Marktliquidität im Wandel

Fast die Hälfte der institutionellen Investoren sieht in der niedrigeren Marktliquidität eine anhaltende Entwicklung. Mit Umfragen ermittelten State Street und die Alternative Investment Management Association die Auswirkungen dieses Trends.

Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 haben Aufsichtsbehörden die Regulierung verschärft, um die Märkte zu stabilisieren und standhafter zu machen, unter anderem durch die Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen und der Reduzierung des Eigenhandels der Banken. Wegen der strengeren Regulierung, jedoch auch wegen der niedrigeren Zinsen und des schwächeren Wirtschaftswachstums, haben sich die Banken daraufhin von den Märkten zurückgezogen und konnten ihre traditionelle Rolle als Marktmacher nicht mehr ausüben.

Nun geben 30 Prozent der von State Street befragten Asset Manager an, ihr Portfolio wäre in den letzten drei Jahren weniger liquide gewesen. Fast die Hälfte (48%) geht zudem davon aus, dass dies langfristig so bleiben wird. Die Befragung von 300 institutionellen Investoren, Vermögensverwaltern und Hedgefonds zeigt dabei neue Markttrends und die Anpassungen der Marktteilnehmer auf.

Institutionelle Investoren und Vermögensverwalter passen als Reaktion unter anderem ihre Assetallokation an. Zum einen sollen liquidere Instrumente genutzt werden, um ein gewünschtes Marktexposure zu erhalten, beispielsweise ETFs (53%) oder Liquid Alternatives. Auch wollen viele mehr Barreserven halten, um Verbindlichkeiten und Rückkäufe bedienen zu können (44%). Zuletzt planen viele, Investitionen umzuschichten, wobei die Strategien dabei durchaus gegensätzlich sein können: Einige Asset Manager versuchen, Vermögen in zukünftig liquidere Assetklassen zu investieren, um sich gegen Marktturbulenzen abzusichern. Andere wiederum erhöhen den Anteil wachstumsstarker illiquider Assetklassen wie Immobilien und Private Equity um die Renditen zu erhöhen.

Zudem verändern sich die Rollen einiger Marktteilnehmer. So erwarten 49 Prozent, dass nicht-Banken zunehmend wichtiger als Marktmacher werden. Besonders Hedgefonds trauen sich diese Rolle zu: 43 Prozent der Befragen Hedgefondsmanager geben an, ihre Rolle als Marktmacher für bestimmte Assetklassen zu evaluieren.

Auch durch elektronische Handelsplattformen können Käufer und Verkäufer effizienter zusammengeführt werden. Sie erhöhen die Transparenz von Preisen und Spreads, verbessern den Informationsfluss sowie die Sichtbarkeit von Alternativen. 6 von 10 Befragten geben daher an, dass der OTC Handel weiter automatisiert wird - genauso viele erwarten, dass dies helfen kann, Liquiditätsengpässen vorzubeugen.