Wie wichtig sind Bilder & Videos im Netz?

Am 9. Juni fand der MEDIATreff von Business Wire statt. Im Museum für Kommunikation in Frankfurt diskutierten die Teilnehmer über den Einfluss von visuellen Inhalten - mit durchaus kontroversen Standpunkten. Kai Prager von Business Wire moderierte den Abend.

Dieter Moritz, vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste, und Christian Salow, Geschäftsführer von altii, waren sich schnell einig: Bilder visualisieren Informationen, erzeugen Emotionen, beleben nüchterne Themen und können z.B. durch Gesichter personalisieren. Prof. Dr. Dr. Norbert Streitz, Scientific Director der Smart Future Initiative, sah dies jedoch aus einem anderen Blickwinkel. Gerade zu Werbe- und Marketingzwecken würden visuelle Inhalte doch nur genutzt, um den Leser zu beeinflussen. Sachliche Artikel kämen auch gut ohne Bilder und Videos aus.

Sophie Schüler, Fotografin und Multimedia-Künstlerin, und die anderen Teilnehmer des Panels sahen dies naturgemäß anders. So fügte Christian Salow hinzu, dass Leser keinesfalls mit Bildern verwirrt werden dürften. Stattdessen sollten Medien vertrauen schaffen, um nicht langfristig Nutzer zu verlieren. Der Nutzer würde entscheiden, was er gut findet. “Was Müll ist, ist subjektiv!”, so Frau Schüler.

Selbstverständlich haben Bilder viele Vorteile, nicht jeder Beitrag muss aber ein Bild haben. Wenn Bilder nur der Klicks wegen oder weil es eben alle machen, benutzt werden, ist es wohl zu viel des Guten. Frau Schüler beobachtet beispielsweise, dass in den Medien teilweise nicht mehr das gemacht wird, was relevant ist, sondern das, was geklickt wird.

Dieter Moritz betonte, dass nicht nur in neuen Medien, sondern auch in Printmedien, das Bild immer wichtiger wird. Nicht unbedingt als alleinstehendes Medium, sondern in Kombination mit fachlichen Informationen. Man dürfe heutzutage nicht mehr erwarten, dass Medien nur informieren, sondern auch unterhalten, stellte Streitz fest.