Doing well by doing good - der Computer kann’s

Investoren beeindruckt man nicht mit moralischen Argumenten, sondern damit, dass sich nachhaltige Investments auszahlen. Algorithmen wie bei Arabesque haben dabei schön längst raus, wie man aus ESG-Faktoren Kapital schlägt.

Nachhaltige Geldanlage ist ein Trend, der an keinem Asset Manager vorbei geht. Immer mehr große Fondsgesellschaften integrieren ESG-Faktoren in ihre Analysen oder legen ganze Fonds auf, die nach Nachhaltigkeitskriterien anlegen. Dabei sind persönliche Gespräche und der Ausschluss von bestimmten Branchen längst nicht mehr Best-Practice. Quantitative Ansätze erreichen dabei vor allem eins: “Niemand will mit moralischen Argumenten bevormundet werden,” sagt Andreas Feiner von Arabesque Asset Management in der International New York Times. “Wir zeigen Investoren, dass diese Formen bessere Renten erzielen.”

Mittels Algorithmen managen Arabesque Asset Management jeweils etwa $50 Millionen in zwei Fonds. Als der erste Asset Manager, der sich exklusiv auf ESG Investing mittels quantitativer Analyse verlässt, entwickelt Arabesque ein System das beim Investieren die Nachhaltigkeitsfaktoren in Betracht zieht, die einen positiven Effekt auf die Rendite haben. "Früher habe ich mich auf die Einschätzung der Analysten verlassen,” sagt Anja Mikus, CIO von Arabesque, gegenüber der Süddeutschen Zeitung, "heute übernimmt das ein Algorithmus.”

Dieser Algorithmus sortierte beispielsweise VW bereits vor den Diesel-Skandal aus, da die Firma schwächen bei der Governance aufwies. Wie bei der Organisation des Aufsichtsrats, hohen Kosten für Garantiefälle oder ein großer Einfluss von Zinsgeschäften auf das Gesamtergebnis, so Mikus auf Citywire. Gründe der ökonomischen Nachhaltigkeit führen dagegen zum Ausschluss von Toshiba. Die Firma habe eine zu hohe Schuldenquote und zu wenig Eigenkapital.

Der Ansatz hat dabei Erfolg. Aus über 77.000 Aktien werden beim Arabesque Prime Fund 300 und beim Arabesque Systematic Fund 100 Aktien ausgesucht. Dabei berücksichtigt der Algorithmus 1.600 Indikatoren. “Seit wir im August 2014 live gegangen sind, haben wir den wir den Markt geschlagen. Wir sind sogar besser als wir erwartet haben, da die Qualität der ESG Daten sich verbessert hat,” sagt Feiner im Modern Investor Magazine.