Megatrend Gesundheit: Medizinische Versorgung als Herausforderung

Die gute Nachricht: Wir leben im Schnitt länger, werden immer älter, können das Leben länger auskosten als andere Generationen vor 20, 30 Jahren. Aber wir werden immer mehr Menschen auf diesem Planeten, und wir tun nicht immer das Richtige für unsere Gesundheit.

Durch die geänderten Lebens- und Konsumgewohnheiten steigt weltweit der Fleisch- und Wasserverbrauch. In den Ländern, die sich an der Schwelle zu den entwickelten Volkswirtschaften befinden, gleicht sich der Speisezettel zur entwickelten Welt an.

Wo es bislang vorwiegend Reis und Gemüsen das „tägliche Brot“ konsumiert wurden, landet immer öfter auch ein Burger oder ein Steak am Teller. Typische Zivilisationskrankheiten wie zB Diabetes und hoher Cholesterin lassen sich dadurch nicht einbremsen und breiten sich immer weiter aus.

Zahl der Rentner explodiert

Global betrachtet wird die Gesellschaft zunehmend älter. In den westlichen Industrienationen geht der Alterungsprozess noch schneller vonstatten. Es wird erwartet, dass der Anteil der Menschen, die über 65 Jahre alt sind, bis 2080 fast 30 Prozent der Gesamtbevölkerung in den EU-Mitgliedsstaaten beträgt.

Der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe wird dann bereits deutlich mehr als die Hälfte des Anteils der arbeitenden Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) ausmachen. Gleichzeitig steigt die globale Lebenserwartung – allein in den vergangenen 25 Jahren um 8,7 Jahre.1

Zurückzuführen ist dies vor allem auf die besseren Lebensumstände und den medizinischen Fortschritt.2 Der demografische Wandel bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Zum einen steigt der Bedarf an Pflege und medizinischer Versorgung.

Zum anderen stellt das Segment der Senioren eine wachsende, vermögende Gruppe von Verbrauchern dar, die als Konsumenten immer mehr an Bedeutung gewinnt.  Die Ausgaben für Gesundheit könnten arg strapaziert werden. Laut OECD werden sie bis 2050 in den OECD-Ländern von derzeit 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5 Prozent steigen.

Pharma-, Biotech- und Pflegeunternehmen profitieren

Profiteure dieser Entwicklung können Unternehmen sein, die Produkte rund um die medizinische Versorgung, Gesundheit und die Betreuung älterer Menschen anbieten. Darunter fallen beispielsweise die Betreiber von Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Als weitere Nutznießer gelten Pharma-, Generika- und Biotechnologieunternehmen, die in der Forschung, Produktion und dem Vertrieb von Arzneimitteln tätig sind sowie Firmen, die sich mit den Themen Gesunde Ernährung und Gesundheitsvorsorge beschäftigen.

Die Entwicklung  innovativer Medikamente und die Aktivitäten um eine Explosion der Kosten im Gesundheitssystem zu vermeiden, kann als Megatrend eingestuft werden.

Als besonders interessante Querschnittstechnologie hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte die Biotechnologie erweisen (siehe dazu auch unseren Blog „Was können Biotechnologie-Aktien“). Deren Einsatzmöglichkeiten sind nicht auf ein Gebiet beschränkt sondern auf viele Anwendungsmöglichkeiten.

In der Krebs- und Gentherapie wird mittels biotechnologischer Verfahren versucht Gendefizite auszugleichen bzw. zu beheben. Die zellbasierte Krebstherapie befindet sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung. Anlegerinnen und Anleger können trotzdem schon jetzt am Erfolg innovative Medikamente partizipieren, die Krankheiten stabilisieren bzw. den Zustand der Patienten verbessern und dadurch einen Beitrag zum Wohlstand leisten.

Ein weiteres Therapiefeld sind die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit und Zuckerkrankheit (Diabetes), wobei hier auch die Preisgestaltung zunehmend eine Rolle spielt.

Preisdruck bei Medikamenten

Gibt es doch im Biotech-Mekka“ USA regelmäßig vor Wahlen Diskussionen um die Kosten des Gesundheitssystems. Schon in der Vergangenheit hatten sich die Demokraten für mehr reglementierte Preise ausgesprochen, konnten sich aber letztendlich nie durchsetzen.

Und welche Ideen Präsident Trump zur Finanzierung des Gesundheitssystems verfolgt, ist auch nicht klar (siehe Bericht „Handelsblatt“ vom 28.3.2019)Eine Folge des größer werdenden Preisdrucks: Es kommen immer mehr Biosimilars, also generische Versionen von original Biotech-Medikamenten, auf den Markt. Denn nach Ablauf der Patentzeit der „Originale“ gibt es die Möglichkeit sie als Arznei nachzubauen.

Die Anwendungsgebiete der Biotechnologie kommen auch bei zahlreichen neurogenerativen Krankheiten zum Tragen wie z.B. bei Multipe Sklerose oder Alzheimer. Die Zahl der erkrankten Personen ist stark im Steigen. Es gibt dagegen nicht wirklich Medikamente und laufend Rückschläge bzw. Fehlversuche.


Datum: 26.09.2019 Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

„Nachholpotenzial“ bei Biotechnologie-Aktien

Die Chancen stehen gut, dass Biotech-Aktien in den kommenden Jahren diese Wachstumsdynamik fortsetzen können. Die zu erwartenden positiven Forschungsergebnisse in Krankheitsfeldern mit hohem medizinischem Bedarf wie auch das anhaltende Umsatz- und Gewinnwachstum liefern plausible Kaufargumente.

Nicht zuletzt sind die Aktien laut Erste AM Fondsmanager Harald Kober so günstig bewertet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die jüngste Aufwärtsbewegung der anderen Sektoren haben sie nicht mitgemacht. „Nachholpotenzial wäre vorhanden“, so Kober.

Im Auge behalten muss man als Anleger/Anlegerin die möglichen hohen Kursschwankungen und die Folgen für die Unternehmen, wenn medizinische Versuche fehlschlagen oder eine erwartete Zulassung durch die Gesundheitsbehörden verwehrt bleibt.

Gesundheit und Biotechnologie im ERSTE FUTURE INVEST

Solche Aktien der Biotechnologie findet man auch im neu aufgelegten ERSTE FUTURE INVEST, der bei Erste Bank und Sparkasse gerade zur Zeichnung aufliegt. Dieser Fonds deckt fünf große Megatrends, die die ExpertInnen der Erste Asset Management definiert haben.

Neben „Gesundheit & Vorsorge“ sind dies der „Lebensstil“, „Technologie & Innovation“, „Umwelt & saubere Energie“ sowie „aufstrebende Märkte“. Mehr Informationen zu diesen Megatrends lesen Sie hier.


Quellen:

1. Eurostat (2016);
2. Eurostat (2019); Daten per Jun 2019

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Repo madness: money's too tight to mention

Christopher Jeffery, Fixed Income Strategist at Legal & General Investment Management, explains if stress in the US repo market is a harbinger of crisis or a plumbing issue.

Stress in overnight funding markets in the US has flared up recently. At face value, it is an unpleasant reminder of the strains that characterised the start of the 2007-09 financial crisis. On closer inspection, though, it looks like some leaky financial plumbing that has been hastily patched up by the Federal Reserve.

What has happened?

Over the past week or so, we have seen a spike in overnight repo (short for 'sale and repurchase') rates. Some intraday quotes spiked as high as 8%, with overnight rates settling at nearly 4%. That's a significant disruption to the normally orderly running of short-term lending markets.

Repo rates are the implied interest rates on overnight lending, secured against the highest-quality collateral. In a 'sale and repurchase' agreement, borrowers sell high-quality assets (normally US Treasuries) today and buy them back at a pre-determined price tomorrow. It's an effective way for financial intermediaries and investors to create cash in their portfolios to meet short-term needs.

The spike therefore suggests a high demand for (or reduced supply of) overnight lending. The average effective fed funds rate – the short-term interest rate that the US central bank targets in its monetary policy operations – jumped to the top end of the target range.

Consistent with the above indicators of funding stress, we have seen a huge jump in the spreads paid by marginal borrowers in the fed funds market. It's impossible to avoid the conclusion that, in the words of Simply Red, 'money's too tight to mention'.

There has been some commentary that the Federal Reserve has completely lost control of the short end of the yield curve. That's a bit of an exaggeration, given that a broader range of money-market rates (such as CP, CD, LIBOR, 1M OIS) have not reacted. This looks like a localised liquidity problem right at the short end of the curve.

Why has it happened?

Short-term liquidity in the money markets is a function of excess reserves in the banking system. These overnight claims on the Federal Reserve have been steadily shrinking since 2014. Following the financial crisis, there are good reasons to think that the effective floor for these reserves is a long way above zero. Nobody really knows where the biting point is, but there have been some estimates that the 'system minimum' level of reserves is in the region of $1.2 trillion (see, for example, the March Primary Dealers’ Survey).

System-wide excess reserves are currently running at $1.5 trillion, but there was a sharp drop earlier in the month due to corporate tax payments and Treasury bond issuance, both of which suck liquidity out of the private sector. Combined they are estimated to be worth up to $100 billion. The market reaction suggests that the 'system minimum' level of reserves is higher than $1.2 trillion.

What has been the Fed’s response?

The New York Fed has launched a series of repo operations, borrowing around $250 billion of US Treasuries, Agencies and Agency mortgage-backed securities, and injecting cash into the private sector. In the short term, that should act to cap repo rates between private-sector participants and stop the funding squeeze.

At the September Federal Open Market Committee meeting, the policymakers cut the interest paid on excess reserves (IOER). The IOER is the rate at which the most credit-worthy borrower is willing to borrow an unlimited amount overnight. Bringing this down within the target range is a tried and tested way to control short-term interest rates. There is no conceptual problem with bringing this down further to align it with the bottom of the target range.

More structurally, the Federal Reserve has been considering a standing repo facility for some time. At the moment, its control mechanism is asymmetric. The bank conducts reverse repos (absorbing liquidity) on a daily basis with a broad range of counterparties, and conducts repos with a limited set of counterparties on an ad hoc basis. In the minutes to the June Federal Open Market Committee, it was noted that a standing repo facility: "...could provide a backstop against unusual spikes in the federal funds rate and other money-market rates and might also provide incentives for banks to shift the composition of their portfolios of liquid assets away from reserves and toward high-quality securities."

The market conditions of the past week are exactly the kind of conditions this facility would be designed to address. The Federal Reserve's thinking on this kind of backstop is evolving, but it is an obvious complement to its current toolkit. The two key unknowns are:

  1. Would such a facility would be at a tight or wide spread to other money-market rates? At a wide spread, it will be a rarely used backstop facility with little impact on banks' behaviour. At a tight spread, it could have a significant impact on their behaviour (e.g. their willingness to hold more Treasuries within liquid asset portfolios with a big impact on swap spreads).
  2. Who will qualify as an eligible counterparty? The broader the list of eligible counterparties, the more effective the market backstop but the greater the concerns about moral hazard. The Federal Reserve's backstop would effectively reduce the penalties for liquidity mismanagement in the private sector.

So what?

The clear signs of funding stress seen over the past week or so are a product of unexpected tightness in the short-term money supply, not due to concerns about counterparty risk. These concerns can be, and are being, fixed by the Federal Reserve.

The exact mechanisms used to fix the problem can impact the pricing of some more esoteric corners of the fixed income markets (such as swap spreads or basis swaps), but the overall message for risk markets is much less alarmist than some of the headlines suggest.


This article has first been published on macromatters.lgim.com.

Wendepunkt bei den Schwellenländeraktien erreicht?

von Aneeka Gupta, Associate Director, Research, WisdomTree.

Schwellenländeraktien notieren auf dem niedrigsten Niveau im Vergleich zu US-Technologiewerten seit 2000. Das wirft die Frage auf, ob jetzt ein Wendepunkt bei Schwellenländer-Aktien erreicht sein könnte. Als die Titel zuletzt auf einem so niedrigen Niveau wie jetzt gehandelt wurden, folgte eine acht Jahre lang währende kraftvolle Erholung. Die Zusammensetzung der Schwellenländersektoren hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und ist ausgereifter, sie beinhalten nun größere Finanz- und Technologieaktien und einen geringeren Anteil von Materialien und Rohstoffaktien.

Quelle: WisdomTree, Bloomberg vom 13. September 2019. 
Wichtiger Hinweis: Emerging Markets-Aktien werden durch den MSCI Emerging Market Index und US-Technologie-Aktien durch den Nasdaq 100 Index erfasst. Die Linie in der obigen Grafik stellt den MSCI Emerging Markets Index geteilt durch den Nasdaq 100 Index dar. Der MSCI Emerging Markets Index besteht aus 26 Entwicklungsländern, darunter Argentinien, Brasilien, Chile, China, Kolumbien, Tschechien, Ägypten, Griechenland, Ungarn, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Katar, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Taiwan, Thailand, Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. 
Die historische Performance ist kein Indikator für die zukünftige Performance und alle Investitionen können an Wert verlieren.

Die Schwellenländer werden stark durch das Wechselspiel der zwischen Trump, China und US-Notenbank (Fed) gebildeten Troika beeinflusst. Im ersten Quartal 2019 funktionierte dies für Schwellenländer gut, da die Fed einen Zinssenkungszyklus einleitete und die Frist für Zollschranken bis zum 31. März verlängert wurde. Seitdem haben die Schwellenländer jedoch eine Achterbahnfahrt hinter sich, denn die Handelskriege zwischen den USA und China eskalierten zuletzt und es ergaben sich zudem spezifische Risiken in Argentinien und der Türkei. Dennoch wurden die Ertragsergebnisse bei Schwellenländern im zweiten Quartal von Konsenseffekten bei 72 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI EM Index dominiert – 43 Prozent der Marktkapitalisierung schlug zuvor den Konsens verglichen mit nunmehr 28 Prozent, dies markiert eine Erholung gegenüber dem Vorquartal. Interessanterweise wurde die deutliche Verbesserung vor allem vom IT-Sektor getragen, angeführt von Korea und Taiwan.

Den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge wird das Wachstum der Schwellenländer dieses Jahr voraussichtlich bei 4,1 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 4,7 Prozent steigen. Es wird erwartet, dass sich das BIP-Wachstum der entwickelten Märkte von 1,9 Prozent in diesem Jahr auf nur 1,7 Prozent im Jahr 2020 weiter verlangsamt. Der Großteil des globalen Wachstums, das voraussichtlich von 3,2 Prozent in diesem Jahr auf 3,5 Prozent im nächsten Jahr steigen wird, könnte aus den Schwellenländern kommen. Einer der Hauptgründe, warum die Wachstumsraten der Schwellenländer zögern, liegt an den Wachstumsstimuli in China. Die aktuellen Bewertungen spiegeln eine hohe Unsicherheit unter den Schwellenländer-Investoren wider. Wir glauben, dass die niedrigen Bewertungen bei Schwellenländer-Aktien angesichts der positiven Ertragsdaten, der günstigen Wachstumsaussichten und der jüngsten Deeskalation der Handelskriege zwischen den USA und China einen aussichtsreichen Einstiegspunkt darstellen könnten.

Nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird das Wachstum voraussichtlich in den Schwellenländer 4,1 Prozent betragen.

Schreckmoment für Ölmarkt ohne langfristige Folgen

Ein Drohnenangriff auf Raffinerien der saudi-arabischen Ölgesellschaft Aramco sorgte in der Vorwoche für Bewegung am Ölmarkt. Zum Wochenstart sprangen die Preise für Rohöl auf ihre höchsten Stände seit mehreren Monaten.

Durch den Angriff, hinter dem die USA-Regierung Houthi-Rebellen aus dem Jemen mit Unterstützung durch den Iran vermutet, ging eine Produktion von 5,7 Millionen Barrel verloren. Damit zählte der abrupte Produktionsausfall zu den größten aller Zeiten. Dass die Ölpreise im Wochenverlauf dennoch schnell wieder nachgaben, hängt mit mehreren Faktoren zusammen.

Ölmarkt grundsätzlich gut versorgt

Die vorübergehenden Preisanstiege können sich durch Risikoaufschläge erklären. Saudi-Arabien gilt als einer der stabilsten Produzenten: „Wenn schon ein verhältnismäßig simpler Drohnenangriff fünf Prozent des Welt-Angebots ausschalten kann, besteht natürlich die Angst vor größeren Angebots-Schocks“, sagt Rohstoffexperte Alexander Weiss von der Erste Asset Management.

Ihm zufolge fiel die Marktreaktion aber sehr konzentriert aus: Sie wirkte sich nicht auf andere Sektoren aus. AnlegerInnen müssten aufgrund der jüngsten Entwicklungen keine fundamentale Neubewertung des Ölmarkts vornehmen.

Dies liegt vor allem daran, dass die Versorgungssituation aktuell grundsätzlich sehr gut ist. Die Internationale Energie-Agentur IEA erwartet für das kommende Jahr sogar einen Angebotsüberschuss auf dem Ölmarkt.

Die wichtigsten Förderländer, die sich in und mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC+) koordinieren, versuchen zwar die Produktion einzudämmen und so die Preise stabil zu halten. Andere Staaten weiten jedoch ihre Ölproduktion noch stärker aus.

Nach Einschätzung der IEA werde daher die Nachfrage nach Rohöl aus den OPEC-Mitgliedsstaaten im ersten Halbjahr 2020 rund 1,4 Millionen Barrel je Tag unter der Produktion der OPEC-Länder im August liegen.

Experten für Ölmarkt zuversichtlich

Ein weiterer Grund für die begrenzten Auswirkungen des Produktionsausfalls sind die aufgebauten Lagerbestände. So hatten sich etwa die USA zur Freigabe ihrer strategischen Ölreserven bereiterklärt, sollte es nach den Drohnenangriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien zu Engpässen kommen.

Dies spiegelt auch wider, wie stark die Bedeutung der Vereinigten Staaten am Ölmarkt gestiegen ist. Die USA haben im Juni dank der massiven Schieferölproduktion kurzzeitig sogar Saudi-Arabien als weltgrößten Ölexporteur überholt.

Die weltweite Konjunktureintrübung wird nach IEA-Einschätzung keinen Einbruch der Ölnachfrage zur Folge haben. Die Behörde hält an ihren Prognosen für dieses und kommendes Jahr fest. Demzufolge dürfte sich der globale Bedarf 2019 auf 1,1 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag erhöhen und 2020 um weitere 1,3 Millionen Barrel steigen.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China nicht scheitern und sich die Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran wieder abschwächen.

Zusammenfassend sieht Erste Asset Management-Analyst Alexander Weiss die Ölversorgung längerfristig  nicht gefährdet. Daran hat auch der aufsehenerregende Angriff auf saudi-arabische Produktionsstätten nichts geändert: „Geopolitisch sehen wir momentan keine Eskalation.

Bis jetzt haben alle einen kühlen Kopf bewahrt.“, resümiert Weiss. Bereits Mitte vergangener Woche meldete der Ölkonzern Saudi Aramco, die Erdölproduktion in den angegriffenen Großanlagen sei bereits zu etwa 40 Prozent wiederhergestellt. Die volle Kapazität soll schon bis Ende September wieder zur Verfügung stehen.

Investieren in die bedeutendsten Rohstoffunternehmen

Wer in die weltweit bedeutendsten Rohstoffunternehmen investieren möchte, kann dies über den Fonds ESPA STOCK COMMODITIES tun. Der Fonds ist in börsennotierten Unternehmen aus den Sparten Energie, Metalle und Basismaterialien breitflächig investiert. Da es sich um einen Aktienfonds handelt, muss man mit Kursschwankungen an der Börse rechnen. Man hat aber die Chance langfristig von der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen zu profitieren.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Warum die Steuerung der Zinskurve Draghis letzter Coup sein sollte

Die Eurozone sollte einen radikalen geldpolitischen Kurs im japanischen Stil einschlagen, wenn sie eine Japanifizierung verhindern will, argumentiert Steve Donzé, Senior Macro Strategist bei Pictet Asset Management.

Mario Draghis letzter Coup?

Der Chef der Europäischen Zentralbank sollte genau hinschauen, was seine japanischen Kollegen tun.

Die Eurozone mit ihrer unterschiedlich schnell wachsenden Wirtschaft braucht nämlich genauso wie Japan eine radikale Politik zur Steuerung der Renditekurve im japanischen Stil. Das sollte sein letzter Coup sein, bevor er Ende Jahr seinen Hut nimmt.

Japan ist zum globalen Symbol für unorthodoxe Geldpolitik geworden. Seine Experimente mit Helikoptergeld in den 1930er-Jahren und jüngst mit quantitativer Lockerung und negativen Zinssätzen haben anderen Zentralbanken wichtige Erkenntnisse gebracht.

Dank seiner Politik der Steuerung der Renditekurve ist die Bank of Japan wieder einmal in den Fokus der Zentralbanken anderer Länder gerückt, weil die Währungshüter nach Möglichkeiten suchen, die Stützungsmassnahmen zurückzufahren, ohne das Wachstum zu gefährden.

Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns anschauen, wie und warum die japanische Geldpolitik funktioniert.

Im Rahmen der Steuerung der Renditekurve kauft die japanische Notenbank Anleihen mit dem konkreten Ziel, die kurzfristigen Zinssätze bei -0,1% und die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihe bei 0% zu halten.

Das Besondere an dieser Politik ist, dass sie sozusagen eine „getarnte“ Drosselung der quantitativen Lockerung ist. Die BoJ hat es geschafft, ihre jährlichen Anleihenkäufe um 60 Bio. JPY auf 20 Bio. zu reduzieren, ohne dass die Finanzmärkte dadurch beeinträchtigt werden.

So konnte verhindert werden, dass wie 2013 in den USA eine „Drosselungsangst“ ausgelöst wird – damals schnellten dort die Anleiherenditen in die Höhe, nachdem die US-Notenbank ihre Absicht zur Beendigung der quantitativen Lockerung bekanntgegeben hatte.

Eine weitere Errungenschaft der Steuerung der Renditekurve ist, dass Japan langsam aus den Schulden herauswächst, weil die Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wachstum gehalten werden. Das ist ein Hauptmerkmal des von Ray Dalio von Bridgewater als „schöner Schuldenabbau“ bezeichneten Entschuldungsprozesses.

Aus dieser Perspektive käme eine Steuerung der Renditekurve der Eurozone, oder zumindest Teilen davon, zugute. Das gilt insbesondere für Italien, dessen öffentliche Verschuldung in Höhe von 130% des BIP – die zweithöchste der Region nach Griechenland – kein Dauerzustand sein kann.

Die Zinszahlungen des Landes belaufen sich auf 4% des BIP, das ist viermal so viel wie in Deutschland und das Doppelte des OECD-Durchschnitts. Darüber hinaus liegt der Schuldendienst dort 0,9 Prozentpunkte über dem nominalen BIP-Wachstum (siehe Abbildung).

SCHÖN IST ANDERS

Nominale BIP-Rate Italiens im Vergleich zur Rendite der 10-jährigen Anleihe

* Fremdkapitalkosten unter dem nominalen Wirtschaftswachstum
Quelle: Refinitiv; Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.1999–31.07.2019 

Eine weitere Parallele zu Japan: Die Peripherie der Eurozone hat Probleme, die private Kreditvergabe zu beleben. Wenn die EZB nicht die Gelddruckmaschine betreibt, könnte es mit der Konjunkturerholung in Südeuropa, wo immer weniger Kredite vergeben werden, bald vorbei sein.

Für eine Region, in der einige Länder eine geldpolitische Straffung brauchen und wieder andere eine Lockerung, könnte ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik im US-Stil grossen Schaden anrichten.

Eine europäische Steuerung der Renditekurve hingegen würde den südlichen Teil des Kontinents gezielt stützen.

Konkret könnte die EZB eine Obergrenze von beispielsweise 0,5% für die 10-jährige Anleihe der Eurozone einführen. Das wäre zwar eine drastische Anpassung, dürfte aber helfen, die Lücke zwischen den Fremdkapitalkosten Italiens und seiner nominalen BIP-Rate zu schliessen, damit das Land seine Schulden entsprechend seiner Wirtschaftsstärke reduzieren kann.

Die Steuerung der Renditekurve könnte auch Druck von den Banken in der Eurozone nehmen, die nicht nur grosse Mengen an Staatsanleihen besitzen, sondern auch Probleme haben, notleidende Kredite im Wert von 800 Mrd. Euro loszuwerden.

Mit dieser Politik würden zum Beispiel italienische Banken entlastet, die insgesamt 28% der Staatsanleihen des Landes halten und vor einem Riesenberg an faulen Krediten stehen.

Das soll aber nicht heissen, dass die Steuerung der Renditekurve einfach zu bewerkstelligen ist. Da der Schuldendienst wegfallen würde, könnten die Regierungen versucht sein, sich mehr Geld zu leihen. Um einer zügellosen Kapitalaufnahme und Ängsten der geldpolitischen Falken wie Deutschland entgegen zu wirken, könnte die EZB die Rendite-Obergrenze von vordefinierten Zielen für die Haushaltsdisziplin abhängig machen.

In der Theorie ist eine Zentralbank, die eine Steuerung der Renditekurve betreibt, verpflichtet, eine potenziell unbegrenzte Menge an Anleihen zu kaufen. In der Praxis aber – und das hat Japan gezeigt – dürften die Anleihenkäufe der EZB insgesamt nach und nach abnehmen, ohne explizites Drosselungsprogramm.

Die EZB müsste darauf vorbereitet sein, ihre Renditeziele genauso vehement zu verteidigen wie die japanische Notenbank, die seit Einführung ihres geldpolitischen Konzepts nur wenige Male auf „unbegrenzte Anleihe-Tender“ zurückgegriffen hat, damit die Zinssätze bei Ausverkäufen am Markt nicht steigen.

Das dürfte jedoch nicht allzu problematisch sein. Die EZB hat sich als flexibel und glaubwürdig erwiesen und ihre politische Unabhängigkeit ist durch einen streng geregelten institutionellen Rahmen gewährleistet.

Die Steuerung der Renditekurve könnte sich als praktische Lösung für das Dilemma erweisen, in dem Draghi steckt. Und sie könnte – und sollte – sein letzter Coup vor seinem Weggang sein.


Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Oil be damned

The attack on two Saudi oil facilities has led to a spike in oil prices and delivered another shock to a world economy already suffering from a plethora of downside risks, explains Tim Drayson, Head of Economics at Legal & General Investment Management. Is this the tipping point towards recession?

The Saudi attacks apparently top the biggest disruption in oil supply history at 5.7 million barrels per day. The 19% intraday price move on Monday 16 September was the largest since 1991.

This represents a pure negative supply shock – the worst kind of shock – resulting in less oil output and higher prices. Higher oil prices caused by stronger demand would be less of a problem. Our modelling work suggests that the impact on growth from shocks tends to be multiplicative rather than additive. Economies can cope with one or two shocks if they are otherwise robust but there are thresholds which, once breached, can set off recessionary dynamics.

This shock comes at a time when global manufacturing is already stagnating and the world has become increasingly reliant on the consumer as the sole engine of growth. Could this engine be about to stall, given that consumers are the main loser from high oil prices, which squeeze real incomes?

Oil producers will benefit, while for Saudi Arabia the effect is ambiguous depending on how much output drops versus the higher price it will receive for what it can still produce. But the net effect is clearly negative even before considering that the marginal propensity of oil producers to spend is typically lower than that of the global consumer.

Well oiled

So that is all rather gloomy so far, except that the scale of the shock is much smaller than it first appears. The oil market is significantly larger than in the past so the disruption as a share of the oil market is smaller than previous major shocks. Crucially, everything hinges on how long the disruption to oil supply persists. The peak disruption was large but temporary. Production is already being partially resumed and idle capacity fired up. Customers are also being supplied using special reserves.

Whether it takes a few weeks or months to fully normalise production remains uncertain. But what matters is the intention to increase production and the price reaction. After an initial surge, prices were only up around $6 or 10% after the first day. Assuming this is the price which sticks over the next few months, this is barely noticeable over any longer period. For example, prices fell by around 10 times this amount in 2014.

While we saw this as a positive development at the time, it did not lead to an economic boom (though economists fiercely debated the proportion driven by a positive supply shock from surging US shale oil production versus weakening demand). So why should a tiny reversal of this price decline be adverse?

Econometric models calibrated on previous oil price shocks will tend to overestimate the damage. The 1970s experience was especially problematic because the sustained and massive rise in oil prices led to second-round effects on broader wage and price-setting behaviour. The surge in inflation forced up interest rates, exacerbating the downturn. Today, there is no concern about inflation and central banks are more likely to ease policy in response to higher oil prices.

Second, oil dependency has declined globally. Finally, the US no longer relies on oil imports from the Middle East. Given the disproportionate weight of the US in global financial markets, this reduces the risk of contagion from rising oil prices. Even if prices were to rise by 20% and remain at this level until the end of the year, we would be surprised if this took more than 0.1% off global GDP growth.

Still, this shock comes at an inopportune time and we will be keeping a close watch on oil prices and the potential for geopolitical tension in the area to cause further disruption. However, we remain much more concerned about developments in the trade war. Recent tension has eased at the margin and the market seems to be expecting at least a ceasefire. Problems in the Middle East might even make the US and China less inclined to battle each other over trade, but there are significant risks that talks break down, leading to the imposition of the next round of tariffs. This would raise the threat of recession.


This article has first been published on macromatters.lgim.com.

Wie Megatrends unsere Gesellschaft beeinflussen

Digitalisierung, Energiewende, Klima und Globalisierung. Schlagworte, die heute inflationär verwendet werden. Wenn von Megatrends in der Geldanlage die Rede ist, dann meint man Themen bzw. Entwicklungen, die maßgebliche gesellschaftliche Veränderungen bewirken können.

Wie kann der Lebensstandard in der Zukunft gesichert werden? Wo sind die Wachstumsregionen und welche Innovationen und technologischen Entwicklungen sind in der Zukunft erfolgsversprechend? 44% der Österreicherinnen und Österreicher sehen Digitalisierung als größten Treiber der Gesellschaft, dicht gefolgt von technischen Fortschritt z.B. bei Medizin und Big Data mit 43%.

Nur knapp ein Drittel betrachtet die Automatisierung (33%) oder die Energiewende (29%) als sehr starken Einfluss. Laut einer repräsentativen Studie von Integral im Auftrag der Erste Asset Management (Erste AM) macht der demografische Wandel sogar nur 18% der Befragten Sorgen.

Großteil der Befragten sieht positive Effekte von Megatrends auf ihr Leben

41% der Österreicher sehen grundsätzlich einen positiven Effekt von Digitalisierung auf das eigene Leben, lediglich 14% befürchten einen negativen Einfluss. Insbesondere jüngere Befragte zwischen 16-29 Jahren meinen Digitalisierung werde sich sehr bzw. eher positiv auf ihren Job und ihre sozialen Kontakte auswirken.

„Megatrends sind aus gutem Grund in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent. Wir stehen am Beginn spannender Entwicklungen: nachhaltige Energiequellen, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz oder virtuelle Realität im Industrie- oder Medizinbereich zeigen aber bereits heute ihr enormes Potential“, betont Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste AM.

Megatrends und Nachhaltigkeit bestimmen die Märkte

Denken wir nur an die Themen wie Automatisierung, das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz, dann wird deutlich, dass neue Geschäftsmodelle entstanden sind, deren wirtschaftliche Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind.

„Die größten Impulse gehen zweifelsohne vom Technologiesektor aus. Sowohl in der Informationstechnologie als auch in der Biotechnologie und in der Umwelttechnologie stehen wir vor bahnbrechenden Entwicklungen“, erklärt Gerold Permoser, Chief Investment Officer Erste AM. Treiber der Technologisierung ist die stetig wachsende Weltbevölkerung, deren Lebensgewohnheiten sich in großen Schritten verändert.

Um 2050 könnte unser Planet, laut UN, bereits ca. 10 Milliarden Menschen zählen (2019: ca. 7,7 Milliarden). Klimawandel und eine ständig wachsende Weltbevölkerung verlangen nach einer Alternative zu klassischen Energiearten. Neben neuen Quellen wie Wind oder Solar, entstehen auch Industrien rund um Themen wie Energieeffizienz und Energieversorgung (intelligente Netzwerke). 79% der ÖsterreicherInnen ist daher, laut eigener Angabe, das Thema Nachhaltigkeit im Sinne von „ökologisch, ethisch und sozial“ wichtig.

In Megatrends investieren

Erste Asset Management hat aktuell den Fonds ERSTE FUTURE INVEST zur Zeichnung aufgelegt. Dabei handelt es sich um einen aktiv gemanagten Aktienfonds – 5 ausgewählte Megatrends werden entweder mit ausgewählten Aktieneinzeltiteln oder spezialisierten Aktienfonds abgebildet.

Da sich Megatrends nicht nach typischen Mustern entwickeln, wird die Veranlagungspolitik des Fonds auf dieser Basis aktiv gesteuert. Auch die Aufteilung zwischen Aktien und Fonds wird laufend angepasst, wobei das Portfolio neben bekannten „Blue Chips“ gezielt attraktive, aber den meisten Anlegern weniger bekannte Mid-Cap-Unternehmen enthalten wird.

„Nicht aus jedem Hype oder Trend wird ein Megatrend. Bei einem Megatrend Fonds geht es um Entwicklungen, die viele Jahre anhalten sollten. Und da reden wir eher über 15 Jahre und länger, vielleicht auch Jahrzehnte“ so Permoser abschließend.


Der ERSTE Future Invest

Der neue Aktienfonds ERSTE FUTURE INVEST investiert in 5 potenzielle Megatrends – wie Gesundheit & Vorsorge, Lebensstil, Technologie & Innovation, Umwelt & saubere Energie und Aufstrebende Märkte, die für AnlegerInnen als attraktiv erachtet werden. Das erfahrene Fondsmanagement der Erste Asset Management beobachtet und bewertet die Megatrends und investiert in diese entweder mit ausgewählten Aktieneinzeltitel oder spezialisierten Aktienfonds.

Über die Studie

Die Erste Asset Management beauftragte das Marktforschungsinstitut Integral mit der Befragung der ÖsterreicherInnen (16-69 Jahre) rund um das Thema Digitalisierung/Megatrends. Die Studie ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren. Insgesamt wurden im Zeitraum von 30. August – 06. September 2019 n=510 Online-Interviews in Österreich durchgeführt.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Kurseinbrüche der Cannabisindustrie – Einstiegschance oder Fluchtursache

von Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Im August setzte sich, den fünften Monat in Folge, die Talfahrt der Cannabisindustrie an den Börsen fort. Allein im vergangenen Monat verlor der globale Cannabis Index über 10% seiner Kapitalisierung. Wo liegen hierfür die Ursachen und welche Entwicklung lässt sich ableiten? Erlaubt die gegenwärtige Situation nun eine ideale Investition in eine Zukunftsindustrie oder sollte nach einem nahezu halbjährigen Abwärtstrend die Anlage überdacht werden?

Die globalen Player der Hanf-Industrie sitzen in Nordamerika, hier kommen die Kapitalanlagen größtenteils an:

Kanada hat Cannabis ganzheitlich legalisiert, hier gibt es einheitliche Regularien für den Binnenhandel und Export. Hier klemmte es im Detail, die wirtschaftliche Umsetzung nach der politischen Legalisierung musste erst funktional werden. Die Abgabe der Blüten, der Verkauf von cannabishaltigen Getränken und Lebensmitteln, vieles wurde konzipiert und auf den Weg gebracht.

In den USA gelten andere Gesetze. Cannabis ist auf Bundesebene der USA illegal, wenn auch nicht plausibel, gilt es noch immer als hochgefährliches Betäubungsmittel der Stufe 1. In 33 Bundesstaaten ist die medizinische Anwendung legal, in 11 Bundesstaaten ist auch der erwachsenen Konsum als Genussmittel staatlich kontrolliert und legal. In den USA wirken somit gegenwärtig die größten Hindernisse für reales Wachstum. 

Die Finanzwirtschaft hat keine klaren Befugnisse zur Kooperation mit der Cannabisindustrie. Eine Bank, die mit Cannabisproduzenten oder Verkäufern Geschäfte betreibt, gefährdet ihr Vermögen und die Lizenzen. Inhaber von Cannabisunternehmen fällt es schwer Konten zu eröffnen, Versicherungen abzuschließen oder Rentenpläne für ihre Arbeitnehmer zu gestalten. Für die Unternehmen gilt kein Konkursschutz des Bundes. Sie dürfen weitergehend mit den Erlösen des Geschäftes keine Überweisung über Bundesgrenzen hinweg tätigen. Ein Teil Ihrer Geschäftstätigkeiten und Zahlungen müssen die Cannabis-Unternehmer der USA auch 2019 noch in bar abwickeln. Paradox, denn allein in Kalifornien ist der dynamische, legale Markt mit einem Cannabisumsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar die am schnellsten wachsende Quelle für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Das „SAFE“-Bankengesetz (Secure and Fair Enforcement), woran der Kongress gegenwärtig arbeitet, löst diese Thematik. Führende Demokraten, aber auch Republikaner, sprechen sich weitergehend für eine bundesweite Legalisierung von Medical Cannabis aus, auch das würde die partizipierende Finanzindustrie klarer strukturieren. Zudem bemühen sich die Größen der Pharma- und Lebensmittelindustrie um die Milliardenerlöse aus der CBD-Industrie. Der nicht berauschende Wirkstoff eignet sich als Medizin und auch als Nahrungsergänzungsmittel und stellt bemerkenswerte Umsätze in Aussicht. Vor der FDA (Food and Drug Assoication) der USA kämpfen nun die Lobbys auch hier um ihr Revier.

Einige weitere, kleinere und größere Hindernisse, wie beispielsweise der aktuelle Lizenzentzug des Unternehmens CannTrust, hat die globale Cannabisindustrie noch zu bewältigen. Das ändert jedoch nichts an der wegweisenden Funktion als Medizin, als nachhaltiger Bio-Rohstoff oder als gewinnbringendes Genussmittel.

So schätzt die ws-hc, unter der Berücksichtigung des Einsatzes von Wagniskapital, die aktuelle Marktbewertung als gesund ein und sieht den Zeitpunkt somit als interessante Einstiegsmöglichkeit in die Hanfindustrie an.


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 13 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Augmented Reality hebt Trading und Datenanalyse auf neue Dimensionen

von Dmitry Parilov, Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed.

Klingt nach Science-Fiction, ist es aber nicht: Der Broker erklärt dem Investor, wie sich bestimmte Kursbewegungen auf dessen Portfolio auswirken und welche Entscheidungen zur Auswahl stehen. So weit, so gewöhnlich. Doch während der Börsenmakler in Frankfurt an seinem Schreibtisch sitzt, ist der Geschäftspartner unterwegs in Hongkong. Das Gespräch findet in einem virtuellen Konferenzraum statt, beide Geschäftspartner nutzen Augmented Reality (AR)-Headsets oder –Brillen. Dreidimensionale Darstellungen von Charts, Grafiken, Kurven und anderen Daten ordnen sich frei schwebend im virtuellen Raum an und lassen sich per Gesten interaktiv bedienen.

Sehen Sie in folgendem Video, wie die nahe Zukunft des Tradings aussehen kann


BU: Trading mit Augmented Reality: Frei schwebende Charts Im virtuellen Raum per Gesten bedienen. Videoquelle: Devexperts. Das Video auf YouTube: https://youtu.be/_CtQrMby1sU 

Die Unterstützung von Trading- und Datenanalyseplattformen durch Augmented Reality stellt Händlern und Investoren eine hoch entwickelte Finanztechnologie bereit, die ihnen die Überwachung und Visualisierung der Finanzmärkte mit einer enormen Informationstiefe ermöglicht. Neuartige oder verbesserte Darstellungen dynamischer Daten durch Heatmaps oder zweidimensionale Bilder, die auf Knopfdruck oder Geste in 3D-Formen übergehen, ermöglichen eine holografische Visualisierung und bieten vollkommen neue Einblicke. So lassen sich beispielsweise Geschäftschancen und hochaktuelle Entwicklungen auf einer intuitiven Oberfläche deutlicher hervorheben, was es Tradern ermöglicht, schneller zu agieren. Dank AR/MR-Technologiesind Nutzer nicht mehr auf die Größe ihres Computer-, Handy- oder Tablet-Displays beschränkt, sondern profitieren von einer echten 360-Grad-Ansicht und nahezu unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten.

Beim Tragen eines AR-Headsets oder einer AR-Brille werden hoch entwickelte holografische Darstellungen der Finanzdaten und -Feeds in das reale Gesichtsfeld des Nutzers eingeblendet. So können beispielsweise Investoren, die in neuen Märkten tätig werden möchten, auf exakte historische Daten zurückgreifen, indem sie die Tick-Market-Replay- und Backtesting-Funktion nutzen, um faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Finanzanalysten, die bestimmte Aktien an einer größeren Börse beobachten wollen, können entsprechende Informationen mit der vollen Datentiefe abrufen und auch visualisieren. Die vergangene Performance der letzten Monate oder Jahre kann ermittelt und in Form einer holografischen Datendarstellung umgehend an den Kunden weitergeleitet werden.

Mit Augmented Reality bekommt der Begriff „Mobiler Arbeitsplatz“ eine ganz neue Bedeutung, denn Kunden oder Finanzberater können in einem virtuellen Konferenzraum zur gleichen Zeit mit Personen vor Ort und (per Videokonferenz) mit Gesprächspartnern, die sich an einem beliebigen Standort auf der Welt befinden, sprechen. Aktionen in der AR-Finanzlandschaft können komplett vertraulich behandelt und vor neugierigen Augen geschützt werden. Oder sie lassen sich im „Zuschauermodus“ für Kollegen und Kunden auf externe Rechner spiegeln, die ebenfalls mit AR-Technologie arbeiten. So können sie gemeinsam die Finanzlandschaft analysieren und mit den Daten interagieren.

Die Technologie hinter der AR-Plattform

Zwar eignen sich sämtliche auf dem Markt erhältlichen AR-Headsets für Trading und Marktdatenanalyse, doch wartet die Finanzwelt auf neue Entwicklungen, die sich in puncto Design und Tragekomfort normalen Brillen annähern und so längere Tragezeiten ermöglichen.

Abhängig vom Gerätehersteller und der Situation können Nutzer Gesten- und Spracherkennung, Bluetooth-Mäuse oder einen Clicker einsetzen, um holografische Objekte zu bedienen. Mithilfe von Software-Editoren, mit denen sich dreidimensionale Orderbücher, Charts oder Volatilitätsflächen erstellen lassen, kann die Software auf jedes „Wearable“-Gerät überspielt werden. Eine der Kernfunktionen AR-gestützter Trading- und Marktdatenanalyse-Plattformen ist jedoch das Streaming von Finanzdaten aus den Kapitalmärkten.

Ergebnis ist ein leistungsstarkes Tool, das beliebige Daten-Feeds an eine AR-gestützte virtuelle Marktdatenstruktur anpassen kann. Die gesammelten und gespeicherten historischen Daten stammen von den wichtigsten Börsen der USA, Kanadas und Europas. Jede einzelne Kursänderung (Tickdaten) wird live gestreamt und kann über das AR-Headset exakt angezeigt und überprüft werden.

Welche Vorteile haben Trader und Analysten durch AR-Unterstützung?

Trading und Datenanalyse mit AR-Unterstützung bieten Finanzdienstleistern eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Höherer Darstellungs-Komfort: Drahtlose AR-Headsets bzw. AR-Brillen ersetzen mehrere, an einem festen Standort installierte Monitore; zudem entfallen die Größenbeschränkungen der Displays von Computern, Mobiltelefonen und Tablets.
  • Mobiles Arbeiten: Durch eine 360-Grad-Ansicht kann der Nutzer buchstäblich überall im Raum arbeiten.
  • Effiziente Zusammenarbeit: Kunden und Kollegen können per Videokonferenz von jedem beliebigen Standort der Welt aus in einem virtuellen Konferenzraum an Projekten mitarbeiten; „Point of View“-Funktionen ermöglichen die Überwachung und gemeinsame Analyse von Finanzdaten, was Missverständnisse vermeidet und den Entscheidungsprozess beschleunigt.
  • Höhere Produktivität: Die holografische Darstellung sorgt für eine verbesserte Marktdatenvisualisierung – ein entscheidender Vorteil für Trader, die auf der Grundlage von Daten wichtige Entscheidungen in kurzer Zeit treffen müssen.
  • Effektive Trainings: Mithilfe der AR/MR-Finanztechnologie können Studenten und Trading-Einsteiger anhand historischer Daten und der Market-Replay-Methode Muster erkennen und analysieren, um sich den Finanzmarkt auf einer tieferen Ebene zu erschließen.
  • Intuitivere Nutzeroberfläche: Die Anzeige, Analyse und Bearbeitung großer Mengen komplexer Daten wird vereinfacht.
  • Zugriff auf historische Marktdaten: Nutzer können zurückliebende Marktaktivitäten über die Tick-Market-Replay-Funktion nachvollziehen, Strategien mit der Backtesting-Funktion testen und gleichzeitig die aktuellen Marktbewegungen im Auge behalten.
  • Jederzeit besser informiert: Integrierte, in Echtzeit übertragene News-Feeds und Finanzinformationen mehrerer Anbieter werden in ein und derselben Textansicht zusammengefasst. Auch das Live-Streaming von News-Kanälen wird unterstützt.

Um sich im Wettbewerb zu behaupten, setzen Banken, Investmentfonds, Hedgefonds, FX-Brokerhäuser, Eigenhändler und Börsen heute zunehmend auf die AR-Technologie. Die treibende Kraft hinter Trading und Datenanalyse via Augmented Reality sind derzeit jedoch Einzel-Trader, Investoren und Berater für Finanzinstitutionen auf der ganzen Welt. Für sie ist eine effiziente Zusammenarbeit via AR von großem Vorteil.


Über den Autor

Dmitry Parilov ist Managing Director of Data Solutions and Products bei dxFeed, ein Mitglied der VR/AR Association und Tochtergesellschaft von Devexperts. Dmitry begann seine berufliche Laufbahn vor mehr als zehn Jahren in der IT-Branche. Energie und Inspiration schöpft er aus der Leitung weltweiter Projekte für die renommiertesten, auf Telekommunikation und Finanzen spezialisierten Produkt- und Lösungsanbieter. Der erfahrene Manager hat seine Fähigkeiten als strategischer Leiter zahlreicher Tier 1-/Tier 2- und Pre-Sales-Projekte sowie beim Aufbau großer, dezentral arbeitender Teams und Niederlassungen mehrfach unter Beweis gestellt.
Er absolvierte seinen Master of Science in Mathematik an der Saint Petersburg State University und promovierte in mathematischer Analyse (Ph.D.) an dem Steklov Mathematical Institute of Russian Academy of Sciences.

Über dxFeed

dxFeed ist eine Tochtergesellschaft von Devexperts, dessen Fokus auf der Bereitstellung von Finanzmarktdaten und -dienstleistungen liegt. Das Unternehmen liefert weltweit Daten an Buy-Side- und Sell-Side-Institutionen der Finanzbranche, insbesondere an Trader, Datenanalysten, quantitative Analysten und Portfolio-Manager.
Aktuell versorgt dxFeed weltweit mehr als 6 Millionen Endnutzer über direkte und B2B2C-Beziehungen mit Daten. Die Informationen zu mehr als 1,7 Millionen Finanzinstrumenten (Aktien, Futures, Optionen, Indizes, FX, Derivate und Kryptowährungen) stammen aus verschiedenen Börsen Nordamerikas, Europas und anderer Regionen auf der ganzen Welt.
dxFeed hat seinen Hauptsitz in München und betreibt weitere Niederlassungen in New York, Chicago, Istanbul, Porto und Tokio. Mit seinem Portfolio cloudbasierter Datenlösungen stellt es On-Demand-, Echtzeit- und historische Marktdaten, Referenzdaten und Daten zu Kapitalmaßnahmen sowie Market-Replay-, Charting- und aggregierte Daten bereit. Über APIs und Oberflächen-Tools mit vielfältigem Funktionsspektrum liefert dxFeed zudem Lösungen für die Betrugserkennung und komplexe Berechnungen, Multi-Asset-Preiskalkulationstools, Markt-Scanner und -Alerts sowie Lösungen zur Indexautomatisierung und -wartung.
Mit der weltweit ersten AR/VR-Visualisierungslösung für Finanzdaten ist dxFeed Pionier auf diesem Gebiet. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine Suite ausgereifter Datenanalyse-Tools und -Terminals entwickelt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dxfeed.com.

Globale Abschwächung abzusehen

Die Tendenz zu immer schwächeren globalen Wirtschaftsdaten setzt sich ungebremst fort. Unternehmensgewinne stagnieren noch auf hohem Niveau, das Gewinnmomentum ist jedoch schon rückläufig. Der Handelskrieg der USA, insbesondere mit China, sowie die generelle Verunsicherung in der globalen Exportwirtschaft hinterlassen immer mehr Spuren. Nach dem sukzessiven Einbruch der Frühindikatoren dürfte sich der Produktionssektor vor allem in Europa bereits am Rande einer Rezession befinden. Hingegen profitiert der Dienstleistungsbereich – dieser ist in den USA traditionell von wesentlich größerer Bedeutung – vom derzeit noch starken Arbeitsmarkt und dem guten Konsumklima.

Während in den USA die Wirtschaft im zweiten Quartal noch mit 2 % gewachsen ist, nähert sich die Eurozone der Nulllinie. In Deutschland – sowohl vom Handelskrieg wie auch von strukturellen Veränderungen stark betroffen – war das BIP-Wachstum im zweiten Quartal bereits negativ. In diesem konjunkturellen Umfeld werden auch schwächere Unternehmensergebnisse erwartet.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Rohstoffe und Währungen: Gold glänzt wieder

Wie die Aktienmärkte gaben auch die Energiepreise Anfang August deutlich nach und befinden sich wieder auf dem eher schwachen Niveau vom Juni. Öl und Industriemetalle (dort sind nur Nickelpreise stark im Plus) stehen auch aufgrund des Handelskriegs unter Druck.

Seit einigen Monaten beginnen jedoch Gold und Silber wieder zu glänzen – mit einem Plus von über 20 % seit Mai (bzw. seit Jahresbeginn)! Gold ist nicht nur ein Spekulationsobjekt, es hat auch den Charakter einer Währung: Wenn alle Währungen abwerten und deren Geldmärkte negative Zinsen tragen, profitiert dieses Edelmetall.

Auf den Devisenmärkten war zuletzt wieder eine Abschwächung der Währungen der Emerging Makets zu sehen. Nach der US-Leitzinssenkung drifteten letztlich alle Emerging-Market-­Währungen nach unten, einige verloren sogar stark (Real, Rand), beim Argentinischen Peso muss man von Crash sprechen, er verlor im August 25 %. Wenig Bewegung bei Euro und Dollar, auch das Pfund blieb zuletzt trotz des anstehenden Brexits stabil.

Ölpreisschock - Große geopolitische Erschütterungen könnten folgen

Vor dem Hintergrund der Krise am Golf kommentiert Nitesh Shah, Director Research beim auf ETPs spezialisierten Vermögensverwalter WisdomTree, den Ölpreisschock.

"Drohnenangriffe von Houthi-Rebellen am Wochenende auf die Anlagen des saudischen Staatskonzerns Aramco haben die Ölpreise in die Höhe getrieben. Der Ölpreis war in den letzten drei Monaten tendenziell gesunken. Seit heute Morgen jedoch, als die Preise um mehr als 20 Prozent stiegen, hat sich eine abrupte Veränderung vollzogen, die anfänglichen Gewinne lagen bei plus 10 Prozent zum Zeitpunkt des Schreibens. Erste Schätzungen des Schadens deuten auf eine Aussetzung von 5,7 Mio. Barrel Öl hin, was mehr als die Hälfte der saudi-arabischen Produktion bzw. fast 5 Prozent des weltweiten Angebots ausmacht. Der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman - der erst knapp eine Woche im Amt ist - sagte, dass durch den Angriff die Gasproduktion um 50 Prozent abgefallen sei.

Die Ölproduktion wurde schwer getroffen. Aber noch größer sind die politischen Auswirkungen. Die Houthi-Rebellen im Jemen werden vom Iran unterstützt. Der Saudi-Jemen-Krieg (Houthi), der seit 2015 geführt wird, wird allgemein als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran angesehen. Der Konflikt könnte sich nun in einen offenen Krieg mit dem Iran verwandeln. Der Iran rasselte vor allem mittels seiner Stellvertreter mit den Säbeln als es im Mai und Juni dieses Jahres auf Angriffe auf Schiffe rund um die für den Öltransport wichtigste Seestraße der Welt, die Straße von Hormuz, kam.

Das relative Fehlen von Nachrichten in den Schlagzeilen hatte den Markt zu der Annahme verleitet, dass es eine Deeskalation der Risiken in der Region gäbe. Erst letzte Woche fielen die Ölpreise an einem einzigen Tag um mehr als 2 Prozent, als Präsident Trump seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton entließ, der allgemein als Iran-Habicht angesehen wurde. Die Ereignisse der letzten Tage sind eindeutig kein Zeichen einer Deeskalation. Wir glauben, dass die geopolitische Prämie für Öl steigen wird, da das Risiko einer militärischen Intervention in der Region von Tag zu Tag wächst."

Geldpolitik stößt an Grenzen

von Gerhard Winzer, Chefvolkswirt der Erste Asset Management.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gestern den Einlagenzins für Banken von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent gesenkt, der Leitzins bleibt unverändert auf 0 Prozent. Das Ziel von EZB-Präsident Mario Draghi ist die Finanzierungsbedingungen möglichst günstig zu halten. Ab dem 1. November werden zudem Anleihen für bis zu 20 Milliarden Euro im Monat gekauft.

1. Proaktive, lockere Geldpolitik

Zahlreiche Zentralbanken, allen voran jene in den USA haben in diesem Jahr einen Schwenk von Leitzinsanhebung auf Leitzinssenkung vollzogen. Die Hauptargumente für diese Umkehr waren nicht nur die Eintrübung der Aussichten für das reale Wirtschaftswachstum und die Inflation sondern auch die angestiegene Unsicherheit, ausgelöst durch den an Intensität gewonnenen Konflikt zwischen den USA und China. Das heißt, die Zentralbankpolitiken waren pro- und nicht reaktiv.

Das gilt auch für die Europäische Zentralbank. Mit den gestern, am 12. September gesetzten Maßnahmen (Leitzinssenkung, Anleiheankaufsprogramm, Reinvestition von auslaufenden Anleihen, neue langfristige Finanzierungsmodalitäten für Banken, gestaffeltes System für die Überschussliquidität der Banken) soll das geldpolitische Umfeld nochmals gelockert werden.

Lockerung des Finanzumfeldes

Die Zentralbanken waren damit in der Lage, trotz der Eintrübung des volkswirtschaftlichen Umfeldes Kursanstiege auf den Finanzmärkte zu befördern. Mit einer gewissen Zeitverzögerung wird dies auch unterstützend auf das Wirtschaftswachstum wirken.

Ähnliches gilt auch für die Stimulierungsmaßnahmen in China. So soll durch eine Absenkung der Mindestreservesätze für Banken das Kreditwachstum unterstützt werden. Die Maßnahmen waren bis jetzt vergleichsweise moderat. Eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums wurde bis jetzt nur gedämpft aber nicht verhindert.

Abgenommene Effektivität der Geldpolitik – säkulare Stagnation

Das außerordentlich niedrige Zinsniveau befindet sich bereits in der Nähe der sogenannten effektiven Zinsuntergrenze. Auf diesem Niveau können die Leitzinsen nicht mehr um mehrere Prozentpunkte gesenkt werden, um eine Rezession zu bekämpfen.

Im Fall einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung würden wir uns in der kuriosen Situation befinden, dass die Zinsen zwar niedrig aber immer noch zu hoch sind. In weiterer Folge könnten wichtige Volkswirtschaften in ein Umfeld abgleiten, das säkulare Stagnation heißt. Die Eigenschaften von diesem Szenario klingen wenig attraktiv aber bekannt:

  1. niedriges Wirtschaftswachstum,
  2. niedrige Inflation,
  3. niedrige Zinsen,
  4. niedriges Gewinnwachstum und
  5. erhöhte Anfälligkeit für eine Rezession,
  6. für eine längere Zeit.

Druck auf andere Politikbereich steigt an

Die Geldpolitik stößt an ihre Grenzen. Das gilt seit einiger Zeit für Japan und jetzt auch insbesondere für die Eurozone. Der klassische Ausweg aus der „Niedrigzinsfalle“ ist eine expansive Fiskalpolitik, sprich: Höhere Budgetdefizite könnten die Nachfrage erhöhen.

Das ist natürlich nur dann nachhaltig, wenn Investitionen gefunden werden, die einen positiven Cash Flow – direkt oder indirekt über zum Beispiel Maßnahmen zum Klimaschutz – versprechen. Für die Eurozone kommt erschwerend dazu, dass nach vor eine gemeinsame beziehungsweise eine koordinierte Fiskalpolitik fehlt (sowie eine gemeinsame Wirtschaftspolitik).

2.Das Volkswirtschaftliche Umfeld

Das volkswirtschaftliche Umfeld kann auf globaler Ebene mit schwachem Wachstum bei niedriger Inflation beschrieben werden. Mit den zur Verfügung stehenden Daten können die drei möglichen realistischen Szenarien 1) „Stabilisierung nach der Abschwächung“, 2) „Abgleiten in die Rezession“ oder 3) „säkulare (langfristige) Stagnation“ nur schwer voneinander unterschieden werden.

Reales globales Wirtschaftswachstum unter dem Potential

Versucht man mit den Konjunkturindikatoren das weltweite reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zu schätzen, erhält man eine Bandbreite von 2% bis 2,3% für das dritte Quartal 2019. Das liegt unter Potenzial, das heißt, unter jenem Wert mit dem die Weltwirtschaft bei Vollauslastung wachsen könnte (2,5% – 3,0%).

Schwache Anzeichen einer Stabilisierung

In den vergangenen Wochen sind Indikatoren veröffentlicht worden, die auf ein Ende der Abschwächung des Wirtschaftswachstums hindeuten. Diese Anzeichen sind allerdings schwacher Natur. Unter anderem hat im Sommer eine Verbesserung bei den Exporten und der Industrieproduktion im asiatischen Raum stattgefunden.

Zudem hat es mit dem Anstieg beim globalen Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor im Monat August eine marginale Verbesserung in jenem Sektor gegeben, den es seit Anfang 2018 am stärksten erwischt hat.

Abwärtsrisiken

Mittlerweile sind negative Überwälzungseffekte vom schwachen Fertigungssektor auf den Servicesektor und den Arbeitsmarkt erkennbar. Bis vor kurzem hat der starke Arbeitsmarkt die persönlichen Einkommen und damit den privaten Konsum unterstützt. Die Arbeitslosenraten sind zwar nach wie vor niedrig, aber das Beschäftigungswachstum ist bereits gefallen. Zudem deuten die umfragebasierten Indikatoren auf eine Fortsetzung der Abschwächung am Arbeitsmarkt an.

Disinflation

In vielen entwickelten Volkswirtschaften sind die Inflationsraten (Konsumentenpreise) unter dem jeweiligen Zentralbankziel. Zudem weisen zahlreiche Preisindikatoren eine fallende Tendenz auf. Der treibende Faktor dafür ist der rückläufige Inflationstrend auf der Produzentenebene. Das reflektiert die stagnierende Fertigung auf globaler Ebene.

Angespannte Geopolitik

Ähnlich wie auf der Wachstumsseite ist auch die geopolitische Seite nach wie vor angespannt. Gleichzeitig gibt es auch hier leichte Anzeichen einer Entspannung:

  • Die Konfrontation zwischen den USA und China ist strategischer Natur. Nach wie vor heben die USA die Zölle auf chinesische Importe an. China reagiert unter anderem damit, die Währung Renminbi gegenüber dem US-Dollar abschwächen zu lassen. Immerhin wurde für Oktober eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und China vereinbart. Die Reaktion: Eine Festigung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar.
  • Mit der neuen Regierung in Italien zwischen PD und M5S ist die Wahrscheinlichkeit für eine Konfrontation zwischen Italien und der Europäischen Kommission gesunken.
  • Das Brexit-Chaos und der Zugang von Premier Johnson zur Politik (Hardball) verunmöglichen eine seriöse Prognose. Der Versuch des britischen Parlaments die Kontrolle über den Brexit-Prozess zu erlangen, hat die Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Brexit am 31. Oktober nicht wirklich reduziert.

Die durch die geopolitische Ebene erzeugte Unsicherheit kann ganz gut mit einem Indikator in die Welt des Wirtschaftswachstums übersetzt werden. Die Stimmungsindikatoren für den Unternehmenssektor weisen seit Anfang 2018 eine fallende Tendenz auf.

Damit einhergehend ist auch das Wachstum der Unternehmensinvestitionen drastisch gefallen. Eine „Waffenstillstand“ zwischen den USA und China hätte das Potenzial, die Stimmungslage der Unternehmen zu stabilisieren.

Grafik: Fallende Unternehmensstimmung; Quelle: OECD

Schlussfolgerung

Das Besondere an der aktuellen Situation ist nicht die zyklische Abschwächung der Weltwirtschaft sondern das außerordentlich niedrige Zinsniveau. Denn dadurch ist die Effektivität der Geldpolitik drastisch gesunken und die Wahrscheinlichkeit für eine lange andauernde Stagnation angestiegen.

Positiv betrachtet könnten wir noch einmal die Kurve kratzen. Die bis jetzt gesetzten Lockerungsmaßnehmen der Zentralbanken auf globaler Ebene und die Stimulierungsmaßnahmen in China könnten ausreichen, wenn gleichzeitig die Unsicherheit auf der geopolitischen Seite sinkt, das heißt, wenn die USA und China eine (kosmetische) Übereinkunft erzielen.

Selbst aus einer säkularen Stagnation gäbe es – zumindest theoretisch – einen Ausweg: öffentlich finanzierte Investitionen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Medical Cannabis bereichert das Repertoire der Schulmedizin

Vor wenigen Jahren war medizinisches Cannabis noch stigmatisiert und kaum beachtet. Seitdem ist global einiges geschehen, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. In Israel werden in Pflege- und Altenheimen Patienten mit Cannabis versorgt, das kanadische Gesundheitsamt gibt auf 263 Seiten Anwendungshinweise für Cannabis zur Therapie von vielseitigen Krankheiten und in den USA reduziert sich das Ausmaß der Opioid-Epidemie durch medizinisches Cannabis.

Cannabis gilt nun also in Teilen der Welt als legale Heilpflanze. Eine Heilpflanze ist eine Nutzpflanze, die zu Heilzwecken oder als Arzneipflanze zur Linderung von Krankheiten innerlich oder äußerlich verwendet wird. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Cannabis wird für das Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der GMP Richtlinien (Good Manufacturing Pratice) kultiviert. Unter der „Guten Herstellungspraxis“ versteht man einen Maßstab zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch bei Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln. 

Das somit qualitäts- und reinheitskontrollierte Medical Cannabis hat ein umfassendes Wirkspektrum, das gegenwärtig in hunderten klinischen Studien erfasst und lizensiert wird. Bereits lizensiert sind Medical Cannabis-Medikamente beispielsweise gegen Multiple Sklerose, Epilepsie und zur begleitenden Therapie in der Onkologie. Das pharmazeutische Potenzial von Cannabinoiden und Terpenen ist kaum zu begrenzen und lässt somit auf weitere wegweisende Lizensierungen schließen.

Das Endocannabinoid-System (ECS) wurde vor knapp 30 Jahren entdeckt und Studien, die sich mit seiner Funktion beschäftigen, befinden sich noch in den Kinderschuhen. Obwohl sich die Situation langsam bessert, hat das Jahrzehnte geltende Verbot der Cannabispflanze die klinische Forschung gravierend verlangsamt und behindert. Cannabis ist die einzige Quelle von Phytocannabinoiden, weshalb es ein verbotener Prozess war, das Material für die Studien zu beschaffen. Das ändert sich gegenwärtig, sodass auch hierdurch mit umfassenden Fortschritten zu rechnen ist.

Neben den Patienten, die Linderung ihrer Erkrankung erfahren dürfen, bietet diese Entwicklung maßgeblich eine Chance für Investoren. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 12 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

„So lange es nötig ist“

„Die heutige EZB-Sitzung ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie Mario Draghi die Grenzen des EZB-Mandats ausdehnt“, kommentiert Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei der Legg Mason-Tochter Western Asset Management, die heutige Sitzung der europäischen Währungshüter. „Oberflächlich betrachtet mag die Ankündigung fast schon enttäuschen – zumindest im Vergleich zu den Erwartungen des Marktes. ‚Eine Zinssenkung von nur zehn Basispunkten‘ mögen manche unken. Und auch die Wiederbelebung des Anleiheankaufprogramms liegt gerade einmal bei 20 Milliarden. Was dabei jedoch übersehen wird: Die EZB hat heute die logische Verbindung zwischen möglichen Zinsänderungen und einer quantitativen Lockerung auf den Kopf gestellt.“

Was Billmeier damit meint: Bisher war der Kausalzusammenhang stets ein „Wir erhöhen die Zinsen irgendwann, nachdem die Anleiherückkäufe abgeschlossen sind.“ Nach der heutigen Sitzung lautet die Logik jedoch: „Wir hören erst kurz vor einer Zinserhöhung mit den Ankäufen auf.“ Billmeier glaubt deshalb, dass ein Ende des neuen Ankaufprogramms – das zufälligerweise genau dann beginnen soll, wenn die neue EZB-Chefin Christine Legarde ihr Amt antritt und Boris Johnson gerne aus der EU austreten möchte – absolut offen ist.

Der geringer als erwartet ausfallende monatliche Ankaufsbetrag umgeht dabei allein das Problem der aktuellen Knappheit: „Die EZB kann mit der gegenwärtigen Regelung gute zwei bis drei Jahre fortfahren, ohne dass die selbstauferlegten Aufkaufbeschränkungen greifen. Oder anders ausgedrückt: Die EZB hat noch nicht ihr ganzes Pulver verschossen, um Inflation und Inflationserwartungen näher an die Zielmarke von zwei Prozent zu bringen."

Der stete Tropfen ohne erkennbares Ende aus dem Anleiheankaufprogramm sowie die Verknüpfung möglicher Zinserhöhungen mit dem Ergebnis der Kerninflation und den Inflationsvorhersagen würden damit stark mit Draghis Aussage aus 2012 konkurrieren. „Aus einem ‚was auch immer nötig ist‘ wird nun ein ‚so lange es nötig ist“, schließt Billmeier ab.


Über Legg Mason

Die Philosophie von Legg Mason lautet „Investing to Improve LivesTM“. Ziel ist es, Anlegern weltweit dabei zu helfen, bessere Ergebnisse bei der Geldanlage zu erzielen und ihnen dafür ein breiteres Spektrum an Investitionsstrategien, Anlegevehikeln sowie Zugang zu unabhängigen Investmentmanagern mit einer breiten Expertise bei Aktien, Anleihen, alternativen und liquiden Investments anzubieten. Insgesamt verwaltet Legg Mason ein Vermögen von 780,2 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. Juni 2019). Wenn Sie mehr über Legg Mason und seine Tochtergesellschaften erfahren möchten, schauen Sie auf der web site oder im newsroom vorbei oder folgen Sie Legg Mason auf LinkedInTwitter, oder Facebook

Bad omen: what the yield curve says about stocks

The inversion of the US yield curve strengthens the bear case for the economy and stock markets, argues Luca Paolini, Chief Strategist at Pictet Asset Management.

A US recession and flat equity markets. If history is any guide, that is what the inverted US yield curve is forecasting.

Yields on benchmark 10-year Treasury bonds have this month fallen below those on 2-year paper for the first time since 2008. That follows an inversion of another part of the curve earlier in the year. The trend isn’t limited to the US either – UK and Swiss curves are also inverted, while Japan is a whisker away (see chart).

TURNING NEGATIVE

Yield spread between 10-year and 2-year government bonds, ppts

Source: Refintiv. Data covering period 01.08.2018-14.08.2019.

According to our research, that means storm clouds are gathering both for the economy and for equity markets. That's because an inverted (or flattening) yield curve has historically proved a reliable predictor of recessions and bear markets in stocks. In the US, for instance, each of the last seven slumps has been preceded by an inversion of the curve.

A US recession typically occurs 1 year after the inversion of the yield curve between 10 and 2 year bonds. That’s because the yield curve has historically been very closely correlated with the output gap – the difference between an economy's current rate of growth and its long-term potential (see chart).

LESSONS FROM HISTORY

Yield spread between 10-year and 2-year Treasury bonds and US output gap, ppts

Source: Refinitiv. Data covering period 14.08.1986-14.08.2024.

If precedent holds, US economic growth is set to decelerate significantly – according to our analysis the curve implies an average real GDP growth of about 1 per cent over the next five years. That average, in turn, likely hides a period of economic contraction.

All of which is bad news for equity markets. Every bull market has started and ended with a US recovery and a US recession since 1950 – and we’ve had 10 recessions since then. This suggests that a major market peak is likely within the next 12 months.

Although the yield curve is just one of a number of variables we use in our asset class return forecast model, the negative spread between the 10-year and 2-year US bond yields indicates US equities could deliver as little as 2 per cent per year over the next five years in nominal terms. That's only marginally below the forecasts in our Secular Outlook and down from an annualised return of about 10 per cent during the previous five years. Factor in inflation, and real returns will be around zero.

In other words, the US yield curve is telling us that the S&P 500 in 5 years’ time will be around 3,000, almost unchanged from current levels. This doesn’t mean the market will flat-line over the whole period. Instead, there’s likely to be considerable volatility – another typical consequence of an inverted yield curve.

An inverted yield curve is consistent with the VIX index – a measure of expected volatility of US equities, based on options pricing – to rise around 30 per cent over the next two years.

What does this mean for investors? Strategically, this is the right time to reduce allocation to equities. Tactically, the market could offer a final “entry point” in this cycle, but the upside is limited in both time and size.


Über Luca Paolini

Als Chief Strategist ist Luca Paolini für die taktische und strategische Asset-Allocation verantwortlich. Er hat fast 20 Jahre Erfahrung als Stratege für Anlageklassen, Regionen und Sektorallokation. Luca Paolini gehört unserer Strategic Unit als Mitglied mit Stimmrecht an. Er teilt auch seine Investmenteinschätzungen in unserem Barometer, dem monatlichen Marktausblick, und dem Secular Outlook, unserer Fünfjahresprognose.
In seiner Funktion als Chefsprecher für die Märkte äussert er sich häufig in der Presse und ist regelmässig auf CNBC, Bloomberg Business und Reuters TV zu sehen.
Bevor er 2012 zu Pictet Asset Management wechselte, war er als Equity Strategist bei Credit Suisse und Investment Strategist bei Union Investment tätig. Er begann seine Laufbahn 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management und war dort für die Asset-Allocation und Anlagestrategie verantwortlich.
Luca Paolini besitzt einen Master-Abschluss in International Economics & Management der SDA Bocconi School of Management und einen Laurea Magistrale in Politikwissenschaften der Universität Bologna.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

20 Jahre ESPA Bond Europe High Yield – Innovationen und Entwicklungen

von Bernd Stampfl, Senior Fund Manager Fixed Income Markets der Erste AM.

Als am 7. Mai 1998 Apple seinen ersten iMac vorstellte, steckte ein amerikanische Hard- und Softwareentwickler in seiner größten wirtschaftlichen Krise und mit dem Rücken zur Wand. Nachdem sein damaliger Gründer das Unternehmen im Jahr 1985 verlassen hatte, führten in den Jahren darauf falsche Managemententscheidungen aufgrund unklarer Strategien und einer viel zu umfangreichen Produktpalette zu einer Konzernkrise.

Im Jahr 1997 stand das Unternehmen sogar kurz vor der Pleite, und das Rating des Emittenten wurde von der Ratingagentur Standard and Poors auf B- herabgestuft, den tiefsten Stand in der Firmengeschichte.

Bei dem Unternehmen handelt es sich auch um Apple, und der Gründer hieß Steve Jobs. Steve Jobs verordnete bei seiner Rückkehr in das Unternehmen sofortige, strenge Sparmaßnahmen und begann seine Ideen und Visionen für Apple umzusetzen insbesondere die Entwicklung des Apple iMac.

Beginn des High Yield Marktes für europäische Unternehmensanleihen

Zu dieser Zeit war der Markt für europäische Unternehmensanleihen mit Junk-Rating (High Yield) noch sehr klein. Europäische Emittenten begaben ihre Anleihen aufgrund der Liquidität und der Anzahl der Marktteilnehmer lieber in US-Dollar. Am Jahresende 1997 waren nur 8 Anleihen denominiert in D-Mark und ECU handelbar.

Der vielleicht bekannteste Emittent darunter ist die Firma Geberit aus dem Sanitärbereich mit Sitz in der Schweiz. Alle anderen Unternehmen aus dem Index wurden in den Jahren darauf entweder übernommen oder existieren nicht mehr.

Vor der Einführung des Euros existierte de facto kein europäischer Kapitalmarkt für Unternehmensanleihen geschweige denn High Yield. Es gab bestenfalls illiquide, nationale Märkte segmentiert nach Währung und lokalen Zinsrisiken.

Es gab keinen harmonisierten Standard für Zinsusancen, zentrale Abwicklung, Emissionsprospekte etc. Nach dem zaghaften Beginn mit einzelnen in Vorläuferwährungen des Euro denominierten Anleihen, nahm der europäische High Yield-Markt mit der Einführung des Euro als Buchgeld in 1999 Fahrt auf.

Ein Iphone kam geflogen

Im Jahr 2000 belief sich die Anzahl der Titel bereits auf 60, im Folgejahr auf 97 und am 9. Januar 2007 auf 186, dem Tag als Apple sein erstes iPhone vorgestellt hat. Es war für das Unternehmen nicht nur ein kleiner weiterer Schritt. Mit dem iPhone gelang hier der ganz große Wurf.

In den ersten Jahren erreichte Apple nur einen Marktanteil von 4%, erwirtschaftete aber gleichzeitig über alle Hersteller hinweg 50% aller Gewinne. Und war rund 10 Jahre nach seiner größten Krise ganz oben angekommen.

Es gibt natürlich auch negative Beispiele, das soll aber nicht das Thema sein. Der Blogeintrag möchte auch nicht die Erfolgsgeschichte von Apple per se erzählen, sondern erinnern, dass ein Unternehmen selbst mit Junk-Rating dank einer guten Idee und Investoren, die auch daran glauben, sehr erfolgreich werden kann.

Pleite von Lehman Brothers

In den letzten 20 Jahren, seitdem es den ESPA Bond Europe High Yield gibt, ist vieles passiert. Die vielleicht schwierigsten, aber im Nachhinein auch interessantesten Tage und Wochen, waren diejenigen kurz vor und nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008.

Als sich damals die Risikoaufschläge (die zu bezahlenden höheren Zinsen gegenüber risikolosen Anleihen) für die Unternehmen im Universum fast über Nacht auf das Zwölffache ausweiteten, war es undenkbar, dass der Großteil der Unternehmen weiterbestehen würde. Die Folge von Massenkonkursen wäre u.a. ein massives Ansteigen der Arbeitslosigkeit gewesen.

Durch die koordinierten Interventionen der Zentralbanken wurde der Geldmarkt stabilisiert und das größte Übel verhindert. Innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl der Anleihen im Universum von 169 auf 229.

Aktuell beläuft sich die Ziffer auf fast 500 Anleihen. Man könnte jetzt vermuten, dass darunter viele Unternehmen sind, die wie Apple damals kurz vor der Pleite stehen. Dem ist aber nicht so.

Neben vielen kleinen Unternehmen, die trotz eines Junk-Ratings gut aufgestellt sind, befinden sich im Universum auch bekannte Namen von Produzenten von Technologien für autonome Fahrsysteme für Automobile oder Weltmarktführer für Energiesysteme für Haushalte, Anbieter von Server-Systemen für Großunternehmen sowie auch Anbieter von digitalen Zahlungssystemen.

Das neue Apple

Vielleicht ist ja in 20 Jahren eines dieser Unternehmen das neue Apple. Das macht die Arbeit auch so interessant, aber auch herausfordernd. Und überhaupt ist, bedingt durch die Niedrigzinspolitik in den Jahren seit der Lehman Pleite, die Anzahl der Investoren am High Yield-Markt rasant gestiegen.

Eine höhere Anzahl an Investoren, gepaart mit gestiegenen Anlagevolumina bedeutet bei einer stabilen Anzahl und Volumen an investierbaren Titeln auch eine vergleichbar höhere Nachfrage nach Papieren. Investoren sind bereit, höhere Preise zu bezahlen auf der Suche nach Rendite.

Ein gut funktionierender Markt für Unternehmensanleihen ist für viele Unternehmen sehr wichtig insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe oder Unternehmen mit einem relativ hohen Kapitalbedarf, um deren Investitionen in Forschung- und Entwicklung zu finanzieren.

Außerdem liefert der Markt für High Yield-Anleihen Bewertungen für die zukünftigen wirtschaftlichen Aktivitäten der emittierenden Unternehmen  angesichts aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen.

Quelle: Erste Asset Management GmbH

FAZIT

Der Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark verändert. Ähnlich wie auch das Nutzerverhalten im Internet, das Aufkommen neuer Finanzprodukte oder die Entwicklung von alternativen Energien. Alles verläuft schneller und direkter. Auch die Anlageentscheidungen müssen schneller getroffen und regelmäßig hinterfragt werden.

Der europäische High Yield-Markt startete Ende des vorigen Millenniums mit einer Marktkapitalisierung von knapp EUR 700 Millionen. Zuletzt belief sich die Marktkapitalisierung auf EUR 285 Milliarden. Der Fonds ESPA BOND EUROPE HIGH YIELD war quasi von der Geburtsstunde dieses für Unternehmen wichtigen Marktsegmentes dabei und konnte seit Auflage einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 3,78% erzielen.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

„Digital Assets bieten ein aus Anlegersicht sehr interessantes Risiko-/Renditeprofil“

Insbesondere in den USA investieren namhafte Family Offices sowie auch Endowment-Funds wie die Yale-Stiftung bereits in Digital Assets (Blockchain & Crypto Assets). Anlässlich des 167. Hedgeworks haben Dr. Philipp Cottier und Claus Hilpold von der L1 Digital AG das Thema aufgegriffen, um das gegenwärtig verfügbare Digital Asset Universum – von Liquid Venture bis Arbitrage und Market Making – näher zu beleuchten.

HEDGEWORK: Herr Hilpold, Sie befassen sich bei der L1 Digital AG mit „Digital Assets“. Können Sie beschreiben, was darunter zu verstehen ist und was diese Anlageklasse auszeichnet?

Claus Hilpold: Unter Digital Assets verstehen wir Vermögenswerte, welche vollständig digital abgebildet werden. Es gibt hierfür noch keine einheitliche Definition und Klassifikation. Anlehnend an die International Token Standardization Association kann man das Universum aber beispielsweise nach der ökonomischen Funktion in i.) Zahlungstoken ii.) Nutzungstoken und iii.) Anlagetoken kategorisieren1. In den meisten Fällen werden Digital Assets dezentral und auf einer Blockchain abgebildet. Eine Verschlüsselung erfolgt hierbei über die Kryptographie. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Cryptocurrencies, Crypto Assets oder Tokens zumeist synonym verwendet, wenngleich es hier im Detail durchaus leichte Abgrenzungen bei den Begrifflichkeiten gibt.

HEDGEWORK: Kann man denn hier überhaupt von einer neuen Anlageklasse sprechen?

Philipp Cottier: Im digitalen Zeitalter, in welchem wir uns ohne Zweifel befinden, werden immer mehr Assets digital abgebildet. In diesem Zusammenhang entstehen ganz neue Businessmodelle, welche ausschließlich digital und oftmals dezentral auf einer Blockchain basieren. Mit zwischenzeitlich mehr als 2500 gelisteten Tokens mit einer gesamten Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar kann man durchaus attestieren, dass ein neues Segment entsteht2. Nicht erfasst sind hierbei übrigens die mehr als 10.000 nicht gelisteten Private Tokens.
Claus Hilpold: Da Digital Assets zum anderen unkorreliert zu den traditionellen Anlageklassen und auch relativ liquide sind, aber andere Risiko- und Renditeeigenschaften aufweisen, gehen wir davon aus, dass sich Digital Assets mit der Zeit als eigene Assetklasse innerhalb der Alternative Assets etablieren werden.

HEDGEWORK: Welche aktiven Investment-Strategien und Fonds gibt es in diesem Bereich heute schon?

Claus Hilpold: Ich war gerade im April auf einem einwöchigen Researchtrip in den USA, bei welchem wir in New York, Los Angeles und San Francisco eine Vielzahl von aktiven Fondsmanagern getroffen haben. Interessanterweise kann das Lager hier ganz grob in zwei Kategorien aufgeteilt werden. Da gibt es zum einen das Lager der Trading Funds, welche die Grundlage schaffen für einen immer liquider werdenden Markt. Zum Beispiel Long/Short-Strategien mit systematischem Ansatz, Market Making, Arbitrage, CTA Trendfolge, Statistical Arbitrage. Dem steht die zweite Kategorie der sogenannten Fundamental Funds gegenüber. In diese Kategorie fallen Strategien wie Liquid Venture, Fundamental Long-only oder Fundamental Long/Short. Zwischenzeitlich gibt es weltweit über 800 Fonds, wenn man die Fonds mit Venture-Capital-Charakter im Crypto-Bereich miteinbezieht.

HEDGEWORK: Wie sieht ein solcher Fonds typischerweise aus?

Claus Hilpold: Es handelt sich noch um ein sehr junges Segment. Dennoch gibt es mittlerweile einige professionelle Fonds mit mehrjährigem Track Record und einigen Hundert Millionen US-Dollar unter Management, sophistiziertem Risikomanagement und Teamgrößen von 20+ Spezialisten. Typischerweise setzen sich diese Teams zusammen aus Computer Scientists, Mathematicians, Cryptographers und Traders. Die Manager sind vorwiegend in den USA und Ostasien zu Hause, in Europa ist die Blockchain-Industrie noch kleiner. Der Großteil der Industrie ist aber immer noch sehr Wild-West-mäßig unterwegs, das heißt, mit sehr kurzen Live-Track-Records, mangelnder Corporate Governance, großen operationellen Risiken, mit Assets von weniger als zehn Millionen US-Dollar und weniger als fünf Mitarbeitern. Von den oben geschilderten 800 Fonds fallen schon allein dadurch rund 90 Prozent aus dem Raster. Aber wie in jeder neu entstehenden Industrie, trifft man auch hier immer wieder auf Kandidaten, die positiv überraschen. Für das Auffinden dieser Perlen ist sehr viel intensive manuelle Arbeit, Reisen und Networking notwendig. Ganz ähnlich wie es in den 90er-Jahren in der Hedgefonds-Industrie war.

HEDGEWORK: Worauf ist im Besonderen zu achten, wenn Sie derartige Fonds analysieren?

Philipp Cottier: Neben einer fundierten Einschätzung des Teams, dessen Netzwerks und Erfahrung, der Strategie, des Track Records, des Risikomanagements etc. im Rahmen einer extensiven Qualitative Due Diligence kommt an zweiter Stelle gleich die Operational Due Diligence, also die Überprüfung der unabhängigen Serviceprovider wie Administratoren, Depotbanken, Revisoren, aber auch interne Prozesse, die den institutionellen Maßstäben, wie man sie in anderen Asset-Klassen gewohnt ist, Rechnung tragen. Geprüft werden muss, wie die Verwaltung der Private Keys erfolgt? Was die Run-Rate des Asset-Managers ist? Wie die Corporate Governance gelöst und wie der Investmentprozess aufgesetzt ist? Bis hin dazu, ob gegebenenfalls steuerliche Probleme drohen? Dies sind nur ein paar Aspekte, die es zu beachten gilt. Eine geringere Bedeutung bei der Auswahl kommt der Quantitativen Due Diligence zu, dies vor dem Hintergrund der oftmals sehr kurzen und statistisch wenig signifikanten Track Records.

HEDGEWORK: Welches sind bis dato die Investoren im Segment der digitalen Assets?

Philipp Cottier: Aktuell begrenzt sich die Investorenschaft auf Tech-affine HNWIs und Family Offices, sowie einige Stiftungen wie Harvard oder Yale und VC Funds wie Sequoia oder USV. Klassische institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen sehen wir aktuell noch nicht. Vereinzelt liest man, dass gewisse US-Pensionfunds erste Investments in homöopathischen Dosen tätigen – quasi als Testinvestment. Auch Cambridge Associates als internationaler Consultant für vornehmlich institutionelle Investoren hat in einer viel beachteten Studie jüngst dafür geworben, sich diesem Thema zu widmen.

HEDGEWORK: Welche Chancen eröffnen sich einem „unregulierten“ Investor, wie etwa Family Offices hier?

Philipp Cottier: Für mich als Family Investor waren zwei Argumente ausschlaggebend, bei meinen ersten Investitionen in den Blockchain- und Krypto-Bereich im Jahr 2015. Zum einen wurde es immer offensichtlicher, welches disruptive Potenzial diesen Technologien innewohnt. Zum anderen bieten Digital Assets aus anlegertechnischer Sicht ein sehr interessantes Risiko-/Renditeprofil. Nicht selten bringen erfolgreiche Projekte einen Pay-Off, welcher dem zehn-, 20- oder gar 100-Fachen des eingesetzten Kapitals entspricht. Desweiteren herrscht in diesem Bereich, wie eingangs schon geschildert, ein regelrechtes Wild-West-Umfeld vor. Dies bietet dem sophistizierten und erfahrenen Investor die Möglichkeit, von der Informationsasymmetrie zu profitieren und gleichzeitig die Risiken durch Diversifikation einzudämmen.

HEDGEWORK: Gibt es eine sinnvolle Möglichkeit, das Anlageuniversum der Digital Assets zu klassifizieren, um hier vor lauter Bäumen nicht den Gesamtüberblick zu verlieren?

Claus Hilpold: Es gibt derzeit verschiedene Versuche und Herangehensweisen, um Kategorien, Definitionen und Standards zu definieren. Bei L1 Digital unterscheiden wir Layer-1- und Layer-2-Protokolle, Distributed Apps, Tokenized Assets, Enterprise Blockchains sowie Services/Infrastructure. Zu erwähnen ist aber auch die aus Berlin geführte Initiative der International Token Standardization Association – ITSA, welche zum Ziel hat, ein international anerkanntes Klassifizierungssystem zu etablieren. ITSA erfasst jeden Token, klassifiziert nach verschiedenen Kriterien und versieht diesen mit einer eindeutigen Identifikationsnummer analog der ISIN, die heute bei Wertpapieren Verwendung findet3.

HEDGEWORK: Was sind die Fallstricke in diesem Marktsegment, die es zu beachten gilt?

Claus Hilpold: Neben den oben erwähnten Aspekten der operationellen Due Diligence ist eine der großen Herausforderungen, überhaupt erst den Zugang zu erhalten zu den erfolgsversprechendsten Teams und Fonds. Auch wenn vereinzelt Datenbankanbieter versuchen, das Universum in ihren Datenbanken zu erfassen und so dem zahlenden Investor zugänglich zu machen, haben wir bisher keinen einzigen unserer Fonds, in die wir investiert haben, auf diese Weise gefunden.

HEDGEWORK: Und welches ist Ihre Lösung?

Claus Hilpold: Hier kommt dem Networking und entsprechenden persönlichen Empfehlungen und Kontakten eine hohe Bedeutung zu. Dies heißt auch, dass unser Team bei L1 Digital konstant in Asien, USA und Europa unterwegs ist, für Konferenzen, One-to-One-Meetings, Due Diligence Onsites, Hackathons etc.
Philipp Cottier: Es gilt auch zu beachten, dass Direktinvestitionen in Digital Assets für die meisten institutionellen Investoren aufgrund des regulatorischen Umfeldes, administrativer Überlegungen – Private-Key/Public-Key Handling –, der Komplexität oder schlicht der herausfordernden Diversifikation nicht der geeignete Weg sind. Eine Investition in einzelne Fonds ist denkbar, jedoch aufgrund der bereits besprochenen Herausforderungen auch nur begrenzt geeignet. Aus diesem Grund empfehlen wir, via Dachfonds oder Multi-Manager-Lösungen zu investieren.
Claus Hilpold: Für die meisten institutionellen Investoren wiederum handelt es sich bei Digitalen Assets um eine neue Anlageform. Dementsprechend werden viele Investoren zuerst nur in sehr kleinem Stil investieren, um erste Erfahrungen zu sammeln. Dies sollte dann möglichst breit diversifiziert geschehen, um die hohe inhärente Volatilität der Anlageklasse abzufedern. Gleichzeitig möchte man aber auch aus Effizienzgründen die Team-Ressourcen für ein Investment von ein bis zwei Prozent der Portfolioallokation nicht über Gebühr strapazieren und im Idealfall gerne von einem Knowledge-Transfer profitieren. Dies ist der Ansatz, welchen wir bei L1 Digital verfolgen. Daher bieten wir eine Multi-Manager-Lösung über eine regulierte Fondsstruktur an.

Die Fragen stellte Hedgework-Mitarbeiter Ronny Kohl.


1) Quelle: https://itsa.global/
2) Quelle: https://coinmarketcap.com/de/
3) Quelle: https://itsa.global/

Claus Hilpold, CFA, CAIA,

ist Senior Advisor bei L1 Digital AG. Im Jahr 2008 gründete er die POLARIS Investment Advisory AG in Zürich, ein erfolgreiches Vertriebsunternehmen für alternative Anlageformen an institutionelle Kunden in ganz Europa. Zuvor war er Head Business Development für Deutschland und Österreich bei Harcourt Investment Consulting AG und davor Teil des Derivate- und Strukturierungsteams der Commerzbank. Claus ist verantwortlich für die Vertriebs- und Marketingstrategie bei L1 Digital.

Dr. Philipp Cottier

ist Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied des Investitionsausschusses der L1 Digital AG. Er ist aktiver Investor in Blockchain- und Fintech-Startups, Hedgefonds und Private Equity in Schwellenländern und außerdem Aufsichtsratsmitglied der Crypto Finance AG, der Crypto Fund AG, der Crypto Storage AG und der Siglo Capital Advisors. Zuletzt war er Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Private Equity Investments bei responsAbility Investments, einer im Impact-Bereich tätigen Investmentgesellschaft. Von 1998 bis 2009 war Philipp CEO der Harcourt Investment Consulting AG.

L1 Digital AG

Mit Sitz in der Schweiz konzentriert sich die L1 Digital AG als Investment Adviser auf die Erschließung von Investitionsmöglichkeiten in der Blockchain-Industrie, insbesondere auf die Analyse der besten Krypto- und Blockchainfonds weltweit. Die Firma wurde im Jahr 2018 gemeinsam von Ray Hindi, Dr. Philipp Cottier, Armand van Houten und Claus Hilpold in Zürich gegründet.

Hohe Dividendenrenditen bei UK-Aktien – worauf Fixed-Income Investoren achten sollten

von Chris Gannatti, Head of Research Europa, WisdomTree.

Zeitenwende auf den Anleihenmärkten: Noch vor einem Jahr1 betrug die 10-jährige Rendite für US-Treasuries 2,85 Prozent und die 10-jährige Rendite bei deutschen Bundesanleihen 38 Basispunkte2. Mittlerweile liegen die Zahlen bei 1,51 Prozent bzw. minus 0,68 Prozent3. Während dies kurzfristig eine massive Risikoaversion der Anleger signalisiert, stellt sich die viel wichtigere Frage, was Investoren, die Erträge aus ihren Portfolios benötigen, nun tun können.

Aktien des Vereinigten Königreichs generieren mit derzeit 5,25 Prozent4 die höchste Dividendenrendite der Aktienmärkte der entwickelten Länder. Daraus lassen sich zwei wichtige Aussagen über die aktiven britischen Fixed Income Investoren herleiten: Erstens haben sich die Briten an sehr hohe Dividendenrenditen gewöhnt, denn aus politischer Sicht bevorzugen britische Unternehmen die Auszahlung von Dividenden an ihre Aktionäre viel mehr als den Aktienrückkauf. Zum Zweiten könnten auch Investoren außerhalb Großbritanniens zur Deckung ihres Fixed Income Bedarfs an britischen Aktien Gefallen finden - vorausgesetzt, sie sind in der Lage, eine Vorhersage zum Brexit zu treffen.

Britische Investoren brauchen mehr Diversifikation

Der Blick allein auf das Vereinigte Königreich ist in Bezug auf das Generieren von Dividendenerträgen vielleicht nicht die beste Investmentstrategie, schließlich gehört der Aktienmarkt des Landes mit nur 97 Werten im MSCI UK Index per 31. Juli 2019 im Gegensatz zu 1.554 Werten im MSCI World ex-UK Index5 nicht zu den größten Märkten.

Unterschiede in der Gewichtung der Sektoren berücksichtigen

Die meisten Investoren erkennen den massiven Einfluss, den neue Technologien auf die heutige Gesellschaft haben. Demzufolge richten sich beispielsweise Aktienindizes in den USA und in China immer stärker auf diesen Sektor aus. Mit 17,5 Prozent im IT Sektor weist der MSCI World ex-UK-Index das größte Einzelsektor-Exposure auf (Abb 1). Im Vereinigten Königreich macht dieser Sektor nur etwa 1 Prozent6 aus.

Auf dem britischen Aktienmarkt dagegen ist der Energiesektor mit etwa 17,4 Prozent einer der größten Sektoren. Wir wissen, wie stark Unternehmen von den Preisschwankungen bestimmter Rohstoffe wie Öl beeinflusst werden können. Der MSCI World ex-UK Index weist in diesem Bereich eine Gewichtung von nur 4,75 Prozent auf.

Wir sind der Ansicht, dass Investoren die besonderen Risiken der Informationstechnologie und Energie durch die Kombination von regionalen Aktienertragsstrategien besser ausgleichen könnten.

Ein weiterer Vorteil der Diversifikation ergibt sich aus der Betrachtung des Dividendenwachstums. Im vergangenen Jahr steigerten britische Aktien ihre Dividenden um über 11 Prozent, nicht-britische Aktien dagegen nur um 6,8 Prozent. In den letzten 10 Jahren stiegen die Dividenden britischer Aktien pro Jahr allerdings nur um 4,7 Prozent, nicht-britische Aktien um 6,4 Prozent7. Da wir nicht wissen, woher das zukünftige Wachstum kommen könnte, ist die regionale Diversifikation des Portfolios umso wichtiger.

Rendite ist nicht alles

Bei der Konstruktion von Aktienertragsstrategien gilt die "Renditegewichtung" als unverzichtbar auf dem Weg, die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Das größte Exposure stellen daher Unternehmen mit der höchsten individuellen Dividendenrendite dar. Die Gewichtung nach Dividendenrendite ohne Rücksicht auf Erträge, Schulden oder Auszahlungsquoten ist selten, da die meisten Manager die Risiken erkennen und auf unterschiedliche Weisen zu mindern versuchen. Betrachtet man nur den renditegewichteten FTSE UK Dividend+ Index, so ergibt sich am Ende ein Exposure von 28,3 Prozent bei Finanzwerten und 10,6 Prozent bei Versorgungsunternehmen - ganz anders als der MSCI UK Index, der lediglich 19,8 Prozent Finanztitel bzw. 2,9 Prozent Versorger beinhaltet.

Niemand weiß, wie lange die globalen Zinssätze noch auf dem niedrigen Niveau verharren. Sicher ist jedoch, dass Investoren angesichts der alternden Bevölkerung immer mehr feste Erträge erwirtschaften müssen. Wenn ein Portfolio Ertrag generieren soll, sind britische Aktien ein unerlässlicher Bestandteil einer diversifizierten, nicht nur auf Rendite konzentrierten Strategie.


1) 27 August 2018
2) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2018.
3) Quelle: Bloomberg, Daten per 27. August 2019.
4) Quelle: Bloomberg, Daten per 31. Juli 2019. UK-Aktien, vertreten durch den MSCI United Kingdom Index und andere Aktienrenditen der entwickelten Märkte, vertreten durch die 22 anderen MSCI-Länderindizes, die als "entwickelte Märkte" eingestuft werden.
5) Quelle: Bloomberg, Bloomberg, beschränkt auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten.
6) Bezieht sich auf Gewichtung des Sektors Informationstechnologie innerhalb des MSCI United Kingdom Index. Beschränkung auf Monatsenddaten für MSCI-Index Komponenten
7) Quelle: UK-Aktien beziehen sich auf den MSCI United Kingdom Index. Nicht-britische Aktien beziehen sich auf den MSCI World ex-UK Index. Alle Daten werden zum 31. Juli 2019 gemessen, d.h. eine Jahreszahl bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. Juli 2018 bis 31. Juli 2019 und eine 10-Jahreszahl auf den Zeitraum vom 31. Juli 2009 bis 31. Juli 2019. Die Daten basieren auf monatlichen Indexrenditen.

IFA: Smartphone-Hersteller setzen Hoffnungen auf neuen Standard

Noch bis Mitte dieser Woche (11.09.) findet in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA) statt. Die Messe gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen für Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik. Eine zentrale Rolle spielen bei der IFA daher Neuheiten im Bereich mobile Kommunikation und Smartphones.

Im Zuge dessen werden nicht nur die neuesten Modelle der Öffentlichkeit präsentiert, sondern auch Branchentrends und die Geschäftsentwicklung thematisiert.

Dieses Jahr steht neben faltbaren Smartphones der Datenfunkstandard 5G im Zentrum. Denn die schnellere Datenverbindung gilt als eine Hoffnung für börsennotierten Handyriesen, die sich mit Herausforderungen konfrontiert sehen.

Handelsstreit belastet Markt für Smartphones

So sorgt etwa der Handelsstreit zwischen den USA und China für Komplikationen. Sanktionen gegen den chinesischen Hersteller von Mobiltelefonen und führenden Netzwerkausrüster Huawei dürften den gesamten Sektor ausbremsen, erwarten Analysten.

Es sei zwar absehbar, dass vor allem der Marktführer Samsung sowie chinesische Rivalen wie Xiaomi einen Teil der Huawei-Kunden anlocken könnten, sagt Anshul Gupta vom Marktforschungsinstitut Gartner: „Ich gehe aber nicht davon aus, dass die wegbrechenden Huawei-Verkäufe komplett von anderen Playern aufgefangen werden. Dadurch wird der Markt noch etwas stärker schrumpfen.“

Für das zweite Quartal errechnet Gartner einen Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 1,7 Prozent auf 368 Millionen Geräte. Vor allem die Nachfrage nach teuren Modellen sei zurückgegangen. Zum einen sähen Besitzer von Top-Modellen keinen Grund, ihre Geräte zu erneuern.

Zum anderen gebe es nicht genug Anreize für Nutzer mit Mittelklasse-Telefonen, auf teurere Modelle umzusteigen. Hier hofft man nun auf den 5G-Standard. Die neue Technologie könnte das Interesse an neuen und teureren Smartphones steigern, heißt es.

Smartphone

Hoffnung auf neuen Technologien

Samsung blieb im zweiten Quartal die klare Nummer eins und steigerte seinen Marktanteil nach Berechnungen von Gartner im Jahresvergleich von 19,3 auf 20,4 Prozent. Der Marktanteil von Huawei legte zwar von 13,3 auf 15,8 Prozent zu – sein Absatz verzeichnete aber einen deutlichen Einbruch, nachdem das Unternehmen Mitte Mai von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt wurde.

Zusätzlich mussten die beiden Anbieter den Verkaufsstart ihrer Falt-Telefone verschieben, nun sollen sie im Herbst verfügbar sein. Während der Branchenprimus Samsung sein „Galaxy Fold“ auf der IFA präsentierte, stand beim chinesischen Konkurrenten Huawei die Vorstellung seines „Mate X“ an.

Samsung gab außerdem bekannt, ein 5G-fähiges Smartphone in der mittleren Preisklasse auf den Markt zu bringen.

Die Hoffnung auf mehr Dynamik am Smartphone-Markt betrifft längst nicht nur die Hersteller. Auch die Industrie ihrer Zulieferer hängt davon ab. Ein Beispiel dafür ist der heimische Halbleiterkonzern ams AG, dessen Aktien an der Zürcher Börse notieren. Sein Aktienkurs kam im Zuge der Handelsstreitigkeiten unter Druck.

Entscheidend für eine Entspannung werden neben den politischen Fortschritten zwischen den USA und China der rasche Ausbau der 5G-Infrastruktur in den einzelnen Ländern sowie die Nachfrage nach neuen Handys sein – und in diesem Bereich sind die Erwartungen an die Internationale Funkausstellung hoch.


In Technologieaktien und Megatrends investieren:

Der neue Aktienfonds ERSTE FUTURE INVEST investiert in 5 potenzielle Megatrends – wie Gesundheit & Vorsorge, Lebensstil, Technologie & Innovation, Umwelt & saubere Energie und Aufstrebende Märkte.

Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Hanf vs. Krypto

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices der Hanf-Branche und von Kryptowährungen zeigen spezielle Gemeinsamkeiten, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft.

Die Hanf-Branche ist ein Kultthema der modernen Finanzindustrie. Vor wenigen Jahren waren die drei Branchen Cannabis als Genussmittel, Cannabis als Medizin sowie Nutzhanf als nachhaltiger Bio-Rohstoff noch keine Pressemeldung wert. Seitdem gab es eine fulminante, teils globale Entwicklung, sodass die Hanfindustrie innerhalb weniger Jahre ein rasantes Wachstum erlebte und gegenwärtig mit ca. 40 Milliarden Euro kapitalisiert ist.

Kryptowährungen sind seit 2008 ein viel diskutiertes Thema der Finanzindustrie, funktional durch die Blockchain Technologie. Unbestritten ist es ein innovatives Thema der FinTech Branche, wäre da nicht der horrende Energieverbrauch. Es gibt mittlerweile über 1000 Kryptowährungen mit einem summierten jährlichen Energieverbrauch und CO2 Ausstoß gleichzusetzen mit einer Million Trans-Atlantik Flügen, oder aber dem jährlichen Energieverbrauch einer Volkswirtschaft wie Irland. In Zeiten der globalen Klimakrise wird somit die fehlende Nachhaltigkeit deutlich.

Die Kursentwicklung der jeweiligen Indices zeigen hingegen spezielle Gemeinsamkeiten. 
Zeitweise ein astronomisches Wachstum gepaart mit einer extremen Volatilität. 
Gegenwärtige Kurseinbrüche der Cannabisindustrie gingen Kurseinbrüche der bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin, Litecoin oder Ethereum voraus. Die Branchen verhalten sich häufig alternierend zur etablierten Finanzindustrie und bieten ein vielseitiges zukünftiges Potenzial.

Hanf bietet zudem bereits ein reales Wirtschaftswachstum und einen vielseitigen Umweltschutz. Arbeitsplätze entstehen und Steuern werden generiert, wie in Kanada, Kalifornien oder Colorado bereits ersichtlich ist. Die junge nordamerikanische Cannabis-Industrie wächst, auch wenn die Branche teils durch fehlende Infrastrukturen gebremst wird und letztendlich politisch beeinflusst wird.



Während politische und ökonomische Unruhen die Finanzmärkte verstimmen, gilt Bitcoin als Piraten-Devise und alternativer Hafen. Genau als die USA und China gegenseitig Strafzölle verhängen befindet sich der Bitcoin wieder auf einem Höhenflug.

Ebenso ist die Krypto-Industrie nicht frei von Skandalen, wie etwa als der Chef einer kanadischen Krypto-Börse verstarb, seine Passwort geschützten Zugänge mit ins Grab nahm, und über 115.000 Kunden ca. 150 Millionen Dollar verloren.


Sollte es zukünftig tatsächlich eine Energiewende geben, in der erneuerbare Energien gänzlich etabliert werden, sind Kryptowährungen ein gefragtes Zahlungsmittel ohne negative Konsequenzen für die Umwelt. Potenziell ein Zahlungsmittel der Zukunft.

Aktuell sollte Investoren bewusst sein, dass Bitcoins und Co. außerordentlich energiebedürftige digitale Währungen darstellen, während die Hanfindustrie Biorohstoff, Medizin und ein Genussmittel liefert. Werden die positiven Eigenschaften beider Sektoren nun miteinander verbunden, so bietet diese Kombination eine gute Perspektive für die Zukunft. 


Über die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG

Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. „Der Clou an unserem Business ist die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit, Vielfältigkeit und Wachstumschance der Hanfpflanze,“ erklärt Daniel Stehr. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen finden Sie auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 11 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Monetary taps: not so wide open

In positioning for huge central bank stimulus, investors have put themselves in a tight spot, explains Steve Donzé, Senior Macro Strategist at Pictet Asset Management.

An opening of the monetary taps. This is what stock markets have come to expect whenever global growth stumbles.

But this time round, it would take a truly monumental effort for the world's major central banks to deliver the kind of monetary easing equity investors are hoping for.

According to our model, the S&P 500’s current valuation implies a monetary stimulus of as much as USD1.5 trillion over the coming 12 months, or 2.5 per cent of global GDP.1

If investors are right, this would represent a sharp reversal of the current trend. The amount of new liquidity provided by central banks has been contracting at a rate of 0.5 per cent in the past six months.

Yet there is a strong chance investors could be wrong – not least because the gap between the expected and current volume of liquidity provision as a proportion of GDP is at its widest in a decade.

EXPECTATION VS REALITY

Major 5 central bank policy liquidity flow, 6-month rolling, % of GDP

Source: Pictet Asset Management, Refinitiv

We think central banks will press on the monetary accelerator again – but with far less force than markets are discounting.

Supersized bond buying from the European Central Bank – likely to be announced in September – should add EUR600 billion of fresh stimulus. Yet even when we add to that another four interest rate cuts from the US Federal Reserve – a liquidity injection worth USD200 billion – and the Swiss National Bank’s currency intervention – euro zone bond buying worth CHF10 billion in the past four weeks – monetary authorities will struggle to meet the market’s lofty expectations.

Investors should, then, brace themselves for disappointment.


1) Our model on liquidity, along with business cycle, valuation and market technicals, forms the basis of our assessment of the global market environment which we use to build multi asset portfolios. Policy liquidity flow is calculated as central bank net liquidity injection over preceding 6 months, as % of nominal GDP, using current-USD GDP weights (US: 37.9%, China: 24.5%, EMU: 23.6%, Japan: 9.0%, UK: 5.0%). Implied liquidity calculated using regression of S&P 500 index against global policy liquidity stock. Sources: Pictet Asset Management, Refinitiv.

Über Steve Donzés

Steve Donzés Schwerpunkt liegt auf Liquidität, der Lebensader der Märkte und der Wirtschaft. Als Senior Macro Strategist und Mitglied unserer Strategy Unit hat er leitende Verantwortung für Analysen und Prognosen der globalen Liquiditätsbedingungen. Neben seiner strategischen Arbeit ist Steve Donzé Co-Manager verschiedener Multi-Asset-Anlagestrategien und sitzt im Taktikausschuss des Pictet Pension Fund. Er beteiligt sich regelmässig an der öffentlichen Debatte über die Geldpolitik und äussert sich in der Financial Times und bei Reuters.
Bevor er 2007 zu Pictet Asset Management wechselte, hatte er Positionen bei der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Mission der Schweiz bei der UNO inne.
Steve Donzé besitzt einen Doktortitel der London School of Economics und einen Master-Abschluss des Graduate Institute of International Studies.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Signale aus dem Akti­enmarkt selbst sind mehrheitlich negativ

Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist nach wie vor der größte Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte. Dies gilt allerdings nicht nur im negativen Sinne. Das haben nicht zuletzt die Entwicklungen im August gezeigt. Den beiderseitigen Ankündigungen neuer und höherer Zölle folgten unmit­telbar beschwichtigende Worte. Entsprechend werden auch die Märkte hin und her geworfen. Es scheint, dass keine der beiden Parteien als Verlierer vom Platz gehen möchte, immerhin könnte das vom politischen Gegner als Schwä­che ausgelegt werden. Andererseits können weder die USA noch China eine Rezession ge­brauchen. Der Ausgang bleibt somit ungewiss. Dies macht jegliche Kapitalmarkteinschätzung nicht einfacher. Fest steht allerdings: wenn man mit einem Schlauchboot auf einen Wasserfall zufährt, gibt es einen bestimmten Punkt, an dem kein Gegenrudern mehr hilft, man wird von der Strömung in die Tiefe gerissen. Momentan sind wir vermutlich (oder hoffentlich) noch vor diesem Punkt. Das zeigen die Wirtschaftsdaten, die zwar im Produktionsbereich sehr schwach sind, im Dienstleistungsbereich allerdings noch recht robust aussehen. Die Unternehmen ver­dienen gut, die – für die Finanzmärkte relevan­ten – Aussichten werden aber kontinuierlich nach unten revidiert. Die Signale aus dem Akti­enmarkt selbst sind mehrheitlich negativ. Technische Indikatoren wie Momentum und Marktbreite haben sich spürbar verschlechtert. Die Daten zur Investorenstimmung sind unter­ dessen uneinheitlich. In Summe rechtfertigen die Indikatoren eine Reduktion der Aktienquote in der Taktischen Asset­-Allocation. Dies geschieht zu Gunsten von Edelmetallen. Gold und Silber haben in den letzten Wochen nach jahrelangen Abwärtstrends ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die guten Gründe für stei­gende Preise dürften nunmehr stärker wahrgenommen werden.

Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's märkte | unter uns finden Sie links als PDF.

Aktien: Der Zinssenkung folgte Abschwächung

„Buy on rumours, sell on facts.“ Gleich nach der vom Markt heiß ersehnten Leitzinssenkung der US­-Noten­bank drehten die Aktienmärkte global nach unten. Nun traten wieder Konjunkturängste und die Folgen des wieder eskalierenden Handelskonflikts der USA mit China und der übrigen Welt in den Vordergrund. Letztlich verloren im August alle Märkte, allen voran die Emerging Markets: nicht nur China und damit Asien, auch Russland und Osteuropa sowie Latein­amerika, vor allem durch die Argentinien-­Krise. Dort verlor auch die Währung beträchtlich.

Die Marktvolatilität (der „Angstfaktor“) ist zuletzt wieder angestiegen, jedoch von Krisenniveaus weit entfernt.

Die Marktindizes liegen seit Jahresbeginn noch deutlich im Plus, letztlich befinden wir uns seit Ende April in einer Seitwärtsbewegung. Die Aussicht auf weitere Lockerun­gen der führenden Notenbanken besteht weiter. Aber die Emerging Markets haben gesamtheitlich im August die halbe Jahresperformance aufgeben müssen, man sieht, dass das Eis doch recht dünn geworden ist.

Aktien USA und Europa: Nur noch seitwärts

Die Märkte tendierten in den letzten Wochen seitwärts, wobei weiterhin weniger Fundamentaldaten im Mittel­ punkt stehen, als vielmehr erneut politische Themen wie etwa die Handels- und Geldpolitik. Trotz der in den USA bis zuletzt mit positivem Grundton verlaufenden Berichterstattung, das Wachstum bei den Unternehmensgewinnen schwächt sich global gesehen deutlich ab: Für den Weltaktienindex ist die Dynamik in den letzten Monaten zunehmend negativ. Die 12-­Monats­ veränderung ist nur noch einstellig positiv, während die 6-Monatsveränderung bereits ein negatives Vorzeichen aufweist.

In Anbetracht der rückläufigen konjunkturellen Vorlaufindikatoren, den zunehmend vorsichtig werdenden Ausblicken der Unternehmen und den negativen Analystenrevisionen bei den Gewinnschätzungen, ist mit schwächeren Unternehmensergebnissen in den kommenden Berichtsperioden zu rechnen.

Aufgrund sich weiter verschlechternder Fundamentaldaten gehen wir aktuell eine Aktienuntergewichtung ein.

Emerging Markets: Schwacher August und weiter Vorsicht

Die Diskussionen, inwieweit eine globale Rezession bevorsteht und das Hin und Her im Handelskonflikt sind eine Gemengelage, die für Emerging Markets nichts Gutes bedeutet. Daher verlief der August für Emerging-Market­-Aktien recht enttäuschend, auch im Vergleich zu den entwickelten Aktienmärkten. Zuletzt hat sich auch der Gewinntrend wieder entgegen den zuletzt aufgekommenen Erholungstendenzen verschlechtert. Wir bleiben weiter dabei, Emerging-Market-Aktien vorsichtiger zu gewichten bis sich auch der Preistrend verbessert. Fundamental bleiben Emerging-­Market-­Aktien jedoch attraktiv bewertet.

Argentinien weint (wieder) – Analyse zur Lage

von Felix Dornaus, Senior Fondsmanager Schwellenländeranleihen der Erste Asset Management.

Alberto Fernandez, der linksgerichtete Herausforderer des im Amt befindlichen Präsidenten Mauricio Macri, gewann die Vorwahlen im August in überzeugender Manier.

Kein einziger Meinungsforscher hätte auf so einen Ausgang getippt, womit auch der Markt am falschen Fuß erwischt wurde. Fernandez gilt als dem Kirchnerismus verbunden, wobei er allerdings bestrebt ist, diesen Eindruck nicht zu bestätigen.

Ungeachtet dessen ist seine Vizepräsidentschaftskandidatin Christina Kirchner, welche vor Mauricio Macri das Präsidentenamt innehatte und für die vollkommene Isolation des Landes von den internationalen Kapitalmärkten während ihrer Amtsperiode verantwortlich zeichnet.

Kommende Wahlen verschrecken Anleger

Die letztlich ausschlaggebenden Wahlen werden am 27. Oktober abgehalten, aber derzeit sieht eine zweite Amtsperiode für Macri eher unwahrscheinlich aus. Diese Aussicht verschreckt die Anleger, da sie die Rückkehr zu einer unorthodoxen und populistischen Einstellung zum Markt sowie eine provokative Haltung dem IWF gegenüber unter einem Fernandez-Kabinett befürchten.

Die Anleihekurse am Sekundärmarkt fielen auf ein Niveau, welches Zahlungsunfähigkeit als fast sicheres Ereignis einkalkulierte.

Die weit verbreitete Angst im Markt macht es bereits beinahe unmöglich für Argentinien, sich am lokalen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Dies veranlasste die Behörden dazu, eine verpflichtende Reprofilierung für in Kürze fällig werdende, lokale Schuldtitel zu verhängen.

Kein Schuldenschnitt

Darüber hinaus kündigte Macri an, eine „freundschaftliche und freiwillige Reprofilierung“ der Auslandsschulden Argentiniens anzustreben, dies allerdings ohne Schuldenschnitt („haircut“).

Auch verwies er auf die „Notwendigkeit“ von Gesprächen hinsichtlich der Rückzahlungsstruktur bestehender IWF-Kredite, womit er den Fonds – welcher das Macri-Kabinett bis dato nach Kräften unterstützt hat – womöglich vor den Kopf stoßen könnte. Fernandez ist konkrete Informationen bezüglich seiner Haltung zu derlei Maßnahmen bisher schuldig geblieben.

Dies ist von Relevanz, da es im Falle eines Wahlsiegs womöglich seinem Kabinett obläge, selbige in die Tat umzusetzen.

Erste Runde an Kapitalkontrollen

Über das Wochenende implementierten die argentinischen Behörden die erste Runde an Kapitalkontrollen, um dem Abfluss von Devisenreserven Einhalt zu gebieten.

Die Bedienung von Auslandsschulden ist bisher noch nicht von den Kontrollen betroffen.

Mittlerweile steht das Land bei den meiste Rating-Agenturen auf „Selective Default“ (d.h. teilweise, selektive Bedienung bzw. Nichtbedienug von Schulden). Solch eine Situation wird vermutlich zu einem Kreditereignis am CDS-Markt führen.

Es ist schwer abzuschätzen, ob die derzeitigen Preisniveaus ein Restrukturierungsergebnis exakt reflektieren, aber ceteris paribus sind wir unserer Meinung nach nahe an Verwertungsniveau.


Wichtige rechtliche Hinweise

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog der Erste Asset Management.

Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie unter www.erste-am.at.

Handelskriege schmerzen - Edelmetalle als Oase in der Rohstoff-Wüste

von Nitesh Shah, Director Research und Rohstoff-Experte bei WisdomTree.

Präsident Trumps und Präsident Xis endloses Zaudern bei den Handelsgesprächen tragen zur Angst auf dem Markt bei. Nicht nur die Rohstoffmärkte, auch die großen Aktienmärkte und andere zyklische Anlagen leiden. Das Zaudern der Lenker beider Supermächte erinnert an König Midas legendäre Macht in der griechischen Mythologie. Edelmetalle - insbesondere Gold und Silber - scheinen die Oase in der ausgetrockneten Wüste der Investitionsmöglichkeiten zu sein. In diesem Monat geht es nicht nur um Handelskriege, die Investoren Sorgen bereiten: Geopolitische Bedenken im Nahen Osten, die Wirtschaftskrise in Argentinien, ein womöglich harter Brexit und soziale Unruhen in Hongkong – um nur einige Themen zu nennen. Die Panik beansprucht die Märkte, viele Kommentatoren sprechen von der nächsten globalen Rezession. Eine vorübergehende Umkehrung der US-Anleihezinskurve wurde von vielen als unheilvolles Zeichen für eine möglicherweise bevorstehende US-Rezession angesehen. Negative Bruttoinlandsprodukte in Großbritannien und Deutschland im zweiten Quartal 2019 wirken als Problembeschleuniger. Obwohl wir darauf verweisen, dass es in der Vergangenheit mehr Kurveninversionen als Rezessionen gegeben hat und die Inversion sowieso nur vorübergehend war. Es ist klar, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger und der Zentralbanker nun auf die Vermeidung der nächsten Krise konzentriert.

Die Diskussionen darüber, wie die nächste Krise vermieden werden kann, werden beim Jackson Hole Symposium noch in dieser Woche anschwellen. Auf der in Wyoming stattfindenden Konferenz tauschen Zentralbanker, Wissenschaftler und Ökonomen aus der ganzen Welt ihre Ansichten aus. In einer Phase von Handelskriegen und wetteifernden Währungsabwertungen stellt sich die Frage, ob die Zentralbanken bereit sind, eine globale Antwort zu geben, oder ob es im Ergebnis bei einer "Beggar-the-neighbour“ Politik kommt, die einem einzelnen Land auf Kosten anderer Länder hilft? Die Furcht vor Letzterem wird die Entschlossenheit des Marktes, defensive und schwer zu verwertende Hard Assets zu halten, noch einmal verfestigen. Da wir wissen, dass Handelskonflikte von bestimmten politischen Entscheidungsträgern an sich leicht gelöst werden können, besteht auch die Gefahr, dass es verfrüht sein könnte, wenn die Notenbanken den Markt mit Liquidität überschwemmen, da dies die Vermögenswerte weiter verzerren könnte. In dieser Phase der Unsicherheit greifen die Anleger zu Recht nach Absicherungsinstrumenten.

17 Billionen US-Dollar negativ verzinsliche Anleihen weltweit und die Angst vor einem konjunkturellen Abschwung könnten Investoren dazu veranlassen, nach alternativen Anlagen zu suchen. Rohstoffe sind wahrscheinlich eine Anlaufstelle. Obwohl einige davon im Fadenkreuz des Handelskrieges stehen, werden die Vorteile von Finanzinstrumenten, die durch harte Vermögenswerte gestützt werden, genau analysiert. Das Argument für Zero-Yielding-Assets wie Gold und Silber ist aus historischer Sicht stark, wenn die Alternativen dazu Assets mit negativen Erträgen sind.

Ergebnisse nach Sektoren:

  • Agrarrohstoffe stehen im Mittelpunkt des US-amerikanischen und chinesischen Handelskonflikts. Steigende Handelsspannungen in Verbindung mit besser als erwarteten Ernteprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben die Performance der meisten Agrarrohstoffe im vergangenen Monat beeinträchtigt, mit Ausnahme von Sojaöl. Die Short-Positionierung bei den meisten Agrarrohstoffen mit Ausnahme von Sojaöl und Lean-Schweinen ist gestiegen und unterstreicht das Bären-Sentiment.
  • Edelmetalle waren eine Oase in der ausgetrockneten Wüste der Rohstoffe. Die defensiven Eigenschaften von Gold und Silber sind in verunsicherten Finanzmärkten gefragt, wo nicht absehbar ist, wie sich die Finanzmärkte entwickeln werden, wenn Handelskriege andauern und sich die Zentralbanken auf der ganzen Welt auf eine einfache politische Festlegung einstellen.
  • Industriemetalle stehen unter Druck angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts. Sie sind aufgrund ihres zyklischen Charakters in der Regel Konjunktureinflüssen gegenüber am empfindlichsten. Die erneute Eskalation der Handelskriege, die Stärke des US-Dollars und die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft haben den Industriemetallkomplex belastet.
  • Globale Nachfragebedenken treiben die Energiepreise nach unten. Der Energiekomplex hatte einen negativen Monat, da schwache Wirtschaftsdaten und die Fortsetzung des Handelsstreits zwischen den USA und China Bedenken hinsichtlich einer geringeren Nachfrage über einen längeren Zeitraum aufkommen ließen.