Können wir einen holistischen Marketplace gründen, der als Vehikel für nachhaltige Produkte dient?

Die Interessen verschiedener Gesellschaftsschichten stehen häufig im Konflikt. Mit einem holistischen Marketplace, der sich Profiten zwar nicht verweigert, aber das Ziel hat, zum Vorteil Aller zu sein, wollen wir mit unserem Startup KayKay verschiedene Interessen vereinen, erklärt Martin Kreitl, Initiator von KayKay. Für dieses Konzept suchen wir derzeit mutige Investoren und Interessenten.

Digitale Kaufberatung durch KayKay

Das spezifische Ausgangsproblem, das unser Startup KayKay lösen möchte, hat jeder schon einmal erlebt. Man sucht im Internet ein passendes Produkt für ein Bedürfnis oder einen Konsumwunsch. Je nach Shopping-Charakter eines Menschen kann dies ein zeitaufwendiger und anstrengender Prozess sein. Am Ende bricht man den Such- oder Kaufprozess dann doch wieder ab, weil man sich von der Auswahl erschlagen fühlt und eine wirklich hilfreiche digitale Kaufberatung fehlt. Kein Wunder, denn neuropsychologische Studien belegten jüngst, dass das nahezu endlose Produktregal entscheidungstechnisch höchst ineffizient ist.

Insbesondere die Suche nach nachhaltigen Produkten im E-Commerce empfinden wir derzeit als nur sehr unzufriedenstellend gelöst.

Wir wollen deshalb einen skalierbaren Marketplace für nachhaltige Produkte erschaffen. Als nachhaltig definieren wir alle Produkte, die ein staatliches Umweltzeichen oder etabliertes Vereinszeichen tragen dürfen. Anstatt sich klassischerweise auf der Suche nach dem passenden Produkt durch einen schier endlosen Produktkatalog zu klicken, wird man bei KayKay durch ein mehrschichtiges KI-Beratungssystem zum passenden Produkt geführt, ohne dabei bevormundet zu werden.

Durch drei Features, die dem Nutzer das Auffinden und Aussuchen von Produkten vereinfacht, hebt sich KayKay von anderen Produktkatalogen zusätzlich ab:

  1. Das grundlegendste Feature unseres mehrschichtigen Beratungssystems sind die authentischen Produktkarten. Jede Produktkarte besitzt umfassende Informationen zum Produkt. Über unsere Smartphone-App kann zusätzlich jeder ein Video zu einem Produkt erstellen. So kann ein Handwerker, der sich mit nachhaltigen Wandfarben auskennt, das jeweilige Produkt in einem Video rezensieren; oder eine Beauty-Bloggerin kann mit dem Smartphone ein Produkt aus der Bio-Kosmetik in einem Video vorführen. Ein solches Video lässt es zu, dass ein potentieller Käufer einen schnelleren und authentischeren Eindruck über das jeweilige Produkt gewinnen kann als dies beispielsweise durch reine Fotos oder geschriebene Rezension der Fall wäre.
  2. Das nächste Feature ist das Produkt-Clustering ähnlich einer Google Maps Karte. Durch unseren speziellen Clustering-Algorithmus lässt sich aus einer Produkt-Datenbank eine virtuelle Produktwelt erstellen, bei denen statt Häuser in einer Stadt Produktkarten in mehreren Subclustern zu sehen sind, die zusammen ein großes Sortimentcluster ergeben. Sucht man nun ein Produkt oder mehrere Produkte einer Nische, so wird man zum jeweiligen Produkt oder Subcluster hinein gezoomt und kann sich die Produkte genauer ansehen und vor allem deren Relationen zueinander intuitiv nachvollziehen.
  3. Das dritte Feature ist das Quartettkartenspiel zur Produktauswahl. Dabei können maximal 16 Produkte für ein Quartettkartenspiel ausgewählt werden. Es müssen jedoch nicht zwingend 16 Stück ausgewählt werden. Die restlichen Produkte werden durch unseren DeepLearning-Algorithmus aus den Gemeinsamkeiten der bisher ausgewählten Produkte ergänzt. Dann spielt man ein Produkt gegen ein anderes Produkt und entscheidet sich für das besser Zusagende bis ein Siegerprodukt übrig bleibt. Auf diese Weise lasst sich auf transparente Weise ein Entscheidungsprozess begleiten.

In drei Schritten vom Affiliate über einen Marketplace zur Genossenschaft

Um KayKay am Markt zu etablieren leiten wir in Phase 1 (Pre-Seed) des Geschäftsmodells von unserer Plattform per Affiliate-Links zu den jeweiligen Shops von nachhaltigen Herstellern (z.B. Weleda, Hess Natur) weiter, auf denen ein nachhaltiges Produkt gekauft werden kann und erhalten im Falle eines Kaufs eine Affiliate-Provision. In Phase 2 werden wir zum dann Marketplace. Wir entwickeln eine Schnittstelle, bei der überregionale sowie lokale Hersteller oder Händler von nachhaltigen Produkten sich bei uns anmelden und seine Produkte anbieten kann.

Die eigentliche Vision, die uns jedoch antreibt, ist ein holistisches System nach dem Vorbild des lange verschollenen Buches »Solidarismus: Natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen« von Rudolf Diesel. Rudolf Diesel schlug bereits 1903, sehr grob zusammengefasst und auf heute übertragen, eine Genossenschaftsbank vor, in die jedes Mitglied beispielsweise 1€ pro Monat, also 12€ pro Jahr, einzahlt. Bei beispielsweise 10 Millionen freiwilligen Mitgliedern kommen so jedes Jahr 120 Millionen Euro in die Kassen. Dieses Geld wird einzig und allein dafür verwendet, denjenigen Menschen, die unternehmerische Ideen umsetzen wollen und dafür einen Kredit bei einer anderen Bank beantragen wollen, die Bürgschaft zu übernehmen. Dieses Geld würde also nur gebraucht werden, wenn eine Bürgschaft tatsächlich in Anspruch genommen werden müsste. Ansonsten könnte es möglicherweise gar am Anleihenmarkt sehr langfristig angelegt werden. Im Gegenzug zur Bürgschaft verpflichtet sich der Kreditnehmer bei Erfolg seiner Unternehmensidee seine Produkte an die Mitglieder der Bank (für eine gewisse Zeit oder eine gewisse Stückzahl) zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Selbstverständlich können hierbei die Produkte auch an Menschen außerhalb der Bank zu einem im Markt konkurrenzfähigen Preis verkauft werden.

In Phase 3 wollen wir deshalb mit einer Bank kooperieren. Zunächst können Menschen, die die digitale Plattform KayKay gut finden und gerne nutzen, für einen Jahresbetrag, beispielsweise 12€ oder auch 50€, Mitglied unserer Genossenschaft werden. Dafür erhalten sie einige Vorteile auf der Plattform und vor allem Zugang zu allen Produkten, die im Selbstkostenpreis-Programm entstehen. Will nun beispielsweise jemand eine kleine fast vollautomatisierte Schuhfabrik mit 3D-Drucker in Deutschland aufbauen und einen Kredit in Höhe von beispielsweise 10 Millionen Euro bei einer Kreditbank beantragen, so würde KayKay die dafür benötigte Bürgschaft übernehmen, sofern gewisse Auswahlkriterien erfüllt sind. Diese Fabrik würde nun beispielsweise Schuhe aus recyceltem Plastik produzieren und im freien Markt für 50€ verkaufen. Mitglieder der Genossenschaft würden diese Schuhe für einen Selbstkostenpreis erhalten, der vielleicht bei 5€ liegen würde.

Auf diese Weise würde sich ein holistisches System kreieren lassen, welches sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig agiert und innovative Ideen fördert.

Wir wollen mit KayKay holistischen Marketplace gründen, der sich Profiten zwar nicht verweigert, aber das Ziel hat, zum Vorteil Aller zu sein.

Für dieses Konzept suchen wir derzeit mutige Investoren und Interessenten.


Über den Autor

Martin Kreitl ist Initiator von KayKay und wird künftig als Geschäftsführer die Vision von KayKay voranbringen. Gleichzeitig übernimmt er das User Experience Design. Er absolvierte ein Diplom als Designer (Visuelle Kommunikation) an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und ein Auslandssemester and der Zürcher Hochschule der Künste im Master »Transdiziplinarität«.
Mail: servus@kaykay.app
Web: martinkreitl.com 

Teammitglieder

Elisabeth Keck wird die Rolle des CFO übernehmen und damit betriebswirtschaftliche und juristische Fragestellungen verantworten. Sie absolvierte zunächst ein Diplom (FH) in Biotechnologie, dann ein Diplom (FH) in Wirtschaftsingenieurwesen und befindet sich nun in den letzten Zügen ihres juristischen Staatsexamens.

Michael Zitzelsberger übernimmt die Rolle des CTO und damit die Erstellung und Weiterentwicklung der Software und Systemarchitektur. Er absolvierte ein Diplom (FH) in Informatik. Er arbeitete als Freiberufler für Kunden wie beispielsweise Audi und Skoda.