Mikrofinanz: Tue Gutes und verdiene damit!

Drei Milliarden Menschen auf der Erde müssen mit weniger als 2US$ pro Tag auskommen. Die überwiegende Mehrheit davon sind Frauen. Die Agenda der UN hat sich neben der Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Klimawandel bis 2030 ein herausforderndes Ziel gesetzt: Schaffung von Autonomie und Selbstbestimmung für alle Mädchen und Frauen, auf Englisch: "Empowerment".

Neben dem Zugang zu Bildung, der teilweisen Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen in diversen Kulturkreisen, Verbesserung ärztlicher Versorgung und gesundheitlicher Fürsorge gehört hierzu auch die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen.

Für große Finanzinstitute erscheinen ländliche Standorte in Entwicklungsgebieten nicht profitabel genug um hier ein „Brot & Butter-Angebot“, also Angebote zum Sparen und Finanzieren, zu etablieren. Daher gibt es eine Reihe von Alternativen, aus denen sich in den vergangenen Jahrzehnten ein eigenes Segment herausgebildet hat: Mikrofinanz.

Vielfach in Verbindung gebracht mit Mohammed Yunus, der mit seinem Konzept der Vergabe von Kleinstkrediten bereits in den 1960er Jahren ein funktionierendes System in Bangladesch etabliert hat und unter anderem auch dafür 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist dieser Finanzsektor zunehmend professionalisiert aufgestellt. Wie in anderen Bereichen der Finanzwelt gibt es auch hier mittlerweile Analysten, Researcher, Anlageberater und sogar Ratingunternehmen, die nach anerkannten Verfahren unterschiedliche Marktteilnehmer bewerten.

Den Großteil der Kärrnerarbeit jedoch übernehmen Mikrofinanzinstitute vor Ort. Die Mitarbeiter der Unternehmen, die unserer jüngsten Erfahrung nach überwiegend von Frauen gegründet und geführt werden, haben die Aufgabe über die Krediterteilung zu entscheiden. Auf der Basis einfachster Cash-Flow-Berechnungen der Haushalte, wird die Höhe der monatlichen (oder auch wöchentlichen) Rückzahlungsfähigkeit festgelegt.

Vielfach kritisierte angebliche Wucherzinsen müssen stets im Kontext zu den ortsüblichen Bankkonditionen bewertet werden. Darüber hinaus ist die Bedienung der Klientel in extrem strukturschwachen Regionen einfach teurer als in der Bankfiliale einer Großstadt. Die Kreditsachbearbeiter der Mikrofinanzinstitute bedienen in der Regel 150 - 200 Kunden und müssen hierfür weite Wege in Kauf nehmen - zur Auszahlung des Darlehens ebenso wie zur Rückzahlung der Kreditraten. Darüber hinaus muss natürlich auch das Kreditausfallrisiko eingepreist werden: physische Sicherheiten gibt es in der Regel selten. A propos Risiko: die Kreditportfolioanalyse enthält stets auch eine Kennzahl bezogen auf das Geschlecht der Kreditnehmer. Eine hohe Frauenquote entspricht landläufig auch einem geringeren Ausfallrisiko - basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungen in praktisch allen Kulturkreisen in den Entwicklungsgebieten. In Indien, Süd-Ost-Asien, Afrika, Lateinamerika, Osteuropa und anderen Regionen zählen Frauen zu den bevorzugten Kreditnehmern, die in der Regel mit den Klein- und Mikrokrediten eine geschäftliche Existenz aufbauen und diese erfolgreich, oft mit Folgekrediten erweitern. Erfolgsgeschichten gibt es viele. 

Um den Kapitalbedarf der Mikrofinanzinstitute zu decken, stehen seit geraumer Zeit neben den allgegenwärtigen Wohltätigkeitsorganisationen auch Teilnehmer der internationalen Finanzmärkte bereit: institutionelle Investoren und auch Investmentfonds eröffnen diesen Markt auch Privatinvestoren, die, wie bei Investmentfonds üblich, über einmal- oder regelmäßige Zahlung gleich eine mehrfache Rendite erwirtschaften können: die monetäre Rendite, die bei Investmentfonds derzeit im niedrigen einstelligen Bereich liegt, sowie die soziale Rendite, die auf die oben erwähnten UN-Ziele einzahlt: tue Gutes und verdiene damit! 


Andreas Reiffenstein, Gründer und Geschäftsführer des Start-Ups "UHURU Microfinance Consulting GmbH", ist derzeit vor Ort in Arusha/Tansania. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Mikrofinanzinstituten in Sub-Sahara Afrika spezialisiert, um diese im Rahmen von Beratungsprojekten für deutsche und europäische Investoren auf der Basis der bestehenden Regulatorik investierbar zu machen.

web: www.uhuru-microfinance.com
twitter: @uhuru_mf

Automatisierungsrevolution treibt Nachfrage nach seltenen Metallen

Der abrupte Aufstieg selbstfahrender Autos und der Automatisierungstechnik dürfte die Nachfrage nach Lithium und Kobalt ankurbeln. Demgegenüber könnten sich im kommenden Jahr die Mainstream-Rohstoffe weniger eindrucksvoll entwickeln, so ETF Securities, einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETFs).

Im aktuellen Jahresausblick geht das Londoner Investmenthaus davon aus, dass Gold im Jahr 2018 im Großen und Ganzen stagnieren wird und der Zermürbungskrieg zwischen der Opec und den USA die Aufwärtsbewegung des Öls limitieren wird. Hinsichtlich der von der globalen Entwicklung hin zu Automatisierung und selbstfahrenden Autos betroffenen Rohstoffe sind die Erwartungen des Investmenthauses jedoch höher.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities: "Die Rohstoffsektoren tendieren dazu, strukturellen Veränderungen in Technologie und Wachstum zu folgen: Die Landwirtschaft machte im 18. Jahrhundert den Großteil des Rohstoffmarktes aus, Stahl und Kohle während der anschließenden industriellen Revolution. Öl und Petroleum standen im vergangenen 20. Jahrhundert unangefochten an erster Stelle. Wir stehen jetzt an einem Wendepunkt zugunsten einer neuen Rohstoffgeneration, deren Nachfrage durch die Verflechtung von Technologien im Bereich Energieeffizienz, Automatisierung und Klimawandel angetrieben wird

Solche Rohstoffe sind unter anderem Lithium und Kobalt, die beide für die Batterieherstellung unerlässlich sind. Bereits 2017 erfuhren diese beiden Rohstoffe Preiserhöhungen. 

Der Outlook von ETF Securities geht davon aus, dass die höhere Nachfrage nach Metallen dem bislang übersehenen Effekt des Anstiegs der Nutzbarkeit von automatisierten Fahrzeugen zuzuordnen ist. Kupfer, Silber und Gold werden in unzähligen elektronischen und elektrischen Komponenten dieser Fahrzeuge verwendet. Da zukünftige Fahrzeugflotten technologisch abhängiger und autonomer werden, kann es zu einer damit einhergehenden Zunahme der Vernetzung der Aggregate in den Systemen kommen.

ETF Securities zufolge werde die Automatisierungsrevolution auch die Nachfrage nach Seltenen Erden wie Yttrium und Praseodym ankurbeln. Beide Elemente sind mittlerweile zum integralen Bestandteil moderner Technologien geworden.

James Butterfill fügt hinzu: "Vielleicht ist die interessanteste Gruppe dieser neuen Generation von Rohstoffen die am wenigsten bekannte – nämlich die Seltenen Erden. Obwohl vielen nicht geläufig, ist sie doch integraler Bestandteil der Produktion moderner Technologien in zahlreichen Industriesektoren. Dazu gehören Medizin, Verteidigung, Transport und Energieerzeugung sowie der Dreh- und Angelpunkt unseres täglichen Lebens - die Elektronik und mobile Geräte. Mit einer wachsenden globalen Mittelschicht, gepaart mit dem Aufstieg der Automatisierung, wird eine Litanei schwer auszusprechender Materialien wie Yttrium und Praseodym ihre zentrale Rolle in unserem modernen Lebensstandard weiter festigen.”

Ausblick für Edelmetalle

ETF Securities prognostiziert für das kommende Jahr eine nur geringe Veränderung des Goldpreises, wobei eine mögliche Outperformance von unvorhersehbaren politischen Risiken abhängig sei. Solche hätten die Nachfrage nach Gold bereits  in der Vergangenheit getrieben. Außerdem werde auch die Anzahl der Fed-Zinserhöhungen eine Rolle spielen, da steigende Zinsen normalerweise mit einer schwächeren Goldperformance einhergehen.

"Höhere Nominalzinsen, eine steilere Zinsstrukturkurve und der daraus resultierende stärkere US Dollar sind wahrscheinlich Hindernisse für einen signifikanten Anstieg des Goldpreises”, sagt Nitesh Shah, Director, Commodities Strategy und fügt hinzu: “Wir gehen davon aus, dass die Fed ihre Politik weiter straffen wird, denken aber, dass die Abwärtsrisiken für den Goldpreis trotzdem begrenzt sind, da die Realzinsen aufgrund der zunehmenden Inflation in den USA weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben werden. Per Saldo sehen wir für das kommende Jahr nur eine geringe Veränderung des Goldpreises."

Indes geht ETF Securities davon aus, dass der Silberpreis unter seinem fairen Wert liegt und sich - gestützt durch die industrielle Nachfrage von Solarmodul- und Fahrzeugherstellern - gut entwickeln wird.

Palladium ist im Jahr 2017 um 43 Prozent* gestiegen und war der am besten performendste Rohstoff, der somit zum ersten Mal seit 16 Jahren sogar Platin übertreffen konnte. ETF Securities zufolge wird die Outperformance von Palladium 2018 nicht anhalten, ebenso wenig wie der derzeitige 28 Prozent* Preisabschlag von Platin auf Gold, was zum Teil an den Schmuckkonsumenten liege, die auf das relativ billige Platin umsteigen.

Ausblick für Öl

Das Basisszenario von ETF Securities in puncto Öl ist ebenso eine unspektakuläre Performance. Das Patt zwischen den USA und der OPEC wird keine signifikanten Angebotsreduzierungen zur Folge haben und die derzeitige Überschwemmung am Ölmarkt werde anhalten. 

Dazu Nitesh Shah, Director, Commodities Strategy: "Die Strategie der OPEC, die US-Produktion aus dem Markt zu drängen, ist gescheitert: die US-Produktion wird 2018 voraussichtlich Rekordniveau erreichen und damit den Zyklushöchststand vor dem Preiskampf 2014 und die 10-Millionen-Barrel-Marke von 1970 übertreffen. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass die Backwardation in den Futures-Kurven die US-Produktion an der Expansion hindern wird. Das OPEC-Compliance-Programm wird weiterhin scheitern.”

Ausblick für Währungen

ETF Securities geht angesichts einer Beschleunigung des Taperings in der Geldpolitik der FED davon aus, dass weiterhin flache globale Ertragskurven den Weg für eine deutliche Stärke des US-Dollars ebnen könnten.

Die vorsichtigen Inflationsperspektiven der Europäischen Zentralbank (EZB) werden den Experten von ETF Securities zufolge den Euro weiterhin unter Abwärtsdruck setzen. Sie gehen davon aus, dass das Pfund Sterling in naher Zukunft auf einem nahezu unveränderten Niveau verharren wird, aber das Potential zum Durchbruch nach oben hat, sobald die Unsicherheit in Bezug auf die Brexit-Verhandlungen positiv gelöst wird.

Weitere Outlook-Themen:

  • Warum traditionelle Rohstoff-Modelle implizieren, dass die aktuellen Bitcoin-Preise korrekt sind. 
  • Wie sich eine konträre Herangehensweise an Rohstoff-Investment seit 2010 ausgezahlt hat. 

* Alle Daten aus dem ETF Securities Outlook, Stand 20. November 2017

Will there still be brands in the future? - ‘Hybrid Brands’ in ‘Hybrid Cities’

There is no doubt that brands play a significant role in the success of companies. Brands, for instance, create identity in internal and external communication. A strong brand is a crucial factor for differentiating companies and their offers and services from competitors. They are the fundament for an enduring competitive advantage and high recognition in a rapidly changing business environment.

In this expert interview, Seval Dogan (right), Senior Marketing & Special Project Specialist at Business Wire for Germany, Austria and Switzerland, discusses with Christine Riedmann-Streitz the challenges and implications of digitalization on brands, especially in the context of urban and metropolitan areas. Christine highlights how to take advantage of digitalization as well as how to avoid some pitfalls of digitalization such as "digital burn-out".

In addition to being the founder and managing director of MarkenFactory GmbH, a Frankfurt-based marketing and consulting firm, Christine (left) is an expert in brand, innovation and change as well as a university lecturer, trainer, and speaker at marketing and media events. She is also the author of "Will there be still be brands in the future? Hybrid Brands - a future vision for strong brands ", which was published earlier this year by Springer Gabler. 

Seval Dogan: In your book, you state that brands are not an invention of the modern age. What role do brands play in the digital age?

C. Riedmann-Streitz: Humans have invented the brand, centuries before modern times, because it was important to mark those things that were of value to them and to give them a distinctive recognition. This involves products (e.g., bricks, tools), economic alliances (such as the Hanseatic League), or social status (e.g., aristocratic families). The core functions of brands are essential – even in the digital age: they represent defined values, provide orientation and long-term quality promises, create rational and emotional benefits.

Seval Dogan: According to your book, it seems that the digital environment has a disruptive effect on brands. What influence does the digital transformation have on brands? 

C. Riedmann-Streitz: We live in a time when almost everything is in flux, it is volatile, uncertain, complex, and ambiguous - also known as VUCA. The disruptions caused by digitalization make life and decision-making much more complex. The effects on brands are serious. With the consequence that corporate, employer, product, service or personal brands must be rebuilt to stay viable. Let me explain this: Brand success is based on the perception of the customer, on its "perceived value" and "perceived quality". The degree of identification with the brand determines the "brand fit" ("the brand suits me"). This applies to both B2B as also B2C. Digitalization, however, changes communication and perception. Decision mechanisms are turned upside down by bots, recommendation algorithms and automated processes. It is becoming increasingly difficult for the brand to attract attention. Think of an online shop (such as Amazon®): the branded product is de-contextualized in its product category (e. g. men's watches), left without its original brand environment and in competition with tens of thousands of other available products in that online shop. Filters are either price (ascending or descending), novelty or awarded "stars". Hence, the brand runs the risk of irrelevance.

In the digital age, well positioned brands provide a robust economic factor, bringing significant value to companies. Having a strong brand makes also an employer more attractive in finding and hiring ambitious and highly-skilled candidates. In other words, an attractive employer brand and corporate brand makes you a winner in the ‘War for Talents’ and in the tough global competition – in the real and online world. On the other hand, digitalization can affect the function of brands negatively if there is a lack of sustainable values, benefits, and promises – and if brand management ignores the rules of real and digital worlds. But, in one way or another, digitalization can increase the significance of brands if every single brand is prepared for the digital future.

Seval Dogan: Why is the ability to change and innovate vital to brands in the digital age?

C. Riedmann-Streitz: Because otherwise the brand ages with its customers until they look around for some younger and more attractive brands. The fashion industry is a good example. Some brands must be reinvented to escape the ‘indifference trap’ and not become irrelevant. A strong brand stands for continuity and reliability with a clear brand promise that will also hold true in the future. At the same time, it reflects the ‘Zeitgeist’, the spirit of the time, is close to its customers and meets their needs. Desires are changing, so the brand must change and be able to surprise over and over again its customers if it wants to remain relevant. The challenge is clear: On the one hand, brands must adapt to digital transformation; on the other hand, they must protect themselves from ‘digital burn-out’. 

Seval Dogan: In your book, you provide evidence showing that more than 70% of brands worldwide and over 90% of brands in Europe have become irrelevant in the eyes of the consumers and if such brands disappear tomorrow, they wouldn’t be missed. This sounds like brands will be irrelevant in the future. Will there still be brands in the future?

C. Riedmann-Streitz: My vision is, that brands will still exist, if fundamental prerequisites are met. Brands must endorse digitalization, but stick to certain fundamental principles. For example: A brand can only win customers if all employees are convinced of it and if they behave as brand ambassadors. Unfortunately, many brand managers no longer believe in their own brand. Most mid-sized companies have barely discussed how they need to build and position their brand for the future. But: New technologies and big data compete with brands for the same customers. This situation is getting worse by numerous companies that focus on technology only and neglect content. Technology is always only a means to an end; it does not itself offer any content or values – nor does it provide a brand experience that can inspire, retain customers and stoke customer loyalty and recommendation. Digitalization provides a plethora of data that only creates customer value when drawing the right conclusions.

Seval Dogan: You underline in your book that brands will evolve into 'Hybrid Brands'. What do you mean by that?

C. Riedmann-Streitz: Brands need to be transformed to Hybrid Brands if they want to survive. In addition to the real world, both the enriched (augmented reality) and the virtual world exist. These worlds are merging to hybrid worlds - not only in technical terms, but in people's perception and behavior. As outlined in my book, customers want mobile information, real shopping (advised by customer service representatives who have additional knowledge and deliver brand experiences that are not available online), mobile payment options and that the purchase is delivered on demand. Hybrid Brands combine the best of both (real and virtual) worlds and create seamless transitions as their stakeholders no longer accept interruptions and discontinuities. The future is "seamless".

Seval Dogan: You also describe the future of 'Hybrid Brands’ in ‘Hybrid Cities'. What is the role of urbanization? 

C. Riedmann-Streitz: It is estimated that by 2050, 70% of the world's population will live in large cities. This is where the challenges of future economic activity, work and life come together. Big cities and megacities are evolving into hybrid cities. Amongst other technologies they use "location-based services" for the benefit of their citizens in public and commercial urban spaces. Even today, providers in the public and commercial space already collect data about passers-by and consumers via face recognition (also in Germany). However, this takes place without asking people for their permission, it happens unsolicited, unprotected and non-transparent. As I explained before, the brand must develop into a Hybrid Brand. But this hybridity must be well reflected and thoughtful to shape a future worth living in.

Seval Dogan: What vision is your book based on and what do you want to convey to companies and customers?

C. Riedmann-Streitz: The future starts now. The question is not: “What is possible?”, but: “How do we want to work and live in the future?”. “What are the values guiding our thinking and actions?” Relevant values, enduring promises and trust are the foundations of successful business and functioning societies. Brands play a significant role here. But they must be transformed into Hybrid Brands to have enough impact and not suffer from ‘digital burn-out’. Against this background, I have created a vision of what would be desirable and what needs to be done. It is based on an understanding of the economy and society that is not subject to the primacy of technological opportunities, but of benefits to us humans, who invented the technologies. Digitalization can bring plenty of progress, economic efficiency, comfort and quality of life when used purposefully and always being under control by humans. My vision is that companies and consumers will continue to stick to the brand in the future. If: Brands become Hybrid Brands and further evolve to Human Hybrid Brands that consistently fullfil the principles of respect for privacy and the criteria of what I call ‘Humane Customer Centricity’ with the stakeholder being at the real core of thinking and acting.

Seval Dogan: Thank you Christine!

Nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns

Mit den „Deka-MultiFactor Rentenfonds“ hat die Deka eine Rentenfondsserie für institutionelle Investoren aufgelegt, die anhand eines quantitativen faktorbasierten Ansatzes gesteuert werden. Die Deka erweitert hiermit ihr quantitativ gemanagtes Produktportfolio für institutionelle Investoren um vier international investierende Rentenfonds: „Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield“ und „Deka-MultiFactor Global Government Bonds”.

Die neu aufgelegten, währungssicheren Produkte kombinieren ein faktorbasiertes Anleihen-Management mit dem bewährten quantitativen Rentenansatz der Deka, bei dem Investitionsentscheidungen auf erprobten mathematisch-statistischen Modellen basieren. Ziel ist es, nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns als der Markt zu erreichen. Gleichwohl können Wertschwankungen, die sich auch negativ auf den Wert des Investments auswirken, nicht ausgeschlossen werden.

Als einer der größten Anbieter in Europa im Bereich des quantitativen Fondsmanagements verwaltet die Deka rund 44 Milliarden Euro (Stand: 30.06.2017). 

Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen von Ausstellern aus Schwellenländern. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens BB- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Government Bonds

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Staatsanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).


Weitere Informationen zu den Deka-MultiFactor Rentenfonds finden Sie auf deka-institutionell.de.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen  Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

Key considerations in choosing a commodity index

The composition of a commodity index, the liquidity of its underlying contracts and the complexity of its rolling schedule can have an impact on its performance, shows Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist at ETF Securities.

Getting exposure to futures contracts further out on the curve with enhanced commodity strategies, is an easier and more efficient way to improve return than increasing the complexity of the index rolling schedule. Adding enhanced commodity indices to a portfolio of global equities and bonds, improves the Sharpe ratio by 3% on average compared to classic commodity indices.

There are a number of factors that need to be considered when choosing a commodity index to invest in. Historical back-tested performance only presents one part of the picture. The cost of investing in an instrument, such as an Exchange Traded Product (ETP), that tracks commodity returns can vary widely depending on a number of key factors.

The index composition and weighting

The composition and weighting of a commodity index define its level of diversification. The more diversified the index is, the better the investor is protected from the downside risk when the commodity index is added to a multi-asset portfolio.

The composition of major commodity benchmarks can vary significantly as illustrated above. For example, the Bloomberg Commodity Index (BCOM) has 31% in agriculture and 28% in energy while the S&P GSCI and the Deutsche Bank Liquid Commodities Index Optimum Yield (DBLCI-OY) have more than 50% concentrated in the energy sector.

A closer look at the individual commodity level shows that 40% of the S&P GSCI index is only in oil (23% in WTI crude and 16% in Brent crude) while other commodity indices allocate a maximum of 13% to a single commodity. The weightings change marginally over time. The closer the index can get to an equal weighting, the better its level of diversification.

Modifying the composition and weighting of an index while keeping the same rolling methodology tends to increase return, by 2.3% for UBS indices and 0.9% for Deutsche Bank indices since the end of December 2015, as illustrated above.

The index rolling strategy

In this section, we analysed the performance of four commodity indices in order to assess the impact that “enhanced” rolling strategies can have on returns. All four indices are exposed to the same constituents with the same weights as BCOM but apply different rolling strategies.

The next chart shows the additional return of three different enhanced strategies compared to BCOM. The first strategy increases the index average maturity from 2 or 3 months with BCOM to 5 or 6 months with the BCOM 3 Month Forward Index (BCOMF3). Index providers tend to use this strategy to help mitigate the impact of contango (negative roll yield) on the index’s total return. This strategy improved return by 2%.

Applied to the Deutsche Bank Commodity Booster index, the optimum yield strategy is exposed to contracts that expire up to 13 months from now based on the best implied roll yield. This strategy outperforms BCOM by 2.5%. The constant maturity strategy, used by the UBS Bloomberg BCOM Constant Maturity index, rolls a small portion of its exposure every day in order to maintain its average maturity, outperforming BCOM by 2.6%.

Increasing the complexity of the rolling methodology with the optimum yield and constant maturity strategies only adds 0.5% and 0.6% extra return respectively compared to the strategy that simply increases the index average maturity.

The impact on operational costs

The number of contracts an index tracks and the frequency and complexity of the rolling schedule can have an impact not only on performance as seen previously, but also on the operational costs of replicating the index.

We here distinguish between commodity indices with a classic roll methodology: BCOM, S&P GSCI, the Rogers International Commodity Index (RICI) and the Thomson/Reuters CRB index (CRB), and commodity indices that aim to improve the classic strategy, typically called enhanced commodity indices.

The above chart shows the number of transactions in each index, defined as the number of times each constituent has to roll in a year, multiplied by the number of days during each roll. The UBS BCOM CMCI Index has the largest number of transactions as it rolls a small portion of its exposure every day to maintain each constituent’s average maturity over time. The methodology of an investable commodity index needs to be replicable. The more complex the rolling schedule is, the higher the replication costs which may lead to higher tracking errors.

The liquidity of the underlying futures contracts that the index holds is also a key factor to consider, as an illiquid contract can cause disruption in the daily pricing of the commodity index and prevent investors from purchasing or redeeming their funds when they want. The further out on the curve the exposure is, the less liquid the futures contract. The above chart shows how much an investor can buy or redeem from an instrument that tracks the index without disrupting the daily pricing of the underlying futures market.

Commodity indices in a portfolio

In this section, we compare the performance of portfolios with 50% in global equities, 40% in global bonds and 10% in commodities to a standard portfolio of 60% global equities and 40% global bonds, the benchmark, since 1998.

While enhanced commodity indices tend to perform better than classic commodity indices, adding them to a portfolio of equities and bonds improves the Sharpe ratio by just 3% on average: from 0.72 on average for portfolios with 10% in classic commodity benchmarks to 0.75 on average for portfolios with 10% in enhanced commodity indices.

The acid test of active management

Active managers are more likely to outperform in certain market conditions, but our research finds that there is also a group that can outperform whatever the weather. Clement Yong, Strategist, Research and Analytics, at Schroders, on “good” asset managers.

All sailors know that there are environmental conditions that affect their performance, notably wind speed and direction, currents and tides. When conditions are ideal, even average sailors tend to do well, as the favourable conditions carry them along. However, when conditions are challenging, only more skilful sailors will be able to outperform.

In the same way, we have found that active managers add more value in particular market environments than others and only truly skilled managers are able to navigate through more challenging waters. Our research suggests that the two key variables that determine these environments are the extent to which share prices tend to move together (known as “correlation”) and, the distance those prices typically travel relative to each other (known as “dispersion”). This makes sense as it should be much easier to distinguish winning stocks from losing ones when the market’s correlation is low and, once a winning stock has been distinguished, the returns for the holder of those stocks should be that much greater if dispersion is high.

We found this theory borne out in practice when we looked at historical records: when market correlations have been low and dispersion of returns high, active managers have performed the best (see first circled bar in chart below). On the other hand, active managers have performed worst when correlation and dispersion were both high (see second circled bar). This environment mostly occurred during the depths of crises, suggesting the average active manager  possesses insufficient skill to weed out underperformers when all stocks are falling together. Currently, however, conditions have turned favourable for them as correlation continues to stay low.

Average UK managers' monthly excess returns

The picture changes significantly when we analyse the outperformance of “good” managers1 in the various environments. The main conclusion we reached was that they tend to perform well in all environments. Good managers still do best in the low correlation, high dispersion environment but, contrary to the experience of average managers, they do least well in a high correlation, low dispersion world. This is arguably when their stock selection skills are least effective as the difference in returns between winners and losers is minimal. Contrary to the average manager, the “good” manager does much better in the high correlation, high dispersion environment. This may be because good active managers have enough skill to avoid the worst performers when all prices are falling.

Average UK managers' monthly excess returns

It is worth noting that, although what we have discussed applies to the UK market, the pattern of returns and conclusions are virtually identical for the Japanese market, emerging markets and even those in the US, where active performance has been much maligned.

Our definition of “good” managers so far has been rather like a football league: they are not a fixed group but come and go as their performance promotes them or relegates them to or from the top tier over the period investigated. However, a more practical question is whether it is possible to find a group of active managers who consistently outperform in different environments. We believe it is, and that the knowledge of how managers have performed in different environments in the past can be used as a guide to selecting active managers who are well placed to consistently perform in the future.

To show this, we looked at UK funds that have been able to deliver the most consistent  outperformance during both favourable and challenging environments. In each case, we identified the 100 funds that most frequently outperformed. We then looked at how much overlap there was between these lists, i.e. how many of the 100 funds that most persistently outperformed in the favourable environment also featured in the top 100 for the challenging environment. 32 funds passed this test. This suggests that there is a group of skilful fund managers that has been able to persistently outperform its benchmarks in both favourable and challenging conditions.

Why is this important? Because these truly are managers who consistently perform. For instance, we found that these 32 “persistent” managers were able to outperform in consecutive periods more frequently than the average manager. Not only that, the 32 also had a lower chance of consecutiveunderperformance than other managers.

We don’t want to minimise the difficulties facing investors in identifying good. Our research confirms that when looking at past performance, it is vital to contextualise the performance of those managers in both favourable and challenging environments to gain a true picture. And for anyone who feels they have the skill and expertise to do that, the current environment looks favourable for those few active managers who consistently shine.

Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.


1) We define the “average” active manager by calculating the average outperformance achieved by all actively managed funds (including those that have failed to survive over time). We define “good” active managers as those able to achieve the top 25% of returns. This theoretical approach would not necessarily reflect the experience an individual investor would have experienced.

This article has first been published on schroders.com.

Beyond Due Diligence

by Michael Stephan, Managing Director of iFunded.

Crowd investments from online platforms are among the fastest growing investment segments in Germany’s real estate industry. This new investment vehicle is taking root as a viable alternative to mutual funds. However, purchasing subordinate always harbours some risk. Just recently, the first developer of a project funded by crowd investment went into insolvency. It is for now unclear whether investors will receive a refund.

While online platforms can only act as brokers, as they are not legally permitted to assume the function of an investment advisor, it is crucial to convey trust in the products being offered. Therefore, developers must be carefully selected and vetted. I will attempt to shed light on some key steps suppliers of online crowd investment opportunities can take to minimize risk, while maintaining a high level of transparency towards clients.

Often, the level of reliability of a planned project will become apparent with an initial check. The developer’s track record is an important measure of competence, giving reference on projects they have completed in the past. Another crucial factor is the individual financial engagement. Only if the developer is prepared to invest their own equity, making them potentially liable, can one be sure of their commitment to the project and reimbursement to investors. There should also be absolute clarity about the legal circumstances of the development firm and its company structure.

In most cases, dubious offers will be combed out almost immediately, be it because of unrealistic scheduling or a lack of knowledge about the project’s prospective type of usage. After all, a record of twenty realised residential projects does not guarantee the professional handling of a retail park modernisation.

Supposing all fundamental factors appear sound: What is to say that a project plan that seems realistic and well thought out will not prove unsustainable eventually? Any platform must therefore check all prospective expenses for plausibility. Building costs will be subject to the same level of inspection as projections of future proceeds. To make sure that any project will suit market requirements, any platform must consult real estate experts and examine whether the developer’s estimates are realistic. In any case, the assessment of projects chosen for the portfolio should lie within company expertise. Cooperation with established property assessment firms is always advisable as they usually have a wealth of research data at their disposal.

Any project should be evaluated according to standards similar to those a bank may consult in the process of lending. Ideally, projects will undergo assessment twice: Once by the platform deciding whether to add them to their portfolio and once by any bank that is approached for credit.

Create transparency for investors

Another crucial step is to clearly and transparently display the information gathered to potential investors. After all, private investors are not privy to project documentation – also, the terminology used may be quite challenging for laymen. While investors are naturally advised to personally research platforms and project developers, platforms themselves must also do their best to present important information in a user-friendly format. When doing so, crowd investment platforms should go beyond conventional forecasting of a project.

One way to present information accessibly would be to use a points-based system which foresees various risk factors. In a renovation project, for example, an established prime location could be presented next to an elevated vacancy rate in the building. In the same way, the development risk of a third-tier location could be offset by the excellent track record of the respective developer. Bringing all these factors together, a platform would be able to display a range of risk categories.

Ongoing assessments, even beyond the funding phase

The success of a crowd investment project is not primarily decided by whether financing is fully realised. Results will only become visible during the reimbursement phase. Even though platforms act as brokers, supervision of a project should therefore continue beyond the funding period. This includes establishing contractual reporting obligations for developers which could help to recognise possible negative results or even insolvency early on. On this basis, platforms can then swiftly act and seek dialogue with developers and investors. 

To date, real estate-related crowd investments have often been associated with subordinated loans. This is, however, not the only possible investment method. Bearer bonds or other securities can also be issued. Due to their clearly defined stipulations, using these bonds can further increase transparency. In the future, equity investment in a project developer could be another alternative.

Investors need a reliable and neutral foundation on which to base their decisions. Despite their intermediary role, platforms should actively communicate that broad diversification remains the most important factor in crowd investment. After all, the unique feature of the digital investment platform is the opportunity to spread one’s funds across a wide range of projects.


Michael Stephan worked for over 15 years in leading positions in the digital industry and venture capital industry. For five of those years, he worked as General Counsel of a leading German venture capital company and directed the capital market part of a bank for two years.

iFunded opens the world of real estate to any interested investor. It is a smart, digital platform, that brings private investors together with leading professional investors in the real estate industry for joint projects. This enables iFunded investors access to exclusive project financing, which was previously reserved for institutional investors. https://ifunded.de/

„Emerging Markets zur Diversifikation von institutionellen Portfolios“

Thomas RutzThomas Rutz ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Er spricht mit altii über Emerging Markets und ordnet Risiken und Chancen vor einem globalen Kontext ein.

altii: Herr Rutz, Emerging Markets sind ein weiter Begriff! Geben Sie uns doch bitte eine Übersicht über die relevanten Märkte.

Thomas Rutz: Da wir eine globale Relative-Value-Strategie verfolgen, verschiebt sich die Ländergewichtung immer wieder. Derzeit sehen wir das grösste Performance-Potential in Lateinamerika und Afrika. In der Vergangenheit waren wir aber auch stark in China investiert. Wo wir in Zukunft investieren, hängt davon ab, welche Märkte laut unseren Analysen das attraktivste Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

altii: Eine höhere Rendite in den sich entwickelnden Ländern ist ein Argument, aber sind Investitionen in EM wirklich zur Diversifikation geeignet?

Rutz: Auf jeden Fall. Schwellenländer haben häufig andere Sektorenschwerpunkte als entwickelte Länder. In den Emerging Markets ist das Exposure bei Rohstoffen und Infrastruktur zum Beispiel grösser. Dagegen sind die in den US und Euro High-Yield-Anleihefonds stark vertretenen Finanzunternehmen ein kleineres Gewicht. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Unternehmen aus den entwickelten Ländern meistens höher. Unternehmensanleihen von Schwellenländern verfügen hingegen über attraktive Risikoprämien.

altii: Wie sieht es denn mit den Risiken aus? Können Sie bitte auf geopolitische Risiken und Wechselkursschwankungen eingehen.

Rutz: Risiken müssen überall berücksichtigt und berechnet werden. Daher ist die Abschätzung geopolitischer Risiken ein wichtiger Teil unseres mehrstufigen Analyseprozesses. Grundsätzlich versuchen wir diese Risiken in Zusammenhang zu setzen damit, wie sie sich auf die Zahlungsfähigkeit eines Landes und die ansässigen Unternehmen auswirken. Da wir im Fonds ausschliesslich in Hartwährungsanleihen investieren, betreffen uns Wechselkursschwankungen nur indirekt, also über die Bilanz der Unternehmen, und letztere lassen sich recht gut analysieren. Oft bieten Währungsschwankungen auch interessante Investmentmöglichkeiten, z. B. in Export-sektoren, wenn sich eine Währung abschwächt und die Nachfrage dadurch stark steigt. Lokalwährungsschwankungen können aber den Risikoappetit der Investoren stark prägen, da oft leider nicht zwischen dem Sentiment und den Fundamentaldaten unterschieden wird. Stabile bis stärkere Lokalwährungen wirken dagegen immer sehr unterstützend.

altii: Wie verhält es sich denn mit der Liquidität? Können alle bedient werden, wenn etwas Kritisches passiert?

Rutz: Vor allem im High-Yield-Bereich muss die Liquidität gut gemanagt werden. In Zeiten, in denen die Märkte auf der Basis von Sentiments und nicht von Fundamentaldaten handeln, ist ein langer Atem des Investors tatsächlich wichtig. Da wir weltweit mit vielen lokalen Brokern zusammenarbeiten, kann Liquidität eigentlich immer gefunden werden. Eine breite Diversifikation über verschiedenen Achsen (Regionen, Länder und Sektoren) trägt auch viel zur Liquidität bei. Wir limitieren das Exposure pro Unternehmen auf max. 3 Prozent des Portfolios und vermeiden so ungewollte Konzentrationsrisiken. Aktuell sind wir in über 120 Titeln in 39 Ländern investiert.

altii: Wodurch zeichnet sich Ihre Anlagestrategie aus?

Rutz: Wir sind mit einem sehr aktiven und opportunistischen, globalen Relative-Value-Ansatz unterwegs. Viele Investoren bezeichnen uns als Contrarian – wir nennen uns hingegen Early Movers. Wir sind oft relativ früh im Zyklus investiert, was bedeutet, dass nicht alle Titel von der ersten Stunde an Kursraketen sind, aber über einen etwas längeren Zeitraum sehr attraktive Renditen abwerfen können. Wir sind keine Benchmark-Tracker und haben einen hohen Tilt zu Frontier-Märkten. Im aktuellen Portfolio spielen Distressed, High Yield, Rohstoffe und Infrastrukturunternehmen eine grosse Rolle. Wir suchen uns auch gerne kleinere, zweitrangige („second-tier“) Unternehmen aus, bei denen wir gutes Potential für Investitionen sehen. Top-down schauen wir uns die makroökonomischen Daten, das politische Umfeld und die allgemeine Bewertung der verschiedenen Regionen und Länder an. In einem zweiten Schritt überprüfen wir Einzeltitel auf Basis unseres bewährten fünfstufigen Bottom-up-Prozesses. Wir arbeiten seit der Finanzkrise von 2008 sehr erfolgreich mit diesem Ansatz zur Aufteilung der Kreditmarge, um die zukünftigen Outperformers zu identifizieren. Am 12. Oktober feiern wir das 5-jährige Jubiläum unseres MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced. Seit Auflage 2012 hat die institutionelle Tranche in US Dollar (MFEMBCO – USD, ISIN: LU0816909955) über 30 Prozent Rendite und 800 Basispunkte Alpha erreicht. Dabei waren natürlich die Schwankungen im Vergleich zur Periode von 2009-2012 infolge der geopolitischen Ereignisse in Russland, Brasilien und auch der Wahlen in den USA etwas höher.

altii: Spielt Duration dabei eine Rolle?

Rutz: Die Steuerung der Duration ist nicht unser primärer Fokus. Wir haben uns bisher in einer relativ engen Bandbreite um die fünf Jahre herum bewegt, abhängig von unserer Zinserwartung war sie etwas länger oder kürzer. Unser Hauptfokus ist stattdessen die Analyse und die Entwicklung der Kreditrisikoprämien. altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie? Rutz: Der MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced ist ein Publikumsfonds, der zum Vertrieb in 16 Ländern registriert ist und Anlageklassen für private und professionelle Investoren bereithält.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Rutz: Wir gehen davon aus, dass die zyklische Erholung anhalten wird. Daher gehen wir auch weiterhin von hohen einstelligen bis zweistelligen Renditen (8-10 Prozent) auf annualisierter Basis aus.

altii: Danke und weiterhin viel Erfolg.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

Über Thomas Rutz
THOMAS RUTZ ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und verantwortet Anlagen aus Schwellenländern für den MainFirst Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced und MainFirst Emerging Markets Credit Opportunities Fund. Zudem leitet er die MainFirst Affiliated Fund Managers (Schweiz) AG. Zuvor arbeitete Thomas Rutz bei Clariden Leu, wo er zuletzt die Abteilung Emerging Markets, bestehend aus Aktien-, Anleihen- und Währungsteams, mit insgesamt über 1 Milliarde Euro verwaltetem Vermögen leitete und für die Anlagestrategie in Schwellenländern verantwortlich war. Vorherige Positionen waren bei ABB Capital B.V. in Zürich und Singapur als stellvertretender Chefhändler und Leiter Kapitalmarkt der Bank of Bermuda Ltd., Hamilton. Von 1985 bis 1994 arbeitete Thomas Rutz in verschiedenen Positionen im Bereich Eigenhandel der UBS in Zürich, London, New York, Chicago und Hongkong.

Kontakt
Thomas Rutz
+41 43 833 85 88
thomas.rutz@mainfirst.com
http://www.mainfirst.com 

The case for active asset management

The debate on whether to use passive or actively-managed funds can sometimes be one-sided. Our research suggests investors should keep an open mind, says Gavin Ralston, Head of Official Institutions and Thought Leadership at Schroders.

Investors seem to be voting with their feet. The scale of the recent shift of money from actively managed funds into those that track market indices has become hard to ignore.

According to data from specialist information provider analyst Broadridge, nearly $2.4 trillion has flowed into passive exchange-traded funds (ETFs) in the US over the last 15 years, while $500 billion has moved out of active funds.

This trend is held up by many commentators as decisive proof of investors’ belief in the superiority of passive investing over the skills of a fund manager. But seemingly unstoppable investment trends have a habit of reversing unexpectedly.

We argue that, before rushing to conclusions, investors should take a long hard look at both the data and what so-called “passive” funds actively offer.

Ultimately, we think both have a place in portfolios, but it’s in the interests of investors to strike a balance between the two and use each method when and where it is most appropriate. The research we have undertaken recently certainly suggests that investors should keep an open mind.

A Sharpe definition of active management

The classic academic view of active management was proposed by Professor William Sharpe, who argued that, “after costs, the return on the average actively managed dollar will be less than the return on the average passively managed dollar”.

In reaching this conclusion, he assumed that the index represented the entire range of investment opportunities, and that all participants were motivated by the same objectives.

In truth, for many investors, an index return may not coincide with the outcomes they are seeking. For instance pensioners needing to create a secure income in retirement.

Since Sharpe, many researchers have demonstrated that markets are less efficient than once thought, and that investors’ behavioural biases and irrational decisions create opportunities for active managers.

Markets have also become distorted by the actions of central banks, buying bonds in quantitative easing programmes, or by governments owning stakes in companies.

Some markets are more efficient than others, but conclusions are often transferred from one to another. We have analysed the data on different markets.

How data is used in the active/passive debate

Data from SPIVA, part of S&P Dow Jones Indices, is often used in the passive-active debate. A recent SPIVA (S&P indices versus active) report stated that over 88% of large cap equity funds in the US underperformed the S&P 500 Index in the latest five-year period.

In the case of large cap US equities, this conclusion is reinforced from other sources, but there are weaknesses in the SPIVA methodology.

It assumes any fund which has closed or been merged into another fund has underperformed. This assumption is not universally valid. We tested UK stockmarket funds that had closed in the past 10 years and found that 20% had outperformed before closure.

SPIVA also picks its own S&P index for each fund comparison rather than the actual index a fund has set out to beat.There is a tendency to extrapolate from the US market the conclusion that other equity markets are hard to beat.

But the US is different – institutional ownership, particularly by home-grown institutions which are more familiar with domestic securities, is significantly higher than in other countries. The US, therefore, is a more efficient market.

We looked at performance in other major markets. But rather than assume passive performance is the same as the market index, we have used a more realistic comparison – ETFs.

These bear real management fees and trading costs, which an index does not. The results, below, suggest that in many markets the argument that most active funds underperform is far from clear cut.

A realistic reflection of investors’ experience shows active in a better light.

ETF cumulative returns vs. benchmark five years to 31 March 2017

Returns are shown in US dollars except for UK equities in sterling. Includes actual performance of funds closed and opened during the period. Source: UK equities - iShares Core FTSE 100 UCITS ETF; Emerging market equities - iShares MSCI Emerging Markets ETF; Eurozone equities - iShares MSCI Eurozone ETF; Japanese equities - iShares MSCI Japan ETF; Global bonds - Vanguard Global Bond Index fund (Institutional hedged – US dollars); US high yield - SPDR® Bloomberg Barclays High Yield Bond ETF; Emerging market bonds - iShares J.P. Morgan USD Emerging Markets Bond ETF. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

Drilling down further, we looked at how active performance has varied over time in the UK and emerging markets. We looked at monthly excess returns after fees – in this case against the index.

Unlike previous studies, we included only funds that are benchmarked to a broad index. By doing so, we excluded the funds that are either not benchmarked, or funds that employ a specific strategy, such as sustainability or special situations.

The charts below show the percentage of active funds in the UK and within emerging markets that have outperformed their benchmarks on a rolling five-year basis. Only funds that have a full five years of performance history at a given date were included in the calculation.

Data from the UK shows that the performance of active managers is cyclical, but that there have been several periods, including the present, when well over 60% of active funds have outperformed net of fees.

The second chart shows a similar pattern for emerging markets equities, with active performance improving steadily since 2008.

Active performance has improved in the UK…

UK percentage of funds outperforming (rolling five years)

Investment Association primary retail share class active UK equity funds domiciled in the UK in sterling. Source: Morningstar. Data to March 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

…and among active emerging markets funds

Percentage of emerging markets funds outperforming (rolling 5 years)

Active EM equity funds domiciled in the US denominated in US dollars; retail share class with longest history. Source: Morningstar. Data to March 2017. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

There is also good evidence that managers who perform well over the longer term experience significant periods of underperformance in the short term.

The Vanguard Group published a study in 2015 which showed that, of the 552 active US equity funds that had beaten the index over the previous 15 years, 98% had underperformed in four or more individual years.

The implication is that investors are more likely to achieve good outcomes if they do not abandon a strategy after a short period of underperformance.

Another important consideration when considering passive investing is fees. We measured active performance against indices net of fees, which penalises performance as the index bears no costs.

Assuming a 0.30% average annual passive fee for UK equities over a 26-year period, the passive fund would have trailed the benchmark by 8%. So while many active funds may have underperformed the index, 100% of passive funds have underperformed.

The point about measuring the real cost of passive management is most visible in emerging markets, where the costs of acquiring market exposure have been higher (until recently typically 0.75%) than in developed markets.

Of course, the cost of passive has fallen significantly in the last few years, raising the standard against which active managers will be measured in future, but in many markets passive costs are still material.

The advantages of active in bond investing

A passive bond fund tends to allocate money based on the amount of debt issued.

In the case of a government bond fund, this could result in investors being directed towards governments with debt problems. In developed markets, this could mean investing large amounts in Italian bonds; in emerging markets, Venezuelan bonds. There is little logic to this approach.

In addition, new securities, which typically make up 20% of bond market capitalisation in a year, have to be included in bond market indices. This is far higher than in stockmarkets and will inevitably raise trading costs. As a result, passive bond funds can significantly underperform their indices, as the table below demonstrates.

Two large bond ETFs have consistently underperformed their indices.

The two large bond ETFs that have underperformed

Chart shows annualised returns in US dollars to 30 April 2017, net of fees. The Bloomberg Barclays High Yield Very Liquid Index is the benchmark for the SPDR Bloomberg Barclays High Yield Bond ETF (JNK). The Global Core Index is the EMB fund's benchmark. Source: Bloomberg, iShares, JP Morgan and SSgA. Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

The roles for active managers

An increasingly important issue for individual savers and pensioners is the real world outcomes they want. It is questionable to what degree passive can help in this regard.

For example, as discussed earlier, many people simply want stable and reliable income in retirement. For these investors, success is likely to depend on allocating to the right asset classes.

This cannot be done passively. There is no index that can be aligned with a real world outcome, such as growing an investor’s money in line with inflation and still achieving income of 4% a year.

A newer dimension in the debate is the rise of “smart beta”. Instead of following a traditional index, based on market capitalisation, these passive funds select shares based on other criteria, such as yield or volatility.

A mix of these strategies has beaten index returns over the past 15 years and done so more cheaply than traditional active management. Even so, getting the best out of smart beta strategies will require decisions to be made over which ones to use and when.

These are decisions that cannot be taken “passively”. It is an active skill.

The unseen benefits of active management

It is also worth considering the role active investors play in the broader economy and society. Without active managers, asset prices would be based purely on the market size of companies, meaning there would be no mechanism to deploy capital in the best places and maximise returns for the benefit of the whole economy.

There is already evidence that recent large flows into passive funds are leading to distortions in markets.

We would contend that the stewardship activities of active investors raise returns in the capital markets by encouraging higher standards of corporate governance and directing capital into faster-growing industries.

This is a role governments in both Europe and Asia are encouraging. In Japan, in particular, policymakers are keen to see stewardship lead to better capital allocation, and everywhere managers are expected to exercise their voting rights responsibly.

Conclusion

There is a danger that, where active management has not met expectations, investors feel that they should abandon it altogether. But closer analysis of the data suggests many investors in active equity strategies have beaten passive funds after fees.

It is true that the characteristics of the US equity market make this the hardest market to beat. But we believe it is incorrect to extrapolate from the US to other equity markets, where there is no evidence that active performance is on a secular downtrend.

In bond markets capitalisation-weighted indices are both illogical ways to invest, and hard to track. And for investors who need to achieve a particular outcome, passive can be an impractical solution.

Moreover, active performance is cyclical. Active managers fare better in some environments than others, and selling out of a manager with a strong philosophy and process after a short period of underperformance risks locking in underperformance.

Investors need to use all the tools available to them: active, passive and smart beta. We would argue that the potential value added from active management remains critical to maximising the return from a broad portfolio, meaning that active management will in time start to regain share from passive.


This article has first been published on schroders.com.

Bond balloon, not bubble

Artificially low market volatility

Across asset classes, volatility has moderated, and the underlying macro landscape has improved on a global basis, prompting greater investor optimism. Political uncertainty has also moderated, with two key exceptions: the Trump administration and the Brexit negotiations. Risk and the implied complacency of investors that low volatility presumes are key issues in financial markets, the current ‘risk-on’ environment where equity markets are reaching record highs looks increasingly untenable.

At the centre of this low volatility is loose monetary policy and vast central bank bond purchases which have prompted an investor hunt for yield. The first option for yield hunters was in the lowest risk free assets such as investment grade bonds, but it has now also pervaded high yield bonds, equities and the options market, distorting market valuations and driving down perceived risk. Consequently, we believe the ever-falling level of VIX options (market-implied volatility) doesn’t reflect real world uncertainty but market-priced volatility brought about by this hunt for yield.

Lurking behind the apparent market serenity are potential geopolitical flare-ups and the unknown consequences of unwinding loose monetary policy. As is the very nature of risk, timing of unexpected events is unknown but typically lead to sharp spikes upward in volatility. The issues surrounding the Trump administration, not least the North Korean situation have tested the market’s resilience. Other potential instigators of volatility spikes could include a China debt crisis, a central bank policy error, an oil price shock or upcoming debt ceiling negotiations in the US.

Despite our concerns, the global economic environment, in the face of a US tightening cycle, is continuing to improve in both the developed and emerging world, supporting strong corporate earnings results. The most recent earnings season has been very positive for global assets. European corporate revenues were flat, but stripping out foreign revenues reveals continued growth. We continue to see Europe as having the best earnings recovery outlook while being, on a relative basis, attractively valued. The tech sector despite having relatively attractive valuations has suffered from recent poor price performance. We believe the tech sector sell-off is now overdone as delivered results have convincingly beaten analysts’ expectations. Both earnings and revenue growth have been positive, highlighting fundamentals remain intact.

Bond balloon, not bubble

Nonetheless, investors are questioning the underpinnings of the equity rally in the face of what we feel is a misnamed bond ‘bubble’. Although global bond yields are hovering near the lowest levels in history, it is not necessarily a bubble in the traditional sense. Yields are artificially low, driven by extraordinary levels of central banks stimulus. In this framework, we would characterise the situation as a bond balloon, not a bond bubble. The critical difference between a balloon and a bubble is what happens at the end: central bankers are keen to deflate the balloon, rather than burst the bubble. The gradual deflation of the bond balloon is a key aspect of what central banks are keen to achieve with the unwinding of asset purchase programmes.

Communication is crucial to forming investor expectations about the path for tighter monetary policy. Another ‘taper tantrum’ would suggest that policymakers have not achieved the objective of a measured and orderly removal of stimulus, and would also highlight the fragility of investors’ optimism that is currently pervading markets. It seems there is little appetite amongst policymakers for being overly aggressive, even in the face of stronger wages and consequent inflation. Central bankers are aware of the damage volatility spikes and market instability would have on global economic confidence and in turn activity.

It is paradoxical that quantitative easing (QE), the very tool used to alleviate market stress, could be the root of renewed market stress when it unwinds. Policymakers want to avoid a negative feedback loop, whereby they react to this market stress by reversing tighter policy decisions that instigated market volatility. Deviating too far from market expectations on policy could cause this market stress, forward guidance and transparency are therefore essential. Central bank communication is improving and we feel it is unlikely there will be another taper tantrum as was seen in 2013. Nonetheless, we believe that the market has misinterpreted central bank rhetoric in some instances. Along the monetary policy continuum, the US Federal Reserve sits firmly at the ‘tighter’ end of the spectrum, with the Bank of Japan similarly at the ‘looser’ end of the range. In between the two are the Bank of England and the European Central Bank.

Market mispricing the Euro, USD upside

Failure to understand where the central banks are positioned is a source of market mispricing risk, particularly in the FX space. The overcrowded trade that has a clear downside risk is the ‘long Euro’, whereby investors are underestimating the desire of the ECB to engender inflation pressure while supporting the underlying economy.

The strength of the Euro is not a comfortable position for the ECB, as it threatens the firmer footing that inflation had been building - core CPI is at its highest level since 2013. Dovish rhetoric from the ECB could be the catalyst for the near record long futures positioning to unwind quickly.

While we expect the US Dollar to gain ground in H2 2017 against major currencies broadly, lower volatility should see the Japanese Yen move sharply lower as the central bank remains accommodative and investors look offshore for yield. Lastly, we expect uncertainty surrounding Brexit negotiations to overshadow the increasing willingness of the Bank of England to tighten policy against a relatively stable domestic economy. To the extent that deliberations give rise to some clarity surrounding a constructive economic outcome for both the UK and the EU, we feel GBP has upside potential, especially against the Euro. Rising real yields should support the Pound and cooling volatility will allow investors to focus on fundamentals.

Macro environment should buoy commodities

There are two macro issues that stand in the way of significant further upside in commodities in 2017: how aggressive will the US Federal Reserve be in tightening policy and to what extent will geopolitical issues upset recent improvements in global growth? These issues have led to gyrations in gold, conflicted by the threat of rising interest rates but seen as a safe haven when geopolitical issues escalate. We expect the Fed to remain cautious in policy setting, particularly when inflation looks to have cooled-off in the shorter-term and believe the fair value for gold is US$1260 for year end. We continue to see growing demand for commodities at a time when there is a continued lack of investment, particularly in the mining industry. We therefore see industrial metals as the most attractive commodities subsector.


Please find ETF Securities full outlook here.

Der globale „Anleihen-Ballon“ verliert Luft, platzt aber nicht. Das wird Dollar, Pfund und Industriemetalle stärken

Die weltweite Erholung setzt sich schnell fort. Daher erscheint eine geordnete Abschwächung des Booms bei den Anleihenpreisen, der von den unkonventionellen Maßnahmen der Zentralbanken gespeist wurde, wahrscheinlicher als ein plötzliches Abreißen. So die Einschätzung von ETF Securities, einem der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Der jahrelange Kauf von Anleihen durch die Notenbanken führte zu historischen Höchstständen der Aktienpreise, beispiellos niedrigen Bond-Yields und geringer Volatilität wie noch nie. Mittlerweile schrillen bei Anlegern ob der Möglichkeit eines abrupten „Einstichs“ in die Anleihenblase jedoch die Alarmglocken. Ein solcher könnte einen gewaltigen Preissturz sowie einen plötzlichen Anstieg der Volatilität verursachen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, glaubt allerdings, dass die Abwicklung geordneter erfolgen wird.

Er meint: „Die globalen Bond-Yields bewegen sich nahe an den niedrigsten Levels der Geschichte, wir charakterisieren das allerdings als einen Anleihen-Ballon, nicht als Anleihen-Blase. Der entscheidende Unterschied ist, was am Ende passiert: Die Zentralbanken sind sehr darum bemüht, Luft aus dem Ballon, anstatt die Blase platzen, zu lassen. Die künstlich niedrigen, durch die außergewöhnlich hohen Stimuli der Zentralbanken getriebenen Yields lassen Investoren die Untermauerung der Aktien-Rallye zu Recht in Frage stellen. All das angesichts dessen, was unserer Einschätzung nach fälschlich als Anleihen-‚Blase‘ bezeichnet wird.“

Das aktuell risikobehaftete Umfeld, in dem die Aktienmärkte Rekordhöhen erreichen, wird laut dem Experten von einem sich verbessernden wirtschaftlichen Ausblick und soliden Bewertungen unterstützt. Anleger sind allerdings nervöser als es die niedrige Volatilität suggeriert.

Butterfill: „Sogar angesichts höherer Löhne und daraus resultierender Inflation sind sich die Zentralbanken der Gefahr bewusst, die Ausschläge der Volatilität und Marktinstabilität für die Jobsituation sowie Investitionen hätten. In diesem Kontext sehen wir Möglichkeiten innerhalb einer ganzen Reihe von Asset Klassen, wie etwa Währungen, Europäische Aktien und Industriemetalle.“

ETF Securities zweiter Triannual Outlook für 2017 identifiziert Wachstumschancen für (Zitate von James Butterfill): 

  • Europäische Aktien und Technologie-Titel. „Die Einnahmen europäischer Unternehmen erschienen zuletzt matt. Zieht man die ‚ausländischen‘ Einnahmen ab, zeigt sich jedoch anhaltendes Wachstum. Wir sind weiterhin der Meinung, dass Europa über die besten Aussichten für eine Erholung der Gewinne verfügt, wobei die Bewertungen noch dazu vergleichbar attraktiv sind. Der Technologiesektor hat, trotz der relativ attraktiven Bewertungen, unter der schwachen Kursperformance gelitten. Wir glauben, dass der Ausverkauf der Technologiebranche übertrieben ist. Die veröffentlichten Ergebnisse haben die Erwartungen der Analysten überzeugend geschlagen. Sowohl Gewinn-, als auch Einnahmenwachstum sind positiv ausgefallen. Das streicht hervor, dass die Fundamental Daten intakt bleiben.“
  • US-Dollar: „Wir erwarten, dass der Greenback im zweiten Halbjahr 2017 gegen andere führende Währungen allgemein an Boden gewinnen wird. Bei geringerer Volatilität sollten wir einen japanischen Yen sehen, der sich scharf nach unten bewegt, da die Notenbank weiterhin ihre versorgende Rolle einnimmt, und Investoren außerhalb des Landes nach Rendite suchen.“
  • Pfund Sterling: „Die Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen werden den zunehmenden Willen der Bank of England überschatten, ihre Politik gegenüber einer relativ stabilen Binnenwirtschaft zu straffen. In dem Maße, wie die Verhandlungen gewisse Klarheit zu einem konstruktiven ökonomischen Ergebnis für das Vereinigte Königreich und die EU schaffen, glauben wir an ein Aufwärtspotenzial des Sterling – speziell gegenüber dem Euro. Eine steigende Realverzinsung und niedrigere Volatilität sollten das Pfund unterstützen.“
  • Gold und Industriemetalle: „Wir nehmen an, dass die Fed mit ihren politischen Maßnahmen vorsichtig bleibt, speziell weil es so aussieht, dass sich die Inflation kurzfristig abgekühlt hat. Wir glauben außerdem, dass der Fair Value für Gold zum Jahresende 1.260 US-Dollar beträgt. Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach Rohstoffen, und das in einer Zeit, in der Investitionen in diesem Bereich, insbesondere in der Bergbauindustrie, nach wie vor Mangelware sind. Deshalb betrachten wir Industriemetalle als den attraktivsten Rohstoff-Subsektor.“
  • Emerging Market-Debt, speziell Asien, Lateinamerika und die Türkei: „Emerging Markets-Bonds bleiben unserer Ansicht nach ein Muss, wenn man Investments diversifizieren und höhere Renditen einfahren will.“

ETF Securities sieht außerdem Schwächen beim Euro: „Anleger unterschätzen den Wunsch der EZB, Inflationsdruck zu erzeugen und gleichzeitig die zugrundeliegende Wirtschaft zu unterstützen.“

Die Stärke des Euro ist keine komfortable Position für die EZB, da diese die stabile Inflationsbasis bedroht. Der Kern-CPI (Consumer Price Index) befindet sich auf dem höchsten Niveau seit 2013. Die gemäßigte Rhetorik der EZB könnte der Auslöser dafür sein, dass sich die nahe am Rekord liegende Long-Futures-Positionierung schnell entspannt.

ETF Securities zweiter Triannual Outlook 2017 beleuchtet außerdem: 

  • Die Reduktion des Balance Sheets der Fed scheint begrenzten Einfluss auf die US-Renditen zu haben
  • Chinesischer Volkskongress: Wie ein starker Mann gemacht wird
  • Quanten-Computer – die Apokalypse der Cyber-Security
  • Können digitale/krypto Währungen die Geldpolitik beeinflussen?
  • Wie man in die „Low Carbon Economy“ investiert

ETF Securities – Die intelligente Alternative
Die ETF Securities Group ist ein weltweiter Vorreiter auf dem Gebiet börsengehandelter Produkte Exchange Traded Products (ETPs). Mit unseren spezialisierten Lösungen können internationale Anleger ihre Portfolios auf intelligente Weise konstruieren und diversifizieren.
Wir sind Pioniere auf dem Gebiet innovativer Investmentkonzepte und haben das weltweit erste Gold-ETP aufgelegt. Heute bieten wir eines der innovativsten Produktangebote an spezialisierten ETPs in den Bereichen Rohstoffe, Währungen, Aktien und Anleihen. Dank dieser Vorreiterrolle und unserer umfangreichen Erfahrung, die wir durch die Zusammenarbeit mit den qualifiziertesten Drittanbietern weiter vertiefen, können wir die vielversprechendsten Anlagechancen als smarte Anlagealternativen identifizieren und zugänglich machen.

Über die ETF Securities Triannual Outlook-Serie
Die Triannual Multi Asset Outlooks von ETF Securities sind eine Sammlung von Kurzbeiträgen zu Themengebieten, die unserer Meinung nach für Investoren von besonderer Relevanz sind. Im Rahmen unserer Outlooks bieten wir Expertise und Einblicke in den Bereichen FX, Aktien, Rohstoffe und Fixed Income.
Mehr über ETF Securities finden Sie unter: www.etfsecurities.com

Licht und Schatten der Entwicklung am Markt für Unternehmensanleihen seit der Euro-Einführung 1999

Ein kontinuierlich wachsender Anleihemarkt schafft eine große Auswahl an potentiellen Investments, der stetige Rückgang der Umlaufrenditen schränkt diese Vielfalt bei der Suche nach attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnissen jedoch ein. Mit dem KFM-Scoring gelingt es trotz des schwierigen Marktumfeldes attraktive Investments für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS zu finden!

Der Finanzkrise zum Trotz: Seit 1999 kontinuierliches Wachstum des Anleihevolumens.

Ein Blick in die Datenbank der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich offenbart eine eindeutige Entwicklung: Das Volumen der von inländischen Emittenten ausgegebenen Unternehmensanleihen steigt seit 1999 kontinuierlich bis 2014 und verbleibt seither auf einem Stand von über 300 Mrd. Euro pro Jahr.

Abbildung 1: Volumen von Schuldverschreibungen von Nicht-Finanzunternehmen (inländische Emittenten) nach Quartalen. Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Die positive Entwicklung ist nach unserer Ansicht nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen, sondern ist bedingt durch ein Zusammenwirken vieler Veränderungen. Drei Ereignisse markieren aus Autorensicht wichtige Meilensteine und sollen einen kleinen Einblick in die Vielzahl der Einflussfaktoren geben.

Eine gemeinschaftliche Währung, zunehmende Regulierung vor und nach dem Höhepunkt der Finanzkrise und die Schaffung neuer Börsensegmente – Der Wandel seit 1999.

Die Einführung des Euro als Buchgeldwährung ab dem Jahr 1999 und damit die Ablösung der seit 1978 verwendeten Transfereinheit ECU ist eines dieser Ereignisse. Beobachter gehen davon aus, dass die Euro-Einführung insbesondere im Zusammenwirken mit der seit 1993 geltenden Kapitalfreizügigkeit des EU-Binnenmarktes zu einem erhöhten Kapitalangebot und damit einer verbesserten Attraktivität des Kapitalmarktes für inländische Emittenten geführt hat. Die Finanzkrise, welche ab Herbst 2007 in Deutschland durch erste Probleme bei Banken spürbar wurde, kann als ein weiteres Schlüsselereignis betrachtet werden. 

Trotz oder - nach Ansicht einer Vielzahl von Finanzmarktteilnehmern - gerade wegen dieser Krise kam es zu einem weiteren positiven Effekt für die deutschen Anleihenmärkte. Das Zusammenwirken der verschärften Eigenkapital-Richtlinien für Banken nach Basel II ab 2007 und Basel III ab 2013 mit dem durch in die Krise verminderten Eigenkapital vieler deutscher Banken, führte zu einer Reduzierung der maximal möglichen Kreditsumme einer Bank. Dieser Effekt machte den Kapitalmarkt zu einer wichtigen weiteren Finanzierungsquelle für Unternehmen. 

Insbesondere für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ist ein weiteres Schlüsselereignis zu benennen, die Schaffung neuer Börsensegmente. Im Jahr 2010 hat die Börse Stuttgart mit dem Bondm ein eigenes Segment für Unternehmensanleihen mittelständischer Unternehmen geschaffen. 2011 hat dann auch die größte deutsche Börse in Frankfurt das Qualitätssegment Entry Standard im Freiverkehr für Anleihen geöffnet. Diese Veränderungen führten dazu, dass auch private Anleger Zugang zu Anleihen von mittelständischen Unternehmen erhielten. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS bietet Privatanlegern seit 2013 die Möglichkeit, über den Fonds in diese Titel zu investieren. Dies hat den Vorteil, dass Privatanleger vom speziell für mittelständische Unternehmen konzipierten Analyseverfahren KFM-Scoring profitieren.

Trotz des Anstiegs des Volumens am Anleihemarkt und der Verminderung der Umlaufrendite gibt es ausreichend Anleihen mit überdurchschnittlichen Renditen.

Die Umlaufrendite von Anleihen inländischer Emittenten stellt den Durchschnitt der Renditen auf diese Anleihen an den deutschen Börsenplätzen dar. Im Gegensatz zur Emissionsrendite (KFM-Telegramm vom 20. Juli 2017) ist die Umlaufrendite in Deutschland seit ihrem letzten Hoch im Jahr 2009 kontinuierlich fallend. Der starke Ausbruch im Jahr 2009 auf über 7,0% wird Panikreaktionen im Zuge der Finanzkrise zugeschrieben.

Abbildung 2: Umlaufrendite von Inhaberschuldverschreibungen von Unternehmen (Nicht-MFIs, inländische Emittenten) und EZB-Zins für Hauptrefinanzierungsgeschäfte nach Monaten. Quelle: Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank.

Nach Ansicht von Finanzmarktteilnehmern ist dieser sichtbare Trend ebenfalls einer Vielzahl von Effekten zuzuschreiben. Die Effekte lassen sich im Wesentlichen auf eine Ausweitung des Kapitalangebotes und die krisenbedingte Absenkung des EZB-Leitzinses zusammenfassen. Das vorhandene Kapitalangebot hat insbesondere durch die Ausweitung des privaten inländischen Geldvermögens von 3,2 Bill. Euro im Jahr 1999 auf 5,6 Bill. Euro in 2016, das Anleihekauf-Programm der EZB, die „Kapitalflucht“ von Staaten der Euro-Schuldenkrise und Nicht-Krisenstaaten und die bereits angesprochenen Veränderungen auf europäischer Ebene verändert.

Ein schwieriges Marktumfeld, in dem mit Hilfe des KFM-Scoring Anleihen mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnis identifiziert werden können.

Das Marktumfeld für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS kennzeichnet sich demnach durch ein wachsendes Anleiheuniversum mit konstanten Emissionsrenditen aber fallenden Umlaufrenditen. Mit Hilfe des Analyseverfahrens KFM-Scoring können jedoch kontinuierlich neue Anleihen identifiziert werden, bei denen ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis gewährleistet ist. Dabei profitiert der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS auch davon, dass sich das KFM-Scoring nicht nur mit den bekannten Groß-Emissionen beschäftigt, sondern darüber hinaus auch die Anleihen von aufstrebenden (noch) unbekannten Emittenten in seinem Anleihe-Universum analysiert. Solche Emissionen mit einem Volumen von unter 100 Mio. Euro fallen bei den meisten institutionellen Investoren aufgrund der geringen Größe unter den Radarschirm. Dabei bringen gerade diese Emissionen den Investoren in der Regel eine attraktivere Rendite als die Groß-Emissionen. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wandel-Anleihe der Beno Holding AG, die der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mit einer Einstiegsrendite von 8,86% p.a. in das Portfolio aufgenommen hatte. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS kann trotz des schwierigen Rendite-Umfeldes sein prospektiertes Renditeziel von 3,0%-Punkten über 5-jähriger Bundesanleihen weiterhin komfortabel erfüllen.

FAZIT

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS profitiert von den Auswirkungen der BASEL III Regeln. Sie führen dazu, dass sich weitere Unternehmen mit Anleihen über den Kapitalmarkt finanzieren müssen. Nach unserer Einschätzung wird damit das Angebot in den kommenden Jahren für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS groß genug bleiben und sogar steigen. Neue Anleihe-Emittenten müssen zur Überwindung der Markteintrittsbarriere einen höheren Kupon anbieten. Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS profitieren von der Überrendite von sorgfältig ausgewählten Neuemissionen. Unternehmensanleihen mit kleineren Emissionsvolumina (i.d.R. unter 100 Mio. Euro) sind darüber hinaus robuster in der Kursentwicklung als große Unternehmensanleihen (Emissionsvolumen über 250 Mio. Euro) bei möglichen Zinsänderungen.

In der Rubrik FONDS TRANSPARENT berichtet Gerhard Mayer über die erfolgreiche Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und die Änderungen im Portfolio seit dem letzten KFM-Telegramm.

Dieser Artikel erschien zuerst im KFM-Telegramm.

Dauerlauf? Drei Gründe, warum die Steuerung der Duration ein wichtiger Erfolgsfaktor ist

Die durchschnittliche Duration in Anleiheportfolios beeinflusst maßgeblich den Anlageerfolg. Denn entscheidend für die Rendite und das Risiko festverzinslicher Wertpapiere ist auch, wann Investoren ihr eingesetztes Kapital wieder zurückbekommen. Curtis Evans, Head of Fixed Income Investing bei Fidelity, mit drei Gründen für ein aktives Durationsmanagement.

1. Duration ist eine unterschätzte Renditequelle

Wer eine Anleihe zeichnet, verleiht Geld und bekommt dafür Zinsen. Für deren Höhe spielt das Risiko, dass der Schuldner seine Schuld später nicht begleichen kann, eine entscheidende Rolle. Meistens schauen Investoren auf die Wahrscheinlichkeit einer Pleite, anders gesagt auf die Bonität des Schuldners, um dieses Risiko abzuschätzen. Doch hängt das Risiko auch stark davon ab, wie lang das Leihgeschäft dauert. Wer sein Geld schon nach zwei Jahren wieder erhält, geht eben weniger Risiken ein als der, der es für zehn Jahre verleiht. Es ist nur logisch, dass es für das zweite Geschäft deutlich höhere Zinsen gibt. So lag nach Angaben der Bundesbank die Rendite für eine deutsche Staatsanleihe mit zehn Jahren Restlaufzeit Anfang August bei plus 0,53 Prozent, die einer zweijährigen Anleihe dagegen bei minus 0,70 Prozent (Stand: 1.8.2017). Wer also die Duration in seinem Anleiheportfolio verkürzt, verzichtet auf erhebliche Erträge. Umgekehrt bietet eine höhere Duration gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus eine zusätzliche Renditequelle.

2. Die Zinssensitivität von Langläufern wird überschätzt

Obwohl die Rendite darunter leidet, verkürzen derzeit auch viele professionelle Investoren die Duration in ihren Anleiheportfolios. Der Grund: Sie fürchten, dass der Kurs von Anleihen mit längeren Laufzeiten besonders stark leidet, wenn die allgemeinen Marktzinsen steigen. Richtig ist: Je länger die Anleihen laufen, je länger Investoren also mit festen Erträgen rechnen können, desto sensibler reagiert ihr Rentenportfolio auf Zinsänderungen. Schließlich stehen bei Langläufern noch viele Zinszahlungen an die Investoren aus – die bei einem allgemein steigenden Zinsniveau weniger attraktiv werden als jene Zinsen, die eine neue Anleihe bietet. Wer nun allerdings stattdessen Kurzläufer kauft, zahlt dafür den Preis deutlich geringerer und weniger planbarer Zinszahlungen. Das muss man abwägen.

Dabei hilft vor allem die Kennziffer „Modified Duration“. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe sinkt, sollten die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Wer diesen Wert kennt, weiß, was im Portfolio passiert, sollten die Zentralbanken hier oder anderswo die Zinsen erhöhen. Sorgen machen müssen Investoren sich auch dann aber nicht direkt. Ein Kursverlust einer Anleihe sieht zwar auf dem Papier nicht schön aus, macht aber nicht viel aus, wenn man den Titel bis zum Ende der Laufzeit behält und der Schuldner alles zurückzahlt. Dann war der Kursverlust bloß virtuell – und die Duration nur der Preis dafür, sein Geld längere Zeit nicht ohne Verlust anderswo zu höheren Zinsen anlegen zu können.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die Kurse von Anleihen schwanken in der Realität nicht immer so stark, wie es die Mathematik vorhersagt. Tatsächlich lag die rechnerische Duration – also die Zinssensitivität von Anleihen – zuletzt vielfach deutlich höher als die tatsächlich gemessene Duration an den Märkten, die immer auch von der Psychologie der Investoren und weiteren Einflussfaktoren abhängt. Auch Anleiheportfolios schwankten im Wert zuletzt signifikant geringer, als es die Berechnungen vorhersagen (siehe Grafik). Professionelle Investoren können den Unterschied zwischen der mathematischen und der empirischen Duration gezielt nutzen.

3. Durationsmanagement erhöht die Diversifikation

Der am meisten unterschätzte Beitrag einer höheren Duration auf ein Anlageportfolio: Investoren können damit die Abhängigkeit vom Aktienmarkt verringern. Kurz laufende Anleihen entwickeln sich in vielen Fällen tatsächlich recht ähnlich wie Aktien, steigen und fallen also im Takt mit den Börsen. Die Korrelation länger laufender Anleihen zum Aktienmarkt ist deutlich geringer. Wer also Rentenpapiere auch nutzen will, um sich gegen Schwankungen am Aktienmarkt abzusichern, der kann dieses Ziel mit einer höheren Duration besser erreichen.

Empirische (beobachtete) vs. mathematische Duration unterscheiden sich erheblich

Quelle: Fidelity International, Bloomberg per 09.06.2017. Die beobachtete Duration basiert auf den wöchentlichen Erträgen (Returns) der Asset Klasse während der vergangenen fünf Jahre verglichen mit den Renditeveränderungen (Yields) der 7- bis 10-jährigen Bundesanleihen – die beobachtete Duration kann sich verändern und dient nur illustrativen Zwecken. Es wurden Barclays, JP Morgan, FTSE, S&P LSTA und Credit Suisse Bond Indizes verwendet. Die Schätzungen für die Finanz CoCos basieren auf Datenreihen, die untergeordnete Finanzindizes nutzen, um eine längere Datenhistorie abzubilden. Es wurden die 7- bis 10-jährigen Staatsanleihe-Indizes verwendet.

Was misst die Modified Duration?

Die sogenannte Modified Duration ist das bekannteste Maß dafür, wie sensibel eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Anders als die Duration, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe in Jahren angibt, ist die Modified Duration eine Verhältniszahl, die die relative Wertschwankung einer Anleihe bei einer Zinsänderung angibt. Sie lässt sich berechnen aus der Duration dividiert durch den Zins. Eine Anleihe mit einer Duration von 6,5 Jahren und einem Zins von 4 Prozent hat damit eine Modified Duration von 6,5 / 1,04 = 6,25. Das bedeutet, dass der Kurs dieser Anleihe um ungefähr 6,25 Prozentpunkte sinken wird, wenn der Marktzins um einen Prozentpunkt steigt.

Blockchain: Eine Revolution in der Finanzwelt

Dem Thema Blockchain wird als technologische Grundlage für die virtuelle Währung Bitcoin große Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Technologie könnte den Finanzsektor grundlegend verändern, zeigen Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management, und Sylvie Sejournet, Investmentmanagerin des Pictet-Digital.

Dank der Einführung des Euro müssen Gulden nicht mehr in Francs oder D-Mark umgetauscht werden, bevor man nach Frankreich oder Deutschland fährt. Trotz einer einheitlichen europäischen Währung gibt es heute mehr Währungen als vor zwanzig Jahren. Das liegt an den Hunderten von neuen Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin. Blockchain ist die treibende Kraft hinter diesen zunehmend beliebten digitalen Währungen. Produktspezialist Alexandre Mouthon beschreibt Blockchain als ein vertrauenswürdiges und öffentliches Kontobuch („Ledger“).

Blockchain kurz erklärt

„Im Grunde ist Blockchain ein gemeinsam genutztes Kontobuch, das jeder überprüfen kann, aber von keinem einzelnen Nutzer kontrolliert wird“, erklärt Alexandre Mouthon. „Die Teilnehmer des Blockchain-Netzwerks halten das Ledger auf dem neuesten Stand und müssen für dessen Abänderung strikte Regeln einhalten. Eine Blockchain ist eine Kette von aufeinander aufbauenden Transaktionsdaten, den sogenannten Blöcken. Jeder Block ist mit einem Zeitstempel und einem Verweis zum vorangehenden Block versehen. So ist eine nachträgliche Änderung der Daten nicht mehr möglich, ohne auch alle anderen damit verbundenen Blöcke zu ändern.“ In einem dezentralen System wie jenem der Kryptowährungen bedeutet dies, dass die Datensätze, die auf Computern von Tausenden verschiedenen Nutzern weltweit gespeichert sind, geändert werden müssen. Fälschungen oder Betrug sind bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen daher fast unmöglich.

Enormes Potenzial

Da Transaktionen schnell, effizient und ohne Betrugsrisiko abgeglichen werden können, geht das Potenzial von Blockchain weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus.

„Blockchain geht weit über die Welt der Kryptowährungen hinaus“

Unabhängige Drittparteien wie Banken oder Notare werden nicht mehr benötigt, um Transaktionen zu protokollieren. Die spanische Bank Santander* prognostizierte, dass bis 2020 zwanzig Milliarden USD durch neue Banktechnologien eingespart werden könnten. David Yermack, Professor für Finanzen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Leonard N. Stern School of Business) der New York University, nannte Blockchain die wichtigste Erfindung in der Finanzwelt seit Einführung der Bilanzbuchführung vor 500 Jahren.

Übergang zur digitalen Technologie

Das Beispiel Blockchain zeigt, wie drastisch neue Technologien unsere Welt verändern, und dass immer mehr Tätigkeiten digital abgewickelt werden. „Online-Zahlungen stellen derzeit weniger als 1% des Gesamtmarkts für weltweite Zahlungen im Wert von über 54 Billionen Dollar dar“, erklärt die Senior-Investmentmanagerin des Fonds Pictet-Digital, Sylvie Sejournet. „Dieser Prozentsatz dürfte in Zukunft deutlich ansteigen. Für Anleger könnte es sinnvoll sein, einen Teil ihres Portfoliovermögens in einen Fonds anzulegen, der sich ausschließlich auf Unternehmen konzentriert, die vom Übergang zur digitalen Technologie profitieren.“


* Quelle: Santander InnoVentures 2015

Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Sylvie Sejournet kam 2005 zu Pictet Asset Management. Sie ist Senior Investment Managerin im Thematic Equities Team, wo sie 2008 den Digital Communication Fund lancierte. Sylvie Sejournet hat 19 Jahre Erfahrung in der Aktienanalyse und mit Anlagen im Technologie- und Mediensektor.

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 151 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Green Bonds

Die Akzeptanz nachhaltiger Investments steigt sowohl bei institutionellen als auch bei Privatkunden immer mehr an. Gleichzeitig wächst aber auch die Erwartung an die Investmentprodukte. Die Nachhaltigkeit soll durch mehr als nur einen bloßen Filter, der auf einer Palette von Ausschlusskriterien basiert, dokumentiert sein.

Genau dieser erhöhte Anspruch bedeutet aber auch, dass das Thema des „Impacts“ – d. h. der Wirkung der nachhaltigen Geldanlage – zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Um einen Impact zu erzielen, kann man im Bereich der Aktieninvestments auf Unternehmen direkt zugehen, etwa durch einen aktiven Unternehmensdialog und die Nutzung der Aktionärsrechte – also der Stimm- und Fragerechte – bei den Hauptversammlungen.

Aber auch was festverzinsliche Investments betrifft, tut sich durch die immer mehr an Bedeutung gewinnende Idee der Green Bonds eine neue Möglichkeit auf, Veränderung im Sinne der Nachhaltigkeit herbeizuführen. Denn die Emissionserlöse aus Green Bonds sind zweckgewidmet, und zwar dem Thema Klimaschutz.

Um diese Zweckwidmung sicherzustellen und die Qualität der neuen Assetklasse zu gewährleisten, wurden vor allem in den letzten Monaten weitere Richtlinien und Standards entwickelt. Raiffeisen Capital Management* hat in diesem Zusammenhang einige Emittenten – darunter supranationale Gesellschaften und Unternehmen – zu Details rund um die Begebung von Green Bonds befragt.

Den vollständigen Newsletter von Raiffeisen Capital Management inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

Green Bonds

Green Bonds sind Anleihen, mit denen ökologische Projekte mit Klimarelevanz finanziert werden. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, nachhaltige Bodennutzung, sauberer Transport, sauberes Wasser, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen.

Das aktuelle Marktvolumen an Green-Bond- Emissionen liegt bei rund 50 Mrd. US-Dollar und ist während der letzten Monate dynamisch angestiegen. Bis zum Ende des Jahres kann man von bis zu einer Verdoppelung des aktuellen Volumens ausgehen.

Um eine Standardisierung des Begriffs Green Bond voranzutreiben, haben sich 2014 einige Finanzmarktakteure zusammengefunden und ein Rahmenwerk entwickelt. Die damals aufgesetzten „Green Bond Principles“ wurden erst im März 2015 nochmals überarbeitet, aktualisiert und verbindlicher gestaltet. Grundsätzlich sind sie auf vier Komponenten aufgebaut.

Es sind dies an erster Stelle die Verwendung der Mittel aus der Begebung der Anleihe. Hier kommen die bereits genannten Bereiche rund um erneuerbare Energien und andere nachhaltige Themen mit dem Ziel des Klimaschutzes ins Spiel.

An zweiter Stelle steht die Darstellung des Investitionsentscheidungsprozesses, denn jedes Projekt muss auf seine Nachhaltigkeit hin überwacht werden.

Drittens sollten die via Green-Bond-Emissionen aufgenommenen Mittel in einem Subportfolio angelegt werden, auch eine Zweckwidmung ist wünschenswert. Wesentlich ist jedenfalls die Transparenz der Mittelverwendung, eventuell sollte auch eine Kontrolle durch externe Prüfer angedacht werden.

Der vierte und letzte Punkt der „Green Bond Principles“ beschreibt das Reporting. Emittenten sollten mindestens im jährlichen Rhythmus über den Stand ihrer durch Green Bonds finanzierten Projekte berichten. Eine Darstellung des konkreten Effekts der Projekte – also des Impacts – ist anzustreben. Zudem empfehlen die Principles, die Umsetzung der Emission von unabhängigen Dritten begleiten zu lassen. Etwa durch eine „second party consultation“, deren Ergebnisse dann auch veröffentlicht werden.

Eine solche „second opinion“ ist für Green- Bond-Emissionen mittlerweile fast schon zum Standard geworden. Dafür ist eine neutrale und objektive Sichtweise der beurteilenden Partei Grundvoraussetzung. Der Investor kann auf diese Weise eine Reihe von Details zur Emission und zu den Projekten ablesen.

Nachhaltigkeitsbewertung und Green Bonds

Die drohende Klimaerwärmung zählt heute auch an den Finanzmärkten zu den wesentlichen Herausforderungen. Green Bonds mit dem Hintergrund der Finanzierung von Klimaschutzprojekten zielen genau auf dieses Thema ab.

Im Rahmen seines thematischen Engagement- Prozesses hat sich das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management diesmal mit verschiedenen Emittenten zu Details des Themas Green-Bond-Emissionen ausgetauscht. Der Hintergrund dabei ist der Versuch, bei derartigen Emissionen den Vorwurf des „greenwashings“ (Grünfärberei) von Beginn an zu entkräften. Der von Raiffeisen Capital Management an die relevanten Emittenten versendete Fragebogen umfasst folgende Punkte:

  • Sind Ihnen Green-Bond-Emissionen bekannt, die Sie persönlich als „greenwashing“ betrachten würden?
  • Wie sieht der Prozess rund um die Emission eines Green Bonds in Ihrem Haus aus?
  • Wie beurteilen Sie das Reputationsrisiko, das mit einer Green-Bond-Emission verbunden ist, wenn es zu externer Kritik, etwa durch NGOs, kommt?
  • Erwarten Sie ein unterschiedliches Pricing bei der Emission eines Green Bonds durch seine Zertifizierung in ebendieser Kategorie?
  • Was wären aus Ihrer Sicht die theoretischen Konsequenzen, wenn die Mittel aus der Emission eines Green Bonds nicht entsprechend den ursprünglichen Commitments durch den Emittenten erfolgen?

Von den im Zuge unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Emittenten haben uns mit einer Ausnahme alle Feedback gegeben.

Die erzielbaren Renditen sind bei Green Bonds annähernd gleich im Vergleich zu herkömmlichen Anleiheplatzierungen. Im Hintergrund steht für den Emittenten allerdings der Mehraufwand für den Aufbau interner Strukturen – wie Projektmonitoring – und für die „second opinion“. Das Unternehmen Verbund könnte sich bei einer weiteren positiven Entwicklung des Green-Bond-Markets vorstellen, dass die Preisgestaltung bei Green Bonds für den Emittenten attraktiver werden könnte. So würde der Emittent für seine Anstrengungen im Bereich Klimaschutz quasi „belohnt“. „Second opinions“ sollten nicht als Gefälligkeitsgutachten abgetan werden, da das in einem solchen Fall entstehende Reputationsrisiko nicht zu unterschätzen sei.

Im Fall von KfW wird zusätzlich zur „second opinion“ auch die Umweltwirkung der Emission zertifiziert. In Bezug auf mögliche Kritikpunkte von Investoren oder NGOs an Green-Bond- Emissionen sehen KfW, die Weltbank und Verbund die Transparenz der Transaktion als wesentlichste Möglichkeit, der Kritik zu entgegnen.

Generell haben Emittenten, die keine wirklich einwandfreien respektive den aktuellen Qualitätsansprüchen entsprechenden Green- Bond-Emissionen begeben, mit steigenden Reputationsrisiken zu kämpfen. Die Finanzierung von aus Umwelt- und Nachhaltigkeitssicht umstrittenen Projekten ist kaum mehr möglich.

Die Transparenzerfordernisse steigen, Investoren verlangen eine immer höhere nachhaltige Qualität. Unter andrem haben sich zuletzt auch NGOs wie der WWF des Themas Green Bonds angenommen


Den vollständigen Newsletter von RCM inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

* Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH

Momentum for short-term tactical play, CAPE for the longer run

We found the CAPE ratio gives a good signal for predicting longer-term equity returns in a model where we assume it will mean revert to its long-term average, says Edith Southammakosane, Multi-Asset Strategist at ETF Securities. However, it is not the best fit for investment periods shorter than four years. Instead, we found that a portfolio that uses the CAPE ratio as a momentum indicator has better chance to outperform. Shortening the average period used for earnings in calculating the CAPE ratio improves the performance of the short-term momentum model slightly.

In one of our previous notes, we created a tactical portfolio and showed how it performed compared to its strategic benchmark based on three rule-based models applied to equities, bonds and commodities respectively.

In this note, we are revisiting our equity model specifically as it has been the least efficient in signalling timely investment opportunities in the equity complex. We first look at the CAPE ratio and examine if it can be improved. We then provide a practical example of its enhanced returns in a portfolio.

The CAPE ratio

One commonly used ratio to assess whether a stock or an equity index is over or undervalued is the price-to-earnings (PE) ratio. In order to make it comparable over time, the price is adjusted for inflation (real price), as is the earnings per share (real earnings), resulting in the real PE ratio.

The CAPE (cyclically adjusted PE) ratio is the result of real price divided by the 10-year average of real earnings. If the CAPE ratio is above the 10-year average of the real PE, the equity index is seen as overvalued and vice versa.

In this note, we have replaced the average real PE by the median real PE to remove unnecessary noise in the data. We then take the difference between the CAPE and the current median real PE as an indicator of over/under valuation. We call this our ‘valuation indicator’.

The previous chart shows a relatively strong correlation between the valuation indicator and the index annual return (here the MSCI US Index). Since January 2014, both lines started to diverge, suggesting that valuation multiples may not be as efficient as they used to be in predicting equity returns.

Shortening the average period of earnings used

In this section, we tested whether using a shorter average earnings period would improve the signal provided by the CAPE. Our analysis shows that using the median earnings over a 5-year period (new valuation indicator) rather than the traditional 10-year period (old valuation indicator) improves the correlation between the valuation indicator and the index return since Janury 2014.

We believe the market has been willing to pay a premium for earnings visibility and therefore willing to re-rate already elevated multiples. We have observed a similar re-rating in the past, between 2005 and 2008, prior to the great financial crisis. In the following sections, we will look at how it translates in terms of performance in a portfolio of 27 equity indices.

The CAPE model for the longer run

In this section, we have created two portfolios based on the previous valuation indicators and compared them to our equity benchmark, a subcomponent of the MSCI AC World with the same index methodology but 27 constituents out of 48. Both portfolios assume that the CAPE ratio will mean revert to its long-term average. In both cases, the model overweights the five cheapest indices and underweights the five most expensive.

Our analysis shows that both portfolios outperform the benchmark if it holds its positions for at least four years as illustrated in the chart below. We observe that the portfolio using the new valuation indicator has a slightly better information ratio than the portfolio using the old valuation indicator (model 1).

The below table shows the performance of portfolios with a holding period of four years. Model 1 outperforms the benchmark by 0.3% with a lower level of volatility, enhancing the Sharpe ratio to 0.14 from 0.12.

In addition to higher returns and lower volatility, model 1 recovers faster to previous peak and provides better protection against the downside risk.

A model for short-term tactical play

In this section, we look for a model that can outperform the benchmark over a holding period shorter than four years. When model 1 is applied to a portfolio that rebalances every month, the Sharpe ratio declines to 0.10 as the annual return deteriorates.

For monthly returns, we find that a momentum strategy using the 5-year CAPE ratio works best. This new model (model 2) overweights the five most expensive indices while underweighting the cheapest five.

The above chart shows that model 2 outperforms model 1 and the benchmark by 0.7% and 0.4% per year, respectively, since January 1970. The Sharpe ratio improves from 0.12 for the benchmark, 0.10 for model 1 to 0.15 for model 2. The below table shows the performance of model 1 and model 2 when rebalancing every month.

Shortening the average period of earnings used from ten to five years in the valuation indicators shows a better correlation with the index annual return. In a portfolio of equity indices, a strategy based on a mean reversion of the CAPE outperforms the benchmark when the positions are hold over a period of four years at least. Using five-year average earnings rather than ten increases the outperformance slightly. Both portfolios based on the old and new valuation indicators enhance the Sharpe ratio from 0.12 for the benchmark to 0.143 on average. However, over a shorter holding period, the CAPE model underperforms and we found that a momentum strategy that actually overweights (underweights) expensive (cheap) markets works best. A portfolio that rebalances monthly using this momentum strategy enhances the Sharpe ratio to 0.15.

Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands in Hybrid Cities?

Business Wire Expertenbeitrag von Seval Dogan (links), Senior Marketing & Special Project Specialist bei Business Wire und Christine Riedmann-Streitz (rechts).

Als ein innovatives Unternehmen, beschäftigt sich Business Wire ständig mit der digitalen Transformation, den Trends und den Entwicklungen in der Kommunikationsbranche. Diesmal haben wir uns in diesem Zusammenhang mit dem Thema Marke auseinandergesetzt. Unsere Senior Marketing & Project Spezialistin, Seval Dogan, hat dazu ein Interview mit Christine Riedmann-Streitz, geführt, die kürzlich das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ veröffentlicht hat. Die Expertin für Marke, Innovation und Change ist tätig als Hochschul-Dozentin, Trainerin, Referentin und ist die Gründerin der Firma MarkenFactory.

Die Marke wirkt identitätsstiftend in der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Sie ist ein entscheidendes Instrument, um Anbieter und Angebote von Wettbewerbern zu differenzieren und eine Wiedererkennung für Produkte und Leistungen zu schaffen. In unserem Interview beschreibt die Autorin, wie die Digitalisierung die Welt für die Marke verändert und welchen Herausforderungen sie - auch im urbanen Raum - gegenüber steht, um nicht dem "digitalen Burn-out", so die Autorin, zu erliegen.

Seval Dogan: Sie sagen, dass Marken keine Erfindung der Neuzeit sind. Welche Funktion hat sie in Zeiten der Digitalisierung?

C. Riedmann-Streitz: Menschen haben die Marke erfunden, Jahrhunderte vor der Neuzeit, weil es ihnen wichtig war, Dinge, die ihnen bedeutsam waren, signalstark zu kennzeichnen und wiedererkennbar abzugrenzen. Das betraf Produkte (u.a. Ziegelsteine, Werkzeuge), Wirtschaftsbündnisse (wie die Hanse) oder gesellschaftlichen Status (z.B. Adelsfamilien). Die Kernfunktionen der Marke, für definierte Werte zu stehen, Orientierung zu bieten, langfristige Qualitätsversprechen zu geben, rationalen und emotionalen Nutzen zu stiften, sind im digitalen Zeitalter essentiell. Wir leben in einer Zeit, in der vieles volatil, unsicher, komplex, und mehrdeutig ist - auch als VUCA bezeichnet. Digitalisierung ermöglicht weltweiten Zugang zu Informationen und Angeboten mit der Folge multioptionaler Orientierungs­losigkeit. Uns mangelt es nicht an Korrelationen: Wir erfahren sofort, dass Kunden, die dies gekauft auch jenes gekauft haben. Mangel besteht an trag­fähigen Werten, Erkenntnissen, Versprechen. Zudem ist die starke Marke ein robuster Wirtschafts­­faktor mit erheblichem Anteil am Unternehmens­wert. Arbeitgeber spüren die Notwendigkeit einer starken Arbeitgeber-Marke, wenn sie im „War for Talents“ für Wunschkandidaten unattraktiv sind und Talente nicht binden können. Die Bedeutsamkeit der Marke für den Menschen nimmt im digitalen Zeitalter zu.

Seval Dogan: Das digitale Umfeld wirkt disruptiv auf die Marke. Welchen Einfluss übt die digitale Transformation auf die Marke aus?

C. Riedmann-Streitz: Die Auswirkungen sind gravierend. Mit der Konsequenz, dass Unternehmens-, Arbeitgeber-, Produkt-, Service- oder Personen-Marke zukunftsfähig aufgestellt werden müssen. Marken-Erfolg beruht auf der Wahrnehmung des Kunden, auf „Perceived Value“ und „Perceived Quality“. Der Identifikations­­grad mit der Marke entscheidet über den „Brand-Fit“ („die Marke passt zu mir“). Das gilt für B2B wie B2C. Digitalisierung jedoch verändert Kommunikation und Wahrnehmung. Entscheidungs­mechanismen werden durch Bots, Empfehlungsalgorithmen und automatisierte Prozesse auf den Kopf gestellt. Für die Marke wird es zunehmend schwieriger, das Nadelöhr der Aufmerksamkeit zu passieren. Nehmen Sie einen Onlineshop: Das Marken-Produkt wird in seiner Produktkategorie (z.B. Herrenuhren) entkontextualisiert (ohne sein Marken-Umfeld) zigtausenden verfügbaren Produkten gleichgestellt. Filter sind wahlweise Preis (aufsteigend oder absteigend), Neuheitsgrad oder vergebene „Sterne“. Die Marke läuft Gefahr, in ihren Grundfesten erschüttert zu werden.

Seval Dogan: Warum sind Veränderungsfähigkeit und Innovationskraft überlebenswichtig für Marken im digitalen Zeitalter?

C. Riedmann-Streitz: Weil die Marke ansonsten mit ihren Kunden altert, bis diese sich nach etwas Jüngerem, Attraktiverem umschauen. Wir beobachten dies u. a. in der Modebranche. Manche Marke muss sich vollkommen neu erfinden, um der Gleich­gültig­keitsfalle zu entkommen und nicht irrelevant zu werden. Eine starke Marke steht für Kontinuität und Verlässlichkeit mit einem klaren Marken-Versprechen, das auch in Zukunft gilt. Gleichzeitig greift sie den Zeitgeist auf, ist nah an ihren Kunden, kennt deren Bedürfnisse. Diese wandeln sich und so muss sich die Marke verändern und immer wieder überraschen können, will sie nicht aus der Zeit fallen. Die Herausforderung ist eindeutig: Einerseits dürfen Marken sich dem digitalen Wandel nicht verschließen, andererseits müssen sie sich vor dem digitalen Burn-out hüten.

Seval Dogan: In Ihrem Buch weisen Sie darauf hin, dass über 70% der Marken weltweit, über 90% der Marken in Europa, für die Menschen irrelevant sind. Sie würden diese Marken nicht vermissen, wenn es sie morgen nicht mehr gäbe. Wird es in der Zukunft noch Marken geben?

C. Riedmann-Streitz: Ich bin überzeugt, dass dies gelingen kann, wenn fundamentale Voraussetzungen erfüllt sind. Marken müssen die Digitalisierung annehmen, gezielt einsetzen und grundlegende Regeln beachten. Eine Marke kann Kunden nur für sich gewinnen, wenn alle Mitarbeiter von ihr überzeugt sind, doch viele Marken-Verantwortliche glauben nicht mehr an ihre Marke. Die meisten Mittelständler haben sich kaum damit auseinandergesetzt, wie sie ihre Marke für die Zukunft aufstellen müssen. Neue Technologien und Big Data stehen mit Marken im Wettstreit um dieselben Kunden. Die Situation wird verschärft durch zahlreiche Unternehmen, die Technologie in den Vordergrund stellen und Content vernach­lässigen. Doch Technologie ist immer nur Mittel zum Zweck, sie bietet selber keine Inhalte und Werte – auch kein Marken-Erlebnis, das Kunden begeistern, binden und Weiterempfeh­lung schüren kann. Big Data sind Unmengen an Daten, aus denen erst durch die richtigen, von Menschen gezogenen qualitativen Schlussfolgerungen Kunden-Nutzen entsteht.

Seval Dogan: Sie denken, dass sich starke Marken zu ‚Hybrid Brands‘ weiterentwickeln, die die physische Wirklichkeit und die virtuelle Realität bespielen. Was zeichnet ‚Hybrid Brands‘ aus?

C. Riedmann-Streitz: Marken müssen sich, wollen sie überleben zu Hybrid Brands weiterentwickeln. Denn neben der realen existieren die angereicherte (Augmented Reality) und die virtuelle Welt (Virtual Reality, Augmented Virtuality). Diese Welten vermischen sich - nicht nur in technischer Hinsicht, sondern in Wahrnehmung und Verhalten der Menschen. Kunden wollen, so ein Beispiel aus meinem Buch, sich mobil informieren, real shoppen (beraten von Verkäufern, die über zusätzliches Wissen verfügen und Erlebnisse bieten, die online nicht zu haben sind) und mobil bezahlen, der Einkauf gelangt per Delivery-on-Demand an den Bestimmungsort. Hybrid Brands vereinen das Beste aus realen und virtuellen Welten und sorgen für nahtlose Übergänge, da ihre Stakeholder künftig keine Brüche mehr akzeptieren. Die Zukunft ist „seamless“.

Seval Dogan: Sie beschreiben die Zukunft der Marken als ‚Hybrid Brands in Hybrid Cities‘. In welchem Zusammenhang steht dies mit der Urbanisierung.

C. Riedmann-Streitz: Schätzungsweise 2050 leben 70% der Weltbevölkerung in großen Städten. Hier verdichten sich die Herausforderungen künftigen Wirtschaftens, Arbeitens, Lebens. Großstädte und Megacities entwickeln sich zu Hybrid Cities, die sich u.a. „Location-based-Services“ zum Nutzen ihrer Bürger in öffentlichen und kommerziellen urbanen Räumen bedienen. Heute schon sammeln Anbieter im öffentlichen und kommerziellen Raum Daten über Passanten und Kunden per Gesichtserkennung (auch in Deutschland). Allerdings erfolgt dies ungefragt, ungeschützt und intransparent. Generell muss die Marke sich zur Hybrid Brand ausbilden; doch reicht eine unreflektierte Hybridität nicht aus zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Seval Dogan: Welche Vision liegt Ihrem Buch zugrunde, was möchten Sie gerne Unternehmen und Menschen abschließend weitergeben?

C. Riedmann-Streitz: Die Zukunft beginnt jetzt. Die Frage lautet nicht: Was ist möglich? Sondern: Wie wollen wir künftig wirtschaften, arbeiten, leben? Welche Werte leiten unser Denken und Handeln? Diese Werte, dauerhafte Versprechen und Vertrauen sind Grundfesten erfolgreichen Wirtschaftens und funktionierender Gesellschaften. Die Marke übernimmt hier eine signifikante Rolle. Nur muss sie zusätzlichen Kriterien genügen, um Wirkungskraft zu entfalten und keinen digitalen Burn-out zu erleiden. Vor diesem Hintergrund habe ich in meinem Buch eine Vision entwickelt, was wünschenswert und zu tun wäre. Sie basiert auf einem Verständnis von Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht dem Primat technologischer Gelegenheiten, sondern des Nutzens für uns Menschen, die wir die Technologien erfunden haben, unterliegen. Digitalisierung kann reichlich Fortschritt, wirtschaftliche Effizienz, Komfort und Lebensqualität bringen, wenn sie gezielt ein­gesetzt wird und stets in der Kontrolle des Menschen bleibt. Meine Vision ist, dass Unternehmen und Kunden auch künftig an der Marke festhalten, wenn sie relevante Werte und Inhalte u.a. als Gegenstück zu digital gesteuerten Empfehlungen und Informationen bietet. Brands werden sich zu Hybrid Brands und weiter zu Humane Hybrid Brands entwickeln, um die von mir im Buch detailliert erläuterten Kriterien der Humane Customer Centricity konsequent einzulösen.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf businesswire.com.

Das Buch „Gibt es noch Marken in der Zukunft? Hybrid Brands – eine Zukunftsvision für starke Marken“ finden Sie beim Springer Gabler Verlag.

Seven-year asset class forecast returns

Returns face further compression and investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives. Craig Botham, Emerging Markets Economist, provides a summary of Schroders' 2017 update on asset class returns forecasts.

Our seven-year returns forecast largely builds on the same methodology that has been applied in previous years, as explained in the appendix to this document; and has been updated in line with current market conditions and changes to the forecasts provided by the Global Economics team.

This document compares our current return forecasts to those last published in July 2016.

One key change this year has been a change to our methodology for forecasting credit returns, to incorporate the effects of quantitative easing (QE). A full description can be found in the appendix.

Summary

Table 1 below shows our forecast returns for the 2017–24 period. Cash and bond returns are largely expected to be negative in real terms, unsurprising perhaps given the continued low rate environment.

Investors seeking positive real returns would be advised to look at riskier assets: credit, equities and alternatives.

However, even here it seems positive returns are not assured. European credit and equities, for example, are both expected to yield negative real returns over the forecast horizon.

Table 1: Seven-year asset class forecasts (2017-2024), % per annum

Seven-year asset class forecast returns table

Note: *Thomson Datastream’s indices. Source: Schroders Economics Group, Schroders Property Group, July 2017.


This article has first been published on schroders.com.

Please find the full analysis of asset class returns here.

Protektionismus – makrostrategische Asset Allokation als Antwort auf steigende Risiken für institutionelle Portfolios

von Koon Chow, Emerging Markets Macro and FX strategist, UBP London.

Protektionismus ist für Investoren ein Thema mit politischen, wirtschaftlichen, soziokulturellen, aber auch religiösen Facetten. Protektionistisch agieren können nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und einzelne Menschen. Der österreichisch-amerikanische Ökonom Ludwig von Mises (1881-1973) bezeichnete Protektionismus sogar als eine Art „Kriegsführung“. Institutionelle Anleger sehen politischen Isolationismus, wirtschaftlichen Protektionismus und Währungsprotektionismus mit Skepsis, da von all diesen Spielarten einzeln oder in Kombination negative Auswirkungen auf Anlageportfolios ausgehen können. Wir verstehen Protektionismus als ein Paket von Maßnahmen zur Steuerung des Personen-, Waren- und Kapitalverkehrs, und mit der Steuerung des Personenverkehrs auch zur Kontrolle über Kompetenzen und Know-how in einer Volkswirtschaft.

Das Thema Protektionismus betrifft sowohl Schwellenländer als auch Industrieländer. Derzeit leiden viele westliche Länder und die Menschen dort an einer Art „Globalisierungsmüdigkeit“. Die Gründe dafür sind vielfältig. Politiker und Ökonomen weltweit erkennen jedoch langsam, dass die Globalisierung zwar einerseits die kollektive Wirtschaftsleistung steigert, andererseits aber auch eine der Ursachen für wachsende wirtschaftliche Ungleichheit in Industrieländern ist und für einige Schwellenländer den negativen Effekt hat, sie auf ihrem Weg zu durchschnittlichen Wachstumsraten wie in den Industriestaaten auszubremsen. 

Politischer Protektionismus in Reinkultur

In der Politik wird zunehmend die protektionistische Karte gespielt: Das Brexit-Referendum und die Wahl in den USA im letzten Jahr wurden hauptsächlich mit protektionistischer Rhetorik und Versprechen an eine Bevölkerung gewonnen, deren Schutzbedürfnis vor diversen potenziellen Gefahren wächst. Bei den Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich behielten zur Erleichterung der Anleger konservative marktwirtschaftlich orientierte Kräfte die Oberhand, aber auch diese Kandidaten gaben sich nicht als Globalisierungsenthusiasten. Der Brexit hatte für Investoren auch unmittelbar spürbare Währungseffekte: Der Wechselkurs des britischen Pfunds fiel in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses um durchschnittlich 9% (Quelle: Bloomberg). 

Die subtilen Facetten des wirtschaftlichen Protektionismus

Wirtschaftlicher Protektionismus kann sich auf Anlageportfolios auswirken, da eine protektionistische Politik die Spielregeln für das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen und Staaten neu definiert und damit auch Ertragsströme umlenkt. Die Auswirkungen einer protektionistischen Politik sind jedoch schwer zu quantifizieren, da es mittlerweile sehr subtile protektionistische Strategien gibt und auch neue Freihandelsabkommen mitunter eine protektionistische Stoßrichtung haben. Das von Ex-Präsident Obama vorangetriebene und nun von Donald Trump als neuem US-Präsidenten wieder ad acta gelegte TPP (Trans Pacific Partnership) beispielsweise wurde als Freihandelsabkommen zwischen den USA und elf wichtigen Pazifikländern propagiert. Nach Meinung von Ökonomen des Petersen Institute hätte das Abkommen den USA jährliche Exportsteigerungen von mehr als USD 360 Mrd. bringen und auch bei den anderen Unterzeichnerstaaten für Exportwachstum sorgen können. Doch diese starken positiven Außenhandelsimpulse für die Unterzeichnerstaaten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass China ausdrücklich von TPP ausgenommen war, was darauf schließen lässt, dass damit auch der wirtschaftliche Einfluss Chinas beschnitten werden sollte. Echte Globalisierung sieht anders aus. Klare Beispiele für wirtschaftlichen Protektionismus (die laufenden Brexit-Verhandlungen und die Nafta-Neuverhandlungen) befinden sich noch in einem frühen Stadium. Es wird voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis zu erkennen ist, wie die Neuregelung des Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs in Zukunft aussehen wird. Die volkswirtschaftlichen Kosten von Protektionismus zu bestimmen, ist daher ein schwieriges Unterfangen. 

Währungsprotektionismus und seine Grenzen

Währungsprotektionismus ist eine weitere Form von Kontrolle und Einschränkung des freien Kapitalverkehrs. China ist trotz seiner Freihandelsabkommen verstärkt darum bemüht, den Kapitalverkehr seiner Bürger mit dem Ausland zu kontrollieren. Chinesische Unternehmen und Haushalte haben sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt an internationalen Märkten engagiert und damit begonnen, in erheblichem Umfang in ausländische Aktien, Anleihen und Unternehmen zu investieren (Schätzungen des American Enterprise Institutes zufolge sind aus China zwischen 2005 und 2016 ca. USD 1,5 Bio. an Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben außerhalb des Landes geflossen). Dieser Kapitalabfluss hat den chinesischen Renminbi destabilisiert. Die chinesische Regierung hat daraufhin in den letzten zwei Jahren versucht gegenzusteuern (zum Beispiel durch Anreize für chinesische Unternehmen, weniger im Ausland zu investieren, durch Kontrollen in Bezug auf die Einhaltung der für Privatpersonen geltenden Ausfuhrregelungen für Bargeld und durch verstärkte Überwachung der bestehenden Regelungen für die Kapitalausfuhr durch chinesische Unternehmen). Die Maßnahmen zeigen in diesem Jahr erste Erfolge, ganz stoppen lassen dürfte sich der Kapitalabfluss damit jedoch kaum. 

Neue Wege finden

Doch während in einigen Ländern der Protektionismus auf dem Vormarsch ist, sehen andere Staaten neue Chancen. Dies gilt insbesondere für die Schwellenländer, wo neue Allianzen geschlossen werden, bestimmte Branchen florieren und neue regionale Märkte sondiert werden. Anleger, die protektionistischen Tendenzen trotzen wollen, sollten bei ihren Anlageentscheidungen insbesondere auf die folgenden drei Trends setzen.

Es handelt sich dabei nicht um völlig neue Trends, die sich aber, zumindest in Asien, bereits bewährt haben.

Erstens sollten Investoren Branchen und ihr künftiges Potenzial genauer analysieren: Rohstoffaktien haben sich im Vergleich zu Industrieaktien in den letzten 12 Monaten bis Mai 2017 sehr gut entwickelt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Anders als im Technologie- und Finanzsektor gibt es zu Rohstoffen aus anderen Ländern nicht immer eine Alternative vor der Haustür. Wenn die USA seltene Metalle nicht mehr aus China importieren, bekommt Tesla Probleme mit der Herstellung der Motoren und Batterien für seine Fahrzeuge.

Zweitens intensivieren die Schwellenmärkte ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, sowohl untereinander als auch zu China, und sie könnten vor allem auch engere Handelsbeziehungen zu Japan knüpfen. Während China in Afrika bereits führend ist, liegt der Fokus nun auf Lateinamerika, wo es kürzlich verstärkt in eine Reihe von Unternehmen investiert hat (Chinesische Investitionen in Unternehmen und Bauvorhaben in Lateinamerika haben sich laut American Enterprise Institute (Stand 31.12.2016) in den letzten drei Jahren auf ca. USD 20 Mrd. jährlich verdoppelt). Diese Entwicklung steht zwar noch ganz am Anfang, aber China hat sich bereits den Zugriff auf eine Vielzahl halbstaatliche Unternehmen gesichert, die Zugang zu lokaler Ersparnis und internationalen Krediten haben, um ihre Investitionen in Lateinamerika zu finanzieren. Länder, die sich um gute politische Beziehungen zu China und anderen großen Freihandelsbefürwortern (wie Japan oder Europa) bemühen, werden in einem Klima des wachsenden Protektionismus voraussichtlich am besten fahren. 

Drittens hat sich insbesondere in Asien ein Modell bewährt, das darauf abzielt, über die Ankurbelung der Binnennachfrage mit begrenzter staatlicher Wirtschaftsförderung ein höheres BIP-Wachstum zu erzielen und einige positive Beispiele hervorgebracht hat. Staatliche Entwicklungsbanken unterstützen mittlerweile Branchen, die in der Vergangenheit stark importabhängig waren, und China kauft Unternehmen, die Komponenten für bestimmte Industrien herstellen, um sich durch Know-how-Transfer in der Wertschöpfungskette hochzuarbeiten. Das ist nichts Neues – Japan verfolgte in den 1960er-70er Jahren einen ähnlichen Ansatz, wie auch Korea in den 1980er-90er Jahren. Im Elektroniksektor gibt es eine Fülle von Beispielen für internationale Marken, die von anderen übernommen wurden, teilweise mit irgendeiner Form von staatlicher Unterstützung in der Vergangenheit. So hat bei Fernsehgeräten Korea dem lange dominanten Japan mittlerweile den Rang abgelaufen. Auch am Markt für Mobiltelefone hat es ähnliche Entwicklungssprünge gegeben. Nokia war in den1990er Jahren Leidtragende dieses Prozesses, als das Unternehmen von Apple an den Rand gedrängt wurde, dessen Smartphone-Sparte wiederum in den letzten fünf Jahren Marktanteile an koreanische Unternehmen wie Samsung und LG verloren hat, die nun mit Huawei und Xiaomi aus China starke Konkurrenz bekommen haben. Dasselbe Bild bietet sich im Automobilsektor. Das Geschäft verlagert sich von Japan nach Korea und verstärkt nach China. Die Geschichte kennt viele Beispiele von Unternehmen in einem bestimmten Sektor, die mit gewisser staatlicher Unterstützung zunächst den Heimatmarkt erobern, um dann auch international zu expandieren. Natürlich gibt es auch Beispiele, in denen dieses Modell nicht funktioniert hat (man denke an die stahlverarbeitende Industrie Lateinamerikas in den 1970er Jahren). Dabei handelte es sich jedoch um Sektoren mit geringem Technisierungsgrad, in denen Marken keinen großen Wert haben.

Fazit

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat es auf dem diesjährigen World Economic Forum in Davos mit seinen philosophischen Worten vielleicht am besten ausgedrückt: „Protektionismus ist wie sich in einen dunklen Raum einzusperren. Wind und Regen kommen dann zwar nicht herein, aber auch keine Sonne und keine Luft. In einem Handelskrieg gibt es keine Sieger.“ Institutionelle Anleger sind deshalb gut beraten, den verschiedenen Spielarten des Protektionismus im Rahmen der Asset Allokation Rechnung zu tragen. Wie oben ausgeführt, empfiehlt sich dazu ein makrostrategischer Ansatz mit gezielter Ausrichtung auf bestimmte Länder und Branchen.

 

Das Dilemma der Anleger

von Pictet Asset Management Strategy Unit.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen zurück. Oder ändern Sie Ihren Ansatz.

Diese Wahl werden die Anleger in den nächsten fünf Jahren haben. Jene, die sich weiterhin für traditionelle Portfolios mit hohen Anteilen an Industrieländeraktien und -anleihen entscheiden, werden mit einer neuen Realität konfrontiert werden: niedrigeren – vielleicht sogar deutlich niedrigeren – Erträgen als in den letzten Jahren.

Anleihen und Aktien aus wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern werden nicht mehr unbedingt von der grosszügigen Haltung der Zentralbanken profitieren können, sondern dürften mit schleppendem Wachstum, Veränderungen der politischen Landschaft und hartnäckiger öffentlicher Verschuldung zu kämpfen haben. Und als ob das nicht genug wäre, haben die Bewertungen von Industrieländeraktien und -anleihen in vielen Fällen bereits historische Höchstwerte erreicht.

Demgegenüber haben Anleger, die sich in weniger bekannte Gefilde vorwagen, bessere Aussichten. Schwellenmarktanlagen scheinen nach den letzten fünf schwierigen Jahren wieder in besserer Verfassung zu sein als Industriemarktanlagen. Schwellenländer profitieren von besseren Wirtschaftsaussichten, institutionellen Reformen und niedrigeren Bewertungen. Eine Abschwächung des Dollars würde zusätzlichen Auftrieb geben.

Alternative Anlagen wie Hedgefonds und Nicht-Öl-Rohstoffe – deren Erträge wenig mit jenen von Aktien und Anleihen korrelieren – sollten ebenfalls mit einem grösseren Anteil in den Portfolios der Anleger vertreten sein.

In den kommenden fünf Jahren werden die Anleger vor einem Dilemma stehen: entweder weiterhin auf traditionelle Anlagen setzen und niedrigere Erträge in Kauf nehmen oder bekannte Pfade verlassen und höhere Risiken eingehen. Insgesamt erachten wir die zweite Möglichkeit als bessere Wahl.

Bitte füllen Sie das Kurzformular aus, wenn Sie den diesjährigen Langfristigen Ausblick herunterladen wollen des Pictet Asset Management Strategy Units.

Alternative Strategien: Vor- und Nachteile

Christian Süttinger, Senior Fondsmanager Multi Asset Management bei der Erste Asset Management, widmet sich den Vor- und Nachteilen von verschiedenen alternativen Investment-Strategien.

Nachdem in Teil 1 erklärt wurde, was unter dem Begriff Alternative Strategien zu verstehen ist, wie sie funktionieren und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen, widmen wir uns jetzt den wichtigsten Vertretern.

Long/Short-Equity Market Neutral 

Bei dieser Strategie werden einzelne Unternehmen mit dem Ziel analysiert, Gewinner und Verlierer zu identifizieren und je­weils in beide gleichzeitig zu investieren. In Summe ergibt das ein Portfolio, das sich einerseits aus Aktien mit positiven Fundamentaldaten (Bilanzkennzahlen) und günstigen Bewertungen zusammensetzt („long-Portfolio“) und dem andererseits Aktien mit negativen Fundamentaldaten oder ungünstigen Bewertungen gegenübergestellt werden („short-Portfolio“). Beim „short-Portfolio“ wird durch sogenannte Leerverkäufe auf fallende Aktienkurse gesetzt. Im besten Fall profitiert man für den „long“-Teil von steigenden Aktienkursen und im „short-Teil“ von fallenden Kursen. Beide Komponenten tragen zum Gesamtertrag des Portfolios bei. Da das long- und das short-Portfolio voneinander unabhängig zusammengesetzt sind, ist die Strategie in Summe von der Wertentwicklung relativ stabil.

Die Auswahl der Aktien für das jeweilige Portfolio (long oder short) kann das Investment-Management-Team direkt (Experte) oder über Computermodelle vornehmen. Die Expertise liegt dabei beim Manager und seiner/ihrer Einschätzung der Situation und der Perspektive von Unternehmen und Industriesektoren.

Schwierig wird es, wenn sich die Börsenpreise von Aktien von ihrem sogenannten inneren Wert (auf Basis von fundamentalen Daten wie Unternehmensgewinn, Dividende, Umsatzerlöse etc.) entfernen, etwa wenn „billiges“ Geld zu Mittelzuflüssen führt, ohne dass dabei die Bewertungen einzelner Aktien eine angemessene Rolle einnimmt. Als Beispiel kann hier die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) angeführt werden. Durch die Entscheidung der EZB, neben der Verfolgung der Nullzinspolitik auch selbst als Käufer für Unternehmensanleihen aufzutreten, führte dazu, dass sich auch europäische Aktien von ihrem inneren Wert entfernt haben, immer höher bewertet und somit „teurer“ wurden. Nachteilig sind auch plötzliche Veränderungen in den Gewinnaussichten von Branchen, die durch gesamtwirtschaftliche Wendepunkte hervorgerufen werden können. Beispielsweise waren die Erwartungen für das globale Wirtschaftswachstum Anfang 2016 negativ, ausgelöst u.a. durch beängstigende Prognosen für China. Schon kurz danach hellte das Bild auf, und die Weltwirtschaft kehrt auf einen Wachstumspfad zurück.

In der „Market Neutral“Variante dieser Strategie wird die Abhängigkeit des Portfolios von den Aktienbörsen neutralisiert. Damit spiegeln sich die Schwankungen, denen Aktienmärkte grundsätzlich unterliegen, im Ergebnis nicht wider.

Long/Short-Equity Variable Bias

In der „Variable Bias“-Variante der Strategie wird die Abhängigkeit des Portfolios von den Aktienbörsen aktiv (vom Manager selbst) gesteuert und ist im Bestfall in steigenden Aktienmärkten positiv und in fallenden Aktienmärkten neutral oder negativ. Das Fondsergebnis setzt sich damit aus der Analysekompetenz des Managements einerseits, und der Markteinschätzung andererseits zusammen.

Global Macro

Auf Grundlage eines makroökonomischen Gesamtbildes wird in die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Zinsen veranlagt, mit der Möglichkeit, steigende als auch fallende Kursentwicklungen und Kurstrends auszunutzen. Ein makroökonomisches Gesamtbild entsteht u.a. durch volkswirtschaftliche Indikatoren und Stimmungsbarometer, historische Vergleichswerte und den Erfahrungsschatz des Fondsmanagements. Tritt beispielsweise ein Szenario ein, bei dem über einen längeren Zeitraum steigende Zinsen zu fallenden Anleihekursen führen, kann ein Global Macro Fonds weiterhin in Anleihen investiert bleiben und profitiert dabei auch noch von dieser Entwicklung.

Global Macro umfasst die risikokontrollierte Aufteilung des Kapitals auf jene Anlageklassen, denen volkswirtschaftliche Daten und historische Modelle die besten Aussichten zuschreiben. Die Einordnung eines Landes innerhalb des Konjunkturzyklus, wirtschaftliche Ungleichgewichte oder Verschiebungen zwischen Wirtschaftsräumen sind Faktoren, durch die eine Zusammensetzung des Fondsportfolios begründet werden kann. Währungen reagieren beispielsweise sehr empfindlich auf ökonomische Daten und die Politik der Notenbanken.

Häufig werden zwei Entwicklungen zueinander in Beziehung gebracht, bevor in eine oder in auch beide investiert wird. Zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung des Landes A relativ zur Entwicklung des Landes B. Dadurch ist nur die Investmentidee für den Erfolg verantwortlich, und nicht die Stimmung an den Börsen insgesamt („Relative Value“).“

CTA Managed Futures

CTA steht für Commodity Trading Advisors, ist also ein Begriff für Manager spezieller Anlageprodukte. Bei den CTA Managed Futures wird computerbasiert nach Trends („Momentum“) in den Anlageklassen Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Zinsen  gesucht. Wird ein Trend (aufwärts- oder abwärts) erkannt, dann wird systematisch in diesen investiert. Nach dem erwarteten Trendende einer Anlageklasse wird das Kapital aus den Investments wieder abgezogen und in einen neuen Trend investiert. Um eine emotionale Komponente auszuschließen und das Risiko aufzuteilen, wird in viele verschiedene Märkte investiert. Im Bestfall fällt die tatsächliche Länge eines Auf- oder Abwärtstrends mit der angenommenen Modell-Trendlänge des Fonds zusammen.

Performance-Schwierigkeiten kann es bei dieser Strategie dann geben, wenn wichtige Trends, also Trends in die viel investiert wurde, abrupt enden, oder sich viele Anlageklassen plötzlich in identer Weise verhalten (zugleich steigen bzw. fallen), wie es unter bestimmten Umständen immer wieder passiert. Ein Beispiel für ein solches Szenario war die Ankündigung der US-Notenbank – aus dem Jahr 2013 – ihre unterstützende Geldpolitik einzuschränken. Das wurde von den Marktteilnehmern so nicht erwartet. Als Folge sind Aktien und Anleihen gleichzeitig im Kurs gefallen. Beide Anlageklassen waren vor dieser Ankündigung stark gestiegen.

Fazit

Long/Short-Equity-Strategien können dann vorteilhaft sind, wenn der Anleger in Aktien investieren möchte, diese aber derzeit als „teuer“ oder „überbewertet“ einschätzt.

Global Macro und Managed Futures haben Anleger in der Vergangenheit von den Turbulenzen des Aktienmarktes recht gut abgeschirmt. Sie sind Strategien „für jedes Wetter“ und eignen sich auch gut als Ergänzung in einer mit Aktien und Anleihen gemischten Anlagestrategie.

Eine Übersicht über weitere Vertreter der Alternativen Strategien folgt im dritten Teil der Blogserie.

Christian Süttinger ist seit 2002 bei der ERSTE-SPARINVEST KAG tätig. Er ist als Senior Fund Manager im Multi-Asset-Management-Team für Alternative Strategien zuständig. Er besitzt einen Abschluss der Wirtschaftsuniversität Wien in Betriebswirtschaftslehre, ist seit 2009 CFA Charterholder sowie seit 2010 CAIA Charterholder.

 

Elektromobilität

Nicht zuletzt durch das Pariser Klimaabkommen steht der konventionelle Verbrennungsmotor für Automobile unter Druck. Unter den derzeit verfügbaren „sauberen“ Alternativtechnologien hat aktuell der Elektroantrieb die Nase weit vorne. Die Umweltbilanz eines E- Autos hängt letztlich natürlich stark von der Stromquelle ab. Neben spezialisierten Unternehmen wie Tesla oder BYD (Build Your Dreams, China) investieren auch die „traditionellen“ Autobauer verstärkt in das Segment Elektromobilität.

Derzeit ist die Verbreitung der Elektromobilität länderspezifisch noch sehr unterschiedlich. Wesentliche Voraussetzungen für einen Markterfolg sind eine geeignete Infrastruktur und Anreizmodelle, die neben finanziellen Vorteilen wie Steuererleichterungen auch die Verwendung von Busspuren, kostenloses Parken oder das Nutzen öffentlicher Ladestationen umfassen können. In Europa zählt Norwegen mit bereits über 100.000 verkauften E-Autos zu den Vorreitern der neuen Technologie. In den USA hat sich der Bundesstaat Kalifornien sehr früh diesem Thema verschrieben.

Die Strategien der Automobilbranche in Richtung Elektromobilität sind verschieden. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich die großen Player weltweit angesehen und Fragen rund um das Thema E-Autos und die damit verbundenen Zukunftsstrategien gestellt.

Elektromobilität

Fahrzeuge mit Elektroantrieb stellen kein völlig neues Phänomen dar. Bereits vor mehr als einhundert Jahren kamen öffentliche Verkehrsmittel auf Basis einer Infrastruktur von Stromschienen oder Oberleitungen mit elektrischer Energie zum Einsatz. Prinzipiell zeichnen sich Elektrofahrzeuge durch das Mitführen eines Energiespeichers – also der Batterie – sowie die Nutzung eines Elektroantriebs aus. Der Grad der Elektrifizierung kann dabei variieren – es gibt reine Elektrofahrzeuge und Hybridlösungen.

Der Markt für Elektrofahrzeuge wuchs 2016 um annähernd 60 % auf fast 500.000 Stück. Am europäischen Markt wurden 102.000 E-Autos verkauft, in den USA rund 80.000, in China mehr als 250.000.

Bei einem Vergleich zwischen Benzin-, Diesel- und E-Autos schneiden Batterie-Elektrofahrzeuge bei allen umweltrelevanten Parametern besser ab, auch im Vergleich zu Hybridlösungen. Ihr größter Vorteil ist zweifellos das Wegfallen von Abgasemissionen auf lokaler Basis.

Für eine erweiterte ökologische Beurteilung sind aber zunächst die bei der Energieerzeugung anfallenden Emissionen zu berücksichtigen. Die Herkunft des Stroms, mit dem die Batterien geladen werden, ist ein entscheidender Faktor für die Umweltbilanz. Nachdem auch in der Produktion von E-Autos CO2 anfällt, ist für eine tatsächliche CO2-Einsparung durch Elektromobilität eine ausreichende Nutzungsintensität notwendig, die je nach Strom-Mix bei 30.000 gefahrenen Kilometern beginnt und im Schnitt bei 100.000 Kilometern liegt. Auf Basis einer vollständigen Produktlebenszyklusanalyse und bei Zugrundelegung des durchschnittlichen europäischen Strom-Mixes liegt die CO2- Einsparung durch Elektromobilität laut „International Journal of Life Cycle Assessment“ bei knapp 40 %.

Das österreichische Umweltbundesamt errechnet für Treibhausgasemissionen sogar Einsparungen um den Faktor 4 bis 10, je nach zugrunde liegender Stromproduktion.

Elektrofahrzeuge haben im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen noch andere Vorteile, etwa ein höheres Drehmoment aus dem Stand, weniger Lärmbelastung und Vibrationen, die Möglichkeit der Energierückgewinnung aus dem Bremsvorgang und eine höhere Lebensdauer.

Zusätzlich sind ihre Wartungskosten geringer, weil ihr Antrieb im Vergleich zu herkömmlichen Technologien verschleißärmer ist. Im Sinne einer intelligenten Energienutzung auf Ebene der einzelnen Haushalte können Elektrofahrzeuge in die Energieinfrastruktur miteingebunden werden.

Zu den Herausforderungen der Elektromobilität zählt die Entwicklung effizienter und leistungsfähiger Akkumulatoren. Wenn man von geringeren Wartungskosten bei E-Autos spricht, sollte man nicht vergessen, dass auf Basis aktueller Technologien nach rund 8000 Ladezyklen ein Batterieaustausch vorgenommen werden muss.

Allerdings ist die Entsorgung der Altfahrzeuge samt Batterien zumindest hinsichtlich der Treibhausgasemissionen unwesentlich. Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass die verfügbaren Batteriesysteme derzeit noch ein hohes Eigengewicht, begrenzte Speicherkapazitäten und Leistungsprobleme bei tiefen Temperaturen haben.

Die Infrastruktur zum Laden der Akkumulatoren befindet sich erst im Aufbau, die Ladegeschwindigkeit reicht von wenigen Minuten bei „Superchargern“ bis zu mehreren Stunden beim herkömmlichen Hausanschluss. Ohne Förderungen ergäbe sich auf Basis aktueller Preise – nach Berechnungen einer Studie am FH Technikum Wien – für einen E- Golf im Vergleich zum Golf 7 ein Amortisationszeitraum von 15 Jahren.

Plug-in-Hybride als „gebündelte Lösung“ verfügen zusätzlich zum gängigen Benzin- oder Dieselmotor über einen Elektromotor samt Batterie. Auf kurze Distanzen wie etwa im Stadtverkehr ist rein elektrisches Fahren möglich. Durch das Nebeneinander von zwei Technologien sind Plug-in-Hybride relativ teuer und vom Gewicht her vergleichsweise schwer. Der verbleibende Stauraum ist beschränkt.

Unter den zukunftsweisenden Technologien gelten Brennstoffzellenfahrzeuge als Alternative zu Elektrofahrzeugen. Diese benötigen einen Wasserstoffspeicher und eine Pufferbatterie. Die Gewinnung des Wasserstoffs und die Speicherung sind sehr energieintensiv. Der verdichtete Wasserstoff hat aber im Vergleich zu einem Akkumulator für einen Elektroantrieb ein um ein Vielfaches geringeres Gewicht. In einem erweiterten Kontext könnte hier auch ein „Power-to-Gas-Ansatz“ sinnvoll eingesetzt werden. Bei einem solchen werden etwa Windkraftanlagen, die Überschussenergie produzieren, nicht einfach abgeschaltet, sondern für die Wasserstoffproduktion genutzt.

Der Gesamtwirkungsgrad von Automobilen beschreibt die Effizienz der Energieumwandlungen im Fahrzeug. Die Wirkungsgrade von Elektromotoren liegen in der Regel bei über 90 %. Im Vergleich dazu liegen Benzinmotoren bei 35 % und Dieselmotoren bei 45 %.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in einem Unternehmen, das im Rahmen des Engagement-Prozesses adressiert wurde, investiert. Es ist dies BMW.

Nachhaltigkeitsbewertung

Die Mehrzahl der großen Automobilkonzerne hat sich spätestens in den letzten Jahren intensiv mit Elektromobilität auseinandergesetzt. Toyota war mit dem „Toyota Prius“ ein Vorreiter. Allerdings handelt es sich bei diesem Modell um ein Hybridfahrzeug, das sowohl auf herkömmliche Weise als auch mit Strom betrieben werden kann. Es müssen also beide Technologien im Fahrzeug vorhanden sein. Und das stellt hohe Anforderungen an Platzbedarf und Gewicht. Generell ist für die nächsten Jahre von einem Nebeneinander der einzelnen Technologien auszugehen, mit einem starken Wachstum der Elektromobilität. Das große Fragezeichen wird sein, wir stark der Staat mit Förderungen oder sogar Verboten in den Markt eingreifen wird. Aus Norwegen und Indien sind Pläne bekannt, laut denen die Zulassung neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2030 verboten werden soll. Im Zusammenhang mit dem Thema Elektromobilität umfasst der Unternehmensdialog unseres Nachhaltigkeitsteams die zwanzig größten börsennotierten Unternehmen der Automobilbranche.

  • Wie beeinflusst das Thema Elektromobilität das Geschäft Ihres Unternehmens und wie sehen Ihre Aktivitäten in diesem Bereich aus?
  • Betrachten Sie Elektromobilität als „die“ Zukunftstechnologie oder glauben Sie, dass sich mittel- bis langfristig andere Technologien durchsetzen werden? Welche wird aus Ihrer Sicht langfristig am erfolgreichsten sein?
  • Was halten Sie, langfristig gesehen, von gemischten Technologien, etwa Hybridlösungen? 
  • Welche Gründe könnte es dafür geben, dass Elektromobilität die hohen Erwartungen in sie nicht erfüllen kann? Könnten dafür Probleme hinsichtlich der Technologie allgemein, der Batterien, der Akzeptanz beim Konsumenten oder der Infrastruktur verantwortlich sein?
  • Welche Erwartungen haben Sie hinsichtlich der Preisentwicklung für Elektromobilität? Wann erwarten Sie, dass eine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen ohne Subventionen gegeben sein wird?
  • Haben Sie – auf Basis einer Lebenszyklusanalyse – bereits Berechnungen des ökologischen Fußabdrucks für Elektromobilitätslösungen aus Ihrem Hause angestellt? Haben Sie diese mit den Ergebnissen für konventionelle Fahrzeuge verglichen?

Von den während des Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns vor allem europäische Player Feedback gegeben.

In Europa zählen die französischen Hersteller zu den sehr aktiven Playern im Bereich Elektromobilität. Für den PSA-Konzern – mit den Marken Peugeot und Citroën – ist die Verringerung der CO2-Emissionen das bedeutendste strategische Ziel auf CSR-Ebene (CSR = Corporate Social Responsibilty). Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der von PSA 2016 verkauften Autos lag bei 102,4 g/km; damit erreichte das Unternehmen den niedrigsten Wert aller europäischen Hersteller.

Im Jahr 2020 werden nach Einschätzung des Unternehmens E-Autos und hybride Lösungen für 15 % der Absatzzahlen von PSA verantwortlich sein. Renault war offizieller Partner der Pariser Klimakonferenz. 2015 konnten über 23.000 E-Cars abgesetzt werden. Der Marktanteil lag international bei über 20 %, in Frankreich selbst bei 60 %.

Der Renault ZOE ist das meistverkaufte E-Auto und der Renault Kangoo Z.E. der meistverkaufte E-Kleintransporter in Europa. Der ZOE weist mit dem akuellen Batteriesystem unter Laborbedingungen eine theoretische Reichweite von 400 Kilometern und eine praktische Reichweite von 300 Kilometern auf. Der Kunde mietet lediglich die Batterie des Fahrzeugs und kann, wenn die Ladekapazität auf 75 % fällt, einen Tausch vornehmen.

In Japan zählt Nissan mit der Produktion des Nissan LEAF zu den wesentlichen Playern im Bereich Elektromobilität. Bereits im März 2016 wurde der zweihunderttausendste Nissan LEAF ausgeliefert. Volkswagen arbeitet intensiv an seiner Strategie zur Elektromobilität; bis 2025 will man mehr als 30 neue E-Autos auf den Markt bringen. Wie auch BMW und PSA setzt VW auf modulare Matrix-Plattformen für konventionelle und E-Lösungen.

Im Gegensatz zu den anderen Automobilkonzernen sieht Tata Motors E- Fahrzeuge als aus Nachhaltigkeitssicht bedenklich an. Der Grund dafür ist, dass der Strom-Mix in Indien fast ausschließlich aus fossilen Energieträgern stammt. Tata Motors geht in seinen Berechnungen daher von einem im Vergleich zu anderen Technologien höheren ökologischen Fußabdruck aus.

Gemessen an anderen Ländern mit hohem thermischem Energieanteil, sind dieses Ergebnis und diese Aussage für uns allerdings überraschend. Tata Motors fokussiert auf andere alternative Antriebssysteme wie Brennstoffzellen oder Flüssiggas.

Was die zukünftige Entwicklung betrifft, so sieht PSA bei der Elektromobilität noch viele Fragezeichen. Dazu zählen technologische Entwicklungen wie jene der Batterie. Hier wird weltweit aktiv geforscht. Wann welche Lösungen zu welchen Preisen auf den Markt kommen, ist aber noch ungewiss.

Ein weiterer wesentlicher Faktor sind staatliche Anreizmodelle, die beispielsweise am französischen Markt aktuell völlig fehlen. Trotzdem erwartet Renault, dass bereits 2025 in einzelnen Segmenten gleich viele E-Autos wie Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben verkauft werden könnten. BMW sieht die ungenügende Infrastruktur der Ladestationen – zusammen mit der beschränkten Reichweite und dem relativ hohen Preis von E-Fahrzeugen – derzeit noch als Hürde für die E-Technologien.

Is it time to focus on capital preservation, rather than capital growth?

It’s important for investors to draw a few distinctions between the short-run and the full market cycle – which is commonly measured as the market peak to peak, or trough to trough. Marcus Brookes, Head of Multi-Manager, and Robin McDonald, Fund Manager - Multi-Manager, both Schroders, look at the challenge and importance of emphasising capital preservation over capital growth as market risks build.

I made a fortune getting out too soon” ~ J.P. Morgan

In the short-run, market returns tend to be influenced most by a combination of investor sentiment, risk preferences and price momentum, all of which are interrelated.  Over the course of a full market cycle however, valuations are ultimately what matter. 

In the short-run, investors are often penalised for following the familiar approach of buying low and selling high.  Yet a full market cycle tends to be enormously forgiving to investors who decide to reduce their risk when markets are at or close to their high point. This is true even if investors do this a little bit too early, and miss out on the final stages of upside.

To emphasise this point, bear in mind that a five-year return profile of 10%, 10%, 5%, 5%, 0% beats returns of 20%, 20%, 10%, 10%, -25%.

The mathematics of compounding dictates that large losses have a disproportionate effect when it comes to amassing returns. Therefore, from a full-cycle perspective, avoiding them is critical. 

Investors always face the question of what to emphasise in their portfolios – capital growth or capital preservation. You can’t do both. In this note I want to deal with the challenge of emphasising the latter. 

This should not be mistaken as a forecast of an imminent market decline. It’s just we have always believed that successfully navigating the full market cycle is what matters most in the end, so we reflect upon the current conundrum quite a lot.

Most investors are wired with every bone in their body to do the wrong thing” ~ Howard Marks, Oaktree Capital

The purpose of our comparison between the two return profiles above is not to advocate permanently taking a defensive stance. Far from it. The point is more that the avoidance of losses is generally worth pre-positioning for. 

In the post-war period, the average US equity bull market has lasted approximately 64 months, and generated a gain of 163%. Within about 15 months from the peak, more than 50% of this gain has typically been lost to the subsequent bear market1.  So far, the current cycle has been both more profitable, and 50% longer than average, with gains in the order of 300% over 98 months2.

Now, we have no special insight into when the bull market in equities will end or indeed what will eventually trigger its demise.  Recognising this limitation, in the later stages of a cycle our approach has always been to gradually shift emphasis from capital growth to capital preservation over a period of time as market risks build - the objective being to carry less risk as the market hits its peak, than we do as the market hits its bottom.

This transition phase (which is gradually underway) is invariably frustrating and requires discipline and patience, as while momentum pushes prices higher in the short term it feels as though almost every single thing you do is wrong.  From a full-cycle perspective though, it’s perfectly rational, even if it does risk sacrificing some short-term relative performance. 

If everyone is thinking the same, then no-one is thinking” ~ Richard Russell, Founder of Dow Theory Letters

Judging by the avalanche of money currently pouring into passive investment strategies, we would submit that many investors today, consciously or not, are behaving with a higher degree of risk than normal.  We would contend that this makes some markets riskier than generally assumed. 

A false sense of security prevails over all financial markets at present due to low interest rates.  Many investors clearly believe the market environment is largely benign, safe and ostensibly primed for good future returns. We’re more guarded, particularly with the US.

It is true to say that today, the reward for taking risk has been extremely low for a prolonged period (or in other words, valuations have been high for some time).  It is the combined collapse in this (helped by low interest rates and quantitative easing) that has amplified returns during this bull market.  We suspect that neither of these will prove structural or permanent.

Similar to the late 1990s, today we have extreme capital concentration in the US markets.  Once again this has been partially driven by an innovation and technology boom.  Then, as now, the “value” part of the markets - a long-term investing approach which focuses on targeting companies which are valued at less than their true worth - are (relatively speaking) hugely unpopular.

So far in 2017, for the first time in a long time, US equities have started to underperform international markets.  From a value perspective, we believe this makes sense and may only be the beginning of a multi-year trend.  Outside of a brief episode in late 1929 and the period from February 1997 to August 2001, US equity valuations have never been higher than they are today.  From a full-cycle perspective they look unattractive and in time could prove far riskier than is presently assumed.

If everyone is going left, look right” ~ Sam Zell, Founder and Chairman of Equity International

US equities aren’t the only market we believe investors have overpriced.  Importantly, the US dollar has also enjoyed a bull market since 2011, which we believe may now be in the process of topping out.  And, of course, bonds have been in a bull market since 1981, leading to valuation levels today that are hard to comprehend.

If our observations on these three major asset classes prove to be reasonable, then it highlights some potential opportunities. It also underlines why some traditional solutions to our capital preservation conundrum may no longer be helpful:

  • Equities in relatively depressed markets – “value” investing  which is the art of buying stocks which trade at a significant discount to their true value, has been in the doldrums, relatively speaking, for about a decade now.  Below is a chart showing a ratio of US growth stocks against the MSCI World Value index, which recently surpassed its ‘tech bubble’ highs.  Although of course past performance is not a guide to future performance, you’ll note from the chart that from a similar extreme in 2000, value went on to radically outperform for many years.  What equity exposure we have remains tilted in favour of the value style, in part for this reason.
  • Alternative strategies - It's fair to say that from a full-cycle perspective we think there’s probably more risk to the growth style presently than there is absolute upside with the value style.  We think a good way to supplement this bias is therefore in strategies that have the ability to generate positive returns when markets are falling.  It is however important to note that such strategies involve additional risk as should markets rise instead of fall, large losses may be incurred.
  • Gold – during the phase of an economic expansion when earnings and profit margins are expanding, you’d expect assets with growing cashflows to outperform gold.  But in an environment where profit margins are already very high, bond yields are close to all time lows and the dollar is close to its peaking, we think gold becomes a more interesting proposition as part of a diversisfied proposition, with potentially good upside.
  • Cash – otherwise known as “dry powder”, has considerable value here, not because of the return it currently generates, but because of the opportunity it affords investors to establish more constructive positions as forward-looking returns improve. Being fully-invested in a bull market feels great. Being fully-invested in a bear market feels awful. For now, cash could be one way of lowering portfolio risk.

Many of the trends we’ve briefly discussed in this note have been going on for a long time: the outperformance of US equities; the relentless decline in bond yields; the bull market in the dollar; the relative bear market of active management, particularly with a value bias.  As such, investors get used to them and become almost resigned to their persistence.

We believe this is exactly the time when being active, patient and disciplined could add most value from a full-cycle perspective. We remain alert to profiting from the opportunities that may present themselves as these trends begin to tire.

 

 

Please remember that past performance is not a guide to future performance and may not be repeated. The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.  Alternative investments, including commodities, involve a higher degree of risk and can be more volatile and less liquid than shares and bonds. They should only be considered as a long term investment.


This article was first published on schroders.com.

Sources:
1) Majedie Asset Management 2016
2) Lipper, as at 31 March 2017

Inflationsindexierte Anleihen erhöhen risikobereinigte Rendite des Portfolios

In Zeiten steigender Inflations- und Wachstumsraten schneiden inflationsindexierte Anleihen durchschnittlich um 3 Prozent besser ab als Nominalanleihen. Inflationsindexierte Anleihen sind nach wie vor besser für den langfristigen Kapitalschutz als für eine kurzfristige Inflationsabsicherung geeignet.

Wir haben festgestellt, dass Portfolios mit inflationsindexierten Anleihen eine geringere Volatilität und höhere risikobereinigte Renditen erzielen. Inflationsindexierte Anleihen sind auch ein effizientes Mittel, um eine stärkere Diversifizierung zu erreichen, so Morgane Delledonne, Fixed Income Strategist, im Ausblick von ETF Securities.

Moderater Inflationsausblick

Die langfristigen Renditen werden am stärksten von den Inflationserwartungen sowie von den Erwartungen hinsichtlich der künftigen kurzfristigen Zinssätze angetrieben. Die Break- even-Inflationsrate (die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen Staatsanleihe und der Rendite einer inflationsindexierten Staatsanleihe mit identischer Laufzeit) spiegelt die Inflationserwartungen und den Risikoaufschlag aufgrund der mit Unsicherheit behafteten Inflationsentwicklung. Die Break-even-Rendite (über 10 Jahre) ist in den USA zwischen 2014 und 2015 auf unter 2 Prozent gesunken – im Einklang mit dem Rückgang der Rohstoffpreise und dem wahrgenommenen Deflationsrisiko. In Vorwegnahme einer strafferen Geldpolitik, der wachstumsorientierten Maßnahmen von Trump und eines besseren Ausblicks für die Energiepreise kam es im August 2016 dann zu einer drastischen Erholung. Die meisten Markt- und Umfrageindikatoren für die Inflationserwartungen nähern sich inzwischen dem Inflationsziel der US-Notenbank (2 Prozent).

Der 10- bis 5-jährige Break-even-Spread ist kürzlich jedoch auf Null gesunken, was darauf hindeutet, dass die Marktteilnehmer kurzfristig einen Inflationsanstieg erwarten, aber noch nicht davon überzeugt sind, dass sich die Inflation im Verlauf des nächsten Jahrzehnts weiter beschleunigen wird.

Wir sind der Ansicht, dass strukturelle Schwierigkeiten – darunter die alternde Bevölkerung, das niedrige Produktivitätswachstum und der problematisch globale Schuldenüberhang – eine konjunkturelle Überhitzung verhindern werden. Dies mindert die Wahrscheinlichkeit einer langfristig steigenden Inflation. Die Volatilität bei den Rohstoffpreisen wird sich wahrscheinlich auch weiterhin in schwankenden Inflationskennzahlen niederschlagen.

Strategie in einem weltweit inflationären Umfeld

In einem Umfeld steigender Wachstums- und Inflationsraten verringern die Anleger normalerweise ihr Durationsengagement und übernehmen mehr Kreditrisiken. Um sich vor einem inflationsbedingten Kapitalverzehr zu schützen, können Anleger auf den Anleihemärkten auch ihr Engagement in inflationsindexierten Anleihen erhöhen oder vermehrt auf „Linker“ wie inflationsindexierte US-Anleihen (TIPS) setzen. Linker schützen das Kapital vor der realen Inflation. Ihre nominellen Kupon- und Kapitalrückzahlungen werden um den Anstieg des zugrundeliegenden Preisindex bereinigt (bei TIPS wird beispielsweise der US-amerikanische Verbraucherpreisindex herangezogen). Auf diese Weise bleibt der reale Wert der Zahlungen unverändert. Linker gehen mit niedrigeren Kuponzahlungen als herkömmliche Anleihen einher, bei Fälligkeit ist jedoch eine höhere Kapitalrückzahlung zu leisten. Anders ausgedrückt: Linker bieten bessere Renditen, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden.

Im vergangenen Jahrzehnt haben globale Linker besser abgeschnitten als alle anderen Anlageklassen.

In Phasen steigender Inflations- und Wachstumsraten haben TIPS in den USA generell um 3 Prozent besser abgeschnitten als Nominalanleihen. War das Wachstum dagegen rückläufig, lagen Linker grundsätzlich 2 Prozent hinter Nominalanleihen.

Obwohl die Geldpolitik in den USA gestrafft wurde, hat die höhere Inflation den Anstieg der Nominalrenditen mehr als ausgeglichen. Dadurch gaben die realen Renditen herkömmlicher Anleihen nach. Die mit Linker erwirtschaften Renditen sind jedoch nach wie vor weitgehend stabil.

Linker in Portfolios

Im Kontext von Portfolioanlagen und Anleihen sind Linker effiziente Diversifizierungsinstrumente, denn sie weisen nur eine geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen wie Aktien und Rohstoffen auf.

Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass ein Portfolio mit US-Anleihen, einschließlich TIPS und US-Aktien, weniger volatil ist und eine höhere risikobereinigte Rendite erzielt als ein vergleichbares Portfolio ohne TIPS. In der nachfolgenden Abbildung werden für beide Portfolios die „Efficient Frontiers“ veranschaulicht – damit wird ein Set aus optimalen Portfolios bezeichnet, das bei einem gegebenen Risiko die höchste erwartete Rendite und bei einer gegebenen erwarteten Rendite das geringste Risiko aufweist. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass TIPS in einem breiten Anleihen- und Aktienportfolio ein effizientes Mittel sind, um das Risiko zu reduzieren und die Rendite zu erhöhen. Das Portfolio mit TIPS erzielt bei einem identischen Risiko (z. B. 6 Prozent) eine höhere erwartete Rendite (6,2 Prozent) als das Portfolio ohne TIPS (5,8 Prozent).

Unter taktischen Gesichtspunkten hängt die strategische Entscheidung für ein Engagement in Linker oder Nominalanleihen vorrangig von den Wirtschaftsbedingungen ab. Linker sind in Erholungs- und Inflationsphasen attraktiver, wenn die Zentralbanken die geldpolitischen Rahmenbedingungen straffen. Dagegen durchlaufen Nominalanleihen in Rezessionsphasen, wenn die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung.

Unsere Analyse zeigt jedoch, dass inflationsindexierte Anleihen langfristig als Kernanlage eines Portfolios betrachtet werden sollten. Um die zusätzlichen erwarteten Renditen zu maximieren, die mit TIPS in einem Portfolio erzielt werden können, müssten TIPS jedoch mehr als 60 Prozent des Gesamtportfolios der Anleger ausmachen.

Da wir uns auf ein weltweit inflationäres Umfeld zubewegen, könnten Anleiheanleger ihr Durationsrisiko senken und ihr Kreditrisiko erhöhen. Zudem könnten Anleger ihr Portfolio mit inflationsindexierten Anleihen aufstocken, um dieses zu optimieren und einen langfristigen Kapitalschutz zu erzielen, anstatt mit diesen eine kurzfristige Inflationsabsicherung vorzunehmen.

Unseres Erachtens dürften die strukturellen Probleme im nächsten Jahrzehnt weiterhin einen Abwärtsdruck auf Wachstum und Inflation ausüben. Deshalb sind wir gegenüber globalen Anleihen neutral eingestellt und bevorzugen Anleihen aus den Schwellenländern sowie Hochzinsanleihen.


Den vollständigen Ausblick von ETF Securities finden Sie hier.

Blockchain: Eine disruptive Technologie oder Hype?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie hat viel Aufmerksamkeit erhalten, hauptsächlich aufgrund der Bedeutung von Bitcoin, dem zunehmenden Interesse und der steigenden Investitionen in Finanztechnologie, auch „FinTech“ genannt. Viel ist über das Konzept der Distributed-Ledger-Technologie geschrieben worden, wie auch zum Beispiel über ihr Potenzial zur Lösung von Unternehmensproblemen. Zurzeit beläuft sich der Gesamtwert aller Bitcoins in der Blockchain auf schätzungsweise USD 20 Mrd.1 oder nahezu 0,027 % des globalen BIP (USD 74 Bio.). Der Datenumfang der Blockchain liegt bei geschätzten 197 GB.2 Laut einer Umfrage des World Economic Forum (WEF) rechnen 57,9 % der Befragten damit, dass bis 2025 rund 10 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Blockchain gespeichert sein werden.3

Es überrascht nicht, dass die Finanzindustrie darauf erpicht ist, diese Technologie für sich zu erschließen: Banken rechnen damit, dass die Blockchain die Infrastrukturkosten bis 2022 um USD 15–20 Mrd. pro Jahr senken könnte. Hinzu kommt, dass diese Technologie die Möglichkeit bietet, bestehende IT-Infrastrukturen zu überholen, den Zeitaufwand für die Abwicklung von Transaktionen zu verringern und die Wertpapierbörsen zu vereinfachen.

Einige der Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass die Möglichkeiten wesentlich umfassender sind. Die Anwendungen reichen dabei von der Speicherung von Kundenidentitäten über Abwicklung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs bis hin zum Clearing und Settlement von Anleihen- und Aktiengeschäften sowie zur Ausführung von Smart Contracts, wie zum Beispiel Kreditderivaten mit automatischer Auszahlung bei Insolvenz eines Unternehmens oder Anleihen, die regelmäßig Coupons an ihre Inhaber ausschütten.4 Auch gibt es bereits Anwendungsbeispiele auf Grundlage der Blockchain-Technologie außerhalb der Sphäre der Finanzdienstleistungen:

  • Am 4. Oktober 2014 wurde die erste Ehe auf Blockchain-Basis registriert. Der Governance-Service wurde durch Bitnation bereitgestellt, einem dezentralen Governance-Dienstleister5, der seine Dienste grenzenlos und dezentralisiert anbietet.
  • Die Hochschule von Nikosia akzeptiert nicht nur Bitcoins zur Zahlung von Studien- und sonstigen Gebühren, sondern war auch die erste Bildungseinrichtung, die akademische Zeugnisse ausstellt, deren Echtheit per Blockchain überprüft werden kann.6
  • Das Amt für Wirtschaftsentwicklung der Isle of Man kündigte Pläne für ein erstes staatliches Blockchain-Testprojekt an. Das Amt will ein Register aller digitaler Währungsunternehmen entwickeln, die auf der Insel tätig sind.7

Unserer Meinung nach ist die wichtigste Erkenntnis, dass es bei der Blockchain nicht nur um die Umgehung des Intermediärs geht. Vielfach hat sie das Potenzial, dank der Automatisierung von arbeitsintensiven Prozessen Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Wir sind außerdem der Auffassung, dass eine robuste IT-Sicherheit von größter Bedeutung ist, da ansonsten das Potenzial dieser Technologie massiv eingeschränkt werden wird.

Wie funktioniert die Blockchain?

Die meisten Menschen nutzen einen vertrauenswürdigen Intermediär, wie zum Beispiel eine Bank, zur Durchführung von Finanztransaktionen. Im Gegensatz dazu können dank der Blockchain Verbraucher und Anbieter direkt miteinander in Verbindung treten, wodurch die Notwendigkeit einer Drittpartei entfällt. Aufgrund der Verschlüsselung des Datenverkehrs stellt die Blockchain eine dezentrale Transaktionsdatenbank („Digital Ledger“) bereit, die für alle Teilnehmer im Netzwerk einsehbar ist.8 Dieses Netzwerk ist im Wesentlichen eine Kette von Computern, die alle eine Transaktion genehmigen müssen, bevor sie bestätigt und erfasst wird. Anders ausgedrückt handelt es sich dabei um ein elektronisches Kontobuch, in dem die Transaktionen kontinuierlich in Form von Datenblöcken aufgezeichnet werden.

Abbildung 1 zeigt anhand einer einfachen Bitcoin-Transaktion, wie die Blockchain funktioniert. Person A möchte Geld an Person B in Form von Bitcoins überweisen. Zur Ausführung dieser Transaktion öffnet A seine digitale Brieftasche und gibt den Betrag und den von B genannten Bestimmungsort ein (1). Wenn A die Zahlung absendet, entsteht ein neuer „Datenblock“, der die Adressen von A und B enthält sowie den zu überweisenden Betrag (2). Dieser „Block“ wird an das Kontobuch geschickt, das „dezentral“ geführt wird, d. h., es ist auf mehrere Teilnehmer verteilt und wird von ihnen gespeichert (3). Verschlüsselung und konsensbasierte

Authentifizierungsverfahren stellen die Richtigkeit der Daten und die Gültigkeit der Transaktion sicher (4). Die Blockchain besteht aus einer Vielzahl von Blöcken, in denen die Transaktionen dauerhaft und transparent aufgezeichnet werden (5). Jeder Block in der Kette ist mit dem vorherigen Block verbunden und die gesamte Kette von Blöcken ist auf mehrere Teilnehmer (oder Knotenpunkte) verteilt. Nachdem diese Schritte ausgeführt wurden, wird der Betrag an Person B überwiesen (6).

Was sind die Auswirkungen?

Schätzungen zufolge gibt es mehr als 400 Blockchain-Startups, die sich auf das Segment der Finanzdienstleistungen spezialisiert haben.9 Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Technologie das Potenzial hat, fast jede Branche nachhaltig zu verändern. Sie kann auf fast alle Formen von Transaktionen angewendet werden, wie beispielsweise Geld, Waren oder Immobilien. Die Blockchain könnte ebenfalls dazu beitragen, betrügerische Aktivitäten einzudämmen, da jede Transaktion in einem öffentlichen Kontobuch aufgezeichnet wird, das für alle einsehbar ist. Obwohl die Implikationen der Blockchain- Technologie noch nicht absehbar sind, erwarten wir Folgendes:

  • Die Blockchain wird den Automatisierungsgrad erhöhen und Kosten senken.
  • Diese Technologie wird voraussichtlich neue regulatorische und gesetzliche Protokolle und Normen erfordern.
  • Außerdem könnten bestehende Marktplätze umgangen und neuen Vertriebskanälen zum Durchbruch verholfen werden.
  • Die Zentralbanken könnten Geldflüsse in Echtzeit überwachen und die Geldpolitik mit nachvollziehbaren Argumenten in Echtzeit anpassen oder zumindest mit höherer Genauigkeit.

Es gibt immer mehr Belege dafür, dass die Blockchain in der Lage ist, fast jede Branche tiefgreifend zu verändern. Laut einer Studie von Deloitte entstehen neue Geschäftsmodelle und zahlreichen Branchen stehen im Umbruch.10

Abbildung 2 zeigt die voraussichtlichen Auswirkungen der Blockchain auf verschiedene Wirtschaftsbereiche. Die horizontale Achse misst den wahrscheinlichen Einfluss auf Kosten und Erträge, während die vertikale Achse den wahrscheinlichen Einfluss auf Strategie und Geschäftsprozesse abbildet. Wir können die folgenden Schlüsse ziehen11:

  • „Beobachter“ sind Sektoren, in denen die betrieblichen Auswirkungen der Blockchain-Technologien gering sein dürften. Die Implikationen für diese Unternehmen dürften sich daher in Grenzen halten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Mitbewerber hierdurch entscheidende Wettbewerbsvorteile erlangen würden. Die Sektoren Tourismus und Baugewerbe werden als Beispiele angeführt, wobei hier die Baubranche am wenigsten betroffen sein wird.
  • Die Gruppe der „Pioniere“ hingegen muss mit erheblichen Auswirkungen rechnen, sowohl aus strategischer als auch operativer Sicht, wie auch im Hinblick auf Kosten und Erträge. Mit Hilfe der Blockchain könnten beträchtliche Wettbewerbsvorteile erzielt und gleichzeitig bessere operative Unternehmensprozesse geschaffen werden. Es ist daher nicht überraschend, dass insbesondere die Finanzdienstleistungsbranche verstärkt in diese Technologie investiert.
  • Bei den „Experimentatoren“ besteht tendenziell wenig Handlungsbedarf, da die kurzfristigen Auswirkungen als verhältnismäßig gering eingeschätzt werden. Allerdings sollten sich diese Unternehmen überlegen, die Technologie zumindest zu evaluieren, um langfristig strategische Wettbewerbsvorteile zu erlangen.
  • Bei den „Opportunisten“ könnte die Blockchain-Technologie sich kurzfristig positiv auswirken, vermutlich aber nur in jenen Bereichen, die nicht zu ihren Kerngeschäften zählen. Eine Möglichkeit wäre eine Partnerschaft mit anderen Unternehmen.

Vorsicht ist geboten

Obwohl es viel Rummel um die Blockchain-Technologie gibt, besteht im Allgemeinen mangelnde Klarheit über ihr Funktionsprinzip und wie sie am effektivsten eingesetzt werden kann. Die Blockchain kann mit Sicherheit dazu beitragen, bestimmte Funktionen in einfachen, transaktionsbezogenen Anwendungsfällen zu automatisieren. Wir glauben jedoch, dass eine Reihe von Fragen und Problemen gelöst werden müssen, bevor diese Anwendungen skaliert und mit spürbarem Nutzen in der Realität eingesetzt werden können. Untenstehend sind einige Beispiele aufgeführt:

  • Die Blockchain-Technologie ist noch in den Kinderschuhen und es fehlt noch eine Standard-Plattform. Unserer Meinung nach ist es wahrscheinlich, dass mehrere Blockchain-Plattformen entstehen werden, um die Vielzahl verschiedener Anwendungen abzudecken. Für den flächendeckenden Einsatz müssen jedoch technische Branchenstandards vereinbart werden, um die Kompatibilität zwischen den verschiedenen Blockchain-Plattformen branchenübergreifend zu gewährleisten.
  • Oft ist eine Blockchain-Datenbank nur so gut, wie die ihr zugrunde liegenden Daten- und Geschäftsprozesse. Darüber hinaus ist eine gewisse kritische Größe unverzichtbar, da Blockchain-basierte Lösungen auf mehrere Nutzer angewiesen sind. Laut dem Metcalfe’schen Gesetz ist der Nutzen eines Netzwerks proportional zur Anzahl der Verbindungen im Netzwerk im Quadrat. Daher ist die breite Nutzung unerlässlich, damit die positiven Netzwerkeffekte der Blockchain zum Tragen kommen.
  • Die Integration der Blockchain-Technologie in bestehende IT-Infrastrukturen stellt ein weiteres Hindernis dar, das nicht unterschätzt werden darf.
  • Das Internet der Dinge wird die Angriffsfläche für das Internet erheblich erweitern. Als Folge davon erhöht sich die manipulierbare Angriffsfläche eines verteilten Netzwerks mit jedem zusätzlichen Knoten. In einer Blockchain-Welt kommt der IT-Sicherheit sogar noch größere Bedeutung zu.
  • In der Finanzbranche bevorzugen Aufsichtsbehörden eine zentrale Anlaufstelle, die sie zur Verantwortung ziehen können, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, wie beispielsweise ein Softwarefehler oder eine Hackerattacke. Darüber hinaus gibt es noch offene Fragen betreffend Compliance sowie Erkennung und Unterbindung betrügerischer Aktivitäten (z. B. Geldwäscherei oder Rechtsrahmen für Krypto-Währungen).
  • Und schließlich stellt sich die Frage, wie wir den Datenschutz regeln können bei gleichzeitiger Sicherstellung von transaktionsübergreifender Transparenz.

Fazit

Blockchain ist ein Phänomen, das sich momentan dynamisch entwickelt. Deshalb ist es unmöglich, mit Gewissheit vorherzusagen, welchen Weg diese Technologie in Zukunft einschlagen wird. Seit 2012 wurde in diesen Bereich Risikokapital in Höhe von USD 1,3 Mrd. investiert12, bedingt durch das Bestreben der Finanzindustrie, sich diese vielversprechende Technologie zunutze zu machen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass der Wirbel um die Blockchain noch nicht vergleichbar ist mit dem Internet-Hype, der 1996 seinen Höhepunkt erreichte.

Die Einführung von bahnbrechenden Technologien folgt in der Regel einem Muster, bei dem auf überhöhte Erwartungen kurzfristige Enttäuschungen folgen, wobei die ursprünglichen Erwartungen letzten Endes erfüllt und langfristig übertroffen werden. Wir glauben, dass ein ähnliches Akzeptanzmuster für die Blockchain-Technologie plausibel scheint. Da diese noch relativ jung ist und sich rasant weiterentwickelt, glauben wir, dass die kommerzielle Nutzung erst Jahre später stattfinden wird. Es kann hier ein Vergleich mit dem World Wide Web gezogen werden: Obwohl es in den 1980er-Jahren entwickelt wurde, erlangte das Internet erst fast zwei Jahrzehnte später, nach der Dot-Com-Blase, weitverbreitete Akzeptanz. Nichtsdestotrotz empfehlen wir Anlegern, dieses Thema genau zu verfolgen, um unliebsame Überraschungen oder verpasste Anlagechancen zu vermeiden.

Als langfristig orientierte Anleger sind wir der Auffassung, dass dieses Thema einen attraktiven, langfristigen Wachstumsbereich darstellt, bei dem wir noch ganz am Anfang stehen. Wir glauben, dass die Blockchain das Potenzial hat, verschiedene Bereiche zu automatisieren, indem sie Vermittler überflüssig macht. Wir sind jedoch auch der Meinung, dass diese Technologie ohne entsprechende IT-Sicherheitsprotokolle nicht funktionieren kann, da ansonsten das Vertrauen in dieses Konzept verloren gehen würde. Aus diesem Grund investieren wir in führende Unternehmen, die besonders in den Bereichen Datenschutz, Datenanalyse und Automatisierung sowie Automatisierung von Zahlungsvorgängen und Sicherheit tätig sind.

Den vollständigen Bericht mit Abbildungen finden Sie links als PDF.


Quellen
1) Quelle: Blockchain.info, URL : https://blockchain.info/de/charts/market-cap, 12.4.2017.
2) Quelle: bitinfocharts.com (2017): Statistische Angaben zu Kryptowährungen, URL: https://bitinfocharts.com/, 17.4.2017.
3) Quelle: World Economic Forum (2015): Deep Shift : Technology Tipping Points and Societal Impact, Survey Report, Sept. 2015, S. 24, URL: http://www3.weforum.org/docs/WEF_GAC15_Technological_Tipping_Points_report_2015.pdf, 12.4.2017.
4) Quelle: Oliver Wyman et. al. (2015): The Fintech 2.0 Paper: Rebooting financial services, White Paper, 2015, S. 15, URL: https://www.finextra.com/finextra-downloads/newsdocs/the%20fintech%202%200%20paper.pdf, 12.4.2017. 5 Quelle: Bitcoinmagazine (2014): The First Blockchain Wedding, URL: https://bitcoinmagazine.com/articles/first-blockchain-wedding-2- 1412544247/, 12.4.2014. 6 Quelle: University of Nicosia (2015): Academic Certificates on the Blockchain, URL: http://digitalcurrency.unic.ac.cy/free-introductory- mooc/academic-certificates-on-the-blockchain/, 12.4.2017.
7) Quelle: Coindesk.com (2015): Isle of Man Trials First Government-Run Blockchain Project, Pressemitteilung, 7. Mai 2015, URL: http://www.coindesk.com/isle-of-man-trials-first-government-run-blockchain-project/, 12.4.2017.
8) Ein Kontobuch ist in diesem Sinne eine Sammlung von Datensätzen, die sich auf eine Vielzahl von Objekten beziehen können, wie zum Beispiel Bankguthaben, Abstimmungen, Gesundheitsakten, Zahlungsverkehr usw. Diese Kontobücher sind in der Regel zentral hinterlegt. Banken führen zum Beispiel ein Kontobuch mit den Bankbeständen ihrer Kunden. Krankenversicherungen führen Buch über die Gesundheitsdaten ihrer Patienten. Die Regierung führt ein Wahlregister mit einer Liste der stimmberechtigten Bürger. Im Allgemeinen entscheidet eine zentrale Stelle darüber, welche Daten im Kontobuch erfasst werden, wobei die Nutzer der Datenbank darauf vertrauen können, dass die erfassten Daten korrekt sind. Bei einem verteilten Kontobuch gibt es keine Stammdatenbank, die von einer zentralen Stelle geführt wird. Verschiedene Teilnehmer (bzw. Knotenpunkte, d. h. unabhängige Computer im Blockchain-Netzwerk, die Berechnungen anstellen und das Kontobuch führen) speichern Kopien der gesamten Datenbank. Sie haben ein Interesse am Unterhalt dieser Datenbank und erhalten dafür einen wirtschaftlicher Anreiz in Form von Bitcoins durch Bitcoin-Mining.
9) Quelle: Financial Times (2017): Blockchain entrepreneur hold fast to their vision of tech utopia, in: The Financial Times, 30. Jan. 2017, S. 10.
10) Quelle: Deloitte (2015): Beyond bitcoin: Blockchain is coming to disrupt your industry, White Paper, Deloitte University Press, 2015.
11) Quelle: Deloitte (2017): The Blockchain (R)evolution – The Swiss Perspective, White Paper, Februar 2017, S. 14ff., URL: https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ch/Documents/innovation/ch-en-innovation-blockchain-revolution.pdf, 12.4.2017.
12) Quelle: Fintech Switzerland (2017): Top Worldwide VCs and Investors in Bitcoin and Blockchain, Fintechnews Switzerland, 31. Jan. 2017, URL: http://fintechnews.ch/blockchain_bitcoin/top-vcs-and-investors-in-bitcoin-and-blockchain/9212/, 13.4.2017.

Nachhaltige Entwicklungsziele: SDGs und Unternehmen

Dass Nachhaltigkeit zum Megatrend geworden ist, wird auch durch die Entwicklung der so genannten SDGs unterstrichen. Diese Abkürzung steht für „Sustainable Development Goals“ oder „Ziele für nachhaltige Entwicklung“. Damit bemühen sich die Vereinten Nationen, eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Basis zu unterstützen.

Die SDGs traten zu Beginn des Jahres 2016 in Kraft und haben eine Laufzeit von fünfzehn Jahren. Die insgesamt siebzehn Ziele decken Themen wie Gesundheit, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit oder Vermeidung von Armut und Hunger ab. Die ökologische Dimension spiegelt sich in Zielen wie reines Wasser, saubere Energie und Schutz der Meere sowie der Biodiversität wider. Außerdem geht es um nachhaltiges Wachstum, nachhaltige Städte und nachhaltigen Konsum. Gerechtigkeit wird ebenso thematisiert wie Maßnahmen zum Klimaschutz und die Förderung von Innovationen. Die Erreichung der Ziele soll partnerschaftlich erfolgen.

Viele Unternehmen haben sich bereits mit der Frage beschäftigt, zu welchen dieser siebzehn SDGs sie selbst beitragen können. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich die aktuell größten Positionen in den Nachhaltigkeitsfonds angesehen und Fragen rund um das Thema SDGs und die möglichen Commitments durch die Unternehmen gestellt.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Historisch gesehen, gehen die SDGs einerseits auf die Rio-Konferenz 1992 mit der dort verabschiedeten Agenda 21, andererseits auf den Millenniumsgipfel des Jahres 2000 und die im Anschluss daran formulierten „Millennium Development Goals“ zurück.

Die „Millennium Development Goals“ oder MDGs waren von ihrer Anzahl und ihrem Umfang her begrenzt. Es handelte sich um acht Ziele und 21 Zielvorgaben, die sich fast ausschließlich auf die Bereiche Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung bezogen. Im Mittelpunkt stand der notwendige Aufholprozess der ärmeren Länder auf globaler Ebene.

Die ersten 15 Jahre des neuen Jahrtausends haben große Umwälzungen mit sich gebracht. Die Basis für die Beschlüsse der SDGs war somit eine völlig andere als beim Millenniumsgipfel im Jahr 2000.

Hohes Wachstum und Wohlstandsgewinne haben die wirtschaftlichen und politischen Einflussmöglichkeiten von Ländern wie China, Indien und Brasilien deutlich erhöht.

Anlässlich der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) im Jahr 2012 wurden daher umfassendere, nicht mehr bloß auf das soziale Level begrenzte Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – eben die SDGs – beschlossen.

Der Anspruch bei dem neuen Zielsystem waren eine Abdeckung sämtlicher Dimensionen nachhaltiger Entwicklung und die Möglichkeit einer weltweiten Anwendung. In der Präambel der SDGs werden die Themenbereiche der 2030-Agenda umrissen und unter fünf Schlagworten – den so genannten fünf Ps – zusammengefasst. Es sind dies „People“, „Planet“, „Prosperity“, „Peace“ und „Partnership“.

Die eigentlichen Ziele für nachhaltige Entwicklung bilden das Kernstück der 2030- Agenda. Der Katalog umfasst 17 SDGs mit insgesamt 169 Zielvorgaben. Was die Zielvorgaben betrifft, so sind die SDGs deutlich anspruchsvoller und detaillierter als ihre Vorgänger, die MDGs. Das Ziel zwei beispielsweise fokussiert eine vollständige Beendigung von Hunger und allen Formen von Fehlernährung. Die MDGs hatten sich 15 Jahre zuvor noch mit einer Halbierung der Zahl der Menschen, die in Hunger leben, begnügt.

SDGs und Unternehmen

Auf den ersten Blick scheinen die Ziele für nachhaltige Entwicklung etwas vage formuliert zu sein und als Forderungen in verschiedenste Richtungen zu gehen, die sich zum Teil konterkarieren. Zur Erleichterung einer Umsetzung sind allerdings alle SDGs auch mit exemplarischen Indikatoren versehen.

Generell haben die 17 SDGs für Unternehmen je nach Branchenzugehörigkeit unterschiedliche Bedeutung.

Viele Unternehmen beschäftigen sich aber mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung im Sinne eines umfassenden Katalogs zum Thema.

Im Zusammenhang mit dem Thema SDGs zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf die größten Unternehmen im globalen Aktienportfolio und ihre Strategien zu diesen Zielen ab.

Der Fragenkatalog sieht wie folgt aus:

  • Sehen Sie die 17 SDGs und ihre Subziele als relevant für Ihr Unternehmen an?
  • Welche der SDGs beeinflussen die Entwicklung oder Perspektiven Ihres Unternehmens oder der Branche, in der Sie tätig sind?
  • Welche Begründung steckt hinter dieser Beeinflussung?
  • Haben Sie als Antwort auf die SDGs und auf ihre Subziele bereits strategische Maßnahmen gesetzt oder planen Sie diese?
  • Glauben Sie, dass die SDGs für Ihr Unternehmen oder die Branche, in der Sie tätig sind, in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen werden und wirtschaftliche Aktivitäten beeinflussen werden?

Von den während des Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns fast alle Feedback gegeben.

Einige Unternehmen wollen die SDGs nutzen, um ihre hauseigene Nachhaltigkeitsstrategie zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So hat etwa KBC auf Basis der nachhaltigen Entwicklungsziele seine Strategien zu erneuerbaren Energien überdacht und ISO 14001 als weltweiter Norm für Umweltmanagement mehr Bedeutung eingeräumt.

Ein adressiertes Unternehmen hat sich mit den SDGs bisher nicht im Detail beschäftigt und fokussiert im Bereich des Nachhaltigkeitsreportings die Systematik der GRI (Global Reporting Initiative). Wir haben dem Unternehmen das Potenzial der SDGs zur Kenntnis gebracht.

ie SDGs werden etwa im Fall von Campbell Soup oder Owens Corning in unterschiedliche Ebenen eingeteilt. Erstens in solche, auf denen das Unternehmen selbst Impact erzeugt, zweitens in SDGs, bei denen Auswirkungen über die Wertschöpfungskette entstehen, und drittens in die Ebene der allgemeinen unternehmerischen Einflüsse auf die Gesellschaft. Die beiden Unternehmen berücksichtigen alle drei Ebenen in ihren Überlegungen.

Die SDGs dienen Unternehmen auch als Basis für eine Einschätzung des positiven Impacts auf Umwelt und Gesellschaft. Munich RE hat die Ziele für nachhaltige Entwicklung in einen interaktiven Diskussionsprozess mit seinen Stakeholdern eingebracht.

3M hat bereits im Mai 2015 seine Nachhaltigkeitsziele für 2025 veröffentlicht – angepasst an die SDGs, die mit einem Zeitrahmen bis 2030 versehen sind. Auch SAP hat seine Unternehmensstrategie in einer Publikation explizit mit den SDGs in Beziehung gesetzt und deren Wichtigkeit für das Unternehmen analysiert.

Die von den Unternehmen am häufigsten als relevant genannten Ziele für nachhaltige Entwicklung waren:

  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz  Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • Ziel 4: hochwertige Bildung
  • Ziel 7: bezahlbare und saubere Energie  Ziel 8: menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • Ziel 12: verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Die Ziele, die wahrscheinlich wegen der am wenigsten beeinflussbaren Inhalte oder wegen der hohen Spezialisierung am wenigsten im Fokus standen, waren:

  • Ziel 1: keine Armut
  • Ziel 14: Leben unter Wasser (Ozeane und Meere schützen)
  • Ziel 10: weniger Ungleichheiten
  • Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Gratwanderung der Zentralbanken

In diesem Jahr werden die globalen Zinssätze einen entscheidenden Wendepunkt erreichen, prognostiziert ETF Securities, einer der weltweit führenden Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Nach beinahe einer Dekade künstlich niedriger Zinsen könnten die Zentralbanken endlich einen ausgewogeneren Ansatz verfolgen, um Zinsraten festzusetzen, ohne sich über wesentliche politische und ökonomische Instabilität sorgen zu müssen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, kommentiert: „Nach einer beispiellosen Phase der lockeren Geldpolitik sind die Geschwindigkeit mit der wir diesen Wendepunkt erreichen können, und die Intensität mit der die Notenbanken die Zinssätze zu normalisieren vermögen, aber von einer Reihe bevorstehender Risiken abhängig. So könnten der Aufstieg des Populismus und die potenzielle Umkehrung der Globalisierung weiter Inflationsdruck schüren und die Zentralbanken bei der Rückkehr zur „Normalisierung“ hemmen. Außerdem war die US-Notenbank (Fed) bei ihren Straffungen bereits zu langsam, und mit so hohen Staatsschulden wird die „Normalisierung“ für die Zentralbanken zur Herausforderung. Wir glauben, die wahrscheinlichste Entwicklung ist ein weiteres vorsichtiges Anziehen der Geldpolitik durch die Notenbanken in 2017 und 2018. Anderenfalls riskieren sie „hinter die Kurve zu fallen“ und später im Zyklus aggressiver agieren zu müssen.“

Auswirkungen auf Fremdwährungen

ETF Securities geht davon aus, dass die Bank of England im Jahresverlauf Zinsanhebungen durchführen, aber ihre Bilanz nicht zurückfahren und so den Stimulus von der Wirtschaft nehmen wird. Das eröffnet eine gute Möglichkeit für das Britische Pfund – aktuell die am stärksten unterbewertete Währung im G10-Raum – nachdem Investoren ihre Shortpositionen abziehen.  

„Wegen der dramatischen wirtschaftlichen Verbesserungen und den steigenden Inflationserwartungen glauben wir, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Quantitative Easing-Programm mit Ende des Jahres einstellen könnte. Der Tapering-Stimulus sollte in den kommenden Monaten den Euro zurück auf 1,10 führen“, fügt Butterfill hinzu.

ETF Securities erwartet also keinen „Taper-Trotzanfall“ und glaubt, dass die europäischen Börsen – im Gegensatz zu der Marktreaktion in den USA 2013 – von der Erholung des ökonomischen Momentums profitieren werden.

„Die Zentralbanken müssen eine sehr feine Balance zwischen der zweifachen Gefahr von Inflation und Rezession finden. Die Vereinigten Staaten, so glauben wir, müssen später im Jahr mehr zu „Falken“ werden, sowohl was die Rhetorik als auch die Maßnahmen betrifft. Eine straffere Geldpolitik als vom Markt erwartet, könnte den US-Dollar bis Ende 2017 den Boden wieder finden lassen, den er im ersten Halbjahr verloren hatte“, so Butterfill.

Vorsicht: Wer unter höheren Zinsen leidet

ETF Securities hat auch jene Unternehmen identifiziert, die aufgrund ihrer hohen Schuldenlast für Zinserhöhungen am verletzlichsten sind. Deshalb sind die Experten gegenüber Large Caps aus dem Vereinigten Königreich und US-Small Caps vorsichtig.

Butterfill analysiert: „UK hat eine substantielle Verschlechterung seiner „interest cover ratio“ gesehen – einem Maßstab für die Fähigkeit von Unternehmen mit ausstehenden Schulden umzugehen –, die von 9x im Jahr 2012 auf heute 3,4x gefallen ist. Alles unter 1,5x spricht für ein ungesundes Unternehmen, das darum kämpfen muss, seine Schulden zu bewältigen. Der FTSE 100 weist eine niedrigere „interest cover ratio“ auf als der FTSE 250, wobei innerhalb dessen der Immobilien- und Rohstoff-Sektor besonders verletzlich erscheint. In den USA haben sich kleinere Unternehmen und Large Caps bei der Fähigkeit der Schuldenabdeckung auseinander bewegt. Real-Estate-Investment-Trusts (REITS) bilden wiederum die naheliegende Unternehmensgruppe, die innerhalb des S&P 500 für Zinsanhebungen verwundbar ist. Aber auch der Öl- und Gassektor erscheint schwach, vor allem nach einem Jahr sehr niedriger Ölpreise.“

Möglichkeit: Inflationsabsicherung mit Outperformance

Bei ETF Securities streicht man hervor, dass inflationsgeschützte Anleihen in Phasen wirtschaftlicher Erholung sowie anziehender Inflation attraktiv sind und alle anderen Anlageklassen in den vergangenen zehn Jahren outperformt haben. Als Folge sollte der „Appetit“ der Investoren auf solche Bonds steigen.

„Wir glauben, dass der strukturelle Gegenwind anhalten und über die nächste Dekade hinweg Abwärtsdruck auf Wachstum sowie Inflation ausüben wird. Deshalb präferieren wir Emerging Market Debt und High Yield Credit“, schließt Butterfill.

ETF Securities zweiter „Triannual Outlook“ für 2017 behandelt darüber hinaus folgende Themen:

  • Ausblick Platin: Der Preis wird weiterhin von Gold und Südafrikanischem Rand als  Schlüsselfaktoren beeinflusst.
  • Rückgang beim Metallangebot: Einige Schwellenländer scheinen gewillt auf Wirtschaftswachstum durch die Ausbeutung von Ressourcen zu verzichten, um die Umweltbilanz zu verbessern. Das könnte sechs Prozent des globalen Aluminium- und acht Prozent des weltweiten Nickelangebots vom Markt nehmen.
  • Wenig Disziplin innerhalb der OPEC: Das Kartell befindet sich erst zu 83 Prozent auf seinem Weg, die beschlossene Kürzung von 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag zu verwirklichen.
  • Lithium und „Energie-Metalle“: Wie die Nachfrage nach Batterien für Elektro-Fahrzeuge den „Appetit“ auf Lithium, Kobalt, Magnesium und Nickel verändern wird.

ETF Securities – Die intelligente Alternative
Die ETF Securities Group ist ein weltweiter Vorreiter auf dem Gebiet börsengehandelter Produkte Exchange Traded Products (ETPs). Mit unseren spezialisierten Lösungen können internationale Anleger ihre Portfolios auf intelligente Weise konstruieren und diversifizieren.

Wir sind Pioniere auf dem Gebiet innovativer Investmentkonzepte und haben das weltweit erste Gold-ETP aufgelegt. Heute bieten wir eines der innovativsten Produktangebote an spezialisierten ETPs in den Bereichen Rohstoffe, Währungen, Aktien und Anleihen. Dank dieser Vorreiterrolle und unserer umfangreichen Erfahrung, die wir durch die Zusammenarbeit mit den qualifiziertesten Drittanbietern weiter vertiefen, können wir die vielversprechendsten Anlagechancen als smarte Anlagealternativen identifizieren und zugänglich machen.

Über die ETF Securities Triannual Outlook-Serie
Die Triannual Multi Asset Outlooks von ETF Securities sind eine Sammlung von Kurzbeiträgen zu Themengebieten, die unserer Meinung nach für Investoren von besonderer Relevanz sind. Im Rahmen unserer Outlooks bieten wir Expertise und Einblicke in den Bereichen FX, Aktien, Rohstoffe und Fixed Income.

Mehr über ETF Securities finden Sie unter: www.etfsecurities.com 

Fintechs in Frankfurt-Rhein-Main: Noch nicht auf der Pole-Position, aber auf der Überholspur.

Die Region Frankfurt-Rhein-Main zeichnet sich im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Metropolregionen in Deutschland durch seine Polyzentralität aus. Kernstädte der Region sind auf hessischem Gebiet Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt. Hinzu kommen die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz sowie das unterfränkische Aschaffenburg. Ca. 5,7 Millionen Menschen leben in dieser Region, mit stetig steigender Tendenz. Assoziieren die Neuankömmlinge die Region zunächst mit Bankentürmen auf weitestgehend versiegelten Flächen, ändert sich der Blickwinkel zumeist schnell. Unter den deutschen Metropolregionen nimmt Frankfurt-Rhein-Main mit nahezu 40 Prozent Waldfläche einen Spitzenplatz ein, Heilbäder, Seen, Weinberge und malerische Altstädte passen erstmal nicht in das vorgeprägte Bild einer glitzernden Bankenwelt.

Trotzdem gilt: Frankfurt-Rhein-Main ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt liegt rund 20 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt, die Kaufkraft liegt in einzelnen Kreisen sogar mehr als 30 Prozent darüber. Wichtigste Arbeitgeber sind die chemie- und pharmazeutische Industrie, die Automobilindustrie und natürlich auch die Finanzindustrie. Deutschlandweit gilt die Main-Metropole als Bankenhauptstadt. Neben Europäischer Zentralbank und Bundesbank befinden sich hier rund 200 Geldhäuser, davon etwa 160 Auslandsbanken, die ihr Deutschland- bzw. Europageschäft von hier aus betreiben.

Trotz der vielfältigen Kompetenzen im Finanzsektor haben es Frankfurt und die Region jedoch lange Zeit versäumt, sich als Standort für Fintech-Startups zu positionieren. Berlin beherbergt noch immer eine höhere Anzahl an jungen Unternehmen der Fintech-Szene und gilt als bevorzugtes Ziel von Neugründungen im Tech-Bereich. Doch Besserung ist in Sicht!

In einer ersten Euphoriephase der Fintech-Branche wurde immer wieder deren disruptiver Charakter angesprochen, welcher die Geschäftsmodelle der traditionellen Geldhäuser bedrohe. Immer mehr kristallisieren sich die Banken jedoch als wichtige Partner der Fintechs heraus - ob als Investoren, Ideengeber oder als Anbieter relevanter Infrastruktur. Dies betrifft sowohl die Geschäftsmodelle des B2B-Bereichs als auch jene, die sich direkt an den Endkunden wenden. Verschiedene Frankfurter Foren bieten Möglichkeiten für die Anbahnung solcher Kooperationen.

Hinzu kommen verschiedene Akteure, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Standort als Fintech-Hub zu etablieren. Ansässige Banken, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt haben verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht. Auch die Deutsche Börse tritt als Akteur auf die Bühne des Geschehens. Neben der Übernahme der Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro stellt sie insgesamt 4 Fintech-Startups vorerst kostenlose Büroflächen zur Verfügung. Ein weiterer Meilenstein ist das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und weiteren Partnern initiierte Techquartier, welches seit November 2016 Gründungsimpulse unter anderem für Fintech-Startups bietet.

Weitere Fintech-Center bieten attraktive, günstige Büroflächen und kreative Austauschmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den großen Banken. Die Deutsche Bank hat in Frankfurt eine Digitalfabrik gegründet, die bis 2020 mit etwa 750 Millionen Euro ausgestattet wird. Der Standort profitiert nicht nur durch geplante 400 Stellen in der Softwareentwicklung, sondern auch durch weitere 50 Arbeitsplätze, die eingerichtet werden, um mit Partnern aus der Fintech-Branche zu kooperieren.

Einzigartig ist die Etablierung eines Fintech-Studiengangs an der Frankfurt School of Finance. Seit dem Wintersemester 2016/17 haben 20 Studierende die Möglichkeit, in Kooperation mit der in Frankfurt ansässigen Fintech Group AG ein duales Studium zu absolvieren. Nimmt man die mehrfach ausgezeichnete Technologiekompetenz der Technischen Universität Darmstadt hinzu, verfügt die Region Frankfurt-Rhein-Main über einen weiteren essentiellen Standortvorteil.

Was spricht des Weiteren für die Region? In einer neuen digitalen Arbeitswelt gelten neue Standortfaktoren. Gerade Real-time-Anwendungen verlangen verlässliche digitale Infrastrukturen. Frankfurt verfügt mit dem weltweit wichtigsten Internetknoten über das Rückgrat digitaler Prozesse. Datencenter sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Energiebedarf der ansässigen Datencenter übersteigt mittlerweile den des wichtigsten deutschen Flughafens. Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group belegt die volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekte von Investitionen in Rechenzentren. Die Investitionssumme von einer Million Euro in ein solches entspräche der Gründung eines mittelständischen Unternehmens mit 11 Mitarbeitern, so die Botschaft der Studie.

Einige Früchte haben die bereits implementierten Maßnahmen schon getragen. Eine EY-Studie, die die Fintech-Szenerie der vergangenen Jahre analysiert, sieht erhebliche Erfolge im Aufholprozess, sowohl deutschlandweit als auch in der Rhein-Main-Region. Zudem haben sich in jüngster Vergangenheit einige Fintechs dazu entschieden, von Berlin nach Frankfurt umzuziehen. Weitere Städte des Rhein-Main-Gebiets sind zudem Heimat führender Startup-Unternehmen aus den Bereichen Insuretech, Proptech und E-Health. Eine Übersichtskarte des Inkubators der Goethe-Universität Frankfurt (innovation-map.de) gibt einen ersten Überblick über die Startups der Region, Investoren, Gründungszentren und weiteren relevanten Infrastrukturen für JungunternehmerInnen.

Die ersten Hausaufgaben zur Etablierung eines Gründungsmilieus sind also getan, die handelnden Akteure haben die Relevanz von innovativen Gründungen erkannt und die notwendigen Infrastrukturen geschaffen. Und trotzdem bleibt noch genügend Spielraum, die Region zur ersten Adresse für junge Tech-Unternehmen zu machen. 

Digitale Umwälzung: Anlagen in einer technologie-beherrschten Welt

 Die Digitalisierung der Wirtschaft verspricht neue Anlagemöglichkeiten, so Alexandre Mouthon, Senior Product Specialist bei Pictet Asset Management.

Historisch stützte sich die Weltwirtschaft immer schon auf zwei Expansionsmotoren: auf den Anstieg der Erwerbsbevölkerung und auf die Arbeitnehmerproduktivität. Meist gingen beide Hand in Hand. Bisweilen kam der eine Motor ins Stottern, und alle Last lag auf dem anderen. In den kommenden zehn Jahren werden voraussichtlich viele große Industrie- und Schwellenländer einen Rückgang ihrer Erwerbsbevölkerung erfahren. Wir werden uns daher wohl daran gewöhnen müssen, dass der Wirtschaft nur noch ein Antrieb bleibt. Dies muss allerdings kein Problem sein: Die Produktivität dürfte durch eine technologische Revolution beflügelt werden.

Es steht außer Frage, dass die Technologiebranche heute eine Zeit rasanten Fortschritts wie in den 1990er-Jahren erlebt.

So werden nicht nur die Mikroprozessoren laut Moore‘schem Gesetz immer schneller und billiger, auch der Umfang der Computernetze wächst exponentiell. Noch dazu werden Computer und Datenspeicher wesentlich energieeffizienter: Die für eine bestimmte Computerleistung benötigte Strommenge halbiert sich beispielsweise alle 18 Monate.

Dieses Zusammentreffen technologischer Megatrends ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft. Aus Erfahrung wissen wir, dass auf technologische Entwicklungsbooms tendenziell eine langanhaltende Verbesserung der Produktivität folgt. Technologiebezogene Innovation bewirkte in den letzten 20 Jahren etwa 50 Prozent des BIP-Wachstums in OECD-Ländern.1

Eine solche Veränderung bedeutet, dass sich Unternehmen aller Art auf Umwälzungen vorbereiten.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Beraterfirma Accenture erwarten in den kommenden drei Jahren neun von zehn Firmenchefs für ihre Branche einen beispiellos schnellen Wandel aufgrund des technologischen Fortschritts.

Für Anleger ist dies jedoch eine gute Nachricht: Wenn diese Umwälzung eintritt, entstehen zahlreiche Anlagemöglichkeiten.

In den letzten Jahren trat eine neue Familie von disruptiven Firmen in Erscheinung, die innovative Ideen in nachhaltige Quellen für Gewinnwachstum verwandelt haben.

Sie nutzen Technologien wie künstliche Intelligenz, Automatisierung, hochentwickelte elektronische Sensoren und 3-D-Druck und haben damit Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse entwickelt, die die Wenigsten vor zehn Jahren für möglich gehalten hätten. 

Bei Pictet Asset Management tun unsere Investmentteams alles, um die in unserer Wirtschaft wirkenden technologischen Kräfte zu verstehen. Dadurch konnten wir Unternehmen identifizieren, die positioniert sind, um mit diesen Neuerungen zu florieren.

Unsere Strategien Robotik, Digitalisierung und Sicherheit sind Beispiele dieses Ansatzes – Portfolios, deren Anlagen durch eine Kombination aus sieben umwälzenden technologischen Trends getrieben werden.


1) Diese Zahl berücksichtigt Direktanlagen in Technologie sowie andere vorteilhafte indirekte Auswirkungen von Innovation wie die entsprechende Zuteilung von Ressourcen von absteigenden zu aufsteigenden Firmen. Quelle: The Innovation Imperative, OECD, 2015

Erfahren Sie mehr zu unseren Strategien, die von diesen Trends profitieren:

Über den Autor
Alexandre Mouthon kam 2012 zu Pictet Asset Management und ist Senior Product Specialist für Themenfonds. Er ist verantwortlich für die Strategien Security, Robotic, Digital, High Dividend und Global Megatrends Selection.

Pictet Asset Management ist seit über 20 Jahren ein Pionier im Bereich thematischer Anlagen. Wir erkannten das Potenzial thematischer Strategien bereits während der 1990er Jahre und gehörten zu den ersten Anlageverwaltern, die ein Biotech-Produkt anboten. Darauf folgte unsere Wasserstrategie, die nach wie vor eine der sehr wenigen Strategien ist, die dieser einzigartigen Ressource gewidmet sind und die noch immer vom ursprünglichen Investmentmanager verwaltet wird. Im Laufe der folgenden Jahre haben wir eine umfassende thematische Produktpalette aufgebaut, darunter Branchen wie Gesundheit, Holz und Robotik. Auf diese Weise haben unsere Investoren Zugriff auf eine beliebige Anzahl an Anlagemöglichkeiten, die die verschiedenen Megatrends repräsentieren. Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management.
Folgen Sie Pictet Asset Management auf Twitter und LinkedIn.

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 24
e-mail: fbohmer@pictet.com

Klimawandel & Wetterextreme

von Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management.

Der Klimawandel geht uns alle an. Da der wissenschaftliche Beweis für eine durch den Menschen verursachte Klimaänderung mittlerweile erbracht ist, ist deren Bekämpfung durch die Begrenzung des Treibhauseffekts in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die UN-Klimakonferenz in Paris Ende 2015 stellt die nächste Chance für die Politik dar, Dinge anzupacken und zu verändern.

Was aber hat das zuletzt oft unberechenbare Wetter mit dem Klima zu tun? Der Klimawandel bezeichnet die Veränderung des Klimas auf der Erde. Die aktuell diskutierte Klimaveränderung führt zu einer tendenziellen Erwärmung der Oberflächentemperatur. Klima steht für einen längerfristigen Zeitraum, Wetter für kurzfristige, aktuelle Zustände der Atmosphäre.

Als Folge des Temperaturanstiegs ist mit einer Häufung der Wetterextreme zu rechnen. Durch den Temperaturanstieg verändern sich weltweit die Niederschlagsmuster. Das Risiko für Wetterextreme wie Starkregen, Überschwemmungen, Hochwasser und andererseits Hitzeperioden steigt. Beeinflusst werden Flora und Fauna, aber auch die Energieerzeugung. Zudem wird die Häufigkeit tropischer Stürme zwar wahrscheinlich abnehmen, ihre Intensität aber zunehmen.

Klimawandel & Wetterextreme

Den wohl endgültigen Beweis für die Existenz des Klimawandels brachte die Veröffentlichung des fünften Sachstandberichts des IPCC – des Umweltprogramms der Vereinten Nationen – im Jahr 2013. Der Bericht zeigt, dass sich die Lufttemperatur seit Beginn des 20. Jahrhunderts im weltweiten Durchschnitt um 0,9 Grad erwärmt hat. Schnee und Eis sind in erheblichem Maß abgeschmolzen, der Meeresspiegel ist seither um 20cm angestiegen. In Bezug auf die zukünftige Klima-Sensititivtät gehen die Forscher davon aus, dass, abhängig vom Eintreten verschiedener Modellszenarien, bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung im Bereich von 1,5 bis 4,5 Grad eintreten wird. Von den, historisch betrachtet, zehn wärmsten Jahren lagen neun in der Periode nach 2001. Es ist davon auszugehen, dass das Jahr 2015 zum wärmsten in der Geschichte der Aufzeichnungen wird.

Die negativen Folgen des Temperaturantieges treffen alle Lebewesen, also Fauna und Flora. Eine der Hauptsorgen der Entwicklung ist das häufigere Auftreten von Hitzewellen. In der Landwirtschaft hat die Trockenheit schon in jüngster Vergangenheit in unter Wasserknappheit leidenden Regionen zugenommen. Das so genannte „Zwei-Grad- Ziel“ legt die wissenschaftlich unterlegte Grenze von tolerablem zu „gefährlichem“ Klimawandel fest, bei dem eine gefährliche Störung des Klimasystems durch den Menschen auftritt. Allerdings gibt es auch schon vor der Erwärmung um zwei Grad negative Auswirkungen des Klimawandels. Diese Grenze ist nicht als scharfe Trennlinie, sondern als ein fließender Übergang zu betrachten.

Die globalen Treibhausgasemissionen stammen nach dem IPCC-Report im Jahr 2010 zu 25 % aus der Produktion von Strom und Wärme. Dahinter liegen die Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Transport, die für 24%, 21% und 14% der Emissionen verantwortlich sind.

Im Vorfeld des nächsten Klimagipfels werden bereits seit Monaten neue Klimaziele einzelner Staaten veröffentlicht und diskutiert. Die 21. UNKlimakonferenz wird Ende diese Jahres in Paris stattfinden. Ziel der Klimakonferenzen der letzten Jahre war es, ein Nachfolgeregime für das 2012 ausgelaufene Kyoto-Protokoll zu entwickeln. Generell verfolgt die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen das Intention einer Emissionsminderung aller Treibhausgase.

Die Konvention wurde 1992 verabschiedet und im gleichen Jahr in Rio de Janeiro von fast allen Staaten unterchrieben. Die aktuell 194 Vertragsstaaten der Rahmenkonvention treffen sich jährlich zu UN-Klimakonferenzen. Die bekannteste dieser Konferenzen fand 1997 im japanischen Kyoto statt, mit dem Ergebnis des Kyoto-Protokolls. Für die Konferenz von 30.11. bis 11.12. in Paris wird auf Basis von Akommen über verbindliche Klimaziele für alle 194 Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention eine globale Post-Kyoto-Regelung anvisiert. Während ein Abkommen höchstwahrscheinlich gelingen wird, sind eher seine Verbindlichkeit und Reichweite die großen Fragezeichen.

Bis Mitte Oktober haben rund 150 Länder Vorlagen für freiwillige Minderungsziele abgegeben. Dies entspricht etwa 90 % der globalen Treibhausemissionen. Die einzelnen Commitments sind allerdings schwer miteinander vergleichbar, da sie unter anderem unterschiedliche Bezugszeiträume oder relative und absolute Ziele enthalten. Die aktuellen Ziele sind außerdem für eine Erreichung des Zwei- Grad-Zieles ungeeignet, weil viel zu wenig ambitioniert.

Der Klimawandel ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. So wurden in den letzten Jahrzehnten neue Entwicklungen in der Umwelttechnik und Energieerzeugung vorangetrieben. Unternehmen speziell in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien fanden ein äußerst positives Marktumfeld vor. Andererseits hat die Klimawandeldiskussion auch zu viel kommentierten energiepolitischen Maßnahmen wie einer umfangreichen Förderungspolitik geführt.

Wetterextreme & Haftungsrisiken

Die Befürchtung einer Zunahme der mit dem Klimawandel verbundenen Wetterextreme ist nicht zuletzt für die Versicherungswirtschaft ein wesentliches Thema. Die Sparte Sachversicherung könnte stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenso ist die Sparte Rückversicherung als „Versicherer der Versicherer“ betroffen.

Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat daher diesmal die großen nationalen und internationalen Sach- und Rückversicherer in den Mittelpunk des thematischen Engagement-Prozesses gestellt. Die Fragen galten den Strategien für den Umgang mit der Erwartung in Richtung eines verstärkten Auftretens von Wetterextremen:

  • Der Klimawandel stellt für viele Branchen ein Risiko dar, was sind Ihre diesbezüglichen Szenarien aus Sicht der Versicherungswirtschaft? Haben Sie in der Vergangenheit strukturelle Veränderungen beim wetterbedingten Schadensaufkommen festgestellt und welche Zukunftserwartungen haben Sie in diesem Zusammenhang?
  • Erstellen Sie Ihre eigenen hausinternen Projektionen für die Entwicklung des Klimas und Wetters und die damit verbundenen Schadensrisiken? Wie sehen diese aus und weichen sie von der akademischen Meinung ab?
  • Haben Sie auf etwaige klimawandelbezogene Änderungen des Umfeldes für Ihr Geschäft durch eine Anpassung bei der Berechnung der Polizzen reagiert? Wie flexibel sind Ihre Polizzen gestaltet, um auf durch den Klimawandel veränderte Umweltbedingungen reagieren zu können?
  • Was erwarten Sie vom Klimagipfel in Paris, sehen Sie Szenarien für (unmittelbare) Auswirkungen für die Versicherungsbranche?

Von den während unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Emittenten haben uns zwei Drittel Feedback gegeben.

Noch sehen es nicht alle Versicherungen als sicher an, das die Effekte des Klimawandels für die zuletzt durch Naturkatastrophen verursachten höheren Kosten für versicherte Schadensfälle verantwortlich sind. Dahinter steht das Argument, dass sich die Kostenseite unter anderem auch durch demographische und urbanisierungsbedingte Faktoren verschlechert, etwa durch eine riskantere Verbauung und durch die steigende Bedeutung von Regionen mit höherem Risiko im Versicherungsportfolio – wie etwa den Emerging Markets. Andere Versicherer wie der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Klimawandel und Versicherungs- schäden aufgrund von Naturkatastrophen aber mittlerweile sehr wohl als gegeben an.

Bei der Entwicklung von Modellen zur Einschätzung der aus dem Klimawandel resultierenden Risiken für die Versicherung orientieren sich einige Versicherungs- gesellschaften an eigenen Quellen, andere arbeiten mit externen Partnern zusammen. Münchener Rück etwa kann auf 40 Jahre eigenes Research zurückblicken.

Generell können fast alle Verträge im Schadens- bzw. Unfallsegment jährlich angepasst werden, wenn sich kurzfristig deutliche Veränderungen in der Schadensentwicklung – auch bedingt durch den Klimawandel – ergeben sollten.

Einige Versicherer bieten mittlerweile gezielt „grüne“ Versicherungsprodukte am Markt an, wie zum Beispiel spezielle KFZ-Versicherungen für Elektroautos oder Finanzierungsvarianten für die Erzeugung erneuerbarer Energie.

AXA sieht es als Chance für die Versicherungsbranche, einerseits über die Gestaltung von Polizzen Incentives zu setzen und andererseits im Investment der eigenen Gelder Maßnahmen zu ergreifen. Das Unternehmen hat sich auch im Bereich Asset Management neu orientiert und setzt stark auf das Thema nachhaltiges Investment.

Vom Klimagipfel in Paris erwartet die Versicherungsbranche unter anderem Schritte zur besseren Bemessung der bislang externalisierten Kosten. Generell muss man bei den Maßnahmen gegen den Klimawandel zwischen „mitigation“ (Entgegenwirken und Abmildern des Effekts) und „adaptation“ (Anpassung an einen Effekt der nicht mehr aufzuhalten ist) unterscheiden. Die Versicherungsbranche kann in beide Richtungen Unterstützung leisten.

Die vollständige Ausgabe von "nachhaltig investieren" von Raiffeisen Capital Management inklusive Case Study finden Sie links als PDF.

Clean energy: Hydro power has lowest carbon footprint of all electricity generation sources

by Huub van der Riet, Lead Portfolio Manager Impact Investing at NN Investment Partners.

The exponential growth in greenhouse gas emissions in the past decades poses a major threat to the habitability of the planet and has prompted an international commitment among the world’s governments to reduce these emissions. This forms an imposing challenge to energy producers and other energy-intensive industries, as well as an opportunity for investors seeking to participate in the innovations in energy production that will be needed to meet reduction targets.

In Paris, on December 12, 2015, the world’s leading nations signed the most ambitious climate agreement since the Kyoto Protocol of 1997. The signatories included the US and China, the two biggest carbon emitters. Though there is no formal enforcement mechanism, the international commitment to ambitious emission reduction targets and the agreement on a long-term framework to review and update these plans shows the prominence the climate change issue has gained on the global stage. Despite the uncertainties caused by the election of Donald Trump as president of the United States, the international community remains strongly committed to this agreement.

The context of clean energy: climate change

The United Nations Framework Conventions on Climate Change (UNFCCC) defines climate change as “a change of climate that is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere and that is in addition to natural climate variability observed under comparable time periods.” Human activity from 1750 to 2011 resulted in emissions equivalent to about 2,040 billion tons of carbon dioxide (CO2), according to the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). About 40% of these human-generated, or anthropogenic, emissions have remained in the atmosphere and increased the CO2 concentration from 280 to 400 parts per million. Figure 1 shows anthropogenic greenhouse gas (GHG) emissions from 1970 to 2010.

The potentially catastrophic consequences and the alarming observations related to vital stats of the planet led 195 countries to sign the climate agreement in Paris. At the conference, the international community committed to reduce GHG emissions to achieve the objective of limiting global rise in temperatures to less than 2 degrees Celsius (2oC) above the pre-industrial times. The scientific community sees this limit as the threshold beyond which consequences of climate change become potentially cataclysmic.

Climate change action will change the energy mix dramatically

Analysts forecast that in a 2oC scenario, GHG emissions would peak around 2020 and show a steep decline thereafter. This is going to have a profound impact on our energy use. The largest source of emissions is electricity and heat production. Achieving the objective of the Paris conference will mean that renewable generation has to accelerate rapidly over the next two decades. This presents a great opportunity for investors to invest in innovative industries and generate growth as well as returns, while supporting a cause that diminishes the stress on the ecosystem.

Investing in companies that are part of the global value chain of clean energy technologies requires careful consideration of a number of factors. Investors need to understand the evolution of technologies, their cost competitiveness, the need for regulatory support, the technical challenges related to transmission and geographic suitability, to name a few of these factors.

According to Bloomberg, global energy capacity will continue its strong growth in the coming decades, increasing by an estimated 75% in the period from 2020 to 2040. Renewable energy is expected to grow at an even faster rate and, under this scenario, will make up more than 60% of total capacity. Forecasts are based on market projections driven by policy and project pipeline. No new subsidies are expected and most existing support programs are expected to end by 2020. 

Hydro Power: a mature alternative

Hydro power relies on mature, cost-competitive technology. Hydro power has the lowest carbon footprint of all commercial electricity generation sources and already accounts for about 16% of global electricity generation. Large hydro power projects with output of more than 10MW also provide other benefits, like flood management and drought protection. Going forward, the installed capacity of hydro power is expected to increase from 1,200GW in 2015 to 1,800GW in 2040, implying average annual installation of 24 GW. Non-OECD countries will be driving the expected growth, as nearly all the readily exploitable sites in the OECD economies have already been exploited. However, there are concerns related to hydropower too. The key drawback is high capital costs, long lead times, and significant environmental and social issues. To improve the sustainability of the technology, the sector is incorporating measures to address environmental and climate issues in the project planning stage.

Clean energy is one of the solutions to the problem of climate change, which poses a major challenge to the sustainability of human civilization. The promotion of clean energy is also enshrined in the United Nations’ Sustainable Development Goals (SDGs): SDG 7 aims to “ensure access to affordable, reliable, sustainable and modern energy for all”. In NN Investment Partners’ impact investing approach, clean energy plays a central role. Investments in this sector need to be preceded by thorough analysis of companies’ track records in mitigating environmental and social risks related to hydro projects. For emerging market companies, it is important to look at historical lead times because the emerging markets often have issues related to land acquisition and the resolution of disputes that delay projects regularly.

Die richtige ETF-Auswahl – Der Schlüssel zum Erfolg

von Daniel Hardt, Fondsmanager bei alpha beta asset management.

Als Investmenthaus mit aktivem Management-Stil und regelbasierten, globalen Anlagestrategien sind wir Profiteur eines stetig wachsenden Angebots von Exchange Traded Funds (ETF) in Form von passiv verwalteten Indexfonds. Diese nehmen eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung zahlreicher Investmentstrategien ein, da sie wichtige Grundvoraussetzungen wie z.B. hohe Transparenz, hohe Kosteneffizienz und hohe Liquidität, die für einen aktiven regelbasierten Investmentansatz unverzichtbar sind, erfüllen. In unserem Fall handelt es sich bei regelbasierten Investmentansätzen um Strategien, die nach vordefinierten Regeln investiert werden und damit für Anleger nachvollziehbar sind. Dies alles geschieht auf Basis computergestützter Analyse-Tools mit einer hohen Datenmenge, wobei der Handel und das begleitende Risikomanagement immer in der Hand des Portfoliomanagements verbleiben. Es handelt sich somit nicht um eine Black-Box oder automatisiertes Handeln, sondern regelgebundenes Investieren mit einem abschließenden Plausibilitätscheck durch das Team.

Ein sehr wichtiger, aber oftmals unterschätzter Gesichtspunkt bei einer regelbasierten Anlagestrategie ist die Auswahl des Investmentuniversums. Bevor ein Portfolio zusammengestellt werden kann, muss zunächst klar definiert werden, welche Anlageklassen und –regionen in den Analyseprozess einfließen sollen. Dabei spielen vor allem Kriterien wie Investorenziele und -restriktionen, die Einhaltung regulatorischer Vorgaben, die Verfügbarkeit und Beschaffenheit von Anlageinstrumenten, Möglichkeiten und Stabilität des Datenzugangs sowie die Datenqualität, die Auswahl der Handelsplätze, die Höhe der Liquidität und vor allem auch Kostenfaktoren eine wichtige Rolle. Die Wertentwicklung, Risiko- und Bewertungskennzahlen und das Verhalten eines Investments im Portfoliokontext sind dagegen bei unseren Strategien Faktoren, die erst im nachfolgenden Schritt des Investmentprozesses anhand unserer Indikatoren ermittelt und anschließend zur Portfoliozusammenstellung verwertet werden.

Einmal pro Quartal befassen wir uns im Portfoliomanagement explizit mit der Zusammensetzung des Investmentuniversums der einzelnen Anlagestrategien, d.h. der dem Analyseprozess prinzipiell zur Verfügung stehenden Anlageklassen und –regionen. Im Gegensatz zur täglichen Überwachung des Portfoliorisikos und der Wertentwicklung werden hierbei auch qualitative Einschätzungen vorgenommen, die eine Automatisierung dieses Prozesses ausschließen. So erhalten wir im Portfoliomanagement die Möglichkeit, Veränderungen in den Rahmenbedingungen einer Anlagestrategie zeitnah zu erkennen und auf diese zu reagieren. Eine dieser Veränderungen ist für uns die kontinuierliche Weiterentwicklung des ETF-Marktes, die uns immer häufiger vor die Wahl mehrerer vergleichbarer ETF innerhalb einer Anlageklasse oder –region stellt. Dies ist in gewissem Maße ein Luxusproblem, dennoch gestaltet sich die Wahl des richtigen Anlageninstruments damit häufig recht komplex.

Offensichtlich wird das Problem bei einer Investition in den chinesischen Aktienmarkt. Hier stehen uns gleich mehrere große, liquide ETF mit hoher Anbieter- und Datenqualität sowie ähnlichen Kostenbelastungen auf verschiedene Indizes zur Verfügung. So ist z.B. der MSCI China ein Benchmarkindex für viele ETF, der vorwiegend Unternehmen umfasst, deren Aktien in Form sogenannter B-Aktien in US-Dollar an der Shanghai Stock Exchange oder in Hongkong-Dollar an der Shenzhen Stock Exchange bzw. in Form von H-Aktien an der Hongkong Stock Exchange notiert sind. Im Index befinden sich aktuell 148 Unternehmen. Der CSI 300 Index beinhaltet dagegen die 300 größten chinesischen Unternehmen, deren Wertpapiere in Renminbi an den Wertpapierbörsen in Shanghai und Shenzhen notieren (A-Aktien). Ein weiterer wichtiger Index ist der FTSE China 50 Index, der einen Zugang zu den 50 größten und liquidesten chinesischen Aktien, die an der Börse in Hongkong notiert sind (H-Shares), bietet.

Gemeinsam haben diese Indizes nur, dass sie die Wertentwicklung chinesischer Unternehmen abbilden. Schon der Blick auf die Namen und die Anzahl der Unternehmen in den einzelnen Indizes deutet auf einen wesentlichen Unterschied im Grad ihrer Diversifikation hin. Darüber hinaus weist die Indexzusammensetzung große Differenzen auf. Während zum Beispiel der Finanzdienstleistungssektor im MSCI China aktuell ein Gewicht von ca. 30% besitzt, liegt dessen Anteil im CSI 300 Index bei ca. 41% und im FTSE China sogar bei fast 50%. Ein weiterer Unterschied ist die Investorenbasis. Während die Geldanlage in A-Aktien ursprünglich nur für chinesische Investoren vorgesehen war, stehen B- und H-Aktien fast ausschließlich ausländischen Investoren zur Verfügung. All dies macht sich in der Wertentwicklung der einzelnen Indizes und der Korrelation (Gleichlauf) untereinander bemerkbar. So entwickelte sich zwar der CSI 300 Index aus der Sicht eines Euro-Investors mit ca. +66% in den letzten 5 Jahren am besten, allerdings weist er mit einer Volatilität von fast 24% p.a. auch die höchste Schwankungsbreite auf. Der FTSE China 50 und der MSCI China gewannen in diesem Zeitraum ca. 45% bzw. 54% hinzu, allerdings bei einer niedrigeren Volatilität von nur ca. 21% bzw. ca. 19%.

Chinesische Aktienindizes (Total Return in Euro)

Unterschiede finden sich auch im Verhalten der Indizes untereinander. Während der FTSE China 50 und MSCI China einen hohen Gleichlauf haben, korrelieren beide Indizes auf wöchentlicher Datenbasis über die letzten 5 Jahre nur mit einem Wert in Höhe von 0,6 mit dem CSI 300. Mit Blick auf die Portfoliokonstruktion kann es daher sinnvoll sein, einen der erstgenannten Indizes und den CSI 300 via ETF ins Investmentuniversum aufzunehmen, da möglichst unkorrelierte Portfoliopositionen positiv zur Diversifikation beitragen. Mit dieser Entscheidung muss sich das Risikomanagement allerdings der Tatsache bewusst sein, dass in einem Worst-Case-Szenario nun zwei chinesische Aktienindizes vom gleichen Marktrisiko direkt betroffen sein könnten.

Der chinesische Aktienmarkt ist sicherlich ein extremes Beispiel für die Unterschiede einzelner Indizes innerhalb eines Landes. Dennoch lassen sich solche Unterschiede auch in anderen Regionen der Welt feststellen. In Indien unterscheiden sich z.B. die beiden für deutsche Anleger via ETF leicht zugänglichen Indizes MSCI India und Nifty 50 ebenfalls durch stark abweichende Sektorenverteilungen. Im MSCI India beträgt der Anteil des Finanzdienstleistungssektors ca. 21%, im Nifty 50 Index hingegen fast 32%. Die Aufgabenstellung der Selektion des geeigneten Investmentindex ist nicht auf die Emerging Markets beschränkt. Auch in Deutschland stehen neben der sehr kostengünstigen Anlagemöglichkeit in den DAX weitere, diversifiziertere Indizes wie z.B. der MSCI Deutschland oder der F.A.Z. Index zur Verfügung, die unter Umständen den Zielen der Investoren besser entsprechen. Eine ähnlich große Auswahl für die größten Unternehmen eines Landes finden sich auch in Japan sowie den USA.

Vergleich: Aktienindizes der größten Firmen in Deutschland, USA und Japan

Darüber hinaus gibt es für viele Weltregionen auch ETF, die zwar mehrere Länder zusammenfassen, aber in einem Land deutlich übergewichtet sind. Auch sie können als Alternative für eine Investition in einen Länderindex in Betracht gezogen werden.

Auswahl regionaler Aktienindizes mit einem beherrschenden Aktienmarkt

Unterschiede in der Zusammensetzung von Indizes finden sich nicht nur für den Aktienmarkt. Auch bei ETF auf Anleihenindizes gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Ein prominenter Fall ist das Land Südkorea, das bei manchen Indexanbietern unter Emerging Markets geführt wird und eine Gewichtung von 10% aufweist. Bei anderen Emerging Market Anleihenindizes fehlt das Land dagegen komplett in der Länderauflistung.

Nach erfolgter Auswahl der ETF für die einzelnen Märkte und Anlageklassen, Indizes, wie z.B. zwischen dem Stoxx 600 Europe und dem britischen FTSE 100 Index oder in Form von globalen Unternehmen mit mehreren Börsennotierungen, sind denkbar. Nach Abschluss dieses Prozesses steht unser finales Investmentuniversum. Aus diesem wird anschließend das Portfolio konstruiert, wobei dann die Wertentwicklung der einzelnen Vermögensgegenstände, die Schwankungsbreite oder die Korrelation zum Gesamtportfolio im Fokus stehen. In unserem Fall erfolgt dies, wie anfänglich beschrieben, auf Basis unserer computergestützten Analyse-Tools. Das Ergebnis ist ein breitdiversifiziertes Portfolio vieler, möglichst wenig korrelierter, Märkte auf dem Fundament eines transparenten und stabilen Investmentprozesses sowie des Risikomanagements.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf alpha beta asset management. alpha beta asset management wird in Deutschland durch Active Fund Placement repräsentiert.

The Highs and Lows of a Real Estate Fund

by Axel Kleinefenn, Head of Fund Management, Warburg-HIH Invest Real Estate GmbH.

There’s an old stock-exchange saying which can also be applied to the property market. It goes: “Buy while the cannons are blasting”. This sentence, coined by the banker Carl Mayer von Rothschild, reflects the concept of anticyclical investing; the idea is to buy when the stock market is at its lowest. However, this is easier said than done. In reality, it requires a lot of courage and the absolute trust in one’s own analyses to go against current market trends, but the potential rewards can make all this worthwhile.

The now over ten-year history of one particular big real estate fund for institutional investors highlights this. The fund was issued in February 2007 in, as one can imagine, terrible starting conditions. Only a few months after the conception of the fund, the Subprime-Crisis began, which resulted in the global financial and economic crisis of 2008. The prices on the property market had collapsed, and by 2009 the portfolio suddenly appeared much too expensive.

The fund had reached a crucial juncture. The market was at a low point and in a phase of great uncertainty. Uncertainty is a decisive factor in all markets: If investors feel uncertain, they do not invest. This situation, however, presented an opportunity for the real estate fund. Using particular market turns is essential in order to generate an outstanding performance. If one is successful in selecting the right properties, and manages to invest more during a low-price phase than during a more expensive one, the conditions for beating the market are good. Since the property fund still possessed free capital, it was in the favourable position of being able to continue investing.

But are fund investors today ready to do exactly that? It’s difficult to convince institutional investors concerned with safety of buying in the midst of a crisis. This is why fund managers have to have lengthy discussions detailing their thorough analysis of the targeted properties, their success on the market prior to the crisis and the prospective success going forward. A clear stance towards one’s own strategy and analyses is necessary in order to persuade investors to go down this route.

If this is successful, and a property whose profits have the potential for growth through active management has been chosen, the chances for an outperformance are excellent. However, it won’t show straight away. Time has to pass until the increase in profits, through both active management and a recovering market, will become noticeable. In the case of the previously mentioned fund, a value adjustment had to take place relating to pre-crisis purchases. This meant that the fund had to bridge another difficult phase. A phase in which some properties had to be devalued, and in others, measures to enhance performance hadn’t taken effect yet. In order to overcome a struggle like this, transparent communication with the investor is key.

Using the right strategy, one can make it through the trials and tribulations and reap one’s rewards in a market situation such as our current one. The measures taken to maximise profits have started to take effect in this particular fund, and the market has more than recovered. The current market was used to profitably sell properties which cannot be taken further through management, and to rid portfolios of difficult properties. The financial cushion of this fund has been evaluated as comfortable, meaning that even during a strong market correction, a value adjustment would not become necessary. If the entire portfolio were to be sold today, all investors would receive a double-figure total return over the next ten years. Since the perspective of the fund is long-term, the aim being a stable earning position, the stock is currently being held in a long-term management portfolio.

Even in a market situation like this, the transparent and open communication between fund managers and investors has to be maintained. With a long-term perspective, the fund managers should prepare investors for the fact that a fund will need to continue being managed in a time of crisis. This situation must be overcome in order for management to steer towards a selling phase once the market has recovered. Any other behavioural pattern would harm the performance of a long-term portfolio. The stock-exchange saying quoted from Carl Mayer von Rothschild continues: “Buy while the cannons are blasting, sell when the violins are playing.” Thus, Rothschild suggests that a correction or a crisis is always possible. Consequently, investors have to know: if the markets change, the performance of a fund can change too. A long-term strategy has to encompass all market cycles and a lot of stamina might be needed to succeed.

“We are expecting the unexpected!”

In an ifund fundmanager interview, Iwan Brouwer, Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners, explains what differentiates the NN (L) First Class Multi Asset and how investment ideas are generated to respond to changing market environments within a clearly defined risk budget.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Brouwer: NN (L) First Class Multi Asset (FCMA) is a globally diversified strategy aiming for long term capital growth and designed to actively respond to changing market circumstances. In the design of the strategy we have focused a lot on making the strategy as robust as possible in stress periods. This starts with always “expecting the unexpected” and assessing all the exposures in the fund in terms of the risk it brings to the total portfolio, and the aim to keep the overall risk profile of the fund much more stable than in more traditional investment approaches. By taking more risk when deemed appropriate and the possibility to move to a 100% allocation to “relatively safer assets”, the fund aims for a stable pattern of returns. There is for example a clear distinction between “relatively safer assets” and “risky assets” and we make cautious assumptions on correlations.

In the bucket of the relatively safe assets we put high quality government bonds and cash or money market products. The riskier assets are defined as equities, real estate, spread products and we can also tactically use commodities. Also in our analysis on markets we spend time both on fundamental as well as behavioral analysis. The study of behaviour has become even more important than before. Exploring global markets offers amazing opportunities, but understanding both the fundamental and emotional drivers of these markets is crucial in navigating through the uncertainty and therefore we spend a lot of time in our research on both.

This, in my opinion, differentiates us from others.

ifund: How do you add value for your investors?

Brouwer: For smaller clients or investors, it is technically not so easy to have a well-diversified portfolio. With a fund like ours, we offer them a globally diversified investment solution across multiple asset classes such as government bonds, equities, real estate, commodities and spread products like corporate bonds and emerging market debt. As said, we are aiming for long-term capital growth by chasing opportunities and actively responding to changing market environments, all within a clearly defined risk budget. Gross of fees (barring costs on a share-class level), the NN(L) First Class Multi Asset fund delivered a total return of 6.37% p.a. with a volatility of only 4% on average since inception (October 2011 – February 20171).

ifund: How do you generate investment ideas?

Brouwer: We have a clear investment process. We define a strategic allocation with the aim to capture the long-term risk premiums. We arrive to this allocation by equally splitting the risk budget between the relatively safer assets bucket and the risky assets bucket. On top of this we implement our active views. We have an integrated team of portfolio managers and economists/strategists who combine in-depth fundamental analysis of economic trends with extensive behavioural analysis on the psychology of the market and behaviour of other investors. The latter is often very influential on short-term market dynamics and help both to identify shock risks early on and to identify new opportunities before others do. Thereafter we come to the security selection with the most suitable instruments to implement the portfolio. Finally, we monitor the portfolio and take care about the risk management process in a daily process.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Brouwer: The Multi Asset Team consists of 21 professionals headed by Valentijn van Nieuwenhuijzen who is the chief strategist. He runs the business with 3 departments. First the Macro & Strategy team which is lead by Patrick Moonen and key in formulating investment views, second Ewout van Schaick who is responsible for the Mutli-Asset Portfolios and thirdly Willem van Dommelen who leads the Factor Investing & Solutions team. The Multi-Asset boutique is oversighted by the CIO Hans Stoter and supplemented by the Investment Services Team where I am the team leader for Multi-Asset.

FCMA is managed by a team of 3 portfolio managers from Ewout van Schaick’s Multi-Asset Portfolios team: these are Ewout van Schaick, Niels de Visser and Mark Robertson. They are responsible for the final investment decisions. The tactical allocations are in line though with the views we have within the Multi-Asset team that are the result of the on-going discussions between PM’s and strategists and economists

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Brouwer: We try to do well in every market environment. Of course, the performance is expected to be best in situations of stronger economic growth with healthy returns on risky assets and stable interest rates. In a situation of expected rising interest rates, we can, based on our views, lower the duration of the strategy. In those circumstances the return contribution from the relatively safe assets part will be lower.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Brouwer: Currently the macroeconomic support is strong. We are seeing a synchronized economic and corporate earnings recovery in both the US, Europe and Emerging Markets. This is a support for risky asset and an important driver of the reflation trend (higher interest rates, inflation expectations and outperformance of risky assets). That said, there are significant political risks. Most specifically the still unclarity of the specific policies of the Trump administration in the US (particularly the potential for protectionist measures) and in Europe several elections, with specific focus on France. Although not our base case, if these political risks would unfold in a significant negative way, it is could increase the uncertainty among investors and be a risk for the global economic recovery.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Brouwer: Responsible investing has a very long tradition within the NN group and NN Investment Partners (NN IP). In 1999 the group launched business principles and NN IP launched the sustainable equity fund. In 2008 we signed the UNPRI and in 2012 the group signed the UNPSI. Responsible investing is an integrated part of our history.

In the fund we invest in multiple asset classes. For bottom up selection skills that are insourced from other NN IP boutiques, ESG aspects are integrated in the investment process. NN IP specialized teams/boutiques that manage assets for Multi-Asset funds, such as equities,  are incorporating ESG aspects in their research. The range of the ESG integration is of course team specific. Also in our “safe treasury” methodology that we use to select “high quality” government bonds, we look at ESG scores in order to make an assessment of the credit quality of the issuer. 

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Brouwer: I like cycling on my race bike and participate in events throughout Europe. One of my favorites are the Jedermann races in Germany.


1) Past performance is not indicative of future results and shall in no event be deemed as such.

About Iwan Brouwer
Iwan is Senior Client Portfolio Manager for the Multi-Asset Boutique of NN Investment Partners. He is responsible for representing the boutique and contributing to the commercial success of the boutique through attracting and retaining clients in partnership with sales, marketing and product management. As CPM Iwan has a bridging function between the investment engine, clients, client teams and distribution channels.

About NN Investment Partners
NN Investment Partners is the asset manager of NN Group N.V., a publicly traded company listed on Euronext Amsterdam. NN Investment Partners is head-quartered in The Hague, The Netherlands. NN Investment Partners in aggregate manages approximately EUR 195 bln* (USD 205 bln*) in assets for institutions and individual investors worldwide. NN Investment Partners employs over 1,000 staff and is active in 15 countries across Europe, U.S., Latin America, Asia and Middle East.
NN Investment Partners is part of NN Group N.V., a publicly traded corporation.
* Figures as of 31 December 2016

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news, +49 69 57708987 

Nachhaltigkeitsbewertung von Textilien

Die Textilindustrie mit ihren Sweatshops gilt oft als Sinnbild für die Missachtung von Arbeitsrechten wie auch für die Auswüchse von Global Sourcing. Der Ruf nach fairen Produktionsweisen wird spätestens dann laut, wenn neue Enthüllungen über unmenschliche Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Textilbranche publik werden. Der „Produktionsfaktor Mensch“ tritt in diesem Fall zumindest vorübergehend aus der Anonymität heraus.

Dass sich die Textilindustrie in Bezug auf Arbeitsrechtsverstöße und Kinderarbeit so oft in den Schlagzeilen wiederfindet, liegt an den prinzipiell recht einfachen Fertigungsprozessen. Geringe technologische Anforderungen und die unkomplizierte Verlagerung von Produktionen führen zu einem enormen Kostendruck und zu einem Wettlauf um die günstigsten Lohngefüge, bei dem sich Länder mit ihren Produktionsstätten regelrecht unterbieten.

Nur ein verschwindend geringer Anteil des Kaufpreises von Textilien landet letztlich in der Fertigung und bei den dort tätigen Beschäftigten. Vor allem teure Labels haben daher mit einem nicht zu unterschätzenden Reputationsrisiko zu kämpfen. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich einige Textilunternehmen genauer angesehen und Fragen rund um das Thema Arbeitsrechte in der Fertigung gestellt.

In der jüngste Ausgabe von "nachhaltig investieren", die unter der Federführung von Mag. Wolfgang Pinner, Leiter der Abteilung Nachhaltige Investments, erstellt wurde, beleuchtet das Team von Raiffeisen Capital Management die Nachhaltigkeitsbewertung von Textilien. Die vollständige Ausgabe einschließlich einer Case Study finden Sie links als PDF.

Textilien

Es ist kein Zufall, dass sich verschiedensten Analysen zufolge die meisten Verstöße gegen Arbeitsrechte in der Textilbranche ereignen. Denn bei der Textilindustrie handelt es sich um einen Sektor, der sich durch relativ einfache Fertigungsprozesse in Verbindung mit nur geringen technologischen Anforderungen auszeichnet. Zur Branche zählen vor allem traditionelle Bekleidungshersteller und Unternehmen, die Spezialisierungen in den Bereichen Sport, Leder oder Schmuck aufweisen. Der Absatz erfolgt meist über den Einzelhandel, zum Teil auch über eigene Geschäfte.

Die einfache Austauschbarkeit der Hersteller am untersten Ende der Wertschöpfungskette führt zu starkem Druck auf die Herstellungskosten, was wiederum beinharte Konkurrenz mit der Folge geringerer Löhne und sonstiger Aufwendungen in den Fabriken nach sich zieht. Dabei sind auch die Sicherheitsstandards ein großes Thema.

Dem Fabrikseinsturz in Sabhar / Bangladesch mit über 1100 Toten im Frühjahr 2013 gingen gravierende Sicherheitsmängel voraus. Eine Untersuchungskommission stellte grobe Fahrlässigkeit fest, zudem waren für den Bau des Hauses minderwertige Materialien verwendet worden, das Bauland war für ein mehrstöckiges Gebäude nicht geeignet gewesen. Als Folge des Unglücks unterzeichneten große europäische und US-amerikanische Textilfirmen außerdem das mit internationalen Gewerkschaftsdachverbänden sowie NGOs ausgehandelte „Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz in Bangladesch“.

Beschäftigt man sich mit dem Thema Arbeitsrechte im Detail, so ist es die ILO (International Labor Organisation), die so genannte Kernarbeitsnormen festgelegt hat. Damit verbunden ist das Ziel, dass diese Normen als Sozialstandards menschenwürdige Arbeitsbedingungen und einen hinreichenden Schutz der Arbeitnehmer gewährleisten sollen.

Zu den acht Kernarbeitsnormen zählen Konventionen über Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechts, das Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen, Gleichheit des Entgelts, Abschaffung der Zwangsarbeit, Vermeidung von Diskriminierung, Mindestalter, Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

Der Textilsektor weist häufig eine kaskadenartige Konstruktion im Fertigungsprozess auf. Die gesamte Lieferkette, von der Fertigung über viele Stufen bis zum Einzelhändler, ist vielfach nicht transparent genug. Die an Sublieferanten outgesourcte Produktion wird auf tiefere und wieder tiefere Ebenen weitergegeben, sodass für den Textilkonzern als Auftraggeber letztlich ein Kontrollproblem entsteht. Verschärfend wirken die immer kürzeren Lieferzyklen für neue Kollektionen, die die Kurzfristigkeit der Fertigung und eine damit verbundene breite und undurchsichtige Auffächerung der Produktion verstärken.

Mit der Undurchsichtigkeit der Lieferkette und der Kostenoptimierung verbundene potenzielle Imageschäden stellen ein Risiko für Marken und Retailer dar. Es sind dabei vor allem teure Labels, die im Falle von negativen Medienberichten vor einem großen Reputationsproblem stehen. Angesichts des geringen Anteils der Herstellungskosten an den Verkaufspreisen im Einzelhandel ist jeder arbeitsrechtliche Verstoß dem Konsumenten gegenüber nur sehr schwer zu argumentieren.

Daher bemühen sich viele prominente Textilhersteller, ein möglichst aktives Lieferkettenmanagement umzusetzen. Eine Verbesserung der Standards für die Herstellung, die fast immer an Partner ausgelagert wird, steht dabei im Mittelpunkt.

Unternehmen, egal ob Retailer oder Textilkonzerne, können der problematischen Entwicklung insofern gegensteuern, als sie für ihre gesamte Lieferkette eine tiefgreifende Due-Diligence-Prüfung einführen. In diesem Fall werden die Lieferanten aktiv gemanagt und einem Monitoring- und Auditierungs-Verfahren unterzogen. Zulieferer, die kritisch eingeschätzt werden, können auf diese Weise regelmäßigen intensiven Kontrollen unterzogen werden.

Ein Bonus-System für Lieferanten für überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen kann zudem einen positiven Wettbewerb auslösen. Unzureichendes Wissen über Arbeitsstandards kann durch Best-Practice-Beispiele erweitert werden.

Aktuell zählen in der Textilindustrie Bangladesch, Vietnam und zuletzt auch Myanmar zu den Ländern, in denen die Arbeitskräfte am schlechtesten entlohnt – also am „günstigsten verfügbar“ – sind. Dabei rückt bei der Analyse der Entlohnung in den Fabriken immer stärker der Begriff der fairen „living wages“ – auf Deutsch übersetzt: das Existenzminimum – in den Mittelpunkt. In Bangladesch liegt der Mindestlohn aktuell bei rund 20 % des Existenzminimums, in China immerhin bei fast 50 %.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in ein Unternehmen, das im Rahmen des Engagement-Prozesses adressiert worden ist, investiert.

Nachhaltigkeitsbewertung

Das aus Nachhaltigkeitssicht vordringlichste Thema im Zusammenhang mit der Textilindustrie ist jenes der Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette. Immer wieder werden Produktionen in so genannten Sweatshops, also Ausbeutungsbetrieben, aufgedeckt. Die wesentlichsten Charakteristika sind dabei das Fehlen von Tarifverträgen, überlange Arbeitszeiten, fehlender Kündigungsschutz und eine absolut wie auch relativ geringe Bezahlung.

Eine Möglichkeit für Unternehmen zur Verbesserung der sozialen Standards in der Lieferkette ist neben dem Fokus auf Transparenz auch die Kontrolle durch externe Organisationen. Arbeitsbedingungen in den Fabriken können vor Ort durch unabhängige Gutachter wie die FLA (Fair Labor Association) überprüft oder gemäß ISO (International Organization for Standardization), OHSAS (Occupational Health and Safety Assessment Series) oder EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert werden.

Im Zusammenhang mit dem Thema Textilien zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf Unternehmen in den Bereichen „Textil-Vormaterialien“ und „Textilhandel“ ab.

Worauf fokussiert das Supply-Chain-Management in Ihrem Konzern in Bezug auf Textilprodukte und textile Vorprodukte?

Gibt es einen eigenen Verhaltenskodex, der die Grundsätze der Arbeitnehmerrechte in der gesamten Supply-Chain vorgibt und soziale Aspekte behandelt?

Veröffentlichen Sie die gesamte Liste Ihrer Lieferanten und Sublieferanten?

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre gesamte Supply-Chain vorgegebene Regeln einhält? Existieren Richtlinien zur Beendigung von Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten?

Sehen Sie das Thema Korruption als Problem – vor allem an Billiglohn-Standorten wie Indonesien, Bangladesch, Vietnam und Myanmar?

Welche Rolle spielen für Sie Supply-Chain-Zertifizierungen nach Standards wie ISO, EMAS oder OHSAS?

Wie gehen Sie mit dem Thema „living wages“ um und wie definieren Sie diese?

Von den während unseres Engagement-Prozesses kontaktierten Unternehmen haben uns vor allem europäische Player Feedback gegeben.

Nicht alle Textilkonzerne fokussieren ihre Produktion auf Billigstlohnländer. Der spanische Konzern Inditex beispielsweise kauft mehr als die Hälfte seiner Kollektion in Ländern in der näheren Umgebung – diese werden als „proximity markets“ bezeichnet. Hanesbrands produziert 80 % seiner Textilien in eigenen Fertigungsstätten außerhalb der klassischen Billiglohnländer.

Was die Rohstoffseite betrifft, so sind die meisten Textilkonzerne stark auf Baumwolle fokussiert. Auch in diesem Zusammenhang hat Inditex einen anderen Weg gewählt und breiter diversifiziert. Man setzt unter anderem – je nach Modetrend – auf Leinen, Leder oder Viskose.

Die meisten Textilkonzerne setzen auf eine Kombination von internem und externem Monitoring respektive Zertifizierungen der Lieferkette. Manche, wie etwa Gerry Weber, kontrollieren vor allem die erste Ebene im Detail und delegieren die Einhaltung der Standards für weitere Sublieferanten an diese Unternehmen. Die Katastrophe von Rana Plaza im Jahr 2013 scheint die Branche durchaus – und zwar in positiver Weise – aufgerüttelt zu haben.

Oft werden die Zulieferer geratet, je nach Erfüllung oder Teilerfüllung der vorgegebenen Standards. Bei Aussagen zu Gründen für die Beendigung der Geschäftsbeziehung zu Lieferantenunternehmen halten sich alle befragten Unternehmen eher bedeckt. Eine Kündigung aufgrund von Verstößen gegen ESG-Prinzipien scheint eher die Ausnahme zu sein.

Eine vollumfängliche Liste aller Lieferanten und Sublieferanten wird derzeit unter anderem von Adidas und Inditex veröffentlicht.

Adidas hat sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette sehr generell genähert. Die 2016 gestartete Strategie „sport needs a space“ deckt nicht nur die Produktion, sondern auch das Marketing und die Verwendung der Produkte ab. Für die Lieferkette wurden auch Ziele in Richtung weniger Wasserverbrauch und geringere Abfallmengen festgelegt. Bis 2018 sollen die von Adidas verwendeten Baumwollsorten zu 100 % auf nachhaltige Produktion umgestellt sein.

Zertifikate sind für die Unternehmen in der Regel kein allzu großes Thema, es gibt aber einige sektorweite Initiativen. Gerry Weber hat die BSCI (Business Social Compliance Initiative) unterzeichnet, eine wirtschaftsgetriebene Plattform zur Verbesserung der sozialen Standards in einer weltweiten Wertschöpfungskette. H&M hat mittlerweile das gesamte erste Level an Zulieferern gemäß Higg-Index der Sustainable Apparel Coalition zertifiziert, einem 2012 ins Leben gerufenen industrie-eigenen Standard der Textilindustrie zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Lieferkette nach Umwelt- und Sozialkriterien. Auch Amer Sports trat der Sustainable Apparel Coalition 2015 bei.

Das Thema „living wages“ nimmt in der Textilbranche generell an Bedeutung zu, die genauen Definitionen sind aber von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich.

Was bringen nachhaltige Anlagen Investoren und Unternehmen?

Nachhaltige Investments hatten lange den Ruf, geringere Renditen als traditionelle Finanzprodukte zu erzielen. Diese Theorie gilt mittlerweile als widerlegt. Ein grünes Investment kann genauso ertragreich sein wie eine herkömmliche Anlage. Denn aufgrund der zusätzlichen Informationen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen kann – z.B. über eine genauere Risikoeinschätzung – die Performance mitunter sogar positiv beeinflusst werden. Wobei natürlich auch nachhaltige Investments – ebenso wie konventionelle Anlagen – den Entwicklungen an den Kapitalmärkten unterworfen sind und Kapitalverluste nicht auszuschließen sind.

Zukunftsfähige Unternehmen

Blickt man mehr ins Detail, so stellt sich Nachhaltigkeit sehr schnell als Qualitätsmaß für Unternehmen und Emittenten heraus. Denn sehr häufig läuft eine gute Bewertung bei der Stakeholder-Analyse, bei der überprüft wird, wie das Unternehmen mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, der Umwelt etc. umgeht, parallel zu einer guten Bonität und einer gesunden Unternehmensentwicklung. Der mit dem Nachhaltigkeitsthema eng verbundene Begriff der ‚Zukunftsfähigkeit‘ kann dabei ins Treffen geführt werden.

Zertifikate belegen Nachhaltigkeit

Da es für Anleger oft schwer zu durchschauen ist, welche der als "nachhaltig" bezeichneten Fonds tatsächlich nach nachhaltigen Kriterien im Sinne von sozial, ökologisch und ethisch gemanagt werden, sind Zertifikate und Gütesiegel gerade in diesem Segment besonders aussagekräftig. Für Anleger, die nachhaltig investieren wollen, kann sich daher ein genauer Blick auf etwaige Nachhaltigkeitssiegel lohnen.

Für nachhaltige „Überzeugungstäter“ – der Raiffeisen-GreenBonds

Mit der steigenden Nachfrage an nachhaltigen Investments erhöhen sich auch die Ansprüche der Investoren an diese Produkte. Viele Anleger wünschen sich, dass sich die Nachhaltigkeit ihrer Veranlagung nicht bloß auf die Anwendung eines Filters von Ausschlusskriterien reduziert, sondern, dass das Investment selbst das Ziel verfolgt, nachhaltig zu wirken. Aus dieser Nachfrage heraus, hat Raiffeisen Capital Management1 den Raiffeisen-GreenBonds aufgelegt, der genau diese Qualität bietet und sich an die ‚Überzeugungstäter‘ unter den nachhaltigen Investoren richtet.

Der Raiffeisen-GreenBonds, ein Renten-Themenfonds im Umweltbereich, richtet sich in erster Linie an institutionelle Anleger wie Vorsorgekassen und Vermögensverwalter. Der Fonds investiert in so genannte Green Bonds, also Anleihen, mit denen ökologische Projekte mit Klimarelevanz finanziert werden. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen. Als Anlageuniversum dient der Green Bond Index von Bank of America Merrill Lynch (BAML) als Basis, ergänzt durch Green Bonds der Datenbank der Climate Bonds Initiative (CBI). Dabei wird die nachhaltige Qualität der Bonds laufend überprüft und der Markt auf Neuemissionen gescreent.

Bessere Nachhaltigkeit bringt Chancen: Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum

Der Fonds fokussiert auf (vorwiegend klein- und mittelkapitalisierte) Unternehmen, deren Nachhaltigkeitsbewertung sich in den letzten Jahren verbessert hat, mit der Aussicht, dass sich diese Entwicklung auch positiv auf die finanzielle Performance des Unternehmens auswirkt. Bislang gibt es nur wenige nachhaltige Investmentprodukte, die dieses Marktsegment abdecken. Der neue Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum bietet Investoren diesen Zugang. Selbstverständlich ist auch dieses Investment den Schwankungen an den Kapitalmärkten unterworfen und auch Kapitalverluste sind möglich.

Grafik: Raiffeisen KAG, schematische Darstellung

Nachhaltige Fondspalette wird gemäß Anlegeransprüchen angepasst

Die steigende Zahl an Anlegern, die nachhaltig investieren (möchten), führt zu einem verbesserten und differenzierten Angebot auf der Produktseite. Auch Raiffeisen Capital Management passt seine Produktpalette laufend an den Ansprüchen seiner Kunden an. Das Unternehmen hat dabei noch ein paar interessante Produktideen in der Pipeline, in denen u.a. auch Schwellenländer eine wichtigere Rolle spielen werden. 


Investments in Fonds sind dem Risiko von Kursschwankungen bzw. Kapitalverlusten ausgesetzt.
Die veröffentlichten Prospekte  sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) des Raiffeisen-GreenBonds und des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentumstehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) zur Verfügung. Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum weist eine erhöhte Volatilität auf, d.h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.

1) Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH.

“Good Prospects for European Senior Secured Loans!”

Michael Craig, Senior Portfolio Manager Bank Loans at Invesco Fixed Income, explains in an altii interview the importance of the European Senior Secured Loans market that allowed investors to generate consistent, low volatility returns for two decades. He outlines the two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017 and the risk of defaults.

altii: Why are you investing in European Senior Secured Loans?

Michael Craig: Investors in European Senior Secured loans (EUR SSL) have received consistent, low volatility returns for two decades. The Credit Suisse Western European Leverage Loan Index (CS WELLI), a proxy for the market, has averaged a 5.4% annual return since inception in 1998, with only three negative return years in that 19 year period. The total return for 2016 was 6.5%. Historically the European Loan market has exhibited less volatility than alternative fixed income risk assets such as European High Yield (HY) bonds; the five year average volatility of the CS WELLI was 2.15% vs. 4.91% for the HY market. Accordingly, the loan market has had a higher Sharpe ratio than the CS Euro HY market, 2.77 vs. 1.85, respectively, for the five year period 2012-2016.

altii: Why is now a good moment to invest?

Michael: The Eurozone GDP growth, albeit modest, as well as a healthy, supply and demand balance in the underlying loan market are positives for European SSL. Furthermore, volatility is likely to remain low as European CLO and institutional investors, who tend to invest over the long-term dominate the investor base. This is an advantage over the Fixed Income markets, where retail (ETF, etc.) investors typically have shorter investment horizons are more prevalent. There are two macro themes that add to the attractiveness of European SSL in 2017. Over recent years, long-duration asset classes have benefited tremendously from European Central Bank’s (ECB) stimulus policies. The question has been “when” not “if” the ECB will provide incremental stimulus. We are anticipating a softening in ECB policies, driven primarily by inflation data. The new question that will increasingly be asked will be “when” will the ECB start weaning the market off its accommodative monetary policy, which naturally leads to a rising interest-rates (Euribor) environment. This should lead to more demand for shorter-duration assets such as SSL, which are less sensitive to interest rate changes, than say, high yield bonds for example, as loans provide floating-rate income with coupons based on Euribor + margin. As the majority of European loans are structured with a minimum (i.e. floor) of zero per cent for the Euribor component (as at Dec. 30, 2016, 3 month Euribor was -0.3%) they are therefore insulated from Euribor’s current negative value and investor, coupon income, will increase when Euribor surpasses the zero per cent floor value. In a steeping yield curve environment, the asset class has the potential to outperform longer-duration assets. We also see a repeat of the heightened sensitivity over political events. The lack of reliable predictive tools for election results has led to increased market volatility before and after these events. Against this backdrop, we believe European SSL present a compelling allocation opportunity for investors given their defensive position in the capital structure (high recovery rate) and historically lower volatility than other fixed rate alternatives.

altii: What are the biggest risks?

Michael: The investor concern is often focused on the risk that a macro shock could lead to an increase in defaults. While loan volatility is relatively low, the risk of contagion from other asset classes and macro events does exist. Heading into 2017 credit fundamentals remain stable, with no clear catalyst for a spike in default rates – the macro-economic environment is supportive of risky assets with the Eurozone benefiting from the same trends seen in 2016: private sector demand and supportive government spending. At the borrower level, credit metrics look robust – particularly in terms of interest coverage, a measure of a company’s ability to meet its interest obligations, with coverage-ratios improving as several borrowers were able to their lower cost of debt and/or extend maturities throughout 2016. The European loan market has limited systemic risk given it’s the minimal exposure to the Oil and Gas sector. Nevertheless, there are likely to some pockets of weakness. For example, some retailers and food manufacturers are exposed to softer demand (channel shift, macro-uncertainty and / change in consumer habits) and dollar-denominated sourcing costs (cotton and food commodities) are vulnerable. We expect a default rate of around 2% by principal amount - which remains well below the 4.6% historical average between 2009 and 2015.

altii: Why is Invesco a good partner for such strategies?

Michael: Invesco has been in the senior bank loan market for over 27 years – we launched our first European bank loan product in 2001. With $37.9 billion in bank loan assets under management, Invesco is one of the largest managers of the asset class. Our investment process is built on fundamental bottom-up credit analysis with a top-down macroeconomic overlay. Importantly, we view our investment process as full cycle. The investment horizon always looks across a full credit cycle with the belief that returns are maximised over the long run for all private, credit-sensitive assets such as senior bank loans. This long-term perspective is augmented by an active management approach that includes well-defined buy-sell disciplines and the application of several proprietary models which help us exploit shorter-term relative value opportunities during different phases of the cycle. Our key credit consideration is twofold: (1) What is the risk of credit deterioration, or default, and (2) What is the recovery in the event of that credit deterioration? At Invesco, we employ 29 senior secured bank loan credit professionals focused on minimising credit risk. We perform due diligence on every issuer in our portfolio, focusing on key factors such as management quality, base case and downside cash flow projections, industry position and dynamics, sponsors and arrangers, the issuer’s capital structure, the asset quality and divisibility of the underlying security, the recovery rate, loan-to-value and relative value.

About Invesco

At Invesco, we're dedicated to delivering an investment experience that helps people get more out of life. This means our employees as well as our clients, shareholders and the communities we serve. We strive to achieve this through our: Pure focus on investment: We are independent and solely focused on investment management for the benefit of clients. Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style. Passion to exceed – our culture of high performance and not settling for average in everything we do. We are privileged to manage assets on behalf of retail and institutional clients around the world by providing a comprehensive range of high-conviction investment capabilities designed to help clients achieve their investment objectives.

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Diversity of thought: includes our comprehensive range of investment capabilities and geographies. It also reflects our collegial culture and collaborative decision-making style.
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We are privileged to manage assets on behalf of retail and institutional clients around the world by providing a comprehensive range of high-conviction investment capabilities designed to help clients achieve their investment objectives.

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

Robotik und Automatisierung: günstiger und leistungsfähiger

von Angus Muirhead, CFA, Fondsmanager, Credit Suisse.

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können.

„Die Automatisierung ist nicht unser Feind. Unsere Feinde sind Unwissenheit, Gleichgültigkeit und Trägheit. Die Automatisierung kann der Verbündete unseres Wohlstands sein, wenn wir einfach nach vorne schauen, wenn wir begreifen, was auf uns zukommt ...“
Lyndon B. Johnson, 36. Präsident der USA1

Das Zeitalter der preisgünstigen Computer

In den 1970er-Jahren waren Computer teuer und meist nur in den Büros von Blue-Chip-Unternehmen zu finden. Ein Gerät der HP-Serie 3000 kostete im Jahr 1972 USD 95 0002 – dies entspricht heute inflationsbereinigt USD 541 000. Heute liegt der durchschnittliche Verkaufspreis eines Desktop-Computers bei USD 540, der eines Notebooks bei USD690.3 Infolge dieses drastischen Preisrückgangs, der enormen Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten von Computern und der zunehmenden Vertrautheit der Konsumenten mit Technologie sind Computer nicht mehr der Elite vorbehalten, sondern zählen zu den am meisten verbreiteten Technologien der Welt. 2015 wurden weltweit rund 114 Millionen Desktop-PCs, 163 Millionen Notebooks, 208 Millionen Tablets und unglaubliche 1,4 Milliarden Smartphones verkauft.2

Das Aufkommen der Robotik

Auch auf dem Gebiet der Robotik sinken die Kosten, während die Leistungsfähigkeit steigt. Verantwortlich hierfür sind das Mooresche Gesetz, die Verfügbarkeit von Open-Source-Software und die allmähliche Standardisierung von Teilen und Komponenten.

Laut einer Schätzung der Boston Consulting Group (BCG) sanken die durchschnittlichen Kosten eines Punkt- Schweißroboters von USD 182 000 im Jahr 2005 auf nur USD 132 000 im Jahr 2013.4 Die BCG prognostiziert einen weiteren Rückgang der Kosten und erwartet für 2025 einen Listenpreis im Bereich von USD 103 000. Wie die nachstehende Grafik zeigt, schätzt die BCG, dass die Kosten von Hard- und Software („Roboter, einschließlich Software“) um ca. 40 % gesunken sind, während die Kosten für Programmierung, Installation und Integration („Systems engineering“ – Systemtechnik) dank verbesserter „Intelligenz“ des Systems sogar noch stärker gesunken sind.

Der Stundenlohn eines Roboters

Je schwerer ein Roboter, desto höher in der Regel sein Preis. Größere Maschinen, die darauf ausgelegt sind, größere Objekte oder Nutzlasten zu heben und zu handhaben, benötigen mehr Leistung, größere Motoren und robustere Getriebe und Mechanik, um der Belastung standhalten zu können. Genau genommen ist die Anwendung eines Roboters der größte ausschlaggebende Faktor für seinen Preis, denn die Anwendung bestimmt die Größe des Roboters, das Gewicht der Nutzlast, das Niveau der Sicherheitsausrüstung, die Komplexität der Aufgabe sowie die Geschwindigkeit und die Qualität, mit der diese ausgeführt werden kann.

Ein neuer Industrieroboter kostet samt Steuereinheiten und Programmierhandgeräten in der Regel zwischen USD 50 000 und USD 80 000.5 Der oben erwähnte Punkt-Schweißroboter ist teurer, doch Punkt- und Lichtbogenschweißen sind zwei der teuersten Anwendungen, die von Industrierobotern ausgeführt werden. Rechnet man die Arbeitszelle, Peripheriegeräte und die „Effektoren“ für die konkrete Anwendung in der Fabrik sowie die Kosten für die Integration in die Fertigungslinie hinzu, können die Gesamtkosten auf USD 100 000 bis USD 150 000 steigen.4

Schätzungen der Robotics Industry Association (RIA) zufolge hat ein durchschnittlicher Industrieroboter eine Nutzungsdauer von 10 - 15 Jahren. Dies ergäbe für einen USD 150 000 teuren Fabrikroboter, der zwei 8- Stunden-Schichten an fünf Tagen die Woche, 50 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 10 Jahren im Einsatz ist, eine Laufzeit von 40 000 Stunden. Ron Potter, Leiter des Bereichs Robotics Technology bei Factory Automation Systems in Atlanta, schätzt, dass mittelgroße Industrieroboter, die Nutzlasten von 100 kg bewegen, USD 0,75 an Elektrizität pro Stunde verbrauchen (ausgehend von 7,35 kW zu 10 Cent je kWh).6 Nach Hinzurechnen der Energiekosten zu den Investitionskosten des Roboters ergeben sich für ihn Arbeitskosten von USD 4,50 pro Stunde (bei einem angenommenen Restwert von null).

Die großen Autohersteller fahren ihre Fertigungslinien meist deutlich aggressiver. Ein extremeres Szenario sieht folgendermaßen aus: Ein Einsatz von 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 48 Wochen im Jahr über einen Zeitraum von 15 Jahren ergäbe 120 960 Betriebsstunden, Energiekosten von USD 90 720 und effektive Gesamtkosten von nur USD 1,99 pro Stunde. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stundenlohn eines Fabrikarbeiters beträgt USD 2,70 (ohne Sozialleistungen).7

Entscheidend ist nicht das Was, sondern das Wie

Dank der höheren Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und der leichteren Programmierung ist die Produktivität von Industrierobotern und industriellen Automatisierungslösungen um ca. 5% jährlich gestiegen.3 Unter Berücksichtigung des niedrigeren Preises würde eine Investition in einen USD 100 000 teuren Roboter heute etwa die doppelte Produktivität eines USD 100 000 teuren Roboters vor 10 Jahren erzielen. RobotWorx, ein in Ohio ansässiger führender Anbieter im Bereich Instandsetzung und Wiederverkauf von Industrierobotern, weist darauf hin, dass Produktivitätssteigerungen für die wirtschaftliche Gleichung oft wichtiger sind als die Kosteneinsparungen pro Stunde. Das Unternehmen schätzt, dass ein einzelner Roboter dieselbe Rate an Teilen wie vier Arbeiter herstellt und dass die Ausschussquote meist geringer ist.4

Angesichts anhaltender Fortschritte bei Sensoren, Halbleitern sowie Open-Source-Software und -Algorithmen dürften sich die Verbesserungen bei Preis und Leistung in absehbarer Zukunft fortsetzen. Einer Schätzung von McKinsey zufolge könnten Robotik und Automatisierung infolgedessen das Produktivitätswachstum weltweit um 0,8 % bis 1,4 % jährlich steigern.8

Reale Zwänge

Während Robotik und Automatisierung erschwinglicher werden und zunehmend in der Lage sind, Aufgaben in vielen Bereichen ebenso gut wie oder besser als menschliche Arbeitskräfte auszuführen, steigen die Lohnkosten und werden Vorschriften rund um Qualität und Sicherheit verschärft. In den letzten vier Jahren sind die Löhne gering qualifizierter Arbeitskräfte in Entwicklungs- wie auch in Schwellenländern real gestiegen.

Chinas Aufstieg zum weltweit größten Produzenten im Jahr 2010 (ein Titel, den die USA seit dem Jahr 1895 innehatten) ist ein gutes Beispiel für die Lohninflation bei geringer qualifizierten Fabrikarbeitern. Gordon Orr von McKinsey Asia stellt folgende Entwicklung fest:
„Die überwältigende Mehrheit der Wirtschaft hat in den letzten zehn Jahren ein zweistelliges Lohnwachstum verzeichnet, und der Mindestlohn hat sich in vielen Städten in weniger als fünf Jahren verdoppelt.“9

Und die steigenden Lohnkosten sind nicht das einzige Problem. Vor dem Hintergrund der wachsenden Wirtschaft sind viele Beschäftigte in der Fertigung überdrüssig und hegen Erwartungen und Ansprüche, die allmählich zu einem Mangel an Arbeitskräften in Fabriken führen. Terry Gou, der Gründer des größten Elektronikherstellers der Welt, Foxconn, stellte in der Financial Times fest:
„Die junge Generation möchte nicht in Fabriken arbeiten, sie möchte in der Dienstleistungs- oder Internetbranche arbeiten oder einer anderen leichteren und entspannteren Tätigkeit nachgehen.“10

Einige Unternehmen haben bereits begonnen, ihre Produktion an kostengünstigere Standorte wie Vietnam, Indien oder Mexiko zu verlagern. Da jedoch ein Drittel des chinesischen BIP und 15 % der Arbeitskräfte auf den Fertigungssektor entfallen, ist der chinesische Staat stark motiviert, die Produktion in China zu halten. Er subventioniert die einheimische Robotikbranche und regt damit Unternehmen an, in die Automatisierung zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und entlang der Wertschöpfungskette nach oben zu rücken – hin zur Fertigung von Präzisionselektronik, deren Produktion hochentwickelte Robotiksysteme erfordert.

Foxconn unterhält bereits Produktionsstätten in Vietnam, Brasilien und Mexiko und hat einen dreistufigen Plan aufgelegt. Im März2016 gab das Unternehmen den ersten Schritt von Phase1 des Plans bekannt: 60 000 Fabrikarbeiter werden durch 40 000 von Foxconn gebaute Roboter – so genannte „Foxbots“ – ersetzt, die gefährliche oder repetitive Aufgaben erledigen werden. Phase 2 sind vollautomatisierte Fertigungslinien, Phase 3 vollautomatisierte Fabriken.

Trotz dieser Anstrengungen, die Automatisierung zu erhöhen, hinkt China auf diesem Gebiet Japan, Südkorea, Deutschland und den USA deutlich hinterher: Pro 10 000 Beschäftigte in der Fertigungsbranche gibt es in China im Durchschnitt lediglich 36 Roboter. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 66 Robotern pro 10 000 Beschäftige. Die Länder mit der höchsten „Roboter-Dichte“ sind Südkorea und Japan, deren Automobil- und Halbleiterbranche einen hohen Grad an Automatisierung erreicht hat; dort gibt es 478 bzw. 315 Roboter pro 10 000 Beschäftigte.11

Klein, flexibel und sehr freundlich

Mit steigender Rechenleistung von Halbleiterchips und zunehmender Standardisierung von Hardwarekomponenten wird es leichter, kleine und mittelgroße Roboter nahezu vollständig auf der Grundlage von Drittkomponenten zu entwickeln und zu bauen. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Unternehmen damit begonnen, kollaborative Roboter, sogenannte „Cobots“, zu bauen, beispielsweise den „Foxbot“ von Foxconn, die auf sichere Weise Seite an Seite mit menschlichen Arbeitskräften arbeiten sollen, meist in der Kleinserienproduktion oder in Bereichen mit begrenzten Platzverhältnissen.

Unternehmen wie Rethink Robotics, Precise Automation, F&P Robotics und Universal Robots bieten Roboter bereits ab USD 10 000 - 30 000 an. Damit sie sicher Seite an Seite mit Menschen arbeiten können, verfügen diese Roboter meist über eine Funktion zur „Leistungs- und Kraftbegrenzung“, sodass sie sofort stoppen, wenn sie einen Widerstand spüren, z. B. bei der Berührung eines Menschen oder eines anderen Roboters. Dieses Sicherheitsmerkmal begrenzt jedoch ihre Ladekapazität und verringert ihre Arbeitsgeschwindigkeit. Um die Kosten niedrig zu halten, werden diese Roboter zudem so konstruiert, dass sie nur die Hälfte der Lebenserwartung traditioneller Industrieroboter haben. Aus diesen Gründen stehen sie nicht im direkten Wettbewerb mit den teureren und produktiveren Modellen von Fanuc, ABB, Yaskawa und KUKA. Mit diesen jungen Cobots gelangen jedoch einige interessante Innovationen in die Branche, etwa Programming by Example (PbE), die den Markt für Roboter über Großproduktionsanlagen hinaus erweitern könnten: Adressiert könnten kleinere Betriebe, vielleicht Hersteller mit nicht-automatisierten Fertigungslinien werden, oder möglicherweise sogar Konsumenten und gewerbliche Anwendungsgebiete komplett ausserhalb der Fabrik. So ist der Roboter „P-Rob“ von F&P Robotics versiert darin, Speisen für die Gastronomie zuzubereiten, Nespresso-Kaffeemaschinen zu bedienen und Gästen Kaffee zu servieren.

Unruhe unter den Arbeitnehmern

Was bedeutet die zunehmende Automatisierung am Arbeitsplatz für die Beschäftigung, für Arbeitsplätze und die Zukunft der „Arbeit“ selbst? Laut einer aktuellen McKinsey-Publikation reicht die Furcht vor der Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Verdrängung von Arbeitnehmern durch technologische Entwicklungen mehrere Hundert Jahre zurück und ist noch älter als die Bewegung der Maschinenstürmer, die in Großbritannien während der Industriellen Revolution entstand. Doch die Lehren aus der Geschichte sind eindeutig. Obgleich neue Technologien wiederholt Phasen der Unruhe am Arbeitsmarkt verursachten, da neue Geräte und Werkzeuge effizientere Produktionsprozesse ermöglichen und auf kurze Sicht unvermeidlich zum Verlust von Arbeitsplätzen führen, haben neue Technologien den Menschen langfristig gezwungen, sich anzupassen und sich neue, wertvollere Fähigkeiten anzueignen. Der technologische Fortschritt schafft auch neue Arbeitsformen und neue Arten der Beschäftigung in der Entwicklung, Konstruktion, Instandhaltung und Wartung der Roboter selbst sowie der digitalen Ökosysteme, denen sie angehören.
„In den USA fiel der Anteil der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft von 40 % im Jahr 1900 auf 2 % im Jahr 2000. Ähnlich fiel der Anteil in der Fertigungsindustrie von 25 % im Jahr 1950 auf weniger als 10 % im Jahr 2010.“12

Abschließend sei noch erwähnt, dass Robotik und Automatisierung möglicherweise nicht nur gering qualifizierte Arbeitsplätze in Fabriken bedrohen, sondern dass im Zuge von Fortschritten im Bereich künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen auch kognitive Tätigkeiten und der Bereich professioneller Dienstleistungen betroffen sein könnten. Schätzungen von McKinsey zufolge sind zwar weltweit weniger als 5 % aller Arbeitsplätze vollständig automatisierbar, doch mehr als 60 % aller Arbeitsplätze beinhalten einen Anteil von ca. 30 %, der theoretisch automatisiert werden könnte.13

Fazit

Mit dem technologischen Fortschritt entsteht ein neues Zeitalter der Automatisierung, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Bereichen in Fabriken und in der Gesellschaft allgemein eingesetzt werden. Unternehmen, Konsumenten und Staaten erkennen zunehmend die Vorteile der Robotik, Automatisierung und künstlichen Intelligenz, und so ist es wahrscheinlich, dass die Branche weiter expandieren wird und die Wachstumsraten von Unternehmen mit gut differenzierten, kritischen Technologien weiter steigen werden. Da Robotik und Automatisierung in unserem Alltag zunehmend allgegenwärtig, verknüpft und von zentraler Bedeutung sind, gewinnen auch die Auswirkungen in den Bereichen Schutz und Sicherheit an Bedeutung. Zwischen Robotik und Sicherheit besteht eine symbiotische Beziehung: Mehr automatisierte Systeme erfordern mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen, und mehr Sicherheits- und Kontrollmechanismen benötigen wiederum mehr automatisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstrumente, um die Sicherheitssysteme effizient betreiben zu können. Wir haben zwei Strategien entwickelt, um Kunden ein „Pure Play“-Engagement in diesen überzeugenden und miteinander verknüpften langfristigen Wachstumsthemen zu bieten: Robotik und Automation sowie Schutz und Sicherheit.


1) Auszug aus Johnsons Rede vor dem Kongress anlässlich der Unterzeichnung des Gesetzes zur Schaffung einer „Nationalen Kommission für Technologie, Automatisierung und wirtschaftlichen Fortschritt“, 19. August 1964.
2) Computerworld Magazine, 26. Januar 1981.
3) Quelle: vierteljährliche PC-Datenreihen der IDC (tatsächliche Daten: durchschnittlicher Verkaufspreis 2015 weltweit: Desktop USD 544; Notebook USD 692).
4) Publikation der Boston Consulting Group: „The Robotics Revolution“, September 2015.
5) Homepage von RobotWorx: „How much do industrial robots cost“.
6) Homepage von Factory Automation Systems, Inc.: „ROI Calculator“.
7) The Economist, „The future factory of Asia: a tightening grip“, 14. März 2015 (ausgehend von einer 10-Stunden-Schicht pro Tag).
8) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 15, Januar 2017.
9) McKinsey & Company, „Would could happen in 2015“, Dezember 2014, Gordon Orr, Director bei McKinsey & Company in Shanghai.
10) The Financial Times, „Young Chinese shunning factory jobs“, 8. Oktober 2013.
11) International Federation of Robotics, „World Robotics 2016 Industrial Robots“; Auszug aus Executive Summary on www.IFR.org.
12) McKinsey Global Institute auf der Grundlage von Daten aus Stanley Lebergotts Publikation, „Output, employment and productivity in the US after 1800“, 1966, und Daten der Weltbank (worldbank.org).
13) McKinsey Global Institute, „A future that works: automation, employment and productivity“, Seite 32, Januar 2017.

Now investors can avoid getting burned by an over-heated market

by Jürgen F. Kelber, Managing Partner, Dr. Lübke & Kelber GmbH.

Buy? Or sell quickly? Prices on the German real estate market have risen so high that some voices in the industry are already suggesting an exit. Buyers, for one are running out of ideas. Not necessarily because they see a bubble forming or because they fear a sudden price drop. Returns are simply too low. For core properties, initial yields have settled at about two, or at most three per cent. Under these conditions, some are bound to ask themselves: Is it still worth investing?

Unfortunately, this question is always applied to the whole market, to find out whether it is overbought or whether there is still room for improvement. That is the wrong angle, too wide. Whether an investment will be profitable is not decided by the whole market but by the choice of property. That goes for real estate as well as shares. There is often talk on the stock market – some say stocks are over-heated, some say corrections are immanent. But even in market conditions such as these, there will always be profitable shares. The trick is to find, and to analyse them.

The same is true for real estate investments. On a market with such low interest rates, short supply and high demand, it has of course become more difficult to invest profitably. Less appealing even, a return rate of two per cent is anything but enticing. Do not let first impressions fool you, however: with good management, an initial yield of two percent can in many cases become a solid four or five per cent.

Identifying chances is a crucial skill. That means you enter a building, an apartment, and you first thought has to be: where can I raise the value? For possibilities are plenty. Can I convert the loft? Add a balcony? Renovate the bathroom? Can I raise the rent? Could I convert empty office space into residential property?

This is the real craft in the real estate business; this is what sorts the wheat from the chaff. Anyone can buy property with high initial yields. For a long time, everyone did, that is why there are not many left. The real art is to recognise and realise potential for growth in low-return properties.

Whether small investor, or large, whether it is a single apartment, an apartment building or an entire portfolio, this is what makes the difference. In any case, the business plan has to include every individual property, every single unit. At that point it does not matter whether the market is running hot or not. An initial yield of two per cent will not exclude a property if the investor is unimpressed by meta-topics. One can leave those for the market philosophers and diviners. It is more important for a successful investment to have a solid, well-calculated concept.

Urbanisierung, Städtewachstum & Nachhaltigkeitsbewertung

Wachstum ist, was die Urbanisierung – und weniger die Wirtschaft – betrifft, ein global zunehmender Trend. Der Zuwachs an Menschen, vor allem in den Städten, schreitet voran. Sowohl in den Industrienationen als auch in den Emerging Markets.

Der verstärkte Zuzug aus ländlichen Gebieten in die Städte kann letztlich als ein Effekt der Industrialisierung und des sozialen Wandels gesehen werden. Beim mittlerweile seit Jahrhunderten zu beobachtenden Prozess einer andauernden Ausdehnung der Städte spielt das Bevölkerungswachstum in den jeweiligen Ländern eine entscheidende Rolle. Dazu kommen unter anderem Aspekte der Infrastruktur, der Bildungsmöglichkeiten, der Gesundheitsversorgung und des erwarteten Lebensstandards.

Überhastete Landflucht kann zu großen Problemen auf der sozialen und der Umweltseite führen. Neue Konzepte für die „Städte der Zukunft“ schließen auch Ideen hinsichtlich Bauökologie, Ressourcenverbrauch und Verkehr mit ein. Das Nachhaltigkeitsteam von Raiffeisen Capital Management hat sich Unternehmen im Bereich „Smart Cities“ genauer angesehen und Fragen zu Entwicklungen rund um den Megatrend Urbanisierung gestellt.

Die neuste Ausgabe von "nachhaltiginvestieren" finden Sie links als PDF.

Städtewachstum

Eine markante Ausbreitung der Städte war erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa zu beobachten. Der sich beschleunigende Zuzug der ländlichen Bevölkerung in die Städte machte den Bau neuer Häuser, Straßen und Versorgungseinrichtungen notwendig. Der zunehmende Flächenverbrauch verringerte die umgebende Naturlandschaft drastisch. Heute sind auch die Städte selbst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. So zeichnet Tokio beispielsweise für 40 % des Bruttoinlandsprodukts von Japan verantwortlich, während der Großraum Paris mit 30 % zur französischen Wirtschaftsleistung beiträgt.

Der so genannte Verstädterungsgrad, also der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung, misst die Urbanisierung. Weltweit betrug er im Jahr 2009 erstmals mehr als 50 %. 2050 werden laut Schätzungen der UNO mehr als drei Viertel der Erdbevölkerung in Städten leben. In den Emerging Markets sind es derzeit 45 %.

Bis zum Jahr 2050 dürften es nach UNO-Schätzungen die in Industrieländern bereits üblichen 75 % sein. Urbanisierung steht auch im engen Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung. Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 60 % der Zunahme in den Städten auf das natürliche Bevölkerungswachstum zurückzuführen ist, also auf eine höhere Geburten- als Todesrate.

Aus Nachhaltigkeitssicht stellt sich die Frage, ob Städte prinzipiell mehr oder weniger „nachhaltig“ sind als der ländliche Raum. So kann man einerseits argumentieren, dass sie derzeit 70 % des Primärenergiebedarfs verbrauchen, für 80 % der CO2-Emissionen verantwortlich sind und für 75 % des Rohstoffbedarfs stehen. Somit käme ihnen eine Hauptverantwortung für den Klimawandel zu. Andererseits erlauben Städte aber auch eine effiziente Versorgung mit technischer Infrastruktur wie Mobilität, Energie und Wasser, außerdem mit sozialer Infrastruktur wie Bildung und Gesundheit sowie schließlich mit Produkten und Dienstleistungen.

Das Thema der Urbanisierung schließt neben den Kernstädten auch die Peripherie mit ein. In den Industrieländern ist seit einigen Jahrzehnten eine Suburbanisierung zu beobachten, also eine Wanderbewegung aus der Kernzone der Städte in die Peripherie. Wenn man Nachhaltigkeitsfaktoren für Stadt und Vorstadt analysiert, weisen die Städte selbst aus Nachhaltigkeitssicht deutliche Vorteile gegenüber den Vororten oder so genannten „Speckgürteln“ auf.

Der Energieverbrauch von Bewohnern der Peripherie ist deutlich höher als jener in den städtischen Zentren. So liegt beispielsweise der ökologische Fußabdruck eines durchschnittlichen Vorstadthauses rund um New York annähernd beim zweieinhalbfachen Wert einer Wohnung in New York. Dies kann unter anderem damit erklärt werden, dass der CO2-Ausstoß alter Metropolen in der Regel relativ gering ist, weil verhältnismäßig wenige Menschen ihre Autos nutzen.

Die Verstädterung der letzten Jahrzehnte führt immer mehr zur Ausprägung von so genannten Megastädten. Aufgrund des Mangels an Arbeitsmöglichkeiten in den ländlichen Regionen entwickeln sich rapide wachsende Millionenstädte, oft mit kaum planbarer und überschaubarer Bebauung. Als Megastadt werden Städte ab einer Einwohnerzahl von zehn Millionen bezeichnet. Einige Beispiele für Megastädte sind Istanbul, Lagos, Delhi und Mexiko-Stadt. Die Bedingungen in diesen extrem stark wachsenden Städten sind oft in vielerlei Hinsicht katastrophal. Es kommt zur Bildung von übervölkerten und verwahrlosten Elendsvierteln, also Slums.

Nachhaltige Konzepte für Städte umfassen unterschiedliche Aspekte. Wesentliche Themen sind etwa die Nachhaltigkeit der Bauten selbst, der Ressourcenverbrauch, der öffentliche Verkehr sowie Mobilität. Der ökologische Fußabdruck von Städten hängt auch davon ab, wie dicht die Stadt aufgebaut ist. Dichtere Städte verbrauchen weniger Rohstoffe, weil man kurze Wege hat. Vertikale Städte wie Hongkong weisen einen sehr geringen Benzinverbrauch pro Person auf. Das Gegenteil ist bei so genannten Flächenstädten wie Houston der Fall.

Im Zusammenhang mit dem Konzept von „Smart Cities“ werden die Themen Mobilität, Energie, Umwelt, Wirtschaft, Governance sowie Mensch und Lebensqualität miteinander verknüpft und in den Mittelpunkt gestellt. Moderne Smart-City- Konzepte setzen sich mit der besonderen Bedeutung von Städten im Kontext von Klimaschutz und Ressourcenmanagement auseinander. Prinzipiell bieten Städte ein großes Potenzial, den Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem demografischen Wandel mit intelligenten Lösungen zu begegnen.

Aus ökologischer Sicht sind Effizienzsteigerungen und die Reduktion des Energieverbrauchs wesentlich. Angestrebt wird eine Verbesserung der Treibhausgasbilanz durch Einsatz neuester Technologien mit hoher Ressourcen- und Energieeffizienz sowie durch intelligente und systemorientierte Lösungen zur Optimierung der Energiesysteme.

Ein wesentlicher Teilaspekt in der Stadtentwicklung mit nachhaltiger Ausrichtung ist auch der langfristige Umstieg auf erneuerbare Energiequellen. Eine nachhaltige Stadt kümmert sich aktiv um zukunftsfähige Mobilitätsformen und deren infrastrukturelle Voraussetzungen. Parallel dazu forciert die Stadtplanung integrierte Planungsprozesse, zum Beispiel im Bereich Energie. Schließlich werden die Einwohner im Sinne einer optimierten Governance bei der Umsetzung von Maßnahmen aktiv eingebunden.

Fazit: Raiffeisen Capital Management ist derzeit in zwei Unternehmen, die im Rahmen des Engagement-Prozesses adressiert wurden, investiert. Es sind dies die französischen Unternehmen Schneider Electric und Legrand.

Nachhaltigkeitsbewertung

Im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung kommen neue Technologien in den Bereichen Infrastruktur, Gebäude und Mobilität zum Einsatz. Um Ressourcen wie Energie und Wasser möglichst effizient zu nutzen, werden sie zunehmend auch intelligent vernetzt – wie in den Konzepten von „Smart Metering“ und „Smart Grid“.

Smart Metering betrifft die Energieversorgung von Haushalten und bedeutet „intelligente Zähler“. Diese Systeme können verbrauchte Mengen sowie die Verbrauchszeiträume messen, speichern und die Daten an Kunden oder Dritte kommunizieren. Smart Grid steht für ein „intelligentes Stromnetz“, das eine kommunikative Vernetzung von Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch ermöglicht. Damit sollen Energieübertragungs und -verteilungsnetze in der Elektrizitätsversorgung effizient gesteuert werden. Der Trend zu Smart Metering und Smart Grid wird durch das dynamische Wachstum bei erneuerbaren Energien und durch neue IT- Entwicklungen unterstützt.

Im Zusammenhang mit dem Thema Urbanisierung zielt der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management auf Unternehmen in den Bereichen Smart Metering und Smart Grid ab.

  • Beschleunigt der Trend zur Urbanisierung die Entwicklung von Konzepten wie Smart Metering und Smart Grid? Welche Regionen zählen zu den Hoffnungsmärkten?
  • Welche aktuellen Entwicklungen und technischen Neuerungen prägen Smart Metering und Smart Grid? Sind die Technologien zu Smart Metering und Smart Grid bereits ausgereift?
  • Welche Ressourceneinsparungen sind mit Smart-Metering- und Smart-Grid-Systemen möglich?
  • Was sind die wesentlichen Hindernisse für ein schnelleres Wachstum in den Bereichen Smart Metering und Smart Grid?
  • Sind Neubauten im Vergleich zu Revitalisierungen von Altbauten im Vorteil, was den Einsatz von Smart Metering und Smart Grid betrifft?

Der Begriff Smart Grid wird regional unterschiedlich verwendet. Europa und Nordamerika sind seit einigen Jahren intensiv dabei, Smart-Grid-Lösungen zu implementieren. In Europa ist Italien bezüglich der Verbreitung von Smart Metering führend, in den USA gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten. In den Emerging Markets kommt das Thema erst seit Kurzem in die Gänge. Der chinesische Markt weist umfangreiches Potenzial auf.

Urbanisierung bedeutet aber nicht nur eine steigende Nachfrage nach intelligenten Automatisierungslösungen für Gebäude und deren Energietechnik, sondern umfasst gemäß dem auf Umwelt- und Industriemesstechnik spezialisierten finnischen Vaisala-Konzern auch innovative Konzepte für Verkehrsmittel und abgeleitet für die industrielle Nahrungsmittelproduktion und Medizinprodukte sowie -dienstleistungen. Für Emerson Electric stehen zudem individuelle Lösungen für einzelne Haushalte im Mittelpunkt.

Bei Smart Grids handelt es sich mittlerweile um technisch ausgereifte Technologien, sowohl hinsichtlich Datenübertragung als auch Verbrauchssteuerung. Allerdings existieren bislang keine allgemeingültigen Standards für Smart Metering. Auch die Berechnung von Einsparungen ist, wie Legrand betont, derzeit nicht geregelt. Die Verwendung neuer Technologien wird jedoch immer wieder durch Finanzierungsengpässe und Veränderungen bei der Regulierung der Energiebranche gehemmt.

Sofern es keine klaren Vorgaben des Gesetzgebers gibt, verhindern die hohen Kosten einen flächendeckenden Einsatz der neuen Technologien durch die Energieversorgungsunternehmen. Neubauten weisen eine deutlich höhere Dichte an Kontroll- und Messtechnologien auf als revitalisierte Altbauten. In einzelnen europäischen Staaten sind mittlerweile Smart-Grid-Lösungen für Neubauten vorgeschrieben.

Zusammengefasst zählen zu den vielen Chancen von Smart-Grid-Technologien die Verbesserung der Energieeffizienz – in den einzelnen Haushalten kann Studien zufolge von Effizienzgewinnen von 4 % bis 12 % ausgegangen werden –, die Reduktion der Anzahl und Dauer von Stromausfällen sowie die Optimierung der Hardwarenutzung. Der Smart-Metering-Markt sollte in den nächsten fünf Jahren um kumuliert mehr als 50 % wachsen

Außerdem können durch Smart Metering Energieverluste, die nicht leitungsbedingt auftreten, wie etwa der Stromdiebstahl, adressiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Bewusstsein des Kunden für seinen individuellen Energieverbrauch thematisiert werden kann.

Zu den Risiken von Smart-Grid-Technologien zählen einerseits Manipulationen, etwa durch Hacker-Angriffe oder auch durch den Kunden selbst. Andererseits sind bei der Vielzahl von generierten Datensätzen auch Themen des Datenschutzes von Relevanz.

Smart Mobility – A Disruption of our Housing market

by Till Schmiedeknecht, Managing Director BGP Asset Management.

Urban life is about to be disrupted. Soon, the first driverless cars will be put on sale: interconnected robots with a taxi license. “The technology is essentially here”, Barack Obama told Wired in October 2016. According to recent studies by the General German Automobile Club ADAC (equivalent to the UK’s Automobile Association), three quarters of Germans consider it likely for human drivers to be replaced by robots in the future. A strong statement, coming from a nation of driving enthusiasts.

These new automobiles, truly deserving of the name will initially exist parallel to “analogue cars”. Eventually, the move from owning ones’ personal car to a share in individual mobility concepts will prevail: It’s more cost effective, efficient and finally, more practical. Even today, there are early signs for this trend on the market: Be it chauffeur services like Uber or Lyft, be it car sharing companies like DriveNow or Car2go, all of them already offer successful concepts of mobility beyond owning ones’ own vehicle. The next step is already foreseeable: What if the car starts at the push of a button and goes to pick up its next passenger after dropping the last one off? This concept saves space, time, money and brings with it some extra amenities: Finally, that second glass of wine again becomes what it should be – a matter of taste – not a question of road safety.

Driverless cars will significantly change the face of our cities and therefore, our living arrangements. Even more importantly, they will change our living possibilities. The inner cities will be much less dominated by metal, exhaust fumes and status – consequently, fewer parking spaces will be needed. Do you know what a car’s principal activity is today? Being parked. Cars spend almost 90 per cent of their time unused; over 30 per cent of overall ground space in cities is reserved for transportation. The potential uses, especially in times where there is a shortage of residential space, are quite obvious. Formerly wide roads will become lawns, multi-storey carparks will disappear and parking spaces will fall into disuse. 

Smart mobility concepts will directly influence our way of living. Still we sacrifice too much land for our cars, instead of putting it to use for peoples’ growing need for modern housing. The areas freed up by the new style of mobility would then be reassigned and used for sustainable projects. Society needs to recognize these changes and prepare for this immanent disruption. Incidentally, some small steps have already been taken to that effect: Since the German reform of federalism, the Länder (states) can individually vote on their regulations regarding the planning for car parking spaces with urban building projects. Once they are amended to reflect modern reqirements, a lot of land could be reclaimed for housing and the rental market could be eased.

Mission und Portfolio

von Thomas Meyer, Vorstand, WERTGRUND Immobilien AG.

Was für die meisten Anleger gilt, gilt für Stiftungen doppelt: Stabilität und Sicherheit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste, wenn sie das ihnen anvertraute Geld investieren. Denn Stiftungen planen oft über längere Zeiträume von zehn bis zwanzig Jahren. Aber auch die Rendite muss stimmen. Klassische Anlageformen wie die Staatsanleihen sicherer Länder scheiden deshalb mittlerweile aus.

Viele börsennotierte Produkte sind für Stiftungen wiederum zu volatil, andere zu undurchsichtig. Komplexe Anlageformen wie Smart-Beta-ETFs, die mit mehreren tausend Parametern operieren, sind hier ein Beispiel. Zumal es oft Quereinsteiger sind, die in Stiftungen die Entscheidungen treffen – das gilt auch für den Finanzbereich.

Viele Stiftungen orientieren sich deshalb lieber am Wohnimmobilienmarkt. Das Prinzip einer Wohnung, die jährlich Gewinn durch Mieteinnahmen erzielt, ist leicht darstellbar. Dies trifft nicht nur auf Direktinvestments zu, sondern auch auf Fondslösungen. Bei gutem Management und ausreichender Streuung der Fondsimmobilien sind attraktive Renditen bei vergleichsweise geringem Risiko möglich – vor allem, wenn Portfolios im konstant nachgefragten mittleren Wohnpreissegment aufgestellt sind.

Bei institutionellen Investoren mag man hier zunächst an geschlossene Fonds denken. Gerade für kleinere Stiftungen aber, die nur geringe Investitionsvolumina aufbringen können, sind offene Fonds oft die bessere Alternative. Denn sie ermöglichen Risikostreuung und eine gewisse Liquidität der Anlage, ohne die Hürden und Risiken eines geschlossenen Fonds.

Fondsgesellschaften wiederum profitieren von den Stiftungen als verlässliche Investitionspartner. Der beiderseitige Vorteil wird in der Praxis von Fondsbetreibern meist unterschätzt. Sie sollten sich auf die (Weiter-)Entwicklung von Produkten fokussieren, damit sie noch besser auf die Bedürfnisse der Stiftungen zugeschnitten sind. Das Stichwort lautet Mission Investing: Wenn ein Fonds Assetklassen aufnimmt, die den Zielen der einzelnen Stiftungstypen entgegenkommen, können sich diese besser mit dem Produkt identifizieren. Denkbar wären zum Beispiel Fonds mit hohem Anteil an Green Buildings für Stiftungen im Bereich Umweltschutz. Oder Fonds mit barrierefreien Wohneinheiten für den Bereich Behindertenhilfe. Studien zeigen, dass Investoren sogar geringere Renditen akzeptieren, wenn ihre Mission und das Immobilienportfolio eines Fonds zueinander passen.

Unterschätzte letzte Meile

von Hendrik von Paepcke, Geschäftsführer der APOprojekt GmbH.

Was im E-Commerce die berühmte letzte Meile ist, ist für Büroimmobilien der Mieterausbau: Oft entscheidet sich genau hier für den Kunden (Eigentümer), ob die erhoffte Leistung (vermietbares Büro) rechtzeitig zur Verfügung steht. Wie gut die letzte Hürde genommen wird, hat somit entscheidenden Einfluss auf die Performance der Immobilie. Verzögert sich der Einzug, hat dies Auswirkungen auf den Cash-Flow. Davor noch entscheidet sich anhand der projektierten Ausbauzeit und -qualität, ob eine Fläche überhaupt für einen bestimmten Mieter in Frage kommt.

So nehmen ein Teil aller Immobilieneigentümer, die eigentlich passende Flächen für einen bestimmten Büromieter im Portfolio haben, überhaupt nicht am Wettbewerb um besagten Mieter teil – weil sie nicht in der Lage sind, bis zum gewünschten Einzugstermin die letzte Meile so zu gehen, dass die Fläche den Wünschen und Anforderungen des Mieters entspricht. Anders gesagt: Sie sind im Ausbau zu langsam oder können die spezifischen Anforderungen des Mietinteressenten nicht mehr in die Planung aufnehmen. Ein Grund liegt in der Kleinteiligkeit der Aufgabe und der Tatsache, dass die Abstimmung mit dem Mieter aufwändig ist. Gerade für die großen Generalunternehmer, die eine Immobilie errichten, ist die letzte Meile wirtschaftlich oft nicht mehr sonderlich attraktiv. 

Dabei hat alles, was hinter der Mietbereichszugangstür liegt, aus Sicht der bauausführenden Unternehmen eigentlich ein vergleichsweise geringes Risiko. Ob Großraum-Loft oder Einzelbüro, ob edles Parkett oder rauer Industriecharme: Die gängigen Termin- und Kostenunsicherheiten finden sich im Bestand natürlich auch – andererseits sind hier Festpreismodelle oder das Prinzip des garantierten Maximalpreises durchaus häufiger zu finden als generell im Bau. Das spricht dafür, dass die bauausführenden Unternehmen eine höhere Sicherheit in der Kalkulation des Mieterausbaus sehen. Zumindest manche scheinen diese Sicherheit an die Eigentümer via Festpreis weiterzugeben und sind bereit, das verbleibende Risiko selbst zu tragen.

Insgesamt gilt also, dass der Mieterausbau für die Eigentümer in doppelter Hinsicht Chancen bietet. Zum einen bietet er die Möglichkeit, überhaupt am Wettbewerb um Mieter teilzunehmen; zum anderen bringt er die Aussicht auf Kostensicherheit, sofern das bauausführende Unternehmen das entsprechende Modell mitgeht. In der Kombination kann dies erheblichen Einfluss auf die Cash-Flow-Rendite haben.

Über den Autor
Hendrik von Paepcke ist seit über 10 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Gemeinsam mit Alexander Knälmann gründete er 2007 die APOprojekt GmbH, um Mieterausbauleistungen auf die Bedürfnisse professioneller Immobilienbestandshalter auszurichten. Weitere Informationen finden Sie auf apoprojekt.de.

Sachwerte spielen 2017 die Hauptrolle

Präsident Trumps Engagement für Infrastruktur-Investitionen unterstützt 2017 Sachwerte, so ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs). Weitere Themen im Triannual Outlook von ETF Securities sind unter anderem die Illiquiditäts-Illusion auf den Anleihemärkten, Rohstoffe, die Auswirkungen des Brexit sowie Schwellenländer.

Trumps Versprechen: Eine Billion USD

Der künftige Präsident will eine Billion USD aufwenden, um die Infrastruktur der Vereinigten Staaten wieder aufzubauen. Real Assets – wie Rohstoffe, Immobilien, Land und Infrastrukturanlagen – werden davon profitieren und 2017 wahrscheinlich outperformen.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy von ETF Securities, kommentiert: „Vorausgesetzt es gelingt dem Präsidenten ein Team von glaubwürdigen politischen Entscheidungsträgern zu bilden, irrationale politische Ausbrüche zu unterlassen und seine Wahlversprechen in einem toxischen politischen Umfeld umzusetzen, dann werden Sachwerte im Allgemeinen wahrscheinlich von seinem Versprechen, die USA wieder aufzubauen, profitieren. Trotz unterschiedlicher fundamentaler Faktoren wird außerdem die Nachfrage aus den Schwellenmärkten, speziell aus China, eine kontinuierliche Quelle des Rohstoffkonsums bleiben. Weiters werden die substanziellen Einschnitte bei den Investitionsausgaben das Angebot beschränken. Die daraus resultierenden fundamentalen Einschränkungen sollten die zugrundeliegenden Bedingungen verschärfen und Rohstoffe in den kommenden Jahren gut unterstützen." 

Bei ETF Securities fügt man hinzu, dass Rohstoffe, Immobilien oder Infrastruktur-Investitionen dazu tendieren, in einem Umfeld steigender Inflation und niedriger Zinsen gut zu performen. Ein solches Umfeld minimiert die Erträge von traditionellen Portfolien, weshalb ETF Securities davon ausgeht, dass Investoren vermehrt in Sachwerte gehen werden.

Aussichtsreich: Gold und Silber

ETF Securities erwartet 2017 außerdem eine Stärkung von Edelmetallen und Öl, mit einem angemessenen Goldpreis bei 1440 USD (derzeit wird es bei rund 1300 USD/Unze gehandelt) und Silber von 23 Dollar pro Feinunze (aktuell: 19 USD/Unze). Das Ende von Chinas „spekulativem Kaufrausch“ bei Industriemetallen wird die Preise hier wahrscheinlich kurzfristig schwächen. Längerfristig wird es aber zu einem Wiederaufschwung kommen, da Infrastrukturausgaben die Nachfrage nach Industriemetallen erhöhen werden. Butterfill: „Kurzfristig könnten die Gold- und Silberpreise unter Druck kommen, weil der Zinsschritt in den USA näher rückt. Wir glauben aber, dass die Fed der Entwicklung hinterher hinkt und die Inflation schneller steigen wird als die Zentralbank die Zinsen erhöht. Die realen Zinsraten werden sehr niedrig bleiben, was für Gold und Silber positiv ist.“

Ölpreis: Über 55 USD

„Die Kürzung der Investitionen in der Öl- und Gasindustrie in Höhe von einer Billion Dollar seit Einsetzen des Ölpreisrückgangs werden 2017 beginnen das Angebot zu verknappen. Weil anhaltende Produktionskürzungen auch die hohen Lagerbestände wieder schmälern, wird Öl zukünftig wahrscheinlich über 55 USD pro Barrel gehandelt werden“, so Butterfill weiter.

Währungen: Euro verliert – USD gewinnt

ETF Securities erwartet außerdem, dass sich die Schwäche des Britischen Pfunds gegenüber dem Euro umdrehen wird. Der Euro wird an Boden verlieren, wenn die EZB ihr aktuelles Stimulations-Programm fortsetzt. Der USD wird wahrscheinlich weiter an Stärke gewinnen, wenn es der Fed gelingt potenziellem Inflationsdruck, der sich in den USA aufbaut, zuvorzukommen. Investitionen in den „sicheren Hafen“ Schweiz, von denen der Franken profitiert, dürften sich relativieren, sobald Europa 2017 wieder als stabiler wahrgenommen werden wird. 

Butterfill fasst abschließend zusammen: „Populismus wird auch 2017 anhalten, was zu einer steigenden Volatilität führt und in einer höheren Inflation resultiert. Der gegenwärtige Trump-Boom bei Aktien und anderen risikoreicheren Anlageklassen könnte durchaus nur kurzlebig sein, seine Präsidentschaft erscheint aber sehr positiv für Sachwerte wie Rohstoffe, Infrastruktur oder Immobilien.“

Der Ausblick 2017 von ETF Securities beinhaltet außerdem:

  • Die Illiquiditäts-Illusion: Die Sorgen rund um die Illiquidität der Anleihenmärkte sind übertrieben. Elektronische Handelssysteme sowie das Nutzen von „buy-side inventories“ als Quelle von Liquidität breiten sich innerhalb des Bond-Handels immer weiter aus. Das könnte die Natur der Liquidität verändert haben, es gibt aber keine klaren Beweise für ihre Abnahme.
  • Die eigentlichen Handelssignale von der Masse an ETP-Flows trennen: ETP-Umsätze zu analysieren, hilft dabei Investmentmöglichkeiten für 2017 zu finden.
  • Lithium: Ein neues Edelmetall? Wie die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen den Appetit auf Lithium verändern wird.

Den gesamten Outlook finden Sie links als PDF.

So much for the risk!

von Torsten C. Wesch, Managing Director, redos institutional.

General opinion seems to be that increasingly, core real estate property is scarce or simply too expensive. In addition it is said, pressure to invest remains high on institutional investors, who are therefore taking ever higher risks. I have not observed this development, at least not to the extent often suggested.

In my opinion, the rule especially for domestic institutional investors is: the existing set of risk parameters is not likely to get watered down. Let us take a look at retail properties for example. In this case, the risk parameters contain all kinds of factors for success, such as the composition of the portfolio – uniform versus non-homogenous – or the asset-management strategy on an individual property level, again containing anything from construction law on changing or extending utilization to the rental concept and utilization mix. Each one of these factors has the power and individual weight to thwart a sale. Therefore, portfolios often contain varying location qualities, building types and formats. If the offer is not sufficiently homogenous, it will likely be discarded.

These parameters have changed little and have been used for years. Offers still have to pass significant hurdles in order to get considered. Only after that will the return be assessed, which is in itself determined by the above parameters. Different approaches are of course equally legitimate, however the current course of action for a typical German insurance company or pension fund with an investment horizon of 10 years or more still follows the traditional path. Choosing a new approach might get one labelled as an opportunistic investor or one with at least some of the characteristics.  In my opinion, truly security-oriented investors generally remain that way. I make this observation regardless of utilization, even though I chose to use the example of retail property.

Naturally, investment patterns have changed somewhat over the last few years. Especially long-term investors take their time to perfect a portfolio. With successful asset management, a non-core property can absolutely be transformed into a core property, as has been shown in the field again and again. The know-how and willingness to work on existing properties is there, always making sure of course – and I am happy to reiterate my point – not to infringe any of the risk parameters.

About the author
Torsten C. Wesch is managing director of the redos institutional GmbH, a subsidiary of the redos real estate GmbH, and has more than 20 years of management experience in the real estate industry. redos real estate is an asset manager, investor and developer specialised in German retail assets.

A Change in Trends – East German cities on the rise

 by Jakob Mähren – CEO Mähren AG. 

„Grow large and prosper“ – that seems to be the current trend in many East German cities, and their appeal to real estate investors is certainly growing in response. For the first time since German reunification 25 years ago, there has been more movement from the West to the East than the other way around, as shown by statistics from the Federal Institute for Population Research. In the early 1990s, approximately 200,000 people from Eastern Germany relocated to the West every year. That number even grew at the beginning of the 2000s. On the other hand, the number of people moving from the West to the East barely reached half that amount, only climbing above 100,000 for the first time in 2014. Today, after years of haemorrhaging citizens, population numbers in East Germany are climbing again. But which regions benefit most from this influx? Population growth is mostly happening in attractive urban areas, featuring outstanding universities low cost of living and relatively low rent.

This change in development of the East German population was already starting to become evident in 2012: At that time, the five new states of the republic noticed an influx of people both from other parts of Germany as well as from other countries. This was shown by a study of the Berlin Institute titled “On the move in the East”. The Institute documented all in- and out-migration in 2,695 East German communities from 2008 to 2013 and analysed its effect on the demographic situation in both urban and rural areas. The study further shows that the benefits of these changes are mainly felt in medium to large-sized cities. Particularly young people between the ages of 18 to 24 seem to gravitate towards East German cities but even so‑called Best-Agers are keen to make a fresh start there. Some individual rural areas in Brandenburg, Mecklenburg-West Pomerania and Saxony also enjoy great popularity. 

Particularly the significantly lower cost of living and rent in the East provide incentive for a move – especially for the older generation hoping for a larger share of their pension once all the bills are payed. This is also supported by the latest F+B rent index. Where the average rent in large German cities was 6.39 Euro, the figures in East German cities stayed well below that. However, the index also shows a steady increase in rent prices even outside greater metropolitan areas in the East. Buying prices on real estate are still relatively low, giving high potential for future value gain.

Considering both the population growth and favourable conditions for both buying and renting properties in East Germany, and given the overcrowded Top-Cities in West Germany, property investments in the East are very promising.

When business experts need technical expertise

 by Markus Reinert, Chairman Executive Board, IC Immobilien Holding AG.

Typically, shopping centre managers are commercial business graduates. In all likelihood, they initially applied for jobs involving a range of commercial tasks and requiring experience in marketing, retail and customer acquisition. Demonstrating enough business expertise, these jobs would be theirs for the taking. However, in modern shopping centre management, there is one major problem – this long-established job description has long since been overtaken by reality.

It is a leftover from an antiquated idea of how large-scale retail real estate works: Bricks are laid upon bricks, a few pipes and cables are installed and, to put it simply, there you have it –the centre is complete. All you then need is the commercial expert, who comes in and makes sure that tenants come, and stay. The only place you’ll find this model now is in the history books. Today’s shopping centres have technically complex digital structures, around which actual buildings are designed and built. And this poses very different – technical – challenges.

A centre’s management still has to take care of the commercial side of things: the leases, the effective marketing, delivering the right retail mix and building relationships with retailers. But this is no longer all that is required to run a shopping centre and generate attractive returns year in, year out. The continuous optimisation of operating costs, for example, is certainly a highly-relevant topic when it comes to delivering long-term success. It’s a simple equation: A reduction in operating costs means that even an increase in basic rents will be met with acceptance by tenants. And if a centre’s owner decides to put any rental increases on hold, even after having achieved a reduction in operating costs, then that’s a significant competitive advantage for the centre and its management. The technical optimisation of the building’s structural elements offers a variety of ways to increase profitability. In contrast, the commercial approach, which involves the optimisation of leases, is far more one-sided and a much harder sell.

On the one hand, there are more than enough electronic administration systems that can help commercial property managers to reduce both personnel requirements and costs. On the other hand, it has so far proved almost impossible to manage the technical side of things via IT systems, which, in this respect, certainly have a great deal of catching up to do. Even though the technical optimisation of a shopping centre has a crucial role to play in a centre’s success in the commercial property market, there is no structural assistance that managers can call upon. This proves: Personal technical expertise is indispensable in the field of shopping centre management.

Die Rolle von Aktienrückkäufen und deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte

„Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig“, befindet Marino Valensise, Head of Global Multi Asset Group bei Barings in London. „Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. In diesem Artikel untersucht Marino Valensise die Rolle von Aktienrückkäufen und betrachtet deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte."

Gewinn und Cashflow

Kürzlich erhielt ich einen Research-Kommentar von John Mauldin, in dem er schreibt, dass „der Gewinn die Muttermilch für das Wirtschafts-, Aktienmarkt- und Portfoliowachstum ist“ und dass „ohne Gewinn, und zwar einen hohen Gewinn, nichts Gutes passiert“. Dieses Zitat eignet sich meiner Ansicht nach hervorragend, um mit dem Kommentar für diesen Monat zu beginnen. Eine hohe Rentabilität sowie ein nachhaltiger operativer Cashflow sind für eine Kapitalausschüttung an die Aktionäre ebenso wie für eine positive Entwicklung am entsprechenden Anlagemarkt absolut entscheidend.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wurden die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht, für das mehr als die Hälfte der Unternehmen im S&P 500 Index ihre Ergebnisse bereits bekanntgegeben hat. Im Anschluss an eine ziemlich negative Phase fallen die jüngsten Ergebnisse wieder besser aus. Die Wachstumsprognose für den Gewinn je Aktie ist, wenn auch nur leicht, positiv (+1% im Vergleich zum Vorjahr). Die veröffentlichten Daten sind wichtig, da die Gesamtrentabilität und die Cashflow-Generierung die beiden Haupteinflussfaktoren für die Indexrenditen darstellen.

Wofür sollte der Cashflow ausgegeben werden?

Wenn wir uns Daten im Vergleich zu den Nicht-Finanztiteln im S&P 500 anschauen, können wir bestimmen, wofür Firmen ihren Cashflow aufwenden.

In den letzten zwölf Monaten generierten US-Unternehmen einen operativen Cashflow von circa 1,3 Billionen US-Dollar. Dieser Cashflow wurde auf zwei herkömmliche Arten verwendet: Wiederanlage in das Unternehmen (circa 1,0 Billionen US-Dollar) und Dividenden an Aktionäre (circa 0,3 Billionen US-Dollar). So weit, so gut. Wichtig zu wissen ist auch, dass weitere 0,4 Billionen US-Dollar über Anleihen und Darlehen aufgenommen und für Aktienrückkäufe ausgegeben wurden. Die Verfahrensweise, dass ein Unternehmen seine eigenen Aktien am freien Markt erwirbt, ist zwar nicht neu, erfreut sich aber steigender Beliebtheit.

Warum Aktienrückkäufe?

Aus welchem Grund ziehen Unternehmen einen Rückkauf ihrer Aktien einer Wiederanlage in das eigene Unternehmen vor?

Aktienrückkäufe waren für Unternehmen schon immer eine Option zur Kapitalverwendung, wenn keine Geschäftsprojekte anstanden, die über das Potenzial verfügten, eine ausreichend attraktive Kapitalrendite zu erzielen. In den letzten 20 Jahren kauften Unternehmen ihre Aktien auch aus dem Grund zurück, um im Zuge aktienbasierter Vergütungspakete die Emission neuer Aktien auszugleichen. Ein dritter Grund bezieht sich auf die Optimierung der Kapitalstruktur des jeweiligen Unternehmens. Es ist möglicherweise günstiger, einen größeren Anteil des Unternehmens über günstiges Fremdkapital anstatt durch Eigenkapital zu finanzieren. Auf diese Weise wird auch eine übermäßige Verwässerung für Aktionäre vermieden. Ein vierter Grund – wohl weniger ehrenwert, stärker eigennützig und mit der zunehmend kurzfristigen Natur der Kapitalmärkte verbunden – hängt damit zusammen, dass Unternehmensführungen „tun, was auch immer nötig ist“, um Performanceziele zu erreichen. Tatsächlich hat durch die Aktienrückkäufe ein Prozess der Verringerung des Aktienbestandes eingesetzt. Heute beträgt der Wert der sich im Umlauf befindenden Aktien im S&P 500 8,6 Mrd. US-Dollar, vor zehn Jahren waren es noch 9,3 Mrd. US-Dollar. Dadurch ergibt sich ein besseres Ergebnis „je Aktie“, da die Geschäftsführung so einen höheren Gewinn je Aktie für die Aktionäre erzielen kann. Der umfangreiche Kauf der eigenen Aktien könnte darüber hinaus zu einer besseren Aktienmarktentwicklung führen, vor allem wenn man bedenkt, dass bei den aktuell niedrigen Renditen jede Ausschüttungssteigerung eines Unternehmens den Aktienkurs unterstützen dürfte.

Gut, schlecht oder hässlich?

Mit Blick auf unsere aktuellste Statistik zeigt sich, dass die Unternehmen des S&P 500 beachtliche 450 Mrd. US-Dollar (nach Abzug der Neuemissionen) für Aktienrückkäufe ausgaben. Wirken sich Aktienrückkäufe, die mit Investitionsausgaben und Dividenden als Kapitalverwendung konkurrieren, negativ auf diese Unternehmen aus? Muss man den Umfang der Aktienrückkäufe als überhöht ansehen? Ist Fremdkapital ein nachhaltiger Finanzierungskanal für diese Methode?

Erstens gibt es keinen Nachweis dafür, dass Aktienrückkäufe andere Arten der Kapitalverwendung wie Investitionen oder Dividenden verdrängen. In den USA liegt der prozentuale Anteil der Investitionsausgaben am Cashflow bei knapp über 50%, was historischen Trends entspricht. Der prozentuale Anteil vom Cashflow, der für Dividenden verwendet wird, liegt bei knapp über 20%, was ebenfalls dem Trend entspricht. Unser Fazit ist, dass sowohl Investitionen als auch Dividenden bisher nicht von den vermehrten Aktienrückkäufen beeinträchtigt wurden.

Eine weitere Frage ergibt sich aus dem Volumen der Aktienrückkäufe. Aus historischer Perspektive ist der Betrag von 450 Mrd. US-Dollar, der in den vergangenen zwölf Monaten für Aktienrückkäufe aufgewendet wurde, absolut betrachtet sehr hoch. Im vierten Quartal 2007 erreichten die Kurse den vorherigen Höchststand, bevor sie im zweiten Quartal 2009 auf den niedrigsten Wert absanken. Damit war das Market Timing der Firmenchefs alles andere als optimal, schien es doch so, als würden sie prozyklisch kaufen, anstatt antizyklisch.

Eine dritte Überlegung bezieht sich auf die Finanzierungsquelle für die Aktienrückkäufe, die für viele Unternehmen Fremdkapital ist. Ein Unternehmen sollte grundsätzlich kein Kapital an die Aktionäre ausschütten, das es nicht selbst generiert hat. Wenn also für Investitionen und Dividenden die gesamten vom Unternehmen generierten Erträge / der gesamte Cashflow absorbiert wird, sollte demzufolge kein zusätzliches Kapital ausgeschüttet werden. Nach heutigem Stand liegen die Ausgaben von US-Unternehmen insgesamt so deutlich über dem generierten Cashflow wie nie zuvor. Das ist weder gesund noch nachhaltig. Anfang 2009 und Mitte 1999 wurden die vorherigen Höhepunkte erreicht und in beiden Fällen ging eine wirtschaftliche Rezession sowie ein starker Markteinbruch voraus. Sicherlich kein gutes Omen.

Die Finanzierung von Aktienrückkäufen mittels Fremdkapital könnte zu einem überhöhten Verschuldungsgrad führen. Die Emission von Schuldtiteln nimmt hochgerechnet jährlich um 20% zu, gleichzeitig stagniert die Rentabilität, weshalb sich wichtige Kennzahlen wie Debt / EBITDA sowie die Zinsdeckung in den letzten Jahren verschlechterten (der Verschuldungsgrad stieg von 2 auf 2,5 und der Zinsdeckungsgrad von 10 auf 8). Da bestimmte Grenzwerte erreicht sind und so die Bonität von Unternehmen im S&P-Index ohnehin strapaziert wird, kann der Verschuldungsgrad nicht weiter ausgedehnt werden. Die Situation ist auf lange Sicht nicht tragbar – Alles geht nicht. Entweder muss sich die Ertragslage der Unternehmen verbessern oder die Aktienrückkaufprogramme müssen reduziert werden. Außerdem sind die Rückkaufprogramme aufgrund der Schuldenfinanzierung anfällig für eine Straffung der Kreditbedingungen im Fall von Rezessionssorgen oder aufgrund einer Straffung der Geldpolitik. Auch in einem solchen Szenario müssten die Aktienrückkaufprogramme reduziert werden.

Wenn Aktienrückkäufe aufgrund bilanzieller Aspekte oder eines Anstiegs der Finanzierungskosten zurückgingen, würde man die Auswirkungen an den Aktienmärkten spüren. Für das Jahr 2016 werden Aktienrückkäufe die größte Quelle der Aktiennachfrage für US-Aktien darstellen. Wir konnten über mehrere Jahre hinweg beobachten, in wie weit sich Veränderungen im Volumen der Aktienrückkäufe nachfolgend auf die Aktienmärkte auswirkten.

Liquiditätsstarke Unternehmen

Auch wenn sich hier ein düsteres Bild zeichnet, sollten wir noch nicht verzweifeln. Nicht alle Unternehmen haben mit den von mir genannten Problemen zu kämpfen.

Mit Blick auf die Marktkapitalisierung ist ein übermäßiger Verschuldungsgrad vor allem bei kleineren Unternehmen zu beobachten. Bei größeren Unternehmen, die sich aufgrund ihrer meist hohen Liquidität in der besten Ausgangslage befinden, um ihre Aktienrückkaufprogramme aufrechtzuerhalten, gibt es hingegen kaum Probleme. Auf Ebene der Sektoren kommen schwerwiegende Cashflow-Probleme in der Energie- und Industriebranche sowie bei zyklischen Konsumgütern vor. Bei den Sektoren Gesundheitswesen und IT handelt es sich um liquiditätsstarke Branchen, denen das Aufrechterhalten des aktuellen Rückkaufniveaus weniger Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang, dass große Unternehmen im Gesundheits- und IT-Sektor erhebliche Summen in ihren Bilanzen haben, die im Ausland gehalten werden und die, entsprechend der vorangegangenen Ausführungen, aktuell im Ausland gebunden sind. Da sich beide US-Präsidentschaftskandidaten für Initiativen aussprechen, die solche Beträge freigeben und repatriieren würden, sollte man das Potenzial dieser Gelder zum Zweck von US-Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufen nicht unterschätzen.

„It’s the profits, Dummkopf!“

Unternehmensrentabilität und Cashflow-Generierung bestimmen die zukünftigen Trends. Zwei kurzfristige Faktoren sollten beobachtet werden: Der Rohölpreis sowie der Wert des US-Dollar.

Vor allem in den USA können Explorations- und Produktionsgesellschaften durch Verbesserungen in der Förderungstechnik Öl zu immer geringeren Kosten produzieren. Diese niedrigeren Angebotskosten setzen einer weiteren Ölpreisrally eine Obergrenze. Allerdings lässt das Unvermögen von OPEC- und nicht-OPEC-Ländern, zu einer Einigung im Hinblick auf einen Plan zur Angebotsreduzierung zu kommen, das Öl weiter fließen. In Nordamerika fördern viele notleidende Produzenten, einschließlich solcher, die Gläubigerschutz nach Chapter 11 der amerikanischen Insolvenzordnung beantragt haben, nachweislich weiter Öl für Bares aus dem Boden. Aus diesem Grund ist es höchst unwahrscheinlich, insofern es nicht zu einem Schock kommt, dass der Ölpreis höher als 55 US-Dollar bis 60 US-Dollar je Barrel steigen wird. All diese Überlegungen machen eine Erholung der Rentabilität im Energiesektor immer noch möglich, sie deckeln jedoch das zukünftige Wachstum des Gewinns je Aktie.

Ein stärkerer US-Dollar hätte negative Auswirkungen auf die Ertragslage von Unternehmen im S&P 500. Diese würden sowohl unter den in Fremdwährungen generierten Erträgen als auch unter einer verminderten internationalen Wettbewerbsfähigkeit leiden. Es versteht sich von selbst, dass aus diesem Grund zukünftige Trends in der geldpolitischen Vorgehensweise eine entscheidende Rolle spielen werden.

Zusätzlich zu diesen kurzfristigen Treibern sollten auch einige langfristige Trends berücksichtigt werden. Erstens haben die US- Gewinnspannen aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Höchststand erreicht und könnten allmählich sinken. Hierbei handelt es sich um eine dezente aber dennoch unvermeidliche Entwicklung. Bestimmt wird dieser Trend von Aspekten wie höheren Lohnkosten, einer höheren effektiven Besteuerung sowie höheren Zinsbelastungen. Obwohl sie langsam und schrittweise vonstattengehen, werden diese Erhöhungen nicht zum Gewinnwachstum beitragen, sondern es eher bremsen. Denkbar ist außerdem, dass wir bereits den Höhepunkt der Globalisierung erlebt haben. Die Welt scheint sich immer stärker auf nationale Interessen und protektionistische Maßnahmen zu konzentrieren. Der Welthandel, den globalen Gewinnen bisher zuträglich, könnte sich dann als Hemmnis erweisen.

Thomas Jefferson

Die derzeitige Zuwachsrate der Aktienrückkäufe ist nicht nachhaltig. In dem Szenario, das sich gegenwärtig abzuzeichnen scheint, könnte sich das für hohe Gewinne und günstige Finanzierungen vorteilhafte Umfeld verschlechtern. Vielen Unternehmen mangelt es möglicherweise an verfügbaren Finanzmitteln oder günstigen Finanzierungsquellen für Aktienrückkäufe. Wie eine Decke, die zu kurz ist, um uns vom Hals bis zu unseren Fußzehen zu bedecken, reichen Gewinne und Cashflows nicht aus, um die Aufwendungen eines Unternehmens für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu decken. Alles geht eben nicht.

In Anbetracht der Präsidentschaftswahlen in den USA möchte ich Thomas Jefferson Anerkennung zollen und, nachdem ich nun bei meinem Fazit zu den Aktienrückkäufen in den USA angelangt bin, eines seiner Zitate wiedergeben: „Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.“

Anlagestrategie

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Ausführungen behalten wir unsere neutrale und vorsichtige Positionierung im Aktiensegment bei. Innerhalb der Anlageklasse bevorzugen wir EM Asien und Japan.

Darüber hinaus bestätigten wir im Aktiensegment unlängst erneut unsere positive Haltung zu „Value-Investitionen“ als Anlagestil. Im Rahmen unserer Multi-Asset-Strategien drückt sich dies durch eine Position in europäischen und japanischen Banktiteln aus. Wir erachten „Qualitätswachstum“ und viele „Bond Proxys“ nach wie vor als zu teuer.

US-Hochzinsanlagen gehören weiterhin zu unseren bevorzugten Positionen, um auf konservative Weise von der positiven, wenn auch moderaten, Wachstumsdynamik in den USA zu profitieren.

Risikostandort Frankfurt am Main?

von Tobias Kotz, Leiter Institutionelle Kunden bei der Real I.S. AG.

Frankfurt ist das neue London – obwohl die Folgen des Brexit einige Monate nach dem Votum der Briten noch immer nicht absehbar sind, setzen einige Investoren und Marktbeobachter große Erwartungen in den Immobilienmarkt der Mainmetropole. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befeuert diesen Optimismus zusätzlich. Ich halte das für eine Fehleinschätzung.

Dass Frankfurt laut IW-Ökonomen „wahrscheinlich [...] am meisten“ vom Brexit profitieren wird, ist kein valides Investitionsargument. Zwar könnten laut Schätzungen 60.000 bis 80.000 Jobs aus der Londoner Finanzbranche verlagert werden. Ob es tatsächlich so viele werden und wie viele sich tatsächlich Richtung Frankfurt bewegen werden, ist jedoch ungewiss. Immerhin finden sich unter den konkurrierenden europäischen Finanzzentren Standorte wie Luxemburg, Zürich oder auch Paris. Dennoch suchen viele Investoren ihr Heil auf dem Frankfurter Markt. Im ersten Halbjahr 2016 ist die Spitzenrendite für Büroimmobilien laut CBRE auf ein neues Rekordtief von 4,2 Prozent gesunken.

Der vielerorts beklagte Mangel an Core- und Core-Plus-Immobilien lässt inzwischen auch am Main Ausweichreaktionen hin zu risikoreicheren Segmenten erkennen. Dabei sollte sich selbst bei Frankfurter Core-Objekten kein Investor der Illusion hingeben, dass die geringe Rendite das Risiko adäquat abbildet und der Cashflow langfristig gesichert ist. Die Entwicklung des Marktes hängt wesentlich vom Banken- und Finanzdienstleistungssektor ab. Wie labil dieser ist, zeigen unter anderem die Negativschlagzeilen um vermeintliche deutsche Branchenführer wie Deutsche Bank und Commerzbank. Nach den Kursverlusten von Bankaktien in den vergangenen Monaten und nach den Erfahrungen von 2008 bedarf es nicht viel Fantasie, um sich ein Krisenszenario vorzustellen.

Wer heute in Frankfurter Immobilien investiert, geht in jedem Fall das Risiko ein, in einen Standort zu investieren, welcher eine weniger hohe Branchendiversifikation aufweist als andere Standorte wie München oder Hamburg. Erfüllen sich die Erwartungen des IW Köln und anderer Frankfurt-Optimisten, erfährt der Standort eine noch stärkere Konzentration auf die Finanzbranche als ohnehin schon – mit allen damit verbundenen Risiken. Bleibt der Zustrom aus London aus, bleibt die Herausforderung die Flächen in einem dann von weniger Nachfrage geprägten Umfeld wieder zu vermieten.

Steuerung politischer Risiken in Investmentportfolios

Was steht für Investoren in den kommenden Monaten auf der politischen Agenda? Ist die Europäische Union, in den Ländern wie Italien derzeit von den Marktteilnehmern mit Argusaugen beobachtet werden, im Auge des Zyklons, oder sind es die USA, wo der Ausgang der Präsidentschaftswahlen darüber entscheiden wird, ob ein warmer Regen in Form von Konjunkturpaketen über dem Land niedergehen wird? Die zunehmende Ungleichheit der Einkommen und der Rückgang des Pro-Kopf-BIPs in der westlichen Hemisphäre erklären zum Teil das Verhalten der Wähler. Wie können Investoren ihre Portfolios gegen diese politische Risiken absichern? Die meisten dieser Faktoren können ein gewisses Maß an Volatilität generieren. Aber was geschieht, wenn ein erklärter Gegner der freien Marktwirtschaft in einem großen westlichen Land an die Macht kommt? Mit diesen Fragen möchten sich Stéphane Dutu, Jérémy Gatto und Florian Ielpo, alle Unigestion, im Folgenden auseinandersetzen. Die Analyse mit Grafiken finden Sie links als PDF.

Politische Risiken lauern derzeit überall: Man denke nur an die Brexit-Schlagzeilen, die Kontroversen um die US-Wahlen oder das Drama um die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Das Wiederaufflammen der politischen Risiken resultiert wahrscheinlich aus einer völlig veränderten Wahrnehmung der Konsequenzen, welche die Globalisierung für die Welt hat. Die Globalisierung ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unaufhaltsam auf dem Vormarsch und hat sich seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) 2000 weiter beschleunigt. Sie hat die Spielregeln in der Weltwirtschaft revolutioniert: China wies zweistellige Wachstumsraten auf in einer Zeit in der sich diese in den westlichen Volkswirtschaften strukturell verlangsamt hatte. Die Menschen sind zunehmend frustriert: Was zuvor als notwendiges Übel erachtet wurde und das Räderwerk der Weltwirtschaft am Laufen hielt, gilt mittlerweile als „Abzocke“, wie Donald Trump es im ersten TV-Duell mit der Gegenkandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, formulierte. Über die theoretische Debatte um den Freihandel hinaus befeuert der mutmaßliche Verlust der wirtschaftlichen Souveränität in den Industrieländern den Aufstieg von Anti- Establishment-Parteien. Erstmals kristallisierte sich dieses Anti-Establishment-Gefühl im britischen „Ja“ zum Brexit deutlich heraus und wird im restlichen Verlauf des Jahres 2016 wie auch 2017 ein wichtiger Punkt auf der überladenen politischen Agenda sein. Wir denken, dass das politische Risiko – der Aufstieg politischer Parteien, welche die ökonomischen Lösungen des 20. Jahrhunderts in Abrede stellen – eng überwacht werden muss, da es sich aller Voraussicht nach auf die Wertentwicklung etlicher Anlagen auswirken wird.

Das politische Risiko ist in der EU unaufhaltsam gestiegen

Die Wahlen in der Europäischen Union und in den USA zeigen, dass Anti-Establishment- Parteien und -Kandidaten in der Gunst der Wähler weiter steigen. Diese Kräfte sind keine Randparteien mehr, sondern könnten schon bald über ausreichende Unterstützung verfügen, um erheblichen Einfluss auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik auszuüben. Auch ohne direkte Regierungsbeteiligung stoßen sie in großen Teilen der wahlberechtigten Bevölkerung auf eine so hohe Resonanz, dass es sich die etablierten Parteien nicht mehr leisten können, ihre Forderungen einfach zu ignorieren, so wie es früher der Fall war.

Keinem westlichen Land ist es in den letzten Jahren gelungen, sich der zunehmenden Beliebtheit von Protestparteien und -kampagnen entgegen zu stemmen. Grafik 1 zeigt ihren Vormarsch bei Wahlen in westeuropäischen Ländern. Die ständig steigende Zahl der Wähler, die für radikale Oppositionsparteien stimmen, welche die Errungenschaften der Globalisierung, des Kapitalismus, des Freihandels, der Einwanderung und des Multikulturalismus abstreiten, stellt für Investoren ein Risiko dar. Dadurch erhält zum Einen die politische Instabilität Nahrung. Zum Andern könnten – was für die Finanzmärkte noch gravierender ist – bei einem Anhalten dieser Tendenz über die kommenden 12 Monate Politiker an die Macht kommen, die Gegner der freien Marktwirtschaft sind, so dass die Gewinne, die global agierende Unternehmen dank des freien Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehrs erzielen können, erheblich geschmälert würden.

Erstmals kristallisierte sich dieses Risiko im überraschenden Ausgang der Brexit- Abstimmung vom 23. Juni 2016 heraus, der das weit verbreitete Misstrauen der Briten gegenüber der EU sowie sonstigen Institutionen zum Ausdruck brachte, die eine stärkere Teilung der Souveränität und mehr Einwanderung in Europa befürworten. Weitere politische Gewitter dieser Art könnten in den kommenden 12 Monaten über der EU niedergehen.

Europäische Länder, die es zu beobachten gilt, sind Italien, Österreich, die Niederlande und Frankreich

In Italien ist für den 4. Dezember ein Referendum über eine Verfassungsreform zur Abschaffung des Zwei-Kammern-Systems und zur Straffung des Gesetzgebungsprozesses anberaumt. Matteo Renzi, Führer der italienischen Mitte-Links-Regierung, der 2013 Pier Luigi Bersani an der Spitze der Demokratischen Partei (PD) ablöste und 2014 Enrico Letta als Premierminister nachfolgte, möchte mit diesem Referendum seine aktuelle Position als Premierminister, die er erlangte, ohne gewählt worden zu sein, demokratisch legitimieren. Renzi war so zuversichtlich, dieses Referendum zu gewinnen, dass er für den Fall einer Ablehnung der Verfassungsänderung durch seine Landsleute seinen Rücktritt ankündigte. Dieser Anfall von Hochmut kann seine politische Karriere schwer beschädigen und in Italien eine neue Phase der Unsicherheit einläuten. Aktuellen Umfragen zufolge kann Renzi das Referendum durchaus verlieren, da sich seine politischen Gegner die Verdrossenheit der Italiener über die stockende Wirtschaft, die hohe Arbeitslosigkeit und das durch die Flüchtlingskrise hervorgerufene Chaos zunutze machen. Verliert er das Votum und tritt zurück, kann der italienische Staatspräsident das Unterhaus auflösen und für das kommende Jahr Neuwahlen ansetzen. Durch die rückläufigen Zustimmungsquoten der Regierung und den Aufstieg von Protestparteien wie der EU-skeptischen Fünf-Sterne- Bewegung und der immigrationsfeindlichen Lega Nord könnte für den Fall, dass im Unterhaus und dem immer noch mächtigen Senat keine Mehrheit gefunden wird, eine Koalition aus Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen oder eine neue Phase politischen Stillstands oder Reformstaus eingeläutet werden. Aber selbst wenn Renzi als Sieger aus dem Referendum hervorgeht, bei einer Niederlage als Premierminister durch einen anderen PD-Politiker abgelöst oder wortbrüchig wird und nicht zurücktritt – Szenarien, die allesamt Neuwahlen im Jahr 2017 ausschließen –, werden die finanziellen und politischen Risiken in Italien aus den folgenden Gründen auf mittlere Sicht hoch bleiben:

  • Für das Problem der gravierenden Unterkapitalisierung der italienischen Banken, wodurch die Vergabe von Krediten an die Wirtschaft schwer beeinträchtigt wird, ist noch keine Lösung in Sicht.
  • Das neue Wahlgesetz, das durch das Referendum zur Verfassungsreform bestätigt werden und der Partei mit den meisten Stimmen zusätzliche Sitze verschaffen wird, ist so ausgelegt, dass es die PD begünstigt. Jedoch könnte dieser Schuss bei den nächsten allgemeinen Wahlen 2018 für Renzis Partei nach hinten losgehen. So hat sich die Fünf-Sterne-Bewegung auf nationaler Ebene als stärkste politische Kraft etabliert und dürfte durch das neue Gesetz im Parlament noch stärker repräsentiert werden.

In Österreich ist für den 4. Dezember die dritte Runde der Präsidentschaftswahlen anberaumt, bei der ein Sieg von Norbert Hofer von der EU-skeptischen und immigrationsfeindlichen FPÖ möglich ist. Bei einem Wahlsieg könnte er die Regierung auflösen und damit Neuwahlen ansetzen, aus denen eine Koalitionsregierung aus seiner Partei und der rechten ÖVP hervorgehen könnte. Als Ursache des tief empfundenen Anti- Establishment-Gefühls vieler Österreicher gilt die Flüchtlingskrise. Ausgedrückt in Prozent der Bevölkerung hatte Österreich einen Flüchtlingsstrom zu bewältigen, der hinsichtlich Stärke und Geschwindigkeit mit Deutschland vergleichbar ist.

Im Frühjahr des kommenden Jahres stehen in den Niederlanden Parlamentswahlen an. Den jüngsten Umfragen zufolge könnte die nationalistische und ausländerfeindliche PVV- Partei die Wahlen gewinnen, so dass ihr Führer Geert Wilders eine Koalitionsregierung vorschlagen dürfte. Wie in Österreich gilt als Hauptgrund für die rasant zunehmende Beliebtheit der PVV die europäische Flüchtlingskrise.

In Frankreich wird erwartet, dass der immigrations- und EU-feindliche Front National die erste Runde der Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr problemlos schaffen wird. Obwohl damit gerechnet wird, dass Marine Le Pen in der zweiten Runde dem Kandidaten der republikanischen Mitte-Rechts-Partei (LR, Les Républicains) unterliegen wird, könnte ihre Partei rund 60 Sitze im Parlament erobern und damit verhindern, dass der nächste Präsident die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erlangt. Aufgrund fehlender Abgeordnetenmandate könnte die LR-Partei zu einem politischen Kurs gezwungen sein, der entweder dem Front National oder der Linken zusagt. Dies könnte den Gesetzgebungsprozess erheblich erschweren.

In Deutschland sind für September 2017 Bundestagswahlen angesetzt. Eine mögliche Spaltung zwischen der CDU und ihrer bayrischen Schwesterpartei CSU aufgrund konträrer Meinungen zum Thema Einwanderung sowie die zunehmende Beliebtheit der EU- und einwanderungsfeindlichen AfD und der populistischen Partei Die Linke könnten die derzeitige CDU-SPD-Koalition die absolute Mehrheit im Bundestag kosten. Damit könnte Deutschland dem Club der EU-Länder beitreten, in denen politisches Tauziehen herrscht.

Und der Gigant jenseits des Atlantiks: die Vereinigten Staaten

In den USA hat der populistische Kandidat Trump gegenüber der Status quo-Kandidatin Clinton in den vergangenen Monaten an Boden gewonnen und konnte in den Umfragen deutlich aufholen. Allerdings wird ein Sieg über die Kandidatin der Demokraten für den aufbrausenden Immobilienmilliardär schwer zu erringen sein, zumal er während der TV- Duelle zumeist keine gute Figur machte. Jedoch scheuen sich wohl viele Trump-Fans, in Umfragen offen zuzugeben, dass sie für ihn stimmen werden, so dass seine Beliebtheit in Wirklichkeit größer sein dürfte als aus den Umfragen hervorgeht. Die Erfahrung mit dem Brexit-Votum hat uns gelehrt, dass viele Wähler Angst haben, für politische Meinungen, die in den Medien verpönt werden, stigmatisiert zu werden. Durch diese „zugeknöpften“, mit ihrer Meinung hinter dem Berg haltenden Wähler sinkt die Aussage- bzw. Prognosekraft von Umfragen.

Der Prozentsatz der Wähler, die wirklich unentschlossen sind, ist noch immer hoch, so dass der Ausgang der Wahlen zum Weißen Haus des Jahres 2016 höchst unklar ist. Für den Fall, dass Trump am 8. November zum nächsten US-Präsidenten gewählt wird, halten wir das politische, geopolitische oder wirtschaftliche Risiko für geringer als generell angenommen. Viele der Sorgen um die Konsequenzen einer Wahl Trumps sind aus folgenden Gründen übertrieben: 1. Obwohl im Repräsentantenhaus aller Voraussicht nach die Republikaner die Mehrheit behalten werden, könnte der Senat bei den Wahlen Anfang November an die Demokraten zurückfallen, wodurch der Machtfülle des republikanischen Lagers Grenzen gesetzt würden. 2. Die republikanische Mehrheit im Kongress scheint von Vorteil für Trump, aber viele republikanische Senatoren und Abgeordnete dürften seinen unkonventionellen und beängstigenden Wahlversprechen ablehnend gegenüber stehen. 3. Wie in der Politik üblich, mäßigen selbst radikale Kandidaten bei der Konfrontation mit der echten politischen Verantwortung ihren Ton. 4. Auch wenn der US-Präsident Anordnungen („executive orders“) erteilen kann, so ist er nicht der allmächtige Oberkommandierende, sondern eher ein „bevollmächtigter Geschäftsführer“ („capable caretaker“), der die vom Kongress verabschiedeten Gesetze ausführt. Die US-Verfassung schreibt vor, dass der Kongress die Gesetze erlässt, der Präsident sie – auch wenn er mit ihnen nicht einverstanden ist – ausführt, und der Oberste Gerichtshof sie auslegt. Der Kongress kann das Veto des Präsidenten mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern überstimmen. Nicht der Präsident, sondern nur der Kongress allein ist berechtigt, einen Krieg zu erklären. Auch hat der Kongress das Recht, den Präsidenten seines Amtes zu entheben, falls dieser sich weigert, vom Kongress verabschiedete Gesetze auszuführen.

Selbst wenn ein Präsident Trump zunächst genauso aufbrausend, provokant und unrealistisch wie der Kandidat Trump aufträte, würden die weitreichenden Vollmachten des Kongresses seine Machtfülle eindämmen und potenzielle Spannungen im In- oder Ausland entschärfen bzw. Imageschäden vom Präsidentenamt abwenden. Würde Trump der Möglichkeit beraubt, weiterhin die Rolle des aggressiven und unberechenbaren Außenseiters zu spielen, besteht die Chance, dass er sich im Lauf der Zeit zu einem disziplinierten und konstruktiven Leader entwickelt. Dies könnte den Kongress letztendlich davon überzeugen, über einige seiner besseren Vorschläge nachzudenken und im Interesse des Gemeinwohls mit ihm zu kooperieren, um die in den USA vorhandenen sozialen Spannungen abzubauen.

Ein politisches Risiko ist per definitionem ein vorübergehender Schock mit längerfristigen potenziellen Auswirkungen: Eine beispielhafte Illustration dessen ist das Brexit- Referendum. Die wirtschaftliche Lage Großbritanniens wird zwei Jahre nach der offiziellen Aktivierung der EU-Ausstiegsklausel eine andere sein. Das Brexit-Votum verursachte an den Finanzmärkten zunächst ein spürbares Beben, gefolgt von einer raschen Erholung mit der Währung als einziger Ausnahme. Die längerfristigen Folgen sind schwieriger zu prognostizieren und haben sich in den Preisen der meisten Finanzaktiva, die üblicherweise zur Absicherung von Risiken dienen, bislang kaum niedergeschlagen. Politische Unsicherheit ist somit für die Märkte nicht problematisch, weil sie mit Veränderungen einhergeht, sondern weil Veränderungen häufig eine Phase der Unsicherheit vorausgeht. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Märkte sind je nach den globalen Folgen dieses politischen Risikos unterschiedlich stark. Jedoch sind sie in den meisten Fällen überschaubar und von kurzer Dauer – zumindest bislang.

Bei potenziellen Absicherungen gegen politische Risiken denken Investoren typischerweise an Gold, Devisen, Aktienvolatilität, Anleihen und den US-Dollar. Grafik 2 zeigt die durchschnittliche Entwicklung einen Monat vor bis einen Monat nach jeder der letzten sechs US-Wahlen im Zeitraum von 1992 bis 2013. Im Durchschnitt beschreiben die impliziten Volatilitäten ein zeltförmiges Muster um den Zeitpunkt der US-Wahlen und steigen im Monat vor den Wahlen zusammen mit der Zunahme der Erwartungen an, um danach rasch wieder in dem Maß zu sinken, in dem das Ereignis eingepreist oder vorbei ist. Somit wäre eine Longposition in Volatilität in jedem risikoorientierten Portfolio als Stoßdämpfer sinnvoll. Sichere Anlagen boten im Durchschnitt kaum Schutz. So beschreibt Gold eine umgekehrte Zeltform und verbuchte vor und nach Wahlen jeweils negative Renditen: Für solche vorübergehende Phasen scheint Volatilität die beste Absicherung darzustellen.

Grafik 3 zeigt die gleichen Berechnungen zum Zeitpunkt des Brexit-Votums, mit einer angepassten Liste potenzieller Absicherungen. Erstaunlicherweise wiederholt sich das Muster: Aktien- und Wechselkursvolatilitäten reagierten während der Dauer des Ereignisses, während möglicherweise aufgebaute Absicherungen stark durch das Ereignis beeinflusst wurden und enttäuschten. Auch hier erwies sich Gold als ineffizient, während die Renditen von Anleihen während der Dauer des Ereignisses konsequent sanken. Einmal mehr bot Volatilität interessante Absicherungsmerkmale.

Ein Opfer erhöhter politischer Unsicherheit ist häufig die Liquidität. In Extremfällen (wie dem Brexit) kann der Markt in eine Liquiditätsfalle geraten, wie es bei Devisenoptionen auf GBP-denominierte Währungspaare der Fall war, die am Tag des Referendums verfielen. Somit kann sich vor solchen Phasen auch ein Deleveraging auszahlen.

Mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen scheinen nur wenige Märkte das Risiko eines überraschenden Wahlausgangs einzupreisen. Aktuellen Umfragen zufolge liegt Clinton mit Abstand in Führung. Aber der Brexit hat gezeigt, dass Umfragen falsch liegen können. Zudem zeichnet sich kurz vor dem Urnengang in den Umfragen häufig ein Kopf-an- Kopf-Rennen der Kandidaten ab. Bei den aktuellen Marktpreisen könnten Absicherungsstrategien in Form von Longpositionen in Volatilität derzeit ein attraktives Risiko-Rendite-Profil bieten.

Globalisierung und Ungleichheit: die Wurzel allen Übels?

Anti-Establishment-Parteien kritisieren vor allem die früheren Entscheidungen der etablierten Parteien. Die Staatsausgaben sind in den vergangenen 20 Jahren förmlich explodiert, so dass die Schuldenquoten (in Prozent des BIP) immer neue Rekordwerte erklimmen. Aber das in den einzelnen Volkswirtschaften investierte Geld der Steuerzahler konnte den Lebensstandard kaum steigern. Die nunmehr erforderlichen Ausgabenkürzungen, die zu einer Zeit drohen, da die Bevölkerung die zunehmende Ungleichheit und eine Verschlechterung des Lebensstandards beklagt, erklären die aktuelle politische Situation zum Teil.

Messung des Versagens der Regierungen

Nach der Großen Rezession wurden in massivem Umfang öffentliche Gelder sowohl zur Stützung des Wachstums als auch zur Rettung angeschlagener Finanzinstitute verwendet. Dadurch stieg die durchschnittliche Schuldenquote (in Prozent des BIP) (Grafik 4) von 65% auf knapp 100%. Natürlich bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. So beträgt die Staatsschuldenquote in Italien 130%, während sie in der Schweiz gerade einmal bei 45% liegt, aber die durchschnittliche Quote ist gestiegen, da das nominale BIP-Wachstum mit dem steilen Anstieg der Staatsausgaben nicht Schritt halten konnte. Auf vorherige Rezessionsphasen folgte stets eine Zunahme der Verschuldung, aber dieses Mal hatten die Regierungen ihre Ausgaben noch weniger unter Kontrolle als sonst.

Diese Zunahme der Staatsverschuldung hat dazu geführt, dass etliche Länder – vor allem in Europa – Ausgabenkürzungen beschlossen haben und damit Unzufriedenheit in der Bevölkerung schaffen. Die Sanierung der Staatsfinanzen erfolgt normalerweise nicht zu Lasten der wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen, so dass in vielen demokratischen Ländern mittlerweile ein hohes Maß an Verdrossenheit zutage tritt. Der Aufstieg der Syriza-Partei in Griechenland reflektiert vor allem die durch die Haushaltspolitik der früheren Regierung ausgelöste Verdrossenheit der Bevölkerung.

Viele populistische Strömungen sehen in diesen fiskalischen Maßnahmen einen der Hauptgründe für den jüngsten Rückgang des Pro-Kopf-BIP: Grafik 5 zeigt, dass sich dieser Wert im Zeitraum 2008-2014 kaum verbessert hat und sich seit einiger Zeit wieder nach unten bewegt. Dabei handelt es sich lediglich um Durchschnittswerte, wobei die Streuung um dieselben zeigt, dass die Menschen mit den niedrigsten Einkommen dabei benachteiligt sind. Dieses Thema wurde von den Anti-Establishment-Parteien mit Begeisterung instrumentalisiert. Der politische Status quo wird in zunehmendem Maß mit einem wirtschaftlichen Kontrollverlust gleichgesetzt, der bei kommenden Wahlen eventuell seinen Tribut fordern wird.

Reaktion der Märkte

Credit Default Swaps (CDS) und Wechselkursvolatilität dienen seit langem als Maßstab für das politische und das Länderrisiko. Wie genau reflektieren sie heute dieses Phänomen? Grafiken 6 bzw. 7 zeigen den CDS und die reale Volatilität des Wechselkurses für die USA, Großbritannien sowie eine Reihe von Ländern der Eurozone. Aus beiden Grafiken sind der Ausbruch der Griechenland-Krise und der europäischen Krise 2011 sowie der Ausgang des Brexit-Votums klar ersichtlich. Der Brexit ist in der Wechselkursvolatilität deutlicher zu erkennen als in den CDS-Spreads. Allerdings vermitteln beide Grafiken die gleiche Botschaft: Eine Zunahme des politischen Risikos schlägt sich an den europäischen und US-amerikanischen Märkten kaum nieder. Das politische Risiko ist in beiden Regionen preislich schwer zu quantifizieren, so dass Vorsicht umso angebrachter ist. Der Hauptgrund für diesen augenscheinlichen Mangel an Risikoaversion ist wahrscheinlich der Aktionismus der Zentralbanken: Das erklärte Ziel der quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) ist die Eindämmung der Risikoaversion an den Finanzmärkten, was seit 2009 hervorragend gelungen ist. Die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben es geschafft, die Risikoprämie in den vergangenen 8 Jahren zu senken, senden jetzt aber Signale für einen geldpolitischen Kurswechsel. Weitere QE-Pakete der EZB und der Fed sind nunmehr eher unwahrscheinlich, so dass das Repricing des politischen Risikos alsbald drastisch ausfallen könnte: Dieses Risiko wird in den kommenden Quartalen mit Sicherheit breiten Raum einnehmen.

Fazit

Das politische Risiko nimmt zu, aber die Märkte scheinen dem kaum Rechnung zu tragen. Sein Anstieg erklärt sich teilweise durch Fundamentaldaten, die zum Großteil dauerhaft Bestand haben werden: Globalisierung, sinkende Lebensstandards und begrenzter staatlicher Spielraum zu ihrer Beeinflussung, so dass die Verdrossenheit der Bevölkerung wächst. Die US-Wahlen und das anschließende Referendum in Italien sind die beiden nächsten Ereignisse, auf die Investoren ihr Augenmerk richten sollten, zumal im kommenden Jahr eventuell Anti-Establishment-Parteien an die Macht kommen werden. Zur Absicherung dieser Risiken empfehlen wir den Einsatz von Wechselkurs- und Aktienvolatilität, da diese Instrumente für derartige Phasen erhöhter Volatilität und des Austrocknens der Liquidität am besten geeignet sind. Voraussetzung für den Erfolg dieser Ansätze ist jedoch, dass das politische Risiko keine langfristigen Verwerfungen an den Märkten, sondern lediglich vorübergehende Schocks erzeugt.

Blick in die Zukunft: Alternatives Investieren 2.0

von Fiona Frick, Chief Executive Officer von Unigestion.

In einem Umfeld bestenfalls schwachen Konjunkturwachstums und anhaltend niedriger Zinsen gibt es einen zunehmenden Konsens, dass die Renditen der traditionellen Anlageklassen in den nächsten Jahren unter Druck geraten werden.

Viele Investoren setzen deshalb auf alternative Anlagen, die noch immer ein attraktives risikoadjustiertes Renditepotenzial aufweisen und ein wertvolles Instrument zur Portfoliodiversifikation darstellen. Infolge des Niedrigzinsumfelds sind aber auch die Renditen vieler Hedgefonds-Strategien stark gesunken und haben die Gebührenproblematik ins Blickfeld gerückt.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass fähige Hedgefonds-Manager auch weiterhin eine wichtige Quelle für die Generierung von unkorreliertem Alpha für langfristig orientierte Investoren sind. Fortschritte bei der quantitativen Modellierung haben die traditionellen Definitionen von Alpha jedoch auf den Prüfstand gestellt und die Möglichkeit für einen kostengünstigeren Zugang zu alternativen Anlagen eröffnet.

Unser Research zeigt, dass eine robuste alternative Anlagelösung anhand eines Core- Exposures in alternativen Risikoprämien entwickelt werden kann, damit Investoren Zugang zum gleichen, breit gefächerten und gut diversifizierten Risikospektrum erhalten, das von vielen Hedgefonds-Strategien genutzt wird. Dies allerdings mit höherer Liquidität, Flexibilität und Transparenz und niedrigeren Kosten.

Diese Lösung kann dann durch ein Exposure zu mehreren sorgfältig ausgewählten Hedgefonds-Managern ergänzt werden, die ein mit diesen Risikofaktoren nicht korreliertes Alpha erzielen können.

Auf das Risikomanagement kommt es an, wenn man in einem derart schwierigen Umfeld Renditen erzielen und die Volatilität effizient steuern will. Entscheidend ist außerdem die Expertise in den einzelnen alternativen Risikoprämien und der leistungsfähigen Allokation in diese Risikoprämien. Letztere sollen auch dem Wechsel der Wirtschaftsphasen Rechnung tragen. Weiter ist die Fähigkeit zur Identifikation und der Zugang zu den kompetentesten Hedgefonds-Managern ein weiteres wichtiges Element.

Hedgefonds-Renditen unter der Lupe

In den vergangenen zehn Jahren haben sich zahlreiche wissenschaftliche Studien mit der These beschäftigt, dass Hedgefonds-Renditen auf das Markt-Beta und -Alpha abzüglich Kosten zurückzuführen sei.

Wissenschaftliche Studien in der vergangenen Dekade haben die Idee hinterfragt, dass Hedgefonds-Erträge aus dem Markt-Beta und –alpha abzüglich Kosten abgeleitet werden kann.

Die Realität ist jedoch differenzierter: Viele Elemente des ursprünglichen Alpha-Konzepts beruhen de facto auf der Existenz differenzierter Risikoprämien, die mit liquiden Anlagestrategien genutzt werden können. Echtes Alpha stellt nach wie vor eine wichtige Komponente dar. Dennoch sollte man neue Wege für die Bewertung alternativer Klammert man das Markt-Beta aus, kann man alternative Anlagerenditen leichter erzielen, wenn man auf eine Kombination folgender Elemente setzt:

  • alternative Risikoprämien durch liquide Anlagestrategien und
  • Alpha durch sorgfältig ausgewählte Hedgefonds mit nachweislicher Managerkompetenz.

Erkenntnisse über die Komponenten von Hedgefonds-Renditen ermöglichen den Aufbau eines optimal diversifizierten Portfolios mit einem Core-Exposure in alternativen Risikoprämien. Dieses wird ergänzt durch einzelne Hedgefonds-Manager, die in der Lage sind, echtes unkorreliertes Alpha für das Portfolio zu generieren.

Im Mittelpunkt von Anlagen in Risikoprämien steht der Gedanke, dass Investoren nicht für die Anlagen vergütet werden, die sie halten, sondern für die Risiken, die sie in Kauf nehmen. Letztere umfassen das Markt-Beta (z.B. die Rendite für das übernommene Aktienmarktrisiko) und alternative Risikoprämien, die eine systematische Erklärung für die Renditen liefern, die ursprünglich als Alpha bezeichnet wurden.

Dank der Einführung komplexerer quantitativer Methoden und Modellen für die Faktoranalyse kann die Theorie inzwischen in die Praxis umgesetzt werden. Darüber hinaus hat die Finanzkrise von 2008 zu neuen Erkenntnissen und Sichtweisen geführt. Die Grenzen zwischen traditionellen und alternativen Anlageklassen verschwimmen zusehends, und immer mehr Investoren wissen inzwischen, dass Diversifikation nicht durch Anlagen in verschiedene Anlageklassen, sondern durch Investments in unterschiedliche Risikofaktoren entsteht, die diesen Anlageklassen zugrunde liegen.

Kombination von Risikoprämie mit Exposure von Hedgefonds

Wir glauben, dass die Nutzung von Risikoprämien und die Generierung von Alpha als unterschiedliche Ansätze zu betrachten sind, die völlig verschiedenen Liquiditätsbedingungen und Preisstrukturen Rechnung tragen.

Investoren sollten eine direkte Allokation zu alternativen Risikoprämien mit mehreren sorgfältig ausgewählten externen Hedgefonds kombinieren, die sich durch ihre Erfolgsbilanz in der Generierung unkorrelierten Alphas ausgezeichnet haben.

So entsteht eine integrierte Lösung für alternative Investments mit Merkmalen, die bei Investoren gefragt sind und viele der Probleme traditioneller Ansätze – hohe Kosten, geringe Liquidität und mangelnde Transparenz – lösen können.

Dies bietet Investoren einen dritten Weg, indem sie nicht einfach von Hedgefonds- Managern abhängen, die alternative Risikoprämien als Alpha betrachten und deshalb eine sehr unterschiedliche Portfoliostruktur produzieren, oder von rein quantitativen Managern, derren Modelle auf historischen Korrelationen beruhen und sich bei Trendwenden an den Märkten als wenig zuverlässig erweisen können.

(i) Aufbau der Core-Exposure in alternativen Risikoprämien

Nicht jedes Risiko wird mit einer Prämie vergütet, so dass erhebliches Research erforderlich ist, wenn man herausfinden will, welche Risikofaktoren nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Risikoprämien ermöglichen. Unser derzeitiger Kenntnisstand plädiert für Long/Short Equity-Faktoren, Trend-Following- und Carry-Strategien. Allerdings stellen wir diese Schwerpunkte ständig auf den Prüfstand.

Es ist ebenso wichtig, liquide investierbare Portfolios mit attraktiven Risikoeigenschaften zu strukturieren. Da alternative Risikoprämien mit spezifischen Risiken verbunden sind, die für Long/Short-Strategien typisch sind, und Risiken nicht allein durch die Volatilität abgebildet werden können, messen unsere Risikomodelle auch die Asymmetrie sowie das Extrem- und Liquiditätsrisiko. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass Risikomanagement der entscheidende Faktor für nachhaltige langfristige Performance ist.

Ausgehend von unserer Einschätzung des derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und der Sensitivitäten alternativer Risikoprämien zum jeweiligen Wirtschaftszyklus legen wir die effizienteste Kapitalallokation für ein ausgewogenes Exposure zu allen makroökonomischen Konstellationen fest und steuern diese dynamisch.

(ii) Unkorreliertes Alpha durch Hedgefonds hinzufügen

Obwohl dieser Ansatz eine optimale Nutzung alternativer Risikoprämien ermöglicht, bleibt das echte Alpha, das sich nicht durch gängige Risikofaktoren erklären lässt, eine wichtige Quelle für die Generierung unkorrelierter Renditen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Spitzen-Hedgefonds-Manager ein hohes Alpha generieren können. Deshalb ist die Auswahl der Manager ausschlaggebend.

Ausgangsbasis ist die umfassende Analyse der Renditequellen jedes einzelnen Managers anhand von hochentwickelten Modellierungstools. Das Ziel ist dabei eine möglichst niedrige Korrelation mit alternativen Risikoprämien und eine niedrige Korrelation zwischen den einzelnen Managern anzustreben, die für einen robusten Portfolioaufbau im Einzelfall ausgewählt werden.

Die Vergangenheit ist nicht immer eine gute Hilfe für die Zukunft. In einer Welt, wo traditionelle Anlage unter Druck kommen könnten, ist aktives Risikomanagement nötig, um im Marktgeschehen richtig zu navigieren. Das Interesse an alternativen Anlagen wird stark bleiben. Aber es sind neue Wege zu beschreiten, um diese Erträge zu erreichen.

Sorgfältig ausgewählte Hedgefonds-Investments ergänzen ein Core-Exposure in liquiden alternativen Risikoprämien.

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With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approaches bond investing from a different angle than most others. Anthony Smouha, fund manager of the GAM Star Credit Opportunities EUR, describes his approach of investing in quality companies that are unlikely to default and generating returns by investing lower down the capital structure.

What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

The fund is a bond fund and is all about safety and income. Safety from investing in mainly investment grade companies, a steady high income deriving from investing across the capital structure of high quality companies including investing in their junior debt, which pays a higher income. Their junior debt is often sub-investment grade, but what matters to us is the rating of the issuer as reflected by their investment grade ratings. As such, we don’t have to extend the credit risk nor the interest risk. Many of these companies are recognisable national champions with low sensitivity to economic or credit cycles. This is also why we are buy-and-hold investors. We are very selective in terms of the issuers that we have exposure to and don’t need to trade in and out of companies or markets. We are not trying to make capital gains from trading interest rate curves, guessing the five year forward or shorting interest derivatives. The longer we own the securities the better as what matters over time is the predictable and steady carry that the fund captures. As an indication, the fund captures ca. 50bps coupon payments per month or an income of 6% per annum – despite the low interest rate environment. We are what bond investing used to be: invest in a strong company, collect the income and get our money back. The wonderful thing about a bond is that it is predictable. Our performance is driven by the predictable income we earn each month. 

Where we differentiate ourselves is that we are extremely selective in terms of the issuers that we are exposed to as well as the exposure within the capital structure. For example, we have only 10% exposure to AT1 Cocos. We may like the issuers but are cautious on these new securities as their coupons are discretionary and non-cumulative. We prefer to invest selectively within securities issued under Basel II, in securities where coupon has to be paid or in case where deferability is cumulative. The safety comes from the assessment of companies’ fundamentals and investing mainly in Investment Grade companies, which by their nature have a very low default risk. Having managed the fund since 1985, we learned to test the strategy in different market conditions and have learned to stay extremely focused, disciplined and conservative – which are necessary attributes for fixed income investors. There are not many competitors that do what we do. We are not trying to achieve a high return by investing in the bonds of risky companies. By participating in junior or subordinated issues of quality companies, we can obtain the higher returns on offer, for the same default risk.

How do you add value for your investors? 

While many investors seeking high income will find it in the bonds of riskier companies or riskier countries, we invest in safe companies and will invest lower down the capital structure to obtain the higher yield. So the alpha that we bring is not only the issuer selection but also the bond selection.
Issuer selection is bottom-up driven. We want to make sure to invest in safe companies, with strong corporate governance that have the ability and willingness to pay coupon and principal. Junior debt is a non-harmonized market, so bond selection means understanding the contractual obligation set in the prospectus. It is also about understanding how regulatory changes impact these conditions.
Alpha also derives from our suppliers:  we have more than 30 counterparties that we trade with, so we have extremely good access in terms of sourcing and selling securities. Recent regulatory reforms increasing minimum ticket sizes to 100k has made investing bonds less accessible to private individuals. So the fund also gives access to private investors to an extraordinary and diversified pool of issuers and securities which may not be available to many.
The fund has been managed by the same manager for 25 years and the investment management team is capitalizing on their specialist skills. Experience itself adds value in many areas, enabling us to obtain the higher yields often attached to junior or subordinated issues, or those with more complex features, as well as capturing the capital appreciation as the bonds realize their true value.

How do you generate investment ideas?

Our investment universe is very broad and while we invest a high proportion in subordinated debt of financial institutions the strategy also allocates into corporate and corporate hybrid bonds, some high yields and some emerging markets. The determination of regulators to make the financial system safer has resulted in a strong bias to the structurally improving financial sector, but understanding regulatory changes is an important theme. For example, the implementation of Basel III meant that securities issued under Basel II would become a very inefficient form of regulatory capital for issuers since losing over time their eligibility as regulatory capital. So by selecting the right securities, we are not only capturing the higher income, but also should benefit from additional capital gains in case of liability management exercises, when companies buy back their own bonds. As there is for example no new supply, we are also capturing a rarity-premium. Regulatory changes are on-going and as such create on-going opportunities. For example, the Swiss Regulator grandfathered low trigger AT1-Cocos last year, meaning that it would only recognize them as regulatory capital until first call date. As there is no extension risk, one could price these securities to call instead to maturity. So we have perpetual securities that de-facto became dated one, creating interesting opportunities.
At the end of the day, ideas generation are bottom-up driven – meaning that we first need conviction in terms of the issuer. The financial sector comprises hundreds of banks and non-banks ranging from universal banks, to asset managers, real estate companies, brokers, life insurance and non-life insurance companies. In addition to the diversification these provide through their widely divergent business models and balance sheet characteristics, the sophistication and depth of the subordinated universe means a rich and continuously refreshed opportunity set for the strategy.

How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Our team is experienced heavy and focused with two co-managers working closely together to manage the funds. Decisions therefore are made quickly and brokers like that. Hence, they actively approach us with issues that are either too small for the big houses or too intricate for mainstream investors. Prospectuses are dense documents – I started my career 40 years ago writing prospectuses, and spent an important part of my career as a market maker. Understanding the technical aspects of prospectuses and the ebb and flow of markets provides alpha. For example, when there is some turmoil in markets – and we have seen that numerous times in the past five years – we are able to benefit from the high volatility and can snap up some top-quality bonds with very attractive coupons when they briefly drop significantly in price for just a few hours.

 GAM provides us with full support in terms of operations and distribution. It allows us as managers to concentrate most of our time and efforts on seeking performance for our clients with the knowledge that the investment process is supported by GAM´s extremely strong expertise at all levels; middle-office, back office, valuation, regulation, compliance and administration capabilities.

Another key point is to keep it simple. Our funds are not leveraged. We don’t use derivatives to hedge our positions. Instead, if we don’t like a position anymore because we have some doubts about how it might perform, we will simply sell it. In a complex and uncertain world, where you have at the same time in different parts of the world both inflation and deflation, both growth and recession, both loose and tight monetary policy, it is important to follow a clear strategy.

In which market environment does your investment style work best?

We have been managing the fund since 1985 with a compound return of more than 8% per annum, the bulk coming from coupon payments. 

As we are exposed to national champions that are by nature less sensible to economy or credit cycles, we tend to perform in all types of environment. The higher the cost of equity, the higher the income we can capture as issuing junior debt is a cheaper form of equity-like securities. In addition, these fixed income securities are non-permanent with tax-deductibility advantages so very attractive for both the issuers as well as investors.

During systemic crises we do suffer transitory price volatility and the strategy tends to be correlated to other asset classes for a period of 6-9 months. While at the time the prices may decline, these lay the foundations for future good performance and given the quality of the issuers that we have selected and since we invest in fixed-income securities, we tend to benefit from a quick pull-to-par. Coupon income, which accrues slowly day by day, a 6% coupon or .0135% per day can be overwhelmed by daily prices moves. Those who understand that our fund is coupon driven and that prices recover will enjoy the fruits of being patient. In this sense, systemic crises have worked work well for those who had the patience to stay in the fund. But in a traditional bull/bear market, the strategy tends to be very uncorrelated.

Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Because of coordinated and excessive monetary easing by central banks, assets are in general expensive. In addition, investors have been forced into taking more duration risk. These are some of the two biggest risks.

As explained earlier, we currently have a strong bias towards the financial sector which is structurally improving following the global financial crisis and still contains huge potential. Taking banks for example, they had to simplify their business model, shutting down risky investment banking and trading departments, and have to use more capital to underpin their remaining activities. The implementation of Basel III meant that more than EUR 400bn additional capital has been built by EU banks and GBP 160bn by UK banks since 2008. The regulatory pressure has been on-going and this is one of the only sectors that can surprise us on the upside in terms of on-going capital build up combined with on-going de-risking activities. What is positive for us is that our legacy junior bonds, which had been issued before the crisis, are now classified as senior to this new core capital. Hence, the ongoing process of balance sheet strengthening has given our holdings a strong boost. 

In terms of valuation, we are still buying at spreads that are significantly wider than fair-value – so not everything is expensive. But one has to be selective. Looking at the top 10 of the securities, we are capturing on average more than 450bps, invested in national champions – compared to EU HY that pays around 250bps for BB issuers! In terms of duration risk, we have naturally mitigated this by investing in securities whereby coupon can be fixed-to-floater or even already a floater. This is why the fund has very low sensitivity to rates and for example had a double digit performance in 2013 – despite tapering. But by the same token, we didn’t really benefit from the declining interest rates and as such the bulk of the performance only came from the high steady income.

Most bond investors see rising rates as a risk. We have mitigated this and remain positioned for higher interest rates, as we have been for some time. One key benefit of investing in junior debt is that these securities – despite being perpetual – can have coupon that are either fixed, fixed-to-floater or already floating. During the portfolio construction, we combine these securities in such a way that we are naturally protected against rising rates. For example, we own discounted floating rates note that could generate up to 30 points capital gains should interest rates rise 100bps and capital gains would offset capital losses that we would experience on fixed-dated securities. We are not afraid of rising rates – to the contrary this scenario would benefit our floating rate notes and fixed-to-float bonds, while our high-yielding fixed-rate bonds would prove fairly resilient. If rates remain at current levels, we will be equally content, since we can continue to lock in the around 6% annual yield of our holdings.

Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Responsible investing considerations are integrated within the existing investment management research and analyses processes and such findings form part of the investment decision making process applied.

At the sector level, we avoid controversial sectors such as armaments and casinos, as we believe the credit markets are sufficiently deep and diverse that we do not feel compelled to invest where we are not comfortable being associated with the industry or business. When assessing specific issuers, we consider whether the profile of the issuer is suitable for the portfolio in terms of them being comfortable being associated with them. This assessment will take into account E, S and/ or G factors. One of the key aspects we look at is corporate governance, for example the transparency around corporate behaviour and alignment of key executive’s objectives to the company objectives and results. 

How do you invest your own personal assets?

Investors can take comfort from the fact that we have most of our assets invested in the funds – meaning that we have aligned interests. This is also where we find the best returns on a risk-adjusted basis. 

What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Golf as it provides the need for technical skill and the need to balance safety and risk. And as with investing, the more you practice, the luckier you get!

About Atlanticomnium
With nearly 40 years of experience, boutique manager Atlanticomnium S.A. approach bond investing from a different angle than most others. While many investors seeking high income will find it in the bonds of more risky companies or countries, Atlanticomnium invest in quality companies and lower down the capital structure to obtain a higher yield. Their investment thesis is based on the fact that investment grade companies rarely default, hence the junior debt of such companies rarely defaults, yet it delivers a more attractive yield.

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

“Our approach has delivered consistent results for many, many years!”

Mark E. Stoeckle, Chief Executive Officer and Senior Portfolio Manager, talks in an interview with altii about the core strategies Adams Funds offers and especially the team and investment approach of the US small cap product, the UBAM Adams small cap fund, that they sub­advise for UBP.

altii: Mark right now you are visiting clients in Europe. Since two weeks you are on travel and today you came to Frankfurt am Main, Germany. Thank you for stopping by for an interview. Please tell us about Adams Funds, your core strategies and the reasons for being here.

Mark E. Stoeckle: Thanks for taking the time to speak to me Christian. Adams Funds is composed of three strategies. We run two closed-end funds, a US large cap fund and an Energy and Materials fund and sub-advise a US small cap fund for UBP. The two closed-end funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), have traded on the New York Stock Exchange since 1929. So we have a very long history of helping our investors reach their investment goals. The US small cap product that we sub-advise for UBP is a very exciting opportunity. Shortly after I joined Adams, I was contacted by a former investor in the small cap fund I ran at BNP Paribas. He was looking for a US small cap product that was run the same way that we ran the BNP product. He was so interested in our philosophy, process and performance that he offered to provide seed funding for the fund. The only catch was he needed to invest in a UCITS fund so we needed to find a company to sponsor the fund. I quickly called an old colleague at UBP looking for some advice and he stated that, because he was very familiar with me and the product that UBP would be interested in being the fund sponsor. So, on 14 October 2015 we launched the fund with $50 million. Our relationship and support with UBP has been great. We are looking forward to growing the fund throughout Europe and Asia.

altii: Who is in the team with you?

Mark: The UBAM Adams small cap fund has the benefit of having a very experienced portfolio management team. Working with me as portfolio managers on the fund are Jim Haynie and Mike Rega. The three of us ran this same product for nine years at BNP Paribas. In addition to the portfolio managers, we have seven very good analysts working with us. We established a very enviable track record at BNP and have every expectation that will continue with the UBP fund.

altii: What qualifies your investment approach?

Mark: Our core beliefs center on discipline, systematic analysis, sector and industry group neutrality as well as careful attention to risk management. We begin our process by using the Russell 2000 as our investment universe. For risk purposes we eliminate any stock trading below $100 million market cap as well as stocks that are illiquid. We then run our quantitative model on the 1200 stocks that make it through the market cap and liquidity screens. The model is a great tool to reduce the universe to a group of stocks that have fundamental characteristics we admire. That leaves us with about 500 stocks from which we perform our fundamental research. Our fundamental research focuses on a company’s ability to generate sustainable earnings at a fair valuation. Our attention to valuation has, over time, allowed us to put together a portfolio that has similar earnings growth of the Russell 2000 but at a significant valuation discount. Once we’ve found stocks that are well ranked by our quantitative model and have earnings and valuation that are attractive we then evaluate how much risk we want to take in each sector. For this portion of the process we assign a risk score to each stock in a sector. We rank them from least risky to most risky then break them into industry groups. This allows us to know exactly where sector risk resides. We then determine where we want to take risk within the sector. The most important part of this portion of the process is we consciously know where we are taking risk within the sector. This is a unique aspect to our process.

altii: Why should the German Institutional Investor invest into your strategy?

Mark: This product was built to deliver US small cap performance and characteristics by investing in high quality, small cap stocks. Our approach is one that has delivered consistent results for many, many years. We believe there is a strong argument to be made to have a permanent allocation to small cap within a German investors’ US allocation. Over time, small cap stocks outperform large cap stocks. For this reason we believe that the consistency and un-correlated nature of small caps is powerful and should be very carefully considered.

altii: How will you keep the contact to the investors later on?

Mark: I am meeting with you and the investors on my second roadshow this year. We expect to continue to make trips to see our investors in person. We are committed to give access for our investors as well as to provide transparency. Our partner UBP has a great salesforce as well as Investment Specialists. We have a monthly call with UBP to discuss the portfolio so that the sales people and Investment Specialists are well informed for our investors. In addition, we are looking into video conferences and conference calls to keep our investors up-to-date on the fund. The video conferences, conference calls and bi-annual roadshows will allow us to stay close to our investors.

altii: Thank you for the interview.

About Adams Funds
Adams Funds is composed of two of the country's oldest closed­ end equity funds, Adams Diversified Equity Fund (ADX) and Adams Natural Resources Fund (PEO), as well as a US Small Cap sub­advised fund. As closed­end funds, shares of ADX and PEO common stock are listed on the New York Stock Exchange and have traded there since 1929.
For over 85 years, both ADX and PEO have been internally managed and have generated capital growth and income through portfolio performance, dividends, and distributions. All three funds are managed by an experienced team employing a disciplined approach to identify investment opportunities and carefully manage risk.
ADX and PEO have paid dividends for over 80 years and are committed to an annual distribution rate of at least 6%.
adamsfunds.com

About Union Bancaire Privée (UBP)
UBP is one of Switzerland’s leading private banks, and is amongst the best­capitalised, with a Tier 1 ratio of 22.3% as at 30 June 2016. The Bank specialises in wealth management for both private and institutional clients. It is based in Geneva and employs some 1,680 people across twenty­four locations worldwide; as at 30 June 2016, it held CHF 113.5 billion in assets under management. Its asset management business focuses on strategic investment themes across different asset classes including European Equities, Convertibles, Global Fixed Income, Emerging Debt and Equities as well as alternative investments.

Contact details:
Peter Richters
Head of Institutional Business
UBP Zurich Branch
+41 58 819 8337
peter.richters@ubp.ch

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

"Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt Maßstäbe!"

Wolfgang Pinner, Leiter Nachhaltige Investments der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft, spricht im ifund fundmanager interview über das Erzielen einer "doppelten Dividende" durch nachhaltiges Investieren und welche ESG-Kriterien er für die wesentlichsten hält.

Beschreiben Sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Mit Nachhaltigkeitsfonds der Raiffeisen KAG lassen sich alle wesentlichen Assetklassen und dementsprechend Kunden- und Risikopräferenzen abbilden. Nachhaltigkeit und nachhaltiges Investment bilden gemeinsam mit der Gründungsidee und den gelebten Werten bei Raiffeisen einen „perfect match“. Raiffeisen steht mit seinen Nachhaltigkeitsfonds für ehrliche Nachhaltigkeit. Einerseits sind die Fonds extern zertifiziert, anderseits konnten wir Auszeichnungen erlangen, wie die des „qualitativ besten globalen Nachhaltigkeits-Aktienfonds“ (TOP 100 ESG-Aktienfonds Rating“ (CSSP, yoursri.com). Unser Nachhaltigkeits-Investmentprozess setzt insofern Maßstäbe, als wir eine optimale Kombination von internen und externen Research-Quellen einsetzen und für alle Unternehmen und Emittenten einen eigenen „Raiffeisen ESG Score“ berechnen, den wir zur Optimierung des Nachhaltigkeitslevels in den Fonds einsetzen. Unser Nachhaltigkeitsansatz basiert auf langjähriger Erfahrung und Know-how. Wir publizieren auf regelmäßiger Basis Nachhaltigkeits-Newsletter zu Spezialthemen. Nicht zu vernachlässigen ist der Dialog mit Unternehmen, der ein wesentlicher Teil unseres Ansatzes ist.

Wie generieren Sie Mehrwert für die Investoren?

Unser Ziel ist die Generierung eines Mehrwertes sowohl auf der Ebene der Wertentwicklung als auch auf jener der Nachhaltigkeit. Wir glauben, dass diese „doppelte Dividende“ tatsächlich erzielbar ist. Die performance-technischen Vorteile unseres Nachhaltigkeitsansatzes ergeben sich aus einer erweiterten Information, einer Risikoreduktion und einem daraus resultierenden positiven Einfluss auf den Ertrag. Mit erweiterter Information meinen wir die Tatsache, dass die Berücksichtigung von nachhaltigen Informationen zu einer erweiterten Grundlage für die Analysen von Unternehmen und Emittenten führt. Außerdem können nachhaltige Analysen das Risikoprofil der Portfolios verbessern. Generell steht sowohl die Verantwortung als auch die Zukunftsfähigkeit der Investments im Mittelpunkt unseres nachhaltigen Ansatzes. Am Ende führt das Investment in die nachhaltig besten Unternehmen und Emittenten zu stabilen, und im Vergleich zu traditionellen Investments zumindest gleichwertigen Erträgen.

Wie finden Sie neue Investmentideen?

Wir generieren neue Investmentideen unter anderem durch das eigene, hauseigene, Research, sowohl auf finanzieller wie nachhaltiger Ebene. Unser Nachhaltigkeitsresearch-Team arbeitet themenbezogen. Die letzten Publikationen waren etwa dem Klimawandel, der Gesundheitsversorgung oder dem Thema Divestment gewidmet. Bei allen Nachhaltigkeits-Newslettern nehmen wir auch Kontakt zu den jeweiligen Unternehmen der betroffenen Branchen auf und gewinnen so interessante neue Einblicke und Informationen (Newsletter Registrierung möglich unter: http://newsletter.rcm.at).

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Gemäß unserem Team-Ansatz können alle Teammitglieder Investmentideen einbringen. Diskussionen von neuen Ideen finden insbesondere im wöchentlichen Teammeeting statt. Auch der Gedankenaustausch mit anderen Investmenteinheiten innerhalb der Raiffeisen KAG kann Ideen kreieren. Die Letztentscheidung liegt beim verantwortlichen Fondsmanager.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Unser Investmentstil ist prinzipiell unabhängig vom Marktumfeld. Das Thema Nachhaltigkeit ist jedoch als „Qualitätsmaßstab“ – auch auf Basis einer erweiterten Risikobetrachtung – zu bewerten. Deshalb kann in Phasen schwieriger Märkte gegenüber dem Gesamtmarkt regelmäßig ein Vorteil erzielt werden.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Wir sehen, dass einige Megatrends das Thema Nachhaltigkeit stark unterstützen, hierzu zählen wir etwa das Thema gesunde Ernährung – auch den Trend zu Biolebensmittel – und das Thema Gesundheit & Demographie im Allgemeinen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Unser Prozess berücksichtigt verschiedenste Aspekte des ESG-Spektrums, sowohl die Ebene „Verantwortung“ als auch die Ebene „Zukunftsfähigkeit“ betreffend. In der Dimension Umwelt gehören Aspekte wie CO2-Fußabdruck, Wasser- und Energieverbrauch sowie Recyclebarkeit und Wiederverwendung zu den dominierenden Themen. Im Bereich Soziales/ Gesellschaft sind uns Gesundheit und Sicherheit, Aus- und Fortbildung sowie Produktsicherheit und -verantwortung sehr wichtig. Auf der Ebene der Corporate Governance zählen die Aspekte Unabhängigkeit von Vorstand und Aufsichtsrat, Mitbestimmung der Share- und Stakeholder sowie das Vergütungssystem für uns zu den wesentlichsten.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe in Immobilien – sprich meine eigenen vier Wände – investiert. Darüber hinaus lege ich monatlich in unsere Nachhaltigkeitsfonds-Aktien an und halte eine kleine Cash-Reserve.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Ich widme mich gerne meiner Familie samt Haustieren, außerdem interessieren mich Fremdsprachen und ich lese gerne (vor allem Bücher in italienischer und englischer Sprache). Ich gehe gerne ins Kino und besitze eine Sammlung von Kakteen und Sukkulenten. Und schließlich betreibe ich auch Sport (Schwimmen, Laufen, Radfahren, Klettern).

Über Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.
Die Raiffeisen Capital Management* ist mit einem Marktanteil von 16 Prozent (Stand: August 2016) einer der führenden österreichischen Asset Manager. Das Unternehmen mit Sitz in Wien verwaltet aktuell EUR 29,2 Mrd. (Stand: August 2016) Assets under Management, wovon ein überwiegender Teil auf institutionelle Kunden entfällt. Das Unternehmen verfolgt einen klaren Qualitätsfokus: Investment- und Organisationsprozesse werden laufend optimiert, modernstes Risikomanagement und hohe Transparenz sorgen für Sicherheit. Die Performancequalität der Raiffeisen-Fondsprodukte ist durch kontinuierliche Top-Platzierungen in Konkurrenzvergleichen in unterschiedlichen Kategorien belegt. Raiffeisen Capital Management verfügt über klar definierte Kernkompetenzen, in denen das hauseigene Fondsmanagement in vielen Jahren besonderes Know-how erworben hat. In diesen Bereich fallen Anleihefonds, wie Euro-Anleihen und internationale Anleihen, aber auch Fonds mit europäischen Hochzins- oder Unternehmensanleihen bzw. auf Osteuropa-Anleihen spezialisierte Fonds. Eine wichtige Kernkompetenz stellt außerdem der Bereich Multi Asset Strategien dar. Auf der Aktienseite ist Raiffeisen Capital Management ein international anerkannter Spezialist für CEE und globale Emerging Markets. 2013 hat das Unternehmen seine Kernkompetenzen um den wichtigen und zukunftsweisenden Bereich „nachhaltige Investements“ erweitert. Raiffeisen Capital Management versteht sich als aktiver Manager.

*) Raiffeisen Capital Management ist die Dachmarke der Unternehmen: Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage GmbH und Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH

Wolfgang Pinner, MBA, Leiter Nachhaltige Investments
Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m. b. H.
Mooslackengasse 12, 1190 Wien, Österreich
Tel. +43 1 711 70-2100, wolfgang.pinner@rcm.at

About ifund
ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

About altii
alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

"Anleihen, Aktien, Leverage – Wir machen daraus einen sinnvollen Balanced­ Fonds!"

Im neusten ifund fund manager interview erklärt Lucio Soso, Portfoliomanager von Bellevue's BB Global Macro, wie sich die Absolute-Return-Strategie seines Fonds von anderen unterscheidet und wie er im derzeitigen Niedrigzinsumfeld konsistente positive Renditen von fünf bis sieben Prozent erreichen will.

Beschreiben sie kurz ihren Fonds und was ihn von der Konkurrenz unterscheidet?

Wir verfolgen das Ziel, unabhängig von den Marktphasen konsistente positive Renditen von 5-7% zu erreichen. Um dieses ambitionierte Renditeziel zu erreichen gehen wir vom Ansatz eines Mischfonds aus. Ein klassisches konzentriertes Mischportfolio aus Aktien und Renten ist in der Regel jedoch anfällig auf steigende Zinsen. Das Portfolio Management Team kann deshalb sein Portfolio breit aufstellen und weltweit in sämtliche liquiden Anlageklassen investieren. Hierzu gehören Aktien – besonders in Form von Aktienindices - und Anleihen, aber auch Rohstoffe und Währungen. Zur Bewirtschaftung des Fonds können auch Short-Strategien umgesetzt und Leverage in einem begrenzten Umfang eingegangen werden. Die Ausrichtung des Portfolios an einer klassischen Benchmark entfällt dadurch.

BB Global Macro unterscheidet sich von anderen Fonds, die ebenfalls eine Absolut-Return-Strategie verfolgen, durch seine Einfachheit. Unser neutrales Portfolio besteht zu 75% aus Anleihen und zu 25% aus Aktien, dazu kommt ein Leverage-Grad von 30-50%. Investoren ist es bewusst, dass es heutzutage sinnvoll ist, in einen Balanced-Fonds zu investieren, also ein Produkt, das eine Aktien- sowie eine Anleihekomponente und gegebenenfalls noch andere Anlageklassen miteinander kombiniert. Ebenso ist es sinnvoll, einen Hebel einzusetzen, wie wir es tun. In einer Welt, in der die Zentralbanken die Zinsen künstlich niedrig halten, ist das eine aussichtsreiche Strategie.

Wie generieren sie Mehrwert für die Investoren?

In den neunziger Jahren ließen sich mit Staatsanleihen noch richtig hohe Renditen erzielen. Damals war das Leben schön und einfach, jedoch werden solche Zeiten wohl nicht wieder kommen. Unser Ziel ist es daher mit einem ähnlichen Risikoprofil diese Ertragslücke zu schliessen. Das heißt, wir sind bestrebt mit unserem Absolute Return-Ansatz über alle Asset-Klassen hinweg und ohne effektiven Benchmark eine Rendite von 5-7% zu erwirtschaften ohne dabei das Sharpe-Ratio-Ziel von mindestens 1 aus den Augen zu verlieren. Entsprechend verhält sich die historische Volatilität zwischen 5 und 7%.

Wie finden sie neue Investmentideen?

Das Portfolio besteht aus verschiedenen Strategien. Für jede Strategie erarbeiten wir ein quantitatives Modell, anhand dessen wir Investment-Ideen generieren. Die zwei wichtigsten Modelle beziehen sich auf den weltweiten Markt für Staatsanleihen und die globalen Aktienmärkte, nach Ländern aufgeteilt. Bei der Auswahl von Anleihen achten wir darauf, welche Währungen und Laufzeiten die attraktivsten Renditen bieten. Auf der Aktienseite wiederrum legen wir das Augenmerk auf die Bewertungen des jeweiligen Aktienmarkts und suchen gezielt nach den attraktivsten Ländern und Anlageregionen.

Wie ist das Team strukturiert und wer trifft die Investmententscheide?

Wie bei Bellevue Asset Management üblich, ist ausschliesslich der Lead Portfolio Manager für die Investmententscheidung zuständig. Dies wurde implementiert, damit die Verantwortungen klar geregelt sind und jemand für die Entscheidung gerade steht. Jedoch bekomme ich von Alexandrine Jäcklin als Portfolio Managerin und Markus Peter als Head Products starke Unterstützung. Sie sind beide integraler Bestandteil des Investment Komitees, welches vor allem der Szenarien-Bestimmung wie auch der Ideen-Generierung dient. Alexandrine Jäcklin verantwortet dabei die Selektion der Corporate Bonds.

In welchem Marktumfeld kann Ihr Anlagestil vor allem überzeugen?

Dank unserem flexiblen Ansatz können wir global in alle liquiden Asset-Klassen investieren. Dadurch wählen wir ausschliesslich die besten Investmentideen aus und können somit von jeglichen Benchmarks losgelöst auf die aktuelle Grosswetterlage reagieren. Entsprechend ist es unser Ziel, in allen Marktsituationen positive Ergebnisse zu liefern.

Wo sehen Sie derzeit die größten Chancen und die größten Risiken im Markt?

Die grössten Risiken sehe ich im nahenden Ende des 30-jährigen Bond-Bullmarket. Sobald der Zyklus der fallenden Zinsen vorüber sein wird, besteht die Gefahr, dass in einem Umfeld von leicht steigenden Zinsen die Bewertungsniveaus denjenigen der 60-iger Jahre entsprechen werden. Somit werden wir einem Paradigmenwechsel gegenüberstehen und die Märkte werden sich völlig anders verhalten. In einem solchen Umfeld werden aktive Asset Allokation und Stock Selection an Wichtigkeit gewinnen.

Welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen Sie in Ihrem Investmentprozess?

Da die Strategie darauf ausgelegt ist, in die attraktivsten Asset-Klassen zu investieren, bilden wir dies über die liquidesten Instrumente ab. Dies sind in der Regel Future-Kontrakte oder ETFs, welche bzgl. eines Nachhaltigkeitsaspekts nicht analysiert werden können.

Wie investieren Sie ihr privates Vermögen?

Ich habe den grössten Teil meines liquiden Vermögens und auch die Ersparnisse meiner Familie in den Fonds investiert, weil ich von dieser Form der Absolute-Return-Strategie überzeugt bin.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welches ist Ihr Lieblingshobby und warum?

Sei es beim entspannten Segeln wie auch beim leidenschaftlichen Gitarre spielen, beruhigen mich die Wellen respektive die wohlklingenden Töne und mein Geist kann sich in seiner vollen Pracht entfalten.

Über Bellevue
Bellevue Asset Management ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Bellevue Group, einer unabhängigen, schweizerischen Finanzgruppe, mit Sitz in Zürich und Listing an der Schweizer Börse SIX. Sie wurde 1993 gegründet und zählt heute mit CHF 6.9 Mrd. zu den führenden Investment-Boutiquen der Schweiz.
Bellevue verfügt über ein breit diversifiziertes Produktangebot im Bereich Healthcare: Seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt ist die am Stoxx Europe 600 gelistete Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG. Zusätzlich bietet Bellevue Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf Medizinaltechnik, Biotechnologie, Generika und Healthcare Asien an und ist damit einer der grössten Healthcare-Investoren in Europa.
Weitere Schwerpunkte umfassen Luxemburger Anlagefonds mit Fokus auf strukturelle Wachstumschancen in ausgewählten aufstrebenden Märkten wie etwa Afrika sowie Portfolios, die in börsennotierte familien- bzw. eigentümergeführte Unternehmen investieren. Erfolgreiche Multi-Asset-Strategien runden das Angebot ab.

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ifund provides fund research, manager selection and asset management based on liquid investment funds. Clients include banks, asset managers, family offices, pension funds and insurance companies in Europe. ifund has signed the UN Principles for Responsible Investment and integrates sustainability criteria in fund analysis. www.ifundservices.cominfo@ifundservices.com, +41 44 286 8000

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alternative investor information (altii – altii.com) is the digital marketing and online portal for all asset management strategies in the German-speaking regions (D/A/CH). altii is focusing on institutional investors and has a public and a product area. For investors the service is free of charge. The portal www.altii.de/en is supported by a targeted newsletter and through clear social media campaigns. www.altii.cominfo@altii.de@altii_news,+49 69 57708987

Strukturwandel durch E-Commerce: Information statt Fläche

von Jörg Lehnerdt, Niederlassungsleiter der BBE Handelsberatung GmbH in Köln.

Kommunen sind in Sorge, der stationäre Handel erst recht. Der Aufstieg des E-Commerce verursacht einen tiefgreifenden Strukturwandel, Statistiken liefern dazu genügend Hinweise. Schon jetzt ist das Wachstum der bundesweiten Verkaufsfläche Geschichte, während der Online-Handel kräftig weiter wächst. Einer Prognose der Marktforscher von BBE und elaboratum zufolge könnte sich der E-Commerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz – sowohl Food als auch Nonfood – bis zum Jahr 2025 auf 19 Prozent erhöhen. 2014 waren es noch 9 Prozent.

Ein solches Wachstum im E-Commerce lässt enorme Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel erwarten – und damit auch auf die Städte. Flächenanpassungen, die auf den aufstrebenden Online-Handel zurückzuführen sind, können bereits seit etwa fünf Jahren beobachtet werden. Die Einzelhandelsfläche wandert ins Internet ab.

Facettenreicher Wettbewerb

Das Einkaufserlebnis vor Ort wird aber weiterhin geschätzt. Nur rund ein Fünftel der Verbraucher versucht ausschließlich über das Internet einzukaufen. Die Mehrzahl der Konsumenten steht dagegen sowohl dem E-Commerce als auch dem stationären Handel aufgeschlossen gegenüber. Ihre Kaufentscheidung ist abhängig vom Sortiment, dem Preis, dem Komfort oder schlichtweg der jeweiligen Laune. Dabei haben beide Kanäle ihre Vor- und Nachteile.

Im Wettbewerb von stationärem Handel und E-Commerce ist eine Vielzahl von Kundenbedürfnissen zu beachten. Nicht zuletzt aus diesem Grund entwickeln immer mehr Handelsunternehmen Multi-Channel-Strategien. Dabei sind es nicht nur stationäre Händler, die in den E-Commerce einsteigen. Auch viele Online-Händler erkennen, dass ihnen Läden in gut frequentierten Lagen beim Wachstum helfen.

Spannende Multi-Channel-Konzepte

So wächst das Interesse an Top-Lagen sogar aufgrund des E-Commerce-Trends. Zum Beispiel eröffnen Unternehmen aus der Online-Welt Showrooms in höchstfrequentierten Einkaufsstraßen. Interessant sind zudem die Connect-Konzepte, die in Top-Lagen entstehen.

Der Elektronikmarkt Saturn hat mit seinen Connect-Läden in Köln und Trier für Aufsehen gesorgt. Mit jeweils 400 Quadratmetern bieten sie nur rund ein Zehntel der sonst in ihren Märkten üblichen Fläche. Stattdessen sind sie voll vernetzt mit den E-Commerce-Angeboten. Sie dienen nicht nur als Verkaufsfläche, sondern auch als Abholstation für Bestellungen (Click & Collect), als Showroom und bieten umfassende Serviceleistungen. Das stark begrenzte Angebot vor Ort wird durch die Verfügbarkeit des kompletten Sortiments im E-Shop kompensiert. Die Sportartikel-Kette Decathlon verfolgt ebenfalls diesen Ansatz. So verbinden Connect-Läden die persönliche Beratung, die Kunden sich vom stationären Handel erhoffen, mit der von Platznöten verschonten unbegrenzten Auswahl eines Online-Shops. Was in der teuren Top-Lage an Fläche eingespart wird, wird durch Information und Service ersetzt.

Für das Connect-Konzept ist eine publikumswirksame Position in einer stark frequentierten Lage unumgänglich. Die klassischen großen Läden mit teils mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche liegen oft eher abseits und sind davon abhängig, dass Kunden sie gezielt aufsuchen. Der Connect-Laden dagegen muss dort stehen, wo sich die Kunden bereits aufhalten.

Für Kommunen, Immobilieneigentümer, Shoppingcenter-Betreiber oder stationäre Händler leiten sich daraus eindeutige Aufgaben ab: Sie müssen in erster Linie für eine hohe Attraktivität ihrer Einkaufslagen sorgen und außerdem flexible Flächengestaltungen möglich machen. Wenn es gelingt, möglichst viele Publikumsmagnete an den Standort zu holen und dort zu binden sowie eine hohe Aufenthaltsqualität zu gewährleisten, dann kann auch die Digitalisierung dem Einkaufsquartier nichts anhaben.

Über die BBE Handelsberatung
Die BBE Handelsberatung mit ihrem Hauptsitz in München und Niederlassungen in Hamburg, Köln, Leipzig und Erfurt berät seit mehr als 60 Jahren Handelsunternehmen aller Betriebsgrößen und Betriebsformen, Einkaufskooperationen, Verbundgruppen und die Konsumgüterindustrie sowie die Immobilienwirtschaft und Kommunen. Im Verbund mit IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting reicht das Beratungsportfolio der über 150 Branchen-, Standort-, E-Commerce- und Immobilien-Experten von Strategieentwicklung, Markt und Standortanalysen, Image- und Kundenforschung bis hin zu Projektentwicklung und Centermanagement.

Hütet euch vor Inflation durch politischen Populismus

In vielen Ländern Europas, aber auch in Übersee, sind die Populisten auf dem Vor­marsch. Das hängt nicht zuletzt mit den „Quantitative Easing-Maßnahmen“ der Zentralbanken und der dadurch ansteigenden sozialen Ungleichheit zusam­men. Die Höhenflüge der Populisten werden die Unsicherheit unter Investoren so­wie den Inflationsdruck weiter erhöhen, geben die Experten von ETF Securities zu bedenken.

Investoren sollten sich vor einem steigenden Inflationsdruck, der durch populistische Reformen ausgelöst wird, in Acht nehmen, warnt ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs).

Die Forschungen von ETF Securities zeigen, dass Quantitative Easing enger mit der zunehmen­den sozialen Ungleichheit verbunden ist, als das bisher angenommen wurde. ETF Securities geht davon aus, dass dies zu einer Stärkung des politischen Populismus und einer steigen­den Inflation führen wird. 

Populistische Maßnahmen wirken inflationssteigernd

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, meint dazu: „Das Problem der sozialen Ungleichheit kann nicht über Nacht gelöst werden. Deshalb glau­ben wir, dass die Verunsicherung auf hohem Level weiterbestehen wird, zumindest im kommen­den Jahr. Das begünstigt sicherere, weniger volatile Anlageklassen. Nicht immer führt aufkommender Populismus zur Niederlage des politischen Establishments, allerdings wirken einige typisch populistische Maßnahmen zur Beruhigung der Gesellschaft inflationssteigernd. Anleger können ihre Portfolios schützen, indem sie auf Anlageklas­sen setzen, die in inflationären oder populistischen Szenarien gut performt haben. Dazu zählen Aktien, inflationsgebundene Anleihen, Edelmetalle oder Infrastrukturinvest­ments.“ 

Unterschätztes Problem 

Die Analysen von ETF Securities haben ergeben, dass diejenigen Methoden, die am häufigsten zur Beurteilung der sozialen Ungleichheit verwendet werden, unterschätzt haben, wie stark diese jüngst angestiegen ist. Soziale Ungleichheit und Quantitative Easing scheinen zudem Hand in Hand zu gehen. Als Resultat erweist sich die Stärkung der populistischen Politik und deren Wortführer, ausgelöst durch die weltweiten Sorgen über steigende Ungleichheit, als mächtiger Katalysator für Reformen und einen Politikwechsel.

James Butterfill kommentiert: „Abgesehen von den Wahlerfolgen der Populisten kann das populisti­sche Momentum ein starker Treiber für Reformen sein, weil die etablierten politi­schen Parteien sich bemühen, der populistischen Welle entgegen zu wirken. Das resultiert typischer­weise in einer Erhöhung der Investitionen in Infrastruktur, um das Wirtschaftswachs­tum zu stimulieren. Investitionen in soziale Initiativen sollen darüber hin­aus die Ungleichheit bekämpfen. Infrastrukturausgaben schaffen zusätzliche Nachfrage, wäh­rend Sozialpläne voraussichtlich zu einem Anstieg der Konsumausgaben führen. In der Summe resultiert daraus wahrscheinlich eine höhere Inflation.“

USA: Populisten können Dollar schwächen

ETF Securities warnt auch vor populistischer Politik in den USA, die vermutlich Steuersenkun­gen und das Drängen auf eine Ausweitung des Budgetdefizits nach sich ziehen wird. Das könnte zu einer Schwächung des US-Dollars in den kommenden Jahren führen. Glo­bal gesehen könnten populistische Maßnahmen den internationalen Handel und Investitio­nen einschränken und wahrscheinlich die Volatilität an den weltweiten Währungsmärk­ten verschlimmern. Das würde zur weiteren Verunsicherung unter Investoren beitra­gen.

Die Analyse, die im jüngsten Triannual Outlook von ETF Securities veröffentlicht wurde, beinhal­tet eine Vielzahl unterschiedlicher Indikatoren. Dazu zählt die Palma Ratio, eine Kenn­zahl für soziale Ungleichheit, um den Zusammenhang zwischen Quantitative Easing und wirtschaftlicher Not darzustellen, die in mehreren europäischen Staaten mit der steigenden Anziehungs­kraft populistischer Parteien einhergeht.

Der Triannual Outlook behandelt außerdem folgende Themen: 

  • Öl hat einen neuen Boden gefunden
    Der Preis pro Barrel dürfte nicht anhaltend unter die Marke von 40 USD fallen. Gründe dafür liegen in Investitionskürzungen bei der Exploration und Förderung in der Höhe von 1 Bio. USD sowie einer Erholung der Nachfrage.
  • Ein Paradigma der „neuen Normalität“ für die Nominalzinsen der Zentralbanken
    Langsames Wachstum, niedrige Renditen und erhöhte Volatilität erfordern niedrigere Nominalzinsen der Notenbanken als in der Vergangenheit. Die „neue Normalität“ be­günstigt das Risiko, dass dieser Zustand länger anhalten wird, setzt der unsicheren „Suche nach Rendite“ aber gleichzeitig Grenzen.
  • GBP hat nun den „Tiefpunkt“ erreicht
    Zwar könnte das Pfund Sterling die stärkste Abwärtsbewegung nach dem Brexit-Referen­dum hinter sich haben. Grund für Optimismus besteht bei der Währung aber nach wie vor nicht.
  • Synchron
    Traditionell werden Gold und US-Dollar als invers korreliert betrachtet, könnten aber zeitgleich eine Rally verzeichnen, während die Fed die Inflation vor dem Hintergrund globaler geldpolitischer Impulse in die Höhe zu treiben sucht.
  • Aktienmärkte in den USA und Europa nähern sich wieder an
    Die historisch starke Divergenz der Aktienmärkte in den USA und Europa dürfte sich umkehren, da sich Wachstum und Gewinne in Europa verbessern und sich die Renditen annähern.
  • Robotik: Keine Panik!
    Der zunehmende Einsatz von Robotik hat die Sorgen vor Verzerrungen am Arbeitsmarkt angefacht. Langfristig dürfte die Robotik aber zu höherer Effizienz und Produktivität in der Weltwirtschaft führen, da Automation neue Perspektiven in Themenfeldern wie z.B. Sicherheit, demografische Trends und Klimawandel eröffnet.

Den vollständigen Triannual Outlook von ETF Securities finden Sie links als PDF.

“Our ideas are driven first by top-down – bottom-up supplements our doing!”

Lars Schickentanz, the lead portfolio manager gives deeper insight about his Anima Star High Potential Europe fund.

ifund: What is your fund all about and what differentiates it from your competitors?

Lars Schickentanz: The objective of the Fund is to provide an absolute rate of return and long-term capital appreciation while targeting on an annualized volatility of 6%. The control of risk and the protection of capital during a bear market is a key feature of our investment process. In order to be tactical and dynamic we use a variable bias net equity exposure that is ranging between -10% to +60%. We are able to be neutral vs. market’s direction if volatility require so. Another differentiating feature results from our “top-down” approach. We look into macro-economic variables such as nominal GDP, trade balances, currency movements, inflation, interest rates, central banks policies, commodity prices trends, etc.. . We use them to determine investment themes in the equity market. Bottom up and fundamental analysis are used as a complementary tool in order to pick stocks within investment themes.

ifund: How do you add value for your investors?

Schickentanz: We have three books that contribute to the value of the entire strategy. The Core Book (40% to 60% of the NAV): This allocation comes from the macro view of the Portfolio Managers (PMs) and represents their ideas with the highest conviction. Usually the invested stocks are clustered within 5 to 6 investment themes that are identified through our top down approach. The PMs are using proprietary and independent research. They are meeting with strategist. They do the networking and the companies’ visits to isolate market cycle’s phases and to isolate developing trends. Each theme is usually represented by 5 to 10 ideas. There will be both core longs and core shorts idea. The Dynamic Hedging Book: Within that scope the PMs are using derivatives (mostly listed futures) to tactically hedge the portfolio according to the macro view. Through the dynamic hedging the overall net exposure of the fund is constrained between -10% and +60%. The dynamic hedging book is populated by futures both longs and shorts on market’s indexes, sectors’ indexes and specific stocks. The Pair Trades Book (covers between 10% to 40% of the NAV): This book covers multiple sectors with a basket approach of longs vs. shorts. The exposure is always cash neutral at sub-sector’s level and for the entire book. This book is dedicated to the creation of extra-alpha and actually totally de-correlated from market trends and the rest of the book. There is no replication of ideas between the core book and the pair trades book.

ifund: How do you generate investment ideas?

Schickentanz: The idea generation process for the Core Book is dominated by the top-down process. Thereafter it is accompanied by the classical fundamental bottom-up analysis. The investment universe includes mid and large caps of European listed companies. The filters are on capitalization, risk and liquidity. The team and I rely on external and internal proprietary research, developed together with the fixed income team. That helps us to understand and judge all general macro factors such as business cycle phase, central banks’ policies, developing trends in politics, demographics and culture in order to identify and isolate markets’ themes. The analysis of the market flows and the market sentiment will be used to support or discharge our thesis. For illustration purposes here some portfolio themes’ examples in the past: a) Dollar Strength beneficiary, US-EU differential in monetary policies leads to a strong dollar environment – i.e. European companies with high levels of sales in the US will benefit. b) Corporate releveraging and M&A, companies and private equities are cash rich and might decide to use this cash to expand through M&A. Certain sectors will be most affected by this trend. c) Impact of QE (low negative European interest rates) on the life insurance business, the low yield environment forces the insurance companies to increase the risk of their balance sheets via investing more and more in high yielding and illiquid assets, creating further potential risk for the future. Within each theme the PMs will apply a stock picking process using peer group analysis (through proprietary models), momentum analysis, meeting with management, compliance with top down view and themes identification.

ifund: How is your team structured and who is responsible for the investment decisions?

Schickentanz: There are six investment professional dedicated to the strategy. The three co-PMs are having defined responsibilities and three more working as sectors specialist for the pair trade book. I am the leading PM and the final decision maker for the strategy. I work on the top down macro framework which leads to the identification of market investment themes to be invested within the core book. Fabio De Ponti, co-PM, helps me in this task. Lucio Vignati, co-PM and senior trader works on the hedging strategies. The pair trade book is made of sector neutral portfolios and each of the six investment professionals work as sector specialists for each of the sub-portfolios.

ifund: In which market environment does your investment style work best?

Schickentanz: The fund’s performance is driven by the ability of the PMs to read the macro scenario and invest in the most interesting themes in the market plus using the most effective way a dynamic net and gross exposure works. The exposures to equity of the fund are driven by: Macro indicators - paying particular attention to Central Bank’s activity and banks’ lending activity; Assessment of the relative value of the asset classes; Technical analysis - using both momentum and contrarian indicators as well as inflows and outflows analysis; Bottom up and valuations ratios. Macro indicators are the most important, while the other instruments should be supportive of the “road map” identified by the team. Bottom up analysis serves to populate the sector and the thematic allocation. The portfolio is always very diversified having the top positions a weight below 4%. The strategy is mostly challenged when there are quick changes in market’s direction driven by news flow or even panic rather than macro or fundamental data change.

ifund: Where do you currently see the best potential and largest risks in the market?

Schickentanz: Today we think the best opportunities reside in the European stock market. After several months of underperformance vs. global markets we are finally witnessing signs of recovery due to: 1) downside in the banking sector has largely played out, 2) Political risks receding in 2017, 3) Fiscal and monetary policy globally will push investors into equities, more so in Europe. Potential risks’ in the long term, from our perspective, reside into FED’s action in conjunction with development on US growth, potential Trump victory, bond bubble down the road.

ifund: Which aspects of responsible investing do you consider in your investment process?

Schickentanz: This specific fund does not have a focus on responsible investments.

ifund: How do you invest your own personal assets?

Schickentanz: Parts of my financial assets are invested in the fund.

ifund: What do you do in your leisure time? What is your preferred hobby and why?

Schickentanz: I like tennis and skiing.

About Anima

ANIMA is a leading Italian independent asset management operator. with more than €71 billion of assets under management (as of July 2016). A synthesis of different. complementary paths and specializations. ANIMA nowadays offers one of the largest range of products and services available on the market. ANIMA’s offering is composed of Italian collective investment schemes and foreign SICAVs. The company also offers institutional and private pension funds as well as private wealth and institutional asset management services. For further information please visit www.animaholding.it

The fund’s marketing and distribution activities in Germany are carried out by Hyde Park Investment Ltd. NL Deutschland. Since 2004 Hyde Park Investment – a FCA and BaFin regulated company - provides outsourced capital raising solutions and strategic consultancy for investment managers looking to build an institutional business in Europe. The company is an independent, private limited company, wholly owned by the firm’s directors and employees. For further information, please contact Alexandra von Kalnein, Freiherr-vom-Stein-Str. 7, 60323 Frankfurt, +49 69 3487 924 24, ak@hydeparkinvestment.com.About ifund

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Blockchain-Technologie: Welches sind die Chancen für Anleger in Robotik, Schutz und Sicherheit?

von Dr. Patrick Kolb, Fondsmanager, Credit Suisse.

Die Blockchain-Technologie und ihr derzeit prominentestes Beispiel Bitcoins gehören zu den umstrittensten Themen und sind Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ihre alleinige Erwähnung führt oftmals zu hitzigen Debatten. Während frühe Anwender („Early Adopters“) behaupten, dass diese revolutionäre Technologie sie aus der Abhängigkeit von Banken und staatlichen Institutionen befreien wird, sind andere der Meinung, dass es sich dabei um ein überbewertetes, kurzlebiges Phänomen handelt.1

Unserer Ansicht nach wird die Blockchain-Technologie langfristig einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben und sich weit über den klassischen Zahlungsverkehr hinaus auswirken. Die Blockchain- Technologie bietet eine Lösung zur sicheren, transparenten, überprüfbaren und effizienten Erfassung von Transaktionen bzw. jeglichen digitalen Interaktionen mit äußert geringem Ausfallrisiko. Unseres Erachtens bietet diese Technologie eine realistische Chance, den Austausch von Vermögenswerten über das Internet zu revolutionieren und Vermittler überflüssig zu machen.

Blockchain: Worum handelt es sich?

Gemäß der Bank of England handelt es sich bei Blockchain um eine Technologie, die es einander unbekannten Personen ermöglicht, auf einen geteilten Datensatz an Vorgängen zurückzugreifen. Sie basiert auf einer Peer-to- Peer-Verbindung und zeichnet sämtliche Eigentumsübertragungen in einem öffentlichen Kontobuch auf (auch „Decentralized Ledger“ genannt). Ein solches Ledger ist für alle Teilnehmer eines Netzwerks zugänglich, die mittels ihrer Computer die Transaktionen validieren. Das hat den Vorteil, dass hierzu kein vertrauenswürdiger Vermittler (z.B. eine Bank) benötigt wird.2 Wie vorhin erwähnt basieren Bitcoins auf dieser Blockchain-Technologie. Diese ist eine umstrittene Kryptowährung, welche die Blockchain-Technologie als öffentliches Ledger für Bitcoin- Transaktionen benutzt. Jedem Nutzer ist es dabei erlaubt, sich mit dem Netzwerk zu verbinden, neue Transaktionen zu senden und jede Transaktion zu verifizieren.3

Die Blockchain-Technologie wurde 2008 zunächst als reine Peer-to-Peer-Version für den elektronischen Zahlungsverkehr entwickelt. Primäres Ziel war es, Barmittel auszutauschen, ohne dass diese dabei auf ein falsches Konto umgeleitet werden. Zudem kann verhindert werden, dass für dieselbe Transaktion doppelt digital bezahlt wird („Double-Spending“). Mit einer Datenbank, in der die Zahlungshistorie eines jeden sich im Umlauf befindlichen Bitcoins aufgezeichnet wird, kann durch die Blockchain-Technologie nachvollzogen werden, wer was zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt. Dieses „Distributed Ledger“ verteilt sich auf Tausende von Computern auf der ganzen Welt und ist öffentlich zugänglich.4

Wie oben erwähnt, sind Bitcoins von allen auf Blockchain-Technologie basierenden Systemen nach wie vor das bekannteste. Bitcoins haben derzeit eine „Marktkapitalisierung“ von insgesamt USD 10 Milliarden und ein Tagesvolumen von rund 250.000 Einzeltransaktionen. Der höchste innerhalb eines Tages verzeichnete Transaktionswert lag bei ca. USD 35 Millionen (siehe Abb. 1).5

Die Entwicklung von Blockchain-Technologien nimmt über Branchengrenzen hinweg zu

Der Fokus auf digitale Währungen wie Bitcoin hat zu dem weit verbreiteten Irrtum geführt, dass die Blockchain- Technologie ausschließlich für den Finanzsektor relevant wäre. Ihre Bedeutung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bitcoins, da sich mit ihr jeglicher Datenaustausch schützen und validieren lässt. Unserer Meinung nach spricht immer mehr dafür, dass eine solche Technologie den globalen Handel maßgeblich verändern kann, indem sie neue Geschäftsmodelle schafft. Horizontale Anwendungen sind ebenfalls auf dem Vormarsch, darunter Smart Contracts zur Senkung von administrativen Kosten oder auf Blockchains basierende Cybersecurity-Tools, mit denen man Datenmanipulationen blitzschnell aufdecken und die Integrität von IT-Systemen überprüfen kann. Ähnlich wie dem Internet, das den Austausch von Informationen demokratisiert hat, könnten Blockchain-Technologien dazu beitragen, den Austausch von Vermögenswerten zu demokratisieren. Die nachfolgende Liste gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Konzepte, Prototypen und Investitionen im Bereich der Blockchain-Technologien:

  • 30 der weltweit größten Banken haben sich zu einem globalen Konsortium zusammengeschlossen, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die Blockchain-Technologie in Finanzmärkten eingesetzt werden kann. Es ist das erste Mal, dass Banken in diesem Technologiebereich zusammenarbeiten.6
  • Börsen erarbeiten bereits Möglichkeiten zur Anwendung von Blockchains: Die US-Börse NASDAQ erprobt einen auf Blockchains basierenden privaten Marktplatz7, die südkoreanische Wertschriftenbörse plant die Schaffung einer Blockchain-gestützten Infrastruktur zur Stärkung ihres außerbörslichen Trading-Marktes8 und der australische Marktbetreiber ASX Ltd. schickt sich an, als erste Börse weltweit die Distributed- Ledger-Technologie für börsenkotierte Unternehmen zu nutzen.9
  • Microsoft und IBM starten unter dem Schlagwort „Blockchain-as-a-Service“ (BaaS) jeweils einen cloudbasierten Blockchain-Marktplatz. Dies geschieht mit dem Ziel, ihren Unternehmenskunden Zugang zu einer cloudbasierten Blockchain-Entwicklungsumgebung zu ermöglichen und den erheblichen Aufwand zu reduzieren, der für Unternehmen mit dem Einrichten von Blockchains verbunden ist.10

Schwachstelle IT-Sicherheit

Gemäß Financial Times hat sich die Blockchain-Technologie, was das Verhindern von „Double-Spending“ oder die Generierung neuer Coins betrifft (Bitcoin-Mining), im Allgemeinen als äußerst robust gezeigt. Dies trifft jedoch nicht auf den gesamten Bitcoin-Markt zu, da Hacking an der Tagesordnung steht. So kam es bereits zu mehreren spektakulären Hacker-Angriffen, wie die nachfolgende Tabelle 1 zeigt:

Das wahre Ausmaß des Hacking-Problems ist schwer abzuschätzen. Mitglieder der Bitcoin-Community vermuten, dass es seit der Einführung der Währung im Jahr 2009 bis zu 60 schwerwiegende Hacking-Vorfälle gegeben hat. Zudem verschweigen viele Bitcoin-Börsen Hacking-Vorfälle aus Angst, Kunden zu verlieren. Sie geben erst dann Auskunft, wenn ein Angriff zu offensichtlich ist, um ihn vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Aus dem gleichen Grund verweigern sich Bitcoin-Börsen auch öffentlichen Audits und halten Informationen über die Höhe und den Umfang ihrer Bitcoin-Reserven unter Verschluss. Daher können sich Nutzer nie sicher sein, ob Verluste auf einen externen Hack oder auf unzureichendes Risikomanagement zurückzuführen sind.11

Fazit

Unserer Ansicht nach befindet sich die Blockchain-Technologie noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Jedoch besitzt sie laut Experten das Potenzial, unsere Wirtschaft maßgeblich zu verändern. Bis zu einer breiten Kommerzialisierung wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Wir rechnen mit ersten technischen Prototypen innerhalb der nächsten zwei Jahre, begrenzter Marktdurchdringung in 2–5 Jahren und einer breiteren Akzeptanz in 5–10 Jahren. Allerdings sind zunächst einige regulatorische Fragen zu klären (z. B. im Hinblick auf Geldwäschevorschriften,