Langfristige Renditen verringern sich

Nach besonders hohen Renditen in den letzten drei Jahrzehnten, schwächen sich die Treiber dieser Erträge nun ab, so McKinsey. In den nächsten 20 Jahren sollten sich Investoren auf niedrigere Renditen einstellen.

Hohe Renditen trotz Kursrutschen

Trotz diversen Krisen innerhalb der letzten Jahre wie dem Platzen der Dot-Com Blase am Anfang des Jahrtausends oder der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 haben Investoren in den letzten drei Jahrzehnte hohe Renditen erwirtschaftet. Tatsächlich lagen sowohl die Renditen von Aktien als auch von Anleihen zwischen 1985 und 2014 deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.

Sowohl US als auch europäische Aktien haben in den 30 Jahren vor 2015 Renditen von 7,9 Prozent erwirtschaftet. US Staatsanleihen und Europäische Staatsanleihen erwirtschafteten im selben Zeitraum 5 Prozent beziehungsweise 5,9 Prozent.

Die hohen Renditen resultieren aus einer vortrefflichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie guten Konzernentwicklungen. Wegen niedriger Inflation und Zinsen sowie dem Aufstieg Chinas und weltweit steigenden Bevölkerungszahlen, konnten sich Firmen auf ihr Umsatzwachstum verlassen. Niedrigere Besteuerung sowie Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und Lieferketten-Optimierung haben die Kosten gesenkt. Insgesamt ergaben sich so signifikant höhere Gewinne für Unternehmen und deren Eigentümer. 

Treibende Faktoren Schwächen sich ab

Dem Bericht “Diminishing returns: Why investors may need to lower their expectations” des McKinsey Global Institutes zufolge können sich Investoren nicht mehr auf diese Faktoren verlassen. Währen einige sich nur abschwächen, drehen sich andere sogar um. Zinsen und Inflation haben ihre Talsohle erreicht und das Wirtschaftswachstum wird in den nächsten 20 Jahren vermutlich geringer ausfallen, so McKinsey. Auch wird das Bevölkerungswachstum geringer ausfallen und die Nachfrage aus China weniger langsam steigen. Firmen können sich daher nicht mehr auf automatisches Umsatzwachstum verlassen. Nur wenige Entwicklungen wie zunehmende Digitalisierung wirken sich noch positiv auf Unternehmensgewinne aus, sagt der Bericht.

McKinsey erwartet, dass Aktien in den nächsten 20 Jahren im Durchschnitt eine jährlich Rendite von 2,5 bis 4 Prozent erwirtschaften werden. Für Fixed Income Produkte erwartet die Beratungsgesellschaft jährliche Renditen von 3 bis 5 Prozent. Damit halbiert sie die Aktienrendite fast, während Anleiheinvestoren nur kleine Einschnitte erfahren werden.