Skalierung und Spezialisierung

ETFs und Indexprodukte werden immer beliebter. In einer globalen Branchenstudie behauptet die Boston Consulting Group, dass den klassischen Fondsmanagern, die Investitionen noch aktiv auswählen und versuchen, den Markt zu schlagen, jedoch nicht vor dem Aus stehen. Trotzdem würde sich die Branche massiv verändern, so die Unternehmensberater.

Seit 2002 haben Asset Manager ihre Assets under Management  auf $74 Billionen verdoppelt. Zuflüsse sind jedoch auf jährlich 1,7 Prozent gefallen, während sie vor der Finanzkrise noch zwischen 3 und 5 Prozent lagen. Trotz steigenden Kosten und niedrigeren Zuflüssen haben es die Asset Manager geschafft, ihre Margen auf 0,5 Prozent, das Niveau von 2006 und 2007 zu steigern.

Amerikanische Firmen schlagen sich dabei deutlich besser, als europäische Vermögensverwalter. Zwar sind die Assets under Management in beiden Regionen um etwa ein Drittel seit der Finanzkrise gestiegen, amerikanische Asset Manager machen jedoch Gewinne und Umsätze über dem Krisenniveau Ihre europäischen Konkurrenten erreichen dieses Umsatzniveau gerade erst wieder und die Gewinne bleiben  noch darunter.

Für Asset Manager würde es immer wichtiger werden, Skaleneffekte zu nutzen - auch um sich gegen ETFs zu behaupten. Amerikanische Vermögensverwalter hätten dabei einen Vorteil, weil der Markt in Europa noch stark nach Ländern fragmentiert ist. Auch schätzen Investoren bei den angelsächsischen Verwaltern die unabhängig von anderen Finanzinstituten. Sie würden so weniger Interessenskonflikte aufweisen.

Auch ein hoher Grad an Spezialisierung schützt vor der Konkurrenz von ETFs, so BCG in der Studie. Alte, klassische Investmentfonds wie Aktienfonds in einheimische Großkonzerne, Staatsanleihen oder Geldmarktprodukte verlieren dagegen jedoch Marktanteile. Hatten diese 2003 noch einen Marktanteil von 63%, waren es 2014 nur noch 39%. Spezialisierte Fonds konnten ihren Marktanteil dagegen im gleichen Zeitraum um 20 Prozentpunkte auf 48% erhöhen.