Rentensysteme müssen kundenzentrierter werden

Mit immer weiter alternden Bevölkerungen in den Industrienationen geraden deren Rentensysteme unter Druck. Die Systeme sollen die älter werdende Bevölkerung im Ruhestand finanziell absichern und gleichzeitig die öffentlichen Haushalte nicht überlasten. Um ein nachhaltiges Rentensystem aufzubauen würde “die größte Herausforderung der kulturelle Wandel vom historisch dominanten traditionellen Paternalismus zu kundenzentrierten Rentensystemen sein, in denen die Mitglieder und Arbeitgeber wesentlich mehr Macht - und Verantwortung - haben, um Entscheidungen zu treffen”, so Ernst & Young in ihrer Umfrage “The $500 Trillion prize”.

In mehr als 200 Interviews mit Repräsentanten aus 21 Ländern wurde das Level von Rentensysteme hinsichtlich der Expansion von Produktangeboten, aktiver und gut informierter Beteiligung an diesen Produkten und den regulatorischen Rahmenbedingungen, welche Transparenz, Verbraucherschutz, effektive Anreize und Innovation schaffen analysiert.

Die Umfrage identifiziert sieben Kernergebnisse:

Vision, Strategie und Rollenklarheit sind die Grundsätze für öffentliches Vertrauen. Zuerst muss eine Strategie und ein langfristige Vision formuliert werden, um die langfristigen finanziellen Einflüsse auf die alternde Bevölkerung zu definieren. Alle Stakeholder müssen in die Erarbeitung der langfristigen Politik mit einbezogen werden und dieser zustimmen, um Vertrauen in das System zu schaffen.

Anreize beeinflussen Entscheidungen. Der Bericht zeigt, dass viele Rentensysteme keine Anreize setzten, um Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Anreize betreffen dabei alle Stakeholder: Für Mitglieder beispielsweise durch Steuerersparnisse; Arbeitgeber müssen Anreize habe, Mitglieder zu informieren; Fondsanbieter müssen dazu bewegt werden, nachhaltige Anlagesysteme zu schaffen; Regierungsorganisationen müssen dazu angehalten werden, nachhaltige, effiziente und effektive Rahmenbedingungen zu schaffen.

Informierte Entscheidungen schaffen gute Aktionen. Mitglieder von Rentensystemen müssen darüber entscheiden, wie sie sich auf den Ruhestand vorbereiten. Um gute Entscheidungen zu treffen, müssen sie gut informiert werden. Mitglieder brauchen Plattformen um Erfahrungen auszutauschen, sowie um nach Informationen zu suchen und Entwicklungen zu verfolgen.

Produkte müssen finanzielles Wohlergehen bieten. Anstatt nur monatliche Raten zu zahlen müssen Produkte zukünftig ein breites Spektrum wie beispielsweise Gesundheit ebenfalls absichern. Es geht zunehmend um eine ganzheitliche finanzielle Absicherung im Alter. 

Verbraucherschutz und Treuepflichten schaffen Vertrauen. Da Altersrücklagen im Rentensystem für viele Mitglieder die größten finanziellen Vermögenswerte sind, müssen Politiker und Regulierer mehr daran setzten, Entscheidungen, Assets und Verhalten abzusichern.

Die Erfahrung von Stakeholder und die Einfachheit der Prozesse ist entscheidend für den Erfolg der Systeme. Alle Stakeholder müssen daran arbeiten, ihre Erfahrungen einander mitzuteilen und die Planung für den Ruhestand so einfach, sicher und angenehm wie möglich zu machen. Dies würde die Entscheidungen, die Mitglieder für ihren Ruhestand treffen, verbessern.

Digitales kann bei informierten Entscheidungen, Auswahlen und Transaktion helfen. Digitale Plattformen können genutzt werden um zu kommunizieren und Rentensysteme aufzubauen. Während Arbeitgeber und Produktanbieter allgemeinen offener für digitale Wege sind, sind besonders Regierungen und Regulieren langsamer bei der Nutzung von neuen Wegen um Stakeholder zu informieren.