Assetklassen über Jahrhunderte

Zusammen mit Kollegen hat Moritz Schularick, Professor of Economics and Economic History an der Universität Bonn, die inflationsbereinigten Renditen von Geldmarktanlagen, Staatsanleihen, Aktien und Immobilien in 16 Industrienationen seit dem 19. Jahrhundert verglichen. Mit dem Datensatz, der Ende 2015 endete, zeigen die Forscher, dass riskantere Anlagen wie Immobilien und Aktien höhere Renditen erzielten. Auch vermeidlich sicherere Anlagen unterlagen jedoch großen Schwankungen, die zu teilweise negativen realen Renditen geführt haben.

Im langfristigen Durchschnitt haben Immobilien in den letzten 150 Jahren eine reale Rendite von etwas 8 Prozent erwirtschaftet; Aktien eine reale Rendite von immerhin 7 Prozent. Dabei schwankten die Renditen von Immobilien, entgegen der Theorie, weniger als die von Aktien.

Mit riskanteren Anlagen wie Immobilien und Aktien sollten Investoren langfristig höhere Renditen erwirtschaften können als mit sicheren Anlagen wie Geldmarktpapieren und Staatsanleihen. Die Studie bestätigt die höheren Renditen, stellt jedoch auch fest, dass die realen Renditen für riskante Assetklassen weniger geschwant haben als für die vermeintlich sicheren.

Die langjährige Durschnittsrendite für Staatsanleihen in den Industrienationen liegt bei 2,5 Prozent, für Geldmarktanlagen bei einem Prozent. Vor allem während der beiden Weltkriege, jedoch auch in der Inflationsperiode der siebziger und Anfang der achtziger Jahre, kam es dabei zu negativen Renditen beider Assetklassen. Kurz darauf, im Verlauf der achtziger Jahre, erreichten die realen Renditen jedoch ein Hoch und fielen seitdem.