Vier Geschäftsmodelle werden überleben

2015 war nicht einfach für die Asset Management Branche. „2015 verzeichnete die Asset-Management-Industrie ihr schlechtestes Ergebnis seit der Finanzkrise 2008,“ so die Boston Consulting Group (BCG) in ihrer jährlichen Studie zum Status-Quo der globalen Asset Management Branche. Die Assets under Management wuchsen um lediglich ein Prozent von 70,5 Billionen auf 71,4 Billionen USD. 2014 konnte noch ein Wachstum von acht Prozent erreicht werden, der Durchschnitt seit der Finanzkrise liegt bei immerhin fünf Prozent.

Das niedrige Wachstum der Brache lässt sich dabei hauptsächlich auf weiter niedrige Nettozuflüsse von 1,5 Prozent der Vorjahres AuM zurückführen. In der Asset Management Brachte identifiziert die BCG identifiziert daher den Trend, nicht durch Wettbewerbsvorteile neue Gelder zu akquirieren, sondern die AuM durch steigende Finanzmärkte zu erhöhen. Doch wegen der schwachen und turbulenten Märkte konnten die Branche 2015 nicht durch Wertsteigerungen wachsen. Auch lässt der starke US-Dollar den Wert der Assets under Management in Dollar niedriger erscheinen.

Das Wachstum zwischen dem Retail Segment und dem institutionellen Geschäft klafft dabei immer weiter auseinander. Retail AuM machen inzwischen 40 Prozent des Marktes aus. 2011 waren es nur 37 Prozent. Während die Nettozuflüsse im institutionellen Geschäft nur 0,3 Prozent der Vorjahresassets betrugen, waren es im Retail-Geschäft 3,3 Prozent. Das Retail-Segment profitiert dabei hauptsächlich vom globalen Wachstum der Privatvermögen. Das institutionelle Geschäft leidet darunter, das mehr in-house investiert wird, einer Decumulation von Pensionsfonds sowie Abflüssen aus Staatsfonds. BCG erwartet, dass das institutionelle Geschäft kurz- bis mittelfristig schwach bleibt.

Besonders in der Vereinigten Staaten, jedoch auch in Europe, kann dabei ein Trend zu passiven Investments beobachtet werden. „Von den 15 Investmentfondskategorien mit den höchsten Nettozuflüssen, waren acht passiv,“ so die Studie. „Wir glauben, dass die Verschiebung der Präferenzen von Investoren zu passiven Lösungen traditionelle, aktive Produkte weiter verdrängen wird.“

Als Reaktion auf die schwachen Märkte, die steigende Wichtigkeit des Retail-Geschäfts als Wachstumstreiber sowie dem Aufstieg von passiven Investments, müssen Asset Manager ihre Geschäftsmodelle überprüfen. BCG erwartet insgesamt, dass sich vier Geschäftsmodelle für eine optimale Positionierung etablieren werden:

  • Specialised Alpha Shops: Mit fundiertem Investment Know-How und einem soliden Risikomanagement schaffen es diese aktiven Manager, Investoren anzulocken, die bereit sind, höhere Gebühren für eine mögliche Outperformance zu zahlen.
  • Beta Factories: Mit hohen AuMs, hoher Liquidität und einer ständigen Ausweitung des Produktportfolios schaffen es diese passiven Asset Managern, den Investoren kostengünstig Zugängen zu Märkten zu verschaffen.
  • Solution Providers: Diese Manager fokussieren sich auf bestimmte Fragestellungen, sei es der Service für wohlhabende Privatkunden, Finanzberatung oder Services für bestimmte institutionelle Kunden.
  • Distribution Powerhouse: Diese Manager generieren ihre Zuflüsse nicht durch die gute Performance sondern durch ihre Vertriebskanäle und einen einfacheren Zugang für die Investoren.