Anleger überschätzen sich selbst

Privatanleger überschätzen ihre Kenntnisse und begehen deshalb Fehler bei der Geldanlage. Eine Studie von Schroders zeigt jedoch auch, dass weltweit Bedarf an Finanzberatung durch Fachleute besteht. 

Die Mehrzahl der Privatanleger überschätzt das eigene Finanzwissen und begeht deshalb Fehler bei der Geldanlage, so die Global Investor Study von Schroders. 51 Prozent der weltweit 20.000 befragten Privatanleger geben an, überdurchschnittliche Kenntnisse über die Finanzmärkte zu haben. Weitere 36 Prozent geben an, ihre Kenntnisse wären “durchschnittlich”. Trotzdem konnten 63 Prozent der Befragten nicht korrekt beschreiben, was eine Vermögensverwaltungsgesellschaft ist.

Verbrauchen wären zunehmen selbst für ihre Altersversorgung verantwortlich, es bestehe jedoch eine große Lücke zwischen der Selbsteinschätzung und dem, was Anleger tatsächlich wissen, so Schroders. Auch haben Anleger unrealistische Erwartungen, die zu späteren Defiziten führen können. "Anleger neigen dazu, ihre Kenntnisse über die Finanzmärkte zu überschätzen", fasst Achim Küssner, Geschäftsführer der deutschen Tochter Schroders Investment Management, das Ergebnis zusammen. "Dadurch können sie Gefahr laufen, ihre Investmentziele zu verfehlen.”

Obwohl Anleger überzeugt von ihrem Wissen sind, suchen sie den Rat von Experten bevor sie Investitionen tätigen. Trotz dem technologischen Fortschritt und der Verbreitung von automatisierter Geldanlage präferieren die Anleger dabei weiterhin menschlichen Kontakt. So gibt die Hälfte der Befragten an, einen Finanzberater hinzuzuziehen, wenn sie das nächste Mal eine Investitionsentscheidung treffen. Laut Schroders besteht daher weiterhin die Möglichkeit mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen.

Auch sind die Verbraucher weiterhin dafür offen, sich weiterzubilden. 89 Prozent der Anleger weltweit geben an, mehr über Investitionen lernen zu wollen. Obwohl dabei Gespräche mit einem Finanzberater bevorzugt werden, werden autodidaktische Ansätze immer belebter: So geben 43 Prozent an, sie würden mit einem Finanzberater sprechen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen. 42 Prozent geben an, sie wollen sich über eigene Recherche auf unabhängigen Websites weiterbilden, während 36 Prozent bereits an Online-Tutorien teilnehmen.