Die Nachwahlrally geht weiter: Abflüsse aus Gold-ETPs halten unvermindert an

Die Abflüsse aus Gold-ETP setzten sich stetig fort. Insgesamt summierten sie sich auf fast 173 Mio. USD, was in diesem Jahr dem Wochenrekord entspricht. Bei ETPs, die auf breit aufgestellten Rohstoffkörben beruhen, kam es zu Zuflüssen in Höhe von 41 Mio. USD. Der Trend der letzten zwei Wochen kehrte sich um, da sich die Anleger um Diversifizierung bemühten. Da die Möglichkeit einer Einigung auf dem OPEC-Treffen optimistisch beurteilt wurde, flossen in Rohöl-ETPs 18 Mio. USD. Damit belaufen sich die Zuflüsse der letzten vier Wochen auf 236 Mio. USD, so ETF Securities im wöchentlichen Rohstoffüberblick. Den vollständigen Überblick mit Charts finden Sie links als PDF.

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten in der zweiten Woche hintereinander Abflüsse, die mit 173 Mio. USD einen Jahresrekord erreichten. Die Goldpreise gerieten unter erhöhten Druck, als sie unter die psychologisch wichtige Marke von 1200 USD/oz. fielen. Der Grund für den Einbruch waren Befürchtungen, dass die Fed die Zinsen 2017 aufgrund der zunehmenden Inflation weiter anheben könnte. Wir sind der Überzeugung, dass dieses Szenario wenig wahrscheinlich ist und dass die Anleger lediglich empfindlich auf die hohe Volatilität des US-Dollar reagieren. Zugleich dämpfen die nach der Euphorie über Trumps Wahlsieg steigenden Aktienmärkte und Anleiherenditen die Risikobereitschaft, was den Goldpreis weiter drückt. Im Großen und Ganzen aber werden die Anleger die politische Unsicherheit berücksichtigen, wenn die Populisten in 70 % Europas (nach BIP) in den Umfragen zulegen. Auch wenn wir im Vorfeld der Zinsanhebung mit einer länger andauernden Preisschwäche rechnen, finden wir, dass sich bei Gold angesichts der dauerhaften Inflationsrisiken und der politischen Unsicherheit derzeit eine hervorragende Kaufgelegenheit bietet. „Silber, das Edelmetall mit den meisten industriellen Anwendungen, war einmal mehr der Außenseiter. Es verzeichnete anders als seine Pendants im Edelmetallkomplex Zuflüsse, die sich auf 15 Mio. USD beliefen” erklärt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions bei ETF Securities.

Nach Erreichen eines 17-Monatshoch verzeichneten Palladium-ETPs (A0N62E) aufgrund von Gewinnmitnahmen Abflüsse in Höhe von 5 Mio. USD. „Palladium scheint auf Kosten von Platin hinzuzugewinnen, da das World Platinum Investment Council das Platindefizit für 2017 auf nur noch 170.000 Unzen absenkte und Johnson Matthey das Palladiumdefizit auf 651.000 Unzen aufwärts korrigierte“, so Jan-Hendrik Hein.

Bei breit aufgestellten Rohstoff-ETPs kam es zu Zuflüssen in Höhe von 41 Mio. USD. Der Trend der letzten zwei Wochen kehrte sich um, da sich die Anleger um Diversifizierung bemühten.

Der technische Ausverkauf der letzten zwei Wochen lockt die Schnäppchenjäger in Schwellenmarktanleihe-ETPs, da die Fundamentaldaten wieder die Oberhand über die Stimmung gewinnen. Insgesamt betrugen die Zuflüsse 39 Mio. USD. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Kreditwürdigkeit der Schwellenländer besser ist, als gewöhnlich angenommen wird. Die Kurse haben entsprechend noch Spielraum nach oben “, erläutert Hein.

Da das OPEC-Treffen optimistisch beurteilt wird, kam es bei Rohöl-ETPs (A0KRJX)zu Zuflüssen in Höhe von 18 Mio. USD. Damit belaufen sich die Zuflüsse der letzten vier Wochen auf insgesamt 236 Mio. USD. „Die Ölpreise schlossen in der Woche höher, was größtenteils dem wieder aufkeimenden Optimismus über die OPEC-Förderkürzungen zu verdanken ist. Da aber ein Durchbruch auf dem OPEC-Treffen in dieser Woche wenig wahrscheinlich ist, erwarten wir, dass die Ölpreise ihre Volatilität beibehalten werden“ so Hein weiter. Aufgrund der steigenden US-Ölproduktion besteht die Gefahr, dass sich am Überangebot auf dem Rohölmarkt nichts ändern wird. Die Bohraktivitäten stiegen auf den höchsten Stand seit Ende Januar, und Trump hat sich verpflichtet, die Beschränkungen, die für die Förderung der einheimischen Energieträger Schieferöl, Gas und Kohle gelten, in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit aufzuheben.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Die Kapitalströme der Energie-ETPs werden je nach Ausgang des OPEC-Treffens in Wien am Mittwoch volatil bleiben. Die am Freitag veröffentlichten Beschäftigungsdaten werden wohl weitere Einblicke in die Gesundheit des US-Arbeitsmarkts bieten.

Positive Wachstumsaussichten für die Region Asien-Pazifik

von Timothy Orchard, CIO für Asien-Pazifik (ex Japan) bei Fidelity International:

Für Asien war 2016 ein ereignisreiches Jahr, denn wieder einmal waren die Märkte häufigen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. In der ersten Jahreshälfte stand die Anfälligkeit des kreditgetriebenen Wirtschaftswachstums in China im Fokus der Anleger und war ausschlaggebend für das schlechtere Abschneiden der Region. Diese Sorgen traten in der zweiten Jahreshälfte jedoch zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen rückten die vergleichsweise attraktiven Bewertungen und ein möglicher Gewinnanstieg ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Auf längere Sicht sollten Anleger ihr Augenmerk jedoch vor allem darauf richten, ob und wie die diversen Reformpläne an den wichtigen Märkten umgesetzt werden. Indien zum Beispiel hat Fortschritte bei seiner großen Steuerreform erzielt. Besondere Beachtung fand unlängst die Entscheidung der indischen Regierung, große Banknoten aus dem Verkehr zu ziehen, um der Schattenwirtschaft das Wasser abzugraben. Diese Maßnahme wird das Wachstum in nächster Zeit zwar unweigerlich bremsen. Sie zeugt jedoch von Ministerpräsident Modis ungebrochenem Reformwillen. Zudem ist es Indien gelungen, sein Doppeldefizit zu senken und den Preisauftrieb zu verlangsamen. Damit ist Spielraum für weitere Zinssenkungen vorhanden. Der Konjunkturabschwung mag zwar noch längere Zeit anhalten, und in nicht allzu ferner Zukunft könnte die Wiederwahl Modis für Unruhe an den Märkten sorgen. Auf längere Sicht ist der Ausblick für Indien aber unverändert gut. Auch Indonesien ist mit seiner Landreform und der jüngsten Steueramnestie auf einem guten Weg.

China erleichtert Zugang für ausländische Investoren

In China geht der Balanceakt weiter. So strebt Peking einerseits ein ausreichend hohes nominales Wachstum an, während andererseits der langsame Umbau der Wirtschaft hin zu einem nachhaltigen Konsummodell weg von einer auf Sachanlageinvestitionen basierten Struktur fortgesetzt wird. Parallel dazu schreitet die Öffnung des chinesischen Marktes für ausländische Investoren voran. Jüngste Beispiele sind höhere Quoten für so genannte „Qualified Foreign Institutional Investor“ (QFII) sowie das Stock-Connect-Programm, was ausländischen Anlegern den Zugang zu den an der Börse in Shenzhen gehandelt Titeln eröffnet. Sobald die vollständige Übertragbarkeit zwischen Anlageklassen erreicht ist und inländische Aktien in die diversen Indizes aufgenommen wurden, wird China den Löwenanteil am regionalen Index stellen.

In einer Zeit mit zunehmenden geopolitischen Risiken sind die genannten Reformen ein Beleg für die vergleichsweise günstigen Rahmenbedingungen in Asien. Dass die asiatischen Schwellenländer nicht zwangsläufig aufgrund unternehmensspezifischer und politischer Faktoren mit einem massiven Abschlag gegenüber ihren westlichen Pendants gehandelt werden sollten, scheint uns plausibel. Das gilt vor allem in Anbetracht der turbulenten Entwicklungen in anderen Teilen der Welt, angefangen von der Teilannexion eines souveränen europäischen Staates über den Brexit bis hin zu den Unsicherheiten infolge der US-Präsidentschaftswahl.

Ferner fürchten viele, dass höhere Zinsen in den USA den asiatischen Ländern das Leben schwer machen könnten. Der aktuelle Konjunkturzyklus mag sich zwar in etlichen Punkten von früheren unterscheiden. Dennoch sollte ein Blick auf die Entwicklung der asiatischen Märkte in den vorangegangenen Zyklen für Beruhigung sorgen: Denn in einem Umfeld mit steigenden Zinsen in den USA haben sich Asiens Märkte in der Vergangenheit behauptet, was dem Umstand geschuldet sein mag, dass höhere Zinsen meist mit robustem weltwirtschaftlichem Wachstum einhergehen.

Aktuell sind die asiatischen Märkte verglichen mit den entwickelten Märkten im Westen günstig bewertet. Zudem haben sie ansehnliche Fortschritte bei ihren Reformvorhaben erzielt und ihren zyklischen Gewinnabschwung bereits hinter sich. Alles in allem scheinen sie damit gut aufgestellt für langfristiges Wachstum.

US-Moats profitieren von US-Wahlergebnissen

Die Aktienkurse der US-Moats, Unternehmen mit einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, haben durch den Wahlsieg von Donald Trump mehrheitlich profitiert. „Aufatmen konnten vor allem der Gesundheits- und Bankensektor“, erklärt Uwe Eberle, Head of International Business Development and Distribution bei VanEck. Pharma-Giganten wie Amgen, McKesson und AmerisourceBergen hätten unter Clinton stärkere Regulierungen und Preiskontrollen gedroht. Ihre Aktienkurse konnten sich – nachdem die Titel in der Woche vor der Wahl mehrheitlich abgestoßen wurden – in den darauffolgenden zwei Tagen im unteren zweistelligen Prozentbereich erholen. Auftrieb erfuhren durch die Trump-Wahl auch die Moats im Bankensektor, der ebenfalls von geringerer Regulierung und höheren Zinsen profitieren könnte. Richtungsweisend war hier insbesondere die Entwicklung von Wells Fargo, dessen Aktienkurs in den Tagen nach der US-Wahl um mehr als 13 Prozent anstieg.

Einbußen unter anderem bei Technologiefirmen

Die Ungewissheit hinsichtlich der Einwanderungspolitik und Handelsbeziehungen der Vereinigten Staaten belastet vor allem den Technologiesektor. Zum einen sind diese Unternehmen verstärkt auf qualifizierte ausländische Fachkräfte angewiesen, zum anderen unterhalten sie wichtige Geschäftsbeziehungen mit Mexiko und Lateinamerika. So wurden die Titel wie Amazon.com, Western Union und Salesforce.com in den Tagen nach der US-Wahl stark abgestoßen. Außerhalb dieses Sektors litt beispielsweise auch Starbucks nach der US-Wahl verstärkt unter Abverkäufen.

Der VanEck Vectors Morningstar US Wide Moat UCITS ETF ist der erste in Europa zugelassene ETF, der Zugang zu Titeln amerikanischer Unternehmen mit einem Economic MoatTM Rating of Wide von Morningstar® bietet. Auf Grundlage der Idee von „economic moats“, das heißt langfristigen strukturellen Wettbewerbsvorteilen, hat Morningstar einen Aktienresearch- und Bewertungsprozess entwickelt, auf dem der zugrundeliegende Index basiert. VonJahresbeginn bis zum 15. November 2016 konnte der Morningstar Wide Moat Focus Index den S&P 500® Index um 12,43 Prozent outperformen. Bei einer noch langfristigeren Betrachtung resultiert aus den Daten von Morningstar, dass der Index den S&P 500® Index auchin den vergangenen fünf Jahren bis zum 15. November 2016 übertroffen hat (15,99 Prozent gegenüber 14,05 Prozent auf annualisierter Basis).

(Stand Daten: 15.11.2016)

Über VanEck:
VanEck steht für intelligente Investment Strategien, die gezielt attraktive Möglichkeiten im Markt aufgreifen. Seit Gründung im Jahr 1955 ist das Unternehmen ein Vorreiter für globale Investments und stellt traditionell und unabhängig vom Marktumfeld, die Interessen seiner Kunden allen anderen voran. Bis heute ist VanEck dieser Tradition verpflichtet und bietet vorausschauende, aktive und passive Investment Portfolios in den Bereichen Rohstoffe, Schwellenmärkte, Edelmetalle, Renten sowie weiteren alternativen Anlageklassen an.
Der Morningstar® Wide Moat Focus IndexSM wurde von Morningstar, Inc. entwickelt und wird von dem Finanzdienstleister gepflegt. Der Market Vectors Morningstar US Wide Moat UCITS ETF ist kein Morningstar Produkt und wird nicht von Morningstar vermarktet oder vertrieben. Morningstar, Inc. übernimmt keine Haftung für den ETF. Der Index bietet Zugang zu Unternehmen mit einem Morningstar Economic Rating „Wide“, die zum niedrigsten gegenwärtigen Marktpreis/Fair Value Ratio handeln. Moat und Fair Value Bewertung werden vom Morningstar Research Team ausgegeben.

Marktausblick 2017: Trump und die Folgen

Die Kapitalmärkte stehen vor einer sanften Zinswende. „Die Talsohle bei den Zinsen ist durchschritten. Die Renditen werden moderat steigen“, sagt Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding AG zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien. Eine leichte Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität gepaart mit anziehenden Inflationserwartungen in Europa und den USA setzt demnach im Jahr 2017 den Rahmen für die Börsen. „Ein Ende des Niedrigzinsumfelds zeichnet sich damit noch nicht ab. Denn im historischen Vergleich bleiben die Zinsen vor allem in der Eurozone niedrig“, ordnet Wilhelm die Entwicklung ein. „Wir erleben aber eine spürbare Veränderung.“ Daneben sieht er die politische Unsicherheit sowie die stärker divergierende Geldpolitik im Euroraum und in den USA als wesentliche Einflussfaktoren für 2017. „Flexibel und international anlegen ist das Gebot der Stunde“, rät der Kapitalmarktstratege.

„Die US-Präsidentschaftswahlen endeten mit einem Paukenschlag, der enorme Auswirkungen auf die Kapitalmärkte im kommenden Jahr hat“, betont Wilhelm. „Seit klar ist, dass Donald Trump ins Oval Office einzieht, preisen die Börsen anziehende Inflationsraten ein.“ Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die neue Regierung durch Ausgabenprogramme die Konjunktur kurzfristig anschieben und die Teuerung in den Vereinigten Staaten befeuern wird.

Trump und US-Konjunktur: Kurzfristig positive Effekte

Wilhelm plädiert für einen genauen Blick auf die zu erwartenden Veränderungen: „Man muss kurzfristige und langfristige Auswirkungen auf das US-Wachstum unterscheiden. Für 2017 ist tatsächlich mit einem zusätzlichen Wachstumsschub von ca. 1 Prozent zu rechnen.“ Andererseits wächst das Staatsdefizit durch die hohen Ausgaben. Zudem kostet verstärkter Protektionismus mittelfristig Wachstum und schwächt die Wirtschaft. „Die Quittung kommt erst später und spielt daher an der Börse noch keine Rolle“, erläutert Wilhelm. Insgesamt dürfte der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA mit 1,8 Prozent im kommenden Jahr überschaubar bleiben. „Mit Trumps Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik werden die langfristigen Probleme der US-Wirtschaft nicht gelöst“, betont der Experte. „Die schwache Produktivitätsentwicklung und die geringe private Investitionstätigkeit bleiben auch in Zeiten staatlicher Ausgabeprogramme große Hemmschuhe.“

Fed: Zinserhöhungen voraus, aber der Dollar bremst

Die Zinsprognosen für die USA haben sich mit dem überraschenden Ausgang der Präsidentschaftswahlen grundlegend geändert. Wilhelm rechnet nun mit bis zu drei Anhebungen der Leitzinsen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed): „Der Zinsschritt im Dezember ist so gut wie sicher. Im kommenden Jahr dürften dann ein bis zwei weitere folgen.“ Einen steileren Zinsanhebungspfad hält er hingegen für unwahrscheinlich, zumal die Fed auch die weitere Entwicklung des US-Dollars genau verfolgen dürfte. „Wir sehen den US-Dollar in einer Phase der Stärke und halten die Parität gegenüber dem Euro für möglich“, so Wilhelm. „Ein aufwertender Dollar bremst das Wachstum, das wird die Fed nicht unberücksichtigt lassen.“

US-Renditen steigen mit abnehmender Dynamik

Wilhelm rechnet mit moderat steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen: „Zum Jahresende erwarten wir bei den Papieren mit zehnjähriger Laufzeit ein Renditeniveau von 2,8 Prozent.“ Die USA bewegen sich somit in Richtung eines Zinsniveaus, das zuletzt Ende 2013 erreicht wurde.

Europa unter (politischer) Spannung

Beim Blick auf Europa hebt der Kapitalmarktstratege die politischen Risiken hervor, stehen doch mit Frankreich, den Niederlanden und Deutschland Wahlen in drei wichtigen Euro-Ländern an: „Die Populisten sind auch in Europa auf dem Vormarsch, und in Sachen Brexit hat noch keiner einen Plan. Politischer Dauerstress ist somit vorprogrammiert“, betont Wilhelm. Dabei wird es nach seiner Einschätzung immer schwerer, politische Ereignisse und vor allem deren Wirkung auf die Kapitalmärkte zu antizipieren. Umso wichtiger sei ein flexibler, reaktionsschneller Investmentansatz.

Trotz aller politischen Herausforderungen sieht Wilhelm an den europäischen Kapitalmärkten durchaus Chancen. Die Konjunktur beschreibt er als robust und rechnet mit einer Steigerung des BIP in der Eurozone um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Durch höhere Exporte in die USA sollten auch europäische Unternehmen vom Trump-Effekt profitieren“, erwartet Wilhelm. Ferner wird die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) locker bleiben. „Mario Draghi wird das Anleiheankaufprogramm über das Frühjahr hinaus verlängern“, meint Wilhelm. Das derzeit viel diskutierte Tapering, also das Herunterfahren der Ankäufe, hält er aktuell noch nicht für realistisch. Bei den Teuerungsraten sei allenfalls ein leichter Anstieg zu erwarten.

Leicht steigende Bundrenditen

Die europäischen Rentenmärkte dürften vor diesem Hintergrund mit deutlich weniger starken Renditeanstiegen konfrontiert sein als ihre US-amerikanischen Pendants. „Die Bundesanleihe bleibt der sicherste Hafen der Eurozone, das begrenzt den Renditeanstieg“, fasst Wilhelm seine Prognose von 0,7 Prozent zum Jahresende für zehnjährige Papiere zusammen. „Wir erleben auch in Europa eine kleine Zinswende, allerdings auf sehr niedrigem Niveau“, so Wilhelm. Deutlich skeptischer ist er für Anleihen aus der Euro-Peripherie, bei denen vor allem in Phasen der politischen Unsicherheit rund um die Wahlen mit Renditeaufschlägen und folglich fallenden Kursen zu rechnen ist.

Unternehmensanleihen weiter gut unterstützt

Hingegen bleibt das Umfeld für Unternehmensanleihen weiter aussichtsreich. „Überschaubare Inflation und moderates Wachstum sind keine schlechten Nachrichten für Corporate Bonds“, erläutert Wilhelm. „Die Unterstützung durch die Anleihekäufe der EZB wirkt ebenfalls positiv. Andererseits ist die Anlageklasse aufgrund der starken Kursentwicklung der vergangenen Jahre bereits ambitioniert bewertet.“

Aktien mit Kurspotenzial, Chancen bei Rohstoffen

Auch für Aktien bleibt der Kapitalmarkstratege optimistisch gestimmt: „Insbesondere US-Werte legen zur Zeit eine Trump-Rally hin.“ Angesichts der robusten Konjunktur traut er den Unternehmen Gewinnsteigerungen von fünf Prozent in den Vereinigten Staaten und sieben Prozent in der Eurozone zu. Zudem seien Aktien gerade im Vergleich zu Anleihen nach wie vor günstig bewertet. „Aktien sind auch im kommenden Jahr eine unverzichtbare Renditequelle“, ist Wilhelm überzeugt.

Nachdem bereits 2016 ein gutes Jahr für Rohstoffe war, sieht Wilhelm auch für diese Anlageklasse weiterhin Chancen. Sollte sich die OPEC auf eine Deckelung der Ölförderung einigen, befindet sich der Rohölmarkt nach Prognosen von Union Investment auf dem besten Weg ins Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. „Preise von 55 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent sind durchaus möglich, sobald der Produktionsüberhang abgebaut ist“, analysiert Wilhelm. „Bei Industrie- und einigen Edelmetallen wirken sich die Angebotskürzungen der letzten Jahre positiv aus.“

Emerging Markets: Selektion ist Trumpf

Die im Nachgang zur Wahl des neuen US-Präsidenten stark gewachsene Skepsis gegenüber den Schwellenländern teilt Wilhelm nur bedingt. „Ein stärkerer US-Dollar und eine mehr nach innen gerichtete amerikanische Volkswirtschaft bedeuten Gegenwind für die Emerging Markets“, erläutert der Stratege. „Auf der anderen Seite haben diese Länder in den vergangenen drei Jahren den perfekten Sturm aus festerem Dollar, China- und Rohstoffpreisschwäche überstanden.“ Das Segment sei somit wesentlich robuster geworden. „Allerdings wird bei Anlagen in den Schwellenländern die Differenzierung künftig noch wichtiger“, betont Wilhelm.

Anlagegrundsätze für 2017

2017 wird nach Einschätzung des Kapitalmarktstrategen ein Jahr, in dem sich Flexibilität auszahlt. Mit deutlichen Schwankungen in allen Marktsegmenten sei zu rechnen. „Moderne Multi-Asset-Lösungen sind in diesem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld das Mittel der Wahl, um flexibel zu reagieren und kurzfristig sich bietende Chancen zu nutzen“, so Wilhelm. „Dabei lohnt sich mehr denn je ein Blick über den europäischen Tellerrand.“ Und schließlich: „Nach Trump und Brexit sollten Investoren erst einmal auf Reflationierung setzen. Wir rechnen mit weiter leicht steigenden Zinsen und unter Schwankungen aufwärts gerichteten Aktienmärkten“, zieht Wilhelm ein positives Fazit.

Aktienmärkte dürften 2017 von mehr Wachstum und Inflation profitieren

von Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer für Aktien bei Fidelity International:

„Kaum etwas wird die Aktienmärkte im kommenden Jahr so sehr beeinflussen wie der neue US-Präsident. Donald Trumps Motto „Amerika zuerst“ dürfte 2017 zu einem Mantra für Anleger werden. Zwar müssen sie angesichts der Unwägbarkeiten der Trump-Regierung mit Phasen hoher Volatilität rechnen. Auch werden die Rahmenbedingungen für hoch bewertete defensive Werte schwieriger. Insgesamt aber dürfte die Politik der künftigen US-Regierung Risikoanlagen unterstützen.

Dabei wird insbesondere der US-Markt seine globale Vormachtstellung behaupten. Denn Trump geht es vor allem um eines: Wachstum. Die neue Regierung wird der US-Wirtschaft über Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben neuen Schwung verleihen. Und das ist für amerikanische Unternehmen gut. Deren Gewinne sind, nach zwei Jahren Stagnation, schon vor der Wahl gestiegen. Wir gehen basierend auf unserem internen Prognosemodell von einem Gewinnwachstum von 11,2 Prozent und einer Eigenkapitalrendite von 16,2 Prozent für 2017 aus.

Dazu könnte eine Rückholung der Barmittel in Höhe von einer Billion US-Dollar, die die S&P-500-Firmen auf ihren Bilanzen im Ausland haben, für Investitionen, Fusionen und Übernahmen sowie für höhere Renditen für Aktionäre über Dividenden und Aktienrückkäufe sorgen. In Europa dürften zwar die anstehenden Wahlen für mehr Schwankungen sorgen, insgesamt wäre eine stärkere US-Wirtschaft für den europäischen Markt aber positiv. Nicht ganz so eindeutig ist der Ausblick für die Schwellenländer. Zwar bedeutet ein kräftigeres US-Wachstum auch für sie günstigere Rahmenbedingungen. Aber nur, wenn protektionistische Maßnahmen ausbleiben. Zudem würden manche Emerging Markets unter einem stärkeren Dollar, der Gegenwind für die Rohstoffpreise bedeutet, leiden.

Auf Branchenebene dürften Pharma- und Finanzwerte sowie ausgewählte Technologieunternehmen profitieren. Banken sollte die Reflationierung der Wirtschaft sowie eine weniger strenge Regulierung unter Trump zugutekommen. Pharmatitel wiederum dürften sich aufgrund ihrer Innovationskraft, ihrer prall gefüllten Medikamenten-Pipeline und ihrer attraktiven Bewertung nach der zuletzt schwachen Performance gut entwickeln.“

von Charles McKenzie, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity International:

„Auch wenn die Renditen zuletzt gestiegen sind, brachte dieses Jahr Anleiheinvestoren doch solide Erträge. Seit Jahresbeginn sind die Renditen von Staatsanleihen per Saldo gefallen und die Zins-Spreads von Unternehmensanleihen zurückgegangen. Das wird sich 2017 allerdings kaum wiederholen. Vielmehr wird es noch schwieriger, ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. 

Dabei müssen sich Anleger aber keine Sorgen machen, dass sich der derzeitige Trend steigender Renditen bei Staatsanleihen fortsetzen wird und es zu einer Umkehr am Rentenmarkt kommt. Denn die langfristigen Trends, die die Renditen in den vergangenen zehn Jahren niedrig gehalten haben, sind intakt. Dazu zählen die schwache Produktivität, geringes Wachstum, die Alterung der Bevölkerung und die Staatsverschuldung. Zwar sehen wir Wachstum, es wird aber nicht so stark ausfallen, dass es massive Zinsstraffungen geben wird. Für die USA erwarten wir, dass die Federal Reserve die Zinsen 2017 um einen halben Prozentpunkt anhebt. Dagegen wird die Geldpolitik in der Eurozone und in Japan wohl unterstützend bleiben. 

Staatsanleihen bieten aber trotz des jüngsten Renditenanstiegs keine ausreichende Kompensation für die Risiken. Zudem ist der Konjunktur- und Kreditzyklus weit vorangeschritten, was wiederum für Unternehmensanleihen die erhöhte Gefahr von Ausfallrisiken mit sich bringt. Deshalb bleiben Anleihen insgesamt eine Herausforderung. Ein Abrücken von traditionellen Benchmarks kann helfen, unerwünschte Konzentrationsrisiken zu mindern. Dazu kommt die schwache Marktliquidität, die ebenfalls nicht für passive Benchmark-Strategien spricht. 

Stattdessen ist eine flexible Strategie entscheidend, die breit diversifiziert, alle Segmente des Unternehmensanleihemarktes berücksichtigt und Extremrisiken dynamisch absichert. Idealerweise nutzen Anleger einen Mix aus drei Strategien: Erstens ist es wichtig, von den unterschiedlichen Zinszyklen zu profitieren, indem sie ihre Durationsquellen diversifizieren. Zweitens sollten sie über die Beimischung von inflationsindexierten Anleihen nachdenken. Und drittens Unternehmensanleihen berücksichtigen. Dort ist das Investment-Grade-Segment interessant, da es noch ausreichendes Wertpotenzial bietet. Zudem rechnen wir damit, dass Anleger auf der Suche nach Rendite von Staats- in Unternehmensanleihen umschichten werden. Auskömmliche laufende Erträge bieten zwar Hochzinsanleihen. Da diese aber in etwa fair bewertet sind, ist der Risikopuffer, den die Papiere bei einer steigenden Volatilität bieten, sehr dünn.“

von James Bateman, Global Chief Investment Officer für Multi Asset bei Fidelity International:

„Auch 2017 könnte ein Jahr voller Überraschungen werden, die sich per definitionem nicht vorhersagen lassen. Aber einige Themen sollten Anleger im Hinterkopf behalten. Dazu gehört – nach Trumps Wahlsieg – eine Wiederaufnahme fiskalpolitischer Stimulusmaßnahmen, um die Wirtschaft in den Industrieländern anzukurbeln. Wenn es so kommt, könnte das das Ende der Blase an den Anleihemärkten bedeuten. 

Anleger sollten mit stärkerem Wachstum und höherer Inflation rechnen, auch wenn ich zu bedenken gebe, dass die Zinsen weniger schnell steigen könnten als vom Markt erwartet. Denn aller Voraussicht nach
werden die Regierungen Druck auf ihre „unabhängigen“ Zentralbanken ausüben, vorübergehend höhere Inflationsraten als Preis für eine Belebung ihrer schleppenden Wirtschaft zu tolerieren. Bis auf weiteres mag die Duration der erklärte Feind sein, aber dennoch gibt es nach wie vor Bereiche mit Wertpotenzial an den Anleihemärkten. Hierzu gehören vor allem Schwellenländeranleihen in Landeswährung. Sie könnten Anlegern ähnliches Aufwärtspotenzial wie Emerging-Markets-Aktien bieten, jedoch bei deutlich weniger Abwärtsrisiko und ausgestattet mit erheblichem Renditepuffer.

Auf der Aktienseite dürften Dividendentitel, die den Bullenmarkt seit 2009 kräftig angetrieben haben, viel von ihrem Glanz verlieren, wenn die Zinsen den Nullpunkt hinter sich lassen. Denn damit kehrt sich auch die Suche nach Rendite um, die Anleger dazu zwang, immer höhere Risiken einzugehen. Value-Aktien mussten seit der Finanzkrise erheblich Federn lassen. Ihnen könnte nun ein Comeback bevorstehen. Ob über aktive oder Smart-Beta-Strategien: Eine Anlage in Value-Aktien dürfte verglichen mit dem Gesamtmarkt bessere Resultate hervorbringen.

Ganz gleich, wie sich die Wirtschaftspolitik Trumps mittelfristig auswirkt: Schon heute sollten wir mit höherer Volatilität rechnen. Denn Trump und die Geopolitik insgesamt werden die Märkte zwischen Angst und Gier schwanken lassen. Von den möglichen politischen Umwälzungen in Europa im Zuge der Neuverhandlung der Beziehung zwischen Großbritannien und der Eurozone und den Wahlen in Frankreich und Deutschland ganz zu schweigen. Sie könnten eine kurzzeitige Trendumkehr an den Aktien- und Anleihemärkten sowie bei den Sektoren bewirken. Für Anleger ist es daher vermutlich sinnvoll, sich gegen Extremereignisse etwas abzusichern – beispielsweise über Engagements am Gold- und Ölmarkt. Zudem dürfte sich aktives Management ebenso auszahlen wie der Kauf von Risikoanlagen nach Schwächephasen und deren Reduzierung nach Erreichen von Bestmarken. Eine statische Allokation ist in 2017 aus heutiger Sicht jedenfalls nicht zu empfehlen.“

Emerging Markets: Eine Post-Trump-Bewertung

von Erik Knutzen, Chief Investment Officer – Multi Asset Class beim unabhängigen US-Asset-Manager Neuberger Berman.

„Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung. Was tun Sie, Sir?"

Diese viel zitierten Worte von John Maynard Keynes sind sehr passend in diesen überraschenden Zeiten. Im Oktober betonte ich noch die Chancen von Emerging-Market-Aktien und -Anleihen. Als Argumente für Aktien nannte ich die sich verbessernden wirtschaftlichen Fundamentaldaten und die attraktiven Preis-Gewinn-Verhältnisse, während ich bei Anleihen ihre relativ hohen Erträge lobte. Das ist passé. 

Letzte Woche hat unser Asset-Allocation-Committee den Rahmen für unsere Vermögensallokation in den globalen Märkten in den nächsten zwölf Monaten neu gesteckt: Infolge des unerwarteten Sieges von Donald Trump und der Aussicht auf ein Wirtschaftsprogramm mit niedrigeren Steuern, weniger bürokratischen Aufwand und erhöhten Regierungsausgaben heben wir unsere Einschätzung für US-Aktien in den nächsten zwölf Monaten auf leichte Übergewichtung an. Zur gleichen Zeit haben wir beschlossen, unsere 12-Monats-Prognose für Schwellenländer-Aktien und Emerging Market Debt zu senken.

Unser neuer, vorsichtiger Umgang mit den Schwellenländern ist von der Erkenntnis getrieben, dass sich das Umfeld verändert hat – und weiter schnell verändert. Aufgrund der Mischung aus höheren US-Zinsen, einem stärkeren Dollar und der Möglichkeit steigender Spannungen im Handel haben wir keine andere Wahl, als unsere Einschätzung zu den Emerging Markets zu überdenken. Und wie Keynes feststellte, ist es wichtig, sich die Flexibilität zu bewahren, schnell zu reagieren, wenn sich die Lage ändert.

Emerging Markets: Langfristig gute Chancen

Aber dieser Sinneswandel ist keine "deep sell"-Mentalität. Es gibt weiterhin tragfähige Argumente für Investments in den Schwellenländern und wenn man aktuelle Marktbewegungen verfolgt, sind Anleiherenditen und das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Aktien attraktiver als zuvor. Und während unsere Aktien- und Anleihen-Teams bei den kurzfristigen Aussichten in den Emerging Markets eher vorsichtig sind, sehen sie langfristig weiterhin verlockende Chancen in Schwellenländern. 

Sicher, Aktien gerieten stark unter Druck und Währungsverluste waren ein großer Störfaktor für die Performance. Doch es ist töricht, die aufstrebenden Märkte als einen monolithischen Block zu betrachten. Sie haben weiter viel Potenzial. Hartwährungsanleihen etwa werfen 5,8% ab und auch Rohstoffe haben nach der Wahl weiter ihre relative Outperformance geliefert. Tatsächlich könnten ausgewählte Schwellenländer von der US-Wachstumspolitik sehr profitieren.

Mögliche Handelsbeschränkungen etwa hätten weit mehr Auswirkungen auf Lateinamerika als auf Asien. Der "Mehrwert" der asiatischen Exporteure ist nicht leicht zu ersetzen. Und wenn Präsident Trumps viel gepriesene Infrastruktur-Ausgaben umgesetzt werden, steigert das auch die Nachfrage nach ausgewählten Rohstoffen und speziellem Know-how in Ingenieurwesen und Technologie. Außerdem ist zu bedenken, dass wenn die USA ihre heimische Energie- und Kohle-Produktion hochfährt, dies auch den Schwellenländern hilft, weil viele davon Nettoverbraucher sind.

Allerdings, China bietet weiterhin Anlass zur Sorge. Während die kurzfristige Position positiv bleibt, bestehen Risiken, dass die jüngsten Konjunkturmaßnahmen Blasen verursachen und auch die Abwertung der Währung ruft Besorgnis hervor, vor allem im Trump-Lager. Wie China in den nächsten zwölf Monaten reagiert, ist von entscheidender Bedeutung, nicht nur für die Emerging Markets, sondern für uns alle.

In den Graben gefahren

Vor diesem Hintergrund ist es ein vernünftiger Ansatz, mehr heimische Unternehmen ins Portfolio zu nehmen, die eine geringe Verschuldung aufweisen und zu einem vernünftigen Preis gehandelt werden. Dies kann dazu beitragen, die Gefahren durch Zinssensitivität und verminderten Welthandel zu minimieren.

In den Anleihemärkten hat der Trump-Sieg zweifellos negative Auswirkungen, sie erleben sowohl höhere Zinsen als auch steigende Risikoaversion. Steigendes Wachstum und die Reduzierung der Leistungsbilanzdefizite vieler Schwellenländer sollte jedoch helfen, das Risiko etwas zu mindern.

Keynes war übrigens nicht nur renommierter Ökonom, sondern auch begeisterter Kunstsammler. Auf dem Höhepunkt des ersten Weltkrieges reiste er nach Paris, um einen Not-Verkauf impressionistischer Kunst besuchen. Unter den Gemälden, die er kaufte, war auch Cézannes „Stillleben mit Äpfeln“. Zurück in England fuhr er nach Sussex, um seine Freunde von der Bloomsbury Group zu besuchen. In der Nähe ihres Hauses blieb sein Auto im Schlamm stecken. Nicht in der Lage, alle Bilder selbst zu tragen, versteckte Keynes den Cézanne hinter einem Baum in einem Graben, um ihn später abzuholen.

Heute scheint es, als wenn die Emerging Markets alle im Graben landen. Aber sie haben im Schnitt höhere Wachstumsraten, günstigere Demographie-Aussichten und verfügen über bessere Bilanzen als die Industrie-Länder. Genau wie beim Cézanne-Gemälde, wird die Zeit ihren Wert zeigen.


 

Den gesamten Kommentar in englischer Sprache finden Sie hier: http://www.nb.com/pages/public/en-us/insights/emerging-markets-a-post-trump-assessment.aspx

Opec-Treffen im Fokus

„Nach der US-Wahl sind die globalen Finanzmärkte nach wie vor dabei, die Erwartungen neu zu justieren. Die Überzeugung, dass die USA Wachstum durch steigende Fiskalausgaben anstatt QE-Programme und Sparmaßnahmen schaffen wollen hat große Reaktionen bei sämtlichen Assetklassen ausgelöst und Aktien, Anleiherenditen und den US-Dollar steigen lassen“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Ein starker Dollar neige dazu, einen negativen Einfluss auf den Rohstoffsektor zu haben. Dennoch hätten die Erwartungen an steigende Infrastrukturausgaben (nicht nur in China) und ein möglicher Opec-Deal am kommenden Mittwoch bisher Unterstützung für den Industriemetall- und Energiesektor geliefert.

Gold und insbesondere Silber hingegen bleiben weiter unter Druck. Grund dafür sei der aktuelle Fokus der Investoren auf andere Assetklassen. „In Anbetracht des starken Dollars lohnt jedoch ein Blick auf den Goldpreis in anderen Währungen. Insbesondere die Währungen in China und Indien, den zwei größten Käufern von physischem Gold weltweit, sind in den vergangenen Wochen schwächer geworden“, sagt Hansen. Mit Blick auf 2017 glaubt Hansen jedoch nicht, dass die Renditen und der Dollar über den Januar hinaus weiter steigen werden. „Sollte sich diese Annahme bestätigen und die Inflation weiter steigen, könnte die Unterstützung für Gold und Silber wiederhergestellt werden“, sagt Hansen.

Die Ölmärkte haben seit September wieder Fahrt aufgenommen. Damals begann die Opec, inmitten eines steigenden Angebots und fallenden Preisen, bei einem Meeting in Algier auf einen Beschluss zur Produktionskürzung hinzuarbeiten. „Wir glauben, dass die Opec ihre Produktion kürzen wird. Jedoch haben die Fragen, um wie viel die gekürzt wird und von welchen Opec-Mitgliedern, die Ölpreise seit Monaten stagnieren lassen“, sagt Hansen. Eine erfolgreiche Einigung dürfte die Ölpreise wieder über die Marke von 50 USD pro Barrel steigen lassen, während ein schwaches Abkommen den Kurs wieder unter 45 USD pro Barrel drücken könnte. „Auch wenn wir glauben, dass zu einem Beschluss kommen wird, bleibt die Frage, wie geschlossen das Kartell bleibt, wenn sie diesen präsentieren wird“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Singapur – Aufgeschlossen für Geschäfte

von Jason Pidcock, Manager des Jupiter Asia Pacific Income SICAV.

Eigentlich meide ich bei meinem Fonds Volkswirtschaften und Unternehmen, bei denen sich die Regierungen stark involvieren. Singapur ist der Markt, wo ich meine eigene Regel breche. Warum? Weil dort die Regierung denkt und funktioniert wie ein Unternehmen.

Eine Erfolgsgeschichte

Wie Hongkong ist Singapur ein kleines Land, das stark von seiner Kolonialvergangenheit profitiert hat. Die Infrastrukturausgaben, die es als britischen Handelsposten etabliert haben, seine Achtung der Rechtsstaatlichkeit und die relative politische Autonomie haben alle dazu beigetragen, die Grundmauern für ein modernes globales Finanzzentrum zu legen. Darüber hinaus hat Singapur in den 50 Jahren seit seiner Unabhängigkeit vom benachbarten Malaysia wohl einige der besten politischen Führungsriegen weltweit gehabt. Clevere Regierungen haben die Wirtschaft mitgesteuert und die Früchte ihrer gewissenhaften Führung lassen sich heute an der übergroßen Wirtschaftsstärke sowie der fiskalischen Robustheit ablesen.

Eine der wichtigsten Entscheidungen der Regierung war die Identifizierung bestimmter Industriesektoren, in denen Singapur ein Kompetenzzentrum werden konnte. Sie hat umfangreiche Privatinvestitionen der weltgrößten Akteure in diesen Bereichen angelockt und ihnen im Gegenzug eine Kombination aus Steuervergünstigungen, einer hervorragenden Infrastruktur, einem geschäftsfreundlichen Umfeld und einer großartigen Lebensqualität geboten. Dieser Plan hatte durchschlagenden Erfolg und hat dazu beigetragen, Singapur zu einem globalen Player in Sektoren wie Pharmazie und Technologie zu machen.

Ein internationaler Markt

In Singapurs Wirtschaftsmodell übertreffen seine Importe und Exporte bei weitem seine Binnenwirtschaft. Das macht das Land zu einer sehr offenen Wirtschaft, die stark vom Tempo des Welthandels beeinflusst wird. Wenn der Welthandel nachlässt, wie er es in den letzten Jahren getan hat, dann kann das Wirtschaftswachstum in Singapur den gleichen Weg einschlagen. Trotzdem wachsen einige Sektoren bei diesem Szenario sogar weiter, während andere einbrechen. Deshalb fühlen wir uns mit unseren Positionen in Singapur wohl, auch wenn seine BIP-Wachstumsraten im Vergleich zu schneller wachsenden, asiatischen Schwellenländern relativ niedrig wirken. Warum? Weil wir in Singapur nicht auf die gleiche Art und Weise investieren wie in anderen Schwellenländern. Auf den Philippinen möchten wir uns beispielsweise vor allem auf den heimischen Konsum ausrichten, da wir die Aussichten für die lokale Wirtschaft sehr optimistisch beurteilen. Im Gegensatz dazu könnte das Wachstum in Singapur noch für einige Zeit niedrig sein. Aber das bedeutet nicht, dass die Unternehmen keine ansehnlichen Erträge liefern.

Das Wichtigste ist, dass die Qualität der Unternehmen in Singapur sehr hoch ist. Trotz der begrenzten verfügbaren Fläche sind dort über 7.000 multinationale Unternehmen tätig, darunter 20 der weltgrößten Konzerne. Gemeinsam mit Hongkong ist Singapur für multinationale Firmen eines der führenden Länder, wenn es um den Sitz ihrer globalen Aktivitäten geht - ein Trend, der meiner Erwartung nach andauern wird, da sich die Balance des globalen Wirtschaftseinflusses Richtung Osten verschiebt.

Wie ich investiere

Besonders attraktiv bei Aktien aus Singapur sind für mich die gesunden Dividendenrenditen, die es dort gibt. Zu den Unternehmen mit Sitz in Singapur zählen viele reife, gut geführte Firmen mit einer großenteils globalen Ausrichtung, was zu ihrem Status als nachhaltige und hohe Dividendenquellen beiträgt. Und da die lokalen und globalen Volkswirtschaften nur langsam wachsen, sind die Zinsen in Singapur sehr niedrig, was die Attraktivität eines ertragreichen Unternehmens steigert, da für lokale Anleger der Unterschied zwischen Anleiherenditen und Unternehmenserträgen groß ist. Gleichzeitig ist die Währung in der Regel stabil: Die Regierung ist ein Nettogläubiger und fördert die Preisstabilität, indem sie die Währung in ziemlich engen Bahnen managt. In Singapur wurde 2002 der erste Real Estate Investment Trust (REIT) gelistet. Heute hat sich der Aktienmarkt durch diese Kapitalgesellschaften im Immobiliensektor gewandelt. Gelistete REITS machen fast 10 Prozent der Gesamtkapitalisierung des singapurischen Marktes aus und mit Renditen von etwa 6-7 Prozent bieten sie üblicherweise einen attraktiven Zugang zum florierenden Immobiliensektor sowie regelmäßige Erträge.

Stabil, attraktiv und profitabel

Da Singapur ein Stadtstaat ist, kann seine Regierung anders planen als die meisten anderen Länder. Diese kann beispielsweise sicherstellen, dass das gesamte Transportsystem sinnvoll miteinander verbunden und die lokale Infrastruktur zugunsten der lokalen Bevölkerung mit der neusten Technologie ausgestattet ist. Außerdem kann sie den besten lokalen investierbaren Unternehmen lukrative Verträge anbieten. Wie auch die anderen Industrieländer der Region spürt Singapur allmählich die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen seiner alternden Bevölkerung. Während dieses Thema in jedem Markt die Frage nach den Abhängigkeitsquotienten aufwirft, hebt es aber auch die Art von Unternehmen hervor, die in den kommenden Jahren florieren könnten, z.B. in den Bereichen Tourismus und Gesundheit. Robotertechnik und eine weitere Urbanisierung könnten ebenfalls die Produktivitätsrückgänge einer alternden Bevölkerung wettmachen.

Das läuft auf einen Markt hinaus, der eine gewisse Stabilität und Vorhersehbarkeit, die selbst für ein Industrieland unüblich sind, mit einigen der profitabelsten und produktivsten Unternehmen der Welt kombiniert - und das alles im Rahmen einer starken Kultur, diese Gewinne in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückzugeben. Zudem erlaubt mir die anlagefreundliche Kultur in Singapur, mit einigen der bestgeführten Dividendenzahlern der Welt zu kommunizieren, sie zu verstehen und letztendlich in sie zu investieren. Das macht das Land zu einem wichtigen Bestandteil des Jupiter Asia Pacific Income SICAV Fonds.

Zunehmende Volatilität fordert einen starken aktiven Anlageansatz im Anleihebereich

von Hervé Hanoune, Leiter Fixed Income bei Vontobel Asset Management.

Die Entscheidung der US-Wähler für Donald Trump kam überraschend − für die Wahlforscher wie auch die Finanzmärkte. Nach anfänglichen Turbulenzen erholten sich die Finanzmärkte bald wieder und antizipierten zunächst die positiven Seiten von Trumps Programm. Dazu gehört die Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA, geplante Infrastrukturausgaben, aber auch Steuersenkungen für Haushalte und Unternehmen, was die wirtschaftliche Aktivität insgesamt beflügeln würde. Gleichzeitig gab es aber auch immer wieder Phasen der Ernüchterung. Zum einen bleibt die Unsicherheit mit Blick auf Trumps politischen Kurs bestehen und zum anderen dürften geplante fiskalische Stimulus-Massnahmen die Inflation anheizen. Wir gehen davon aus, dass auch künftig die Volatilität an den Märkten hoch bleibt.

Doch was bedeutet dies für Anleiheanleger? Die Zunahme der Volatilität legt einen sehr aktiven Anlageansatz nahe, denn Anleihen bieten zu jeder Zeit Wertpotenzial. Aktuell erachten wir Unternehmensobligationen als weiter interessant, teilweise im Investment Grade-Bereich aber vor allem bei Hochzinsanleihen, Hybridanleihen und Schwellenländern. Die Gewinnentwicklung von Unternehmen ist weltweit relativ stabil und die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist gering, was für geringe Kredit-Ausfallraten spricht. Weiterhin erachten wir Anleihen aus der europäischen Peripherie als interessant, allen voran Portugal. Nicht minder wichtig ist das Thema Währungen. Wir bearbeiten das Thema aktiv über liquide Instrumente mit begrenztem Risiko (Optionen) und erachten Währungen als wichtige Renditequelle im Portfoliokontext. Gerade der ‚Greenback‘ dürfte von der Zinsdifferenz gegenüber asiatischen Währungen profitieren. Hierzu gehören der chinesische Renminbi, der koreanische Won und der Singapur Dollar. Diversifikation ist dabei jedoch entscheidend, das heisst wir vermeiden stets, dass ein bestimmtes Thema die Risikoallokation unseres Portfolios dominiert. Zudem halten wir als Absicherung gegen eine höhere Volatilität eine Long-Position im Volatilitätsindex VIX. Dieser bezieht sich auf den S&P 500 und drückt die erwartete Schwankungsbreite des Marktes aus. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen einen eher ruhigen Markt erwarten, der sich ohne große Kursschwankungen bewegen wird.

Kurzfristiges Wachstum und langfristige Risiken

von Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Unsere längerfristigen Risikoszenarien fokussieren sich auf Europa, Japan und China. Alle drei Länder bzw. Regionen leiden unter einer wachsenden Schuldenlast und haben bei der Umsetzung von Strukturreformen, die zu einem nachhaltigeren Wirtschaftswachstum beitragen könnten, kaum Fortschritte erzielt. Politische Unterstützung kam vor allem von den Notenbanken, die mit immer extremeren Maßnahmen Vermögenswerte aufgebläht und die Volatilität unterdrückt haben. Fiskalische Stimuli tragen zu einer Verstärkung dieser Ungleichgewichte bei, helfen aber auch, die Wirtschaft zu stützen.

Wir halten die Ungleichgewichte in den genannten Ländern bzw. Regionen für höchst problematisch und gehen davon aus, dass sich der Neuausrichtungsprozess volatil gestalten wird. Da das Potenzial der Geldpolitik praktisch ausgeschöpft ist, könnten die Märkte einem neuen Regime entgegensteuern, was das Umfeld für Risikoanlagen noch schwerer gestalten würde. Kurzfristige Faktoren deuten nichtsdestotrotz darauf hin, dass dies allerdings erst einmal unwahrscheinlich ist. Trotzdem halten wir schon jetzt Ausschau nach Impulsgebern, die eine solche Veränderung herbeiführen könnten.

Europa: Politische Spannungslinien

Wenn am Markt ein kurzfristiges Risiko für einen Regimewechsel besteht, müsste der Impuls dafür aus der Eurozone kommen. Frankreich und Deutschland stehen 2017 Wahlen ins Haus. Angesichts der bevorstehenden Wahlen sowie der erhöhten Staatsausgaben für Flüchtlinge und Sicherheit ist die Fiskalpolitik in der Eurozone vom Spar- auf den Lockerungsmodus umgeschwenkt. Die Europäische Kommission toleriert bereits gewisse Haushaltsabweichungen und dürfte die Regeln für die Eurozone weiter flexibilisieren und sich noch entgegenkommender zeigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) verschafft mit ihren Anleihekäufen den Staaten ebenfalls Spielraum für höhere Schulden, die einen Teil der Stimulierungslast von der EZB nehmen würden. Fiskalausgaben würden außerdem der EZB mehr Anleihen zum Kauf einbringen und damit Sorgen vor einer Drosselung der Käufe mangels EZB-fähiger Papiere zerstreuen.

Aus unserer Sicht haben diese politischen Herausforderungen das Potenzial, die bestehenden Spannungslinien in der Eurozone und Europa als Ganzes zu vertiefen. Da Europa in der Regel eine Politik der kleinen Schritte betreibt, dürften diese Spannungslinien weiter zunehmen, bis schlussendlich eine Krise entschiedenere Maßnahmen zur Reformierung der EU auslöst.

Japan: Monetärpolitik und die Gefahr einer ausufernden Inflation

In Japan hat sich ein großer Schuldenberg angehäuft. Dieser wird jedoch zum größten Teil von den Japanern selbst getragen, die nach wie vor Vertrauen in die Kreditwürdigkeit ihres Staates haben. Die Staatsschulden dürften im Zuge neuer fiskalischer Stimuli weiter steigen. Allerdings hat die Bank of Japan mit ihrem jüngsten geldpolitischen Ansatz eine clevere Möglichkeit zur Finanzierung dieser Schulden gefunden, ohne gleich den Übergang zum Helikoptergeld ankündigen zu müssen. Je mehr Anleihen die Regierung ausgibt, desto mehr wird die japanische Notenbank im Rahmen ihrer Politik aufkaufen, um die 10-jährigen Zinsen nahe null zu halten. Mit der Zeit dürfte diese Dynamik schließlich zu Inflation führen, die laut Notenbank den Zielwert von 2 Prozent künftig auch überschreiten darf, dann aber möglicherweise nur noch schwer einzudämmen sein wird. Inflation würde der Schuldensituation der Regierung sicherlich zugutekommen, auf der anderen Seite jedoch die Ersparnisse einer alternden Bevölkerung von Anlegern heimischer Anleihen aufzehren. Dies könnte einen Wendepunkt für die inländische Unterstützung japanischer Staatspapiere bedeuten, wenngleich dies kurzfristig eher unwahrscheinlich erscheint.

China: Stabilität und Nachhaltigkeit

China hat die am stärksten wachsende Verschuldung, zu der vor allem der Privatsektor des Landes beiträgt (neben den Staatsbetrieben). Unsere Sorge besteht darin, dass mit einem Teil dieser Schulden unproduktive Vermögenswerte finanziert und diese letztendlich massive Zahlungsausfälle verursachen werden, da sie das für die Schuldenrefinanzierung benötigte Wachstum nicht liefern können. Irgendwann wird Chinas Privatsektor an den Punkt kommen, an dem an einem Abbau der Schulden kein Weg mehr vorbeiführt. Sollte diese Entschuldung wiederum durch Insolvenzen vollzogen werden, sehen wir die Notwendigkeit einer umfassenden Bankenrekapitalisierung. Kurzfristig fokussiert sich die Regierung jedoch eher auf Stabilität als auf Reformen (das Bruttoinlandsprodukt wuchs das dritte Quartal in Folge um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und daran dürfte sich bis zum nationalen Volkskongress Ende 2017 auch nichts ändern.

USA: Trump-Wahlsieg mindert Chancen einer baldigen Leitzinserhöhung

Am 9. November wurde Donald J. Trump zum designierten US-Präsidenten gewählt und die republikanische Partei konnte sich in beiden Kongresskammern die Mehrheit sichern. Viele Umfragen hatten bis zuletzt auf ein enges Rennen hingedeutet, das Ergebnis kam für die Märkte dann aber doch überraschend. Es ist gut möglich, dass die US-Notenbank Fed aufgrund des Wahlausgangs die Zinsen in naher Zukunft nicht erhöhen wird. Die Erwartungen dass sich die Fed im Dezember abermals in Zurückhaltung übt, dürften die US-Zinsen auf kurze Sicht sinken lassen. Der Markt muss das Wahlergebnis und dessen potenzielle politische Auswirkungen erst noch verdauen und in dieser Zeit werden die Spreads unter Druck bleiben. Sollten restriktivere finanzielle Bedingungen zu einer Abkühlung der US-Wirtschaft führen, könnten die Umsätze und Gewinne der Unternehmen unter Druck geraten werden.

Fazit: Ausloten der kurz- und langfristigen Szenarien

Im heutigen Umfeld sollten Anlagen in Zinspapieren unserer Ansicht nach dazu dienen, die Differenzen zwischen dem kurz- und dem langfristigen Ausblick abzuwägen. Wir sind der Auffassung, dass der relativ positive kurzfristige Ausblick dafür spricht, das Engagement in höher rentierlichen Sektoren des Rentenmarkts beizubehalten. Allerdings deuten die langfristigen Risiken letztendlich darauf hin, dass das Umfeld für Wirtschaftswachstum und Risikoanlagen schwieriger wird. Ein solches langfristiges Base-Case-Szenario dürfte sich schwer vermeiden lassen.

Es ist am wahrscheinlichsten, dass die Politik in den nächsten sechs bis zwölf Monaten akkommodierend bleibt und das Wirtschaftswachstum in den meisten großen Volkswirtschaften unweit bzw. leicht über der Trendrate verharren wird. Dieses Umfeld hat bisher sehr förderlich auf die Risikonachfrage am Rentenmarkt gewirkt. Wir sind uns jedoch auch der potenziellen Risiken für dieses Szenario sowie der Möglichkeit bewusst, dass regimeverändernde Katalysatoren ohne große Vorwarnung auftauchen könnten. Diese Herausforderung gehen wir vorzugsweise durch Strategien an, die Long- und Short-Positionen kombinieren, um das Rendite- und Kurspotenzial zu erhalten und gleichzeitig eine Absicherung gegen das Risiko systemischer Veränderungen der Spreads oder Zinssätze zu bieten.

Eine Gefahr kann eine andere verbergen

„Im Gegensatz dazu, was landläufig behauptet wird, stellt Donald Trumps Wahlsieg keinen fundamentalen Bruch dar – zumindest nicht für die Finanzmärkte“, sagt Christopher Dembik, Head of Macro Analysis bei der Saxo Bank. Daher habe die US-Notenbank keinen Grund dafür, die für den kommenden Dezember erwartete Zinserhöhung zu verschieben.

Doch eine Gefahr könne eine andere verbergen. Kurzfristig sei nämlich das größte Problem nicht eine US-Rezession, sondern die mögliche Rückkehr der politischen Unsicherheit in Italien. „Sollte dort Ministerpräsident Matteo Renzi das Referendum über die Verfassungsreform an diesem Sonntag verlieren, könnte das Land wieder in eine politische Instabilität zurückfallen“, sagt Dembik.

Zudem sei der Dezember ein guter Zeitpunkt, um sowohl gute als auch schlechte Nachrichten zu verkünden. „Japans Versuche aus dem wirtschaftlichen Teufelskreis auszubrechen waren nicht erfolgreich, daher ist das Land der aufgehende Sonne der Hauptverlierer dieses Jahres“, sagt Dembik. Auch Polen habe sich mit der Herabsetzung des Renteneintrittsalters einen ordentlichen Fehltritt geleistet, da es eine Maßnahme sei, die nicht budgetiert ist und zwangsläufig zu Steuererhöhungen führen werde. Ägypten hingegen sei positiv hervorzuheben. „Das Land hat eine Lektion gelernt: Eine schwache Wirtschaft braucht eine schwache Währung. Nun bewegt es sich in die richtige Richtung“, sagt Dembik abschließend.

Den vollständigen Kommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

T. Rowe Price - Marktausblick 2017

Trotz des ungleichen Wachstums bieten Aktien- und Rentenmärkte auch im Jahr 2017 attraktive Chancen für Anleger – davon sind die Investmentexperten von T. Rowe Price überzeugt.  Während die Stimmung an den globalen Aktienmärkten angesichts des fortgeschrittenen Bullenmarkts zunehmend geteilt ist, dürften in den USA die Gewinne beim S&P 500 in den kommenden beiden Jahren wieder anziehen. Die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere sollten aufgrund sich ausweitender Spreads gute Anlagemöglichkeiten eröffnen. Auch die Aussichten für das Wachstum der Schwellenländer sind positiv. 

Leichte Verbesserung der Weltwirtschaft erwartet

Das Wirtschaftswachstum hat im zweiten Halbjahr 2016 angezogen, da die Auswirkungen der Rohstoffpreiseinbrüche zurückgehen. 2017 wird die Weltwirtschaft zunehmend unter dem Einfluss der Notenbanken stehen. So dürfte die Federal Reserve (Fed) in den USA schrittweise die Normalisierung ihrer Geldpolitik fortsetzen und voraussichtlich bereits im Dezember 2016 die Zinsen erhöhen. Die solide Entwicklung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt in Richtung Vollbeschäftigung dürfte den Kurs der Fed stützen: Laut des Anfang November veröffentlichten Arbeitsmarktberichts der US-Regierung setzte sich der Beschäftigungsaufbau weiter fort. „Die US-Wirtschaft hat Spielraum, sich weiterzuentwickeln, das kurzfristige Rezessionsrisiko ist gering“, sagt Alan Levenson, US-Chefvolkswirt bei T. Rowe Price.
Außerhalb der USA testen die Industriestaaten mit ihrer expansiven Geldpolitik die Grenzen aus. Die Leitzinsen liegen seit geraumer Zeit weitgehend bei null. Gleichzeitig bleibt die Inflation in diesen Ländern meist unter den Zielen der Zentralbanken zurück. Eine niedrige Inflation dürfte sich auch in den Emerging Markets abzeichnen, wenn sich die Währungen stabilisieren. 

Der Schuldenabbau erfolgt in den Industrieländern auf unterschiedlichen Pfaden. In den USA und Großbritannien verringern sich die Schuldenniveaus tendenziell. Dagegen treten die restlichen entwickelten Märkte – mit Ausnahme von Japan – eher auf der Stelle oder verzeichnen steigende Verbindlichkeiten. In einigen anderen aufstrebenden Volkswirtschaften sind die Schulden sogar deutlich gestiegen. So beträgt Chinas Schuldenlast inzwischen mehr als 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

„Wir erwarten eine leichte Verbesserung des globalen wirtschaftlichen Umfelds im Jahr 2017 – unterstützt durch das Anziehen des Wachstums in den USA, Kanada, Brasilien und Russland. Dennoch könnten durch Entschuldungen und Restrukturierungen Schwierigkeiten entstehen“, lautet die Prognose von US-Chefvolkswirt Levenson für die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Makroökonomische und politische Entwicklungen dominieren globale Aktienmärkte

Eine längere Phase steigender Kurse ist der Grund dafür, dass die Stimmung an den globalen Aktienmärkten zunehmend geteilt ist. Einerseits bietet der Markt Chancen, mit einer selektiven Aktienauswahl Erfolge zu verbuchen. Andererseits steigen im Zuge der hohen Bewertungen auch die Marktrisiken. 

In diesem Umfeld gehören politische Ungewissheit und Wähler-Protest inzwischen zur Tagesordnung. Diese Phänomene bringen zum Ausdruck, dass die Menschen in zahlreichen Ländern die wirtschaftliche Ungleichheit verstärkt in Frage stellen. Darauf könnten die politischen Verantwortlichen mit fiskalischen Impulsen reagieren, um konjunkturelle Schwankungen auszugleichen.

„Solange der Bullenmarkt andauert, dominieren makroökonomische und politische Entwicklungen wie die Aussichten für China, die Sorge über Europa und die Volatilität bei Energie- und Rohstoffpreisen die globalen Aktienmärkte wie nie zuvor“, lautet die Einschätzung von Chris Alderson, Leiter des Teams für globale Aktien bei T. Rowe Price.

Zwar sollten angemessene Bewertungen, ein moderates globales Gewinnwachstum sowie kapitalstarke Unternehmensbilanzen den globalen Aktienmärkten im Jahr 2017 Rückenwind verleihen. Dennoch sollten Anleger ihre Renditeerwartungen zurückschrauben. „Für geduldige, langfristig ausgerichtete Investoren bietet Unsicherheiten in der Regel Kaufgelegenheiten. Wir setzen weiterhin auf globale Aktien, auch wenn die Renditen moderater ausfallen dürften“, sagt Alderson.

Insbesondere die Fundamentaldaten der Schwellenländeraktien dürften sich unterschiedlich zeigen. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Auswahl einzelner Titel. Emerging-Market-Aktien, die langfristiges Wachstum versprechen, sollten wieder an Stärke gewinnen und so Renditechancen in einem Umfeld bieten, in dem die Weltwirtschaft langsamer wächst. „Die Titelauswahl, sowohl in den entwickelten Ländern als auch in den Schwellenländern, wird noch wichtiger, um positive Renditen zu erzielen“, fasst der Experte für globale Aktien zusammen. 

Amerikanische Aktien: Gewinne beim S&P 500 ziehen wieder an 

Für US-Aktien gilt im Jahr 2017, dass steigende Zinssätze mit steigenden Aktienkursen einhergehen können, insbesondere wenn die Renditen unter fünf Prozent liegen. „Wir glauben nicht, dass langsam steigende Zinsen über die nächsten 12 bis 18 Monate für Aktien zum Stolperstein werden“, betont Larry Puglia, Portfoliomanager und verantwortlich für die US Large Cap Growth Equity Strategy von T. Rowe Price.

Eine Trendwende zeichnet sich allerdings für defensive Sektoren mit geringer Volatilität ab: „Unternehmen aus der Versorgungs-, Telekommunikations- und Grundnahrungsmittelbranche haben im Jahr 2016 gut abgeschnitten. Das könnte sich jedoch ab 2017 ändern“, so die Prognose des Portfoliomanagers. Dagegen seien die Aussichten für die Indizes Russell 1000 Growth, Russell Mid-Cap Growth und Russell 2000 Value positiv. „Informationstechnologie und Gesundheitswesen sind aus unserer Sicht die Branchen mit den attraktivsten Bewertungen“, sagt Puglia.

Die Erträge des S & P 500 dürften in den Jahren 2017 und 2018 wieder anziehen, was auf eine deutliche Verbesserung der Energiepreise zurückzuführen ist. Allerdings seien die Analysteneinschätzungen manchmal zu optimistisch, sodass nach Ansicht des Experten auch Vorsicht geboten ist. Denn die Dividendenrendite bei zehnjährigen Staatsanleihen befindet sich bereits in der Nähe ihres Allzeithochs. 

Globale Rentenmärkte: Straffung der US-Zinspolitik bietet Chancen

„Historisch niedrige Renditen bleiben offenbar in vielen internationalen Rentenmärkten weiterhin bestehen. Im Gegensatz dazu dürften die Leitzinsen in den USA allmählich erhöht werden“, sagt Quentin Fitzsimmons, Co-Portfoliomanager des Global Aggregate Bond Funds bei T. Rowe Price. Nach Meinung des Experten sei auf der ganzen Welt die Geduld für die expansive Geldpolitik der Zentralbanken vorhanden, solange das Wirtschaftswachstum niedrig bleibt. Für Anleger bietet das Zusammenspiel von langsamer, aber erkennbarer Straffung der Zinspolitik in den USA und einer festen Verankerung der japanischen und kerneuropäischen Anleiherenditen sogar signifikante Chancen, die Spread-Ausdehnungen zwischen den internationalen Märkten und die Variationen der Zinsstrukturkurven zu nutzen.

„Die Investoren hinterfragen sowohl das Gleichgewicht zwischen Geld- und Finanzpolitik, als auch die stärkere Abhängigkeit der Finanzpolitik und die damit verbundenen Auswirkungen auf festverzinslichen Anlagen“, erklärt Fitzsimmons. „Zugleich treibt die Erholung der Ölpreise die bislang schwachen Inflationsraten, was wiederum eine Neubewertung von festverzinslichen Wertpapieren erfordert.“ Anleger, die weltweit in fest verzinsliche Papiere investieren, werden nach Ansicht des Portfoliomanagers weiterhin belohnt, weil sie verschiedene Länderkonjunkturzyklen miteinander verknüpfen. Insbesondere bei Staatsanleihen, die traditionell nicht Teil des globalen festverzinslichen Anlageuniversums sind, bieten sich Möglichkeiten. 

Die Kreditmärkte profitieren weiterhin von der Bilanzausweitung und den Ankaufprogrammen der Zentralbanken sowie von der Unsicherheit an den Energiemärkten. Bleibt die Volatilität in diesem Umfeld gering, kann sich eine entsprechende Titelauswahl für Anleger auszahlen. 

Wachstumsaussichten für Emerging Markets positiv

„Nach einem bislang sehr starken Jahr sind Investoren sowohl auf internationalen als auch auf inländischen Emerging Markets für 2017 generell bullisch eingestellt“, sagt Samy Muaddi, Portfoliomanager und bei T. Rowe Price verantwortlich für die Emerging Markets Corporate Bond Strategy. Zahlreiche Faktoren sprechen für langfristige Anlagen in dieser Assetklasse. So haben sich dank entschiedener politischer Reformen in den Schlüsselmärkten, der gestrafften Haushaltsbudgets, der gesunden Leistungsbilanzen und der Stärkung der Wachstumsaussichten die makroökonomischen Fundamentaldaten in den Schwellenländern allmählich verbessert.

Auch aus fiskalischer Perspektive sind die Schwellenländer heute weniger anfällig, da die Prognosen für die Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt in den Schwellenländern deutlich unter denen der G7-Volkswirtschaften liegen. Dennoch sind sowohl die Geldpolitik der Schwellenländer als auch die Inflationserwartungen zunehmend uneinheitlich. Während Länder wie Russland, Brasilien und Indien die Zinsen senken dürften, werden andere Länder wie Südafrika und Kolumbien sie wahrscheinlich erhöhen. 

Die neuen politischen Führungen in Märkten wie Brasilien, Argentinien und Indonesien tragen dazu bei, die positiven Marktveränderungen voranzutreiben. „Nach mehreren Jahren des relativ geringen Wachstums haben die Schwellenländer begonnen, die entwickelten Märkte zu überholen“, so die Einschätzung von Portfoliomanager Muaddi.

Dagegen stellen Chinas wirtschaftliche Transformation und die erhebliche Schuldenlast wesentliche globale Risiken dar, die es zu managen gilt. Entsprechend sollte sich das Wachstum langfristig verlangsamen. Gleichzeitig dürfte sich die Volatilität fortsetzen, da die Effektivität der staatlichen Anreize nachlässt. Weitere Risiken sind die politische Unsicherheit in den USA sowie die Richtung, die der Dollar einschlägt. „Dennoch erkennen die Anleger zunehmend an, dass das Engagement in Schwellenländer-Unternehmensanleihen im aktuellen Niedrigzinsumfeld dazu beitragen kann, das Anleihenportfolio zu diversifizieren und die Rendite zu erhöhen“, erklärt Muaddi.

China immer noch am "Kredittropf"

von Joep Huntjens, Lead Portfolio Manager, Asian Debt Hard Currency & EM Corporate Debt bei NN Investment Partners.

Chinas Wirtschaft ist in diesem Jahr mit geradezu unheimlicher Gleichmäßigkeit gewachsen. Das BIP legte im dritten Quartal um 6,7 Prozent zu und damit um genau dieselbe Zuwachsrate wie in den beiden vorangegangenen Quartalen. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, der die Anlegerstimmung maßgeblich beeinflusst, stieg im Jahresverlauf überwiegend stetig an. In der zweiten Jahreshälfte 2015 ging es noch abwärts. Anlegern vermittelt eine solche Beständigkeit ein Gefühl der Sicherheit. Entsprechend verbuchte der asiatische Markt für US-Dollar-Anleihen im bisherigen Jahresverlauf einen Zuwachs von 8,2 Prozent (Stand Oktober 2016).

Das Problem ist allerdings, dass China sich weiterhin auf staatliche Konjunkturfördermaßnahmen – und höhere Schulden – verlässt, um seine wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Seit der globalen Finanzkrise hat sich die Verschuldung auf 250 Prozent der Wirtschaftsleistung vervierfacht. Die Verschuldung wird vor allem durch die Kreditvergabe an chinesische Unternehmen forciert. Tatsächlich hat das Land hier bereits ein Niveau erreicht, das weit über dem anderer Emerging Markts und vielfach sogar über dem durchschnittlichen Schuldenstand entwickelter Volkswirtschaften liegt.

Chinas Fokus auf wirtschaftliche Stabilität kann nur eines bedeuten: Zentrale Marktreformvorhaben sind zum Erliegen gekommen. Das zeigt sich vor allem im Bereich der Staatsunternehmen, Dreh- und Angelpunkt der chinesischen Wirtschaft. Genau hier setzt die chinesische Industriepolitik an, um die Entwicklungsziele des Landes umzusetzen. Im vergangenen Jahr betrug die Gesamtkapitalrendite des staatlichen Sektors geschätzte 2,8 Prozent gegenüber 10,5 Prozent in der Privatwirtschaft. Grund: mangelnder Wettbewerb am Markt und Überkapazitäten. 

Bislang versucht Peking, ineffizienter Unternehmensführung vor allem dadurch beizukommen, dass diese Großunternehmen mit anderen zu noch größeren Konglomeraten verschmolzen werden. Seit Ende 2014 fanden Fusionen im Werte von rund einer Billion US-Dollar statt. Doch das wird die Grundprobleme von Überkapazitäten und ineffizienter Ressourcenverteilung kaum lösen. Mit Massenentlassungen ist kaum zu rechnen, denn die Regierung fürchtet soziale Unruhen. Langfristig wäre es sicher angeraten, die Beschäftigten verlusteschreibender Staatsunternehmen allmählich in den rasch wachsenden Konsum- und Dienstleistungssektor des Landes umzulenken. Eine geringere BIP-Zuwachsrate (so um die 5 Prozent) ist jedenfalls unendlich viel besser als ein qualitativ schlechtes und wenig nachhaltiges Wachstum, das sich nur über den „Kredittropf“ am Leben erhalten lässt.

Während China also an seinen Reformen herumbastelt, ist es seinen asiatischen Kollegen Indien und Indonesien in diesem Jahr gelungen, weitreichende Reformen durchzusetzen. Indiens Premierminister Narendra Modi hat über die Parteigrenzen hinweg auf die Verabschiedung neuer Gesetzesvorhaben hingewirkt, wie etwa die Reform des Insolvenzrechts sowie die Einführung einer landesweit einheitlichen Mehrwertsteuer. Wie Modi musste auch Indonesiens Präsident Jokowi in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit zahlreiche politische Hindernisse überwinden. Dies gelang ihm u. a. durch eine Kabinettsumbildung und die Berufung von Experten in Schlüsselpositionen. Damit war Jokowi Erfolg beschieden: Seit letztem Juli hat der Staat im Wege des weltweit effektivsten Steueramnestieprogramms über sieben Milliarden US-Dollar eingenommen.

Zugegebenermaßen stellen sich Indien und Indonesien andere Probleme als China. Manche Kritiker mögen darauf hinweisen, dass das Schließen infrastruktureller Lücken und die Verbesserung bürokratischer Prozesse vergleichsweise einfache Aufgaben sind. Doch im Gegensatz zu China verfügen Indien und Indonesien über weit weniger Kontrolle über Investments und Investitionen, da staatliche Unternehmen in diesen Ländern eine deutlich geringere Rolle spielen. Daher müssen Indien und Indonesien ihre Steuereinnahmen erhöhen und einen größeren Teil dieser Einnahmen zur Finanzierung von Infrastrukturausgaben aufwenden. Zudem sind sie auf die Investitionen von Privatanlegern angewiesen.

So haben Indien und Indonesien es nicht etwa mit Staatsausgaben und steigenden Schulden, sondern durch eine robuste Konsumentwicklung geschafft, hohe Wachstumsraten zu erzielen. Die indische Wirtschaft wuchs im ersten und zweiten Quartal um 7,9 bzw. 7,1 Prozent, während sich die Zuwachsrate für Indonesien in diesem Jahr auf durchschnittlich 5 Prozent beläuft. Mit Umsetzung dieser Reformen dürfte sich die Wirtschaftsleistung der beiden Länder noch weiter verbessern, und das bedeutet vor allem: qualitativ hochwertiges, nachhaltiges Wachstum!

The Trump environmental paradox

by François Perrin, Portfolio Manager at East Capital.

The election of Donald Trump as US President is raising a number of questions for the future of US environmental policy. Will the US drop out of the Paris agreement on climate change? Are oil, unconventional gas and coal on the verge of a new boom? Will the “Investment Tax Credit” (ITC) and the “Clean Power Plan” supporting non-fossil energy sources survive the Trump administration?

Before the flood

We will most likely not have answers to these questions until after a couple of months. Recently, we met with the management of Vestas Wind Power, the world’s largest wind turbine company, who told us that if the ITC was part of a much larger tax credit scheme approved by a Republican Congress - and in that sense more difficult to dismantle - the forthcoming administration could more easily abandon the Clean Power Plan. The potential lifting of trade barriers would also create more volatile business conditions. Global environmental players will therefore not be immune to required adaptation of their business models, and sub-par global industry growth may be feared in the years to come for US and European players.

And this is the Trump environmental paradox. A turnaround by the US policy makers on environmental industries would structurally weaken the US and European players through the next cycle. Chinese environmental leaders are set to benefit the most from this paradox.

Setting up the scene

Of all the challenges facing China, there is one that nobody can undermine and that is making the headlines both within the country and abroad: pollution.

Three decades of massive industrialisation and rapid investment-led economic growth have led to dramatic consequences for the environment and the day-to-day life of Chinese people. And this is not a hoax… Wechat, the largest Chinese social messaging application, with 850 million monthly active users, offers an unbiased testimony on the concerns of the population during each and every pollution peak. Since 2000, the Chinese government has progressively ramped up policy support and large investments in environmental protection. The “war against pollution” is expected to reach RMB 2.5 trillion (more than the whole GDP of Denmark) per year by 2020, or 2.7% of China’s GDP, versus less than 1% in 2000.

Go back to the end of the nineties; less than 80 listed companies, either on China onshore or offshore markets, were offering exposure to environmental protection industries, defined as generating at least 20% of their turnover in environmental technologies, infrastructure or services. Chinese onshore and offshore markets have welcomed on average 14 initial public offerings of environmental companies per year over the last 15 years, bringing the total today to 350 equities offering exposure to this structural investment trend (see graph 1).

Graph 1: Number of IPO in China environmental universe (China onshore & China offshore) since 2000Source: East Capital, October 2016

With environmental protection industries promoted at the strategic emerging industries level in 2011 by the Chinese government, and leveraging on a growing number of companies active in the space, it is therefore easily understandable why under the 12th Five Year Plan (2010-2015), China became the largest cleantech market in the world, with almost 50% of worldwide investments.

This trend will not stop. Our recent discussions with the Shenzhen Stock Exchange management confirmed that more than 100 environmental companies are in the pipeline for a listing in the years to come. 

Environmental allocation and risk/return profile optimisation

For various reasons, the opportunities offered by Chinese environmental companies have so far been largely ignored by international investors. These reasons include: difficulties in gaining access to the companies, lack of research coverage, inability to invest in China A-share market, and so on. Since 2010 and the launch of the 12th Five Year Plan, environmental portfolios would have however benefited from an exposure to China (see graph 2).

Graph 2: Annualised risk and return profiles of Top 100 Environmental companies, equally weighted in USD, Dec 2009 - Sep 2016

Sources: East Capital, UBS Quant Research, October 2016

Over the last 7 years, the top 100 China A+H environmental companies have largely outperformed their top 100 global environmental peers. The Top 100 China A+H environmental universe offers a much better risk and return profile than the global universe. The additional volatility inherent to the Chinese markets is largely compensated by the additional returns generated.

China Environmental strategy: 30% exposure in global allocation?

China’s environmental companies’ market capitalisation currently represents one third of the global environmental universe market capitalisation (see graph 3).

Graph 3: Total market cap - Top 100 environmental companies (USD)

Sources: East Capital, UBS Quant Research, October 2016

The total market cap of the largest 100 Chinese environmental companies has increased from USD 310bn at the end of 2009, to USD 580bn at the end of 3Q16.

In terms of allocation from a global environmental portfolio, at least 30% allocation to China A+H should be required to match economic and financial realities of environmental protection industries today. Besides, China environmental universe today offers one of the most attractive growth profiles among worldwide markets (cf. table 1).

 Table 1: Aggregate financial statistics

Aggregate statistics China environmental universe Global environmental universe MSCI AC World Index
P/E                             15.4                              16.5                     15.2
Price / book                               1.9                                1.9                       2.0
Hist. earnings growth                               5.4                               -5.6                      -0.2
For. earnings growth                             15.4                                5.6                     11.1
PE growth                               1.0                                3.0                       1.4
Return on equity                             13.6                              11.7                     13.3
Debt / equity ratio                                47                                 75                        49


Sources: Sources: East Capital, UBS PAS. November 2016. Global environmental universe based on top 100 environmental protection companies listed in developed markets (equally-weighted index).

On each and every aggregate statistic, the East Capital China Environmental universe offers a stronger profile. 

Chinese environmental stocks are focusing on domestic opportunities

Chinese environmental stocks are primarily focusing on environmental opportunities in China. These are domestic-driven companies with extremely limited exposure to foreign markets so far, with the exception of the solar module producers. Whether or not President Trump will cancel climate change deals, the Clean Power Plan or ITC scheme will not change the current level of air pollution in Beijing and the growing discontent of the Chinese population.

China will continue to invest. Under the coming 13th Five Year Plan covering 2016-2020, the government environmental efforts will be focusing on water and waste management. These areas will account for RMB 4trn (USD 580bn), almost half of the overall environmental investment plan. They are by definition domestic and local issues, far from Washington politics. Unlike the potential “USD 1trn over a 10-year period” US infrastructure plan, the Chinese investments are already in the execution phase.

The best illustration lies in the recent targeted fiscal stimulus launched by the government in the form of “public-private partnership” projects. For the first nine months of 2016, more than RMB 1.5trn worth of PPP projects have been launched, with 15% of the investment focusing on water and waste management (water supply, water treatment, waste treatment, soil remediation, sewage, etc.). Under the 13th Five Year Plan, the total budget allocated to PPP is to reach RMB 12.5trn, twice the hypothetical US infrastructure plan.

As highlighted above, two out of the seven 2025 strategic emerging industries are environment-related industries: clean energy and electric vehicles. The government is therefore allocating consistent and substantial financial resources to meet these goals. They will ensure that within each and every clean technology, the leading domestic players will occupy a strategic and dominant position at a global level in their next growth phase. Any weaknesses in terms of competition coming from the US will foster the dominance of Chinese companies in these technologies. BYD is already producing more electric vehicle batteries and electric vehicles than Tesla.

Market perspectives

From a timing perspective, the onshore Chinese market is expected to remain a sweet spot in the coming weeks. Supporting macroeconomic numbers, fiscal stimulus in the form of PPP, and a relatively accommodative monetary policy should ensure stability during the forthcoming political transition.

We have observed recently an increase in securities accounts’ activity and margin financing, and they have reached their highest levels since January this year. The Shanghai Composite Index is gaining momentum, as well as trading. All of these factors indicate a recovery of A-share market sentiment.

Chinese companies’ 3Q 2016 numbers have been above expectations. Q3 earnings of the vast majority of A-share listed companies exceeded market consensus. Non-financials’ net profit increased by 19% in Q3, and financials rose by 3.5%. Given that 4Q 2015 was a quarter of weak earnings, FY16 earnings may exceed market consensus.

Historically, the A-share market has a low correlation with overseas market trends (the correlation coefficient between the CSI 300 and the S&P 500/FTSE 100 is only 13%/15% in the past year). The endogenous situation has a stronger influence on the A-share market performance, while how much effect overseas sentiment will have on the A-share market depends on the correlation between the overseas events and China's economy and policies. As it is too early to tell what changes could happen in US economic policies and policies towards China, the near-term impact on the A-share market will be neutral.

In the medium to long term, the impact of Trump's victory on China's economy is likely to be felt through three major channels: the short-term Fed policy reaction and USD movement; a potential fiscal stimulus package in the US that could boost global demand; and the new administration's tariff and trade policies on China. It is still difficult to ascertain these possible changes and their impact on the A-share market.

It is worth noting that Chinese environmental companies are not exposed to Renminbi fluctuations. Following the foreign exchange volatility episode recorded at the beginning of the year, foreign debt, if any, has been converted back into Renminbi through the year and the sector’s import dependency is close to nil.

Time to invest

With the Shenzhen Hong Kong Stock Connect launch around the corner, there will be a strong focus on China's new economy related investment opportunities. The environmental space stands out in that context (see also our article from August 2016, Shenzhen Hong Kong Stock Connect - Welcome aboard China Inc.).

The Trump environmental paradox should therefore invite a revision of the existing environmental asset allocation. To match the economic reality of environmental technology markets today and tomorrow, a 30% allocation toward the China environmental space has to be considered. Trading at a price to earnings ratio of 14x for an estimated earnings per share growth at 19% (price earning to growth ratio at 0.7) and a return on equity at 17.5%, such China Environmental strategy would be positioned to seize these opportunities and to contribute to an optimisation of global portfolios.

This article was first published on eastcapital.com.

We look ahead to Wednesday

by George Palmer, Portfolio Manager at Waverton.

The “recovery” since the Global Financial Crisis has not been a recovery for all, and in fact has only really served the owners of significant amount of assets, particularly where funded by cheap debt.  The everyday worker across a range of industries and seniorities, on the other hand, has struggled without significant improvements to their life or lot.  “The economically disenfranchised are now fighting back and overthrowing the elite” appears to be the conclusion drawn from the results of both the Brexit and Presidential votes.  Political rhetoric and media comment has now started to point to Quantitative Easing as a source of this inequality and concluded that its replacement by some sort of fiscal stimulus could start the necessary reversal. 

Rhetoric aside, a test of this notion will come next week in the Autumn Statement. Mark Carney splurged more QE immediately after the Brexit decision – will the new Chancellor of the Exchequer, Phillip Hammond, signal the start of some sort of stimulus that is non monetary?  The “Haves” and the “Have Nots” will be hoping he does; the “Have Yachts” will likely still be musing as to why democracy has not allowed the status quo to be quite as quo as they desired.

George Osborne’s Budgets and Autumn Statements were defined by a general intent to cut deficits, budgets and taxes on the entrepreneur.  If Hammond is going to stimulate an economy that is entering a period of uncertainty it is unlikely that he will be able to cut all three.  He has already abandoned the prospect of balancing the books and Wednesday 23rd will give us an idea on tax cuts.

In line with Mr Trump’s promises of improved infrastructure (not just walls) to provide growth and jobs, the expectation is that Mr Hammond will similarly spend the windfall of expanded deficits and unbalanced budgets on some sort of infrastructure.  And arguably there is capacity to do so – the lack of investment (ex Olympics) since the Financial Crisis means its share of GDP has been falling steeply (as shown in the chart below).  We await Wednesday with bated breath to see what sort of Autumn Statement the Chancellor is prepared to make.

Source: Factset

This article was first published on waverton.co.uk. Waverton Investment Management is represented by Active Fund Placement GmbH ï www.fundplacement.de.

Barings - Marktausblick 2017

von Marino Valensise, Head of Multi Asset bei Barings.

Im Jahr 2017 werden unserer Einschätzung nach drei Hauptthemen zum Tragen kommen: Geopolitik, Maßnahmen der Zentralbanken und Bewertungen. All diese Themen werden 2017 Anlagechancen für Investoren hervorbringen, jedoch stets in Verbindung mit Volatilität.

Geopolitik

Zunächst einmal sind politische Überraschungen das Thema des Jahres 2016. Nur wenige Marktteilnehmer sagten den Brexit voraus und auch der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen wurde von den Märkten nicht erwartet. Der Brexit wird unserer Auffassung nach ein zentrales Thema für Großbritannien sein, für den Rest der Welt dürfte er jedoch wesentlich weniger von Bedeutung sein.

Mit Blick auf die USA gehen wir davon aus, dass die bevorstehende Präsidentschaft von Donald Trump den Pfad für das globale Wirtschaftswachstum insgesamt nicht maßgeblich verändern wird. Trumps Wahlkampfrhetorik konzentrierte sich auf zwei primäre Versprechen. Erstens die Steigerung von Wirtschaftswachstum durch Infrastrukturprojekte, die hauptsächlich durch die Fiskalpolitik finanziert werden. Zweitens der Schutz von US-Unternehmen vor der Konkurrenz sowie der Schutz der US-Arbeiter vor ausländischen Billigarbeitskräften, möglicherweise durch das Zurückholen vieler der über die letzten Jahrzehnte verloren gegangenen Arbeitsstellen in die USA. In diesen Bereichen könnte er zwar Fortschritte erzielen, er dürfte sich unserer Einschätzung nach letztendlich aber doch gezwungen sehen, viele seiner Wahlversprechen abzuschwächen. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass das globale Wachstum auf einem moderaten, aber wenig spektakulären Niveau weiter zunehmen wird. Für die Schwellenländer treten indes neue Risiken hervor, da sich die Stimmung zunehmend protektionistisch auflädt.

In Europa ist der politische Kalender 2017 durch die Wahlen unter anderem in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden bereits voll. Nachdem die Märkte den Ausgang der Wahlen in Großbritannien und den USA falsch bewertet hatten, nähern sie sich nun im Zuge des Aufstiegs potenziell stärker werdender nationalistischer Parteien der realen Möglichkeit politischer Überraschungen an. Einige Buchmacher schreiben der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen bei Frankreichs Parlamentswahlen im kommenden Frühling sogar bereits gute Chancen zu. Obgleich uns bewusst ist, dass noch einige politische Unbekannte vorhanden sind, behalten wir unsere Einschätzung für das globale Wachstum von mäßigen, aber stabilen realen circa 3% bei.

Zentralbanken

Die Maßnahmen der Zentralbanken dürften unseres Erachtens im Jahr 2017 ein wichtiger Einflussfaktor sein. Zwar dürften die politischen Vorgehensweisen dem globalen Wachstum weiterhin zuträglich sein, der Grenznutzen wird jedoch wesentlich geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Die Zentralbanken werden die Definitionen für ihre Mandate allmählich ausdehnen, Inflationskontrolle hintanstellen und eine gewisse Abweichung tolerieren. Stattdessen werden sie sich auf die Bekämpfung politischer Risiken und die Wahrung eines Mindestniveaus an Wirtschaftswachstum konzentrieren. Da die Zentralbanken das Inflationsniveau unserer Einschätzung nach nicht allzu stringent im Zaum halten werden, gehen wir von einem widrigeren Umfeld an den Staatsanleihemärkten der wichtigsten Industriestaaten aus, allen voran in den USA. Die Mischung aus Fed-Politik und Inflation wird darüber entscheiden, was mit dem US-Dollar passiert. Dies ist ein wichtiger und richtungsweisender Faktor für das Gewinnwachstum je Aktie in den USA und – was eventuell noch wichtiger ist – in den Schwellenländern.

Im Jahr 2017 wird man unserer Auffassung nach höhere Staatsanleiherenditen beobachten können, was den leistungsorientierten Vorsorgeplänen, die durch immer weiter steigende Verbindlichkeiten unter Druck geraten sind, eine große Erleichterung verschaffen dürfte. Auch Geschäftsbanken profitieren von höheren Renditen und steileren Kurven. Am Rentenmarkt könnten in jenen Anlageklassen Chancen zu finden sein, die ein relativ geringes Zinsänderungsrisiko aufweisen und dafür gleichzeitig Zugang zu Unternehmensrisiken bieten (wie US-Hochzinsanleihen).

Bewertungen

Das dritte Thema, das wir genau verfolgen, sind die Bewertungen von Vermögenswerten. Nach mehreren Jahren der ultralockeren Geldpolitik gibt es nur noch wenige Märkte, die offensichtlich einen Mehrwert bieten. Dies gilt für das gesamte Spektrum, angefangen von Aktien, die zu ihrer exakten Bewertung gehandelt werden, über Anleihen, die wenig Rendite bieten, bis hin zu einem fair bewerteten Immobiliensektor. Anleger werden flexibler sein und an mehreren Märkten intensiver suchen müssen, um Wertpotenzial zu finden.
 
Für traditionelle Mischfonds (die sogenannten 60/40-Portfolios) wird es schwierig werden. Zunächst müssen Anleger bei der Betapositionierung dynamischer agieren. Anschließend müssen sie auf der Aktienseite mit sektorbasierten, thematischen und faktorbasierten Investitionen sowie mit Hilfe der Wertpapierauswahl Alpha identifizieren. Investoren müssen sich die Illiquiditätsprämie mancher Anlageklassen zunutze machen, insofern sie dafür die Erlaubnis ihrer Kunden erhalten.

Fazit

Anleger sollten sich auf Volatilität gefasst machen. Zwar kann man nach wie vor von Investmentchancen profitieren, mit Blick auf das Verhältnis von Rendite zu Volatilität dürfte es jedoch ein enttäuschendes Jahr werden. Die Portfoliodiversifizierung wird eine noch größere Herausforderung darstellen als gewohnt, da Aktien und Staatsanleihen gleichzeitig unter Druck geraten dürften. Auch gehen wir davon aus, dass Währungen in globalen Multi-Asset-Portfolios weiterhin eine starke Quelle sowohl für die Rendite als auch die Volatilität darstellen. Devisen könnten sich als wirksame Möglichkeit zur Diversifizierung von Multi-Asset-Portfolios herausstellen und weniger liquide Anlageklassen könnten sich in diesem Umfeld nächstes Jahr letztendlich als ein sichererer Hafen erweisen.

Reflation unter Trump? Abflüsse aus Gold und Schwellenmarktanleihen

Gold-ETPs verzeichneten mit 83 Mio. USD einen wöchentlichen Abfluss in Jahresrekordhöhe. Im Zuge der Trump-Reflationswette kam es bei Schwellenmarktanleihe-ETPs mit insgesamt 55 Mio. USD zu den ersten bedeutenden Ausflüssen in diesem Jahr. In Rohöl-ETPs flossen in der letzten Woche zusätzlich 49 Mio. USD, sodass sich die Gesamtzuflüsse der letzten vier Wochen mittlerweile auf 258 Mio. USD belaufen. Die Anleger setzen darauf, dass die OPEC auf ihrem nächsten Treffen eine Einigung erzielen kann, so ETF Securities im wöchentlicher Rohstoffüberblick.

Gold-ETPs (A0N62G) verzeichneten mit 83 Mio. USD einen wöchentlichen Abfluss in Jahresrekordhöhe. Wir beobachteten bereits zu Jahresanfang ein vergleichbares Verhalten, als Anleger erwarteten, dass die Fed auf der damals anstehenden Sitzung die Zinsen anheben würde. Diesmal jedoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung laut Terminmarkt mit 94 % so hoch wie im ganzen Jahr noch nicht. In diesem Jahr verzeichnete Gold überwiegend Zuflüsse, wobei die Rückgaben nur 28 % der Kapitalströme ausmachten. „Obwohl die Zuflüsse in Gold-Short-ETPs wie zwischen 2007 und 2012 zunehmen, kam es in diesem Jahr zu Netto-Zuflüsse von lediglich 87.000 USD. Dies legt nahe, dass die Anleger ihre bestehenden Goldbestände trotz der jüngsten Schwäche behalten möchten. Als wahrscheinliche Gründe hierfür kommen der steigende Inflationsausblick und die politische Instabilität in Frage", sagt Jan-Hendrik Hein, Associate Director - Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Wir können bei den Kapitalströmen ferner bedeutende regionale Unterschiede erkennen. In den USA ansässige Anleger, die in US-Dollar rechnen, ziehen sich mit einem viel höheren Tempo aus Gold zurück als ihre in Europa ansässigen Pendants. „Dies ist wahrscheinlich eine Folge der neuen USD-Stärke, die den nicht in US-Dollar rechnenden Goldanlegern trotz der Schwäche des Basiswerts einen Währungsvorteil verschafft“, so Hein.

Im Zuge der Trump-Reflationswette kam es bei Schwellenmarktanleihe-ETPs mit insgesamt 55 Mio. USD zu den ersten bedeutenden Ausflüssen in diesem Jahr. Die Renditedifferenz zwischen den Lokalwährungsanleihen der Schwellenmärkte und den europäischen Anleihen befindet sich auf einem Mehrjahreshoch von über 5 %. „Wir bleiben bei unserer Ansicht, dass Schwellenländer kreditwürdiger als allgemein angenommen sind und dass aus diesem Grund Spielraum für weitere Kurszuwächse besteht. Unserer Meinung nach ist jeder technische Rücklauf eine gute Gelegenheit, um in Schwellenmarktanleihen einzusteigen“, erklärt Hein.

In Rohöl-ETPs (A1N49) flossen in der letzten Woche zusätzlich 49 Mio. USD, sodass sich die Gesamtzuflüsse der letzten vier Wochen mittlerweile auf 258 Mio. USD belaufen. Die Anleger setzen darauf, dass die OPEC auf ihrem Treffen am 30. November eine Einigung erzielen kann. Eine von der OPEC vermittelte Angebotskürzung wird unseres Erachtens jedoch immer unwahrscheinlicher. Zwischen den OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern herrscht zwar ein hektisches Hin und Her, das uns aber einer Förderbegrenzung bisher kaum näher brachte. Bei WTI etwa führte die wachsende Skepsis zu einem Anstieg der Short-

Positionen um 56 %, im letzten Monat allein um 39 %. Die Verpflichtung der OPEC ist letztlich von der Beteiligung der Nicht-OPEC-Länder abhängig. Da aber große Nicht-OPEC-Länder wie Russland, Kasachstan und Brasilien nach den Investitionen der letzten Jahre neue Förderkapazitäten ans Netz bringen, erscheinen die Chancen für eine konkrete Vereinbarung gering. „Unseren Erwartungen zufolge werden die Ölpreise im Vorfeld der OPEC-Sitzung Mitte nächster Woche volatil bleiben“, sagt Hein.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. „Da der Markt eine Zinsanhebung im Dezember mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingepreist hat, werden die Anleger dem Sitzungsprotokoll der Fed am Mittwoch nicht mehr allzu große Aufmerksamkeit schenken. Stattdessen wird das am gleichen Tag erscheinende Herbstgutachten zur britischen Finanz- und Wirtschaftspolitik im Zentrum des Interesses stehen", so Hein abschließend.

Entwicklung des Goldpreises deutet auf höhere Inflationswahrscheinlichkeit hin

Der Goldmarkt verzeichnete nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zunächst umfangreiche Handelsaktivität, die selbst den bisherigen Rekordtag nach dem Brexit-Votum um ein Vierfaches überstieg. Doch bereits einen Tag später notierte das Edelmetall wieder auf dem gleichen Niveau wie vor den Wahlen, zwischenzeitlich ging der Golpreis sogar zurück. Was ist also zukünftig zu erwarten? John Lambert, Investment Director bei GAM, analysiert die Lage.

„Der Goldbergbau hat in den letzten Jahren einen schweren Abschwung durchgemacht. Die Kostenfaktoren wurden massiv reduziert, die Wartungsinvestitionen zurückgeschraubt und die Explorationsaktivitäten praktisch komplett eingestellt. Dennoch können Edelmetalle für Anleger immer noch ergiebige Chancen bieten“, erklärt John Lambert. 

Das Minenangebot dürfte dem Experten zufolge auch in den kommenden Jahren unter erheblichem Druck stehen: „Auf der einen Seite werden die Fundamentaldaten des Goldpreises dadurch gestützt. Der Goldpreis ist jedoch mehr als nur das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und wird von gesamtwirtschaftlichen Größen wie Inflation, Zinssätzen und Kreditkonditionen beeinflusst“, so Lambert. Gold gelte traditionell als Absicherung gegen extreme Entwicklungen in Wirtschaft und Politik. Dass es sich bei Goldinvestments um eine Art eine Versicherungspolice für ein defensives Portfolio handelt, sei auch in diesem Jahr durch Ereignisse wie die Einführung von Negativzinsen durch die Bank of Japan oder den Brexit bestätigt worden.

Goldpreis als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung 

Die Entwicklung des Goldpreises in diesem Jahr deutet jedoch auf mehr als ein zufälliges Zusammentreffen unwahrscheinlicher Ereignisse hin, so der Experte. „Gold ist dem Rest von uns häufig ein oder zwei Schritte voraus. Damit stellt sich die Frage, ob der Goldpreis noch etwas Wesentlicheres signalisieren könnte. Konträre Anleger müssen sich also schwierige Fragen stellen. Zum Beispiel, ob das exzessive Gelddrucken der Zentralbanken nun schließlich doch zu einer Inflation führt. Oder was wäre, wenn statt der anhaltenden Stagnation eine langfristige Stagflation einsetzt.“

Dafür gibt es bedeutende Präzedenzfälle, die jedoch außerhalb des Erfahrungsbereichs von fast allen Marktteilnehmern liegen. Die potenzielle Wachstumsrate der US-Wirtschaft ist sehr niedrig, während die Schuldenhöhe des Staats und der Unternehmen unangenehm hoch sei und immer noch steige. „Die Kombination von schwacher Wirtschaftsentwicklung und hohen Schulden ist schlecht. Denn bei einem niedrigen realen Wachstum ist ein nominales Wachstum eigentlich die einzige Alternative. Diese jedoch geht unweigerlich mit einer Inflation einher. Während immer ausgefallenere Alternativen in der Geldpolitik und – zunehmend auch in der Fiskalpolitik – vorgeschlagen werden, scheint der Goldpreis die möglichen Konsequenzen schneller als die meisten anderen erfasst zu haben. Die Fiskalpolitik hat, insbesondere mit Unterstützung durch die Geldpolitik, offensichtlich einen stärker inflationären Effekt als eine quantitative Lockerung“, sagt Lambert.

Silber übernimmt die Führung

Nicht zu unterschätzen sei auch das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis. „Die Schätzungen variieren hier stark, aber die US Geological Survey und andere Studien zeigen, dass die Silbervorkommen in der Erdkruste etwa zwanzig Mal größer sind als die Goldvorkommen. Silber hat sich in diesem Jahr besser entwickelt als Gold. Damit ist ein langjähriger entgegengesetzter Trend umgeschlagen, der zu einem historisch strapazierten Verhältnis geführt hat: eine Feinunze Gold war so viel wert wie 80 Unzen Silber“, erläutert Lambert. In früheren Zyklen wurden Höchstwerte in diesem Verhältnis nur nach wirtschaftlichen Krisen oder Abschwüngen erreicht, zum Beispiel in den Jahren 1992, 2002 und 2009. Da Silber aufgrund seiner stärkeren industriellen Verwendung sensibler auf die Wirtschaftsaktivität reagiere, übernehme es während reflationärer Aufwärtszyklen, in denen beide Preise steigen, in der Regel die Führungsrolle. „Es deutet alles darauf hin, dass dieses wichtige Verhältnis einen neuen Trend gebildet hat und die höhere Inflationswahrscheinlichkeit bestätigt“, schließt Lambert.

Hongkong bleibt für Anleger weiter vielversprechend

von Jason Pidcock, Manager des Jupiter Asia Pacific Income SICAV.

Vor 20 Jahren machten inländische Unternehmen aus Hongkong aufgrund der schnell wachsenden lokalen Wirtschaft einen großen Teil eines typischen asiatischen Aktienportfolios aus. Heutzutage ist Hongkong für Anleger immer noch ein wichtiger Markt, aber die an der dortigen Börse gelisteten Unternehmen sind nun internationaler ausgerichtet. Die lokale Wirtschaft wächst in letzter Zeit langsamer. Da Hongkong sich aber langsam in eine regionale Drehscheibe verwandelt hat, sind einige der größten und erfolgreichsten Unternehmen aus China und der gesamten Region hier an der Börse gelistet und haben häufig ihren Firmensitz in Hongkong.

Hongkong wird oft als die freieste Wirtschaft der Welt angesehen: eine Unternehmerstadt, in der die Steuern niedrig sind. Da in Hongkong auf Dividenden keine Abgeltungssteuer erhoben wird, schütten die Unternehmen lieber Gewinne an ihre Anleger aus, als Aktien zurückzukaufen. Das kommt ertragsorientierten Anlegern zugute und behagt auch den Unternehmern, die Hauptaktionäre in ihren eigenen Unternehmen sind. Eine Vergütung in Form von steuerfreien Dividenden ist besser als steuerpflichtige Gehälter.

Ein Zentrum für die Region

Hongkong ist für viele auch immer noch das Tor zu China. Obwohl Hongkongs Integration in das Festland weiterhin schnell voranschreitet, bleibt es durch seinen Status als Sonderverwaltungszone mit eigenem Rechtssystem (basierend auf dem englischen Common Law) und eigener Währung noch mindestens bis 2047 geschützt. Im Gegensatz zum chinesischen Renminbi wird der Hongkong-Dollar (HKD) international frei gehandelt und ist an den US-Dollar gekoppelt. Diese Vorteile haben dazu beigetragen, dass Hongkong zu dem Markt wurde, an dem sich die größten Unternehmen mit regionalen und auf dem Festland Chinas ansässigen Geschäftstätigkeiten notieren ließen - häufig zusätzlich zu den weniger zugänglichen Heimatmärkten. Dazu zählen beispielsweise führende chinesische Internet-Unternehmen wie Tencent oder AIA. Letzteres ist ein internationaler Versicherungsriese, der in der gesamten Asien-Pazifik-Region tätig und die einzige lizensierte internationale Lebensversicherung ist, die ihre Produkte auf dem chinesischen Festland verkaufen darf. Auch wenn nicht alle chinesischen Unternehmen, die an der Hongkonger Börse notiert sind, derzeit Dividenden auszahlen, haben viele jedoch das Potenzial, als Quelle für künftige steigende, regelmäßige Erträge zu dienen. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die Art von Unternehmen, die ich in der Region mag, dort an der Börse notiert ist. Dazu zählen vor allem große liquide Unternehmen mit guter Unternehmensführung, einer guten Erfolgsbilanz und einer umgänglichen Geschäftsleitung.

Die Internationalisierung hat für Hongkong aber auch Nachteile. Die Koppelung des HKD an den US-Dollar bedeutet, dass sich die lokalen Zinsen im Einklang mit den US-Zinsen bewegen. Der lokale Konjunkturzyklus kann deshalb manchmal von den Entwicklungen in China und der gesamten Region abweichen und war unter anderem der Grund für die Inflation - und die nachfolgende Deflation - am lokalen Immobilienmarkt. Das wiederum hat große Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und deshalb wird die Immobilienkreditvergabe der Banken aktuell etwas in Mitleidenschaft gezogen, da es immer mehr faule Kredite gibt.

Der Ausblick für lokale Unternehmen...

Hongkong ist eine zyklische Volkswirtschaft, deren Wachstum den vorherrschenden Trends in der Weltwirtschaft ausgesetzt ist. Das liegt an ihren engen Handelsbeziehungen mit den globalen und insbesondere den chinesischen Handelsströmen sowie an dem Einfluss der USA über die Währung. Vieles wird deshalb davon abhängen, welche Richtung die Weltwirtschaft einschlägt. Und auch wenn ich davon überzeugt bin, dass die lokale Wirtschaft mit einer erwarteten Zinsanhebung in den USA umgehen kann, macht es die Sache sicherlich nicht einfacher. 
Die Integration mit China ist ebenfalls ein zweischneidiges Schwert für Hongkong. Wenn seine Verbindungen mit dem Festland enger werden, schwindet sein Status als erste Anlaufstelle für Auswärtige und es muss zunehmend mit Shanghai, Peking und anderen Städten konkurrieren, wo es immer mehr Expatriates gibt und die Rechtssysteme reformiert und verständlicher werden.

Hongkong kann aber durchaus als Chinas Haupthandelszentrum in Erscheinung treten, zumal nur wenige Länder zwei haben - und da spricht vieles zu seinen Gunsten. In Hongkong wird Kantonesisch und Englisch gesprochen, in Shanghai nur Mandarin. Die Menschen aus anderen Teilen der Region, wie Taiwan, können freier nach Hongkong reisen als auf das Festland. Viele Unternehmen haben bereits ihren Sitz in Hongkong und es gibt immer ein verständliches Maß an Schwerfälligkeit. Andererseits sind Unternehmer oft mobil. Zu guter Letzt könnten ein natürlicher Hafen, eine vortreffliche Infrastruktur, der Cluster-Effekt und ein geringes politisches Risiko die ausschlaggebenden Punkte sein. Aber das ist ein mehrjähriger Prozess und es wird sich so schnell nichts ändern. Fürs Erste bleibt Hongkong ein guter Ort, um Geschäfte zu machen, und eine unermessliche, vielfältige Quelle für hochqualitative Unternehmen.

...und für unsere Ausrichtung auf Hongkong

Meine Positionierung in Hongkong basiert stark auf der Titelauswahl nach dem Bottom-up Ansatz: Ein Unternehmen wird aufgrund seines Profils ausgewählt und nicht, weil ich auf die lokale Wirtschaft setze. Hier würde ein Anleger beispielsweise eine Bank oder eine Wohnimmobiliengesellschaft kaufen. Der Fonds hält weder noch. Auch wenn ich den Ausblick für die lokale Wirtschaft selbst nicht besonders optimistisch beurteilen, sollten die hochqualitativen Unternehmen im Portfolio, die den Großteil ihrer Erträge anderswo erwirtschaften, meines Erachtens gut positioniert sein, um jegliche lokalen Rückschläge zu meistern und ihr Potenzial zu entfalten.

USA unter Trump: isoliert oder wirtschaftsfreundlich?

Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten war für viele überraschend. Besonders deshalb, weil die meisten Wahlprognosen bis zuletzt einen Wahlsieg von Hillary Clinton vorhersagten. „Es fühlt sich an wie ein Déjà Vu“, sagt Nikolaj Schmidt, Chief International Economist bei T. Rowe Price, mit Blick auf den Brexit. Denn auch beim Votum über den britischen EU-Austritt stellten sich beinahe sämtliche Prognosen als falsch heraus.

Eine gemäßigtere Haltung?

Ähnlich wie nach dem Brexit-Votum litten die Finanzmärkte auch unter der Entscheidung für Donald Trump. So fiel der S&P 500 Index Future am Tag des Ergebnisses zwischen 20 Uhr abends und Mitternacht um 5,7 Prozent. „Die Kurse erholten sich jedoch schnell. In seiner Dankesrede schlug Trump nämlich einen ungewohnt versöhnlichen Ton an und versprach ein großes Infrastruktur-Programm sowie den Aufbau von Beziehungen mit anderen Nationen. Die Märkte haben dies als eine Art Trostpflaster angenommen und dabei ignoriert, dass wir immer noch sehr wenig über die innen- und außenpolitischen Strategien Trumps wissen“, stellt Schmidt fest.

Nach Meinung des Experten wird Trump seine radikale Haltung aus dem Wahlkampf einschränken, sobald er im Oval Office sitzt: „Er wird eine praktikablere, unternehmensfreundliche Stellung einnehmen und verstehen, dass es nicht im Interesse Amerikas ist, eine Politik der himmelhohen Zölle und der strikten Isolation zu betreiben.“ Sollte beispielsweise grenznahe Handel mit Mexiko aufgrund der Mauer-Pläne zum Erliegen kommen, hätten vor allem amerikanischen Autohersteller mit großen Verlusten zu kämpfen.

China als möglicher Gewinner

Sollte Trump jedoch an seinen Isolationsvorstellungen festhalten, sieht Schmidt eine einmalige Chance für China, sich im Zentrum des globalen Handelsnetzwerks zu positionieren. Die Volksrepublik arbeitet bereits daran, ein panasiatisches Freihandelsabkommen mit einer Vielzahl strategischer Partner der USA wie Japan, Südkorea oder Australien auszuhandeln. „Kurzfristig wären isolierte Vereinigte Staaten ein Störfaktor, auf lange Sicht würde dies aber perfekt in den Plan Chinas passen, den Renminbi zu internationalisieren. Die Geschäfte der USA würden derweil zurückgehen“, prognostiziert Schmidt.

In seiner Dankesrede sprach Trump den Erfolg seiner Kampagne der Bewegung seiner Wähler und weniger der republikanischen Partei zu. Dies zeige laut Schmidt, dass, obwohl der Präsident und die Mehrheit im Kongress republikanisch sein werden, viele Verhandlungen notwendig sind, um das Land in die richtige Richtung zu lenken. „Jetzt hoffen und erwarten wir, dass das System der ‚Checks and Balances‘ und die Tatsache, dass Trump mit etablierten republikanischen Kongressabgeordneten zusammenarbeiten muss, ein sicherer Anker sein werden.“

European Private Debt: Eine attraktive Investmentopportunität

von Martina Schliemann, Managing Director - Country Head Germany & Austria bei Muzinich & Co.

Private Debt ist eine Form nicht börsennotierter Fremdfinanzierung, die Unternehmen nun auch von institutionellen Investoren und nicht mehr nur von Banken angeboten wird. Diese Struktur ist zu einer wichtigen Finanzierungsquelle für schnell wachsende mittelständische Unternehmen mit Jahresumsätzen zwischen 25 und 250 Millionen Euro geworden und etabliert sich damit sehr schnell als eine wichtige Assetklasse.

Private Debt Instrumente haben typischerweise eine Laufzeit zwischen fünf und acht Jahren. Um die Investoren für die begrenzte Liquidität zu entschädigen, bietet Private Debt einen Renditeaufschlag im Sinne einer Illiquiditätsprämie im Verhältnis zu Anlagen in börsennotierten Märkten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Private Debt Investitionen üblicherweise auf Basis variabler Zinssätze vorgenommen werden und somit einen gewissen Schutz gegen Zinserhöhungen bieten.

Starkes Wachstumspotenzial in Europa

Während der amerikanische Nicht-Banken-Kreditmarkt bereits Anfang der 2000er Jahre gut aufgestellt war, entwickelte sich der europäische Markt langsamer, hat aber in den vergangenen Jahren erheblich an Dynamik gewonnen. Das liegt daran, dass im globalen Bankensystem nach der Finanzkrise ein langfristiger Strukturwandel eingeleitet wurde.

Zusätzlich zur Bankenkonsolidierung haben neue Regulierungsvorschriften, wie die erhöhten  Kapitalanforderungen unter Basel III,  europäische Banken gezwungen, ihre Kernkapitalquoten zu verbessern und folglich ihre Kreditvergabe zu reduzieren. Zudem floss das von Banken verliehene Geld weitgehend in größere Kapitalgesellschaften, was wiederum den mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungsmitteln zunehmend erschwerte.

Dieses Problem ist insbesondere in Europa akut, in dem laut Alternative Investment Management Association per 27. Juli 2016 rund 85 Prozent des Kreditwesens bankenfinanziert sind (im Vergleich zu 20 Prozent in den USA). Da mittelständische Unternehmen generell nicht über die nötige Größenordnung verfügen, um sich über öffentliche Kapitalmärkte zu finanzieren, war das jüngste Wachstum von Private Debt eine logische Konsequenz und ein weiterer Ausbau ist vorhersehbar.

Ein breites Anlageuniversum

Schätzungen zufolge gibt es fast 100.000 mittelständische Unternehmen in den großen westeuropäischen Ländern, die mit einem erzielten Jahresumsatz von rund 7 Billionen Euro einen wesentlichen Bestandteil der Wirtschaft bilden1. Dies entspricht etwa 48 Prozent des BIP der Europäischen Union2.

Die rückläufige Kreditvergabe der Banken hat zu einer Vielzahl an Investmentopportunitäten für institutionelle Kreditgeber geführt. Darüber hinaus können hiervon Unternehmen profitieren, die durch Übernahmen oder Expansion ihre Geschäftsmodell erweitern bzw. ihre bestehenden Schulden refinanzieren.

Die Bedeutung von lokalem Wissen

Viele Unternehmen suchen aktiv danach, sich Kapital direkt von privaten Kreditgebern zu leihen. Eine Kreditaufnahme von einem institutionellen Kreditgeber als Alternative zu einem Bankkredit kann eine Vielzahl von Vorteilen aufweisen. Institutionelle Kreditgeber bieten eher flexible Bedingungen und versuchen oft, eine langfristige Beziehung mit ihren Kreditnehmern aufzubauen. Die Suche nach den attraktivsten Unternehmen zur Vergabe von Krediten ist trotzdem ein ressourcenintensiver Prozess.

Vereinfacht gesagt ist der Bestimmungsprozess, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seinen Zins- und Kapitalzahlungen nachzukommen, für nicht-börsengehandelte als auch für börsengehandelte Forderungen ähnlich. Allerdings gehen Private Debt Investitionen zusätzlich mit komplexeren Prozessen einher, wie der Beschaffung und Überwachung der Darlehen, Konditionsverhandlungen und der Zusammenstellung von Finanzinformationen, die im Vergleich zu einem börsennotierten Unternehmen nicht immer sofort verfügbar sind sowie der Beachtung der lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen.

Um im Private Debt Sektor erfolgreich zu sein, müssen Kreditgeber deshalb nicht nur ihre Kreditanalysefähigkeiten und ihr tiefgründiges Branchenwissen einsetzen, sondern auch durch ein exzellentes regionales Netzwerk langfristige Beziehungen vorweisen und pflegen. Dies ist entscheidend, um die Zusammenarbeit zu erleichtern und eine Pipeline attraktiver, potenzieller Darlehen für die Zukunft vorzuhalten.

Die Wahl des richtigen Asset Managers

Das derzeitige Niedrigzinsumfeld wird voraussichtlich inmitten der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit bestehen bleiben. Folglich dürfte der Private Debt Markt weiterhin wachsen, da viele Investoren weiterhin nach einer alternativen höherrentierlichen Anlageform suchen.

Der europäische Private Debt Markt wird sich wahrscheinlich zunehmend seinem langjährig etablierten US-Pendant annähern, da die Unternehmen weniger auf Bankenfinanzierung angewiesen sein werden. Wenn die Nachfrage nach Private Debt Fonds allerdings zunimmt, wird selbstverständlich auch der Wettbewerb um die attraktivsten Kreditnehmer zunehmen.

Deshalb sollten Investoren, die eine Allokation in Private Debt in Betracht ziehen, einem Asset Manager vertrauen, der über ein erfahrenes Team und eine etablierte Reputation in den lokalen Schlüsselmärkten verfügt. Dieser sollte zudem seine Expertise kontinuierlich vertiefen und Beziehungen zu den hochwertigsten lokalen Unternehmen vorweisen. Dies ermöglicht Investoren, ihre Chancen einer Absicherung nachhaltiger, attraktiver und risiko-adjustierter Erträge zu maximieren.

Quellen
(1) Amadeus BVD. Länder: Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich.
(2) IWF WEO (August 2016). Basierend auf dem BIP der Europäischen Union von 14,4 Billionen Euro.

Über Muzinich & Co.
Muzinich & Co. wurde 1988 in New York von George Muzinich als unabhängiger Asset Manager für Corporate Credit gegründet. Der aktive Asset Manager für Unternehmensanleihen und -kredite greift auf über 25 Jahre Erfahrung im Management von High Yield Anleihen zurück. Neben Absolute Return Strategien umfasst das Produktspektrum von Muzinich & Co. – basierend auf einem Teamansatz und umsichtiger Risikokontrolle – Long High Yield-, Cross Over- und Short Duration-Strategien mit Ausrichtung auf die USA, Europa und die Emerging Markets in öffentlich-gehandelten Instrumenten. Darüber hinaus bietet Muzinich & Co. Anlagen in Private Debt Instrumenten an.
Beim Investmentansatz von Muzinich & Co. steht eine sorgfältige Bottom-Up Analyse aller potentiellen Unternehmen und Anlagen durch das Investment-Team im Mittelpunkt. Dieses Investment-Team setzt sich aus Portfoliomanagern, Analysten, Risikospezialisten und Händlern zusammen. Muzinich verfügt über eine fundierte und anerkannte Expertise für Unternehmensanalysen und im Portfoliomanagement. Muzinich & Co. legt besonderen Wert auf Transparenz bei allen Anlageentscheidungen sowie eine umsichtige Risikokontrolle. Kapitalerhalt hat immer die höchste Priorität.
Weltweit verwaltet der institutionelle Asset Manager in verschiedenen Investmentvehikeln, u.a. in neun UCITS-Fonds, ein Kundenvermögen von 28,3 Milliarden US-Dollar (per 30. September 2016). Muzinich beschäftigt in New York, London, Paris, Frankfurt, Zürich, Mailand, Madrid und Manchester insgesamt 143 Mitarbeiter, davon 64 im Investment-Team.

Trump & Trade: Zurück in die Zukunft!

von Brad Tank, Chief Investment Officer – Fixed Income beim unabhängigen US-Asset-Manager Neuberger Berman.

Ich bin viel unterwegs, um Kunden von Neuberger Berman auf der ganzen Welt zu besuchen. Im Juni hatte ich das Glück, zum Zeitpunkt der Brexit-Abstimmung in London zu sein. Ich wurde Zeuge, wie sich dieses dramatische politische Ereignis entwickelte und konnte es aus der Perspektive unserer Kunden erleben. Anfang dieses Monats war ich zum Zeitpunkt der US-Wahlen im Nahen Osten. Wieder war ich in der Lage, ein historisches Ereignis mit den Augen unserer Kunden zu sehen.

Als amerikanischer Investor im Nahen Osten suchten Kunden meinen Rat zu den Auswirkungen von Donald Trumps Sieg. Den letzten Teil meiner Reise verbrachte daher weitgehend damit, ihnen zu helfen, einen Fahrplan zu erstellen, was als nächstes passieren könnte.

Beide Parteien haben im US-Wahlkampf viele wilde Versprechungen gemacht – das nennt sich Politik und ist das, was Menschen tun, wenn sie gewählt werden wollen. Doch jetzt, wo der Pulverdampf sich langsam verzieht, ist es Zeit, einen nüchternen Blick darauf zu werfen, wie sich dies auswirkt.

Diejenigen von uns, die alt genug sind, um sich an die Ronald Reagan-Jahre zu erinnern, kennen sicher den Film “Zurück in die Zukunft“ mit Micheal J. Fox. Es war der Streifen mit dem höchsten Einspielergebnis 1985 und angeblich einer der Lieblingsfilme Reagans. Der Verweis auf den Film ist erhellend, denn ich glaube, wo wir jetzt sind, weist viele Parallelen mit der Reagan-Ära auf. Und ich meine nicht, dass wir alle einen DeLorean fahren, obwohl ein aktueller Presseartikel meldet, dass diese legendären Autos 2017 wieder in die Produktion gehen – nicht in Nordirland, sondern in Humble, Texas.

Regierungswechsel

Meiner Meinung nach markiert die Wahl von Donald Trump eine grundlegende Abkehr von einer Ära, die durch die Politik der Zentralbank beherrscht worden ist. In mancher Hinsicht beschleunigt dies einen Prozess, der bereits im Gange war. Die Menschen sehen schon eine Weile die Grenzen der Geldpolitik, aber dies bedeutet nun einen deutlichen Umbruch weg von diesem Ansatz.

Wie wird er ersetzt werden? Die Antwort ist, denke ich, ein Geschäfts-freundlicheres Amerika, bestrebt, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen und in einigen Fällen ein wenig mehr Inflation zu generieren. Untermauert wird dies durch eine stärkere Betonung der Finanzpolitik, um Veränderungen voranzutreiben – zum Beispiel der große Schwerpunkt auf Infrastrukturprojekte im Trump-Programm. Zunächst wird wahrscheinlich mehr Augenmerk auf innenpolitische Themen gelegt, wie z.B. Steuern und die Reform (oder Aufhebung) des Affordable Care Act. Doch mit der Zeit wird der Fokus sich ins Ausland verschieben.

Als ich mit unseren Kunden und Kollegen im Nahen Osten letzte Woche über diese Fragen sprach, war es eine ihrer größten Sorgen, dass sich der Trump-Siege potenziell negativ auf die Handelsbeziehungen auswirken könnte. Ich riet ihnen dazu, ein wachsames Auge auf das Team zu haben, das Donald Trump um sich schart.

Aus meiner Sicht ist die Ernennung von Paul Ryan für eine zweite Amtszeit als Sprecher ein guter erster Schritt. Er weiß, wie man die Hebel der Macht bedient und gilt als einigende Kraft. Tatsächlich beschrieb er seine Ernennung als "die Morgendämmerung einer neuen, einheitlichen republikanischen Regierung."

Der Rockstar-CEO

Aber für tiefere Einblicke in Handels-Fragen verwies ich auf ein Buch mit dem Titel “American Made“. Dies wurde von Dan DiMicco, Chairman und ehemaligen CEO von Nucor, Amerikas größtem Stahlunternehmen, geschrieben. DiMicco ist ein Rockstar CEO, der in seiner Amtszeit von 2000 bis 2012 den Aktionären 720 Prozent Rendite lieferte in einem der härtesten Geschäfte der Welt. Er war Trumps Berater während des Wahlkampfes und leitet derzeit das Übergangsteam für alle Handelsangelegenheiten.

DiMicco plädiert für die Rückkehr zu einem aktiveren Ansatz in Welthandel und Gewerbe, ähnlich wie der Ansatz, der während der Reagan-Regierung herrschte. Er ist nicht gegen den Welthandel; er will nur, dass sich andere Länder nach den Regeln richten, wenn es darum geht, Handelsabkommen zu schließen und hat dies China gegenüber lautstark deutlich gemacht. DiMicco ist ein wichtiges Mitglied des Übergangsteams und was er sagt, hat hohes Gewicht. Sein Buch bietet viele nützliche Hinweise, was in den nächsten Jahren passieren könnte.

Demnach ist nichts zu befürchten: Er schätzt den Handel und die freien Märkte ebenso wie jeder andere Unternehmer. Doch er glaubt, es sollte mehr Kontrollen und Beschränkungen geben, so wie vor 30 Jahren. Und diejenigen, die die Reagan-Ära erlebt haben, werden sich erinnern, dass sie eine Zeit des schnellen Wachstums und großen wirtschaftlichen Wohlstand eingeläutet hat, nicht nur für die USA, sondern auch international. Also: Zurück in die Zukunft!

Den gesamten Kommentar in englischer Sprache finden Sie hier: http://www.nb.com/pages/public/en-us/insights/back-to-the-future-trump-and-trade.aspx

Trump als Chance für den Gesundheitssektor

Donald Trump hat überraschend die US-Wahl gewonnen. Eines seiner zentralen Wahlversprechen war es, die umstrittene Gesundheitsreform seines Vorgängers, Obamacare, umgehend wieder rückgängig zu machen. Damit könnten dem Gesundheitssektor sichere Einnahmen wegbrechen. Mittelfristig sollte Präsident Trump sogar vorteilhaft für den Gesundheitsbereich sein. Zumal die Bewertungen nach leichten Verlusten im Wahlkampfgetöse derzeit günstig sind und Trump bereits seine radikalsten Aussagen aus dem Wahlkampf relativiert hat.

Das von vielen Kommentatoren vorausgesagte Börsenchaos nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten ist ausgeblieben. Ganz im Gegenteil, der Dow Jones ist derzeit auf Rekordkurs. Die US-Märkte scheinen sich nach dem chaotischen Wahlkampf wieder stabilisiert zu haben. Auch Trump selbst gibt sich moderater, präsidialer. So lassen sich auch seine neuesten Aussagen zu Obamas Gesundheitsreform erklären, welche im Wahlkampf noch ein rotes Tuch für ihn und die Republikaner war. „Dieses politische Säbelrasseln hat die Kurse vieler Gesundheitstitel gedrückt, wodurch sich jetzt gute Einstiegsmöglichkeiten in den US-Markt bieten“, erklärt Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor der Lacuna AG. Gerade weil Trump nun Obamacare lediglich „nachbessern“ will.

Obamacare braucht Reformen

„Die Gesundheitsreform von Obama ist in ihrer jetzigen Form langfristig nicht finanzierbar. Insbesondere die gesellschaftliche Mitte wurde dadurch zu stark belastet“, kommentiert Prof. Michael Mullen, US-Berater des Bellevue Asset Management-Teams. „Die Republikaner haben jetzt durch ihre stabile politische Mehrheit im US-Senat, Repräsentantenhaus und als Partei des Präsidenten einen großen Handlungsspielraum. Diesen werden sie zu sinnvollen Reformen nutzen, die langfristig den Versicherten und der Wirtschaft zugutekommen“, gibt sich Mullen optimistisch. Die politische Macht in den USA liegt nun für mindestens zwei Jahre komplett bei den Republikanern. Diese können damit für klare Verhältnisse sorgen, was eine der größten Sorgen von Investoren, die politische Unsicherheit, sogar reduzieren könnte.

US-Gesundheitsmarkt auch langfristig stabil

Obamacare hat rund 15 Millionen Amerikaner neu versichert. Allerdings haben sich auch zehn Millionen Amerikaner für einen „opt-out“ aus dem System entschieden, was zu Verwerfungen in der finanziellen Kalkulation führte. Die Fördermittel auf Bundesebene können langfristig kaum aufrechterhalten werden, die Kosten explodieren von 43 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf geschätzte 106 Milliarden 2026. Dennoch ist eine komplette Abschaffung der Gesundheitsreform auch jetzt unwahrscheinlich. „Entscheidend ist vor allem die demographische Entwicklung der USA. Auch dort altert die Gesellschaft, was eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems unausweichlich macht. Die Kosten müssen reguliert, aber auch neue Technologien gefördert werden. An dieser grundlegenden Entwicklung werden die Republikaner nicht vorbei kommen, was den Gesundheitsbereich weiterhin zu einem lukrativen Anlagefeld macht“, so Mullen abschließend. Investoren können beispielsweise mit dem Lacuna - BB Adamant Global Healthcare an den Entwicklungen am US-Markt partizipieren.

Über die Lacuna AG
Lacuna ist ein innovativer Initiator im Finanzbereich, der auf zukunftsfähige Branchen und Märkte setzt. Mit einem ganzheitlichen Blick auf den Kapitalmarkt entwickeln wir sowohl individuelle Einzel- als auch Gesamtlösungen für den Anleger. Mit diesem integrierten Ansatz bieten wir Produkte und Finanzlösungen an, ganz nach den Bedürfnissen unserer Kunden. Hierbei sorgen wir für einen vertrauensvollen Umgang mit dem eingesetzten Kapital. Als Teil einer mittelständischen und inhabergeführten Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg sind wir seit 1996 mit dem Standort Regensburg verbunden.

„Zyklische Anleger dürften von starker Rotation an den Aktienmärkten profitieren“

von Larry Hatheway, Group Head of GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM.

Es ist noch nicht sicher, welche Auswirkungen die US-Wahl auf die Weltwirtschaft haben wird. Zwar hat die Unsicherheit über die Auswirkungen des Ergebnisses und die fiskalischen Impulse in den USA auf kurze Sicht abgenommen. Die Zweifel über die Handels- und Außenpolitik bestehen jedoch weiter. 

Die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten erfolgte in einer Zeit, in der es der Weltwirtschaft verhältnismäßig gut geht. In China setzt sich das Wachstum dank fiskalischer Maßnahmen und Kreditimpulsen fort. Europa ist stabil, und in Japan wächst die Wirtschaft wieder. Dieses Umfeld einer robusten Weltwirtschaft dürfte kurzfristig weiter anhalten. 

Allerdings dürfte die Wahl von Trump signifikante Auswirkungen auf die US-Notenbank haben, die in den Marktbewertungen noch nicht berücksichtigt sind. Nach dem Wahlergebnis stiegen die Anleihenrenditen stark an. Betrachtet man jedoch die implizierten Wahrscheinlichkeiten künftiger US-Zinserhöhungen, ist es so gut wie sicher, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben wird.

Mit Blick auf 2017 wird derzeit keiner einzigen geldpolitischen Sitzung eine Zinserhöhungswahrscheinlichkeit von über 40 Prozent beigemessen. In meinen Augen wird diese Rechnung nicht aufgehen. Die US-Wirtschaft lässt Anzeichen einer Vollbeschäftigung erkennen, die Löhne beginnen anzuziehen, und eine hohe Anzahl weiterer Impulse ist anzunehmen. Die Märkte haben noch nicht berücksichtigt, dass die Fed die kurzfristigen Zinssätze jetzt aggressiver anpassen müssen wird.

Die Anleihenrenditen werden mit der Wahl von Trump steigen. Das dürfte den US-Dollar vor allem gegenüber den Währungen von Ländern, die nach wie vor eine expansive Geldpolitik betreiben, weiter aufwerten – dazu gehören beispielsweise Japan und die Schwellenmärkte. In der Regel sind die Währungen vieler Schwellenmärkte für Abwärtsrisiken anfällig, wenn die US-Zinsen steigen und der US-Dollar aufwertet.

Wie sich das Wahlergebnis auf Aktien auswirken wird, ist hingegen weniger klar. Das Gesamtniveau der Aktienmärkte ist recht hoch und die Bewertungen sind alles andere als günstig. Damit wird es Aktien schwer fallen, in einer Zeit der steigenden Anleihenrenditen auf breiter Linie zuzulegen. Schwellenländeraktien, die bessere Bewertungen bieten, dürften durch die oben genannten Faktoren ausgebremst werden. Wir können mit einer weiteren heftigen Rotation an den Aktienmärkten rechnen, von der Zykliker, Finanz-, Gesundheits- und wahrscheinlich auch Verteidigungsaktien profitieren werden. Anleihenersatzwerte und Kandidaten für Aktienrückkaufprogramme dürften dabei ins Hintertreffen geraten. 

In diesem Umfeld richten wir unsere Portfolios allgemein auf kurzfristige festverzinsliche Papiere an einer Reihe von Märkten aus, darunter US-Treasuries, deutsche Bundesanleihen sowie italienische BTPs. Wir bevorzugen Währungspositionen, die auf eine Abwertung des Yen setzen, beispielsweise gegenüber der schwedischen Krone. Am Aktienmarkt tendieren wir eher zu Zyklikern und Nutznießern einer Währungsschwäche wie dem japanischen Aktienmarkt. Außerdem haben wir einige unserer Positionen in Schwellenmärkten reduziert.

OPEC meeting offering false hope?

Diplomatic efforts by Saudi Arabia and Russia prompt hopes for a joint production agreement at the upcoming meeting. Any agreement is likely to be superficial and fail to accelerate rebalancing of the global oil market. The CAD and NOK look set to resume their decline against the US Dollar, says ETF Securities in their latest FX trade idea.

Diplomatic attempts lift oil

OPEC returned to centre stage last Tuesday as news of diplomatic efforts made by Saudi Arabia and Russia to implement a production agreement sparked a 5.7% rally in crude benchmarks. The upcoming OPEC meeting, scheduled for the 30th November, is highly anticipated as it could result in a coordinated production cut by the cartel (as agreed earlier in the year in Algiers) and is therefore a pivotal event in determining the future of both oil prices and associated currencies (CAD & NOK). Historically, OPEC members have been poor at keeping to production limits but on this particular occasion obstacles are even larger as many of the member nations are under considerable financial and political strain. Therefore, it is our view that risks to oil prices remain firmly skewed to the downside and it is increasingly likely that the USD/CAD and USD/NOK will continue on their current upward trend to the end of the year.

Deal or no deal

The preliminary agreement at Algiers was for the oil cartel to reduce production to between 32.5 and 33 million barrels per day (mbpd), with Nigeria, Libya and Venezuela exempt from any arrangement. This would translate into a reduction of oil output of 0.6-1.1mbpd from October levels which, according to the International Energy Agency (IEA), would help balance the global oil market earlier than their current estimate of Q3 2017. In theory this is a very bullish prospect for oil prices but in practice imposing a coordinated production limit is complicated; particularly when the aim is to also coerce the likes of key non-OPEC oil producers like Russia to participate.

Firstly, within OPEC, certain members have already started to show signs of foul play, either by demanding exemption or by inflating reported output figures with the hope of building a safety margin into any agreement. For instance, officials from Iraq have clearly stated that they do not intend to reduce production or participate in any agreement, citing their war on the Islamic State (ISIS) as sufficient reason for exemption. Also, in the latest monthly OPEC publication, the difference in reported output between secondary sources and direct sources totalled a positive 0.54mbpd for Iran and Iraq alone, a huge difference. For those nations that have been offered some form of formal exemption or are seeking it, namely Iraq, Nigeria and Libya, increases in production has been sharp in recent months which increases the burden on Saudi Arabia to curb output. Outside of OPEC group, the higher range of oil prices in the second half of this year has caused the number of active oil rigs in the US to increase by 40% since June and production has started to climb from an October low of 8.45mbpd. All these factors mean that curbing output meaningfully is going to be difficult for OPEC and so any deal that may emerge from the meeting could merely offer false hope. Potential market optimism that results and spurs a rally in oil prices and oil linked currencies is likely to be short lived and could be seen as an opportunity to establish short positions.

Resistance to prove weak

Since the surprise Trump victory, the US Dollar has rallied strongly against the CAD and the NOK to trade at near short term resistance levels. The USD/CAD is retreating from 1.357, a 50% retracement level from the steep decline earlier in the year, while the USD/NOK is near the top of its recent 8-8.5 range. However, we feel as though both these pairs are on strong upward trends and a failure to reach an agreement in Vienna has potential to trigger moves to the upside beyond these resistance levels.

Verunsicherung schafft Einstiegschancen bei Wachstumsaktien

Kommt der jahrelange Bullenmarkt bei Aktien an sein Ende? Unsicherheiten und Spekulationen um diese Frage dürften in der nächsten Zeit Kaufgelegenheiten für langfristige orientierte Investoren eröffnen. Dieser Überzeugung ist Scott Berg, Portfolio Manager der Global Growth Equity Strategy von T. Rowe Price. „Wir erwarten, dass sich insbesondere bei Wachstumstiteln mit langfristig guten Aussichten gute Einstiegschancen eröffnen. Zwar wachsen Umsätze und Gewinne über den Gesamtmarkt betrachtet nur noch schwach, doch es gibt bedeutende Ausnahmen bei einigen Ländern, Sektoren und Einzeltiteln“, erklärt er. Zwar habe die Rally bei den Preisen für Öl und Rohstoffe für Spekulationen gesorgt, ob dem Markt ein neuer, von Value-Titeln dominierter Zyklus bevorsteht. Doch Berg erwartet, dass sich Wachstumsaktien im derzeit schwierigen ökonomischen Umfeld auch weiterhin besser entwickeln werden.

Der Aktienmarkt dürfte sich moderat und stabil entwickeln

„Als wäre die Tatsache, dass wir uns nun im achten Jahr des Bullenmarktes befinden, nicht genug, erleben wir eine Zeit, in der viele Gewissheiten der Vergangenheit in Frage gestellt werden. Und das Brexit-Votum hat die Verunsicherung an den Märkten noch weiter befeuert“, so Berg. Dennoch erwartet der Experte, dass sich der Aktienmarkt als Ganzes stabil entwickeln werde. Zwar seien die Bewertungen nicht mehr günstig, und dürften daher kaum zum Treiber der Marktentwicklung werden. Auf der anderen Seite seien sie aber auch nicht übertrieben hoch und dürften daher auch einer positiven Entwicklung nicht im Wege stehen. Allerdings verliere auch das Ertragswachstum in einer Welt moderaten Wachstums als Markttreiber an Bedeutung. Investoren müssten sich daher stärker auf Einzeltitelebene umsehen – und dafür seien die Bedingungen derzeit gut.

Wachstumspotenzial mit langfristigem Horizont

„Gerade die aktuelle Verunsicherung dürfte immer wieder für günstige Einstiegschancen sorgen, die sich langfristig auszahlen werden“, erwartet Scott Berg. Sein Team hat eine Reihe von Unternehmen mit Wachstumspotenzial identifiziert. Diese fänden sich einerseits in den Schwellenländern, wo die fundamentale demographische Entwicklung noch immer für starkes Binnenwachstum sorge. Aber auch in den Industriestaaten gebe es Chancen. „Gerade den in zyklischen Bereiche des Marktes und in jenen, die derzeit eher mit Missachtung gestraft werden, kann es sich lohnen zu investieren“, sagt der Experte. Dazu gehörten etwa Industrieunternehmen und die Hersteller zyklischer Konsumgüter. „Allerdings brauchen Investoren dafür einen langfristigen Horizont, denn kurzfristig dürfte sich Volatilität nicht vermeiden lassen“, fügt er hinzu. 

Keine Bevorzugung von Value-Titeln in Sicht

Das Risiko, dass es zu einem neuen Aktienzyklus komme, in dem Value-Titel vor Wachstumsaktien bevorzugt werden, hält er für eher gering. „Dafür wäre wohl ein starkes Anziehen des globalen Wachstums notwendig, und dafür gibt es derzeit keine Anzeichen“, sagt er. Insgesamt beobachtet der Experte, dass die Unterscheidung zwischen Growth und Value derzeit für Investoren eine untergeordnete Rolle spielen werde. Tatsächlich habe sogar die Korrelation zwischen diesen Segmenten im Sommer zugenommen. Über den gesamten Markt suchten die Investoren nach defensiven Titeln. „Die bullische Haltung am Markt ist geschwunden, und damit ist auch die Gefahr einer größeren Blase gering. Auch daher gehen wir davon aus, dass der aktuelle Zyklus noch nicht am Ende ist“, analysiert Berg.

Deutsche Anleger vertrauen weiterhin den Fähigkeiten aktiver Manager

Gemäß den Ergebnissen der 2016 MFS® Active Management Sentiment-Studie dominieren aktiv gemanagte Strategien weiterhin die Investmentportfolios und das Vertrauen in aktives Management bleibt stark. In Übereinstimmung mit Anlegern auf der ganzen Welt haben professionelle Anleger in Deutschland sich bei fast drei Viertel ihrer gesamten verwalteten Vermögenswerte für aktiv gemanagte Strategien entschieden. Mehr als 6 von 10 befragten Deutschen haben Vertrauen in aktives Management. Die Studie, die von der Forschungsfirma CoreData Research im August 2016 durchgeführt wurde, basiert auf Meinungen und Einschätzungen von 345 institutionellen Anlegern und Dachfondsmanagern weltweit, einschließlich 45 professionellen Anlegern in Deutschland.

„Obwohl die Geldflüsse in passive Strategien in den letzten Jahren zugenommen haben, haben Anleger keinesfalls aktive Strategien aufgegeben“, sagt Lars Detlefs, Geschäftsführer bei MFS. „Wir sehen heute weiterhin eine starke Ausrichtung auf aktives Management. Die Ergebnisse zeigen auch, dass dieser Trend weiter anhält, da viele Anleger glauben, dass die Kapitalmärkte in den nächsten Jahren turbulenter werden.“

In Übereinstimmung mit Befragten weltweit sind 8 von 10 der deutschen professionellen Anleger zumindest leicht besorgt über einen drohenden Einbruch der Aktienmärkte in den nächsten 12 Monaten und drei Viertel der deutschen Befragten geben an, dass der Kapitalschutz in fallenden Märkten zu den wesentlichen Kriterien bei der Auswahl aktiver Manager gehört. Darüber hinaus ist die Hälfte der deutschen Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass aktives Management ein wesentlich besseres Risikomanagement im Vergleich zu passiven Anlagemöglichkeiten bietet. Und 46 % glauben, dass aktiv gemanagte Strategien besser geeignet sind, das Abwärtsrisiko in einem Portfolio während eines Baissemarkts zu verringern. Diese Einschätzung basiert auf Erfahrungswerten. Während der letzten 25 Jahre hat das Top-Quartil der aktiven Manager von globalen Strategien in fallenden Märkten 7,6 % an Überrendite erwirtschaftet.1

Der Zeithorizont bei Anlagen wird immer kürzer

Obwohl Anleger erwarten, dass aktive Manager in volatilen Märkten Kapitalerhalt bieten, hat kurzfristiger Druck dazu geführt, dass die 'Jagd nach Performance' zugenommen hat. Unter den befragten deutschen professionellen Anlegern schauen 70 % auf den Track Record von fünf Jahren oder mehr beim Mandatieren von Asset Managern. Jedoch geben zwei Drittel der Befragten zugleich an, dass sie die Suche nach einem neuen Manager nach nur drei Jahren unterdurchschnittlicher Leistung beginnen werden.

Laut der befragten professionellen Anleger in Deutschland dauert ein ganzer Marktzyklus etwa 6,2 Jahre. Und 87 % dieser Befragten stimmen überein, dass längere Anlagezeiträume eine bessere Grundlage bilden, um zwischen Können und Glück zu unterscheiden. Wenn es jedoch um die Messung des Erfolgs ihrer Investments geht, konzentrieren sich 38 % der Befragten auf die Ein- oder Dreijahres-Performance.

Deutsche professionelle Anleger werden zunehmend dazu gezwungen, in allen Marktphasen positive Renditen zu erzielen. Zwei Drittel der deutschen befragten Umfrageteilnehmer geben an, dass ihre Organisation von ihnen erwartet, dass sie entweder über ein oder drei Jahre positive Renditen erzielen. Und 8 von 10 sagen aus, dass sie die Anlage-Performance ihrer externen Assetmanager entweder auf einer täglichen, monatlichen oder vierteljährlichen Basis überprüfen.

„Es ist erstaunlich, dass Anleger, deren Zeithorizonte Jahrzehnte betragen, die Performance ihrer Manager über Zeiträume von drei Monaten oder weniger beurteilen", sagt Andrea Baron, Geschäftsführer bei MFS. „Diese kurzfristige Mentalität ist allgegenwärtig und einer der Hauptgründe, warum Anleger damit kämpfen, ihre Renditeziele zu erreichen.“

Niedriger für länger

Da das globale Wachstum durch hohe Schulden in den entwickelten Märkten und eine „lower-for-longer“-Ausrichtung der Zentralbanken behindert wird, gibt es einen starken Konsens, dass durchschnittliche jährliche Benchmark-Renditen auf absehbare Zeit niedriger als ihre historischen Durchschnittswerte ausfallen werden. Nur 4 von 10 der befragten deutschen Anleger geben an, dass sie optimistisch bezüglich der Aussichten für die deutsche Volkswirtschaft sind. Und 86 % der deutschen professionellen Anleger machen sich sowohl über negative Zinssätze als auch über wachsende Staatsdefizite Sorgen. Die Anleger haben ihre Erwartungen gedämpft, dass sie die historischen Renditen erreichen würden, auf denen ihre Ziele basieren. Nur die Hälfte der in Deutschland befragten professionellen Anleger sind davon überzeugt, dass sie in den nächsten drei Jahren eine erwartete jährliche Rendite von 6 % erzielen werden. Das wird zu einem zusätzlichen Fokus auf Überrenditen führen.

„Da Wachstumsprognosen im Allgemeinen niedriger sein werden als historische Durchschnittswerte, zeigen professionelle Anleger nur wenig Vertrauen in die Erfüllung ihrer Zielrenditen“, sagt Detlefs. „Erwartete Renditen werden dazu verwendet, zukünftige Verbindlichkeiten für Pensionszahlungen, langfristige Sparziele und Anlageziele zu planen. In einer Situation niedrigen Wachstums ist die Generierung von Alpha kritisch für Anleger, um langfristige Bedürfnisse zu erfüllen.“

In der aktuellen Situation müssen Anleger das dreifache Risiko eingehen – verglichen mit vor 20 Jahren – um die gleichen Renditen zu erzielen, gemäß einer aktuellen Untersuchung von Callan Associates2. Es ist daher nicht überraschend, dass 7 von 10 deutschen befragten Umfrageteilnehmern sagen, dass ein gutes Risikomanagement einer der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines aktiven Managers ist.

„Anleger sollten sich auf das konzentrieren, was sie kontrollieren können: Vermögensallokation, langfristige Planung und Suche – sowie Beibehaltung – von Managern, die das Risiko während des ganzen Marktzyklus verwalten können“, sagt Baron. „Zeit kann ein Asset sein, solange Anleger Störfaktoren herausfiltern und sich auf langfristiges Anlegen anstelle von kurzfristigem Handel konzentrieren.“

(1) Analyse unter Verwendung der Morningstar-Daten. Steigende und fallende Märkte basierend auf den Kalenderjahr-Renditen, als der S&P 500 Index stieg oder fiel (1990–2014). Top-Quartil und Median aus der World Stock-Kategorie des Morningstar. Überrenditen abzüglich aller Gebühren (einschließlich 12b-1), aber ohne Verkaufsgebühren, berechnet im Vergleich zum MSCI World NR USD. Die Analyse deckt alle Aktienklassen ab und enthält Fonds, die seitdem aufgelöst oder zusammengelegt wurden, aber schließt Indexfonds aus. Die fallenden Märkte sind 1990, 1992, 2000, 2001, 2002, 2008 und 2011. Die Analyse enthält eine erweiterte Performance, sofern verfügbar. Die erweiterte Performance bezieht sich auf die Vermischung der Performance einer neuen Aktienklasse und dem ursprünglichen Portfolio, damit Anleger sehen können, wie sich das Portfolio als Ganzes im Verlauf der Zeit entwickelt hat.
(2) Callan Associates, „Risky Business“, September 2016, Autoren Jay Kloepfer und Julia Moriarty, CFA

Über diese Umfrage
MFS Investment Management hat zusammen mit CoreData Research, einem unabhängigen Research-Anbieter, diese Studie unter Finanzberatern, institutionellen Anleger und professionellen Investoren in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und im Asien-Pazifik-Raum entwickelt und umgesetzt. Insgesamt haben 845 Befragte teilgenommen, die sich wie folgt aufteilen: 500 Finanzberater, 220 institutionelle Anleger und 125 professionelle Investoren. Für eine Qualifikation mussten die Studienteilnehmer für das Management, die Auswahl oder Kontrolle des Vermögens von Privatanlegern, Pensionsfonds, Stiftungsvermögen oder der Anlageplattformen ihrer Firmen verantwortlich sein. Die Umfrage wurde vom 1. bis 31. August 2016 durchgeführt. MFS wurde nicht als Sponsor der Umfrage genannt.

Über MFS Investment Management
MFS wurde 1924 gegründet und ist ein aktiver, globaler Vermögensverwalter mit Investmentniederlassungen in Boston, Hong Kong, London, Mexico City, São Paulo, Singapur, Sydney, Tokio und Toronto. MFS verfolgt einen einzigartigen partnerschaftlichen Ansatz, um Mehrwert für seine Kunden zu schaffen. Der Investmentprozess hat drei Säulen: integriertes Research, internationale Zusammenarbeit und aktives Risikomanagement. Am 31. Oktober 2016 verwaltete MFS 386,8 Milliarden EUR Anlagevermögen für Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit. Weitere Informationen unter http://mfs.com.

Über CoreData
CoreData Research US mit Sitz in Boston ist Teil einer größeren globalen Unternehmensberatung, die sich auf Research und Strategieberatung für Finanzdienstleister spezialisiert hat. Mit seinem Schwerpunkt auf Finanzdienstleistungen liefert CoreData Research seinen Kunden sowohl maßgeschneiderte als auch konsolidierte Forschungsdienste durch eine Reihe von Strategien und Methoden zur Datensammlung sowie Hosting- und Outsourcing-Dienstleistungen für Beratungs- und Forschungs-Datenbanken. Die Abteilung in Boston ist Teil der CoreData Group und hat Geschäftstätigkeiten in Australien, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten von Amerika, Mexiko, Malta, Singapur, Südafrika und den Philippinen.

Ist Trump gut oder schlecht für die Märkte?

Die Wahl von Donald Trump ist ein Schock für die globalen Märkte, der sich in ganz unterschiedliche Richtungen weiter entwickeln kann. Es gibt zwar einige Ähnlichkeiten zu der Wahl von Ronald Reagan im Jahr 1980, aber es gibt auch einige größere Unterschiede dazu. Präsident Reagan war libertär und auch ein Mitglied des Mainstream in der Republikanischen Partei. Der als Präsident gewählte Trump ist (offensichtlich) mehr ein Autoritärer, der außerhalb des Mainstream der Republikanischen Partei anzusiedeln ist und der harte Einwanderungskontrollen und Handelskontrollen befürwortet.

Wie wird sich der neue Präsident voraussichtlich auf die Märkte auswirken? Der Autor dieser Analyse, Gavyn Davies – einer der Gründer und Chairman der Fulcrum Asset Management –  hält fest, dass die Märkte zunächst einmal von einem eher optimistischen Szenario ausgehen, in dem die Fiskalpolitik angemessen gelockert werden wird, die Steuern für Unternehmen und für Privatpersonen gesenkt werden, die amerikanische Notenbank FED weiterhin für die Geldpolitik verantwortlich bleiben wird und Handelskontrollen nur minimal in Kraft treten werden.

Das Szenario wird für Risikoaktiva allerdings weit weniger günstig ausfallen, wenn sich herausstellen sollte, dass die amerikanische Wirtschaft, die derzeit schon nahezu an der Vollbeschäftigung ist, die Lockerungen der Fiskalpolitik nicht ohne steigende Inflationsraten absorbieren kann. Wenn dies der Fall werden sollte, was Gavyn Davies nicht für unmittelbar wahrscheinlich hält, würde die FED eher in Richtung der Falken tendieren, da die Schätzung zur Entwicklung des Gleichgewichtszinses dann eher nach oben gehen wird.

Auf längere Sicht würden nach Ansicht des Fulcrum-Experten aber wahrscheinlich die Abwärtsrisiken der Einwanderungs- und Handelspolitik überwiegen. Er rechnet allerdings nicht damit, dass sich hier in naher Zukunft schon ein klares Bild abzeichnen könnte.

Details entnehmen sie bitte dem links beigefügten Research-Dokument in englischer Sprache.

Gavyn Davies ist einer der Gründer und Chairman von Fulcrum Asset Management. In vom großen makroökonomischen Gesamtbild abgeleiteten Multi-Asset-Strategien verwaltet das in London ansässige Unternehmen derzeit rund 5 Milliarden Dollar, die vornehmlich von institutionellen Investoren stammen. Vor der Gründung von Fulcrum Asset Management war Gavyn Davies 15 Jahre lang Chefvolkswirt von Goldman Sachs.

Die Märkte ignorieren die Konsequenzen von Trumps Politik

Die Marktreaktionen nach dem Wahlsieg Donald Trumps haben zu einer unerwartet starken Korrektur am Goldmarkt geführt: Seit Bekanntgabe des Ergebnisses der US-Wahl am Mittwochmorgen fiel der Kurs des Edelmetalls um etwa vier Prozent (Stand 14.11.). „Die Märkte fokussieren sich einzig und allein auf den potenziell positiven Einfluss von Steuersenkungen und höheren Infrastrukturausgaben auf die Wirtschaft", sagt Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van-Eck. „Dieses Wunschszenario wird aber höchstwahrscheinlich nicht zur Realität werden. Vielmehr überwiegen aus unserer Sicht die Risiken, die sich durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ergeben.“ Für die kommenden Wochen schließt der Experte Kurse unterhalb der wichtigen Trendlinie von 1.200 US-Dollar pro Feinunze Gold zwar nicht aus. „Langfristig aber dürfte die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen steigende finanzielle Risiken weiter hoch bleiben“, so Foster.

Wirtschaftliche Risiken ergäben sich zunächst aus Trumps Plänen in Sachen Handel und Immigration. „Sein aggressiver Kurs in Sachen Immigration könnte zu Unruhen führen, wäre logistisch nur schwer umzusetzen, und könnte extreme Kosten verursachen“, erklärt Foster. Im Zusammenspiel mit den angekündigten Steuersenkungen würde dies zu einem noch größeren Budgetdefizit und noch drastischeren Staatsschulden führen. Weiter verschärfen würde dieses Szenario eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed): „Die aktuellen Marktbewegungen geben der Fed für diesen Schritt ausreichend Spielraum. Die Märkte haben die Zinserhöhung bereits eingepreist. Sollte sich dies im Dezember allerdings bewahrheiten, dann werden die Fremdkapitalkosten für die US-Regierung drastisch ansteigen“, so der Experte. Die Staatschulden würden damit auf ein noch nie dagewesenes Niveau ansteigen.

Auch für die globale Wirtschaft sieht Foster vor diesem Hintergrund Anlass zur Warnung: „Eine geldpolitische Straffung würde der schwächelnden Weltwirtschaft den Zugang zu frischem Kapital erschweren, das dringend benötigt wird. Drastische Veränderungen in der Handelspolitik der USA würden das globale Wirtschaftswachstum ebenfalls beeinträchtigen.“ Zudem gäbe es Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur nach acht Jahren Wachstum in einer spätzyklischen Phase befindet. „Eine Rezession, gepaart mit den Risiken durch die Präsidentschaft Trumps, könnte eine systemische Finanzkrise begünstigen“, so Foster.

Über VanEck
VanEck steht für intelligente Investment Strategien, die gezielt attraktive Möglichkeiten im Markt aufgreifen. Seit Gründung im Jahr 1955 ist das Unternehmen ein Vorreiter für globale Investments und stellt traditionell und unabhängig vom Marktumfeld, die Interessen seiner Kunden allen anderen voran. Bis heute ist VanEck dieser Tradition verpflichtet und bietet vorausschauende, aktive und passive Investment Portfolios in den Bereichen Rohstoffe, Schwellenmärkte, Edelmetalle, Renten sowie weiteren alternativen Anlageklassen an.

Long/Short-Strategien immer beliebter

Das Brexit-Votum sowie die Präsidentschaftswahl in den USA dürften nur vorläufige Höhepunkte in einer Zeit anhaltender politischer Risiken sein. In den USA könnte sich auch die Inflationsentwicklung auf einem höheren Niveau als erwartet bewegen – und nicht nur der US-Notenbank Fed, sondern auch vielen Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen. 

Portfolio gegen allgemeine Marktentwicklung absichern

„Investoren, die auf ein baldiges Ende der Unsicherheit gehofft hatten, müssen sich auf ungemütliches Fahrwasser an den Aktienmärkten einstellen“, sagt Désirée Müller, Portfoliomanagerin bei GAM. „In diesem Umfeld können Renditequellen ihre Vorteile ausspielen, die von der allgemeinen Marktentwicklung unabhängig sind.“ Dieses Ziel verfolgen zum Beispiel Long/Short-Strategien, die bei Investoren immer beliebter sind. Zu diesem Ergebnis kommt der 2016 Investor Survey der Credit Suisse. Im Ranking der beliebtesten alternativen Anlagestrategien belegen Strategien, die sich auf den Einsatz von Long/Short-Instrumenten stützen, fünf der sechs ersten Plätze.

Dabei sind aktuell besonders marktneutrale Strategien gefragt, die darauf abzielen, das Marktrisiko vollständig zu minimieren. „In einer Welt ohne risikolose Zinsen ist es eine strategische Herausforderung für institutionelle Investoren, das Portfolio immer stärker marktneutral und extrem diversifiziert aufzubauen. Dabei kommen vermehrt Long/Short-Strategien zum Einsatz“, erläutert Müller. Diese zeichnen sich im Allgemeinen durch eine geringere Volatilität aus als Strategien, die sich alleine auf Long-Positionen stützen. Auf diese Weise lässt sich einerseits das Verlustrisiko begrenzen, andererseits ist das Aufwärtspotenzial ebenfalls begrenzt.

Markt für Long/Short-Strategien wächst

„Ob eine Long/Short-Strategie das Portfolio sinnvoll ergänzt, hängt davon ab, ob das Verhältnis von Verlustreduktion und Ertragsverzicht zu den individuellen Präferenzen eines Investors passt“, betont die Expertin. Der Markt dieser Produktklasse weist jedenfalls ein konstantes Wachstum auf, wie eine Erhebung des Analysehauses Hedge Fund Research zeigt. Dabei wurden Strategien mit Long/Short-Ansatz in der Kategorie „Equity Hedge“ zusammenfasst. Das Anlagesegment erreichte Ende 2015 weltweit ein Volumen von rund 829 Milliarden US-Dollar. Das ist doppelt so viel wie noch im Jahr 2008.

Die verschiedenen Indexanbieter ordnen die am Markt verfügbaren Long/Short-Strategien in unterschiedliche Kategoriensysteme ein. Dabei werden die derzeit besonders gefragten marktneutralen Strategien oft unabhängig von anderen Long/Short-Ansätzen aufgeführt. Der Löwenanteil der weltweiten Hedgefonds entfällt auf direktionale Strategien mit Long Bias – also einem Überschuss an Long-Positionen und einer mehr oder weniger ausgeprägten positiven Korrelation mit dem Aktienmarkt. „Ein Sonderfall sind Strategien mit sogenanntem Short Bias. Sie zeichnen sich durch ein Übergewicht auf der Short-Seite aus und weisen daher eine negative Korrelation mit den Aktienmärkten auf“, erklärt Müller, und betont: „Das macht sie aus Diversifikationsgesichtspunkten interessant.“

Risiken durch Hedging minimieren

Marktneutrale Strategien versuchen, systematische Risiken (also Beta) durch Hedging zu minimieren, Alpha zu maximieren und absolute Renditen möglichst unabhängig von der Marktentwicklung zu erwirtschaften. Da das Marktrisiko als Renditetreiber fehlt, basieren diese Strategien allein auf den Fähigkeiten des einzelnen Managers. Eine Möglichkeit des marktneutralen Investierens ist das Long/Short Pair Trading. Dabei geht das Fondsmanagement jeweils gleichgewichtete gegenläufige Positionen in prinzipiell ähnlichen Anlageinstrumenten ein, also etwa durch die Kombination einer Position in einer attraktiven Aktie (Long Position) mit dem Leerverkauf einer unattraktiven Aktie (Short Position) aus dem gleichen Sektor. So soll die erwartete relative Wertentwicklung eingefangen werden.

Long/Short-Strategien können Verluste auch in extremen Schwächephasen begrenzen. Das zeigen Daten von Absolut Research. Sie erlauben einen Blick auf die wichtigsten Verlustphasen an den globalen und europäischen Aktienmärkten seit 2007. So brach der MSCI World Index beispielsweise im Oktober 2008 um 16,3 Prozent ein, und musste im darauf folgenden Januar 2009 noch einmal Verluste von 7,1 Prozent hinnehmen. Direktionale Long/Short-Strategien verloren in diesen Zeiträumen jeweils nur 4,9 bzw. 0,7 Prozent. Noch deutlicher ist die Absicherung bei marktneutralen Strategien: Hier fielen im Oktober 2008 mit 0,2 Prozent fast gar keine Verluste an, und im Januar 2009 verzeichnete der entsprechende Index wieder moderate Zuwächse von 0,8 Prozent.

Kompetenz des Fondsmanagements zählt

Die Daten unterstreichen die Wirkung von Long/Short-Instrumenten, sie zeigen aber auch: Selbst marktneutrale Strategien können sich nicht zu allen Zeiten vollständig von der Marktentwicklung lösen. Wenn die Fondsmanager einen gewissen inhärenten Stil verfolgen, beispielsweise einen Value- oder Growth-Bias haben oder momentumgetrieben investieren, stellt sich in den Zeiten eine schlechte Performance ein, in denen ein Stil nicht besonders gut funktioniert. Hinzu kommt, dass gerade bei Long/Short-Strategien Herangehensweise, Erfahrung und Kompetenz des Fondsmanagements entscheidende Faktoren sind. „Der Erfolg einer Strategie hängt letztlich von der Fähigkeit des Managers ab, Risiken korrekt einzuschätzen und die richtigen Mittel auszuwählen, um ihnen zu begegnen“, fasst Müller zusammen.

2017 wird das Jahr der Reflation - Ausblick auf die Märkte und Anlageklassen 2017

Die Finanzmärkte werden 2017 vor allem von politischer Ungewissheit geprägt sein, doch das muss für die Realwirtschaft nicht unbedingt schlecht sein.Tatsächlich könnte sich die globale Wachstumsentwicklung sogar leicht verbessern, das erwartet jedenfalls NN Investment Partners (NN IP) für das kommende Jahr. Die von schwankenden Rohstoffpreisen und Wechselkursen ausgelösten Verwerfungen lassen allmählich nach. Im Ergebnis ebbt auch deren wachstumsschädliche Wirkung ab. Nach Einschätzung von NN IP dürften die weltweite Nachfrage und die höheren Ölpreise die Gewinnentwicklung beleben.

Donald Trump ist der designierte Präsident der Vereinigten Staaten, in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland stehen Wahlen an, und Großbritannien wird im März voraussichtlich einen Antrag nach Artikel 501 stellen. Vor diesem Hintergrund sind die weltpolitische Bühne sowie die weiteren Aussichten für das Weltwirtschaftswachstum von erheblichen Unwägbarkeiten geprägt.

Entsprechend werden die Märkte eine Prämie für das politische Risiko einpreisen. Zugleich zeichnet sich ein leicht positiver Trend bei den Rahmendaten ab. Dank freundlicherer Arbeitsmärkte und höherer Zuversicht sind die Konsumausgaben in den letzten Quartalen gestiegen. Wie sich an der breit aufgestellten Verbesserung der PMI-Daten ablesen lässt, wirken sich die besseren Ertragsaussichten auch positiv auf das Geschäftsklima aus. Zusammen mit steigenden Rohstoffpreisen dürften höheres Ertragswachstum und freundlicheres Geschäftsklima insgesamt auch eine moderate Verbesserung bei den Investitionsausgaben weltweit anstoßen. 

NN IP erwartet für das kommende Jahr einen Anstieg des Nominalwachstums weltweit sowie eine ausgeglichenere Wirtschaftspolitik: Konjunkturbelebung durch fiskalische statt monetäre Anreize. Die Märkte haben diese Trends bereits vorweggenommen, wie sich an den steigenden Anleiherenditen in den Industrieländern und die Umschichtung von defensiven und renditesensitiven Sektoren hin zu zyklischen Sektoren zeigt. Dieser Reflationstrend dürfte sich in den nächsten Quartalen an den Aktien- wie auch den Anleihemärkten fortsetzen. 

Dazu Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Strategist und Head of Multi Asset bei NN Investment Partners: „Die Zeiten sind zwar ungewiss, aber das bedeutet nicht, dass es keine Chancen gibt. Die Risikoprämien sind nach wie vor auskömmlich, und die Anleger halten an ihrer relativ vorsichtigen Positionierung und den hohen Cashbeständen fest. Diese Faktoren fungieren als Puffer gegenüber unerwarteten Ereignissen, wie beispielsweise im Anschluss an die Wahl von Donald Trump. Politische Ungewissheit kann hin und wieder Phasen erhöhter Volatilität auslösen, so dass Flexibilität bei den Anlageentscheidungen geboten ist.“ 

Aktien

Nach NN IPs Einschätzung wird sich der zyklische Umschichtungsprozess, der im Sommer begann, fortsetzen. Dieser Prozess wird durch die Erwartung einer ausgewogeneren Wirtschaftspolitik, festeren Preisen für Erdöl und Industrierohstoffen und die Wende bei den Anleiherenditen angetrieben.

Patrick Moonen, Senior Strategist Multi Asset bei NN IP: „Umfassende Konjunkturmaßnahmen, beispielsweise durch die Trump-Administration, aber auch andere politische Entscheidungsträger, könnten zu höheren Haushaltsdefiziten und steigenden Inflationserwartungen führen. Zugleich würde dies den Aufwärtstrend bei den Renditen auf globale Anleihen stärken, den wir seit einigen Monaten erleben. Höhere Anleiherenditen und steilere Renditekurven sind für die zyklischen Sektoren – vor allem den Finanzsektor – günstig. Auf renditesensitive Sektoren wie Immobilien und Versorger wirken sie dagegen eher negativ. Im Ergebnis dürfte eine Umschichtung hin zu Zyklikern stattfinden. Wir setzen auf die Sektoren Finanz und Grundstoffe.“ 

„Außerdem sollten wir die Wirkung der höheren Erdölpreise auf die Unternehmenserträge nicht unterschätzen. Der Absturz der Erdölpreise – zuerst in der zweiten Hälfte 2014 und dann nochmals Ende 2015/Anfang 2016 – hat die Ertrags- und Investitionsentwicklung im Energiesektor gebremst, und es ist eben dieser Sektor, der seit jeher einen signifikanten Beitrag zu den Gewinnen weltweit leistet. Eine Stabilisierung des Ölpreises um das aktuelle Niveau würde aufgrund des größeren Beitrags aus dem Energiesektor das Gewinnwachstum deutlich stärken. Hinzu kommt die Entwicklung der Wechselkurse: Ein starker US-Dollar dürfte sich positiv auf das Gewinnwachstum von Unternehmen außerhalb der USA auswirken.“

Moonen weiter: „Sofern die genannten Faktoren bestehen bleiben, dürfte auch der Reflationstrend noch eine Weile anhalten. Das bedeutet, dass zyklische Sektoren auch weiterhin besser als ihre defensiven Peers abschneiden werden und dass ein wertorientierter Anlagestil gegenüber wachstumsorientierten Investmentstilen die Nase vorn hat. Hinzu kommt, dass Value vs. Growth, relativ gesehen, aus Bewertungssicht attraktiv ist. So beträgt der Abschlag vom Kurs-Buchwert-Verhältnis in den USA derzeit 55 Prozent und für die Eurozone sogar 60 Prozent. In beiden Fällen liegt der Abschlag um ca. 5 bis 10 Prozent unter den langfristigen Durchschnittsabschlägen. Unsere Allokation ist jedenfalls zyklisch ausgerichtet.“ 

„Auf regionaler Ebene sind Japan und die Eurozone wahrscheinlich die Märkte, die am sensibelsten auf den sogenannten Reflation-Trade reagieren. Das liegt vor allem an der Bedeutung, die zyklische Sektoren (außer IT und Finanz) für ihre Marktbenchmarks haben. Sollte der US-Dollar im Anschluss an eine Zinserhöhung in den USA fester notieren, so wäre dies für die entwickelten Märkte außerhalb der USA positiv zu werten. Wir favorisieren Japan. Das hat zwei Gründe: Japanische Unternehmen sind, was ihre Profitabilität angeht, mit denen der Eurozone vergleichbar, doch ist der Markt auf Basis desKurs-Buchwert-Verhältnisses um 20 Prozent billiger. Zweitens steht die Eurozone vor erheblichen politischen und institutionellen Herausforderungen.“

Emerging Markets

Die Emerging Markets haben sich 2016 bemerkenswert gut erholt. Das liegt vor allem an der Entspannung an den Kreditmärkten infolge höherer Kapitalzuflüsse und einer lockereren Geldpolitik. Nicht zuletzt hatte auch die Erholung der Rohstoffpreise einen positiven Effekt.

Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Strategist bei NN IP, erklärte dazu: „Die Wachstumserholung an den EM ist vor allem den günstigeren Finanzierungsbedingungen zu verdanken. Gleichzeitig erleben wir eine wachsende Divergenz zwischen den einzelnen Ländern: einerseits Reformen und verbesserte Governance-Strukturen und andererseits populistische bzw. unkonventionelle Führungen. Viele Schwellenländer sind stark verschuldet. Gleichzeitig ist der globale Handel schwach. Insofern sind Reformen für eine nachhaltige Wachstumsentwicklung unerläßlich.“

Was den Welthandel betrifft, stellt Trump auf jeden Fall ein Risiko dar. Die schwachen Zuwächse im globalen Handel belasten den Exportsektor in den EM. Sollten die USA ihr Heil tatsächlich in mehr Protektionismus suchen, hätten die EM es sogar noch schwerer, ihre Ausfuhren anzukurbeln. Die Finanzmärkte werden Ungewissheit und steigende Risiken für den EM-Handel wohl einpreisen. Dies könnte zu einem Rückgang der Kapitalflüsse in die EM führen.

Bakkum schloss mit den Worten: „Aus diesem Grund präferieren wir Märkte, die nicht zu sehr von Exporten abhängen und wo Strukturwandel und eine sinnvollere Umsetzung politischer Entscheidungen höheres Wachstum generieren. Deshalb setzen wir auf Indien, Indonesien, Kolumbien, Argentinien und Vietnam. Demgegenüber gewichten wir die Türkei, Brasilien, Malaysia, Südafrika, Russland, Ägypten, die Philippinen und China unter.“

Rendite oder Absicherung – Anleihe-Investoren haben die Wahl

Lange Zeit waren Anleihen das Faustpfand im Portfolio: Sie erwirtschafteten verlässliche Zinserträge und minderten gleichzeitig das Risiko der renditestärkeren, aber volatileren Aktien. Doch die Welt der Kapitalmärkte hat sich gedreht. „Ein globales Fixed-Income-Portfolio kann derzeit entweder Erträge erzielen oder Sicherheit bieten, aber nicht beides gleichzeitig. Anleger müssen sich also entscheiden“, sagt Arif Husain, Leiter des internationalen Fixed-Income-Teams bei T. Rowe Price.

Kapitalmärkte bleiben volatil

Anleger befinden sich in schwierigem Fahrwasser. Risikolose Zinsen verzeichnen dauerhafte Rekordtiefstände, und die immer neuen Maßnahmen der Zentralbanken haben bislang ihr Ziel verfehlt. Stattdessen unterliegen die Kapitalmärkte weiterhin starken Schwankungen. „Die Unsicherheit der Investoren ist groß und wird verstärkt durch Befürchtungen, dass das weltweite Wirtschaftswachstum sich weiter abschwächen könnte“ so Husain. Die negativen Einflussfaktoren sind vielfältig, zum Beispiel das schwache Wachstum in China, ein möglicher Brexit oder die Konfliktherde im Nahen Osten. 

Globale Anleihemärkte bieten Wertpotenziale 

„Doch auch in diesem Umfeld können Investoren von höheren Renditen profitieren. Allerdings müssen sie dafür den Blick auf die globalen Anleihemärkte richten“, lautet die Einschätzung des Fixed-Income-Experten. Denn zum einen verlaufen Konjunkturzyklen in verschiedenen Ländern zeitlich versetzt. Somit bietet sich Anlegern nahezu immer die Gelegenheit, kurzfristig Wertpotenziale zu realisieren, sofern sie in den breiten Markt und in unterschiedlichen Regionen investiert sind. Entsprechend lassen sich unter den etablierten Industrienationen Länder wie Australien, Schweden, Japan und Deutschland finden, deren Anleihemärkte trotz niedriger Zinsen seit Jahresbeginn eine ansehnliche Wertentwicklung aufweisen. Zum anderen gibt es nach wie vor Anleihen, die höhere Zinsen bieten. So sind beispielsweise Schwellenländer wie Brasilien, Russland oder die Philippinen durchaus attraktiv, jedoch mit einem größeren Risiko verbunden. 

Staatsanleihen etablierter Märkte federn Aktienrisiken noch immer ab

„Wer allerdings das Aktienrisiko im Portfolio reduzieren möchte und dabei auf Anleihen setzt, muss genau hinsehen“, betont Husain. „Denn inzwischen besetzen diese beiden Anlageklassen nicht mehr unbedingt immer die entgegengesetzten Außenpunkte auf der Rendite-Risiko-Skala, sondern weisen stattdessen teilweise eine positive Korrelation auf.“ Dies gilt insbesondere für Schuldtitel aufstrebender Volkswirtschaften, Anleihen mit guter Bonität und Hochzinsanleihen. Eine sinnvolle Diversifikation bieten dagegen trotz niedriger oder negativer Zinsen nach wie vor die Staatsanleihen westlicher Industrienationen. „Da die Notenbanken aller Voraussicht nach vorerst an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten sollten, besteht derzeit außerdem nicht die Gefahr von Wertverlusten aufgrund steigender Zinsen“, sagt Husain.

Nach Trumps Wahlsieg Rohstoffe und Aktien im Aufwind

Energie-ETPs verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 109 Mio. USD, da die Anleger die steigende Nachfrage in den USA vorwegnahmen. In Gold-ETPs flossen aufgrund der zwiespältigen Stimmung nach Trumps Wahlsieg lediglich 23 Mio. USD. Die Anleger kürzten ihre Engagements in Rohstoffkörben und rotierten in zyklische Handelspositionen, so ETF Securities im wöchentlicher Rohstoffüberblick.

Die Zuflüsse in Long-Öl-ETPs (A2BDEB) stiegen auf ein 14-Wochen-Hoch, wobei allein auf Rohöl 89 Mio. USD entfielen. „Nachdem die Energiepreise im Zuge der US-Präsidentschaftswahl auf ein Mehrmonatstief gefallen sind, sehen Anleger Kaufgelegenheiten, zumal Trump dazu neigt, die Quoten für den Einsatz fossiler Brennstoffe anzuheben“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Gold-ETPs (A0N62G) verzeichneten in der letzten Woche lediglich Zuflüsse von 23 Mio. USD. Zugleich litten die Goldpreise unter dem Anstieg der Renditen langlaufender US-Staatsanleihen und der Dollar-Stärke. „Gold fiel unter 1250 USD/oz., was einem Rückgang von 5,1 % in der Woche entsprach und darauf hindeutet, dass das Risiko in die Märkte zurückkehrt“, so Hein.

Aus ETPs, die die Entwicklung der Schwellenmarktanleihen in Lokalwährung nachbilden, wurden 25 Mio. USD abgezogen, da in den Schwellenmärkten im Zuge des Anstiegs des US-Dollar ein technischer Abverkauf läuft. Insofern er sich aber auf die von Trump angedrohten Importbeschränkungen stützt, scheint der Ausverkauf der Werte und Währungen der Schwellenmärkte übertrieben. Sollte Trump seine Drohung tatsächlich wahr machen und Handelsverträge wie die NAFTA aufkündigen oder sogar Handelsschranken einführen, haben die USA mit ernsten Rechtsstreitigkeiten in der WHO zu rechnen. „Unseres Erachtens könnte der Kongress bei Machtmissbrauch zum Beispiel die Außenhandelsbefugnisse einschränken. Wir behalten daher bei Schwellenmarktanleihen angesichts der sich bessernden Fundamentaldaten und der stützenden Bewertungen unsere langfristig positive Sicht bei“, so Hein.

Die Anleger kürzten ihre Engagements in Rohstoffkorb-ETPs (A1CXBV). In der letzten Woche wurden Rohstoffkorb-ETPs im Wert von 81 Mio. USD verkauft. Das ist der höchste Abfluss seit Oktober 2011. „Aufgrund der größeren Risikobereitschaft, die auf Trumps Wahl zum US-Präsidenten folgte, ging die Attraktivität breiter Rohstoffengagements zur Diversifizierung der Portfolios zurück. Anleger bevorzugen, so glauben wir, derzeit allgemein eher pro-zyklische Strategien“, sagte Hein.

Gewinnmitnahmen führten bei Industriemetall-ETPs (A0SVX7) zu Abflüssen in Höhe von 22 Mio. USD. Die Preise der Industriemetalle steigen mit der starken Aktienmarktentwicklung und der Aussicht auf eine höhere Nachfrage, auf die die von Trump angekündigten Infrastrukturinvestitionen hoffen lassen. „Die Anleger nahmen unseres Erachtens Gewinne mit, da die Preise außer bei Kupfer Mehrmonatshochs erreichten. So flossen in der Tat weiter Gelder in Kupfer, das die höchsten Zuflüsse seit Juli verzeichnete und in der letzten Woche um 10,8 % zulegte“, so Hein.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Die Anleger werden ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das BIP für das dritte Quartal und die Inflation in der Eurozone richten. „Eine Beschleunigung der Wachstums- und Inflationstrends könnte die erwartete Verlängerung der quantitativen EZB-Programme über März 2017 hinaus gefährden und dafür sorgen, dass die Renditen langlaufender Staatsanleihen vom Markt drastisch höher bewertet werden“, sagte Hein.

Wechselbad der Gefühle an den Märkten nach Wahlsieg Donald Trumps

Der Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat die Märkte innerhalb von zwei Tagen durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Auf die Angst, Trumps noch unklare Politik könnte einen negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben, folgte die Euphorie angesichts des möglicherweise zu erwartenden Wachstums.

Grundsätzlich ist es derzeit noch zu früh, um über Auswirkungen der zukünftigen Politik zu spekulieren. Trump hat mit dem Versprechen von Steuersenkungen und Erleichterungen bei regulatorischen Themen einen typischen „Pro-Business“- Wahlkampf geführt. Verbunden mit seinen Ankündigungen, massiv in die Infrastruktur zu investieren, könnte das die Wirtschaft stimulieren, was zu einer höheren Inflation und steigenden Zinsen führen würde. Das schafft auf der Aktienseite Gewinner und Verlierer. In den vergangenen Tagen konnten Aktien aus dem Bankensektor ebenso zulegen wie zyklische Konsumaktien, während die eher defensiven Basiskonsumgüter unter Druck standen.

Während die Märkte sich in den vergangenen Tagen also vor allem auf den wachstumsorientierten Teil von Trumps politischen Ankündigungen konzentriert haben, sollte man nicht vergessen, dass er andererseits Handelsabkommen wie NAFTA komplett überarbeiten möchte. Wenn er seine Pläne umsetzt, könnte das sowohl für die amerikanische als auch für die Weltwirtschaft negative Folgen haben. Und so werden die Märkte derzeit zum Teil von Skepsis und zum Teil von Optimismus geprägt.

Unser Investmentansatz ist es, nach Qualitätsaktien mit gesunden Fundamentaldaten und stabilem Gewinnwachstum zu suchen. Das hilft uns im derzeitigen Umfeld, Unsicherheit und Volatilität zu überstehen.

Weitere Informationen finden Sie in dem links beigefügten Marktkommentar in englischer Sprache.

Besteht für Anleiheinvestoren in Brasilien noch Spielraum?

Die brasilianischen Anleihenmärkte zeigen im Jahr 2016 bisher eine gute Entwicklung und haben andere Schwellenländer weit übertroffen. Viele Anleger waren angesichts der politischen Spannungen rund um die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff und die darauffolgende Übergangsregierung eigentlich verunsichert über die künftige Performance des südamerikanischen Landes. Doch der brasilianische Real legte gegenüber dem US-Dollar rund 20 Prozent zu und die lokalen Anleiherenditen sind um ein Drittel gefallen. Für ausländische Anleger führte das zu einem Gesamtertrag von rund 50 Prozent – sofern man in US-Dollar und ohne Währungsabsicherung investierte. Schwellenländeranleger stellen sich daher vermehrt die Frage: Lohnen sich Brasilien-Investments auch in Zukunft noch oder ist der Zenit bereits überschritten? Denise Prime, Investmentmanagerin bei GAM, analysiert die aktuelle Lage und blickt auf die vergangenen Monate zurück.

Trendwende nach der Rezession?

„In der Vergangenheit führte die massive Handelsbilanzanpassung zu einer Währungsaufwertung von 60 bis 70 Prozent. Da die brasilianische Handelsbilanz die Wende erst im April eingeschlagen hat, besteht auch weiterhin Aufwärtspotenzial. Oder zumindest nur ein begrenztes Abwärtsrisiko“, erklärt Denise Prime. Die Wirtschaft habe eine schwere Rezession erfahren, in den letzten drei Jahren sei die Wirtschaftsleistung um beinahe zehn Prozent zurückgegangen. Der Real sei massiv abgewertet worden, was zu einem Einbruch der Importnachfrage führte und so eine starke Verbesserung der Handelsbilanz bewirkte.

Gerade am Rentenmarkt sind die Renditen lokaler Anleihen mit zwölf Prozent immer noch sehr attraktiv. Angesichts einer zweistelligen Inflation aufgrund der Währungsschwäche, längst überfälliger Anpassungen regulierter Preise und der verbreiteten Indexierung hob die Zentralbank den Leitzins kontinuierlich auf 14,25 Prozent an, obwohl das Wachstum einbrach. „Es ist durchaus möglich, dass die brasilianische Zentralbank die Zinssätze in den nächsten ein bis zwei Jahren deutlich senken könnte. Dies hängt auch davon ab, ob sich die mittelfristigen Inflationserwartungen weiter auf ihr Ziel von 4,5 Prozent zubewegen“, sagt Prime.

Politik der Zentralbank könnte Anleihen weiter stützen

Die Finanzmärkte erwarteten bereits Zinssenkungen von rund 300 Basispunkten bis Ende 2017. Die brasilianischen Realrenditen seien immer hoch gewesen, was eine Folge der Hyperinflation in der Vergangenheit sei.  Angesichts der schweren wirtschaftlichen Kontraktion seien Realrenditen in Höhe von sechs oder sieben Prozent allerdings bemerkenswert. Prime erläutert: „Ein internationaler Vergleich zeigt, dass vor allem Industrieländer niedrige Renditen aufweisen. Die Realrenditen der USA liegen beispielsweise bei null Prozent. Auch mit Blick auf andere Schwellenländer erscheinen die brasilianischen Renditen ungewöhnlich hoch: In Südafrika liegt der Realzins unter zwei Prozent. Selbst Argentinien, das eine ähnliche Geschichte der Hyperinflation vorweisen kann, zieht mit Realrenditen von nur zwei Prozent Scharen von Anlegern an seine inländischen Anleihenmärkte.“ Sollte die brasilianische Zentralbank die Zinsen aggressiver senken, würde dies Anleihen weiterhin unterstützen.

Brasilien stehe fortwährend vor enormen Herausforderungen. Es stelle sich die Frage, ob der Nachfolger von Dilma Rousseff, Michel Temer, in der Lage sei, das primäre Haushaltsdefizit von mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts zu senken. Dringend notwendige Strukturreformen, um die untragbaren Pensionsverpflichtungen zu reduzieren und das notorisch verworrene Steuersystem zu modernisieren, werden durch den stark fragmentierten brasilianischen Kongress kompliziert. Dieser sei durch den Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobas noch stärker gespalten als zuvor.

Inländische Faktoren sind die wichtigsten Performancetreiber

„Obwohl die Popularität von Michel Temer schwindet, ist davon auszugehen, dass er besser als seine Vorgängerin in der Lage ist, Unterstützung zu gewinnen. Zudem könnte er von ersten Anzeichen profitieren, dass der Konjunkturrückgang möglicherweise die Talsohle erreicht hat“, so Prime. Zudem habe sich das stark mit der Wirtschaftsaktivität korrelierende Geschäftsklima erheblich verbessert. Auch die Investitionen zogen im zweiten Quartal wieder an, nachdem sie in den neun vorangegangenen Quartalen zurückgegangen waren.  „Die Inflation dürfte dank der Rally des Real und der sinkenden Lebensmittelpreise weiter nachlassen. Allerdings verharrt die Arbeitslosenquote weiterhin hartnäckig bei knapp zwölf Prozent – also auf dem höchsten Niveau seit zwölf Jahren.“ 

Allein schon die Tatsache, dass inländische Faktoren die wichtigsten Triebkräfte für die Entwicklung Brasiliens sein dürften, sei ein weiterer Grund, warum Brasilien attraktive Investmentchancen biete: „Dies ist eine spezifische Anlagegelegenheit in einem Universum stark korrelierender Wertpapiere. Auf eine Wiederholung der außerordentlichen Gewinne von Anfang des Jahres zu hoffen, ist vielleicht etwas vermessen. Dennoch könnten im kommenden Jahr durchaus attraktive Gesamterträge möglich sein“, schließt Prime. 

"AMERIKA WIEDER GROSS (und REICH?) MACHEN...“

von Igor de Maack, Portfoliomanager und Sprecher des Portfoliomanagements bei DNCA.

„Die Märkte haben wegen des Wahlsiegs von Donald Trump nicht die Fassung verloren, aber die wirtschaftlichen und geldpolitischen Fragen sowie die Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur treten in den USA wie auch anderswo wieder in den Vordergrund.“

Das erste der bedeutenden politischen Ereignisse liegt hinter uns. Es endete mit dem Wahlsieg von Donald Trump und hat damit eine Zeit der Ungewissheit eingeleitet. Dieses Ergebnis müsste die Märkte theoretisch für eine gewisse Zeit mit erhöhter Volatilität belasten.

Im Moment haben die Börsen wider jede Intuition zunächst einmal zugelegt, ebenso wie die langfristigen Zinsen und der Dollar. Ohne sofort eine Bilanz der achtjährigen Amtszeit Barack Obamas zu ziehen, werden die Marktbeobachter dennoch die sieben aufeinander folgenden Jahre des Wachstums positiv bewerten, etwa den technologischen Fortschritt und die Vorherrschaft einer Cybermacht mit ihren Internet-Unternehmen, den Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Umsetzung von Obamacare. Wie seinerzeit Bill Clinton, aber auf weniger spektakuläre Weise hat die demokratische Präsidentschaft es verstanden, ihre Fähigkeit unter Beweis zu stellen, der Wirtschaft einen Impuls zu verleihen und Arbeitsplätze zu schaffen, allerdings unterstützt durch eine akkommodierendere Geldpolitik. Nun verfügen die Republikaner über alle institutionelle Macht. Sie haben einiges zu tun, denn die Bilanz der Obama-Jahre ist in Wirklichkeit durchaus von Kontrasten geprägt. Sie müssen bisher ungekannte soziale Ungleichheiten abbauen, die Verschuldung der Studenten aufgrund astronomischer Hochschulgebühren reduzieren, die Löhne erhöhen, ohne allzu sehr an den Margen der Unternehmen zu zehren, den Konjunkturzyklus verlängern und eine relative Stabilität des Dollars und der Welt sicherstellen und dabei gleichzeitig eine mittlerweile als zu locker eingeschätzte und von den Finanzmärkten pervertierte Geldpolitik ändern. Im Moment präsentiert sich das Wirtschaftsprogramm von Trump inflationistisch und protektionistisch (Erhöhung von Zöllen, Neuverhandlung von Handelsabkommen, Lohnerhöhungen, Wiederbelebung der Infrastrukturprogramme) und konzentriert sich vor allem auf allgemeine Steuersenkungen, die allerdings finanziert sein wollen. Im Hinblick auf das politische und geostrategische Programm bleibt nur zu hoffen, dass er nicht all seine skurrilen während seines Wahlkampfs herausgebrüllten Ideen umsetzen wird.

Die anderen politischen Termine sollten nicht außer Acht gelassen werden (Referendum in Italien, rechtliches Verfahren und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Brexit), dürften aber keinen Schock auf den Märkten nach sich ziehen.

In England teilte das oberste Gericht von London mit, dass es der britischen Regierung zur Auflage gemacht habe, dass die Einleitung des Brexit-Verfahrens vom Parlament zu verhandeln sei. Dies ist eine Entscheidung, gegen die die Regierung Berufung beim Supreme Court, dem obersten Gericht des Landes, einlegen will. Die Loslösung von der Europäischen Union ist also doch nicht so ganz einfach. In Italien scheint das Referendum bereits verloren zu sein (das „Nein“ liegt in den neusten Umfragen vorn), und unsere jüngsten Treffen mit italienischen Unternehmen lassen uns zu der Einschätzung kommen, dass das Ergebnis nicht unbedingt die Art und Weise verändern wird, auf die das Land kurzfristig geführt wird. Zudem haben sich die Renditen italienischer Staatsanleihen bereits um 50 Basispunkte von denen spanischer Staatspapiere entfernt. So machte ein Leiter eines Unternehmens jenseits der Alpen uns gegenüber mit Humor und Selbstironie die Bemerkung, „dass ungeachtet dessen, ob das institutionelle System Italiens nun eine oder zwei parlamentarische Kammern hat, diese doch immer noch von Italienern verwaltet werden...“.

Die jüngsten Quartalsveröffentlichungen vermitteln das Bild einer weiterhin volatilen Welt, die Inflationsrisiken ausgesetzt ist und auf die eine Änderung der geldpolitischen Gangart zukommt.

Der Berichtszeitraum für die Quartalsergebnisse erweist sich eher als gemischt, ohne dass die Unternehmen sich jedoch wirklich negativ zum derzeitigen Lauf der Geschäfte äußern. Während einige Unternehmen solide Ergebnisse veröffentlichten (Sanofi, Total, BNP Paribas, STM, LVMH, Volkswagen), sorgten andere eher für Enttäuschung (Capgemini, Publicis) oder korrigierten ihre Ziele nach unten (Ryan Air, Gemalto, Ericsson). Auf einem technischen Markt ohne Volumen konnte man die Sanktionen an den Börsen zuweilen als zu hart empfinden. Im November nimmt der Konsens der Analysten in der Regel seine letzten Korrekturen an den Gewinnen für das laufende Jahr vor. Derzeit geht man davon aus, dass diese sowohl in den USA als auch in Europa weitgehend unverändert bleiben. Die Ergebnissteigerungen für das Jahr 2017 werden für diese beiden Wirtschaftsregionen auf +12 % bzw. +14 % geschätzt, was mit dem Niveau der vergangenen fünf Jahre vergleichbar ist. In der vergangenen Woche waren zum ersten Mal wieder Zuflüsse in europäische Aktien zu verzeichnen, nachdem die Kapitalflüsse in 38 aufeinander folgenden Wochen negativ waren. Auch wenn es sich nur um geringe Beträge handelt, bedeutet dies vielleicht, dass heimische und internationale Anleger ihre Verkäufe abgeschlossen haben. Nach dem Überraschungseffekt des Wahlsiegs von Donald Trump treten die wirtschaftlichen und geldpolitischen Fragen und die Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur in den USA wie auch anderswo wieder in den Vordergrund. Für all diejenigen, die die derzeitige oder künftige Volatilität für sich nutzen wollen, dürfte sich der Kauf europäischer Aktien zu günstigen Konditionen auf lange Sicht auszahlen. Lang laufende Anleihen erscheinen uns immer noch zu teuer und risikobehaftet, falls sich die Inflationsgefahren konkretisieren werden, insbesondere im Zuge der während der Amtszeit von Trump geführten Politik.

„Trumps Twitter Triumph: Wie soziale Medien die US-Wahlen beeinflussten“

Die US-Präsidentschaftswahl ist nicht zuletzt über die sozialen Medien entschieden worden. Donald Trump habe seinen Triumph auch der gestiegene Bedeutung von Twitter und Facebook zu verdanken, analysiert Mark Hawtin, Technologie-Experte des Vermögensverwalters GAM. „Zum ersten Mal in der US-Wahlgeschichte fand der Wettstreit in den sozialen Medien statt – einer neuen Wahlkampfarena, die den Kandidaten ganz andere Möglichkeiten gibt, ein größeres Publikum zu erreichen und sich schlagkräftig zu positionieren“, erklärt Hawtin. 2008 sei Barack Obama der erste Präsident gewesen, der die digitalen Medien für sich genutzt habe, doch erst Donald Trump sei es gelungen, das Potenzial voll auszunutzen. Obwohl er mit 68 Millionen US-Dollar bis zum 19. Oktober im Vergleich zu Hillary Clinton (237 Millionen US-Dollar) deutlich weniger Geld für Medienkampagnen ausgegeben hat, habe sich die Schwerpunktsetzung ausgezahlt, so Hawtin: „Mit seinem deutlich knapperen Budgets erreichte Trump erheblich mehr. Er hat auf die digitalen Kanäle gesetzt, wo Werbung im Sinne der Nutzenmaximierung zielgenau eingesetzt und immer weiter verfeinert werden kann.“

Bedeutung der sozialen Medien hat seit 2012 weiter zugenommen

Dabei sei die Bedeutung der sozialen Medien seit der letzten Wahl 2012 noch einmal deutlich gestiegen. Über 70 Prozent aller US-Amerikaner nutzten heute mindestens einmal im Monat Facebook, 178 Millionen von ihnen seien jeden Tag auf Facebook aktiv – 2012 seien es noch 132 Millionen tägliche Nutzer gewesen. Die durchschnittlichen täglichen Nutzerzahlen von Twitter legten in dieser Zeit von 40 Millionen auf heute 67 Millionen zu. „In dieser Arena hat Trump schon zum Beginn seiner Kampagne einen Vorsprung gehabt“, betont Hawtin. Durch seine Rolle in der Reality-TV-Serie „The Apprentice“, seine regelmäßigen Meinungsäußerungen über Twitter und seine Auseinandersetzungen mit anderen Prominenten sei er mit 4,3 Millionen Followers auf Twitter bereits im Oktober 2015 in den sozialen Medien sehr präsent gewesen. Zum Zeitpunkt der Wahl erreichte Donald Trump deutlich mehr Menschen auf direktem Wege als Hillary Clinton: Auf Twitter 13,5 Millionen gegenüber 10,5 Millionen, und auf Facebook 13 Millionen gegenüber 8,6 Millionen.

Trumps Botschaften verfingen besser in der neuen Arena

Die Möglichkeit, zu jedem beliebigen Zeitpunkt fast das gesamte US-Wahlvolk zu erreichen und die Botschaften vollständig zu kontrollieren, habe für eine ungeheure Schlagkraft gesorgt. Dabei seien Trumps klare Botschaften und häufig kontroversen Aussagen perfekt für das auf 140 Zeichen begrenzte Medium Twitter geeignet gewesen und hatten eine hohe Reichweite und Frequenz. „Über die sozialen Medien konnte Trump direkt kommunizieren. Journalisten und die politische Elite haben sich über ihn lustig gemacht, dabei aber am Wahlvolk vorbeidiskutiert“, sagt Mark Hawtin. Die Botschaften von Hillary Clinton seien wiederum unpräzise gewesen und hätten keine Debatten oder Gespräche hervorgerufen. Trumps Posts wurden dagegen sowohl von Gleichgesinnten als auch von Gegnern, die seine Äußerungen widerlegen wollten, weiter verbreitet. „Trump ist es gelungen, die Netzwerke der sozialen Medien auszunutzen, und konnte so ohne weiteres Zutun ein größeres Publikum erreichen“, unterstreicht der Technologie-Experte.

Wie wird sich Trumps Präsidentschaft auf die Wirtschaft und die Märkte auswirken?

Unter Donald Trump könnte sich die US-Wirtschaftspolitik grundlegend ändern. Die Frage lautet nur, wie umfangreich die Kursänderungen tatsächlich werden – und da in dieser Beziehung noch geraume Zeitlang keine Klarheit herrschen wird, könnten die Risikoaufschläge an den Finanzmärkten vom derzeitigen Niveau aus noch einige Zeitlang ansteigen.

Dies gilt vor allem für stark vom Außenhandel abhängige Sektoren und für die Schwellenländer. Insgesamt könnte sich das Wachstum in den USA und weltweit daher erneut deutlich verlangsamen. Wie schwerwiegend  und umfangreich dies ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie schnell die Märkte beurteilen können, ob sich Trump nach seinem Amtsantritt als Pragmatiker entpuppen wird.

In einem solchen Fall dürfte er auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Kongress setzen und extreme politische Maßnahmen vermeiden. Innenpolitisch ist dann mit Steuersenkungen für die Bezieher hoher Einkommen und für Unternehmen, einem öffentlichen Infrastrukturprogramm und Deregulierungen zu rechnen. Für sich genommen sollte ein solches Paket die US-Aktienkurse kurzfristig stützen. Schließlich dürfte das Haushaltsdefizit beträchtlich ansteigen.

Wenn Trump einen pragmatischen Kurs verfolgt, wird er wohl die Einwanderungsgesetze strikter handhaben und nur in begrenztem Umfang protektionistische Maßnahmen ergreifen, die zudem eher verdeckter Natur wären (d.h. kein Rückzug aus bestehenden Handelsabkommen, keine deutlichen Zollerhöhungen). Dennoch könnten andere Länder, insbesondere China, Gegenmaßnahmen verhängen. Dadurch könnte sich der bereits bestehende Trend hin zu einem stärkeren Protektionismus verstärken, was sich auch auf das globale BIP und das Produktivitätswachstum auswirken sollte. Dies könnte für sich genommen den Märkten Anlaß zu einem risikoaverseren Verhalten geben. Die Risikoprämien könnten auch deshalb ansteigen, weil es nach Auffassung der Märkte wahrscheinlicher wird, dass Globalisierungs-/Einwanderungs-gegner auch in anderen Ländern (insbesondere in Europa) an die Macht gelangen. Das Brexit-Votum wurde bemerkenswert gut verkraftet. Wenn jedoch die zugrundeliegenden Stimmungen (Ablehnung von Einwanderung und von Globalisierung) erneut die Oberhand gewinnen, und dieses Mal in der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt, könnten die Märkte daraus den Schluss ziehen, dass die Wähler stärkeren Widerstand gegen die Globalisierung leisten als zuvor vermutet.

Möglicherweise lockerere Fiskal- und restriktivere Geldpolitik

Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Risikobereitschaft in den USA und weltweit sind also nicht klar. Die Aussicht auf fiskalische Impulse und größere Freiheit für US-Unternehmen ist gegen steigende globale politische Risiken abzuwägen. Darüber hinaus muss auch die mittelfristigere Reaktion der Geldpolitik berücksichtigt werden. Wenn in den USA umfangreiche fiskalische Impulse (ähnlich wie in Reagans erster Amtszeit) erfolgen, könnte die Fed ihre Zinsen auf längere Sicht rascher anheben. Im Zuge der lockereren Fiskal- und restriktiveren Geldpolitik als unter Obama könnte der US-Dollar weiter aufwerten. Wie bereits im August 2015 bzw. in diesem Jahr zu erkennen war, kann dies in einer Welt mit beträchtlichen Ungleichgewichten zu einem merklichen Rückgang der Kapitalströme in die Schwellenländer führen, wodurch sich letztendlich die globale Risikobereitschaft verringert. Dies gilt vor allem dann, wenn auch die Rohstoffpreise merklich sinken. Inwieweit es zu solchen negativen Effekten kommen wird, ist unklar, weil die Schwellenländer und die globale Risikobereitschaft seit Jahresbeginn widerstandsfähiger gegenüber den Fed-Zinsanhebungserwartungen geworden sind.

Selbst wenn Trump (wie in unserem Basisszenario) pragmatisch agiert, wird also die Unsicherheit zunächst steigen. Dies gilt erst recht, wenn Trump tatsächlich versucht, seine Wahlkampf-versprechen umzusetzen. In einem solchen Falle dürfte die Risikoaversion weltweit beträchtlich zunehmen und die Wachstumsprognosen dürften für zahlreiche Weltregionen überarbeitet werden, weil ein reales Handelskrieg-Risiko bestünde. Die Treasury-Renditen sollten insgesamt sinken; es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass die Anleger höhere Risikoprämien für US-Treasuries verlangen, wenn die politische Unsicherheit hoch ist. Die Fed wäre dann sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite mit negativen Schocks konfrontiert (ausgelöst durch höhere Importpreise, ein geringeres Arbeitsangebot und eine anhaltende Belastung des Produktivitätswachstums). Angesichts der Inflationserwartungen müsste die Fed dann wohl zur quantitativen Lockerungspolitik (QE) zurückkehren.

Aktien notieren nach der Wahl höher

Als Reaktion auf das US-Wahlergebnis war mit einem Kurseinbruch gerechnet worden, aber davon waren die Märkte weit entfernt. Aktien notieren sogar höher. Dies ist auf die vorsichtige Positionierung der Anleger vor den Wahlen zurückzuführen. Der Aktienmarkt war in den überverkauften Bereich gefallen, die Anlegerstimmung war sehr trübe, und die Positionierung war eindeutig vorsichtig; die Anleger hielten beträchtliche Liquidität. In gewissem Umfang hatten die Anleger also bereits ein ungünstiges Ergebnis eingerechnet.

Dies ändert allerdings nichts daran, dass Trumps Sieg die politische Unsicherheit erhöhen wird. Dies wird wohl so lange der Fall sein, bis die Namen wichtiger Kabinettsmitglieder bekannt sind und seine Pläne in der Wirtschaftspolitik klarer werden. Die versprochenen höheren Infrastrukturausgaben dürften das Wachstum ankurbeln, könnten aber auch das Haushaltsdefizit nach oben treiben, was sich auf die langfristigen Anleiherenditen auswirken sollte. Eine Unternehmenssteuersenkung und weitere Deregulierungen sind per se auch nicht negativ für die Unternehmen. Viel wird davon abhängen, wie protektionistisch seine Politik tatsächlich ausfällt. Bis mehr Einzelheiten bekannt werden, dürften die Risikoprämien für Aktien höher ausfallen, um die gestiegenen politischen Risiken zu kompensieren.

Eine gedämpfte Marktreaktion könnte sich auch auf die Mitte Dezember anstehende Zinsentscheidung der Fed auswirken. Sofern sich die Instabilität an den Finanzmärkten nicht erhöht, dürfte Yellen die Zinsen angesichts der Wirtschaftsdaten und der anziehenden Inflationserwartungen anheben.

Clinton-Abschlag für den Gesundheitssektor könnte sich verflüchtigen

Das Gesundheitswesen gehört zu den Sektoren, die von Trumps Wahlsieg profitieren. Im bisherigen Jahresverlauf gehörte es zu den am schlechtesten abschneidenden Sektoren; die Kursentwicklung lag um 11% unter derjenigen des Gesamtmarkts. Seit Ende August 2015 wurden diese Titel durch einen Clinton-Abschlag schrittweise in Mitleidenschaft gezogen, da es bei einem Wahlsieg Clintons gegebenenfalls zu höherem regulatorischem Druck auf Pharmaunternehmen gekommen wäre. Dieser Abschlag könnte sich jetzt abbauen, weshalb wir statt der leichten Untergewichtung des Gesundheitssektors jetzt eine neutrale Position einnehmen. Vorerst lassen wir die Gewichtung der anderen Sektoren unverändert. Wir tendieren weiterhin zu Sektoren, die von einer Reflation profitieren sollten. Höhere Anleiherenditen dürften die zinssensiblen Sektoren wie Versorger stärker in Mitleidenschaft ziehen als zyklische Sektoren.

Schwellenländer könnten von noch ungünstigeren Handelsaussichten in Mitleidenschaft gezogen werden

Für die Schwellenländer dagegen könnte sich die Situation – ausgehend von Trumps protektionistischer Rhetorik – ungünstig entwickeln. Derzeit ist noch nicht klar, welche Auswirkungen Trumps Politik auf die US-Handelsbeziehungen zu Schwellenländern haben wird. Die Finanzmärkte dürften jedoch einen höheren Grad an Unsicherheit und steigende Risiken für den Handel mit den Schwellenländern einpreisen. In der Folge könnten die Kapitalflüsse in die Schwellenländer sinken und die finanziellen Bedingungen in den Schwellenländern restriktiver werden. Für Anleger in Schwellenländer-Vermögenswerten dürfte dies in den kommenden Monaten die Hauptsorge sein.

Exporteure aus den Schwellenländern haben bereits mit dem schwachen Wachstum des globalen Handels zu kämpfen. Bei einer protektionistischeren Politik in den USA wird es den Schwellenländern noch schwerer fallen, wieder ein positives Exportwachstum zu erzielen. Dementsprechend müssen die Schwellenländer noch stärker auf das Wachstum der Binnennachfrage setzen, das sich aber aufgrund der hohen Verschuldung und der begrenzten

Reformen auf der Angebotsseite nur in moderatem Umfang erholen kann. Vor allem chinesische Exporteure scheinen verwundbar, da Trump China bereits mehrfach vorgeworfen hat, selbst eine protektionistische Politik zu verfolgen. Falls die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China schwieriger werden, könnte mehr Kapital aus China abgezogen werden und der Wechselkurs könnte deutlicher schwächeln. Damit könnten die Risiken für China wieder in den Vordergrund rücken, wenn den Anlegern klar wird, dass die derzeitige Unterbrechung der Konjunkturverlangsamung in China vor allem auf die Entwicklung im Immobiliensektor zurückzuführen ist, es den anderen Sektoren jedoch bisher nicht besser geht. Im Falle einer Zinsanhebung im Dezember hätte die Geldpolitik der Fed ebenfalls dämpfende Auswirkungen auf China.

Aus diesem Grund haben wir die Schwellenländer von einem leichten Übergewicht auf neutral heruntergestuft, nachdem wir einige Gewinne mitgenommen haben; schließlich haben Schwellenländeraktien im bisherigen Jahresverlauf um über 10% besser abgeschnitten als Industrieländeraktien.

Asset-Allokation

Da die politischen Risikoaufschläge an den Finanzmärkten hoch bleiben dürften, gehen wir geringere Risiken ein als wir es sonst täten. Die defensive Positionierung der Anleger im Vorfeld der US-Wahlen hat die Effekte von Trumps Wahlsieg auf riskante Vermögenswerte bislang abgemildert. Der deutlich versöhnlichere Tonfall von Trumps Siegesansprache und klare Hinweise auf anstehende beträchtliche fiskalische Impulse könnten ebenfalls dazu beigetragen haben, die Auswirkungen der gestiegenen politischen Unsicherheit in anderen Bereichen zu verringern. 

Wir haben das Gewicht der Schwellenländer bei unseren Aktien- und Rentenanlagen verringert, halten aber (zunächst) an der leichten Übergewichtung von Aktien und Immobilien fest. Staatsanleihen bleiben deutlich untergewichtet, da die höheren Haushaltsdefizite und steigenden Inflationserwartungen den zuletzt zu beobachtenden Aufwärtstrend der globalen Anleiherenditen verstärken könnten.

Rohstoffe antworten auf den Trump-Schock

„Es war wieder eine verrückte Woche in der Politik und an den Finanzmärkten. Donald Trumps unerwarteter Sieg bei den US-Wahlen hat Schockwellen über die globalen Märkte gespült und sämtliche Assetklassen, von Währungen und Aktien bis zu Rohstoffen und insbesondere Anleihen, in eine unsichere Zukunft geschickt“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Trumps Ankündigung über 500 Milliarden US-Dollar in amerikanische Infrastruktur zu investieren, habe die US-Anleiherenditen in die Höhe schießen lassen, da durch diese Investitionen mit einem Anstieg der Inflation gerechnet wird. „Zum Ende der vergangenen Woche ist der Anleihe-Ausverkauf von den Industrieländern auf die Emerging Markets übergeschwappt, da die Jahre der billigen Dollarunterstützung nun vorbei zu sein scheinen“, sagt Hansen. Industriemetalle erlebten hingegen einen Aufschwung. Besonders Kupfer habe von verbesserten Konjunkturdaten in China und Trumps angekündigten Infrastrukturinvestments profitiert und kletterte auf ein neues 16-Monats-Hoch.

Der Goldpreis bewegte sich nach Trumps Sieg zunächst in einer Schaukelbewegung. Vor der Wahl wurde ein Trump-Sieg aufgrund der zu erwartenden Unsicherheit als positiv für Gold angesehen. „Wie auch bei der unerwarteten Brexit-Entscheidung stieg das gelbe Metall zunächst an, während Aktien und der US-Dollar fielen“, sagt Hansen. Der Goldpreis knackte die beiden Unterstützungsmarken bei 1.308 USD pro Feinunze und 1.328 USD pro Feinunze. Doch bevor Trumps Wahlsieg feststand, hätten die meisten Märkte begonnen wieder zu drehen. Trumps gemäßigte Siegesrede und die Ankündigung seines Infrastrukturpakets schickte den Goldpreis endgültig wieder nach unten. Das gelbe Metall machte einen Ausflug von 70 USD pro Feinunze inklusive eines Rekordhandelsvolumens am Terminmarkt, um den Tag wieder fast unverändert abzuschließen. „Golds spektakulärer Fehlschlag seine anfänglichen Gewinne zu halten sowie der nachfolgende Gegenwind durch steigende Anleiherenditen und dem starken Dollar könnten dafür sorgen, dass das Edelmetall erneut den Widerstand an der Marke 1.211 USD pro Feinunze testen muss“, sagt Hansen.

„Rohöl bleibt nach wie vor im perfekten Sturm aus negativen Nachrichten gefangen und jeder Preisrückgang erhöht den Druck auf die Opec, eine beträchtliche Produktionskürzung zu beschließen“, sagt Hansen. Die Opec befinde sich zweifelsohne in einem Rennen gegen die Zeit, um eine umsetzbare Lösung anzubieten. „Aufgrund der negativen Stimmung an den Ölmärkten wird jegliches Versäumnis, ein robustes Abkommen zu liefern, das Risiko eines Falls der Ölpreise unter die Marke von 40 USD pro Barrel vergrößern“, sagt Hansen abschließend.

Die Suche nach Carry spricht für Schwellenländeranleihen

von Denis Girault, Fondsmanager – Head of Emerging Markets Fixed Income, Union Bancaire Privée (UBP).

Während die Renditen von Anleihen aus den Industriestaaten weiter unter starkem Abwärtsdruck stehen, stellen Schwellenländeranleihen erneut eine attraktive Diversifizierungslösung dar.

Nachdem die Schwellenländer in den letzten Jahren arg gebeutelt wurden, befinden sie sich nun in einer Phase der strukturellen Stabilisierung. Dabei sind die wichtigsten Risikofaktoren wie etwa Rohstoffpreise bereits in den Anleihekursen eingepreist.

Es ist damit zu rechnen, dass die Anleiherenditen in den Industriestaaten weiter sinken werden. Aufgrund der erneut auftretenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten sehen sich die wichtigsten Zentralbanken gezwungen, weiterhin Druck auf die Zinsen auszuüben. In der Eurozone sorgt die EZB mit ihrem Programm zum Ankauf von Aktiva für einen Überfluss an Liquidität, sodass die Anleiherenditen weiter sinken. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen liegt daher mittlerweile im negativen Bereich. Das derzeitige Renditeniveau der US-Staatsanleihen wiederum spiegelt nicht mehr die tatsächliche wirtschaftliche Situation in den USA wider, die sich derweil durch eine eher konstante Inflation und ein relativ gleichmäßiges Wachstum auszeichnet.

Aufgrund der niedrigen Renditen in den Industriestaaten sind mehr denn je Alternativen gefragt. Vor diesem Hintergrund beginnt wieder Kapital in Schwellenländeranleihen zu fließen. Diese gewinnen nach einer mehrere Quartale andauernden Unsicherheit wieder an Attraktivität“, meint Denis Girault, der das Bondmanagement für Schwellenländer bei der UBP leitet. Aus makroökonomischer Sicht befinden sich die Schwellenländer in einer Phase der strukturellen Stabilisierung, da es zahlreichen Ländern wie etwa Brasilien, Kolumbien, Indien oder Indonesien in den letzten Monaten gelungen ist, ihre Leistungsbilanz wieder ins Lot zu bringen. Auch die Stabilisierung der Rohstoffpreise ist ein positiver Impulsgeber. „Diese Trends sprechen für Schwellenländeranleihen. Trotz der Rallye, von der die Anlageklasse in den letzten Monaten profitierte, sind wir der Auffassung, dass immer noch Potenzial für eine Spreadverengung und somit für einen Kursanstieg vorhanden ist“, erklärt er.

Ein selektiver Ansatz bei Investitionen

Die jüngste Verlagerung der Risikofaktoren nach Europa darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch einige Bedenken in Bezug auf die Schwellenländer bestehen. Das größte Risiko stellt derzeit die unzureichende Solvenz des chinesischen Bankensektors dar. „Unerwartete Meldungen aus China könnten zu Anspannungen am Markt führen. Wir stellen aber fest, dass der Großteil der Risiken bereits ermittelt wurde und in den Kursen der Schwellenländeranleihen eingepreist ist.“ Insbesondere durch eine Diversifizierung der Positionen auf globaler Ebene und durch einen selektiven Investitionsansatz können die Risiken verringert werden. Das 8-köpfige Team um Girault bevorzugt eine aktive und uneingeschränkte Bond-Picking-Strategie. „Wir analysieren jeden Titel einzeln und wählen die Papiere dann anhand ihrer Fundamentaldaten und ihrer Bewertung aus“, so Denis Girault.

Schock oder Staunen?

Joseph V. Amato, Vorsitzender und Chief Investment Officer - Equities beim unabhängigen US-Asset-Manager Neuberger Berman, kommentiert im Wochen-Blog „CIO Perspectives“ die aktuelle Situation auf den Finanzmärkten. Heute: Seine Einschätzung zu den Aussichten nach den US-Wahlen.

Die Menschen sehen die Wirtschaft tief in der Krise. Ist Trump die Lösung?

Ein Großteil der Welt ist am letzten Mittwoch aufgewacht und war schockiert. Musste es so kommen? Die Märkte mögen keine Überraschungen, und so war es verständlich, dass die Reaktion auf die Wahlergebnisse negativ ausfiel. Allerdings schienen die Märkte die Überraschung schnell einzupreisen, hinter die Kulissen zu blicken und einigen Anlass zu Optimismus zu finden.

Was verursacht diesen bemerkenswerten Stimmungsumschwung? Donald Trumps gemessene Dankesrede half dabei. Aber vielleicht erkannten die Märkte schließlich etwas, dass Trumps Fans die ganze Zeit gesehen hatten.

Die Malaise unserer Wirtschaft

Viele Mainstream-Kommentare beschreiben Trump Wähler, wie auch "Brexiteers", als bestenfalls unwissend, im schlimmsten Fall fremdenfeindlich, oder ihnen ist schlicht nicht klar, wo ihre Interessen wirklich liegen. Doch vielleicht hat das Ergebnis letzte Woche gezeigt, dass diese Wähler ein tieferes Verständnis der Misere haben, in der die Volkswirtschaften der Welt stecken, als die globalen "Eliten". 

Es gibt Kräfte, wie Globalisierung und Technologie, die unsere Wirtschaft verändern und es gibt sehr wenig, was Politiker da tun können. Der Mangel an sinnvoller Finanzpolitik zur Förderung des globalen Wachstums war jedoch eine Enttäuschung für Viele. In früheren Beiträgen haben wir diskutiert, warum nur die Fiskalpolitik uns aus diesem Umfeld langsamen Wachstums helfen kann. Unsere aktuellen 1-2 Prozent Wachstum werden nicht zu dem stärkeren Einkommenswachstum und zunehmender wirtschaftlicher Mobilität führen, die die Menschen wollen und brauchen.

Die Wähler haben dies offenbar verstanden und sind bereit, über die persönlichen Schwächen Donald Trumps hinwegzusehen, um einen anderen Plan zu unterstützen. Sie haben darauf geschlossen, dass die Strategie, die Außenministerin Clinton vorgeschlagen hat, mehr vom Gleichen bedeutet. Wir werden sehen – doch bisher scheinen die Märkte die Instinkte der Wähler zu bestätigen.

Was kommt als nächstes?

Meine Kollegen und ich hielten am Mittwoch ein Webinar, um den Wahlausgang zu diskutieren. Die meisten unserer Punkte sind hier zusammengefasst, aber unsere einfache Botschaft war, dass wir glauben, dass das Ergebnis gut für Aktien und schlecht für Anleihen sein wird. Die bisherigen Markt-Reaktionen stehen im Einklang mit dieser Ansicht. 

Warum? Wir denken, dass erhöhte Ausgaben, insbesondere in Bezug auf Infrastruktur und Unternehmenssteuerreform erreichbar ist und Unterstützung von beiden Seiten des US-Kongresses bekommen könnte. Darüber hinaus sollen erhebliche Regulierungsreformen die Unternehmen anspornen, mehr zu investieren und die sprichwörtlichen "tierischen Instinkte" entfesseln. Es ist bemerkenswert, dass wir eine Verwaltung haben, die weniger Personal mit privatwirtschaftlichen Erfahrungen hat als jeder andere in der jüngeren Geschichte. Mittelständische Unternehmen im Energie-, Versorgungs-, Gesundheits- und Finanzsektor könnten sehr profitieren, wenn einige der gut gemeinten, aber letztlich blockierenden Verordnungen der letzten 10 Jahre wegfallen.

Halten Sie ein Auge auf die Anti-Trade-Stimmung

Der Handel ist ein Sektor, der zu beobachten ist. Aus unserer Sicht ist der Großteil von Trumps Maßnahmen wachstumsfördernd, der Handel ausgenommen. Anti-Trade-Stimmungen in den USA und anderen entwickelten Volkswirtschaften hätte einen sehr negativen Effekt auf das globale Wachstum. Richtlinien wie zum Beispiel die Neuverhandlung zu NAFTA, der Kampf gegen TPP oder steigende Auto-Zölle könnten einen Domino-Effekt rund um den Globus verursachen. Wir werden noch klären, wie diese Richtlinien und Vereinbarungen erarbeitet werden. Ein früher Indikator wird sein, wen Trump als neuen Handelsbeauftragen der Vereinigten Staaten ernennt.

Doch wir möchten betonen, dass Trumps "Vertrag mit dem amerikanischen Volk" sicherlich Anti-Handels-Politik enthält. Ansonsten ist es ein erkennbar republikanisches Programm für Bürokratie-Abbau, Senkung der Unternehmenssteuern, weniger Regulierungen und Begrenzung der Lobbyarbeit des Großkapitals, kombiniert mit einem Konjunkturpaket in Richtung Infrastruktur.

Die Stimmung sollte nicht zu schnell von Verzweiflung zu Euphorie wechseln. Trump wird am 20. Januar keinen Zauberstab schwingen. Auch wenn es klar wäre, was genau der Präsident tun muss – es braucht Zeit, um Infrastruktur aufzubauen und Zeit, um sich einig zu werden. Denken Sie daran: Mehr als die Hälfte der Wähler von letzter Woche haben nicht diese Regierung unterstützt. Aber spätestens jetzt gibt es keinen Zweifel mehr, dass die Leute sehen, dass unsere Wirtschaft in der Krise steckt — und das ist der erste Schritt, um Abhilfe zu schaffen.

Value-Investoren müssen umdenken

Steht an den Aktienmärkten eine große Stilrotation von Growth zu Value bevor? Angesichts steigender Rohstoffpreise hoffen viele Value-Anleger auf ein Ende der mageren Jahre. Doch diese Hoffnung ist verfrüht, davon ist Sebastien Mallet, Portfoliomanager der Global Value Equity Strategy von T. Rowe Price, überzeugt. „Das Marktumfeld ist geprägt von schwachem Wachstum, anhaltenden makroökonomischen Risiken und erhöhter Volatilität. Es gibt keine sicheren Anzeichen, dass sich das ändert“, erklärt er. Allerdings gebe es starke Veränderungen innerhalb des Value-Segments. So habe die Fähigkeit von Unternehmen, freie Cashflows zu erwirtschaften und an die Anteilseigner auszuschütten, in Zeiten niedriger Zinsen an Bedeutung gewonnen. Zudem wiesen die Kennzahlen heute stärkere Abweichungen zwischen den einzelnen Titeln auf. „Value Investing entwickelt sich weiter. Wer bereit ist, multidimensional zu denken und stärker innerhalb dieses Segments zu differenzieren, kann auch in Zukunft erfolgreich sein“, unterstreicht Mallet.

Differenzierung im Value-Segment gefragt

Die Zeiten, in denen es ausreichte, zwischen Value und Growth zu differenzieren, vorbei seien. Heute sei ein multidimensionaler Blick gefragt. Das zeige ein Blick auf die Dispersion zwischen den Kennzahlen, also der Entwicklung in der Gewichtung, mit der Faktoren wie das Preis-Buchwert-Verhältnis oder die Dividendenrenditen zur Wertentwicklung beitragen. Diese habe seit den 2000er-Jahren deutlich zugenommen. „Die Phasen, in denen einzelne Kriterien sich als besonders wichtig herausgestellt haben, fallen genau mit den Perioden zusammen, in denen bestimmte Bereiche des Value-Spektrums in schwieriges Fahrwasser gekommen sind“, erläutert Mallet. Das sei in der 2008 bei Finanztiteln so gewesen und wiederhole sich nun angesichts der Wachstumsschwäche bei zyklischen Titeln. Derzeit trügen freie Cashflows in besonders hohem Maße zur Performance bei. „Solange das Wachstums- und Zinsumfeld sich nicht ändert, dürfte diese Kennzahl ihre hohe Bedeutung auch weiterhin behalten“, schätzt er.

Darüber hinaus, so der Experte, hätten sich die Spreads bei diesen Indikatoren zwischen einzelnen Titel im Vergleich zur Vergangenheit stärker ausgeweitet. Dazu hätten nicht zuletzt die Unsicherheiten um China, den Ölpreis und den Brexit beigetragen. „Durch diese stärkeren Abweichungen zwischen Einzeltitel- Bewertungen ergeben sich derzeit auch gute Chancen für Stock-Picker im Value-Segment“, so Mallet.

Anzeichen einer Erholung, doch keine Trendwende in Sicht

Insgesamt gleiche sich das Verhältnis von Value- zu Growth Titeln an, gesteht der Experte zu. So habe der MSCI World Value Index seinen Growth-Konterpart im Jahresverlauf bislang um 224 Basispunkte geschlagen (Stand: 30. September 2016). Das Marktsentiment normalisiere sich, was man auch an der Kursentwicklung der fünf stärksten US-Growth-Titel des Jahres 2015 ablesen könne. So hätten Facebook, Amazon, Netflix, Google und Salesforce.com im vergangenen Jahr alleine 95 Prozent der Wertzuwächse des S&P 500 Index auf sich vereinen können, was den Aktien das gemeinsame Label „FANGS“ eingebracht hat. In diesem Jahr allerdings sei die Korrelation zwischen diesen Titeln geschwunden und damit sei auch der Druck auf das Value-Segment gesunken.

„Doch noch immer leiden viele zyklische Aktien unter dem makroökonomischen Umfeld. Für eine grundsätzliche Wende müssten sich einige Bedingungen ändern“, gibt Mallet zu Bedenken. Wenn die Konjunktur positiv überrasche, könne das die Finanz- und Industrieunternehmen beflügeln. Und wenn sich die Regierungen entschlössen, der Wachstumsschwäche mit fiskalischen Impulsen zu begegnen, könnte das eine Rallye im Value-Segment auslösen. Das seien jedoch vage Hoffnungen, so der Experte: „Angesichts der Wirkungslosigkeit bisheriger Maßnahmen würde ein fiskalischer Schritt zwar Sinn ergeben. Ob und wann sich die Regierungen dazu entschließen werden, kann allerdings niemand absehen.“

„Dividenden als Renditequelle wichtiger denn je“

von Daniel Roberts, Fondsmanager des Fidelity Global Dividend Fund.

„Brexit, Negativrenditen, die Sorgen um Chinas Wachstum und die Wahlen in den USA beherrschten die Finanzpresse in den vergangenen Monaten. An den Kapitalmärkten ging es entsprechend turbulent zu. Doch unabhängig davon war die Zinspolitik zweifellos das wichtigste Thema für die Aktienmärkte und der stärkste Treiber für die Anlagerenditen in den vergangenen vier bis fünf Jahren. Zerlegt man die Marktrendite, die Aktien in dieser Zeit erzielten, in ihre drei Bestandteile Gewinnanstieg, Dividende und Bewertungsänderung beziehungsweise Anstieg der Bewertungskennzahlen, wird deutlich, wie wenig die Gewinne zur Gesamtrendite beigetragen haben. Die treibende Kraft für den Gesamtmarkt war vielmehr eine Neubewertung beziehungsweise ein Anstieg der Bewertung, was wohl dem Einfluss der Nullzinspolitik geschuldet ist. Tatsächlich hat sich in der Vergangenheit das Gewinnwachstum der Unternehmen abgeschwächt.

Die Nullzinspolitik hat auch dazu geführt, dass Dividenden heute als Renditequelle wichtiger sind denn je. Dividenden wirken positiv auf die Gesamtrendite einer Anlagestrategie, besonders dann, wenn Ausschüttungen nicht entnommen, sondern wieder angelegt werden.

Dividendenrendite als einziger Anlagefokus nicht ausreichend

Doch auch andere Faktoren außer der Rendite haben Aktien in den vergangenen vier bis fünf Jahren maßgeblich beeinflusst – allen voran diverse Stilfaktoren. Portfolios, die ihr Augenmerk auf Aspekte wie niedriges Beta, stabile Gewinne, Qualität und niedrige Volatilität legen, haben eine bessere Wertentwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt erzielt als solche, die sich allein auf die Dividendenrendite fokussierten. Das ist eine wichtige Beobachtung, zeigt sie doch einerseits, dass allein durch eine systematische, renditeorientierte Titelauswahl in den vergangenen Jahren kein besseres Ergebnis als mit anderen Anlagestilen zu erzielen war. Andererseits erklärt sie aber auch, warum sich eine auf Fundamentaldaten basierende Einzeltitelauswahl bei Dividendenaktien durchaus lohnen kann.

Bewertung erstklassiger Dividendentitel noch angemessen

Seit Jahren ist der Markt auf Kennzahlen wie Qualität und (bis vor kurzem) niedrige Volatilität fixiert. Einige Anleger befürchten deshalb, dass erstklassige Dividendenaktien zu hoch bewertet sind. Ich halte defensive Aktien aber nicht unbedingt für überteuert. Nehmen wir zum Beispiel Grundbedarfsgüter: Verglichen mit dem Gesamtmarkt mögen sie zwar zu höheren Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt werden. Aber im langjährigen Vergleich ist das nicht ungewöhnlich. Meines Erachtens haben sie wegen ihrer stabilen und widerstandsfähigen Gewinne durchaus verdient.

Augenmerk auf längerfristige Zinsen richten

Noch ein Wort zur Geldpolitik der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Richtig ist, dass einige anleiheähnliche Aktien wegen der Angst vor steigenden Zinsen in den USA im Vergleich zum Gesamtmarkt zuletzt zurückgeblieben sind. Ich halte es jedoch für falsch, diese Aktien gegen Zykliker zu tauschen. Aus zwei Gründen: Zum einen würde im Unterschied zu früheren Straffungszyklen eine Zinserhöhung dieses Mal nicht aufgrund stärkerer Wirtschaftsdaten und einem Gewinnanstieg von niedrigen Niveaus erfolgen. Die Wirtschaft wächst nämlich nicht so stark wie in früheren Straffungszyklen. Außerdem nimmt die Rentabilität der Unternehmen kontinuierlich ab. Zum anderen reagieren die Aktienmärkte tendenziell eher auf Veränderungen am langen als am kurzen Ende der Zinskurve. Wir sollten daher unser Augenmerk auf die längerfristigen Zinsen richten – und die haben sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht nach oben bewegt.

Mein Fokus bleibt unverändert auf Unternehmen, die dank ihrer Dividenden auf lange Sicht eine attraktive Gesamtrendite versprechen. Wichtig ist jedoch, dass Dividendenerträge nicht zulasten der Gesamtrendite gehen. Denn für eine bessere Gesamtrendite sollten sich Kapitalzuwachs und Potenzial für Dividendenwachstum die Waage halten.“

Active managers faced strong headwinds in October

Over a 12-month-rolling period, we still experience good results for emerging markets and disappointing results for US managers gross of fees (see chart).

In October, financials and the value style outperformed the broader market while healthcare stocks achieved a weak performance. In addition to that, small caps underperformed the broader market. As the majority of the funds are underweight in financials/value and neutral or overweight in healthcare, the sector/style performance had an overall negative effect. The overweight of small caps in most portfolios also hurt performance. Nevertheless, due to the good stock picking of US-managers, 49% of US-managers could beat their benchmark net of fees. In Europe and emerging markets, only 36% and 29% of the managers outperformed net of fees, as the headwind was too strong.

Since the beginning of the year, the majority of managers in the US and Europe underperformed their benchmarks net of fees. The underweights in energy, materials and utilities stocks have hurt as those sectors have recovered YTD.

Please find the full ifund research news for November 2016 with charts and a summary of manager meetings attached on the left.

Uncertainty will dominate markets

President-Elect Donald Trump's economic plans around deregulation, higher defense and infrastructure spending, tax cuts, measures on foreign trade and migration have not been spelled out in detail yet. Whilst policy details unfold, both in the US as well as globally and this could lead the Fed to remain on hold for longer – even though a December rate hike is still a distinct possibility.

Focusing on Fixed Income, the global repercussions from the uncertainties in the US strengthen the case for the ECB to extend the current asset purchasing program by another six months beyond March 2017 at its December meeting. Credit, especially high grade European credit, would remain supported in this environment, whilst US credit will likely experience more volatility.

In the Equity space, the uncertainties related to the result fuelled a strongly negative initial market reaction (a drop of over 800 points initially on Dow futures). However, many markets (including the Dow at the time of writing) recovered their losses over the course of the day. We expect equity markets to be highly volatile whilst policy details from the US remain uncertain. This volatility will extend to European markets, given the numerous political events prior to year end (Austrian Presidential elections and Italian referendum).

In this context, at Generali Investments we will continue to actively manage our portfolios and stock selection according to our strong investment processes and client objectives.

US Elections: Implications of Trump’s win

Donald Trump’s surprise win in the US presidential election has prompted a more restrained market reaction that might have been expected. We are cautious about the impact of a Trump presidency and are not changing our economic forecasts at this time—it is highly unclear how Trump will govern. Volatility spikes are likely to persist in the short term while this uncertainty remains.

The Republicans have also held onto the Senate and the House, giving the US single-party government for the first time since 2010. This should ease the political gridlock that has obstructed effective policy- making in recent years.

Policy outlook

A Trump presidency could see major changes in policy on many themes such as fiscal policy, trade policy, immigration, the environment, financial regulation, healthcare, social security, and supervision of the Fed. However, it remains highly uncertain whether Trump will in fact pursue the policies he aired during the campaign.

Fiscal policy. On fiscal policy, Trump has made proposals that would boost government spending in general, and expenditure on infrastructure in particular—and he also placed stress in this during his acceptance speech. He has basically suggested financing infrastructure spending through government borrowing. Moreover, he envisages cutting the top corporate tax rate from 35% to 15% and the top individual tax rate from 39.6% to 33%. It is possible that we will see a meaningful fiscal stimulus, equivalent to 0.5 to 1.0 percentage points of GDP over 2017-18.

It remains to be seen whether Trump will pursue these policies, and whether Congress would accept them. Congress is probably more open to ‘deficit spending’ than it was, given that the federal deficit has fallen, from 9.8% of GDP in 2009 to 3.2% in 2016. But it is still far from certain that Congress will accept policies that raised the federal debt substantially.

Trade policy. Trump has promised a tougher stance on trade policy. He opposes the Trans-Pacific Partnership (TPP) and favours renegotiating the North American Free Trade Agreement (NAFTA). He has also promised to declare China a currency manipulator and called for high tariffs on goods sold by China or Mexico. There is clearly a risk of a marked increase in trade protectionism under Trump’s presidency. However, president Trump could yet prove much more moderate than candidate Trump in this area—Trump stressed co-operation with other countries in his acceptance speech.

Implications for the economy

Our baseline economic forecast for the US is for US real GDP growth of 2.0% in 2017, up from a forecast 1.5% in 2016. We will not change this for the present, since Trump’s policies remain highly uncertain and, even with a fiscal stimulus, any budgetary boost is unlikely to impact economic growth before the second half of 2017 at the earliest. In the short term, downside risks to the forecast have risen; but there are also upside risks to growth towards the end of 2017.

We continue to believe that core PCE inflation will only pick up modestly over the coming months. Our forecast that it will reach 1.9% y-o-y by year-end and 2.1% in December 2017 remain unchanged, although upside risks have risen.

Expectations for a Fed rate rise in December are now in question— much will depend on how long financial markets remain in turmoil and on how far any strengthening of the trade-weighted dollar tightens monetary conditions. However, our main scenario currently remains that the Fed will hike in December and twice more in 2017.

We are also not making any change to our global macroeconomic forecast. One risk is that strengthening of the yen, as a safe haven currency, could negatively impact Japan’s growth.

Implications for markets

We expect risk markets to continue to suffer from uncertainty in the short term—potentially a matter of several weeks—creating volatility spikes which will also affect the dollar. However, markets will then switch to the medium term outlook. If it becomes apparent that Trump and a Republican-led Congress herald a return to supply-side economics and, potentially, a major shift in fiscal policy, higher growth could provide a more supportive environment for equities and potentially the dollar in the medium term, but would be negative for bonds.

Nach US-Wahl - Marktvolatilitäten steigen

Nach kurzfristigen Ausschlägen an den Börsen kehrt dort nach der US-Wahl wieder weitgehend Ruhe ein. Allerdings dürften die Märkte weiterhin von Unsicherheit geprägt bleiben, solange noch nicht genau bekannt ist, welche Politik der neue US-Präsident Donald Trump fahren wird. Arnd Sieben, CIO der BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH: „Zukünftig erwarten wir deutlich höhere politische Unsicherheiten und steigende Marktvolatilitäten.“

Leitzinsen könnten deutlich schneller steigen

Die tatsächlichen Auswirkungen der Präsidentschaft Trumps hängen nun also vom Umfang der Umsetzung seiner propagierten Maßnahmen ab. Sollte er seine Steuerpläne umsetzen, so werden die immensen Steuerkürzungen den Staatshaushalt belasten und die Staatsverschuldung antreiben. In der mittleren Frist werden Ausgabenkürzungen die Folge sein. Sollte die FED regelgebundener agieren (müssen), so werden die Leitzinsen deutlich schneller steigen und die Treasuries leiden. Die mit Trump verbundene Unsicherheit wird die EZB dazu veranlassen, von Tapering-Überlegungen zunächst Abstand zu nehmen. Wichtige Handelspartner wie China und Deutschland werden unter dem Protektionismus der USA leiden.

Multi Asset-Strategien gewinnen an Bedeutung

An den Aktienmärkten rechnet die BayernInvest dennoch mit einer Jahresend-Ralley. Aktien aus den Bereichen Infrastruktur, Waffen und fossile Brennstoffe sollten zu den Gewinnern des US-Wahlausgangs zählen. Für institutionelle Investoren gewinnen Multi Asset-Strategien weiter an Bedeutung. Sie ermöglichen flexible taktische Allokationsentscheidungen aufgrund zunehmender Unsicher-heiten an den Kapitalmärkten.

Markets contained following Trump upset

The market calm that has followed Trump’s victory is unlikely to persist in the medium term. Political risks remain elevated in Europe and the shock result could garner momentum for anti-establishment populist parties ahead of key elections. Safe haven assets and currencies are likely to remain well supported as uncertainty continues to characterise the financial landscape, says ETF Securities. Please find the full research note with charts attached on the left.

Against the odds

In a similar set up to the EU referendum, Donald Trump has managed to defy poll-based forecasts and betting odds to become the 45th president of the US. After capturing key electoral votes in swing states Florida and Ohio, Trump managed to secure victory in the early hours of Wednesday morning, shocking financial markets and sending risk assets tumbling. However in contrast to the aftermath of the EU referendum, the market moves that followed this shock result have been fairly muted (see Figure 1). Sharp rallies in safe havens assets during Asian trading hours were significantly tempered as a humble victory speech by Trump went some way to assuage market concerns and foster hopes of a more moderate President-elect. In the medium term, we do not expect the calm that has currently descended on markets to last, as elevated political uncertainty in the US and Europe sees risk-off sentiment dominate trading. This environment should continue to support the price of gold and keep safe haven currencies such as the JPY and CHF well bid against the US Dollar.

Policies unknown

The hope for many has always been that Trump’s controversial pledges made during his presidential campaign were merely aimed at garnering public support and were not a true reflection of his underlying political goals. His victory speech went some way towards this idea and assured investors of his intentions to pursue a more mainstream line as US president. However, the issue remains that aside from infrastructure spending, a considerable portion of his policies remain somewhat ambiguous. Should Trump emerge committed to protectionist policies and discriminatory immigration screening (ideas touted during his campaign), we would likely see an adverse market reaction as both policies would likely inhibit domestic and global growth.

Trump has also been a vocal critic of US Federal Reserve (Fed) chair, Janet Yellen, claiming that low interest rates have only been kept in place for as long as they have due to political influences. Should he promote a more hawkish approach to monetary policy in combination with his planned fiscal expansion, then in longer term the US Dollar is likely to receive support as long term US yields climb. However, for the moment this remains uncertain.

Populist contagion

Following Trump’s surprise victory it was reported that Marine Le Pen, leader of France’s far-right Front National party, was one of the first to congratulate the Republican candidate on his success. While this has no significance in isolation, it is an anecdotal reminder that Trump’s victory was another win for the anti-establishment that also prevailed during the EU referendum. The wider concern is that momentum mounts for nationalist parties in mainland Europe ahead of key elections scheduled in the next year. Should we see the likes of the Front National, Alternative for Germany and Five Star party gain in the polls in Europe then we may see some weakness surface for the common currency.

US Elections: High Yield investments can weather the storm

von Mike Freno, Head of U.S. and Global High Yield Investments bei Barings.

While the Trump victory is a surprise to most, it’s important to remember that high yield markets have weathered macroeconomic and geopolitical storms almost continuously since the financial crisis of ‘08/’09. We saw risk flare-ups around the Greek debt crisis, the U.S. credit rating downgrade, the taper tantrum, and most recently, related to energy and commodity distress and the surprise Brexit vote. Each time, the resulting volatility created opportunities for active high yield managers, and increasingly, the market seems to be taking these events in stride. This may be a reflection of views like ours at Barings that fundamentals drive returns over the long-term in high yield markets and that fundamentals, by and large, look stable.

All else equal, a Trump administration may, at least to start, involve more uncertainty than a Clinton administration would have from the market’s perspective as it remains unclear how much of the candidate’s election rhetoric will turn into action and how much will remain just that—rhetoric. Either way, the U.S. political system is set up to have checks and balances, making any quick, radical changes unlikely. Additionally, some of the potential changes, like rolling back regulations and cutting taxes, if enacted, could prove beneficial for some industries.

Overall, we continue to believe that the U.S. and European economies are on reasonable footing and provide a solid backdrop for high yield credit issuers; the surprise Trump victory does not change this. In a similar fashion to the Brexit vote, we would expect to see near-term volatility continue in the days and weeks to come as the market digests the long-term implications. As we have done for other geopolitical shocks, we will be closely monitoring high yield markets for opportunities where credit prices decouple from fundamentals.  

Was bedeutet der Wahlsieg von Trump?

von Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investmentkomitees.

„Donald Trump hat die Wahl gewonnen, weil er in den Augen der US-Wähler für mehr steht als nur für seine provozierenden Äußerungen. Im Hinblick auf die große wirtschaftsliberale Globalisierung, die vor einigen Jahren begonnen hat, muss sein Wahlsieg als ein gravierender Rückschritt gewertet werden. In den Industriestaaten ist dieser Globalisierungstrend vom sogenannten „Establishment“ unterstützt worden, das jedoch von einer Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird. Diese Menschen fühlen sich nämlich bedroht und sehnen sich nach mehr Sicherheit, besser bezahlten Jobs oder überhaupt nach einem Arbeitsplatz und mehr Gleichheit. Das Brexit-Votum war bereits der erste Schritt hin zu dieser breiten Bewegung. Diese hohen Erwartungen an Staaten und Regierungen, wieder die Kontrolle über die globalisierten Märkte zu erlangen, wird auch die Zukunft der Finanzmärkte prägen. Das wird dazu führen, dass man verstärkt auf keynesianische Strategien setzt, was wiederum höhere Haushaltsdefizite und eine steigende Staatsverschuldung nach sich ziehen dürfte. Außerdem sollte man angesichts des öffentlichen Drucks weder den Handlungsspielraum noch die Bereitschaft der gewählten Volksvertreter insbesondere im britischen House of Parliament sowie im US-Kongress, sich gegen den ausdrücklichen Willen des „Volkes“ zu stellen, überschätzen. Deshalb dürfte das volkswirtschaftliche Umfeld im Jahr 2017 ganz grundsätzlich durch eine expansivere Haushaltspolitik bestimmt werden.

Was die Aktienmärkte betrifft, so dürfte diese neue Entwicklung die Sektorenrotation hin zu zyklischen Titeln und Value-Aktien, die bereits seit einigen Monaten im Gange ist, natürlich noch beschleunigen.
Die entscheidende Frage wird jedoch die sein, wie die Notenbanken mit diesem Wandel auf politischer Ebene umgehen und die Anleihenmärkte das gestiegene Risiko im Hinblick auf die Inflation und die finanzielle Stabilität einpreisen werden. Und diese beiden Fragen offenbaren auch jene zwei Risikofaktoren, die mit Blick auf das Jahr 2017 derzeit womöglich noch am meisten unterschätzt werden: die Entwicklung der Anleihenmärkte sowie die Glaubwürdigkeit der Notenbanken.“

Hedgefonds: Trotz Ende des Aufwärtstrends ist das Ergebnis für das laufende Jahr immer noch positiv

Der Oktober war für die meisten Anlageklassen ein schwieriger Monat. Risikoreiche Anlageformen befanden sich in der Defensive. An den Anleihemärkten setzte sich die Korrektur unterdessen fort. Die internationalen Aktienmärkte beendeten den Monat ebenso wie die Anleihemärkte mit Verlusten. Der MSCI World Index gab um 1,9 Prozent nach, der Barclays Global Aggregate Bond Index um 2,8 Prozent. Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, analysiert in seinem monatlichen Kommentar zu Absolute-Return-Strategien die aktuelle Marktlage.

„Gegen Ende des Monats stieg die Nervosität an den Märkten. Trotz der geringeren Risikobereitschaft im Oktober zogen die Renditen entlang der gesamten Kurve an“, kommentiert der Experte. Gründe dafür seien die Sorge über die abnehmende Wirksamkeit der Geldpolitik und die Inflation, die in den Vordergrund rückte. „Zusammen mit Verlusten im Rohstoffsektor hatte diese positive Korrelation zwischen den Anlageklassen zur Folge, dass den Investoren nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung standen, sieht man von direkten Short-Positionen in Aktien oder Anleihen ab“, so Lawler.

Drei Hedgefonds-Strategien mit negativen Ergebnissen

Hedge Funds waren nicht immun gegen die negativen Preisbewegungen auf breiter Front. Der HFRX Global Hedge Fund Index fiel im Oktober um 0,6 Prozent, wodurch der Zuwachs seit Jahresbeginn auf 0,8 Prozent schrumpfte. Drei der vier Hedgefond-Strategien lieferten negative Ergebnisse – nur die Relative-Value-Strategie verbuchte keinen Verlust. „Im Oktober endete für Hedgefonds der positive Trend, der im März begonnen hatte. Der Index notiert jedoch immer noch höher als am Jahresanfang. Alle Strategien registrierten eine erhöhte Volatilität, durch die sich interessantere Einstiegspunkte für Trades eröffnen könnten“, sagt Anthony Lawler. Steigende Zinsen bewirken zudem eine größere Streuung zwischen den einzelnen Wertpapieren. Die Spreads von Unternehmensanleihen haben sich erweitert, und Credit-ETFs verzeichneten in den USA und Europa in der letzten Oktoberwoche spürbare Kapitalabflüsse. Entwicklungen, die der Experte im Blick behält: „Wir verfolgen sehr genau, welche Risiken und Chancen sich in der Anlageklasse möglicherweise ergeben werden.“

Der HFRX Macro/CTA Index verbuchte im Oktober ein Minus von 1,6 Prozent. „Bei den einzelnen Komponenten des Macro/CTA Index zeigten sich erhebliche Performance-Unterschiede. Während die diskretionären Makrofonds insgesamt positive Ergebnisse lieferten, hatten die Systematic-Strategien einen negativen Effekt. Die Verkaufswelle am Anleihemarkt und die beträchtlichen Bewegungen bei britischen Gilts waren für einige diskretionäre Makrofonds lukrativ“, erläutert Lawler. Die Schwächephase bei Anleihen hatte zugleich den größten negativen Effekt auf systematische Fonds, die bis vor kurzem von ihren Long-Positionen in Anleihen profitiert hatten. Die diskretionären Fonds profitierten überdies von ihrer Post-Brexit-Positionierung, zu der insbesondere ein Short-Engagement im Pfund und in britischen Zinsen gehörte.

US-Wahl und politische Unsicherheit in Europa trübten die Resultate

Equity- und Event-Driven-Hedgefonds verbuchten im Berichtsmonat ebenfalls leicht negative Ergebnisse. Der HFRX Equity Hedge Index fiel um 0,8 Prozent, der HFRX Event Driven Index um 0,1 Prozent. „Die Anleger haben die kurzfristigen politischen Risiken in den USA und Europa fest im Blick. Es war zu beobachten wie die Risiken in vielen Portfolios leicht reduziert wurden. Obgleich die Gewinnzahlen der Unternehmen für das dritte Quartal größtenteils über den Erwartungen liegen, hat die Senkung der Prognosen für das Ertragswachstum einen dämpfenden Effekt auf den Markt“, erklärt Lawler. Der bis zuletzt ungewisse Wahlausgang in den USA habe sowie die politischen Entwicklungen in Europa bildeten Lawler zufolge ein sehr herausforderndes Umfeld. „Im Event-Driven-Segment war eine deutliche Zunahme der Aktivität zu verzeichnen. Dennoch erweiterten sich die Spreads, da Befürchtungen aufkamen, die Kartellbehörden könnten die Vollendung mehrerer schwebender Deals blockieren. Hinzu kam der enge US-Wahlkampf, der ebenfalls zum insgesamt negativen Ergebnis beitrug.“

Quelle: GAM, Bloomberg, Bloomberg CLA, Hedge Fund Research, MSCI, Thomson Reuters. Alle Angaben auf US-Dollarbasis.

Mit Wandelanleihen an Fusionen und Übernahmen teilnehmen

Gegenwärtig vergeht kaum eine Börsenwoche ohne Aktivitäten in Sachen Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions – kurz M&A). Das Jahr 2016 hat bereits einige Höhepunkte gesehen, wie die Übernahme von Monsanto durch Bayer für 66 Milliarden US-Dollar. Ein noch größerer Deal könnte wohl ebenso in den USA stattfinden. So beabsichtigt der Telekommunikations-Riese AT&T den Medienkonzern Time Warner zu schlucken. Der Kaufpreis soll bei circa 85 Milliarden US-Dollar liegen. Bei Übernahmen sind auch häufig Wandelanleihen im Spiel. Diese können eine interessante Alternative darstellen, um am derzeitig florierenden Übernahmemarkt zu partizipieren.

„Die Grundvoraussetzungen sind derzeit für Übernahmen prächtig“, erklärt Thomas Lange, Portfolio Manager bei Man Convertibles. „Die Notenbanken stellen der Wirtschaft derzeit üppig Kapital zu extrem niedrigen Zinsen zur Verfügung. Zudem sind die Kassen vieler Unternehmen prall gefüllt. Vor diesem Hintergrund sehen sich viele Unternehmen veranlasst, die Aktionäre durch Aktienrückkäufe und hohe Dividenden zu beglücken. Langfristig kann das für den Investor aber nur eine Übergangslösung sein. Denn letztendlich sind die Unternehmen langfristig auf Wachstum angewiesen. Ein Vehikel hierfür sind Unternehmensübernahmen. Solche Aktionen treiben typischerweise die Kurse. Zum einen beim Zielkandidaten, denn der Übernehmer zahlt in der Regel einen kräftigen Aufschlag gegenüber dem aktuellen Börsenkurs. Zum anderen be- flügeln solche Nachrichten die Kurse des jeweiligen Sektors. Gute Beispiele hierfür sahen und sehen wir in den USA innerhalb des Technologiesegments. Microsoft erwirbt LinkedIn. ON Se- miconductor übernimmt Fairchild. Der SAP Konkurrent Oracle will sich den Cloud-Pionier Netsuite einverleiben. Hinzu kommt der größte Chip-Deal aller Zeiten: Qualcomm kauft NXP Semiconductors für 47 Milliarden Dollar. Und die Gerüchte um die Übernahme von Twitter hal- ten sich vehement. Über dieses Treiben freuen sich nicht nur die Aktionäre. Bei all den vorab genannten Beispielen existieren Wandelanleihen, die gleichfalls profitieren. Etwa 34 Prozent des Marktvolumens von US-Wandelanleihen tummelen sich in diesem spannenden Sektor. Auch im Pharmabereich kursieren zahlreiche Übernahmegerüchte. Dieser Sektor macht am US-Wandelanleihen-Markt etwa 16 Prozent aus. M&A kann die Kurse weiter nach oben treiben. Wilde Exzesse wie in früheren Börsenzyklen sind aktuell weniger auszumachen. Waren zum Beispiel in der Ära von 2007 bis 2008 noch viele Finanzinvestoren aktiv, sind es heute maßgeb- lich strategische Käufer. Dem Anleger sollte jedoch immer bewusst sein, dass es auch schnell wieder abwärtsgehen kann, sobald die Zentralbanken die Versorgung mit billigem Geld einstel- len. In diesem zwiespältigen Umfeld sind Wandelanleihen eine interessante Alternative, um an der Übernahmewelle weiter partizipieren zu können.“

Über Man Group
Die Man Group ist einer der größten unabhängigen alternativen Investmentmanager der Welt und bei liquiden Investmentstrategien führend. Über ihre vier Investmentsparten (Man AHL, Man FRM, Man GLG und Man Numeric) verfolgt die Man Group diverse Long-Short- und Long- Only-Strategien, die sich über die Bereiche Aktien, Anleihen, Managed Futures, Wandelanleihen, Emerging Markets sowie Multi-Manager- Lösungen erstrecken. Zum 30. September 2016 betrug das von der Man Group verwaltete Vermögen 80,7 Milliarden US-Dollar. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1783 zurück. Heute ist die Man Group plc unter dem Tickerkürzel EMG.L an der Londoner Wertpapierbörse notiert und eine Komponente des FTSE 250 Index. Die Man Group unterstützt weltweit die Vergabe von Auszeichnungen, darunter auch die Sponsorschaft für den Man Booker Literaturpreis, sowie zahlreiche wohltätige Organisationen und Initiativen.

Über Man GLG
Das 1995 gegründete und 2010 von der Man Group übernommene Unternehmen Man GLG ist ein diskretionärer Fondsmanager mit einem verwalteten Vermögen von 26,6Milliarden US-Dollar (Stand: 30.09.2016). Man GLG setzt weltweit für institutionelle Investoren und Privatanleger über ein breites Spektrum an Anlageformen, Sektoren und Regionen alternative und Long-only-Investments um. Die Investmentmanager von Man GLG arbeiten in einem kollaborativen Umfeld zusammen und sind dabei nicht durch die Sichtweise der Gesellschaft als solches eingeschränkt. Die 140 Investmentprofis von Man GLG sind überwiegend von London aus tätig. Das Unternehmen verfügt aber auch über Teams in New York, Hongkong, Tokio und Pfäffikon, Schweiz.

Observations on the US Elections

On November 9, Donald J. Trump became the US President-Elect and the Republican Party has secured both houses of Congress. Though many polls reflected a tight race, the result was a surprise for markets and the initial reaction has been turbulent as investors adjust positioning. Among the sharpest moves were a drop in the S&P futures index, and weakening in the Mexican peso versus the US dollar and rallies in currencies that have traditionally performed well in periods of volatility, such as the yen and Swiss franc.

We expect volatility to remain elevated over the near- to medium term, and we are well placed to leverage opportunities as they arise.

Market Outlook

We think the market reaction to the election is likely to be similar to the UK referendum scenario: 1) a volatile, risk-off response, followed by 2) a gradual reversal as investors recognize that changes under a Trump administration will take time to play out and the US Federal Reserve (Fed) is likely to remain in wait-and-see mode, and then 3) isolated bouts of volatility as the administration’s policy priorities, and ability to execute them, become clearer.

Investment Implications

The election has not been a dominant theme in our portfolio positioning, and details of policies under a Trump administration are yet to be determined. That said, below are some of the issues we are watching as part of the broader investment strategies across our platforms. In particular, we see increased risks stemming from a more protectionist stance on trade. However, we are watching for a potential softening in tone in the coming months as senior Republican officials weigh in and the administration takes shape.

  • Broadly speaking, our fundamental economic outlook is unchanged. We expect healthy but unexceptional growth in the US of around 2% for the next couple of years, with continued strengthening in inflation.
  • We think the chances of the Fed raising rates in December have diminished. Policymakers are likely to delay any further tightening in a period of uncertainty, until the impact on financial conditions becomes clearer. However, we believe monetary policy bias is likely to skew more hawkish over the longer term, as the process for selecting Fed Chair Janet Yellen’s replacement starts next year.
  • We see near-term pressure on the dollar versus core markets and downward pressure on Treasury yields, consistent with more defensive positioning in a volatile market environment. While the dollar may weaken against the euro, Swiss franc and Japanese yen, we see potential for outperformance versus some emerging market currencies due to concerns over the trade outlook. Over the longer term, we favor equities over credit over government bonds.
  • Risk appetite may suffer at least an initial setback from the election result, due in part to uncertainty over domestic policy and concerns about the stability of existing international trade and security arrangements. Volatility across global markets should subside, but we see potential for continued pressures in markets most exposed to US policy uncertainty. We are looking for opportunities in any dislocations.
  • Trade policy uncertainty is likely to weigh on markets that are levered to US trade channels. We see potential for markets to further discount protectionist policies under a Trump administration. This concern could be a source of renewed pressure on emerging markets most exposed to the US and, to a lesser extent, countries dependent on global export growth. Mexico and Canada appear particularly vulnerable, as Trump has expressed opposition to the North American Free Trade Agreement (NAFTA) trade deal. We will follow the new administration’s foreign policy agenda closely as it evolves.
  • Heavy fiscal stimulus may support growth and inflation, and benefit targeted infrastructure sectors, but may face considerable opposition from within the Republican Party ranks. Trump’s infrastructure package is yet to be detailed, but he has pledged to commit far more than Clinton’s proposed $275 bn. His proposed combination of increased defense spending and tax cuts would likely amount to significant fiscal expansion.
  • Trump’s proposed tax cuts may support growth. Trump has pledged income tax cuts, along with a drop in the headline corporate tax rate from 35% to 15%. The Committee for a Responsible Federal Budget has estimated that these initiatives, which amount to around $5 trillion over the next decade, could push the debt-to-gross domestic product ratio well over 100%, which could add to upward pressure on US government yields.
  • Healthcare policies could be positive for insurers and pose a modest risk to pharmaceuticals. Details on a replacement for the Affordable Care Act are unclear. Insurers may benefit from the ability to compete across state lines, and particularly from proposed block grants for Medicaid. Trump’s proposed “free market for drug providers” could negatively impact the pharmaceuticals industry.
  • Energy sector deregulation and growth policies should benefit the pipeline and mining sectors.
  • The insurance industry may gain from deregulation, potential positive impact on financials from proposed rollback of Dodd Frank legislation.

We continue to monitor market developments and look for opportunities across any dislocations. Other events we are monitoring for the fourth quarter 2016 include:

China: Potential for growth disappointment. Next release of money supply and social financing data on November 14

  • Meeting of the Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC) on November 30
  • Europe: Italian constitutional reform referendum on December 4
  • Europe: European Central Bank meeting on December 8
  • US: Expiration of budget spending authorization on December 9
  • US: Potential interest rate hike at Federal Reserve meeting on December 14

About Goldman Sachs Asset Management:
Goldman Sachs Asset Management is one of the world’s leading investment managers. With more than 2,000 professionals across 33 offices worldwide, GSAM provides institutional and individual investors with investment and advisory solutions, with strategies spanning asset classes, industries and geographies. Our investment solutions include fixed income, money markets, public equity, commodities, hedge funds, private equity and real estate. Our clients access these solutions through our proprietary strategies, strategic partnerships and our open architecture programs. Our investment teams represent over 800 investment professionals, capitalizing on the market insights, risk management expertise and technology of Goldman Sachs. We help our clients navigate today’s dynamic markets and identify the opportunities that shape their portfolios and long-term investment goals. We extend these global capabilities to the world’s leading pension plans, sovereign wealth funds, central banks, insurance companies, financial institutions, endowments, foundations, individuals and family offices, for whom we invest or advise on more than $1 trillion of assets.

Trump on the Brink - Geopolitical & Market Implications

by James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy at ETF Securities.

Donald Trump's ability to resonate with the populist mood has proven successful - populism in the developed world is on a worrying rise. We have collated what we believe are the most important investment implications of Donald Trump winning the US election.

Politics

  • The uncertainty around Trump's political agenda and the possible increase in protectionist measures could weigh on global trade and ultimately dampen the global economic outlook, favouring bonds over equities.
  • It is likely there will be panic amongst Nato allies in the Baltic states as Putin may decide to use Donald Trump's friendly relationship to position troops in the region.
  • In Europe in 2017 there are elections in France, the Netherlands, Germany, Austria and potential for an election in Italy. In these regions many populist parties are either leading or rising rapidly at present leading to further market volatility in 2017.

Currencies

  • Currency vigilantes are likely to act. A sharp fall in the USD will result as uncertainty over trade and foreign policy jumps.
  • Rising FX volatility is another negative for the GBP. GBP moves inversely to volatility and will likely sell-off against major currencies. JPY and CHF will be the big gainers under a Trump Presidency.
  • MXN will experience a sharp fall as anti-Mexican sentiment from Trump is likely to depress investor optimism about the future of NAFTA and the benefits that accrue to Mexico from free trade.

Equities & Gold

  • President Elect, Donald Trump has been critical of loose monetary policy and is likely to seek a new governor with a more hawkish outlook when Yellen's tenure is complete. Investors are likely react negatively to this monetary policy uncertainty.
  • Furthermore, US equities are trading at a 50% premium to their long-term cyclically adjusted valuations, making them more vulnerable to a sell-off. Consequently, some equities are likely to hit their limit down (5% fall) and therefore have trading suspended.
  • A weak USD is likely to benefit the S&P100 as 50% of revenues are derived from abroad, although, in the shorter-term they are likely to decline too. A Trump win is likely to drive gold prices higher as investors seek a haven asset in a similar manner to what we saw during Brexit. Gold miners will likely benefit as they have a 2.4x beta to the gold price.
  • Donald Trump has pledged $550bn of infrastructure spend, having control of both the House and the Senate means he has a higher chance of getting these proposals approved. Industrial stocks that maintain civil infrastructure are likely to benefit from higher opportunities for government projects under Trump.

The Morning After: What Now For Markets?

by Erik Weisman, Chief Economist, MFS Investment Management.

Trump’s unexpected victory brings with it a great deal of policy uncertainty, given his lack of specificity during the campaign.

In a shocking development reminiscent of Brexit, Donald Trump, the Republican nominee, was elected the forty-fifth president of the United States on Tuesday, 8 November. In addition, Republicans maintained control over both houses of Congress.

Trump’s unexpected victory brings with it a great deal of policy uncertainty, given his lack of specificity during the presidential campaign. Judging by the tone of his campaign, one can surmise that foreign trade will likely be a major focus of the new administration. It is quite unlikely that the Trans-Pacific Partnership will be ratified against the present backdrop, while the North American Free Trade Agreement (NAFTA) could be renegotiated or even abandoned. Uncertainty over immigration policy is likely in the near term, which could potentially impact labour markets.

On the campaign trail, President-Elect Trump vowed to lower taxes and repeal the Medicare tax on investment income. He also promised to repeal the complicated alternative minimum tax, while taxing carried interest as ordinary income. Corporate tax rates would be reduced to 15% from 35%, and repatriated foreign profits would be taxed at a one-time rate of 10%, if Trump’s plan is enacted. Economists, however, question whether this package would spur enough economic growth to offset lost revenue from lower tax rates, which could widen fiscal deficits.

Sectors that may be advantaged under a Trump presidency include:

  • Fossil fuels: Trump repeatedly promoted US energy independence during the campaign, calling for leasing federal land for energy exploration, repealing some regulations on coal and reviving the Keystone XL pipeline project.
  • Pharmaceuticals: Price controls will be less of a concern for the industry than they would have been under a Clinton presidency.
  • Financials: Trump has called for repealing or significantly revising Dodd-Frank. Regulatory burdens could be reduced across the economy, based on his campaign rhetoric.

Trump’s focus on trade during the campaign and the risk that NAFTA might be revisited could pressure the currencies of two of the US’s largest trading partners, Mexico and Canada. Additionally, emerging market currencies will likely be pressured, since any additional US trade barriers would probably further slow the growth of global trade, which could negatively impact both producers of raw materials and of finished goods.

If the US puts trade barriers in place on imports, US exporters may be hurt as a result of trade partners retaliating against US actions. With roughly 40% of earnings from S&P 500 Index companies earned outside the US1, there appear to be significant risks to US-based multinationals. A full-fledged trade war would be damaging to growth and employment, and could have ripple effects beyond US borders. Companies whose business is more domestic in nature may fare better against a backdrop of global trade friction. If financial markets have a persistently negative reaction to a Trump victory in the run-up to the December FOMC meeting, odds of an interest rate hike could shrink.

A front-loaded agenda

Given the political ebbs and flows of recent decades, it is reasonable to expect Republicans to try to pack as much policy change into the first two years of a Trump presidency as possible, much as Democrats did in the first two years of the Obama administration. In 2009–2010, Democrats controlled the White House and both houses of Congress and passed a large economic stimulus package and the Affordable Care Act. Oftentimes, when one party controls both Congress and the White House, voters perceive political overreach and seek to balance the scales during the midterm elections. In 1994, President Bill Clinton’s Democrats lost both the House and the Senate and never regained congressional control during the balance of his two terms. Losing control of one or both houses in the midterms would limit Trump’s ability to achieve his agenda, suggesting that policy change could become more incremental later in his term.

Sources: FactSet, MSCI Economic Exposure Database, as of 10/31/16.

Nach Donald Trump´s Wahlsieg bleibt vor allem Unsicherheit

von Michael Levy, Frontier und Emerging Markets Investment Director bei Barings.

Uncertainty is the big takeaway from Donald Trump’s shock U.S. election win. That being said, the Republican president-elect’s victory is very much in keeping with the growth in populist politics and protectionist rhetoric across the western world. Investors will right now be in the process of attempting to differentiate between Trump’s actual policy positions and some of the more outlandish statements made on the campaign trail.

There are also foreign policy implications for agreements such as the recent Obama-sponsored deal with Iran, which could now come under increased scrutiny. In addition, NATO’s current status could be called into question and contributions by member states may need to be amended. This could have a negative impact on Eastern European countries.

We see a number of possible issues and opportunities for emerging and frontier markets. Mexico, China and Russia are all significant areas of investment across our portfolios—three markets where we see a Trump presidency potentially having a major impact.

Mexico

Across the Mexican border, there is likely to be a great deal of apprehension as to what the coming months may bring. If we are moving toward tariffs, global trade will likely suffer and capital flows between countries may weaken—Mexico’s reliance on the U.S. could see it disproportionally affected. Almost a third of Mexico’s GDP relies on its northern neighbor and Trump’s promise of a 35% tariff targeted at U.S. companies that outsource abroad could be costly, particularly for the automotive industry. Trump has also mentioned plans to renegotiate the North American Free Trade Agreement (NAFTA), another potentially worrying development.

The loss of remittances is another possible outcome if Trump clamps down on immigration as he has promised. Remittances to Mexico from the U.S. amounted to $25 billion in 2015—2% of GDP. Due to the likely weakness in the currency’s value, this decrease may be mitigated in Pesos. A weak Peso could also provide something of a boost to domestically-focused companies.

China

Much of Trump’s ire has been directed at China and its economy’s undercutting of the American worker. This rhetoric culminated in talk of 45% tariffs against Chinese exports, a move that could potentially start a trade war. The global supply chain, which is highly interconnected in the IT and automotive industries, would also suffer greatly and is already facing disruption after the Brexit vote in the U.K. At this point we should note that trade policy can be changed by executive order—an intransigent Congress may not be able to intervene. If we do find ourselves in a trade war, Chinese authorities would likely act to stimulate demand, but the Chinese equity market, which has performed well in recent months, could become increasingly volatile.

Russia

Perhaps the greatest beneficiary of a Trump presidency, Russian relations with the U.S. will now undoubtedly improve. We will possibly see a reduction in sanctions in the coming months, allowing Russian businesses to more easily finance themselves. This should provide a boost to Russian companies’ prospects and may present new opportunities among Russian equities.

Markets like certainty and after the shock of the Brexit vote in the U.K., a Trump presidency is not what most investors would have wished for. Regardless, our bottom-up investment approach focusing on fundamentals is unchanged. Our aim remains to find attractively priced companies with the potential for strong long-term earnings growth, well-defined business franchises, robust balance sheets and proven management.

A Trump card in the US deck

by Florian Ielpo, Head of Macroeconomic Research, and Jeremy Gatto, Trader, both Unigestion.

US voters have put their faith in Donald Trump, electing him as the 45th US President. As with the “Brexit” vote in the UK, this can be seen as another victory for the politics of anger currently sweeping across Western democracies.

Can President Trump do much harm to the US economy? In one of many departures from Republican orthodoxy, Donald Trump campaigned on a plan to rebuild US infrastructure, and with Congress and President belonging to the same party, he could be in a position to deliver the fiscal stimulus he promised and encourage the repatriation at least some of the US$2.1tn belonging to US companies abroad. 

What we know of his programme so far is remarkably favourable for the US equity market, although his foreign policy ambitions and opposition to free trade are less positive internationally, particularly for the emerging world. Mr Trump made it very clear during his campaign that he did not view the influence of China as benign for the global economy, and his negative views on Mexico and even Canada to some extent have been well reported.

The dominant theme in markets right now is continued uncertainty. With Brexit, we have a longer timeline and the potential for a range of different outcomes. Mr Trump’s actions will have consequences much sooner as he looks for the support of Congress to implement his agenda. With the Republican camp divided, there is a good chance that his most extreme ideas will come to a grinding halt on the floor of Congress and never see the light of day. But who knows? With Mr Trump, America has drifted into political terra incognita, and this will keep weighing on markets’ assessment of risks.

The charts opposite show how financial assets performed around the time of the FBI’s investigations into Hillary Clinton’s use of a private server, which boosted Mr Trump’s polling and may be the best parallel to today. Bonds showed limited upside, while gold and volatility rose sharply. The US dollar lost ground against G7 currencies but gained a little against emerging currencies, especially the Mexican peso. 

Equity markets were generally weaker, especially higher-beta markets such as Europe and Japan. This is exactly the same pattern we saw after Brexit and is likely to persist until the dust has settled. In the longer term, fiscal stimulus should support US equities, particularly energy and domestically-oriented companies, but work against bonds. This, combined with the prospect of repatriation of US dollar assets should be supportive of the currency, while emerging economies are likely to bear the brunt of the expected shift in US foreign policy.

 

Unsichere Investment-Aussichten mit Trumps Wahl zum Präsidenten

Mit der überraschenden Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika stellen sich die Investmentmanager von T. Rowe Price auf ein unsicheres Anlageumfeld ein. 

Während seines Präsidentschaftswahlkampfs hat Trump weitreichende Versprechungen gemacht, die plötzliche, erhebliche Veränderungen der US-amerikanischen Haushalts-, Handels-, Einwanderungs- und Steuerpolitik bedeuten würden. Sollten diese umgesetzt werden, könnte dies unter Umständen starke Auswirkungen auf die US-amerikanische und internationale Wirtschaft wie auch auf Anlagen in einem breiten Spektrum globaler Aktien- und Anleihesektoren haben. 

Es gibt einige gravierende Bedenken. Trump hat keinerlei Erfahrung in der Regierungsführung. 

Sein Wahlprogramm erscheint manchmal vage und inkonsequent oder gar widersprüchlich. Außerdem klafften bisher meist große Lücken zwischen den Versprechungen im Präsidentschaftswahlkampf und ihrer schlussendlichen konkreten Umsetzung. Vor allem aber können Anlageerträge von vielen weiteren Faktoren abhängen, so unter anderem von den Maßnahmen der Zentralbanken, der Entwicklung der Rohstoffpreise und den Fundamentaldaten der Unternehmen.

Wahlversprechen

Im Übrigen hat der gewählte Präsident Trump erhebliche Steuersenkungen für Privatpersonen und Unternehmen in Aussicht gestellt, die nicht ausreichend durch höhere Einnahmen gedeckt sind, was Prognosen zufolge große Defizite zur Folge haben wird, die seiner Meinung nach durch ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum ausgeglichen werden.

Er hat eine Kurswende hin zu mehr Protektionismus angekündigt, indem er beabsichtigt, das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu zu verhandeln und das transpazifische Handelsabkommen (TPP) nicht zu unterzeichnen, China der Wechselkursmanipulation bezichtigt und vielleicht sogar aus der Welthandelsorganisation austreten wird. Er hat sich außerdem verpflichtet, die Einwanderung in die Vereinigten Staaten zu begrenzen und Millionen illegaler Einwanderer abzuschieben.

Unter dem Strich, so Trump, würden durch diese und seine übrigen Vorschläge in den kommenden zehn Jahren 25 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, das jährliche Staatsdefizit gesenkt und das BIP-Wachstum in den USA von derzeit rund 2,0 % auf 3,5 % gesteigert. 

Die Wirtschafts- und Anlageexperten von T. Rowe Price sind jedoch einhellig der Meinung, dass das genaue Gegenteil eintreten wird, wenn es dem gewählten Präsidenten gelingt, diese Wahlversprechen in die Tat umzusetzen.

Trumps Pläne könnten das jährliche Haushaltsdefizit und die langfristige Verschuldung der USA in die Höhe treiben und den internationalen Handel erheblich beeinträchtigen, mit negativen wirtschaftlichen Folgen im In- und Ausland. Sie könnten außerdem das Beschäftigungswachstum in den USA bremsen, das Wirtschaftswachstum verlangsamen und die US-amerikanischen Zinsen in die Höhe treiben. Nicht zuletzt steht auch zu befürchten, dass sie das weltweite Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed und das geopolitische Ansehen der Vereinigten Staaten untergraben. 

Die bevorstehende unberechenbare Präsidentschaft Trumps wird wahrscheinlich bei den Anlegern Besorgnis auslösen, die sich negativ auf die globalen Finanzmärkte auswirken könnte, meinen die Ökonomen und Anlageexperten von T. Rowe Price.

„Im Großen und Ganzen werden die Finanzmärkte wohl nicht gut auf das Ergebnis dieser Wahl reagieren“, so Alan Levenson, US-Chefökonom bei T. Rowe Price. „Für das US-Wachstum besteht in nächster Zeit ein Abwärtsrisiko.“ 

Jeff Rottinghaus, Manager der U.S. Large-Cap Core Equity Strategy, fügt ergänzend hinzu: „Die Märkte könnten deutlich nachgeben, weil Trump so unberechenbar ist.“

Kurzfristig, so Andrew McCormick, Leiter des U.S. Taxable Bond Teams, sei das Wahlergebnis ein bedeutendes, überraschendes Ereignis, das der Anleihenmarkt nicht vollständig eingepreist habe. „Zunächst“, sagt er, „können die US-Zinsen sinken, da die Anleger risikoreichere Anlagen meiden, und die Kreditspreads (der Renditeaufschlag von niedriger eingestuften Anleihen gegenüber Staatsanleihen) könnten sich ausweiten.“ 

Trumps Wahlsieg komme zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem die US-Haushaltspolitik an Bedeutung gewonnen habe, da die Fed von ihrer lockeren Geldpolitik abrücke, die europäischen Banken immer noch auf sehr unsicheren Beinen stünden und einige Länder mit den USA um ihre geopolitische Position rangelten, meint Quentin Fitzsimmons, globaler Anleihenmanager bei T. Rowe Price. „Nun befindet sich die einzige Supermacht der Welt in einem tiefgreifenden Wandel“, sagt er. „Das ist sehr bedenklich und könnte zu höherer Volatilität führen.“

Fitzsimmons rät zwar zur Vorsicht bei Vergleichen mit dem britischen Votum gegen die Globalisierung und für den Austritt aus der Europäischen Union, merkt aber dennoch an, dass die erste Reaktion auf den Brexit extrem unruhig gewesen sei, sich die Lage aber dann wenigstens eine Zeit lang beruhigt habe. Ebenso könne den Anlegern mit Präsident Trump eine längere Phase des Krisenmanagements bevorstehen. 

„Die institutionellen Kontrollmechanismen, denen der Präsident unterliegt – der Präsident ist nicht allmächtig – könnten dazu führen, dass sich die internationalen Anleger dazu entschließen, den Kopf einzuziehen, nicht übertrieben zu reagieren und einfach nur zu versuchen, die nächsten vier Jahre über die Runden zu kommen“, sagt Quentin Fitzsimmons, globaler Anleihenmanager bei T. Rowe Price. 

Protektionismus 

Das längerfristige Risiko bei der Wahl Trumps besteht laut Quentin Fitzsimmons darin, dass „die Bedenken wegen seiner protektionistischen Agenda zu einem Rückgang der globalen Wachstumserwartungen führen –– weil sich in den USA eine nachteilige Mischung aus langsamerem Wachstum und einem leichten Anstieg der Inflation einstellen könnte.“

Levenson zeigt sich besonders besorgt über den Protektionismus des neuen Präsidenten, weil Trump ziemlich weitreichende Amtsbefugnisse besitzt, um Maßnahmen gegen Handelspartner in die Wege zu leiten.

„Trumps Drohungen für den Handel –– gegen Mexiko und China –– sind vielleicht nur erste Täuschungsmanöver, um sich Zugeständnisse zu sichern“, so Levenson. „Man läuft dabei aber leicht Gefahr, sich zu verkalkulieren und einen äußerst schädlichen Handelskrieg zu riskieren, der sich nicht nur negativ auf die Bereiche in unmittelbarem Zusammenhang mit dem internationalen Handel, sondern auch auf die US-Wirtschaft als Ganzes auswirken würde. 

Ich glaube nicht, dass es in der Geschichte irgendein Land gegeben hat, das durch Isolation reich geworden ist.”

Die Forderung, NAFTA neu zu verhandeln, führt Levinson weiter aus, „wäre besonders schädlich – wenn ein Präsident sich zu solch außerordentlichen Maßnahmen Ländern [Mexiko und Kanada] gegenüber entschließt, mit denen wir ein durchaus gutnachbarschaftliches Verhältnis pflegen.“

Potenziell negativ für die US-Wirtschaft ist laut Levenson der versprochene harte Kurs gegen Einwanderer, wozu er anmerkt, dass Wirtschaftswachstum durch Produktivitäts- und Beschäftigungswachstum erreicht wird. „Wenn wir die Zuwanderung von Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter einschränken, steigt die Zahl der restlichen Arbeitskräfte in den USA oder die Gesamtproduktivitätsrate nicht rasch genug, um ein besonders schnelles Wirtschaftswachstum zu erreichen. Unser Netto-Bevölkerungswachstum beruht größtenteils auf Einwanderung“, sagte er.

Manche Wahlversprechen Trumps –– insbesondere Senkung der Unternehmenssteuern, Deregulierung und höhere Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur – könnten sich laut Levenson „positiv“ auswirken, als „ein kleiner kurzfristiger fiskalpolitischer Anreiz für die US-Wirtschaft. Dies könnte jedoch eher zu noch größeren Defiziten und möglicherweise höheren Zinsen mangels wirtschaftlicher Stärke führen.“ 

Auswirkungen auf Aktien

Während Trumps Wahlsieg wahrscheinlich Phasen der Volatilität am Markt auslösen dürfte, sind einige Manager von T. Rowe Price der Ansicht, dass seine Pläne für Aktien in einigen stark regulierten Sektoren wie z. B. Gesundheitswesen, Energie, Finanzen und Industrie relativ förderlich sein könnten. Hier eine kurze Zusammenfassung: 

Gesundheitswesen: In Anbetracht der Bedenken des Sektors in Bezug auf Medikamentenpreise und regulatorische Zwänge im Falle eines Wahlsiegs Hillary Clintons könnte sich Trumps Versprechen, den Affordable Care Act (ACA) aufzuheben, sich als „leicht positiv“ für Aktien des Gesundheitssektors erweisen, so Ziad Bakri, Manager der Health Sciences Strategy.

Angesichts der Äußerungen des gewählten Präsidenten über die Zulassung von Medikamentenimporten aus dem Ausland und die Erlaubnis für Medicare, über Medikamentenpreise zu verhandeln, „wird sein Wahlsieg insgesamt als gut für Pharmaaktien angesehen“, sagt er und fügt hinzu, dass manche dieser Unternehmen auch von einem Abkommen zur Rückführung von Auslandsgewinnen profitieren würden.

Ein stärkerer Schwerpunkt auf privaten Krankenversicherungen unter Trump wäre gut für Managed-Care-Unternehmen, die unter dem ACA Verluste machten, aber schlecht für Kliniken, die mit den zuvor nicht versicherten ACA-Patienten stärker ausgelastet waren.

Energie: Trump hat eine „Energierevolution“ angekündigt. Seine antiregulatorische Haltung, sein Versprechen, die Energieerzeugung auszuweiten, einschließlich der Wiederbelebung der Kohleindustrie, und seine ablehnende Haltung gegenüber dem Pariser Klimaabkommen und anderen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels könnten nach Ansicht der Manager durchweg förderlich für den Energiesektor sein.

„In einem Vakuum ist es eine gute Sache, mehr Energie zu erzeugen – mehr Arbeitsplätze, billigeres Öl, billigeres Benzin“, erläutert Rottinghaus. „Weniger Regulierung könnte Anlagen im Energiesektor zugutekommen, da dies die Kosten der Unternehmen für die Förderung von Ressourcen aus der Erde senkt.“

Finanzsektor: Auch wenn es nach der Wahl Trumps zunächst zu einem Ausverkauf am Markt kommt, dürften die Aktien von Finanzdienstleistern kaum zulegen, aber der Sektor könnte vergleichsweise besser als andere abschneiden, meint Gabriel Salomon, Manager der Financial Services Strategy.

Mittelfristig dürfte sich das Versprechen des neu gewählten Präsidenten, das Dodd-Frank-Gesetz aufzuheben, positiv auf einige Finanztitel auswirken, wenn genug Absicherungen in Kraft blieben, um systemische Risiken bewältigen zu können, so Solomon. „Eine völlige Abschaffung des Dodd-Frank-Gesetzes wäre jedoch nicht positiv zu werten, weil einige der Vorschriften gut geeignet sind, die Risiken zu steuern, die zur Finanzkrise in den Jahren 2008-2009 geführt haben“, meint er.

Trumps Versprechen, danach das Glass-Steagall-Gesetz wieder in Kraft zu setzen, könnte einigen großen Banken zugutekommen, die dann die Verbindungen zwischen ihrem Privatkunden- und ihrem Investmentbankgeschäft trennen müssten. „Wenn man Banken auseinandernimmt, kann die Summe ihrer Teile manchmal mehr wert sein als das derzeitige Ganze“, so Solomon.

Langfristig gesehen, meint er, könnten Trumps „defizitfinanzierte Vorschläge bei mangelndem Wirtschaftswachstum zu höheren Zinsen und Inflation führen und ähnliche strukturelle Probleme wie in den Siebzigerjahren verursachen, was ungünstig für Finanztitel wäre.“

Industrie: Peter Bates, Manager der Global Industrials Strategy, glaubt, dass zwei von Trumps Plänen – die Senkung der Unternehmenssteuern und die Lockerung staatlicher Vorschriften – dem verarbeitenden Gewerbe Auftrieb geben und Arbeitsplätze schaffen könnten. Die Neuverhandlung von NAFTA und die Errichtung von Handelsbarrieren – die an einen Handelskrieg grenzt – seien für das verarbeitende Gewerbe in den USA kaum von Bedeutung.

„Der Schwerpunkt der Industrie liegt darauf, Produkte für die Verbraucher in aller Welt möglichst billig herzustellen“, so Bates. „Unternehmen haben in erheblichem Umfang in Mexiko investiert. Mit höheren Zöllen wird vielleicht geringfügig mehr in den USA produziert, aber die Unternehmen werden nicht so schnell wieder aus Mexiko abziehen. Ihre Mehrkosten aufgrund von Zöllen würden einfach als Inflation an die Verbraucher weitergegeben. Wie es langfristig mit dem Industriesektor weitergeht, hängt von den relativen Kostenstrukturen ab, und das sind nicht bloß Zölle und Steuern.“

Auch das Wahlversprechen, die Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur zu erhöhen, dürfte Bates zufolge „kaum wesentliche Auswirkungen“ auf die Aussichten für den Industriesektor haben, da die zusätzlichen Ausgaben möglicherweise lediglich Erhöhungen bereits im Haushalt eingeplanter Posten sind.

Technologie: Die von Trump angekündigte Einwanderungs- und Handelspolitik würde den US-Technologiesektor insgesamt belasten, so Josh Spencer, Manager der Global Technology Equity Strategy. Der Technologiesektor ist einer der weltweit wettbewerbsfähigsten Sektoren der USA und ist von hochtalentierten Mitarbeitern aus aller Welt und den globalen Liefer- und Vertriebsketten abhängig. 

Niedrigere Steuern, insbesondere auf zurückgeführte Auslandsgewinne, wären positiv für globale Technologieunternehmen, die Milliarden Dollar im Ausland geparkt haben. „Wenn man Trump Glauben schenken kann, dürfte seine Wahl insgesamt kein gutes Szenario für den Technologiesektor sein“, so Spencer.

Davon abgesehen wird die Zukunft der Technologietitel seiner Ansicht nach von drei unaufhaltsamen Trends bestimmt: dem Wachstum des Cloud-Computing, dem Zusammenbruch traditioneller Branchen aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Internets und von Technologien, die auf neue Endmärkte drängen, wie z. B. selbstfahrende Autos. „An diesen Trends ändert auch die Wahl Trumps nichts“, so Spencer. 

Anleihen

Während die kurzfristigen US-Zinsen anfangs sinken könnten, weil die Anleger scharenweise in den relativ sicheren US-Staatsanleihen Zuflucht suchen, meint McCormick: „Es könnte Aufwärtsdruck auf die Zinsen geben, wenn die Anleger die von Trump vorangetriebene Defizitfinanzierung verdaut haben.

Es ist mit höherer Volatilität bei Anleihen zu rechnen, aber der Markt wird wahrscheinlich mit einem Auf und Ab, in Form einer Zickzackkurve, reagieren. Wenn die US-Zinsen steigen, könnten Käufe aus dem Ausland den Anstieg der Zinsen begrenzen“, meint er.

Fitzsimmons stimmt dem zu und führt weiter aus: „An den internationalen Anleihenmärkten dürften sich langfristig weltweit Aufwärtsdruck auf die Zinsen und eine Versteilerung der Zinskurve einstellen. Der US-amerikanische Protektionismus würde die Investitionsströme und -planung erheblich stören. 

Wir sollten auch potenzielle Risiken für Schwellenländer und ihr Verhalten berücksichtigen, allen voran Mexiko wegen des Einflusses seiner makroökonomischen Politik auf Inflation, Handel, Kapitalflüsse, das allgemeine Vertrauen und den verlangsamten Wachstumsverlauf“, sagt er. 

Die größere Marktvolatilität und geopolitische Unsicherheit könnten die Zentralbanken, darunter auch die Fed, dazu veranlassen, zumindest vorübergehend auf ihrem restriktiven Kurs innezuhalten, meint Quentin Fitzsimmons „Angesichts der Volatilität“, meint er, „neigen die Zentralbanken dazu, die Dinge noch weiter auf die lange Bank zu schieben – somit könnten sie ihre Zinssenkungszyklen beenden und vielleicht sogar die Zinsen anheben.“

Besonders stark wäre der Druck auf die Fed-Vorsitzende Janet Yellen, der Trump schon mit Entlassung gedroht hatte. 

„Die Glaubwürdigkeit der Fed gerät unter Druck", sagt er, „und das ist eine internationale und nicht nur eine nationale Angelegenheit.“

Another Blow to the Status Quo

After one of the most bitter and divisive U.S. Presidential election campaigns in living memory, the outcome is arguably the one that markets were dreading. 

Whereas Clinton was the “business-as-usual” candidate, Trump is much less predictable. Regardless of what the longer-term impact of his policies will be on the economy, risk-asset markets are likely to respond with high levels of volatility in the shorter-term as we try to figure out what those policies are and how many of them are realistic. A December rate hike from the Federal Reserve, priced as almost a certainty the day before yesterday, may now be off the cards. 

Where Clinton, under pressure from unions and Bernie Sanders supporters, vacillated in her support for free trade in general and the Trans-Pacific Partnership (TPP) in particular, Trump has positioned himself as an all-out trade warrior. That could dampen the spirit in emerging markets, [just look at the Mexican peso] which have been recovering strongly for most of this year.

Safe havens such as the Japanese yen and Swiss franc are likely to benefit during the immediate fallout—although the picture is much less clear for the U.S. dollar and U.S. Treasuries, of course. A concerted “sell-America” trade is a distinct possibility.

Nonetheless, we believe the Brexit playbook is useful here. Market volatility may endure for a little longer, but as it does so, it could deliver buying opportunities.

A Trump administration is likely to be better for the traditional energy sector, and less damaging to the healthcare and financial sectors, than a Clinton Presidency. United government may also remove the partisan obstacles to meaningful infrastructure spending and corporate tax reform, particularly the issue of profit repatriation—although it’s useful to remember that Trump is far from popular among many traditional Republicans.

The biggest risk, of course, is that Trump tries to turn some of the more populist rhetoric of his campaign into reality. Whoever had emerged victorious today, the forces that have led to the rise of the likes of Trump, Sanders, Farage in the UK, Le Pen in France, and Wilders in the Netherlands are not going away, and partisan shouting matches, assaults on free trade, an interventionist approach to unsustainable industries and a disregard for the financial robustness of the U.S. are not viable solutions. The result could be a tug of war between the deflationary forces associated with lower economic activity and the inflationary forces from higher trade barriers. 

Globalization, slow growth and demographic change mean that, for the developed world’s middle class, rightly or wrongly, it feels as though the pie is getting smaller. When we feel that the pie gets smaller, we fight over it ever more ferociously. Rancor simply makes it more difficult to pursue the policies that can grow the pie again—and the spiral continues.

By Joseph V. Amato, Chairman and Chief Investment Officer - Equities, and Erik Knutzen, Chief Investment Officer - Multi Asset Class at Neuberger Berman.

US-Wähler entscheiden sich für Trump

Es scheint, dass die Meinungsforscher erneut falsch lagen, denn Donald Trump hat einen Überraschungssieg errungen. Es zeigen sich bereits erste negative Reaktionen bei risikoreichen Anlageklassen, wie auch dem mexikanischen Peso und dem US-Dollar.

„Entscheidend ist nun, ob sich Trump als populistischer oder pragmatischer Präsident der USA erweisen wird“, erläutert Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chefstratege und Head of Multi-Asset bei NN Investment Partners. „Selbst eine eher pragmatische Vorgehensweise wird erst über einen gewissen Zeitraum sichtbar sein. Von daher ist der kurzfristige Ausblick eingetrübt mit (geo-) politischer Unsicherheit.“

Für die Finanzmärkte beginnt damit eine Phase der Unsicherheit, denn Trump’s Präsidentschaftssieg könnte einen klaren Bruch mit dem Status quo einleiten. Vor allem im Hinblick auf den fiskal- und geldpolitischen Kurs, die internationale Handelspolitik, die Einwanderungs- und die Außenpolitik, wie das Abkommen mit dem Iran. Riskante Vermögenswerte dürften in Mitleidenschaft gezogen werden, solange die Unsicherheit anhält – das dürfte für geraume Zeit der Fall sein, denn die Amtseinführung findet erst am 20. Januar 2017 statt. Auch selbst dann wird sich der Nebel möglicherweise nur langsam lichten, bis sich Trump entweder als Pragmatiker erweist, der seine Wahlkampfdrohungen und -versprechen merklich verwässert, oder aber bis er seine populistischen Vorhaben umsetzt. 

Schwellenländer anfällig; Risiken vor allem für Mexiko und China

Besonders anfällig sind die Schwellenländer und Schwellenländervermögenswerte, da die Anleger protektionistische Maßnahmen fürchten, die beträchtliche Auswirkungen auf die Importe der USA aus Schwellenländern hätten. Vor allem Länder, die sehr viel in die USA exportieren, könnten in hohem Maße betroffen sein. Dies gilt insbesondere für Mexiko, das 82% seiner gesamten Exporte in das nördliche Nachbarland liefert. Der Exportsektor ist von großer Bedeutung für die Beschäftigung, und das Exportwachstum muss mit dem Importwachstum Schritt halten, um eine übermäßige Ausweitung des Handelsbilanzdefizits zu verhindern. Auch China könnte von einer möglichen Kursänderung in der US-Handelspolitik betroffen sein. Rund 18% der chinesischen Exporte gehen in die USA. Da die Aussichten für Chinas Inlandsnachfrage nicht allzu günstig sind, ist das Land auf ein kräftiges Exportwachstum angewiesen, wenn eine merkliche Konjunkturverlangsamung verhindert werden soll.

Bei einer vorsichtigeren Zinspolitik der Fed könnte der Dollar in Mitleidenschaft gezogen werden

Für die Geldpolitik und die Anleiherenditen dürften die Auswirkungen zweischneidig sein. Zunächst könnte die Risikobereitschaft zunehmen, was zu sinkenden Renditen von Staatsanleihen führen würde. Aufgrund der durch Trump‘s Wahlsieg ausgelösten Unsicherheit dürfte die Fed in punkto Zinsanhebungen vorsichtiger vorgehen. Dies könnte für diejenigen Schwellenländer, die stärker von ausländischem Kapital als von Exporten in die USA abhängen ein positiver Faktor sein; der Nettoeffekt ist allerdings angesichts von Trumps protektionistischer Haltung wohl immer noch negativ zu sehen. Der US-Dollar dürfte kurzfristig durch das vorsichtigere Vorgehen der Fed und die Furcht vor einem protektionistischen Kurs in Mitleidenschaft gezogen werden.

Höhere Haushaltsdefizite und stärkere Inflation könnten Anleiherenditen nach oben treiben

Mittelfristig würde eine vollständige Umsetzung von Trumps Vorhaben zu einem kräftigen Anstieg des Haushaltsdefizits führen, da er „mindestens doppelt so hohe“ Infrastrukturausgaben wie Clinton plant und zugleich die Steuern senken will. Aufgrund der fiskalpolitischen Fundamentaldaten und durch Trump‘s Politik ausgelösten Inflationsdruck könnte es zu einer Trendumkehr bei den Anleiherenditen kommen, so dass diese wieder ansteigen. Dies wäre vor allem dann der Fall, wenn die Fed zur Eindämmung der Inflationserwartungen eine aggressivere Politik verfolgte. Umfassendere Handelshemmnisse und eine Begrenzung der Einwanderung könnten zu einem stärkeren Preis- und Lohnauftrieb führen. Die Finanzmärkte – und zwar sowohl die Renten- als auch die Aktienmärkte – dürften wohl kaum positiv auf eine solche Entwicklung reagieren. Das Zinsumfeld wäre für Schwellenländer-Lokalwährungsanleihen und Schwellenländerwährungen ungünstig und könnte auch die zinssensiblen Edelmetallpreise belasten.

Abwärtsrisiken bei einer weniger aggressiven Politik geringer

Natürlich wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Wenn Trump eine etwas weniger aggressive Agenda umsetzte, wären die Auswirkungen auch weniger einschneidend. Höhere Infrastrukturausgaben, niedrigere Unternehmenssteuern und mehr Deregulierung sind nicht per se schlecht für die Aktienmärkte. Falls Trump unter anderem seine Haltung beim Thema Protektionismus mäßigte, könnte die Reflation weiter fortgesetzt werden, wovon Aktien gegenüber Anleihen profitieren sollten. So könnten die US-Unternehmen bei vorübergehenden Steuererleichterungen für Kapital, welches in die USA zurückfließt (Steuersatz von 10%), wie es Trump im Wahlkampf vorgeschlagen hat, beträchtliche Gewinne einstreichen, was sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte stützen sollte. Und die Kehrtwenden in den internationalen Beziehungen und in der Handelspolitik, für die sich der gewählte Präsident im Wahlkampf einsetzte, sind nicht so ohne weiteres umzusetzen.

US-Wahlen – die Weltordnung steht Kopf

von Dominic Rossi, Globaler Chief Investment Officer für Aktien.

Wir bewegen uns in eine Welt von beispiellosem politischen Risiko, das die Säulen der Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg in Frage stellt. Da wundert es nicht, dass Investoren in Deckung gehen.

Das derzeitige Gefühl der Fassungslosigkeit über die Verschiebung der amerikanischen Politik nach rechts muss später einer nüchternen Risikobewertung weichen.

Die unmittelbaren Auswirkungen des Trump-Siegs wird die US-Notenbank Federal Reserve spüren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember, gefolgt von zwei weiteren Zinssteigerungen 2017, ist nun stark gesunken. Der Dollar, der in der Erwartung einer Zinserhöhung höher stand, ist gefallen. Beide Entwicklungen waren Bedrohungen für den Bullenmarkt, und diese sind jetzt verschoben worden. Die Geldpolitik wird akkomodativ bleiben.

Allerdings werden diese bekannten finanziellen Risiken nun durch ein beispielloses Ausmaß an unbekannten politischen Risiken überschattet. Wir können nun spekulieren, ob den protektionistischen Slogans Trumps substanzielle politische Inhalte folgen werden. Investoren, vor allem aus Übersee, warten nun erst einmal ab.

Die republikanische Kontrolle beider Häuser bietet die Möglichkeit, die politischen Blockaden der in der amerikanischen Innenpolitik in den vergangenen Jahren zu durchbrechen. Es wird starke Bestrebungen geben, viele Initiativen Obamas zurückzufahren, vor allem Obamacare.

Aber nichts davon wird Anleger kurzfristig überzeugen.

Schnäppchenjäger kehren angesichts sinkender Energiepreise zurück

Energie-ETPs verzeichnen Mittelzuflüsse von 97 Mio. USD, da die Anleger bei Kursschwäche Käufe tätigen. Platin verbucht unter den Edelmetallen die stärksten Zuflüsse, nachdem das Produktionsdefizit zunehmend ins Bewusstsein rückt. Die Kapitalströme in Kupfer nehmen zu, weil die Anleger während der „LME Week“ das Aufwärtspotenzial des Metalls erkannt haben, so ETF Securities im wöchentlichen Rohstoffüberblick.

Die Mittelflüsse in Long-Öl-ETPs sind auf ein 13-Wochen-Hoch gestiegen, da der starke Preisverfall Schnäppchenjäger zu Käufen veranlasste. Das vergangene Woche stattgefundene Treffen zwischen den Öl fördernden Ländern inner- und außerhalb der OPEC brachte keine positiven Ergebnisse. Zahlreiche OPEC-Mitglieder wollen von Produktionskürzungen ausgenommen werden, und unter den Nicht-Mitgliedern ist die Bereitschaft zu einer festgelegten Drosselung gering. Als Folge verbilligte sich Rohöl um 10%. Ein überraschender Anstieg der Rohölvorräte in den USA belastete die Preise zusätzlich.  Vergangene Woche flossen 97,5 Mio. USD in Long-Rohöl- ETFs (A1N49P) und damit so viel wie seit August 2016 nicht mehr. Gleichzeitig lagen die Abflüsse aus Short-Öl-ETPs bei 13,3 Mio., d.h. auf dem höchsten Stand seit Juni 2016. Offensichtlich sind die Anleger optimistisch, dass die OPEC letztlich bis zur Sitzung am 30. November eine Einigung erzielen kann. Die letzte Woche in den USA verzeichneten wärmeren Temperaturen hatten eine Verbilligung von Erdgas um fast 10% zur Folge. Da allerdings mit zunehmender Wahrscheinlichkeit mit La Niña zu rechnen ist, sind im weiteren Verlauf kühlere Temperaturen zu erwarten. „Anleger haben Long-Erdgas-ETPs (A0KRJ3) im Umfang von 1,0 Mio. USD gekauft“, erklärt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions bei ETF Securities.

Edelmetalle profitieren vom schrumpfenden Vorsprung Clintons gegenüber Trump. Der gesamte Edelmetallkomplex bewegte sich vergangene Woche nach oben, da sich die Anleger verstärkt bei „harten“ Vermögenswerten engagierten, die als Absicherung gegen politische Turbulenzen gelten. Die Anleger befürchten, dass ein Sieg Trumps bei den US-Wahlen ähnlich wie das Brexit-Votum der Briten wirken und den Markt unter Schock setzen könnte. „Long-Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten einen Kapitalzustrom von 10,2 Mio. USD, und zusätzlich flossen weitere 5,2 Mio. USD in Long-Edelmetallkörbe (A0N62H)“, so Hein.

Starker Automobilumsatz trägt zu anhaltender Knappheit bei Platinmetallen bei. Die Beziehungen zwischen Minenbetreibern und Arbeitern in Südafrika scheinen sich wieder zu verbessern, denn nach monatelangen Verzögerungen werden neue Verträge abgeschlossen. Dies könnte zwar die Sorgen hinsichtlich des Angebots der Minen etwas mindern. Die Nachfrage ist aber weiterhin hoch, sodass der Markt 2016 das fünfte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit aufweisen dürfte. Der Automobilabsatz in den USA erreichte im Oktober ein 11-Monats-Hoch, und auch in Europa und China fallen die Verkäufe weiter stark aus. „Katalysatoren für Automobile sind eine wichtige Nachfragequelle für die Metalle der Platingruppe. Sieben Wochen infolge haben ETPs (A0N62D) Mittelzuflüsse verzeichnet, zuletzt 18,0 Mio. USD“, erläutert Hein.

Mittelflüsse in Kupfer (A0KRJU) so hoch wie seit Juli nicht mehr. Kupfer, das in diesem Jahr bislang hinter dem Industriemetallkomplex zurückgeblieben ist, verzeichnete einen Zufluss von 14,1 Mio. USD, was daran liegen dürfte, dass das Aufwärtspotenzial zunehmend ins Bewusstsein gerückt ist. Während der letzte Woche veranstalteten „LME Week“ standen die Industriemetalle im Fokus. „Der offensichtliche Kaufrausch in Shanghai scheint einige Anleger in Europa zu beunruhigen, denn aus den Industriemetallkörben wurden 3,7 Mio. USD abgezogen“, so Hein.

Wichtige Ereignisse in dieser Woche. Diverse Zahlen aus China – vom Handel über Kredit-/Geldmengenwachstum bis hin zur Inflation – sind ein Barometer für die Situation beim weltweit größten Rohstoffverbraucher. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die neuseeländische Zentralbank die Zinsen diese Woche senkt, da die niedrigen Rohstoffpreise dazu führen könnten, dass die Inflationserwartungen nicht mehr nach unten begrenzt bleiben. „Die OPEC veröffentlicht am Dienstag ihren World Oil Outlook. Die Märkte werden weiterhin genau verfolgen, wie sich die Erwartungen hinsichtlich der Produktionskürzungen entwickeln“, erklärt Hein.

Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sind auch bei steigenden Zinsen interessant

Eine Zinswüste, wohin das Auge blickt. Mittlerweile werden Staatsanleihen im Wert von über 10 Billionen US-Dollar unter null gehandelt – vor allem in Europa und Japan. Westliche Unternehmensanleihen sind zwar risikoreicher, bieten oft aber auch nicht viel mehr Rendite. Vor diesem Hintergrund eignen sich Anleihen, die von Unternehmen mit Sitz in den Emerging Markets in US-Dollar ausgegeben werden, als Alternative.

Nach Ansicht von Marcelo Assalin, Head of Emerging Market Debt bei NN Investment Partners, ist diese Anlageklasse international unterinvestiert, trotz zunehmender Marktreife.

Denn nach Jahren des Abschwungs haben sich die Rahmenbedingungen in vielen Schwellenländern verbessert, so Assalin: “Die Anleihemärkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien, Lateinamerika, dem mittleren Osten und Afrika sind stabiler und reifer geworden. Außerdem konnten die dort ansässigen Unternehmen selbst zum Beispiel durch die Übernahme internationaler Rechnungslegungsstandards und steigender Transparenz das Interesse internationaler Anleger wecken. Im Ergebnis sind die Anleihevermögen sehr stark gewachsen. Per September 2016 waren es 846 Milliarden US-Dollar – gegenüber 28 Milliarden US-Dollar im Jahr 2001.“

Als Beispiele nennt der Stratege Indien und Indonesien, aber auch Mexiko, die sich durch Reformen als interessante Wirtschaftsstandorte profilieren. Das lateinamerikanische Land hat unter anderem durch die Öffnung der Sektoren Energie und Telekommunikation für mehr Wettbewerb gesorgt.

Auch das politische Umfeld entwickelte sich bei vielen EM-Ländern positiv. „Wir sehen erhebliche Fortschritte beim Schuldenmanagement“, sagt Assalin. „Im Ergebnis ist das Wirtschaftsgefüge weniger stark durch plötzliche Abwertungen von Währungen belastet, und dementsprechend fällt auch die Auslandsverschuldung geringer aus.“ Einzelne Schwellenländerwährungen könnten zwar außerordentlich volatil sein, doch da Unternehmen ihre Anleihen in US-Dollar ausgeben, seien Anleger nicht direkt von Währungsschwankungen betroffen.

Das Ertragspotenzial von EM-Unternehmensanleihen kann sich sehen lassen: Im Schnitt bringen sie es auf eine Rendite von 4,5%, und das bei einem Durchschnitts-Rating im Investment Grade. Auch mit Blick auf zukünftige Zinserhöhungen ist diese Anlageklasse interessant, denn aufgrund der im Schnitt niedrigeren Duration ist sie weniger von Zinsänderungen betroffen als US-Unternehmensanleihen und auch Staatsanleihen der Schwellenländer. Marcelo Assalin weist darauf hin, dass es sich bei den EM-Unternehmensanleihen um eine noch junge Anlageform handelt: „Es bestehen daher deutliche Marktineffizienzen, die sich am besten durch ein aktives Management nutzen lassen“, betont er.

Den ausführlichen Text können Sie hier lesen und als PDF-Dokument herunterladen.

Gefährliche Routine am Anleihenmarkt

von Didier Le Menestrel, Chairman von La Financière de l’Echiquier.

Der Appetit der Anleger auf Anleihen ist ungebrochen und die letzten Emissionen zeichnen sich durch beeindruckende Volumen aus. So gab Danone vor einigen Tagen Anleihen im Wert von 6 Milliarden Euro mit Laufzeiten von zwei bis zwölf Jahren aus. Das ist ein komfortabler Puffer, der den Finanzdirektor des Lebensmittelkonzerns in aller Ruhe schlafen lässt: Den Käufern seiner Anleihen zahlt er vier Jahre lang Zinsen von 0,17 Prozent und 1,20 Prozent für die nächsten zwölf Jahre. Das ist schon ordentlich! Auch die Staaten stehen dem in nichts nach: Österreich nutzt diese für Kreditnehmer gesegneten Zeiten und gibt Anleihen aus mit einer Laufzeit von 70 Jahren und einem Zinssatz von 1,55 Prozent.

Diese Suche nach Rendite verbunden mit geringem Risiko ist inzwischen derart zur Routine geworden, dass manche Experten hierin mittlerweile eine hoch riskante Lage sehen.

Man kann allerdings dagegen argumentieren, dass jeder positive Basispunkt willkommen ist, wenn das Halten von Geld auf der Bank mit einem negativen Zins von -0,40 Prozent bestraft wird. Doch erinnern wir uns daran, dass Negativ- oder Nullzinsen anormal sind und immer gefährlichere Verhaltensweisen herbeiführen, je mehr wir uns daran gewöhnen. Dahinter steckt nämlich ein bedrohlicher Mechanismus: Mögliche Auslöser von Börsenblasen werden einfach verdrängt. Ganz nach dem Motto: „Ich weiß, dass der Preis dieser Anlage absurd ist, aber das wird so weitergehen, deswegen mache ich mit.“ Das ist eine Haltung, die an die besten Zeiten der Internet-Blase erinnert, nur ohne die Begeisterung des Börsenrauschs.

Diese Extremsituation bei Anleihen unterscheidet sich vor allem durch die Tatsache, dass es sich hierbei um eine von den Zentralbanken gesteuerte Aktion handelt. Aber können derartige Exzesse wirklich gesteuert werden? Eines ist jedenfalls sicher: Die Notenbanken haben beschlossen, die Beteiligten durch Parolen mit wohl gewählten Worten und bewusstem Timing an eine neue Realität heranzuführen. So ließ die Europäische Zentralbank vor kurzem das Wort Tapering (1) durchsickern, während der Amerikaner Richard Fisher (2) erklärte: „Policymakers did not anticipate the scope of easy money on the financial service.“ Im Klartext: Zweifellos ist man mit der Geldpolitik über das Ziel hinausgeschossen und es ist Zeit, wieder zu vernünftigeren Zinsniveaus zurückzukehren.

Die Konsequenzen einer Zinserhöhung haben für das Anleihenmanagement maßgebliche Bedeutung. Vorausschauend haben wir die Duration in unseren Portfolios stark reduziert. Aber Achtung: Konsequenzen werden sich auch für die anderen Anlageklassen ergeben, denn die meisten werden anhand von Abzinsungsmodellen bewertet, die extrem empfindlich auf Schwankungen an den Anleihenmärkten reagieren.

Die jüngste brutale Entkoppelung des Growth-Stils (der durch eine Zinsanhebung negativ beeinflusst wird) im Verhältnis zum Value-Stil (der hierauf weniger sensibel reagiert oder - im Falle von Banken und Versicherungen - sogar positiv beeinflusst wird) ist eine gute Veranschaulichung dieser Rotation, die mit einer Anpassung der Erwartungen im Zusammenhang steht. Die von den Börsen übersetzte Botschaft der Zentralbanken ist ein Signal, auf das wir hören sollten.

Wer kann heute schon sagen, ob wir es mit einer allmählichen oder brutalen Anpassung an den Kreditmärkten zu tun bekommen werden. Das erste Szenario ist zwar für unsere Aktienmärkte weitaus günstiger. Aber die Gemeinsamkeit beider Szenarien liegt darin, dass sie eine neue Wachsamkeit bei unseren Prognosen und unseren zukünftigen Abzinsungen verlangen. Bei der EZB spielt die Musik immer noch, aber wir sollten uns nicht von diesem Walzer niedriger Zinsen betäuben lassen. Brechen wir mit der Routine und handeln wir schon jetzt so, als habe Geld einen Preis.

(1)„Tapering“ bezeichnet eine Verringerung der Geldspritzen in die Wirtschaft und die Reduzierung der Wertpapierankäufe durch die Zentralbanken.
(2) Richard W. Fisher ist der ehemalige Präsident und CEO der Federal Reserve Bank von Dallas.

Über La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier wurde 1991 von Didier Le Menestrel und Christian Gueugnier gegründet und zählt zu den marktführenden unabhängigen Fondsgesellschaften in Frankreich. In Paris ansässig, ist die Fondsboutique erfolgreich auf Enterprise-Picking spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen von 7,5 Milliarden Euro. In Deutschland und Österreich vertreibt die Gesellschaft aktuell sechs Aktienfonds, zwei Mischfonds und einen Wandelanleihefonds. Die erfolgreiche Fondspalette wird privaten und institutionellen Investoren außerdem in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Italien, Spanien und Luxemburg angeboten. Das Kapital von La Financière de l’Echiquier wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. 2004 wurde die Stiftung La Financière de l’Echiquier gegründet, die sich in Frankreich für sozial und beruflich benachteiligte Menschen einsetzt. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.fondation-echiquier.fr und zu La Financière de l’Echiquier unter http://www.lfde.com/de.

Investoren mit Blick auf Ausgang der US-Wahlen zu sorglos

Die Präsidentschaftswahlen könnten die Finanzmärkte sowohl in den USA als auch international aus dem Gleichgewicht bringen. Doch viele Investoren sind bislang zu sorglos. Folge: Die mögliche neue Volatilität wird nicht vollständig eingepreist. Stattdessen vertrauen die Anleger auf die Zentralbanken – ungeachtet wachsender Bedenken hinsichtlich der Folgen unkonventioneller Maßnahmen und einer möglichen weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed). In diesem Umfeld sind wir bei Aktien vorsichtiger und bevorzugen EU-Unternehmensanleihen oder Kapitalanlagen in den Schwellenländern.

Die politische Agenda der kommenden Monate ist umfangreich und dürfte die Stimmung an den Finanzmärkten beeinflussen. Die heute stattfindenden US-Präsidentschaftswahlen stehen dabei im Fokus der Investoren. Angesichts der stark unterschiedlichen Kandidaten Clinton und Trump geht damit eine gegenwärtig erhöhte Unsicherheit an den Kapitalmärkten einher. Parallel dazu werden zunehmend populistische Stimmen laut, wodurch das Risiko unerwarteter Abweichungen vom stabilen ökonomischen Wachstumspfad steigt.

In dieser Phase ist aus unserer Sicht eine ausgewogene Diversifizierung der Portfolios entscheidend, um sich vor unliebsamen Überraschungen effektiv zu schützen. Hierzu zählen unseres Erachtens ein aktives Management der Positionen, eine hohe Qualität der Anlagen und eine rechtzeitige Vorbeugung des Abwärtsrisikos.

Anfälliges Konjunkturumfeld

Zwar deuten die Konjunkturindikatoren weiter auf ein moderates Wachstum hin, und einige positive zyklische Effekte sind erkennbar. Hierzu zählen die stetige Entwicklung am US-Arbeitsmarkt und die Robustheit des europäischen Einkaufsmanagerindex; auch das Risiko einer Wachstumsabkühlung in China erscheint unter Kontrolle. Dennoch bleibt das Konjunkturumfeld anfällig und wird von strukturellen Faktoren belastet. Der Brexit hat die globale Unsicherheit erhöht, weitere Folgen werden sich in den kommenden Monaten zeigen. Sollte der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt weiter Bestand haben und sollten sich die Inflationszahlen nicht verschlechtern, könnte bis Jahresende eine Zinserhöhung der Fed erfolgen.

Fokus auf Zentralbanken

Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ auf ihrer Sitzung im Oktober wie erwartet ihre Strategie unverändert und signalisierte, ihre Zinsen für längere Zeit auf diesem oder einem niedrigeren Niveau zu halten, gegebenenfalls deutlich über die Dauer der Anleiheankäufe hinaus. Die Kombination aus moderatem Wachstum und – dank anhaltend lockerer Geldpolitik – günstigen Finanzierungsbedingungen unterstützt den Markt für Unternehmensanleihen weiterhin. Auch das Anleihekaufprogramm der EZB macht sich in diesem Sektor bereits positiv bemerkbar. Und nachdem die Bank of England (BoE) im Rahmen ihres neuen quantitativen Lockerungsprogramms diesem Beispiel folgt, dürften Unternehmensanleihen künftig noch mehr Auftrieb erhalten. Die Wachstumsaussichten sind zwar leicht positiv, der fehlende Inflationsauftrieb gibt jedoch weiter Anlass zu starker Besorgnis.

Von der Fed gingen bisher uneinheitliche Signale an die Märkte aus. Sie scheint jedoch bereit, nach einer mehrjährigen Phase unkonventioneller Maßnahmen ihre Geldpolitik zu überprüfen. Überdies könnte die zunehmende Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Zinserhöhung den US-Dollar stützen.

Brexit-Auswirkungen: Kurzfristig robust, mittelfristig unsicher

Die nach dem Brexit veröffentlichten ersten Frühindikatoren für Großbritannien und den Euroraum deuten darauf hin, dass sich die makroökonomischen Auswirkungen des Votums für 2016 in Grenzen halten werden. Der britische Arbeitsmarkt zeigt sich weiter im Aufwind, und die Einzelhandelsumsätze haben sich gut behauptet. Im Euroraum sind bisher keine nennenswerten Ansteckungseffekte erkennbar. Das Verbrauchervertrauen hat sich zwar etwas abgeschwächt und liegt leicht unter den Erwartungen, wenngleich noch immer auf hohem Niveau. Entsprechend erholt sich der Konsumsektor, der von niedrigen Ölpreisen und der Verbesserung am Arbeitsmarkt profitiert. Allerdings sehen wir nach wie vor erhebliche mittelfristige Risiken: Der Brexit könnte die Rentabilität europäischer Unternehmen beeinträchtigen; außerdem sind die umfangreiche politische Agenda im Euroraum sowie die Risiken eines politischen Stillstands zu berücksichtigen. In diesem Umfeld empfehlen wir eine vorsichtige Allokation, insbesondere im Hinblick auf europäische Aktien.

Schwellenländer zeigen sich widerstandsfähig

Die Schwellenländer profitieren seit Jahresbeginn von vorteilhaften Geldmarktbedingungen, einer vorausschauenden Fiskalpolitik und einer Erholung der Rohstoffpreise. Nachdem sich die im ersten Halbjahr vorherrschenden Sorgen wegen China und des Ölpreiseinbruchs nun gelegt haben und in den Industrieländern mit dem Brexit neue Risiken aufgekommen sind, hat sich der Fokus der Märkte allmählich wieder auf die Emerging Markets ausgerichtet. Denn die anhaltend lockere Geldpolitik in den Industrieländern und die Verbesserung der makro- und mikroökonomischen Fundamentaldaten haben Anlagen in den Schwellenländern unterstützt. Unser Makromomentum-Indikator – der Änderungen von BIP-Prognosen sowie die externen Bedingungen, den Inflationsausblick und die Fiskal- und Geldpolitik einbezieht – ist seit Januar deutlich gestiegen. Dieser Gradmesser dürfte sich nun stabilisieren, da die Erholung der Rohstoffpreise weit fortgeschritten erscheint und eine weitere fiskalpolitische Expansion unterschiedlich und nur in geringem Umfang erfolgen wird. Wir glauben jedoch, dass sich die Schwellenländer aufgrund der allgemeinen Verbesserung ihrer Wirtschaftslage vergleichsweise gut halten werden. Dies gilt auch für China. Die schwächeren Daten in diesem Sommer deuten zwar auf eine gewisse Verlangsamung hin, eine Korrektur dürfte indes moderat ausfallen und nur vorübergehend sein. Zudem scheinen im Reich der Mitte nun Strukturreformen voranzukommen.

Über Pioneer Investments in Deutschland
Pioneer Investments ist seit 1969 in Deutschland tätig und damit die älteste aus dem Ausland stammende Fondsgruppe in Deutschland. Mit rund 150 Mitarbeitern am Standort in München bietet das Haus Investmentlösungen für institutionelle Investoren, Versicherungen, Pensionsfonds, Banken und Sparkassen sowie Privatkunden. Das aktuell verwaltete Vermögen beträgt 21 Milliarden Euro (Stand 31. August 2016). Mit dem Pioneer Funds – European Equity Target Income und dem Pioneer Investments Multi Manager Best Select managt das Team in München zwei der Kernprodukte aus dem Produktportfolio des Hauses.

Über Pioneer Investments global
Pioneer Investments ist eine international tätige Investmentgesellschaft mit einem verwalteten Fondsvermögen von über 225 Milliarden Euro weltweit (Stand 31. August 2016). Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds sowie alternative Investmentprodukte und strukturierte Produkte an. Die über 2.000 Mitarbeiter arbeiten in 28 Ländern weltweit. Pioneer Investments gestaltet auf der Basis seiner mehr als 88 Jahre langen Erfahrung Investmentlösungen für institutionelle Investoren, Versicherungen, Pensionsfonds, Banken und Sparkassen sowie Privatkunden. Pioneer Investments ist eine Tochtergesellschaft der europäischen Bankengruppe UniCredit.

New fiscal theory and the US election

by Gavyn Davies, Founder and Chairman of Fulcrum Asset Management.

As the US elections approach, the intellectual climate in America is undergoing a major change in the mainstream attitude towards fiscal policy. Under the so called “New View”, fiscal policy should be accorded a greater role than before in stabilising the economy during the cycle, and should be more stimulative in the long run to promote supply side improvement. Although the driving force for these changes stems from Democrat-leaning economists, both the Presidential candidates have proposed fiscal packages which contain elements of the New View. However, the likelihood of a major shift towards fiscal stimulation is reduced by two obstacles: the Federal Reserve and political gridlock. The New View may not really come into its own before the next US recession is at hand.

Presidential elections have often marked major changes in American attitudes towards fiscal policy. The arrival of President Kennedy in 1960 represented the beginning of Keynesian fiscal activism. President Nixon’s election in 1968 marked the high point of inflationary budgetary policy designed to finance the Vietnam War.

President Clinton in 1992 ushered in a period in which the reduction of public debt was paramount. The elections of President Reagan in 1980, and George W. Bush in 2000, marked eras in which tax cuts took precedence over budget balance, and counter-inflation policy was ceded to the Federal Reserve.

As the 2016 election approaches, investors are wondering whether another major change in the approach to fiscal policy is in the works. Is a lurch towards fiscal stimulus the “next big thing” in Washington? Possibly, but I am not convinced.

The intellectual climate is certainly shifting. Jason Furman (once called the “wonkiest wonk in President Obama’s White House”1) has outlined a “New View”, under which fiscal policy is more active and more stimulative in future. Blinder (2016), an adviser to Hillary Clinton, has written in similar terms. Paul Krugman, Lawrence Summers and Brad DeLong have been arguing for years that fiscal policy should be eased to reduce the pressure on monetary policy, which is clearly over-burdened when interest rates are close to the zero lower bound (see Krugman, 2016 and DeLong and Summers, 2012).

These authors, although clearly affiliated to the Democrats, reflect a broader consensus among mainstream macro-economists, a consensus that has changed markedly since 2008. The IMF (see Gaspar et al., 2016), and many central bankers,2 increasingly support this New View. So what does this imply for policy in the next four years?

Before 2009, almost everyone had come to believe that economic stabilisation should be left to monetary policy, with fiscal policy playing no substantive role. This consensus began to change after the great financial crash in 2008, when the Obama administration explicitly viewed an emergency fiscal stimulus as necessary to avoid a second Great Depression. The administration pushed through a discretionary stimulus worth 2 per cent of GDP, and the automatic stabilisers in the budget added another 2 per cent.

Opponents argue that this stimulus failed to prevent a prolonged recession, and a sub par recovery. Supporters reply that its main failing was that it was too small to deal with the scale of the problem, and that it was reversed too soon, but they claim that it still prevented a calamity.

Much of the stimulus was reversed from 2011-14, when congressional Republicans successfully pressed for measures to bring down the budget deficit. Since 2014, the budgetary stance has been broadly neutral but macro-economists have been busy re-thinking the role of fiscal policy. The resulting New View has several key strands, many of them very familiar to old-style Keynesians.

Fiscal policy is once again seen as effective in stimulating aggregate demand, especially when interest rates are constrained by the zero lower bound. The Keynesian multiplier is viewed as unusually high in such periods. Monetary policy is believed to be severely constrained in the case of a new recession, so fiscal policy would be the only game in town. And fiscal stimulus would be much more effective if it were co-ordinated with similar action in other countries.

Furthermore, the medium term outlook for public debt is less troubling than it once seemed, because real interest rates have fallen relative to GDP growth. This makes it less urgent to correct the projected rise in public debt as the aging of the population takes effect in coming decades.

Finally, the New View believes that fiscal policy should be used as a supply-side strategy, not just as a means of stabilising demand. A boost to public infrastructure spending can be easily afforded with real interest rates below zero. Simulations show that this might increase the path for GDP sufficiently to reduce, not increase, the debt/GDP ratio in the medium term.

When the intellectual climate changes, politics and public policy often follow. Will it happen this time?

Hillary Clinton’s budgetary proposals bear some of the hallmarks of the New View, incorporating a boost to infrastructure and other spending that would be partly financed by higher taxation. The debt ratio would rise from 74 per cent of GDP to 86-90 per cent in the next decade. However, the Clintons have always been in favour of budget balance, so she may not completely swallow the New View.3

The Trump budget package would involve large tax reductions that would not be offset by cuts in non-defence spending, so the budget deficit would rise immediately and the debt ratio would surge to 105 per cent of GDP in a decade. It would be similar to the Reagan approach, when the supposed incentive effects of lower taxation were thought to be much more important than short term budgetary discipline. Although Donald Trump’s campaign makes ambitious claims for the effect of this package on GDP growth, few economists share this optimism. The result could be an extreme version of the New View, albeit with a very different emphasis between tax cuts and extra spending.4

Whoever wins on Tuesday, a pivot towards fiscal stimulation is likely to run into obstacles from two sources. First, in the current economic cycle, the US economy has passed the point when expansionary fiscal policy is needed to come to the aid of monetary policy in boosting demand. Instead, with the economy at full employment, the issue is how far to tighten overall economic policy in order to hold inflation within target.

If fiscal policy is eased, it is highly likely that the Fed would respond by raising interest rates more rapidly than otherwise. This may still be a healthier policy mix than we have at present, since higher interest rates might reduce the risks of excessive risk taking in the financial markets. And the equilibrium real interest rate would rise, giving the Fed more scope to ease monetary policy in a renewed recession.

Although these advantages are clearly included in the New View, they relate to the fiscal/monetary mix, not to fiscal stimulus per se.

The second obstacle is much more obvious: political gridlock under the divided government that will probably emerge next week. Although Democrats and Republicans both seem to favour some overall fiscal stimulus, with mixed emphasis on medium-term debt sustainability, they do not agree at all on the balance between tax cuts and extra spending, or the nature of any such changes.

Under Barack Obama, these disputes blocked any shift towards stimulative budgetary policy after 2010, and the same may be true after Tuesday. The New View may not really come into its own before the next US recession is at hand.

References
Blinder, A. S. (2016): “Fiscal Policy Reconsidered,” The Hamilton Project, Brookings.
DeLong, B. and L. Summers (2012): “Fiscal Policy in a Depressed Economy,” Brookings Papers on Economic Activity.
Gaspar, V., M. Obstfeld, and R. Sahay (2016): “Macroeconomic Management When Policy Space Is Constrained: A Comprehensive, Consistent, and Coordinated Approach to Economic Policy,” IMF.
Krugman, P. (2016): “Debt, Diversion, Distraction,” The New York Times.

1) “Economist Jason Furman is the wonkiest wonk in the White House,” Washington Post, 12 February 2014.
2) “Semiannual Monetary Policy Report to the Congress,” Chairman Ben S. Bernanke, 26 February 2013.
3) “Promises and Price Tags: An Update,” Committee for a Responsible Federal Budget, 22 September 2016.
4) “Adding Up Donald Trump’s Campaign Proposals So Far,” Committee for a Responsible Federal Budget, 9 May 2016.

Goldrichtig: Beimischung von Edelmetallen kann die Fondsperformance verbessern

Bessere Performance, stabilere Wertentwicklung – diese Effekte können sich erzielen lassen, wenn einem Fondsportfolio Edelmetalle wie zum Beispiel Gold beigemischt werden. Davon sind Steffen Merker und Christoph Groß, die Fondsmanager des LBBW Multi Global, überzeugt. Für sie ist die Hinzufügung der neuen Asset-Klasse ein konsequenter Schritt bei der Fortschreibung der Erfolgsgeschichte des defensiven Mischfonds, der vor kurzem die Schwelle von 500 Millionen Euro Fondsvolumen überschritten hat.

„Durch die Beimischung von Gold kann die Performance des Fondsportfolios insgesamt verbessert werden“, erklärt Steffen Merker, im Fondsteam für Aktien, Optionen und Allokation zuständig. In der historischen Rückrechnung habe eine Strategie, bei der zu 90 Prozent in den Euro Stoxx 50 und zu 10 Prozent in Gold investiert wurde, zu einer signifikant besseren Performance geführt als ein 100-prozentiges Investment in den europäischen Aktienindex. „Hintergrund ist, dass Gold in Krisenzeiten eher eine negative Korrelation zu Aktien aufweist, während der klassische Zusammenhang zwischen Aktien und Renten heute so nicht mehr gültig ist“, so Merker. So verbuchte der Euro Stoxx 50 Preis-Index beispielsweise von Anfang 2014 bis Mitte 2016 insgesamt ein Minus von 3,06 Prozent – der Goldpreis hingegen legte in diesem Zeitraum um 4,65 Prozent zu.

Stabile Wertsteigerung mit einer geringen Schwankungsbreite

„Dieser zusätzliche Effekt unterstützt unseren Ansatz, mit dem LBBW Multi Global eine stabile Rendite bei niedriger Schwankungsbreite zu erreichen“, betont Merker. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete der Fonds eine Wertsteigerung von 4,93 Prozent und eine Volatilität von 4,93 Prozent. Seit Auflage im September 1995 erzielte der Fonds eine Rendite von 4,5 Prozent p. a. „Die Basis für diese Entwicklung ist, dass wir uns bei unseren Aktieninvestments auf Branchen konzentrieren, die von langfristigen Megatrends profitieren“, berichtet Merker. Am höchsten gewichtet seien derzeit die Baubranche, der Versicherungssektor und das Gesundheitswesen. „Das hat einfache Gründe: Versicherer versprechen nicht nur stabile Erträge – ihre Produkte sind angesichts des steigenden Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung auch immer stärker gefragt. Die Baubranche wird von den niedrigen Zinsen und den Renovierungsinvestitionen beflügelt. Und der Gesundheitssektor profitiert insbesondere davon, dass die Menschen immer älter werden. Der Bedarf an Wohnungen und medizinischen Dienstleistungen für ältere Menschen steigt“, erläutert Merker. 

Kaufprogramm der EZB macht Unternehmensanleihen weiterhin attraktiv

Während der Anteil an Aktien inklusive Optionen im LBBW Multi Global aktuell 18 Prozent ausmacht, liegt der Hauptfokus des Fonds mit fast 80 Prozent auf Renten. Die besten Renditechancen sieht Anleihen-Experte Christoph Groß derzeit bei Unternehmensanleihen: „Trotz des Brexits liegt ihre Performance vor der von Staatsanleihen. Neben der höheren Rendite wirkt auch das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank für Corporate Bonds weiter unterstützend. Seit Juni dieses Jahres kauft die EZB monatlich auch Unternehmensanleihen auf. Dieses Programm wird voraussichtlich über den März 2017 fortlaufen.“

Mit ihrer defensiven Strategie entsprechen Merker und Groß dem wachsenden Wunsch der Investoren nach einer ausgewogenen Mischung aus Sicherheit und Rendite. Diese Fondsstrategie erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit. Nachdem der LBBW Multi Global im August 2016 die 500 Mio. EUR Marke passierte, notiert das Fondsvolumen, trotz wackeligem Marktumfeld, zurzeit bei mehr als 530 Mio. EUR. 

LBBW Multi Global R
ISIN: DE0009766881
WKN: 976688
Verwaltungsvergütung: 1,25 % p. a.
Aufgelegt am: 1. September 1995
Geschäftsjahr: 1. Februar bis 31. Januar
Ertragsverwendung: Ausschüttung
Fondswährung: EUR
KVG: LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH
Verwahrstelle: Landesbank Baden-Württemberg
Inst. Anteilklasse (WKN): I (A1H725) 
Verwaltungsvergütung:  0,60 % p. 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.LBBW-MultiGlobal.de

US-Wahl treibt Edelmetalle

„Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl gab es in der vergangenen Woche einige große Bewegungen im Rohstoffsektor. Während insbesondere Edelmetalle von der bevorstehenden US-Wahl beeinflusst wurden, haben verbesserte Konjunkturdaten aus China Industriemetalle beflügelt. Der Ölsektor hingegen wurde durch die Inaktivität der Opec belastet“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Dadurch erlebte der Bloomberg Rohstoffindex die schlechteste Woche seit vier Monaten. Hauptgrund dafür war die negative Performance im Energiesektor, der rund neun Prozent verloren hat. Während an den Aktienmärkten der sogenannte Angstindex (VIX) im Vorfeld der US-Wahl weiter angestiegen ist, haben gleichzeitig die Edelmetallpreise angezogen.

Die neueste Goldrallye sei durch eine Kombination aus einem schwächeren US-Dollar, steigenden Inflationsprognosen und nicht zuletzt aufgrund der Unsicherheit bezüglich des Wahlausgangs in den USA getrieben. „Wir gehen davon aus, dass Gold das Schlimmste nun überstanden hat. Die vielfältigen Unterstützungsquellen abgesehen von der US-Wahl, wie etwa Ängste vor steigender Inflation und Unsicherheit an den Aktienmärkten, werden dem gelben Metall einen neuen Aufschwung bis ins neue Jahr bescheren“, sagt Hansen. Die größte Hürde bleibe das Hoch aus dem Juli dieses Jahres von 1.366 USD pro Feinunze. Sollte diese Marke geknackt werden, könne der Goldpreis in den kommenden Monaten bis 1.485 USD pro Feinunze steigen.

Nachdem die Opec im laufenden Jahr einige Male die Märkte durch verbale Interventionen gestützt habe, werde sie am 30. November nun auch die Details zu den im September beschlossenen Produktionskürzungen verkünden. „Das würde dem Kartell genug Zeit lassen darüber zu beraten, welche der Mitglieder und um wie viel sie kürzen sollen“, sagt Hansen. Auch Russland hat im Oktober signalisiert, dass es bereit wäre, sich den Produktionskürzungen anzuschließen, was die Ölpreise nach oben schießen ließ. Doch nur einen Monat später musste der Ölsektor den größten Wochenverlust seit zehn Monaten hinnehmen. „Der Grund dafür ist, dass mehrere Opec-Mitglieder wie Iran, Nigera, Libyen und der Irak plötzlich von der Produktionskürzung befreit werden möchten“, sagt Hansen. „Der Weg zur Erholung und zum Gleichgewicht hat sich weiter verlängert, mit der Opec und ihrem Unwillen zur Kooperation als Hauptgrund“, sagt Hansen abschließend.

Den vollständigen Rohstoffkommentar auf Englisch mit Grafiken finden Sie links.

Trading the US elections

A resurgence of the Clinton email scandal has brought the risks of the U.S. presidential election to the fore. Safe havens such as the CHF and JPY stand to benefit from a Trump victory, especially if the Republicans take both chambers of the U.S. Congress. Potential weakness in the US Dollar from an expected result raises the attractiveness of currency hedged gold exchange traded products (ETPs), says ETF Securities in their weekly FY trade idea. Please find the full FX trade idea with charts attached on the left.

E-mail controversy resurfaces

The re-opening of the FBI’s investigation into Hillary Clinton’s use of a private email server has brought the risks associated with the US presidential election sharply back into focus. Prior to the controversial announcement, financial markets and political pundits were increasingly confident about a Clinton victory, which, at the time, translated into softer pricing of safe haven assets and strength in the US Dollar. Over the past four days, these trends have dramatically reversed as Clinton’s fast shrinking lead in national polls has increased the perceived tail risks linked with the election. From an investment perspective, the likely outcome of the two candidates taking office couldn’t be more different. On one hand, a Clinton victory would maintain the political status quo and would likely prompt a moderate relief rally in risk assets. On the other, a Trump win would deliver a shock to markets and could induce a period of significant financial and political turbulence. Due to the asymmetry of these outcomes, we focus on the latter and what currency pairs we see being impacted by this scenario.

Trump triumph

In the last month, movements in the US Dollar against its developed market counterparts have increasingly been influenced by the potential election outcome (see Figure 1). The US Dollar has strengthened when Trump has fallen in the polls and in the past few days has weakened as the Clinton email scandal resurfaced. Notably, the renewed uncertainty of the election has seen the CHF and JPY strengthen sharply against the US Dollar as investors seek safe haven currencies, an effect that also led to a considerable rebound in the gold price above the $1,300 level. Given that Trump’s policies are relatively ambiguous, a large portion of the market movements expected following his victory would be driven by investor sentiment rather than fundamentals. Accordingly, we see safe havens JPY and CHF continuing to be the most likely currencies to benefit against the US Dollar from such an outcome (out of the G10 currency complex), particularly if Trump manages to secure control of both chambers of the U.S. Congress.

Currency risk looms

For those investors that are not US Dollar based, when utilising gold as an event hedge against the US election, currency risks are a very important consideration. While gold is almost certain to benefit from a Trump victory, the US Dollar is also almost certainly going to suffer. This dynamic does somewhat compromise the effectiveness of gold as an event hedge if inherent currency exposure is left unmanaged. A potential means of mitigating currency risk and gaining gold exposure is through investing in currency hedged gold which is widely available through exchange traded products (ETPs). European and British investors can utilise ETFS EUR Daily Hedged Physical Gold (GBSE) and ETFS GBP Daily Hedged Physical Gold (GBSP) respectively, to gain exposure to physical gold while mitigating the impact of exchange rate fluctuations. Both products have experienced considerable growth in assets in 2016 as investors seek a means of accessing the safe haven while limiting exposure to exchange rate volatility that has increasingly characterised currency markets.

Große Verunsicherung und kleine Zinsen – Abwarten ist die völlig falsche Strategie

von Carsten Mumm, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel. 

In der aktuellen Situation erheblicher Unsicherheit und allgemein hoher Asset-Preise werden wir von Anlegern häufig gefragt, ob nicht im Halten von Liquidität derzeit die richtige Strategie liegt. Darauf eine klare Antwort: Liquidität ist keine Lösung, sie sollte gerade jetzt auf den Notgroschen beschränkt bleiben. Blicken wir zurück auf die vergangenen Jahre: Wir hatten 2009 die Finanzkrise, daraus resultierend die Staatsschulden- und Griechenland-Krise. Wer heute wartet, bis alles ruhiger wird, wird sehr lange warten – vielleicht sechs oder sieben Jahre. Und die ganze Zeit verliert sein Geld an Kaufkraft, denn für Liquidität gibt es keine Zinsen mehr. Deshalb muss man heute etwas tun, nicht irgendwann. Festverzinsliche braucht man teilweise trotz niedriger Renditen zur Risikostreuung. Letztlich aber müssen Renditechancen in allen Anlageklassen gesucht und genutzt werden – und zwar dann wenn sie sich ergeben und nicht, wenn man sich damit wohlfühlt. Dabei kommen Aktien, Rohstoffe, Immobilien oder sonstige alternative Anlagen in Betracht. Für Anleger und das Asset Management heißt das: Man braucht Strategien, die dynamisch agieren und prognoseunabhängig sind. Dabei gilt es, prozyklisch zu sein, sich ergebende Trends zu nutzen und eng abgesicherte Stopps oder Absicherungs-Systematiken einzusetzen, um die potenziell irgendwann eintretenden heftigen Verluste zu vermeiden. Abwarten hingegen ist die völlig falsche Strategie.

Am großen Einfluss der Geldpolitik und damit einhergehend strukturell niedrigen Zinsen wird sich auf kurze Sicht wenig ändern. Die EZB wird an der Zinsschraube nicht drehen – das gilt auch für 2017. Und sie wird das Wertpapierkaufprogramm letztlich doch über März hinaus verlängern. Möglich ist sogar, dass sie auch Aktien kaufen wird. Wegen der niedrigen Liquidität im Anleihesegment muss sie sich über neue Anlageklassen Gedanken machen. Voraussetzung für eine Normalisierung der Geldpolitik ist dynamisches Wachstum oder eine überschießende Inflation. Das heißt aber, dass es Jahre vielleicht sogar Jahrzehnte dauern kann. Wir werden uns auf eine lange Zeit einrichten müssen, in der das Zinsniveau auf Null oder zumindest sehr niedrig liegen wird.

Wir brauchen also Wachstum, aber die Konjunktur ist seit Jahren schwach. Ein Grund dafür ist die schlechte Demografie in den Industrieländern, mit einer großen Ausnahme – den USA. Die US-Ökonomie wächst strukturell stärker als Deutschland oder die Eurozone, weil hierzulande die demografische Entwicklung das Wachstum hemmt. Hinzu kommen die spezifischen Probleme in Europa, wie der Brexit, wodurch sowohl die Industriegüter- und Investitionsnachfrage als auch der Konsum zurückgeworfen werden – auf der Insel, aber auch in Euroland. Ein weiterer globaler Aspekt: In den Schwellenländern gehen die Wachstumsraten strukturell zurück. China zum Beispiel hat mittlerweile ein gewisses Wohlstandsniveau erreicht. Aktuell wird die Wirtschaft umgebaut – weg von der reinen Exportorientierung, hin zu mehr Binnenwirtschaft. Da ist es normal, dass die Wachstumsraten zurückgehen. Indien zeigt zwar noch mehr Dynamik, unter anderem wegen einer besseren Demografie, und hat China als Wachstumslokomotive abgelöst. Das Land ist aber noch nicht stark genug, um China zu ersetzen. Zudem leiden viele Schwellenländer unter den niedrigen Rohstoffpreisen. 

Gerade in den Regionen, die für die Weltwirtschaft eine besonders große Rolle spielen, gibt es ein Sättigungsproblem. Potenziell gäbe es zwar Nachrücker. In Afrika zum Beispiel könnten einige Staaten von niedrigem Niveau aus stark wachsen. Aber hier gibt es zu viele strukturelle Probleme, die nicht gelöst sind. Es schlummert viel Potenzial, wird aber nicht abgerufen. Hinzu kommt tendenziell eine Abkehr von der Globalisierung, die über den Freihandel ein wesentlicher Treiber des Wachstums der vergangenen Jahrzehnte war. Diese Entwicklung wird aktuell eher gestoppt und zum Teil zurückgedreht.

Vor diesem Hintergrund können die Unternehmensgewinne im Durchschnitt nicht mehr so stark wachsen. Das spricht einerseits dafür, Branchen zu favorisieren, die von dieser Konstellation profitieren. Wenn die Menschen älter werden ist zum Beispiel Pharma ein Thema. Doch nur ein Produktivitätsschub könnte einen allgemeinen Trend zu steigenden Gewinnen auslösen. Dieser könnte von der Digitalisierung ausgehen. Das ist ein interessantes Phänomen, hat insgesamt aber noch nicht zu einer deutlich steigenden Produktivität geführt, zumindest noch nicht in der Breite. Trotzdem könnte die Digitalisierung ein Treiber werden. Deshalb hat auch der Technologiesektor relativ gute Aussichten.

Um das Wachstum anzuschieben, müssten fiskalische Impulse kommen, also Investitionen in Infrastruktur, Bildung, usw. Um hingegen grundlegendes zu ändern müssten Strukturreformen, zum Beispiel am Arbeitsmarkt, angestoßen werden. Strukturreformen bringen langfristiges Wachstum, Konjunkturprogramme kurzfristiges. Deutschland müsste hier eine führende Rolle eingehen, die Nullzinsen nutzen, sich langfristig verschulden und in Infrastruktur und Bildung investieren. Meines Erachtens sollten wir nicht auf Teufel komm raus unsere Schulden reduzieren – zumindest hier bringt der Nullzins erhebliche Chancen, die genutzt werden sollten.

Der Weg zur künstlichen Intelligenz: Chancen für Anleger in Robotik, Schutz und Sicherheit

von Angus Muirhead CFA, Fondsmanager, Credit Suisse.

Mechanische „Roboter“ werden seit über zweitausend Jahren in aller Welt entwickelt, um manuelle Abläufe zu automatisieren, die menschliche Produktivität zu verbessern und die körperliche Kraft zu verstärken. Frühe Versionen wurden häufig für religiöse oder astrologische Zwecke verwendet, sollten monotone oder repetitive Arbeiten erledigen oder dienten schlicht der Unterhaltung. Erst während der letzten 50 Jahre sind Roboter im Zuge der Entwicklung der digitalen Computer- und Kommunikationstechnologie intelligent geworden und können deshalb in mehr Bereichen als je zuvor gewinnbringend eingesetzt werden. In jüngster Zeit wurde diese Maschinenintelligenz zunehmend genutzt, um die Entwicklung der künstlichen Intelligenz („KI“) selbst voranzutreiben, das heißt: Mithilfe der Rechenleistung von Computern noch leistungsfähigere Computer zu entwickeln. Behält man diese Idee im Hinterkopf, ist es leicht verständlich, warum wir der Ansicht sind, dass Robotik, Automatisierung und KI sich an einem Wendepunkt der Innovation befinden und deshalb als Anlagethema ein ausgezeichnetes langfristiges Wachstumspotenzial bieten.

Die Geschichte der Automatisierung liefert hilfreiche Denkansätze, um zu begreifen, welche Fortschritte erzielt wurden – sowie einige Hinweise darauf, was in naher Zukunft erreicht werden könnte.

Automaten

Die Entwicklung der Roboter reicht bis in die Zeit zurück, als der frühe Mensch einfache Werkzeuge verwendete. Mit fortschreitender Entwicklung der Kulturen wurden auch die Werkzeuge komplexer. Der altgriechische Historiker Athenaios1 beschrieb den Erfinder Ktesibios (ca. 285 - 222 v. Chr.) als den „Vater der Pneumatik“ und schreibt ihm die Erfindung der „Druckpumpe“, mit der man Wasser aus Brunnen hinaufbefördern konnte, sowie den „Mechanismus von Antikythera“ zu – einem analogen Rechengerät zur Berechnung astronomischer Positionen.

Diese frühen Zeugnisse der Robotik wurden häufig als „Automaten“ bezeichnet, abgeleitet von dem griechischen Wort automatos, das „selbstbewegend/-handelnd“ bedeutet. Nach dem Niedergang der antiken griechischen Zivilisation und dem späteren Ende des Römischen Kaiserreichs gingen viele der frühen Automaten unwiederbringlich verloren. Vier Jahrhunderte später verfügte ein Herrscher im Nahen Osten, der abbasidische Kalif von Bagdad Abu Jafar al Ma’mum ibn Harun (763 - 833), dass sämtliche in der Obhut von Klöstern und Gelehrten in ganz Europa, Nah- und Fernost befindlichen griechischen Texte zusammengetragen und in der „Khianat al-Hikma“ (Schatzkammer des Wissens) gelagert werden sollten. Im Jahr 1206 wurde eine Enzyklopädie auf Basis dieser Texte fertiggestellt, die die ursprünglichen Technologien häufig ergänzte und weiterentwickelte. Sie trug den Namen „Das Buch der außergewöhnlichen Geräte“.2 Es war in der muslimischen Welt weit verbreitet und fand – vermutlich über das maurische Spanien – seinen Weg auch nach Europa, wo es später einige der Werke Leonardo da Vincis inspirieren sollte.

Die drei ersten industriellen Revolutionen

Einige Jahrhunderte später tauchten viele dieser frühen Automaten in größerem Umfang während der industriellen Revolution wieder auf. Wie Abbildung 1 zeigt, automatisierten diese Maschinen repetitive oder mühsame Arbeiten, um Kosteneffizienzen zu erzielen. Dank der Einführung der Dampfkraft waren die Maschinen des 19. Jahrhunderts mithilfe der schieren Kraft, die sie entwickeln konnten, zudem in der Lage, die Arbeiterschaft zu ergänzen. Während der zweiten industriellen Revolution wurde die Nützlichkeit dieser automatisierten Maschinen ein weiteres Mal gesteigert: Elektrizität erleichterte den menschlichen Betreibern das Arbeiten bei Nacht und ermöglichte eine logistisch effizientere Produktionskette. Maschinen wurden nun nach der Abfolge der Arbeitsschritte aufgestellt und nicht mehr entsprechend ihres Kraftbedarfs. (In den typischen dampfbetriebenen Fabriken des 19. Jahrhunderts waren die Maschinen um eine zentrale Transmission angeordnet.)3

Mit der Erfindung des Transistors im Jahre 1947 konnten die Maschinen erstmals über ihre Rolle als „Automatisierer und Verstärker“ menschlicher Arbeit hinauswachsen und den ersten Schritt in Richtung Intelligenz und Autonomie machen. In den nachfolgenden 50 Jahren folgte die Halbleitertechnologie einem ambitionierten Pfad, vorausgesagt durch das mooresche Gesetz. Ein „Transistorradio“ aus den 1950er-Jahren enthielt vier bis zehn einzelne Transistordioden. Bereits 1971 produzierte Intel Chips auf Silikonbasis, von denen jeder einzelne 2.300 Transistoren enthielt.4 Die modernsten Intel-Chips, die heutzutage im Handel erhältlich sind, enthalten 7,2 Milliarden Transistoren. Betrachtet man Produkte, die sich derzeit in Entwicklung befinden, wird auch diese Zahl in nur wenigen Jahren gering erscheinen.

Automatisieren – Verbessern – Verstehen

Aber gehen wir kurz einen Schritt zurück. In ihrer einfachsten Form können Roboter, wie viele der Automaten und mechanischen Arbeitsmaschinen der ersten industriellen Revolution, als Methode zur „Automatisierung“ von Aufgaben betrachtet werden, die ansonsten von einem Menschen übernommen werden würden. Jenseits ihrer Automationsfunktion können Roboter zudem die Fähigkeit eines Menschen „verbessern“ und ihm dabei helfen, Aufgaben zu bewältigen – oder ihn vielleicht sogar in die Lage versetzen, etwas zu tun, zu dem er rein körperlich gar nicht imstande wäre. Seit der Einführung der Dampfkraft und der Elektrizität sehen wir dafür im Verlauf der Geschichte immer mehr Beispiele. Der nächste Schritt dieses Paradigmas geht über Automatisierung und Verbesserung hinaus und soll den Roboter dazu bringen, seine Umgebung zu „verstehen“ und sein Verhalten gemäß den Veränderungen in seinem Umfeld anzupassen.

Der Grad des Verstehens und der Autonomie hinsichtlich der Reaktion auf das Umfeld, den dieser letzte Schritt beinhaltet, ist äußerst umstritten. Falls ein Roboter, basierend auf Daten seiner Umgebung, in der Lage ist, eine Frage, Problem oder Situation zu „verstehen“ und ohne menschliche Unterstützung oder Interaktion angemessen darauf zu reagieren, wirft auf jeden Fall viele Fragen in Bezug auf Schutz, Sicherheit und nicht zuletzt auch Ethik und Moral auf.

Industrie 4.0

Die Fortschritte in der Halbleitertechnik läuteten eine Phase exponentiellen Wachstums der Rechenleistung ein. „FLOPS“ oder Gleitkommaoperationen pro Sekunde sind eine Methode zum Vergleich der Rechenleistung von Prozessoren im Zeitverlauf. 1985 konnte der schnellste Rechner der Welt, der „Cray-2“ mit einer Größe von zwei bis drei Waschmaschinen 1,9 Millionen FLOPS durchführen. 30 Jahre später schafft das im September 2015 lancierte iPhone 6s bereits 115 Millionen Flops, während der schnellste Supercomputer der Welt – der chinesische „Sunway TaihuLight“ – 93,01 Peta-FLOPS leistet, oder ausgeschrieben: 93.010.000.000.000.000 FLOPS.5

Diese gewaltige Rechenleistung ermöglicht höchst komplexe Automations- und Robotikprozesse. Doch auch jenseits der reinen Rechenleistung haben sich die digitalen Technologien weiterentwickelt: schnellere Netzwerke, günstigerer Speicherplatz und hochentwickelte Software. Die Leistung heutiger Computer, häufig miteinander zu Netzwerken verbunden um synchron als Team zu arbeiten, und entweder drahtlos oder per Festnetz mit riesigen, in der Cloud gespeicherten Datenmengen vernetzt, und der heutige Stand der Algorithmus- und Materialforschung deuten zusammen auf ein gewaltiges Innovationspotenzial für die Roboter- und Automationstechnik hin.

Wie man mit KI bessere KI entwickeln kann

Künstliche Intelligenz (KI) ist der neue Horizont. Menschen haben jahrelang daran gearbeitet, schnellere und intelligentere Maschinen zu entwickeln – und nun sind es genau diese Maschinen und die künstliche Intelligenz, die sie bei dieser Entwicklung vermehrt unterstützen. Mit anderen Worten: Warum sollte man sich nicht Maschinen zunutze machen, um schnellere Maschinen, ausgefeiltere Algorithmen und effizientere Halbleiter zu entwickeln? Tatsächlich können wir diese Entwicklung in einigen Bereichen bereits beobachten. EDA-Software (kurz für „Electronic Design Automation“) wird eingesetzt, um Halbleiter zu entwerfen – und obwohl ihr nach wie vor ein Ingenieur die Parameter und Designziele vorgibt, arbeitet die Software beim Entwerfen, Testen und Emulieren der Chips weitestgehend autonom. Viele große Unternehmen wie IBM, Google, Facebook und Baidu sowie viele technische Hochschulen nutzen inzwischen „Machine Learning“ und spezielle „Deep Learning“-Programme, mit deren Hilfe sie die Grenzen der KI stets erweitern.

Schlussfolgerung: Die Zukunft – hat sie bereits begonnen?

Der Bereich der Robotik klingt oft wie Zukunftsmusik – doch häufig vergessen wir, dass wir bereits umgeben sind von immer komplexeren Robotern. Am weniger komplexen Ende des Spektrums ist es gerade Ihr Geschirrspüler, der einen automatisierten Prozess ausführt und es Ihnen so ermöglicht, etwas Kreativeres oder Entspannenderes zu tun, als Teller abzuwaschen. Unsere PCs sind viel ausgereifter und können als Mehrzweck-Automationsgeräte betrachtet werden, die mit einer Vielzahl unterschiedlicher Softwareanwendungen und Hardware-Peripheriegeräte arbeiten können. Im Gesundheitssektor findet man das Da-Vinci-Operationssystem, einen leistungssteigernden Roboter, der die Handbewegungen eines Chirurgen präzise und in kleinerem Maßstab nachahmt, zusätzlich aber auch noch andere Bewegungen ausführen kann, zu denen die menschliche Hand nicht in der Lage ist.6 IBM nutzt derzeit die Leistung ihrer KI-Engine Watson zur Verarbeitung von „Big Data“, um Ärzte bei der korrekten Diagnostik und Behandlung ihrer Patienten zu unterstützen.7 Wir sind der Meinung, dass Innovation neue Innovationen hervorbringt und dass diese Bereiche rasante Fortschritte machen werden.

Da Roboter immer häufiger bessere Roboter bauen und KI genutzt wird, um noch weiterentwickelte KI zu entwickeln, wird der Fortschritt der technologischen Innovation sich absehbar beschleunigen. Für uns als langfristige Anleger in den Bereichen Robotik, Schutz und Sicherheit ist dies ein überzeugender langfristiger Wachstumstreiber. Da Robotik, Automatisierung und KI in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Wie wir es in vielen anderen Bereichen beobachtet haben, besteht eine enge Verbindung zwischen Robotik und Sicherheit: Fortschritte in einem Bereich erfordern Fortschritte in dem anderen – es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, in beide miteinander verknüpften langfristigen Wachstumsbereiche zu investieren: Robotik und Automation sowie Schutz und Sicherheit.


1) Athenaios der Mechaniker, „On Machines [Über Belagerungsmaschinen] “, übersetzt ins Englische von David Whitehead
2) The Sons of Musa Ibn Shakir: „The Book of Ingenious Devices [Das Buch der außergewöhnlichen Geräte] “, übersetzt ins Englische von P. Hill
3) Ross Thompson: „Structures of change in the Mechanical Age“, 2009
4) Intel Corporation: „Intel Timeline: A History of Innovation“ und Produktdatenblatt des Intel Broadwell-EP Xeon (www.intel.com)
5) Experts Exchange, „Processing power compared“ (www.experts-exchange.com)
6) Intuitive Surgical: „Core Technology of the da Vinci Surgical System“ (www.intuitivesurgical.com/products/davinci_surgical_system/)
7) IBM: „IBM Watson Health: A new partnership between humanity and technology“ (www.ibm.com/watson/health/)

Liquidity drain erodes support for stocks

“Global equity markets are caught between two opposing forces. Improving macroeconomic fundamentals are being supportive whilst increasingly negative liquidity conditions are negative. With monetary stimulus set to wane, we retain our neutral stance on equities,” says Luca Paolini, chief strategist at Pictet Asset Management. Please find monthly barometer from Pictet Asset Management with charts attached on the left.

Liquidity has been a critical support for asset prices over recent years. It is unclear which factor – fundamentals or liquidity – will dominate over the long-run. For now, there is enough variation in macro-economic and liquidity conditions – not to mention valuations – across regional equity markets and stock sectors to open up a number of tactical investment opportunities.

Japanese equities in particular look cheap, especially considering the market is trading at a lower P/E ratio than Brazil for the first time ever. What is more, if global bond yields rise in line with our forecasts, Japanese stocks should be expected to rise too. If bond yields ratchet higher because global economic conditions are improving then, Japanese companies, among the world’s top exporters, should benefit disproportionately from that acceleration in growth.

Elsewhere, the UK stock market’s growth prospects have been given a boost by sterling’s dramatic depreciation since the EU referendum. Although Brexit is still more theory than reality, negative headlines have been met by sharp currency moves. Sterling’s dollar exchange rate is now about 30 per cent below fair value. Around 70 per cent of the revenues generated by firms in the FTSE 100 index come from overseas. 

Overall, we remain overweight both the UK and Japanese equity markets and neutral on other regions. Whilst markets remain relatively well behaved, the combination of moderate growth and rising bond yields could lead to further outperformance by cyclical sectors at the expense of defensive sectors trading at high valuations such as staples. That’s surprising because both might be expected to suffer from the withdrawal of central bank support for the markets. But we think most of the pain will be felt by defensive stocks with bond-like characteristics, like utilities. Cyclical stocks should be further supported by their relatively low valuations. 

That’s not to say we see no value in defensive sectors: telecom and pharmaceutical stocks are attractively valued and under-represented in investment portfolios. We have also upgraded financials to overweight from neutral, due to positive macroeconomic developments, which should support credit demand, bullish momentum indicators, a gradual steepening of yield curves, which can boost lending spreads, and cheap sector valuations. 

Investors who have piled into US high yield bonds over the past few months have been richly rewarded. High-yield bonds’ spread over US Treasuries, meanwhile, has narrowed since hitting a peak in February. Having held an overweight position in the asset class over most of 2016, we believe it is now time to scale back our exposure to neutral, primarily due to valuations.

Elsewhere, we continue to hold a neutral position in emerging market debt - for both US dollar and local currency bonds. The prospects for emerging market currencies look less compelling in wake of the strong run many of them have enjoyed since the beginning of the year. These currencies could reverse course if demand for US dollars eclipses supply in the coming months and commodity price rally peters out.

„Die US-Wahlen werden den Kurs des US-Dollars nicht signifikant beeinflussen“

Die anstehende Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten sorgt täglich für neue Schlagzeilen. Je näher der Wahltag rückt, desto höher schlagen die Wellen. An den Devisenmärkten dürfte sich die aufgeheizte politische Stimmung allerdings kaum niederschlagen, erklärt Joachim Corbach, Leiter für Währungen und Rohstoffe bei GAM. 

Der US-Dollar verzeichnete gegenüber dem Euro über einen längeren Zeitraum einen kräftigen Anstieg –diese Periode dauerte von der zweiten Jahreshälfte 2014 bis in die ersten Monate des Jahres 2015. Diese Entwicklung ließ sich auf die zunehmend abweichenden Erwartungen an das Wachstum, die Geldpolitik und vor allem die Zinssätze der beiden Wirtschaftsräume zurückführen. Seither hat sich die Divergenz zwischen den unterschiedlichen Konjunkturzyklen allerdings nicht stärker ausgeweitet. „Das Währungspaar EUR-USD verharrt mittlerweile seit über eineinhalb Jahren in einer recht engen Kursspanne von 1,05 bis 1,15. Die US-Notenbank verfolgt derzeit einen eher zögerlichen Straffungskurs. Auch künftig erscheint es schwer vorstellbar, dass die Federal Reserve eine aggressivere Haltung einnimmt, während die Europäische Zentralbank gleichzeitig ihre Lockerungsmaßnahmen verstärkt“, sagt Joachim Corbach. Durch die Aufwertung sei der US-Dollar zwar von einer Unter- zu einer Überbewertung umgeschwenkt. Diese Überbewertung sei an sich jedoch sicherlich nicht signifikant genug, um eine Kurskorrektur auszulösen.

Corbach zufolge wäre daher eine Art externer Schock nötig, damit das Währungspaar EUR-USD aus der erwähnten Kursspanne ausbricht. Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA sieht er allerdings nicht als möglichen Auslöser für einen solchen Umbruch. „Die einzige Währung, die bisher allem Anschein nach wirklich vom Ausgang der Wahlen beeinflusst werden wird, ist der mexikanische Peso. Eine mögliche Auswirkung auf den US-Dollar ist sehr unklar und wird von den Analysten nicht übereinstimmend beurteilt“, so der Experte. Einige Analysten führten zwar an, dass ein Wahlsieg Donald Trumps Zuflüsse in den US-Dollar nach sich ziehen könne, weil Investoren dann verstärkt Sicherheitskäufe tätigen würden. „Mir fällt es jedoch schwer, mir eine positive Reaktion des US-Dollars auf einen solchen Wahlausgang vorzustellen. Wahrscheinlich wird das Währungspaar EUR-USD ungeachtet des Wahlausgangs nahe am aktuellen Kursniveau liegen“, erwartet Corbach.

Weitere Abschwächung des japanischen Yen erwartet

Die Zukunft des Währungspaars USD-JPY hängt nach der Meinung des GAM-Experten mehr vom japanischen Yen ab als vom US-Dollar. Die jüngsten Maßnahmen der Bank of Japan sorgten für einige Verwirrung, manche Analysten sahen sie sogar als restriktiv an. Eine Ansicht, die Corbach nicht teilt: „Die Maßnahmen sind radikal – die Frage ist nur, wie glaubwürdig sie sind. Insbesondere die Ankündigung, dass ein Anstieg der Inflation über das Ziel von zwei Prozent zugelassen würde, während es der Bank of Japan nicht einmal gelingt, sie deutlich über null Prozent zu bringen, zeigt eine gewisse Realitätsferne. Dennoch ist die Zusicherung, die Inflation über das Ziel von 2 Prozent steigen zu lassen und die Renditekurve auf dem aktuellen Niveau zu halten, eine sehr nachdrückliche Aussage.“ Diese deute auf die Entschlossenheit der Bank of Japan hin, die Realzinsen weit ins Minus zu treiben, wenn ein positiver Wachstums- und Inflationsschock eintrete. Zudem seien Anleihekäufe jetzt an die Emissionen staatlicher Schuldpapiere gebunden. „Damit kann die Regierung die Ausgaben erhöhen, ohne sich Sorgen über die Folgen zu machen – sie weiß, dass die Anleihen von der Bank of Japan gekauft werden. Mit anderen Worten kann man das als Schuldenfinanzierung durch die Zentralbank bezeichnen. Eine Maßnahme, an die beispielsweise EZB-Präsident Mario Draghi nicht einmal denken darf. Da die Märkte die jüngsten Maßnahmen der Bank of Japan zunehmend als expansiv ansehen werden, wird sich der japanische Yen eher weiter abschwächen“, schlussfolgert Corbach.

Globales Wirtschaftswachstum schwächt sich ab, ist aber noch solide

von Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International.

Die fundamentalen Daten für die Weltwirtschaft geben insgesamt ein uneinheitliches Bild ab. Während sich die Handelskomponenten weiter abschwächen, sind die harten Zahlen zu Industrieaufträgen in den Industrieländern aber durchaus ermutigend. Von den Verbraucher- und Arbeitsmarktzahlen sowie von den Geschäftsklimaumfragen gingen zuletzt keine klaren Signale aus. Die für die aktuelle Wachstumsdynamik verantwortlichen zyklischen Faktoren sind zwar bislang noch spürbar, die jüngste Wachstumsbeschleunigung könnte aber bald zu Ende sein. Ausschlaggebend für das konsumgetriebene Wachstum bleibt die in den meisten Industrieländern solide Tendenz bei Beschäftigung und Reallöhnen. Allerdings sollten Anleger das zuletzt etwas schwächere globale Verbrauchervertrauen im Auge behalten.

In nächster Zeit könnte es weltweit zu einer Straffung der Kreditkonditionen kommen. Dafür sprechen die wahrscheinliche Zinserhöhung der Fed im Dezember und die Tatsache, dass weder der Bank of Japan (BoJ) noch der Europäischen Zentralbank (EZB) oder der Bank of England (BoE) momentan der Sinn nach weiteren umfangreichen Stimulusmaßnahmen stehen dürfte. Langsam, aber sicher geht den großen Zentralbanken das Pulver aus, und die Zweifel wachsen, ob zusätzliche geldpolitische Maßnahmen die Nachfrage spürbar ankurbeln werden. Daher ist es wohl an der Fiskalpolitik, die Wirtschaft mit Konjunkturspritzen aus dem Tief zu holen. In den nächsten Monaten dürfte sich der Fokus daher von geld- zu fiskalpolitischen Stimulusmaßnahmen verschieben. 2017/18 ist an allen großen etablierten Märkten, konkret in den USA, in Großbritannien, Japan und dem Euroraum, mit fiskalischen Anreizen zu rechnen.

Eurozone: Wachstum bleibt robust, EZB-Maßnahmen weiter im Blickpunkt

Die jüngsten Konjunkturdaten lassen auf ein stabiles, wenngleich wenig spektakuläres Wachstum schließen. In allen großen Volkswirtschaften entpuppte sich die Industrieproduktion zuletzt als äußerst robust. Die zusammengefassten Verbraucher- und Arbeitsmarktzahlen waren unterdessen weniger ermutigend. Bis auf Weiteres bleibt der durch die stark gestiegenen Reallöhne angekurbelte private Konsum ein wichtiger Konjunkturmotor. Parallel dazu haben sich die Kreditkonditionen erneut verbessert, und von der Fiskalpolitik geht etwas mehr Unterstützung aus, die in nächster Zeit noch zunehmen dürfte. Der Preisauftrieb wird sich wohl vor allem aufgrund von Basiseffekten infolge der höheren Energiepreise leicht beschleunigen, aber insgesamt verhalten bleiben.

Die bessere Inflationsentwicklung wird der EZB erlauben, ihre Stimulusmaßnahmen 2017 etwas zu drosseln. Einige Währungshüter der EZB sprechen angesichts der Sorgen um den Bankensektor seit Kurzem von einer schrittweisen Rückführung der Anleihekäufe. Außerdem halten sie eine steilere Renditekurve für die Stabilität des Finanzsektors für wünschenswert. Daher dürfte die EZB die Zinsen 2017 wieder auf null anheben. Vorausgehen dürften jedoch wahrscheinlich eine Verlängerung der quantitativen Lockerung über März 2017 hinaus um sechs bis neun Monate und eine Änderung der selbst auferlegten Beschränkungen für Anleihekäufe, um das zulässige Anleiheuniversum auszuweiten. Letzteres wird jedoch davon abhängen, wo die Anleiherenditen dann stehen werden. Das größte kurzfristige Risiko für den Ausblick ist das Verfassungsreferendum in Italien, mit dem Premierminister Matteo Renzi am 4. Dezember de facto die Vertrauensfrage stellt.

Großbritannien: Brexit hinterlässt erste Spuren beim Wachstum

Die wirtschaftliche Tätigkeit in Großbritannien behauptet sich nach dem Austrittsvotum auf relativ hohem Niveau. Die PMI-Umfragen übertrafen zuletzt den Konsens. Das Verbrauchervertrauen erholte sich merklich. Dennoch werden die Folgen des Brexit-Votums über kurz oder lang zu spüren sein. Die schwächere Investitionsneigung, der Abschwung am Immobilienmarkt, das langsamere Beschäftigungswachstum und die größere Konsumzurückhaltung werden zunehmend Spuren beim Wachstum hinterlassen. Die aufkommenden Unsicherheiten dürften sich in den nächsten Monaten als Erstes bei den ohnehin bereits schleppenden Investitionen bemerkbar machen, gefolgt von Beschäftigung und Konsum. Zudem schlägt sich das schwächere Pfund bereits in einer höheren Inflation nieder, da Importe teurer werden. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Mit der bis dato erfolgten Abwertung des Pfunds könnte sich der Preisauftrieb um 1 bis 2 Prozent beschleunigen und im nächsten Jahr vermutlich seinen Höhepunkt erreichen.

Die Finanzierungsbedingungen haben sich nach der jüngsten dramatischen Abwertung der Währung deutlich gelockert, während die Wirtschaftsdaten erfreulich sind. Daher wird die BoE voraussichtlich bis auf Weiteres bei ihrer abwartenden Haltung bleiben. In den kommenden Quartalen mag die Wirtschaft dank der gelockerten Finanzierungsbedingungen zwar um eine Rezession herumkommen. Fiskalische Stimulusmaßnahmen wie Infrastrukturinvestitionen und Konjunkturprogramme für mehr Konsum und Unternehmensinvestitionen – gegebenenfalls auch über Steuersenkungen – könnten kurz- bis mittelfristig helfen, den Brexit-Schaden zu begrenzen. Aber das größere Problem sehen wir in einem möglichen Rückgang von Produktivität und Wachstum infolge von Engpässen am Arbeitsmarkt, wenn die Einwanderungspolitik grundlegend geändert wird. Auch der möglicherweise versperrte Zugang zum Binnenmarkt verheißt nichts Gutes und hätte den Aufbau von Handelsbarrieren zur Folge.

USA: Fed dreht weiter an der Zinsschraube – aber nur sehr bedächtig

Die US-Wirtschaftsdaten entwickelten sich zuletzt solide. Das dritte Quartal präsentierte sich ungeachtet eines insgesamt glanzlosen Wachstums relativ gut. Angesichts des nach wie vor angespannten Arbeitsmarktes und der damit verbundenen Erholung des Lohnwachstums wird der Konsum 2017 ein wichtiger Konjunkturmotor bleiben. Allerdings dürfte sich der Wachstumsbeitrag des Konsums abschwächen, da der von niedrigeren Energiepreisen ausgehende Rückenwind abflauen wird. Dank der Erholung bei den Energiepreisen gehen wir aber von einer Belebung der Investitionstätigkeit aus.

Mit einem durch Investitionen beflügelten Boom ist 2017 zwar nicht zu rechnen, dennoch dürfte diese Trendwende eine deutliche Beschleunigung des BIP-Wachstums gegenüber 2016 bewirken. Eine Wachstumsbremse bleibt der Nettohandel, dem die Spätfolgen des starken Dollars zu schaffen machen, auch wenn dieser auf handelsgewichteter Basis seit Jahresbeginn um 4 Prozent an Wert verloren hat. Die Lockerung der Finanzierungsbedingungen in diesem Jahr wirkt sich positiv auf die Wachstumsentwicklung aus. Vorbehaltlich externer Schocks und/oder einer spürbaren Straffung der Kreditkonditionen ist wegen des weiteren Inflations- und Lohnanstiegs eine Zinsanhebung im Dezember sehr wahrscheinlich. Danach wird die Zentralbank die Zinsschraube aber wohl nur sehr langsam weiter anziehen. Derzeit rechnen wir angesichts der Wachstums- und Zinssituation 2017 mit zwei Zinsschritten.

Japan: Langfristige Wirtschaftsprognose bleibt düster

Unter dem Strich sind die jüngsten Wachstumsdaten unverändert schwach, zeigen aber gegenüber dem Jahresauftakt Aufwärtstendenzen. Das Verbrauchervertrauen schnellte interessanterweise auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Das schwache Geschäftsvertrauen, die schleppenden Investitionen und der seit Mitte 2015 erheblich aufgewertete Yen machen sich jedoch negativ in der Industrie bemerkbar. Dagegen dürfte das neuste Konjunkturpaket das Wachstum in den kommenden Quartalen leicht ankurbeln. Insgesamt ist aber eine nennenswerte Beschleunigung von Wachstum und Inflation angesichts der deutlichen Straffung der Finanzierungsbedingungen im vergangenen Jahr kaum vorstellbar. Den aktuellen Leitindikatoren zufolge ist die Wirtschaft inzwischen sogar wieder in die Deflation abgerutscht.

Bis auf Weiteres bleibt der Yen auf kurze Sicht die einzige Hoffnung. Möglicherweise wird die Abwertung des Dollars im Vorfeld eines Zinsschrittes der Fed im Dezember seine jüngste Stärke zum Teil dämpfen. Abgesehen vom kurzzeitigen Ausblick bleibt die längerfristige Prognose für Japans Wirtschaft düster. Nur mit radikalen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung, zum Beispiel über Einkommensteuersenkungen und andere Haushaltsmaßnahmen sowie Strukturreformen, lässt sich der unselige Kurs umkehren. Bislang deutet jedoch nichts auf einen Politikwechsel hin.

China: Sorge um eine Konjunkturabkühlung wächst

Die Wirtschaft in China tendiert dank massiver politischer Unterstützung unverändert stabil. Die BIP-Daten für das dritte Quartal fielen wie erwartet solide aus und deuteten auf ein Abflauen der disinflationären Kräfte hin. Das reale Wachstum blieb das dritte Quartal in Folge stabil bei 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um das Wachstumsziel der Regierung für 2016 zu erreichen, ist folglich kein besonders kräftiges viertes Quartal erforderlich, und eine politische Unterstützung wird weniger dringend benötigt. Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und PMIs verharren auf solidem Niveau. Die privaten Investitionen sind zwar unverändert gedämpft, zeigen jedoch inzwischen den zweiten Monat in Folge nach oben. Damit scheint die Talsohle bei Vertrauen und Wirtschaftstätigkeit durchschritten.

Wie der Häusermarkt und der Druck auf die Währung belegen, überwiegen jedoch die Kosten langsam die Vorzüge einer kurzfristigen Stabilität. Somit nähern wir uns wohl dem Höhepunkt des aktuellen „Minizyklus“, da die Wirkung der Konjunkturmaßnahmen bereits wieder nachlässt. In den kommenden Quartalen werden die Sorgen um China früher oder später wieder aufflammen. Aus jetziger Sicht ist aber weder mit einer harten Landung noch mit finanziellem Stress oder gar einer Finanzkrise zu rechnen. Solange die Finanzierungsbedingungen weltweit entspannt bleiben, dürfte die Abkühlung so gering ausfallen, dass die Geldpolitik vorerst nicht stützend eingreifen muss. Fortsetzen wird sich auch die allmähliche, gesteuerte Abwertung des Renminbi, da Peking die geldpolitischen Zügel weiter lockerlässt.

Schwellenländer: Uneinheitliches Bild, richtige Titelauswahl entscheidend

Insgesamt verzeichnen die Schwellenländer ein stabiles, jedoch enttäuschend geringes Wachstum. Für die aufstrebenden Märkte war kein einheitlicher Trend auszumachen. Es gab insgesamt nur wenige Lichtblicke, obwohl der Rohstoff- und Handelsschock des vergangenen Jahres weitgehend hinter uns liegt. Die zugrundeliegenden Fundamentaldaten der Schwellenländer sind insgesamt schlecht, außerdem mangelt es nach wie vor an Reformen.

Die umfassende Jagd nach Rendite und die dadurch bewirkte Lockerung der Kreditkonditionen macht die aufstrebenden Länder anfällig für einen Stimmungsumschwung – allen voran Südafrika und die Türkei mit ihren weiter wachsenden Leistungsbila