Schrumpft das Asset Management?

Ist die Asset Management Industrie im Schrumpfungsprozess? Mit diesem Thema hat die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) zu ihrer 8. Investment Consultant Konferenz eingeladen. Während sich viele Asset Manager auf der Konferenz eingestanden, dass die Industrie nicht mehr so stark wächst wie früher, wurde ein Schrumpfen der Branche von den Teilnehmern negiert. Vor allem im Bereich Altersvorsorge würde eine starke Nachfrage nach den Leistungen der Asset Manager bestehen, weil die staatlichen Systeme an ihre Grenzen stoßen und mehr private und betriebliche Vorsorge nötig sei.

Die Asset Manager sind sich jedoch einig, dass es nicht nur auf das quantitative Wachstum ankommt, sondern auch auf die Qualität, so Dr. Eckhard Bergmann auf dpn-online.com. Eine zunehmende Nutzung von passiven Produkten als auch internationaler Konkurrenzdruck hätten bei vielen Asset Managern dazu geführt, den Erhalt der Margen in Frage zu stellen. Auch eine abnehmende Personalnachfrage ist ein Zeichen für diesen Wandel in der Branche. So sei das Vermittlungsgeschäft von Personalvermittlungen im Kapitalmarktbereich deutlich zurückgegangen und das Anforderungsprofil hätte sich stark verändert.

Bei großen Anbietern und Boutiquen gibt jedoch Unterschiede zwischen der Wahrnehmung des niedrigeren Wachstums. Die kleineren Vermögensverwalter spüren die nachlassende Dynamik weniger stark, da sie auf Grund ihrer Spezialisierung Wachstumsfelder leichter abgreifen können. Zum einen sind die großen Anbieter mit ihrem breiten Angebot aus aktiv gemanagten Produkte stärker von dem Trend zu passiven Anlagen betroffen, zum anderen reklamieren kleinere Anbieter, dass sie eine positivere Außenwirkung haben und so attraktiver für Talente sind.