Liquid Alternatives in Zeiten von Negativzinsen

Das derzeitige Niedrigzinsumfeld macht es sowohl schwieriger, Renditen zu erwirtschaften, als auch Risiken zu managen. Fixed Income hat viel seines Diversifikationseffekts verloren und generiert nun sogar negative Renditen. Institutionelle Investoren mit Risikobudget müssen außerdem ihr Exposure in Aktien wegen steigender Volatilität verringern. Wohin also mit der freien Liquidität?

Liquid Alternative Strategies sind Produkte, die ohne Benchmark positive Renditen erzielen wollen und dabei auf alternative Assetklassen sowie auf eine flexiblere Investmentstrategie setzen. Diese werden dann in einem UCITS konformen Mantel verkauft. “Solche Produkte können dazu beitragen, die Volatilität im Portfolio zu reduzieren und Erträge zu generieren, die niedrige Korrelationen mit den klassischen Anlageklassen Aktien und Anleihen aufweisen,“ sagt David Saunders, Fondsmanager des Franklin K2 Alternative Strategies Fund, im Interview mit dasinvestment.com.

Liquid Alternatives können dabei Erträge aus drei unterschiedlichen Quellen erzielen, erklärt Ulf Füllgraf, Geschäftsführer und CIO von Alpha Centauri. Es gibt es fundamental Risikoprämien, wie Distress oder Default Prämien, behavioristisch Risikoprämien wie Momentum Prämien sowie institutionelle Risikoprämien, die durch das Hedging von Marktteilnehmern entstehen.

Mit den Strategien können Marktrisiken fast vollständig eliminiert werden, da die Produkte oft mit Long-Short Strategien umgesetzt werden. Liquid Alternatives können die Rendite eines Portfolios gegenüber traditionellen Aktien-Anleihen Mischungen erhöhen. Auch sind diese Erträge nicht zu den beiden traditionellen Assetklasse korreliert und erholen sich von Drawback schnell, so Füllgraf.

Auf der anderen Seite beinhalten die Strategien Risiken wegen ihrer asymmetrischen Auszahlungsprofile. Da die Strategien mit Derivaten, Short-Positionen und Leverage umgesetzt werden, entstehen long-tail Risiken, die mit herkömmlichen Mitteln nur schwer zu messen und managen sind.

Allianz Global Investors zufolge können übliche europäische institutionelle Investoren die Rendite ihres Portfolios um 0,1 bis 0,3 Prozent erhöhen, wenn sie Liquid Alternatives beimischen. Dazu wird empfohlen, verschiedene alternative Risikoprämien zu kombinieren, auf das Risikomanagement zu achten und Drawdowns zu reduzieren, sowie einen Ansatz zu wählen, der Marktneutral gegenüber Kurs- und Zinsrisiken ist.