Nachhaltige Infrastruktur in Entwicklungsländern – die große Lücke

Ohne Straßen, Strom- und Telekommunikationsnetze können Gesellschaft und Wirtschaft nicht funktionieren. Gerade in den Entwicklungsländern fehlt es jedoch häufig an Infrastruktur. Warum diese Herausforderung Investoren auch Möglichkeiten bietet.

„2,5 Billionen US-Dollar beträgt die jährliche Investitionslücke in den Entwicklungsländern nach Angaben der Vereinten Nationen (UN). Drei Viertel davon entfallen auf notwendige Infrastrukturinvestitionen“, so Felix Hermes, Head of Private Equity & Sustainable Asset bei BlueOrchard. „Die fehlende Infrastruktur in Entwicklungsländern wird Armut und Ungleichheit verstärken, wenn diese Lücke nicht geschlossen wird. Gleichzeitig eröffnet sich hier eine Chance: Investitionen in nachhaltige Infrastruktur.

Nachhaltige Infrastruktur in Entwicklungsländern ist die Basis für Wirtschaftswachstum und steigende Lebensqualität. Nachhaltig bedeutet, dass Assets so geplant, konstruiert, betrieben und stillgelegt werden, dass sie über den gesamten Lebenszyklus hinweg ökonomisch, finanziell, sozial, institutionell und ökologisch nachhaltig sind. Fortschrittliche Ansätze vermeiden nicht nur negative Effekte oder schließen nicht-nachhaltige Methoden aus, sie versuchen, Gesellschaft und Umwelt positiv zu beeinflussen und zum Erreichen wichtiger Entwicklungs- und Klimaziele beizutragen. Dazu gehört, zu prüfen, welchen sozialen und wirtschaftlichen Nutzen Investitionen stiften, hierfür Ziele zu setzen und Ergebnisse zu messen.

Besonders in den Entwicklungsländern ist der Bedarf an nachhaltiger Infrastruktur hoch. Eine Milliarde Menschen haben dort keinen Zugang zu Elektrizität, das entspricht ungefähr 20 Prozent. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung der Entwicklungsländer nach Prognosen der UN in den kommenden zehn Jahren um mehr als zehn Prozent wachsen wird. In Subsahara‐Afrika werde sie sich bis 2050 sogar verdoppeln. Die UN erwartet, dass Entwicklungsländer im Jahr 2023 rund 63 Prozent zum globalen Bruttoinlandsprodukt beitragen werden. Daraus ergibt sich ein enormer Investitionsbedarf, den Regierungen und andere lokale Quellen nicht decken können. Um die Entwicklungsziele der UN (UN SDGs) bis zum Jahr 2030 zu erfüllen, fehlen rund 1,88 Billionen US‐Dollar für Infrastrukturinvestitionen. Bei dieser Schätzung sind die Folgen der Covid‐19‐Krise noch nicht berücksichtigt.

Diese Lücke bietet Investoren die Möglichkeit, mit Investitionen in nachhaltige Infrastruktur langfristig zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Verbesserungen beizutragen. Das ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass Entwicklungsländer laut Moody’s achtmal so stark unter dem Klimawandel leiden wie entwickelte Volkswirtschaften, aber wesentlich weniger dazu beitragen. Durch ihre geografische Lage und der Dominanz des Agrarsektors, sind sie von Wetterereignissen und dem Klimawandel stärker betroffen. Gleichzeitig sind sie durch ihre Wirtschaftsstruktur sowie fehlende Finanz‐ und Versicherungsinstitutionen weniger widerstandsfähig.

Investoren tragen mit Investments in nachhaltige Infrastruktur in Entwicklungsländern nicht nur langfristig zu den Entwicklungszielen der UN bei, sie werden zusätzlich mit stabilen Rückflüssen belohnt. Diese sind zudem risikoadjustiert höher als bei vergleichbaren Infrastrukturinvestitionen in entwickelten Volkswirtschaften. Hinzu kommt, dass Infrastrukturinvestitionen das Portfolio stabilisieren, da die Rückflüsse nur gering mit anderen Assetklassen korreliert sind.“


Über Blue Orchard Finance AG

BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges,integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance‐Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner international führender Entwicklungbanken. Mit einer breiten globalen Präsenz und Niederlassungen auf vier Kontinenten hat BlueOrchard bis heute mehr als 7 Mrd. USD in 80 Schwellen‐ und Entwicklungsländern investiert und damit messbaren sozialen und ökologischen Impact erzielt. BlueOrchard ist ein von der FINMA regulierter Vermögensverwalter. Seine luxemburgische Gesellschaft ist ein von der CSSF regulierter UCITS‐ sowie alternativer Investmentfondsmanager (AIFM). Weitere Informationen finden Sie hier: www.blueorchard.com.