HFT erreicht seine Grenzen

Steigende Kosten für die Infrastruktur, schärfere Regulierung und ein härterer Wettbewerb lassen die Gewinne von High Frequency Tradern schmelzen. Das Wachstum scheint sein Limit erreicht zu haben.

Dank dem Fortschritt in Transaktionstechnologien können Trades in Mikrosekunden ausgeführt werden und Algorithmen können Investmententscheidungen treffen, Ordern ausführen und Portfolios managen. Eine Order durchzuführen und schnell wieder zu stornieren, das High Frequency Trading (HFT), hat sich dabei am Aktienmarkt etabliert und boomte innerhalb der letzten Dekade. Elektronisches Market Making, wie High Frequency Trader es ausführen, ist heute ein integraler Bestandteil der Märkte.

Während HFT vor der Finanzkrise auf einem aufsteigenden Ast war, ist der Marktanteil in den letzten Jahren stetig gefallen. In Europa hat der Marktanteil von HFT 2010 seinen Zenit mit etwa 40 Prozent erreicht, in den USA bereits im Jahr 2009 mit ungefähr 60 Prozent. Seitdem ist der Marktanteil auf 35 Prozent in Europa und 50 Prozent in den USA gefallen. Deutsche Bank Research zufolge hat dies mehrere Gründe: Zum einen steigende Infrastrukturkosten und ein härterer Wettbewerb. Zudem der Aufstieg von Alternativen Trading Plattformen und zuletzt noch eine härtere Regulierung.

Die Umsätze aller HFT Firmen sind von 7,2 Trillionen USD im Jahr 2009 auf 1,3 Trillionen USD im Jahr 2014 gefallen. Ein härterer Wettbewerb hat einige Unternehmen aus dem Markt gedrängt und führte zu dem Verschwinden einiger Händler. Mit mehr Wettbewerb werden Preisunterschiede zwischen verschiedenen Börsen schneller bereinigt und eine Gewinnquelle für High Frequency Trader so eliminiert. Auch zwingt der steigende Wettbewerbsdruck, mehr in Infrastruktur zu investieren, da eine schnelle Ausführung der einzige Wettbewerbsvorteil der Firmen ist. Daher müssen HFT Firmen immer wieder in neuere und schnellere Technologien investieren und mit diesen Investitionen reduzieren sich ihre Gewinne. Insgesamt haben sich so die durchschnittlichen Gewinne pro gehandelter Aktie von einem Zehntel Penny 2009 auf ein Zwanzigstel halbiert.

Eine weitere Hürde für HFT sind Alternative Trading Platforms, welche Käufer und Verkäufer abseits der registrierten Börsen zusammenführen. Diese erlauben Händlern, große Volumen zu handeln ohne dabei den Preis stark zu beeinflussen und garantieren den Akteuren vor der Exekution der Order Anonymität. Insgesamt gibt es in den Vereinigten Staaten und Europa respektive 40 und 15 solcher Dark Pools. Während High Frequency Trader nicht per se aus dem Markt ausgeschlossen werden, der schätzungsweise 40 Prozent aller US-Handelsaktivitäten ausmacht, sind Trader oft nicht auf den für große Transaktionen ausgelegten Plattformen etabliert. Mit einer steigenden Nutzung der Dark Pools verlieren daher auch High Frequency Trader Chancen für ihre Strategien.

Zuletzt habe auch Regierungsbehörden die High Frequency Trader vermehr auf dem Schirm und wollen diese stärker regulieren, beispielsweise durch die künstliche Verlangsamung von Orderausführungen, das Verhindern von vielen Order-Cancellations und einer stärken Risikokontrolle. Auch dies wird negative Auswirkungen auf die HFT Strategien haben.