Chinesischer AM-Markt verdoppelt sich bis 2020

Trotz niedrigeren Wachstums und höherer Volatilität bliebt der chinesische Markt für Asset Manager besonders attraktiv. Fundamentaldaten, Deregulierung und Produktinnovationen treiben das Wachstum.

Roland Berger prognostiziert in der Studie “China: The new frontier for foreign asset managers”, dass sich der chinesische Markt für das Asset Management von heute 4,2 Billionen USD auf 8,5 Billionen USD im Jahr 2020 verdoppelt. Ein Treiber dieses Wachstums sind dabei solide Fundamentaldaten der chinesischen Wirtschaft. Trotz eines jüngst niedrigeren Wachstums sei ein Wachstum von jährlich 6,9 Prozent nachhaltiger, so die Studie. Mit dem Wachstum stieg das durchschnittliche Haushaltseinkommen in den letzten fünf Jahren um 35 Prozent und doppelt so viele Haushalte verfügen nun über ein jährliches Einkommen von mehr als 30.000 US-Dollar. Dieses Einkommen wird auch angelegt: 2014 wurden 48 Prozent des chinesischen BIPs gespart und nicht ausgegeben.

Internationale Asset Manager können dabei stärker als zuvor von diesem Wachstum profitieren. Gab es 2010 noch 93 internationale Institutionen, die berechtig waren, mit chinesischen Aktien und Anleihen zu handeln, also Qualified Foreign Institutional Investor waren, so sind es heute 279 mit einem mehr als dreimal so hohen Anlagevolumen.

Asset Manager können dabei von neuen Produkten für chinesische Investoren und neuen Klienten profitieren. Chinesische Investoren waren zuvor noch unzureichend diversifiziert. Dabei besteht die Möglichkeit für Asset Manager, durch Produktinnovationen zu wachsen. Geldmarktfonds sind in der Vergangenheit beispielsweise stark nachgefragt worden, während Alternatives in der Zukunft gefragt werden könnten, so die Roland Berger Studie. Auch eine dynamische Klientenstruktur ist eine Wachstumschance. So wachsen Pensionsfonds und Versicherer-Mandate massiv.

Auch bestehen internationale Chancen für Asset Manager: Zum einen gibt es eine Nachfrage nach offshore Investments für chinesischen Investoren. Diese ist zum Teil bedingt durch die schlechte Performance und hohe Volatilität von chinesischen A-Aktien. Auch gibt es eine hohe Nachfrage von International Investoren nach chinesischen A-Aktien.