Sind Unternehmensanleihen keine echte Assetklasse?

Nur Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffe seien “echte Asset-Klassen” und würden reichen, um ein robustes Portfolio zu konstruieren, sagt Anja Nieberding, Head of Multi Asset Class Sales Germany bei Vontobel Asset Management, in einer Bildstrecke auf institutional-money.com. Corporate Bonds dagegen sollten nur zur Erreichung einer bestimmten Zielrendite beigemischt werden, zur zusätzlichen Diversifikation tragen sie nicht bei. 

Der Vontobel Managerin zufolge kann ein Corporate-Bond-Segment durch eine Mischung aus Aktien und Staatsanleihen erklärt und nachgebildet werden. Während die beiden Bausteine echte Assetklassen seien, wären Unternehmensanleihen nur ein Asset-Segment. Gerade in Phasen stark nachgebender Kapitalmärkte gerät das Corporate Bond Segment jedoch wegen einer geringeren Liquidität besonders unter Druck und verliert mehr Wert als die Mischung aus Aktien und Staatsanleihen.

Da Aktien und Staatsanleihen in der Regel negativ korreliert sind, können sie zur Diversifikation genutzt werden. In Phasen hoher Inflation können sie jedoch gleichzeitig an Wert verlieren. Weil die Wertentwicklung von Rohstoffen nicht durch Aktien und Staatsanleihen nachgebildet werden kann, eignet sich diese Assetklasse ebenfalls zur Diversifikation. “Proaktiv und mit Weitblick gemanagt sind die drei Asset-Klassen Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffe damit die notwendigen Bestandteile eines robusten Portfolios,” so Nieberding. Da jedoch alle drei Assetklassen gleichzeitig unter Druck geraten können, empfiehlt die Manager eine vorausschauende Risikostreuung.