Neue Realität für Family Offices

Einer Studie der UBS Group und dem Londoner Marktforscher Campden Wealth zeigt, dass Family Offices in den letzten zwölf Monaten bis Mai ihre Engagements in Hedgefonds um 10 Prozent reduziert haben. "Die Reduktion der Hedgefonds-Allokation ist das Resultat zweier Faktoren: hohe Gebühren und enttäuschende Performance", sagte Philip Higson, Vice Chairman der Global Family Office Group von UBS, in einem Interview mit Bloomberg.

Nachdem die Performance der Family Offices von 6,1 Prozent auf 0,3 Prozent im Jahr 2015 fiel, wurden auch Investments in andere Assetklassen wie Anleihen reduziert. Stattdessen wenden sich Family Offices illiquiden Investments zu und investieren so stärker in Immobilien oder Private Equity. Liquide Bestände machen etwa acht Prozent der Family-Office-Portfolios aus, so die Umfrage.

Gerade für Private Equity Investments fehlt Family Offices jedoch die Expertise und das Personal, so die Studie. Vor allem kleinere Offices wollen daher verstärkt über Fonds anstelle von direkten Transaktionen investieren. Mehr als die Hälfte der Family Offices will auch mehr Co-Investments tätigen und Transaktionen mit anderen Offices durchführen.

Neben einer überarbeiteten Asset-Allokation zur Verbesserung der Ertragslage haben Family Offices auch ihre Kosten verstärkt im Blick. "Man wird abschätzen, ob man zu viele Sachen macht und ob man nicht mehr davon hat, wenn man sich auf weniger Gegenparteien konzentriert", sagt Higson. "Man werde überlegter und vorsichtiger agieren.” Auch IT-Sicherheit spielt eine stärkere Rolle. So geben 15 Prozent der Family Offices an, bereits Verletzungen der Cybersicherheit erlebt zu haben. In der Regel betrug die Schadenshöhe jedoch weniger als 50.000 Dollar.

Insgesamt wurden von 242 Family Offices mit einem durchschnittlichen Vermögen von 759 Millionen US-Dollar von der UBS Group und dem Londoner Marktforscher Campden Wealth befragt. Die meisten Befragten verwalten das Vermögen einer einzigen Familie.