Asiatische Aktien: Marktschwäche für den Einstieg in wachstumsstarke Unternehmen nutzen

Bei Investitionen in Asien steht China seit langem mit Mittelpunkt. Die hauptsächlich inländische und konsumgetriebene Marktwirtschaft Indien ist hingegen bei vielen Investoren noch nicht im Fokus. Dabei bietet sie derzeit gute Anlagealternativen, wenngleich die Bewertungen verhältnismäßig hoch sind. Für Investoren bedarf es daher bei ihrer Aktienauswahl einer genauen Analyse der Fundamentaldaten, um potenzielle Wachstumskandidaten zu identifizieren.

„Chinas Finanzsystem erinnert oft an den berühmten Churchill-Aphorismus über Russland: ‚Es ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium.‘ Es gibt nur wenige Anzeichen dafür, wohin sich der Markt entwickelt“, sagt Richard Jones, Portfoliomanager bei First State Stewart Asia. „Wie Amerika hat auch China eine entsprechende Größe, sodass man immer Geschichten oder Beweise findet, die sowohl verschiedenste, als auch teils widersprechende, wirtschaftliche Ansichten bestätigen. Die Angst vor einer Rezension ist bereits alltäglich. Die Wahrscheinlichkeit ist somit sehr hoch, dass wir tatsächlich einen bedeutenden und langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung sehen werden. Es besteht nur eine sehr geringe Sicherheitsmarge im System, egal ob man es top-down oder bottom-up betrachtet. Zwar ist unseres Erachtens die wirtschaftliche Lage relativ ruhig. Das allgemeine Wachstum der Gewinne pro Aktie verläuft in Asien sogar eher besser als erwartet. Wir haben jedoch den Eindruck, dass sich die ‚Makroplatten‘ verschieben. Wir vertreten daher derzeit die Position, dass der seit dem Jahr 2008 ziemlich langwährende Bullenmarkt zunehmend erschöpft ist.

Die anhaltende Marktschwäche haben wir in jüngster Zeit genutzt, um in wachstumsstarke Unternehmen zu investieren – insbesondere in Indien. So haben wir beispielsweise Anteile an Cognizant Technology erworben. Die Gruppe ist zwar in den USA notiert, ist jedoch ein asiatisches Unternehmen. Cognizant bietet IT-Dienstleistungen an und steht im Wettbewerb mit Tata Consultancy Services (TCS) sowie Infosys. Wie bei anderen IT-Unternehmen hat der Mangel an Ausgaben im Bankensektor auch das Umsatzwachstum von Cognizant beeinträchtigt. Der Anteil der Finanzdienstleistungen am Umsatz beträgt 40 Prozent. Insbesondere das kurzfristige Wachstum der Gruppe wurde durch eine Reihe von europäischen Bankkunden gedämpft, die einige Geschäfte verlagerten und nun wieder hausintern betreuen. Solche Entwicklungen sind weitgehend deflationär. Unserer Ansicht nach sind sie jedoch nur von kurzfristiger Natur. Die längerfristigen Treiber der Digitalisierung hingegen sorgen für einen starken strukturellen Rückenwind für die Branche und das Unternehmen. Banken und Versicherungen geben circa 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes für Technologie aus, während der Unternehmensdurchschnitt nur 1 bis 2 Prozent beträgt. Wir schätzen die längerfristigen Wachstumschancen daher derzeit recht groß ein. Cognizant ist zudem im Gesundheitswesen stark vertreten – ein Sektor, der auf umfassende Digitalisierung setzt. Er macht 30 Prozent des Umsatzes aus. Darüber hinaus hat sich die Gruppe öffentlich zur Margenerhöhung verpflichtet. Eine positive Geschäftsentwicklung getrieben durch die digitale Transformation haben wir bereits bei der indischen TCS erlebt. Wir vertreten die Ansicht, dass TCS im Vergleich zu seinen Wettbewerbern Marktchancen am besten nutzt. Dies zeigen beispielsweise die 1-Milliarde-Dollar-Deals, die mit Marks & Spencer oder Transamerica abgeschlossen wurden. In den letzten zwölf Monaten hat sich TCS zu einer unserer größten Beteiligungen entwickelt.“

Ansichten für einen Bullenmarkt

  • Trotz gegenwärtiger Marktschwäche in Asien bestehen für Bottom-up-Investoren mit längerfristigem Engagement immer noch Anlagemöglichkeiten.
  • Bei einer eventuellen Abwärtskorrektur erwarteten wir derzeit, dass das Ergebniswachstum

Ansichten für einen Bärenmarkt

  • Mit einem längeren Anhalten des Handelskrieges zwischen den USA und China, rechnen wir aktuell mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum Chinas.
  • Die Zinsen in den USA dürften steigen und auf die Schwellenländerwährungen Druck ausüben.