Solarenergie profitabel machen

Der Markt für Solarenergie wächst schneller als je zuvor, ist aber immer noch nicht ganzheitlich profitabel. Neben der betrieblichen Effizienz ist eine verbesserte Kapitalallokation der Schlüssel zum Erfolg.

Weltweit können in diesem Jahr 66 Gigawatt Solarenergie installiert werden, so McKinsey in einem kürzlich erschienenen Bericht. Letzten Jahre haben Investoren insgesamt $161 Milliarden in die erneuerbare Energie investiert, die zweitgrößte Summe in jede einzelne Stromquelle.

Die höhere Nachfrage nach Solarenergie wird dabei meist durch günstigeren Preise getrieben. Seit 2009 sind die Installationskosten um 70 Prozent gefallen und betragen heute oft unter $100 pro Megawattstunde, teilweise sogar nur um die $30. Niedrige Installationskosten machen Solarenergie wettbewerbsfähiger gegen andere Energiequellen und sogar günstiger als neue Gaskraftwerke. Mit zusätzlichen regulatorischen Anreizen wie Steuervorteilen ist Solarenergie oft die günstigste Alternative. Im Bericht “How solar energy can (finally) create value” zeigt McKinsey, dass die Hälfte des heutigen Strombedarfs im Jahr 2025 mit Solarenergie rentabel produziert werden könnte.

Trotz der hohen Nachfrage nach Solarenergie befinden sich viele Unternehmen der Branche in der Krise. Entwickler und Baukonzerne gewinnen zwar Marktanteile, sind aber oft nicht profitabel. Ein Grund dafür sind Makroeffekte wie günstigere Ölpreise, welche die Wettbewerbsfähigkeit von Solarenergie zuletzt beschädigt haben, sowie potenziell steigende Zinsen, welche die Finanzierungskosten erhöhen. Trotzdem sieht McKinsey Chancen für Wachstum und Profitabilität in der ganzen Industrie, wenn zwei Herausforderungen gemeistert werden:

Eine erste Herausforderung sind sinkende Margen. Mit immer mehr konkurrierenden Unternehmen sinken die Profite der Industrie derzeitig. Um weiterhin attraktive Margen zu erwirtschaften müssen die Unternehmen die Kosten schneller senken als der Branchendurchschnitt. Dies erlaubt ihnen, weiter zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. 
Um dies zu erreichen müssen Unternehmen ihr Systemdesign neu erfinden. Anstatt passgenaue Solaranlagen auf Dächer oder für Kraftwerke zu konstruieren sollten Firmen modularer arbeiten und Komponenten produzieren, die gut genug in vielen Umfeldern aber eben nicht immer perfekt passt.
Auch haben viele Unternehmen Probleme, Projekte innerhalb des Budgets und des Zeitplans abzuschließen. Firmen müssen ihre Konstruktionsprozesse verbessern, um produktiver zu arbeiten und Arbeitsstunden zu verringern. Dies hilft auch, negative Publicity zu vermeiden und verbessert das Kapitalmanagement.

Die Branche muss ebenfalls neue Wege finden, um institutionelle Investoren anzulocken - über die Kapitalmärkte oder private Platzierungen. Abgeschlossene Solarprojekte bieten attraktive, langfristige Cash Flows für Investoren, während Entwickler eine verlässlichen Weg benötigen, um in der Konstruktion gebundenes Kapital zu liquidieren. Da Projektverkäufe weniger planbar sind, benötigen diese oft mehr Eigenkapital und haben höhere Kapitalkosten. Der Markt muss ein transparentes Vehicle mit einer einfachen Unternehmensstruktur finden, welches sowohl langfristiges Kapital von Investoren binden kann, als auch flexibel genug für Entwickler ist, so McKinsey.