Jeder Tropfen zählt

Warum die Wasserindustrie bei der Wasserreinhaltung Unterstützung von der US-Schieferbranche erhalten könnte. Von Hans Peter Portner, Senior Investment Manager und Leiter des Thematic Equities Team bei Pictet Asset Management.

Die Wasserreinhaltung und -aufbereitung ist ein lukratives Geschäft. Grund dafür sind die wachsende Weltbevölkerung und der Klimawandel. Würden die Teile der amerikanischen Wirtschaft, deren Wasserverbrauch stetig zunimmt, nachhaltigere Produktionsmethoden nutzen, könnte die Branche sogar noch größer sein.

Gemeint sind die US-Unternehmen, die in der Förderung von Schiefergas und -öl tätig sind. Ihre revolutionäre Methode der hydraulischen Frakturierung (kurz Fracking) – bei der Wasser unter hohem Druck in unterirdische Gesteinsschichten gepresst wird, um die darin befindlichen fossilen Brennstoffe freizusetzen – benötigt große Mengen des kostbaren Nass.

In den USA macht Fracking nur 1 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aus, aber in den einzelnen Countys und Bundesstaaten, in denen sich die Förderanlagen für Schiefergas und -öl befinden, sind die Anteile deutlich höher.1 Im Durchschnitt verbraucht eine einzige Förderanlage in Pennsylvania während ihrer Laufzeit fast 5,6 Millionen Gallonen (bzw. rund 21,2 Millionen Liter) Wasser; das entspricht sieben gefüllten olympischen Schwimmbecken.2

Wenn man bedenkt, dass es in den USA rund 300.000 Fracking-Anlagen gibt, versteht man, warum die Schieferbranche sich den Zorn von Umweltschützern, Biologen, Gemeindebehörden und Politikern zugezogen hat.3

Diese sind unter anderem besorgt darüber, dass das Fracking-Abwasser nicht oft genug recycelt wird. Während die Förderanlagen in Pennsylvania den Großteil des von ihnen produzierten Abwassers aufbereiten, sind es bei anderen Anlagen, wie z.B. in West Virginia, weniger als 8 Prozent des Abwassers.3 

Tatsächlich kam es aufgrund von Fracking im Zeitraum von 2004 bis 2011 zu einer Versechsfachung des von den USA produzierten Abwassers.

In den meisten Fällen wird das unbehandelte Rückflusswasser (das sogenannte Flowback) – das chemische Giftstoffe und andere Schadstoffe enthält – in unterirdischen Lagerstätten verpresst. Dieses Vorgehen ist aus mehreren Gründen nicht nachhaltig. Es belastet Staaten, die Schieferöl fördern, wie z.B. Texas, wo Frischwasser nicht so reichlich vorhanden ist, und birgt das Risiko, Flüsse zu verschmutzen. Zudem kann Fracking leichte Erdstöße auslösen.

Diese Situation könnte sich jedoch bald ändern.

Laut den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats der Strategie Pictet Water könnten Schieferunternehmen ihren Frischwasserverbrauch deutlich reduzieren. Die Lösung – die Nutzung von Technologien zur Wasseraufbereitung und -rückgewinnung – mag komplex sein, ist aber technisch und kommerziell umsetzbar.

Eine Methode, die viel Wasser verbraucht: Fracking in den USA
Wasserverbrauch pro Anlage (Millionen Liter, Tausend m3)

Quelle: A. Kondash, A. Vengosh, „Water footprint of hydraulic fracturing“, Duke University, 2015

Ziel: Rückflusswasser, das tatsächlich zurückfließt

Die Aufbereitung des Fracking-Abwassers ist keine einfache Aufgabe. Das Wasser, das aus den Bohrlöchern austritt, ist mit seinem Originalzustand nicht vergleichbar. Es handelt sich um ein toxisches Gemisch aus chemischer und radioaktiver Materie – eine Mischung aus Fracking-Flüssigkeit und den natürlich vorkommenden Stoffen, die sich aus dem unterirdischen Gestein lösen.

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Argumente für eine Anlage in Pictet Water

  • Unternehmen in den Bereichen Abwasserrecycling und ‑aufbereitung sind in Pictets Strategie Water stark vertreten.
  • Die Strategie investiert zudem in zahlreiche andere Bereiche der Wasserindustrie, darunter Sanitärtechnik, Wassersicherheit, Biofeststoff-Management und Hochwasserschutz.
  • Das Ziel des Portfolios ist ein langfristiges Kapitalwachstum durch Anlagen sowohl in Wachstumswerte als auch in defensive Titel der Wasserbranche.

Quellen:
1) A Model for Shale Gas Wastewater Management, Resources for the Future, Oktober 2016
2) Basierend auf Daten von FracFocus (http://fracfocus.org)
3) Water Resource Reporting and Water Footprint from Marcellus Shale Development in West Virginia and Pennsylvania, San Jose’ State University, Oktober, 2013
4) JL Hardcastle, Treatment Technologies: „Which will emerge as the most popular“, Environmental Leader, 2016

Hans Peter Portner ist Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management und leitet das Thematic Equities Team. Er begann seine Laufbahn im Anlagengeschäft 1992 bei UBS Brinson in Basel als Portfoliomanager für internationale Aktien und verwaltete dort Fonds einzelner Länder sowie Absicherungsfonds. Zu Pictet Asset Management kam er 1997 als Senior Investment Manager für internationale Aktien. Hans Peter Portner hat ein Diplom als Chartered Financial Analyst (CFA) und einen Master in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Bern.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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