Biases im Asset Management identifizieren

Biases sind systematische Abweichung von rationalen Entscheidungen. Mit Erkenntnissen aus der Verhaltensökonomie und der kognitiven Psychologie versuchen viele Unternehmen - einschließlich der Vermögensverwaltungsgesellschaften, ihre Entscheidungsstrategien zu verbessern. Mit dem Ziel, die Investmententscheidungen zu verbessern, können Vermögensverwalter die Titelauswahl, Volumen und Portfolioanteile sowie den Kauf- und Verkaufszeitpunkt von Titeln verbessern. Selbst unter konservativen Annahmen, so McKinsey in An analytics approach to debiasing asset-management decisions, kann die Eliminierung von Biases und die Einführung von Strategien zu ihrer Bekämpfung die Fondsperformance um 100 bis 300 Basispunkte verbessern.

Um Voreingenommenheiten bei Fondsmanagern und Managementteams zu identifizieren, stellt McKinsey ein analytisches Modell auf Basis von Decomposition Analysis vor. Das Analysemodell kann historische Daten zur Fondsperformance und Anlageentscheidungen sowie den Entscheidungsprozessen, die von Fondsmanagern und -teams verwendet werden, nutzen, um die Performance des Fonds in drei Kategorien zu zerlegen: Wertpapierauswahl, Gewichtung und Exit. Je nachdem, welche Aktivität zur Performance beiträgt und welche den Ertrag verringert, können Prioritäten gesetzt werden, um die mit dieser spezifischen Aktivität verbundenen Voreingenommenheiten zu beseitigen. Zum Beispiel kann eine mangelnde Performance beim Verkauf von Aktien das Ergebnis von zu frühen Verkäufen sein, weil der Fondsmanager die erzielten Gewinne beibehalten und nicht wieder verlieren möchte.

Basierend auf diesen Mustern können Vermögensverwalter dann Debiasing-Strategien entwickeln, um die Performance zu verbessern. Beispiele sind Checklisten, Devil’s Advocate, Premortem, oder Visual Nudging. Durch die Nutzung dieser Strategien können Vermögensverwalter die Performance ihrer Produkte sowie den Mehrwert gegenüber passiven Produkten verbessern, erläutern die Berater.­