Faktor-Investing für institutionelle Investoren

Weltweit sind inzwischen mehr als 500 Milliarden US-Dollar in Faktor-Strategien angelegt. Um den hohen Zuflüssen von zuletzt 51 Milliarden US-Dollar auf den Grund zu gehen, hat Invesco Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Staatsfonds, Vermögensberater und Privatbanken nach ihren Motiven befragt, in Faktor-Strategien zu investieren. Diese wollen dabei ihre Allokation innerhalb der nächsten fünf Jahre im Durchschnitt verdoppeln.

Der wichtigste Grund für den Einsatz der Strategien ist dabei eine Verringerung des Risikos. Gerade defensive Investoren dürften quantitative Multi-Faktor-Strategien, interne Faktor-Produkte für Anleihen und liquide Alternatives nutzen, so fundreserach.de. Der zweitwichtigste Grund für ein Engagement in Faktor-Strategien ist die Erwartung höherer Mehrerträge. Ganze 83 Prozent der befragten Investoren geben an, dass die Strategien einen wichtigen Beitrag zur Erzielung von Mehrerträgen leisten können. Neben der Risikominderung und Ertragsverbesserung spielen für institutionelle Investoren auch Diversifikationseffekte, niedrigere Kosten, Index-Substitution und bessere Benchmarks eine Rolle.

Zwar interessieren sich viele Investoren für Faktor-Strategien, die meisten jedoch weniger für standardisierte Produkte. Stattdessen bevorzugen die befragten Anleger strategische Faktor-Modelle und ganzheitliche Multi-Faktor-Ansätze. „Die Investoren haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Diesen muss die Asset-Management-Industrie mit maßgeschneiderten faktorbasierten Anlagelösungen und entsprechender Beratung gerecht werden", sagt Bernhard Langer, Co-Vorsitzender des Factor Investing Council und CIO von Invesco Quantitative Strategies.

Investoren wollen dabei die Kontrolle über ihr Engagement behalten. Zum einen halten 61 Prozent der Investoren ihre eigene Organisation am besten dafür geeignet, die Rolle von Faktor-Strategien in der Anlagestrategie zu bewerten. Zum anderen meinen 71 Prozent, dass sie ihr Faktor-Engagement am besten selbst steuern können. Um die fehlenden Kompetenzen auszugleichen wollen setzten Investoren verstärkt auf fachliche Schulung und Beratung durch die Asset-Management-Industrie.