Wie lange bleibt London das FinTech Zentrum?

Englische Start-ups profitieren von den Technologie-Talenten, Regulierung und Londons Finanzinfrastruktur. Während UK FinTechs besser finanziert wurden als kontinentaleuropäische, ist Londons Rolle als Hub in Gefahr.

Weltweit wurden zwischen 2010 und 2015 49,7 Milliarden US-Dollar in Finanztechnologien investiert. Start-ups aus dem Vereinigten Königreich erhielten davon $5,4 Milliarden, während Firmen aus dem Rest Europas diese Summe nicht einmal gemeinsam einsammeln konnte. Insgesamt haben kontinentaleuropäische FinTechs im selber Zeitraum nur $4,4 Milliarden erhalten, so Fintech Week London. 

Dabei haben Finanztechnologie-Firmen aus London einen Vorteil wegen Londons Infrastruktur und Arbeitsmarkt. Jason Purcell, CEO von FirstCapital, sagt auf Forbes, dass “Londons Zugang zu pan-europäischen, US und asiatischen Investoren, eine hohe Anzahl an hochkarätigen Accelerator-Programmen sowie Unterstützung von Regierungsseiten” geben Firmen aus dem Vereinigtem Königreich einen Vorsprung.

So hat die Financial Conduct Authority einen “regulatorischen Sandkasten” geschaffen, der es Unternehmen erlaubt, Finanzprodukte zu testen ohne dabei die regulatorischen Konsequenzen und Anforderungen zu erfüllen. Auch gibt es Steuervergünstigungen für Start-ups. Daneben profitieren die Unternehmen von Londons Infrastruktur als Finanzzentrum.

Trotzdem sind andere Städte im Begriff, London als Europäisches FinTech Zentrum abzulösen. Während Berlin bereits eine lebendige Start-up Szene hat und einige einschlagende FinTechs hervorbrachte, bekommt Stockholm erst seit 2014 mehr Beachtung. Der Stockholm School of Economics zufolge flossen 18 Prozent aller europäischen FinTech Investment 2014 nach Schweden.