Neue Renditequellen und Investmentprozesse

Die Portfolios von institutionellen Investoren sollen häufig eine Immobilienallokation von neun bis zehn Prozent aufweisen. Tatsächlich stieg der Immobilienanteil zwischen 2011 und 2015 von 6,7 auf 8,5 Prozent, liegt damit jedoch weiterhin unter den Erwartungen. Während Investoren der Assetklasse hohe Renditen, Diversifikationseffekte und Inflationsschutz zuschreiben, hindert sie einiges am zusätzlichen Investieren. Zum einen halten sie den Immobilienmarkt für riskant, vor allem in Entwicklungsländern. Zum anderen ist der Markt insgesamt wenig transparent, liquide und entwickelt. Dies widerspricht damit direkt den Strategien, die Investoren bei Aktieninvestments nutzen, so McKinsey in “Understanding real estate as an investment class”.

Aufgrund dieses Mangels an Transparenz, weil Transaktionen privat und Informationen knapp sind, ist die Bewertung von Immobilienrenditen schwierig. Bei der Analyse von über 10.000 Investitionen stellt McKinsey jedoch fest, dass die Immobilienrenditen umgekehrt mit denen konventioneller Assetklassen korrelieren, und damit als hervorragende Mittel zur Diversifizierung eines Portfolios dienen können. Dabei ist das Wachstum des Immobilienmarktes vor allem auf die Bautätigkeiten in den Schwellenländern zurückzuführen, was Investoren mehr Immobilien zur Verfügung stellt. Einige Investoren müssen daher auch in Emerging Markets Immobilien investieren, um Portfolioanteile und Renditen zu halten.

Bei institutionellen Immobilieninvestoren zeichnen sich dabei zwei Trends ab: Erstens investieren sie zunehmend in nicht traditionelle Assetklassen wie Studentenwohnheime, Rechenzentren, medizinische Einrichtungen und betreute Wohngemeinschaften. Mit steigenden Volumen und Transaktionen erreichen diese Gebäudetypen Investment Grade. Zweitens, aufgrund höherer Kosten und einem wahrgenommenen Kontrollmangel, entwickeln institutionelle Investoren in-house Teams. Damit wollen sie ihre Fähigkeiten aufbauen, den Betrieb von Vermögenswerten eigenständig zu verbessern oder Plattformen zum Erwerb von Immobilien aufbauen.