Counterpartyrisks beim Derivatehandel reduzieren

Asset Manager und andere Investoren können vom Registered Customer Status an der Eurex profitieren. Mit einer einfachen Implementierung lassen sich Counterparty-Risiken des Clearing Brokers vermeiden.

Grundsätzlich wird das Handeln von Derivaten als fail-safe angesehen, solange das Clearing House der Börse zahlungsfähig bleibt. “Es gibt jedoch ein weit größeres Risiko in Form des Clearing Brokers, etwa einer Bank, welcher die Transaktionen für den Kunden an der Börse abwickelt," meint René Reißhauer, Senior Portfolio Manager at Assenagon, ein einem Interview mit der Eurex.

Technische gesehen werden alle Derivate eines Traders in das Depot des Kunden bei seinen Clearing Broker, wie etwa einer Bank, gebucht. Der Clearing Broker hält jedoch alle Positionen seiner Kunden gegenüber der Börse, beispielsweise der Eurex, in einem so genannte Omnibus Account. Sollte der Clearing Member ausfallen, könnten Positionen je nach Liquidität der Bank geschlossen werden und Trader müssten auf Grundlage des Collateral des Clearing Members ihre Forderungen durchsetzen.

Durch den Status als Registered Customer an der Eurex lässt sich dieses Problem umgehen - alle Positionen des Traders werden direkt gegenüber der Eurex gehalten. Sollte die Bank in Zahlungsschwierigkeiten kommen, können die Positionen immer noch dem Trader zugeordnet werden können. Die Trader haben im Falle eines Zahlungsausfalls sieben Tage Zeit, ihr Depot zu einem anderen Clearing Member zu transferieren und über diesen weitere Trades zu tätigen.

Um diesen Prozess zu implementieren können Asset Manager auf die Hilfe der Clearing Member hoffen. Nachdem eine Übereinkunft mit dem Broker getroffen wurde, ist der Implementierung-Prozess sehr einfach, so Reißhauer. Trotzdem können rechtlich Fragestellungen das Nutzen der neuen Struktur verzögern und die Erfahrung mit Banken sei gemischt, fügt Reißhauer hinzu: “Wegen höhere opelrationeller Anforderungen haben einige Banken ihre Gebühren erhöht oder ihren Service vollständig eingestellt.”

Insgesamt scheint das Modell jedoch für Portfolio Manager geeignet zu sein, die Counterparty-Risiken reduzieren wollen. “Unser Team bei Assenagon sowie unsere Kunden sind sehr zufrieden mit dem Modell. Mit relativ wenig Aufwand haben wir enorme Fortschritte im Management unser Counterparty-Risiken machen können, welche uns erlauben, die Sicherheit der Investitionen unser Kunden zu erhöhen - besonders in Zeiten hoher Volatilität und Instabilität,” fast René Reißhauer im Eurex-Interview zusammen.