Immobilienmanager verschlafen Digitalisierung

In einer Studie von Ernst & Young Real Estate geben 97 Prozent der Immobilien-Asset-Manager an, dass die Digitalisierung einen signifikanten Einfluss auf ihre Geschäftsmodelle hat. Mehrheitlich wollen die Immobilienmanager durch die Digitalisierung ihre Produkte und Dienstleistungen verbessern und investierten bisher besonders in die Datenverwaltung und das Reporting sowie in das Objektmanagement.

„Die mit Abstand höchste Dringlichkeit und gleichzeitig größte Auswirkung auf ihr Geschäftsmodell sehen die Asset Manager bei der Mieter- und Objektdatenverwaltung, gefolgt von der noch relativ neu wahrgenommenen digitalen Prozessdokumentation“, sagt Dietmar Fischer, für die Studie verantwortlicher Partner bei EY Real Estate. Die Vernetzung mit Start-ups und Forschungseinrichtungen aus dem digitalen Bereich wird von vielen Managern dagegen nicht verfolgt. Nur wenige kooperieren mit diesen bereits (17%) oder planen es zu tun (15%). Auch wollen sich 40 Prozent nicht am Prop-Tech-Sektor beteiligen.

Fast die Hälfte (43%) den 35 befragten Unternehmen arbeiten bereits an der Digitalisierung in ausgewählten Bereichen. Weitere 40 Prozent stehen nach eigenen Angaben noch in der Planungsphase. Während keine Gesellschaft ihr Budget für die Digitalisierung in den nächsten drei jähren kürzen will, wollen 70 Prozent dieses erhöhen.

Während die Asset Manager die Wichtigkeit der Digitalisierung erkennen und ausreichend finanzielle Ressourcen zur verfügen stellen, fehlt ihnen bisher die Strategie: Nicht mal jedes fünfte Unternehmen verfolgt eine übergreifende Strategie. Es werden unklare Verantwortlichkeiten (48%), mangelnder Fokus (35%) und fehlende Agilität in Entscheidungsprozessen (30%) bemängelt.