereinbarte unterdessen die Übernahme der US-Biotechfirma Spark für 4,3 Milliarden Dollar und engagiert sich damit erstmals im Bereich der Gentherapie (Quelle: Handelsblatt, 26. Februar 2019).

Weitere Beispiele sind die Übernahmen von Celgene durch Bristol MyersLoxo durch Eli Lilly und Tesaro durch GlaxoSmithKline sowie IMDZ durch Merck.

Rückschlag-Gefahren für die Biotechnologie

Den grundsätzlich positiven Wachstumsperspektiven stehen potenzielle Rückschlag-Gefahren gegenüber, die nicht unterschätzt werden dürfen. So wirkte sich schon im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf der Einfluss der Politik auf die Preisgestaltung bei Medikamenten negativ aus. Sowohl Hilary Clinton als auch ihr Kontrahent Donald Trump hatten sich für niedrigere Medikamentenpreise ausgesprochen. Wenn jedoch Innovationen nicht honoriert werden dürfen und die Preise noch dazu stark reguliert sind, wird es dann noch Innovation geben?

Ein weiterer Faktor, der das Wachstum in der Zukunft hemmen könnte, ist die Konzentration der Forschung und unternehmerischen Tätigkeit der Biotechnologie-Unternehmen in den USA. Das Biotechnologie-Cluster liegt in den USA und nicht in Europa. Das heißt nicht, dass in Europa keine Innovation stattfindet. Das Ausmaß ist aber mit den USA nicht zu vergleichen. In den USA gibt es einige Clusters um Boston, San Francisco und New York herum. Dort forschen die Unternehmen schwerpunktmäßig zusammen. In dem Ausmaß gibt es das in Europa nicht. Es gibt einige in der UK, Frankreich, Deutschland und Schweden aber das ist Im Vergleich zu den USA sehr klein. Zudem ist die Angelsächsische Risiko-Mentalität eine andere als die der Europäer. Risiko-Kapital, was wir brauchen um schneller erfolgreich zu sein, ist dort leichter verfügbar als in Europa.

ESPA STOCK BIOTEC: Portfolio mit den Top-Biotechnologie-Unternehmen

Anleger, die breit gestreut den globalen Biotechnologie-Sektor abdecken möchten, könnten zum Beispiel in den ESPA STOCK BIOTEC investieren. Der im Jahr 2000 aufgelegte Aktienfonds der Erste Asset Management investiert in ein Portfolio, bestehend aus rund 80 börsennotierten Unternehmen, vornehmlich aus den USA, das als Zentrum der Biotechnologie-Branche gilt. Seit seinem Fondsstart hat der ESPA STOCK BIOTEC eine jährliche Wertsteigerung von 8,70 Prozent (per 31.1.2019, Quelle www.erste-am.at) erzielt*. In diesem Fonds werden alle wesentlichen Anwendungsgebiete der Biotechnologie erfasst wie zum Beispiel Krebsforschung, personalisierte Medizin, Alzheimer, Zelltherapien, seltene Krankheiten und Genforschung. Wer in den ESPA STOCK BIOTEC investiert, genießt die Chance auf hohe Wertsteigerung, muss aber auch entsprechende Risikobereitschaft mitbringen und hohe Kursschwankungen in Kauf nehmen. Mit regelmäßigen Investitionen in einen Fondssparplan lässt sich das Timing-Risiko in Zaum halten.

Aktien aus dem Segment der Biotechnologie ziehen zu Recht das Interesse der Anlegerinnen und Anleger auf sich. Für die nächsten Jahre wird ein Umsatz- und Gewinnwachstum der Unternehmen im hohen einstelligen Bereich erwartet. So wie in den letzten Jahren könnten neue Forschungsergebnisse und Firmenzusammenschlüsse den Aktien Auftrieb verschaffen. Beim Geld Anlegen in Biotechnologie-Aktien sollten die Risiken im Auge behalten werden. Starke Schwankungen der Aktienkurse können jederzeit auftreten. Mit dem s Fonds Plan Mix (Fondssparen) kann man auch schon mit kleinen Beträgen am Wachstum der aufstrebenden Biotechnologie-Aktien teilnehmen.


*Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt laut OeKB Methode. In der Wertentwicklung ist die Verwaltungsgebühr und eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung berücksichtigt. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 4,00 Prozent und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (zum Beispiel Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Wir lüften das Geheimnis um die Währungsabsicherung

Wer im Ausland investiert, investiert auch in eine fremde Währung. Das kann die Angelegenheit etwas erschweren, vor allem für Anleiheinvestoren, so Mickael Benhaim, Head of Fixed Income Investment Strategy & Solutions bei Pictet Asset Management.

Die Investition in ausländische Anlagen eröffnet ein ganzes Universum von Anlagechancen, die es im eigenen Land nicht gibt.

Nehmen wir zum Beispiel Technologie. Europäische Anleger haben nur außerhalb ihrer Heimatmärkte Zugang zu den internationalen Technologieriesen. Schließlich gibt es in Europa kein Silicon Valley. 

Allerdings kommen bei Investments im Ausland einige Faktoren erschwerend hinzu. 

Neben dem Basiswert müssen Anleger auch berücksichtigen, auf welche Währung ein internationales Wertpapier lautet. Und Währungen sind hinterhältige Geschöpfe: Weil sie volatil und unvorhersehbar sind, können sie die Portfoliorenditen beeinflussen, manchmal positiv, manchmal negativ. 

Wenn eine Fremdwährung gegenüber der Basiswährung eines Anlegers aufwertet, kommt das dem Anleger in Form von Wechselkursgewinnen zusätzlich zur Rendite des Basiswerts zugute. Es kann jedoch auch das Gegenteil eintreten. Wenn eine Fremdwährung gegenüber der Basiswährung eines Anlegers abwertet, kann es die Rendite aus dem Basiswert schmälern oder sogar ganz zunichtemachen. Umsonst ist nun mal nichts. 

Währungseffekte bekommen in erster Linie Anleger zu spüren, die ein Portfolio internationaler Anleihen halten, weil die Rendite aus festverzinslichen Wertpapieren in der Regel niedriger ist als bei Aktien. Anders ausgedrückt: Wenn der US-Dollar in einem Jahr 5% gegenüber dem Euro einbüßt, ist der Effekt dieser Abwertung für Anleger im Euroraum, die US-Staatsanleihen besitzen, größer als für diejenigen, die US-Aktien halten.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die großen Währungen der Welt wie der Euro pro Jahr um etwa 10% nach oben oder unten ausschlagen; sie sind damit im Durchschnitt doppelt so volatil wie US-Staatsanleihen, aber nur halb so volatil wie Aktien1.

Aus diesem Grund sollten vor allem Anleiheanleger über eine Absicherung des mit ihrem Portfolio verbundenen Währungsrisikos nachdenken.

Nehmen wir zum Beispiel eine Anlegerin im Euroraum, die ein Portfolio mit US-Hochzinsanleihen hält. 

Langfristig hätte sie sich eine höhere und stabilere Rendite gesichert, hätte sie sich für ein kursgesichertes Anlageinstrument entschieden anstatt für ein Portfolio, das keinen Schutz vor Währungsschwankungen bietet. 

ABB. 1: ABSICHERUNGSWETTEN

Performance von US-Hochzinsanleihen, auf EUR-Basis, abgesichert vs. nicht abgesichert, indexgebunden

Bloomberg Barclays US High Yield 2% Issr Cap TR Index (Unhedged EUR/Hedged EUR) für den Zeitraum 31.12.2001–30.06.2018. Quelle: Bloomberg

Allerdings liefern Anleiheanlagen mit Kurssicherung – bei denen sogenannte Devisentermingeschäfte zum Einsatz kommen (nähere Erläuterung siehe unten) – nicht immer bessere Renditen. Das liegt daran, dass eine Währung über einen längeren Zeitraum – Monate oder sogar Jahre – aufwerten oder abwerten kann, manchmal auch stärker als von den Ökonomen als angemessen erachtet. 

Das bedeutet, dass Anleger, die sich für eine Absicherung gegen nachteilige Veränderungen der Wechselkurse entscheiden, sich auch die Chance auf positive Renditen aus für sie günstigen Währungstrends nehmen.

Die Ereignisse 2008 und 2009 haben gezeigt, dass eine Währungsabsicherung bei Anleihen kontraproduktiv sein kann. Damals brachen US-Hochzinsanleihen ein, weil sich die Anleger wegen einer Welle an Unternehmenszusammenbrüchen Sorgen machten (Abb. 1, schattierter Bereich). Gleichzeitig legte der US-Dollar aufgrund der defensiven Eigenschaften der Währung zu. Dies hatte zur Folge, dass Anleger im Euroraum, die sich gegen Schwankungen des USD/EUR-Wechselkurses abgesichert hatten, einen erheblich größeren Wertverlust ihrer Anlagen hinnehmen mussten als Anleger, die auf eine Kurssicherung verzichtet hatten und deren Portfolios durch die Aufwertung der US-Währung aufgefangen wurden.

Währungsabsicherung für Anleger

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Anleger, ihr Währungsrisiko abzusichern (Abb. 2). 

ABB. 2 WÄHRUNGSABSICHERUNG IM ÜBERBLICK


Quelle: Pictet Asset Management
 

Eine beliebte Option besteht darin, die Währungsabsicherung an einen Dritten zu delegieren, in der Regel die Fondsgesellschaft, die Anteilsklassen mit Kurssicherung auflegt.

Abgesicherte Anteilsklassen dienen dazu, die Auswirkungen starker Währungsschwankungen auf die Portfoliorendite zu minimieren. Die Anleger können besser schlafen und zahlen dafür eine Gebühr, die in etwa wie eine Versicherungsprämie funktioniert.

Solche Instrumente ermöglichen Anlegern den Zugang zu Anlagen, die traditionell in bestimmten Währungen nicht verfügbar sind – wie zum Beispiel Schwellenländeranleihen in Euro oder US-Hochzinsanleihen in Schweizer Franken.

Anleger, die sich hinsichtlich der künftigen Entwicklung ihrer Basiswährung sehr sicher sind, können problemlos von „hedged“ zu „unhedged“ wechseln, aber voll in der zugrundeliegenden Anteilsklasse investiert bleiben.

Aber auch in Anteilsklassen mit Kurssicherung können die mit Wechselkursbewegungen verbundenen Risiken nicht völlig ausgeschlossen werden. Die Kosten der Währungsabsicherung können ebenfalls schwanken (siehe Abb. 3), was auch nicht ohne Wirkung auf die Portfoliorenditen bleibt. Die mit einer abgesicherten Anlage verbundenen Kosten bestehen aus drei Komponenten:

  • Zinssätze: Eine Währungsabsicherung bedient sich sogenannter Termingeschäfte. Es handelt sich dabei um Geschäfte, bei denen zwei Parteien sich verpflichten, einen vorher festgelegten Betrag in der (fremden) Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft gegen die (Basis)Währung zu tauschen. Die Kosten dieser Geschäfte – bzw. der künftige Wechselkurs, zu dem das Geschäft abgewickelt wird – hängen in erster Linie von der Differenz zwischen dem Zinssatz der Basiswährung und dem der Fremdwährung ab. Dem Preismechanismus zufolge wechselt die Währung mit dem niedrigsten Zinssatz zu einem höheren Wechselkurs in der Zukunft den Besitzer. Wenn also die Zinssätze in den USA und im Euroraum genau gleich wären, würden sich die Absicherungskosten auf nahezu Null belaufen und eine in EUR abgesicherte Anteilsklasse eines Portfolios mit US-Anleihen würde genauso rentieren wie ihr USD-Pendant. Würden aber die US-Zinssätze steigen und diejenigen im Euroraum fallen, würden die Kosten der Währungsabsicherung für den Anleger im Euroraum steigen.
  • Administrationsgebühr: Anleger tragen die Kosten für die Verwaltung der abgesicherten Anteilsklasse, im allgemeinen 5 Basispunkte pro Jahr. Diese Kosten sind in der Regel in der Fondsadministrationsgebühr eingerechnet.
  • Transaktionskosten: Marktspreads, auch als EUR/USD-Basisswap bezeichnet, sind die Kosten für den Abschluss von Kassa-, Termin- oder Swapgeschäften. Je illiquider ein Währungspaar ist, desto höher sind die Kosten. Die Transaktionskosten steigen meist gegen Jahresende, weil die Liquidität dann niedriger ist.

ABB. 3: AUF UND AB

Schwankungen der Absicherungskosten

Durchschnittliche Absicherungskosten über 12 Monate, berechnet als Summe der 3-Monats-Abstände zwischen USD-Libor und Euribor sowie des 3M EUR/USD-Kreuzwährungs-Basisswaps. Quelle: Pictet Asset Management, Bloomberg. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 08.01.2002–31.12.2018

Währungen als Renditequelle

Viele globale Anleiheportfolios behandeln Währungen als eigene Rendite- und Risikoquelle. Sie setzen sogenannte Currency-Overlay-Strategien ein, um von lang- und kurzfristigen Trends am Devisenmarkt sowie von Schwankungen der Absicherungskosten zu profitieren. 

Wir bieten eine Reihe von Anleihestrategien an, die das Währungsrisiko auf diese Weise aktiv steuern. Dabei  sind wir bestrebt, ungerechtfertigt günstige Währungen aufzuspüren und in sie zu investieren, um die Portfoliorenditen zu verbessern.

Ein Beispiel ist die Pictet-Absolute Return Fixed Income-Strategie, deren Basiswährung der US-Dollar ist. Zu ihren aktiven Währungspositionen im vierten Quartal 2018 gehörten Anlagen im japanischen Yen, der gegenüber der US-Währung aufwertete – das kam dem Portfolio zugute. Im gleichen Zeitraum leisteten Währungspositionen einen Beitrag von rund 50 Basispunkten zur Performance der Strategie2.

Die Investmentmanager der Pictet-Emerging Local Currency Debt-Strategie hingegen investierten gegen Ende letzten Jahres in den argentinischen Peso, weil sie davon ausgingen, dass sich die Währung nach ihrem jüngsten starken Rückgang nachhaltig erholen würde. Das Investment erwies sich als positiv für die Portfoliorendite, weil der Peso in den letzten drei Monaten des Jahres 2018 fast 10% gegenüber dem US-Dollar zulegte.

Wechselkursschwankungen können sich also erheblich auf die Rendite der Portfolios der Anleger auswirken – sowohl positiv als auch negativ. Währungen sind demnach alles andere als ein Nullsummenspiel.


1] Basierend auf der wöchentlichen historischen Volatilität des JP Morgan US Treasury Index, EUR/USD-Kassawechselkurses und S&P 500 Index. Quelle: Bloomberg, Pictet Asset Management; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 25.01.2009–25.01.2019
2] Bruttoperformance gesamt (Preiseffekt und Transaktionskosten eingerechnet). Quelle: Pictet Asset Management, Daten vom 31.12.2018.

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Über den Autor

Mickael Benhaim arbeitet seit 2006 bei Pictet Asset Management, zuletzt als Co-Head Global Bonds im Fixed Income Team, bevor er im April 2017 die Leitung von Fixed Income Strategy & Solutions übernahm.
Zuvor leitete er den Bereich „Euro Aggregate Fixed Income“ bei AXA Investment Managers in Paris, wo er fünf Jahre arbeitete. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung, die er unter anderem bei der Dresdner Bank-Gruppe und der BNP Paribas Gruppe gesammelt hat.
Mickael Benhaim hat einen MSc in Mathematik und ein Nachdiplom in stochastischen Modellen von der Universität Jussieu und der Pantheon-Sorbonne in Paris.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Are investors too pessimistic on European shares?

Some European markets seem priced for recession but economists still forecast growth for the region in 2019, explains Emma Stevenson, Investment Writer at Schroders.

European equities had a tough 2018 with the benchmark MSCI Europe index falling 10.6% over the year. Trade wars, reduced support from central banks and slower economic growth were among the factors that saw higher risk assets such as equities fall out of favour.

Despite the difficult global backdrop, the eurozone economy continued to expand in 2018, albeit with quarterly growth slipping to just 0.2% in each of the final two quarters of the year.

However, some European equity valuations have fallen to levels that imply we are already in a recession. The chart below compares the current price-to-earnings (P/E) ratio of the pan-European index, and individual country indices, to their P/E ratios in the last two recessions: the global financial crisis and the sovereign debt crisis.

P/E ratios are a common valuation measure and are calculated by dividing a stock market’s value or price by the earnings per share of all the companies within it. A low number represents better value.

Chart of European equity market valuations

For most countries, and the pan-Europe benchmark, valuations now are above the levels of the two very deep recent recessions, as you would expect. One exception is Italy, where political uncertainty and ever-present worries over the health of the banking sector mean valuations for the FTSE MIB are below the levels reached during the sovereign debt crisis. The other is Germany, where current valuations for the DAX are below those reached in the 2008/09 global financial crisis.

Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist at Schroders, says of these recessions:

“The first, the global financial crisis, is probably a once in a century event. The second, the EU sovereign debt crisis, is certainly possible again, although steps have been taken by regulators and the European Central Bank to mitigate a repeat. If Europe is currently in recession, then it is likely to be a shallower and shorter recession than the previous two. Despite this, the P/E of the German DAX is currently at just 12.3, below that of the global financial crisis. This suggests that an extreme negative scenario is priced in to German equities.”

Why would this be? Germany’s export-oriented economy makes it susceptible to worries over trade wars. While the trade war headlines have focused on the US and China, President Trump has threatened tariffs on European goods too. In addition, global supply chains are so intertwined that disruption would be felt far beyond the two main antagonists. Trade wars could impact demand from China, and likewise Brexit could disrupt the UK, another of Germany’s important export markets.

German growth was disappointing in the second half of 2018, with a contraction of -0.2% quarter on quarter in Q3 followed by flat growth in Q4. Azad Zangana says this was mainly due to temporary factors, including “supply disruptions in the autos industry due to the introduction of new car emissions tests, but also low water levels in the river Rhine stopped the shipping of raw materials to factories. We estimate that that the disruption in the autos industry is worth 0.5 percentage points (pp) alone on quarterly growth.”

We can conclude that there are plenty of risks, but does this justify the extremely low valuation levels? Azad Zangana argues not: “We are not forecasting a recession for either Germany or the eurozone in 2019, which prompts us to be more positive on European risk assets than the market.”

The Schroders Economics Team is forecasting growth of 1.6% for the eurozone in 2019 and 1.7% in 2020. For Germany, the forecast is for 1.4% and 1.6%, respectively.

Martin Skanberg, fund manager, European equities at Schroders, says:

“We do not invest on a country basis but, rather, look for stock-specific mispriced opportunities. What is clear is that some parts of the European stock market fell to what we believe to be oversold levels at the end of 2018.

“Some economically-sensitive sectors are trading at very low P/E levels, whereas many defensive shares are at record highs. The share prices of many companies in sectors such as autos and auto parts, or packaging, now appear to be pricing in an extremely pessimistic scenario. As such, these are the areas that we think could potentially perform best if sentiment were to improve.”

As an example, the automobiles & components sector is currently trading on a price-to-earnings ratio of 6.7x. This compares to 22.2x for the beverages sector, which is often perceived as a defensive safe haven for investors when economic times are tough (data source: Thomson Reuters DataStream, as at 14 February 2019).

Skanberg adds that broader economic growth is not the only driver of share prices: “Another driver can be restructuring, whereby companies take self-help measures to deliver growth and/or a share price uplift irrespective of the general market environment. Restructuring stories such as cost cutting, improved returns to shareholders and business simplification can be powerful tools to create shareholder value.”

As ever, even when shares appear very cheap, it’s impossible to say with certainty that the market will start to value them more highly. Immediate attention will now be on Brexit and the trade wars. These and other issues could continue to prove disruptive for equity markets but such disruption may already be factored into prices.


This article has first been published on schroders.com.

Rosige Zukunft für den Technologiesektor

Noch bis vor Kurzem waren sie die Lieblinge der Anleger: Technologieaktien boten die Wachstumsperspektiven eines Sektors, der unser Leben auf vielfältige und tiefgreifende Weise verändert – von der Art, wie wir uns kleiden bis hin zum modernen Dating. 2018 änderte sich diese Sichtweise jedoch: Nicht nur sorgten sich die Anleger, dass durch die globalen Handelsspannungen Lieferketten unterbrochen und Kosten erhöht werden könnten, sondern auch wegen eines „Techlash“, bei dem Verbraucher und Politiker die Frage aufwarfen, auf welche Weise einige Technologieunternehmen ihre Macht eigentlich nutzen.

Zu Beginn des Jahres stieg die Angst vor den Auswirkungen einer Abschwächung der Konjunktur in China – einem der wichtigsten Absatzmärkte – nach einer unerwarteten Warnung von Apple über mäßige Verkäufe. Dies hatte zur Folge, dass die Technologiewerte nach Jahren der Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt an Boden verloren. „Wir bleiben allerdings optimistisch, was die langfristigen Perspektiven des Sektors angeht“, sagt Peter Finn, Co-Head of ETF Portfolio Management bei Legal & General Investment Management. Und dafür gibt es seiner Ansicht nach gute Gründe: „Der Technologiesektor kann das Leben der Menschen verbessern und bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Effizienz massiv zu steigern.“ So hat der chinesische Logistikkonzern JD.com kürzlich ein Warenlager vorgestellt, dass 200.000 Bestellungen pro Tag verarbeiten kann – aber nur vier Mitarbeiter beschäftigt.

Natürlich seien die Sorgen der Anleger bezüglich der Folgen neuer Regulationen und des US-Handelskonfliktes berechtigt. „Der Sektor wird aber durch nachhaltige Anlagethemen getrieben, die auch dazu beigetragen haben, die langfristigen Renditen zu steigern. Das spricht für eine rosige Zukunft für Technologieaktien.“

Cybersicherheit, Batterien und E-Commerce-Logistik

Einige Investmentthemen behält der Experte dabei genau im Auge: So erwartet er, dass der globale Megatrend Cybersicherheit weiterhin an Bedeutung gewinnen wird. „Immer mehr Systeme, Daten und Menschen sind digital miteinander verbunden – das macht sie aber auch anfälliger“, so Finn. Der kürzliche Anstieg von Ransomware-Angriffen habe sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen und Regierungen schmerzlich an diese Tatsache erinnert.

„Auch die Art und Weise, wie wir uns bewegen und Energie speichern, wird der Technologiesektor mit dem Thema Batterien stetig revolutionieren.“ So wurden im Jahr 2018 weltweit rund 1,1 Millionen batteriebetriebene und Plug-in-Hybrid-PKW verkauft – und damit laut Bloomberg New Energy Finance 57 Prozent mehr als im Vorjahr.

Als weiteres Thema nennt Finn E-Commerce und die Logistik, die den Warenfluss von der Produktion bis zum Verbraucher hin steuert: „One-Click-Einkäufe, taggleiche Lieferungen und Lagerautomatisierung werden den globalen E-Commerce-Logistikmarkt laut der Forschungsgruppe TI Insight bis 2020 jährlich um durchschnittlich 15,6 Prozent wachsen lassen“, so der Experte weiter.

Natürlich würden Tech-Aktien aufgrund des makroökonomischen Umfelds und der von ihnen ausgelösten Disruption kurz- und mittelfristig weiterhin vor Herausforderungen stehen. „Das Potential und die Vielfältigkeit der Anlagethemen überzeugt uns jedoch davon, dass die Aussichten für den Sektor langfristig positiv sind“, schließt Finn.

Solide, nicht überragend: die Berichtssaison in den USA und in Europa

von Peter Szopo, Chief Equity Strategist der Erste Asset Management.

Unternehmensgewinne zählen zu den wichtigsten Performance-Treibern für einzelne Aktien wie auch für den Gesamtmarkt. Sie sind ein Indikator für die Schaffung von Shareholder-Value im börsennotierten Unternehmenssektor und dementsprechend übt das Gewinnwachstum einen maßgeblichen Einfluss auf die Performance von Aktien und Marktindizes aus. Deshalb ist die vierteljährliche Berichtssaison, wo Unternehmen nicht nur die erzielten Ergebnisse präsentieren, sondern oft auch Hinweise oder explizite Managementprognosen („Guidance“) über die nahe Zukunft geben, ein derart wichtiges Ereignis.

Die derzeit laufende Berichtssaison ist sogar noch wichtiger als sonst, da die Marktteilnehmer nach der massiven Korrektur im vierten Quartal 2018 nach Hinweisen suchen, ob der Abverkauf eine geänderte Gesamtrisikoeinschätzung seitens der Anleger (d.h. höhere Abzinsungsraten) widerspiegelt oder schlechtere Gewinnaussichten die Ursache waren (wenngleich diese Faktoren oftmals nicht vollständig voneinander getrennt werden können).

Nachfolgend ein paar Trends, die im Zuge der derzeitigen Berichtssaison sichtbar wurden:

1. Die Unternehmensgewinne liegen über den Erwartungen (oder, trefflicher, den Befürchtungen)

In den USA hatten per Mitte Februar fast 80% der Unternehmen ihre Ergebnisse veröffentlicht. Bei mehr als 70% waren die Gewinne besser als erwartet (lt. Bloomberg-Konsensus), und bei 60% lagen die Umsätze über den Erwartungen. Beide Zahlen sind solide, aber schlechter als im vergangenen Quartal.

Bloomberg

Auch in Europa dominieren die positiven Überraschungen bis dato. Von den Unternehmen, die bis Mitte Februar ihre Q4-Ergebnisse verlautbart hatten, verzeichneten 60% positive Umsatz- und 56% positive Gewinnüberraschungen. Historisch betrachtet, sind diese Prozentzahlen nicht herausragend, doch geben sie auch keinen Anlass zur übertriebenen Sorge; und, im Gegensatz zu den USA, sind sie auch besser als im vergangenen Quartal.

2. Aber: die Erwartungen waren vor der Berichtssaison deutlich reduziert worden

Zwar sieht das Verhältnis von positiven zu negativen Gewinnüberraschungen auf den ersten Blick solide aus, doch darf man nicht darüber hinweg sehen, dass die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal 2018 vor der Berichtssaison deutlich gestutzt wurden. In den USA fielen die 4Q-Schätzungen für die Gewinne der Unternehmen im Index während des Quartals um 2,9%, und in Europa wurden die Gewinnschätzungen um beinahe 12% reduziert. Anscheinend führten der Abverkauf in Q4 2018 und die globale Wachstumsverlangsamung zu deutlichen Gewinnrevisionen nach unten. Sie stellten sich angesichts der tatsächlich berichteten Ergebnisse als überzogen heraus, doch  ohne diese Revisionen hätten wir im Durchschnitt keine positiven Überraschungen in den USA gesehen und in Europa sogar eine negative Gewinnüberraschung von fast 10%.

3. Wachstumsverlangsamung in Q4

In den USA verringerte sich das jährliche Wachstum des Gewinns pro Aktie im Durchschnitt von 24% in Q3 2018 auf ca. 11% im letzten Quartal des Vorjahres, während es in Europa von 9% auf 2% fiel. Auf der Umsatzseite sieht das Bild etwas besser aus: in den USA verringerte sich das Umsatzwachstum um lediglich 1,5 Prozentpunkte auf ca. 8%, und in Europa stieg es sogar über jenes in Q3.

Mehrere Punkte sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert: zwar hat sich Wachstum verlangsamt, aber es blieb auch in Q4 noch z.T. deutlich positiv. Zweitens: der Unternehmenssektor in den USA wächst sowohl bei Gewinnen als auch Umsätzen nach wie vor schneller als sein europäisches Gegenstück – was bestätigt, dass der makroökonomische Hintergrund in den USA noch immer besser ist als in Europa. Drittens: die Margen in den USA stiegen weiter (was angesichts der Auswirkungen der US-Steuerreform keine Überraschung darstellt), während sie in Europa fielen.

4.Erwartungen für 2019: immer noch positiv, doch Risiken zeigen nach unten

Die bisherigen Ergebnisse der Berichtssaison haben nicht geholfen, den Abwärtstrend bei den Gewinnschätzungen zu stoppen. Zuletzt lagen Gewinnschätzungen für die Unternehmen im S&P 500– und im Stoxx 600-Index für das laufende Jahr 5-7% unter den Spitzen, die noch in der zweiten Hälfte 2018 erwartet worden waren.

Daher fiel der erwartete Gewinnzuwachs für das Gesamtjahr sowohl für das Universum des S&P 500 als auch des Stoxx 600 von hohen einstelligen Prozentsätzen auf zuletzt 6%. Allerdings halten die Negativrevisionen nach wie vor an, und ich erwarte, dass nach Ende der Berichtssaison die Konsensschätzung näher bei 3-4% liegen wird.

Anmerkung: Eine Konsensschätzung ist eine Zahl, die auf den aggregierten Schätzungen von Analysten basiert, die die jeweiligen Unternehmenssektoren abdecken.

All das impliziert für Investoren, dass Unternehmensgewinne nach zwei Jahren starken Wachstums vermutlich nicht mehr als Stütze für die US- und die europäischen Aktienmärkte funktionieren werden. Zwar scheinen sich die Negativrevisionen zuletzt verlangsamt zu haben, doch die Risiken deuten eher in Richtung einer weiteren Gewinnabschwächung. Das Weltwirtschaftswachstum verlangsamt sich nach wie vor, während sich Löhne und andere Kostenfaktoren beschleunigen. Es ist sicher, ob die Margen-Erwartungen der Analysten all diese Entwicklungen ausreichend reflektieren.

Allerdings besteht kein Grund, übermäßig pessimistisch zu sein, da a) derzeitige Schätzungen keinen wirklichen Einbruch bei den Gewinnen erwarten lassen und b) die Erwartungen auch schon deutlich zurückgenommen wurden. Beispielsweise gehen die derzeitigen Konsens-Schätzungen bereits davon aus, dass die Gewinne im ersten Quartal 2019 wahrscheinlich auf beiden Seiten des Atlantiks im Jahresvergleich schrumpfen werden. Anleger sind momentan nicht übermäßig optimistisch – was eigentlich schon wieder ein Grund für moderaten Optimismus ist.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Nachhaltigkeitsbewertung Bildung: Digitalisierung/IT-Branche

von Andreas Perauer, Mitarbeiter des Nachhaltigkeitsteams bei der Raiffeisen KAG.

Die IT-Branche zeichnet sich durch extrem hohen Wettbewerb, die Notwendigkeit permanenter Innovation und damit höchste Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Die Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten der handelnden Personen, basierend auf Intelligenz, Bildung, Weiterbildung, Erfahrung und Know-how, sind in diesem Sektor besonders ausgeprägt.

Die Engagement-Aktivitäten des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management beim Thema Bildung beinhalten den Dialog mit einigen IT-Unternehmen weltweit. Der Fokus des Dialogs liegt in der Weiterbildung und Bindung wichtiger Leistungsträgerinnen und -träger an das Unternehmen. Folgende Fragen werden dabei gestellt:

1) In einer dynamischen Weltwirtschaft mit all ihren Ausprägungen lässt sich ein allgemeiner Standard für eine notwendige oder geforderte Basisausbildung nur schwer festlegen. Dass diejenigen, die sich um einen Job bewerben, über die Grundkenntnisse Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen sollten, erklärt sich von selbst. Darüber hinaus hängt es aber vor allem von der jeweiligen Branche ab, welche Ausbildung wirklich gefordert wird. Die im Rahmen unseres Engagements beleuchtete IT-Branche gehört zu jenen Branchen, die aufgrund hochkomplexer Arbeitsprozesse allgemein höhere Anforderungen an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt. Bei den meisten Unternehmen sprechen wir hier von einem Universitätsabschluss als Basisausbildung. Das Softwareunternehmen „Adobe“ beispielsweise, fordert einen Bachelorabschluss oder einschlägige Praxiserfahrung, die einem derartigen Abschluss gleichkommt.

2) Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit lassen erkennen, dass Unternehmen vermehrt die Bedeutung eines frühzeitigen Trainings erkennen. Bei den IT-Unternehmen sind es speziell Kooperationen mit Universitäten und maßgeschneiderte Praktika, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Facebook zum Beispiel betreibt eine eigene „Facebook University“, durch die Studierende aus schwierigem Umfeld die Menschen, Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens kennen lernen können. Neuen Softwareingenieuren bietet Facebook außerdem ein so genanntes „Engineering Bootcamp“ an, mit dessen Hilfe sie ihre Stärken und Präferenzen identifizieren und sich so an einem Team ausrichten können, in dem sie die größte Wirkung erzielen.

3) Studien zeigen, dass das Miteinbeziehen von Diversität im Einstellungsprozess sowohl auf wirtschaftlicher Ebene als auch im Hinblick auf das Mitarbeitergefüge einen positiven Einfluss hat. Unternehmen, die Wert auf kulturelle Vielfalt legen, gelten als attraktive Arbeitgeber und können so ihre Reputation steigern. Die Chancen, die sich aus gelebter Diversität ergeben, erkennt auch der Bezahldienstleister „PayPal“. Das Unternehmen bezeichnet Vielfalt als einen Beschleuniger von Innovation und strebt daher nach einer vielfältigen Belegschaft, zu der Personen mit unterschiedlichem ethnischen und kulturellen Hintergrund, Geschlecht und diverser sexueller Orientierung zählen. Auch Facebook findet Vielfalt bedeutsam für den Erfolg des Unternehmens, da sich Menschen jeder Herkunft auf Facebook versammeln und auf deren Bedürfnisse mit einer vielfältigeren Belegschaft umso besser eingegangen werden kann.

4) Ein Unternehmen steht und fällt mit seiner Belegschaft, das ist bekannt. Geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, kann sich jedoch mitunter als äußerst schwierig und kompliziert darstellen. Für Adobe ist es daher wichtig, bereits vor dem Interviewprozess eine langfristige Strategie zu verfolgen und eine proaktive Auseinandersetzung mit so genannten „High Potentials“ zu pflegen. Der chinesische Internetriese „Tencent“ hingegen beklagt die geringe Verfügbarkeit von geeignetem Personal und den daraus resultierenden intensiven Wettbewerb um diese Arbeitskräfte am chinesischen Markt.

5) In einer Welt, in der digitale Transformation eine bedeutende Rolle spielt, ist es besonders wichtig, dass Arbeitskräfte mit den benötigten Fähigkeiten und dem richtigen Know-how ausgestattet sind. Facebook, Apple, Google und Tencent setzen auf eigene Universitäten und Akademien, durch die sie ihrem Personal maßgeschneiderte For tbildungsprogramme anbieten können. Tencent ist dabei die Flexibilität und Zugänglichkeit zu den Lernprogrammen besonders wichtig, es stellt daher seinen Angestellten neben Trainings-on-the-job auch eine Online-Learning-Plattform und ein mobiles Lernsystem zur Verfügung – also Weiterbildung zu jeder Zeit und überall.

6) Bei den Anreizen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein klarer Trend in Richtung nicht-monetärer Systeme zu erkennen. Diese gehen längst über flexible Arbeitszeiten hinaus und versuchen, das Arbeitsleben einerseits zu verbessern und andererseits mit dem Privatleben bestmöglich in Einklang zu bringen. Facebook bietet Leistungen in unterschiedlichen Bereichen, darunter Gesundheit, Familie, Gemeinschaft und Auszeit. Der Bereich Auszeit beinhaltet beispielsweise einen 30-tägigen Sonderurlaub nach fünf abgeschlossenen Arbeitsjahren. Im monetären Bereich sind Bonuszahlungen und Aktienprogramme die am häufigsten verwendeten Methoden, um Unternehmensangehörige zu hoher Leistung zu motivieren.

7) Denkt man an IT-Unternehmen in Verbindung mit der Standortwahl, kommt einem meist sofort das Silicon Valley in den Sinn. Giganten der Hightech-Industrie wie Apple, Intel, Google und Facebook sind dort beheimatet und buhlen um die schlauesten Köpfe der umliegenden Universitäten und Forschungszentren. Und genau diese Einrichtungen sind es, die den Standort so beliebt gemacht haben und die auch deutlich machen, welch wichtige Rolle der Bildungsaspekt bei der Wahl der richtigen Niederlassung spielt.


Diesen Beitrag ist Teil der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Den Hauptbeitrag zu Bildung sowie die vollständigen Letter finden Sie hier.

Wann erwacht der Drache im Reich der Mitte wieder?

Die Frage, ob und wann Chinas Konjunktur 2019 ihren Tiefpunkt erreicht, ist derzeit wohl eine der wichtigsten Fragen für Investoren. „Die Lage erinnert an den drastischen Einbruch im Jahr 2015: Erstmals liegen die chinesischen Industriegewinne wieder unter dem Vorjahresniveau – die Autoverkäufe sinken und auch die Fertigung ist rückläufig“, sagt Erik Lueth, Global Emerging Market Economist bei Legal & General Investment Management (LGIM). In einer aktuellen Prognose kommt er jedoch zum Ergebnis, dass sich die chinesische Wirtschaftsaktivität – und damit auch die globalen Vermögenspreise – ab dem zweiten Quartal 2019 erholen könnten.

Hat die chinesische Geldpolitik dazugelernt?

Die chinesische Regierung hat auf die aktuelle Schwäche mit breit angelegten Lockerungsmaßnahmen reagiert, darunter Steuersenkungen, Kürzungen der Reservequote und schreckte auch nicht vor außergewöhnlicheren geldpolitischen Maßnahmen zurück, um eine höhere Vergabe von Bankkredite anzuregen. Die Maßnahmen waren signifikant, jedoch nicht so gewichtig wie 2015. Angesichts ihrer neuen Fokussierung auf die Finanzstabilität hat die chinesische Regierung auch davon abgesehen, die Regulierung von Schattenbanken zu lockern, die eine wichtige Säule vergangener Konjunkturprogramme darstellte.

Wird die Konjunktur also als Reaktion auf die Impulse die Talsohle erreichen? Und falls ja, wann? Um dies zu untersuchen, hat sich Lueth mit dem chinesischen Kreditwachstum befasst, dass ihm zufolge historisch gesehen der beste Frühindikator für die chinesische Wirtschaft sei. Er berichtet, dass auf Wendepunkte im Kreditwachstum ebenso Wendepunkte in der Wirtschafsaktivität gefolgt seien – und zwar mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten.

Erhöhte Kreditvergabe dürfte Konjunktur wiederbeleben

Bei seiner aktuellen Prognose des Kreditbestands stützt sich Lueth auf einige Annahmen: „Wir gehen davon aus, dass chinesische Banken ähnliche Kreditvolumina vergeben wie 2018 und dass chinesische Unternehmen Anleihen in gleicher Höhe begeben wie im Vorjahr. Angesichts der Lockerungsmaßnahmen durch die chinesische Regierung ist das eine eher konservative Annahme“, so der Ökonom. Darüber hinaus schätzt er, dass der Bestand an Schattenkrediten konstant bleiben sollte, da die chinesische Regierung den bisherigen Deleveraging-Fortschritt sichert, ohne ihn weiter voranzutreiben. Die erhöhte Quote für die Emission lokaler Staatsanleihen sei im Rahmen seiner Prognose gleichmäßig über das Jahr 2019 verteilt worden.

„In diesem Szenario würde das Kreditwachstum zeitnah ihre Talsohle erreichen und sich daraufhin im Laufe des Jahres um 1,8 Prozentpunkte beschleunigen, verglichen mit einer Beschleunigung um 4,5 Prozentpunkte im Jahr 2015“, berichtet Lueth. Er betont, dass seine Annahmen insgesamt konservativer seien, und der aktuell vorherrschende Abschwung ist geringer ist als 2015. Angesichts der historisch gesehen üblichen Zeitverzögerung geht Lueth davon aus, dass die chinesische Wirtschaftstätigkeit ab April oder Mai wieder an Fahrt gewinnen könnte.

US small buyouts: Exploiting inefficiencies in the world’s most efficient economy

Schroder Adveq believes the 300,000 small family-owned businesses and corporate divisions dotting the US landscape present a compelling opportunity for investors, explains Ethan Vogelhut, Head of Buyout Investments, Americas, at Schroders.

Schroder Adveq believes that investing in US small buyouts can provide a compelling, high-returning complement to an investor’s large buyout exposures. However, there are a number of hurdles causing some investors to overlook this asset class.

The attractiveness of the US economy has made it one of the most efficient markets globally for private equity and has allowed the asset class to generate strong returns for decades. However, there are still areas of inefficiency to be found, particularly at the smaller end of the private equity market, which can be capitalised on to generate outsized returns.

Inefficiencies still exist

These inefficiencies are structural in nature and exist largely because of the sheer number, geographic dispersion and ownership structure of small US companies. Specifically, there are over 300,000 small family-owned businesses and corporate divisions dotting the US landscape. This vast market lacks the same intermediary coverage that large companies receive and presents transformational opportunities to skilled, operationally-oriented small buyout firms.

There is robust appetite from cash-rich strategic acquirers and larger private equity funds that are willing to pay high multiples for growing and successful businesses. A small buyout firm with a repeatable value creation strategy can help realise these rewarding exit opportunities and in doing so, help you generate attractive returns.

Obstacles to accessing smaller companies

Despite wanting to access US small buyouts, many investors face constraints preventing them from doing so. Some common limitations include:

  • The average investment size that institutional investors want to deploy is too large
  • The diligence and effort required to find, select and commit to multiple small funds is high
  • Inadequate coverage of over 1,000 small US buyout firms

It is a misconception that this segment of the market is therefore out of reach.

Find the right partner

The best way for investors to access these smaller companies is through a partner that is dedicated to US small buyouts. Such a partner will possess a replicable playbook for covering the sizeable landscape of small US buyout firms and have access to the best funds and transactions. Good market coverage requires rigorous organisation, active networking and the use of technology and databases to be effective; a dedicated partner will already have these capabilities in-house.

In constructing a small buyout portfolio, we advocate considering the following factors:

  • Life cycle diversification: Ensure your partner can offer you access to both repeat top performing managers, and high potential emerging managers so that you can diversify your portfolio by firm lifecycle
  • Investment type: To accelerate performance, consider a blend of transactional investments such as direct co-investments and secondary fund commitments, alongside the more traditional primary fund investing, the results of which can take time to develop.

US small buyouts allow investors to acquire companies in a highly inefficient market and, post transformation, reap the benefits of selling into the most efficient exit market in the world. Schroder Adveq believes that investors should capitalise on this opportunity in partnership with a trusted provider committed to constructing performance-oriented portfolios in this attractive investment segment.


Please find the full report as a PDF here.

This article has first been published on schroders.com.

Brexit: The Final Countdown

Anfang vergangener Woche forderte die britische Premierministerin Theresa May die Abgeordneten des Parlaments in London dazu auf, die „Nerven zu bewahren“. Ab dem 29. März soll Großbritannien nicht mehr Teil der Europäischen Union sein. Weil das britische Parlament den vorliegenden Brexit-Vertrag in einer Abstimmung am Donnerstag nun wiederholt abgelehnt hat, ist aber nach wie vor nicht klar, wie die Beziehungen zwischen dem ehemaligen Empire und der EU künftig aussehen werden.

Einen Vorgeschmack auf die Folgen des Brexit lieferten zuletzt Konjunkturdaten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember 2018 nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Im Dezember sank die Produktion britischer Unternehmen den fünften Monat in Folge. Vor allem die Autobauer und die Stahlindustrie drosselten ihre Produktion. Im Vorfeld des Brexit zeichnet sich Experten zufolge insbesondere bei den Investitionen die Unsicherheit der Unternehmen ab. Selbst im Falle eines Kompromisses würden deutliche Bremsspuren im Jahresverlauf zu sehen sein.

Wie schwer die Unsicherheit für Unternehmen wiegt, zeigt sich bereits jetzt. So wird der japanische Automobilhersteller Nissan die nächste Generation seines SUV-Modells X-Trail für den europäischen Markt in Japan statt wie geplant in England bauen. Auch Ford trifft verstärkt Vorkehrungen für einen Produktionsabzug aus Großbritannien. Und der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus droht für Fall eines ungeregelten EU-Austritts mit der Schließung von Fabriken in Großbritannien.

“Deal“ or „No Deal“ ist die Frage

Ohne Brexit-Vertrag mit der EU würden für die Briten plötzlich nur noch die Regelungen der Welthandelsorganisation (WTO) gelten. Dies würde bei Weitem nicht nur dem Standort Großbritannien schaden, wie eine aktuelle Studie des Salzburg Centre of European Studies zeigt. Im Falle dieses „Hard Brexit“ kommt es laut der Studie zu einem unmittelbaren Einbruch der britischen Industrieproduktion von bis zu rund 7,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. In Österreich würde die Produktion im Industriebereich demzufolge in der maximalen Ausprägung um rund 4,5 Prozentpunkte gedämpft, in Deutschland um 4,2 Prozentpunkte. Noch stärker betroffen wären Frankreich und Italien.

Eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kommt zu dem Schluss, dass nach einem ungeregelten Brexit die Jobs von weltweit 612.000 Menschen gefährdet wären: „In Österreich könnten direkt 2.000 und indirekt 4.000 Arbeitsplätze betroffen sein“, sagt Studienautor Oliver Holtemöller. Die Studie geht davon aus, dass die Importe Großbritanniens durch einen ungeregelten EU-Austritt um ein Viertel einbrechen würden.

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Mit dem im Parlament vorerst erneut abgelehnten Brexit-Vertrag würde sich hingegen bis Ende 2020 ökonomisch kaum etwas ändern. Die Briten müssten sich weiter an EU-Recht halten, aber nicht mehr mitwirken, erklärt Stefan Griller, Professor für Europarecht an der Uni Salzburg. In diesem Fall würde den Berechnungen der Universität Salzburg zufolge eine wesentlich geringere Beeinträchtigung der Industrieproduktion in Großbritannien und den EU-Ländern eintreten.

Konservative stören sich bei Mays Deal aber vor allem an der vorgesehenen Grenzregelung zwischen Nordirland und Irland. Die EU will keine kontrollierte Grenze zwischen Nordirland und Irland. Die Briten wollen wiederum keine Grenzkontrollen zwischen dem britischen Festland und Nordirland. Eine Zusatzvereinbarung zum Brexit-Vertrag könnte diesen Streitpunkt zumindest teilweise entschärfen. Doch um eine solche auszuhandeln, würde Theresa May neben „Nerven“ noch Zeit und mehr Unterstützung für ihre Arbeit benötigen. Dem erteilten die britischen Abgeordneten bei der Abstimmung am vergangenen Donnerstag allerdings erneut eine klare Absage. Die Premierministerin verlor dabei auch wieder an Rückhalt in der eigenen Partei, was nicht nur ihre Verhandlungsposition Brüssel gegenüber geschwächt, sondern schließlich auch einen geregelten und damit glimpflicheren Brexit noch unwahrscheinlicher gemacht haben dürfte.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Anleihen mit gutem Jahresbeginn

Oftmals besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Aktien und Anleihen. Das bedeutet, dass bei steigenden Aktienkursen die Notierungen der Anleihen häufig fallen. Im vergangenen Monat war dies nicht der Fall. Obwohl die internationalen Aktienmärkte sehr stark zulegen konnten, sind auch die Anleihenkurse gestiegen. Dies gilt sowohl für Euro-Staatsanleihen, Euro-Unternehmensanleihen, High-Yield-Anleihen und Emerging-Market-Anleihen. Ein wesentlicher Grund für diese erfreuliche Entwicklung war eine Neubewertung der Geldpolitik. Im vierten Quartal hatten noch Ängste vor einer allzu raschen Verringerung der Notenbankunterstützung zu Stress auf diversen Märkten geführt. Anfang Jänner ist der Präsident der US-Notenbank dann zurückgerudert und hat eine Pause bei den Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. Auch Anleihen aus den Schwellenländern konnten von den beschriebenen Entwicklungen profitieren. Diese Emittenten reagieren besonders sensibel auf Zins- und Währungsentwicklungen in den USA. Nachdem sich bei den Leitzinsanhebungen eine Pause abzeichnet, die Renditen am langen Ende der Zinskurve spürbar zurück gegangen sind und der Dollar stabil ist, wittern die Schwellenländeranleihen seit einiger Zeit wieder Morgenluft.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF

Geld-/Kapitalmarkt – US-Notenbank legt Kehrtwende hin

Die US-Notenbank hat in den letzten Wochen eine veritable Kehrtwende hingelegt. Noch im vierten Quartal des letzten Jahres beteuerte Powell, dass das Zinsniveau noch sehr unterstützend sei und weitere Zinsanhebungen folgen würden. Schon Anfang Jänner wurde kräftig zurückgerudert, um Ende Jänner vollends zu kapitulieren. Nunmehr heißt es, die Geldpolitik sei an die aktuelle Situation angepasst und in weiterer Folge könne man geduldig die Entwicklungen beobachten. Was hat zu diesem Sinneswandel geführt? Ganz einfach: der Aktienmarkt! Der Kurssturz von 14 % im vierten Quartal hat seine Wirkung nicht verfehlt. Hat es vielleicht auch einen Anruf aus dem Weißen Haus gegeben? Weitere Zinsanhebungen sind damit jedenfalls sehr unwahrscheinlich geworden. Auf Seiten der Europäischen Zentralbank gab es zuletzt weniger spektakuläre Entwicklungen. Die Notenbank hat bekräftigt, dass die Zinsen nicht vor dem Herbst angehoben werden. Ob sich heuer überhaupt eine Zinsanhebung ausgeht, ist höchst ungewiss. Immerhin haben sich die Wirtschaftsdaten in der Eurozone in den letzten Monaten spürbar eingetrübt.

Staats- und Unternehmensanleihen – Potenzial ausgeschöpft

US-Staatsanleihen haben die veränderten Aussichten für die Geldpolitik bereits in den letzten Wochen mit spürbaren Renditerückgängen vorweggenommen. Auch im verbleibenden Verlauf von 2019 werden US-Treasuries eine interessante Assetklasse bleiben. Auch Staatsanleihen aus der Eurozone haben sich in den letzten Monaten sehr gut entwickelt. Sowohl die sogenannten Kernländer (z. B. Deutschland, Österreich) als auch Italien waren mit starkem Anlegerinteresse konfrontiert. Damit dürfte das Potenzial auf absehbare Zeit aber ausgeschöpft sein.

Bei den Risikoaufschlägen für Unternehmensanleihen („Spreads“) war die Erholung zuletzt in den USA wesentlich stärker als in Europa. Hierzulande ist nicht mit einer nachhaltigen weiteren Einengung zu rechnen.

Auch die High-Yield-Märkte konnten von der generell besseren Stimmung profitieren und liegen seit Jahresbeginn deutlich im Plus. In diesem Segment konnten die Märkte in Europa nicht mit jenen in den USA Schritt halten.

Emerging Markets – Trendwende gelungen

Die ersten drei Quartale 2018 waren nicht gut für Anleger, die in den Schwellenländern investieren. Aktien, Anleihen und Währungen tendierten sehr schwach. Dafür können drei wesentliche Gründe genannt werden. Zunächst einmal gab es länderspezifische Themen, wie z. B. in der Türkei. Dann gab es den von den USA angezettelten Handelskrieg, der zu einem Schrumpfen des globalen Handels führte. Und schließlich ist die US-Notenbank zu nennen, die mit Zinsanhebungen auch das lange Ende der US-Zinskurve sowie den US-Dollar nach oben drückte.

Alle drei Belastungsfaktoren haben sich in den letzten Monaten entspannt. Und siehe da, schon haben die einzelnen Segmente ihre Tiefstände durchschritten: Lokalwährungsanleihen im September, Aktien im Oktober und Hartwährungsanleihen im November. Besonders hervorgetan haben sich dabei die Lokalwährungsanleihen, die bereits über den Ständen von Anfang 2018 notieren. Die Erholung wird sich fortsetzen. Auch für die nächsten Monate sind Anlagen in Schwellenländern interessant.

Is the multi-factor craze the next fool’s gold rush?

In the popular 90s video game Tomb Raider, Angelina Jolie’s alias Lara Croft traversed the world, opening chests and crypts and looking for different but complementary treasures. Multi-factor investing isn’t wildly different, but all that glitters is not gold, argues Fadi Zaher, Head of Product Specialist: Index, Asset Allocation & Factor Based Investing at Legal & General Investment Management (LGIM).

In the course of my own factor-based investing quest, I am often asked if multi-factor investing is inherently contradictory. By definition, any investor who wants to isolate a single factor is deliberately hedging out all other risks, right? And, as different factors have different objectives in a multi-factor portfolio, some of them could contradict each other. Surely putting multiple factors together reintroduces multiple forms of risk and the more types of risk you add, the more your portfolio approaches the broad market risk/return profile?

So, how can you avoid re-introducing market risk into your portfolio and gain the potential to generate returns above the broad market? Below are some gems I’ve gleaned along the way…

Hidden treasure?

Although past returns offer no guide to future performance, based on favourable historical returns multi-factor has delivered a positive difference. The chart below illustrates the sizeable historical performance difference between market returns and multi-factor. Compounding effects have made the return disparity significant over the long term.

That said, the naysayers are not entirely wrong – multi-factor, in this case a blend of the factors identified, has delivered lower returns than the best performing factors, especially the size factor and momentum.

This is because some ‘returns cancellation’ is difficult, or impossible to avoid – value stocks and momentum stocks inherently hold opposing characteristics and may outperform at different points of the market cycle; multi-factor incorporates both. However, it is perilous to confuse multi-factor investing and market-cap investing suffering from similar ‘returns drag’ with multi-factor investing producing the same returns pattern as the broad market.

A commonality in all key factors is that they will move your portfolio away from the ‘tallest trees’ in the index – i.e. the giants that dominate most global benchmarks. So, no matter how many factor strategies you blend, you are likely to be underweight to the largest names in the index. This can translate into a sector – the U.S IT sector contains Google, Facebook, Apple, Amazon and Netflix!

In order to ‘slip’ into replicating market returns, multi-factor portfolio allocations would have to be unbalanced. Below is a chart which shows the factor allocations we would have needed in order to have produced market returns year-on-year. We generated it by assessing the returns of the different factors against market returns, choosing the factor combination which would produce the most similar performance to the market returns in any given year. During volatile years: 2002, 2008 and 2011, an excessive allocation to value stocks would have been needed to match market cap returns, because most stocks within the market cap itself became value stocks after significant corrections.

N.B. There are other combinations which could recreate the market cap returns in some years. This calibration is based on an optimisation – i.e. the most similar match we were able to calculate between factors and market returns.

A balancing act

However, a measured, disciplined and balanced multi-factor portfolio, which equally-weights all factors, should not replicate the market. For example, applying a weighting scheme may help reduce stock specific risk and issuer, stock and regional concentration, likely to lower the portfolio’s beta. This prevents single holdings being represented in the multi-factor portfolio many multiples higher than their market capitalisation.

Furthermore, a close analysis of ‘factor interaction’ might entail the bottom up review of each stock to ensure that its presence supports each of the portfolio’s factors in tandem, rather than a single factor at the expense of others.

So, being disciplined and vigilant in the fight against unrewarded risk is the key to creating a truly original multi-factor portfolio, rather than a broad-market investment in all but name. As the real life Angelina Jolie once said; “People say that you’re going the wrong way when it is simply a way of your own.”


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Barometer: Frohes neues Jahr?

Nach einem düsteren Jahr 2018 sind Risikoanlagen stürmisch ins neue Jahr gestartet. Günstige geldpolitische Entwicklungen in den USA und China dürften solide Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte schaffen, so das Pictet Asset Management Strategy Unit.

Asset Allocation: Sicherheitsnetz Zentralbank

Die Weltwirtschaft kühlt sich ab. Ängste vor einem ausgewachsenen Handelskrieg zwischen den USA und China haben zu einer erheblichen Verschlechterung des Geschäftsklimas und der Konjunktur geführt, vor allem in den Industrieländern.

Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer. Die Zentralbanken werden wieder tätig, um dem Wachstum auf die Sprünge zu helfen.

Die US-Notenbank hat signalisiert, dass sie eine Zinspause einlegen wird. Möglicherweise verlangsamt sie auch das Tempo ihrer Anleiheverkäufe. China setzt zur Stabilisierung des Wirtschaftswachstums neben haushaltspolitischen Maßnahmen auch auf geldpolitische Impulse. Die Maßnahmen der einflussreichsten Zentralbanken der Welt zusammen dürften dazu beitragen, dass sich die Nerven der Anleger nach den Marktturbulenzen Ende 2018 wieder beruhigen.

Dennoch lassen sich Anlagerisiken nicht gänzlich durch Zentralbankmaßnahmen ausschalten: Die Spannungen zwischen den USA und China werden nicht so bald vom Tisch sein.

Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte haben wir beschlossen, an unserer neutralen Haltung gegenüber Aktien und Anleihen festzuhalten.

MONATSÜBERSICHT: ASSET-ALLOCATION

Februar 2019

Quelle: Pictet Asset Management 

Unsere Konjunkturzyklusanalysen haben ergeben, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern abkühlt.

Unsere Frühindikatoren deuten auf ein reales annualisiertes globales BIP-Wachstum von 2,6% zu Ende März hin – das wäre ein halber Prozentpunkt weniger als in den vergangenen sechs Monaten bis September.

Dies ist weitgehend auf die Auswirkungen der Handelsspannungen zwischen China und den USA zurückzuführen. Exporte und Industrieproduktion gehen stark zurück, wenngleich die realen Zinssätze und der Inflationsdruck gering sind.1

Die US-Konjunktur kühlt sich stark ab – im Dezember verzeichnete die Produktionstätigkeit den größten monatlichen Rückgang seit Ende 2008, als die Wirtschaft mitten in einer Rezession steckte.

In der Eurozone wird die Lage immer schlimmer – die Industrieproduktion nimmt ab (jährliche Rate von 3,2%) und Italien ist das erste Mal seit fünf Jahren in die Rezession gerutscht.

Die Schwellenländer entwickeln sich wirtschaftlich viel besser, dank der Bemühungen Chinas um Stabilisierung des Wachstums. Peking hat ein Paket aus geld-, haushalts- und handelspolitischen Maßnahmen in einer Größenordnung von 1,1% des BIP geschnürt, um der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Lateinamerika ist ebenfalls ein Lichtblick. Das Wachstum nimmt dort an Fahrt auf – Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro sorgt mit seinen marktfreundlichen Reformen für Optimismus und frischen Wind.

EIN HAUCH VON KÄLTE

Globales reales BIP und Frühindikator sinken

* Gewichteter Durchschnitt der Frühindikatoren von 38 Ländern. Quelle: Thomson Reuters Datastream; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.1998–31.12.2018

Unsere Kennzahlen für die Liquidität zeigen, dass die Währungshüter in den USA und China allmählich auf die Wachstumsängste reagieren.

Allein die chinesische Zentralbank hat in den vergangenen vier Monaten 15 neue Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum anzukurbeln und den Kreditfluss in die privaten Haushalte und Kleinunternehmen zu verbessern. Neben der Senkung des Mindestreservesatzes für die Banken richtet die chinesische Notenbank ein Central Bank Bill Swap (CBS)-Programm ein, das ein Anreiz für die Banken sein soll, sich durch Emission von ewigen Anleihen wieder Kapital zu besorgen, und die Kreditvergabe fördern soll.

Unsere Kennzahlen für Europa sind allerdings weniger erfreulich. Die Europäische Zentralbank hat die Käufe neuer Anleihen eingestellt, ausgerechnet jetzt, wo die fragile Wirtschaft der Region durch den Brexit und die Handelsspannungen zwischen den USA und China gefährdet ist. Erschwerend kommt hinzu, dass alle Versuche der EZB, ihr Anleihekaufprogramm wieder aufleben zu lassen, bevor Präsident Mario Draghi im Juni aus dem Amt scheidet, auf großen politischen Widerstand treffen dürften.

Unsere Indikatoren für die Bewertungen sind bei Risikoanlageklassen weiter neutral, wenngleich eine Reihe von Anlageklassen günstig erscheinen.

Britische Aktien gehören zu den attraktivsten Anlageklassen. Nicht nur, dass es am britischen Markt eine Vielzahl defensiver Large-Caps gibt, auch ist die Dividendenrendite mit 5% ordentlich – weltweit liegt der Durchschnitt bei 3%.2

US-Aktien hingegen sind überbewertet. Auch nach dem jüngsten Ausverkauf bleiben US-Werte teuer, gemessen an ihren zyklusbereinigten KGVs. Zudem rechnen wir mit weiteren Abwärtskorrekturen der Unternehmensgewinne durch die Analysten. Unsere Prognose für 2019 – 3% Wachstum beim Gewinn je Aktie in den USA – entspricht gerade mal der Hälfte dessen, was der Konsens prognostiziert.

Bei den Anleihen bieten Schwellenländeranleihen in Lokalwährung den besten Wert, vor allem, weil die Währungen der Region rund 25% unter dem von uns als angemessen betrachteten Wert gehandelt werden. Deutsche Bundesanleihen sind die teuersten Anleihen in unserer Scorecard.

Unsere technischen und Stimmungsanalysen sprechen ebenfalls für unsere neutrale Haltung gegenüber Aktien. Die Aktienflüsse machen deutlich, dass die Anleger nach dem Sell-off am Jahresende nur zögerlich wieder neue Positionen aufgebaut haben. Unsere Indikatoren deuten darauf hin, dass die Volatilität an den Aktienmärkten in den kommende Wochen andauern wird.

Aktiensektoren und -regionen: Wertpotenzial in Schwellenländern und UK

Egal ob bei den Bewertungen oder der Stimmung – die Bedingungen für den globalen Aktienmarkt sind nicht gerade förderlich.

Bei genauerem Hinsehen treten viele Risiken zutage, wie beispielsweise die Sorge um das Wirtschaftswachstum  in den Industrieländern, Unsicherheit hinsichtlich des geldpolitischen Kurses der US-Notenbank und die anhaltenden Handelsspannungen. Es ist kein Zufall, dass die Prognosen für die Unternehmensgewinne nach unten tendieren – weltweit kommen auf eine Aufwärtskorrektur der Analysten fünf Abwärtskorrekturen.

Unseren Modellen zufolge werden die Unternehmensgewinne in diesem Jahr weltweit um 5% wachsen – das ist zwar kein Weltuntergang, aber ein deutlicher Rückgang gegenüber 2018, wo es noch 15% waren, und weniger als der aktuelle Analystenkonsens von 7%.

Wir glauben, der beste Schutz vor einer möglichen Marktkorrektur besteht in der Umschichtung in defensivere Sektoren.

Zunächst bedeutet dies, dass Energiewerte auf neutral herabgestuft werden. Der Preis ihres Basiswerts – Erdöl – ist im letzten Monat um rund 20% gestiegen und wir können uns nur schwer vorstellen, dass er viel weiter über den aktuellen Stand von ca. 60 US-$ hinaus steigen wird, vor allem nicht in dieser späten Phase des globalen Konjunkturzyklus. Die technischen Indikatoren stehen für den Energiesektor ebenfalls auf Rot, insbesondere im Hinblick auf die Marktbreite – weniger als 20% der Aktien des Sektors werden über ihrem gleitenden 20-Tages-Durchschnitt gehandelt.

Unsere defensive Einstellung spiegelt sich auch in der Untergewichtung der teuren zyklischen Sektoren „zyklische Konsumgüter“ und „IT“ wider.

ZEIT FÜR EINE AUFHOLJAGD

Performance Basiskonsumgüter im Vergleich zu MSCI ACWI

Quelle: Thomson Reuters Datastream. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 29.01.2009-29.01.2019.

Im Gegensatz dazu haben wir Basiskonsumgüter von neutral auf übergewichtet angehoben. Unserem Bewertungsmodell zufolge gehören Unternehmen dieses Sektors zu den günstigsten defensiven Aktienanlagen (siehe Abbildung). Darüber hinaus ist der Basiskonsumgüter-Sektor in Schwellenländern recht stark etabliert – ein Lichtblick in der ansonsten düsteren globalen Wirtschaft.

Bei Aktien mit Schwellenländerbezug sind wir generell recht optimistisch, da das Wachstum dort viel robuster als in der übrigen Welt ist. Schwellenländeraktien sind zudem attraktiv bewertet und dürften von der Zinspause der US-Notenbank und den Reflationsbemühungen Chinas profitieren. 

Wir sind auch in britischen Aktien übergewichtet – die günstigsten in unser Bewertungs-Scorecard. Auch wenn der Brexit Sorge bereitet, sind britische Bluechips in vielfacher Hinsicht attraktiv. Britische Aktien mit höherer Kapitalisierung haben für Anleger nicht nur den Vorteil, dass sie sich in vielen etablierten internationalen Unternehmen engagieren können, sondern es gibt auch eine relativ hohe Anzahl defensiver Aktien, die sich in den Spätphasen des Konjunkturzyklus in der Regel gut entwickeln. Hinzu kommt, dass britische Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite von 5% gehandelt werden – Ausschüttungen britischer Unternehmen an ihre Aktionäre lagen im vergangenen Jahr auf Rekordniveau.

Hingegen bleiben wir bei den USA vorsichtig, deren überzogene Bewertungen ein Warnsignal für die Anleger sein sollten, zumal die Analysten die Gewinnprognosen nach unten korrigieren.


1) Durchschnitt von 7 Nominalzinssätzen (Leitzinsen, 3-Monats-Zinssätze, 2-, 5-, und 10-jährige Swapsätze, Renditen 5- und 10 jähriger Staatsanleihen), VPI-deflationiert, BIP-gewichtet für 10 Industrieländer. Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Thomson Reuters Datastream
2) MSCI All-Country World Index, Daten vom 31.01.2019

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

How many funds within a peer group are ahead of benchmark?

Over a 12-month-rolling period, only 23% of Europe managers and 25% of US managers as well as 24% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. The underperformance of small caps in a declining market did hurt most managers as a majority had an overweight in this market cap cluster.

In January, the performance of active managers in the US was much more convincing. 58% of US-managers outperformed their respective indices net of fees. The picture in the emerging markets is with 52% a little bit weaker. In Europe, 43% of the managers could beat their indices net of fees. During the market recovery in January, small caps significantly outperformed large caps, especially in the US. In addition to that, growth performed better than value in the US, which was not the case in Europe. The majority of the US managers do have a growth rather than a value bias which contributed positively to relative performance as well. Finally, most US managers have a strong exposure to financials/industrials and both sectors showed very good results in January.

Please find the full fundinfo Research News - February 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

Konstruktive Zentralbanken

Die Kurse der risikobehafteten Wertpapierklassen wie Aktien sind zu Jahresbeginn gestiegen, so Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM. Die Kernfrage für die Investoren: Hält diese Erholung nach den scharfen Einbrüchen im vierten Quartal länger an oder ist sie nur von kurzer Dauer?

Wachstum schwächt sich ab

Zentralbanken
Grafik 1: Fallende Konjunkturindikatoren

Die Weltwirtschaft befindet sich in der Konjunkturphase Abschwung. Das reale globale Wirtschaftswachstum fällt seit dem 4. Quartal 2017. Mittlerweile hat das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Trend-Niveau erreicht. Auffällig dabei:  der Gütersektor ist besonders empfindlich für den Abschwung. In zahlreichen Ländern ist die Industrieproduktion Ende des vergangenen Jahres markant geschrumpft. Die Mehrzahl der umfragebasierten Frühindikatoren (Einkaufsmanagerindex, Frühindikatoren der OECD – siehe Grafik 1) deutet auf einen weiteren Wachstumsrückgang hin. Stellt diese Entwicklung lediglich eine Normalisierung nach einer Phase von nicht nachhaltig hohen Wachstumsraten dar? Oder haben die Rezessionsrisiken tatsächlich zugenommen?

Schwache positive Signale

ZentralbankenGrafik 2: Keine weiteren Leitzinsanhebungen

Nicht alle Wirtschaftsindikatoren zeigen nach Süden. Es gibt auch eine Reihe von –  zugegeben schwachen – Signalen, die auf eine Stabilisierung des Wirtschaftswachstums hoffen lassen. Bei den Einkaufsmanagerindizes für den Monat Jänner sind mit den Neuaufträgen in den USA und den Importen in China zwei wichtige Subkategorien angestiegen. In Deutschland sind die Ausgliederungen von Industriegütern im Dezember gegenüber dem Vormonat gewachsen. Zudem ist das Kreditwachstum in China im Monat Dezember nicht weiter gefallen. Dieses Umfeld deutet auf ein baldiges Ende der schrumpfenden Industrieproduktion hin.

Geldpolitik unterstützt Finanzmärkte

Die kräftigste Unterstützung für die Märkte kommt von der Geldpolitik  – abermals.

  • Die US-Zentralbank hat die Neigung für weitere Leitzinsanhebungen aufgebeben. Die Befürchtungen der Wirtschaft und der Märkte vor zu hohen Leitzinsen sind damit (vorerst) verschwunden. Die im Markt gepreisten zukünftigen Leitzinsanhebungen innerhalb der nächsten 12 Monate haben von 0,8 Prozentpunkten im September 2018 auf aktuell eine leichte Senkung gedreht (siehe Grafik 2). Zudem signalisiert die die US Notenbank Fed den Prozess der Bilanzschrumpfung der Zentralbank früher als allgemein erwartet zu beenden (= mehr Liquidität).
  • Die Europäische Zentralbank spricht von Abwärtsrisiken für die Wirtschaft (=Rezessionsrisiken). Damit ist der baldige Ausstieg von der aktuell sehr expansiven geldpolitischen Haltung noch unwahrscheinlicher geworden.
  • In China wurde der Mindestreservesatz (Reserve Requirement Ratio) mehrmals gesenkt (= mehr und billigere Liquidität für Banken). Das Wachstum der Zentralbankbilanz ist nach einem rückläufigen Trend im vergangenen Jahr im Dezember angestiegen.

Zusammenfassung

Als Hauptmotiv für die Abkehr von der graduellen Verschärfung des geldpolitischen Umfeldes wurde allgemein die Verschlechterung des Finanzumfeldes (= fallende Aktienkurse, höhere Renditeaufschläge für das Kreditrisiko) genannt. Hierbei sollen nicht fallende Aktienkurse per se vermieden werden. Es geht darum, die negative Rückkopplung von der Verschlechterung des Finanzumfeldes auf die Wirtschaft zu stoppen. Das scheint vorerst zu gelingen. Ein (möglicherweise) Auslaufen der Wachstumsabschwächung im 1. Halbjahr bei einer gleichzeitig unverändert expansiven Haltung der Zentralbanken unterstützt (vorerst) die risikobehafteten Wertpapierklassen (Aktien, Emerging Markets). Wichtig ist, dass die Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum bald aufhören zu fallen.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Creditmärkte: Risiko-Ertrags-Konstellation nach Kursrückgängen wieder verbessert

2018 war für nahezu allen wichtigen Assetklassen kein gutes Jahr. Unternehmensanleihen bildeten da keine Ausnahme. Während viele Investoren 2017 gar nicht genug Unternehmensanleihen kaufen konnten, war 2018 faktisch das genaue Gegenteil zu beobachten, so Raiffeisen Capital Management. Die Risikoaufschläge gegenüber Staatsanleihen weiteten sich im Jahresverlauf vor allem aufgrund der nachfolgenden Faktoren sukzessive aus:

  • Die EZB reduzierte die Anleihekäufe und stellt diese netto ab 2019 komplett ein.
  • Die Investoren bauten bestehende Übergewichtungen ab.
  • Das Konjunkturbild verschlechterte sich.
  • Es kam zu einer allgemeinen Risikoreduktion bei den Investoren – teils freiwillig, teils gezwungen (letzteres speziell zum Jahresende).

Es liegt auf der Hand, dass die extrem niedrigen Zinskupons kaum Schutz gegen etwaige Kursrückgänge bieten konnten und auch weiterhin kaum Schutz bieten können. Das gilt prinzipiell für alle Marktsegmente – für die etwas höher rentierenden Anleihen aber natürlich etwas weniger als für die allerbesten Bonitäten.In unseren Credit-Fonds (Raiffeisen 304 – Euro Corporates, Raiffeisen-Euro-Corporates und Raiffeisen-Europa-HighYield) haben wir vor allem über eine sicherheitsfokussierte Einzeltitelauswahl gegengesteuert. Die Einzeltitelauswahl wird auch künftig ein sehr wichtiger Faktor für die Wertentwicklung sein. Speziell im High- Yield-Bereich ist eine weiter zunehmende Differenzierung zwischen den Emittenten zu beobachten. Im Raiffeisen- Europa-HighYield zahlte sich vor allem die defensive Positionierung bei italienischen Emittenten aus. So vermied das Fondsmanagement beispielsweise italienische Bankanleihen. In den Investmentgrade-Portfolios wurden 2018 generell nur wenige Finanzanleihen gehalten. Das erwies sich ebenfalls als gut. Allerdings ist dabei anzumerken, dass der Performanceunterschied zwischen financials und non-financials im abgelaufenen Jahr prinzipiell recht gering ausfiel und daher insgesamt keinen allzu großen Einfluss auf die Wertentwicklung hatte.

Im Zuge der Portfolioflüsse des vergangenen Jahres sind die Positionierungen vieler Marktteilnehmer deutlich ausgewogener als noch vor Jahresfrist. Die oftmals bestehenden starken Übergewichtungen wurden vielerorts reduziert oder abgebaut.

Ausblick 2019

Auf den Abwärtsdruck im vierten Quartal 2018 folgte im Jänner eine sehr kräftige Erholung. Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Spread-Einengung in den kommenden Monaten im selben Tempo fortsetzen wird, sondern sehen die Renditeaufschläge zum Jahresende ungefähr auf den aktuellen Niveaus. Falls dies der Fall ist, ließen sich heuer mit Credits (in der reinen Marktbe- trachtung und ganz grob gerechnet) ungefähr die aktuellen Renditen verdienen. Diese liegen derzeit normalgewichtet bei ca. 1,3 % (Raiffeisen 304 – Euro Corporates), 1,45 % (Raiffeisen-Euro-Corporates) bzw. ca. 3,9 % (Raiffeisen-Europa-HighYield). Bei High-Yields sind etwaige Ausfallskosten abzuziehen, für die die Kupons derzeit aber ausreichend entschädigen würden. Selbstverständlich gibt es für diese Ertragseinschätzung keinerlei Garantie und es handelt sich dabei um eine reine Momentaufnahme.

Fundamental gut unterstützt

Grundsätzlich sehen wir die Märkte noch immer recht gut unterstützt. Die Bewertungen europäischer Unternehmensanleihen sind sowohl im Investmentgrade- als auch High-Yield-Segment deutlich attraktiver als vor einem Jahr, wenn auch nicht mehr so günstig wie noch zum Jahreswechsel. Das gilt vor allem relativ gegenüber Staatsanleihen der Euro-Kernländer. Auch absolut betrachtet bieten die Märkte derzeit ein vergleichsweise gutes Risiko-Ertrags-Profil. Natürlich gilt dies nur vor dem Hintergrund der „neuen Normalität“ anhaltend niedriger Anleiherenditen.

In Bezug auf letztere scheint uns „niedriger für länger“ wohl zumindest auch 2019 zu begleiten, möglicherweise auch darüber hinaus. Damit besteht auch der tendenzielle „Anlagenotstand“ für viele Investoren vorerst weiter. Der markante Kurswechsel der US-Notenbank in den letzten Wochen hat neuerliche deutliche Renditeanstiege bei US-Staatsanleihen sehr viel unwahrscheinlicher werden lassen. Das ist nicht nur wichtig für das Investorensentiment. In den letzten 15 Monaten war zu beobachten, dass die kurzfristigen US-Renditen als eine Art Untergrenze für riskantere Anleihesegmente fungierten. In anderen Worten, steigende US-Renditen am kurzen Ende trieben vor allem in den mittleren und unteren High-Yield-Segmenten auch die europäischen Renditen nach oben. US-High-Yield-Anleihen bieten übrigens nur auf den ersten Blick bessere Renditen als ihre europäischen Pendants. Rechnet man die Hedgingkosten ein, haben Euro-High-Yield-Anleihen sogar die Nase vorn. Da wir beim US-Dollar inzwischen mehr Abwärtsrisiko als Aufwärtspotenzial ausmachen, und ihn auf Jahressicht eher etwas schwächer zum Euro sehen, erscheint uns derzeit ein nicht währungsgesichertes Investment in US-High-Yields für Euro-basierte Investoren wenig ratsam.

Was die EZB betrifft, so ist die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinsanhebung in 2019 zuletzt weiter gesunken.

Mögliche Risikofaktoren für die Creditmärkte

Konjunktur und Unternehmensgewinne: Die Wachstumsabschwächung in der Euro-Zone ist natürlich nicht positiv für die Creditmärkte. Allerdings ist die fundamentale Situation der Unternehmen keineswegs schlecht. Eine Stabilisierung und ein Ende der Abwärtsbewegung bei den Konjunkturdaten dürften für die Creditmärkte bereits reichen. Das gilt umso mehr, als die Investorenerwartungen für Konjunktur und Gewinnentwicklung bereits relativ niedrig sind.

Inflation: Die Inflationsdynamik in der Euro-Zone ist weiterhin gering. Die Inflationserwartungen waren zuletzt sogar wieder leicht rückläufig. Für die Euro-Creditmärkte ist eine etwaige steigende Inflation derzeit kein größeres Thema.

Emissionstätigkeit: Eine relativ große Unbekannte. Prinzipiell verfügen viele europäische Unternehmen über recht hohe Cashbestände. Vieles an Emissionen in den letzten Jahren war eher ein opportunistisches Nutzen der sehr vorteilhaften Finanzierungsbedingungen und weniger von Finanzierungszwang getrieben. Angesichts dessen ist abzuwarten, ob und wie viel seitens der Unternehmen zu den jetzt höheren Renditeaufschlägen emittiert werden wird. In den ersten Wochen des neuen Jahres war die Emissionstätigkeit recht verhalten.

Liquidität: Die Creditmärkte sind im letzten Jahrzehnt enorm gewachsen. Die Kapazitäten der Brokerhäuser, bei größeren Marktbewegungen ausgleichend zu wirken und Liquidität bereitzustellen, sind hingegen weitgehend gleich geblieben. Gleichzeitig sind durch die verschärften Regulierungen die Handelsabteilungen der Großbanken als mögliche „Puffer“ weitgehend weggefallen. Das bedeutet potenziell das Risiko unzureichender Liquidität gerade dann, wenn sie am wichtigsten ist. 2018 drohten die Märkte mehrfach in eine kritische Liquiditätssituation zu rutschen, drehten aber jedes Mal rechtzeitig wieder ab. Auch in diesem Zusammenhang kann die Notwendigkeit einer guten Emittenten- sowie Einzeltitelauswahl und eines proaktiven Portfoliomanagements nicht genug betont werden. Ein Umstand, der im wachsenden Trend zu rein passiven Investments oft zu wenig beachtet wird.

Insgesamt sind wir vorsichtig optimistisch, dass Credit-Investoren 2019 wieder positive Erträge erzielen könnten, deutlich über jenen von Euro-Staatsanleihen mit vergleichbaren Restlaufzeiten. Angesichts des fortbestehenden Niedrigzinsumfeldes werden diese aller Voraussicht nach natürlich weiterhin weit unter den Renditen liegen, die über weite Strecken der letzten 30 Jahre erzielbar waren.

The 500km dispute

Parliament’s vote on 29 January delivered one clear message – Parliament opposes a “no deal” Brexit but it was not ready to delay Brexit. This underscored the combined success of the Brady and the Spelman amendment among the 7 others that were tabled by the speaker John Bercow. The Brady amendment seeks to remove the most controversial part of the Brexit deal with the European Union (EU) – the Irish Backstop. The border that runs for 500km separating the Republic of Ireland and Northern Ireland has been one of the biggest sticking points during the Brexit negotiations. The Spelman amendment clarifies that a majority exists within the House of Commons that favour avoiding a disorderly Brexit. The other two important amendments that were defeated – Cooper (sought an extension of Article 50) and Grieve (sought to gain more time for alternative Brexit options).

The Irish backstop

The new negotiating objectives under the Brady amendment conflict with the red lines laid down by Theresa May. The UK’s current red lines include – (1) leaving the EU’s customs union (2) maintaining an open border between Ireland and Northern Ireland and (3) keeping frictionless trade with the UK’s continental partners. An agreement on the backstop is key because it is a safety net that will apply to the Irish border after Britain leaves the EU. This backstop is designed around British red lines, ensures maintaining cross-border cooperation, supporting the all-island economy and protecting the Good Friday peace agreement. Under May’s current deal Northern Ireland would stay aligned to some rules of the EU single market, if another solution cannot be found by the end of the transition period in December 2020. This would mean goods coming into Northern Ireland would be subject to additional checks to maintain compliance with EU standards. This has remained the main contention of MPs owing to concerns the UK would continue to follow EU rules for an indefinite time without having any mechanism to withdraw unilaterally from it. The backstop has also been opposed by the DUP, a Northern Ireland unionist party, that declined to accept any additional Northern Ireland only checks as it could threaten the integrity of the union. Unless the British red lines were to change in terms of their approach to the Customs Union and the Single market, we are unlikely to see the EU changing their approach to the backstop. 

What’s next?

Theresa May now faces the uphill task of returning to the EU with a 2-week deadline to re-work the best offer that makes the backstop more palatable. It’s unlikely that the EU will play ball and the prospect of gridlock looms large. It looks like we are back where we started. Since the European Commission President Jean-Claude Juncker, deputy chief negotiator Sabine Weyand, and French President Emmanuel Macron have all said the so-called backstop is not up for renegotiation. In a statement issued after the votes, the Irish government said its position on the Brexit deal has not changed and it would continue its preparations for a no-deal scenario. In the interim, the government is also running ‘the Alternative Arrangements Working Group’ (AAWG) which serves the dual purpose of focusing on the backstop and involving Labour MPs through social/ worker right concessions. The group combines both the Leave and Remain MPs to seek an alternative to the backstop on the Irish border. The next meaningful vote should come by February 13, following May’s revised deal with the EU and this is when the Parliamentary majority in opposition to “no-deal” will exert pressure. So far, no major Brexit outcome can be ruled out entirely. While Theresa May has managed to retain control of the agenda in the interim by bringing the hard-Brexiteers on her side, we might find ourselves seeking an extension to Article 50 on February 13, if the EU refuses to budge.

Seizing the opportunity as Brexit uncertainty peaks

The ongoing Brexit saga has impacted both the UK and European economies over the last 2 years. In the case of UK, its economy has suffered tangible losses such as a slowdown in GDP growth and a contraction in house prices. Most business and consumer confidence gauges in the UK have fallen below their long-run averages. Nonetheless, UK confidence data is weak but not worse than its Eurozone counterparts. Euro area growth has also declined to its slowest pace in 4 years. This was largely due to external headwinds such as global trade tensions and a slowdown in Emerging Markets (EM) known to be a key source of demand for European exports. Since the start of 2019, we have seen a turnaround in EMs and trade frictions starting to abate allowing Eurozone equities to stage a modest recovery.

Sluggish growth will likely hinder attempts to normalize monetary policy further. The European political landscape will witness a marked change in 2019 – with German Chancellor Angela Merkel stepping down after 20 years at the helm, parliamentary elections in May, European Central Bank President Mario Draghi’s 8-year tenure ends and UK’s departure from Europe. We believe Europe is deeply under-owned, risks have largely been priced, valuations are compelling, offering some room for further upside. For investors looking to gain a tactical exposure to Europe, investors may turn to a strategy that tilts its exposure to the higher yielding segments of the market such as financials, energy, communication and utilities. UK stocks have corrected sharply over the last year and are trading at valuations last seen during the great financial crisis 2007-2008. While Brexit uncertainty peaks and sentiment remains weak across European equities, we believe taking a high yielding income approach to gain exposure to European equities could be a prudent option to consider. While it is hard to predict the exact outcome in politics, we expect common sense to prevail at the eleventh hour as both economies make every effort to avoid a disorderly Brexit scenario.


WisdomTree Issuer PLC

WisdomTree Issuer PLC is an umbrella investment company with variable capital having segregated liability between its funds organised under the laws of Ireland as a public limited company and authorised by the Central Bank of Ireland (“CBI”). WT Issuer is organised as an Undertaking for Collective Investment in Transferable Securities (“UCITS”) under the laws of Ireland and shall issue a separate class of shares ("Shares”) representing each fund. Investors should read the prospectus of WT Issuer (“WT Prospectus”) before investing and should refer to the section of the WT Prospectus entitled ‘Risk Factors’ for further details of risks associated with an investment in the Shares.

Was für eine Unterbewertung von chinesischen Telekommunikationstiteln spricht

Der chinesische Telekommunikationssektor könnte Anlegern überdurchschnittlich hohes Aufwärtspotenzial bieten – auch im Vergleich zu anderen Schwellenländern. Dieser Meinung ist Veeral Gandhi, Aktienanalyst bei Legal & General Investment Management (LGIM): „Wenn man sich die Bewertungsniveaus der Mobilfunkanbieter in Relation zu ihren durchschnittlichen monatlichen Umsätzen pro Kunde anschaut, scheint der Markt die chinesischen Anbieter im internationalen Vergleich deutlich zu niedrig zu bepreisen“, so der auf asiatische Titel spezialisierte Analyst.

Mobilfunkrechnungen und die 1-Prozent-Regel

Die Umsätze pro Kunde bilden laut Gandhi eine geeignete Kennzahl, um die Attraktivität der Bewertungslage von Mobilfunkanbietern in Ländern mit verschiedenen Einkommensniveaus zu vergleichen. „Die weltweiten Umsätze im Mobilfunksektor sind abhängig von den lokalen Einkommensniveaus. Umso wohlhabender die Verbraucher, desto höher die Zahlungsbereitschaft für mobile Daten und eine bessere Geschwindigkeit“, so Gandhi. Im weltweiten Durchschnitt und über das gesamte Einkommensspektrum hinweg seien Mobilfunkkonsumenten bereit, rund ein Prozent ihres durchschnittlichen Jahreseinkommens für ihre monatliche Mobilfunkrechnung zu zahlen.

Während also beispielsweise Filipinos rund zwei US-Dollar (USD) pro Monat für mobile Dienste zahlen, befinden sich Kanadier mit etwa 50 USD im Monat am oberen Ende des Spektrums. Interessanterweise, so Gandhi, läge sich die durchschnittliche chinesische Mobilfunkrechnung sogar leicht über dieser 1-Prozent-Regel. Und das, obwohl China bei Investoren den Ruf habe, Verbraucherinteressen über die Gewinne im Mobilfunksektor zu stellen. Die Regulierungsbehörde werde gemeinhin als hart empfunden und der sich mehrheitlich im Staatsbesitz befindender Sektor oft als Spielfeld nationaler Machtinteressen angesehen.

Was ist ein chinesischer Mobilfunkteilnehmer wert?

Um potenzielle Bewertungsdivergenzen zu identifizieren, bietet es sich laut Gandhi daher an, die Bewertung pro zahlenden Kunden in Ländern mit vergleichbaren Einkommensniveaus zu vergleichen. Da Mobilfunkanbieter mit steigendem Einkommensniveau höhere Umsätze pro Kunde erwirtschaften können, steige auch die Bewertung, die der Markt einem einzelnen Mobilfunk-Kunden zuschreibt. Gandhi fasst zusammen: „Wenn Anbieter mehr Geld pro Kunde verdienen können, dann müssen Sie auch mehr für das Privileg bezahlen, diesen Verbrauchern Dienstleistungen zu verkaufen“, erklärt Gandhi.

Für China scheine die Bewertungsdynamik für Mobilfunkkunden allerdings abzuweichen. „Der Markt bewertet chinesische Mobilfunkunternehmen mit lediglich 150 US-Dollar pro Kunde, vergleichbar mit der Konkurrenz in Philippinen oder Indonesien. Dort herrschen allerdings geringere Einkommensniveaus vor, so dass die auch die Umsätze pro Mobilfunkteilnehmer geringer sind“, berichtet Gandhi. Tatsächlich lägen das Einkommen und die Mobilfunkumsätze pro Kunde in China deutlich näher an denen in Thailand und Malaysia, wo ein Mobilfunkkunde vom Markt mit 480 USD beziehungsweise 760 USD bewertet würde.

Ob das Potenzial ausgeschöpft wird, bleibt eine Frage der Kapitalallokation

Bei einer Einzelbetrachtung des chinesischen Marktführers China Mobile könnte diese niedrigere Bewertung pro Kunde darauf zurückzuführen sein, dass das Unternehmen über eine beträchtliche Netto-Cash-Position verfügt und der Markt Bedenken darüber hat, wie diese Mittel verwendet werden sollen. „Allerdings sind auch China Telecom und China Unicom, die Nettoverschuldungspositionen haben, gemessen an der Anzahl ihrer Kunden auf einem ähnlichen Niveau bewertet - mit 190 USD und 125 USD pro Abonnement“, sagt Gandhi.

Die große Hoffnung für Chinas Telekommunikationsanbieter bestehe darin, dass sich dieser Bewertungsrückstand in der Transformation hin zu einem entwickelten Markt auflösen kann. „In Südkorea und Taiwan sind Telekommunikationsunternehmen mit 980 USD und 2.500 USD pro Kunde bewertet – also im Vergleich 7 bis 17 Mal höher als China Mobile“, so Gandhi. Der Experte merkt zwar an, dass für die zukünftige Bewertung des chinesischen Marktführers zwar vieles von der Entwicklung der Kapitalallokation abhängen wird. Jedoch hält er es für realistisch, dass chinesische Anbieter langfristig ein ähnliches Bewertungsniveau pro Kunde wie in Südkorea erreichen könnten.

Lateinamerika Überblick: Venezuela ein klassischer Umschuldungskandidat

Venezuela steckt in der Krise: Die Wirtschaft des Landes kollabiert, das Bruttoinlandsprodukt halbierte sich, in US-Dollar gerechnet, innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Das Volumen der Erdölexporte – die einzige wichtige Einnahmequelle des Landes – fiel drastisch. Zu allem Überfluss wurden diese jüngst mit Sanktionen seitens der USA belegt. In den letzten zwei Jahren flohen laut Berichten angeblich über zwei Millionen Menschen in die benachbarten Länder, da das Geld für lebenswichtige Importe fehlt. Und der Machtkampf zwischen Nicolás Maduro und seinem Kontrahenten Juan Guaidó sowie ihren jeweiligen Unterstützern setzt sich fort. Ein von der „Straße“ getragener Regierungswechsel ist durchaus möglich.

Was bedeutet die Krise für venezolanische Anleihen?

Schon seit geraumer Zeit ist das Land ein klassischer Umschuldungskandidat. Ein Regime-Wechsel würde das nur beschleunigen. „Die Hoffnung vieler Marktteilnehmer auf einen Regime-Wechsel trieb den Sekundärmarktpreis venezuelanischer Anleihen in den vergangenen Wochen nach oben. Die aktuelle Entwicklung wirkt allerdings wie naiver Optimismus“, sagt Felix Dornaus, Senior Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei der Erste Asset Management (Erste AM).

Dafür hat der Südamerika-Experte gute Gründe: Seit dem 1. Februar 2019 hat das US-Finanzministerium den Handel mit Anleihen der staatlichen Erdölgesellschaft PDVSA und Anleihen der Republik Venezuela für US-Personen bis auf weiteres verboten. Das hat auch Auswirkungen auf den Handel zwischen Nicht-US-Personen. Die Liquidität lässt – aus Angst in die Schusslinie der USA zu geraten – massiv nach.

Zehn Milliarden an Krediten mit Erdöllieferungen besichert

„Zwar sitzt das Land auf den größten Erdölreserven der Welt, mangels funktionierender Infrastruktur wird es aber auch auf längere Sicht nicht davon profitieren können“, sagt Dornaus. Die Überschuldung ist massiv und Kredite von China und Russland, die jeweils auf eine Summe von zehn Milliarden US-Dollar geschätzt werden, sind bereits mit Erdöllieferungen besichert. Die Hälfte des größten ausländischen Assets, des Konzerns CITGO in den USA, ist ebenfalls bereits verpfändet. Erhebliche Schürfrechte im Land wurden unter anderem an russische Unternehmen verkauft. „Angesichts dieses Mangels an Ressourcen muss bei einer Restrukturierung mit der Notwendigkeit eines massiven Schuldennachlasses gerechnet werden, auch und vor allem seitens der privaten Gläubiger“, so Dornaus weiter.

Unter den gegebenen Bedingungen hält es der Experte für wahrscheinlich, dass die gegenwärtigen Assetpreise die Wertaufholung zu optimistisch widerspiegeln. Darüber hinaus sei es schwierig zu erfassen, wer welche Forderungsbestände halte („Reconciliation“). „Es zeichnet sich eine erneute Hold-Out-Problematik ab, ähnlich der letzten Umschuldung Argentiniens. Diese Restrukturierung wird chaotisch, langwierig und teuer für die Anleihenbesitzer“, schlussfolgert Dornaus.

Positive Aussichten für Peru, Kolumbien und Chile

Die Kombination aus steigenden US-Zinsen, sich abschwächender Weltwirtschaft und dem US-chinesischen Handelskonflikt belastete die Risikostimmung im Jahr 2018. Dieser einzigartige Cocktail führte zu einer generellen Neupreisung von Risiken. „In einem Umfeld höherer Volatilität haben wir – zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren – steigende Spreads, schwächere Währungen und steigende lokale Renditen gesehen. Wenn wir in die Geschichte zurückblicken ist dies jedoch ein Prozess der Normalisierung, und es wird erwartet, dass die Volatilität auf diesem Niveau bleibt“, betont Christian Gaier, Head of Fixed Income Rates, Sovereigns & FX.

Schenkt man dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Glauben, der für 2019 stabile Rohstoffpreise prognostiziert, scheinen die Weichen für andere Länder Lateinamerikas gestellt. Die zyklische Erholung in den Anden (Peru, Kolumbien und teilweise Chile) dürfte sich fortsetzen. „Attraktive Renditeniveaus, kombiniert mit einem stabilen Wachstumsausblick, der von einer gesunden Kombination aus privatem Konsum und Investitionen getragen wird, bilden die Grundlage für attraktive langfristige Anlagemöglichkeiten“, ergänzt Gaier.

Als Low-Beta-Anleihen dürften die Schuldtitel dieser Länder zudem weniger von Schwankungen der globalen Risikostimmung betroffen sein. Bei Argentinien, Mexiko und Brasilien dagegen sei ein gesundes Maß an Vorsicht angebracht: „Zu den innenpolitischen Einflüssen in den jeweiligen Ländern gesellt sich als möglicher Risikofaktor das im Vergleich stärkere Beta hinzu – diese Länder sind also stärker von der globalen Risikostimmung betroffen. Investoren werden sich auf den lokalen News-Flow sowie die makroökonomischen Entwicklungen vor Ort konzentrieren müssen, um kurz- und mittelfristige Investmentchancen wahrnehmen zu können“, so Gaier abschließend.


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Chinesische A-Shares – eine Option für diversifizierte Portfolios, trotz regulatorischer Hürden

Der chinesische Aktienmarkt teilt sich in zwei Anlageklassen: Während die ‚Offshore‘-Aktien an ausländischen Börsen in Fremdwährungen ausgegeben werden, sind die ‚Onshore‘-Titel an den Börsen auf dem chinesischen Festland gelistet und in Renminbi (A-Shares) oder US-Dollar (B-Shares) aufgelegt. Der Onshore-Markt mit circa 3.600 notierten Unternehmen entspricht einem Dreifachen des Offshore-Angebots. Dennoch sind chinesische Onshore-Aktien in globalen Portfolios weitestgehend unterrepräsentiert. Mit Blick auf den Gewinn pro Aktie, bieten sie jedoch historisch starke Wachstumsraten.

„Der gesamte chinesische Aktienmarkt enthält aus unserer Sicht viele qualitativ hochwertige Unternehmen und Anlagemöglichkeiten für Investoren, die einen bottom-up Ansatz verfolgen“, sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia. „Chinesische Unternehmen haben bislang ein starkes Gewinnwachstum gezeigt – im Vergleich zu Märkten wie den USA, Europa, Japan und anderen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum. Laut Expertenschätzungen liegt das 12-Monats-Gewinnwachstum für den Shanghai Composite bei 13,4 Prozent1 – bei einer Bewertung von einem Kurs-zu-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit dem Faktor 11,9. Insbesondere A-Shares lieferten in den letzten zehn Jahren eine stetige positive Entwicklung beim Gewinn pro Aktie2. Sie fallen in die Kategorie ‚Onshore‘ und werden von chinesischen Unternehmen mit Sitz auf dem chinesischen Festland, an den Börsen in Shanghai oder Shenzhen in Renminbi herausgegeben und gehandelt. H-Aktien von chinesischen Unternehmen, die ebenfalls auf dem chinesischen Festland sitzen, werden hingegen an der Hongkonger Börse in Hong Kong-Dollar gehandelt und der Offshore-Kategorie zugeordnet. Mit dem zunehmenden Öffnen des chinesischen Finanzmarktes für ausländische Investoren, sehen wir ein steigendes Interesse an A-Shares. Handelsvolumina haben mittlerweile Rekordhöhen erreicht. A-Shares decken mehr Sektoren ab als H-Aktien. Sie sind unserer Ansicht nach somit insgesamt repräsentativer für die chinesische Wirtschaft. Der MSCI hat erst im Jahr 2018 230 A-Shares in seinen Emerging-Markets-Index aufgenommen. FTSE Russell, ein weiterer wichtiger Indexanbieter, gab erst kürzlich an, dass seinen Indizes von Juni 2019 bis März 2020 A-Shares in drei Tranchen hinzugefügt werden sollen. Die prominentere Aufnahme in Indizes bietet Anlegern eine höhere Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit. Des Weiteren unterstreicht diese Entwicklung unserer Ansicht nach die wachsende Bedeutung von A-Shares im globalen Handel.

Der chinesische A-Share-Markt ist jedoch noch relativ jung. Wie die restliche chinesische Wirtschaft wird er stark von der Regierung beeinflusst. Daher sollten sich Investoren einiger Marktbesonderheiten bewusst sein. Circa 80 Prozent dieses Marktes bestehen aus Kleinaktionären und Tageshändlern. Unserer Einschätzung nach neigen diese dazu, spekulativer und mit einem kürzeren Zeithorizont zu handeln. Dies ist unserer Meinung nach einer der Hauptgründe für die hohe Volatilität von A-Shares. Um dem entgegenzuwirken, unterliegen Aktien, die an den chinesischen Börsen gelistet sind, täglichen Handelsgrenzen. Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens die Kursgrenzen von plus oder minus zehn Prozent überschreitet, beziehungsweise unterschreitet, wird der Handel automatisch bis zum nächsten Tag ausgesetzt. Zudem können Unternehmen den Handel ihrer Aktien auch freiwillig einstellen. Dadurch sollen sie Marktschwankungen besser abfangen und Aktienverkäufe ihrer Anleger verhindern können. In Zeiten volatiler Kurse werden darüber hinaus häufig staatseigene Banken und Makler zu einem sogenannten ‚nationalen Dienst‘ aufgerufen – durch diesen staatlich vorgeschriebenen Handel sollen Aktienkurse zusätzlich gestützt werden. Diese Art der Interventionen verzerren jedoch unserer Ansicht nach den Preisfestsetzungsmechanismus am Kapitalmarkt und führen, kurzfristig betrachtet, zu einem ineffizienten Markt. Allerdings sind wir auch der Ansicht, dass sich daraus attraktive Möglichkeiten für aktive Investoren bieten, Alpha zu generieren. Hierbei sind für uns jedoch folgende Aspekte von Bedeutung: ein längerfristiger Anlagehorizont, ein Investitionsansatz, der auf der Analyse von Fundamentaldaten basiert, sowie der Einsatz robuster Bewertungsmodelle, um fehlbewertete Aktien zu ermitteln.“


1) Quelle: UBS Securities, Go-goal, IBES, November 2018
2) Quelle: FactSet

Verschärfte Finanzierungsbedingungen für Unternehmen eröffnen rentable Anlagechancen

Während die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2018 den Werten im S&P 500 noch Rückenwind verliehen, dürften die Unternehmen künftig mit verschärften Finanzierungsbedingungen, einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums und einer Verknappung der Liquidität zu kämpfen haben. „Aufgrund großer Fusionen und Übernahmen in den vergangenen Jahren könnte sich neben einer Kreditklemme auch der schiere Umfang einiger Unternehmensbilanzen zu einer zusätzlichen Herausforderung entwickeln“, lautet die Einschätzung von Anton Eser, Chief Investment Officer bei Legal & General Investment Management (LGIM).

Investment-Grade-Sektor schwächt sich ab

Bislang haben die Kreditmärkte die sich abschwächenden Profile von US-Investment-Grade-Unternehmen weitestgehend ignoriert. Dies zeigt der durchschnittliche Nettoverschuldungsgrad der Unternehmen, der sich noch nicht in den Kreditaufschlägen widerspiegelt. Dies dürfte sich jedoch ändern, sollte sich die Wirtschaftstätigkeit unter dem Einfluss geldpolitischer Straffungsmaßnahmen verlangsamen und die Kreditratings unter Abwärtsdruck setzen. „Anders als bei früheren Wachstumskrisen, die auf eine Straffung der Geldpolitik zurückzuführen waren, ist der Handlungsrahmen der Zentralbanken in der aktuellen Situation eingeschränkt“, erklärt Eser. Die japanische Notenbank Bank of Japan halte bereits mehr als 40 Prozent der japanischen Staatsanleihen, deren Bilanzsumme der Größenordnung des japanischen Bruttoinlandsprodukts entspreche. Die Europäische Zentralbank habe gerade erst den Ankauf von Staatsanleihen eingestellt, der durch selbst auferlegte Limits begrenzt war. Gleichzeitig zeige China großes Interesse daran, den üppigen Verschuldungsgrad außerhalb des Bankensektors zu reduzieren.

Mit Blick auf unterstützende Maßnahmen liegt der Fokus deshalb auf der US-Notenbank Federal Reserve (Fed): „Sollte die US-Notenbank 2019 die Anzahl an geplanten Zinserhöhungsschritten reduzieren, könnten die Kreditkosten gesenkt und der US-Dollar geschwächt werden. Die wirksamste Maßnahme wäre, den eingeschlagenen Kurs der Bilanzreduzierung umzukehren. Damit die Federal Reserve jedoch erneut eine quantitativen Lockerung einleitet, müsste sich zunächst die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt erheblich verschlechtern und das Land in eine Rezession eintreten“, analysiert der Chief Investment Officer.

Mit Abschlägen in rentable Unternehmen investieren

Auf dem geopolitischen Parkett dürften die Marktakteure auch weiterhin risikobehaftete Entwicklungen wie den Populismus in Europa oder globale Handelsauseinandersetzungen im Auge behalten. Weitere Umbrüche in der Geopolitik könnten zu erheblichen Preisverzerrungen führen mit dem Ergebnis, dass sich Investoren und Market Maker gleichermaßen zurückziehen. „Für Anleger könnte dies der Zeitpunkt sein, um die Liquidität des Portfolios gezielt für kostengünstige Investitionen zu nutzen. Angesichts der Liquiditätsverknappung und zunehmender Wachstumsrisiken ist jedoch ein vorsichtiger Umgang mit Aktienengagements sinnvoll. Die Kreditmärkte dürften weiterhin unter Druck stehen. Dennoch sollte sich die Möglichkeit eröffnen, mit attraktiven Abschlägen in rentable Unternehmen zu investieren“, betont Eser.

Aufgrund der sich verschärfenden Liquiditätsbedingungen sollte die Stärke des US-Dollar anhalten. Dies dürfte auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen generell positiver beeinflussen als Anleihen in Lokalwährung. Ein enttäuschendes Wirtschaftswachstum könnte sich zudem auf die Entwicklung von Rohstoffen auswirken, wobei ein neues chinesisches Konjunkturprogramm der Anlageklasse neuen Schwung verleihen sollte.

Auf kontinuierliches Risikomanagement setzen

Vor diesem Hintergrund steigt für Investoren die Bedeutung eines kontinuierlichen Risikomanagements, um langfristige Anlageziele zu erreichen. „Es gilt, Inflations- und Zinsrisiken im Portfolio zu reduzieren und gleichzeitig auf Wachstumswerte zu setzen. Diese Strategie lässt sich sowohl über die Steuerung der Aktien- und Anleihenquote als auch über Multi-Asset-Konzepte umsetzen“, sagt der Experte. Würden zusätzlich ökologische, soziale und Governance-Faktoren in den Anlageprozess integriert, lasse sich zusätzlich eine Vielzahl von Risiken mindern, die über die makroökonomischen Einflussfaktoren hinausgehen.

ÜBER LEGAL & GENERAL INVESTMENT MANAGEMENT

Legal & General Investment Management (LGIM) ist der Investmentmanager der 1836 gegründeten Legal & General Group, die an der Londoner Börse im FTSE 100 notiert ist und über eine Marktkapitalisierung von 15 Mrd. Euro verfügt. Mit einem verwalteten Vermögen von 1.113,6 Mrd. Euro* ist LGIM der zweitgrößte Vermögensverwalter in Europa und der elftgrößte weltweit. LGIM ist ein High Alpha Fixed Income Manager und bietet institutionellen Investoren wie auch Wholesale-Kunden eine breite Palette an Index Fonds und ETFs an. Der Fokus von LGIM liegt auf LDI/Solutions, Active Credit/Global Fixed Income, passiven Anlagestrategien und Real Assets.
* Stand: 30. Juni 2018. Beinhaltet Derivatpositionen und betreute Vermögen. Darin enthalten sind Gelder, die von LGIMA, einem SEC-registrierten Investmentmanager, verwaltet werden.

China: Ein Balanceakt für Anleihenanleger

Der wachsende chinesische Anleihenmarkt bietet attraktive Chancen. Absolute-Return-Strategien können davon optimal profitieren, wenn sie gleichzeitig Absicherungen als Schutz vor potenzieller Volatilität nutzen, so Patricia Schuetz, Senior Client Portfolio Manager bei Pictet Asset Management.

Das Jahr hat gerade erst angefangen und schon beherrscht China die Schlagzeilen: Der Handelsstreit mit den USA geht weiter, Peking setzt wieder alle Hebel in Bewegung, um das Wachstum anzukurbeln, und Technologieunternehmen machen die rückläufigen Umsätze in China für die schwachen Ergebniszahlen verantwortlich. All dies wirft die kritische Frage auf, ob Anlagechancen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben, die Risiken überwiegen.

Für uns als Anleihenanleger geht es darum, das richtige Verhältnis von Risiko und erwarteter Rendite zu finden – darauf ist die Pictet-Absolute Return Fixed Income-Strategie spezialisiert. Ihr Ziel ist es, langfristige strategische Allokationen mit Anlagen zu kombinieren, die als Absicherung vor kurzfristigen Risiken dienen.

Uns als Anleihenspezialisten hat schon immer das langfristige Potenzial Chinas gereizt. Auch wenn das Wachstum sich in Zukunft wohl etwas abkühlen wird, dürfte es recht stabil sein, weil in der Wirtschaft des Landes langsam aber sicher eine Verlagerung von Waren zu Dienstleistungen stattfindet und der Wechselkurs liberalisiert wurde. China klettert in der Wertschöpfungskette des verarbeitenden Gewerbes nach oben und geht von Quantität zu Qualität über. Der chinesische Anleihenmarkt wird zunehmend reifer, vielfältiger und internationaler, und der Renminbi wird als Reservewährung der Zukunft gehandelt. Was den Markt ausserdem so attraktiv macht, ist der Umstand, dass chinesische Anleihen relative hohe Renditen bieten und diese nicht besonders stark mit denen anderer Anlageklassen korrelieren.

Hinzu kommt, dass sich die Regierung in den vergangenen Monaten für eine lockerere Fiskalpolitik sowie koordinierte Massnahmen zur Unterstützung der Binnennachfrage und des BIP-Wachstums ausgesprochen hat. Sie senkt die Steuern für Unternehmen und private Haushalte und investiert in hohem Umfang in Infrastruktur. Die chinesische Notenbank ist die einzige grosse Zentralbank, die nach wie vor eine expansive Geldpolitik betreibt (siehe Abbildung) und 2019 wohl weit über 200 Mrd. US-$ in die Wirtschaft pumpen wird. Unsere Ökonomen prognostizieren, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr um 6,4% wachsen wird – doppelt so schnell wie das weltweite BIP und dreimal so schnell wie in den Industrieländern.

WEITERE LOCKERUNGEN

Von der chinesischen Notenbank zur Verfügung gestellte Liquidität, gleitender 6-Monats-Durchschnitt, in % des nominalen BIP

Die von der Notenbank zur Verfügung gestellte Liquidität beinhaltet die Liquiditätsversorgung durch Offenmarktgeschäfte und geldpolitische Veränderungen (Änderungen des Mindestreservesatzes und der Leitzinsen). Quelle: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 15.08.2008–15.11.2018

Wenn sich China positiv entwickelt, profitieren in der Regel auch andere Schwellenländer davon. Dies stützt unsere weitgehend positive Einschätzung zu auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Wir sehen auch einige spezifische Chancen auf dem chinesischen Markt für US-Dollar-Anleihen selbst, wo eine etwaige Schwäche der Währung – wie dies Mitte 2018 der Fall war – möglicherweise einen attraktiven Einstieg bietet.

Chinesische Vermögensmanager, die als strategisch wichtig für das Land erachtet werden, gehören zu den grössten Nutzniessern der Konjunkturbelebungsmassnahmen. Das Gleiche gilt für Immobiliengesellschaften, deren Kapitalstrukturen sich bereits verbessert haben.

Wir sind im Wesentlichen der Meinung, dass sich dieses Potenzial nicht in den Bewertungen von Unternehmensanleihen widerspiegelt, die von Unternehmen dieser Sektoren begeben werden.

Gewappnet sein

Abgesehen von ihrem langfristigen Potenzial sind die Schwellenländer allerdings auch bekannt für kurzfristige Volatilitätsschübe – China ist hier keine Ausnahme.

DIENSTLEISTUNGSBOOM

Chinesischer Dienstleistungssektor, % des BIP

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Thomson Reuters Datastream; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.1952–31.12.2018

Hier kommt unsere Philosophie des Risiko-Balancing ins Spiel. Die Diversifizierung des Risikos bei jeder Anlagegelegenheit ist ein Grundpfeiler des Investmentprozesses unserer Pictet-Absolute Return Fixed Income-Strategie. Um dies zu erreichen, untersuchen wir Risiken und Korrelationen sowohl innerhalb unserer einzelnen Investmentthemen als auch im Portfolio insgesamt.

Allgemein gesprochen gehen Turbulenzen am Markt für Schwellenländeranleihen in der Regel mit einer Schwäche der Industrieländerwährungen einher. Für uns stellt eine Short-Position in einem Korb solcher Währungen ein effizientes Gegengewicht zu einer Long-Anlage in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern dar. Angesichts der Eigenheiten und Besonderheiten der betreffenden Länder halten wir es jedoch für wichtig, diese Währungsposition aktiv zu steuern.

Im Moment bieten Short-Positionen in asiatischen Währungen eine besonders attraktive Absicherung gegen eine etwaige vorübergehende Konjunkturschwäche in China.

Wir haben auch in chinesische Credit Default Swaps (CDS) – eine Versicherung gegen die Verschlechterung der Bonität eines Anleihenemittenten – investiert, um unsere chinesischen Anlagen zusätzlich abzusichern. Die Möglichkeiten für die Absicherung unseres Engagements werden zahlreicher, weil das Anlageuniversum in China grösser wird. Dies spricht unserer Ansicht nach umso mehr für eine Anlage.

Uns ist schon lange klar, dass der Übergang Chinas von einer Supermacht der Fertigungsindustrie zu einer offeneren und dienstleistungsorientierteren Wirtschaft vielfältige Chancen eröffnet. Wir glauben, dass unser Ansatz für Investitionen in China, für die wir auf alle verfügbaren Anlageinstrumente zurückgreifen und uns auf das Risiko-Balancing konzentrieren, langfristigen Wert generieren und die Risiken kurzfristiger Volatilität begrenzen kann. Auf diese Weise erreichen wir das bestmögliche Risiko-Rendite-Verhältnis für unsere Anleger. Solch ein flexibler Ansatz wäre mit vielen traditionellen Anleihestrategien nicht umsetzbar.


Über die Autorin

Patricia Schuetz kam 2014 als Senior-Kundenportfoliomanagerin zum Fixed Income Team von Pictet Asset Management. Davor war sie über vier Jahre lang Senior-Kundenportfoliomanagerin bei Invesco Asset Management, wo sie sich auf Global-Makro- und Kreditstrategien konzentrierte, einschliesslich Schwellenmärkten und Absolute-Return-Strategien. Davor arbeitete sie fünf Jahre lang als Account Managerin für PIMCO in London. Sie bringt über 25 Jahre Branchenerfahrung mit. Patricia Schuetz hat einen MBA der Columbia University in New York, einen BS in Business Management und einen BA in Deutsch der Bradley University in Illinois. Sie ist auch Chartered Financial Analystin (CFA).

Mehr zum Fonds: Pictet - Absolute Return Fixed Income

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Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Big Trouble in Little China?

Der Handelskrieg, das Abkühlen der Weltwirtschaft und wachsende Unsicherheiten am Heimatmarkt: die Probleme, die sich der chinesischen Volkswirtschaft in den Weg stellen, werden nicht weniger, so Markus Auer, Discretionary Portfolio Management der Erste AM.

Das typische Bild des chinesischen Drachen zeigt ein massives Reptil mit großem, abgeschottetem Kopf, das keine Flügel besitzt und sich von einer Schlange nur durch vier klobige Beine unterscheidet. Zieht man dieses Fabelwesen zum metaphorischen Vergleich der chinesischen Wirtschaft heran, so behaupte ich, dass die vier Beine, die das Tier in Balance halten, Konsum, Export, Infrastruktur und Verschuldung sind. Derzeit erscheinen drei der vier Beine ausgesprochen zittrig.

Der große städtische Einzelhandels-Blues

Retail Chart 1

Während der heimische Konsum ständig im Wachstum begriffen ist, fällt das jährliche Wachstum in innerstädtischen Einzelhandelsverkäufen, wo der Großteil der Güter mit hohem Wertschöpfungsanteil konsumiert wird, seit 2010. Seit 2015 schien das jährliche Wachstum stabil zu sein, was Analysten zu der Annahme verleitete, dass die Umsätze wieder steigen würden. Der Handelskonflikt, der 2018 begann, brachte als Folgeerscheinung geringeres Konsumentenvertrauen und somit ein Ende dieser Hoffnungen. Ein weiteres Absinken der Wachstumsraten ist nunmehr das wahrscheinlichste Szenario.

Ein Pyrrhus-Sieg im Handelskrieg mit den USA?

Ratail Charts 2

Der Handelskonflikt war der dominierende Faktor in 2018, dies trotz der Tatsache, dass sich die Folgen erst allmählich zu manifestieren beginnen. Im Dezember 2018 erreichte der Außenhandelsüberschuss Chinas mit den USA einen neuen Rekord. Zwar bestehen widersprüchliche Erklärungsansätze bezüglich dieses ausgesprochen hohen Niveaus, doch steht fest, dass Donald Trump und die „Hawks“ innerhalb seiner Administration davon Notiz nehmen werden. Ein Handelsabkommen rückt damit in zunehmende Ferne und wird weiterhin das Wachstum belasten.

Die noch zu bauenden Brücken werden weniger

Retail Charts 3

Wenn Konsum das Blut der chinesischen Wirtschaft ist, so stellt die Infrastruktur das Rückgrat dar. Es hält Staatsunternehmen am Leben, bereitet den Weg für zukünftiges Wachstum und ist primär von zwei Rohmaterialien abhängig: Beton und Stahl. Nach einer bemerkenswerten Rallye seit 2015 verzeichnete der Stahlpreis 2018 einen Verfall , was auf ein Austrocknen der Infrastruktur-Pipeline hinweist. Zwar musste die letzte Investitionswelle im Infrastrukturbereich natürlich irgendwann abebben, doch war das starke Gefälle, welches der Stahlpreis aufwies, überraschend und  könnte auf eine turbulente Zukunft hindeuten. 

Drei außer Gefecht, bleibt noch einer?

Mit drei wackeligen Beinen stützt sich Wirtschaft des chinesischen Drachen nunmehr auf das vierte, d.h. Verschuldung, auf welches die chinesische Regierung ohne Zweifel großen Einfluss vermittels der gehorsamen Bank of China ausübt. Zwar ist das Verschuldungsniveau schon hoch, doch bin ich der Ansicht, dass nach wie vor Spielraum besteht, bevor die Verschuldung ein besorgniserregendes Volumen erreicht.

Zusammenfassend kann man konstatieren, dass China sich Problemen ausgesetzt sieht, die es nicht alle vollends unter eigener Kontrolle hat. China hat auf unangenehme Art und Weise  herausgefunden, was es bedeutet, die wirtschaftliche Vormachtstellung der USA herauszufordern und sieht sich nicht nur nationalem Schmach von Seiten des US-Präsidenten mit lockeren Fingern ausgesetzt, sondern musste sich auch selbst hausgemachte Probleme eingestehen, die zu lange ignoriert worden waren.

Ob dies nun zu einer Rezession in China führt (d.h. zu einer Periode von 5% oder weniger an Wirtschaftswachstum) oder lediglich eine Periode durchschnittlichen Wachstums mit sich bringen wird, ist noch unklar. Da letztere Szenario ist jedenfalls wahrscheinlicher. Der chinesische Drache kann gut auf einem Bein dahinschlittern und ein Ende in einem großen Feuerball vermeiden.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

US-Notenbank als Taktgeber

Die US-Aktien sind im vierten Quartal 2018 um rund 14 % gefallen. Damit wurde das achtschlechteste Quartal im letzten halben Jahrhundert markiert. Nach derartigen Rückgängen kommt es in aller Regel zu einer steilen Erholung. Diese setzte ein, sobald sich die Marktteilnehmer zu ihren Weihnachtsfeiern zurückgezogen hatten. In der ersten Phase sind solche Erholungen nicht notwendigerweise von verbesserten Fundamentaldaten getrieben. Vielmehr lassen die überverkaufte Situation, die bereits sehr negative Stimmung und die Erschöpfung der Bären die Märkte hochschnellen. Im aktuellen Fall sind außerdem die Überlegungen der US-Notenbank, eine Pause bei den Zinsanhebungen einzulegen, hinzugekommen. Früher oder später werden die Wachstumsaussichten und andere Einflussfaktoren jedoch wieder in den Fokus rücken. Hier hat sich die Einschätzung nicht verändert: die globale Wirtschaft schwächt sich ab, die Erwartungen für die Unternehmensgewinne gehen nach unten und viele Notenbanken ziehen die Zügel an. Die momentan laufende Erholung der Aktienkurse wird daher genutzt, um die Aktienquote um einen weiteren Schritt zu reduzieren. Eine positive Einschätzung besteht hingegen für Rohstoffe inklusive Edelmetallen.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien – US-Notenbank als Taktgeber

Nach einem sehr schwachen vierten Quartal haben die Aktienmärkte rechtzeitig zur Bescherung ihren Tiefstand erreicht. Seitdem geht es wieder steil bergauf. Was ist passiert? Anfang Oktober hatte Notenbankpräsident Powell – vor dem Hintergrund eines Aktienmarktes, der von einem Hoch zum nächsten eilte – vollmundig erklärt, dass das Ende der Zinsanhebungen noch lange nicht erreicht ist. Belohnt wurde er mit dem achtschlechtesten Vierteljahr für US-Aktien in den letzten 50 Jahren. Anfang Jänner hat Powell dieser Entwicklung Rechnung getragen und ausgesagt, dass eine Pause bei den Zins- anhebungen denkbar ist. Und schon erholen sich die Aktien wieder.

Besonders profitieren in diesem Umfeld die Aktien aus den Schwellenländern. Trotz einiger negativer Nachrichten von der chinesischen Wirtschaft, fallen die Kursanstiege bei den Emerging Markets höher aus als jene in den entwickelten Märkten. Von den größeren Märkten fallen hier Brasilien, Russland und die Türkei besonders positiv auf.

Aktien USA und Europa – Gewinnwachstum kühlt ab

Die fundamentale Beurteilung der Aktienmärkte hat sich nicht verbessert. Weiterhin ist eine Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes zu beobachten. Diese zeigt sich beispielsweise an den weltweit nach unten gehenden Einkaufsmanagerindizes und auch an anderen, sich verschlechternden Konjunkturdaten. Der Arbeitsmarkt ist eine wichtige Ausnahme.

In Bezug auf die Unternehmensergebnisse, dem zweiten Pfeiler der fundamentalen Beurteilung, gehen die Erwartungen nach wie vor zurück. Das gilt für alle Weltregionen. Sehr positiv hat sich zuletzt allerdings die Neubeurteilung der Geldpolitik auf die Aktienmärkte ausgewirkt. Nach dem Muster der letzten Jahre führt eine lockere Geldpolitik zu einem steigenden Risikoappetit unter den Anlegern. Wie lange dieser Zustand noch anhält, hängt sehr stark von den oben erwähnten Fundamentaldaten ab. Stabilisieren sich diese in absehbarer Zeit, gibt es Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte. Andernfalls ist zumindest mit einem Rückfall auf die Tiefstände des Dezembers 2018 zu rechnen.

Tech stocks: Still a field of themes

The technology sector will no doubt continue to face challenges as the world adjusts to the disruption it is causing. But the sheer potency and variety of its investment themes means we believe the outlook remains decidedly rosy, argues Peter Finn, Co-Head of ETF Portfolio Management at Legal & General Investment Management.

Until recently, tech stocks were the darlings of investors, attracted by the growth prospects of a sector whose constituents are changing our lives in numerous and profound ways – from how we clothe ourselves to how we find love.

But over the course of 2018, some began to reconsider this view as hope over a more connected, more efficient future was gradually overshadowed by a growing sense of fear.

Concerns over a ‘techlash’, whereby consumers and policy makers questioned how certain tech companies are using the vast power they have accrued, emerged alongside worries about global trade tensions that could disrupt supply chains and increase costs.

And earlier this month, anxiety over the impact of a slowdown in China – a key source of demand – spiked following an unexpected warning from Apple on tepid sales in the world’s second largest economy (although investors were slightly more sanguine following the company's actual results this week).

The upshot was that after years of outperformance, tech stocks as a sector have lost ground versus the broader market, as demonstrated by the relative performance of the Nasdaq Composite versus the S&P 500.

Within the ETF team at LGIM, we remain optimistic about the long-term prospects for the sector, given its potential to improve people’s lives and the opportunities for massive efficiency gains by companies. For example, Chinese logistics group JD.com has recently unveiled a warehouse that can handle 200,000 orders a day – but employs just four people.

Yes, investors are right to fret about how new regulations might impact earnings – and of course to wonder about how the Trump administration’s trade war might play out. But the lasting nature of the investment themes that have helped to drive the sector’s long-term returns, in our view, underpins its rosy outlook.

Ransomware and warehouses

Cyber security, for instance, is a global megatrend that we expect only to grow in importance as more systems, data and people connect digitally – and unfortunately become more vulnerable. The rise in ransomware attacks of late has been a painful reminder of this fact for individuals, companies and governments.

Another theme is batteries, which are continuing to revolutionise the way we move around and store power. About 1.1 million battery and plug-in hybrid passenger cars were sold worldwide in 2017, a staggering increase of 57% on the previous year, according to Bloomberg New Energy Finance.

Yet another theme is ecommerce, and the logistics that control the flow of products from origin to user: one-click purchases, same-day deliveries and warehouse automation. The global e-commerce logistics market is projected to swell at a compound annual growth rate of 15.6% from 2016 to 2020, according to TI Insight, a research group.

Tech stocks will, of course, continue to face challenges over the short and medium term, as the world adjusts to the disruption it is causing and due to the macroeconomic environment.

But the sheer potency and variety of these investment themes means that over the long term, we believe the sector’s outlook remains as bright as the very screen on which you are probably reading this post.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

„Traditionsreiche Privatbank bietet alternative Investitionsformen – neue Wege im Niedrigzinsumfeld“

Die Privatbank DONNER & REUSCHEL eröffnet ihren Kunden den Zugang zu alternativen Investitionsformen. Mit dem Ziel, Anlagealternativen für das Niedrigzinsumfeld zu generieren, widmet sie sich etwa Alternativen Energien. Angesichts der Bemühungen hinsichtlich Klimaschutz und der Begrenzung der Erderwärmung ist das ein hochaktuelles Thema – und mittels Direktinvestments sowie über Private Equity, Private Debt und Investmentfonds investierbar. Thomas Ronfeld, Leiter Alternative Investments bei DONNER & REUSCHEL, erklärt die Hintergründe.

HEDGEWORK: Herr Ronfeld, Donner & Reuschel hat ein verstärktes Interesse der Anleger an Alternativen Investments registriert. Woran machen Sie das fest?

Thomas Ronfeld: Die Ansprache bei Kunden wird einfach leichter. Es gibt mittlerweile eine hohe Bereitschaft, in Alternative Investments zu investieren.

HEDGEWORK: Welche Gründe sehen Sie für dieses verstärkte Interesse?

Ronfeld: Das lässt sich natürlich in erster Linie am schlechten Zinsniveau für Anleger festmachen, aber ganz generell kann man auch feststellen, dass Investoren immer mehr das Besondere suchen und sich auch verstärkt mit ihren Investments auseinandersetzen wollen. Da sind natürlich ein Direktinvestment in ein Unternehmen oder Investments in Venture Capital oder Private Debt deutlich interessanter als der hundertste Aktienfonds.

HEDGEWORK: Welche Chancen messen Sie Alternativen Investments bei?

Ronfeld: Sehr große. Wir sehen beispielsweise sehr deutlich den Trend, dass es weniger IPOs gibt, da die Unternehmen länger ungelistet bleiben. Grund dafür ist die hohe Liquidität in Venture Fonds, die es den Unternehmen ermöglicht, einen großen Teil ihrer Wachstumsphase abseits der Börse zu verbringen. Für Investoren bleibt dann nur der Weg der Direktinvestitionen oder der Erwerb eines Venture- oder Secondary Funds.

HEDGEWORK: In welchen Segmenten wird sich Donner & Reuschel engagieren?

Ronfeld: Naheliegend bei uns sind Investitionsmöglichkeiten in Immobilien- und Private-Debt-Produkten. Aber auch Private Equity und Venture spielen mittlerweile eine wichtige Rolle.

HEDGEWORK: Welchen Mehrwert kann Ihr Haus als eine traditionsreiche Privatbank hier für Inves­toren bieten?

Ronfeld: So eine altehrwürdige Bank spürt natürlich eine besondere Verantwortung bei der Auswahl und der Prüfung einzelner Investitionsmöglichkeiten. Wir wägen daher beispielsweise sehr genau ab, mit welchen Ideen und Offerten wir auf unsere Kunden zugehen. 

HEDGEWORK: Auf welche Kundengruppe zielen Sie mit dem neuen Angebot ab?

Ronfeld: Ganz klar auf vermögende oder hochvermögende Kunden mit dem entsprechenden Anlegerprofil sowie auf institutionelle Investoren.

HEDGEWORK: Wo nehmen Sie die Expertise für dieses Marktsegment her?

Ronfeld: Zum überwiegenden Teil haben wir die schon sehr lange im Haus. Wir haben uns aber auch am Markt verstärkt und setzen im Moment eine Weiterbildungsmaßnahme zusammen mit der Frankfurt School of Finance um, bei der wir 83 Mitarbeiter­Innen zu unserem Thema schulen. 

HEDGEWORK: Wie beurteilen Sie das konjunkturelle Marktumfeld für Alternative Investments?

Ronfeld: Das ist ganz ähnlich wie bei liquiden Investments auch. Es gibt einige Gewitterwolken am Horizont, aber ein langer konjunktureller Einbruch ist unserer Einschätzung nach nicht zu sehen. In der Regel ist die Investitionsperiode bei Alternatives sowieso länger. Damit geht es nicht nur um das richtige Timing, sondern vor allem auch um die Selektion.

HEDGEWORK: Welche (Mega-)Trends sehen Sie, die für die künftige Entwicklung maßgeblich sein könnten?

Ronfeld: Da wäre zum einen die Verlagerung von Wirtschaftsmacht und Innovation nach Asien zu nennen. Und zum anderen die grundlegende Veränderung unserer Mobilität sowie die Personalisierung und Technisierung der Medizin.

HEDGEWORK: Wie lassen sich diese Trends gegebenenfalls mit Alternativen Investments nutzen?

Ronfeld: Oftmals werden diese Trends von jungen, agilen Unternehmen getrieben, die noch nicht an der Börse gelistet sind. Investitionsmöglichkeiten ergeben sich somit eigentlich nur über alternative Produkte.

HEDGEWORK: Was können solche Investments aus Ihrer Sicht wiederum eher nicht leisten?

Ronfeld: Ein grundlegendes Problem ist die oftmals schwierige Liquidierbarkeit solcher Investitionen. Deshalb sind einerseits eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie sowie andererseits eine breite Risikostreuung sehr wichtig.

HEDGEWORK: Mit welchen Renditen können Investoren bei den von Donner & Reuschel angebotenen Alternativen Investments rechnen?

Ronfeld: Das ist natürlich stark abhängig von der Risikobereitschaft. Zaubern kann hier keiner. Eher geht es tatsächlich darum, den Markt für Investoren transparenter zu machen und verstärkt auf sich bietende Investmentchancen hinzuweisen.

HEDGEWORK: Wo hoch sind andersherum gefragt die Risiken, die bei solchen Investments in Kauf genommen werden müssen?

Ronfeld: Das Risiko ist schon höher als bei einer Bundesanleihe. Aber immer den Vergleich zu liquiden Anlagen zu suchen und dann die Alternativen Investments schlecht aussehen zu lassen, ist eigentlich Unsinn. An den Börsen gewinnen nur die Langstreckenläufer. 

HEDGEWORK: Abschließend gefragt – wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit Ihrem neuen Investmentangebot?

Ronfeld: Die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv! Die Zeit ist einfach reif für ein verändertes Angebot an Alternativen Investments.

HEDGEWORK: Herr Ronfeld, vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Das Interview führte Ronny Kohl


Thomas Ronfeld

ist Leiter Alternative Investments bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL. Gestartet 1989 als Aktienhändler an der Frankfurter Wertpapierbörse, hat er anschließend mehr als 20 Jahre in den Handelsräumen dieser Welt verbracht. Das rasante Wachstum der Alternativen Investments hat dazu geführt, dass er sich nun hauptsächlich mit spannenden und chancen­reichen Investitionsmöglichkeiten aus den Bereichen Private Equity, Private Debt, Real Estate und Infrastruktur beschäftigt.

Die Privatbank DONNER & REUSCHEL 

wurde im Jahr 1798 von dem 24-jährigen Hamburger Kaufmann und Reeder Conrad Hinrich Donner als CONRAD HINRICH DONNER Bank gegründet. Im Jahr 1990 stellte sich mit der SIGNAL IDUNA Gruppe ein starker Partner und Aktionär an die Seite des Bankinstituts. Im Oktober 2010 schlossen sich die Hamburger CONRAD HINRICH DONNER Bank und die Münchner Traditionsbank Reuschel & Co. zu „DONNER & REUSCHEL“ zusammen. Mit Sitz in Hamburg und München setzt das Bankhaus auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden. Seit über 20 Jahren bietet das Haus unabhängigen Vermögensverwaltern, Fondsvermittlern, Family Offices und Haftungsdächern einen individuellen Service für ihre Einzelmandate mit einem umfassenden Leistungsspektrum. Die Kern-Expertise des Hauses bildet das regelbasierte und prognoseunabhängige Risikomanagement.

Schwellenländer – Wo ist 2019 Wachstum zu finden?

Lateinamerika ist die einzige Schwellenländerregion, die sich besser entwickeln dürfte als im vergangenen Jahr. Anjeza Kadilli, Economist bei Pictet Asset Management, schaut sich die Länder mit den besten Aussichten an.

LATEINAMERIKA VERSPRICHT WIRTSCHAFTSWACHSTUM

Während die Lage für die Schwellenländer insgesamt schwierig ist, sticht Lateinamerika als einzige Region hervor, die sich 2018 besser entwickeln dürfte. Vor allem Brasilien, Kolumbien und Peru sind in puncto Wachstum die vielversprechendsten Märkte (Abb. 1).

ABB.1 – IM VERGLEICH ZU 2018 WIRD LATEINAMERIKA AN DEN ANDEREN SCHWELLENLÄNDERN VORBEIZIEHEN

Veränderung reales BIP-Wachstum: Prognose 2019 abzüglich Schätzungen 2018 (% im Jahresvergleich)
Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Januar 2019

Chile wird seine wirtschaftliche Leistung 2018 nicht wiederholen können, aber das Wachstum dürfte 2019 stark bleiben. Dies legen zumindest die absoluten Zahlen in Abbildung 2 nahe.

ABB. 2 – WACHSTUM IN LATEINAMERIKA GEHT HAUPTSÄCHLICH VON KLEINEREN LÄNDERN DER ANDENREGION AUS

Tatsächliches und prognostiziertes reales BIP-Wachstum LATAM

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, Januar 2019

In absoluten Zahlen dürfte das BIP-Wachstum in Lateinamerika 2019 (2,6%) über dem der Region EMEA liegen (2,0%) – das wäre das erste Mal seit 20131.

Die Inflation in der Region dürfte sich weiter innerhalb der Zielspanne bewegen, trotz Risiken wie fallenden Rohstoffpreisen. Das gibt den Währungshütern die Möglichkeit, ihren lockeren geldpolitischen Kurs beizubehalten.

Eine neue Phase politischer Stabilität

Zwischen 2016 und 2018 fanden in allen vier Ländern Wahlen statt. Es ist also davon auszugehen, dass es in diesem Jahr keine größere politische Instabilität geben wird.

Die Wahlen haben zur Einsetzung konservativerer Regierungen geführt, die bereit sind, den öffentlichen Sektor zu reformieren und die Wirtschaft durch langfristige politische Maßnahmen zu beleben. Kolumbien zum Beispiel hat die Unternehmenssteuer gesenkt. In Chile werden neue Gesetze zur Beschleunigung des Unternehmensgründungsprozesses verabschiedet. In Brasilien hat Präsident Jair Bolsonaro die Kürzung der öffentlichen Ausgaben zu einer seiner Hauptprioritäten erkoren.

CHINA AUF DEM VORMARSCH

Es lauert jedoch eine Gefahr, der sich diese Länder nur schwer entziehen können: ihre zunehmende Abhängigkeit von China bei den Exporten, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell herrschenden globalen Handelsspannungen. Wie in Abb. 3 zu sehen ist, ist China der wichtigste Handelspartner für Brasilien, Chile und Peru. 

Bei allen vier Ländern, in Kolumbien etwas weniger, haben die Exporte nach China seit 2000 zugenommen (Abb. 3). Im gleichen Zeitraum haben die Exporte in die USA abgenommen, vor allem aus Kolumbien (Abb. 4).

ABB. 3 UND 4 – EXPORTE NACH CHINA NEHMEN ZU; EXPORTE IN DIE USA HABEN ABGENOMMEN

Abb. 3 (links) – Exporte nach China in % der Gesamtexporte des Landes und wichtigste Handelspartner/Abb. 4 (rechts) – Exporte in die USA in % der Gesamtexporte des Landes

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream. *Prozentsatz der Gesamtexporte des Landes, basierend auf Daten vom 31.12.2018 für August 2018.

China hat seinen Einfluss weltweit ausgebaut und Importe von Rohstoffen wie Metallen oder wie im Fall Brasiliens von Getreide erhöht, um die Binnennachfrage zu decken. Die lateinamerikanischen Länder konnten somit auch außerhalb ihrer Nachbarländer nach Handelspartnern Ausschau halten. Die USA hingegen haben weniger Rohöl importiert, weil sie die Produktion im Land selbst erhöht haben – dadurch wurden die kolumbianischen Exporte belastet. 

Ausblick auf 2019


Quelle: Pictet Asset Management, Januar 2019

Wir kommen zu dem Schluss, dass das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika in diesem Jahr stärker ausfallen dürfte als 2018. Haupttreiber werden vermutlich kleinere Länder wie Chile, Kolumbien und Peru sein. Brasilien, das größte Land in der Region, wird ebenfalls wachsen, wenngleich in gemäßigterem Tempo. Alle diese Länder haben neue Regierungen, die wirtschaftlich glaubwürdige Pläne haben. Trotz Risiken wie der zunehmenden Abhängigkeit von Exporten nach China und der unvermeidlichen Abhängigkeit von Rohstoffpreisen glauben wir, dass diese Länder Chancen für langfristig orientierte Anleger bieten.

AUSGESUCHTE GRAFIK UNSERES SPEZIALISTENTEAMS FÜR SCHWELLENLÄNDERANLEIHEN

von Karen Lam, Senior Client Portfolio Manager

Aus Bottom-up-Perspektive sehen wir attraktive Chancen bei rohstoffbezogenen Titeln. Da es sich dabei um Exporteure handelt, profitieren sie in der Regel von Abwertungen lokaler Währungen. Das ist einer der Gründe, warum wir Rohstoffe mit 7% in unserem Portfolio von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern übergewichtet haben2.

Ein weiterer attraktiver Sektor in Lateinamerika ist die Zellstoff- und Papierindustrie, vor allem in Chile und Brasilien. Für die Branche sprechen die starken Kursfundamentaldaten. 

ABB. 4 – IN LATEINAMERIKA SEHEN WIR IN DER ZELLSTOFF- UND PAPIERINDUSTRIE ANLAGECHANCEN

Lateinamerikanische Unternehmensanleihen in Hartwährung nach Branche und Sensitivität gegenüber Wechselkursveränderungen

Quelle: JP Morgan, 31.12.2018. Daten sind dem auf Lateinamerika bezogenen Teil des JPM CEMBI DB Index entnommen.

MARKTBEOBACHTUNG

DATEN ZUR MARKTBEOBACHTUNG

31.12.2018

Quelle: Datastream, Bloomberg, Daten vom 31.12.2018, in USD. Angaben zu den Aktienindizes auf Basis der Wiederanlage der Nettodividenden; Angaben zu Anleihen- und Rohstoffindizes auf Basis der Gesamtrendite. Die Entwicklung der Wechselkurse wird als Performance-Berechnung basierend auf den Währungskursen herangezogen.


Quellen:
1) Pictet Asset Management, CEIC, Datastream; Schätzungen für 2018 per 03.01.2019
2) Pictet Asset Management, 31.12.2018

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Anjeza Kadilli

Anjeza Kadilli kam 2015 zu Pictet und arbeitet als Ökonomin im Economic Analysis Team von Pictet Asset Management, wo sie für die makroökonomische Analyse von Schwellenländern, insbesondere Lateinamerika, zuständig ist. Sie hat einen PhD in Econometrics von der Universität Genf, wo sie ebenfalls einen MSc und BSc in Economics erwarb. Während ihres PhD-Studiums war sie auch Gaststudentin an der Universität von Südkalifornien, der Riksbank und der HEC Montreal.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
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Das Jahr des Schweins, ein Jahr für China?

Morgen feiern die Chinesen ihr Neujahrsfest. Der auch als Frühlingsfest bekannte Beginn des neuen Jahres ist das wichtigste traditionelle Fest im Land. 2019 ist laut dem chinesischen Horoskop zudem das Jahr des Schweins. Seine Charakteristik: Wenn es sich ein Ziel gesteckt hat, wird es all seine Energie hineinstecken, um dieses zu erreichen.

Genau das passiert in China gerade mit der One Belt, One Road Initiative der Regierung. Kim Catechis, Manager des Legg Mason Martin Currie Global Emerging Market Funds, mahnt Anleger daher auch, sich nicht nur auf den Handelszwist zwischen China und den USA zu konzentrieren: „Das Wachstum in China hat sich verlangsamt. Anleger sollten dabei jedoch wichtige Aspekte wie die One Belt, One Road Initiative nicht vergessen, die 2013 ins Leben gerufen wurde. Die Wiederbelebung der historischen Seidenstraße demonstriert die geopolitische Stärke Pekings und unterstreicht die Bedeutung des chinesischen Marktes jenseits der USA.“ Das Großprojekt sei ein wichtiger Wachstumstreiber sowohl für China als auch für zahlreiche weitere Schwellenländer und verdiene daher das Augenmerk der Anleger, ist der Schwellenländer-Experte überzeugt.

Mit Blick auf das schiere Volumen an Infrastrukturinvestitionen und das damit verbundene Potenzial für Anbindungen innerhalb der Region sei die neue Seidenstraße heute so vital wie bei ihrer Einführung, glaubt Catechis: „Aus Portfoliosicht sind wir davon überzeugt, dass die One Belt, One Road Initiative ein wichtiger Treiber für einige herausragende Investitionschancen sein wird. Als besonders interessant könnten sich dabei die Nutzer der neuen Infrastruktur erweisen, also jene Unternehmen, dessen Märkte sich durch die neuen Möglichkeiten erweitern und die damit Zugang zu einem soliden Umsatzwachstum erhalten.“

Catechis gibt weiterhin zu bedenken, dass die Initiative auch physische Grenzen überschreiten wird. Er spielt damit auf die positiven Auswirkungen der „digitalen Seidenstraße“ an, die die bisher überwiegend in den Schlagzeilen stehenden Land- und Seeverbindungen ergänzt und die Anleger ebenfalls nicht unterschätzen sollten: „Unternehmen wie die chinesische Handelsbank ICBC, die einer der Vorreiter bei der Finanzierung des Projektes sein wird, oder E-Commerce-Giganten wie Alibaba sollten zu den Hauptprofiteuren einer größeren Konnektivitäten zwischen den Regionen sein.“

Über Legg Mason

Das Motto von Legg Mason lautet „Investing to Improve LivesTM“. Ziel ist es, Anlegern weltweit dabei zu helfen, bessere Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen und ihnen dafür ein breiteres Spektrum an Investitionsstrategien, Anlegevehikeln sowie Zugang zu unabhängigen Investmentmanagern mit einer breiten Expertise bei Aktien, Anleihen, alternativen und liquiden Investments anzubieten. Insgesamt verwaltet Legg Mason ein Vermögen von 637 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni 2018). Wenn Sie mehr über Legg Mason und seine Tochtergesellschaften erfahren möchten, schauen Sie auf der web site oder im newsroom vorbei oder folgen Sie Legg Mason auf LinkedInTwitter, oder Facebook.

Eurozone growth fails to recover as Italy slips into recession

Leading indicators suggest further weakness to come, but European risk assets are already priced for recession, argues Azad Zangana, Senior European Economist and Strategist at Schroders.

The eurozone economy grew by just 0.2% in the final quarter of 2018 according to the flash GDP estimate released this morning. Fourth quarter growth was unchanged compared to the third quarter and matched consensus expectations. For the year of 2018, annual real GDP growth was 1.8%, down from 2.5% in 2017, and the lowest annual growth rate since 2014.

Only a handful of member states have reported their fourth quarter growth rates so far. Both France and Belgium reported sluggish growth of 0.3%, while Italy slipped into recession as the economy contracted by 0.2%, having seen a 0.1% fall in the previous quarter. The recession in Italy is undoubtedly linked to the huge economic uncertainty caused by the populist coalition government’s bickering with the European Commission over its fiscal policy. The negative news flow on the matter has diminished  which should help improve activity, but there are still concerns that we could see a repeat later in the year.

One member state that bucked the trend was Spain which is estimated to have grown by 0.7% compared to 0.6% in the previous quarter. This meant that annual growth was 2.5% in 2018, down from 3% in 2017 but still very respectable.

Looking ahead, leading indicators suggest eurozone activity has weakened further so far this year, prompting fears the monetary union may be in recession. We believe that much of the weakness in recent quarters has been caused by temporary factors, and will pass over the first half of 2019. This should allow the European Central Bank to raise interest rates as its guidance suggests, towards the end of this summer. Moreover, we believe that investors have already priced European risk assets – such as equities - for recession, making them potentially attractive if our forecasts are correct.


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Weltwirtschaftsforum Davos 2019: im Zeichen von Wirtschaftsabschwung und Handelskrieg

Wie jedes Jahr haben sich in der abgelaufenen Woche im Schweizerischen Davos wieder Staatschefs, hochrangige Wirtschaftsexperten und Unternehmenslenker getroffen um sich beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum) auszutauschen. Angesichts von Handelskrieg, Brexit und eines drohenden Wirtschaftsabschwungs wurde das WEF-Treffen heuer von zahlreichen Aufrufen zu verstärkter internationaler Kooperation dominiert.

Schon zu Beginn des Treffens hat der internationale Währungsfonds (IWF) in seinem viel beachteten „World Economic Outlook“ vor einer Eintrübung der Weltwirtschaft gewarnt. Vor dem Hintergrund des Handelsstreits und anderer Unsicherheiten haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft laut der aktuellen IWF-Prognose eingetrübt. Das globale Bruttoinlandsprodukt dürfte heuer nur noch um 3,5 Prozent und 2020 um 3,6 Prozent zulegen, prognostizierte der IWF. Im Oktober lagen die Prognosen noch bei jeweils 3,7 Prozent.

Davos internationale Kooperation

 

„Eine globale Rezession steht sicher noch nicht vor der Tür“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde bei der Vorstellung des Berichts in Davos. „Aber das Risiko eines stärkeren Rückgangs des weltweiten Wachstums ist sicherlich gestiegen.“

„Die Verlangsamung scheint früher zu kommen als erwartet“, sagte auch IWF-Vizechef David Lipton zu Reuters TV. Noch laufe die Konjunktur gut. Es gebe aber zahlreiche Risiken, von den Handelsstreitigkeiten bis hin zu schlechteren Finanzierungsbedingungen.

Merkel wirbt bei Weltwirtschaftsforum für multilaterale Zusammenarbeit

Mehrere Staatschefs haben in Davos vor diesem Hintergrund eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und eine Abkehr vom Protektionismus gefordert. Sie suche nach Verbündeten für den Multilateralismus, sagte etwa Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und sprach sich für weitere Freihandelsverträge aus: „Alles andere würde ins Elend führen.“ Gleichzeitig wünsche sich Merkel eine Reform der großen internationalen Organisationen um den massiv gestiegenen Einfluss von Volkswirtschaften wie China oder Indien widerzuspiegeln.

Auch Japan, das derzeit die Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G-20) anführt, sprach sich für eine Stärkung der multilateralen Ordnung aus. „Japan ist entschlossen, die freie, offene und regelbasierte internationale Ordnung zu bewahren und weiterzuentwickeln“, kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe auf dem Weltwirtschaftsforum an.

Ohne die USA zu nennen, forderte Abe dazu auf, das Vertrauen in die internationale Handelsordnung wiederherzustellen. Der Welthandelsorganisation (WTO) kommt dabei als Hüterin des Freihandels eine wichtige Rolle zu. Doch US-Präsident Donald Trump sieht sein Land von der WTO schlecht behandelt und hatte sogar mit einem Austritt gedroht.

Für Chinas Vizepräsident Wang Qishan gerät sogar die internationale Ordnung ernsthaft in Gefahr. Er kritisierte in Davos, dass viele Länder immer mehr nach innen schauten und Hürden für internationalen Handel und Investitionen, Unilateralismus, Protektionismus und Populismus zunähmen. Wang beschrieb die wirtschaftliche Globalisierung als „unausweichlichen Trend“. Es gebe enormes Potenzial, wenn die Wettbewerbsvorteile einzelner Länder ausgenutzt und die wirtschaftliche Verbundenheit verbessert würden. Als Antwort auf die Herausforderungen in der Welt müssten die Länder gemeinsam und aktiv dieser Linie folgen, forderte Wang.

Den andauernden Handelskrieg mit den USA erwähnte der Wirtschaftspolitiker in seiner Rede mit keinem Wort. Wang hätte in Davos auch mit US-Präsident Donald Trump, der kurzfristig absagte, zusammentreffen sollen, um über den Handelskonflikt zu sprechen. Generell war das Weltwirtschaftsforum heuer auch von prominenten Absagen geprägt. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May waren heuer wegen innenpolitischer Probleme nicht nach Davos gekommen. Österreich war heuer mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenministerin Karin Kneissl vertreten.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Vier defensiv ausgerichtete Strategien für 2019

von Christopher Gannatti, Head of Research bei WisdomTree Europe.

Weitgehend angeführt von US-Aktien, haben die globalen Märkte seit der weltweiten Finanzkrise von 2008–09 eine ziemlich robuste Phase durchlaufen. Die USA bewegen sich auf die nun fast längste wirtschaftliche Wachstumsperiode seit dem 2. Weltkrieg zu. Dies veranlasst die Investoren zu Beginn des Jahres 2019, sich darüber Gedanken zu machen, was im Fall einer Rezession tatsächlich passieren könnte. Wichtig ist hierbei, dass die Volatilitätskennzahlen gegenüber dem Jahresbeginn 2017 bzw. 2018 auf ein insgesamt erhöhtes Risikoniveau schließen lassen. 

Unter solchen Bedingungen machen sich die Investoren unseres Erachtens Gedanken darüber, wie sie ihre Investmentstrategien defensiver ausrichten könnten. Es könnte aber immer noch gute Gründe für das Halten riskanter Anlagen geben, da es auch zu spätzyklischen Rallys kommen kann. Die Abmilderung des Abwärtsrisikos könnte nun jedoch in den Vordergrund rücken.

Hierbei berufen wir uns auf eine uralte Investmentweisheit: Wenn ein Portfolio mehr als 50 Prozent seines Werts verliert, wie hoch ist dann die erforderliche Rendite, um diesen Verlust wettzumachen? Obwohl viele diese Frage zunächst mit 50 Prozent beantworten, lautet die korrekte Antwort 100 Prozent. Deshalb können Strategien mit dem Potenzial, in schwierigeren Märkten weniger negative Renditen zu erwirtschaften, recht wertvoll sein. 

Wir denken hierbei an vier wichtige Methoden, um das Risiko abzumildern, dass eine bestimmte Strategie bei einem Abschwung starke Verluste erleiden könnte. Leider funktionieren diese nicht immer alle gleich gut und es gibt keine Garantie dafür, dass sie im Fall jedes Marktabschwungs funktionieren, trotzdem sollte man sie im Hinterkopf behalten.

Strategie 1: Historisch niedrige Bewertungen aufspüren

Wenn Investoren auf sehr niedrig bewerteten, teilweise sogar auf historischen Tiefständen stehende Titel stoßen, kann es sich dabei um ein wichtiges Signal handeln, dass ein Großteil des die Schlagzeilen dominierenden Risikos bereits eingepreist wurde. Anders gesagt: Alle Gründe zur Sorge haben bereits einen Abschwung auf dem jeweiligen Markt verursacht. In Abwesenheit weiterer, neuer und überraschender negativer Entwicklungen würde es diesem Markt deshalb schwerfallen, noch weiter nachzugeben. Diese Art von Strategie wird in der Regel mit antizyklischem Investieren (Contrarian-Strategie) in Verbindung gebracht.

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Schwellenmärkte, italienische Aktien – insbesondere aus dem italienischen Finanzsektor – und japanische Aktien.

Strategie 2: Aktien mit hoher Dividendenrendite aufspüren

Ein Aspekt dieser Strategie besteht darin, dass bei Aktien immer ein Dividendenanteil und ein Preisanteil in die Berechnung der Gesamtrendite einfließen. Der Dividendenanteil ist im schlechtesten Fall Null, wenn keine Dividende ausgeschüttet wird, wohingegen der Preisanteil positiv, Null oder negativ sein kann. Bei einer auf Aktien mit hohen Dividenden fokussierten Strategie verschiebt sich die Generierung der Gesamtrendite hin zu Dividenden und weg von den Kursen. Da der Dividendenanteil an der Rendite weniger volatil ist, bietet dies im Rahmen einer Aktienstrategie eine Möglichkeit zur Senkung des Risikos.

Der andere Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, bezieht sich auf die Tatsache, dass Aktien mit höheren Renditen tendenziell in eher defensiv aufgestellten Sektoren, z. B. im Bereich der Versorgungsbetriebe, zu finden sind. Eine Orientierung des Engagements in Richtung dieser Sektoren bietet eine weitere potenzielle Möglichkeit, um das Gesamtrisiko einer Aktienstrategie zu senken. 

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Schwellenmarktaktien, europäische Aktien und US-Aktien.

Strategie 3: Anlagen verkaufen, bei denen Preis und Volatilität positiv korreliert sind

Wenn wir uns von der Geschichte leiten lassen, stellen wir fest, dass Kennzahlen wie der Cboe Volatility Index (VIX) typischerweise steil nach oben gehen, wenn sich die Aktienmärkte in stark negative Phasen begeben. Der VIX erfüllt eine wichtige Signalfunktion, da er die zukunftsbezogenen Erwartungen an die künftige Volatilität des S&P 500 angibt. Ist der VIX erhöht, können die zukunftsbezogenen Erwartungen an die Volatilität ebenfalls höher ausfallen. Die Kurse von bestimmten Anlagen wie Put-Optionen, denen der S&P 500 als Index zugrunde liegt, steigen in der Regel entsprechend eines steigenden VIX an. 

Es gibt eine bekannte Strategie, bei der man Put-Optionen auf den S&P 500 verkaufen und dadurch die Prämien einnehmen kann. Der Einsatz einer Strategie zur Schreibung von Put-Optionen ist natürlich direkt mit dem zugrunde liegenden Index verbunden, auf den die Optionen selbst geschrieben werden. Wenn die Prämien die Tendenz aufweisen, mit einem steigenden VIX ebenfalls zu steigen, ergibt sich daraus das Potenzial zur Abmilderung des Abwärtsrisikos unter schwierigeren Marktbedingungen. 

In den USA erreichten Aktien Anfang Oktober 2018 Rekordhochs und die Bewertungen lagen gegenüber anderen weltweiten Märkten relativ hoch. Rekordkurse und hohe relative Bewertungen geben den Investoren tendenziell mehr Grund, sich um ein Abwärtsrisiko Sorgen zu machen. Diese Sorge ist unseres Erachtens ein kritischer Faktor, um eine Strategie zur Schreibung von Put-Optionen in Betracht zu ziehen.

 Mögliche Märkte für diesen Ansatz: US-Aktien.

Strategie 4: Traditionelle „sichere“ Anlagen

Bei jeder der drei erstgenannten Strategien wird ein Ansatz zur Senkung des Risikos eines bestimmten Engagements verfolgt – entweder direkt gegenüber Aktien oder gegenüber einer Anlage, die stark mit Aktien korreliert ist. Wir stimmen zu, dass das Halten von Aktien bei zunehmender Volatilität zu einem weniger erstrebenswerten Ansatz werden kann, unabhängig davon, ob das Risiko bei diesem Ansatz in irgendeiner Form abgemildert wird oder nicht.

Wenn die Volatilität steigt, weil ein erhöhtes geopolitisches Risiko wahrgenommen wird, könnte Gold eine Überlegung wert sein. Wenn Investoren in der Vergangenheit unerwartete Ereignisse beunruhigten oder sie vom politischen Kurs eines wichtigen Landes überrascht wurden, wurde Gold mit einem im Vergleich zu Aktien differenzierten Renditestrom assoziiert.

Einen anderen Weg könnten bestimmte Währungen wie der US-Dollar oder der japanische Yen aufzeigen. Beide Währungen haben gezeigt, dass sie bei steigender Volatilität ebenfalls im Wert steigen können.

Mögliche Märkte für diesen Ansatz: Gold, US-Dollar, japanischer Yen.


Aufgrund der aktuellen Ereignisse, haben wir uns hier auf einen eher defensiv orientierten Blickwinkel konzentriert. Falls sich Investoren bei ihrer Positionierung für 2019 noch nicht festgelegt haben, könnten diese Ansätze das allgemeine Portfoliorisiko senken. Weitere Informationen finden Sie auf WisdomTree.com.

The new age of digitalisation

Despite its ubiquity, digital technology has only just begun to penetrate industries, argues Matthew Courtnell, Equities Product Specialist at Legal & General Investment Management.

Looking beyond the tech-related hype and industry buzzwords, digitalisation is a rapid driver of change for the manufacturing and asset value chain. As a global secular theme, the sheer breadth of industries where digital-focused strategies have the potential to transform business models quickly is fascinating.

While this concept has been around for a while, one notable change is the speed in which we are approaching a tipping point for adoption. In a global context, the proposition of digital transformation has stimulated a step-change in focus from corporate management teams as they bid to improve asset efficiency and drive future earnings.

Whether it’s an industrial engineering plant managed by a digital twin, a fully automated manufacturing system or grocery packing robots, we are now assuming a faster rate of future growth. As this growth accelerates, we expect digital trends (alongside cybersecurity) to drive an even higher percentage of corporate budgets on IT.

Increasingly capable software and services look set to redefine industries

Such is the industrial world’s focus on optimisation, these digital initiatives are fuelling order book and demand growth for industry leaders across software, tech hardware and services. For corporate management, harnessing technology and understanding how it can enhance operations has become incredibly powerful.

From recent conversations with industry experts and mega-cap oil companies, we know that their ability to generate higher free cashflow will most likely hinge on the way the oil industry uses technology to create value. For instance, BP’s Upstream CEO, Bernard Looney, recently stated that “Digital is going to be as important a skill set in the oil and gas industry as knowing how to drill a well”.

If they embrace this at scale, many asset-intensive industries can seek to increase efficiency, enhance decision making and deliver significant cost savings. Within the theme, we expect data analytics and asset performance management to be key drivers of digitalisation. This can be deployed to understand the correlation between steel production parameters and refractories, improve maintenance and minimise downtime at an oil refinery, or be used to create an inventory and purchasing platform that enables mass individualisation for millions of holidaymakers.

As this trend unfolds, increasingly capable software and services look set to redefine industries as growth and value drives adoption. The end result can significantly increase returns on capital and profitability, as businesses become far more technologically focused than ever before.

We believe much of the digital disruption is yet to come. But we are already seeing evidence of such technology delivering commercial success. A recent visit to Cambridge to meet Aveva Group highlighted their technological prowess and the significant opportunities behind digital transformation. Those companies adopting forward-thinking strategies have already begun to use tech-enabled functionality from the Cloud, Industrial IOT, Augmented Reality and Big data, as part of a bid to capture new growth.

At a time when the market is beginning to fret over a global growth slowdown, the secular trend of digital transformation appears to have only just started

Accordingly, debating the winner and losers from this type of disruptive innovation is a key focus of our time on the Active Equity team. As we consider the potential ramifications of this thematic trends, we look for companies that are optimally placed for growth as the secular trend towards digitalisation continues. Right now, many of these companies are still at the early stages of valuing the significance of their intellectual property, and the subsequent value creation for their customers. Yet there is no doubt that these digital pioneers will be able to strengthen their ability to further monetise this opportunity as adoption increases.

One thing is for sure. At a time when the market is beginning to fret over a global growth slowdown, the secular trend of digital transformation appears to have only just started.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

30-year return forecasts: 2019 update

In our latest update of 30-year return forecasts we find that returns on cash are still poor while equities remain the asset class offering the greatest potential for returns, explains Craig Botham, Emerging Markets Economist at Schroders.

Our forecasts suggest that the long run real returns on cash remain poor, with negative returns still on offer in Japan. The US and some Asian markets do offer a positive return, but even risk averse investors might shy away from a maximum return of 0.6% per annum.

We would expect longer dated sovereign debt to outperform cash over thirty years, but returns in real terms are still likely to be disappointing, and Japan still fails to deliver a positive return. The current valuations of bonds considered "safe assets" are unattractive and suggest low returns.

Our forecasts would still suggest credit, property and equities will outperform sovereign bonds, as might be hoped. Equities remain the asset class offering the greatest potential for returns. UK small cap equities, followed by emerging markets and Pacific ex Japan, offer the highest returns.

Emerging market equities, however, are more prone to periods of crisis than their developed peers, and we would expect the more generous potential return to compensate greater volatility and sharper drawdowns. 

Our full analysis can be found as a PDF at the link below.


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Emerging Markets – Unternehmensanleihen Ausblick 2019

Was waren im vergangenen Jahr die größten Herausforderungen und wo bestehen die Opportunitäten 2019? Péter Varga, Emerging Markets Fondsmanager der Erste AM, gibt die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

Handelskonflikt drückt auf die Euphoriebremse

Das vergangene Jahr war aus vielerlei Gründen herausfordernd für Emerging Markets Anleihen. Neben dem Zinserhöhungszyklus in den USA und der Korrektur an den Rohstoffbörsen, waren es die erhöhten politischen Risiken in Ländern wie Venezuela, Südafrika oder der Türkei, die zu einer erhöhten Volatilität führten. Im Vordergrund stand die in einen Handelskonflikt zugespitzte Rivalität der zwei Supermächte USA und China. Die Sorge der US-Regierung ist, dass China immer mehr zum Technologieanführer wird.

Das bestätigen die Ausgaben der Volksrepublik für Forschung und Entwicklung, die in den vergangenen Jahren exponentiell angestiegen sind. „Das chinesische Unternehmen Huawei ist 2018 beim weltweiten Verkauf von Smartphones hinter Samsung auf den zweiten Platz gezogen, vorbei an Apple. Das geht nicht spurlos an den USA vorbei. Genauso wenig wie die chinesischen Errungenschaften in der Weltraumforschung, die Investitionen in Afrika, oder die „One Belt, One Road“ Initiative“, betont Peter Varga, verantwortlicher Fondsmanager für Schwellenländer-Unternehmensanleihen in der Erste Asset Management. „Die angespannte Lage zwischen den USA und China wird sich selbst mit einem Handelsabkommen 2019 nicht in Luft auflösen.“

Entblößte Schwächen, gute Investitionsmöglichkeiten

Insbesondere Europa, das 2017 die Erwartungen deutlich übertraf, hat 2018 geschwächelt. Ursachen waren die Querelen rund um den Brexit und die Verlangsamung der Weltwirtschaft. Diese und die sich ausweitende Spanne zwischen US- und Eurolandzinsen führten zu einer Rallye im US Dollar. Die Kombination aus höheren US-Zinssätzen und einem starken Dollar entblößte wiederum die Schwächen von anfälligen Schwellenmärkten. Argentinien und die Türkei, die u.a. aufgrund fehlender ausländischer Direktinvestitionen große Leistungsbilanzdefizite aufweisen, erlebten beide eine Währungskrise und einen deutlichen Rückgang der Asset Preise.

Diese Faktoren führten zu einer allgemein schlechteren Stimmung gegenüber Schwellenländern und zu Abflüssen von Privatanlegern – jedoch weniger als befürchtet. „Die großen Kursschwankungen der Anleihenpreise im Vorjahr ermöglichten gute Investitionschancen, selbst in den Ländern wie der Türkei oder Argentinien. Es war das Jahr der aktiven Investoren“, erklärt Varga.

Die positiven Trends nicht übersehen

Es gibt viele positive Entwicklungen: nach den Präsidentenwahlen in Brasilien soll nun ein lang ersehnter Reformkurs eingeschlagen werden. Die Investoren antworteten mit einem Kursfeuerwerk. In Südafrika sieht man erste positive Reform-Schritte und China war – vor der Zuspitzung der Rivalität mit den USA – dabei, seine Wirtschaft auf ein durch Technologie, Nachhaltigkeit und mehr Binnennachfrage basiertes Wachstum zu transformieren.

Der steigende US-Dollar war zwar eine Herausforderung für einzelne Länder, hatte jedoch keine Ansteckung zur Folge. „Etliche Schwellenländer haben ein relativ niedriges Schuldenniveau, finanzieren sich immer verstärkter in der heimischen Währung und sind daher gut positioniert. Gleichzeitig sind die längerfristigen wirtschaftlichen Wachstumsaussichten für die Schwellenländer nach wie vor positiv, Kapital fließt wieder zu“, so Varga.

Wo sind die interessantesten Unternehmen zu Hause?

Investoren stehen vor einer Reihe wichtiger Fragen, die je nach Ergebnis die Performance im Jahr 2019 vorantreiben können. Neben dem US-Dollar waren Schwellenländer historisch immer an die Entwicklung der Weltwirtschaft gebunden. In den letzten Jahren wurden sie vermehrt zu einem eigenen Treiber. In China, wo sich die Konjunktur etwas verlangsamt hat und die Handelszölle die Stimmung belasten, hat die Regierung z.B. klare Impulse gesetzt. Darunter auch Steuersenkungen und eine Lockerung der Kreditvergabe.

Interessant sind für uns chinesische High-Yield Anleihen im  Hausbau Sektor. In Brasilien sind es vor allem auch Unternehmen im High-Yield Bereich, die von einem Konjunkturaufschwung profitieren könnten. In Mexiko finden wir Industriewerte und Immobilienunternehmen, die aufgrund politischer Schritte der neuen Regierung günstiger geworden sind. Natürlich beobachten wir laufend, ob sich Opportunitäten auftun, das betrifft auch defensivere Branchen, die eine stabile Nachfrage haben. Das trifft auf Telekommunikationsunternehmen zu, wie z.B. Turkcell in der Türkei“, betont Varga.

Was sorgt für Performance und welche Expertise ist entscheidend?

Grundsätzlich können sehr aktive Manager, die rasch auf wechselnde Gegebenheiten reagieren und nah am Markt sind, anvertraute Kundengelder in diesem volatilen Umfeld am besten schützen oder Verluste im Sell Off vermeiden. Aktives Management kann auch flexibel auf Marktverwerfungen, wie z.B. bei Liquiditätsengpässen agieren. Zudem bietet die „margin of safety“ die sich aus der Unterbewertung ausgewählter Unternehmen und dem tatsächlichen (inneren) Wert ergibt, einen zusätzlichen Risiko-Puffer. Ausgezeichnetes aktives Management ist somit immer auch gelebtes Risikomanagement.

Gerade in Anlageklassen wie Emerging Market Anleihen ist ausgewiesene Expertise von Nischen-Anbietern gegenüber globalen Unternehmen oft im Vorteil.  „Seit Auflage des ERSTE BOND EMERGING MARKETS CORPORATE  haben wir auf über die letzten 10 Jahre eine Wertentwicklung von 9,8 % p.a. erzielt. Mit diesem Track-Record wurden wir als  Fondsmanager bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter auch mit dem Lipper Award. Zudem führen wir unsere Peergruppe per Ende 2018 auf 1, 5 und 10 Jahre als unangefochtener Spitzenreiter an“, betont Varga abschließend.

INFO:

Der ERSTE BOND EMERGING MARKETS CORPORATE investiert in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Der Fonds veranlagt hierbei weltweit und ermöglicht Investoren die Teilnahme an den Wachstumschancen dieser aufstrebenden Märkte. Fremdwährungsrisiken gegenüber dem Euro werden weitgehend abgesichert und der Lokalwährungsanteil beträgt maximal 10%. Das Fondsvolumen beträgt aktuell 370 Millionen Euro (Stand: 30.12.2018). Das Morningstar Rating vergleicht europaweit die historische Wertentwicklung von Fonds mit ähnlichen Anlagezielen.

Das zuständige Fondsmanagement-Team verwaltet knapp 1,5 Milliarden EUR in Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern – Publikumsfonds und institutionelle Mandate zusammengerechnet.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Nachhaltige Investments: Schwellenländeranleihen und ESG

Warum Anleger in Schwellenländer-Staatsanleihen auf Umwelt, soziale Belange und Unternehmensführung achten sollten, erklärt Mary-Therese Barton, Head of Emerging Market Debt bei Pictet Asset Management.

Die in den sozialen Medien kursierenden Bilder von Bergen nahezu wertloser Geldscheine in Simbabwe oder Venezuela, mit denen die Bevölkerung Grundnahrungsmittel wie Brot und Fleisch bezahlt, sind eine Warnung, wie wichtig eine richtige Führung für die Volkswirtschaften der Schwellenländer ist. Aber zu versuchen, Hinweise auszumachen, die darauf hindeuten, wie sich die Bedingungen verändern, sei es zum Guten oder zum Schlechten, ist schwer.

Was die Sache noch komplizierter macht, sind die sozialen und ökologischen Dimensionen, die bei der Entscheidung für oder gegen ein Investment eine gleichermassen kritische Rolle spielen. Die Abholzung in Haiti und der Arabische Frühling zum Beispiel hatten dramatische Folgen und mündeten in einer Währungsabwertung.

GUTES TUN LOHNT SICH

Performance von Schwellenländer-Staatsanleihen, nach ESG-Punktzahl von 1-100*, umbasiert zum 27.12.2017 = 100.

* Ohne Emittenten mit Punktzahl unter 20
Quelle: Pictet Asset Management, JP Morgan. Daten vom 31.10.2018.

In der Vergangenheit hatten Anleger jedoch grosse Probleme, ESG-Merkmale von Ländern übergeordnet oder systematisch miteinander in Verbindung zu bringen, vor allem an den Anleihemärkten.

Ein Grund, warum Anleger in Staatsanleihen viel länger als beispielsweise Aktienanleger brauchten, um die Bedeutung von ESG zu erkennen, ist der relative Mangel an brauchbaren Informationen. ESG-Faktoren werden auf Unternehmensebene zunehmend quantifiziert und bei Aktien- und Anleihen-Investments einbezogen. Viel weniger erforscht ist allerdings, inwieweit diese Überlegungen die Bonität von staatlichen Emittenten beeinflussen.

Mittlerweile reagieren Beratungsunternehmen und Ratingagenturen auf die wachsende Nachfrage nach ESG-Analysen für Staatsanleihen. Und der Bedarf wird weiter zunehmen, weil die Anleger einen direkten Zusammenhang zwischen dem Abschneiden staatlicher Emittenten bei verschiedenen ESG-Kriterien und der Performance ihrer Anleihen sehen. Es gibt beispielsweise immer mehr Belege, dass eine Korrelation zwischen guter Staatsführung und niedrigerem staatlichem Ausfallrisiko und den Spreads besteht1. Einer anderen Studie zufolge, die vor kurzem veröffentlicht wurde, ist der durchschnittliche Schuldendienst von Schwellenländern infolge des Klimawandels um 117 Basispunkte gestiegen, während diejenigen, die in soziale Entwicklung investierten, die Kosten um 67 Basispunkte senken konnten2.

Informationsbedarf

Ratings von Agenturen können helfen, sind aber kein Wundermittel – länderbezogene ESG-Analysen sind keine Blackbox, die eindeutige Antworten ausspuckt. Zum einen verändern sich einige ESG-Kennzahlen nicht stark oder oft. Zum anderen können diese Faktoren unterschiedliche Effekte auf Volkswirtschaften haben. Das soll heissen, dass einige relevanter sind als andere – alles hängt von den besonderen Gegebenheiten eines Landes ab. Es bedarf daher eines nuancierteren Ansatzes bei der Integration von ESG-Kriterien in traditionellere Kennzahlen.

“Am sinnvollsten für ESG-Investments ist sicherlich ein branchenweiter Ansatz.”

Da sich ESG-Faktoren in der Regel über längere Zeiträume entwickeln, erfordert ihre Berücksichtigung bei der Portfoliozusammenstellung ein langfristiges Engagement seitens des investierenden Akteurs. Dazu gehört unter anderem der direkte Kontakt mit staatlichen Emittenten – ständiger Dialog mit Finanzministerien in Form von persönlichen Gesprächen, schriftlicher Kommunikation, gezielten Fragebögen und ESG-bezogenen Fragen bei Roadshows. Dieser Kontakt kann sogar so weit gehen, dass Staatsbedienstete in Sachen ESG und dessen Bedeutung geschult werden.

Entwicklung eines Modells

Ein Ansatz besteht darin, ESG-Faktoren in Länderrisikomodelle einzubeziehen. Wir greifen auf eine Fülle von ESG-Daten aus externen und internen Quellen zurück , die dann eine bestimmte Punktzahl für ein Land ergeben. Zu den von uns beobachteten Umweltfaktoren gehören Luftqualität, Anfälligkeit gegenüber Klimawandel, Abholzung und Wassermangel. Bei der sozialen Dimension spielen Bildung, Gesundheitswesen, Lebenserwartung und wissenschaftliche Forschung eine wichtige Rolle. Beim Kriterium der Staatsführung werden Aspekte wie Korruption, Wahlverfahren, Stabilität der Regierung, richterliche Unabhängigkeit und Recht auf Schutz der Privatsphäre berücksichtigt.

Diese Gesamtpunktzahl wird zu einer der sechs Säulen im Länderrisikoindex (CRI)-Ranking, das von unserem Economics Team erstellt wird.

Gemeinsames Engagement

Der sinnvollste Ansatz für ESG-Investments ist jedoch sicherlich ein branchenweiter. Staaten, die ihr ESG-Profil verbessern müssen, dürften ein stärkeres, stabileres Wachstum aufweisen und besser in der Lage sein, makroökonomischen Gegenwind auszuhalten. Insgesamt würde eine Verbesserung im Bereich ESG in den Schwellenländern die Trend-Performance der Anlageklasse – bzw. das Beta, wie die Experten sagen – beflügeln.

Der einzelne Portfoliomanager hat relativ wenig Einfluss, wenngleich es auch Beispiele gibt, wo sich staatliche Emittenten dem Druck durch Fondsmanager gebeugt haben. Das war z. B. der Fall, als wir Bedenken hinsichtlich der Bodenreformen in Südafrika äusserten.

UNIVERSELL

Vermögen der Investmentbranche mit ESG-Mandat gesamt, in Bio. US-$. Die unterbrochene Linie stellt Prognosen dar.

Quelle: Deutsche Bank

Die Branche insgesamt jedoch hat die nötige Durchsetzungskraft, um Staaten in die richtige Richtung zu lenken – rund 592 Mrd. US-$ der 8,311 Bio. US-$ an umlaufenden Staatsanleihen von Schwellenländern werden von Vermögensverwaltungsgesellschaften gehalten.

Investmentgesellschaften unternehmen bereits Schritte in diese Richtung. Beispielsweise hat die Initiative „UN Principles for Responsible Investment“ mit mehr als 1.800 Unterzeichnern aus der Branche, die ein Vermögen von mehr als 2,25 Bio. US-$ verwalten, vor kurzem eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen der Vermögensverwaltungsbranche und staatlichen Kreditnehmern fördern soll. Die Zahl weiterer Brancheninitiativen wird immer grösser: Der Global Green Finance Council zum Beispiel hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bemühungen der verschiedenen Branchenakteure zu koordinieren, um die Entwicklung von umweltverträglicher Finanzierung („Green Finance“) zu fördern.

Der Unterschied, auf den es ankommt

Nachhaltigkeit steht seit jeher im Mittelpunkt unseres Tuns. Das bedeutet konkret, dass wir ESG in alle unsere Investmentprozesse einbeziehen – nicht zuletzt bei unseren Strategien für Schwellenländeranleihen.

Wir stehen nicht nur in direktem Kontakt mit staatlichen Anleihenemittenten, sondern arbeiten auch mit anderen Unternehmen der Branche und multinationalen Einrichtungen zusammen. Ziel ist es, einen branchenweiten Ansatz zu entwickeln, der die Regierungen dabei unterstützt, besser und umweltfreundlicher zu regieren und das zu tun, was für ihre Gesellschaften am besten ist. Weil dies der beste Weg ist, um das Wohlergehen der Menschen in den Schwellenländern zu verbessern – der sich nebenbei auch für unsere Anleger lohnt. Und weil es der richtige Weg ist.


1) Capelle-Blancard et al. „Environmental, Social and Governance (ESG) performance and sovereign bond spreads: an empirical analysis of OECD countries“, Ecole Polytechnique CNRS https://hal-polytechnique.archives-ouvertes.fr/hal-01401718/document 
2) „Climate Change and the Cost of Capital in Developing Countries: Assessing the impact of climate risks on sovereign borrowing costs. UN environment, Imperial College Business School, SOAS University of London

Über die Autorin

Mary-Therese Barton kam 2004 zu Pictet Asset Management und leitet den Bereich Emerging Debt. Bevor sie ihre jetzige Position im Jahr 2018 antrat, war sie Senior Investment Managerin im Team. Mary-Therese fing als Analystin für Schwellenländeranleihen an. Bevor sie zu Pictet kam, war sie bei Dun & Bradstreet als Ökonomin für die Analyse europäischer Länder zuständig. Mary-Therese Barton erwarb am Balliol College der Universität Oxford einen BA (Hon) in Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Sie hat ausserdem einen MSc mit Auszeichnung in Finanzentwicklung vom Zentrum für Studien in Finanzmanagement, SOAS (School of Oriental and African Studies), Universität London. Zudem ist sie diplomierte Chartered Financial Analystin (CFA).

Über Pictet Asset Management 

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Rebuilding America: the case for US infrastructure stocks

Will 2019 be the year the US finally decides to repair its crumbling infrastructure? Probably not. Nevertheless, in the Asset Allocation team we have bought a basket of stocks that are exposed to US public infrastructure spending. Confused? Lars Kreckel, Global Equity Strategist at Legal & General Investment Management, explains:

The crucial starting point for our argument for buying stocks with exposure to US infrastructure is that sentiment on the sector has become very bearish. This marks a complete reversal from only a couple of years ago, when these companies saw their share prices perform strongly after the US election.

Back then, investors had ramped up hopes that President Donald Trump would want to go down in history as the master builder and push through a big infrastructure spending package. But this optimism has now been priced out in our view. The stocks have fallen back to multi-year lows and the bullishness on a spending boost has disappeared from analyst reports. Legislative gridlock has become consensus.

I see three scenarios where our 'Rebuilding America' basket could perform particularly well

Firstly, Washington gridlock has become too much of a consensus. A big US infrastructure deal is not our base case, but even a more modest plan with limited macroeconomic or budget implications could benefit infrastructure stocks. We would welcome increased spending on ailing US infrastructure as one of the fiscal programs that makes the most economic sense. But more importantly, it is one of only a few areas where the objectives of the Democrats, Trump and the Republicans overlap. If there can be agreement on anything, then it is here.

The recently passed criminal justice reform has shown that bi-partisan legislation is not impossible despite the noisy rhetoric on the surface. There has been only modest progress on infrastructure so far, such as the increased opportunity zones program signed into law via executive order last year. Spending relies on the states as much as the central government, but a push from Washington would go a long way and, we believe, states would likely follow the lead.

Also, all sides have something to gain from a compromise on infrastructure. For Trump it would be another campaign promise kept and would deliver jobs for his voter base (in addition, big infrastructure projects come with lots of ego-boosting, ribbon-cutting opportunities). At the same time, the Democrats would deliver on one of their top policy goals and prove that they are ‘ready to govern’ come 2020, when the next general election is due. Trump has expressed some sympathy for the Democrats’ infrastructure plans, which lean more on debt-financing than the Republicans’.

Secondly, we believe that a basket of US infrastructure stocks represents a cheap hedge against a US slowdown, as an infrastructure spending package would be a likely component of any policy response to US growth concerns. The incentive to be proactive on this front is arguably even greater in the run-up to 2020. A slowdown in growth could quickly erode the Republicans’ current opposition to increasing spending and adding debt.

Finally, infrastructure is likely to feature heavily in the election campaign for 2020. It’s at the top of both parties’ policy targets and neither side will want to be outdone by the other’s plans. If anything, we would expect campaign promises to be larger rather than smaller. Whether this time will be different and campaign promises turn into actual spending will remain to be seen, but the debate about increased spending was enough for 'Rebuilding America' stocks to outperform during the 2016 election campaign.

Overall, the 'Rebuilding America' theme appeals to my contrarian side. The market has become very pessimistic about these stocks' prospects but, as noted above, I see several potential macro catalysts that could trigger a rebound over the next two years.


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Politik lahmt, Wirtschaft boomt

Die Politik wird in diesem Jahr das Börsengeschehen maßgeblich bestimmen. Davon geht Burkhard Allgeier, Geschäftsführer der H&A Global Investment Management GmbH (HAGIM) und Chief Investment Officer (CIO) bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, in seinem Ausblick für 2019 aus. Themen wie die ungeklärten Brexit-Modalitäten, der Handelsstreit zwischen China und den USA oder die Frage nach der Stabilität der Eurozone hätten die Kraft, Kapitalmarktturbulenzen auszulösen. Rückblickend seien das Zusammenwirken dieser Störfaktoren und ihr Effekt auf die Aktienmärkte im vergangenen Jahr unterschätzt worden.

Rezessionsrisiko gering

Ein ausgeprägtes Rezessionsrisiko sieht Allgeier dabei 2019 nicht. Sicherlich zeige die globale Konjunktur im zehnten Jahr des Aufschwungs Ermüdungserscheinungen. Dennoch sei die Binnenkonjunktur in den einzelnen Ländern bei guter Arbeitsmarktlage und akkommodierender Geldpolitik zu robust für einen scharfen globalen Abschwung oder eine Rezession. Damit sei das konjunkturelle Umfeld für Aktien weiterhin günstig, denn echte Aktien-Baissen entstünden in aller Regel nur in ökonomischen Rezessionsphasen. Hinzu komme, dass spätzyklische Phasen oftmals genau jene Zeiträume seien, die mit zu den ertragreichsten für Aktieninvestoren gehörten. „Viele Investoren haben sich in den ‚mageren‘ Ertragsphasen zuvor bereits aus dem Markt verabschiedet – dabei kommt das Beste oft zum Schluss“, so Allgeier.

Günstige Voraussetzungen für höhere Aktiennotierungen

Vor diesem Hintergrund beurteilt der CIO die Aktienmärkte in diesem Jahr als aussichtsreich. Zwar hätten die Unternehmensgewinne ihren zyklischen Höhepunkt erreicht und würden nun flacher steigen. Trotzdem werde das Gewinnwachstum in den USA und Europa wohl bei knapp 10 Prozent liegen. „Dies ist zwar eine deutliche Verlangsamung der Gewinndynamik, aber keine Gewinnrezession“, erläutert Allgeier. Aufgrund der höheren Profitabilität der Unternehmen favorisiert er den US-Aktienmarkt, während der europäische Markt seiner Einschätzung nach eine signifikante Verbesserung im hoch gewichteten Bankensektor brauche. Die Schwellenländer könnten nach Einschätzung des CIO in diesem Jahr vor einem Gewinn-Comeback stehen. Sollte der Handelsstreit gelöst und die Wachstumsdelle in China ausgebügelt werden, seien Aktien aus den Emerging Markets attraktiv.

Das geringere Gewinnwachstum und die genannten Risikofaktoren spiegeln sich Allgeier zufolge bereits in den reduzierten Aktienmarktbewertungen wider. Dies seien günstige Voraussetzungen für höhere Aktienmarktnotierungen. Deshalb setzt die HAGIM für das Jahr 2019 auf eine Korrektur der Kursverluste aus dem vierten Quartal 2018, allerdings bei anhaltender Volatilität.

Anhaltend niedrige Renditen

An den Rentenmärkten ist nach Einschätzung der HAGIM eine Zinswende für AAA-Titel staatlicher Schuldner wie US-Treasuries oder Bundesanleihen nicht in Sicht. US-Treasuries traut der Vermögensverwalter nur wenig Renditeauftriebspotenzial zu, da die Renditen seit 1,5 Jahren stiegen und die Fed sich dem Ende des Zinszyklus nähere. Die niedrigen Renditen von Bundesanleihen spiegelten Knappheitspreise wider, da eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein knapper werdendes Angebot treffe. Allerdings könnten strukturelle Faktoren zu einem späteren Zeitpunkt eine Niveauverschiebung der Renditen nach oben bewirken, etwa wenn die Notenbanken sich komplett aus unkonventionellen Politikinstrumenten zurückziehen oder die Baby-Boomer-Generation in die Phase des Entsparens eintreten würde. Das allerdings wird wohl erst in einigen Jahren zu einem Thema werden.

Corporate Bonds bescheinigt Allgeier aufgrund der gestiegenen Verschuldung im nicht-finanziellen Sektor nur eine geringe Qualität: „Das Risk-Reward-Profil ist im Investment-Grade-Bereich – und hier insbesondere im Euroraum – nicht mehr sonderlich attraktiv.“ Kennzahlen wie die „Interest Coverage Ratio“ könnten sich bei einem schärferen Konjunkturabschwung verschlechtern. Ein besseres Risk-Reward-Profil sieht er hingegen bei High-Yield-Anleihen oder bei Emerging Market Bonds in Landeswährung, dort ist der Spread-Puffer im Zuge der Aktienturbulenzen ansehnlicher geworden.

Im Jahr 2019 bleibt Flexibilität nach Einschätzung von Burkhard Allgeier das Gebot der Stunde in der Asset Allocation. Bei den Aktienquoten empfiehlt der HAGIM-Experte – ausgehend von einer aktuellen leichten Untergewichtung – eine Erhöhung bis hin zu einer deutlichen Übergewichtung. Auf der Rentenseite sieht er die Selektion 2019 als Schlüssel zum Erfolg. Ein Untergewicht bei Credits könnte ein sinnvoller Hedge gegen ein mögliches Übergewicht bei Aktien sein. Risiken drohten von Seiten der Politik. Eine Absicherung, beispielsweise mit Gold, ist nach Einschätzung von Allgeier deshalb sinnvoll – auch, weil bei Gold eine Bodenbildung zu beobachten sei und das Edelmetall auf dem aktuellen Preisniveau eine Versicherung mit günstiger Prämie darstelle.


Die Präsentation zu dem Kapitalmarktausblick 2019 von Hauck & Aufhäuser können Sie hier herunterladen: Download

Über Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers kann auf eine 223 Jahre lange Tradition zurückblicken. Das Haus ist aus der Fusion zweier traditionsreicher Privatbanken hervorgegangen: Georg Hauck & Sohn Bankiers in Frankfurt am Main, gegründet 1796, und Bankhaus H. Aufhäuser, seit 1870 in München am Markt. Die beiden Häuser schlossen sich 1998 zusammen. Der Vorstand der Bank besteht aus dem Vorsitzenden des Vorstands Michael Bentlage sowie dem Mitglied des Vorstands Wolfgang Strobel. Hauck & Aufhäuser versteht sich als traditionsreiches und gleichzeitig modernes Privatbankhaus.
Die Bank mit Standorten in Frankfurt am Main, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln konzentriert sich auf die ganzheitliche Beratung und die Verwaltung von Vermögen privater und unternehmerischer Kunden, das Asset Management für institutionelle Investoren, umfassende Fondsdienstleistungen für Financial und Real Assets in Deutschland und Luxemburg sowie die Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Darüber hinaus bieten wir Research-, Sales- und Handelsaktivitäten mit einer Spezialisierung auf Small- und Mid-Cap-Unternehmen im deutschsprachigen Raum sowie individuelle Services bei Börseneinführungen und Kapitalerhöhungen an. Im Vordergrund der Geschäftstätigkeit steht die ganzheitliche und persönliche Beratung, auf deren Basis individuelle Lösungen entwickelt werden.

Anleihen profitieren von Aktienschwäche

Die Blicke der Marktteilnehmer richteten sich zuletzt auf die Aktienmärkte. Grund war der massive Abschwung im Dezember. Dieser stützte die meisten Rentenmärkte – zumindest die Staatsanleihen, sie legten im Dezember generell zu. Italien profitierte derweil von der Entspannung im Budgetkonflikt mit der Europäischen Kommission. Auch die Renditeabstände der Emerging-Market-Anleihen konnten sich ein wenig einengen. Generell war die Wertentwicklung der Emerging Markets, vor allem des Hartwährung-Segments, enttäuschend.

Die auf den ersten Blick sehr gute Wertentwicklung der US-Rentenmärkte ist im Wesentlichen der Währung geschuldet. Der Dollar hat gegen den Euro seit Jahresbeginn rund 5 % aufgewertet. Am stärksten schnitten somit die deutschen Bundesanleihen (und damit auch die österreichischen) ab – ein Anzeichen der Krise.

Die Renditeabstände (Spreads) der Unternehmensanleihen inklusive High-Yields steigen auf Jahreshöchststände, wir sind aber noch deutlich von den „Krisenniveaus“ vergangener Jahre entfernt.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Geld-/Kapitalmarkt – EZB-Politik an der Wende

Die amerikanische Wirtschaft befindet sich im späten Zyklus und wird in den kommenden Jahren etwas weniger, wenngleich immer noch gut wachsen. In den USA sind 2019, aus aktueller Sicht, zwei weitere Zinsanhebungen zu erwarten, wohingegen die EZB maximal einmal anheben wird. Die Zinsdifferenz bleibt somit weiterhin zugunsten der USA bestehen, mittelfristig wird sich das Bild aber drehen und dann auch den Euro unterstützen. Auch das ansteigende Haushaltsdefizit belastet die amerikanische Währung. Insgesamt erwarten wir somit keine großen Währungsbewegungen und gehen für 2019 von einem Kurs von ca. 1,2 EUR/ USD aus.

Auch wenn die erste Zinsanhebung frühestens im 4. Quartal 2019 kommen wird, war der Beschluss der EZB, das Anleihekaufprogramm per Ende 2018 auslaufen zu lassen, ein Signal an die Investoren. Weiterhin ist viel Geld bei der Notenbank geparkt und die Renditen der Staatsanleihen der Kernländer sind extrem niedrig. Leicht rückläufiges Wirtschaftswachstum, niedrige Inflation sowie die Funktion des sicheren Hafens sprechen auch 2019 für tiefe Renditen.

Staats- und Unternehmensanleihen – Flache US-Zinskurve

Die amerikanische Zinskurve ist innerhalb eines Jahres deutlich flacher geworden und bietet nun über alle Laufzeiten hinweg eine attraktive Verzinsung, insbesondere im Vergleich zu deutschen Papieren. Wir erwarten kaum inflationäre Tendenzen, was gepaart mit der etwas schwächeren Konjunkturentwicklung und dem geringeren Fed-Engagement nur mehr zu einem geringen Anstieg der Renditen führen wird.

Steigende Verunsicherung hat zu deutlich höheren Risikoprämien und zugleich negativen Überschusserträgen an den Kreditmärkten geführt. Da die Ausfallsraten aber weiterhin sehr niedrig zu erwarten sind, werden die Spreads trotz Angebotsüberhang, wenn überhaupt, nur mehr moderat ansteigen – verglichen mit der eigenen Historie sind sie bereits recht attraktiv.

High-Yield-Spreads haben sich 2018 so stark ausgeweitet, dass für das kommende Jahr nur mehr geringe Bewegungen zu erwarten sind und sich somit im Laufe des Jahres interessante Kaufniveaus bieten werden. Aktuell halten wir High-Yield-Anleihen untergewichtet.

NN Investment Partners erwartet 2019 moderate Aktienerträge von 5 bis 7%

Das Schlussquartal 2018 gehörte zu den schlechtesten Quartalen für die globalen Aktienmärkte in den zurückliegenden 45 Jahren. In der Vergangenheit schnitten Aktien lediglich in Rezessionen oder bei Ölpreisschocks ähnlich schwach ab. Das Wachstum der Unternehmensgewinne weltweit hat in diesem Aktienzyklus sehr wahrscheinlich im Jahr 2018 seinen Höchststand erreicht. Aber steht die Welt inzwischen kurz vor einer Rezession, die negative Auswirkungen auf die Märkte hätte?

NN Investment Partners (NN IP) geht davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft solide nahe der Potenzialrate verharrt, sich allerdings im Vergleich zu 2018 abschwächt. Das globale Gewinnwachstum der Unternehmen dürfte sich im Vergleich zur im Jahr 2018 erzielten Rate von 16% verlangsamen, aber positiv bleiben. Wir prognostizieren auf dieser Basis für globale Aktien in diesem Jahr eine Rendite von 5 bis 7%. Das schwächere Gewinnwachstum ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen der US-Steuerreform auf die US-Gewinne abklingen und dass sich die Konjunktur verlangsamt. Außerdem könnten die Gewinne unter Druck geraten, weil die Löhne aufgrund der Engpässe am Arbeitsmarkt steigen.

Bei Aktien ist das Abwärtspotenzial nach dem deutlichen Rückgang der Bewertungen inzwischen begrenzt. Global haben wir zuletzt den stärksten Bewertungsrückgang seit 2011 gesehen, das 12-Monats-Forward-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei rund 14. Das verdeutlicht, wie stark die Kurse eingebrochen sind. Die Bandbreite möglicher positiver und negativer Entwicklungen ist allerdings groß.

Patrick Moonen, Principal Strategist Multi Asset bei NN Investment Partners: „Wir erwarten bei Aktien für 2019 moderate positive Erträge, die von einem leichten globalen Gewinnwachstum getragen werden. Die Konvergenz auf Makroebene und die Normalisierung der Geldpolitik sind dabei zwei wichtige Stichworte. Aufgrund dieser Entwicklungen schichten allmählich in Aktienmärkte außerhalb der USA um und präferieren Finanztitel und zyklische Rohstoffwerte. Angesichts der kurzfristigen politischen Unsicherheiten, die von einer protektionistischen Handelspolitik, dem Brexit und der Politik im Euroraum ausgehen, bleiben wir jedoch vorsichtig.

Politische Risiken werden 2019 von zentraler Bedeutung sein. Als größtes Risiko ist der Handelskonflikt zwischen China und den USA anzusehen, der sich inzwischen auf den Ausblick für die Unternehmen und auf das Vertrauen auswirkt. Bis Ende Februar sollen zunächst keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. Während dieser Pause können die beiden Seiten ihre Verhandlungen fortsetzen. Für das Anlegervertrauen und den Wachstumsausblick wäre es sehr wichtig, dass diese Frage im positiven Sinne gelöst wird.

Gleichzeitig hat die letzte Phase des chaotischen Brexit-Prozesses begonnen. Das von Premierministerin Theresa May ausgehandelte Abkommen wurde vom Parlament mit einer haushohen Mehrheit abgelehnt. Die Regierung hat das nachfolgende Misstrauensvotum zwar überstanden, scheint aber einem Abkommen, das dem Parlament oder den Wählern passt, keinen Schritt näher gekommen zu sein.

Bei diesem Thema sind mehrere mögliche Entwicklungen denkbar, zum Beispiel ein No-deal-Brexit oder ein Widerruf der Austrittserklärung nach Artikel 50 des EU-Vertrags, der den Austritt eines Mitgliedsstaats aus der Europäischen Union regelt. Aber die Uhr tickt. Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, werden Großbritannien und die EU möglicherweise versuchen, einen No-deal-Brexit zu vermeiden und das Austrittsdatum zu verschieben.

Mit Blick auf die Geldpolitik gehen wir davon aus, dass die US-Notenbank weitere Zinserhöhungen für die kommenden fünf bis sechs Monate aussetzt. Insgesamt dürfte sie den Leitzins im Jahresverlauf noch zwei Mal erhöhen, was allerdings von den zugrundeliegenden Daten abhängt. Wir rechnen mit einem leichten Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen und Spreads. Die geringere Differenz zwischen Eigen- und Fremdkapitalkosten und eine höhere Unternehmensverschuldung in der Spätphase des Zyklus könnten das Interesse der Unternehmen an Aktienrückkäufen dämpfen, die 2018 einen großen Teil aller Aktienkäufe ausmachten.“


Über NN Investment Partners

NN Investment Partners (NN IP) ist der Asset Manager der NN Group N.V., einer an der Börse (Euronext Amsterdam) gehandelten Aktiengesellschaft. NN IP hat seinen Hauptsitz in Den Haag, in den Niederlanden und verwaltet insgesamt weltweit 238 Mrd. Euro* (277 Mrd. US-Dollar.*) Assets under Management für institutionelle Kunden und Privatanleger. NN IP beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und ist in 15 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika, Asien und dem Nahen Osten vertreten. NN IP ist Teil der NN Group N.V., einer an der Börse gehandelten Aktiengesellschaft.
*Stand: 30. September 2018

Hoffnung auf Entspannung in Handelsstreit beschert Börsen freundlichen Jahresstart

Neue Hoffnungen auf ein Ende des Handelskriegs zwischen den USA und China haben den Börsen einen guten Start ins neue Jahr beschert. Auslöser waren die jüngsten Gespräche von Vertretern der beiden Länder in Peking. Der US-Leitindex Dow Jones konnte vor diesem Hintergrund bis Freitag knapp drei Prozent zulegen. Auch wichtige europäische Aktienindizes wie der DAX oder der Euro-Stoxx-50 legten zwischen zwei und drei Prozent zu. Noch deutlicher nach oben ging es in Wien, der österreichische Aktienindex ATX hat seit Jahresbeginn schon gut sechs Prozent zugelegt (alle Angaben per 11.1.2019).  Vor allem während der mit Spannung erwarteten Gespräche konnten die Börsen zulegen. Nach Ende der Verhandlungen kamen die Märkte angesichts der noch offenen Differenzen aber wieder etwas ins Stocken.

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Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

Freundlicher Jahresauftakt an den Börsen

In der zweiten Jänner-Woche hatten sich Unterhändler von China und den USA zu Gesprächen in Peking getroffen. Die Verhandlungen über eine Beendigung des Handelskriegs waren ursprünglich auf zwei Tage angesetzt, wurden dann aber überraschend verlängert. An den Märkten wurde das Treffen aufmerksam verfolgt. Es handelte sich dabei um die ersten direkten Gespräche seit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Anfang Dezember eine 90-tägige Pause im Zollstreit vereinbart hatten. Zuvor hatten sich beide Länder noch mit immer neuen Sonderzöllen in Milliardenhöhe überzogen.

Gespräche bringen Fortschritte, viele Differenzen müssen aber noch ausgeräumt werden

Beide Länder berichteten von einem konstruktiven Gesprächsverlauf. Chinas Handelsministerium teilte mit, die Gespräche hätten „das gegenseitige Verständnis vergrößert und eine Grundlage geschaffen, um die Besorgnisse beider Seiten anzusprechen“. Trotz erster Fortschritte ist der Weg zum Ende des Handelskriegs aber noch weit.

China hat laut dem US-Handelsministerium seine Zusagen bekräftigt, „bedeutende Mengen“ an Produkten der USA zu kaufen und mehr Dienstleistungsgeschäfte zuzulassen. Bei den zusätzlichen Importen und einer Öffnung des chinesischen Marktes für US-Kapital gab es laut dem „Wall Street Journal“ auch Fortschritte. Doch blieben weiter Differenzen über Fragen wie den Schutz geistigen Eigentums oder Subventionen für chinesische Unternehmen.

Als Zeichen für Fortschritt wurde gewertet, dass die chinesische Regierung während der Gespräche angekündigt hatte, seinen Markt für weitere genetisch modifizierte Getreidesorten zu öffnen, was die USA seit Jahren gefordert hatten. Die Handelsgespräche hatten zudem den Weg für mögliche weitere Verhandlungen auf höherer Stufe geebnet, zitiert das „Wall Street Journal“ informierte Kreise. Ein möglicher nächster Schritt wäre ein Treffen zwischen dem Chinas Vizepremier Liu He und dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Auch könnte US-Präsident Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit Chinas Vizepräsident Wang Qishan zusammenkommen.

Doch die Zeit drängt. US-Präsident Trump hatte im Dezember zugesagt, seine angekündigte weitere Erhöhung der US-Sonderabgaben auf chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. Dollar vorerst bis 1. März auszusetzen. Gibt es bis dahin keine Einigung, droht aber eine Eskalation, die nicht nur die Wirtschaft in China und den USA, sondern auch einige europäische Länder schwer treffen könnte.

Auch an anderen „Fronten“ sorgt die Politik Trumps weiter für Schlagzeilen. So kam zuletzt Bewegung in den Handelsstreit der USA mit der EU, nachdem ranghohe Vertreter beider Seiten zusammenkamen, um ein gemeinsames Abkommen auszuloten. Gelöst ist der Konflikt um drohende US-Strafzölle auf europäische Autos aber noch nicht. Auch der Streit um die von Trump geplante Grenzmauer zu Mexiko dauert an und verhindert die Verabschiedung eines Haushaltsgesetzes durch den Kongress. Die Folge ist die seit 22. Dezember anhaltende Stilllegung eines Großteils der Bundesbehörden.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Brexit deal defeat triggers huge uncertainty: what next?

Possibility of no deal Brexit is as high as ever, risking a UK recession this year, argue Azad Zangana, Senior European Economist and Strategist, and Remi Olu-Pitan, Multi-asset Fund Manager, both Schroders.

Azad Zangana, Senior European Economist & Strategist, says:

As had been widely expected, parliament has voted against the ratification of the UK’s Withdrawal Agreement with the European Union. Opposition to the agreement was overwhelming, with 432 members of parliament (MPs) voting against, versus 202 for. It is worth noting that 118 Conservative Party MPs voted against their own prime minister (PM), while only four opposition Labour Party members rebelled and backed the deal.

In reaction to the defeat, Prime Minister Theresa May offered parliamentary time to debate whether the government still enjoyed the support of the House of Commons. Labour Party leader Jeremy Corbyn promptly confirmed that his party has tabled a motion of no confidence to the house, and so the debate will commence today (Wednesday 16 January) followed by the vote of no confidence in the government at around 7pm this evening. Assuming MPs vote in line with their parties and the Democratic Unionists Party (DUP) of Northern Ireland backs its coalition partner (as it has suggested), then the government is highly likely to win the vote.

What next?

Assuming the government survives, Theresa May stated that the next step would be to consult cross-party MPs that opposed the deal, to see what changes would be necessary in order to secure their support. The government then plans to put those proposed changes to Brussels in the hope of augmenting the current Withdrawal Agreement.

In order for the EU to be willing to re-open the current agreement, the government must demonstrate that there is sufficient support for the proposed amendments to win a new vote in parliament. Given the multiple issues that parliament is divided on, it seems unlikely that the government can come up with a set of proposals that can change the minds of at least 116 MPs.

If the government persuades parliament to ratify the current or augmented agreement, then the UK will proceed to leave the EU on 29 March, and enter a transition period. During this period, the future relationship including trade, customs arrangements and regulatory alignment should be finalised.

UK recession likely if no deal is reached

In the absence of a deal being ratified, the UK will be leaving the EU without a transition period, and is likely to face significant trade tariffs in accordance with World Trade Organisation (WTO) rules, along with full customs checks, and a number of other important memberships/associations with EU institutions lapsing. Given the fragile state of the UK economy, we would then forecast a recession over 2019.

A delay to Brexit is possible. The UK could request a temporary delay (say three months), but this would require unanimous backing from the 27 EU member states. If the UK has not made progress in securing a majority for a deal, then the EU is unlikely to support a delay without a clear mechanism to break the deadlock in the UK’s parliament. This could come in the form of a second referendum or a general election. As European Parliamentary elections are due in May, the EU is keen not to have the UK’s membership spill over into the new term, unless the UK decides to remain permanently.

If the EU does not grant an extension to the Brexit deadline, then the UK could unilaterally revoke Article 50, only to restart the process again at a later point. This is unlikely and would certainly anger the EU and the public in the UK, especially as it would technically restarts the two-year negotiation process.

High chance of cliff-edge Brexit

In our view, the risk of a “no-deal” or “cliff-edge” Brexit is probably as high as it has ever been. At the same time, the need for a general election or a second referendum to break the deadlock in parliament seems more apparent than ever. Based on the last ten opinion polls of voting intentions, the Conservative Party looks set to retain its position as the single biggest minority party in a general election. However, the Conservatives are projected to lose seats and would therefore need both the DUP and the Liberal Democrats to form a coalition (assuming that both a coalition with Labour and the Scottish National Party is untenable). Moreover, it is worth remembering that opinion polls could shift during a campaign, and we doubt recent events will garner support for the government, even if Theresa May steps down and is replaced by another candidate.

The outlook if a second referendum is called is complicated by the many options possible for such a plebiscite. However, opinion polls that have offered three outcomes: “remain”, “deal” and “no deal” have consistently found that the support for Brexit is split between the latter two, leaving “remain” as the most supported option by a big margin.

Soft Brexit still seems unlikely

We believe that the possibility of a remain result following a second referendum and the prospect of a delay to Brexit have helped boost the pound in recent days against the US dollar and the euro. Markets seem to be pricing in a greater probability of a “soft Brexit”. However, we believe that investors are getting ahead of themselves.

The main uncertainty now is how the Labour party will react if they fail in their bid to trigger a general election. Will Corbyn work constructively with the government to end the deadlock, or will he continue to obstruct the process? The Labour Party’s six tests for Brexit focus on the future relationship, which are irrelevant at this stage of the negotiation. Though not the official position, many in the Labour Party including Shadow Brexit Secretary Keir Starmer and Deputy Leader Tom Watson believe that a second referendum should be the next option.

View from a fund manager

Remi Olu-Pitan, Multi-asset fund manager, says:

You would be forgiven for assuming that financial markets care little for Brexit and the UK political chaos this morning with Asian markets little changed and sterling recovering strongly from yesterday’s close.

This indicates that the defeat came as no surprise and the market expects that the motion of a no confidence vote will fail. The market has moved on to Plan B assigning a much lower probability to a "no deal" outcome. While the plethora of options will keep the pound and UK assets vulnerable to headline risk in both directions, the pound and UK assets are already reflecting a significant Brexit premium.

The immediate reaction by EU member states is critical, support for the PM and scope for concessions and a potential extension of A50 will be supportive for the pound and UK assets

Beyond the near-term volatility, the outlook for UK’s trade relations with the EU remains unclear, this will do nothing to alleviate the risk premium embedded in UK assets.


This article has first been published on schroders.com.

"Unser Basis-Szenario ist nach wie vor ein Deal"

Nachdem die große Mehrheit der Abgeordneten des britischen Unterhauses nur ein “Nein” für die aktuelle Version des Brexit-Deals von Theresa May übrig hatte, steht die Premier-Ministerin deutlich unter Druck. Was Großbritannien in weiten Teilen im besten Fall ratlos zurück lässt, beunruhigt Gordon Brown, Co-Head of Global Portfolios bei der Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset, noch nicht: „Unser Basis-Szenario ist nach wie vor ein Deal, bei dem das Parlament letztendlich den ‚Plan B’ der Regierung unterstützt. In diesem Fall oder wenn es zu einem ‚verlängertem’ Szenario kommen sollte, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen softeren oder späteren Brexit. Entsprechend gering sind dann auch nur noch die Chancen für einen harten ‚No Deal’ Brexit.“

Mit Blick auf die britischen Credit Spreads fährt Brown weiter fort: „UK Credit Spreads sind wieder zurück auf dem Niveau, das sie vor dem Brexit-Referendum in 2016 hatten. Wie auch für das britische Pfund sowie britische Staatsanleihen glauben wir, dass der britische Kreditmarkt positiv reagieren würde, sollte ein harter Brexit vom Tisch fallen. Die Spreads sollten sich dann entsprechend verengen.“

Käme es zu dem von Brown und seinen Kollegen erwarteten Basis-Szenario, sollten britische Werte insgesamt positiv reagieren, schließlich spiegele sich der Großteil der negativen Brexit-Nachrichten bereits in den Bewertungen wider.

Fünf Lehren, die wir aus 2018 ziehen

2018 war für die meisten Anleger schmerzhaft – ein Jahr, aus dem sie gezwungenermaßen (wieder einmal) einige wichtige Lehren ziehen, so Luca Paolini, Chief Strategist von Pictet Asset Management.

2018 gab es kein sicheres Versteck

Diversifizierung war 2018 keine große Hilfe. Die meisten regionalen Aktienmärkte und Branchen, die im MSCI World Index vertreten sind, schrieben am Jahresende rote Zahlen, ebenso wie die Indizes für US-Staatsanleihen und -Unternehmensanleihen. Globalen Staatsanleihen wäre es genauso ergangen, hätte es im Dezember nicht die rasante Rally gegeben. So mussten US-Dollar-Anleger damit klarkommen, dass alle großen Anlageklassen unterirdisch abschnitten – Liquidität in US-Dollar war das erste Mal seit 1986 der beste Gewinnbringer (siehe Abbildung).

EIN HARTES JAHR FÜR ANLEGER

Gesamtrendite % in USD und Lokalwährung

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Pictet Asset Management. Währungseffekt entspricht der Aufwertung der Lokalwährung gegenüber dem US- Dollar. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.2017–31.12.2018.

Ein Risk-Parity-Portfolio – bei dem 75% der Anlagen in globalen Anleihen (JPM Global Government Bonds in Lokalwährung) und der Rest in globalen Aktien (MSCI World) investiert ist – hätte zum Jahresende 1% an Wert verloren. Das ist das erste Mal seit 2008, dass ein solches Portfolio einen Verlust erlitten hat, davor war dies zuletzt 1994 der Fall.

Geldspritzen der Zentralbanken haben großen Einfluss...

Nach jedem Hoch ein Tief? Die quantitative Lockerung durch die weltweiten Zentralbanken hat die Anlagenpreise nach der Finanzkrise nach oben getrieben. Dies führte zu einer Rekord-Hausse bei globalen Aktien. 2018 jedoch sind die großen Notenbanken das erste Mal seit zehn Jahren zu Nettoverkäufern von Finanzanlagen geworden: Sie haben ihre Konjunkturbelebungsmaßnahmen 2018 von 2,6 Bio. US-$ im vergangenen Jahr auf 600 Mrd. US-$ zurückgefahren1.

Unseren Analysen zufolge wirkt sich die Verknappung der Liquidität langsam auf die KGVs aus.

Wir rechnen damit, dass die Überschussliquidität weiter zurückgeht. Das hätte wahrscheinlich zur Folge, dass globale Aktien auf KGV-Basis 10% an Wert verlieren (siehe Abbildung)2.

AKTIEN FOLGEN DER LIQUIDITÄT

G3-Überschussliquidität und nachlaufendes KGV globaler Aktien

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Pictet Asset Management. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 30.04.1982–29.03.2019 (geschätzt).

... ebenso wie die Geopolitik

Politik mag lokal sein, kann aber global ein Beben auslösen 2018 hat uns gezeigt, dass politische Erschütterungen sehr weite Wege zurücklegen können. Eines der populistischen Hauptargumente von Präsident Trump ist, dass die Handelspartner der USA, insbesondere China, unfaire Handelspraktiken betreiben. Er nutzte seine Exekutivbefugnisse, um hohe Zölle aufzuerlegen, und drohte, dass dies erst der Anfang sei. Bislang ist der globale Handel weitgehend verschont geblieben. Hersteller bzw. Verbraucher konnten die Kosten verkraften oder fanden neue Kunden oder neue Lieferanten.

Die große Frage ist aber, wie lange die globale Realwirtschaft noch immun bleiben wird. Die Handelsspannungen haben das Geschäftsklima bereits stark eingetrübt. Nehmen wir die Komponente „Exportaufträge“ des weltweiten Einkaufsmanagerindex. Im Februar erreichte er mit 55,7 Punkten seinen höchsten Stand seit 2011: Die Exportaufträge sind im Oktober auf 50,6 gesunken und liegen gerade noch eben im Wachstumsterritorium – dieser Rückgang dürfte auf die globalen Handelsspannungen zurückzuführen sein (siehe Abbildung).

Hinzu kommt, dass der Handel ein Thema ist, das uns noch lange beschäftigen wird. Das liegt daran, dass dem Streit das Tauziehen zwischen den USA und China um die Weltherrschaft zugrunde liegt, und daran wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern.

EXPORTSORGEN

Globale Konjunktur (PMI) vs. Exportaufträge

PMI Welt basierend auf 34 PMIs für das verarbeitende Gewerbe, BIP-gewichtet. Exportaufträge basierend auf 22 PMIs, BIP-gewichtet. Quelle: Thomson Reuters Datastream. Daten vom 30.11.2018.

Ein stärkerer US-Dollar bedeutet nie Gutes für die Schwellenländer

Auf dem Papier war es um die Schwellenländer Anfang 2018 gut bestellt: starkes Wirtschaftswachstum, niedrige Inflation, Erholung bei den Rohstoffpreisen, attraktive Bewertungen... Aber es lag ein Schatten über dieser heilen Welt – der US-Dollar.

US-DOLLAR FORDERT SEINEN TRIBUT

MSCI EM Total Return in USD im Vergleich zum MSCI World; Handelsgewichteter USD Fed

Umbasiert zum 01.01.2018. Quelle: Thomson Reuters Datastream. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 29.12.2017–30.11.2018.

Die US-Währung legte um 8% gegenüber einem handelsgewichteten Währungskorb zu. Für die Schwellenländer war das ein harter Schlag und ließ Ängste vor höheren Kosten für die USD-Schuldenfinanzierung und steigende Preise für ausländische Waren aufkommen. Infolgedessen lagen die Gesamtrenditen von Schwellenländeraktien in US-Dollar um etwa 7% hinter der globalen Benchmark zurück (siehe Abbildung).

Für 2019 gibt es Hinweise darauf, dass der US-Dollar seinen Kurs ändert, wenn sich das US-Wachstum verlangsamt, die Straffung durch die US-Notenbank an Dynamik verliert und der Effekt der Konjunkturbelebungsmaßnahmen nachlässt. Gegenwind geht auch von den hohen Bewertungen und der euphorischen Stimmung aus. Egal, aus welcher Richtung der Wind bläst, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Renditen von Schwellenländeranlagen weiterhin eng an die Entwicklung des US-Dollars gekoppelt sind.

Europa ist immer für eine Enttäuschung gut

Die Schwellenländer waren nicht die einzige Region, die enttäuschte. Die schwache Performance europäischer Aktien – die über den Januar hinaus anhielt – hat gezeigt, dass die Probleme in der Region noch lange nicht Geschichte sind. Das größte Sorgenkind war Italien, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Die italienische Regierung geriet über die Pläne für ein höheres Staatsdefizit mit Brüssel aneinander und die Wirtschaft des Landes stagnierte. Dadurch wurde das Wachstum in der gesamten Eurozone belastet. Der Renditeabstand zwischen 10-jährigen italienischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen vergrößerte sich im Herbst auf über 300 Basispunkte – der höchste Stand seit Juli 2013. Das wiederum belastete europäische Aktien (siehe Abbildung). Sowohl in Lokalwährung als auch in US-Dollar verzeichneten europäische Aktien im Dezember ein Allzeittief gegenüber US-Aktien.

AKTIEN IM RENDITETIEF

MSCI EMU Total Return in Lokalwährung im Vergleich zum MSCI World; Renditeabstand zwischen 10-jährigen italienischen BTP und deutschen Bundesanleihen, Basispunkte

Quelle: Thomson Reuters Datastream. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.2018–30.11.2018.


1) Die von den Notenbanken neu zur Verfügung gestellte Liquidität wird berechnet anhand der in den letzten sechs Monaten bereitgestellten Nettoliquidität, gemessen als prozentualer Anteil am nominalen BIP unter Verwendung von BIP-Gewichtungen basierend auf dem aktuellen USD-Kurs.
2) Die Überschussliquidität wird gemessen als Wachstum der weit abgegrenzten Geldmenge minus Wert der inländischen Industrieproduktion (Erzeugerpreis-Volumenindex) (BIP-gewichtet) in den letzten sechs Monaten.

Über den Autor

Luca Paolini kam 2012 als Chefstratege zu Pictet Asset Management. Davor arbeitete er als Aktienstratege bei Credit Suisse Securities, wo er für die Vermögens-, Sektor- und geografische Allokation verantwortlich war. Von 2005 bis 2007 war er bei Union Investment als Anlagestratege tätig. Luca Paolini begann seine Karriere 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Bereich Asset-Allokation und Anlagestrategie wurde er zum Prokurist befördert. Luca Paolini hat einen Master in Volks- und Betriebswirtschaft von der SDA Bocconi School of Management in Mailand und ein Laurea Magistrale in Politikwissenschaften von der Universität Bologna.

Über Pictet Asset Management 

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Nach dem BREXIT-Votum: 4 Szenarien für das Britische Pfund

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM.

Das britische Unterhaus (House of Commons) hat am Dienstag den zwischen der britischen Regierung und der EU ausverhandelten Austrittsvertrag mit 432 zu 202 Stimmen deutlich abgelehnt. Mit dieser gewaltigen Niederlage hat es Theresa May zweieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum nicht geschafft einen Konsens im Parlament zu finden. Dieses Ergebnis war allgemein erwartet worden. Es ist wenig Zeit für weitere Verhandlungen. Die chaotischen Zustände werden verlängert.

Für die weitere Entwicklung besteht eine erhebliche Unsicherheit. Grundsätzlich gibt es 4 mögliche Entwicklungen:

Der Euro hat in den letzten 5 Jahren im Vergleich zum Britischen Pfund klar zugelegt.

1. Ein„harter“ BREXIT

Beziehungsweise ein Austritt des Vereinigten Königreichs ohne Austrittsvertrag. Premierministerin May (sollte sie das gegen sie eingeforderte Misstrauensvotum heute Abend bestehen) hat nun bis kommenden Montag Zeit um einen alternativen Plan dem Parlament vorzulegen. Das ist wenig realistisch. Resolutionen für eine Veränderung des Austrittsvertrages werden wahrscheinlich verabschiedet werden. Es wird jedoch schwer sein einen Konsens im Parlament zu finden. Selbst wenn im Parlament eine Mehrheit für eine Position gefunden wird, muss diese noch mit der EU ausverhandelt werden. Dafür bleibt nicht mehr viel Zeit. Schlussendlich akzeptieren die Abgeordneten den „harten“ Brexit. Dieses Umfeld ist negativ für das Britische Pfund.

2. Ansuchen um eine Verlängerung für den Stichtag (29. März).

Das ist möglich, allerdings müssten die anderen 27 EU Staaten zustimmen. Der verlängerte Stichtag würde wahrscheinlich vor den EU-Parlamentswahlen liegen, die am 23 Mai beginnen.  In diesem Szenario ist viel möglich: So könnten ein neuerliches Referendum über den Ausstieg des UK von der EU oder Neuwahlen stattfinden. Daraus resultieren zwei Entwicklungspfade: Entweder kein Brexit (siehe Punkt 4) oder abermals zähe Verhandlungen mit einem nicht vorhersagbaren Ausgang zwischen der Regierung und dem Parlament sowie der EU. Der Ausblick für das Britische Umfeld bleibt sehr unsicher. Natürlich könnte letztendlich ein Kompromiss zwischen dem UK und dem Parlament gefunden (siehe den nächsten Punkt) werden.

3. „Geordneter“ Brexit beziehungsweise ein Austritt des UK mit einem Austrittsvertrag.

Entweder der bestehende Austrittsvertrag wird doch akzeptiert, oder im Parlament werden Abänderungen verabschiedet, die die EU akzeptiert. Die Verhandlungen über die zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU können beginnen. So könnte zum Beispiel das UK doch in der Zollunion bleiben oder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) beitreten. Das würde einen „soften“ Brexit darstellen. Oder die Übergangsperiode nach dem Brexit könnte auf einen langen Zeitraum ausgedehnt werden. Dieses Szenario ist günstig für das Britische Pfund.

4. Kein Brexit beziehungsweise Rückzug vom Austrittsprozess nach Artikel 50.

Ob es für dieses Szenario vor einem neuen Referendum oder vor Neuwahlen eine Mehrheit im Parlament geben wird, ist fraglich. Das Parlament könnte jedoch ein Gesetz verabschieden, wonach das UK in der EU bleiben soll, wenn kein Kompromiss zwischen der EU und dem UK gefunden wird. Die gesetzliche „Voreinstellung“ wird von „harter Brexit auf „kein Brexit“ verändert. Dieses Szenario ist sehr positiv für das Britische Pfund.

FAZIT

Die Liste an Fehleinschätzungen wird länger (David Cameron über den Ausgang des Brexit-Referendums, Theresa May mit der Drohung eines „harten“ Brexit). Somit bleibt nur noch die Hoffnung, dass die rationalen Argumente überwiegen und zumindest ein Austritt ohne Austrittsvertrag vermieden wird.


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Verantwortungsvolles Investieren als Kern-Merkmal unserer ETFs

Durch ein aktives Mitwirken an Unternehmen, in die sie investieren, und die Meidung solcher, die den Mindeststandards nicht entsprechen, könnten ETF-Anleger von einem neuen Ansatz profitieren, erklärt Chad Rakvin Global, Head of Index Funds bei Legal & General Investment Management.

Wie wäre es denn, wenn ein ETF einen Zugang zum Markt geben könnte, ohne dass in Aktien investiert wird, die für verantwortlich investierende Anleger einfach nicht in Frage kommen, und ohne etwas von dem Risiko-Rendite-Profil des jeweiligen Index abweichen zu müssen?

Unser Research deutet darauf hin, dass genau das möglich ist. Ferner lässt der langfristige, globale Trend zur Anlage in Indexstrategien vermuten, dass solche Produkte wichtiger denn je sind.

Eine neue Ära für ETFs

Das in „passiven“ Anlagestrategien verwaltete Vermögen dürfte laut PwC von 14 Billionen US$ weltweit im Jahre 2016 auf sagenhafte 37 Billionen US$ bis 2025 ansteigen.1 Das wäre fast die Hälfte des Volumens der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr.2

Unseres Erachtens wird ein Großteil dieses Wachstums ETFs zu verdanken sein, die sowohl die Bausteine für Kernallokationen als auch Zugang zu Anlagethemen wie Robotik oder Rohstoffe bieten können und es den Anlegern zugleich ermöglichen, die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Mit viel verwaltetem Vermögen geht auch viel Verantwortung einher. Unseres Erachtens obliegt es den Vermögensverwaltern, die Standards der Unternehmen und Märkte, in die sie investieren, durch aktive Mitwirkung anzuheben – unabhängig von den Anlagestrategien, die sie verfolgen.

Außerdem glauben wir, dass Anleger Zugang zu Indexanbietern erhalten sollten, die bestimmte Unternehmen, bei denen die globalen Mindeststandards der Geschäftspraxis nicht eingehalten werden, bei ihren Verfahrensweisen zur Indexkonstruktion ausschließen. Damit können Endanleger vor tiefgreifenden Umwelt-, Gesellschafts- und Governance-Problemen sowie damit einhergehenden potenziellen zukünftigen Anlagerisiken in Schutz genommen werden.

Welche Unternehmen scheiden aus?

Es gibt drei Arten von Unternehmen, von denen sich unserer Meinung nach verantwortungsvolle Anleger fernhalten sollten:

Diese Unternehmen machen die Future World Protection Liste von LGIM aus, die alle sechs Monate aktualisiert wird. Die Methodik wird formell auf Jahresbasis von unserem branchenführenden Team für Corporate Governance, das einen proaktiven Ansatz gegenüber dem sich laufend ändernden Anlageumfeld verfolgt, überprüft.

Wir schließen diese Unternehmen für unsere Core-ETF-Reihe und Future World-Fonds aus, unter anderem indem wir helfen, Marktindizes mitzugestalten. Zugleich ermutigen wir große Indexanbieter, mit ihren eigenen Prozessen zur Indexkonstruktion ähnlich zu verfahren, damit ein derartiger Ansatz auch für unsere anderen Tracker-Fonds gilt und den Anlegern anderswo zugutekommt.

Das Konzept entscheidet

Es gibt klare Vorteile, die dafür sprechen, nicht in diese Aktien zu investieren. Es geht um die Vermeidung von Risiken durch Unternehmen, die unserer Welt schaden. Außerdem besteht sogar die Möglichkeit höherer Erträge. Aber könnte sich ein solcher Ansatz auf die Performance und Volatilität negativ auswirken?

Unsere Analysen widersprechen dieser Sichtweise. Mittels Backtesting verglichen wir hierzu die Merkmale von zwei globalen Aktienindizes der Industrieländer, die in jeder Hinsicht gleich sind. Einer berücksichtigt die Future World Protection Liste und der andere nicht.

Wir fanden heraus, dass der Index, in dem die Liste berücksichtigt wurde, fast genau die gleiche Volatilität aufwies und im Zeitraum ab Juni 2012 fast genau die gleiche Performance lieferte wie der Schwesterindex, zu dem er ferner stark korreliert war.

Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Merkmale auch in Zukunft über einen längeren Zeitraum so ähnlich bleiben werden, insbesondere wenn eine große Aktie auf die Liste gesetzt würde. Trotzdem sollte diese Analyse die Anleger dahingehend zuversichtlich stimmen, dass die Meidung solcher Unternehmen nicht unbedingt zu einem Verlust an Performance oder einem Anstieg der Volatilität führen muss.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten indes darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit Unternehmen die Anlagerenditen steigern kann und im Durchschnitt eine Outperformance der derart angesprochenen Unternehmen generiert.4 Die Sammlung von handfesten, empirischen Daten zu diesem Bereich steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

Verantwortung ernst nehmen

Wir sind davon überzeugt, dass Fondsgesellschaften durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen echte, positive Veränderungen bewirken und damit eine aktive Eigenverantwortung unter Beweis stellen können. Dies kann den langfristigen Erfolg auf eine Weise fördern, dass die Anleger – die letztlich als Kapitalgeber fungieren – und die Wirtschaft als Ganzes davon profitiert.

Wir bei LGIM nehmen unsere Verantwortung als eine der weltweit größten Fondsgesellschaften sehr ernst. Dies spiegelt sich in folgenden Aktivitäten wider:

  • Zusammenarbeit mit Unternehmen
  • Weltweite Ausübung unserer Stimmrechte, mit einer konsistenten Stimme über ETFs, aktive Fonds und Indexfonds honweg
  • Umgang mit systemischen Risiken und Chancen
  • Einflussnahme auf Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger
  • Zusammenarbeit mit anderen Anlegern und Stakeholdern

Anleger, die Anteile unserer ETFs halten, sind daher in der Lage, von dem Umfang unseres gesamten Angebots in Bezug auf einige der drängendsten Themen unserer Zeit – wie Klimawandel, Vielfalt am Arbeitsplatz und Einkommensungleichheit – zu profitieren.

Unser auf Corporate Governance spezialisiertes Team, das diese Aktivitaeten bündelt, arbeitet unabhängig vom operativen Geschäft und berichtet direkt an den Vorstand von LGIM. Damit soll sichergestellt werden, dass potenzielle Interessenkonflikte bei Anlagen minimiert werden und wir stets darauf achten, das beste Ergebnis für unsere Kunden zu erzielen.

Unsere Verantwortung gegenüber den Anlegern

Für uns erstreckt sich Verantwortung auch auf den Umgang mit unseren Kunden. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur auf das Preis-Leistungs-Verhältniskonzentrieren, sondern auch Core ETFs konzipieren, um Anleger durch eine durchdachte Struktur vor potenziellen Verlusten aufgrund von Indexereignissen wie Neugewichtungen zu schützen. Diese Struktur soll überlaufene Segmente vermeiden, was in einer anderen Veröffentlichung ausführlich diskutiert wird.

Mit der Future World Protection Liste und unserem Ansatz in Bezug auf aktiven Aktionärtums können wir somit die Grundsätze verantwortungsvoller Kapitalanlagen in unseren Core ETFs berücksichtigen. Wir glauben, dass wir damit Anlegern in einem zunehmend überlaufenen Markt – in dem häufig der Preis vor allen anderen Aspekten im Vordergrund steht – etwas ganz Neues bieten können.

Weitere Informationen, im speziellen zum UN Global Compact, finden Sie links im PDF.


1) PwC, Asset & Wealth Management Revolution: Embracing Exponential Change, 2017
2) Laut Angaben der Weltbank belief sich das globale BIP im Jahr 2017 auf 80,7 Billionen US$
3) Die Indizes sind: Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap USD und Solactive Core Developed Markets Large & Mid Cap USD Index.
4) Elroy Dimson, Ouzhan Karaka, Xi Li, Active Ownership, Review of Financial Studies, 2015.

Chad Rakvin ist Global Head of Index Funds bei LGIM und hat diese Position seit September 2015 inne. Rakvin stieß im Jahr 2013 als Head of US Index Funds zu LGIMA. Davor war er Global Equity Index Director bei Northern Trust.

Invasion der Roboter?

Stellen Sie sich vor, 80 % aller heutigen Arbeitsplätze würden mit Robotern besetzt! Nicht gleich morgen früh, aber sagen wir im Laufe der kommenden 50 Jahre. Schlaraffenland oder Albtraum? Da unsere moderne Gesellschaft überwiegend durch Steuern und Sozialabgaben auf Arbeitsplätze finanziert wird und keines der heutigen sozialen Sicherungssysteme eine solche Situation bew ältigen könnte, liegt die Antwort „Albtraum“ nahe. Aber stimmt sie auch?

Den vollständigen infoletter der Raiffeisen Capital Management zum Investieren in Megatrends finden Sie links als PDF.

Albtraum oder Segen?

Blicken wir zurück. Vor rund 100 Jahren arbeiteten 75 von 100 Erwerbstätigen der westlichen Welt in der Landwirtschaft. Heute sind es gerade einmal drei. Aber nicht nur relativ, sondern auch absolut arbeiten heute weitaus weniger Menschen in diesem Sektor als früher. Dennoch gelingt es, wesentlich mehr Menschen zu ernähren und es sind anderswo erheblich mehr neue Arbeitsplätze entstanden als insgesamt verloren gegangen sind.

Aber wird das auch gelten, wenn Roboter demnächst in großem Stil in unser aller Leben treten? Es gibt Studien, die vorhersagen, dass dadurch tatsächlich sogar mehr neue Arbeitsplätze entstehen als wegfallen werden. Andere Zukunftsforscher prognostizieren genau das Gegenteil. Sie sehen den Sozialstaat und die Gesellschaft grundlegend gefährdet.

Doch es sind noch viele weitere Fragen völlig ungeklärt. Werden Roboter eines Tages auch so etwas wie eigene Emotionen und Persönlichkeiten entwickeln können? Sollten sie (spätestens dann) auch gesetzlich verankerte Rechte bekommen? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn Roboter etwa gegen Gesetze verstoßen oder Fehler machen? Schaufelt sich die Menschheit mit der Entwicklung intelligenter, weitgehend autonom agierender Roboter gar ihr eigenes Grab? Kann man solchen selbstlernenden Robotern ethische Richtlinien einprogrammieren und wie lange werden sie sich daran halten? Fragen über Fragen.

Neuer Produktivitätsschub

Was jedoch weitgehend gesichert sein dürfte, sind anhaltende, deutliche Zuwächse in der Produktivität und ein gewaltig expandierender Anwendungsbereich. Ebenso wird die Arbeitswelt in vielen Bereichen dank des Einsatzes von Robotern körperlich weniger anstrengend und weniger gesundheitsgefährdend werden. Anders als reine Maschinen können sich Roboter auf ihre Umwelt einstellen, sich in ihr mehr oder minder selbständig bewegen und mit ihr und untereinander kommunizieren. Sie agieren zunehmend wie Menschen, nur mit viel geringeren physischen Einschränkungen. Sie werden nie krank, demotiviert oder mental ausgelaugt. Roboter werden in den kommenden Jahren sehr viele, wenn nicht alle Bereiche unseres Alltagslebens erobern.

Warum gerade jetzt?

Das haben Sie alles auch schon vor 20 oder 30 Jahren gehört? Und werden nicht in einigen Bereichen sogar inzwischen wieder Menschen statt Roboter eingesetzt, beispielsweise ausgerechnet beim Automatisierungspionier Toyota? Beides richtig! Dennoch hat es inzwischen so gewaltige Fortschritte bei Chiptechnologie, Sensorik, künstlicher Intelligenz und Batterien gegeben, dass beim Robotereinsatz jetzt ein Quantensprung ins Haus steht. Bislang waren sie vor allem in der industriellen Fertigung vertreten. Nun erobern Roboter in großem Stil den Dienstleistungsbereich, beispielsweise Versandhandel, Logistik, Medizin, Pflege, bis hin zur Gastronomie. Dabei unterstützen sie bislang vor allem menschliche Arbeitskräfte, sie ersetzen sie (noch) nicht. Mit wachsender technologischer Vervollkommnung ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Roboter in der Lage sein werden, etliche menschliche Berufsfelder auch komplett zu übernehmen. Mit weiteren Fortschritten bei der künstlichen Intelligenz werden sie schon bald echte Unterhaltungen führen und selbständig Entscheidungen treffen können. Auch in den Privathaushalten ist der Robotik-Trend angekommen. Staubsaugen oder Rasenmähen sind erst der Anfang.

Kurzum: Durch weitere Fortschritte bei Chips, Batterien und künstlicher Intelligenz werden sich die Einsatzgebiete von Robotern nahezu täglich erweitern. Kein Wunder, dass jahrzehntelanges Wachstums für diesen Bereich erwartet wird und dass dieser deshalb auch zu den aussichtsreichsten Megatrends aus Investorensicht zählt.

Robotik – ein wahrhaft gewaltiger Megatrend!

Wie nutzen wir den Robotik-Megatrend im Aktienfonds? Wir haben den Markt derzeit in vier Segmente geteilt, wobei wir aus ethischen Gründen nicht in den Militärbereich investieren.

  • Industrie: Roboter arbeiten schneller, länger und härter in der Produktion als Menschen.
  • Kommerziell: beispielsweise Medizin (Pflege, Reha, Operationen), vorbereitende Fertigung, Landwirtschaft, Logistik, Hoch- und Tiefbau etc.
  • Privat: beispielsweise im Entertainment, Rasen- und Staubsaugroboter, Bildung, Sprachassistenz
  • (Militär: Entminungsroboter, Kampfroboter, Drohnen etc. sind aus ethischen Gründen nicht im Fonds enthalten)

Die rasante technologische Entwicklung von Robotern steht und fällt inzwischen mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Deshalb investieren wir auch in Unternehmen, die auf diesem Gebiet führend sind. Allgemein gesprochen geht es dabei um selbstlernende Roboter. Dieser Bereich steckt aber noch in den Kinderschuhen. Er bietet gewaltiges, kaum absehbares Potenzial, wird jedoch angesichts der ihm innewohnenden Risiken sehr kontroversiell diskutiert.

Ebenso interessieren wir uns für Unternehmen, die die notwendigen technologischen Grundvoraussetzungen schaffen. Beispielsweise Chiphersteller oder Anbieter für Netzwerklösungen, die den Robotern eine Kommunikation untereinander erlauben sowie Zulieferer von kritischen Komponenten.

Fazit

Roboter sind ein echter Megatrend, der unser gesamtes Leben nachhaltig verändern wird. Wir glauben, dass ihr Einsatz in der Industrie weiter zunehmen und sich zugleich vor allem auf viele neue Bereiche ausweiten wird. Deswegen beobachten wir die Entwicklungen entsprechend intensiv, um neue Chancen zu entdecken, aber auch mögliche Bedrohungen für bislang erfolgreiche Unternehmen zu erkennen. Denn den überdurchschnittlichen Ertragschancen, die mit dieser technologischen Großoffensive verbunden sind, stehen selbstverständlich auch höhere Risiken gegenüber.

Why we see income opportunities emerging in Asian corporate bonds

Market turbulence has produced attractive income opportunities in Asian corporate bonds against a still positive economic backdrop in the region, explains James Molony, Investment Writer at Schroders.

Noise around US-China trade tensions and the moderation of growth in China are among the factors that have caused broad declines in financial asset prices. Asia has come in for harsh treatment with declines in regional equity markets leaving them close to bear market territory, while a number of currencies in the region have been pummelled.

Asian US dollar (USD) denominated corporate bond markets too have felt the hit. This has resulted in one of the most enticing entry points to the market for several years. USD denominated bond yields have reached attractive levels both relative to other markets and particularly in the context of the overall credit quality of the region, both at a country and company level.

The ultra-low rates pervading markets over recent years have often pushed investors to take more risk in order to earn income. Asian USD denominated credit, however, potentially offers the opportunity to access good yield without taking on excessive risk. 

Additionally, the region displays broadly positive economic fundamentals. China’s ongoing growth moderation can often dominate headlines, but Asia as a whole remains one of the highest growth regions in the world, and most of the countries have solid, even enviable public finances.  

Positive valuations

Taking a simple look at valuations, Asian investment grade (IG) corporate bonds in aggregate offer better credit spreads than either US IG or euro IG. As at the end of the 31 December 2018, the spread (the difference between yields of two different bonds or bond markets of similar maturity) on the Asia IG Index was 183 basis points (bps), with duration of 4.8 years. This compared to a spread of 159bps and duration of 6.9 years for the US IG market.

Manu George, senior investment director, Asian fixed income, said: “Given that Asia and US dollar IG have the same average credit rating, these discrepancies in yield, spread and interest rate risk would appear to reflect a degree of mispricing in the market.”

Duration reflects a bond’s sensitivity to changes in interest rates or yields. The level of duration is effectively the percentage change, up or down, in the price of a bond per 1% move in the yield, with prices and yields moving inversely of one another.

Investors can earn greater yield on EM IG corporates, taken as a whole, but for with higher interest rate risk. The average rating on EM credit is below that of Asian credit. A lower rating reflects lower overall fundamental quality and implies a higher risk of default.

These price discrepancies are also pronounced in the high yield (HY) market where Asia yields over 10% (US dollar terms), a spread of 759bps, while US dollar HY, which has the same average credit rating, yields 7.9% for a spread of 533bps. By the same measures, Asian HY is also more attractively valued than EM HY, which yields 8.1%, with a spread of 546bps and 2.1 years duration, though with a similar composite credit rating.

Asian investment grade credit fundamentals continue to improve even through all the noise around the Sino-US trade war with leverage levels in a stronger place than US and euro credit. This should insulate the Asian high grade universe from future shocks and volatile macroeconomic conditions.

Another attractive aspect is the yield on offer on shorter-dated Asian bonds, underlining the relatively low-risk nature of the opportunity. Shorter-dated bonds are seen as lower risk as investing money for a shorter period of time gives the investor greater visibility over the prospect of being repaid and the probability of an unforeseen negative event is reduced.

Asia macro story remains solid

The average credit quality in the Asian bond universe is typically higher than the other EM regions – Asian countries are overall solidly IG-rated by most of the ratings agencies. This is largely because Asian governments have managed their finances in a more prudent fashion following the Asian financial crisis of 1998. As a rule, Asian countries have healthy foreign exchange reserves, policy-makers have tended to try and support economic growth historically and corporate and consumer default rates have tended to be lower than other EM regions.

Given all that, the IG ratings look justified. This means the ratings agencies see lower default risk than in other regions and investors are less likely to suffer capital loss versus investments in other regions which are all mostly non-IG.

Even with the impact of trade tariffs, the Asian region is expected to grow at a faster pace than the rest of the world. However, the growth rate is likely to be slower than 2016 and 2017. This can benefit bond markets as slower growth reduces the need for interest rates to rise, certainly compared to other parts of EM, so investors in Asian credit should remain relatively well insulated from capital losses resulting from market movements.

Risks: Moderating Chinese economy, trade wars, China real estate and default rates

The key headline risks for Asia are signs of slowdown in China and potential for an escalation of trade tensions between China and the US. October brought the news of a larger-than-expected moderation in Chinese GDP growth in the third quarter, to 6.5% from 6.7%. Given that this does not reflect the impact of trade tariffs, which were largely implemented in late-September, there are concerns of further slowing.

A key part of the story and another headline risk is the Chinese real estate sector, which is a substantial component of the Asian corporate bond market, particularly in high yield, and contains some of the most conspicuously low valuations.

With concerns over a slowing housing market and higher levels of debt amongst leveraged Chinese real estate companies, the Chinese authorities have been targeting a moderation in property prices, particularly in the residential market, since 2016.  These efforts seem to have had the effect the authorities wanted. The third quarter data showed a slowdown in mortgage lending, land sales and real estate investment and we are now seeing weaker real estate companies experiencing credit stress.

Overall, a moderate supportive policy response from the central bank seems quite likely, while a moderation in growth is less of a concern for bond investors.

“Default rates in Asia have increased slightly, from a low level, and remain below the global average,” said George. “We expect a moderate increase in 2019, but certainly not enough to justify the current valuation levels.”


This article has first been published on schroders.com.

Active fund managers showed a weak performance in 2018

Over a 12-month-rolling period (i.e. in 2018), only 23% of Europe managers and 25% of US managers as well as 21% of emerging markets managers outperformed their benchmarks net of fees. The underperformance of small caps in a declining market did hurt most managers in 2018 as a majority had an overweight in this market cap cluster.

In December, the performance of active managers in all regions was also behind benchmark. Only 30% of Europe managers and 37% of emerging market managers outperformed their respective indices net of fees. The picture in the US was somewhat better; 47% of the managers could beat their indices net of fees. In December, large caps continued to outperform small caps and once again contributed to a weak performance of active managers. Sector-wise, utilities showed a very good performance in a difficult environment. The fact that most managers had an underweight in this sector also added to the poor results.

Please find the full fundinfo Research News - January 2019 edition including a summary of manager meetings attached on the left.

10 Thesen für das Jahr 2019

Zu Jahresbeginn 2019 ist die Stimmung der Investoren getrübt. Die Marktpreise reflektieren bereits den Übergang von der aktuellen Wirtschaftszyklusphase „Abschwung“ zu einer Rezession. Ist die Furcht vor einer Rezession übertrieben?

Hier die 10 Thesen von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste AM, für die Entwicklung der Finanzmärkte im Jahr 2019:

Abschwächung, aber keine Rezession

Das reale globale Wirtschaftswachstum schwächt sich auf globaler Ebene seit einigen Quartalen ab. Mittlerweile ist die negative Produktionslücke verschwunden. Die Arbeitslosenraten sind bereits niedrig. Allein das impliziert ein Abschwächung von einem überdurchschnittlichen Wachstum auf ein Trendwachstum (genauer: von über dem Potenzial in Richtung Potenzial). Neben den marktbasierten Frühindikatoren deuten auch die umfragebasierten Indikatoren (Einkaufsmanagerindizes) und die „realen“ Indikatoren (Industrieproduktion) auf eine Fortsetzung der Verlangsamung des Wachstums hin.

Der Rückgang des Wachstums in den USA stellt eine Normalisierung nach sehr kräftigen Quartalen im vergangenen Jahr dar – verursacht durch einen fiskalischen Stimulus (massive Defizitausweitung). Zudem haben die Leitzinsanhebungen der US-Zentralbank die zinssensitiven Sektoren beeinträchtigt. In China führte die Eindämmung des Schattenbankensystems zu einer Verknappung der Liquidität und einer Abschwächung des Wachstums. Letzteres ist der wichtigste Grund für die schwache Entwicklung des Gütersektors auf globaler Ebene (Exporte, Produktion, Investitionen). Eine technische Rezession, definiert als eine Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts zwei Quartale in Folge, ist in einigen Ländern denkbar (z.B. in Deutschland im 2. Halbjahr 2018). Auf globaler Ebene erwarten wir jedoch „lediglich“ eine Fortsetzung der Abschwächung. Die wichtigste Annahme dabei: in China erfolgt ein ausreichend kräftiger positiver Stimulus, um das Wachstum zu stabilisieren.

Niedrige Konsumentenpreisinflation

Die Inflation bleibt in den entwickelten Volkswirtschaften niedrig. Die wirtschaftliche Boom-Phase hat nicht lange genug gedauert, um einen nachhaltigen Aufwärtsdruck auf die Konsumentenpreisinflation auszuüben. Das Positive daran: Es fällt einer Zentralbank leichter unterstützende Maßnahmen zu setzen. Das ist zuletzt in den USA geschehen. Dort hat die Zentralbank den Zinsanhebungszyklus angehalten.

Lohninflation

Die Arbeitslosenraten sind in vielen Ländern auf einem niedrigen Niveau angelangt. Wir sehen ein beschleunigtes Wachstum der Lohnkosten. Gleichzeitig verliert das Wirtschaftswachstum an Fahrt. Das hohe Wachstum der Unternehmensgewinne kommt unter Druck.

Niedrige Leitzinsen

In zahlreichen Ländern sind die um die Inflation bereinigten Leitzinsen negativ. Selbst in den USA, wo es bereits einige Zinsanhebungen gegeben hat, sind die Leitzinsen nach Abzug der Teuerung nur leicht positiv. Die realen Leitzinsen werden in diesem Jahr niedrig bleiben. Allerdings: Wenn die Annahme für die USA stimmt, dass die Rezessionsängste übertrieben sind, wird die US-Zentralbank im 2. Halbjahr den Leitzinssatz anheben. Auch die Reduktion der Geldmenge (M0) wird in den USA weitergehen. Lediglich die Zentralbank in China (PBoC) wird weiterhin Lockerungsmaßnahmen setzen.

Unterstützende Fiskalpolitiken

Die Fiskalpolitiken wirken mild expansiv auf das weltweite Wirtschaftswachstum. Der Stimulus kommt (nach wie vor) aus den USA und (zunehmend) aus China. Aber auch in Italien und Frankreich findet eine Ausweitung der Budgetdefizite statt.

Restriktives Kreditumfeld

Das Kreditumfeld übt einen dämpfenden Einfluss auf das Wirtschaftswachstum aus. Generell verschärfen in den Emerging Markets Volkswirtschaften die Banken die Vergaberichtlinien für Kredite. Das Kreditwachstum wird daher fallen. Besonders relevant ist der negative Kreditimpuls in China (fallendes Kreditwachstum). Der Grund ist die Ausrichtung der Politik auf die Reduktion des Schattenbankensystems. Die chinesische Wirtschaftspolitik versucht die Abschwächung zu dämpfen, indem sie den Banken mehr und billigere Liquidität zur Verfügung stellt. Auch in der Eurozone und in den USA ist der Kreditimpuls leicht negativ.

Populismus

Die populistische Bewegung bleibt auf globaler Ebene relevant. In diesem Jahr werden unter anderem die EU-Parlamentswahlen ein Gradmesser dafür sein. Der plausibelste Grund für die Anti-Establishment Haltung ist die andauernde Stagnation der Realeinkommen in zahlreichen Ländern. Das hat Implikationen:

  • Verschlechterung der Qualität der Staatsführung. Die Entscheidungsfindung ist zäh und schwer prognostizierbar (Regierungsstillstand in den USA, Chaos im britischen Parlament über den Austritt aus der EU).
  • Stillstand bzw. Rückbau der Globalisierung. Der Welthandel und internationale Organisationen (WTO, EU) sind unter Druck.
  • Politik ist auf höheren Lohnanteil vom BIP ausgerichtet (Italien).
  • Strukturreformen finden nicht bzw. nur eingeschränkt statt (Italien, Frankreich, Eurozone). Die Aussichten auf eine weitere Vergemeinschaftung in der Eurozone und eine höhere Produktivität in Italien sind gering. In Brasilien hat der neue Präsident Jair Bolsonaro Hoffnungen auf wirtschaftsliberale Reformen geweckt. Ob diese tatsächlich im zersplitterten Parlament verabschiedet werden, ist unsicher.

Rivalität USA – China

Auf der geopolitischen Ebene wird die andauernde Rivalität zwischen den USA und China dominieren. Auch wenn es zu einer (vorläufigen) Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommen sollte, wird der strukturelle Trend von einer uni- zu einer multipolaren Welt weitergehen. Damit wird es weiterhin Konflikte auf einer breiteren Ebene geben (Technologiesektor, Export- und Investitionsbeschränkungen).

Geringer Spielraum

Zahlreiche strukturelle Probleme werden einen unmittelbaren Einfluss auf die Märkte haben. Der Spielraum für die Wirtschaftspolitik ist eingeschränkt. Eine durchschnittliche Rezession hätte damit größere negative Auswirkungen als früher.

  • Der aktuelle Leitzinssatz ist in wichtigen Ländern nicht weit von der effektiven Zinsuntergrenze und dem neutralen Zinssatz entfernt. Die Europäische Zentralbank kann die Leitzinsen bei einer Rezession nicht mehr senken. Auch bei einer Stabilisierung des Wachstums auf einem niedrigen Niveau wird es der EZB schwer fallen, die Leitzinsen anzuheben. Die US-Zentralbank stößt bereits bei einem Leitzinsband von 2,25 – 2,5 Prozent an jenes Zinsniveau an, das weder unterstützend noch restriktiv auf die Volkswirtschaft wirkt.
  • Die Staatsschuldenquoten (Italien) und die Neuverschuldung (USA) sind bereits sehr hoch.
  • In China behindert die hohe Verschuldung im privaten Sektor einen weiteren positiven Kreditstimulus.

Suche nach einem „fairen“ Kurs

Das Investmentregime ist auf der Suche nach dem fundamental gerechtfertigten Wertpapierkurs ausgerichtet (Value-Strategie) – im Unterschied zu „Carry“, „Trend“ und „Spekulation“.

Zusammenfassung

Wenn die wichtigste These “Abschwächung, aber keine Rezession“ Bestand hält, sind die risikobehaftete Wertpapierklassen (Aktien) attraktiver als die kreditrisikolosen Staatsanleihen. Was die Märkte bereits einpreisen, ist der Übergang zu einer Rezession. Die vorsichtigeren Signale der US-Zentralbank vorerst keine weitere Leitzinsanhebung unterstützen die Märkte. Ebenso die Senkung der Mindestreserverichtlinien für Banken in China (mehr Liquidität), der gefallene Ölpreis, die Einigung zwischen Italien und der Europäischen Kommission über die geplante Neuverschuldung und die (mögliche) Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit. Negative Faktoren sind der trendmäßige Rückgang der umfragebasierten Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum und die politische Unsicherheit (US Regierungsstillstand, Brexit).


Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.