Vier Szenarien für Bankberatung im Jahr 2030

FinTech hat einen immer größeren Einfluss auf die Finanzberatung, niemand weiss jedoch genau, wie sich der Anlageberatungsmarkt langfristig entwickelt. Die Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat zusammen mit dem Zürcher Bankenverband mögliche Entwicklungsszenarien erarbeitet und auf finews.ch erste Ergebnisse veröffentlicht.

Im Schreckensszenario kommt es zu disruptiven Veränderungen und Bankdienstleistungen sowie auch Anlageberatung werden nur noch digital angeboten. In diesem Szenario verlieren die existierenden Banken einen großen Teil ihrer Marktanteile an branchenfremde, vor allem ausländische Anbieter. In einem Live-Voting bei der Studienpräsentation hielten 24,6 Prozent der Anwesenden dieses Szenario für realistisch.

Das zweite Szenario ist weniger disruptiv für die Schweizer Banken. In diesem ermutigenden Szenario erwarten ZHAW und der Zürcher Bankenverband, dass die Banken dem Wandel gewachsen sind und sowohl die Wertschöpfung als auch Arbeitsplätze in der Schweiz bleiben. Die meisten Teilnehmer des Live-Votings (41,95) glauben, dass dieses Szenario eintreten wird. 

Im dritten Szenario ruht sich die Bankenwelt zu sehr auf ihren Lorbeeren aus und verschläft den Wandel. In diesem fatalen Szenario verhindern konservative Kräfte die nötigen Maßnahmen, um mit FinTech Start-ups Schritt zu halten, weil sie an eine Rückkehr zum alten Geschäftsmodell glauben. 11,7 Prozent halten dieses Szenario für am wahrscheinlichsten.

Das letzte Szenario beruht auf der Annahme, dass Kunden auch in Zukunft die Kompetenz der Kundenberater suchen und trotz finanztechnologischer Tools zumindest teilweise den persönlichen Kontakt zum Berater bevorzugen. In diesem hoffnungsvollen Szenario gelingt es den Banken, ihre Dienstleistung so anzubieten, dass sie auch weiterhin Mehrwert für den Kunden schafft und ihre Bedürfnisse besser erfüllt als die Robo-Berater. 21,8 Prozent der Live-Voter halten dieses Szenario für am realistischsten.