”Asset Manager müssen ihre Kernkompetenz hinterfragen”

Die Wachstumsstory der Asset Manager geht zu Ende. Nach jahrelang hohen Zuflüssen durch beispielsweise Quantitative Easing stehen Vermögensverwalter nun einem steigenden Gebührendruck gegenüber, so Oliver Wyman und Morgan Stanley in einer gemeinsamen Studie. Zwar sei vielen Asset Manager die Verschiebungen in passive Produkte bewusst, das Ausmaß auf das aktive Geschäft sei jedoch unterschätz worden.

Viele Vermögensverwalter sind dabei, vor allem im Backoffice Kosten durch den weiteren Einsatz von Technologien zu senken. "Solche Schritte werden aber nicht ausreichen", warnt Christian Edelmann, Partner bei Oliver Wyman. Technologien spielen zwar eine wichtige Rolle, Anwendungsfelder wie Big Data und künstliche Intelligenz werden jedoch weiterhin unterschätzt. ”Asset Manager müssen ihre Kernkompetenz hinterfragen, wodurch sich traditionelle Produktlinien verwässern", fordert der Co-Autor der Studie.

Viele Vermögensverwalter hätten den technologischen Wandel völlig verschlafen. Die Branche müsste ihr Technologie-Budget in den kommenden Jahren um 20 bis 25 Milliarden US-Dollar erhöhen, so die Studie. Alternativ können sie mit FinTech Unternehmen zusammenarbeiten. Eine Studie von PricewaterhouseCoopers zeigt jedoch, dass dies weniger als ein Viertel der Vermögensverwalter plant. Die meisten wollen durch eine breitere Kundenbasis und Kostenreduktion im Wettbewerb bestehen. Obwohl die Asset Manager eine Bedrohung ihres Geschäftsmodels durch Automatisierung und Digitalisierung erkennen, sieht PwC hier ein Versäumnis, sich auf die Veränderungen vorzubereiten.

Oliver Wyman und Morgan Stanley erwarten, dass sich die Asset Management Branche weiter konsolidieren wird, um durch Zusammenschlüsse Synergieeffekte zu heben und Kosten zu senken. Dies verschaffe den Vermögensverwaltern jedoch nur einen kurzen Aufschub. Eine tiefgreifende Modernisierung des Vertriebs, der Zusammenschluss oder die Schließung von unprofitablen Fonds und der Aufbau von technologischen Fähigkeiten stehen langfristig weiter auf der Tagesordnung.