Wie schlau ist Smart-Beta

Smart-Beta ETFs würden die Grundidee von ETFs, einen einfachen und kosteneffizienten Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen, pervertieren. Ein Faktencheck einer immer beliebteren Produktklasse.

Morningstar zufolge haben 32 Prozent der Investoren eine Allokation in Smart-Beta Produkte. Diese belaufen sich im Durchschnitt auf unter 10 Prozent der Aktienportfolios. Smart-Beta Produkte investieren dabei nicht wie gewöhnliche ETFs in einen Index, sondern beziehen Risikofaktoren wie beispielsweise die Volatilität mit ein, um eine besseres Risk-Return Profil zu erreichen.

Ein Vorwurf gegenüber Smart-Beta Produkten ist jedoch, dass sie nicht länger einen simplen Zugang zum Kapitalmarkt anbieten. Da sie nicht bloß einen Index replizieren, sondern andere Risikofaktoren miteinbeziehen, erhöhe sich die Komplexität der Produkte.
Tatsächlich sind die Produkte in der Realität sehr transparent und einfach zu verstehen. Nur sobald mehrere Faktoren in einem Produkt kombiniert und gewichtet werden, kann das Produkt intransparent werden.

Ein weiterer Vorwurf ist, dass die Produkte teurer seien als normale ETFs und Anleger so nicht mehr erlauben, kostengünstig und breit in den Markt zu investieren.
Da auf dem ETF-Markt sehr homogene Produkte angeboten werden, ist das entscheidende Kriterium für Anleger oft der Preis. Dies drückt die Preise für ETFs und zwingt die Asset Manager, sich attraktive Nischen zu suchen, in denen sie die einzigen Anbieter eines solchen Produktes sind und so einen höheren Preis verlangen können. Ist ein Produkt jedoch erfolgreich, werden gewiss neue Anbieter ein ähnliches lancieren und den Preis langfristig wieder fallen lassen.