Hohe Mittelabflüsse aus Hedgefonds

Wegen hoher Gebühren und schwacher Performance ziehen immer mehr Investoren ihre Gelder aus Hedgefonds ab. Das verwaltete Vermögen ist im ersten Quartal um 15 Milliarden auf 2,86 Billionen Dollar gefallen.

Erstmals seit 2009 zogen Investoren in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen Gelder aus Hedgefonds ab, so die Financial Times. Im ersten Quartal 2016 sanken die Assets under Management um 15,1 Milliarden Dollar auf 2,86 Billionen Dollar, so die Zeitung unter Berufung auf Hedge Fund Research Daten. Auf Quartalsbasis sei dies der größte Abfluss seit sieben Jahren. Die Abflüsse waren mit 1,52 Milliarden Dollar im letzten Quartal 2015 deutlich geringer.

Dem Anspruch, in jeder Markphase nicht-korrelierte Gewinne zu erwirtschaften, wird die Assetklasse damit nicht mehr gerecht. 2015 verloren Hedgefonds im Durchschnitt 3,6 Prozent. 2014 waren es bereits 0,6 Prozent. Für das erste Quartal dieses Jahres sieht das Ergebnis ähnlich aus. Mit kontinuierlichen Verlusten können die Fonds ihre hohen Gebühren nicht mehr rechtfertigen. Zu Recht wird daher die Gebührenstruktur als Hauptgrund für die Rückzüge genannt.

Dabei verlieren vor allem die großen Namen in der Branche Gelder. Zwei Drittel der Mittelabflüsse verfallen auf Firmen, die mehr als fünf Milliarden Dollar verwalten. Kleine Häuser werden dagegen von Investoren bevorzugt und konnten Nettozuflüsse von 730 Millionen verzeichnen. Auch thematisch gibt es große Unterschiede: Während das aktivistische Fonds Gelder verloren, wurde mehr Geld in Multi-Strategie Fonds angelegt.