Hürden bei der ESG Integration

Viele institutionelle Anleger haben inzwischen realisiert, dass ESG Kriterien Risiken und Erträge treiben, und diese in ihre Investmenprozesse integriert. Dabei sind jedoch drei Hürden zu bewältigen. 

Eine Studie der Harvard Business School bestätigt: Unternehmen, die gut bei materiellen ESG Kriterien abschneiden, erzielen höhere Renditen. Firmen, die bei materiellen ESG Kriterien gut und bei immateriellen schlecht abschneiden, erzielen so zum Beispiel eine Rendite von durchschnittlich sechs Prozent. Während Firmen die in sowohl materiellen als auch immateriellen ESG Faktoren gut abschneiden eine Rendite von durchschnittlich zwei Prozent erzielen, verlieren Firmen die in beiden Gruppen schlecht abschneiden 2,9 Prozent. Die Identifikation von materialen ESG Faktoren und die Einbeziehung dieser in Investmentprozesse sollte daher ein wichtiges Interesse für Asset Manager sein.

Tatsächlich berücksichtigen viel Asset Manager Nachhahltigkeitsaspekte in ihren Entscheidungen. Die Principles for Responsible Investment der UN wurden bereits von 1.500 Investoren und Asset Managern, mit zusammen etwa $60 Billionen Assets under Management, unterzeichnet. Trotzdem sind nur ein Prozent der AuM der 15 größten US Pensionsfonds in ESG-Strategien investiert. Auch betrieben viele Investors ESG-Analyse nur als Nebenprodukt anstatt es vollständig in Entscheidungen zu integrieren.

Die Asset Management Industrie hat den Wert von Nachhaltiger Geldanlage verstanden, hat aber Probleme, diese zu integrieren. McKinsey meint im neusten Artikel “Sustaining sustainability: What institutional investors should do next on ESG”, dass dabei drei Probleme entscheidend sind:

Erstens haben Investoren Schwierigkeiten bei der Identifikation von materiellen ESG Faktoren, also solchen, die einen großen Einfluss auf die finanziellen Ergebnisse haben. Dabei kann das Framework des Sustainable Accounting Standards Board (SASB) eine Grundlage für die Analysen bieten.

Zweitens müssen Asset Manager und Investoren “Greenwashing” herausfiltern, also solche Aktivitäten und Angaben, die Firmen nur zu Marketingzwecken betreiben, aber nicht tatsächlich zu nachhaltigem Unternehmenserfolg führen.

Zuletzt fragen sich viele Asset Manager noch, ob die Auswahl nach ESG Kriterien Teil ihrer treuhändereschen Pflicht ist. Dabei ist vor allem der Disclosure von ESG Informationen ein Treiber von nachhaltigen Investments. In Frankreich müssen Investoren beispielsweise das CO2-Exposure ihres Portfolios veröffentlichen, während einige Investoren in den USA durch den neuen Employee Retirement Income Securities Act angehalten sind, nachhaltigere Investments bei gleicher finanzieller Performance zu bevorzugen. Mit zunehmender Regulierung sollte daher auch die Integration von ESG Kriterien in Investmentprozessen zunehmen.