Aktien: Stimmung gut, aber etwas gedämpfter

Bildlich gesprochen stellt sich die Frage: hat das Pendel, nachdem es im Jänner und Februar stark zurückge­schwungen ist, nun wieder den oberen Totpunkt erreicht? Der globale Marktindex MSCI All Countries hat in Euro wieder ein Allzeithöchst gesehen, ansonsten verlief der Monat März relativ ruhig. Erst gegen Ende erfolgte eine letztlich globale Abschwächung infolge wieder aufkom­mender Konjunkturbefürchtungen.

Die Entwicklung seit Jahresbeginn bleibt jedoch weiter beeindruckend. Nicht nur die USA, auch einige Emerging Markets (China) und Europa konnten den Schwung vom Jahresanfang zumindest halten. Lateinamerika und auch Deutschland sackten hingegen ein wenig ab. Das bestä­tigt die regionalen Unterschiede dieser Rally. Während in den USA zyklische Werte, z. B. Technologie, die Märkte anführen, so sind es in Europa eher defensive Branchen. Das weist auf aufkommende Konjunkturbefürchtungen hin.

Bemerkenswert ist, dass das Chaos um den Brexit keine Spuren am britischen Aktienmarkt hinterlässt – bisher zumindest.

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Aktien USA und Europa: Rally weit fortgeschritten

Das erste Quartal verlief spektakulär. Trotz schwächerer Konjunktur­ und Gewinndaten führte der markante Richtungsschwenk der US­-Notenbank zu starken Kurs­anstiegen.

Die Stimmungsindikatoren befinden sich nach dieser Rally wieder im optimistischen Bereich. Gleichzeitig scheint die Anlegerpositionierung aber weiterhin vor­sichtig. Wir bleiben bei unserer Aktien­-Untergewichtung, denn wir sehen den Widerspruch zwischen Fundamentalfaktoren und Liquiditätseuphorie weiterhin kri­tisch und daher das weitere Aufwärtspotenzial begrenzt. Nach einer längeren Phase der relativ schwächeren Ent­wicklung von Aktien aus dem Bereich der defensiven Konsumgüter waren diese ab Mitte 2018 im Vergleich zu den zyklischen Konsumgütern mit kurzen Ausnahmen die bessere Wahl. Der Konjunkturzyklus ist bereits weit fortgeschritten und es mehren sich die Zeichen, dass eine Phase schwächeren oder sogar negativen Wachs­tums bevorsteht. In einer solchen Phase entwickeln sich defensive Titel meist besser als solche aus zyklischen, wachstumsorientierten Branchen.