Inflationsindexierte Anleihen erhöhen risikobereinigte Rendite des Portfolios

In Zeiten steigender Inflations- und Wachstumsraten schneiden inflationsindexierte Anleihen durchschnittlich um 3 Prozent besser ab als Nominalanleihen. Inflationsindexierte Anleihen sind nach wie vor besser für den langfristigen Kapitalschutz als für eine kurzfristige Inflationsabsicherung geeignet.

Wir haben festgestellt, dass Portfolios mit inflationsindexierten Anleihen eine geringere Volatilität und höhere risikobereinigte Renditen erzielen. Inflationsindexierte Anleihen sind auch ein effizientes Mittel, um eine stärkere Diversifizierung zu erreichen, so Morgane Delledonne, Fixed Income Strategist, im Ausblick von ETF Securities.

Moderater Inflationsausblick

Die langfristigen Renditen werden am stärksten von den Inflationserwartungen sowie von den Erwartungen hinsichtlich der künftigen kurzfristigen Zinssätze angetrieben. Die Break- even-Inflationsrate (die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen Staatsanleihe und der Rendite einer inflationsindexierten Staatsanleihe mit identischer Laufzeit) spiegelt die Inflationserwartungen und den Risikoaufschlag aufgrund der mit Unsicherheit behafteten Inflationsentwicklung. Die Break-even-Rendite (über 10 Jahre) ist in den USA zwischen 2014 und 2015 auf unter 2 Prozent gesunken – im Einklang mit dem Rückgang der Rohstoffpreise und dem wahrgenommenen Deflationsrisiko. In Vorwegnahme einer strafferen Geldpolitik, der wachstumsorientierten Maßnahmen von Trump und eines besseren Ausblicks für die Energiepreise kam es im August 2016 dann zu einer drastischen Erholung. Die meisten Markt- und Umfrageindikatoren für die Inflationserwartungen nähern sich inzwischen dem Inflationsziel der US-Notenbank (2 Prozent).

Der 10- bis 5-jährige Break-even-Spread ist kürzlich jedoch auf Null gesunken, was darauf hindeutet, dass die Marktteilnehmer kurzfristig einen Inflationsanstieg erwarten, aber noch nicht davon überzeugt sind, dass sich die Inflation im Verlauf des nächsten Jahrzehnts weiter beschleunigen wird.

Wir sind der Ansicht, dass strukturelle Schwierigkeiten – darunter die alternde Bevölkerung, das niedrige Produktivitätswachstum und der problematisch globale Schuldenüberhang – eine konjunkturelle Überhitzung verhindern werden. Dies mindert die Wahrscheinlichkeit einer langfristig steigenden Inflation. Die Volatilität bei den Rohstoffpreisen wird sich wahrscheinlich auch weiterhin in schwankenden Inflationskennzahlen niederschlagen.

Strategie in einem weltweit inflationären Umfeld

In einem Umfeld steigender Wachstums- und Inflationsraten verringern die Anleger normalerweise ihr Durationsengagement und übernehmen mehr Kreditrisiken. Um sich vor einem inflationsbedingten Kapitalverzehr zu schützen, können Anleger auf den Anleihemärkten auch ihr Engagement in inflationsindexierten Anleihen erhöhen oder vermehrt auf „Linker“ wie inflationsindexierte US-Anleihen (TIPS) setzen. Linker schützen das Kapital vor der realen Inflation. Ihre nominellen Kupon- und Kapitalrückzahlungen werden um den Anstieg des zugrundeliegenden Preisindex bereinigt (bei TIPS wird beispielsweise der US-amerikanische Verbraucherpreisindex herangezogen). Auf diese Weise bleibt der reale Wert der Zahlungen unverändert. Linker gehen mit niedrigeren Kuponzahlungen als herkömmliche Anleihen einher, bei Fälligkeit ist jedoch eine höhere Kapitalrückzahlung zu leisten. Anders ausgedrückt: Linker bieten bessere Renditen, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden.

Im vergangenen Jahrzehnt haben globale Linker besser abgeschnitten als alle anderen Anlageklassen.

In Phasen steigender Inflations- und Wachstumsraten haben TIPS in den USA generell um 3 Prozent besser abgeschnitten als Nominalanleihen. War das Wachstum dagegen rückläufig, lagen Linker grundsätzlich 2 Prozent hinter Nominalanleihen.

Obwohl die Geldpolitik in den USA gestrafft wurde, hat die höhere Inflation den Anstieg der Nominalrenditen mehr als ausgeglichen. Dadurch gaben die realen Renditen herkömmlicher Anleihen nach. Die mit Linker erwirtschaften Renditen sind jedoch nach wie vor weitgehend stabil.

Linker in Portfolios

Im Kontext von Portfolioanlagen und Anleihen sind Linker effiziente Diversifizierungsinstrumente, denn sie weisen nur eine geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen wie Aktien und Rohstoffen auf.

Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass ein Portfolio mit US-Anleihen, einschließlich TIPS und US-Aktien, weniger volatil ist und eine höhere risikobereinigte Rendite erzielt als ein vergleichbares Portfolio ohne TIPS. In der nachfolgenden Abbildung werden für beide Portfolios die „Efficient Frontiers“ veranschaulicht – damit wird ein Set aus optimalen Portfolios bezeichnet, das bei einem gegebenen Risiko die höchste erwartete Rendite und bei einer gegebenen erwarteten Rendite das geringste Risiko aufweist. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass TIPS in einem breiten Anleihen- und Aktienportfolio ein effizientes Mittel sind, um das Risiko zu reduzieren und die Rendite zu erhöhen. Das Portfolio mit TIPS erzielt bei einem identischen Risiko (z. B. 6 Prozent) eine höhere erwartete Rendite (6,2 Prozent) als das Portfolio ohne TIPS (5,8 Prozent).

Unter taktischen Gesichtspunkten hängt die strategische Entscheidung für ein Engagement in Linker oder Nominalanleihen vorrangig von den Wirtschaftsbedingungen ab. Linker sind in Erholungs- und Inflationsphasen attraktiver, wenn die Zentralbanken die geldpolitischen Rahmenbedingungen straffen. Dagegen durchlaufen Nominalanleihen in Rezessionsphasen, wenn die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung.

Unsere Analyse zeigt jedoch, dass inflationsindexierte Anleihen langfristig als Kernanlage eines Portfolios betrachtet werden sollten. Um die zusätzlichen erwarteten Renditen zu maximieren, die mit TIPS in einem Portfolio erzielt werden können, müssten TIPS jedoch mehr als 60 Prozent des Gesamtportfolios der Anleger ausmachen.

Da wir uns auf ein weltweit inflationäres Umfeld zubewegen, könnten Anleiheanleger ihr Durationsrisiko senken und ihr Kreditrisiko erhöhen. Zudem könnten Anleger ihr Portfolio mit inflationsindexierten Anleihen aufstocken, um dieses zu optimieren und einen langfristigen Kapitalschutz zu erzielen, anstatt mit diesen eine kurzfristige Inflationsabsicherung vorzunehmen.

Unseres Erachtens dürften die strukturellen Probleme im nächsten Jahrzehnt weiterhin einen Abwärtsdruck auf Wachstum und Inflation ausüben. Deshalb sind wir gegenüber globalen Anleihen neutral eingestellt und bevorzugen Anleihen aus den Schwellenländern sowie Hochzinsanleihen.


Den vollständigen Ausblick von ETF Securities finden Sie hier.

Blockchain: Eine disruptive Technologie oder Hype?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie hat viel Aufmerksamkeit erhalten, hauptsächlich aufgrund der Bedeutung von Bitcoin, dem zunehmenden Interesse und der steigenden Investitionen in Finanztechnologie, auch „FinTech“ genannt. Viel ist über das Konzept der Distributed-Ledger-Technologie geschrieben worden, wie auch zum Beispiel über ihr Potenzial zur Lösung von Unternehmensproblemen. Zurzeit beläuft sich der Gesamtwert aller Bitcoins in der Blockchain auf schätzungsweise USD 20 Mrd.1 oder nahezu 0,027 % des globalen BIP (USD 74 Bio.). Der Datenumfang der Blockchain liegt bei geschätzten 197 GB.2 Laut einer Umfrage des World Economic Forum (WEF) rechnen 57,9 % der Befragten damit, dass bis 2025 rund 10 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Blockchain gespeichert sein werden.3

Es überrascht nicht, dass die Finanzindustrie darauf erpicht ist, diese Technologie für sich zu erschließen: Banken rechnen damit, dass die Blockchain die Infrastrukturkosten bis 2022 um USD 15–20 Mrd. pro Jahr senken könnte. Hinzu kommt, dass diese Technologie die Möglichkeit bietet, bestehende IT-Infrastrukturen zu überholen, den Zeitaufwand für die Abwicklung von Transaktionen zu verringern und die Wertpapierbörsen zu vereinfachen.

Einige der Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass die Möglichkeiten wesentlich umfassender sind. Die Anwendungen reichen dabei von der Speicherung von Kundenidentitäten über Abwicklung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs bis hin zum Clearing und Settlement von Anleihen- und Aktiengeschäften sowie zur Ausführung von Smart Contracts, wie zum Beispiel Kreditderivaten mit automatischer Auszahlung bei Insolvenz eines Unternehmens oder Anleihen, die regelmäßig Coupons an ihre Inhaber ausschütten.4 Auch gibt es bereits Anwendungsbeispiele auf Grundlage der Blockchain-Technologie außerhalb der Sphäre der Finanzdienstleistungen:

  • Am 4. Oktober 2014 wurde die erste Ehe auf Blockchain-Basis registriert. Der Governance-Service wurde durch Bitnation bereitgestellt, einem dezentralen Governance-Dienstleister5, der seine Dienste grenzenlos und dezentralisiert anbietet.
  • Die Hochschule von Nikosia akzeptiert nicht nur Bitcoins zur Zahlung von Studien- und sonstigen Gebühren, sondern war auch die erste Bildungseinrichtung, die akademische Zeugnisse ausstellt, deren Echtheit per Blockchain überprüft werden kann.6
  • Das Amt für Wirtschaftsentwicklung der Isle of Man kündigte Pläne für ein erstes staatliches Blockchain-Testprojekt an. Das Amt will ein Register aller digitaler Währungsunternehmen entwickeln, die auf der Insel tätig sind.7

Unserer Meinung nach ist die wichtigste Erkenntnis, dass es bei der Blockchain nicht nur um die Umgehung des Intermediärs geht. Vielfach hat sie das Potenzial, dank der Automatisierung von arbeitsintensiven Prozessen Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Wir sind außerdem der Auffassung, dass eine robuste IT-Sicherheit von größter Bedeutung ist, da ansonsten das Potenzial dieser Technologie massiv eingeschränkt werden wird.

Wie funktioniert die Blockchain?

Die meisten Menschen nutzen einen vertrauenswürdigen Intermediär, wie zum Beispiel eine Bank, zur Durchführung von Finanztransaktionen. Im Gegensatz dazu können dank der Blockchain Verbraucher und Anbieter direkt miteinander in Verbindung treten, wodurch die Notwendigkeit einer Drittpartei entfällt. Aufgrund der Verschlüsselung des Datenverkehrs stellt die Blockchain eine dezentrale Transaktionsdatenbank („Digital Ledger“) bereit, die für alle Teilnehmer im Netzwerk einsehbar ist.8 Dieses Netzwerk ist im Wesentlichen eine Kette von Computern, die alle eine Transaktion genehmigen müssen, bevor sie bestätigt und erfasst wird. Anders ausgedrückt handelt es sich dabei um ein elektronisches Kontobuch, in dem die Transaktionen kontinuierlich in Form von Datenblöcken aufgezeichnet werden.

Abbildung 1 zeigt anhand einer einfachen Bitcoin-Transaktion, wie die Blockchain funktioniert. Person A möchte Geld an Person B in Form von Bitcoins überweisen. Zur Ausführung dieser Transaktion öffnet A seine digitale Brieftasche und gibt den Betrag und den von B genannten Bestimmungsort ein (1). Wenn A die Zahlung absendet, entsteht ein neuer „Datenblock“, der die Adressen von A und B enthält sowie den zu überweisenden Betrag (2). Dieser „Block“ wird an das Kontobuch geschickt, das „dezentral“ geführt wird, d. h., es ist auf mehrere Teilnehmer verteilt und wird von ihnen gespeichert (3). Verschlüsselung und konsensbasierte

Authentifizierungsverfahren stellen die Richtigkeit der Daten und die Gültigkeit der Transaktion sicher (4). Die Blockchain besteht aus einer Vielzahl von Blöcken, in denen die Transaktionen dauerhaft und transparent aufgezeichnet werden (5). Jeder Block in der Kette ist mit dem vorherigen Block verbunden und die gesamte Kette von Blöcken ist auf mehrere Teilnehmer (oder Knotenpunkte) verteilt. Nachdem diese Schritte ausgeführt wurden, wird der Betrag an Person B überwiesen (6).

Was sind die Auswirkungen?

Schätzungen zufolge gibt es mehr als 400 Blockchain-Startups, die sich auf das Segment der Finanzdienstleistungen spezialisiert haben.9 Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Technologie das Potenzial hat, fast jede Branche nachhaltig zu verändern. Sie kann auf fast alle Formen von Transaktionen angewendet werden, wie beispielsweise Geld, Waren oder Immobilien. Die Blockchain könnte ebenfalls dazu beitragen, betrügerische Aktivitäten einzudämmen, da jede Transaktion in einem öffentlichen Kontobuch aufgezeichnet wird, das für alle einsehbar ist. Obwohl die Implikationen der Blockchain- Technologie noch nicht absehbar sind, erwarten wir Folgendes:

  • Die Blockchain wird den Automatisierungsgrad erhöhen und Kosten senken.
  • Diese Technologie wird voraussichtlich neue regulatorische und gesetzliche Protokolle und Normen erfordern.
  • Außerdem könnten bestehende Marktplätze umgangen und neuen Vertriebskanälen zum Durchbruch verholfen werden.
  • Die Zentralbanken könnten Geldflüsse in Echtzeit überwachen und die Geldpolitik mit nachvollziehbaren Argumenten in Echtzeit anpassen oder zumindest mit höherer Genauigkeit.

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Blockchain in der Lage ist, fast jede Branche tiefgreifend zu verändern. Laut einer Studie von Deloitte entstehen neue Geschäftsmodelle und zahlreichen Branchen stehen im Umbruch.10

Abbildung 2 zeigt die voraussichtlichen Auswirkungen der Blockchain auf verschiedene Wirtschaftsbereiche. Die horizontale Achse misst den wahrscheinlichen Einfluss auf Kosten und Erträge, während die vertikale Achse den wahrscheinlichen Einfluss auf Strategie und Geschäftsprozesse abbildet. Wir können die folgenden Schlüsse ziehen11:

  • „Beobachter“ sind Sektoren, in denen die betrieblichen Auswirkungen der Blockchain-Technologien gering sein dürften. Die Implikationen für diese Unternehmen dürften sich daher in Grenzen halten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Mitbewerber hierdurch entscheidende Wettbewerbsvorteile erlangen würden. Die Sektoren Tourismus und Baugewerbe werden als Beispiele angeführt, wobei hier die Baubranche am wenigsten betroffen sein wird.
  • Die Gruppe der „Pioniere“ hingegen muss mit erheblichen Auswirkungen rechnen, sowohl aus strategischer als auch operativer Sicht, wie auch im Hinblick auf Kosten und Erträge. Mit Hilfe der Blockchain könnten beträchtliche Wettbewerbsvorteile erzielt und gleichzeitig bessere operative Unternehmensprozesse geschaffen werden. Es ist daher nicht überraschend, dass insbesondere die Finanzdienstleistungsbranche verstärkt in diese Technologie investiert.
  • Bei den „Experimentatoren“ besteht tendenziell wenig Handlungsbedarf, da die kurzfristigen Auswirkungen als verhältnismäßig gering eingeschätzt werden. Allerdings sollten sich diese Unternehmen überlegen, die Technologie zumindest zu evaluieren, um langfristig strategische Wettbewerbsvorteile zu erlangen.
  • Bei den „Opportunisten“ könnte die Blockchain-Technologie sich kurzfristig positiv auswirken, vermutlich aber nur in jenen Bereichen, die nicht zu ihren Kerngeschäften zählen. Eine Möglichkeit wäre eine Partnerschaft mit anderen Unternehmen.

Vorsicht ist geboten

Obwohl es viel Rummel um die Blockchain-Technologie gibt, besteht im Allgemeinen mangelnde Klarheit über ihr Funktionsprinzip und wie sie am effektivsten eingesetzt werden kann. Die Blockchain kann mit Sicherheit dazu beitragen, bestimmte Funktionen in einfachen, transaktionsbezogenen Anwendungsfällen zu automatisieren. Wir glauben jedoch, dass eine Reihe von Fragen und Problemen gelöst werden müssen, bevor diese Anwendungen skaliert und mit spürbarem Nutzen in der Realität eingesetzt werden können. Untenstehend sind einige Beispiele aufgeführt:

  • Die Blockchain-Technologie ist noch in den Kinderschuhen und es fehlt noch eine Standard-Plattform. Unserer Meinung nach ist es wahrscheinlich, dass mehrere Blockchain-Plattformen entstehen werden, um die Vielzahl verschiedener Anwendungen abzudecken. Für den flächendeckenden Einsatz müssen jedoch technische Branchenstandards vereinbart werden, um die Kompatibilität zwischen den verschiedenen Blockchain-Plattformen branchenübergreifend zu gewährleisten.
  • Oft ist eine Blockchain-Datenbank nur so gut, wie die ihr zugrunde liegenden Daten- und Geschäftsprozesse. Darüber hinaus ist eine gewisse kritische Größe unverzichtbar, da Blockchain-basierte Lösungen auf mehrere Nutzer angewiesen sind. Laut dem Metcalfe’schen Gesetz ist der Nutzen eines Netzwerks proportional zur Anzahl der Verbindungen im Netzwerk im Quadrat. Daher ist die breite Nutzung unerlässlich, damit die positiven Netzwerkeffekte der Blockchain zum Tragen kommen.
  • Die Integration der Blockchain-Technologie in bestehende IT-Infrastrukturen stellt ein weiteres Hindernis dar, das nicht unterschätzt werden darf.
  • Das Internet der Dinge wird die Angriffsfläche für das Internet erheblich erweitern. Als Folge davon erhöht sich die manipulierbare Angriffsfläche eines verteilten Netzwerks mit jedem zusätzlichen Knoten. In einer Blockchain-Welt kommt der IT-Sicherheit sogar noch größere Bedeutung zu.
  • In der Finanzbranche bevorzugen Aufsichtsbehörden eine zentrale Anlaufstelle, die sie zur Verantwortung ziehen können, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, wie beispielsweise ein Softwarefehler oder eine Hackerattacke. Darüber hinaus gibt es noch offene Fragen betreffend Compliance sowie Erkennung und Unterbindung betrügerischer Aktivitäten (z. B. Geldwäscherei oder Rechtsrahmen für Krypto-Währungen).
  • Und schließlich stellt sich die Frage, wie wir den Datenschutz regeln können bei gleichzeitiger Sicherstellung von transaktionsübergreifender Transparenz.

Fazit

Blockchain ist ein Phänomen, das sich momentan dynamisch entwickelt. Deshalb ist es unmöglich, mit Gewissheit vorherzusagen, welchen Weg diese Technologie in Zukunft einschlagen wird. Seit 2012 wurde in diesen Bereich Risikokapital in Höhe von USD 1,3 Mrd. investiert12, bedingt durch das Bestreben der Finanzindustrie, sich diese vielversprechende Technologie zunutze zu machen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass der Wirbel um die Blockchain noch nicht vergleichbar ist mit dem Internet-Hype, der 1996 seinen Höhepunkt erreichte.

Die Einführung von bahnbrechenden Technologien folgt in der Regel einem Muster, bei dem auf überhöhte Erwartungen kurzfristige Enttäuschungen folgen, wobei die ursprünglichen Erwartungen letzten Endes erfüllt und langfristig übertroffen werden. Wir glauben, dass ein ähnliches Akzeptanzmuster für die Blockchain-Technologie plausibel scheint. Da diese noch relativ jung ist und sich rasant weiterentwickelt, glauben wir, dass die kommerzielle Nutzung erst Jahre später stattfinden wird. Es kann hier ein Vergleich mit dem World Wide Web gezogen werden: Obwohl es in den 1980er-Jahren entwickelt wurde, erlangte das Internet erst fast zwei Jahrzehnte später, nach der Dot-Com-Blase, weitverbreitete Akzeptanz. Nichtsdestotrotz empfehlen wir Anlegern, dieses Thema genau zu verfolgen, um unliebsame Überraschungen oder verpasste Anlagechancen zu vermeiden.

Als langfristig orientierte Anleger sind wir der Auffassung, dass dieses Thema einen attraktiven, langfristigen Wachstumsbereich darstellt, bei dem wir noch ganz am Anfang stehen. Wir glauben, dass die Blockchain das Potenzial hat, verschiedene Bereiche zu automatisieren, indem sie Vermittler überflüssig macht. Wir sind jedoch auch der Meinung, dass diese Technologie ohne entsprechende IT-Sicherheitsprotokolle nicht funktionieren kann, da ansonsten das Vertrauen in dieses Konzept verloren gehen würde. Aus diesem Grund investieren wir in führende Unternehmen, die besonders in den Bereichen Datenschutz, Datenanalyse und Automatisierung sowie Automatisierung von Zahlungsvorgängen und Sicherheit tätig sind.

Den vollständigen Bericht mit Abbildungen finden Sie links als PDF.


Quellen
1) Quelle: Blockchain.info, URL : https://blockchain.info/de/charts/market-cap, 12.4.2017.
2) Quelle: bitinfocharts.com (2017): Statistische Angaben zu Kryptowährungen, URL: https://bitinfocharts.com/, 17.4.2017.
3) Quelle: World Economic Forum (2015): Deep Shift : Technology Tipping Points and Societal Impact, Survey Report, Sept. 2015, S. 24, URL: http://www3.weforum.org/docs/WEF_GAC15_Technological_Tipping_Points_report_2015.pdf, 12.4.2017.
4) Quelle: Oliver Wyman et. al. (2015): The Fintech 2.0 Paper: Rebooting financial services, White Paper, 2015, S. 15, URL: https://www.finextra.com/finextra-downloads/newsdocs/the%20fintech%202%200%20paper.pdf, 12.4.2017. 5 Quelle: Bitcoinmagazine (2014): The First Blockchain Wedding, URL: https://bitcoinmagazine.com/articles/first-blockchain-wedding-2- 1412544247/, 12.4.2014. 6 Quelle: University of Nicosia (2015): Academic Certificates on the Blockchain, URL: http://digitalcurrency.unic.ac.cy/free-introductory- mooc/academic-certificates-on-the-blockchain/, 12.4.2017.
7) Quelle: Coindesk.com (2015): Isle of Man Trials First Government-Run Blockchain Project, Pressemitteilung, 7. Mai 2015, URL: http://www.coindesk.com/isle-of-man-trials-first-government-run-blockchain-project/, 12.4.2017.
8) Ein Kontobuch ist in diesem Sinne eine Sammlung von Datensätzen, die sich auf eine Vielzahl von Objekten beziehen können, wie zum Beispiel Bankguthaben, Abstimmungen, Gesundheitsakten, Zahlungsverkehr usw. Diese Kontobücher sind in der Regel zentral hinterlegt. Banken führen zum Beispiel ein Kontobuch mit den Bankbeständen ihrer Kunden. Krankenversicherungen führen Buch über die Gesundheitsdaten ihrer Patienten. Die Regierung führt ein Wahlregister mit einer Liste der stimmberechtigten Bürger. Im Allgemeinen entscheidet eine zentrale Stelle darüber, welche Daten im Kontobuch erfasst werden, wobei die Nutzer der Datenbank darauf vertrauen können, dass die erfassten Daten korrekt sind. Bei einem verteilten Kontobuch gibt es keine Stammdatenbank, die von einer zentralen Stelle geführt wird. Verschiedene Teilnehmer (bzw. Knotenpunkte, d. h. unabhängige Computer im Blockchain-Netzwerk, die Berechnungen anstellen und das Kontobuch führen) speichern Kopien der gesamten Datenbank. Sie haben ein Interesse am Unterhalt dieser Datenbank und erhalten dafür einen wirtschaftlicher Anreiz in Form von Bitcoins durch Bitcoin-Mining.
9) Quelle: Financial Times (2017): Blockchain entrepreneur hold fast to their vision of tech utopia, in: The Financial Times, 30. Jan. 2017, S. 10.
10) Quelle: Deloitte (2015): Beyond bitcoin: Blockchain is coming to disrupt your industry, White Paper, Deloitte University Press, 2015.
11) Quelle: Deloitte (2017): The Blockchain (R)evolution – The Swiss Perspective, White Paper, Februar 2017, S. 14ff., URL: https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ch/Documents/innovation/ch-en-innovation-blockchain-revolution.pdf, 12.4.2017.
12) Quelle: Fintech Switzerland (2017): Top Worldwide VCs and Investors in Bitcoin and Blockchain, Fintechnews Switzerland, 31. Jan. 2017, URL: http://fintechnews.ch/blockchain_bitcoin/top-vcs-and-investors-in-bitcoin-and-blockchain/9212/, 13.4.2017.

Nachhaltige Entwicklungsziele: SDGs und Unternehmen

Dass Nachhaltigkeit zum Megatrend geworden ist, wird auch durch die Entwicklung der so genannten SDGs unterstrichen. Diese Abkürzung steht für „Sustainable Development Goals“ oder „Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Damit bemühen sich die Vereinten Nationen, eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Basis zu unterstützen.

Die SDGs traten zu Beginn des Jahres 2016 in Kraft und haben eine Laufzeit von fünfzehn Jahren. Die insgesamt siebzehn Ziele decken Themen wie Gesundheit, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit oder Vermeidung von Armut und Hunger ab. Die ökologische Dimension spiegelt sich in Zielen wie reines Wasser, saubere Energie und Schutz der Meere sowie der Biodiversität wider. Außerdem geht es um nachhaltiges Wachstum, nachhaltige Städte und nachhaltigen Konsum. Gerechtigkeit wird ebenso thematisiert wie Maßnahmen zum Klimaschutz und die Förderung von Innovationen. Die Erreichung der Ziele soll partnerschaftlich erfolgen.

Viele Unternehmen haben sich bereits mit der Frage beschäftigt, zu welchen dieser siebzehn SDGs sie selbst beitragen können. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich die aktuell größten Positionen in den Nachhaltigkeitsfonds angesehen und Fragen rund um das Thema SDGs und die möglichen Commitments durch die Unternehmen gestellt.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Historisch gesehen, gehen die SDGs einerseits auf die Rio-Konferenz 1992 mit der dort verabschiedeten Agenda 21, andererseits auf den Millenniumsgipfel des Jahres 2000 und die im Anschluss daran formulierten „Millennium Development Goals“ zurück.

Die „Millennium Development Goals“ oder MDGs waren von ihrer Anzahl und ihrem Umfang her begrenzt. Es handelte sich um acht Ziele und 21 Zielvorgaben, die sich fast ausschließlich auf die Bereiche Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung bezogen. Im Mittelpunkt stand der notwendige Aufholprozess der ärmeren Länder auf globaler Ebene.

Die ersten 15 Jahre des neuen Jahrtausends haben große Umwälzungen mit sich gebracht. Die Basis für die Beschlüsse der SDGs war somit eine völlig andere als beim Millenniumsgipfel im Jahr 2000.

Hohes Wachstum und Wohlstandsgewinne haben die wirtschaftlichen und politischen Einflussmöglichkeiten von Ländern wie China, Indien und Brasilien deutlich erhöht.

Anlässlich der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) im Jahr 2012 wurden daher umfassendere, nicht mehr bloß auf das soziale Level begrenzte Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – eben die SDGs – beschlossen.

Der Anspruch bei dem neuen Zielsystem waren eine Abdeckung sämtlicher Dimensionen nachhaltiger Entwicklung und die Möglichkeit einer weltweiten Anwendung. In der Präambel der SDGs werden die Themenbereiche der 2030-Agenda umrissen und unter fünf Schlagworten – den so genannten fünf Ps – zusammengefasst. Es sind dies „People“, „Planet“, „Prosperity“, „Peace“ und „Partnership“.

Die eigentlichen Ziele für nachhaltige Entwicklung bilden das Kernstück der 2030- Agenda. Der Katalog umfasst 17 SDGs mit insgesamt 169 Zielvorgaben. Was die Zielvorgaben betrifft, so sind die SDGs deutlich anspruchsvoller und detaillierter als ihre Vorgänger, die MDGs. Das Ziel zwei beispielsweise fokussiert eine vollständige Beendigung von Hunger und allen Formen von Fehlernährung. Die MDGs hatten sich 15 Jahre zuvor noch mit einer Halbierung der Zahl der Menschen, die in Hunger leben, begnügt.

SDGs und Unternehmen

Auf den ersten Blick scheinen die Ziele für nachhaltige Entwicklung etwas vage formuliert zu sein und als Forderungen in verschiedenste Richtungen zu gehen, die sich zum Teil konterkarieren. Zur Erleichterung einer Umsetzung sind allerdings alle SDGs auch mit exemplarischen Indikatoren versehen.

Generell haben die 17 SDGs für Unternehmen je nach Branchenzugehörigkeit unterschiedliche Bedeutung.

Viele Unternehmen beschäftigen sich aber mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung im Sinne eines umfassenden Katalogs zum Thema.

Im Zusammenhang mit dem Thema SDGs zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf die größten Unternehmen im globalen Aktienportfolio und ihre Strategien zu diesen Zielen ab.

Der Fragenkatalog sieht wie folgt aus:

  • Sehen Sie die 17 SDGs und ihre Subziele als relevant für Ihr Unternehmen an?
  • Welche der SDGs beeinflussen die Entwicklung oder Perspektiven Ihres Unternehmens oder der Branche, in der Sie tätig sind?
  • Welche Begründung steckt hinter dieser Beeinflussung?
  • Haben Sie als Antwort auf die SDGs und auf ihre Subziele bereits strategische Maßnahmen gesetzt oder planen Sie diese?
  • Glauben Sie, dass die SDGs für Ihr Unternehmen oder die Branche, in der Sie tätig sind, in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen werden und wirtschaftliche Aktivitäten beeinflussen werden?

Von den während des Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns fast alle Feedback gegeben.

Einige Unternehmen wollen die SDGs nutzen, um ihre hauseigene Nachhaltigkeitsstrategie zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So hat etwa KBC auf Basis der nachhaltigen Entwicklungsziele seine Strategien zu erneuerbaren Energien überdacht und ISO 14001 als weltweiter Norm für Umweltmanagement mehr Bedeutung eingeräumt.

Ein adressiertes Unternehmen hat sich mit den SDGs bisher nicht im Detail beschäftigt und fokussiert im Bereich des Nachhaltigkeitsreportings die Systematik der GRI (Global Reporting Initiative). Wir haben dem Unternehmen das Potenzial der SDGs zur Kenntnis gebracht.

ie SDGs werden etwa im Fall von Campbell Soup oder Owens Corning in unterschiedliche Ebenen eingeteilt. Erstens in solche, auf denen das Unternehmen selbst Impact erzeugt, zweitens in SDGs, bei denen Auswirkungen über die Wertschöpfungskette entstehen, und drittens in die Ebene der allgemeinen unternehmerischen Einflüsse auf die Gesellschaft. Die beiden Unternehmen berücksichtigen alle drei Ebenen in ihren Überlegungen.

Die SDGs dienen Unternehmen auch als Basis für eine Einschätzung des positiven Impacts auf Umwelt und Gesellschaft. Munich RE hat die Ziele für nachhaltige Entwicklung in einen interaktiven Diskussionsprozess mit seinen Stakeholdern eingebracht.

3M hat bereits im Mai 2015 seine Nachhaltigkeitsziele für 2025 veröffentlicht – angepasst an die SDGs, die mit einem Zeitrahmen bis 2030 versehen sind. Auch SAP hat seine Unternehmensstrategie in einer Publikation explizit mit den SDGs in Beziehung gesetzt und deren Wichtigkeit für das Unternehmen analysiert.

Die von den Unternehmen am häufigsten als relevant genannten Ziele für nachhaltige Entwicklung waren:

  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz  Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • Ziel 4: hochwertige Bildung
  • Ziel 7: bezahlbare und saubere Energie  Ziel 8: menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • Ziel 12: verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Die Ziele, die wahrscheinlich wegen der am wenigsten beeinflussbaren Inhalte oder wegen der hohen Spezialisierung am wenigsten im Fokus standen, waren:

  • Ziel 1: keine Armut
  • Ziel 14: Leben unter Wasser (Ozeane und Meere schützen)
  • Ziel 10: weniger Ungleichheiten
  • Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Gratwanderung der Zentralbanken

In diesem Jahr werden die globalen Zinssätze einen entscheidenden Wendepunkt erreichen, prognostiziert ETF Securities, einer der weltweit führenden Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Nach beinahe einer Dekade künstlich niedriger Zinsen könnten die Zentralbanken endlich einen ausgewogeneren Ansatz verfolgen, um Zinsraten festzusetzen, ohne sich über wesentliche politische und ökonomische Instabilität sorgen zu müssen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, kommentiert: „Nach einer beispiellosen Phase der lockeren Geldpolitik sind die Geschwindigkeit mit der wir diesen Wendepunkt erreichen können, und die Intensität mit der die Notenbanken die Zinssätze zu normalisieren vermögen, aber von einer Reihe bevorstehender Risiken abhängig. So könnten der Aufstieg des Populismus und die potenzielle Umkehrung der Globalisierung weiter Inflationsdruck schüren und die Zentralbanken bei der Rückkehr zur „Normalisierung“ hemmen. Außerdem war die US-Notenbank (Fed) bei ihren Straffungen bereits zu langsam, und mit so hohen Staatsschulden wird die „Normalisierung“ für die Zentralbanken zur Herausforderung. Wir glauben, die wahrscheinlichste Entwicklung ist ein weiteres vorsichtiges Anziehen der Geldpolitik durch die Notenbanken in 2017 und 2018. Anderenfalls riskieren sie „hinter die Kurve zu fallen“ und später im Zyklus aggressiver agieren zu müssen.“

Auswirkungen auf Fremdwährungen

ETF Securities geht davon aus, dass die Bank of England im Jahresverlauf Zinsanhebungen durchführen, aber ihre Bilanz nicht zurückfahren und so den Stimulus von der Wirtschaft nehmen wird. Das eröffnet eine gute Möglichkeit für das Britische Pfund – aktuell die am stärksten unterbewertete Währung im G10-Raum – nachdem Investoren ihre Shortpositionen abziehen.  

„Wegen der dramatischen wirtschaftlichen Verbesserungen und den steigenden Inflationserwartungen glauben wir, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Quantitative Easing-Programm mit Ende des Jahres einstellen könnte. Der Tapering-Stimulus sollte in den kommenden Monaten den Euro zurück auf 1,10 führen“, fügt Butterfill hinzu.

ETF Securities erwartet also keinen „Taper-Trotzanfall“ und glaubt, dass die europäischen Börsen – im Gegensatz zu der Marktreaktion in den USA 2013 – von der Erholung des ökonomischen Momentums profitieren werden.

„Die Zentralbanken müssen eine sehr feine Balance zwischen der zweifachen Gefahr von Inflation und Rezession finden. Die Vereinigten Staaten, so glauben wir, müssen später im Jahr mehr zu „Falken“ werden, sowohl was die Rhetorik als auch die Maßnahmen betrifft. Eine straffere Geldpolitik als vom Markt erwartet, könnte den US-Dollar bis Ende 2017 den Boden wieder finden lassen, den er im ersten Halbjahr verloren hatte“, so Butterfill.

Vorsicht: Wer unter höheren Zinsen leidet

ETF Securities hat auch jene Unternehmen identifiziert, die aufgrund ihrer hohen Schuldenlast für Zinserhöhungen am verletzlichsten sind. Deshalb sind die Experten gegenüber Large Caps aus dem Vereinigten Königreich und US-Small Caps vorsichtig.

Butterfill analysiert: „UK hat eine substantielle Verschlechterung seiner „interest cover ratio“ gesehen – einem Maßstab für die Fähigkeit von Unternehmen mit ausstehenden Schulden umzugehen –, die von 9x im Jahr 2012 auf heute 3,4x gefallen ist. Alles unter 1,5x spricht für ein ungesundes Unternehmen, das darum kämpfen muss, seine Schulden zu bewältigen. Der FTSE 100 weist eine niedrigere „interest cover ratio“ auf als der FTSE 250, wobei innerhalb dessen der Immobilien- und Rohstoff-Sektor besonders verletzlich erscheint. In den USA haben sich kleinere Unternehmen und Large Caps bei der Fähigkeit der Schuldenabdeckung auseinander bewegt. Real-Estate-Investment-Trusts (REITS) bilden wiederum die naheliegende Unternehmensgruppe, die innerhalb des S&P 500 für Zinsanhebungen verwundbar ist. Aber auch der Öl- und Gassektor erscheint schwach, vor allem nach einem Jahr sehr niedriger Ölpreise.“

Möglichkeit: Inflationsabsicherung mit Outperformance

Bei ETF Securities streicht man hervor, dass inflationsgeschützte Anleihen in Phasen wirtschaftlicher Erholung sowie anziehender Inflation attraktiv sind und alle anderen Anlageklassen in den vergangenen zehn Jahren outperformt haben. Als Folge sollte der „Appetit“ der Investoren auf solche Bonds steigen.

„Wir glauben, dass der strukturelle Gegenwind anhalten und über die nächste Dekade hinweg Abwärtsdruck auf Wachstum sowie Inflation ausüben wird. Deshalb präferieren wir Emerging Market Debt und High Yield Credit“, schließt Butterfill.

ETF Securities zweiter „Triannual Outlook“ für 2017 behandelt darüber hinaus folgende Themen:

  • Ausblick Platin: Der Preis wird weiterhin von Gold und Südafrikanischem Rand als  Schlüsselfaktoren beeinflusst.
  • Rückgang beim Metallangebot: Einige Schwellenländer scheinen gewillt auf Wirtschaftswachstum durch die Ausbeutung von Ressourcen zu verzichten, um die Umweltbilanz zu verbessern. Das könnte sechs Prozent des globalen Aluminium- und acht Prozent des weltweiten Nickelangebots vom Markt nehmen.
  • Wenig Disziplin innerhalb der OPEC: Das Kartell befindet sich erst zu 83 Prozent auf seinem Weg, die beschlossene Kürzung von 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag zu verwirklichen.
  • Lithium und „Energie-Metalle“: Wie die Nachfrage nach Batterien für Elektro-Fahrzeuge den „Appetit“ auf Lithium, Kobalt, Magnesium und Nickel verändern wird.

ETF Securities – Die intelligente Alternative
Die ETF Securities Group ist ein weltweiter Vorreiter auf dem Gebiet börsengehandelter Produkte Exchange Traded Products (ETPs). Mit unseren spezialisierten Lösungen können internationale Anleger ihre Portfolios auf intelligente Weise konstruieren und diversifizieren.

Wir sind Pioniere auf dem Gebiet innovativer Investmentkonzepte und haben das weltweit erste Gold-ETP aufgelegt. Heute bieten wir eines der innovativsten Produktangebote an spezialisierten ETPs in den Bereichen Rohstoffe, Währungen, Aktien und Anleihen. Dank dieser Vorreiterrolle und unserer umfangreichen Erfahrung, die wir durch die Zusammenarbeit mit den qualifiziertesten Drittanbietern weiter vertiefen, können wir die vielversprechendsten Anlagechancen als smarte Anlagealternativen identifizieren und zugänglich machen.

Über die ETF Securities Triannual Outlook-Serie
Die Triannual Multi Asset Outlooks von ETF Securities sind eine Sammlung von Kurzbeiträgen zu Themengebieten, die unserer Meinung nach für Investoren von besonderer Relevanz sind. Im Rahmen unserer Outlooks bieten wir Expertise und Einblicke in den Bereichen FX, Aktien, Rohstoffe und Fixed Income.

Mehr über ETF Securities finden Sie unter: www.etfsecurities.com 

Fintechs in Frankfurt-Rhein-Main: Noch nicht auf der Pole-Position, aber auf der Überholspur.

Die Region Frankfurt-Rhein-Main zeichnet sich im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Metropolregionen in Deutschland durch seine Polyzentralität aus. Kernstädte der Region sind auf hessischem Gebiet Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt. Hinzu kommen die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz sowie das unterfränkische Aschaffenburg. Ca. 5,7 Millionen Menschen leben in dieser Region, mit stetig steigender Tendenz. Assoziieren die Neuankömmlinge die Region zunächst mit Bankentürmen auf weitestgehend versiegelten Flächen, ändert sich der Blickwinkel zumeist schnell. Unter den deutschen Metropolregionen nimmt Frankfurt-Rhein-Main mit nahezu 40 Prozent Waldfläche einen Spitzenplatz ein, Heilbäder, Seen, Weinberge und malerische Altstädte passen erstmal nicht in das vorgeprägte Bild einer glitzernden Bankenwelt.

Trotzdem gilt: Frankfurt-Rhein-Main ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt liegt rund 20 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt, die Kaufkraft liegt in einzelnen Kreisen sogar mehr als 30 Prozent darüber. Wichtigste Arbeitgeber sind die chemie- und pharmazeutische Industrie, die Automobilindustrie und natürlich auch die Finanzindustrie. Deutschlandweit gilt die Main-Metropole als Bankenhauptstadt. Neben Europäischer Zentralbank und Bundesbank befinden sich hier rund 200 Geldhäuser, davon etwa 160 Auslandsbanken, die ihr Deutschland- bzw. Europageschäft von hier aus betreiben.

Trotz der vielfältigen Kompetenzen im Finanzsektor haben es Frankfurt und die Region jedoch lange Zeit versäumt, sich als Standort für Fintech-Startups zu positionieren. Berlin beherbergt noch immer eine höhere Anzahl an jungen Unternehmen der Fintech-Szene und gilt als bevorzugtes Ziel von Neugründungen im Tech-Bereich. Doch Besserung ist in Sicht!

In einer ersten Euphoriephase der Fintech-Branche wurde immer wieder deren disruptiver Charakter angesprochen, welcher die Geschäftsmodelle der traditionellen Geldhäuser bedrohe. Immer mehr kristallisieren sich die Banken jedoch als wichtige Partner der Fintechs heraus - ob als Investoren, Ideengeber oder als Anbieter relevanter Infrastruktur. Dies betrifft sowohl die Geschäftsmodelle des B2B-Bereichs als auch jene, die sich direkt an den Endkunden wenden. Verschiedene Frankfurter Foren bieten Möglichkeiten für die Anbahnung solcher Kooperationen.

Hinzu kommen verschiedene Akteure, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Standort als Fintech-Hub zu etablieren. Ansässige Banken, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt haben verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht. Auch die Deutsche Börse tritt als Akteur auf die Bühne des Geschehens. Neben der Übernahme der Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro stellt sie insgesamt 4 Fintech-Startups vorerst kostenlose Büroflächen zur Verfügung. Ein weiterer Meilenstein ist das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und weiteren Partnern initiierte Techquartier, welches seit November 2016 Gründungsimpulse unter anderem für Fintech-Startups bietet.

Weitere Fintech-Center bieten attraktive, günstige Büroflächen und kreative Austauschmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den großen Banken. Die Deutsche Bank hat in Frankfurt eine Digitalfabrik gegründet, die bis 2020 mit etwa 750 Millionen Euro ausgestattet wird. Der Standort profitiert nicht nur durch geplante 400 Stellen in der Softwareentwicklung, sondern auch durch weitere 50 Arbeitsplätze, die eingerichtet werden, um mit Partnern aus der Fintech-Branche zu kooperieren.

Einzigartig ist die Etablierung eines Fintech-Studiengangs an der Frankfurt School of Finance. Seit dem Wintersemester 2016/17 haben 20 Studierende die Möglichkeit, in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Fintech Group AG ein duales Studium zu absolvieren. Nimmt man die mehrfach ausgezeichnete Technologiekompetenz der Technischen Universität Darmstadt hinzu, verfügt die Region Frankfurt-Rhein-Main über einen weiteren essentiellen Standortvorteil.

Was spricht des Weiteren für die Region? In einer neuen digitalen Arbeitswelt gelten neue Standortfaktoren. Gerade Real-time-Anwendungen verlangen verlässliche digitale Infrastrukturen. Frankfurt verfügt mit dem weltweit wichtigsten Internetknoten über das Rückgrat digitaler Prozesse. Datencenter sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Energiebedarf der ansässigen Datencenter übersteigt mittlerweile den des wichtigsten deutschen Flughafens. Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group belegt die volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekte von Investitionen in Rechenzentren. Die Investitionssumme von einer Million Euro in ein solches entspräche der Gründung eines mittelständischen Unternehmens mit 11 Mitarbeitern, so die Botschaft der Studie.

Einige Früchte haben die bereits implementierten Maßnahmen schon getragen. Eine EY-Studie, die die Fintech-Szenerie der vergangenen Jahre analysiert, sieht erhebliche Erfolge im Aufholprozess, sowohl deutschlandweit als auch in der Rhein-Main-Region. Zudem haben sich in jüngster Vergangenheit einige Fintechs dazu entschieden, von Berlin nach Frankfurt umzuziehen. Weitere Städte des Rhein-Main-Gebiets sind zudem Heimat führender Startup-Unternehmen aus den Bereichen Insuretech, Proptech und E-Health. Eine Übersichtskarte des Inkubators der Goethe-Universität Frankfurt (innovation-map.de) gibt einen ersten Überblick über die Startups der Region, Investoren, Gründungszentren und weiteren relevanten Infrastrukturen für JungunternehmerInnen.

Die ersten Hausaufgaben zur Etablierung eines Gründungsmilieus sind also getan, die handelnden Akteure haben die Relevanz von innovativen Gründungen erkannt und die notwendigen Infrastrukturen geschaffen. Und trotzdem bleibt noch genügend Spielraum, die Region zur ersten Adresse für junge Tech-Unternehmen zu machen. 

Digitale Umwälzung: Anlagen in einer technologie-beherrschten Welt

 Die Digitalisierung der Wirtschaft verspricht neue Anlagemöglichkeiten, so Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management.

Historisch stützte sich die Weltwirtschaft immer schon auf zwei Expansionsmotoren: auf den Anstieg der Erwerbsbevölkerung und auf die Arbeitnehmerproduktivität. Meist gingen beide Hand in Hand. Bisweilen kam der eine Motor ins Stottern, und alle Last lag auf dem anderen. In den kommenden zehn Jahren werden voraussichtlich viele große Industrie- und Schwellenländer einen Rückgang ihrer Erwerbsbevölkerung erfahren. Wir werden uns daher wohl daran gewöhnen müssen, dass der Wirtschaft nur noch ein Antrieb bleibt. Dies muss allerdings kein Problem sein: Die Produktivität dürfte durch eine technologische Revolution beflügelt werden.

Es steht außer Frage, dass die Technologiebranche heute eine Zeit rasanten Fortschritts wie in den 1990er-Jahren erlebt.

So werden nicht nur die Mikroprozessoren laut Moore‘schem Gesetz immer schneller und billiger, auch der Umfang der Computernetze wächst exponentiell. Noch dazu werden Computer und Datenspeicher wesentlich energieeffizienter: Die für eine bestimmte Computerleistung benötigte Strommenge halbiert sich beispielsweise alle 18 Monate.

Dieses Zusammentreffen technologischer Megatrends ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft. Aus Erfahrung wissen wir, dass auf technologische Entwicklungsbooms tendenziell eine langanhaltende Verbesserung der Produktivität folgt. Technologiebezogene Innovation bewirkte in den letzten 20 Jahren etwa 50 Prozent des BIP-Wachstums in OECD-Ländern.1

Eine solche Veränderung bedeutet, dass sich Unternehmen aller Art auf Umwälzungen vorbereiten.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Beraterfirma Accenture erwarten in den kommenden drei Jahren neun von zehn Firmenchefs für ihre Branche einen beispiellos schnellen Wandel aufgrund des technologischen Fortschritts.

Für Anleger ist dies jedoch eine gute Nachricht: Wenn diese Umwälzung eintritt, entstehen zahlreiche Anlagemöglichkeiten.

In den letzten Jahren trat eine neue Familie von disruptiven Firmen in Erscheinung, die innovative Ideen in nachhaltige Quellen für Gewinnwachstum verwandelt haben.

Sie nutzen Technologien wie künstliche Intelligenz, Automatisierung, hochentwickelte elektronische Sensoren und 3-D-Druck und haben damit Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse entwickelt, die die Wenigsten vor zehn Jahren für möglich gehalten hätten. 

Bei Pictet Asset Management tun unsere Investmentteams alles, um die in unserer Wirtschaft wirkenden technologischen Kräfte zu verstehen. Dadurch konnten wir Unternehmen identifizieren, die positioniert sind, um mit diesen Neuerungen zu florieren.

Unsere Strategien Robotik, Digitalisierung und Sicherheit sind Beispiele dieses Ansatzes – Portfolios, deren Anlagen durch eine Kombination aus sieben umwälzenden technologischen Trends getrieben werden.


1) Diese Zahl berücksichtigt Direktanlagen in Technologie sowie andere vorteilhafte indirekte Auswirkungen von Innovation wie die entsprechende Zuteilung von Ressourcen von absteigenden zu aufsteigenden Firmen. Quelle: The Innovation Imperative, OECD, 2015

Erfahren Sie mehr zu unseren Strategien, die von diesen Trends profitieren:

Über den Autor
Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Pictet Asset Management ist seit über 20 Jahren ein Pionier im Bereich thematischer Anlagen. Wir erkannten das Potenzial thematischer Strategien bereits während der 1990er Jahre und gehörten zu den ersten Anlageverwaltern, die ein Biotech-Produkt anboten. Darauf folgte unsere Wasserstrategie, die nach wie vor eine der sehr wenigen Strategien ist, die dieser einzigartigen Ressource gewidmet sind und die noch immer vom ursprünglichen Investmentmanager verwaltet wird. Im Laufe der folgenden Jahre haben wir eine umfassende thematische Produktpalette aufgebaut, darunter Branchen wie Gesundheit, Holz und Robotik. Auf diese Weise haben unsere Investoren Zugriff auf eine beliebige Anzahl an Anlagemöglichkeiten, die die verschiedenen Megatrends repräsentieren. Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management.
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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Klimawandel & Wetterextreme

von Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management.

Der Klimawandel geht uns alle an. Da der wissenschaftliche Beweis für eine durch den Menschen verursachte Klimaänderung mittlerweile erbracht ist, ist deren Bekämpfung durch die Begrenzung des Treibhauseffekts in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die UN-Klimakonferenz in Paris Ende 2015 stellt die nächste Chance für die Politik dar, Dinge anzupacken und zu verändern.

Was aber hat das zuletzt oft unberechenbare Wetter mit dem Klima zu tun? Der Klimawandel bezeichnet die Veränderung des Klimas auf der Erde. Die aktuell diskutierte Klimaveränderung führt zu einer tendenziellen Erwärmung der Oberflächentemperatur. Klima steht für einen längerfristigen Zeitraum, Wetter für kurzfristige, aktuelle Zustände der Atmosphäre.

Als Folge des Temperaturanstiegs ist mit einer Häufung der Wetterextreme zu rechnen. Durch den Temperaturanstieg verändern sich weltweit die Niederschlagsmuster. Das Risiko für Wetterextreme wie Starkregen, Überschwemmungen, Hochwasser und andererseits Hitzeperioden steigt. Beeinflusst werden Flora und Fauna, aber auch die Energieerzeugung. Zudem wird die Häufigkeit tropischer Stürme zwar wahrscheinlich abnehmen, ihre Intensität aber zunehmen.

Klimawandel & Wetterextreme

Den wohl endgültigen Beweis für die Existenz des Klimawandels brachte die Veröffentlichung des fünften Sachstandberichts des IPCC – des Umweltprogramms der Vereinten Nationen – im Jahr 2013. Der Bericht zeigt, dass sich die Lufttemperatur seit Beginn des 20. Jahrhunderts im weltweiten Durchschnitt um 0,9 Grad erwärmt hat. Schnee und Eis sind in erheblichem Maß abgeschmolzen, der Meeresspiegel ist seither um 20cm angestiegen. In Bezug auf die zukünftige Klima-Sensititivtät gehen die Forscher davon aus, dass, abhängig vom Eintreten verschiedener Modellszenarien, bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung im Bereich von 1,5 bis 4,5 Grad eintreten wird. Von den, historisch betrachtet, zehn wärmsten Jahren lagen neun in der Periode nach 2001. Es ist davon auszugehen, dass das Jahr 2015 zum wärmsten in der Geschichte der Aufzeichnungen wird.

Die negativen Folgen des Temperaturantieges treffen alle Lebewesen, also Fauna und Flora. Eine der Hauptsorgen der Entwicklung ist das häufigere Auftreten von Hitzewellen. In der Landwirtschaft hat die Trockenheit schon in jüngster Vergangenheit in unter Wasserknappheit leidenden Regionen zugenommen. Das so genannte „Zwei-Grad- Ziel“ legt die wissenschaftlich unterlegte Grenze von tolerablem zu „gefährlichem“ Klimawandel fest, bei dem eine gefährliche Störung des Klimasystems durch den Menschen auftritt. Allerdings gibt es auch schon vor der Erwärmung um zwei Grad negative Auswirkungen des Klimawandels. Diese Grenze ist nicht als scharfe Trennlinie, sondern als ein fließender Übergang zu betrachten.

Die globalen Treibhausgasemissionen stammen nach dem IPCC-Report im Jahr 2010 zu 25 % aus der Produktion von Strom und Wärme. Dahinter liegen die Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Transport, die für 24%, 21% und 14% der Emissionen verantwortlich sind.

Im Vorfeld des nächsten Klimagipfels werden bereits seit Monaten neue Klimaziele einzelner Staaten veröffentlicht und diskutiert. Die 21. UNKlimakonferenz wird Ende diese Jahres in Paris stattfinden. Ziel der Klimakonferenzen der letzten Jahre war es, ein Nachfolgeregime für das 2012 ausgelaufene Kyoto-Protokoll zu entwickeln. Generell verfolgt die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen das Intention einer Emissionsminderung aller Treibhausgase.

Die Konvention wurde 1992 verabschiedet und im gleichen Jahr in Rio de Janeiro von fast allen Staaten unterchrieben. Die aktuell 194 Vertragsstaaten der Rahmenkonvention treffen sich jährlich zu UN-Klimakonferenzen. Die bekannteste dieser Konferenzen fand 1997 im japanischen Kyoto statt, mit dem Ergebnis des Kyoto-Protokolls. Für die Konferenz von 30.11. bis 11.12. in Paris wird auf Basis von Akommen über verbindliche Klimaziele für alle 194 Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention eine globale Post-Kyoto-Regelung anvisiert. Während ein Abkommen höchstwahrscheinlich gelingen wird, sind eher seine Verbindlichkeit und Reichweite die großen Fragezeichen.

Bis Mitte Oktober haben rund 150 Länder Vorlagen für freiwillige Minderungsziele abgegeben. Dies entspricht etwa 90 % der globalen Treibhausemissionen. Die einzelnen Commitments sind allerdings schwer miteinander vergleichbar, da sie unter anderem unterschiedliche Bezugszeiträume oder relative und absolute Ziele enthalten. Die aktuellen Ziele sind außerdem für eine Erreichung des Zwei- Grad-Zieles ungeeignet, weil viel zu wenig ambitioniert.

Der Klimawandel ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. So wurden in den letzten Jahrzehnten neue Entwicklungen in der Umwelttechnik und Energieerzeugung vorangetrieben. Unternehmen speziell in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien fanden ein äußerst positives Marktumfeld vor. Andererseits hat die Klimawandeldiskussion auch zu viel kommentierten energiepolitischen Maßnahmen wie einer umfangreichen Förderungspolitik geführt.

Wetterextreme & Haftungsrisiken

Die Befürchtung einer Zunahme der mit dem Klimawandel verbundenen Wetterextreme ist nicht zuletzt für die Versicherungswirtschaft ein wesentliches Thema. Die Sparte Sachversicherung könnte stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenso ist die Sparte Rückversicherung als „Versicherer der Versicherer“ betroffen.

Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat daher diesmal die großen nationalen und internationalen Sach- und Rückversicherer in den Mittelpunk des thematischen Engagement-Prozesses gestellt. Die Fragen galten den Strategien für den Umgang mit der Erwartung in Richtung eines verstärkten Auftretens von Wetterextremen:

  • Der Klimawandel stellt für viele Branchen ein Risiko dar, was sind Ihre diesbezüglichen Szenarien aus Sicht der Versicherungswirtschaft? Haben Sie in der Vergangenheit strukturelle Veränderungen beim wetterbedingten Schadensaufkommen festgestellt und welche Zukunftserwartungen haben Sie in diesem Zusammenhang?
  • Erstellen Sie Ihre eigenen hausinternen Projektionen für die Entwicklung des Klimas und Wetters und die damit verbundenen Schadensrisiken? Wie sehen diese aus und weichen sie von der akademischen Meinung ab?
  • Haben Sie auf etwaige klimawandelbezogene Änderungen des Umfeldes für Ihr Geschäft durch eine Anpassung bei der Berechnung der Polizzen reagiert? Wie flexibel sind Ihre Polizzen gestaltet, um auf durch den Klimawandel veränderte Umweltbedingungen reagieren zu können?
  • Was erwarten Sie vom Klimagipfel in Paris, sehen Sie Szenarien für (unmittelbare) Auswirkungen für die Versicherungsbranche?

Von den während unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Emittenten haben uns zwei Drittel Feedback gegeben.

Noch sehen es nicht alle Versicherungen als sicher an, das die Effekte des Klimawandels für die zuletzt durch Naturkatastrophen verursachten höheren Kosten für versicherte Schadensfälle verantwortlich sind. Dahinter steht das Argument, dass sich die Kostenseite unter anderem auch durch demographische und urbanisierungsbedingte Faktoren verschlechert, etwa durch eine riskantere Verbauung und durch die steigende Bedeutung von Regionen mit höherem Risiko im Versicherungsportfolio – wie etwa den Emerging Markets. Andere Versicherer wie der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Klimawandel und Versicherungs- schäden aufgrund von Naturkatastrophen aber mittlerweile sehr wohl als gegeben an.

Bei der Entwicklung von Modellen zur Einschätzung der aus dem Klimawandel resultierenden Risiken für die Versicherung orientieren sich einige Versicherungs- gesellschaften an eigenen Quellen, andere arbeiten mit externen Partnern zusammen. Münchener Rück etwa kann auf 40 Jahre eigenes Research zurückblicken.

Generell können fast alle Verträge im Schadens- bzw. Unfallsegment jährlich angepasst werden, wenn sich kurzfristig deutliche Veränderungen in der Schadensentwicklung – auch bedingt durch den Klimawandel – ergeben sollten.

Einige Versicherer bieten mittlerweile gezielt „grüne“ Versicherungsprodukte am Markt an, wie zum Beispiel spezielle KFZ-Versicherungen für Elektroautos oder Finanzierungsvarianten für die Erzeugung erneuerbarer Energie.

AXA sieht es als Chance für die Versicherungsbranche, einerseits über die Gestaltung von Polizzen Incentives zu setzen und andererseits im Investment der eigenen Gelder Maßnahmen zu ergreifen. Das Unternehmen hat sich auch im Bereich Asset Management neu orientiert und setzt stark auf das Thema nachhaltiges Investment.

Vom Klimagipfel in Paris erwartet die Versicherungsbranche unter anderem Schritte zur besseren Bemessung der bislang externalisierten Kosten. Generell muss man bei den Maßnahmen gegen den Klimawandel zwischen „mitigation“ (Entgegenwirken und Abmildern des Effekts) und „adaptation“ (Anpassung an einen Effekt der nicht mehr aufzuhalten ist) unterscheiden. Die Versicherungsbranche kann in beide Richtungen Unterstützung leisten.

Die vollständige Ausgabe von "nachhaltig investieren" von Raiffeisen Capital Management inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

Clean energy: Hydro power has lowest carbon footprint of all electricity generation sources

by Huub van der Riet, Lead Portfolio Manager Impact Investing at NN Investment Partners.

The exponential growth in greenhouse gas emissions in the past decades poses a major threat to the habitability of the planet and has prompted an international commitment among the world’s governments to reduce these emissions. This forms an imposing challenge to energy producers and other energy-intensive industries, as well as an opportunity for investors seeking to participate in the innovations in energy production that will be needed to meet reduction targets.

In Paris, on December 12, 2015, the world’s leading nations signed the most ambitious climate agreement since the Kyoto Protocol of 1997. The signatories included the US and China, the two biggest carbon emitters. Though there is no formal enforcement mechanism, the international commitment to ambitious emission reduction targets and the agreement on a long-term framework to review and update these plans shows the prominence the climate change issue has gained on the global stage. Despite the uncertainties caused by the election of Donald Trump as president of the United States, the international community remains strongly committed to this agreement.

The context of clean energy: climate change

The United Nations Framework Conventions on Climate Change (UNFCCC) defines climate change as “a change of climate that is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere and that is in addition to natural climate variability observed under comparable time periods.” Human activity from 1750 to 2011 resulted in emissions equivalent to about 2,040 billion tons of carbon dioxide (CO2), according to the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). About 40% of these human-generated, or anthropogenic, emissions have remained in the atmosphere and increased the CO2 concentration from 280 to 400 parts per million. Figure 1 shows anthropogenic greenhouse gas (GHG) emissions from 1970 to 2010.

The potentially catastrophic consequences and the alarming observations related to vital stats of the planet led 195 countries to sign the climate agreement in Paris. At the conference, the international community committed to reduce GHG emissions to achieve the objective of limiting global rise in temperatures to less than 2 degrees Celsius (2oC) above the pre-industrial times. The scientific community sees this limit as the threshold beyond which consequences of climate change become potentially cataclysmic.

Climate change action will change the energy mix dramatically

Analysts forecast that in a 2oC scenario, GHG emissions would peak around 2020 and show a steep decline thereafter. This is going to have a profound impact on our energy use. The largest source of emissions is electricity and heat production. Achieving the objective of the Paris conference will mean that renewable generation has to accelerate rapidly over the next two decades. This presents a great opportunity for investors to invest in innovative industries and generate growth as well as returns, while supporting a cause that diminishes the stress on the ecosystem.

Investing in companies that are part of the global value chain of clean energy technologies requires careful consideration of a number of factors. Investors need to understand the evolution of technologies, their cost competitiveness, the need for regulatory support, the technical challenges related to transmission and geographic suitability, to name a few of these factors.

According to Bloomberg, global energy capacity will continue its strong growth in the coming decades, increasing by an estimated 75% in the period from 2020 to 2040. Renewable energy is expected to grow at an even faster rate and, under this scenario, will make up more than 60% of total capacity. Forecasts are based on market projections driven by policy and project pipeline. No new subsidies are expected and most existing support programs are expected to end by 2020. 

Hydro Power: a mature alternative

Hydro power relies on mature, cost-competitive technology. Hydro power has the lowest carbon footprint of all commercial electricity generation sources and already accounts for about 16% of global electricity generation. Large hydro power projects with output of more than 10MW also provide other benefits, like flood management and drought protection. Going forward, the installed capacity of hydro power is expected to increase from 1,200GW in 2015 to 1,800GW in 2040, implying average annual installation of 24 GW. Non-OECD countries will be driving the expected growth, as nearly all the readily exploitable sites in the OECD economies have already been exploited. However, there are concerns related to hydropower too. The key drawback is high capital costs, long lead times, and significant environmental and social issues. To improve the sustainability of the technology, the sector is incorporating measures to address environmental and climate issues in the project planning stage.

Clean energy is one of the solutions to the problem of climate change, which poses a major challenge to the sustainability of human civilization. The promotion of clean energy is also enshrined in the United Nations’ Sustainable Development Goals (SDGs): SDG 7 aims to “ensure access to affordable, reliable, sustainable and modern energy for all”. In NN Investment Partners’ impact investing approach, clean energy plays a central role. Investments in this sector need to be preceded by thorough analysis of companies’ track records in mitigating environmental and social risks related to hydro projects. For emerging market companies, it is important to look at historical lead times because the emerging markets often have issues related to land acquisition and the resolution of disputes that delay projects regularly.

Die richtige ETF-Auswahl – Der Schlüssel zum Erfolg

von Daniel Hardt, Fondsmanager bei alpha beta asset management.

Als Investmenthaus mit aktivem Management-Stil und regelbasierten, globalen Anlagestrategien sind wir Profiteur eines stetig wachsenden Angebots von Exchange Traded Funds (ETF) in Form von passiv verwalteten Indexfonds. Diese nehmen eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung zahlreicher Investmentstrategien ein, da sie wichtige Grundvoraussetzungen wie z.B. hohe Transparenz, hohe Kosteneffizienz und hohe Liquidität, die für einen aktiven regelbasierten Investmentansatz unverzichtbar sind, erfüllen. In unserem Fall handelt es sich bei regelbasierten Investmentansätzen um Strategien, die nach vordefinierten Regeln investiert werden und damit für Anleger nachvollziehbar sind. Dies alles geschieht auf Basis computergestützter Analyse-Tools mit einer hohen Datenmenge, wobei der Handel und das begleitende Risikomanagement immer in der Hand des Portfoliomanagements verbleiben. Es handelt sich somit nicht um eine Black-Box oder automatisiertes Handeln, sondern regelgebundenes Investieren mit einem abschließenden Plausibilitätscheck durch das Team.

Ein sehr wichtiger, aber oftmals unterschätzter Gesichtspunkt bei einer regelbasierten Anlagestrategie ist die Auswahl des Investmentuniversums. Bevor ein Portfolio zusammengestellt werden kann, muss zunächst klar definiert werden, welche Anlageklassen und –regionen in den Analyseprozess einfließen sollen. Dabei spielen vor allem Kriterien wie Investorenziele und -restriktionen, die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, die Verfügbarkeit und Beschaffenheit von Anlageinstrumenten, Möglichkeiten und Stabilität des Datenzugangs sowie die Datenqualität, die Auswahl der Handelsplätze, die Höhe der Liquidität und vor allem auch Kostenfaktoren eine wichtige Rolle. Die Wertentwicklung, Risiko- und Bewertungskennzahlen und das Verhalten eines Investments im Portfoliokontext sind dagegen bei unseren Strategien Faktoren, die erst im nachfolgenden Schritt des Investmentprozesses anhand unserer Indikatoren ermittelt und anschließend zur Portfoliozusammenstellung verwertet werden.

Einmal pro Quartal befassen wir uns im Portfoliomanagement explizit mit der Zusammensetzung des Investmentuniversums der einzelnen Anlagestrategien, d.h. der dem Analyseprozess prinzipiell zur Verfügung stehenden Anlageklassen und –regionen. Im Gegensatz zur täglichen Überwachung des Portfoliorisikos und der Wertentwicklung werden hierbei auch qualitative Einschätzungen vorgenommen, die eine Automatisierung dieses Prozesses ausschließen. So erhalten wir im Portfoliomanagement die Möglichkeit, Veränderungen in den Rahmenbedingungen einer Anlagestrategie zeitnah zu erkennen und auf diese zu reagieren. Eine dieser Veränderungen ist für uns die kontinuierliche Weiterentwicklung des ETF-Marktes, die uns immer häufiger vor die Wahl mehrerer vergleichbarer ETF innerhalb einer Anlageklasse oder –region stellt. Dies ist in gewissem Maße ein Luxusproblem, dennoch gestaltet sich die Wahl des richtigen Anlageninstruments damit häufig recht komplex.

Offensichtlich wird das Problem bei einer Investition in den chinesischen Aktienmarkt. Hier stehen uns gleich mehrere große, liquide ETF mit hoher Anbieter- und Datenqualität sowie ähnlichen Kostenbelastungen auf verschiedene Indizes zur Verfügung. So ist z.B. der MSCI China ein Benchmarkindex für viele ETF, der vorwiegend Unternehmen umfasst, deren Aktien in Form sogenannter B-Aktien in US-Dollar an der Shanghai Stock Exchange oder in Hongkong-Dollar an der Shenzhen Stock Exchange bzw. in Form von H-Aktien an der Hongkong Stock Exchange notiert sind. Im Index befinden sich aktuell 148 Unternehmen. Der CSI 300 Index beinhaltet dagegen die 300 größten chinesischen Unternehmen, deren Wertpapiere in Renminbi an den Wertpapierbörsen in Shanghai und Shenzhen notieren (A-Aktien). Ein weiterer wichtiger Index ist der FTSE China 50 Index, der einen Zugang zu den 50 größten und liquidesten chinesischen Aktien, die an der Börse in Hongkong notiert sind (H-Shares), bietet.

Gemeinsam haben diese Indizes nur, dass sie die Wertentwicklung chinesischer Unternehmen abbilden. Schon der Blick auf die Namen und die Anzahl der Unternehmen in den einzelnen Indizes deutet auf einen wesentlichen Unterschied im Grad ihrer Diversifikation hin. Darüber hinaus weist die Indexzusammensetzung große Differenzen auf. Während zum Beispiel der Finanzdienstleistungssektor im MSCI China aktuell ein Gewicht von ca. 30% besitzt, liegt dessen Anteil im CSI 300 Index bei ca. 41% und im FTSE China sogar bei fast 50%. Ein weiterer Unterschied ist die Investorenbasis. Während die Geldanlage in A-Aktien ursprünglich nur für chinesische Investoren vorgesehen war, stehen B- und H-Aktien fast ausschließlich ausländischen Investoren zur Verfügung. All dies macht sich in der Wertentwicklung der einzelnen Indizes und der Korrelation (Gleichlauf) untereinander bemerkbar. So entwickelte sich zwar der CSI 300 Index aus der Sicht eines Euro-Investors mit ca. +66% in den letzten 5 Jahren am besten, allerdings weist er mit einer Volatilität von fast 24% p.a. auch die höchste Schwankungsbreite auf. Der FTSE China 50 und der MSCI China gewannen in diesem Zeitraum ca. 45% bzw. 54% hinzu, allerdings bei einer niedrigeren Volatilität von nur ca. 21% bzw. ca. 19%.

Chinesische Aktienindizes (Total Return in Euro)

Unterschiede finden sich auch im Verhalten der Indizes untereinander. Während der FTSE China 50 und MSCI China einen hohen Gleichlauf haben, korrelieren beide Indizes auf wöchentlicher Datenbasis über die letzten 5 Jahre nur mit einem Wert in Höhe von 0,6 mit dem CSI 300. Mit Blick auf die Portfoliokonstruktion kann es daher sinnvoll sein, einen der erstgenannten Indizes und den CSI 300 via ETF ins Investmentuniversum aufzunehmen, da möglichst unkorrelierte Portfoliopositionen positiv zur Diversifikation beitragen. Mit dieser Entscheidung muss sich das Risikomanagement allerdings der Tatsache bewusst sein, dass in einem Worst-Case-Szenario nun zwei chinesische Aktienindizes vom gleichen Marktrisiko direkt betroffen sein könnten.

Der chinesische Aktienmarkt ist sicherlich ein extremes Beispiel für die Unterschiede einzelner Indizes innerhalb eines Landes. Dennoch lassen sich solche Unterschiede auch in anderen Regionen der Welt feststellen. In Indien unterscheiden sich z.B. die beiden für deutsche Anleger via ETF leicht zugänglichen Indizes MSCI India und Nifty 50 ebenfalls durch stark abweichende Sektorenverteilungen. Im MSCI India beträgt der Anteil des Finanzdienstleistungssektors ca. 21%, im Nifty 50 Index hingegen fast 32%. Die Aufgabenstellung der Selektion des geeigneten Investmentindex ist nicht auf die Emerging Markets beschränkt. Auch in Deutschland stehen neben der sehr kostengünstigen Anlagemöglichkeit in den DAX weitere, diversifiziertere Indizes wie z.B. der MSCI Deutschland oder der F.A.Z. Index zur Verfügung, die unter Umständen den Zielen der Investoren besser entsprechen. Eine ähnlich große Auswahl für die größten Unternehmen eines Landes finden sich auch in Japan sowie den USA.

Vergleich: Aktienindizes der größten Firmen in Deutschland, USA und Japan

Darüber hinaus gibt es für viele Weltregionen auch ETF, die zwar mehrere Länder zusammenfassen, aber in einem Land deutlich übergewichtet sind. Auch sie können als Alternative für eine Investition in einen Länderindex in Betracht gezogen werden.

Auswahl regionaler Aktienindizes mit einem beherrschenden Aktienmarkt

Unterschiede in der Zusammensetzung von Indizes finden sich nicht nur für den Aktienmarkt. Auch bei ETF auf Anleihenindizes gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Ein prominenter Fall ist das Land Südkorea, das bei manchen Indexanbietern unter Emerging Markets geführt wird und eine Gewichtung von 10% aufweist. Bei anderen Emerging Market Anleihenindizes fehlt das Land dagegen komplett in der Länderauflistung.

Nach erfolgter Auswahl der ETF für die einzelnen Märkte und Anlageklassen, Indizes, wie z.B. zwischen dem Stoxx 600 Europe und dem britischen FTSE 100 Index oder in Form von globalen Unternehmen mit mehreren Börsennotierungen, sind denkbar. Nach Abschluss dieses Prozesses steht unser finales Investmentuniversum. Aus diesem wird anschließend das Portfolio konstruiert, wobei dann die Wertentwicklung der einzelnen Vermögensgegenstände, die Schwankungsbreite oder die Korrelation zum Gesamtportfolio im Fokus stehen. In unserem Fall erfolgt dies, wie anfänglich beschrieben, auf Basis unserer computergestützten Analyse-Tools. Das Ergebnis ist ein breitdiversifiziertes Portfolio vieler, möglichst wenig korrelierter, Märkte auf dem Fundament eines transparenten und stabilen Investmentprozesses sowie des Risikomanagements.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf alpha beta asset management. alpha beta asset management wird in Deutschland durch Active Fund Placement repräsentiert.

The Highs and Lows of a Real Estate Fund

by Axel Kleinefenn, Head of Fund Management, Warburg-HIH Invest Real Estate GmbH.

There’s an old stock-exchange saying which can also be applied to the property market. It goes: “Buy while the cannons are blasting”. This sentence, coined by the banker Carl Mayer von Rothschild, reflects the concept of anticyclical investing; the idea is to buy when the stock market is at its lowest. However, this is easier said than done. In reality, it requires a lot of courage and the absolute trust in one’s own analyses to go against current market trends, but the potential rewards can make all this worthwhile.

The now over ten-year history of one particular big real estate fund for institutional investors highlights this. The fund was issued in February 2007 in, as one can imagine, terrible starting conditions. Only a few months after the conception of the fund, the Subprime-Crisis began, which resulted in the global financial and economic crisis of 2008. The prices on the property market had collapsed, and by 2009 the portfolio suddenly appeared much too expensive.

The fund had reached a crucial juncture. The market was at a low point and in a phase of great uncertainty. Uncertainty is a decisive factor in all markets: If investors feel uncertain, they do not invest. This situation, however, presented an opportunity for the real estate fund. Using particular market turns is essential in order to generate an outstanding performance. If one is successful in selecting the right properties, and manages to invest more during a low-price phase than during a more expensive one, the conditions for beating the market are good. Since the property fund still possessed free capital, it was in the favourable position of being able to continue investing.

But are fund investors today ready to do exactly that? It’s difficult to convince institutional investors concerned with safety of buying in the midst of a crisis. This is why fund managers have to have lengthy discussions detailing their thorough analysis of the targeted properties, their success on the market prior to the crisis and the prospective success going forward. A clear stance towards one’s own strategy and analyses is necessary in order to persuade investors to go down this route.

If this is successful, and a property whose profits have the potential for growth through active management has been chosen, the chances for an outperformance are excellent. However, it won’t show straight away. Time has to pass until the increase in profits, through both active management and a recovering market, will become noticeable. In the case of the previously mentioned fund, a value adjustment had to take place relating to pre-crisis purchases. This meant that the fund had to bridge another difficult phase. A phase in which some properties had to be devalued, and in others, measures to enhance performance hadn’t taken effect yet. In order to overcome a struggle like this, transparent communication with the investor is key.

Using the right strategy, one can make it through the trials and tribulations and reap one’s rewards in a market situation such as our current one. The measures taken to maximise profits have started to take effect in this particular fund, and the market has more than recovered. The current market was used to profitably sell properties which cannot be taken further through management, and to rid portfolios of difficult properties. The financial cushion of this fund has been evaluated as comfortable, meaning that even during a strong market correction, a value adjustment would not become necessary. If the entire portfolio were to be sold today, all investors would receive a double-figure total return over the next ten years. Since the perspective of the fund is long-term, the aim being a stable earning position, the stock is currently being held in a long-term management portfolio.

Even in a market situation like this, the transparent and open communication between fund managers and investors has to be maintained. With a long-term perspective, the fund managers should prepare investors for the fact that a fund will need to continue being managed in a time of crisis. This situation must be overcome in order for management to steer towards a selling phase once the market has recovered. Any other behavioural pattern would harm the performance of a long-term portfolio. The stock-exchange saying quoted from Carl Mayer von Rothschild continues: “Buy while the cannons are blasting, sell when the violins are playing.” Thus, Rothschild suggests that a correction or a crisis is always possible. Consequently, investors have to know: if the markets change, the performance of a fund can change too. A long-term strategy has to encompass all market cycles and a lot of stamina might be needed to succeed.

“We are expecting the unexpected!”

In an ifund fundmanager interview, Iwan Brouwer, Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners, explains what differentiates the NN (L) First Class Multi Asset and how investment ideas are generated to respond to changing market environments within a clearly defined risk budget.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Brouwer: NN (L) First Class Multi Asset (FCMA) is a globally diversified strategy aiming for long term capital growth and designed to actively respond to changing market circumstances. In the design of the strategy we have focused a lot on making the strategy as robust as possible in stress periods. This starts with always “expecting the unexpected” and assessing all the exposures in the fund in terms of the risk it brings to the total portfolio, and the aim to keep the overall risk profile of the fund much more stable than in more traditional investment approaches. By taking more risk when deemed appropriate and the possibility to move to a 100% allocation to “relatively safer assets”, the fund aims for a stable pattern of returns. There is for example a clear distinction between “relatively safer assets” and “risky assets” and we make cautious assumptions on correlations.

In the bucket of the relatively safe assets we put high quality government bonds and cash or money market products. The riskier assets are defined as equities, real estate, spread products and we can also tactically use commodities. Also in our analysis on markets we spend time both on fundamental as well as behavioral analysis. The study of behaviour has become even more important than before. Exploring global markets offers amazing opportunities, but understanding both the fundamental and emotional drivers of these markets is crucial in navigating through the uncertainty and therefore we spend a lot of time in our research on both.

This, in my opinion, differentiates us from others.

ifund: How do you add value for your investors?

Brouwer: For smaller clients or investors, it is technically not so easy to have a well-diversified portfolio. With a fund like ours, we offer them a globally diversified investment solution across multiple asset classes such as government bonds, equities, real estate, commodities and spread products like corporate bonds and emerging market debt. As said, we are aiming for long-term capital growth by chasing opportunities and actively responding to changing market environments, all within a clearly defined risk budget. Gross of fees (barring costs on a share-class level), the NN(L) First Class Multi Asset fund delivered a total return of 6.37% p.a. with a volatility of only 4% on average since inception (October 2011 – February 20171).

ifund: How do you generate investment ideas?

Brouwer: We have a clear investment process. We define a strategic allocation with the aim to capture the long-term risk premiums. We arrive to this allocation by equally splitting the risk budget between the relatively safer assets bucket and the risky assets bucket. On top of this we implement our active views. We have an integrated team of portfolio managers and economists/strategists who combine in-depth fundamental analysis of economic trends with extensive behavioural analysis on the psychology of the market and behaviour of other investors. The latter is often very influential on short-term market dynamics and help both to identify shock risks early on and to identify new opportunities before others do. Thereafter we come to the security selection with the most suitable instruments to implement the portfolio. Finally, we monitor the portfolio and take care about the risk management process in a daily process.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Brouwer: The Multi Asset Team consists of 21 professionals headed by Valentijn van Nieuwenhuijzen who is the chief strategist. He runs the business with 3 departments. First the Macro & Strategy team which is lead by Patrick Moonen and key in formulating investment views, second Ewout van Schaick who is responsible for the Mutli-Asset Portfolios and thirdly Willem van Dommelen who leads the Factor Investing & Solutions team. The Multi-Asset boutique is oversighted by the CIO Hans Stoter and supplemented by the Investment Services Team where I am the team leader for Multi-Asset.

FCMA is managed by a team of 3 portfolio managers from Ewout van Schaick’s Multi-Asset Portfolios team: these are Ewout van Schaick, Niels de Visser and Mark Robertson. They are responsible for the final investment decisions. The tactical allocations are in line though with the views we have within the Multi-Asset team that are the result of the on-going discussions between PM’s and strategists and economists

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Brouwer: We try to do well in every market environment. Of course, the performance is expected to be best in situations of stronger economic growth with healthy returns on risky assets and stable interest rates. In a situation of expected rising interest rates, we can, based on our views, lower the duration of the strategy. In those circumstances the return contribution from the relatively safe assets part will be lower.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Brouwer: Currently the macroeconomic support is strong. We are seeing a synchronized economic and corporate earnings recovery in both the US, Europe and Emerging Markets. This is a support for risky asset and an important driver of the reflation trend (higher interest rates, inflation expectations and outperformance of risky assets). That said, there are significant political risks. Most specifically the still unclarity of the specific policies of the Trump administration in the US (particularly the potential for protectionist measures) and in Europe several elections, with specific focus on France. Although not our base case, if these political risks would unfold in a significant negative way, it is could increase the uncertainty among investors and be a risk for the global economic recovery.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Brouwer: Responsible investing has a very long tradition within the NN group and NN Investment Partners (NN IP). In 1999 the group launched business principles and NN IP launched the sustainable equity fund. In 2008 we signed the UNPRI and in 2012 the group signed the UNPSI. Responsible investing is an integrated part of our history.

In the fund we invest in multiple asset classes. For bottom up selection skills that are insourced from other NN IP boutiques, ESG aspects are integrated in the investment process. NN IP specialized teams/boutiques that manage assets for Multi-Asset funds, such as equities,  are incorporating ESG aspects in their research. The range of the ESG integration is of course team specific. Also in our “safe treasury” methodology that we use to select “high quality” government bonds, we look at ESG scores in order to make an assessment of the credit quality of the issuer. 

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Brouwer: I like cycling on my race bike and participate in events throughout Europe. One of my favorites are the Jedermann races in Germany.


1) Past performance is not indicative of future results and shall in no event be deemed as such.

About Iwan Brouwer
Iwan is Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners. He is responsible for representing the boutique and contributing to the commercial success of the boutique through attracting and retaining clients in partnership with sales, marketing and product management. As CPM Iwan has a bridging function between the investment engine, clients, client teams and distribution channels.

About NN Investment Partners
NN Investment Partners is the asset manager of NN Group N.V., a publicly traded company listed on Euronext Amsterdam. NN Investment Partners is head-quartered in The Hague, The Netherlands. NN Investment Partners in aggregate manages approximately EUR 195 bln* (USD 205 bln*) in assets for institutions and individual investors worldwide. NN Investment Partners employs over 1,000 staff and is active in 15 countries across Europe, U.S., Latin America, Asia and Middle East.
NN Investment Partners is part of NN Group N.V., a publicly traded corporation.
* Figures as of 31 December 2016

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news, +49 69 57708987 

Nachhaltigkeitsbewertung von Textilien

Die Textilindustrie mit ihren Sweatshops gilt oft als Sinnbild für die Missachtung von Arbeitsrechten wie auch für die Auswüchse von Global Sourcing. Der Ruf nach fairen Produktionsweisen wird spätestens dann laut, wenn neue Enthüllungen über unmenschliche Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Textilbranche publik werden. Der „Produktionsfaktor Mensch“ tritt in diesem Fall zumindest vorübergehend aus der Anonymität heraus.

Dass sich die Textilindustrie in Bezug auf Arbeitsrechtsverstöße und Kinderarbeit so oft in den Schlagzeilen wiederfindet, liegt an den prinzipiell recht einfachen Fertigungsprozessen. Geringe technologische Anforderungen und die unkomplizierte Verlagerung von Produktionen führen zu einem enormen Kostendruck und zu einem Wettlauf um die günstigsten Lohngefüge, bei dem sich Länder mit ihren Produktionsstätten regelrecht unterbieten.

Nur ein verschwindend geringer Anteil des Kaufpreises von Textilien landet letztlich in der Fertigung und bei den dort tätigen Beschäftigten. Vor allem teure Labels haben daher mit einem nicht zu unterschätzenden Reputationsrisiko zu kämpfen. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich einige Textilunternehmen genauer angesehen und Fragen rund um das Thema Arbeitsrechte in der Fertigung gestellt.

In der jüngste Ausgabe von "nachhaltig investieren", die unter der Federführung von Mag. Wolfgang Pinner, Leiter der Abteilung Nachhaltige Investments, erstellt wurde, beleuchtet das Team von Raiffeisen Capital Management die Nachhaltigkeitsbewertung von Textilien. Die vollständige Ausgabe einschließlich einer Case Study finden Sie links als PDF.

Textilien

Es ist kein Zufall, dass sich verschiedensten Analysen zufolge die meisten Verstöße gegen Arbeitsrechte in der Textilbranche ereignen. Denn bei der Textilindustrie handelt es sich um einen Sektor, der sich durch relativ einfache Fertigungsprozesse in Verbindung mit nur geringen technologischen Anforderungen auszeichnet. Zur Branche zählen vor allem traditionelle Bekleidungshersteller und Unternehmen, die Spezialisierungen in den Bereichen Sport, Leder oder Schmuck aufweisen. Der Absatz erfolgt meist über den Einzelhandel, zum Teil auch über eigene Geschäfte.

Die einfache Austauschbarkeit der Hersteller am untersten Ende der Wertschöpfungskette führt zu starkem Druck auf die Herstellungskosten, was wiederum beinharte Konkurrenz mit der Folge geringerer Löhne und sonstiger Aufwendungen in den Fabriken nach sich zieht. Dabei sind auch die Sicherheitsstandards ein großes Thema.

Dem Fabrikseinsturz in Sabhar / Bangladesch mit über 1100 Toten im Frühjahr 2013 gingen gravierende Sicherheitsmängel voraus. Eine Untersuchungskommission stellte grobe Fahrlässigkeit fest, zudem waren für den Bau des Hauses minderwertige Materialien verwendet worden, das Bauland war für ein mehrstöckiges Gebäude nicht geeignet gewesen. Als Folge des Unglücks unterzeichneten große europäische und US-amerikanische Textilfirmen außerdem das mit internationalen Gewerkschaftsdachverbänden sowie NGOs ausgehandelte „Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz in Bangladesch“.

Beschäftigt man sich mit dem Thema Arbeitsrechte im Detail, so ist es die ILO (International Labor Organisation), die so genannte Kernarbeitsnormen festgelegt hat. Damit verbunden ist das Ziel, dass diese Normen als Sozialstandards menschenwürdige Arbeitsbedingungen und einen hinreichenden Schutz der Arbeitnehmer gewährleisten sollen.

Zu den acht Kernarbeitsnormen zählen Konventionen über Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechts, das Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen, Gleichheit des Entgelts, Abschaffung der Zwangsarbeit, Vermeidung von Diskriminierung, Mindestalter, Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

Der Textilsektor weist häufig eine kaskadenartige Konstruktion im Fertigungsprozess auf. Die gesamte Lieferkette, von der Fertigung über viele Stufen bis zum Einzelhändler, ist vielfach nicht transparent genug. Die an Sublieferanten outgesourcte Produktion wird auf tiefere und wieder tiefere Ebenen weitergegeben, sodass für den Textilkonzern als Auftraggeber letztlich ein Kontrollproblem entsteht. Verschärfend wirken die immer kürzeren Lieferzyklen für neue Kollektionen, die die Kurzfristigkeit der Fertigung und eine damit verbundene breite und undurchsichtige Auffächerung der Produktion verstärken.

Mit der Undurchsichtigkeit der Lieferkette und der Kostenoptimierung verbundene potenzielle Imageschäden stellen ein Risiko für Marken und Retailer dar. Es sind dabei vor allem teure Labels, die im Falle von negativen Medienberichten vor einem großen Reputationsproblem stehen. Angesichts des geringen Anteils der Herstellungskosten an den Verkaufspreisen im Einzelhandel ist jeder arbeitsrechtliche Verstoß dem Konsumenten gegenüber nur sehr schwer zu argumentieren.

Daher bemühen sich viele prominente Textilhersteller, ein möglichst aktives Lieferkettenmanagement umzusetzen. Eine Verbesserung der Standards für die Herstellung, die fast immer an Partner ausgelagert wird, steht dabei im Mittelpunkt.

Unternehmen, egal ob Retailer oder Textilkonzerne, können der problematischen Entwicklung insofern gegensteuern, als sie für ihre gesamte Lieferkette eine tiefgreifende Due-Diligence-Prüfung einführen. In diesem Fall werden die Lieferanten aktiv gemanagt und einem Monitoring- und Auditierungs-Verfahren unterzogen. Zulieferer, die kritisch eingeschätzt werden, können auf diese Weise regelmäßigen intensiven Kontrollen unterzogen werden.

Ein Bonus-System für Lieferanten für überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen kann zudem einen positiven Wettbewerb auslösen. Unzureichendes Wissen über Arbeitsstandards kann durch Best-Practice-Beispiele erweitert werden.

Aktuell zählen in der Textilindustrie Bangladesch, Vietnam und zuletzt auch Myanmar zu den Ländern, in denen die Arbeitskräfte am schlechtesten entlohnt – also am „günstigsten verfügbar“ – sind. Dabei rückt bei der Analyse der Entlohnung in den Fabriken immer stärker der Begriff der fairen „living wages“ – auf Deutsch übersetzt: das Existenzminimum – in den Mittelpunkt. In Bangladesch liegt der Mindestlohn aktuell bei rund 20 % des Existenzminimums, in China immerhin bei fast 50 %.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in ein Unternehmen, das im Rahmen des Engagement-Prozesses adressiert worden ist, investiert.

Nachhaltigkeitsbewertung

Das aus Nachhaltigkeitssicht vordringlichste Thema im Zusammenhang mit der Textilindustrie ist jenes der Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette. Immer wieder werden Produktionen in so genannten Sweatshops, also Ausbeutungsbetrieben, aufgedeckt. Die wesentlichsten Charakteristika sind dabei das Fehlen von Tarifverträgen, überlange Arbeitszeiten, fehlender Kündigungsschutz und eine absolut wie auch relativ geringe Bezahlung.

Eine Möglichkeit für Unternehmen zur Verbesserung der sozialen Standards in der Lieferkette ist neben dem Fokus auf Transparenz auch die Kontrolle durch externe Organisationen. Arbeitsbedingungen in den Fabriken können vor Ort durch unabhängige Gutachter wie die FLA (Fair Labor Association) überprüft oder gemäß ISO (International Organization for Standardization), OHSAS (Occupational Health and Safety Assessment Series) oder EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert werden.

Im Zusammenhang mit dem Thema Textilien zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf Unternehmen in den Bereichen „Textil-Vormaterialien“ und „Textilhandel“ ab.

Worauf fokussiert das Supply-Chain-Management in Ihrem Konzern in Bezug auf Textilprodukte und textile Vorprodukte?

Gibt es einen eigenen Verhaltenskodex, der die Grundsätze der Arbeitnehmerrechte in der gesamten Supply-Chain vorgibt und soziale Aspekte behandelt?

Veröffentlichen Sie die gesamte Liste Ihrer Lieferanten und Sublieferanten?

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre gesamte Supply-Chain vorgegebene Regeln einhält? Existieren Richtlinien zur Beendigung von Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten?

Sehen Sie das Thema Korruption als Problem – vor allem an Billiglohn-Standorten wie Indonesien, Bangladesch, Vietnam und Myanmar?

Welche Rolle spielen für Sie Supply-Chain-Zertifizierungen nach Standards wie ISO, EMAS oder OHSAS?

Wie gehen Sie mit dem Thema „living wages“ um und wie definieren Sie diese?

Von den während unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns vor allem europäische Player Feedback gegeben.

Nicht alle Textilkonzerne fokussieren ihre Produktion auf Billigstlohnländer. Der spanische Konzern Inditex beispielsweise kauft mehr als die Hälfte seiner Kollektion in Ländern in der näheren Umgebung – diese werden als „proximity markets“ bezeichnet. Hanesbrands produziert 80 % seiner Textilien in eigenen Fertigungsstätten außerhalb der klassischen Billiglohnländer.

Was die Rohstoffseite betrifft, so sind die meisten Textilkonzerne stark auf Baumwolle fokussiert. Auch in diesem Zusammenhang hat Inditex einen anderen Weg gewählt und breiter diversifiziert. Man setzt unter anderem – je nach Modetrend – auf Leinen, Leder oder Viskose.

Die meisten Textilkonzerne setzen auf eine Kombination von internem und externem Monitoring respektive Zertifizierungen der Lieferkette. Manche, wie etwa Gerry Weber, kontrollieren vor allem die erste Ebene im Detail und delegieren die Einhaltung der Standards für weitere Sublieferanten an diese Unternehmen. Die Katastrophe von Rana Plaza im Jahr 2013 scheint die Branche durchaus – und zwar in positiver Weise – aufgerüttelt zu haben.

Oft werden die Zulieferer geratet, je nach Erfüllung oder Teilerfüllung der vorgegebenen Standards. Bei Aussagen zu Gründen für die Beendigung der Geschäftsbeziehung zu Lieferantenunternehmen halten sich alle befragten Unternehmen eher bedeckt. Eine Kündigung aufgrund von Verstößen gegen ESG-Prinzipien scheint eher die Ausnahme zu sein.

Eine vollumfängliche Liste aller Lieferanten und Sublieferanten wird derzeit unter anderem von Adidas und Inditex veröffentlicht.

Adidas hat sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette sehr generell genähert. Die 2016 gestartete Strategie „sport needs a space“ deckt nicht nur die Produktion, sondern auch das Marketing und die Verwendung der Produkte ab. Für die Lieferkette wurden auch Ziele in Richtung weniger Wasserverbrauch und geringere Abfallmengen festgelegt. Bis 2018 sollen die von Adidas verwendeten Baumwollsorten zu 100 % auf nachhaltige Produktion umgestellt sein.

Zertifikate sind für die Unternehmen in der Regel kein allzu großes Thema, es gibt aber einige sektorweite Initiativen. Gerry Weber hat die BSCI (Business Social Compliance Initiative) unterzeichnet, eine wirtschaftsgetriebene Plattform zur Verbesserung der sozialen Standards in einer weltweiten Wertschöpfungskette. H&M hat mittlerweile das gesamte erste Level an Zulieferern gemäß Higg-Index der Sustainable Apparel Coalition zertifiziert, einem 2012 ins Leben gerufenen industrie-eigenen Standard der Textilindustrie zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Lieferkette nach Umwelt- und Sozialkriterien. Auch Amer Sports trat der Sustainable Apparel Coalition 2015 bei.

Das Thema „living wages“ nimmt in der Textilbranche generell an Bedeutung zu, die genauen Definitionen sind aber von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich.

Was bringen nachhaltige Anlagen Investoren und Unternehmen?

Nachhaltige Investments hatten lange den Ruf, geringere Renditen als traditionelle Finanzprodukte zu erzielen. Diese Theorie gilt mittlerweile als widerlegt. Ein grünes Investment kann genauso ertragreich sein wie eine herkömmliche Anlage. Denn aufgrund der zusätzlichen Informationen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen kann – z.B. über eine genauere Risikoeinschätzung – die Performance mitunter sogar positiv beeinflusst werden. Wobei natürlich auch nachhaltige Investments – ebenso wie konventionelle Anlagen – den Entwicklungen an den Kapitalmärkten unterworfen sind und Kapitalverluste nicht auszuschließen sind.

Zukunftsfähige Unternehmen

Blickt man mehr ins Detail, so stellt sich Nachhaltigkeit sehr schnell als Qualitätsmaß für Unternehmen und Emittenten heraus. Denn sehr häufig läuft eine gute Bewertung bei der Stakeholder-Analyse, bei der überprüft wird, wie das Unternehmen mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, der Umwelt etc. umgeht, parallel zu einer guten Bonität und einer gesunden Unternehmensentwicklung. Der mit dem Nachhaltigkeitsthema eng verbundene Begriff der ‚Zukunftsfähigkeit‘ kann dabei ins Treffen geführt werden.

Zertifikate belegen Nachhaltigkeit

Da es für Anleger oft schwer zu durchschauen ist, welche der als "nachhaltig" bezeichneten Fonds tatsächlich nach nachhaltigen Kriterien im Sinne von sozial, ökologisch und ethisch gemanagt werden, sind Zertifikate und Gütesiegel gerade in diesem Segment besonders aussagekräftig. Für Anleger, die nachhaltig investieren wollen, kann sich daher ein genauer Blick auf etwaige Nachhaltigkeitssiegel lohnen.

Für nachhaltige „Überzeugungstäter“ – der Raiffeisen-GreenBonds

Mit der steigenden Nachfrage an nachhaltigen Investments erhöhen sich auch die Ansprüche der Investoren an diese Produkte. Viele Anleger wünschen sich, dass sich die Nachhaltigkeit ihrer Veranlagung nicht bloß auf die Anwendung eines Filters von Ausschlusskriterien reduziert, sondern, dass das Investment selbst das Ziel verfolgt, nachhaltig zu wirken. Aus dieser Nachfrage heraus, hat Raiffeisen Capital Management1 den Raiffeisen-GreenBonds aufgelegt, der genau diese Qualität bietet und sich an die ‚Überzeugungstäter‘ unter den nachhaltigen Investoren richtet.

Der Raiffeisen-GreenBonds, ein Renten-Themenfonds im Umweltbereich, richtet sich in erster Linie an institutionelle Anleger wie Vorsorgekassen und Vermögensverwalter. Der Fonds investiert in so genannte Green Bonds, also Anleihen, mit denen ökologische Projekte mit Klimarelevanz finanziert werden. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen. Als Anlageuniversum dient der Green Bond Index von Bank of America Merrill Lynch (BAML) als Basis, ergänzt durch Green Bonds der Datenbank der Climate Bonds Initiative (CBI). Dabei wird die nachhaltige Qualität der Bonds laufend überprüft und der Markt auf Neuemissionen gescreent.

Bessere Nachhaltigkeit bringt Chancen: Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum

Der Fonds fokussiert auf (vorwiegend klein- und mittelkapitalisierte) Unternehmen, deren Nachhaltigkeitsbewertung sich in den letzten Jahren verbessert hat, mit der Aussicht, dass sich diese Entwicklung auch positiv auf die finanzielle Performance des Unternehmens auswirkt. Bislang gibt es nur wenige nachhaltige Investmentprodukte, die dieses Marktsegment abdecken. Der neue Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum bietet Investoren diesen Zugang. Selbstverständlich ist auch dieses Investment den Schwankungen an den Kapitalmärkten unterworfen und auch Kapitalverluste sind möglich.

Grafik: Raiffeisen KAG, schematische Darstellung

Nachhaltige Fondspalette wird gemäß Anlegeransprüchen angepasst

Die steigende Zahl an Anlegern, die nachhaltig investieren (möchten), führt zu einem verbesserten und differenzierten Angebot auf der Produktseite. Auch Raiffeisen Capital Management passt seine Produktpalette laufend an den Ansprüchen seiner Kunden an. Das Unternehmen hat dabei noch ein paar interessante Produktideen in der Pipeline, in denen u.a. auch Schwellenländer eine wichtigere Rolle spielen werden. 


Investments in Fonds sind dem Risiko von Kursschwankungen bzw. Kapitalverlusten ausgesetzt.
Die veröffentlichten Prospekte  sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) des Raiffeisen-GreenBonds und des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentumstehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) zur Verfügung. Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum weist eine erhöhte Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

1) Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH.

“Good Prospects for European Senior Secured Loans!”

Michael Craig, Senior Portfolio Manager Bank Loans at Invesco Fixed Income, explains in an altii interview the importance of the European Senior Secured Loans market that allowed investors to generate consistent, low volatility returns for two decades. He outlines the two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017 and the risk of defaults.

altii: Why are you investing in European Senior Secured Loans?

Michael Craig: Investors in European Senior Secured loans (EUR SSL) have received consistent, low volatility returns for two decades. The Credit Suisse Western European Leverage Loan Index (CS WELLI), a proxy for the market, has averaged a 5.4% annual return since inception in 1998, with only three negative return years in that 19 year period. The total return for 2016 was 6.5%. Historically the European Loan market has exhibited less volatility than alternative fixed income risk assets such as European High Yield (HY) bonds; the five year average volatility of the CS WELLI was 2.15% vs. 4.91% for the HY market. Accordingly, the loan market has had a higher Sharpe ratio than the CS Euro HY market, 2.77 vs. 1.85, respectively, for the five year period 2012-2016.

altii: Why is now a good moment to invest?

Michael: The Eurozone GDP growth, albeit modest, as well as a healthy, supply and demand balance in the underlying loan market are positives for European SSL. Furthermore, volatility is likely to remain low as European CLO and institutional investors, who tend to invest over the long-term dominate the investor base. This is an advantage over the Fixed Income markets, where retail (ETF, etc.) investors typically have shorter investment horizons are more prevalent. There are two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017. Over recent years, long-duration asset classes have benefited tremendously from European Central Bank’s (ECB) stimulus policies. The question has been “when” not “if” the ECB will provide incremental stimulus. We are anticipating a softening in ECB policies, driven primarily by inflation data. The new question that will increasingly be asked will be “when” will the ECB start weaning the market off its accommodative monetary policy, which naturally leads to a rising interest-rates (Euribor) environment. This should lead to more demand for shorter-duration assets such as SSL, which are less sensitive to interest rate changes, than say, high yield bonds for example, as loans provide floating-rate income with coupons based on Euribor + margin. As the majority of European loans are structured with a minimum (i.e. floor) of zero per cent for the Euribor component (as at Dec. 30, 2016, 3 month Euribor was -0.3%) they are therefore insulated from Euribor’s current negative value and investor, coupon income, will increase when Euribor surpasses the zero per cent floor value. In a steeping yield curve environment, the asset class has the potential to outperform longer-duration assets. We also see a repeat of the heightened sensitivity over political events. The lack of reliable predictive tools for election results has led to increased market volatility before and after these events. Against this backdrop, we believe European SSL present a compelling allocation opportunity for investors given their defensive position in the capital structure (high recovery rate) and historically lower volatility than other fixed rate alternatives.

altii: What are the biggest risks?

Michael: The investor concern is often focused on the risk that a macro shock could lead to an increase in defaults. While loan volatility is relatively low, the risk of contagion from other asset classes and macro events does exist. Heading into 2017 credit fundamentals remain stable, with no clear catalyst for a spike in default rates – the macro-economic environment is supportive of risky assets with the Eurozone benefiting from the same trends seen in 2016: private sector demand and supportive government spending. At the borrower level, credit metrics look robust – particularly in terms of interest coverage, a measure of a company’s ability to meet its interest obligations, with coverage-ratios improving as several borrowers were able to their lower cost of debt and/or extend maturities throughout 2016. The European loan market has limited systemic risk given it’s the minimal exposure to the Oil and Gas sector. Nevertheless, there are likely to some pockets of weakness. For example, some retailers and food manufacturers are exposed to softer demand (channel shift, macro-uncertainty and / change in consumer habits) and dollar-denominated sourcing costs (cotton and food commodities) are vulnerable. We expect a default rate of around 2% by principal amount - which remains well below the 4.6% historical average between 2009 and 2015.

altii: Why is Invesco a good partner for such strategies?

Michael: Invesco has been in the senior bank loan market for over 27 years – we launched our first European bank loan product in 2001. With $37.9 billion in bank loan assets under management, Invesco is one of the largest managers of the asset class. Our investment process is built on fundamental bottom-up credit analysis with a top-down macroeconomic overlay. Importantly, we view our investment process as full cycle. The investment horizon always looks across a full credit cycle with the belief that returns are maximised over the long run for all private, credit-sensitive assets such as senior bank loans. This long-term perspective is augmented by an active management approach that includes well-defined buy-sell disciplines and the application of several proprietary models which help us exploit shorter-term relative value opportunities during different phases of the cycle. Our key credit consideration is twofold: (1) What is the risk of credit deterioration, or default, and (2) What is the recovery in the event of that credit deterioration? At Invesco, we employ 29 senior secured bank loan credit professionals focused on minimising credit risk. We perform due diligence on every issuer in our portfolio, focusing on key factors such as management quality, base case and downside cash flow projections, industry position and dynamics, sponsors and arrangers, the issuer’s capital structure, the asset quality and divisibility of the underlying security, the recovery rate, loan-to-value and relative value.

About Invesco

At Invesco, we're dedicated to delivering an investment experience that helps people get more out of life. This means our employees as well as our clients, shareholders and the communities we serve. We strive to achieve this through our: Pure focus on investment: We are independent and solely focused on investment management for the benefit of clients. Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style. Passion to exceed – our culture of high performance and not settling for average in everything we do. We are privileged to manage assets on behalf of retail and institutional clients around the world by providing a comprehensive range of high-conviction investment capabilities designed to help clients achieve their investment objectives.

About Invesco
At Invesco, we're dedicated to delivering an investment experience that helps people get more out of life. This means our employees as well as our clients, shareholders and the communities we serve. We strive to achieve this through our: Pure focus on investment: We are independent and solely focused on investment management for the benefit of clients.
Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style.
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Robotik und Automatisierung: günstiger und leistungsfähiger

von Angus Muirhead, CFA, Fondsmanager, Credit Suisse.

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können.

„Die Automatisierung ist nicht unser Feind. Unsere Feinde sind Unwissenheit, Gleichgültigkeit und Trägheit. Die Automatisierung kann der Verbündete unseres Wohlstands sein, wenn wir einfach nach vorne schauen, wenn wir begreifen, was auf uns zukommt ...“
Lyndon B. Johnson, 36. Präsident der USA1

Das Zeitalter der preisgünstigen Computer

In den 1970er-Jahren waren Computer teuer und meist nur in den Büros von Blue-Chip-Unternehmen zu finden. Ein Gerät der HP-Serie 3000 kostete im Jahr 1972 USD 95 0002 – dies entspricht heute inflationsbereinigt USD 541 000. Heute liegt der durchschnittliche Verkaufspreis eines Desktop-Computers bei USD 540, der eines Notebooks bei USD690.3 Infolge dieses drastischen Preisrückgangs, der enormen Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten von Computern und der zunehmenden Vertrautheit der Konsumenten mit Technologie sind Computer nicht mehr der Elite vorbehalten, sondern zählen zu den am meisten verbreiteten Technologien der Welt. 2015 wurden weltweit rund 114 Millionen Desktop-PCs, 163 Millionen Notebooks, 208 Millionen Tablets und unglaubliche 1,4 Milliarden Smartphones verkauft.2

Das Aufkommen der Robotik

Auch auf dem Gebiet der Robotik sinken die Kosten, während die Leistungsfähigkeit steigt. Verantwortlich hierfür sind das Mooresche Gesetz, die Verfügbarkeit von Open-Source-Software und die allmähliche Standardisierung von Teilen und Komponenten.

Laut einer Schätzung der Boston Consulting Group (BCG) sanken die durchschnittlichen Kosten eines Punkt- Schweißroboters von USD 182 000 im Jahr 2005 auf nur USD 132 000 im Jahr 2013.4 Die BCG prognostiziert einen weiteren Rückgang der Kosten und erwartet für 2025 einen Listenpreis im Bereich von USD 103 000. Wie die nachstehende Grafik zeigt, schätzt die BCG, dass die Kosten von Hard- und Software („Roboter, einschließlich Software“) um ca. 40 % gesunken sind, während die Kosten für Programmierung, Installation und Integration („Systems engineering“ – Systemtechnik) dank verbesserter „Intelligenz“ des Systems sogar noch stärker gesunken sind.

Der Stundenlohn eines Roboters

Je schwerer ein Roboter, desto höher in der Regel sein Preis. Größere Maschinen, die darauf ausgelegt sind, größere Objekte oder Nutzlasten zu heben und zu handhaben, benötigen mehr Leistung, größere Motoren und robustere Getriebe und Mechanik, um der Belastung standhalten zu können. Genau genommen ist die Anwendung eines Roboters der größte ausschlaggebende Faktor für seinen Preis, denn die Anwendung bestimmt die Größe des Roboters, das Gewicht der Nutzlast, das Niveau der Sicherheitsausrüstung, die Komplexität der Aufgabe sowie die Geschwindigkeit und die Qualität, mit der diese ausgeführt werden kann.

Ein neuer Industrieroboter kostet samt Steuereinheiten und Programmierhandgeräten in der Regel zwischen USD 50 000 und USD 80 000.5 Der oben erwähnte Punkt-Schweißroboter ist teurer, doch Punkt- und Lichtbogenschweißen sind zwei der teuersten Anwendungen, die von Industrierobotern ausgeführt werden. Rechnet man die Arbeitszelle, Peripheriegeräte und die „Effektoren“ für die konkrete Anwendung in der Fabrik sowie die Kosten für die Integration in die Fertigungslinie hinzu, können die Gesamtkosten auf USD 100 000 bis USD 150 000 steigen.4

Schätzungen der Robotics Industry Association (RIA) zufolge hat ein durchschnittlicher Industrieroboter eine Nutzungsdauer von 10 - 15 Jahren. Dies ergäbe für einen USD 150 000 teuren Fabrikroboter, der zwei 8- Stunden-Schichten an fünf Tagen die Woche, 50 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 10 Jahren im Einsatz ist, eine Laufzeit von 40 000 Stunden. Ron Potter, Leiter des Bereichs Robotics Technology bei Factory Automation Systems in Atlanta, schätzt, dass mittelgroße Industrieroboter, die Nutzlasten von 100 kg bewegen, USD 0,75 an Elektrizität pro Stunde verbrauchen (ausgehend von 7,35 kW zu 10 Cent je kWh).6 Nach Hinzurechnen der Energiekosten zu den Investitionskosten des Roboters ergeben sich für ihn Arbeitskosten von USD 4,50 pro Stunde (bei einem angenommenen Restwert von null).

Die großen Autohersteller fahren ihre Fertigungslinien meist deutlich aggressiver. Ein extremeres Szenario sieht folgendermaßen aus: Ein Einsatz von 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 48 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 15 Jahren ergäbe 120 960 Betriebsstunden, Energiekosten von USD 90 720 und effektive Gesamtkosten von nur USD 1,99 pro Stunde. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stundenlohn eines Fabrikarbeiters beträgt USD 2,70 (ohne Sozialleistungen).7

Entscheidend ist nicht das Was, sondern das Wie

Dank der höheren Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und der leichteren Programmierung ist die Produktivität von Industrierobotern und industriellen Automatisierungslösungen um ca. 5% jährlich gestiegen.3 Unter Berücksichtigung des niedrigeren Preises würde eine Investition in einen USD 100 000 teuren Roboter heute etwa die doppelte Produktivität eines USD 100 000 teuren Roboters vor 10 Jahren erzielen. RobotWorx, ein in Ohio ansässiger führender Anbieter im Bereich Instandsetzung und Wiederverkauf von Industrierobotern, weist darauf hin, dass Produktivitätssteigerungen für die wirtschaftliche Gleichung oft wichtiger sind als die Kosteneinsparungen pro Stunde. Das Unternehmen schätzt, dass ein einzelner Roboter dieselbe Rate an Teilen wie vier Arbeiter herstellt und dass die Ausschussquote meist geringer ist.4

Angesichts anhaltender Fortschritte bei Sensoren, Halbleitern sowie Open-Source-Software und -Algorithmen dürften sich die Verbesserungen bei Preis und Leistung in absehbarer Zukunft fortsetzen. Einer Schätzung von McKinsey zufolge könnten Robotik und Automatisierung infolgedessen das Produktivitätswachstum weltweit um 0,8 % bis 1,4 % jährlich steigern.8

Reale Zwänge

Während Robotik und Automatisierung erschwinglicher werden und zunehmend in der Lage sind, Aufgaben in vielen Bereichen ebenso gut wie oder besser als menschliche Arbeitskräfte auszuführen, steigen die Lohnkosten und werden Vorschriften rund um Qualität und Sicherheit verschärft. In den letzten vier Jahren sind die Löhne gering qualifizierter Arbeitskräfte in Entwicklungs- wie auch in Schwellenländern real gestiegen.

Chinas Aufstieg zum weltweit größten Produzenten im Jahr 2010 (ein Titel, den die USA seit dem Jahr 1895 innehatten) ist ein gutes Beispiel für die Lohninflation bei geringer qualifizierten Fabrikarbeitern. Gordon Orr von McKinsey Asia stellt folgende Entwicklung fest:
„Die überwältigende Mehrheit der Wirtschaft hat in den letzten zehn Jahren ein zweistelliges Lohnwachstum verzeichnet, und der Mindestlohn hat sich in vielen Städten in weniger als fünf Jahren verdoppelt.“9

Und die steigenden Lohnkosten sind nicht das einzige Problem. Vor dem Hintergrund der wachsenden Wirtschaft sind viele Beschäftigte in der Fertigung überdrüssig und hegen Erwartungen und Ansprüche, die allmählich zu einem Mangel an Arbeitskräften in Fabriken führen. Terry Gou, der Gründer des größten Elektronikherstellers der Welt, Foxconn, stellte in der Financial Times fest:
„Die junge Generation möchte nicht in Fabriken arbeiten, sie möchte in der Dienstleistungs- oder Internetbranche arbeiten oder einer anderen leichteren und entspannteren Tätigkeit nachgehen.“10

Einige Unternehmen haben bereits begonnen, ihre Produktion an kostengünstigere Standorte wie Vietnam, Indien oder Mexiko zu verlagern. Da jedoch ein Drittel des chinesischen BIP und 15 % der Arbeitskräfte auf den Fertigungssektor entfallen, ist der chinesische Staat stark motiviert, die Produktion in China zu halten. Er subventioniert die einheimische Robotikbranche und regt damit Unternehmen an, in die Automatisierung zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und entlang der Wertschöpfungskette nach oben zu rücken – hin zur Fertigung von Präzisionselektronik, deren Produktion hochentwickelte Robotiksysteme erfordert.

Foxconn unterhält bereits Produktionsstätten in Vietnam, Brasilien und Mexiko und hat einen dreistufigen Plan aufgelegt. Im März2016 gab das Unternehmen den ersten Schritt von Phase1 des Plans bekannt: 60 000 Fabrikarbeiter werden durch 40 000 von Foxconn gebaute Roboter – so genannte „Foxbots“ – ersetzt, die gefährliche oder repetitive Aufgaben erledigen werden. Phase 2 sind vollautomatisierte Fertigungslinien, Phase 3 vollautomatisierte Fabriken.

Trotz dieser Anstrengungen, die Automatisierung zu erhöhen, hinkt China auf diesem Gebiet Japan, Südkorea, Deutschland und den USA deutlich hinterher: Pro 10 000 Beschäftigte in der Fertigungsbranche gibt es in China im Durchschnitt lediglich 36 Roboter. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 66 Robotern pro 10 000 Beschäftige. Die Länder mit der höchsten „Roboter-Dichte“ sind Südkorea und Japan, deren Automobil- und Halbleiterbranche einen hohen Grad an Automatisierung erreicht hat; dort gibt es 478 bzw. 315 Roboter pro 10 000 Beschäftigte.11

Klein, flexibel und sehr freundlich

Mit steigender Rechenleistung von Halbleiterchips und zunehmender Standardisierung von Hardwarekomponenten wird es leichter, kleine und mittelgroße Roboter nahezu vollständig auf der Grundlage von Drittkomponenten zu entwickeln und zu bauen. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Unternehmen damit begonnen, kollaborative Roboter, sogenannte „Cobots“, zu bauen, beispielsweise den „Foxbot“ von Foxconn, die auf sichere Weise Seite an Seite mit menschlichen Arbeitskräften arbeiten sollen, meist in der Kleinserienproduktion oder in Bereichen mit begrenzten Platzverhältnissen.

Unternehmen wie Rethink Robotics, Precise Automation, F&P Robotics und Universal Robots bieten Roboter bereits ab USD 10 000 - 30 000 an. Damit sie sicher Seite an Seite mit Menschen arbeiten können, verfügen diese Roboter meist über eine Funktion zur „Leistungs- und Kraftbegrenzung“, sodass sie sofort stoppen, wenn sie einen Widerstand spüren, z. B. bei der Berührung eines Menschen oder eines anderen Roboters. Dieses Sicherheitsmerkmal begrenzt jedoch ihre Ladekapazität und verringert ihre Arbeitsgeschwindigkeit. Um die Kosten niedrig zu halten, werden diese Roboter zudem so konstruiert, dass sie nur die Hälfte der Lebenserwartung traditioneller Industrieroboter haben. Aus diesen Gründen stehen sie nicht im direkten Wettbewerb mit den teureren und produktiveren Modellen von Fanuc, ABB, Yaskawa und KUKA. Mit diesen jungen Cobots gelangen jedoch einige interessante Innovationen in die Branche, etwa Programming by Example (PbE), die den Markt für Roboter über Großproduktionsanlagen hinaus erweitern könnten: Adressiert könnten kleinere Betriebe, vielleicht Hersteller mit nicht-automatisierten Fertigungslinien werden, oder möglicherweise sogar Konsumenten und gewerbliche Anwendungsgebiete komplett ausserhalb der Fabrik. So ist der Roboter „P-Rob“ von F&P Robotics versiert darin, Speisen für die Gastronomie zuzubereiten, Nespresso-Kaffeemaschinen zu bedienen und Gästen Kaffee zu servieren.

Unruhe unter den Arbeitnehmern

Was bedeutet die zunehmende Automatisierung am Arbeitsplatz für die Beschäftigung, für Arbeitsplätze und die Zukunft der „Arbeit“ selbst? Laut einer aktuellen McKinsey-Publikation reicht die Furcht vor der Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Verdrängung von Arbeitnehmern durch technologische Entwicklungen mehrere Hundert Jahre zurück und ist noch älter als die Bewegung der Maschinenstürmer, die in Großbritannien während der Industriellen Revolution entstand. Doch die Lehren aus der Geschichte sind eindeutig. Obgleich neue Technologien wiederholt Phasen der Unruhe am Arbeitsmarkt verursachten, da neue Geräte und Werkzeuge effizientere Produktionsprozesse ermöglichen und auf kurze Sicht unvermeidlich zum Verlust von Arbeitsplätzen führen, haben neue Technologien den Menschen langfristig gezwungen, sich anzupassen und sich neue, wertvollere Fähigkeiten anzueignen. Der technologische Fortschritt schafft auch neue Arbeitsformen und neue Arten der Beschäftigung in der Entwicklung, Konstruktion, Instandhaltung und Wartung der Roboter selbst sowie der digitalen Ökosysteme, denen sie angehören.
„In den USA fiel der Anteil der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft von 40 % im Jahr 1900 auf 2 % im Jahr 2000. Ähnlich fiel der Anteil in der Fertigungsindustrie von 25 % im Jahr 1950 auf weniger als 10 % im Jahr 2010.“12

Abschließend sei noch erwähnt, dass Robotik und Automatisierung möglicherweise nicht nur gering qualifizierte Arbeitsplätze in Fabriken bedrohen, sondern dass im Zuge von Fortschritten im Bereich künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen auch kognitive Tätigkeiten und der Bereich professioneller Dienstleistungen betroffen sein könnten. Schätzungen von McKinsey zufolge sind zwar weltweit weniger als 5 % aller Arbeitsplätze vollständig automatisierbar, doch mehr als 60 % aller Arbeitsplätze beinhalten einen Anteil von ca. 30 %, der theoretisch automatisiert werden könnte.13

Fazit

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können. Wir haben zwei Strategien entwickelt, um Kunden ein „Pure Play“-Engagement in diesen überzeugenden und miteinander verknüpften langfristigen Wachstumsthemen zu bieten: Robotik und Automation sowie Schutz und Sicherheit.


1) Auszug aus Johnsons Rede vor dem Kongress anlässlich der Unterzeichnung des Gesetzes zur Schaffung einer „Nationalen Kommission für Technologie, Automatisierung und wirtschaftlichen Fortschritt“, 19. August 1964.
2) Computerworld Magazine, 26. Januar 1981.
3) Quelle: vierteljährliche PC-Datenreihen der IDC (tatsächliche Daten: durchschnittlicher Verkaufspreis 2015 weltweit: Desktop USD 544; Notebook USD 692).
4) Publikation der Boston Consulting Group: „The Robotics Revolution“, September 2015.
5) Homepage von RobotWorx: „How much do industrial robots cost“.
6) Homepage von Factory Automation Systems, Inc.: „ROI Calculator“.
7) The Economist, „The future factory of Asia: a tightening grip“, 14. März 2015 (ausgehend von einer 10-Stunden-Schicht pro Tag).
8) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 15, Januar 2017.
9) McKinsey & Company, „Would could happen in 2015“, Dezember 2014, Gordon Orr, Director bei McKinsey & Company in Shanghai.
10) The Financial Times, „Young Chinese shunning factory jobs“, 8. Oktober 2013.
11) International Federation of Robotics, „World Robotics 2016 Industrial Robots“; Auszug aus Executive Summary on www.IFR.org.
12) McKinsey Global Institute auf der Grundlage von Daten aus Stanley Lebergotts Publikation, „Output, employment and productivity in the US after 1800“, 1966, und Daten der Weltbank (worldbank.org).
13) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 32, Januar 2017.

Now investors can avoid getting burned by an over-heated market

by Jürgen F. Kelber, Managing Partner, Dr. Lübke & Kelber GmbH.

Buy? Or sell quickly? Prices on the German real estate market have risen so high that some voices in the industry are already suggesting an exit. Buyers, for one are running out of ideas. Not necessarily because they see a bubble forming or because they fear a sudden price drop. Returns are simply too low. For core properties, initial yields have settled at about two, or at most three per cent. Under these conditions, some are bound to ask themselves: Is it still worth investing?

Unfortunately, this question is always applied to the whole market, to find out whether it is overbought or whether there is still room for improvement. That is the wrong angle, too wide. Whether an investment will be profitable is not decided by the whole market but by the choice of property. That goes for real estate as well as shares. There is often talk on the stock market – some say stocks are over-heated, some say corrections are immanent. But even in market conditions such as these, there will always be profitable shares. The trick is to find, and to analyse them.

The same is true for real estate investments. On a market with such low interest rates, short supply and high demand, it has of course become more difficult to invest profitably. Less appealing even, a return rate of two per cent is anything but enticing. Do not let first impressions fool you, however: with good management, an initial yield of two percent can in many cases become a solid four or five per cent.

Identifying chances is a crucial skill. That means you enter a building, an apartment, and you first thought has to be: where can I raise the value? For possibilities are plenty. Can I convert the loft? Add a balcony? Renovate the bathroom? Can I raise the rent? Could I convert empty office space into residential property?

This is the real craft in the real estate business; this is what sorts the wheat from the chaff. Anyone can buy property with high initial yields. For a long time, everyone did, that is why there are not many left. The real art is to recognise and realise potential for growth in low-return properties.

Whether small investor, or large, whether it is a single apartment, an apartment building or an entire portfolio, this is what makes the difference. In any case, the business plan has to include every individual property, every single unit. At that point it does not matter whether the market is running hot or not. An initial yield of two per cent will not exclude a property if the investor is unimpressed by meta-topics. One can leave those for the market philosophers and diviners. It is more important for a successful investment to have a solid, well-calculated concept.

Urbanisierung, Städtewachstum & Nachhaltigkeitsbewertung

Wachstum ist, was die Urbanisierung – und weniger die Wirtschaft – betrifft, ein global zunehmender Trend. Der Zuwachs an Menschen, vor allem in den Städten, schreitet voran. Sowohl in den Industrienationen als auch in den Emerging Markets.

Der verstärkte Zuzug aus ländlichen Gebieten in die Städte kann letztlich als ein Effekt der Industrialisierung und des sozialen Wandels gesehen werden. Beim mittlerweile seit Jahrhunderten zu beobachtenden Prozess einer andauernden Ausdehnung der Städte spielt das Bevölkerungswachstum in den jeweiligen Ländern eine entscheidende Rolle. Dazu kommen unter anderem Aspekte der Infrastruktur, der Bildungsmöglichkeiten, der Gesundheitsversorgung und des erwarteten Lebensstandards.

Überhastete Landflucht kann zu großen Problemen auf der sozialen und der Umweltseite führen. Neue Konzepte für die „Städte der Zukunft“ schließen auch Ideen hinsichtlich Bauökologie, Ressourcenverbrauch und Verkehr mit ein. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich Unternehmen im Bereich „Smart Cities“ genauer angesehen und Fragen zu Entwicklungen rund um den Megatrend Urbanisierung gestellt.

Die neuste Ausgabe von "nachhaltiginvestieren" finden Sie links als PDF.

Städtewachstum

Eine markante Ausbreitung der Städte war erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa zu beobachten. Der sich beschleunigende Zuzug der ländlichen Bevölkerung in die Städte machte den Bau neuer Häuser, Straßen und Versorgungseinrichtungen notwendig. Der zunehmende Flächenverbrauch verringerte die umgebende Naturlandschaft drastisch. Heute sind auch die Städte selbst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. So zeichnet Tokio beispielsweise für 40 % des Bruttoinlandsprodukts von Japan verantwortlich, während der Großraum Paris mit 30 % zur französischen Wirtschaftsleistung beiträgt.

Der so genannte Verstädterungsgrad, also der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung, misst die Urbanisierung. Weltweit betrug er im Jahr 2009 erstmals mehr als 50 %. 2050 werden laut Schätzungen der UNO mehr als drei Viertel der Erdbevölkerung in Städten leben. In den Emerging Markets sind es derzeit 45 %.

Bis zum Jahr 2050 dürften es nach UNO-Schätzungen die in Industrieländern bereits üblichen 75 % sein. Urbanisierung steht auch im engen Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 60 % der Zunahme in den Städten auf das natürliche Bevölkerungswachstum zurückzuführen ist, also auf eine höhere Geburten- als Todesrate.

Aus Nachhaltigkeitssicht stellt sich die Frage, ob Städte prinzipiell mehr oder weniger „nachhaltig“ sind als der ländliche Raum. So kann man einerseits argumentieren, dass sie derzeit 70 % des Primärenergiebedarfs verbrauchen, für 80 % der CO2-Emissionen verantwortlich sind und für 75 % des Rohstoffbedarfs stehen. Somit käme ihnen eine Hauptverantwortung für den Klimawandel zu. Andererseits erlauben Städte aber auch eine effiziente Versorgung mit technischer Infrastruktur wie Mobilität, Energie und Wasser, außerdem mit sozialer Infrastruktur wie Bildung und Gesundheit sowie schließlich mit Produkten und Dienstleistungen.

Das Thema der Urbanisierung schließt neben den Kernstädten auch die Peripherie mit ein. In den Industrieländern ist seit einigen Jahrzehnten eine Suburbanisierung zu beobachten, also eine Wanderbewegung aus der Kernzone der Städte in die Peripherie. Wenn man Nachhaltigkeitsfaktoren für Stadt und Vorstadt analysiert, weisen die Städte selbst aus Nachhaltigkeitssicht deutliche Vorteile gegenüber den Vororten oder so genannten „Speckgürteln“ auf.

Der Energieverbrauch von Bewohnern der Peripherie ist deutlich höher als jener in den städtischen Zentren. So liegt beispielsweise der ökologische Fußabdruck eines durchschnittlichen Vorstadthauses rund um New York annähernd beim zweieinhalbfachen Wert einer Wohnung in New York. Dies kann unter anderem damit erklärt werden, dass der CO2-Ausstoß alter Metropolen in der Regel relativ gering ist, weil verhältnismäßig wenige Menschen ihre Autos nutzen.

Die Verstädterung der letzten Jahrzehnte führt immer mehr zur Ausprägung von so genannten Megastädten. Aufgrund des Mangels an Arbeitsmöglichkeiten in den ländlichen Regionen entwickeln sich rapide wachsende Millionenstädte, oft mit kaum planbarer und überschaubarer Bebauung. Als Megastadt werden Städte ab einer Einwohnerzahl von zehn Millionen bezeichnet. Einige Beispiele für Megastädte sind Istanbul, Lagos, Delhi und Mexiko-Stadt. Die Bedingungen in diesen extrem stark wachsenden Städten sind oft in vielerlei Hinsicht katastrophal. Es kommt zur Bildung von übervölkerten und verwahrlosten Elendsvierteln, also Slums.

Nachhaltige Konzepte für Städte umfassen unterschiedliche Aspekte. Wesentliche Themen sind etwa die Nachhaltigkeit der Bauten selbst, der Ressourcenverbrauch, der öffentliche Verkehr sowie Mobilität. Der ökologische Fußabdruck von Städten hängt auch davon ab, wie dicht die Stadt aufgebaut ist. Dichtere Städte verbrauchen weniger Rohstoffe, weil man kurze Wege hat. Vertikale Städte wie Hongkong weisen einen sehr geringen Benzinverbrauch pro Person auf. Das Gegenteil ist bei so genannten Flächenstädten wie Houston der Fall.

Im Zusammenhang mit dem Konzept von „Smart Cities“ werden die Themen Mobilität, Energie, Umwelt, Wirtschaft, Governance sowie Mensch und Lebensqualität miteinander verknüpft und in den Mittelpunkt gestellt. Moderne Smart-City- Konzepte setzen sich mit der besonderen Bedeutung von Städten im Kontext von Klimaschutz und Ressourcenmanagement auseinander. Prinzipiell bieten Städte ein großes Potenzial, den Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem demografischen Wandel mit intelligenten Lösungen zu begegnen.

Aus ökologischer Sicht sind Effizienzsteigerungen und die Reduktion des Energieverbrauchs wesentlich. Angestrebt wird eine Verbesserung der Treibhausgasbilanz durch Einsatz neuester Technologien mit hoher Ressourcen- und Energieeffizienz sowie durch intelligente und systemorientierte Lösungen zur Optimierung der Energiesysteme.

Ein wesentlicher Teilaspekt in der Stadtentwicklung mit nachhaltiger Ausrichtung ist auch der langfristige Umstieg auf erneuerbare Energiequellen. Eine nachhaltige Stadt kümmert sich aktiv um zukunftsfähige Mobilitätsformen und deren infrastrukturelle Voraussetzungen. Parallel dazu forciert die Stadtplanung integrierte Planungsprozesse, zum Beispiel im Bereich Energie. Schließlich werden die Einwohner im Sinne einer optimierten Governance bei der Umsetzung von Maßnahmen aktiv eingebunden.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in zwei Unternehmen, die im Rahmen des Engagement-Prozesses adressiert wurden, investiert. Es sind dies die französischen Unternehmen Schneider Electric und Legrand.

Nachhaltigkeitsbewertung

Im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung kommen neue Technologien in den Bereichen Infrastruktur, Gebäude und Mobilität zum Einsatz. Um Ressourcen wie Energie und Wasser möglichst effizient zu nutzen, werden sie zunehmend auch intelligent vernetzt – wie in den Konzepten von „Smart Metering“ und „Smart Grid“.

Smart Metering betrifft die Energieversorgung von Haushalten und bedeutet „intelligente Zähler“. Diese Systeme können verbrauchte Mengen sowie die Verbrauchszeiträume messen, speichern und die Daten an Kunden oder Dritte kommunizieren. Smart Grid steht für ein „intelligentes Stromnetz“, das eine kommunikative Vernetzung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch ermöglicht. Damit sollen Energieübertragungs und -verteilungsnetze in der Elektrizitätsversorgung effizient gesteuert werden. Der Trend zu Smart Metering und Smart Grid wird durch das dynamische Wachstum bei erneuerbaren Energien und durch neue IT- Entwicklungen unterstützt.

Im Zusammenhang mit dem Thema Urbanisierung zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf Unternehmen in den Bereichen Smart Metering und Smart Grid ab.

  • Beschleunigt der Trend zur Urbanisierung die Entwicklung von Konzepten wie Smart Metering und Smart Grid? Welche Regionen zählen zu den Hoffnungsmärkten?
  • Welche aktuellen Entwicklungen und technischen Neuerungen prägen Smart Metering und Smart Grid? Sind die Technologien zu Smart Metering und Smart Grid bereits ausgereift?
  • Welche Ressourceneinsparungen sind mit Smart-Metering- und Smart-Grid-Systemen möglich?
  • Was sind die wesentlichen Hindernisse für ein schnelleres Wachstum in den Bereichen Smart Metering und Smart Grid?
  • Sind Neubauten im Vergleich zu Revitalisierungen von Altbauten im Vorteil, was den Einsatz von Smart Metering und Smart Grid betrifft?

Der Begriff Smart Grid wird regional unterschiedlich verwendet. Europa und Nordamerika sind seit einigen Jahren intensiv dabei, Smart-Grid-Lösungen zu implementieren. In Europa ist Italien bezüglich der Verbreitung von Smart Metering führend, in den USA gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten. In den Emerging Markets kommt das Thema erst seit Kurzem in die Gänge. Der chinesische Markt weist umfangreiches Potenzial auf.

Urbanisierung bedeutet aber nicht nur eine steigende Nachfrage nach intelligenten Automatisierungslösungen für Gebäude und deren Energietechnik, sondern umfasst gemäß dem auf Umwelt- und Industriemesstechnik spezialisierten finnischen Vaisala-Konzern auch innovative Konzepte für Verkehrsmittel und abgeleitet für die industrielle Nahrungsmittelproduktion und Medizinprodukte sowie -dienstleistungen. Für Emerson Electric stehen zudem individuelle Lösungen für einzelne Haushalte im Mittelpunkt.

Bei Smart Grids handelt es sich mittlerweile um technisch ausgereifte Technologien, sowohl hinsichtlich Datenübertragung als auch Verbrauchssteuerung. Allerdings existieren bislang keine allgemeingültigen Standards für Smart Metering. Auch die Berechnung von Einsparungen ist, wie Legrand betont, derzeit nicht geregelt. Die Verwendung neuer Technologien wird jedoch immer wieder durch Finanzierungsengpässe und Veränderungen bei der Regulierung der Energiebranche gehemmt.

Sofern es keine klaren Vorgaben des Gesetzgebers gibt, verhindern die hohen Kosten einen flächendeckenden Einsatz der neuen Technologien durch die Energieversorgungsunternehmen. Neubauten weisen eine deutlich höhere Dichte an Kontroll- und Messtechnologien auf als revitalisierte Altbauten. In einzelnen europäischen Staaten sind mittlerweile Smart-Grid-Lösungen für Neubauten vorgeschrieben.

Zusammengefasst zählen zu den vielen Chancen von Smart-Grid-Technologien die Verbesserung der Energieeffizienz – in den einzelnen Haushalten kann Studien zufolge von Effizienzgewinnen von 4 % bis 12 % ausgegangen werden –, die Reduktion der Anzahl und Dauer von Stromausfällen sowie die Optimierung der Hardwarenutzung. Der Smart-Metering-Markt sollte in den nächsten fünf Jahren um kumuliert mehr als 50 % wachsen

Außerdem können durch Smart Metering Energieverluste, die nicht leitungsbedingt auftreten, wie etwa der Stromdiebstahl, adressiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Bewusstsein des Kunden für seinen individuellen Energieverbrauch thematisiert werden kann.

Zu den Risiken von Smart-Grid-Technologien zählen einerseits Manipulationen, etwa durch Hacker-Angriffe oder auch durch den Kunden selbst. Andererseits sind bei der Vielzahl von generierten Datensätzen auch Themen des Datenschutzes von Relevanz.

Smart Mobility – A Disruption of our Housing market

by Till Schmiedeknecht, Managing Director BGP Asset Management.

Urban life is about to be disrupted. Soon, the first driverless cars will be put on sale: interconnected robots with a taxi license. “The technology is essentially here”, Barack Obama told Wired in October 2016. According to recent studies by the General German Automobile Club ADAC (equivalent to the UK’s Automobile Association), three quarters of Germans consider it likely for human drivers to be replaced by robots in the future. A strong statement, coming from a nation of driving enthusiasts.

These new automobiles, truly deserving of the name will initially exist parallel to “analogue cars”. Eventually, the move from owning ones’ personal car to a share in individual mobility concepts will prevail: It’s more cost effective, efficient and finally, more practical. Even today, there are early signs for this trend on the market: Be it chauffeur services like Uber or Lyft, be it car sharing companies like DriveNow or Car2go, all of them already offer successful concepts of mobility beyond owning ones’ own vehicle. The next step is already foreseeable: What if the car starts at the push of a button and goes to pick up its next passenger after dropping the last one off? This concept saves space, time, money and brings with it some extra amenities: Finally, that second glass of wine again becomes what it should be – a matter of taste – not a question of road safety.

Driverless cars will significantly change the face of our cities and therefore, our living arrangements. Even more importantly, they will change our living possibilities. The inner cities will be much less dominated by metal, exhaust fumes and status – consequently, fewer parking spaces will be needed. Do you know what a car’s principal activity is today? Being parked. Cars spend almost 90 per cent of their time unused; over 30 per cent of overall ground space in cities is reserved for transportation. The potential uses, especially in times where there is a shortage of residential space, are quite obvious. Formerly wide roads will become lawns, multi-storey carparks will disappear and parking spaces will fall into disuse. 

Smart mobility concepts will directly influence our way of living. Still we sacrifice too much land for our cars, instead of putting it to use for peoples’ growing need for modern housing. The areas freed up by the new style of mobility would then be reassigned and used for sustainable projects. Society needs to recognize these changes and prepare for this immanent disruption. Incidentally, some small steps have already been taken to that effect: Since the German reform of federalism, the Länder (states) can individually vote on their regulations regarding the planning for car parking spaces with urban building projects. Once they are amended to reflect modern reqirements, a lot of land could be reclaimed for housing and the rental market could be eased.

Mission und Portfolio

von Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG.

Was für die meisten Anleger gilt, gilt für Stiftungen doppelt: Stabilität und Sicherheit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste, wenn sie das ihnen anvertraute Geld investieren. Denn Stiftungen planen oft über längere Zeiträume von zehn bis zwanzig Jahren. Aber auch die Rendite muss stimmen. Klassische Anlageformen wie die Staatsanleihen sicherer Länder scheiden deshalb mittlerweile aus.

Viele börsennotierte Produkte sind für Stiftungen wiederum zu volatil, andere zu undurchsichtig. Komplexe Anlageformen wie Smart-Beta-ETFs, die mit mehreren tausend Parametern operieren, sind hier ein Beispiel. Zumal es oft Quereinsteiger sind, die in Stiftungen die Entscheidungen treffen – das gilt auch für den Finanzbereich.

Viele Stiftungen orientieren sich deshalb lieber am Wohnimmobilienmarkt. Das Prinzip einer Wohnung, die jährlich Gewinn durch Mieteinnahmen erzielt, ist leicht darstellbar. Dies trifft nicht nur auf Direktinvestments zu, sondern auch auf Fondslösungen. Bei gutem Management und ausreichender Streuung der Fondsimmobilien sind attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko möglich – vor allem, wenn Portfolios im konstant nachgefragten mittleren Wohnpreissegment aufgestellt sind.

Bei institutionellen Investoren mag man hier zunächst an geschlossene Fonds denken. Gerade für kleinere Stiftungen aber, die nur geringe Investitionsvolumina aufbringen können, sind offene Fonds oft die bessere Alternative. Denn sie ermöglichen Risikostreuung und eine gewisse Liquidität der Anlage, ohne die Hürden und Risiken eines geschlossenen Fonds.

Fondsgesellschaften wiederum profitieren von den Stiftungen als verlässliche Investitionspartner. Der beiderseitige Vorteil wird in der Praxis von Fondsbetreibern meist unterschätzt. Sie sollten sich auf die (Weiter-)Entwicklung von Produkten fokussieren, damit sie noch besser auf die Bedürfnisse der Stiftungen zugeschnitten sind. Das Stichwort lautet Mission Investing: Wenn ein Fonds Assetklassen aufnimmt, die den Zielen der einzelnen Stiftungstypen entgegenkommen, können sich diese besser mit dem Produkt identifizieren. Denkbar wären zum Beispiel Fonds mit hohem Anteil an Green Buildings für Stiftungen im Bereich Umweltschutz. Oder Fonds mit barrierefreien Wohneinheiten für den Bereich Behindertenhilfe. Studien zeigen, dass Investoren sogar geringere Renditen akzeptieren, wenn ihre Mission und das Immobilienportfolio eines Fonds zueinander passen.

Unterschätzte letzte Meile

von Hendrik von Paepcke, Geschäftsführer der APOprojekt GmbH.

Was im E-Commerce die berühmte letzte Meile ist, ist für Büroimmobilien der Mieterausbau: Oft entscheidet sich genau hier für den Kunden (Eigentümer), ob die erhoffte Leistung (vermietbares Büro) rechtzeitig zur Verfügung steht. Wie gut die letzte Hürde genommen wird, hat somit entscheidenden Einfluss auf die Performance der Immobilie. Verzögert sich der Einzug, hat dies Auswirkungen auf den Cash-Flow. Davor noch entscheidet sich anhand der projektierten Ausbauzeit und -qualität, ob eine Fläche überhaupt für einen bestimmten Mieter in Frage kommt.

So nehmen ein Teil aller Immobilieneigentümer, die eigentlich passende Flächen für einen bestimmten Büromieter im Portfolio haben, überhaupt nicht am Wettbewerb um besagten Mieter teil – weil sie nicht in der Lage sind, bis zum gewünschten Einzugstermin die letzte Meile so zu gehen, dass die Fläche den Wünschen und Anforderungen des Mieters entspricht. Anders gesagt: Sie sind im Ausbau zu langsam oder können die spezifischen Anforderungen des Mietinteressenten nicht mehr in die Planung aufnehmen. Ein Grund liegt in der Kleinteiligkeit der Aufgabe und der Tatsache, dass die Abstimmung mit dem Mieter aufwändig ist. Gerade für die großen Generalunternehmer, die eine Immobilie errichten, ist die letzte Meile wirtschaftlich oft nicht mehr sonderlich attraktiv. 

Dabei hat alles, was hinter der Mietbereichszugangstür liegt, aus Sicht der bauausführenden Unternehmen eigentlich ein vergleichsweise geringes Risiko. Ob Großraum-Loft oder Einzelbüro, ob edles Parkett oder rauer Industriecharme: Die gängigen Termin- und Kostenunsicherheiten finden sich im Bestand natürlich auch – andererseits sind hier Festpreismodelle oder das Prinzip des garantierten Maximalpreises durchaus häufiger zu finden als generell im Bau. Das spricht dafür, dass die bauausführenden Unternehmen eine höhere Sicherheit in der Kalkulation des Mieterausbaus sehen. Zumindest manche scheinen diese Sicherheit an die Eigentümer via Festpreis weiterzugeben und sind bereit, das verbleibende Risiko selbst zu tragen.

Insgesamt gilt also, dass der Mieterausbau für die Eigentümer in doppelter Hinsicht Chancen bietet. Zum einen bietet er die Möglichkeit, überhaupt am Wettbewerb um Mieter teilzunehmen; zum anderen bringt er die Aussicht auf Kostensicherheit, sofern das bauausführende Unternehmen das entsprechende Modell mitgeht. In der Kombination kann dies erheblichen Einfluss auf die Cash-Flow-Rendite haben.

Über den Autor
Hendrik von Paepcke ist seit über 10 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Gemeinsam mit Alexander Knälmann gründete er 2007 die APOprojekt GmbH, um Mieterausbauleistungen auf die Bedürfnisse professioneller Immobilienbestandshalter auszurichten. Weitere Informationen finden Sie auf apoprojekt.de.

Sachwerte spielen 2017 die Hauptrolle

Präsident Trumps Engagement für Infrastruktur-Investitionen unterstützt 2017 Sachwerte, so ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs). Weitere Themen im Triannual Outlook von ETF Securities sind unter anderem die Illiquiditäts-Illusion auf den Anleihemärkten, Rohstoffe, die Auswirkungen des Brexit sowie Schwellenländer.

Trumps Versprechen: Eine Billion USD

Der künftige Präsident will eine Billion USD aufwenden, um die Infrastruktur der Vereinigten Staaten wieder aufzubauen. Real Assets – wie Rohstoffe, Immobilien, Land und Infrastrukturanlagen – werden davon profitieren und 2017 wahrscheinlich outperformen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy von ETF Securities, kommentiert: „Vorausgesetzt es gelingt dem Präsidenten ein Team von glaubwürdigen politischen Entscheidungsträgern zu bilden, irrationale politische Ausbrüche zu unterlassen und seine Wahlversprechen in einem toxischen politischen Umfeld umzusetzen, dann werden Sachwerte im Allgemeinen wahrscheinlich von seinem Versprechen, die USA wieder aufzubauen, profitieren. Trotz unterschiedlicher fundamentaler Faktoren wird außerdem die Nachfrage aus den Schwellenmärkten, speziell aus China, eine kontinuierliche Quelle des Rohstoffkonsums bleiben. Weiters werden die substanziellen Einschnitte bei den Investitionsausgaben das Angebot beschränken. Die daraus resultierenden fundamentalen Einschränkungen sollten die zugrundeliegenden Bedingungen verschärfen und Rohstoffe in den kommenden Jahren gut unterstützen." 

Bei ETF Securities fügt man hinzu, dass Rohstoffe, Immobilien oder Infrastruktur-Investitionen dazu tendieren, in einem Umfeld steigender Inflation und niedriger Zinsen gut zu performen. Ein solches Umfeld minimiert die Erträge von traditionellen Portfolien, weshalb ETF Securities davon ausgeht, dass Investoren vermehrt in Sachwerte gehen werden.

Aussichtsreich: Gold und Silber

ETF Securities erwartet 2017 außerdem eine Stärkung von Edelmetallen und Öl, mit einem angemessenen Goldpreis bei 1440 USD (derzeit wird es bei rund 1300 USD/Unze gehandelt) und Silber von 23 Dollar pro Feinunze (aktuell: 19 USD/Unze). Das Ende von Chinas „spekulativem Kaufrausch“ bei Industriemetallen wird die Preise hier wahrscheinlich kurzfristig schwächen. Längerfristig wird es aber zu einem Wiederaufschwung kommen, da Infrastrukturausgaben die Nachfrage nach Industriemetallen erhöhen werden. Butterfill: „Kurzfristig könnten die Gold- und Silberpreise unter Druck kommen, weil der Zinsschritt in den USA näher rückt. Wir glauben aber, dass die Fed der Entwicklung hinterher hinkt und die Inflation schneller steigen wird als die Zentralbank die Zinsen erhöht. Die realen Zinsraten werden sehr niedrig bleiben, was für Gold und Silber positiv ist.“

Ölpreis: Über 55 USD

„Die Kürzung der Investitionen in der Öl- und Gasindustrie in Höhe von einer Billion Dollar seit Einsetzen des Ölpreisrückgangs werden 2017 beginnen das Angebot zu verknappen. Weil anhaltende Produktionskürzungen auch die hohen Lagerbestände wieder schmälern, wird Öl zukünftig wahrscheinlich über 55 USD pro Barrel gehandelt werden“, so Butterfill weiter.

Währungen: Euro verliert – USD gewinnt

ETF Securities erwartet außerdem, dass sich die Schwäche des Britischen Pfunds gegenüber dem Euro umdrehen wird. Der Euro wird an Boden verlieren, wenn die EZB ihr aktuelles Stimulations-Programm fortsetzt. Der USD wird wahrscheinlich weiter an Stärke gewinnen, wenn es der Fed gelingt potenziellem Inflationsdruck, der sich in den USA aufbaut, zuvorzukommen. Investitionen in den „sicheren Hafen“ Schweiz, von denen der Franken profitiert, dürften sich relativieren, sobald Europa 2017 wieder als stabiler wahrgenommen werden wird. 

Butterfill fasst abschließend zusammen: „Populismus wird auch 2017 anhalten, was zu einer steigenden Volatilität führt und in einer höheren Inflation resultiert. Der gegenwärtige Trump-Boom bei Aktien und anderen risikoreicheren Anlageklassen könnte durchaus nur kurzlebig sein, seine Präsidentschaft erscheint aber sehr positiv für Sachwerte wie Rohstoffe, Infrastruktur oder Immobilien.“

Der Ausblick 2017 von ETF Securities beinhaltet außerdem:

  • Die Illiquiditäts-Illusion: Die Sorgen rund um die Illiquidität der Anleihenmärkte sind übertrieben. Elektronische Handelssysteme sowie das Nutzen von „buy-side inventories“ als Quelle von Liquidität breiten sich innerhalb des Bond-Handels immer weiter aus. Das könnte die Natur der Liquidität verändert haben, es gibt aber keine klaren Beweise für ihre Abnahme.
  • Die eigentlichen Handelssignale von der Masse an ETP-Flows trennen: ETP-Umsätze zu analysieren, hilft dabei Investmentmöglichkeiten für 2017 zu finden.
  • Lithium: Ein neues Edelmetall? Wie die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen den Appetit auf Lithium verändern wird.

Den gesamten Outlook finden Sie links als PDF.

So much for the risk!

von Torsten C. Wesch, Managing Director, redos institutional.

General opinion seems to be that increasingly, core real estate property is scarce or simply too expensive. In addition it is said, pressure to invest remains high on institutional investors, who are therefore taking ever higher risks. I have not observed this development, at least not to the extent often suggested.

In my opinion, the rule especially for domestic institutional investors is: the existing set of risk parameters is not likely to get watered down. Let us take a look at retail properties for example. In this case, the risk parameters contain all kinds of factors for success, such as the composition of the portfolio – uniform versus non-homogenous – or the asset-management strategy on an individual property level, again containing anything from construction law on changing or extending utilization to the rental concept and utilization mix. Each one of these factors has the power and individual weight to thwart a sale. Therefore, portfolios often contain varying location qualities, building types and formats. If the offer is not sufficiently homogenous, it will likely be discarded.

These parameters have changed little and have been used for years. Offers still have to pass significant hurdles in order to get considered. Only after that will the return be assessed, which is in itself determined by the above parameters. Different approaches are of course equally legitimate, however the current course of action for a typical German insurance company or pension fund with an investment horizon of 10 years or more still follows the traditional path. Choosing a new approach might get one labelled as an opportunistic investor or one with at least some of the characteristics.  In my opinion, truly security-oriented investors generally remain that way. I make this observation regardless of utilization, even though I chose to use the example of retail property.

Naturally, investment patterns have changed somewhat over the last few years. Especially long-term investors take their time to perfect a portfolio. With successful asset management, a non-core property can absolutely be transformed into a core property, as has been shown in the field again and again. The know-how and willingness to work on existing properties is there, always making sure of course – and I am happy to reiterate my point – not to infringe any of the risk parameters.

About the author
Torsten C. Wesch is managing director of the redos institutional GmbH, a subsidiary of the redos real estate GmbH, and has more than 20 years of management experience in the real estate industry. redos real estate is an asset manager, investor and developer specialised in German retail assets.

A Change in Trends – East German cities on the rise

 by Jakob Mähren – CEO Mähren AG. 

„Grow large and prosper“ – that seems to be the current trend in many East German cities, and their appeal to real estate investors is certainly growing in response. For the first time since German reunification 25 years ago, there has been more movement from the West to the East than the other way around, as shown by statistics from the Federal Institute for Population Research. In the early 1990s, approximately 200,000 people from Eastern Germany relocated to the West every year. That number even grew at the beginning of the 2000s. On the other hand, the number of people moving from the West to the East barely reached half that amount, only climbing above 100,000 for the first time in 2014. Today, after years of haemorrhaging citizens, population numbers in East Germany are climbing again. But which regions benefit most from this influx? Population growth is mostly happening in attractive urban areas, featuring outstanding universities low cost of living and relatively low rent.

This change in development of the East German population was already starting to become evident in 2012: At that time, the five new states of the republic noticed an influx of people both from other parts of Germany as well as from other countries. This was shown by a study of the Berlin Institute titled “On the move in the East”. The Institute documented all in- and out-migration in 2,695 East German communities from 2008 to 2013 and analysed its effect on the demographic situation in both urban and rural areas. The study further shows that the benefits of these changes are mainly felt in medium to large-sized cities. Particularly young people between the ages of 18 to 24 seem to gravitate towards East German cities but even so‑called Best-Agers are keen to make a fresh start there. Some individual rural areas in Brandenburg, Mecklenburg-West Pomerania and Saxony also enjoy great popularity. 

Particularly the significantly lower cost of living and rent in the East provide incentive for a move – especially for the older generation hoping for a larger share of their pension once all the bills are payed. This is also supported by the latest F+B rent index. Where the average rent in large German cities was 6.39 Euro, the figures in East German cities stayed well below that. However, the index also shows a steady increase in rent prices even outside greater metropolitan areas in the East. Buying prices on real estate are still relatively low, giving high potential for future value gain.

Considering both the population growth and favourable conditions for both buying and renting properties in East Germany, and given the overcrowded Top-Cities in West Germany, property investments in the East are very promising.

When business experts need technical expertise

 by Markus Reinert, Chairman Executive Board, IC Immobilien Holding AG.

Typically, shopping centre managers are commercial business graduates. In all likelihood, they initially applied for jobs involving a range of commercial tasks and requiring experience in marketing, retail and customer acquisition. Demonstrating enough business expertise, these jobs would be theirs for the taking. However, in modern shopping centre management, there is one major problem – this long-established job description has long since been overtaken by reality.

It is a leftover from an antiquated idea of how large-scale retail real estate works: Bricks are laid upon bricks, a few pipes and cables are installed and, to put it simply, there you have it –the centre is complete. All you then need is the commercial expert, who comes in and makes sure that tenants come, and stay. The only place you’ll find this model now is in the history books. Today’s shopping centres have technically complex digital structures, around which actual buildings are designed and built. And this poses very different – technical – challenges.

A centre’s management still has to take care of the commercial side of things: the leases, the effective marketing, delivering the right retail mix and building relationships with retailers. But this is no longer all that is required to run a shopping centre and generate attractive returns year in, year out. The continuous optimisation of operating costs, for example, is certainly a highly-relevant topic when it comes to delivering long-term success. It’s a simple equation: A reduction in operating costs means that even an increase in basic rents will be met with acceptance by tenants. And if a centre’s owner decides to put any rental increases on hold, even after having achieved a reduction in operating costs, then that’s a significant competitive advantage for the centre and its management. The technical optimisation of the building’s structural elements offers a variety of ways to increase profitability. In contrast, the commercial approach, which involves the optimisation of leases, is far more one-sided and a much harder sell.

On the one hand, there are more than enough electronic administration systems that can help commercial property managers to reduce both personnel requirements and costs. On the other hand, it has so far proved almost impossible to manage the technical side of things via IT systems, which, in this respect, certainly have a great deal of catching up to do. Even though the technical optimisation of a shopping centre has a crucial role to play in a centre’s success in the commercial property market, there is no structural assistance that managers can call upon. This proves: Personal technical expertise is indispensable in the field of shopping centre management.

Die Rolle von Aktienrückkäufen und deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte

„Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig“, befindet Marino Valensise, Head of Global Multi Asset Group bei Barings in London. „Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. In diesem Artikel untersucht Marino Valensise die Rolle von Aktienrückkäufen und betrachtet deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte."

Gewinn und Cashflow

Kürzlich erhielt ich einen Research-Kommentar von John Mauldin, in dem er schreibt, dass „der Gewinn die Muttermilch für das Wirtschafts-, Aktienmarkt- und Portfoliowachstum ist“ und dass „ohne Gewinn, und zwar einen hohen Gewinn, nichts Gutes passiert“. Dieses Zitat eignet sich meiner Ansicht nach hervorragend, um mit dem Kommentar für diesen Monat zu beginnen. Eine hohe Rentabilität sowie ein nachhaltiger operativer Cashflow sind für eine Kapitalausschüttung an die Aktionäre ebenso wie für eine positive Entwicklung am entsprechenden Anlagemarkt absolut entscheidend.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurden die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht, für das mehr als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 Index ihre Ergebnisse bereits bekanntgegeben hat. Im Anschluss an eine ziemlich negative Phase fallen die jüngsten Ergebnisse wieder besser aus. Die Wachstumsprognose für den Gewinn je Aktie ist, wenn auch nur leicht, positiv (+1% im Vergleich zum Vorjahr). Die veröffentlichten Daten sind wichtig, da die Gesamtrentabilität und die Cashflow-Generierung die beiden Haupteinflussfaktoren für die Indexrenditen darstellen.

Wofür sollte der Cashflow ausgegeben werden?

Wenn wir uns Daten im Vergleich zu den Nicht-Finanztiteln im S&P 500 anschauen, können wir bestimmen, wofür Firmen ihren Cashflow aufwenden.

In den letzten zwölf Monaten generierten US-Unternehmen einen operativen Cashflow von circa 1,3 Billionen US-Dollar. Dieser Cashflow wurde auf zwei herkömmliche Arten verwendet: Wiederanlage in das Unternehmen (circa 1,0 Billionen US-Dollar) und Dividenden an Aktionäre (circa 0,3 Billionen US-Dollar). So weit, so gut. Wichtig zu wissen ist auch, dass weitere 0,4 Billionen US-Dollar über Anleihen und Darlehen aufgenommen und für Aktienrückkäufe ausgegeben wurden. Die Verfahrensweise, dass ein Unternehmen seine eigenen Aktien am freien Markt erwirbt, ist zwar nicht neu, erfreut sich aber steigender Beliebtheit.

Warum Aktienrückkäufe?

Aus welchem Grund ziehen Unternehmen einen Rückkauf ihrer Aktien einer Wiederanlage in das eigene Unternehmen vor?

Aktienrückkäufe waren für Unternehmen schon immer eine Option zur Kapitalverwendung, wenn keine Geschäftsprojekte anstanden, die über das Potenzial verfügten, eine ausreichend attraktive Kapitalrendite zu erzielen. In den letzten 20 Jahren kauften Unternehmen ihre Aktien auch aus dem Grund zurück, um im Zuge aktienbasierter Vergütungspakete die Emission neuer Aktien auszugleichen. Ein dritter Grund bezieht sich auf die Optimierung der Kapitalstruktur des jeweiligen Unternehmens. Es ist möglicherweise günstiger, einen größeren Anteil des Unternehmens über günstiges Fremdkapital anstatt durch Eigenkapital zu finanzieren. Auf diese Weise wird auch eine übermäßige Verwässerung für Aktionäre vermieden. Ein vierter Grund – wohl weniger ehrenwert, stärker eigennützig und mit der zunehmend kurzfristigen Natur der Kapitalmärkte verbunden – hängt damit zusammen, dass Unternehmensführungen „tun, was auch immer nötig ist“, um Performanceziele zu erreichen. Tatsächlich hat durch die Aktienrückkäufe ein Prozess der Verringerung des Aktienbestandes eingesetzt. Heute beträgt der Wert der sich im Umlauf befindenden Aktien im S&P 500 8,6 Mrd. US-Dollar, vor zehn Jahren waren es noch 9,3 Mrd. US-Dollar. Dadurch ergibt sich ein besseres Ergebnis „je Aktie“, da die Geschäftsführung so einen höheren Gewinn je Aktie für die Aktionäre erzielen kann. Der umfangreiche Kauf der eigenen Aktien könnte darüber hinaus zu einer besseren Aktienmarktentwicklung führen, vor allem wenn man bedenkt, dass bei den aktuell niedrigen Renditen jede Ausschüttungssteigerung eines Unternehmens den Aktienkurs unterstützen dürfte.

Gut, schlecht oder hässlich?

Mit Blick auf unsere aktuellste Statistik zeigt sich, dass die Unternehmen des S&P 500 beachtliche 450 Mrd. US-Dollar (nach Abzug der Neuemissionen) für Aktienrückkäufe ausgaben. Wirken sich Aktienrückkäufe, die mit Investitionsausgaben und Dividenden als Kapitalverwendung konkurrieren, negativ auf diese Unternehmen aus? Muss man den Umfang der Aktienrückkäufe als überhöht ansehen? Ist Fremdkapital ein nachhaltiger Finanzierungskanal für diese Methode?

Erstens gibt es keinen Nachweis dafür, dass Aktienrückkäufe andere Arten der Kapitalverwendung wie Investitionen oder Dividenden verdrängen. In den USA liegt der prozentuale Anteil der Investitionsausgaben am Cashflow bei knapp über 50%, was historischen Trends entspricht. Der prozentuale Anteil vom Cashflow, der für Dividenden verwendet wird, liegt bei knapp über 20%, was ebenfalls dem Trend entspricht. Unser Fazit ist, dass sowohl Investitionen als auch Dividenden bisher nicht von den vermehrten Aktienrückkäufen beeinträchtigt wurden.

Eine weitere Frage ergibt sich aus dem Volumen der Aktienrückkäufe. Aus historischer Perspektive ist der Betrag von 450 Mrd. US-Dollar, der in den vergangenen zwölf Monaten für Aktienrückkäufe aufgewendet wurde, absolut betrachtet sehr hoch. Im vierten Quartal 2007 erreichten die Kurse den vorherigen Höchststand, bevor sie im zweiten Quartal 2009 auf den niedrigsten Wert absanken. Damit war das Market Timing der Firmenchefs alles andere als optimal, schien es doch so, als würden sie prozyklisch kaufen, anstatt antizyklisch.

Eine dritte Überlegung bezieht sich auf die Finanzierungsquelle für die Aktienrückkäufe, die für viele Unternehmen Fremdkapital ist. Ein Unternehmen sollte grundsätzlich kein Kapital an die Aktionäre ausschütten, das es nicht selbst generiert hat. Wenn also für Investitionen und Dividenden die gesamten vom Unternehmen generierten Erträge / der gesamte Cashflow absorbiert wird, sollte demzufolge kein zusätzliches Kapital ausgeschüttet werden. Nach heutigem Stand liegen die Ausgaben von US-Unternehmen insgesamt so deutlich über dem generierten Cashflow wie nie zuvor. Das ist weder gesund noch nachhaltig. Anfang 2009 und Mitte 1999 wurden die vorherigen Höhepunkte erreicht und in beiden Fällen ging eine wirtschaftliche Rezession sowie ein starker Markteinbruch voraus. Sicherlich kein gutes Omen.

Die Finanzierung von Aktienrückkäufen mittels Fremdkapital könnte zu einem überhöhten Verschuldungsgrad führen. Die Emission von Schuldtiteln nimmt hochgerechnet jährlich um 20% zu, gleichzeitig stagniert die Rentabilität, weshalb sich wichtige Kennzahlen wie Debt / EBITDA sowie die Zinsdeckung in den letzten Jahren verschlechterten (der Verschuldungsgrad stieg von 2 auf 2,5 und der Zinsdeckungsgrad von 10 auf 8). Da bestimmte Grenzwerte erreicht sind und so die Bonität von Unternehmen im S&P-Index ohnehin strapaziert wird, kann der Verschuldungsgrad nicht weiter ausgedehnt werden. Die Situation ist auf lange Sicht nicht tragbar – Alles geht nicht. Entweder muss sich die Ertragslage der Unternehmen verbessern oder die Aktienrückkaufprogramme müssen reduziert werden. Außerdem sind die Rückkaufprogramme aufgrund der Schuldenfinanzierung anfällig für eine Straffung der Kreditbedingungen im Fall von Rezessionssorgen oder aufgrund einer Straffung der Geldpolitik. Auch in einem solchen Szenario müssten die Aktienrückkaufprogramme reduziert werden.

Wenn Aktienrückkäufe aufgrund bilanzieller Aspekte oder eines Anstiegs der Finanzierungskosten zurückgingen, würde man die Auswirkungen an den Aktienmärkten spüren. Für das Jahr 2016 werden Aktienrückkäufe die größte Quelle der Aktiennachfrage für US-Aktien darstellen. Wir konnten über mehrere Jahre hinweg beobachten, in wie weit sich Veränderungen im Volumen der Aktienrückkäufe nachfolgend auf die Aktienmärkte auswirkten.

Liquiditätsstarke Unternehmen

Auch wenn sich hier ein düsteres Bild zeichnet, sollten wir noch nicht verzweifeln. Nicht alle Unternehmen haben mit den von mir genannten Problemen zu kämpfen.

Mit Blick auf die Marktkapitalisierung ist ein übermäßiger Verschuldungsgrad vor allem bei kleineren Unternehmen zu beobachten. Bei größeren Unternehmen, die sich aufgrund ihrer meist hohen Liquidität in der besten Ausgangslage befinden, um ihre Aktienrückkaufprogramme aufrechtzuerhalten, gibt es hingegen kaum Probleme. Auf Ebene der Sektoren kommen schwerwiegende Cashflow-Probleme in der Energie- und Industriebranche sowie bei zyklischen Konsumgütern vor. Bei den Sektoren Gesundheitswesen und IT handelt es sich um liquiditätsstarke Branchen, denen das Aufrechterhalten des aktuellen Rückkaufniveaus weniger Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang, dass große Unternehmen im Gesundheits- und IT-Sektor erhebliche Summen in ihren Bilanzen haben, die im Ausland gehalten werden und die, entsprechend der vorangegangenen Ausführungen, aktuell im Ausland gebunden sind. Da sich beide US-Präsidentschaftskandidaten für Initiativen aussprechen, die solche Beträge freigeben und repatriieren würden, sollte man das Potenzial dieser Gelder zum Zweck von US-Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufen nicht unterschätzen.

„It’s the profits, Dummkopf!“

Unternehmensrentabilität und Cashflow-Generierung bestimmen die zukünftigen Trends. Zwei kurzfristige Faktoren sollten beobachtet werden: Der Rohölpreis sowie der Wert des US-Dollar.

Vor allem in den USA können Explorations- und Produktionsgesellschaften durch Verbesserungen in der Förderungstechnik Öl zu immer geringeren Kosten produzieren. Diese niedrigeren Angebotskosten setzen einer weiteren Ölpreisrally eine Obergrenze. Allerdings lässt das Unvermögen von OPEC- und nicht-OPEC-Ländern, zu einer Einigung im Hinblick auf einen Plan zur Angebotsreduzierung zu kommen, das Öl weiter fließen. In Nordamerika fördern viele notleidende Produzenten, einschließlich solcher, die Gläubigerschutz nach Chapter 11 der amerikanischen Insolvenzordnung beantragt haben, nachweislich weiter Öl für Bares aus dem Boden. Aus diesem Grund ist es höchst unwahrscheinlich, insofern es nicht zu einem Schock kommt, dass der Ölpreis höher als 55 US-Dollar bis 60 US-Dollar je Barrel steigen wird. All diese Überlegungen machen eine Erholung der Rentabilität im Energiesektor immer noch möglich, sie deckeln jedoch das zukünftige Wachstum des Gewinns je Aktie.

Ein stärkerer US-Dollar hätte negative Auswirkungen auf die Ertragslage von Unternehmen im S&P 500. Diese würden sowohl unter den in Fremdwährungen generierten Erträgen als auch unter einer verminderten internationalen Wettbewerbsfähigkeit leiden. Es versteht sich von selbst, dass aus diesem Grund zukünftige Trends in der geldpolitischen Vorgehensweise eine entscheidende Rolle spielen werden.

Zusätzlich zu diesen kurzfristigen Treibern sollten auch einige langfristige Trends berücksichtigt werden. Erstens haben die US- Gewinnspannen aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Höchststand erreicht und könnten allmählich sinken. Hierbei handelt es sich um eine dezente aber dennoch unvermeidliche Entwicklung. Bestimmt wird dieser Trend von Aspekten wie höheren Lohnkosten, einer höheren effektiven Besteuerung sowie höheren Zinsbelastungen. Obwohl sie langsam und schrittweise vonstattengehen, werden diese Erhöhungen nicht zum Gewinnwachstum beitragen, sondern es eher bremsen. Denkbar ist außerdem, dass wir bereits den Höhepunkt der Globalisierung erlebt haben. Die Welt scheint sich immer stärker auf nationale Interessen und protektionistische Maßnahmen zu konzentrieren. Der Welthandel, den globalen Gewinnen bisher zuträglich, könnte sich dann als Hemmnis erweisen.

Thomas Jefferson

Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig. In dem Szenario, das sich gegenwärtig abzuzeichnen scheint, könnte sich das für hohe Gewinne und günstige Finanzierungen vorteilhafte Umfeld verschlechtern. Vielen Unternehmen mangelt es möglicherweise an verfügbaren Finanzmitteln oder günstigen Finanzierungsquellen für Aktienrückkäufe. Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. Alles geht eben nicht.

In Anbetracht der Präsidentschaftswahlen in den USA möchte ich Thomas Jefferson Anerkennung zollen und, nachdem ich nun bei meinem Fazit zu den Aktienrückkäufen in den USA angelangt bin, eines seiner Zitate wiedergeben: „Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.“

Anlagestrategie

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen behalten wir unsere neutrale und vorsichtige Positionierung im Aktiensegment bei. Innerhalb der Anlageklasse bevorzugen wir EM Asien und Japan.

Darüber hinaus bestätigten wir im Aktiensegment unlängst erneut unsere positive Haltung zu „Value-Investitionen“ als Anlagestil. Im Rahmen unserer Multi-Asset-Strategien drückt sich dies durch eine Position in europäischen und japanischen Banktiteln aus. Wir erachten „Qualitätswachstum“ und viele „Bond Proxys“ nach wie vor als zu teuer.

US-Hochzinsanlagen gehören weiterhin zu unseren bevorzugten Positionen, um auf konservative Weise von der positiven, wenn auch moderaten, Wachstumsdynamik in den USA zu profitieren.

Risikostandort Frankfurt am Main?

von Tobias Kotz, Leiter Institutionelle Kunden bei der Real I.S. AG.

Frankfurt ist das neue London – obwohl die Folgen des Brexit einige Monate nach dem Votum der Briten noch immer nicht absehbar sind, setzen einige Investoren und Marktbeobachter große Erwartungen in den Immobilienmarkt der Mainmetropole. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befeuert diesen Optimismus zusätzlich. Ich halte das für eine Fehleinschätzung.

Dass Frankfurt laut IW-Ökonomen „wahrscheinlich [...] am meisten“ vom Brexit profitieren wird, ist kein valides Investitionsargument. Zwar könnten laut Schätzungen 60.000 bis 80.000 Jobs aus der Londoner Finanzbranche verlagert werden. Ob es tatsächlich so viele werden und wie viele sich tatsächlich Richtung Frankfurt bewegen werden, ist jedoch ungewiss. Immerhin finden sich unter den konkurrierenden europäischen Finanzzentren Standorte wie Luxemburg, Zürich oder auch Paris. Dennoch suchen viele Investoren ihr Heil auf dem Frankfurter Markt. Im ersten Halbjahr 2016 ist die Spitzenrendite für Büroimmobilien laut CBRE auf ein neues Rekordtief von 4,2 Prozent gesunken.

Der vielerorts beklagte Mangel an Core- und Core-Plus-Immobilien lässt inzwischen auch am Main Ausweichreaktionen hin zu risikoreicheren Segmenten erkennen. Dabei sollte sich selbst bei Frankfurter Core-Objekten kein Investor der Illusion hingeben, dass die geringe Rendite das Risiko adäquat abbildet und der Cashflow langfristig gesichert ist. Die Entwicklung des Marktes hängt wesentlich vom Banken- und Finanzdienstleistungssektor ab. Wie labil dieser ist, zeigen unter anderem die Negativschlagzeilen um vermeintliche deutsche Branchenführer wie Deutsche Bank und Commerzbank. Nach den Kursverlusten von Bankaktien in den vergangenen Monaten und nach den Erfahrungen von 2008 bedarf es nicht viel Fantasie, um sich ein Krisenszenario vorzustellen.

Wer heute in Frankfurter Immobilien investiert, geht in jedem Fall das Risiko ein, in einen Standort zu investieren, welcher eine weniger hohe Branchendiversifikation aufweist als andere Standorte wie München oder Hamburg. Erfüllen sich die Erwartungen des IW Köln und anderer Frankfurt-Optimisten, erfährt der Standort eine noch stärkere Konzentration auf die Finanzbranche als ohnehin schon – mit allen damit verbundenen Risiken. Bleibt der Zustrom aus London aus, bleibt die Herausforderung die Flächen in einem dann von weniger Nachfrage geprägten Umfeld wieder zu vermieten.

Steuerung politischer Risiken in Investmentportfolios

Was steht für Investoren in den kommenden Monaten auf der politischen Agenda? Ist die Europäische Union, in den Ländern wie Italien derzeit von den Marktteilnehmern mit Argusaugen beobachtet werden, im Auge des Zyklons, oder sind es die USA, wo der Ausgang der Präsidentschaftswahlen darüber entscheiden wird, ob ein warmer Regen in Form von Konjunkturpaketen über dem Land niedergehen wird? Die zunehmende Ungleichheit der Einkommen und der Rückgang des Pro-Kopf-BIPs in der westlichen Hemisphäre erklären zum Teil das Verhalten der Wähler. Wie können Investoren ihre Portfolios gegen diese politische Risiken absichern? Die meisten dieser Faktoren können ein gewisses Maß an Volatilität generieren. Aber was geschieht, wenn ein erklärter Gegner der freien Marktwirtschaft in einem großen westlichen Land an die Macht kommt? Mit diesen Fragen möchten sich Stéphane Dutu, Jérémy Gatto und Florian Ielpo, alle Unigestion, im Folgenden auseinandersetzen. Die Analyse mit Grafiken finden Sie links als PDF.

Politische Risiken lauern derzeit überall: Man denke nur an die Brexit-Schlagzeilen, die Kontroversen um die US-Wahlen oder das Drama um die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Das Wiederaufflammen der politischen Risiken resultiert wahrscheinlich aus einer völlig veränderten Wahrnehmung der Konsequenzen, welche die Globalisierung für die Welt hat. Die Globalisierung ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unaufhaltsam auf dem Vormarsch und hat sich seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) 2000 weiter beschleunigt. Sie hat die Spielregeln in der Weltwirtschaft revolutioniert: China wies zweistellige Wachstumsraten auf in einer Zeit in der sich diese in den westlichen Volkswirtschaften strukturell verlangsamt hatte. Die Menschen sind zunehmend frustriert: Was zuvor als notwendiges Übel erachtet wurde und das Räderwerk der Weltwirtschaft am Laufen hielt, gilt mittlerweile als „Abzocke“, wie Donald Trump es im ersten TV-Duell mit der Gegenkandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, formulierte. Über die theoretische Debatte um den Freihandel hinaus befeuert der mutmaßliche Verlust der wirtschaftlichen Souveränität in den Industrieländern den Aufstieg von Anti- Establishment-Parteien. Erstmals kristallisierte sich dieses Anti-Establishment-Gefühl im britischen „Ja“ zum Brexit deutlich heraus und wird im restlichen Verlauf des Jahres 2016 wie auch 2017 ein wichtiger Punkt auf der überladenen politischen Agenda sein. Wir denken, dass das politische Risiko – der Aufstieg politischer Parteien, welche die ökonomischen Lösungen des 20. Jahrhunderts in Abrede stellen – eng überwacht werden muss, da es sich aller Voraussicht nach auf die Wertentwicklung etlicher Anlagen auswirken wird.

Das politische Risiko ist in der EU unaufhaltsam gestiegen

Die Wahlen in der Europäischen Union und in den USA zeigen, dass Anti-Establishment- Parteien und -Kandidaten in der Gunst der Wähler weiter steigen. Diese Kräfte sind keine Randparteien mehr, sondern könnten schon bald über ausreichende Unterstützung verfügen, um erheblichen Einfluss auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik auszuüben. Auch ohne direkte Regierungsbeteiligung stoßen sie in großen Teilen der wahlberechtigten Bevölkerung auf eine so hohe Resonanz, dass es sich die etablierten Parteien nicht mehr leisten können, ihre Forderungen einfach zu ignorieren, so wie es früher der Fall war.

Keinem westlichen Land ist es in den letzten Jahren gelungen, sich der zunehmenden Beliebtheit von Protestparteien und -kampagnen entgegen zu stemmen. Grafik 1 zeigt ihren Vormarsch bei Wahlen in westeuropäischen Ländern. Die ständig steigende Zahl der Wähler, die für radikale Oppositionsparteien stimmen, welche die Errungenschaften der Globalisierung, des Kapitalismus, des Freihandels, der Einwanderung und des Multikulturalismus abstreiten, stellt für Investoren ein Risiko dar. Dadurch erhält zum Einen die politische Instabilität Nahrung. Zum Andern könnten – was für die Finanzmärkte noch gravierender ist – bei einem Anhalten dieser Tendenz über die kommenden 12 Monate Politiker an die Macht kommen, die Gegner der freien Marktwirtschaft sind, so dass die Gewinne, die global agierende Unternehmen dank des freien Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs erzielen können, erheblich geschmälert würden.

Erstmals kristallisierte sich dieses Risiko im überraschenden Ausgang der Brexit- Abstimmung vom 23. Juni 2016 heraus, der das weit verbreitete Misstrauen der Briten gegenüber der EU sowie sonstigen Institutionen zum Ausdruck brachte, die eine stärkere Teilung der Souveränität und mehr Einwanderung in Europa befürworten. Weitere politische Gewitter dieser Art könnten in den kommenden 12 Monaten über der EU niedergehen.

Europäische Länder, die es zu beobachten gilt, sind Italien, Österreich, die Niederlande und Frankreich

In Italien ist für den 4. Dezember ein Referendum über eine Verfassungsreform zur Abschaffung des Zwei-Kammern-Systems und zur Straffung des Gesetzgebungsprozesses anberaumt. Matteo Renzi, Führer der italienischen Mitte-Links-Regierung, der 2013 Pier Luigi Bersani an der Spitze der Demokratischen Partei (PD) ablöste und 2014 Enrico Letta als Premierminister nachfolgte, möchte mit diesem Referendum seine aktuelle Position als Premierminister, die er erlangte, ohne gewählt worden zu sein, demokratisch legitimieren. Renzi war so zuversichtlich, dieses Referendum zu gewinnen, dass er für den Fall einer Ablehnung der Verfassungsänderung durch seine Landsleute seinen Rücktritt ankündigte. Dieser Anfall von Hochmut kann seine politische Karriere schwer beschädigen und in Italien eine neue Phase der Unsicherheit einläuten. Aktuellen Umfragen zufolge kann Renzi das Referendum durchaus verlieren, da sich seine politischen Gegner die Verdrossenheit der Italiener über die stockende Wirtschaft, die hohe Arbeitslosigkeit und das durch die Flüchtlingskrise hervorgerufene Chaos zunutze machen. Verliert er das Votum und tritt zurück, kann der italienische Staatspräsident das Unterhaus auflösen und für das kommende Jahr Neuwahlen ansetzen. Durch die rückläufigen Zustimmungsquoten der Regierung und den Aufstieg von Protestparteien wie der EU-skeptischen Fünf-Sterne- Bewegung und der immigrationsfeindlichen Lega Nord könnte für den Fall, dass im Unterhaus und dem immer noch mächtigen Senat keine Mehrheit gefunden wird, eine Koalition aus Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen oder eine neue Phase politischen Stillstands oder Reformstaus eingeläutet werden. Aber selbst wenn Renzi als Sieger aus dem Referendum hervorgeht, bei einer Niederlage als Premierminister durch einen anderen PD-Politiker abgelöst oder wortbrüchig wird und nicht zurücktritt – Szenarien, die allesamt Neuwahlen im Jahr 2017 ausschließen –, werden die finanziellen und politischen Risiken in Italien aus den folgenden Gründen auf mittlere Sicht hoch bleiben:

  • Für das Problem der gravierenden Unterkapitalisierung der italienischen Banken, wodurch die Vergabe von Krediten an die Wirtschaft schwer beeinträchtigt wird, ist noch keine Lösung in Sicht.
  • Das neue Wahlgesetz, das durch das Referendum zur Verfassungsreform bestätigt werden und der Partei mit den meisten Stimmen zusätzliche Sitze verschaffen wird, ist so ausgelegt, dass es die PD begünstigt. Jedoch könnte dieser Schuss bei den nächsten allgemeinen Wahlen 2018 für Renzis Partei nach hinten losgehen. So hat sich die Fünf-Sterne-Bewegung auf nationaler Ebene als stärkste politische Kraft etabliert und dürfte durch das neue Gesetz im Parlament noch stärker repräsentiert werden.

In Österreich ist für den 4. Dezember die dritte Runde der Präsidentschaftswahlen anberaumt, bei der ein Sieg von Norbert Hofer von der EU-skeptischen und immigrationsfeindlichen FPÖ möglich ist. Bei einem Wahlsieg könnte er die Regierung auflösen und damit Neuwahlen ansetzen, aus denen eine Koalitionsregierung aus seiner Partei und der rechten ÖVP hervorgehen könnte. Als Ursache des tief empfundenen Anti- Establishment-Gefühls vieler Österreicher gilt die Flüchtlingskrise. Ausgedrückt in Prozent der Bevölkerung hatte Österreich einen Flüchtlingsstrom zu bewältigen, der hinsichtlich Stärke und Geschwindigkeit mit Deutschland vergleichbar ist.

Im Frühjahr des kommenden Jahres stehen in den Niederlanden Parlamentswahlen an. Den jüngsten Umfragen zufolge könnte die nationalistische und ausländerfeindliche PVV- Partei die Wahlen gewinnen, so dass ihr Führer Geert Wilders eine Koalitionsregierung vorschlagen dürfte. Wie in Österreich gilt als Hauptgrund für die rasant zunehmende Beliebtheit der PVV die europäische Flüchtlingskrise.

In Frankreich wird erwartet, dass der immigrations- und EU-feindliche Front National die erste Runde der Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr problemlos schaffen wird. Obwohl damit gerechnet wird, dass Marine Le Pen in der zweiten Runde dem Kandidaten der republikanischen Mitte-Rechts-Partei (LR, Les Républicains) unterliegen wird, könnte ihre Partei rund 60 Sitze im Parlament erobern und damit verhindern, dass der nächste Präsident die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erlangt. Aufgrund fehlender Abgeordnetenmandate könnte die LR-Partei zu einem politischen Kurs gezwungen sein, der entweder dem Front National oder der Linken zusagt. Dies könnte den Gesetzgebungsprozess erheblich erschweren.

In Deutschland sind für September 2017 Bundestagswahlen angesetzt. Eine mögliche Spaltung zwischen der CDU und ihrer bayrischen Schwesterpartei CSU aufgrund konträrer Meinungen zum Thema Einwanderung sowie die zunehmende Beliebtheit der EU- und einwanderungsfeindlichen AfD und der populistischen Partei Die Linke könnten die derzeitige CDU-SPD-Koalition die absolute Mehrheit im Bundestag kosten. Damit könnte Deutschland dem Club der EU-Länder beitreten, in denen politisches Tauziehen herrscht.

Und der Gigant jenseits des Atlantiks: die Vereinigten Staaten

In den USA hat der populistische Kandidat Trump gegenüber der Status quo-Kandidatin Clinton in den vergangenen Monaten an Boden gewonnen und konnte in den Umfragen deutlich aufholen. Allerdings wird ein Sieg über die Kandidatin der Demokraten für den aufbrausenden Immobilienmilliardär schwer zu erringen sein, zumal er während der TV- Duelle zumeist keine gute Figur machte. Jedoch scheuen sich wohl viele Trump-Fans, in Umfragen offen zuzugeben, dass sie für ihn stimmen werden, so dass seine Beliebtheit in Wirklichkeit größer sein dürfte als aus den Umfragen hervorgeht. Die Erfahrung mit dem Brexit-Votum hat uns gelehrt, dass viele Wähler Angst haben, für politische Meinungen, die in den Medien verpönt werden, stigmatisiert zu werden. Durch diese „zugeknöpften“, mit ihrer Meinung hinter dem Berg haltenden Wähler sinkt die Aussage- bzw. Prognosekraft von Umfragen.

Der Prozentsatz der Wähler, die wirklich unentschlossen sind, ist noch immer hoch, so dass der Ausgang der Wahlen zum Weißen Haus des Jahres 2016 höchst unklar ist. Für den Fall, dass Trump am 8. November zum nächsten US-Präsidenten gewählt wird, halten wir das politische, geopolitische oder wirtschaftliche Risiko für geringer als generell angenommen. Viele der Sorgen um die Konsequenzen einer Wahl Trumps sind aus folgenden Gründen übertrieben: 1. Obwohl im Repräsentantenhaus aller Voraussicht nach die Republikaner die Mehrheit behalten werden, könnte der Senat bei den Wahlen Anfang November an die Demokraten zurückfallen, wodurch der Machtfülle des republikanischen Lagers Grenzen gesetzt würden. 2. Die republikanische Mehrheit im Kongress scheint von Vorteil für Trump, aber viele republikanische Senatoren und Abgeordnete dürften seinen unkonventionellen und beängstigenden Wahlversprechen ablehnend gegenüber stehen. 3. Wie in der Politik üblich, mäßigen selbst radikale Kandidaten bei der Konfrontation mit der echten politischen Verantwortung ihren Ton. 4. Auch wenn der US-Präsident Anordnungen („executive orders“) erteilen kann, so ist er nicht der allmächtige Oberkommandierende, sondern eher ein „bevollmächtigter Geschäftsführer“ („capable caretaker“), der die vom Kongress verabschiedeten Gesetze ausführt. Die US-Verfassung schreibt vor, dass der Kongress die Gesetze erlässt, der Präsident sie – auch wenn er mit ihnen nicht einverstanden ist – ausführt, und der Oberste Gerichtshof sie auslegt. Der Kongress kann das Veto des Präsidenten mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern überstimmen. Nicht der Präsident, sondern nur der Kongress allein ist berechtigt, einen Krieg zu erklären. Auch hat der Kongress das Recht, den Präsidenten seines Amtes zu entheben, falls dieser sich weigert, vom Kongress verabschiedete Gesetze auszuführen.

Selbst wenn ein Präsident Trump zunächst genauso aufbrausend, provokant und unrealistisch wie der Kandidat Trump aufträte, würden die weitreichenden Vollmachten des Kongresses seine Machtfülle eindämmen und potenzielle Spannungen im In- oder Ausland entschärfen bzw. Imageschäden vom Präsidentenamt abwenden. Würde Trump der Möglichkeit beraubt, weiterhin die Rolle des aggressiven und unberechenbaren Außenseiters zu spielen, besteht die Chance, dass er sich im Lauf der Zeit zu einem disziplinierten und konstruktiven Leader entwickelt. Dies könnte den Kongress letztendlich davon überzeugen, über einige seiner besseren Vorschläge nachzudenken und im Interesse des Gemeinwohls mit ihm zu kooperieren, um die in den USA vorhandenen sozialen Spannungen abzubauen.

Ein politisches Risiko ist per definitionem ein vorübergehender Schock mit längerfristigen potenziellen Auswirkungen: Eine beispielhafte Illustration dessen ist das Brexit- Referendum. Die wirtschaftliche Lage Großbritanniens wird zwei Jahre nach der offiziellen Aktivierung der EU-Ausstiegsklausel eine andere sein. Das Brexit-Votum verursachte an den Finanzmärkten zunächst ein spürbares Beben, gefolgt von einer raschen Erholung mit der Währung als einziger Ausnahme. Die längerfristigen Folgen sind schwieriger zu prognostizieren und haben sich in den Preisen der meisten Finanzaktiva, die üblicherweise zur Absicherung von Risiken dienen, bislang kaum niedergeschlagen. Politische Unsicherheit ist somit für die Märkte nicht problematisch, weil sie mit Veränderungen einhergeht, sondern weil Veränderungen häufig eine Phase der Unsicherheit vorausgeht. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Märkte sind je nach den globalen Folgen dieses politischen Risikos unterschiedlich stark. Jedoch sind sie in den meisten Fällen überschaubar und von kurzer Dauer – zumindest bislang.

Bei potenziellen Absicherungen gegen politische Risiken denken Investoren typischerweise an Gold, Devisen, Aktienvolatilität, Anleihen und den US-Dollar. Grafik 2 zeigt die durchschnittliche Entwicklung einen Monat vor bis einen Monat nach jeder der letzten sechs US-Wahlen im Zeitraum von 1992 bis 2013. Im Durchschnitt beschreiben die impliziten Volatilitäten ein zeltförmiges Muster um den Zeitpunkt der US-Wahlen und steigen im Monat vor den Wahlen zusammen mit der Zunahme der Erwartungen an, um danach rasch wieder in dem Maß zu sinken, in dem das Ereignis eingepreist oder vorbei ist. Somit wäre eine Longposition in Volatilität in jedem risikoorientierten Portfolio als Stoßdämpfer sinnvoll. Sichere Anlagen boten im Durchschnitt kaum Schutz. So beschreibt Gold eine umgekehrte Zeltform und verbuchte vor und nach Wahlen jeweils negative Renditen: Für solche vorübergehende Phasen scheint Volatilität die beste Absicherung darzustellen.

Grafik 3 zeigt die gleichen Berechnungen zum Zeitpunkt des Brexit-Votums, mit einer angepassten Liste potenzieller Absicherungen. Erstaunlicherweise wiederholt sich das Muster: Aktien- und Wechselkursvolatilitäten reagierten während der Dauer des Ereignisses, während möglicherweise aufgebaute Absicherungen stark durch das Ereignis beeinflusst wurden und enttäuschten. Auch hier erwies sich Gold als ineffizient, während die Renditen von Anleihen während der Dauer des Ereignisses konsequent sanken. Einmal mehr bot Volatilität interessante Absicherungsmerkmale.

Ein Opfer erhöhter politischer Unsicherheit ist häufig die Liquidität. In Extremfällen (wie dem Brexit) kann der Markt in eine Liquiditätsfalle geraten, wie es bei Devisenoptionen auf GBP-denominierte Währungspaare der Fall war, die am Tag des Referendums verfielen. Somit kann sich vor solchen Phasen auch ein Deleveraging auszahlen.

Mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen scheinen nur wenige Märkte das Risiko eines überraschenden Wahlausgangs einzupreisen. Aktuellen Umfragen zufolge liegt Clinton mit Abstand in Führung. Aber der Brexit hat gezeigt, dass Umfragen falsch liegen können. Zudem zeichnet sich kurz vor dem Urnengang in den Umfragen häufig ein Kopf-an- Kopf-Rennen der Kandidaten ab. Bei den aktuellen Marktpreisen könnten Absicherungsstrategien in Form von Longpositionen in Volatilität derzeit ein attraktives Risiko-Rendite-Profil bieten.

Globalisierung und Ungleichheit: die Wurzel allen Übels?

Anti-Establishment-Parteien kritisieren vor allem die früheren Entscheidungen der etablierten Parteien. Die Staatsausgaben sind in den vergangenen 20 Jahren förmlich explodiert, so dass die Schuldenquoten (in Prozent des BIP) immer neue Rekordwerte erklimmen. Aber das in den einzelnen Volkswirtschaften investierte Geld der Steuerzahler konnte den Lebensstandard kaum steigern. Die nunmehr erforderlichen Ausgabenkürzungen, die zu einer Zeit drohen, da die Bevölkerung die zunehmende Ungleichheit und eine Verschlechterung des Lebensstandards beklagt, erklären die aktuelle politische Situation zum Teil.

Messung des Versagens der Regierungen

Nach der Großen Rezession wurden in massivem Umfang öffentliche Gelder sowohl zur Stützung des Wachstums als auch zur Rettung angeschlagener Finanzinstitute verwendet. Dadurch stieg die durchschnittliche Schuldenquote (in Prozent des BIP) (Grafik 4) von 65% auf knapp 100%. Natürlich bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. So beträgt die Staatsschuldenquote in Italien 130%, während sie in der Schweiz gerade einmal bei 45% liegt, aber die durchschnittliche Quote ist gestiegen, da das nominale BIP-Wachstum mit dem steilen Anstieg der Staatsausgaben nicht Schritt halten konnte. Auf vorherige Rezessionsphasen folgte stets eine Zunahme der Verschuldung, aber dieses Mal hatten die Regierungen ihre Ausgaben noch weniger unter Kontrolle als sonst.

Diese Zunahme der Staatsverschuldung hat dazu geführt, dass etliche Länder – vor allem in Europa – Ausgabenkürzungen beschlossen haben und damit Unzufriedenheit in der Bevölkerung schaffen. Die Sanierung der Staatsfinanzen erfolgt normalerweise nicht zu Lasten der wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen, so dass in vielen demokratischen Ländern mittlerweile ein hohes Maß an Verdrossenheit zutage tritt. Der Aufstieg der Syriza-Partei in Griechenland reflektiert vor allem die durch die Haushaltspolitik der früheren Regierung ausgelöste Verdrossenheit der Bevölkerung.

Viele populistische Strömungen sehen in diesen fiskalischen Maßnahmen einen der Hauptgründe für den jüngsten Rückgang des Pro-Kopf-BIP: Grafik 5 zeigt, dass sich dieser Wert im Zeitraum 2008-2014 kaum verbessert hat und sich seit einiger Zeit wieder nach unten bewegt. Dabei handelt es sich lediglich um Durchschnittswerte, wobei die Streuung um dieselben zeigt, dass die Menschen mit den niedrigsten Einkommen dabei benachteiligt sind. Dieses Thema wurde von den Anti-Establishment-Parteien mit Begeisterung instrumentalisiert. Der politische Status quo wird in zunehmendem Maß mit einem wirtschaftlichen Kontrollverlust gleichgesetzt, der bei kommenden Wahlen eventuell seinen Tribut fordern wird.

Reaktion der Märkte

Credit Default Swaps (CDS) und Wechselkursvolatilität dienen seit langem als Maßstab für das politische und das Länderrisiko. Wie genau reflektieren sie heute dieses Phänomen? Grafiken 6 bzw. 7 zeigen den CDS und die reale Volatilität des Wechselkurses für die USA, Großbritannien sowie eine Reihe von Ländern der Eurozone. Aus beiden Grafiken sind der Ausbruch der Griechenland-Krise und der europäischen Krise 2011 sowie der Ausgang des Brexit-Votums klar ersichtlich. Der Brexit ist in der Wechselkursvolatilität deutlicher zu erkennen als in den CDS-Spreads. Allerdings vermitteln beide Grafiken die gleiche Botschaft: Eine Zunahme des politischen Risikos schlägt sich an den europäischen und US-amerikanischen Märkten kaum nieder. Das politische Risiko ist in beiden Regionen preislich schwer zu quantifizieren, so dass Vorsicht umso angebrachter ist. Der Hauptgrund für diesen augenscheinlichen Mangel an Risikoaversion ist wahrscheinlich der Aktionismus der Zentralbanken: Das erklärte Ziel der quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) ist die Eindämmung der Risikoaversion an den Finanzmärkten, was seit 2009 hervorragend gelungen ist. Die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben es geschafft, die Risikoprämie in den vergangenen 8 Jahren zu senken, senden jetzt aber Signale für einen geldpolitischen Kurswechsel. Weitere QE-Pakete der EZB und der Fed sind nunmehr eher unwahrscheinlich, so dass das Repricing des politischen Risikos alsbald drastisch ausfallen könnte: Dieses Risiko wird in den kommenden Quartalen mit Sicherheit breiten Raum einnehmen.

Fazit

Das politische Risiko nimmt zu, aber die Märkte scheinen dem kaum Rechnung zu tragen. Sein Anstieg erklärt sich teilweise durch Fundamentaldaten, die zum Großteil dauerhaft Bestand haben werden: Globalisierung, sinkende Lebensstandards und begrenzter staatlicher Spielraum zu ihrer Beeinflussung, so dass die Verdrossenheit der Bevölkerung wächst. Die US-Wahlen und das anschließende Referendum in Italien sind die beiden nächsten Ereignisse, auf die Investoren ihr Augenmerk richten sollten, zumal im kommenden Jahr eventuell Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen werden. Zur Absicherung dieser Risiken empfehlen wir den Einsatz von Wechselkurs- und Aktienvolatilität, da diese Instrumente für derartige Phasen erhöhter Volatilität und des Austrocknens der Liquidität am besten geeignet sind. Voraussetzung für den Erfolg dieser Ansätze ist jedoch, dass das politische Risiko keine langfristigen Verwerfungen an den Märkten, sondern lediglich vorübergehende Schocks erzeugt.

Blick in die Zukunft: Alternatives Investieren 2.0

von Fiona Frick, Chief Executive Officer von Unigestion.

In einem Umfeld bestenfalls schwachen Konjunkturwachstums und anhaltend niedriger Zinsen gibt es einen zunehmenden Konsens, dass die Renditen der traditionellen Anlageklassen in den nächsten Jahren unter Druck geraten werden.

Viele Investoren setzen deshalb auf alternative Anlagen, die noch immer ein attraktives risikoadjustiertes Renditepotenzial aufweisen und ein wertvolles Instrument zur Portfoliodiversifikation darstellen. Infolge des Niedrigzinsumfelds sind aber auch die Renditen vieler Hedgefonds-Strategien stark gesunken und haben die Gebührenproblematik ins Blickfeld gerückt.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass fähige Hedgefonds-Manager auch weiterhin eine wichtige Quelle für die Generierung von unkorreliertem Alpha für langfristig orientierte Investoren sind. Fortschritte bei der quantitativen Modellierung haben die traditionellen Definitionen von Alpha jedoch auf den Prüfstand gestellt und die Möglichkeit für einen kostengünstigeren Zugang zu alternativen Anlagen eröffnet.

Unser Research zeigt, dass eine robuste alternative Anlagelösung anhand eines Core- Exposures in alternativen Risikoprämien entwickelt werden kann, damit Investoren Zugang zum gleichen, breit gefächerten und gut diversifizierten Risikospektrum erhalten, das von vielen Hedgefonds-Strategien genutzt wird. Dies allerdings mit höherer Liquidität, Flexibilität und Transparenz und niedrigeren Kosten.

Diese Lösung kann dann durch ein Exposure zu mehreren sorgfältig ausgewählten Hedgefonds-Managern ergänzt werden, die ein mit diesen Risikofaktoren nicht korreliertes Alpha erzielen können.

Auf das Risikomanagement kommt es an, wenn man in einem derart schwierigen Umfeld Renditen erzielen und die Volatilität effizient steuern will. Entscheidend ist außerdem die Expertise in den einzelnen alternativen Risikoprämien und der leistungsfähigen Allokation in diese Risikoprämien. Letztere sollen auch dem Wechsel der Wirtschaftsphasen Rechnung tragen. Weiter ist die Fähigkeit zur Identifikation und der Zugang zu den kompetentesten Hedgefonds-Managern ein weiteres wichtiges Element.

Hedgefonds-Renditen unter der Lupe

In den vergangenen zehn Jahren haben sich zahlreiche wissenschaftliche Studien mit der These beschäftigt, dass Hedgefonds-Renditen auf das Markt-Beta und -Alpha abzüglich Kosten zurückzuführen sei.

Wissenschaftliche Studien in der vergangenen Dekade haben die Idee hinterfragt, dass Hedgefonds-Erträge aus dem Markt-Beta und –alpha abzüglich Kosten abgeleitet werden kann.

Die Realität ist jedoch differenzierter: Viele Elemente des ursprünglichen Alpha-Konzepts beruhen de facto auf der Existenz differenzierter Risikoprämien, die mit liquiden Anlagestrategien genutzt werden können. Echtes Alpha stellt nach wie vor eine wichtige Komponente dar. Dennoch sollte man neue Wege für die Bewertung alternativer Klammert man das Markt-Beta aus, kann man alternative Anlagerenditen leichter erzielen, wenn man auf eine Kombination folgender Elemente setzt:

  • alternative Risikoprämien durch liquide Anlagestrategien und
  • Alpha durch sorgfältig ausgewählte Hedgefonds mit nachweislicher Managerkompetenz.

Erkenntnisse über die Komponenten von Hedgefonds-Renditen ermöglichen den Aufbau eines optimal diversifizierten Portfolios mit einem Core-Exposure in alternativen Risikoprämien. Dieses wird ergänzt durch einzelne Hedgefonds-Manager, die in der Lage sind, echtes unkorreliertes Alpha für das Portfolio zu generieren.

Im Mittelpunkt von Anlagen in Risikoprämien steht der Gedanke, dass Investoren nicht für die Anlagen vergütet werden, die sie halten, sondern für die Risiken, die sie in Kauf nehmen. Letztere umfassen das Markt-Beta (z.B. die Rendite für das übernommene Aktienmarktrisiko) und alternative Risikoprämien, die eine systematische Erklärung für die Renditen liefern, die ursprünglich als Alpha bezeichnet wurden.

Dank der Einführung komplexerer quantitativer Methoden und Modellen für die Faktoranalyse kann die Theorie inzwischen in die Praxis umgesetzt werden. Darüber hinaus hat die Finanzkrise von 2008 zu neuen Erkenntnissen und Sichtweisen geführt. Die Grenzen zwischen traditionellen und alternativen Anlageklassen verschwimmen zusehends, und immer mehr Investoren wissen inzwischen, dass Diversifikation nicht durch Anlagen in verschiedene Anlageklassen, sondern durch Investments in unterschiedliche Risikofaktoren entsteht, die diesen Anlageklassen zugrunde liegen.

Kombination von Risikoprämie mit Exposure von Hedgefonds

Wir glauben, dass die Nutzung von Risikoprämien und die Generierung von Alpha als unterschiedliche Ansätze zu betrachten sind, die völlig verschiedenen Liquiditätsbedingungen und Preisstrukturen Rechnung tragen.

Investoren sollten eine direkte Allokation zu alternativen Risikoprämien mit mehreren sorgfältig ausgewählten externen Hedgefonds kombinieren, die sich durch ihre Erfolgsbilanz in der Generierung unkorrelierten Alphas ausgezeichnet haben.

So entsteht eine integrierte Lösung für alternative Investments mit Merkmalen, die bei Investoren gefragt sind und viele der Probleme traditioneller Ansätze – hohe Kosten, geringe Liquidität und mangelnde Transparenz – lösen können.

Dies bietet Investoren einen dritten Weg, indem sie nicht einfach von Hedgefonds- Managern abhängen, die alternative Risikoprämien als Alpha betrachten und deshalb eine sehr unterschiedliche Portfoliostruktur produzieren, oder von rein quantitativen Managern, derren Modelle auf historischen Korrelationen beruhen und sich bei Trendwenden an den Märkten als wenig zuverlässig erweisen können.

(i) Aufbau der Core-Exposure in alternativen Risikoprämien

Nicht jedes Risiko wird mit einer Prämie vergütet, so dass erhebliches Research erforderlich ist, wenn man herausfinden will, welche Risikofaktoren nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Risikoprämien ermöglichen. Unser derzeitiger Kenntnisstand plädiert für Long/Short Equity-Faktoren, Trend-Following- und Carry-Strategien. Allerdings stellen wir diese Schwerpunkte ständig auf den Prüfstand.

Es ist ebenso wichtig, liquide investierbare Portfolios mit attraktiven Risikoeigenschaften zu strukturieren. Da alternative Risikoprämien mit spezifischen Risiken verbunden sind, die für Long/Short-Strategien typisch sind, und Risiken nicht allein durch die Volatilität abgebildet werden können, messen unsere Risikomodelle auch die Asymmetrie sowie das Extrem- und Liquiditätsrisiko. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass Risikomanagement der entscheidende Faktor für nachhaltige langfristige Performance ist.

Ausgehend von unserer Einschätzung des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und der Sensitivitäten alternativer Risikoprämien zum jeweiligen Wirtschaftszyklus legen wir die effizienteste Kapitalallokation für ein ausgewogenes Exposure zu allen makroökonomischen Konstellationen fest und steuern diese dynamisch.

(ii) Unkorreliertes Alpha durch Hedgefonds hinzufügen

Obwohl dieser Ansatz eine optimale Nutzung alternativer Risikoprämien ermöglicht, bleibt das echte Alpha, das sich nicht durch gängige Risikofaktoren erklären lässt, eine wichtige Quelle für die Generierung unkorrelierter Renditen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Spitzen-Hedgefonds-Manager ein hohes Alpha generieren können. Deshalb ist die Auswahl der Manager ausschlaggebend.

Ausgangsbasis ist die umfassende Analyse der Renditequellen jedes einzelnen Managers anhand von hochentwickelten Modellierungstools. Das Ziel ist dabei eine möglichst niedrige Korrelation mit alternativen Risikoprämien und eine niedrige Korrelation zwischen den einzelnen Managern anzustreben, die für einen robusten Portfolioaufbau im Einzelfall ausgewählt werden.

Die Vergangenheit ist nicht immer eine gute Hilfe für die Zukunft. In einer Welt, wo traditionelle Anlage unter Druck kommen könnten, ist aktives Risikomanagement nötig, um im Marktgeschehen richtig zu navigieren. Das Interesse an alternativen Anlagen wird stark bleiben. Aber es sind neue Wege zu beschreiten, um diese Erträge zu erreichen.

Sorgfältig ausgewählte Hedgefonds-Investments ergänzen ein Core-Exposure in liquiden alternativen Risikoprämien.

"Obtain the higher returns on offer, for the same default risk"

With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approaches bond investing from a different angle than most others. Anthony Smouha, fund manager of the GAM Star Credit Opportunities EUR, describes his approach of investing in quality companies that are unlikely to default and generating returns by investing lower down the capital structure.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

The fund is a bond fund and is all about safety and income. Safety from investing in mainly investment grade companies, a steady high income deriving from investing across the capital structure of high quality companies including investing in their junior debt, which pays a higher income. Their junior debt is often sub-investment grade, but what matters to us is the rating of the issuer as reflected by their investment grade ratings. As such, we don’t have to extend the credit risk nor the interest risk. Many of these companies are recognisable national champions with low sensitivity to economic or credit cycles. This is also why we are buy-and-hold investors. We are very selective in terms of the issuers that we have exposure to and don’t need to trade in and out of companies or markets. We are not trying to make capital gains from trading interest rate curves, guessing the five year forward or shorting interest derivatives. The longer we own the securities the better as what matters over time is the predictable and steady carry that the fund captures. As an indication, the fund captures ca. 50bps coupon payments per month or an income of 6% per annum – despite the low interest rate environment. We are what bond investing used to be: invest in a strong company, collect the income and get our money back. The wonderful thing about a bond is that it is predictable. Our performance is driven by the predictable income we earn each month. 

Where we differentiate ourselves is that we are extremely selective in terms of the issuers that we are exposed to as well as the exposure within the capital structure. For example, we have only 10% exposure to AT1 Cocos. We may like the issuers but are cautious on these new securities as their coupons are discretionary and non-cumulative. We prefer to invest selectively within securities issued under Basel II, in securities where coupon has to be paid or in case where deferability is cumulative. The safety comes from the assessment of companies’ fundamentals and investing mainly in Investment Grade companies, which by their nature have a very low default risk. Having managed the fund since 1985, we learned to test the strategy in different market conditions and have learned to stay extremely focused, disciplined and conservative – which are necessary attributes for fixed income investors. There are not many competitors that do what we do. We are not trying to achieve a high return by investing in the bonds of risky companies. By participating in junior or subordinated issues of quality companies, we can obtain the higher returns on offer, for the same default risk.

How do you add value for your investors? 

While many investors seeking high income will find it in the bonds of riskier companies or riskier countries, we invest in safe companies and will invest lower down the capital structure to obtain the higher yield. So the alpha that we bring is not only the issuer selection but also the bond selection.
Issuer selection is bottom-up driven. We want to make sure to invest in safe companies, with strong corporate governance that have the ability and willingness to pay coupon and principal. Junior debt is a non-harmonized market, so bond selection means understanding the contractual obligation set in the prospectus. It is also about understanding how regulatory changes impact these conditions.
Alpha also derives from our suppliers:  we have more than 30 counterparties that we trade with, so we have extremely good access in terms of sourcing and selling securities. Recent regulatory reforms increasing minimum ticket sizes to 100k has made investing bonds less accessible to private individuals. So the fund also gives access to private investors to an extraordinary and diversified pool of issuers and securities which may not be available to many.
The fund has been managed by the same manager for 25 years and the investment management team is capitalizing on their specialist skills. Experience itself adds value in many areas, enabling us to obtain the higher yields often attached to junior or subordinated issues, or those with more complex features, as well as capturing the capital appreciation as the bonds realize their true value.

How do you generate investment ideas?

Our investment universe is very broad and while we invest a high proportion in subordinated debt of financial institutions the strategy also allocates into corporate and corporate hybrid bonds, some high yields and some emerging markets. The determination of regulators to make the financial system safer has resulted in a strong bias to the structurally improving financial sector, but understanding regulatory changes is an important theme. For example, the implementation of Basel III meant that securities issued under Basel II would become a very inefficient form of regulatory capital for issuers since losing over time their eligibility as regulatory capital. So by selecting the right securities, we are not only capturing the higher income, but also should benefit from additional capital gains in case of liability management exercises, when companies buy back their own bonds. As there is for example no new supply, we are also capturing a rarity-premium. Regulatory changes are on-going and as such create on-going opportunities. For example, the Swiss Regulator grandfathered low trigger AT1-Cocos last year, meaning that it would only recognize them as regulatory capital until first call date. As there is no extension risk, one could price these securities to call instead to maturity. So we have perpetual securities that de-facto became dated one, creating interesting opportunities.
At the end of the day, ideas generation are bottom-up driven – meaning that we first need conviction in terms of the issuer. The financial sector comprises hundreds of banks and non-banks ranging from universal banks, to asset managers, real estate companies, brokers, life insurance and non-life insurance companies. In addition to the diversification these provide through their widely divergent business models and balance sheet characteristics, the sophistication and depth of the subordinated universe means a rich and continuously refreshed opportunity set for the strategy.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Our team is experienced heavy and focused with two co-managers working closely together to manage the funds. Decisions therefore are made quickly and brokers like that. Hence, they actively approach us with issues that are either too small for the big houses or too intricate for mainstream investors. Prospectuses are dense documents – I started my career 40 years ago writing prospectuses, and spent an important part of my career as a market maker. Understanding the technical aspects of prospectuses and the ebb and flow of markets provides alpha. For example, when there is some turmoil in markets – and we have seen that numerous times in the past five years – we are able to benefit from the high volatility and can snap up some top-quality bonds with very attractive coupons when they briefly drop significantly in price for just a few hours.

 GAM provides us with full support in terms of operations and distribution. It allows us as managers to concentrate most of our time and efforts on seeking performance for our clients with the knowledge that the investment process is supported by GAM´s extremely strong expertise at all levels; middle-office, back office, valuation, regulation, compliance and administration capabilities.

Another key point is to keep it simple. Our funds are not leveraged. We don’t use derivatives to hedge our positions. Instead, if we don’t like a position anymore because we have some doubts about how it might perform, we will simply sell it. In a complex and uncertain world, where you have at the same time in different parts of the world both inflation and deflation, both growth and recession, both loose and tight monetary policy, it is important to follow a clear strategy.

In which market environment does your investment style work best?

We have been managing the fund since 1985 with a compound return of more than 8% per annum, the bulk coming from coupon payments. 

As we are exposed to national champions that are by nature less sensible to economy or credit cycles, we tend to perform in all types of environment. The higher the cost of equity, the higher the income we can capture as issuing junior debt is a cheaper form of equity-like securities. In addition, these fixed income securities are non-permanent with tax-deductibility advantages so very attractive for both the issuers as well as investors.

During systemic crises we do suffer transitory price volatility and the strategy tends to be correlated to other asset classes for a period of 6-9 months. While at the time the prices may decline, these lay the foundations for future good performance and given the quality of the issuers that we have selected and since we invest in fixed-income securities, we tend to benefit from a quick pull-to-par. Coupon income, which accrues slowly day by day, a 6% coupon or .0135% per day can be overwhelmed by daily prices moves. Those who understand that our fund is coupon driven and that prices recover will enjoy the fruits of being patient. In this sense, systemic crises have worked work well for those who had the patience to stay in the fund. But in a traditional bull/bear market, the strategy tends to be very uncorrelated.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Because of coordinated and excessive monetary easing by central banks, assets are in general expensive. In addition, investors have been forced into taking more duration risk. These are some of the two biggest risks.

As explained earlier, we currently have a strong bias towards the financial sector which is structurally improving following the global financial crisis and still contains huge potential. Taking banks for example, they had to simplify their business model, shutting down risky investment banking and trading departments, and have to use more capital to underpin their remaining activities. The implementation of Basel III meant that more than EUR 400bn additional capital has been built by EU banks and GBP 160bn by UK banks since 2008. The regulatory pressure has been on-going and this is one of the only sectors that can surprise us on the upside in terms of on-going capital build up combined with on-going de-risking activities. What is positive for us is that our legacy junior bonds, which had been issued before the crisis, are now classified as senior to this new core capital. Hence, the ongoing process of balance sheet strengthening has given our holdings a strong boost. 

In terms of valuation, we are still buying at spreads that are significantly wider than fair-value – so not everything is expensive. But one has to be selective. Looking at the top 10 of the securities, we are capturing on average more than 450bps, invested in national champions – compared to EU HY that pays around 250bps for BB issuers! In terms of duration risk, we have naturally mitigated this by investing in securities whereby coupon can be fixed-to-floater or even already a floater. This is why the fund has very low sensitivity to rates and for example had a double digit performance in 2013 – despite tapering. But by the same token, we didn’t really benefit from the declining interest rates and as such the bulk of the performance only came from the high steady income.

Most bond investors see rising rates as a risk. We have mitigated this and remain positioned for higher interest rates, as we have been for some time. One key benefit of investing in junior debt is that these securities – despite being perpetual – can have coupon that are either fixed, fixed-to-floater or already floating. During the portfolio construction, we combine these securities in such a way that we are naturally protected against rising rates. For example, we own discounted floating rates note that could generate up to 30 points capital gains should interest rates rise 100bps and capital gains would offset capital losses that we would experience on fixed-dated securities. We are not afraid of rising rates – to the contrary this scenario would benefit our floating rate notes and fixed-to-float bonds, while our high-yielding fixed-rate bonds would prove fairly resilient. If rates remain at current levels, we will be equally content, since we can continue to lock in the around 6% annual yield of our holdings.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Responsible investing considerations are integrated within the existing investment management research and analyses processes and such findings form part of the investment decision making process applied.

At the sector level, we avoid controversial sectors such as armaments and casinos, as we believe the credit markets are sufficiently deep and diverse that we do not feel compelled to invest where we are not comfortable being associated with the industry or business. When assessing specific issuers, we consider whether the profile of the issuer is suitable for the portfolio in terms of them being comfortable being associated with them. This assessment will take into account E, S and/ or G factors. One of the key aspects we look at is corporate governance, for example the transparency around corporate behaviour and alignment of key executive’s objectives to the company objectives and results. 

How do you invest your own personal assets?

Investors can take comfort from the fact that we have most of our assets invested in the funds – meaning that we have aligned interests. This is also where we find the best returns on a risk-adjusted basis. 

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Golf as it provides the need for technical skill and the need to balance safety and risk. And as with investing, the more you practice, the luckier you get!

About Atlanticomnium
With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approach bond investing from a different angle than most others. While many investors seeking high income will find it in the bonds of more risky companies or countries, Atlanticomnium invest in quality companies and lower down the capital structure to obtain a higher yield. Their investment thesis is based on the fact that investment grade companies rarely default, hence the junior debt of such companies rarely defaults, yet it delivers a more attractive yield.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

“Our approach has delivered consistent results for many, many years!”

Mark E. Stoeckle, Chief Executive Officer and Senior Portfolio Manager, talks in an interview with altii about the core strategies Adams Funds offers and especially the team and investment approach of the US small cap product, the UBAM Adams small cap fund, that they sub­advise for UBP.

altii: Mark right now you are visiting clients in Europe. Since two weeks you are on travel and today you came to Frankfurt am Main, Germany. Thank you for stopping by for an interview. Please tell us about Adams Funds, your core strategies and the reasons for being here.

Mark E. Stoeckle: Thanks for taking the time to speak to me Christian. Adams Funds is composed of three strategies. We run two closed-end funds, a US large cap fund and an Energy and Materials fund and sub-advise a US small cap fund for UBP. The two closed-end funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), have traded on the New York Stock Exchange since 1929. So we have a very long history of helping our investors reach their investment goals. The US small cap product that we sub-advise for UBP is a very exciting opportunity. Shortly after I joined Adams, I was contacted by a former investor in the small cap fund I ran at BNP Paribas. He was looking for a US small cap product that was run the same way that we ran the BNP product. He was so interested in our philosophy, process and performance that he offered to provide seed funding for the fund. The only catch was he needed to invest in a UCITS fund so we needed to find a company to sponsor the fund. I quickly called an old colleague at UBP looking for some advice and he stated that, because he was very familiar with me and the product that UBP would be interested in being the fund sponsor. So, on 14 October 2015 we launched the fund with $50 million. Our relationship and support with UBP has been great. We are looking forward to growing the fund throughout Europe and Asia.

altii: Who is in the team with you?

Mark: The UBAM Adams small cap fund has the benefit of having a very experienced portfolio management team. Working with me as portfolio managers on the fund are Jim Haynie and Mike Rega. The three of us ran this same product for nine years at BNP Paribas. In addition to the portfolio managers, we have seven very good analysts working with us. We established a very enviable track record at BNP and have every expectation that will continue with the UBP fund.

altii: What qualifies your investment approach?

Mark: Our core beliefs center on discipline, systematic analysis, sector and industry group neutrality as well as careful attention to risk management. We begin our process by using the Russell 2000 as our investment universe. For risk purposes we eliminate any stock trading below $100 million market cap as well as stocks that are illiquid. We then run our quantitative model on the 1200 stocks that make it through the market cap and liquidity screens. The model is a great tool to reduce the universe to a group of stocks that have fundamental characteristics we admire. That leaves us with about 500 stocks from which we perform our fundamental research. Our fundamental research focuses on a company’s ability to generate sustainable earnings at a fair valuation. Our attention to valuation has, over time, allowed us to put together a portfolio that has similar earnings growth of the Russell 2000 but at a significant valuation discount. Once we’ve found stocks that are well ranked by our quantitative model and have earnings and valuation that are attractive we then evaluate how much risk we want to take in each sector. For this portion of the process we assign a risk score to each stock in a sector. We rank them from least risky to most risky then break them into industry groups. This allows us to know exactly where sector risk resides. We then determine where we want to take risk within the sector. The most important part of this portion of the process is we consciously know where we are taking risk within the sector. This is a unique aspect to our process.

altii: Why should the German Institutional Investor invest into your strategy?

Mark: This product was built to deliver US small cap performance and characteristics by investing in high quality, small cap stocks. Our approach is one that has delivered consistent results for many, many years. We believe there is a strong argument to be made to have a permanent allocation to small cap within a German investors’ US allocation. Over time, small cap stocks outperform large cap stocks. For this reason we believe that the consistency and un-correlated nature of small caps is powerful and should be very carefully considered.

altii: How will you keep the contact to the investors later on?

Mark: I am meeting with you and the investors on my second roadshow this year. We expect to continue to make trips to see our investors in person. We are committed to give access for our investors as well as to provide transparency. Our partner UBP has a great salesforce as well as Investment Specialists. We have a monthly call with UBP to discuss the portfolio so that the sales people and Investment Specialists are well informed for our investors. In addition, we are looking into video conferences and conference calls to keep our investors up-to-date on the fund. The video conferences, conference calls and bi-annual roadshows will allow us to stay close to our investors.

altii: Thank you for the interview.

About Adams Funds
Adams Funds is composed of two of the country's oldest closed­ end equity funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), as well as a US Small Cap sub­advised fund. As closed­end funds, shares of ADX and PEO common stock are listed on the New York Stock Exchange and have traded there since 1929.
For over 85 years, both ADX and PEO have been internally managed and have generated capital growth and income through portfolio performance, dividends, and distributions. All three funds are managed by an experienced team employing a disciplined approach to identify investment opportunities and carefully manage risk.
ADX and PEO have paid dividends for over 80 years and are committed to an annual distribution rate of at least 6%.
adamsfunds.com

About Union Bancaire Privée (UBP)
UBP is one of Switzerland’s leading private banks, and is amongst the best­capitalised, with a Tier 1 ratio of 22.3% as at 30 June 2016. The Bank specialises in wealth management for both private and institutional clients. It is based in Geneva and employs some 1,680 people across twenty­four locations worldwide; as at 30 June 2016, it held CHF 113.5 billion in assets under management. Its asset management business focuses on strategic investment themes across different asset classes including European Equities, Convertibles, Global Fixed Income, Emerging Debt and Equities as well as alternative investments.

Contact details:
Peter Richters
Head of Institutional Business
UBP Zurich Branch
+41 58 819 8337
peter.richters@ubp.ch

About altii
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"Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt Maßstäbe!"

Wolfgang Pinner, Leiter Nachhaltige Investments der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft, spricht im ifund fundmanager interview über das Erzielen einer "doppelten Dividende" durch nachhaltiges Investieren und welche ESG-Kriterien er für die wesentlichsten hält.

Beschreiben Sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Mit Nachhaltigkeitsfonds der Raiffeisen KAG lassen sich alle wesentlichen Assetklassen und dementsprechend Kunden- und Risikopräferenzen abbilden. Nachhaltigkeit und nachhaltiges Investment bilden gemeinsam mit der Gründungsidee und den gelebten Werten bei Raiffeisen einen „perfect match“. Raiffeisen steht mit seinen Nachhaltigkeitsfonds für ehrliche Nachhaltigkeit. Einerseits sind die Fonds extern zertifiziert, anderseits konnten wir Auszeichnungen erlangen, wie die des „qualitativ besten globalen Nachhaltigkeits-Aktienfonds“ (TOP 100 ESG-Aktienfonds Rating“ (CSSP, yoursri.com). Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt insofern Maßstäbe, als wir eine optimale Kombination von internen und externen Research-Quellen einsetzen und für alle Unternehmen und Emittenten einen eigenen „Raiffeisen ESG Score“ berechnen, den wir zur Optimierung des Nachhaltigkeitslevels in den Fonds einsetzen. Unser Nachhaltigkeitsansatz basiert auf langjähriger Erfahrung und Know-how. Wir publizieren auf regelmäßiger Basis Nachhaltigkeits-Newsletter zu Spezialthemen. Nicht zu vernachlässigen ist der Dialog mit Unternehmen, der ein wesentlicher Teil unseres Ansatzes ist.

Wie generieren Sie Mehrwert für die Investoren?

Unser Ziel ist die Generierung eines Mehrwertes sowohl auf der Ebene der Wertentwicklung als auch auf jener der Nachhaltigkeit. Wir glauben, dass diese „doppelte Dividende“ tatsächlich erzielbar ist. Die performance-technischen Vorteile unseres Nachhaltigkeitsansatzes ergeben sich aus einer erweiterten Information, einer Risikoreduktion und einem daraus resultierenden positiven Einfluss auf den Ertrag. Mit erweiterter Information meinen wir die Tatsache, dass die Berücksichtigung von nachhaltigen Informationen zu einer erweiterten Grundlage für die Analysen von Unternehmen und Emittenten führt. Außerdem können nachhaltige Analysen das Risikoprofil der Portfolios verbessern. Generell steht sowohl die Verantwortung als auch die Zukunftsfähigkeit der Investments im Mittelpunkt unseres nachhaltigen Ansatzes. Am Ende führt das Investment in die nachhaltig besten Unternehmen und Emittenten zu stabilen, und im Vergleich zu traditionellen Investments zumindest gleichwertigen Erträgen.

Wie finden Sie neue Investmentideen?

Wir generieren neue Investmentideen unter anderem durch das eigene, hauseigene, Research, sowohl auf finanzieller wie nachhaltiger Ebene. Unser Nachhaltigkeitsresearch-Team arbeitet themenbezogen. Die letzten Publikationen waren etwa dem Klimawandel, der Gesundheitsversorgung oder dem Thema Divestment gewidmet. Bei allen Nachhaltigkeits-Newslettern nehmen wir auch Kontakt zu den jeweiligen Unternehmen der betroffenen Branchen auf und gewinnen so interessante neue Einblicke und Informationen (Newsletter Registrierung möglich unter: http://newsletter.rcm.at).

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Gemäß unserem Team-Ansatz können alle Teammitglieder Investmentideen einbringen. Diskussionen von neuen Ideen finden insbesondere im wöchentlichen Teammeeting statt. Auch der Gedankenaustausch mit anderen Investmenteinheiten innerhalb der Raiffeisen KAG kann Ideen kreieren. Die Letztentscheidung liegt beim verantwortlichen Fondsmanager.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Unser Investmentstil ist prinzipiell unabhängig vom Marktumfeld. Das Thema Nachhaltigkeit ist jedoch als „Qualitätsmaßstab“ – auch auf Basis einer erweiterten Risikobetrachtung – zu bewerten. Deshalb kann in Phasen schwieriger Märkte gegenüber dem Gesamtmarkt regelmäßig ein Vorteil erzielt werden.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Wir sehen, dass einige Megatrends das Thema Nachhaltigkeit stark unterstützen, hierzu zählen wir etwa das Thema gesunde Ernährung – auch den Trend zu Biolebensmittel – und das Thema Gesundheit & Demographie im Allgemeinen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Unser Prozess berücksichtigt verschiedenste Aspekte des ESG-Spektrums, sowohl die Ebene „Verantwortung“ als auch die Ebene „Zukunftsfähigkeit“ betreffend. In der Dimension Umwelt gehören Aspekte wie CO2-Fußabdruck, Wasser- und Energieverbrauch sowie Recyclebarkeit und Wiederverwendung zu den dominierenden Themen. Im Bereich Soziales/ Gesellschaft sind uns Gesundheit und Sicherheit, Aus- und Fortbildung sowie Produktsicherheit und -verantwortung sehr wichtig. Auf der Ebene der Corporate Governance zählen die Aspekte Unabhängigkeit von Vorstand und Aufsichtsrat, Mitbestimmung der Share- und Stakeholder sowie das Vergütungssystem für uns zu den wesentlichsten.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe in Immobilien – sprich meine eigenen vier Wände – investiert. Darüber hinaus lege ich monatlich in unsere Nachhaltigkeitsfonds-Aktien an und halte eine kleine Cash-Reserve.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Ich widme mich gerne meiner Familie samt Haustieren, außerdem interessieren mich Fremdsprachen und ich lese gerne (vor allem Bücher in italienischer und englischer Sprache). Ich gehe gerne ins Kino und besitze eine Sammlung von Kakteen und Sukkulenten. Und schließlich betreibe ich auch Sport (Schwimmen, Laufen, Radfahren, Klettern).

Über Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.
Die Raiffeisen Capital Management* ist mit einem Marktanteil von 16 Prozent (Stand: August 2016) einer der führenden österreichischen Asset Manager. Das Unternehmen mit Sitz in Wien verwaltet aktuell EUR 29,2 Mrd. (Stand: August 2016) Assets under Management, wovon ein überwiegender Teil auf institutionelle Kunden entfällt. Das Unternehmen verfolgt einen klaren Qualitätsfokus: Investment- und Organisationsprozesse werden laufend optimiert, modernstes Risikomanagement und hohe Transparenz sorgen für Sicherheit. Die Performancequalität der Raiffeisen-Fondsprodukte ist durch kontinuierliche Top-Platzierungen in Konkurrenzvergleichen in unterschiedlichen Kategorien belegt. Raiffeisen Capital Management verfügt über klar definierte Kernkompetenzen, in denen das hauseigene Fondsmanagement in vielen Jahren besonderes Know-how erworben hat. In diesen Bereich fallen Anleihefonds, wie Euro-Anleihen und internationale Anleihen, aber auch Fonds mit europäischen Hochzins- oder Unternehmensanleihen bzw. auf Osteuropa-Anleihen spezialisierte Fonds. Eine wichtige Kernkompetenz stellt außerdem der Bereich Multi Asset Strategien dar. Auf der Aktienseite ist Raiffeisen Capital Management ein international anerkannter Spezialist für CEE und globale Emerging Markets. 2013 hat das Unternehmen seine Kernkompetenzen um den wichtigen und zukunftsweisenden Bereich „nachhaltige Investements“ erweitert. Raiffeisen Capital Management versteht sich als aktiver Manager.

*) Raiffeisen Capital Management ist die Dachmarke der Unternehmen: Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage GmbH und Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH

Wolfgang Pinner, MBA, Leiter Nachhaltige Investments
Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m. b. H.
Mooslackengasse 12, 1190 Wien, Österreich
Tel. +43 1 711 70-2100, wolfgang.pinner@rcm.at

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

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"Anleihen, Aktien, Leverage – Wir machen daraus einen sinnvollen Balanced­ Fonds!"

Im neusten ifund fund manager interview erklärt Lucio Soso, Portfoliomanager von Bellevue's BB Global Macro, wie sich die Absolute-Return-Strategie seines Fonds von anderen unterscheidet und wie er im derzeitigen Niedrigzinsumfeld konsistente positive Renditen von fünf bis sieben Prozent erreichen will.

Beschreiben sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Wir verfolgen das Ziel, unabhängig von den Marktphasen konsistente positive Renditen von 5-7% zu erreichen. Um dieses ambitionierte Renditeziel zu erreichen gehen wir vom Ansatz eines Mischfonds aus. Ein klassisches konzentriertes Mischportfolio aus Aktien und Renten ist in der Regel jedoch anfällig auf steigende Zinsen. Das Portfolio Management Team kann deshalb sein Portfolio breit aufstellen und weltweit in sämtliche liquiden Anlageklassen investieren. Hierzu gehören Aktien – besonders in Form von Aktienindices - und Anleihen, aber auch Rohstoffe und Währungen. Zur Bewirtschaftung des Fonds können auch Short-Strategien umgesetzt und Leverage in einem begrenzten Umfang eingegangen werden. Die Ausrichtung des Portfolios an einer klassischen Benchmark entfällt dadurch.

BB Global Macro unterscheidet sich von anderen Fonds, die ebenfalls eine Absolut-Return-Strategie verfolgen, durch seine Einfachheit. Unser neutrales Portfolio besteht zu 75% aus Anleihen und zu 25% aus Aktien, dazu kommt ein Leverage-Grad von 30-50%. Investoren ist es bewusst, dass es heutzutage sinnvoll ist, in einen Balanced-Fonds zu investieren, also ein Produkt, das eine Aktien- sowie eine Anleihekomponente und gegebenenfalls noch andere Anlageklassen miteinander kombiniert. Ebenso ist es sinnvoll, einen Hebel einzusetzen, wie wir es tun. In einer Welt, in der die Zentralbanken die Zinsen künstlich niedrig halten, ist das eine aussichtsreiche Strategie.

Wie generieren sie Mehrwert für die Investoren?

In den neunziger Jahren ließen sich mit Staatsanleihen noch richtig hohe Renditen erzielen. Damals war das Leben schön und einfach, jedoch werden solche Zeiten wohl nicht wieder kommen. Unser Ziel ist es daher mit einem ähnlichen Risikoprofil diese Ertragslücke zu schliessen. Das heißt, wir sind bestrebt mit unserem Absolute Return-Ansatz über alle Asset-Klassen hinweg und ohne effektiven Benchmark eine Rendite von 5-7% zu erwirtschaften ohne dabei das Sharpe-Ratio-Ziel von mindestens 1 aus den Augen zu verlieren. Entsprechend verhält sich die historische Volatilität zwischen 5 und 7%.

Wie finden sie neue Investmentideen?

Das Portfolio besteht aus verschiedenen Strategien. Für jede Strategie erarbeiten wir ein quantitatives Modell, anhand dessen wir Investment-Ideen generieren. Die zwei wichtigsten Modelle beziehen sich auf den weltweiten Markt für Staatsanleihen und die globalen Aktienmärkte, nach Ländern aufgeteilt. Bei der Auswahl von Anleihen achten wir darauf, welche Währungen und Laufzeiten die attraktivsten Renditen bieten. Auf der Aktienseite wiederrum legen wir das Augenmerk auf die Bewertungen des jeweiligen Aktienmarkts und suchen gezielt nach den attraktivsten Ländern und Anlageregionen.

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Wie bei Bellevue Asset Management üblich, ist ausschliesslich der Lead Portfolio Manager für die Investmententscheidung zuständig. Dies wurde implementiert, damit die Verantwortungen klar geregelt sind und jemand für die Entscheidung gerade steht. Jedoch bekomme ich von Alexandrine Jäcklin als Portfolio Managerin und Markus Peter als Head Products starke Unterstützung. Sie sind beide integraler Bestandteil des Investment Komitees, welches vor allem der Szenarien-Bestimmung wie auch der Ideen-Generierung dient. Alexandrine Jäcklin verantwortet dabei die Selektion der Corporate Bonds.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Dank unserem flexiblen Ansatz können wir global in alle liquiden Asset-Klassen investieren. Dadurch wählen wir ausschliesslich die besten Investmentideen aus und können somit von jeglichen Benchmarks losgelöst auf die aktuelle Grosswetterlage reagieren. Entsprechend ist es unser Ziel, in allen Marktsituationen positive Ergebnisse zu liefern.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Die grössten Risiken sehe ich im nahenden Ende des 30-jährigen Bond-Bullmarket. Sobald der Zyklus der fallenden Zinsen vorüber sein wird, besteht die Gefahr, dass in einem Umfeld von leicht steigenden Zinsen die Bewertungsniveaus denjenigen der 60-iger Jahre entsprechen werden. Somit werden wir einem Paradigmenwechsel gegenüberstehen und die Märkte werden sich völlig anders verhalten. In einem solchen Umfeld werden aktive Asset Allokation und Stock Selection an Wichtigkeit gewinnen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Da die Strategie darauf ausgelegt ist, in die attraktivsten Asset-Klassen zu investieren, bilden wir dies über die liquidesten Instrumente ab. Dies sind in der Regel Future-Kontrakte oder ETFs, welche bzgl. eines Nachhaltigkeitsaspekts nicht analysiert werden können.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe den grössten Teil meines liquiden Vermögens und auch die Ersparnisse meiner Familie in den Fonds investiert, weil ich von dieser Form der Absolute-Return-Strategie überzeugt bin.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Sei es beim entspannten Segeln wie auch beim leidenschaftlichen Gitarre spielen, beruhigen mich die Wellen respektive die wohlklingenden Töne und mein Geist kann sich in seiner vollen Pracht entfalten.

Über Bellevue
Bellevue Asset Management ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Bellevue Group, einer unabhängigen, schweizerischen Finanzgruppe, mit Sitz in Zürich und Listing an der Schweizer Börse SIX. Sie wurde 1993 gegründet und zählt heute mit CHF 6.9 Mrd. zu den führenden Investment-Boutiquen der Schweiz.
Bellevue verfügt über ein breit diversifiziertes Produktangebot im Bereich Healthcare: Seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt ist die am Stoxx Europe 600 gelistete Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG. Zusätzlich bietet Bellevue Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf Medizinaltechnik, Biotechnologie, Generika und Healthcare Asien an und ist damit einer der grössten Healthcare-Investoren in Europa.
Weitere Schwerpunkte umfassen Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf strukturelle Wachstumschancen in ausgewählten aufstrebenden Märkten wie etwa Afrika sowie Portfolios, die in börsennotierte familien- bzw. eigentümergeführte Unternehmen investieren. Erfolgreiche Multi-Asset-Strategien runden das Angebot ab.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

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Strukturwandel durch E-Commerce: Information statt Fläche

von Jörg Lehnerdt, Niederlassungsleiter der BBE Handelsberatung GmbH in Köln.

Kommunen sind in Sorge, der stationäre Handel erst recht. Der Aufstieg des E-Commerce verursacht einen tiefgreifenden Strukturwandel, Statistiken liefern dazu genügend Hinweise. Schon jetzt ist das Wachstum der bundesweiten Verkaufsfläche Geschichte, während der Online-Handel kräftig weiter wächst. Einer Prognose der Marktforscher von BBE und elaboratum zufolge könnte sich der E-Commerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz – sowohl Food als auch Nonfood – bis zum Jahr 2025 auf 19 Prozent erhöhen. 2014 waren es noch 9 Prozent.

Ein solches Wachstum im E-Commerce lässt enorme Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel erwarten – und damit auch auf die Städte. Flächenanpassungen, die auf den aufstrebenden Online-Handel zurückzuführen sind, können bereits seit etwa fünf Jahren beobachtet werden. Die Einzelhandelsfläche wandert ins Internet ab.

Facettenreicher Wettbewerb

Das Einkaufserlebnis vor Ort wird aber weiterhin geschätzt. Nur rund ein Fünftel der Verbraucher versucht ausschließlich über das Internet einzukaufen. Die Mehrzahl der Konsumenten steht dagegen sowohl dem E-Commerce als auch dem stationären Handel aufgeschlossen gegenüber. Ihre Kaufentscheidung ist abhängig vom Sortiment, dem Preis, dem Komfort oder schlichtweg der jeweiligen Laune. Dabei haben beide Kanäle ihre Vor- und Nachteile.

Im Wettbewerb von stationärem Handel und E-Commerce ist eine Vielzahl von Kundenbedürfnissen zu beachten. Nicht zuletzt aus diesem Grund entwickeln immer mehr Handelsunternehmen Multi-Channel-Strategien. Dabei sind es nicht nur stationäre Händler, die in den E-Commerce einsteigen. Auch viele Online-Händler erkennen, dass ihnen Läden in gut frequentierten Lagen beim Wachstum helfen.

Spannende Multi-Channel-Konzepte

So wächst das Interesse an Top-Lagen sogar aufgrund des E-Commerce-Trends. Zum Beispiel eröffnen Unternehmen aus der Online-Welt Showrooms in höchstfrequentierten Einkaufsstraßen. Interessant sind zudem die Connect-Konzepte, die in Top-Lagen entstehen.

Der Elektronikmarkt Saturn hat mit seinen Connect-Läden in Köln und Trier für Aufsehen gesorgt. Mit jeweils 400 Quadratmetern bieten sie nur rund ein Zehntel der sonst in ihren Märkten üblichen Fläche. Stattdessen sind sie voll vernetzt mit den E-Commerce-Angeboten. Sie dienen nicht nur als Verkaufsfläche, sondern auch als Abholstation für Bestellungen (Click & Collect), als Showroom und bieten umfassende Serviceleistungen. Das stark begrenzte Angebot vor Ort wird durch die Verfügbarkeit des kompletten Sortiments im E-Shop kompensiert. Die Sportartikel-Kette Decathlon verfolgt ebenfalls diesen Ansatz. So verbinden Connect-Läden die persönliche Beratung, die Kunden sich vom stationären Handel erhoffen, mit der von Platznöten verschonten unbegrenzten Auswahl eines Online-Shops. Was in der teuren Top-Lage an Fläche eingespart wird, wird durch Information und Service ersetzt.

Für das Connect-Konzept ist eine publikumswirksame Position in einer stark frequentierten Lage unumgänglich. Die klassischen großen Läden mit teils mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche liegen oft eher abseits und sind davon abhängig, dass Kunden sie gezielt aufsuchen. Der Connect-Laden dagegen muss dort stehen, wo sich die Kunden bereits aufhalten.

Für Kommunen, Immobilieneigentümer, Shoppingcenter-Betreiber oder stationäre Händler leiten sich daraus eindeutige Aufgaben ab: Sie müssen in erster Linie für eine hohe Attraktivität ihrer Einkaufslagen sorgen und außerdem flexible Flächengestaltungen möglich machen. Wenn es gelingt, möglichst viele Publikumsmagnete an den Standort zu holen und dort zu binden sowie eine hohe Aufenthaltsqualität zu gewährleisten, dann kann auch die Digitalisierung dem Einkaufsquartier nichts anhaben.

Über die BBE Handelsberatung
Die BBE Handelsberatung mit ihrem Hauptsitz in München und Niederlassungen in Hamburg, Köln, Leipzig und Erfurt berät seit mehr als 60 Jahren Handelsunternehmen aller Betriebsgrößen und Betriebsformen, Einkaufskooperationen, Verbundgruppen und die Konsumgüterindustrie sowie die Immobilienwirtschaft und Kommunen. Im Verbund mit IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting reicht das Beratungsportfolio der über 150 Branchen-, Standort-, E-Commerce- und Immobilien-Experten von Strategieentwicklung, Markt und Standortanalysen, Image- und Kundenforschung bis hin zu Projektentwicklung und Centermanagement.

Hütet euch vor Inflation durch politischen Populismus

In vielen Ländern Europas, aber auch in Übersee, sind die Populisten auf dem Vor­marsch. Das hängt nicht zuletzt mit den „Quantitative Easing-Maßnahmen“ der Zentralbanken und der dadurch ansteigenden sozialen Ungleichheit zusam­men. Die Höhenflüge der Populisten werden die Unsicherheit unter Investoren so­wie den Inflationsdruck weiter erhöhen, geben die Experten von ETF Securities zu bedenken.

Investoren sollten sich vor einem steigenden Inflationsdruck, der durch populistische Reformen ausgelöst wird, in Acht nehmen, warnt ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Die Forschungen von ETF Securities zeigen, dass Quantitative Easing enger mit der zunehmen­den sozialen Ungleichheit verbunden ist, als das bisher angenommen wurde. ETF Securities geht davon aus, dass dies zu einer Stärkung des politischen Populismus und einer steigen­den Inflation führen wird. 

Populistische Maßnahmen wirken inflationssteigernd

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, meint dazu: „Das Problem der sozialen Ungleichheit kann nicht über Nacht gelöst werden. Deshalb glau­ben wir, dass die Verunsicherung auf hohem Level weiterbestehen wird, zumindest im kommen­den Jahr. Das begünstigt sicherere, weniger volatile Anlageklassen. Nicht immer führt aufkommender Populismus zur Niederlage des politischen Establishments, allerdings wirken einige typisch populistische Maßnahmen zur Beruhigung der Gesellschaft inflationssteigernd. Anleger können ihre Portfolios schützen, indem sie auf Anlageklas­sen setzen, die in inflationären oder populistischen Szenarien gut performt haben. Dazu zählen Aktien, inflationsgebundene Anleihen, Edelmetalle oder Infrastrukturinvest­ments.“ 

Unterschätztes Problem 

Die Analysen von ETF Securities haben ergeben, dass diejenigen Methoden, die am häufigsten zur Beurteilung der sozialen Ungleichheit verwendet werden, unterschätzt haben, wie stark diese jüngst angestiegen ist. Soziale Ungleichheit und Quantitative Easing scheinen zudem Hand in Hand zu gehen. Als Resultat erweist sich die Stärkung der populistischen Politik und deren Wortführer, ausgelöst durch die weltweiten Sorgen über steigende Ungleichheit, als mächtiger Katalysator für Reformen und einen Politikwechsel.

James Butterfill kommentiert: „Abgesehen von den Wahlerfolgen der Populisten kann das populisti­sche Momentum ein starker Treiber für Reformen sein, weil die etablierten politi­schen Parteien sich bemühen, der populistischen Welle entgegen zu wirken. Das resultiert typischer­weise in einer Erhöhung der Investitionen in Infrastruktur, um das Wirtschaftswachs­tum zu stimulieren. Investitionen in soziale Initiativen sollen darüber hin­aus die Ungleichheit bekämpfen. Infrastrukturausgaben schaffen zusätzliche Nachfrage, wäh­rend Sozialpläne voraussichtlich zu einem Anstieg der Konsumausgaben führen. In der Summe resultiert daraus wahrscheinlich eine höhere Inflation.“

USA: Populisten können Dollar schwächen

ETF Securities warnt auch vor populistischer Politik in den USA, die vermutlich Steuersenkun­gen und das Drängen auf eine Ausweitung des Budgetdefizits nach sich ziehen wird. Das könnte zu einer Schwächung des US-Dollars in den kommenden Jahren führen. Glo­bal gesehen könnten populistische Maßnahmen den internationalen Handel und Investitio­nen einschränken und wahrscheinlich die Volatilität an den weltweiten Währungsmärk­ten verschlimmern. Das würde zur weiteren Verunsicherung unter Investoren beitra­gen.

Die Analyse, die im jüngsten Triannual Outlook von ETF Securities veröffentlicht wurde, beinhal­tet eine Vielzahl unterschiedlicher Indikatoren. Dazu zählt die Palma Ratio, eine Kenn­zahl für soziale Ungleichheit, um den Zusammenhang zwischen Quantitative Easing und wirtschaftlicher Not darzustellen, die in mehreren europäischen Staaten mit der steigenden Anziehungs­kraft populistischer Parteien einhergeht.

Der Triannual Outlook behandelt außerdem folgende Themen: 

  • Öl hat einen neuen Boden gefunden
    Der Preis pro Barrel dürfte nicht anhaltend unter die Marke von 40 USD fallen. Gründe dafür liegen in Investitionskürzungen bei der Exploration und Förderung in der Höhe von 1 Bio. USD sowie einer Erholung der Nachfrage.
  • Ein Paradigma der „neuen Normalität“ für die Nominalzinsen der Zentralbanken
    Langsames Wachstum, niedrige Renditen und erhöhte Volatilität erfordern niedrigere Nominalzinsen der Notenbanken als in der Vergangenheit. Die „neue Normalität“ be­günstigt das Risiko, dass dieser Zustand länger anhalten wird, setzt der unsicheren „Suche nach Rendite“ aber gleichzeitig Grenzen.
  • GBP hat nun den „Tiefpunkt“ erreicht
    Zwar könnte das Pfund Sterling die stärkste Abwärtsbewegung nach dem Brexit-Referen­dum hinter sich haben. Grund für Optimismus besteht bei der Währung aber nach wie vor nicht.
  • Synchron
    Traditionell werden Gold und US-Dollar als invers korreliert betrachtet, könnten aber zeitgleich eine Rally verzeichnen, während die Fed die Inflation vor dem Hintergrund globaler geldpolitischer Impulse in die Höhe zu treiben sucht.
  • Aktienmärkte in den USA und Europa nähern sich wieder an
    Die historisch starke Divergenz der Aktienmärkte in den USA und Europa dürfte sich umkehren, da sich Wachstum und Gewinne in Europa verbessern und sich die Renditen annähern.
  • Robotik: Keine Panik!
    Der zunehmende Einsatz von Robotik hat die Sorgen vor Verzerrungen am Arbeitsmarkt angefacht. Langfristig dürfte die Robotik aber zu höherer Effizienz und Produktivität in der Weltwirtschaft führen, da Automation neue Perspektiven in Themenfeldern wie z.B. Sicherheit, demografische Trends und Klimawandel eröffnet.

Den vollständigen Triannual Outlook von ETF Securities finden Sie links als PDF.

“Our ideas are driven first by top-down – bottom-up supplements our doing!”

Lars Schickentanz, the lead portfolio manager gives deeper insight about his Anima Star High Potential Europe fund.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Lars Schickentanz: The objective of the Fund is to provide an absolute rate of return and long-term capital appreciation while targeting on an annualized volatility of 6%. The control of risk and the protection of capital during a bear market is a key feature of our investment process. In order to be tactical and dynamic we use a variable bias net equity exposure that is ranging between -10% to +60%. We are able to be neutral vs. market’s direction if volatility require so. Another differentiating feature results from our “top-down” approach. We look into macro-economic variables such as nominal GDP, trade balances, currency movements, inflation, interest rates, central banks policies, commodity prices trends, etc.. . We use them to determine investment themes in the equity market. Bottom up and fundamental analysis are used as a complementary tool in order to pick stocks within investment themes.

ifund: How do you add value for your investors?

Schickentanz: We have three books that contribute to the value of the entire strategy. The Core Book (40% to 60% of the NAV): This allocation comes from the macro view of the Portfolio Managers (PMs) and represents their ideas with the highest conviction. Usually the invested stocks are clustered within 5 to 6 investment themes that are identified through our top down approach. The PMs are using proprietary and independent research. They are meeting with strategist. They do the networking and the companies’ visits to isolate market cycle’s phases and to isolate developing trends. Each theme is usually represented by 5 to 10 ideas. There will be both core longs and core shorts idea. The Dynamic Hedging Book: Within that scope the PMs are using derivatives (mostly listed futures) to tactically hedge the portfolio according to the macro view. Through the dynamic hedging the overall net exposure of the fund is constrained between -10% and +60%. The dynamic hedging book is populated by futures both longs and shorts on market’s indexes, sectors’ indexes and specific stocks. The Pair Trades Book (covers between 10% to 40% of the NAV): This book covers multiple sectors with a basket approach of longs vs. shorts. The exposure is always cash neutral at sub-sector’s level and for the entire book. This book is dedicated to the creation of extra-alpha and actually totally de-correlated from market trends and the rest of the book. There is no replication of ideas between the core book and the pair trades book.

ifund: How do you generate investment ideas?

Schickentanz: The idea generation process for the Core Book is dominated by the top-down process. Thereafter it is accompanied by the classical fundamental bottom-up analysis. The investment universe includes mid and large caps of European listed companies. The filters are on capitalization, risk and liquidity. The team and I rely on external and internal proprietary research, developed together with the fixed income team. That helps us to understand and judge all general macro factors such as business cycle phase, central banks’ policies, developing trends in politics, demographics and culture in order to identify and isolate markets’ themes. The analysis of the market flows and the market sentiment will be used to support or discharge our thesis. For illustration purposes here some portfolio themes’ examples in the past: a) Dollar Strength beneficiary, US-EU differential in monetary policies leads to a strong dollar environment – i.e. European companies with high levels of sales in the US will benefit. b) Corporate releveraging and M&A, companies and private equities are cash rich and might decide to use this cash to expand through M&A. Certain sectors will be most affected by this trend. c) Impact of QE (low negative European interest rates) on the life insurance business, the low yield environment forces the insurance companies to increase the risk of their balance sheets via investing more and more in high yielding and illiquid assets, creating further potential risk for the future. Within each theme the PMs will apply a stock picking process using peer group analysis (through proprietary models), momentum analysis, meeting with management, compliance with top down view and themes identification.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Schickentanz: There are six investment professional dedicated to the strategy. The three co-PMs are having defined responsibilities and three more working as sectors specialist for the pair trade book. I am the leading PM and the final decision maker for the strategy. I work on the top down macro framework which leads to the identification of market investment themes to be invested within the core book. Fabio De Ponti, co-PM, helps me in this task. Lucio Vignati, co-PM and senior trader works on the hedging strategies. The pair trade book is made of sector neutral portfolios and each of the six investment professionals work as sector specialists for each of the sub-portfolios.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Schickentanz: The fund’s performance is driven by the ability of the PMs to read the macro scenario and invest in the most interesting themes in the market plus using the most effective way a dynamic net and gross exposure works. The exposures to equity of the fund are driven by: Macro indicators - paying particular attention to Central Bank’s activity and banks’ lending activity; Assessment of the relative value of the asset classes; Technical analysis - using both momentum and contrarian indicators as well as inflows and outflows analysis; Bottom up and valuations ratios. Macro indicators are the most important, while the other instruments should be supportive of the “road map” identified by the team. Bottom up analysis serves to populate the sector and the thematic allocation. The portfolio is always very diversified having the top positions a weight below 4%. The strategy is mostly challenged when there are quick changes in market’s direction driven by news flow or even panic rather than macro or fundamental data change.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Schickentanz: Today we think the best opportunities reside in the European stock market. After several months of underperformance vs. global markets we are finally witnessing signs of recovery due to: 1) downside in the banking sector has largely played out, 2) Political risks receding in 2017, 3) Fiscal and monetary policy globally will push investors into equities, more so in Europe. Potential risks’ in the long term, from our perspective, reside into FED’s action in conjunction with development on US growth, potential Trump victory, bond bubble down the road.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Schickentanz: This specific fund does not have a focus on responsible investments.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Schickentanz: Parts of my financial assets are invested in the fund.

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Schickentanz: I like tennis and skiing.

About Anima

ANIMA is a leading Italian independent asset management operator. with more than €71 billion of assets under management (as of July 2016). A synthesis of different. complementary paths and specializations. ANIMA nowadays offers one of the largest range of products and services available on the market. ANIMA’s offering is composed of Italian collective investment schemes and foreign SICAVs. The company also offers institutional and private pension funds as well as private wealth and institutional asset management services. For further information please visit www.animaholding.it

The fund’s marketing and distribution activities in Germany are carried out by Hyde Park Investment Ltd. NL Deutschland. Since 2004 Hyde Park Investment – a FCA and BaFin regulated company - provides outsourced capital raising solutions and strategic consultancy for investment managers looking to build an institutional business in Europe. The company is an independent, private limited company, wholly owned by the firm’s directors and employees. For further information, please contact Alexandra von Kalnein, Freiherr-vom-Stein-Str. 7, 60323 Frankfurt, +49 69 3487 924 24, ak@hydeparkinvestment.com.About ifund

About ifund

ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com,+41 44 286 8000

About altii

alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news, +49 69 57708987

Blockchain-Technologie: Welches sind die Chancen für Anleger in Robotik, Schutz und Sicherheit?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie und ihr derzeit prominentestes Beispiel Bitcoins gehören zu den umstrittensten Themen und sind Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ihre alleinige Erwähnung führt oftmals zu hitzigen Debatten. Während frühe Anwender („Early Adopters“) behaupten, dass diese revolutionäre Technologie sie aus der Abhängigkeit von Banken und staatlichen Institutionen befreien wird, sind andere der Meinung, dass es sich dabei um ein überbewertetes, kurzlebiges Phänomen handelt.1

Unserer Ansicht nach wird die Blockchain-Technologie langfristig einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben und sich weit über den klassischen Zahlungsverkehr hinaus auswirken. Die Blockchain- Technologie bietet eine Lösung zur sicheren, transparenten, überprüfbaren und effizienten Erfassung von Transaktionen bzw. jeglichen digitalen Interaktionen mit äußert geringem Ausfallrisiko. Unseres Erachtens bietet diese Technologie eine realistische Chance, den Austausch von Vermögenswerten über das Internet zu revolutionieren und Vermittler überflüssig zu machen.

Blockchain: Worum handelt es sich?

Gemäß der Bank of England handelt es sich bei Blockchain um eine Technologie, die es einander unbekannten Personen ermöglicht, auf einen geteilten Datensatz an Vorgängen zurückzugreifen. Sie basiert auf einer Peer-to- Peer-Verbindung und zeichnet sämtliche Eigentumsübertragungen in einem öffentlichen Kontobuch auf (auch „Decentralized Ledger“ genannt). Ein solches Ledger ist für alle Teilnehmer eines Netzwerks zugänglich, die mittels ihrer Computer die Transaktionen validieren. Das hat den Vorteil, dass hierzu kein vertrauenswürdiger Vermittler (z.B. eine Bank) benötigt wird.2 Wie vorhin erwähnt basieren Bitcoins auf dieser Blockchain-Technologie. Diese ist eine umstrittene Kryptowährung, welche die Blockchain-Technologie als öffentliches Ledger für Bitcoin- Transaktionen benutzt. Jedem Nutzer ist es dabei erlaubt, sich mit dem Netzwerk zu verbinden, neue Transaktionen zu senden und jede Transaktion zu verifizieren.3

Die Blockchain-Technologie wurde 2008 zunächst als reine Peer-to-Peer-Version für den elektronischen Zahlungsverkehr entwickelt. Primäres Ziel war es, Barmittel auszutauschen, ohne dass diese dabei auf ein falsches Konto umgeleitet werden. Zudem kann verhindert werden, dass für dieselbe Transaktion doppelt digital bezahlt wird („Double-Spending“). Mit einer Datenbank, in der die Zahlungshistorie eines jeden sich im Umlauf befindlichen Bitcoins aufgezeichnet wird, kann durch die Blockchain-Technologie nachvollzogen werden, wer was zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt. Dieses „Distributed Ledger“ verteilt sich auf Tausende von Computern auf der ganzen Welt und ist öffentlich zugänglich.4

Wie oben erwähnt, sind Bitcoins von allen auf Blockchain-Technologie basierenden Systemen nach wie vor das bekannteste. Bitcoins haben derzeit eine „Marktkapitalisierung“ von insgesamt USD 10 Milliarden und ein Tagesvolumen von rund 250.000 Einzeltransaktionen. Der höchste innerhalb eines Tages verzeichnete Transaktionswert lag bei ca. USD 35 Millionen (siehe Abb. 1).5

Die Entwicklung von Blockchain-Technologien nimmt über Branchengrenzen hinweg zu

Der Fokus auf digitale Währungen wie Bitcoin hat zu dem weit verbreiteten Irrtum geführt, dass die Blockchain- Technologie ausschließlich für den Finanzsektor relevant wäre. Ihre Bedeutung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bitcoins, da sich mit ihr jeglicher Datenaustausch schützen und validieren lässt. Unserer Meinung nach spricht immer mehr dafür, dass eine solche Technologie den globalen Handel maßgeblich verändern kann, indem sie neue Geschäftsmodelle schafft. Horizontale Anwendungen sind ebenfalls auf dem Vormarsch, darunter Smart Contracts zur Senkung von administrativen Kosten oder auf Blockchains basierende Cybersecurity-Tools, mit denen man Datenmanipulationen blitzschnell aufdecken und die Integrität von IT-Systemen überprüfen kann. Ähnlich wie dem Internet, das den Austausch von Informationen demokratisiert hat, könnten Blockchain-Technologien dazu beitragen, den Austausch von Vermögenswerten zu demokratisieren. Die nachfolgende Liste gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Konzepte, Prototypen und Investitionen im Bereich der Blockchain-Technologien:

  • 30 der weltweit größten Banken haben sich zu einem globalen Konsortium zusammengeschlossen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die Blockchain-Technologie in Finanzmärkten eingesetzt werden kann. Es ist das erste Mal, dass Banken in diesem Technologiebereich zusammenarbeiten.6
  • Börsen erarbeiten bereits Möglichkeiten zur Anwendung von Blockchains: Die US-Börse NASDAQ erprobt einen auf Blockchains basierenden privaten Marktplatz7, die südkoreanische Wertschriftenbörse plant die Schaffung einer Blockchain-gestützten Infrastruktur zur Stärkung ihres außerbörslichen Trading-Marktes8 und der australische Marktbetreiber ASX Ltd. schickt sich an, als erste Börse weltweit die Distributed- Ledger-Technologie für börsenkotierte Unternehmen zu nutzen.9
  • Microsoft und IBM starten unter dem Schlagwort „Blockchain-as-a-Service“ (BaaS) jeweils einen cloudbasierten Blockchain-Marktplatz. Dies geschieht mit dem Ziel, ihren Unternehmenskunden Zugang zu einer cloudbasierten Blockchain-Entwicklungsumgebung zu ermöglichen und den erheblichen Aufwand zu reduzieren, der für Unternehmen mit dem Einrichten von Blockchains verbunden ist.10

Schwachstelle IT-Sicherheit

Gemäß Financial Times hat sich die Blockchain-Technologie, was das Verhindern von „Double-Spending“ oder die Generierung neuer Coins betrifft (Bitcoin-Mining), im Allgemeinen als äußerst robust gezeigt. Dies trifft jedoch nicht auf den gesamten Bitcoin-Markt zu, da Hacking an der Tagesordnung steht. So kam es bereits zu mehreren spektakulären Hacker-Angriffen, wie die nachfolgende Tabelle 1 zeigt:

Das wahre Ausmaß des Hacking-Problems ist schwer abzuschätzen. Mitglieder der Bitcoin-Community vermuten, dass es seit der Einführung der Währung im Jahr 2009 bis zu 60 schwerwiegende Hacking-Vorfälle gegeben hat. Zudem verschweigen viele Bitcoin-Börsen Hacking-Vorfälle aus Angst, Kunden zu verlieren. Sie geben erst dann Auskunft, wenn ein Angriff zu offensichtlich ist, um ihn vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Aus dem gleichen Grund verweigern sich Bitcoin-Börsen auch öffentlichen Audits und halten Informationen über die Höhe und den Umfang ihrer Bitcoin-Reserven unter Verschluss. Daher können sich Nutzer nie sicher sein, ob Verluste auf einen externen Hack oder auf unzureichendes Risikomanagement zurückzuführen sind.11

Fazit

Unserer Ansicht nach befindet sich die Blockchain-Technologie noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Jedoch besitzt sie laut Experten das Potenzial, unsere Wirtschaft maßgeblich zu verändern. Bis zu einer breiten Kommerzialisierung wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Wir rechnen mit ersten technischen Prototypen innerhalb der nächsten zwei Jahre, begrenzter Marktdurchdringung in 2–5 Jahren und einer breiteren Akzeptanz in 5–10 Jahren. Allerdings sind zunächst einige regulatorische Fragen zu klären (z. B. im Hinblick auf Geldwäschevorschriften, „Know your Clients“ usw.).

Für langfristig orientierte Anleger in Robotik sowie Sicherheit und Schutz stellt dieser Bereich unserer Ansicht nach einen attraktiven Wachstumsbereich dar. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie nicht ohne angemessene IT-Sicherheitsfunktionen umsetzbar ist, da ansonsten das Vertrauen in dieses Konzept schwinden würde. Aus diesem Grund investieren wir in führende Unternehmen mit einem besonderen Fokus auf Datenschutz, Datenanalysen/Automatisierung sowie Zahlungsautomatisierung und IT-Sicherheit.


1) Quelle: Neue Zürcher Zeitung (2015): Blockchain – das überschätzte Wesen, in: Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2015, URL: http://www.nzz.ch/finanzen/blockchain--das-ueberschaetzte-wesen-1.18628334, 7.8.2016.
2) Quelle: Bank of England (2015): Blockchain has the potential to change society, URL: http://blockchain.bankofenglandearlycareers.co.uk/, 7.8.2016.
3) Quelle: Harwood, Trevor et al. (2014): Blockchains and the Internet of Things, URL: http://postscapes.com/blockchains-and-the- internet-of-things/#sidechains, 7.8.2016.
4) Quelle: The Economist (2015): Blockchains: The great chain of being sure about things, in: The Economist, 31.10.2015, URL: http://www.economist.com/news/briefing/21677228-technology-behind-bitcoin-lets-people-who-do-not-know-or-trust-each-other-build- dependable, 7.8.2016.
5) Eine detaillierte Erläuterung der Funktionsweise der Blockchain-Technologie und Bitcoins sowie u. a. Einzelheiten zum Mining von Bitcoins können Sie der folgenden Publikation der Credit Suisse entnehmen: Blockchain – The Trust Disruptor, 3.8.2016.
6) Quelle: Reuters (2015): R3 blockchain group adds 5 banks, brings in technology heavyweights, in: Reuters, 19.11.2015, URL: http://www.reuters.com/article/global-banks-blockchain-idUSL8N13E36B20151119, 13.8.2016.
7) Quelle: Forbes (2015): Nasdaq selects Bitcoin startup chain to run pilot in private market arm, in: Forbes, 24.6.2015, URL: http://www.forbes.com/sites/laurashin/2015/06/24/nasdaq-selects-bitcoin-startup-chain-to-run-pilot-in-private-market- arm/#f8ef76e52d76, 13.8.2016.
8) Quelle: The Korea Times (2016): KRX seeks share trading through blockchain, in: The Korea Times, 29.2.2016, URL: http://www.koreatimes.co.kr/www/news/biz/2016/02/488_199315.html, 14.8.2016.
9) Quelle: Financial Times (2016): Australia is in the vanguard of blockchain’s march to market,in: The Financial Times, 17.2.2016, URL: http://www.ft.com/cms/s/0/b83a0a74-ca8c-11e5-be0b-b7ece4e953a0.html#axzz4HF5lbkEK, 13.8.2016.
10) Quelle: PC Mag (2016): Microsoft and IBM Set Sights on the Next Cloud Frontier: Blockchain-as-a-Service, in: PC Mag, 21.7.2016, URL: http://uk.pcmag.com/microsoft-office-365-home-premium/83154/feature/microsoft-and-ibm-set-sights-on-the-next-cloud-frontier- bloc, 17.8.2016.
11) Quelle: Financial Times (2016): Bitcoin Bitfinex exchange hacked: The unanswered questions, in: The Financial Times, 4.8.2016, URL: http://www.ft.com/cms/s/0/1ea8baf8-5a11-11e6-8d05-4eaa66292c32.html#axzz4HJ0sXDFf, 14.8.2016.

BIG DATA in der Immobilienwirtschaft: Wer hat die größte (und beste) Datenbank?

Zumindest in einer Hinsicht hat BIG DATA schon seit einigen Jahren in der Immobilienwirtschaft Einzug gehalten: Über die Preis- und Mietenentwicklung sind seit mehr als 10 Jahren große Datenmengen verfügbar, die systematisch ausgewertet werden und grundsätzlich beanspruchen, Transparenz zu schaffen über Chancen und Risiken der Vermögensanlage und der Wertentwicklung. Aber welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass tatsächlich eine verlässliche Marktbeobachtung und damit eine Reduzierung des Researchaufwandes erreicht werden? 

Drittverwendung von Daten des Angebotsprozesses

Bei den Objekt- und Marktdatenbanken handelt es sich um die „Drittverwendung“ von Daten, welche bei der Transaktion von Immobilien und den damit in Zusammenhang stehenden Marktprozessen als „Prozessdaten“ anfallen. Ausgewertet werden die Daten für alle öffentlich angebotenen Immobilienobjekte, insbesondere deren Eigenschaften und Preise, der Dauer des Angebots sowie der Preisentwicklung von der Ersteinstellung in den Vermittlungsportalen und Presseveröffentlichungen bis zur Löschung des Angebots. Beim Aufbau, der Pflege und bei der Bereitstellung von Daten müssen die Besonderheiten der Datenquellen und mögliche Fehler beachtet werden. Die Anzahl öffentlicher Angebote verändert sich je nach Marktlage und den gesetzlichen Rahmenbedingungen, Dubletten verzerren die Auswertung, die regionale Zuordnung ist vielfach aus Gründen der Angebotsplatzierung unrichtig, fehlende Angaben zu besonderen Objektmerkmalen beeinträchtigen die Vergleichbarkeit.  Eine sorgfältige Aufbereitung und Kontrolle ist erforderlich, um bundesweit verläßliche Informationen zu gewinnen. 

Wer hat die größte Datenbank?

Kriterium der Wahl von Datenanbietern ist zunächst die Größe der Datenbank, gemessen am Umfang der verwalteten Daten. Als BIG DATA werden diese Datenbanksysteme deshalb bezeichnet, weil große und komplexe Datenmengen über die angebotenen Objekte und über die Marktentwicklung mittels fortschrittlicher digitaler Technologien viel rascher als früher und damit aktueller für die Marktanalyse und die Immobilienbewertung analysiert, ausgewertet und verfügbar gemacht werden. Mehrere Anbieter rechnen sich zu, die größte flächendeckende Datenbank über alle regionalen Teilmärkte bereitzustellen. In der Tat zeigen Vergleiche, dass unter sonst gleichen Bedingungen größere Datenbestände über die Immobilienmärkte auch eine bessere kleinräumige Abdeckung sicherstellen können. Für alle Nutzer, die auf flächendeckende Daten für Deutschland oder für einzelne Bundesländer angewiesen sind, ist deshalb der Umfang der Datenbestände ein „Asset“.

Regionale Repräsentativität des F+B Marktmonitors

F+B hat seit mehr als 10 Jahren mit dem F+B Marktmonitor eine Datenbank aufgebaut, welche den Großteil der ausgewerteten öffentlich angebotenen Objekte (Wohn- und Gewerbeimmobilien) enthält. Derzeit sind rd. 30 Mio. Objekte in der F+B-Datenbank aus mehr als 120 Quellen enthalten. Nach unserem Eindruck zählt diese laufend aktualisierte Datengrundlage zu den größten am Markt flächendeckend für Deutschland verfügbaren Datenbeständen. Damit kann F+B die Immobilienmarktentwicklung auch in kleinen Gemeinden des ländlichen Raums verlässlich abbilden.

Qualität der Daten wichtig

Aber Größe und absoluter Datenumfang sind natürlich nicht alles. Die Datenqualität muss gesichert sein. Schließlich handelt es sich um Prozessdaten, die unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen erzeugt werden und die für die Marktanalyse spezifisch aufbereitet werden müssen. Deshalb kontrollieren wir die Daten systematisch auf Fehleingaben (z. B. falsche regionale Zuordnungen), bereinigen die Datenbank von Dubletten, d. h. von die Auswertung verzerrenden Mehrfachangeboten. Damit sichern wir eine verläßliche Datenqualität. Zudem stellen wir sowohl die Zeitdauer der Marktplatzierung als auch möglich Preisänderungen im Angebotsprozeß dar. Auf der Grundlage von Daten über Kaufpreise berechnen wir zudem einen Transaktionsabschlag zu Gewinnung von marktgerechten Preisindikationen. Für die Beschreibung von kleinräumigen Markttrends nutzen wir differenzierte Analyseformen der Predictive Analytics (hedonische Regressionsverfahren, Clusteranalysen). Die Auswertung mit den Instrumenten der beschreibenden Statistik erfolgt für ein differenziertes Teilmarktschema für alle PLZ in Deutschland. 

Jeweils aktueller Gebietsstand

Wichtigster Vorteil der Daten des F+B Marktmonitor ist noch etwas anderes: In Deutschland hat es in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl von Änderungen der Gebietsstruktur durch Eingemeindungen und Kreisreformen gegeben. Historische Marktdaten sind in solchen Fällen mit den aktuellen Daten nicht mehr vergleichbar. Wir von F+B halten dagegen: Mit jeder Datenaktualisierung wird auch der Gebietsstand rückwirkend für den gesamten Datenbestand aktualisiert, so dass verläßliche Trendanalysen gesichert möglich bleiben.

Prüfpunkte für Objekt- und Marktdatenbanken

Prüfen Sie uns und andere Anbieter anhand Ihrer Anforderungen und berücksichtigen bei Ihrer Gegenüberstellung diese wichtigen Kriterien:

  • Welche Aggregationsebene benötigen Sie (Vergleichsobjekte oder aggregierte Marktdaten)?
  • Aus welchen Quellen stammen die Objektdaten?
  • Wie hoch ist der Anteil der Objekte mit vollständiger postalischer Anschrift?
  • Werden Angaben aus Exposés auf Objektebene abgebildet und ausgewertet?
  • Für welche Zeiträume sind Daten verfügbar?
  • Eignen sich die Aufbereitungen für Zeitvergleiche?
  • Welche Objektarten werden in welcher sachlichen Differenzierung abgebildet?
  • Wie differenziert werden die regionalen Teilmärkte abgebildet (Strasse, Strassenabschnitt, PLZ, Stadtteil, Gemeinde)?
  • In welcher Weise erfolgt eine Dublettenbereinigung?
  • Welche Angaben sind zu den Objekteigenschaften verfügbar?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf http://www.f-und-b.de.

Ansprechpartner
Dr. Bernd Leutner
bleutner@f-und-b.de
(040) 28 08 10 - 0

 

Über F+B
Die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH wurde 1992 als unabhängiges Forschungsinstitut gegründet. Die Mitarbeiter verfügen über umfangreiche, langjährige Erfahrungen aus Studien und Gutachten im Bereich der staatlichen Verwaltung, der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, dem Bereich der Finanzdienstlleistungen und ihrer Verbände sowie aus Beratungsaufgaben für Ver- und Entsorgungsunternehmen. Im Auftrag von Banken und Investoren analysiert F+B im Rahmen von Standort- und Regionalstudien die Marktentwicklung in regionalen Teilmärkten, ermittelt die Marktchancen von Projekten, stellt eine marktbezogene Immobilienbewertung sicher und berät bei Portfolioanalysen.

„Autotexting ermöglicht mehr als die Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen!“

Anders als Menschen können Computer innerhalb weniger Sekunden enorme Datenmengen auswerten und die wichtigsten Aussagen als Text darstellen. Johannes Bubenzer, Geschäftsführer von 2txt, spricht im Interview mit altii über die Anwendungsfelder von automatischer Textgenerierung im Asset Management. Einen Workshop von Herrn Bubenzer zum Thema "Automatic Content Generation" finden Sie in der altii academy.

altii: Herr Bubenzer, Sie sind Geschäftsführer von 2txt, einem Berliner Start-Up, das sich auf das Feld Textgenerierung spezialisiert hat. Was können wir uns darunter vorstellen?

Johannes Bubenzer: Textgenerierung ist ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz und bezeichnet Software, die in der Lage ist, aus Daten vollautomatisch Texte zu erzeugen. Die dabei entstehenden Texte sind so hochwertig, als hätte sie ein Mensch geschrieben. Nur dass ein Mensch nicht innerhalb von Sekundenbruchteilen gigantische Datenmengen durchsucht, die wichtigsten Themen und Kernaussagen herausfindet und diese in Textform bringt - die Textgenerierungssoftware aber schon. Textgenerierung wird in immer mehr Branchen wie zum Beispiel im E-Commerce, im News- und im Finanzbereich erfolgreich eingesetzt.

altii: Wie könnte eine Anwendung zum Beispiel für den Fondsbereich aussehen?

Bubenzer: Zu den Aufgaben eines Fondsmanagers gehört es monatliche, quartärliche oder auch jährliche Reportings zu erstellen. In diesen Reportings wird die Performance der einzelnen Fondsbestandteile analysiert und in Beziehung zu Referenzwerten gesetzt. Die Arbeit solche Reportings zu erstellen, kann heutzutage leicht von einer Textgenerierungsanwendung übernommen werden. Dadurch gewinnt der Fondsmanager viel Zeit, die er dann stattdessen etwa in die optimale Zusammenstellung seiner Fonds investieren kann.

altii: Haben Sie einen solchen Report-Generator im Einsatz?

Bubenzer: Tatsächlich arbeiten wir aktuell an einer leistungsstarken Lösung für den Finanzbereich. Wir haben ein großes EU-Forschungsprojekt für Innovationstechnologie gewonnen, mit dem wir die nötige Grundlagenarbeit leisten und konkrete Anwendungen entwickeln können. In diesem Projekt geht es unter anderem darum, unsere Software für den Bereich Fonds und Aktien fit zu machen. Aktuell sprechen wir mit verschiedenen Unternehmen aus der Finanzbranche, um ihre konkreten Bedürfnisse und Ideen als Projektpartner in unserem Forschungsprojekt zu berücksichtigen.

altii: Suchen Sie noch weitere Projektpartner?

Bubenzer: Wir freuen uns über jedes Unternehmen, welches das disruptive Potential der Textgenerierung erkennt und mit uns kooperieren möchte. Es gibt gerade in der Finanzbranche noch viele Bereiche, in denen Textgenerierung einen großen Mehrwert stiften kann. Wir sind auch weiterhin immer an gut vernetzten Partnern mit hoher Expertise im Finanzbereich interessiert.

altii: Gibt es Themen, die für eine Partnerschaft besonders interessant sind?

Bubenzer: Inhaltlich sind für uns besonders Bereiche spannend, in denen es um den Vergleich und die Interpretation der Entwicklung von Indizes, Fonds, Währungen oder anderen Werten geht. Interessant sind dabei natürlich besonders Ideen, die mit konkreten Geschäftsmodellen verknüpft sind und ganz konkrete Probleme in der Finanzbranche lösen.

altii: In letzter Zeit hört und liest man immer öfter über Textgenerierung. Wie kommt das gesteigerte Interesse zustande?

Bubenzer: Das Thema wird tatsächlich immer stärker wahrgenommen, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Investorenszene und in den Unternehmen, die ja am Ende von unseren Lösungen profitieren. Begünstigt wird die Entwicklung durch stetig wachsende Datenmengen, die von Menschen per Hand gar nicht mehr interpretiert und analysiert werden können. Ein weiterer Faktor ist die stetig steigende Rechenpower und das Cloud-Computing, welches komplexe Analysen von Daten und Textgenerierung in ansprechender Zeit erst möglich machen. Nicht zu Letzt ist die Textgenerierung auch als ein Teil eines branchenübergreifenden Trends zur Automatisierung wissensbasierter Arbeit zu sehen.

altii: Es gibt unterschiedliche Anbieter und Ansätze bei der Textgenerierung, was sind die Unterschiede?

Bubenzer: Es gibt Unterschiede auf mehreren Ebenen: Zum einen ist da die Frage, wie viel Sprachverständnis die Software tatsächlich mitbringt? Es gibt Ansätze, wo die Maschine tatsächlich so schlau ist, dass sie Sprache in all ihren Facetten selbstständig bilden kann. In einem anderen Ansatz setzt der Generator seine Texte aus Textschnipseln zusammen, die vorher von Redakteuren eingetippt worden sind. Zum anderen gibt es erhebliche Unterschiede dabei, wie tief greifend ein Themengebiet von der Maschine verstanden wird. Auch hier reichen die Ansätze von eher einfachen Ad-hoc-Lösungen bis hin zu einem Detailgrad, der dem Wissensstand eines echten Experten nahekommt.

altii: Und welchen Ansatz verfolgen Sie bei 2txt?

Bubenzer: Wir setzen voll auf „Tiefe Textgenerierung“. Dabei werden sprachliche aber auch inhaltliche Aspekte eines Themas sehr tief gehend bearbeitet. Unsere Texte sind dadurch sprachlich sehr vielfältig und unser Generator ist innerhalb von Themenfeldern sehr flexibel einsetzbar. Er zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass er auf unvorhergesehene, neue und unbekannte Ereignisse reagieren kann und diese korrekt vertextet.

altii: Welche Sprachen unterstützt Ihre Software zurzeit?

Bubenzer: Im Moment kann unsere Software Texte auf Deutsch generieren, Englisch unterstützen wir ebenfalls bald. Der genaue Zeitplan für weitere Sprachen ist noch nicht festgelegt.

altii: Heutzutage wird viel über die Künstliche Intelligenz geredet. Welchen Status hat Textgenerierung innerhalb der Künstlichen Intelligenz?

Bubenzer: Textgenerierung ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Viele Experten gehen heute ja davon aus, dass wir uns durch die Fortschritte der Künstlichen Intelligenz am Beginn einer neuen industriellen Revolution befinden. Diese Revolution wird die Welt, in der wir leben, vollkommen verändern. Die Fähigkeit von Maschinen, Geräten und digitalen Diensten zu sprechen, um mit Menschen zu kommunizieren, wird ein wichtiger Teil davon sein. Textgenerierung ermöglicht das und ist deswegen eine Schlüsseltechnologie bei der Entwicklung wirklich smarter und intelligenter Systeme.

altii: Danke für das Gespräch.

Kontakt:
Johannes Bubenzer, +49 30 558 765 26, bubenzer@2txt.de, http://2txt.de/

“e-Health als soziale Investionschance.“

SPOTNiQ entwickelt digitale Produkte und Services. Die Firma wurde als Start-up 2015 in Frankfurt am Main gegründet und konzentriert sich auf die Zusammenarbeit mit Krankenhäuser und anderen medizinischen Einrichtungen und Dienstleistungserbringern. Der Gründer Peter Pawelski verfügt über 15 Jahre Erfahrung im komplexen Lösungsgeschäft in der IT und Telekommunikationsindustrie und hat sieben Jahre bei einer gesetzlichen Krankenkassse gearbeitet. Seine Schwerpunkte liegen in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie der Verknüpfung und Etablierung interdisziplinärer Netzwerke.

altii: Peter, wie ist der Name SPOTNiQ entstanden?

Peter Pawelski: Wie so vieles im Leben – Zufall. Fast jeder kennt „Sputnik“, den ersten Satelliten, der die Erdumlaufbahn erreichte. Der Name bedeutet im russischen „Weggefährte“. Daraus wurde bei mir der Kunstbegriff „SPOTNiQ“ und steht für den englischen Begriff „SPOT“ - Fokussieren, „N“ wie Netzwerk und iQ als Synonym für Intelligenz. –  zusammengefasst also in etwa „Fokussierung auf intelligente Netzwerke“.

altii: Da ist ja schon eine Prise Witz enthalten. Funktioniert denn Humor und Digitalisierung?

Pawelski: Unbedingt! Als 2014 der Begriff der Digitalisierung in der breiten Bevölkerung bekannt wurde, lancierte die Industrie negativ besetzte Begriffe wie „Digitale Disruption“ und verunsicherten damit die Menschen.

Dabei liegen in der Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und des Austausches untereinander. Und das macht sehr viel Spaß.

altii: Dein Unternehmen hat die Vernetzung zur Zielsetzung und zwar Menschen mit Menschen und zusätzlich mit Dingen. Was bedeutet das denn?

Pawelski: Nun, nach meiner Definition der Digitalisierung der Wirtschaft steht der Mensch im Mittelpunkt und die Technik hat die – zugegeben – wichtige Funktion, die Menschen untereinander aber auch mit Maschinen zu verbinden.

Um ein Beispiel zu nennen, ist das die direkte Verknüpfung eines Diabetespatienten mit seinem Arzt über ein intelligentes Blutzuckersystem.

altii: Sicherlich eine große Hilfe für Patient und Arzt. Kann ich das heute schon bei SPOTNiQ bekommen und wie funktioniert es?

Pawelski: Noch nicht heute, aber in naher Zukunft. Momentan schauen wir uns modernste medizinische Systeme an, mit denen der Blutzuckergehalt durch neue Methoden gemessen und punktgenau Insulin injiziert werden kann. Und da gibt es richtig interessante und smarte Produkte.

Bei der Auswahl achten wir insbesondere darauf, dass die Systeme „Internet der Dinge“ fähig sind oder durch uns dazu gemacht werden können.

Parallel dazu analysieren wir, wie die Interessen des Patienten und des behandelnden Arztes sind, übertragen diese in eine Prozessbeschreibung, programmieren eine einfache Software, verknüpfen das Ganze und fertig ist das digitale Produkt.

altii: Und warum sollten das die Patienten und Ärzte nutzen?

Pawelski: Die Patienten wollen durch ihre Krankheit so wenige Einschränkungen im Alltag wie nötig erfahren. Dem gegenüber möchte der Arzt so effektiv wie möglich arbeiten. Und am besten soll der Alltag für Beide so bleiben wie er ist, nur mit weniger Aufgaben.

Unser Ziel ist es, genau diese Anforderungen durch den Einsatz der digitalen SPOTNiQ Produkte zu erfüllen.

altii: Jetzt sind ja Gesundheitsapps und Freizeittracker als Datenkraken in aller Munde. Wie sieht es denn bei SPOTNiQ mit Datenschutz und Datensicherheit aus?

Pawelski: Ein sehr wichtiges Thema. Basis unserer Produktentwicklung bildet der Datenschutz im Zusammenspiel mit Anforderungen der „Cyber Security“ und einer permanenten Zertifizierung der Services. Es reicht  nicht mehr aus, sich einen Status Quo zertifizieren zu lassen, sondern es sollte ein laufender Prozess der Weiterentwicklung der Sicherheitsfunktionen sein, um gegen Angriffe von Außen gewappnet zu sein.

altii: Gibt es denn 100% Sicherheit?

Pawelski: Wie bei vielen anderen Prozessen auch gibt es keine Sicherheit zu 100%. Es ist ein ständiges Abwägen der Vorteile und der Risiken. Wir glauben, dass durch die hochsichere und hochverfügbare Bereitstellung von digitalen Gesundheitsservices, die Gesundheit eines jeden Einzelnen verbessert werden kann.

altii: Der Begriff „Digitalisierung“ verunsichert viele Menschen. Ist es ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit?

Pawelski: Meine persönliche Meinung dazu ist klar: Die Digitalisierung ist eine enorme Chance die Welt für jeden Einzelnen besser zu machen. Allerdings benötigen wir den Mut dazu die vielfältigen Möglichkeiten anzunehmen und verantwortungsvoll das Beste daraus zu gestalten.

altii: Was meinst du mit verantwortungsvoll das Beste gestalten?

Pawelski: Der Gesetzgeber hat mit dem Patientensicherheitsgesetz im Zusammenspiel mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung, die 2018 in Kraft tritt, sinnvolle Regeln geschaffen, die Patientenrechte stärken und die Basis bilden, in einem rechtssicheren Raum, ganz neue digitale Produkte und Services zu schaffen.

altii: Was treibt dich an, SPOTNiQ weiterzuentwickeln?

Pawelski: Unser Ziel ist das erste große e-Health Start-up im B2B Markt - Made in Germany – zu werden. Wir arbeiten in sehr sensiblen Bereichen. Es geht um Patientensicherheit und Datenschutz aber auch um die Steigerung der Effektivität. Und dafür wollen wir mit SPOTNiQ unseren Beitrag leisten und suchen Venture Capital.

altii: Dann bleiben wir gespannt, was wir als nächstes von SPOTNiQ hören. Alles Gute!

Pawelski: Danke.

Kontaktinformationen:
Peter Pawelski
pp@spotniq.de
+49 170 384 89 29
www.spotniq.de

Potential benefits of a precious metals allocation

Adding a precious metals allocation to a diversified stock-bond portfolio has historically increased portfolio efficiency – lowering risk while increasing return. Precious metals act as core risk management tools for investors by providing effective diversification against risk assets, helping reduce performance drawdowns during equity market volatility and serving as a hedge against market turmoil.

Precious metals such as gold, silver, platinum, and palladium have grown in prominence in recent years as viable investment alternatives to include in asset allocations. Despite being one of the oldest financial instruments, however, precious metals largely remain an underutilised and overlooked investment option for many investors’ portfolios. This may present an opportunity for many to further diversify and benefit from the distinct investment characteristics precious metals have historically offered within an asset allocation.

Furthermore, the performance of individual precious metals varies over time with no one metal continuously leading the others. A diversified basket of precious metals tends to perform more consistently versus any single metal and creates an exposure to both the cyclical and non-cyclical drivers of gold, silver, platinum, and palladium as a whole. A basket offers further opportunities to benefit from diversification advantages of an asset class while maintaining the unique qualities inherent to the individual precious metals.

A key benefit from investing in precious metals lies within its distinct role as a risk management tool. Precious metals wear many hats on the risk management front and thereby serve as a dynamic and multi-faceted hedge against many forms of risk. They also have a track record of protecting investor portfolios against severe market drawdowns. This role as a risk management tool is especially useful for long term investors seeking to continually hedge against a broad spectrum of both known and unknown risks.

Precious metals have historically shown low correlations with most asset classes, particularly equities. Over the past 20 years, precious metals have carried lower correlations to both US and global equities than other alternative investments (see Exhibit 1). The source of this low correlation lies within the diverse sources of demand across gold, silver, platinum, and palladium. Pro-cyclical sources of demand (jewellery, consumer, and industrial applications) increase as growth and incomes increase along with the economy.

Counter-cyclical sources of demand, primarily investment demand, pick up during economic slowdowns and market pullbacks as interest in stores of value and defensive assets increases. These pro-cyclical and counter-cyclical sources occur at different times and result in low overall correlations to the broader market and economic cycle. As a result, precious metals can act as effective diversifiers against traditional risk assets, particularly equities. By holding precious metals, investors can help diversify against their equity exposure.

This attribute is even more critical because diversification has become more challenging to achieve following the 2008 financial crisis. Correlations across alternative investments rose dramatically in 2008 compared to the preceding period from 1996 to 2007. Following 2008, however, several alternative investments’ correlations and equity exposure to global equities remain elevated compared to their pre-crisis levels, particularly commodities and REITs. Meanwhile, precious metals remain an exception - further highlighting their effectiveness as a true alternative investment.

Precious metals also remain resilient during extreme events and market turmoil. This can be seen in their relative performance against global equities during several key events of market uncertainty in recent decades (see Exhibit 2). A precious metals basket performs admirably (posting positive returns) during these periods of heightened turmoil and volatility where global equities have shown negative returns and large drawdowns.

During these events, global equities experience large sell offs in response to investors seeking to reduce exposure to risk assets and seek more stable, defensive investments in an environment of rising fear and uncertainty. This performance showcases precious metals’ ability to help protect against downside risks and its chief role as a risk management tool for investors to manage their equity exposure within portfolios.

It is evident that precious metals are distinct and effective diversifiers, but the true benefit of a precious metal allocation emerges when they are added to a diversified portfolio allocation. By adding precious metals to a diversified stock- bond portfolio, the portfolio efficiency can increase – whereby the portfolio risk is lowered while the portfolio return remains the same or increases – compared to diversified portfolio without an allocation to precious metals.

This principle can be illustrated using a precious metals basket and a fixed 60% stock and 40% bond allocation (60/40), which is typically referenced as a default proxy for a diversified portfolio of a balanced or moderate risk profile. Starting with the example of a 60/40 allocation without any precious metals in the portfolio, it is observed that the total portfolio return since is 3.9% annualized and the total portfolio volatility is 9.5%. Subtracting the return on the 3 Month US Treasury Bill (a proxy for a “risk-free asset”) from the portfolio return and dividing by volatility yields a risk-adjusted return metric (the Sharpe ratio) for the 60/40 portfolio of 0.22. This ratio can be increased by adding a precious metals basket allocation under different scenarios and weights. A 5% precious metals allocation funded by reducing the equity allocation from 60% to 55% yields a drop in portfolio volatility to 9.0%, the portfolio return increasing slightly to 4.2%, and the Sharpe ratio rising to 0.26 from 0.22 (see Table 1). Additionally, the annualized return and Sharpe ratio increased to 4.4% and 0.29 respectively, while the volatility dropped to 8.7% for a 10% precious metals allocation.

These results reflect the efficiency and effectiveness of precious metals as a diversifying asset against equity risk. As the allocation to stocks was lowered in the portfolio and replaced with precious metals, the portfolio became more efficient over the long run. The realized benefits of incorporating precious metals into an allocation, however, are not limited by only reducing stocks. This same principle can be applied by replacing both stocks and bonds in a portfolio to fund an addition of precious metals.

Turning to an example whereby the 60/40 portfolio is reduced proportionately (“pro-rated”) between stocks and bonds (maintaining a 60/40 ratio between stocks and bonds) to allocate to precious metals, the portfolio still experiences an increase in efficiency. A 10% allocation to precious metals with 90% allocated to a 60/40 split of stocks and bonds, sees portfolio volatility fall to 9.3% compared to 9.5% for a portfolio holding no precious metals. Additionally, the Sharpe ratio increases to 0.26 as the portfolio return increased slightly and as the portfolio risk fell by adding precious metals to the mix.

This highlights that regardless of whether precious metals are added by reducing only stocks or both stocks and bonds the result is a more efficient asset allocation. As this simple example illustrates portfolios can better manage risk and return levels by having an active allocation to precious metals. While the proper weighting will vary depending on investors’ different risk profiles and investment objects, a zero percent allocation to precious metals remains sub-optimal.

Don your CAPE to outperform

CAPE serves as a more effective valuation metric in forecasting long term equity market returns relative to its 12-month trailing PE. The wide gulf in valuations of global equity indices provides investors an opportunity to outperform global benchmarks by increasing exposure to cheap countries while reducing exposure to expensive countries. A simple active strategy used in the CAPE model has successfully outperformed global benchmarks over the past 11 years by an average of 1.8% annually.

Hunting for value in CAPE

Investors are frequently known to misjudge when to gain exposure or exit the stock markets as fear and greed prevail over rational thought. In fact most economic forecasts and analyst reports at the start of the year have misguided investors due to their inability to predict the unknown unknowns that occur over time. In the current scenario of high volatility and mediocre corporate profit growth, we believe it would be prudent for investors to turn to valuations as a superior predictor of long term global equity market returns.

The cyclically adjusted price-earnings ratio (CAPE), measures the ratio of the current market price to the average inflation- adjusted profits of the ten preceding years. It was popularised by economist Robert Shiller and is considered the most reliable yardstick for valuations as it adjusts for temporary, highly misleading swings in profits thereby addressing the weakness of the classic price to earnings (P/E) ratio. CAPE helps to gauge whether the valuation of an equity market is high or low compared with its profit level. We believe CAPE to be the single best gauge for measuring future stock market returns as it has outperformed not only P/E ratios but other well-known metrics such as government debt to GDP, dividend yield and the Fed model (Earnings yield/Bond yield). However, it is worth pointing out that CAPE is not as efficient in timing market bubbles and chasing short term profits as it is in forecasting long term future returns from global stock markets. Conversely, it can shield investors from making brash decisions in times of crisis.

Divergence of global CAPE valuations beckons an opportunity

The past 8 years of excessive monetary easing, political uncertainty, diminishing corporate profits and a rise in share buybacks and changing dividend pay-outs have created a wide gulf in valuations globally favouring some countries over others. On observing the cape valuations of 52 global equity markets, the United States small caps emerged as the most expensive market globally at 43x. In addition US large caps feature in the top 10 most expensive countries with a cape of 21x. The S&P 500 Index is trading at a 30% premium to its long term average of 16x, these levels were last exceeded before the 1929 great depression, the 1990 dot com bubble and the 2008 financial crisis. Irish stocks appear the next most expensive and therefore hold a less favourable outlook.

Greece remains the world’s cheapest market with a CAPE valuation as low as 1.7x. Among the emerging markets – Russia, Brazil and Turkey appear attractively valued and CAPE valuations have been suggesting this for a while. While the slump in oil prices at the start of 2016 and Western sanctions have deterred investors from investing in Russia, the country’s equity markets remains attractive and is the second cheapest market globally. In Europe – Spain, Portugal and Poland are poised to deliver higher inflation adjusted annual returns over the next decade. While Spain is struggling with high unemployment levels and structural issues, its economic growth currently and over the last three years has outpaced the European Union. Not to mention its equity market remains home to highly successful multinational companies such as BBVA, Santander, Inditex and Telefonica.

The CAPE model works

We believe the wide differences in the CAPE valuations among 52 global equity markets provide investors with an opportunity to exploit. This can be executed by taking a positive exposure to the cheapest ranked 10 global equity markets and a negative exposure to the most expensive ranked 10 global equity markets according to CAPE. The strategy is rebalanced on a quarterly basis to reflect the changes from quarterly earnings season. Each quarter, the long and short positions in the portfolio are rebalanced based on the changing CAPE valuations versus the long term average. On back testing this strategy since 2005, the model successfully outperformed its benchmarks- the MSCI All Countries World Index and the FTSE All World Index by a significant margin of 31% and 25% respectively.

The CAPE model yielded an annualised return of 5% exceeding the global benchmarks at a lower volatility of 16.3%. The model was able to deliver a Sharpe and Information ratio of 0.21 and 0.11 respectively at a remarkably lower beta of 0.48 over the past 11 years. Furthermore, it trades at a relatively low frequency of once a quarter with an average annualised gross portfolio turnover of 40%.

Diversify your risk & reap modest returns

The wide gulf among global equity market valuations offers investors the opportunity to favour the cheap global equity markets versus the expensive. The CAPE model enables this, by using a tactical strategy to gain exposure to the cheaper markets and reduce exposure to the more expensive, thereby spreading an investors risk over the long term. In doing so, investors are able to contend with current heightened levels of volatility whilst achieving modest annualised returns over the long term. While CAPE by no means is a perfect indicator, it is superior to the majority of valuation metrics in forecasting long term equity returns. While there is always the risk that cheap gets cheaper and expensive could outperform, we believe prices will eventually mean revert to reflect underlying fundamentals.

"Combining two complementary viewpoints, which provide a more complete picture of investment risks and opportunities"

Laurent Nguyen explains in the latest issue of the ifund fundmanager interview, how he combines financial analysis with multi-dimensional ESG analysis in the Pictet European Sustainable Equities fund. Thereby, he aims at outperforming over the full market cycle but especially in times of high volatility and an uncertain environment.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?
Our philosophy is to select companies by applying a unified view of sustainability in both the financial AND extra-financial dimensions. We believe in blending the respective skills of judgmental, quantitative and ESG analysts to build defensive, diversified, albeit active, portfolios. Since our dual quantitative-ESG expertise dates back to the late 90s, we are convinced that the experience gained over those years coupled with our highly-skilled team members are our most precious assets.

Literally, the word “sustainable” denotes what is able to last or continue for a long time. In-line with this definition, we take a very candid approach to sustainability by investing in companies which, in our view, are more likely to still be there in the future. We are convinced that such companies should have two key features:

  • Financial robustness, in order to generate attractive risk-adjusted returns and face economic downturns.
  • Corporate responsibility, in order to make better long-term decisions 

Our investment objective is to deliver superior risk-adjusted returns by investing in companies that excel in both dimensions. By contrast, we seek to avoid companies that partially meet our investment criteria, for example by generating profits at the expense of society or the natural environment.

We achieve this by combining two complementary viewpoints (financial and extra-financial) which, taken together, provide a more complete picture of investment risks and opportunities.

How do you add value for your investors?
On the financial side, we apply a proprietary framework for assessing companies’ financial robustness. This is our Quality framework developed after the 2008 financial crisis and based on the observation that extra-financial analysis by itself was a necessary but not sufficient condition for generating attractive risk-adjusted returns over a full market cycle.

Our proprietary framework is based on what we call the 4 P’s of “quality”: Profitability, Prudence, Protection and Price.

  • Profitable companies are less-likely to take short-term, potentially counter-productive, measures due to market pressures. The comfort of a wide economic moat should translate in better strategic, value-enhancing, decisions in the long-run.
  • High financial leverage and aggressive M&A policies are double-edged swords. Prudent companies should be less vulnerable than their reckless peers during and after the unavoidable “hangover” phase.
  • Companies having demonstrated their ability to better navigate the economic cycle tend to provide down-market protection which is in-line with our conviction that in the long-run, to gain more, you have to start by losing less.
  • For a given stream of future cash-flows, the higher the price, the higher the riskiness (i.e. duration) of the asset. Moreover, stocks with high expectations embedded in the price are more likely to disappoint than others. Thus, attractively-priced companies are expected to outperform over the long-run.

Quality companies can hence be described as high and stable return businesses that are resilient to economic cycles and attractively priced. We analyze companies along those four axes by using financial indicators which capture the essence of each “P”. 

Similar to our financial analysis, we apply a multi-dimensional approach on the ESG side. We articulate our ESG research framework around four key pillars (Governance, Operations, Products, Controversies). This framework provides us with a strong basis for gaining further insight in corporate responsibility, detecting green washing, and integrating innovative data sources as they become available to the marketplace.

  • Governance is an important factor due to key role of board members in shaping a company’s long-term strategy and managing potential conflicts of interests between principals (shareholders) and agents (senior management). Our assessment includes conventional aspects of corporate governance (e.g. board composition, executive remuneration, auditing and shareholder’s rights) as well as unconventional aspects such as accounting integrity (which aims at detecting potential overstatements of revenues/assets and understatements of expenses/liabilities) and tax citizenship which measures the extent to which companies pay abnormally low corporate tax.
  • Operations focus on measurable environmental and social impacts of a company’s activities, including but not limited to: greenhouse gas (GHG) emissions, energy efficiency, water intensive operations, process and occupational safety. These factors are deployed in sectors where they are most material.
  • Products seek to identify companies that generate positive or negative externalities on society and/or the environment through their product mix. Products and services that we seek to gain exposure to include: zero and low carbon energy sources, energy efficiency solutions, pollution control, water & waste management, life & health insurance, healthy & organic food, healthcare equipment and services, and finance to SMEs. By contrast, products & services that we seek to avoid include: oil and coal, carbonated soft drinks, fast food, pesticides and insecticides, investment banking and high frequency trading. Hard exclusions apply to companies with at least 5% turnover in weapons, nuclear, tobacco, alcohol, gambling, pornography and GMOs.
  • Controversies enable to identify serious and recurrent cases of bribery and corruption, market abuse, supply chain and labor issues, pollution incidents or product scandals. This factor provides a good proxy of company reputation and adherence to universal principles such as the UN Global Compact.

In order to maximize the potential to deliver superior risk-adjusted returns based on financial and extra-financial analysis, we implement a systematic, scalable portfolio construction process, which builds upon our fundamental and quantitative skills.

How do you generate investment ideas?
As managers blending quantitative and fundamental analysis, our process is bottom-up by design. Our positioning reflects our ESG and quality assessment. We do not visit companies. 

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?
Our team is structured around three poles of research: quantitative, financial, ESG. Moreover, as systematic investors we rely on a robust IT infrastructure. The team comprises 7 people with a double-digit year average seniority.

In which market environment does your investment style work best?
Our multi-dimensional quality approach favors companies that tend to outperform the market over a full market cycle while being less risky than their peers. While tending to outperform over a full market cycle, our fund works best in highly volatile, uncertain environments. It is fact based evidence that in a global economy stuck in a climate of low growth and low inflation, the companies that tend to do well are those with stronger balance sheets and greater pricing power. Such stocks are less volatile over the long run, and tend to deliver stronger returns in distressed periods. An equity portfolio composed of financially robust companies can spread risk far more effectively over the course of the economic cycle. 

Beyond the cycle itself, the fund is also set to benefit from the gradual shift to a more sustainable economy driven by changing consumer preferences, technological advances, more stringent regulation and other measures that seek to protect public health and the environment.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Especially after the Brexit vote, Europe is at a crossroad. Uncertainty will be high and markets will be even more dependent on policy responses. In that environment, we are confident that our natural defensive stance should deliver attractive risk-adjusted in the years to come. We consider that the biggest risk lies in the banking system.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?
Responsible investment is completely embedded in our stock selection criteria and ownership practices.  We only invest in companies that are within the top 50% of our ESG assessment.  We exercise our voting rights systematically and do not lend our shares, which enables us to vote on 100% of shares held in the portfolio. Portfolio companies are closely monitored to provide an early warning in case an accident happens. If the issue is serious and is not properly addressed by management, we will sell off. We also publish the ESG characteristics and composition of the portfolio on a quarterly basis. For example at the end of March, we were invested in companies that are 33% less carbon intensive than the MSCI Europe.

The sustainable nature of the fund is recognized by the German Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) which awarded two stars in 2015. See http://nachhaltigkeitsprofil.forum-ng.org/pictet-european_sustainable_equities-fng_nachhaltigkeitsprofil.pdf.

About Pictet
Founded in Geneva in 1805, the Pictet Group is today one of Europe's leading independent wealth and asset managers, with CHF 424 billion in assets under management or custody at 31 March 2016. The Pictet Group is owned and managed by seven partners ,with principles of ownership and succession that have remained unchanged since foundation.
The Group applies a prudent risk management policy. This policy is expressed in a high liquidity coverage ratio that reflects our conservative balance sheet policies. Furthermore, the Group's equity level is well in excess of the Swiss legal requirements, among the most stringent in the world.
The Pictet Group, headquartered in Geneva, employs more than 3,900 people. It is also present in Amsterdam, Barcelona, Basel, Brussels, Dubai, Florence, Frankfurt, Hong Kong, Lausanne, London, Luxembourg, Madrid, Milan, Montreal, Nassau, Osaka, Paris, Rome, Singapore, Taipei, Tel Aviv, Turin, Tokyo and Zurich.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news,+49 69 57708987

“Unser Ziel ist es, Frankfurter Startups investitionsfähig zu machen!“

Maria Pennanen, Mitbegründerin des Accelerator Frankfurt, spricht im Interview mit altii über den Nutzen von Accelerators für Startups, Investoren und etablierte Unternehmen, die Zukunft Frankfurts als FinTech Hub und den Ansatz des Accelerator Frankfurt.

altii: Hallo Maria, bitte beschreibe uns doch wie Du zu dem Projekt Accelerator Frankfurt gekommen bist und was es damit auf sich hat.

Maria Pennanen: Ich habe seit Jahren mit einzelnen Startups gearbeitet und mich immer wieder gefragt, wie man dies effektiv gestalten könnte. Gleichzeitig hat Ram Shoham, Mitgründer von Accelerator Frankfurt, eine Studie über Startup Hubs erstellt und herausgefunden, was für ein erfolgreiches Ökosystem notwendig ist. Frankfurt hat alles, was dazu benötigt wird, außer den Acceleratoren. Daher haben wir uns entschieden, den ersten Accelerator in Frankfurt zu gründen. Accelerator Frankfurt ist ein internationales, viermonatiges Programm, welches Betreuung, Coaching, Büroräume und professionelle Services für Startups im Wert von über 40.000€ je Startup anbietet. Wir akzeptieren Internetunternehmer, die sich bereits jenseits der Ideenphase befinden und über das Potential verfügen, einen internationalen Maßstab zu erreichen. Das Programm konzentriert sich auf Startups aus den Bereichen FinTech, RegTech, InsureTech, Cybersecurity und WebTech. Unser Ziel ist, die teilnehmenden Startups investitionsfähig zu machen.

altii: Wie helft ihr den Startups denn ganz konkret?

Maria: Wir geben den Startups konkrete Hands-on Hilfe, damit diese fokussiert arbeiten können und mit Themen wie Legal, digitales Marketing, UX (user experience), Partnerfindung u.a. keine Zeit verlieren. Die Startups sollen die Chance bekommen sich in dem vier Monate langem Accelerator Programm voll auf ihr Produkt konzentrieren zu können. Zusätzlich bieten wir auch B2B Verkaufsunterstützung und PoC (proof-of-concept) an. Das Programm beschleunigt zwei Jahre Arbeit auf bis zu vier Monate. Das ist aber nur möglich, wenn die Startups hart arbeiten, wobei wir sie bei jedem Schritt unterstützen. Unser Erfolg ist abhängig von dem in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu erfolgendem Exit.

altii: Was ist Euer Business Modell?

Maria: Wir beteiligen uns mit 5 bis 8% an den Startups und arbeiten eng mit Unternehmen und relevante Akteuren zusammen, die das Programm finanzieren. Die Firmen sind interessiert daran, Accelerator Frankfurt zu fördern, weil wir ihnen einen Zugang zu ausgewählten Startups bieten. Wir bieten die Möglichkeit, Innovation mit begrenztem Risiko zu testen. Nicht zu vergessen sind die potentiellen neuen Kunden oder Kooperationspartners nach der Beschleunigungsphase.

altii: Wie kommen die Startups zu Euch. Gibt es einen Bewerbungsprozess?

Maria: Die Startups erreichen uns durch Empfehlungen von Investoren, unsere Mentoren und Geschäftspartnern aber natürlich auch durch unsere Bewerbungsprozesse. Wir haben in den letzten Wochen mehrere Male Vorstellungsgespräche in Helsinki (FiBAN pitching events und Arctic15), in Israel und natürlich auch hier in Frankfurt geführt.

altii: Was sind Eure Erwartungen an den Standort Frankfurt?

Maria: Wir glauben Frankfurt hat ein enorme Zukunftspotential. Es kann der Fintech Hub von Europa werden. Das Notwendige ist vorhanden: Finanzierung, Marktreichweite, Talent, Regierungsunterstützung und mit der Zeit auch eine gute Mischung aus Acceleratoren. Die kommende Frankfurter Fintech-Zentrum Initiative vom Hessischen Ministerium unterstützt durch Frankfurt Main Finance ist ein wichtiger Ansatzpunkt in diesen Prozessen. Auch der Accelerator Frankfurt wird seinen Firmensitz in dem neuen Fintech-Zentrum an der Messe beziehen. Die ersten Wochen werden sicherlich spannend verlaufen, denn unser Programm fängt am 19. September an. Nach den letzten Informationen öffnet das Fintech-Zentrum erst am 1. Oktober. Wir machen uns aber keinen Stress, denn wir haben schon mehrere Angebote von Banken und Fintechs für temporäre Büroräume.

altii: Für welche Investorengruppe ist Euer Ansatz interessant?

Maria: Vorrangig  für Risikokapitalgeber wie VCs und Business Angels. Wir wollen besonderes den privaten Business Angels in der Rhein-Main Umgebung eine Möglichkeit geben, sich mit Startups auf einer regulären Basis zu beschäftigen. Auf Dauer ist unser Plan, wie die meisten Acceleratoren in Israel und Finnland, einen Fonds zu lancieren. Der Fonds soll in die Startups investieren, und somit auch für institutionelle Investoren interessant werden.

altii: Wann geht es los?

Maria: Unser Bewerbungsprozess ist jetzt offen. Wir nehmen Bewerbungen bis Ende Juli an, aber die Interviews mit potentiellen Startup-Kandidaten haben schon angefangen. Mit Beginn des Programms am 19. September geht es dann richtig los! Alle ausgewählten Startups und unsere internationalen Mentoren werden dann nach Frankfurt kommen. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf den Start. Frankfurt hat alles, was man braucht um einen Fintech Hub aufzubauen. Jetzt ist es Zeit das gemeinsam dem Rest der Welt zu zeigen.

Über Maria Pennanen:
Maria Pennanen ist Investorin und erfahrene Managerin mit fundierten Erfahrungen im B2B-Vertrieb und Marketing innerhalb von Europa und Asien. Maria Pennanens Leidenschaft ist es Startups und KMUs mit ihren Erfahrungen zu unterstützen, die Geschäftsstrategien umzusetzen und international zu etablieren. Zudem engagiert sie sich in zahlreichen deutschen und finnischen Startups; Savedo, Clark, SolarisBank and Newolo sind einige Beispiele davon. Mit über 18 Jahren Erfahrung in dem Bereich Entrepreneurship, hat Maria Pennanen über hundert Startups begleitet und beraten. 

Über Accelerator Frankfurt:
Accelerator Frankfurt wurde im Herbst 2015 von Ram Shoham gegründet, der eine klare Marktlücke für ein unabhängiges Acceleratorprogramm für das Bankingkapital Europas erkannt hat. Basierend auf seiner Forschung wusste er, was erforderlich sein würde, um ein erfolgreiches Startup-Ökosystem zu erschaffen. Seine Erfahrung aus dem Startup-Land Israel und seine lange Unternehmenserfahrung aus Amsterdam, Hong Kong und Shanghai gaben ihm die Gewissheit, dass Frankfurt über alle Voraussetzungen dafür verfügt zu einem bedeutenden Startup-Knotenpunkt zu werden. Mitbegründerin Maria Pennanen, ein Business Angel und eine Startup-Beraterin, trat 2016 dem Programm bei, um es durch ihr Netzwerk und ihre Erfahrung beim Investieren in und Beraten von MNCs, SMEs und Startups in Deutschland und Finnland zu unterstützen.

Kontaktinformationen:
http://acceleratorfrankfurt.com
Twitter @accelerator_ffm
E-Mail mariapennanen@me.com & ram@acceleratorfrankfurt.com
Phone: +49 162-6183448/ Maria Pennanen +49 162-6183992/ Ram Shoham

How to hedge against uncertainty

Gold and precious metals remain the best assets to face market uncertainty, as demonstrated in the past with the global financial crisis and again recently with the UK decision to leave EU. Continued low inflation, slowing manufacturing production and a return to recession are scenarios that should be considered in investor’s next allocation decision. Stocks with resilient revenues should be favoured to protect the portfolio against downside risk during periods of slowing manufacturing production. An allocation into small cap during periods of rising global leading indicator improves the return of a standard portfolio of 40% bonds and 60% equities by 35%.

With the Fed less likely to hike rates, the upcoming US presidential election, UK leaving EU, the ECB adding more stimulus to support EU economies and China struggling to meet growth expectation, 2016 has been so far a challenging year for investors. News and rumours are dictating market movements across the board. Asset classes are moving in tandem as challenges reshape the world. In such a volatile environment, short term tactical trades are favoured with investors forced to review their allocation strategies more often than intended.

In this note, we show the best and worst performing assets under different scenarios based on manufacturing production, inflation and leading indicators. We also look at how to use these assets in a portfolio as a hedge or to outperform.

Gold and precious metals – the best assets to face uncertainty

Contrary to evidence from electoral polls, the shocking EU Referendum result for the UK to exit the Union sent financial markets into a panic. Investors need to be able to hedge their portfolio against shocks where assets across the board are sold off aggressively due to unexpected events.

We looked at how each asset class performed six months following three recent financial crises: the global financial crisis, the Arab Spring and the Chinese market closure.

The above chart shows that gold and precious metals remain the best assets to hold in a portfolio during periods of high market uncertainty. After each market shock, gold returned 21%, 22% and 24% (non-annualised), while a precious metals basket returned 15%, 30% and 23%. Bonds also tend to perform well during these periods.

Stocks with resilient earnings – a protection from the downside

The future of the UK and the EU is adding to global financial market uncertainty, which could in turn impact economic growth. Which assets stand out in periods of slowing growth?

The above chart shows the best and worst performing assets during periods of slowing global manufacturing production. The returns represent the average monthly returns of assets during the months where global manufacturing indicators were at the lowest over the past ten years.

Stocks with resilient revenues such as energy MLPs, Cybersecurity or small caps tend to perform best because of the nature of their businesses. Clients of midstream MLPs tend to sign contracts over the long term while demand for niche businesses such as cybersecurity tend to be inelastic to price and non-cyclical.

Combining inflation and growth indicators

In this section, we are analysing assets performance under four different economic scenarios that combine global inflation and growth.

As summarised in the below table, we observed that during periods of slowing growth, energy MLPs and cybersecurity perform well regardless of inflation.

China and EM stocks, as well as robotics are ranked among the top ten performers during low inflation periods regardless of global growth, while EM bonds are ranked sixth in a high inflation and slowing growth environment.

Agricultural commodities are more concentrated in the bottom right of the table where inflation is high and growth is rising.

Metals with industrial applications benefit most from a rising growth environment regardless of the inflation dynamics, while gold performs best in high inflation periods alongside slowing growth.

Looking at the table, it is interesting to note that US small cap stocks are ranked among the top ten performers in three out of the four scenarios, the exception being in growing manufacturing production and high inflation environment.

The case for small caps

Based on the previous scenario analysis, we have devised a relative trade strategy between small caps and large caps and analysed the impact on the portfolio’s risk/return profile.

In our analysis, we use a portfolio of 60% global large caps and 40% global bonds as our benchmark and we use an in-house global leading indicator as a trade signal. When the global leading indicator is rising, signalling an economic expansion, the portfolio allocates the 60% equity component into small caps. When the global leading indicator is declining, signalling a slowdown in economic growth, the portfolio re-allocates the equity component into large caps at 60%.

The above chart shows that the relative trade portfolio with small caps replacing large caps during expansionary periods outperformed the benchmark by 35% over a period of 17 years, posting an information ratio of 0.6.

The relative trade portfolio strategy also enhances the Sharpe ratio from 0.42 with the benchmark to 0.58.

Externer Vertrieb als Zukunftsmodell auch für den deutschen Markt

Alexandra von Kalnein, Hyde Park Investment 

Third Party Marketers bieten exklusiven Zugang zu Risiko-optimierten Anlagestrategien von internationalen Asset Managern ohne deutsche Präsenz 

Third Party Marketers sind in angelsächsischen Ländern auch unter dem Namen Country Introducer oder Investment Marketing Services seit vielen Jahren bekannt. In Deutschland hat sich dieser Dienstleistungsbereich bis jetzt noch nicht überzeugend etablieren können und leidet vereinzelt unter dem zweifelhaften Ruf der Placement Agents. Das soll sich ändern, um der generellen Strukturveränderung der Asset Management Branche hin zu einem Aufbrechen der Wertschöpfungskette Rechnung zu tragen! Ursprünglich entwickelte sich diese Art des externen Vertriebs in der Private Equity und Hedgefondsbranche in den 90er Jahren. Den damals relativ kleinen Finanzunternehmen fehlten das Netzwerk und die Kontakte zu institutionellen Investoren, den "Limited Partners", für die Beteiligungen und geschlossene Fonds in Frage kamen. In diese Lücke sprangen unabhängige Berater, oft ehemalige Vertriebsexperten etablierter Fondsgesellschaften oder Investmentbanken. Damit war die Branche des Third Party Marketing geboren. Im Zuge der Finanzkrise suchten Investoren ab 2008 zunehmend nach diversifizierten Produkten abseits der etablierten großen Anbieter und dies nicht nur im Hedge Fonds sondern auch im Long-Only Bereich, so dass sich das Produktangebot und auch die Investoren Basis der Third Party Marketers ausweitete.

Ein Third Party Marketer ist im Hinblick auf das Geschäft hierzulande ein externer Experte, der für eine Reihe ausgewählter, in Deutschland überwiegend ausländischer Fondsgesellschaften die Vertriebs- und Kundenbetreuungsaktivitäten vor Ort übernimmt. Je nach Investoren Profil konzentriert sich der Third Party Marketer dabei auf institutionelle oder private Anleger. Hierzulande hat sich bis jetzt allerdings der institutionelle Vertrieb durch Third Party Marketers nur bedingt und der Retail (bzw. Wholesale) Vertrieb in Nischen-Assetklassen bzw. Produkten etabliert. Insgesamt gibt es rund ein Dutzend Kleinanbieter, die eine Reihe von Gesellschaften vertreten. Ihre öffentliche Präsenz ist gering und eine Vernetzung untereinander findet so gut wie nicht statt. Auf Seiten institutioneller Investoren, wie etwa Pensionskassen, Versicherungsunternehmen im Rahmen des Deckungsstock Vermögens, Depot A Manager von Banken und Sparkassen sowie Investment Consultants wird nur selten ein Third Party Marketer als ernsthafter Ansprechpartner wahrgenommen. Anders in den angelsächsischen Ländern: Mit über 100 Third Party Marketers in den USA und UK hat sich der Bereich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter professionalisiert. Dafür sorgen auch die internationalen Branchenorganisation The Third Party Marketers Association ("3PM") in den Vereinigten Staaten oder Euro-3PM in England, deren Mitglieder sich rigiden Vorschriften und Transparenzregeln verschreiben.

Dabei kann gerade ein Third Party Marketer bei Auswahlprozessen Zugang zu ausländischen Spezialanbietern und "Exoten" bieten, der über die bekannten Branchenteilnehmer und deren Produktangebot hinausgeht. Ein professioneller Third Party Marketer trifft das Portfolio Management des vertretenen Fonds oder Strategien regelmäßig und ist sehr gut mit den Investmentprozessen der von ihm vertriebenen Produkte vertraut. Ein Due-Diligence Prozess wird vor Aufnahme der relevanten Gesellschaft und Produkte durchgeführt. Dieser Prozess ähnelt dem von Investoren und Consultants insofern, dass er über das reine Performance-Reporting hinausgeht und noch eine qualitative Prüfung der Prozesse bei den in Frage kommenden Managern vor Ort durchführt. Hinzu kommt weiterhin eine “Machbarkeits-Analyse”. Hier enden allerdings auch schon die Überschneidungen, denn Third Party Marketers stellen weder ALM-Studien aus, noch gestalten sie einen Manager-Search oder erstellen die Asset-Allokation für ihre Investoren. Im Gegenteil: Consultants gehören zum Kundenstamm und sind bevorzugte Ansprechpartner, mit denen sich regelmäßig über Marktbewegungen und Trends ausgetauscht wird. 

Es lässt sich darüber streiten, ob ein externer Vertriebsexperte über ein umfangreicheres Wissen verfügt als ein angestellter Kollege. Die Unabhängigkeit sowie die vertriebsabhängige Vergütung sind allerdings aussagekräftige Merkmale, die für den Third Party Marketer sprechen. Third Party Marketers werden ausschließlich auf Basis ihres Erfolges (gemessen am akquirierten Fondsvolumen) von der Fondsgesellschaft vergütet. Die Gebühren für Investoren sind die gleichen wie bei Fondsgesellschaften mit hauseigenem Vertrieb.

Generell sind die Akzeptanz und das Ansehen gegenüber Vertriebskollegen in den USA und Großbritannien höher. In Großbritannien ist die Entwicklung ebenfalls weiter fortgeschritten und professionalisiert: Hier verfügt ein nicht geringer Teil der Mitarbeiter von Third Party Marketers über Qualifikationen wie etwa dem Chartered Financial Analyst (CFA) oder setzt sich aus ehemaligen Portfoliomanagern zusammen. Sie werden daher von Investoren als ausgewiesene Kundenberater mit sehr gutem Kenntnisstand wahrgenommen. In Deutschland wird ein Vertriebskollege oft noch geringschätzig als "nur Verkäufer ohne Fach- und Produktkenntnis" oder aber als Placement Agent mit reiner Vermittlungs- und keiner langfristigen Kundenbetreuungsfunktion betrachtet. An dieser Einstellung haben auch einige prominente Wechsel von ehemaligen Portfoliomanagern wie auch Consultants zum Vertrieb von Fondsgesellschaften noch nichts geändert. 

Das hat allerdings auch mit der Größe des und der Investoren Struktur des UK-Marktes zu tun. Hier werden wesentlich größere Volumina in allen Assetklassen (also auch beratungsintensivere Mandate wie Aktien, Hedgefonds oder strukturiere Produkte) angelegt und diese zum großen Teil durch lange etablierte Third Party Marketers akquiriert. Für viele Fondsgesellschaften mit unter zehn Mitarbeitern sowie weniger als fünf Milliarden Euro Assets under Management, lohnen sich die Kosten für den eigenen Vertrieb kaum. In Deutschland sieht die Praxis bisher anders aus – ein hauseigener Vertrieb wird ausdrücklich auch bei kleinen Fondsanbietern präferiert. Darüber hinaus nehmen einige deutsche Consultants nur Häuser mit physischer Präsenz in Auswahllisten für Investoren mit auf. Ob dies in Zeiten der Hyperdigitalisierung und 24-stündiger Vernetzung weiterhin notwendig ist, kann angezweifelt werden. Als Ansprechpartner für Investoren lohnt sich ein Third Party Marketer, wenn das zu veranlagende Investitionsvolumen generell bei über fünfhundert Millionen Euro liegt und eine gezielte Diversifikation aus dem Heimatmarkt – in dem Fall Europa – gesucht wird, die die Präsenz von Nischenanbietern rechtfertigt.

Der Investmenthorizont deutscher institutioneller Investoren ist nach wie vor nicht genügend auf langfristig ausgerichtete Verbindlichkeiten ausgerichtet: Die deutschen Bilanzvorgaben vermeiden weiterhin einen möglichen Kapitalverlust am Jahresende – anders als in den USA oder auch Großbritannien. Weiterhin stellt die Einführung der Solvency II Regeln besonders die Versicherungsindustrie vor besondere Herausforderungen. Im sechsten Jahr der anhaltenden Niedrigzinsphase besteht daher besonders bei deutschen Investoren die Notwendigkeit, höherrentierende Produkte als Satelliten in ihrer Assetallokation zu berücksichtigen, damit Verbindlichkeiten langfristig gedeckt werden können. Der Trend unter jüngeren deutschen Marktteilnehmern gerade im Bereich der Family Offices und Privatbanken aber auch bei einigen Pensionsfonds geht bereits in diese Richtung. Teilweise auch aus der Enttäuschung gegenüber großen etablierten Fondsgesellschaften heraus, denen es im Gegensatz zu Investment-Boutiquen mit ihren schlanken Strukturen und Kosten eindeutig schwerer fällt, höher rentierende Satellitenprodukte anzubieten.

Die umfangreiche Kenntnis des deutschen Fondsmarktes, seiner regulatorischen Gegebenheiten und Feinheiten, die KWG32-Zulassung sowie langjährige Erfahrung in der Betreuung institutioneller als auch Wholesale Portfolien sind für den Third Party Marketer als Ansprechpartner für deutsche Investoren und ausländische Fondsgesellschaften Voraussetzungen für den Erfolg. Eine paneuropäische Präsenz mit einer nachgewiesenen, lokalen Markterfahrung, sowie eine ausreichende Regulierung und damit auch qualitative Erfüllung der Voraussetzungen der jeweiligen Finanzdienstleistungs Aufsichtsbehörden ist für erfolgreiche Third Party Marketer heute zwingend notwendig: Nur mit einer seriösen Investoren-Betreuung in mehreren Ländern lassen sich die besten Spezialanbieter und Investment-Boutiquen auf übergreifende und langfristige Vertriebsverträge ein. Zumal auch durch die Bündelung der Aktivitäten in mehreren Ländern Kostensynergien gehoben werden können. 

Deutsche Investoren sollten daher in der Zukunft auch Third Party Marketers und ihren Nischenprodukten mehr Gehör schenken.

Über Hyde Park Investments:

Hyde Park Investment (HPI) wurde 2004 von Hako Graf von Finckenstein als Third Party Marketer in London gegründet, um institutionellen Investoren Zugang zu Strategien und Produkten ausgewählter erfolgreicher Fondsgesellschaften ohne eigenen europäischen Vertrieb zu gewähren. Seither hat sich das Unternehmen als einer der führenden Vertriebspartner alternativer sowie traditioneller Fonds für Investoren etabliert: HPI ist europaweit an vier Standorten mit Büros in Großbritannien, Deutschland, Malta und der Schweiz vertreten und hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als fünf Milliarden Euro Kapital für Fondsmanagement-Kunden akquiriert.

Über Alexandra von Kalnein:

Alexandra Gräfin von Kalnein (51), leitet als Geschäftsführerin das Deutschlandgeschäft des europäischen Third Party Marketers Hyde Park Investment seit Januar 2015 von Frankfurt aus. Sie ist Partner des ursprünglich 2004 in London gegründeten Unternehmens und verfügt über mehr als 22 Jahre Erfahrung im institutionellen Vertriebsgeschäft in Deutschland, Österreich und Frankreich unter anderem bei JP Morgan Investment Managers, Axa Investment Managers und M.M. Warburg. Sie war neben ihrer Präsenz in Deutschland auch in den USA und Frankreich tätig und ist viersprachig (Englisch, Französisch, Spanisch). In den USA war sie für den Third Party Marketer EMG Selector Capital Management als Director tätig und hat 2012 als Gründungsmitglied der Multi Boutique Marketers Luxemburg aufgebaut. Frau von Kalnein ist studierte Betriebswirtin und hält einen Executive MBA.

Kontakt:

Alexandra von Kalnein
Managing Director
HYDE PARK INVESTMENT
Freiherr vom Stein Str. 7
60323 Frankfurt
T: +49 69 3487 92424
ak@hydeparkinvestment.com

"Our Convertible Bonds mandate is benefitting from higher levels of volatility!"

In the current issue of the ifund manager interview Davide Basile explains how he leads the RWC Global Convertibles Fund. He talks about his risk-adjusted investment approach and how he constructs the portfolio.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Davide Basile: Our fund aims to achieve high risk-adjusted returns from a diversified portfolio of global convertible securities and combines four main sources of return: bottom-up equity security selection; top-down macro and thematic positioning; careful credit analysis; and the blending of the derivative features of convertibles. Our team aims to capture 60-70% of the upside in equity markets but only 20-30% of the downside. We offer our investors a balanced exposure to the best traits of the convertible bond asset class. The fund is long-only, invests globally and is not managed against an index although over the long term it aims to outperform the broad convertible bond indices. We aim for a ‘delta’ (sensitivity to the equity markets) of approximately 30-50% and place a strong emphasis on maximising the convexity of returns, enabling the strategy to outperform over a market cycle and offer superior risk-adjusted returns to its investors. Our main differentiators can be summarized as follows: The discipline of offering clients pure exposure to the Convertible asset class through a global unconstrained fund. We don’t invest in any synthetic structures, equities or straight debt and only employ derivatives to hedge out currency exposure which allows us to provide our investors with the purest exposure to the asset class. The team’s approach to the asset class and discipline regarding implementation and risk management. We have developed a bespoke and unique approach to risk management. Proprietary tools allow us to disaggregate risk from an equity, credit, interest rate and optionality perspective and allows us to provide our clients with a very high level of transparency of information on the fund’s exposures on a monthly basis.

ifund: How do you add value for your investors?

Basile: We follow an active approach to managing convertible bonds and have centered our approach to the asset class around our discipline in regard to implementation and risk management. My team and I are solely dedicated to managing convertible bond portfolios ensuring that we do not have a bias to the bond or equity component and always aim to be objective in the assessment of both individual bonds and the structure of the portfolio. We place a strong emphasis on maximising the convexity of returns, enabling the strategy to outperform over a market cycle and offer superior risk-adjusted returns, placing particular emphasis on analysing convertibles from a fundamental aspect both in relation to the bond component and the equity component. We incorporates the option/volatility aspects of the bond’s payoff enabling them to achieve a broader perspective on convertible valuations. An understanding of this approach is important in identifying how we have generated significant value in the past.

ifund: How do you generate investment ideas?

Basile: We have developed a strong value-based approach which focuses on both the bottom-up fundamentals and the structural dynamics of convertible bonds. We continuously assess the macroeconomic landscape, in terms of return opportunities and the risks to those views. We consider bonds, equities and currencies to build a top-down framework which represents the global environment, in both equity and credit markets. We then incorporate our thematic and sector views, scaling each depending on deviation from fair value, conviction levels and the perceived risk/reward. With this structure established, we look at the equity value component of convertible issuers; we believe that consistent application of value disciplines is key to outperforming over the long-term. Our individual security selection process starts with a rigorous screening of the whole convertible bond universe. We have created models which allow us to analyse companies, without reliance on broker recommendations and earnings projections, across markets and sectors. In this way we can maximise the global opportunity set. These models are a distillation of the whole team’s thinking and long investment experience; they are intuitive and transparent. Our stock selection is therefore based on solid rationale as to why relative value should persist, and not on back-testing.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Basile: Our team is made up of myself as the lead portfolio manager, Esther Watt who supports me with portfolio construction and Michelle Shi who is in charge of research. We are supported by Makeem Asif and Uday Sikand, both of whom provide dedicated analyst resource. As the lead portfolio manager, I have ultimate responsibility for the positioning, sizing and risk management although we tend to reach a common view amongst the team through continuous discussion most of the time. Given the size of our team, it is easy to reflect changes of view rapidly within the portfolio as we are not limited by an investment committee. Before RWC I was responsible for a similar strategy during my tenure at Morgan Stanley where I was the Head of Global Convertibles and the lead manager for the $1bn Global Convertibles fund and responsible for assets of approximately $1.5bn in total (at peak). I have extensive long-only convertible bond portfolio management expertise and a proven track record.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Basile: The fund targets strong risk-adjusted returns through the full market cycle. The objective is to create a portfolio which captures the upside potential of equities with the downside protection of bonds. We tend to outperform over the full market cycle, however in periods of rapidly rising equity markets we tend to underperform given our bias towards a lower delta range, while we tend to outperform in stable and modestly rising equity markets in addition to declining equity markets given our lower equity sensitivity and higher exposure to volatility.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Basile: As a team we still favour equities over any of the other major asset classes and feel that in the medium-term, markets will go higher, although we expect volatility to remain at heightened levels and therefore it is extremely important to build the right kind of exposure to the asset class. Convertible Bonds, and especially a balanced mandate like ours, can benefit from higher levels of volatility and allows investors to keep some exposure to the equity markets whilst offering protection to the downside. In terms of risks, we consider the current political environment as one of the largest risks in the market today. The upcoming US election and ongoing campaign as well as the strengthening of the fringe parties, both right-wing and left-wing in Europe and the upcoming UK referendum (Brexit) have added to uncertainty and increased volatility in the market. That said, issuance has been stable and valuations have come down this year adding to the attractiveness of the asset class. Our process is bottom-up driven and we do a lot of in-depth work and analysis on individual companies. This allows as to find attractive names and investment ideas even in times when the macro environment adds to uncertainty.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Basile: RWC is not currently a UN PRI signatory however we maintain a cluster munition policy implemented to prohibit investments in securities directly or indirectly related to cluster munitions. The prescribed list of banned investments is coded into the firm’s trading system Longview, thereby preventing trading activity in the securities.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Basile: Due to my US citizenship I cannot invest in SICAV funds and hence have no personal assets in my own fund. I am however a large and growing shareholder of RWC and have been increasing my holdings in the company consistently since my arrival in 2010. The remainder of my personal assets are in real estate.

ifund: What do you do in your leisure time?

What is your preferred hobby and why? Basile: I have two young daughters with who I try to spend as much time with as possible. We enjoy going to the local parks and exploring London together. My wife and I also like going to the theatre, trying out new restaurants and travelling. I enjoy sports and try to work out at least three times a week to keep fit.

About RWC

RWC is a multi-disciplined, independent investment manager dedicated to the belief that well-defined investment philosophies, experience and a creative environment are essential ingredients for exceptional long-term returns. Our core principle is that fund managers should be unconstrained in their investment approach, focused on real risks and aiming for strong total returns over the long term. This underpins our goal to maintain a sustainable organisation where our clients have the conviction that our interests are served best by meeting their long-term objectives. RWC’s culture has become its strength. Our people both define the culture and drive its evolution. Based on simple principles of ethics, quality and enjoyment, our culture underpins the overall organisation’s health. Our structure provides an environment in which talented managers can focus on delivering performance and clients can expect the highest fiduciary standards. Our firm AUM was €10bn, as at 31st May 2016. * AUM includes assets managed under discretionary, segregated, and advisory-only mandates.

About ifund

ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii

alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news,+49 69 57708987

 

“Menschen, Maschinen und Mustererkenner!“

altii war Gast auf der 13. Value-Konferenz von ACATIS. Die Themen waren für uns als zukunftsorientiertes Marketing- und Kommunikationsportal mit einem digitalen Fokus vom Start weg richtig spannend. Das Anwendungspotential von Künstlicher Intelligenz, Mustererkennung, Blockchain und die ganz persönlichen “Lebenslektionen” von Herrn Dr. Hendrik Leber waren interessante Informationen aus der Praxis eines Asset Managers. Am Ende der Veranstaltung war klar, das persönliche Gespräch mit einem “Vordenker” aus der doch eher traditionellen Finanzbranche war ein Muss.

altii: Herr Dr. Leber, auf Ihrer Value-Konferenz wurde viel über digitale Modelle und Künstliche Intelligenz gesprochen. Wie viel davon fließt in Ihre praktische tägliche Arbeit ein?

Dr. Hendrik Leber: In der Praxis können wir davon noch nicht viel nutzen. Im Bereich Künstliche Intelligenz forschen wir zurzeit hauptsächlich noch.
Als Vorstufe bei unserer Aktienanalyse nutzen wir seit vielen Jahren unseren selbstentwickelten Value-Server, der praktisch alle Aktiengesellschaften der Welt enthält. Um aus einem Investmentuniversum von rund 20.000 Aktien die besten herauszufiltern, ist eine maschinelle Unterstützung unerlässlich. Mit unserem Value-Server können wir die Firmen nach vielen verschiedenen Faktoren vorselektieren, z.B. nach hohem operativen Cash-Flow oder niedriger Volatilität. Zudem sehen wir die historische Entwicklung der verschiedenen Kennzahlen. Unternehmen, die wir für interessant erachten, betrachten wir mit unseren Bewertungsmodellen genauer. Wir zerlegen die Bilanz und blicken zehn Jahre in die Vergangenheit und zehn Jahre in die Zukunft. Zum Schluss können wir entscheiden, ob die Aktie aus unserer Sicht günstig, fair oder teuer bewertet ist. Banken und Versicherungen sind Ausnahmen, weil die Analyse komplexer ist.

altii: Wie lange dauerte der Aufbau des Value­Ser­vers?

Dr. Leber: 2003 hatten wir einen Physiker im Team. Er war ursprünglich in der Wetterforschung tätig und kann daher gut mit unklaren und fehlerhaften Informationen umgehen. Aus dieser Arbeit entstand der Value-Server, den wir seit seinem Aufbau kontinuierlich weiterentwickeln. Wir suchen nach unterbewerteten Firmen und erfolgversprechenden Mustern. Und um die besten Auswertungen zu erhalten, testen wir auch schon mal einen ganzen Sommer lang, mit einer Million Durchläufen. Das ist sehr arbeitsintensiv und nach außen nicht sichtbar. Auch führt nicht jede spezifische Suche zu einem positiven Ergebnis. 

altii: Was ist Ihr Hintergrund und wie hat alles angefangen?

Dr. Leber: Mit zehn Jahren habe ich meine erste Aktie gekauft. Mein Vater war sehr finanzorientiert. Er hat mir Wandelanleihen und Bezugsrechte erklärt und viele andere finanzielle Dinge. Nach meinem Abitur habe ich Betriebswirtschaft studiert, weil ich in einem Umfeld arbeiten wollte, in dem jeder der Beste sein kann. Irgendwann kam die Frage auf, wann mache ich mich selbständig. Direkt nach dem Studium war das nichts für mich, ich wollte erst einmal praktische Erfahrung sammeln und sehen, wie das Leben da draußen funktioniert. Erst nach meiner Zeit bei der Unternehmensberatung McKinsey und dem Bankhaus Metzler gründete ich 1994, zusammen mit meiner Frau, die heutige ACATIS Investment GmbH.

altii: Würden Sie aus heutiger Sicht etwas anders machen?

Dr. Leber: Ich würde heute kürzere und klarere Wege gehen ohne so viele Pirouetten. Ich interessiere mich für viele Sachen und habe Spaß daran, neue Dinge zu entdecken. Das macht mein Leben sehr abwechslungsreich, ist aber sehr zeitaufwendig. Aber der Spaß liegt im Entdecken und im Gehen des Weges. In Summe hätte ich meinen Werdegang aber auch in 2/3 der Zeit haben können.

altii: Sie bezeichnen sich als Value-Investor. Sie veranstalten die Value-Konferenz. Was zeichnet Sie als Value Investor aus und wie sind Sie dazu geworden?

Dr. Leber: Value – das ist genetisch! Wenn ich andere Value-Investoren treffe, stelle ich immer wieder fest, die denken alle gleich. Die ersten Fragen lauten: “Wieviel hast Du für Dein Hotel-Zimmer gezahlt?” - “Kann man bei dem Flug noch einen Rabatt aushandeln?” - Value-Investoren sind dauernd auf der Suche nach Rabatten, Schnäppchen und Sonderangeboten, d.h. nach Dingen, die mehr wert sind als sie kosten. Diese Denkweise ist nicht trainierbar, das hat man einfach in sich drin.
Im Studium habe ich gelernt, dass die Kapitalmärkte effizient sind. Eines Tages musste ich eine Firma aus dem Verpackungsmittelsektor verkaufen. Ich hatte nach dem Kapitalmarktmodell „CAPM“ genau ausgerechnet, was die Firma wert sein müsste. Es kam ein Betrag von um die 10 Millionen heraus. Ein interessierter Käufer wollte aber nur 5 Millionen bezahlen, und er war wenig empfänglich für meine CAPM-Argumente. Ich musste die 5 Millionen akzeptieren. 4,8 Millionen war der Buchwert. Also 200.000 Aufpreis und das war es dann. Meine  Erkenntnis daraus war: Die Theorie funktioniert in der Praxis nicht.
Weitere Erkenntnisse zog ich aus der Zeit der Treuhandanstalt, als die Kurse absurd hochschossen und wieder absurd tief fielen. Ich lernte, dass die Kapitalmärkte nicht stabil und Menschen gierig sind.
Mein Interesse war geweckt, und ich schrieb an Warren Buffett, um mehr zu erfahren. Ich bat ihn, mir seine Geschäftsberichte zu schicken, die ich bekam, nachdem ich 20$ für das Porto gesendet hatte. Diese Berichte habe ich einen Sommer lang gelesen und sie machten mir klar, Buffett hat einfach recht! Nach der Lektüre der Geschäftsberichte war das CAPM für mich Geschichte und ich hatte das Value Investing für mich entdeckt.

altii: Die Zinsen sind niedrig. Bleibt das so und was würde das für uns bedeuten?

Dr. Leber: Die Zinsen werden sehr lange niedrig bleiben. Es ist wie bei dem Zauberlehrling von Goethe. Der Vorgang kann nicht einfach gestoppt werden. Das sagte auch Richard C. Koo, der Chefökonom des Nomura Research Institute, auf unserer Value-Konferenz. Das Zinsniveau kann nicht einfach wieder angehoben werden. Mit den billigen Zinsen wird das Weltbild der Firmen, der Anleger und der Staaten justiert. Wären die Zinsen heute um drei Prozentpunkte höher, wären manche Staaten und Firmen pleite und vermutlich hätten auch einige Versicherungen mit Problemen zu kämpfen.
Wir haben eine finanzielle Repression und langsam merken die Menschen, dass ihnen etwas weggenommen wird. Es wundert mich, dass die Jugendlichen nicht laut aufschreien, denn die Älteren werden das Geld zunehmend aus dem System entnehmen, und dann wird für die Jüngeren nichts mehr übrig sein. Offensichtlich haben die wenigsten verstanden, was da auf sie zukommt.

altii: Die Blockchain wurde auf der Konferenz ausgiebig besprochen. Was wird die nächste große Herausforderung auf einen Horizont bis zum Jahr 2025?

Dr. Leber: Die Elektrifizierung des Autos wird die gesamte deutsche Industrielandschaft verändern. Es werden weniger bzw. andere Getriebe benötigt. Batterien und Ladestationen hingegen werden zunehmend mehr Nachfrage erfahren. Das wird den deutschen Mittelstand ziemlich durchschütteln, denn die Abnehmer von z.B. Zylinderkopfdichtungen und Einspritzpumpen werden weniger. Fast zeitgleich wird das selbstfahrende Auto kommen. Das wird die Städte verändern. Es werden weniger Autos gebraucht und die Innenstädte können enger bebaut werden.
Durch die Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz (KI) wird es zunächst schön und dann sehr schmerzhaft werden. Schön ist es beispielsweise, wenn Amazon eine tolle neue Produktidee liefert und Netflix einen interessanten Film vorschlägt. Die KI wird uns helfen, bis irgendwann die ersten Jobs in Gefahr sind, weil Maschinen effizienter sind und Menschen entbehrlich machen. Heute wird noch darüber gelacht, aber morgen wird es Realität sein und dann sind manche Jobs einfach weg.
Auch in der Finanzwelt werden wir große Veränderungen erleben. Schon heute haben Banken weniger Laufkundschaft und Filialen, Fonds werden an Börsen gehandelt und auf Internetplattformen werden Kredite vergeben. Auch die Anlageberatung per Computer wird schon eingesetzt. Künftig kommen auch hier die Inhalte von der Maschine und in kürzester Zeit ist aus dem ganzen Bankgeschäft ein Commodity geworden.

altii: Was passiert mit den Leuten, die hier freigesetzt werden?

Dr. Leber: Die Menschen werden das wegstecken. Das haben sie bisher immer nach mehr oder weniger langen Transitionsphasen. Es werden mehr Menschen im Dienstleistungssektor arbeiten, wo sie unentbehrlich sind. Computer scheitern noch vor so vermeintlich leichten Aufgaben wie eine Tür zu öffnen. Wie sollen sie Essen an den Tisch bringen oder so filigrane Arbeiten wie Haare schneiden erledigen?

altii: Brauchen Menschen denn nicht andere Menschen wegen der Sozialität?

Dr. Leber: Jetzt wage ich einmal eine Anti-These. Es gibt in Asien diesen Chat-Bot, dem sich die Leute anvertrauen. Jeder weiß, es ist ein Computer, der antwortet und dennoch „kommunizieren“ die Menschen mit ihm. Dann gibt es noch diesen Roboter, der aussieht wie eine Robbe und unter anderem in der Altenpflege eingesetzt wird. Wenn die Robbe gestreichelt wird, schaut sie den Menschen an, wackelt mit dem Kopf und blinzelt. Die Menschen fühlen sich mit diesem Roboter sehr wohl. Ein Hund hat eine ähnlich angenehme Eigenschaft, nur verliert er irgendwann das Interesse. Der Roboter nicht.

altii: Wie bereiten Sie sich bei ACATIS auf diesen umfassenden Wandel vor?

Dr. Leber: Für unsere Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz haben wir extra die Quantenstein GmbH gegründet. Hier arbeiten wir mit einigen Experten des Schweizer Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz (Idsia) zusammen. Zwei Stichworte hierzu sind Neuronale Netze und Deep Learning. Mein Ziel ist es, dass die Anlageentscheidung durch die Maschinen vorbereitet wird. Wir diskutieren bei uns, ob es dann noch Mitarbeiter braucht. Im Vertrieb vermutlich ja, im Marketing auch, aber im Bereich der Anlageentscheidung ist das schon fraglich. Wir haben eine bessere Chance, wenn wir die Maschinen nutzen. Sie werden uns viele Dinge abnehmen, und wir müssen uns darauf einstellen.

altii: Was zeichnet die Menschen aus, die heute die Investment-Entscheidungen bei Ihnen treffen?

Dr. Leber: Im Prinzip sind wir Mustererkenner, Menschen die kombinieren und Sachverhalte beurteilen können, die von Maschinen noch nicht erkannt oder bewertet werden können. Viele Dinge kann man noch nicht maschinell aus einem Geschäftsbericht herausholen. Hierfür brauchen wir Menschen, die das Business-Modell verstehen und darüber nachdenken. Dabei geht es weniger um Kreativität sondern eher um die Durchdringung des Themas.

altii: Wie wichtig ist es mit Firmeninhabern oder CEOs von den zu erwerbenden Aktien und Firmen zu sprechen?

Dr. Leber: Für mich ist das nicht so wichtig. Manche meiner Kollegen brauchen das mehr oder weniger. Diese Management-Gespräche können trügerisch sein. Für mich lohnt sich viel mehr der Gang durch die Fabrik. Da sehe ich viel mehr. Manche Firmen versteht man erst, wenn man durch die Hallen marschiert ist. Da denkt man: „Aha, das ist das was ihr eigentlich macht!“ Im Bericht wird von Solutions gesprochen und in der Halle wird ein Stück Metall gepresst. Fazit: Ich will die beste Firma kaufen, nicht einen guten Präsentator.

altii: Vielen Dank für das Gespräch!

Über ACATIS Investment GmbH:
Die ACATIS Investment GmbH ist ein bankunabhängiger, selbst­ ständiger Vermögensverwalter, dessen Kernkompetenz das „Value Investing“ nach Benjamin Graham und Warren Buffett ist.
Das wertorientierte Anlegen ist eine Anlagestrategie, die aktiv ver­sucht, Aktien unter ihrem inneren Wert (Intrinsic Value) mit einer Sicherheitsmarge (Margin of Safety) zu kaufen. Diese Methodik ist seit rund 70 Jahren wissenschaftlich bekannt und praktisch er­ probt. Die Selektion der Wertpapiere erfolgt anhand einer Funda­mentalanalyse. Es werden gezielt Unternehmen ermittelt, deren Firmenwert als stabil und aussichtsreich eingeschätzt wird, die je­ doch zu Kursen deutlich unterhalb ihres Firmenwertes gehandelt werden. Diese kauft ACATIS in der Absicht, sie mehrere Jahre zu halten und erst dann zu verkaufen, wenn sie ihren fairen Wert er­ reicht haben. Aber auch andere Wertpapierklassen werden berück­ sichtigt. Daraus resultieren die langfristig positiven Ergebnisse der von ACATIS betreuten Fonds. Ziel ist es, langfristig die Rendite einer passiven oder trendorientierten Anlagepolitik zu schlagen.
ACATIS verwaltet seit 1994 institutionelle Vermögen nach dem Prinzip des Value­Investing und betreut heute zahlreiche Publi­kums­ und Spezialfonds. Das Spektrum beinhaltet Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds und einen Dachfonds; alle Fonds werden nach dem Value­ Ansatz gemanagt. Drei Fonds verfolgen zusätzlich den Aspekt der Nachhaltigkeit. Der erste Publikumsfonds, der ACATIS Aktien Global Fonds UI, wurde 1997 aufgelegt.

Über Dr. Hendrik Leber:
1975 bis 1978 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni­versität des Saarlandes und an der Hochschule St. Gallen
1978 bis 1979 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Syra­cuse University New York und an der University of California at Berkeley, Abschluss mit einem M.B.A. der Syracuse University in „Finance and Accounting“
1980 bis 1983 Promotion an der Hochschule St. Gallen, Abschluss mit einem Dr. oec. in Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Bankbetriebslehre
1984 bis 1989 Berater und Senior­Projektleiter bei McKinsey
1989 bis 1994 Projektleiter und ab 1990 persönlich haftender Ge­sellschafter bei der Metzler Consulting KG, ab 1994 Geschäftsfüh­rer der hervorgegangenen B. Metzler GmbH und Metzler Consulting GmbH
seit 1994 Geschäftsführender Gesellschafter der ACATIS Invest­ment GmbH

Have your cake and eat it with the contrarian model

Taking a contrarian view to a traditional reading of key indicators of commodity prices boosts the return of traditional portfolios of commodities. Adding a short exposure to the contrarian model allows for drastically lower levels of risk, enhancing the Sharpe ratio to 0.8 over a period of 16 years. According to our analysis, implementation costs are likely to have minimal impact on the overall portfolio performance over the long and short run.

The contrarian model

In our January paper, How to make the best of commodities: the contrarian model, we discussed the concept of a contrarian strategy being applied to indicators that we view as having the largest impact on commodity prices: momentum, inventories, positioning and roll yield.

A traditional reading of these indicators suggests that if price is above its 200-day moving average, inventories are declining, net positioning is increasing or the futures curve (at the short end) is in backwardation, then this should be price positive.

In contrast, the contrarian model is an asset allocation strategy based on the opposite reading of these four indicators. We have derived five unique portfolios out of the contrarian model: one based on each of the above indicators and a fifth one combining all the indicators called the ETFS contrarian model. In this note, we focus on the results of the combined portfolio.

The long only ETFS contrarian model buys a commodity when all four indicators turn price negative and will hold the commodity until all four indicators become price positive. The model will then sell the commodity or take a short exposure to that commodity in the long short version of the model.

The commodity universe is similar to the constituents of the Bloomberg Commodity Index. Each portfolio rebalances to an equal weighting on a quarterly basis and is composed of individual commodity indices using the Bloomberg Commodity Index family as proxy.

A boost with the long only contrarians

In our January paper, our analysis shows that the ETFS contrarian model and inventories are the best performers, posting an annual return of 10.8% on average since 2000. Positioning and roll yield come next with 7.9% per year while momentum underperforms the other model variants with a return of 4% per year.

The ETFS contrarian model outperformed the benchmark, the Bloomberg Commodity Index 3 month forward. The annual return of the model is double the return of the benchmark index over the past 16 years for similar level of volatility, bettering its Sharpe ratio of 0.24 by more than double (0.60).

A cushion with the long short contrarians

So far we looked at the long only version of the ETFS contrarian model where commodities with indicators having a positive impact on prices are simply removed from the portfolio during the rebalancing period. Shorting these commodities actually reduces the annual return of the ETFS contrarian model from 10.8% to 8.3% over the past 16 years.

Although the annual return is lower as shown in the chart below, the volatility of the long short version is also drastically lower than the volatility of the long only version. Adding a short exposure to the model clearly minimises the impact of events such as the financial crisis in 2008 or the slump in commodity prices since 2011.

As a result, the Sharpe ratio increases from 0.24 for the commodity benchmark, to 0.60 for the ETFS long only contrarian model due to higher return, and to 0.78 for the ETFS long short contrarian model thanks to higher return and much lower volatility.

Moving along the futures curves

The total return of an investment into commodities depends on its exposure along the futures curve. The dotted lines in the below chart are portfolios exposed to contracts at the short end of the curve while plain lines are portfolios exposed to the 3 month forward futures contracts, our main focus in this note so far.

While an exposure to front month futures contracts is detrimental to the return of the ETFS long only contrarian model, it actually improves the return of the long short portfolio over the long run.

Efficient also during commodities rout

In this section, we have tested our model over a shorter period, from 2011 to 2016 when commodities were performing poorly and observed similar results: a strong improvement of the Sharpe ratio when implementing the long short version of the ETFS contrarian model.

During these years, the commodity indices were posting an annual return of -11% on average. With the ETFS long only contrarian model, investors were able to reduce the negative return to around -7% and completely erase their loss with the ETFS long short contrarian model. In addition to stronger risk/return ratio, the ETFS long short contrarian model also provides more efficient protection against market downturns.

The above chart shows that fees are likely to have minimal impact on the contrarian portfolio performance. Portfolios composed of commodity ETPs (exchange traded products), on the right hand side, are priced based on the ETP net asset value (NAV) where management fee, swap fee and licence fee are embedded. We can see that the return of the long short contrarian model is down 70bps compared to the portfolio exposed to the front month commodity indices while there is no visible impact on the long only contrarian model. Execution fees applied to portfolios using ETPs also have negligible impact on performance. This is due to the model rebalancing on a quarterly basis and therefore involving a small number of transactions per year.

To sum up, the contrarian model drastically improves the risk/return profile of a portfolio of commodities over the long and short term. The long only contrarian models tend to outperform long short contrarian models in the long run. However, the benefit of the long short contrarian models is much higher thanks to drastically lower volatility. Between 2011 and 2016, the long short contrarian models also provide an effective protection against commodities rout with implementation costs likely to have minimal impact on the model performance.

Investing in hedge funds does not have to be expensive

By Brian Johnson, Head of Investment Solutions, Hedge Funds, at Unigestion.

The high cost structures of hedge funds’ fees are in many respects a remnant of days past. In our view, fees can often be structured in a way that better aligns managers’ interests with those of investors. For those hedge fund investors who are sensitive to relatively high TERs, it is possible to construct more fee-efficient investment solutions, while maintaining the desired risk/return profile.

Unigestion has a long history of working with hedge fund managers, and over time we have seen and invested with expert managers who are able to generate consistent genuine, uncorrelated alpha. We think this is a valuable element of any diversified portfolio, and hence worth paying for. However, a material portion of many hedge fund returns can be explained by market factors, and this is an area where we think it is possible to create fee structures that are more aligned with the value-added by a manager and indeed propose solutions that can deliver market factor exposure in a more fee-efficient manner. Our experience in investing with hedge fund managers enables us to advise clients on the performance profiles that are worth having, as well as how best to structure the fees on such strategies.

In this paper, we offer a case study of a TER-reduction exercise we undertook on behalf of one of our client’s through a two-step approach: making use of lower-cost liquid alternative solutions, and fee transformation discussions with our hedge fund managers.

Please find the full research paper from Unigestion attached on the left.

"A stable development in challenging market environments"

In the new ifund fund manager interview, Markus Pimpl, fund manager of Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure, explains his approach to investing in listed core infrastructure, the risks of such investments and how to construct an infrastructure portfolio with limited downside risk.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure is a daily liquid fund investing in infrastructure operators globally. The fund targets core infrastructure companies, i.e. the actual owners and operators of core infrastructure assets that exhibit a monopoly-like market situation. Partners Group emphasizes the combination of a top-down and bottom-up approach while most listed infrastructure managers follow a pure bottom-up approach. We believe that regulation, the political environment as well as macro-economic and technological factors can have a major impact on achievable returns and that top-down considerations are therefore of great importance.

How do you add value for your investors?

We believe that active management has the potential to add significant value when investing in listed infrastructure. Consequently we construct our portfolio independently, without reference to infrastructure indices which in our view are overly exposed to certain sectors, geographies and regulatory regimes. Our listed infrastructure portfolios tend to be more diversified both from a sector and geography point of view, which helps to mitigate regulatory or sector-specific risks. For example, our decision to significantly reduce pipeline exposure in late 2014/throughout 2015 meant that the impact of falling oil prices on our portfolio was limited. Partners Group also avoids sectors that do not meet our core infrastructure definition, such as power generation which is heavily exposed to energy prices. We have been investing with the same strategy since 2006, thereby demonstrating one of the longest track records in the industry. Furthermore, the fund benefits from the profound knowledge about the regulatory and political environment of Partners Group's global private infrastructure investment team.

How do you generate investment ideas?

We have been investing in private infrastructure since 2001 and in listed infrastructure since 2005. As a result, we cover a universe of listed core infrastructure companies that we actively follow and decide on sector allocations top-down by analyzing return drivers, regulation, etc. This helps us to identify the most attractive risk-adjusted investment opportunities at a given point in time.

At a portfolio level, we monitor changing demographic, social and technological trends that can help identify long-term investment themes. For example, population growth and the demands this places on transport infrastructure and utilities, or the increase in data consumption and the need for new communications infrastructure. We continue to research new ideas. Finally the overall regulatory attractiveness and potential changes of infrastructure sectors and individual companies play a major role in generating investment ideas.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

The team consists of seven individuals, based in Zug, London and Singapore. Reto Munz and myself are responsible for the investment decisions.

In which market environment does your investment style work best?

Partners Group Listed Investments SICAV – Listed Infrastructure was launched almost ten years ago and has outperformed broader equity markets. While the fund was able to develop in line with equity markets in upwards trending markets, the portfolio has proven its defensive characteristic with exposure to inelastic demand and steady, typically inflation-linked, cash-flows which resulted in a more stable development in challenging market environments.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

The biggest risk in the market, as always, is market sentiment. Minor events have nowadays the potential to trigger major corrections. That unfortunately also results in drawdowns for companies that are usually not at all affected e.g. defensive infrastructure assets. However, the recovery is usually faster since the fundamentals typically do not change. Negative regulatory changes and deflation are the biggest risks currently. Even though we are still very cautious about emerging markets, they might offer opportunities selectively. Furthermore, we have a positive view on European transportation infrastructure.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Partners Group implemented responsible investing standards many years back on a firm wide level. Already in 2008, Partners Group became signatory to the United Nations Principles for Responsible Investments (UNPRI). In our listed funds we actually follow two strategies to ensure ESG compliant investment process: passively, like most of our peers, we ensure that we do not invest in companies that are "blacklisted" by various organizations e.g. the Norwegian Government or the World Bank. In addition we apply an active approach that is based on internal assessment and monitoring of potential ESG-risks on company level, the framework of this active process is based on the UNPRI principles. We constantly receive positive feedback in client meetings about the thoroughness of the ESG factors within our investment processes.

How do you invest your own personal assets?

My personal investment philosophy typically matches my professional convictions. Diversification, yield sources outside the "mainstream" and capital protection are key. Private equity and infrastructure obviously plays a major role in this concept. I have also a significant part of my portfolio invested in Partners Group Holding AG shares.

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

In my leisure time I enjoy running, sailing and skiing.

About Partners Group
Partners Group is a global private markets investment manager, serving over 700 institutional investors worldwide. We have over EUR 46 billion in assets under management, including EUR 5 billion in dedicated infrastructure programs and more than 840 professionals across 18 offices worldwide. We realize potential in private markets by financing and developing great companies, desirable real estate and essential infrastructure. We create value in our investments through active and long-term responsible ownership.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news, +49 69 57708987 

“Our investment style is designed to work well at any market environment!”

In the latest ifund fundmanager interview Kenji Ueno, manager of the UBAM-SNAM Japan Equity Value, talks about identifying undervalued stocks and the skills necessary to do so in all kinds of markets.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

The fund’s strategy is active-managed with bottom-up, aims to outperform the TOPIX® Total Return Index by identifying undervalued stocks in the mid- to long-term. The portfolio is focused, consisting of 40-80 stocks, aims to outperform the market in all conditions.
The stock-picking style identifies stocks that will likely appreciate in value as the market price approaches their intrinsic value. The valuation methodology is the dividend discount model.
The portfolio manager is vigilant in monitoring risks for portfolio construction such as tracking error, single stock limit, liquidity and credit risk requirement. The Buy/Sell discipline is primarily based on expected alpha ranking of the stocks in the universe. The trades should be done in compliance with the best execution practice.

The bullet points below differentiate SNAM’s investment from the competitors.

  • All-native team of Japanese equity analysts provides profound, local fundamental analysis, and investment ideas that drive SNAM portfolios.
  • Sector unbiased research is an important strength of SNAM’s unique research framework. This enables SNAM to invest without sector constraints, comparing investment opportunities across sectors.
  • SNAM’s return analysis approach has proven to be successful. SNAM ranks the investable universe of 700 stocks by expected alpha (intrinsic value / market price = ratio) into quintiles. These quintile rankings have demonstrated strong predictive power for two decades.
  • Four senior analysts have on average 20 years of experience in Japanese equity, and have been together at SNAM for an average of 15 years.
  • The team has successfully followed the same investment style for 20 years. This long-standing experience combined with SNAM’s in-house research has yielded invaluable resources to identify investment opportunities and to avoid value traps in the Japanese equity market.
  • In contrast to our competitors who use DDM for their valuation, SNAM assigns a company specific dividend discount rate for each company in the universe. In SNAM’s valuation system, the dividend discount rate is composed of four elements, real interest rate, expected inflation rate, credit risk premium, and business risk premium. Business risk premium is further broken into 5 criteria being structural change, innovation, market fluctuation, management aggressiveness, and information accessibility. By using this very detailed dividend discount rate, SNAM can adjust and integrate company specific and sector specific risk factors in the discount rate. By using this company specific dividend discount rate, our valuation result can be well fine-tuned.
  • Superior performance and peer ranking of the strategy over an extended period is a testament to the uniqueness and sustainability of SNAM’s intrinsic value/price philosophy, rational investment process, and its fundamental research advantage.

How do you add value for your investors?

In addition to above, please see the bullet points below.

  • UBP publishes regular reports and hosts quarterly conference call.
  • Eleven members of the analyst team have approximately 1500 face-to-face visits with companies every year, which enables the team to understand a company’s financial statements, its business outlook, its corporate governance, etc., in more detail.

How do you generate investment ideas?

The expected alpha rank is assigned to each of the stock in the investable universe. The expected alpha rank is determined by SNAM’s equity valuation system based on analysts’ fundamental research (combination of sector analysis and positioning analysis).
Japanese equity group, including portfolio managers and analysts, shares such basic information and holds regular meetings to discuss more detailed investment assumptions and ideas, stock by stock and sector by sector.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

The investment team is SNAM’s Japanese Equity Group (“JEG”) based in Tokyo, Japan. The team is composed of 11 long-tenured professionals and experienced senior members, all located in close proximity. SNAM adopts a dual role system in which each portfolio manager also works as an analyst. Each member covers assigned sub-sectors and:

  • performs fundamental analysis on companies (information gathering & analysis)
  • determines company fundamentals (input to equity valuation system)
  • prepares investment theses (feedback to portfolio manager)

Each strategy managed by JEG has a lead portfolio manager, ultimately responsible for the stock selection and portfolio construction.

In which market environment does your investment style work best? 

SNAM’s investment style is designed to work well at any market environment. It works particularly well when the market stabilizes or normalizes after a certain period of extraordinary market (e.g. boom-and-bust market, theme-driven market) and also in the mid- to long-term.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Polarization of cyclical and defensive sectors is currently at historical high and I see the best potential in IT and Financial sectors in terms of valuation. On the flip side, continuous risk averse attitude and widening of valuation between cyclical and defensive is a risk. 

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

SNAM is a signatory of the UNPRI and incorporates ESG (Environmental, Social, Governance) factors in the investment process at different layers as SNAM thinks these factors impact the value of company. In a nutshell, SNAM incorporates ESG factors to determination of intrinsic value. 

How do you invest your own personal assets?

As there are restrictions for SNAM staff to invest directly in stocks, I invest in SNAM’s mutual funds as an alternative for Japanese stock investment. Besides, the Concentrated Strategy which I manage is not offered to retail investors.

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

I mainly enjoy Kyudo in my leisure time. Kyudo is one of the traditional martial arts of Japan like judo and kendo, and similar to archery of the West. 

Kyudo requires deep mental concentration in addition to physical exercise.This deep-concentrating time brings me mental refreshment and relaxation. In addition, through Kyudo, I can contact with the Japanese traditional culture, such as traditional manners and kimono. That is another reason I am a fan of Kyudo.

About SNAM
Founded in 1986, Sompo Japan Nipponkoa Asset Management Co., Ltd. (SNAM) is an established value strategy manager. Headquartered in Tokyo, it has representative offices in London and New York. SNAM is dedicated to value-biased investment and specialises in Japanese equities. As at 31.12.2015, SNAM manages USD 22.2 billion of assets for clients (including the parent company), of which Japanese equity strategies account for approx. USD 5.5 billion. SNAM has over 140 employees, thereof approx. 60 investment professionals. SNAM’s primary businesses are to provide investment advisory & discretionary asset management for both domestic and overseas institutions, as well as to provide varied investment trust products (mutual funds) for domestic investors.The following asset classes are managed in- house: Japanese Equity, Overseas Equity, Japanese Bonds, Overseas Fixed Income, Balanced/Multi-Asset and Alternative (Ex-Japan Value Equity). UBP and SNAM have well-established relations. SNAM has been known by the CEO of UBP’s Tokyo office for a long period already before UBP has asked SNAM in early 2013, after a thorough due diligence, to team-up in a future and exclusive collaboration, outside of Japan, in Japanese equities. While SNAM brings its long-standing expertise and strength in managing Japanese equities with a unique approach, UBP will add its experience in meeting the requirements from top institutional European clients. The combination of both firm’s strengths has already been implemented successfully, not only for the management of one of UBP’s public funds and investments from institutional clients, but also for a segregated account for a large European pension fund.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news, +49 69 57708987 

Investments zum Wohle der Allgemeinheit: Wie Asset-Manager die Gesellschaft verändern können

Seit der Finanzkrise des Jahres 2008 bringt die Öffentlichkeit dem Finanzsystem erhebliche Skepsis entgegen. Wir sind der Überzeugung, dass Finanzgesellschaften und insbesondere Asset-Manager in diesem schwierigen Umfeld bei der Suche nach Lösungen für etliche Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, eine wichtige Rolle spielen. In diesem Diskussionspapier erläutert Fiona Frick, CEO von Unigestion, wie Asset-Manager ihrer Auffassung nach zum Wohle der Allgemeinheit investieren können.

Beitrag des Kapitalismus zur Lösung der Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist

In den letzten Jahren wurden die Grenzen des Kapitalismus deutlich sichtbar. 2008 stand das globale Finanzsystem kurz vor den Kollaps, so dass die Regierungen etlicher Länder zu massiven Liquiditätseinschüssen gezwungen waren, deren Rückzahlung Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Nach Auffassung vieler steckt der Kapitalismus in einer Krise.

Das Gute an ihm ist hingegen, dass er ein evolutionäres System und somit eine Art ewige Baustelle ist und daher durch neue Erkenntnisse und Experimente kontinuierlich optimiert wird. In den vergangenen Jahrhunderten hat der Kapitalismus der Menschheit einen rasant steigenden Wohlstand beschert und hunderte Millionen von Menschen aus der Armut befreit. Dieser Prozess ist noch lange nicht an seinem Ende angelangt.

Heute steht die Welt vor neuen Problemen – der Stagnation der Mittelschicht in den Industrieländern, der immer stärkeren Ungleichheit der Einkommen rund um den Globus und einer Fülle ökologischer Probleme. Kann der Kapitalismus zur Lösung dieser Probleme beitragen?

Grundlegende Veränderung der Perspektiven für Unternehmen und Investoren

Noch in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts war das von den meisten Unternehmen verfolgte Hauptziel die Generierung von Shareholder Value durch die Steigerung der Erträge, der Dividenden und des Aktienkurses.

Die Erhebung des Shareholder Value in den Status eines prioritären Ziels führte zu einer kurzsichtigen Fixierung auf Quartalsgewinne und kurzfristige Aktienperformance. Aber eine Erkenntnis aus der Finanzkrise ist die Existenz einer feinen Trennlinie zwischen der nachhaltigen Steigerung des Shareholder Value und der Generierung von Profiten um jeden Preis.

Aber sollte die Steigerung des Shareholder Value überhaupt der Hauptzweck eines Unternehmens sein? Mittlerweile leben wir in einer Welt, in der die Unternehmen andere Ziele als die ausschließliche Bereicherung ihrer Aktionäre verfolgen. So hat sich Google zum allumfassenden Ziel gesetzt, die Informationen, über die die Welt verfügt, zu strukturieren, während Nike den Sportlern in der ganzen Welt Inspiration und Innovation schenken möchte.

Die Finanzkrise hat den Beitrag der Finanzbranche zur Wirtschaft ernsthaft in Frage gestellt. Früher war die Aufgabe des Finanzsystems die Bereitstellung der für das Wachstum der Wirtschaft erforderlichen Kapitalflüsse. Heute müssen wir dafür Sorge tragen, dass das Finanzsystem nicht mehr der Zweck, sondern wieder das Mittel ist. In diesem Diskussionspapier möchten wir aufzeigen, dass Asset-Manager, die zu den Hauptakteuren des Finanzsystems zählen, nicht nur bei der Erzielung von Renditen für ihre Kunden, sondern auch bei der Lösung einiger der dringlichsten Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, eine wesentliche Rolle spielen.

Eine tragende Rolle spielen dabei auch institutionelle Investoren: einer EFAMA-Studie aus dem Jahr 2014 zufolge stellen sie drei Viertel des Kundenstamms der europäischen Asset- Manager und üben somit einen erheblichen Einfluss aus. Bei den institutionellen Investoren wird immer deutlicher, dass sie sich nicht mehr nur als Treuhänder bei der Erzielung der von ihren Begünstigten/Mitgliedern geforderten Renditen, sondern auch zunehmend als langfristig orientierte Investoren sehen, die auf die Unternehmen, in die sie anlegen, aktiv einwirken und somit einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben.

Asset-Manager müssen über ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft nachdenken

In diesem veränderten Umfeld stehen Asset-Manager vor der Frage, was sie außer der Erzielung von Renditen für ihre Kunden sonst noch leisten müssen. Wir sind der Überzeugung, dass sie künftig nicht nur an den für ihre Kunden generierten finanziellen Erträgen gemessen werden, sondern auch an ihren Grundwerten, ihrer Ethik und der übergeordneten Rolle, die sie bei der Verbesserung der Gesellschaft, in der wir leben, spielen.

In ihrer Eigenschaft als eine der Säulen des Finanzsystems und als Investoren, die in wirtschaftlich breit diversifizierte Unternehmen sowie in staatliche Emittenten weltweit anlegen, befinden sich Asset-Manager in einer privilegierten Position, um positive Veränderungen zu bewirken. Wir haben vier Schlüsselbereiche identifiziert, in denen Asset-Manager einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten können: diese werden wir in den folgenden Abschnitten nacheinander erörtern.

  1. Unterstützung der alternden Weltbevölkerung bei der Finanzierung ihres Ruhestands
  2. Beitrag zur effizienten Funktion der Finanzmärkte als Transmissionsmechanismus
  3. Finanzierung des langfristigen Bedarfs der Realwirtschaft anstatt Erzielung kurzfristiger Profite
  4. Schaffung der zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme erforderlichen Architektur

1. Unterstützung der alternden Weltbevölkerung bei der Finanzierung ihres Ruhestands

Entwicklung optimaler Altersvorsorgelösungen

Die Weltbevölkerung wird älter, so dass die Finanzierung des Ruhestands zu einem drängenden Problem wird. Um einen sorgenlosen Ruhestand genießen zu können, müssen Privatpersonen mehr sparen und länger arbeiten, da die staatlichen Rentensysteme finanziell völlig überfordert sind. An Schärfe gewann das Rentenproblem, als die Pensionspläne von leistungs- auf beitragsorientiert umgestellt wurden.

Welche Hilfe können Asset-Manager dabei leisten? Oberflächlich betrachtet, geht es bei der Vermögensverwaltung zwar darum, den Kunden eine bestimmte Rendite auf ihr Vermögen zu versprechen, aber in Wirklichkeit soll ihre künftige finanzielle Sicherheit gewährleistet werden.

Eine wesentliche Aufgabe der Vermögensverwaltung war seit jeher die Unterstützung der Kunden bei der Finanzierung ihres Ruhestands, aber mittlerweile wird dies angesichts der höheren Lebenserwartung und längeren Rentendauer immer schwieriger. Wenn wir nachweislich Anlagelösungen entwickeln, die diesen Anforderungen Rechnung tragen und die längere Rentendauer finanziell absichern, dann zeigen wir, dass unsere Branche dem Wohle der Gesellschaft dient.

Die wichtigsten Faktoren bei jeder Ruhestandsfinanzierung sind weniger der Marktwert des Portfolios oder sein Wertzuwachs als vielmehr sichere künftige Erträge. Wichtige Bausteine zur Erreichung dieses Ziels sind Risikomanagement und die Minimierung der Verluste. So wäre es nicht gut genug, in einem Jahr 40% zu verlieren und im nächsten Jahr 40% gutzumachen, da sich die Schmälerung der Erträge infolge des anfänglichen Verlusts als verheerend für den Endanleger erweisen könnte. Anstatt also lediglich über die Steigerung des Portfoliowertes nachzudenken, sollten sich Asset-Manager auf die Generierung stetiger Erträge und die Entwicklung von Lösungen konzentrieren, die letztendlich mit Rentenzahlungen vergleichbare regelmäßige Auszahlungen garantieren. Somit wird die Verwaltung des Vermögens von Privatanlegern immer stärker mit dem Management von Portfolios institutioneller Investoren mit langfristigen Verbindlichkeiten konvergieren.

Dieser Prozess wird eine Verlagerung vom einfachen Verkauf von Produkten auf die Implementierung lösungsbasierter Ansätze zur Erfüllung der Anforderungen der einzelnen Kunden umfassen. Somit wird es Aufgabe des Asset-Managers sein, die richtigen Produkte an die richtigen Kunden zu verkaufen und dabei zur Sicherung ihrer finanziellen Sicherheit das entsprechende Risikolevel zu wählen.

Sensibilisierung und Schulung der Anleger

Eine weitere wichtige Aufgabe von Asset-Managern wird sein, breite Öffentlichkeit hinsichtlich Investments, Risikomanagement und der richtigen Entscheidungsfindung zur Alterssicherung zu sensibilisieren und zu schulen.

2. Beitrag zur effizienten Funktion der Finanzmärkte als Transmissionsmechanismus

Die für das Wachstum der Wirtschaft erforderlichen Kapitalflüsse werden von der Finanzbranche zur Verfügung gestellt.

Innerhalb dieses Systems kommt Vermögensverwaltungsgesellschaften eine wichtige Rolle zu: europäische Asset-Manager verwalten einen Aktienbesitz, der rund 40% des Streubesitzes börsennotierter europäischer Gesellschaften entspricht. Eine der Hauptaufgaben der Vermögensverwaltungsbranche besteht darin, das möglichst reibungslose Funktionieren der Finanzmärkte sicherzustellen. Wie bewerkstelligen wir dies?

Gewährleistung einer angemessenen Liquidität

Erstens haben wir zu gewährleisten, dass keine Inkongruenz zwischen der Liquidität der in unseren Anlagelösungen gehaltenen Wertpapieren und den Bedingungen für die Rücknahme von Anteilen entsteht, die wir den Anlegern zugesagt haben. Anders ausgedrückt, darf die Liquidität unserer Investmentfonds nicht attraktiver sein als diejenige der von ihnen gehaltenen Basiswerte.

Besteht eine Inkongruenz hinsichtlich der Liquidität und kann ein Fonds in einem fallenden Markt den Rücknahmeanträgen nicht vollumfänglich entsprechen, kann sich dies erheblich auf die Märkte auswirken, da die Preise nicht mehr dem Wert der Basiswerte entsprechen. Besonders krass war dies 2008 der Fall, als Hedgefonds den Rücknahmeanträgen der Investoren nicht nachkommen konnten.

Ähnliche Sorge bereitet heute der Siegeszug der ETFs. In dieser Hinsicht waren 2015 zwei denkwürdige Zwischenfälle zu vermelden. Zunächst war bei US-Aktien bei Handelseröffnung am 24. August ein massiver Ausverkauf zu konstatieren, so dass die Anteilspreise auf US-amerikanische Aktien spezialisierter ETFs weit unter den Wert der von ihnen getrackten Indizes einbrachen. Im weiteren Jahresverlauf brachte im Dezember ein allmählicher Abverkauf bei High Yield-Bonds auf diese Assetklasse spezialisierte ETFs in Schwierigkeiten. Kurz gesagt, sind ETFs als Triebkraft im Markt noch nicht ausreichend getestet und können somit bei fallenden Märkten den Verkaufsdruck erhöhen.

Fokus auf einem langfristigen Horizont zur Vorbeugung gegen eine exzessive Marktvolatilität

Zweitens kommt Asset-Managern eine wichtige Funktion als langfristigen Buy-and-Hold- Anlegern zu, da sie bei ihren Anlageentscheidungen der Bewertung und dem Wachstumspotenzial der Unternehmen vertrauen. Indes sind alarmierend viele Marktteilnehmer nicht langfristig orientiert, sondern kaufen und verkaufen munter darauf los in der Hoffnung, bei Problemen rechtzeitig vom fahrenden Zug abspringen zu können.

Die von dieser Kurzfristigkeit ausgehende Gefahr ist eine hohe Volatilität der Aktienkurse, die ein Risiko für Anleger darstellt. Hinzu kommt, dass sie Asset-Managern und den Unternehmen, in die sie investieren, keinen Anreiz für langfristige Strategien bietet, da sich deren Erfolg nicht unmittelbar messen lässt. Anstatt Institutionen und (politische) Leader zur Bewältigung komplexer langfristiger Herausforderungen zu ermutigen, belohnen wir sie für das genaue Gegenteil. Häufig scheint es lohnender, mit einer einfachen Wette schnelles Geld zu machen als schwierige Phasen zu überstehen und danach nachhaltige Gewinne zu erzielen, die der ganzen Gesellschaft zugute kommen.

So sollten die Anreize für Asset-Manager auf langfristigen Renditekennzahlen unter Berücksichtigung von Risikomaßen basieren. Anleger wiederum sollten Aktien nicht nur „mieten“ und – sobald ein Gewinn winkt – schnellstmöglich wieder verkaufen bzw. – wenn sie nicht sofort im Kurs steigen – abstoßen. Vielmehr sollten sie sich als deren langfristige Besitzer betrachten.

De facto herrscht in der gesamten Wirtschaft ein zu hohes Maß an Kurzfristigkeit. Unternehmen werden nicht an ihrer langfristigen finanziellen Leistung und an ihre Zukunftspotenzial gemessen, sondern an den Zahlen des abgelaufenen Quartals. Asset- Manager werden von ihren Kunden hauptsächlich anhand ihrer Performance seit Jahresbeginn anstatt anhand ihrer langfristigen Leistung beurteilt.

Aber das muss nicht so sein, und das war früher auch nicht so. Erst seit ungefähr zehn Jahren liegt der Fokus so stark auf Kurzfristigkeit. Zuvor war ein Horizont von drei bis fünf Jahren die Regel. Blickt man zurück in die Zeit, als die Börse noch in den Kinderschuhen steckte, erkennt man, dass die Grundidee von Aktienanlagen die Nutzung des langfristigen Wachstums der emittierenden Gesellschaft war.

Daher ist es wichtig, dass Vermögensverwalter langfristig investieren und vorübergehenden Störgeräuschen am Markt keine allzu große Aufmerksamkeit schenken. Institutionelle Investoren spielen dabei ebenfalls eine Rolle, da sie langfristige Verbindlichkeiten zu honorieren haben und ihre Asset-Manager nicht nur über die letzten Monate, sondern über einen mit ihren Verbindlichkeiten vergleichbaren Zeitraum beurteilen sollten. Auf diesen Punkt werden wir später noch zurückkommen.

Beitrag zur Preisbildung und Vorbeugung gegen Kursblasen

Drittens können Asset-Manager die Effizienz der Märkte gewährleisten, indem sie einen Beitrag zur Preisbildung leisten. Aber dieser Aufgabe, die zu ihren wichtigsten Funktionen zählt, können nur aktive Manager gerecht werden.

Vor einem Jahrzehnt repräsentierten passive Fonds nur rund 5% des an den globalen Aktienmärkten investierten Vermögens. Mittlerweile beträgt ihr Anteil rund 20%. Passive Investments sind das Mittel der Wahl, um die Verwaltungsvergütungen niedrig zu halten und die Liquidität der Märkte zu gewährleisten, aber wenn es um Preisbildung geht, können sie mit aktiven Managern nicht mithalten.

Was bedeutet dies in der Praxis? Einfach ausgedrückt, sammeln aktive Manager so viele Informationen wie möglich über eine Aktie und errechnen aus diesen den von ihnen als korrekt erachteten Aktienkurs, der somit das Abbild ihrer Einschätzung darstellt. Ohne aktive Manager hätten wir keine Vorstellung vom korrekten Preis eines Wertpapiers.

Im Gegensatz dazu sind passive Investoren Trittbrettfahrer, die zu minimalen Kosten am Markt agieren und sich so die hohen, mit einem Researchprozess – dessen Ziel ja die Ermittlung des korrekten Preises ist – verbundenen Kosten sparen.

Zudem erfolgt bei ihnen die Kapital-Allokation nicht anhand des Vertrauens in das Wachstumspotenzial oder die Attraktivität eines Unternehmens, sondern anhand der Zusammensetzung eines Marktindex. Somit könnte man passives Investieren mit einem Blick in den Rückspiegel vergleichen. Ist ein Unternehmen im Index vertreten, sind passive Investoren gezwungen, es auch dann zu halten, wenn seine Bewertung nicht mehr seinen Fundamentaldaten entspricht. Je höher der Anteil des in passive Strategien investierten Kapitals ist, desto höher ist logischerweise die Wahrscheinlichkeit einer Blasenbildung und drastischer Performanceschwankungen.

Damit sollen keineswegs Sinn und Zweck passiver Investments in Frage gestellt werden, aber das rasante Wachstum dieser Anlageform wirft die Frage auf, ob sie mittlerweile den Markt anführt statt ihm zu folgen. Die mit passivem Investieren verbundenen gesellschaftlichen Negativeffekte sind eine höhere Volatilität und eine geringere Effizienz des Aktienmarktes. Würden Investments allesamt passiv gemanagt, würde die Hauptfunktion des Marktes – nämlich die Preisbildung – eliminiert. Zudem sind passive Investments bisweilen mit unangemessenen Risiken verbunden. So waren Anleger, die 2008 in einen passiven Fonds investierten, in einigen höchst riskanten Sektoren (z. B. Finanzdienstleistungen) engagiert, die kurz vor dem Kollaps standen und somit von aktiven Managern weitgehend gemieden wurden. Aktives Management auf der Basis bewährter Risikofaktoren bietet das höchste Potenzial zur Erzielung attraktiver, langfristiger risikoadjustierter Renditen.

3. Langfristige Finanzierung der Wirtschaft

Asset-Manager als ideale Partner für langfristige Finanzierungen

Ein verstärktes Engagement der Asset-Manager für die langfristige Finanzierung der Wirtschaft wäre mit signifikanten Vorteilen verbunden. Im Gegensatz zu Banken, die kurzfristige Gelder zur Kapital-Allokation verwenden, setzen Asset-Manager das von institutionellen Investoren bereitgestellte langfristige Kapital ein (natürlich immer vorausgesetzt, dass diese investiert bleiben) und schlagen somit eine stabile Brücke zwischen Investoren und dem Finanzierungsbedarf der Realwirtschaft. Zudem zeigt die Geschichte, dass nur sehr wenige Asset-Manager in Konkurs gegangen sind oder vom Staat gerettet werden mussten. Aktive Asset-Manager verteilen das verfügbare Kapital auf konkurrierende Segmente/Sektoren/Aktivitäten. Tun sie dies richtig, wird damit das Wirtschaftswachstum angekurbelt, da diejenigen Aktivitäten, welche die höchsten risikoadjustierten Renditen generieren, als Investments am attraktivsten sind.

Somit erfüllen Asset-Manager eine wichtige gesellschaftliche Funktion, was die Kanalisierung des Kapitals zur Finanzierung des Wachstums angeht, aber beileibe nicht jedes beliebigen Wachstums. Ultimatives Ziel sollte eine nachhaltige Expansion der Wirtschaft sein, die das Risiko einer weiteren großen Finanzkrise minimiert.

Wie können wir dieses Ziel erreichen? Auch dabei müssen institutionelle Investoren und Asset-Manager in enger Abstimmung in Unternehmen mit einem nachhaltigen Wachstumsmodell anlegen, anstatt nur auf schnelle Kurszuwächse – sprich Gewinnmitnahmen – zu setzen. In Europa sind rund 75% der Vermögensverwaltungskunden institutionelle Investoren (vor allem Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften), so dass sie federführend dafür Sorge zu tragen haben, dass die Unternehmen, in die sie anlegen, ihrer sozialen Verantwortung als Unternehmen gerecht werden und eine gute Corporate Governance praktizieren.

Da die Verbindlichkeiten unserer größten Kunden – Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften – eher langfristiger Natur sind, empfehlen sich Asset- Manager logischerweise als ideale Partner für eine langfristige Finanzierung der Wirtschaft, vor allem durch Beteiligungen sowie private und staatliche Schuldtitel.

Dies gilt selbstredend auch für Anlagen in Private Equity und an den Aktienmärkten. Die Grundideen von Private Equity sind der Einschuss von Betriebskapital in viel versprechende Unternehmen und die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Produkte, des operativen Geschäfts oder des Managements bei angemessener Vergütung der damit verbundenen Risiken für die Aktionäre. Da Private Equity-Investments langfristiger Natur sind, bleibt den Investoren noch mehr Zeit, um die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen in ihre Strategien einzubeziehen.

Radikales Umdenken

Aber bisher ist die Implementierung eines langfristigen Ansatzes leichter gesagt als getan. Grund ist die oben bereits erörterte Kurzfristigkeit. Beispielsweise ist die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von acht Jahren auf ein Jahr gesunken, während die Amtszeit eines CEO gerade einmal drei Jahre beträgt. Was kann Topmanager unter diesen Umständen zur Implementierung einer langfristigen Strategie motivieren? So wie es aussieht, wird ihre Leistung an extrem kurzfristigen Parametern gemessen.

Dies wird in den Finanznachrichten mustergültig illustriert. Kurzfristige Financial Engineering-Maßnahmen wie Aktienrückkäufe, Dividenden, Spinoffs und Beteiligungsverkäufe sind auf dem Vormarsch und lassen auf kurze Sicht die Aktienkurse in den meisten Fällen in die Höhe schnellen. Aber auf längere Sicht können derartige Aktivitäten unerwünschte Nebenwirkungen haben und die Finanzlage eines Unternehmens schwächen, vor allem wenn es zum Rückkauf eigener Aktien Kapital aufnimmt. Dies beeinträchtigt die langfristige Wertschöpfung und kann letztendlich dem Unternehmen wie auch seinen Investoren schaden, selbst wenn die Aktienkurse vorübergehend steigen.

Illustriert wird dies in einem 2015 vom McKinsey Global Institute veröffentlichten Bericht, der nachweist, dass die durchschnittliche Schwankung der Investitionsrendite bei nordamerikanischen Unternehmen heute um 60% über den Wert des Zeitraums 1965– 1980 liegt. Hinzu kommt, dass Aktiengesellschaften angesichts der Fixierung auf Kurzfristigkeit eventuell diese Gesellschaftsform aufgeben und in privaten Besitz rücküberführt werden, damit sie eine langfristige Strategie umsetzen können, ohne sich um Quartalszahlen kümmern zu müssen. In den USA hat sich die Zahl börsennotierter Aktiengesellschaften, die 1996 noch 8.000 betrug, seither halbiert.

Um diese Entwicklung einzudämmen, müssen Asset-Manager als langfristig orientierte Anleger agieren und sicherstellen, dass sich die Unternehmen nicht allzu stark auf tägliche Schwankungen des Aktienkurses fixieren, sondern ihre langfristige Zukunft planen und intelligent in diese investieren. So gilt es, CEOs Anreize für Investitionen in Forschung, Innovation sowie Mitarbeiterschulung zu bieten und diejenigen Investitionen zu tätigen, die für die langfristige Sicherung des Wachstums und der Marktposition des Unternehmens angesichts der ständigen Veränderung der Kundenanforderungen relevant sind.

Die Investoren müssen ins Boot geholt werden

Voraussetzung dafür ist, dass die institutionellen Investoren bei der Wahl ihrer Asset- Manager und der Beurteilung ihrer Investmentperformance ebenfalls langfristig denken. Dies könnte man dadurch erreichen, dass man die Vergütungsstruktur an langfristigen Performancezielen ausrichtet, wobei wir einen Horizont von fünf Jahren – die ungefähre Dauer eines Investitionszyklus – für angemessen halten.

Analog dazu sollten interne Manager institutioneller Investoren ebenfalls über längere Zeiträume beurteilt werden. Werden sie an ihrer Performance über ein Jahr gemessen, obwohl der Pensionsfonds langfristige Verbindlichkeiten zu honorieren hat, entfällt für sie jegliche Motivation, die externen Asset-Manager anhand ihrer langfristigen Leistung zu beurteilen.

Obwohl eine Verlagerung auf einen langfristigen Fokus eine einschneidende Veränderung gegenüber der heutigen Praxis darstellen würde, wäre sie im besten Interesse der Investoren selbst. Da die meisten institutionellen Investoren selbst einen langfristigen Anlagehorizont haben, wäre ein nachhaltiges langfristiges Wachstum der Unternehmen, in die sie anlegen, für sie von großem Vorteil.

4. Schaffung der zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme erforderlichen Architektur

Investitionen in die Lösung langfristiger Probleme

In seinem Buch Finance and the Good Society versucht der US-amerikanische Ökonom Robert Shiller die Definition einer „guten“ Gesellschaft und des möglichen Beitrags der Finanzbranche zur Verbesserung der Welt, in der wir leben. Im Klartext kann das Finanzsystem, das ja als Transmissionsmechanismus jedwede menschliche Aktivität erleichtern soll, Zwecken dienen, die über die reine Finanzierung der Wirtschaft hinausgehen. So kann es uns bei der Erreichung höherer gesellschaftlicher Ziele – z.B. der Steigerung des Wohlstands aller Menschen oder dem Schutz der Umwelt – helfen.

Das Finanzwesen ist nicht nur eine Maschine zum Geldverdienen, sondern dient höheren Zielen, z.B. der Förderung von Wohlstand, Gleichheit oder finanzieller Sicherheit. Zwischen diesen höheren Zielen und der Erzielung von Gewinnen sollte kein Konflikt bestehen: Gewinne können durchaus Folge höherer Ziele sein. Gewinne sind für jedes Unternehmen lebenswichtig, aber sie müssen nicht unbedingt sein Hauptzweck sein. Gewinne sind für Unternehmen wie Trinkwasser für den Menschen, aber das Leben besteht nicht nur aus Trinkwasser.

Wohlstand definiert sich nicht nur in Bezug auf monetäre Werte wie Einkommen oder Vermögen, sondern als Summe von Lösungen für Probleme, mit denen alle Menschen konfrontiert sind. So gesehen, geht es bei der Vermögensverwaltung nicht nur um die Allokation von Kapital, sondern um die Kanalisierung von Investitionen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Somit sollten Vermögensverwaltungsgesellschaften nicht nur das Vermögen ihrer Kunden mehren, sondern auch positiv auf die Gesellschaft einwirken. In der Vergangenheit dienten Investmentfonds vor allem der Diversifizierung des Vermögens von Privatpersonen, so dass immer mehr Menschen – nicht nur Reiche – ihr Kapital mehren konnten. Seit einiger Zeit soll mit Robo-Advisors Vermögensverwaltung einer breiteren Kundschaft zugänglich gemacht werden.

Dieser Trend zeichnet sich auch bei unseren Kunden ab. Immer mehr unserer Investoren müssen ihren Stakeholdern zeigen, dass ihre Anlagen über den Wertzuwachs hinaus noch weitere positive Auswirkungen haben. Beispielsweise sollen wir nicht nur das Renditepotenzial maximieren und die Volatilität unter Kontrolle halten, sondern auch nachweisen, wie viele Arbeitsplätze durch ihre Investitionen geschaffen oder wie viele Kredite zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums gewährt wurden. Vor diesem Hintergrund ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen den Vermögensinhaber und ihren Vermögensverwaltern zu beobachten, wobei die Investoren immer höhere sozial-ethische Anforderungen an ihre Asset-Manager stellen.

So zählen die UN-Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment bereits über 1.400 Unterzeichner, darunter viele Vermögensinhaber und Asset-Manager. Diese Grundsätze fordern Asset-Manager zu einer verantwortungsvollen Aufsicht über die Unternehmenslandschaft auf und haben bereits eine deutliche Verbesserung der Corporate Governance bewirkt. Beispiele hierfür sind die Ausübung von Stimmrechtsvollmachten durch Asset-Manager und ihre aktive Einflussnahme zur Verbesserung der Corporate Governance-Grundsätze.

Kampf gegen den Klimawandel

Emissionsarme Technologien / Unternehmen sind seit einigen Jahren als Investment sehr gefragt. Diese verstärkte Berücksichtigung des CO2- bzw. Klimarisikos in Portfolios ist Folge der Sorge um den Klimawandel und des zunehmenden Drucks durch Regierungen, Universitäten, Religionsgemeinschaften und NGOs. Dies gilt insbesondere für langfristig orientierte Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften oder Staatsfonds.

Es wächst der Druck auf Investoren, insbesondere aber auf die Vermögensinhaber zur Erfüllung ihrer treuhänderischen Verpflichtungen hinsichtlich des Ausweises und der Verringerung von CO2-Emissionen. Jegliches CO2-Risiko ist imageschädigend und wird von den Regulierungsbehörden abgestraft, so dass seine Identifizierung und Minimierung oberstes Gebot ist.

Bei der Umstellung auf eine emissionsarme Wirtschaft können Asset-Manager eine Schlüsselrolle spielen. So können sie ihre Exposure in Unternehmen senken, die fossile Brennstoffe fördern und verarbeiten, sie können Unternehmen mit hohen CO2-Emissionen boykottieren, sie können Projekte im Sektor der erneuerbaren Energien fördern, wobei diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. De facto tendieren Vermögensverwalter seit einigen Jahren verstärkt zu Anlagen in Unternehmen, die alternative Energiequellen erschließen. Die Gründe hierfür sind das hohe Renditepotenzial und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Zusammenfassung

Angesichts der Nachwehen der Krise des Jahres 2008, die noch immer das Leben von Millionen von Menschen rund um den Globus belasten, überrascht es kaum, dass die Finanzbranche von großen Teilen der Öffentlichkeit nach wie vor mit erheblichem Argwohn betrachtet wird. Aber wir sind der Überzeugung, dass die Finanzbranche auch der Gesellschaft dienlich ist.
So spielen insbesondere Asset-Manager eine wesentliche Rolle bei der Behebung einiger der dringlichsten Probleme, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist. Somit müssen wir nachweisen, dass wir zur Entwicklung sinnvoller Anlagelösungen, die den aktuellen Herausforderungen Rechnung tragen und zur Finanzierung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums beitragen, in der Lage sind.

Als Bindeglied zwischen Kapitalgebern und -nehmern befinden wir uns in einer privilegierten Position. Diese Chance zur Verbesserung der Welt, in der wir leben, gilt es optimal zu nutzen. Dies ist genauso wichtig wie die Mehrung des Vermögens unserer Kunden. Gelingt uns dies, dann wird die skeptische Öffentlichkeit unserer Branche ihre Daseinsberechtigung nicht mehr absprechen können.

Politische Fehlentscheidungen der Fed

Der US-Notenbank (Fed) ist ein geldpolitischer Fehler unterlaufen. Nachdem sie zum ersten Mal seit neun Jahren die Zinsen angehoben hatte, stellte sie weitere Anhebungen für 2016 zurück, weil es auf dem Markt zu einer Trotzreaktion gekommen war. Parallel dazu kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik an, zu der auch die Ausweitung der Wertpapierarten gehört, die sie auf dem offenen Markt ankaufen kann. Alleinsein ist nicht leicht. Der Fed fällt es vor allem schwer, den Blick auf die Stärke der heimischen Fundamentaldaten zu richten, zum Beispiel den festen Arbeitsmarkt oder den steigenden Inflationsdruck, und sie entfernt sich nur ungern zu weit von den anderen Zentralbanken. Sie hat stattdessen ihre Dotplot-Prognose korrigiert, um anzudeuten, dass sie die Zinsen in diesem Jahr nur zweimal anheben wird (nicht viermal wie im Dezember angedeutet). Unseres Erachtens wird dies nicht ausreichen, den Preisauftrieb zu dämpfen, und eventuell dazu führen, dass die Notenbank zu einem späteren Zeitpunkt im Zyklus aggressiver an der Zinsschraube drehen muss.

Die globale Konjunkturerholung wird den Preisen der industriell genutzten Edelmetalle Silber, Platin und Palladium wohl Rückenwind geben. Zugleich ist es unwahrscheinlich, dass sie das defensivere Gold aus der Bahn werfen wird.

Die Geldpolitik der Notenbanken wird sich nach wie vor stützend auf Gold auswirken. Nach der Schwedischen Reichsbank, der Dänischen Nationalbank, der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of Japan verfolgt nun auch die EZB eine Politik der Negativzinsen (NIRP). Sie wird dem Goldpreis nach unserer Auffassung nominal und real zugutekommen.

Obwohl sich die Schwellenmärkte seit einiger Zeit in der Flaute befinden, halten wir den Pessimismus bei Schwellenmarktanleihen für übertrieben. Die Anleger werden unseres Erachtens für die Übernahme der Kreditrisiken in den Schwellenmärkten überkompensiert, und wir meinen, dass hier eine Kaufgelegenheit besteht. Sobald sich die Stimmung zugunsten der Schwellenmärkte dreht, werden ihre Anleihen aufgrund der niedrigen Renditen in den Industrieländern wieder Zuflüsse sehen, die auch die Schwellenmarktwährungen stützen sollten. Schwellenmärkte sind eine heterogene Gruppe. Verglichen mit ihren Pendants in Lateinamerika und Asien haben die Schwellenländer Europas relativ wenig Schulden. Inflationsbereinigt sprechen die Bewertungen für europäische Schwellenmarktwährungen.

Nach der scharfen Korrektur der Aktienmärkte im ersten Quartal 2016 finden wir die Bewertungen in einigen Sektoren überzeugend. Besondere Erwähnung verdienen die Aktien von Cyber-Security-Unternehmen, die sich mit der Sicherheit im Internet befassen.

Die Volatilität ist ein Werkzeug, von dem bei der Entscheidungsfindung bezüglich der Vermögensallokation zu selten Gebrauch gemacht wird. Wir weisen nach, dass im Vergleich zu einem 50/50-Mischportfolio oder zu einem Handelssignal, das auf den relativen Renditen von Aktien und Anleihen basiert, das folgende Verfahren die Renditen steigern kann: Auslösung eines Kaufsignals für Anleihen, wenn die Volatilität von Aktien steigt (und eines Verkaufssignals bei nachlassender Volatilität). Die Volatilität wird in diesem Jahr wohl ein prägender Faktor sein, da die Notenbankpolitik für Unruhe sorgt und die Anleger zur Wachsamkeit zwingt.

Den vollständigen Ausblick von ETF Security finden Sie im altii Produktbereich.

Your assets in perfect balance

Not taking risks is still the biggest risk for investors. Inflation tends to eat up the small returns which secure investments offer. Investors will therefore need to take balanced and well-considered risks in order to preserve their purchasing power and their wealth. Diversification is key right now – and multi asset strategies are an obvious solution.

The principle of “avoiding risk at any price” should not be used as a guideline for investments. Indeed, we are in a capital market environment of low real returns. To put it simply, interest on traditional types of investment can no longer compensate for inflation (see chart 1). Here, no government bond or fixed-term deposit will help as a stand-alone investment. The goal is to achieve a positive real return! This really should be the objective in any investment decision.

However, in the wake of the financial and debt crisis, investors appear to be uncertain: uncertain about which future economic scenario will materialize, what kind of investment is appropriate and when is the best time to invest. A navigational aid on the performance of asset classes under various economic scenarios could be helpful here.

Please find the full report from Allianz Global Investors on multi asset strategies attached on the left.

“Talent, Team, Flexibility and Focus, the Elements of our Success!”

ifund fundmanager interview with Eric Bendahan, ELEVA European Selection Fund.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Eric Bendahan: The Eleva European Selection Fund seeks to achieve long term risk adjusted returns and capital growth by investing primarily in European equities and equity related securities. The Fund seeks to outperform the market represented by the STOXX Europe 600 EUR (net return) index and the Fund’s peer group in the medium to long term, through investments primarily in equities listed on the major European exchanges.

The Fund is actively managed, hence no formal ob­jectives have been determined in terms of relative ex­cess return of tracking error. However, we aim for the fund to outperform the universe represented by the STOXX 600 EUR (net return) by an average of 300­-400 bps net of fees per annum over 3 to 5 years, with a tracking error target of c. 6%.

The Eleva European Selection Fund applies a bottom­-up stock picking approach, which is active in nature and conviction­based in its stock selection. We believe that there are four elements of the Fund which ena­ble it to be differentiated from its competitors as follows:

  1. The Fund has a unique investment philosophy. Whilst applying a disciplined investment process, we focus on four strategic themes that have emerged through my experience and constitute an original an­gle on stock­picking, which in turn generate ideas for stock analysis. These are: Family­owned businesses, differentiated business models in mature industries, diverging valuations between equities and credit and companies undergoing significant management or shareholder changes.
  2. The investment talent of our team. I have more than 16 years of investment experience in European Equities, and our team possesses a unique, disciplined and replicable investment process and philosophy.
  3. Being a relatively small investment team, all our analysts exchange ideas on a constant basis. They are encouraged to challenge positions and investment ideas constantly. This constant feedback allows the team to be efficient in identifying new opportunities and enables us to act on any market excess (up or down).
  4. The active, all market cap, style agnostic and opportu­nistic investment style of the fund ensures maximum flexibility.

ifund: How do you add value for your investors?

Bendahan: The investment process and fund mana­gement of the firm as well as the team’s ability to re­plicate the stock picking process adds value for our investors. This is based on three dominant factors: i) the firm’s investment philosophy focusing on four strategic themes mentioned previously and the follow­ up screening performed reducing the investment uni­verse ii) the quality of the fundamental research step and iii) the discipline in portfolio construction.

ifund: How do you generate investment ideas?

Bendahan: From an initial investment universe of c.12,000 European listed companies, we keep only those that have at least EUR2m of daily liquidity, gi­ven that this is a key criteria in constructing our port­folio. For small and mid­caps, screenings are regularly performed to identify opportunities. These screenings are based on very strict criteria. Compa­nies are retained should they have either i) a market capitalization of more than EUR2bn or ii) an historic 5­-year top­line CAGR over 7% and a strong balance sheet (Net debt / EBITDA < 1.5x). The last step in the screening process is to keep companies that tick at least one of our four strategic themes mentioned pre­viously; Family­owned businesses, differentiated business models in mature industries, diverging va­luations between equities and credit and companies undergoing significant management or shareholder changes. This approach narrows the investment uni­verse to c.250 names.

This universe (c. 250 companies) will contribute to c. 80% of the portfolio, with the remaining 20% coming from ideas that only respect the first two criteria.

ifund: How is your team structured and who is re­sponsible for the investment decisions?

Bendahan: The investment team consists of myself, the Portfolio Manager, a senior Analyst or Deputy Portfolio Manager, three Analysts and an internal tra­der. All team members are involved at different levels in the research and management process of the fund and we are all located in the same open-­plan office in London.

Each Analyst from the team covers specific industries:

  • Armand Suchet d’Albufera: Healthcare and Consu­mer Discretionary
  • Benjamin Billiard: Banks, Technology, Telecoms
  • Rabih Freiha: Autos, Industrials, Utilities and Ener­gy
  • Vincent Resillot: Insurance, Real Estate, Consumer Staples and Materials

In order to have a better access and understanding of each country, plus an optimized agenda when visiting companies abroad, each Analyst is also in charge of a specific geographical area.

  • Eric Bendahan: Portugal, Italy, Ireland, Greece and Spain
  • Armand Suchet d’Albufera: Nordics
  • Benjamin Billiard: UK, Russia and Turkey
  • Rabih Freiha: Germany, Austria and Switzerland
  • Vincent Resillot: France and Benelux

As Portfolio Manager, I am the final decision maker and have full discretion for the stock selection and portfolio construction process in the respect of the fund’s investment policy and different investment constraints.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Bendahan: We expect to outperform most market conditions with a replicable and disciplined invest­ment process. Being style agnostic, we believe that we can outperform when growth or value stocks are in favour. On the other hand, we will tend to under­perform in periods when mega­caps do better. We are stock pickers and hence like to focus on companies with a market cap range of €1.5­25 billion.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Bendahan: China has seen a significant credit and investment bubble over the last 10 years, and we are concerned with their ability to make a transition to­wards a consumption and service related economy. We expect an important downturn to take place at so­me stage so we continue to monitor the region closely. However, we do see a degree of stabilization in the short term. Another concern is the lack of liquidity in the credit market, we can expect wider swings in this asset class than previously seen in the past.

In terms of opportunity, in our view, the volatility in the market and the preference of market participants for growth companies has created significant opportunities on selected value names. In particular, we look for solid franchises with high free cash flow generation and a divergence between equity and credit market perception. At this stage we do not feel we need to ta­ke a cyclical risk to find these opportunities. We see them in the consumer discretionary, materials, telecoms and healthcare sectors in particular.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Bendahan: Prior to considering an investment, we al­ways take into account the stance of a company on environmental, social, and corporate governance stan­dards, using both our own research and specialized databases. In the case where a potential breach of one of the 10 Global compact principles is flagged, the team will engage with companies to encourage practice improvement. The team also sees this stage of the investment process as a risk management tool as it in­sures we have not failed to spot a flaw or potential issues in one of the companies on our radar. The Firm is also a signatory of the United Nations “Principles for Responsible Investment.”

Furthermore, Eleva has a strong collaboration with UNICEF UK. Each year, 9.9% of Eleva Capital’s pro­fits are donated to UNICEF UK via the Eleva Foun­dation. We will allocate this profit to projects run by UNICEF across the globe. The Eleva Foundation has chosen to support two UNICEF projects in 2016. The­se are reducing child malnutrition in Liberia and edu­cating herd boys in Lesotho. More information of each can be found on our website.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Bendahan: Given that the company was only recent­ly created, a majority of my personal assets are inves­ted in the two strategies that I run, the Eleva European Selection and Eleva Absolute Return Euro­pe Funds. Not great from a diversification point of view, but at least I know exactly what I am invested in.

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Bendahan: In my leisure time my 4 daughters keep me busy! In any spare time I have, I enjoy cooking, Mediterranean food in particular.

About Eleva Capital
Eleva Capital is an independent London based investment manager, founded in 2014 by Eric Bendahan, currently comprising thirteen experienced professionals. Regulated by the FCA, Eleva Capital launched a Luxembourg based UCITS IV Fund in January 2015 and is 100% focused on actively investing in European equities, with investment solutions to suit different risk profiles. Eleva Capital is proud of its independence and wants to differentiate through its performance, client proximity and integrity. A long term partnership has been signed with UNICEF who are allocated c.10% of the profits of the Firm.

About Eric Bendahan
Eric Bendahan is the CEO of Eleva Capital and Portfolio Manager of the Eleva European Selection and Eleva Absolute Return Europe Funds. Eric has over 17 years’ experience managing European equities and has been responsible for managing this strategy for Luxembourg UCITS since 2002. Prior to founding Eleva Capital, Eric spent nearly nine years at Banque Syz & Co where he was responsible for managing Oyster European Opportunities, Oyster European Selection and Oyster Continental European Selection, three European equity strategies for Oyster Funds, a Luxembourg UCITS. Eric held this position from November 2005 to September 2014 and managed approximately EUR 2.4 billion as at September 2014. From April 1999 to October 2005, Eric held the position of European Equity Fund Manager at AXA investment managers in Paris, where he gained recognition for his performance including being named best manager for European equities by Citywire in 2005 for his risk adjusted returns. Eric is a graduate of ESSEC and a holder of the CFA.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.com, info@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German­speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.com, info@altii.de, @altii_news, +49 69 57708987 3

"Active Share: Lediglich eins von vielen Instrumenten“

In Anbetracht der zunehmenden Beliebtheit von passiven Strategien sollten aktive Manager mehr als je zuvor aufzeigen, dass sie in ihren Portfolios ein angemessenes hohes Risiko eingehen, um tatsächlich als „aktiv“ angesehen zu werden.

Wir, die Fondsmanager von aktiven Aktienfonds, müssen zeigen, dass wir in der Lage sind Portfolios zu konstruieren, die nachweislich Ertragsströme generieren können, welche die Erwartungen unserer Kunden erfüllen.

Wenn jedoch die Wertentwicklung der Vergangenheit keinen Hinweis auf die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung gibt, wie lassen sich dann am besten jene Fondsmanager ermitteln, die das Potenzial haben solche Erträge zu erwirtschaften?

Eine der entscheidenden Kennzahlen dafür ist unserer Auffassung nach der Active Share. Er zeigt den Grad der Abweichung eines Fonds von seiner Benchmark an und kann als Indikation dafür angesehen werden, wie „aktiv“ ein Portfolio verwaltet wird. In gewisser Weise ist es ein Messwert dafür, wie stark ein Fondsmanager von seinen Positionen überzeugt ist.

Die Tatsache, dass es nur geringfügige Überschneidungen zwischen einem Portfolio und seinem Index gibt, legt nahe, dass das Portfolio unter sonst gleichen Bedingungen zumindest das Potenzial für eine zukünftige Überperformance aufweist. Ein aktiver Fondsmanager kann gegenüber dem Index nur dann einen Mehrwert erzielen, wenn er von ihm abweicht.

Doch trotz der steigenden Beliebtheit der Kennzahl ist sie keinesfalls eine Wunderwaffe. Ein hoher Active Share sagt nichts über die Kompetenzen eines Fondsmanagers oder über seine Fähigkeiten aus, kluge Entscheidungen zur Alphagenerierung zu treffen. Auch hat er keinerlei aufklärenden Charakter über die zukünftige Wertentwicklung oder die Art und Weise, wie das Risiko innerhalb des Portfolios gesteuert wird, abgesehen von der Tatsache, dass es existiert.

Das Ausmaß des Active Share, dass erreichbar oder auch empfehlenswert ist, richtet sich nach dem Anlageziel des jeweiligen Fonds, der gewünschten Kapitalisierung sowie der Zusammensetzung des Index. In einem relativ konzentrierten Markt ist es beispielsweise schwer, einen ebenso hohen Active Share für ein Portfolio zu erreichen, den ein Fonds für Nebenwerte in einem breiteren Universum womöglich erzielt.

Für aktive Manager kann sogar das Risikoniveau eines Portfolios an sich als Zielvorgabe dienen. Ein umsichtiger Fondsmanager wird in volatilen Phasen eventuell das Risiko reduzieren. Insofern das Risikoniveau nach einer Normalisierung der Lage wieder angepasst wird, kann dies eine sinnvolle Möglichkeit zum aktiven Schutz des Anlegerkapitals darstellen.

Aus den vorangegangenen Gründen sollte der Active Share unserer Auffassung nach als nützliche Ergänzung in einem breiteren analytischen Rahmen gesehen werden. Allerdings ist er, ebenso wie der Value at Risk und davor der Tracking Error, lediglich eins von vielen Instrumenten, die Fondsselektoren einsetzen können.

Was ist der Active Share?

Martijn Cremers und Annti Petajisto beschreiben den Active Share in ihrem Artikel in The Review of Financial Studies1 im Jahr 2009 als den Anteil der Portfoliopositionen, der von den Positionen des Benchmarkindex abweicht.

Mathematisch lässt sich dies anhand der folgenden Gleichung darstellen:

Wobei wfund,i und windex,i die Portfoliogewichtungen eines Vermögenswerts i im Fonds und im Index sind und die Summe über das Universum aller Vermögenswerte addiert wird.

Die Summe des absoluten Werts der Differenz zwischen jeder Position im Fonds und im Index geteilt durch zwei ergibt den prozentualen Unterschied zwischen der Zusammensetzung der Anlagen im Fonds und dem Marktindex.

Interpretation – Aktivitätsniveau, Risiko und Wertentwicklung

Einfach zusammengefasst ist der Active Share eine leicht verständliche Maßeinheit dafür, wie aktiv ein Fondsmanager im Vergleich zu seinem Anlageuniversum vorgeht.

Bei einem Active Share von 100% gibt es keine Überlappung zwischen dem Fonds und dem Index. Bei einem Active Share von 0% sind sowohl die Portfoliobestandteile als auch ihre Gewichtungen im Fonds mit denen des Index identisch. Auf der Grundlage, dass ein nah am Index agierendes Portfolio nur schwer eine Outperformance erzielen wird, kann ein hoher Active Share als Indikation dafür angesehen werden, dass der Fonds zumindest das Potenzial für eine Outperformance (oder Underperformance) aufweist.

Die Kennzahl ist somit ein hilfreicher Indikator für das im Verhältnis zum Index eingegangene Anlagerisiko.

Für sich allein genommen sagt der Active Share jedoch nichts über die Kompetenzen eines Fondsmanagers oder über seine Fähigkeiten aus, erfolgreiche Anlageentscheidungen zu treffen. Die Tatsache, dass sich die Unternehmen im Fonds von denen im Index unterscheiden, bedeutet nicht, dass diese Unternehmen erfolgreiche Investitionen darstellen oder sich besser entwickeln werden als der Index.

Im Zuge der immer breiter werdenden Akzeptanz der Kennzahl innerhalb der Branche präsentieren manche Vermögensverwalter einen höheren Active Share als Maßstab für die Fachkompetenz. Mit Blick auf die Anlageperformance warnen wir jedoch davor, Ergebnisse des Active Share als Prognosewerte zu deuten.

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel von Frazzini, Friedman und Pomorski2 kommt zu dem Schluss, dass Unterschiede in der Wertentwicklung zwischen Fonds mit hohem und mit niedrigem Active Share durch die starke Korrelation zwischen dem Active Share und der Art der Benchmark entstehen.

Nach Annahme der Autoren haben Fonds, die in Nebenwerte investieren, eine größere Wahrscheinlichkeit für ein höheres Ergebnis, weshalb sie zu dem Schluss gelangen, dass der „Active Share nach Bereinigung um die Benchmark keine Vorhersage über die Wertentwicklung zulässt“.

Faktoren, die den Active Share beeinflussen

Nicht nur die Zusammensetzung des Fonds wirkt sich auf die Berechnung des Active Share aus, auch die Zusammensetzung des Index ist wichtig.

Wenn sich der Index auf wenige sehr große Unternehmen beschränkt oder das Anlageuniversum schlichtweg nicht besonders groß ist, wird der Fondsmanager nur schwer einen hohen Active Share erzielen können.

Anders ausgedrückt vergleicht man Äpfel mit Birnen, wenn man den Active Share eines Fonds, der in einen diversifizierten globalen Index investiert, mit dem eines Fonds vergleicht, der in einen relativ konzentrierten Länderindex oder eine aufstrebende Region investiert.

Für das eine Extrem steht beispielsweise der MSCI All Country World Index, mit 2.484 Unternehmen. Der Euromoney Smaller European Companies (ex UK) Index hat 1.034 Unternehmen und der MSCI Emerging Markets Index hat 835. Bei jedem dieser Indizes können Fondsmanager einen hohen Active Share erzielen.

Beispiele für das andere Extrem sind Länderindizes wie der HDAX der Deutschen Börse mit lediglich 110 Unternehmen sowie der MSCI EM Eastern Europe Index mit nur 49 Positionen. Hier würden sich Überlappungen nur durch ein äußerst konzentriertes Portfolio vermeiden lassen.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein „angemessener“ Wert für einen aktiv verwalteten Nebenwertefonds mit Titelselektion bei 80% bis 90% liegt, während er sich für einen Fonds, der in Deutschland oder dem aufstrebenden Europa investiert, eher bei 40% bis 60% befindet. Ein direkter Vergleich ist somit schwierig. Zwingt man Fondsmanager dazu, vorab festgelegte Werte einzuhalten, kann dies in manchen Fällen zu einer übermäßig hohen Risikoübernahme und möglicherweise schlecht konstruierten Portfolios führen.

Für einen aussagekräftigen Vergleich ist die Verwendung des richtigen Index unabdingbar und auch das jeweilige Anlageziel eines Fonds sollte berücksichtigt werden.

Ebenso kann es vorkommen, dass sich ein Fondsmanager bewusst dafür entscheidet, in besonders volatilen Marktphasen das Risikoniveau des Portfolios insgesamt zu reduzieren oder auch zu erhöhen. Anders ausgedrückt ist auch die aktive Steuerung des Active Share selbst für manche Fondsmanager eine legitime Quelle für Risikomanagement und Ertragsgenerierung.

Der Vergleich des Active Share unter „normalen“ Bedingungen und während Phasen mit reduziertem (oder erhöhtem) Risiko würde sehr unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das alles macht deutlich, dass der Active Share in keinem Fall isoliert, sondern als Teil eines breiteren analytischen Rahmens betrachtet werden sollte.

Fallstudie: Aktien Asien (ex Japan) versus Aktien Deutschland

Zur Veranschaulichung der genannten Punkte können zwei verschiedene Beispiele herangezogen werden: Unsere Anlagestrategien für Aktien Asien (ex Japan) und für Aktien Deutschland.

Mit 624 Unternehmen (Stand Ende Februar 2016) stellt der MSCI All Country Asia ex Japan Index einen breit diversifizierten Index dar, der sich gut für eine individuelle Aktienauswahl eignet. Unsere Anlagestrategie für Aktien aus Asien ex Japan weist zum Ende Februar 2016 einen Active Share von 88% auf.

Im Gegensatz dazu deckt der HDAX Index 95% des deutschen Aktienmarkts nach Kapitalisierung ab und ist mit lediglich 110 Unternehmen (Stand Ende Februar 2016) wesentlich konzentrierter. Unsere Anlagestrategie für deutsche Aktien weist zum Ende Februar einen Active Share von 56% auf.

Beide Strategien bewegen sich in sehr unterschiedlichen Anlageuniversen und weisen offensichtlich sehr unterschiedliche Active Shares aus. Dennoch erzielten beide Strategien relativ hohe risikoadjustierte Erträge, mit einer Information Ratio von 1,1 beziehungsweise 0,7 über die vergangenen 12 Monate3.

Dies zeigt sowohl die Bedeutung des Kontextes als auch die Gefahren der Annahme auf, dass ein hoher (oder niedriger) Active Share einen prognostizierenden Charakter in Bezug auf die Wertentwicklung hat.

Andere verfügbare Instrumente

Bei der Bewertung, wie ein Portfolio zusammengestellt wurde und bei der Beurteilung von Art und Ausprägung des eingegangenen Risikos, sollten verschiedene Kennzahlen berücksichtigt und ausgewertet werden. Der weiterhin aussagekräftige Tracking Error beispielsweise misst die Standardabweichung der Differenz von Portfolio- und Indexrenditen. Es überrascht kaum, dass zwischen Active Share und Tracking Error tendenziell eine gewisse Korrelation vorherrscht.

Die Analyse von Marktkapitalisierung und Portfoliopositionen außerhalb der Benchmark sowie Merkmale wie die Anzahl der Positionen, Eigenkapitalrendite, Wachstum von Gewinn je Aktie und Bewertungsmethoden stellen weitere hilfreiche Instrumente dar, um den Active Share in einen entsprechenden Zusammenhang zu setzen.

Der vielleicht wichtigste Maßstab ist jedoch, die Investmentphilosophie und den Anlageprozess des jeweiligen Fondsmanagers zu verstehen und im Rahmen dieser qualitativen Faktoren die quantitativen Ziele festzusetzen.

Fazit

Der Active Share ist durchaus ein hilfreicher Maßstab für die Positionierung eines Fondsmanagers im Vergleich zum Index und eine Indikation für das eingegangene Anlagerisiko im Vergleich zur entsprechenden Benchmark.

Er hat keinen prognostizierenden Charakter in Bezug auf die zukünftige Wertentwicklung und sollte immer in einem Kontext beurteilt werden, der das Bewusstsein für den Umfang und die Konzentration des Anlageuniversums sowie die Anlagemerkmale des Fonds an sich mit einbezieht. Aus diesem Grund ist der Vergleich des Active Share von zwei verschiedenen Fonds nur begrenzt aussagekräftig, wenn diese nicht auf die gleiche Weise in demselben Universum von Unternehmen verwaltet werden.

Eine Analyse des Active Share sollte fortlaufend erfolgen, da infolge von Anlageentscheidungen bewusst Veränderungen zur Erhöhung oder Reduzierung des Risikos vorgenommen worden sein könnten.

Die weitverbreitete Berücksichtigung des Active Share zur Bewertung von Fondsmanagern ist unserer Ansicht nach hilfreich bei der Bekämpfung des so genannten „Closet Indexing“, bei dem sich der Manager nicht von der Benchmark löst, sondern sich nah am Referenzindex orientiert. Die Kennzahl trug ohne Zweifel zum Verständnis dafür bei, wie Fondsmanager im Rahmen der Portfoliokonstruktion mit dem Risiko umgehen. Dennoch handelt es sich lediglich um eine einzelne Kennzahl. Eine Bewertung darüber, wie aktiv ein Fondsmanager tatsächlich vorgeht, sollte am besten nach Prüfung eines umfassenderen analytischen Rahmens getroffen werden.

Ken Lambden
Chief Investment Officer
Baring Asset Management

1) K.J Martijn Cremers und Antti Petajisto, How Active is Your Fund Manager?, Review of Financial Studies, Vol. 22, No. 9 (September 2009)
2) Frazzini, Friedman und Pomorski, Deactivating Active Share, Financial Analysts Journal, Vol. 72, No. 2 (März/April 2016)
3) Daten basieren auf der Wertentwicklung der ausschüttenden Anteilsklasse A GBP, Stand Ende Februar 2016. Die Wertentwicklung der Vergangenheit gibt keinen Aufschluss über die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung.