Fenster können mehr, als nur Licht hereinlassen

Das Beheizen und Klimatisieren von Gebäuden verursacht erhebliche CO2-Emissionen, so Scientific American auf mega.online. Könnte das einfache Fenster zum nächsten grossen Durchbruch bei den ökologisch nachhaltigen Technologien werden?

Zum Jahresende versammeln sich die Mitarbeitenden von Ubiquitous Energy, einem Unternehmen im kalifornischen Redwood City, in einem von Fenstern gesäumten Konferenzraum, um einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Denn diese neuen Glasfronten bieten mehr als nur eine atemberaubende Aussicht auf die kargen Bergketten und den blauen Himmel der nordkalifornischen Landschaft. Ausserdem werden diese Glasfronten als Solarzellen den Strom für die Lampen, die Computer und die Klimaanlagen des Unternehmens liefern.

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit ist das Strom erzeugende Glas von Ubiquitous eine echte technologische Meisterleistung. Sein Potenzial liegt in den organischen Polymeren zwischen den Glasschichten. Einige lassen das gesamte Licht durch, andere absorbieren nicht sichtbare Infrarot- und UV-Photonen. Wenn Licht durch das Fenster fällt, entsteht durch das Fliessen der Elektronen zwischen den Polymerschichten elektrischer Strom, der durch mikroskopisch feine Drähte im Glas aufgenommen wird.

„Man kann es sich wie ein transparentes Computer-Display vorstellen, nur anders herum“, erklärt Veeral Hardev, Director of Business Development bei Ubiquitous Energy. Das heisst, hier wird die Elektrizität nicht zu verschiedenen Punkten geleitet, um ein Display zu erleuchten, sondern das Licht erzeugt Strom, der von verschiedenen Punkten des Fensters eingesammelt wird.

Derzeit produzieren die Fenster aus einer beliebigen Menge Sonnenlicht etwa ein Drittel so viel Elektrizität wie handelsübliche Solarzellen auf Dächern und sind etwa halb so transparent wie normales Glas.

Aber diese technischen Daten reichen bereits aus, um die Fenster zu einem konkurrenzfähigen Produkt zu machen, so Hardev, der ausserdem davon ausgeht, dass das Unternehmen die Transparenz noch erheblich verbessern wird. Auch wenn Fenster weniger Energie produzieren, so könnten sie doch eine viel grössere Oberfläche abdecken als ein Dach. Die Stromerzeugung, die ein ganzes Dach voller Solarzellen mit höherer Kapazität liefert, werde also allein schon durch die Zahl der Fenster weit übertroffen. „Man kann auch beides machen“, so Harvey. „Aber von den Fenstern hat man mehr.“

Die grösste Herausforderung liege darin, die Fenster von derzeit weniger als 0,18 Quadratmetern auf etwa 4,7 Quadratmeter zu vergrössern, fügt er hinzu.

Durchsichtiger als Glas

Die Revolution der Fenster ist lange überfällig.

Seit die Metropolen ihre Leidenschaft für Hochhäuser wiederentdeckten, sind die glänzenden Türme in jeder Stadt fester Bestandteil der Skyline. Das Glas, aus dem sie gebaut sind, hat sich indessen kaum weiterentwickelt.

Ein grosses Problem stellt die Temperaturkontrolle dar. In den USA fallen 18 Prozent der Energieausgaben auf die Beheizung und Klimatisierung von Gebäuden. Angaben des Lawrence Berkeley National Laboratory zufolge wird unter diesen Voraussetzungen über die Hälfte des Geldes regelrecht zum Fenster hinausgeworfen – wenn es kalt ist oder wenn die Wärme im Sommer zurück in die klimatisierten Gebäude gelangt.

Um sowohl die Isolierung als auch die Wärmereflexion zu verbessern, ohne dabei die Sicht einzuschränken, entwickelt das Unternehmen Mackinac Technology in Michigan eine dünne Scheibe aus mehreren Lagen beschichteten Kunststoffs, die über das normale Fensterglas gelegt wird. Zwischen den Kunststoffschichten befindet sich Luft, wodurch die Isolation verstärkt wird. Die Beschichtung reflektiert Infrarotstrahlen – sie liefern die meiste Wärmeenergie – , lässt aber sichtbares Licht durch.

CEO John Slagter findet, dass das Fenster von Mackinac tatsächlich klarer ist als Glas. Das Geheimnis liegt in der unsichtbaren Beschichtung, die dafür sorgt, dass die Kunststoffoberfläche weniger Licht reflektiert als Glas. Dies wiederum erhöht den Anteil des Lichts, das durch das Fenster dringt, sodass es klarer wird.

Eine solche am Rahmen des vorhandenen Fensters befestigte Scheibe kann das Isoliervermögen jeder Einfach- oder Doppeltverglasung vervierfachen, ist jedoch immer noch leicht genug, um das Gewicht des Fensters nicht massgeblich zu erhöhen.

Das Material wurde bereits erfolgreich an Fenstern der Calvin University in Grand Rapids (Michigan) getestet, so Slagter. Grössere Pilotprojekte sind noch geplant, bevor das Produkt unter anderem dank der Förderung durch US-Regierungsbehörden ab 2022 allgemein verfügbar sein soll.

Eine Frage von Licht und Dunkel

Bisweilen ist grosse Klarheit eher ein Problem als eine Lösung – nämlich immer dann, wenn die nach Süden gerichteten Fenster eines Gebäudes so viel Sonne durchlassen, dass sie blendet.

„Helles Sonnenlicht kann zwar einen Raum zusätzlich beheizen, aber die Menschen arbeiten nicht gern in der prallen Sonne und können vielleicht ihren Monitor nicht mehr erkennen“, so Michael McGehee, Materialforscher an der University of Colorado in Boulder. „Meist schliessen Sie dann die Jalousien. Dann sitzen sie im Dunkeln und haben nichts von der Aussicht und den Vorteilen des Sonnenlichts.“

Um das Sonnenlicht zu erhalten, aber das Blenden zu eliminieren, arbeitet McGehees Gruppe an der Optimierung „elektrochromer“ Fenster. Sie wollen ein Fenster entwickeln, das sich über einen Schalter verdunkeln lässt, um das störende Blendlicht herauszufiltern und genau so viel Sonnenlicht durchzulassen, dass man sich wohl fühlt. Zu diesem Zweck erhalten McGehees Fenster eine Schicht aus einer Indium-Zinnoxid-Schicht mit Platin und eine weitere aus Nickeloxid, zwischen denen sich eine Lithium-Lösung befindet. Wenn eine geringe Spannung zwischen den zwei Schichten fliesst, fungieren sie als Elektroden und produzieren ein elektrisches Feld, das die Lithium-Ionen veranlasst, sich durch die Lösung zu bewegen und sich an die Nickeloxid-Schicht zu heften.

Während das Lithium in der Lösung zunächst transparent ist, wird es durch die Verbindung mit dem Nickeloxid halbmatt. „Sie brauchen lediglich eine 10 Nanometer dicke Schicht Lithium auf der Elektrode, um das meiste Licht zu blockieren“, so McGehee. Das Ergebnis ist ein Fenster, das wie eine „Sonnenbrille für Gebäude“ funktioniert, wie er es ausdrückt. Darüber hinaus kann durch eine Veränderung der Voltzahl ein bestimmter Grad der Verdunkelung eingestellt werden.

Wenn diese Fenster am Markt Erfolg haben, könnten sie in ein bis zwei Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil smarter Städte werden, die sowohl komfortabel als auch ökologisch nachhaltig sind. Das wäre auch ein Schritt dazu, den CO2-Fussabdruck des Menschen auf Null zu reduzieren.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf mega.online.

Scientific American, die weltweit führende populärwissenschaftliche Publikation für Wissenschaft und Technologie, veröffentlicht mit der finanziellen Unterstützung von Mega Artikel, die sich mit zukunftsbestimmenden Entwicklungen befassen.

Mega wurde in Kooperation mit Pictet Asset Management entwickelt, einem Vorreiter im Bereich Megatrend-orientierter thematischer Anlagen.

Der Mittelstand, ein unterschätzter Riese der Nachhaltigkeit

Karsten Kührlings, Leiter Investmentfonds & Research, GLS Bank, und Prof. Dr. Maximilian Gege, Gründer und Vorsitzender B.A.U.M. e.V., erklären, warum und wie Investoren gezielt den Mittelstand fördern können.

In der aktuellen Sustainable-Finance-Debatte nimmt der Mittelstand nur eine Nebenrolle ein. Bei der Frage, welche Unternehmen sie auf Nachhaltigkeit prüfen, orientieren sich die meisten Nachhaltigkeitsrating-Agenturen und Investoren an deren Marktkapitalisierung, Liquidität oder Zugehörigkeit zu gängigen Börsenindizes (MSCI World, etc.). Die Analyse von mittelständischen Unternehmen ist für viele Analysten aufwändig, da diese Unternehmen über weniger Ressourcen verfügen, um bestimmte Nachhaltigkeitskennzahlen zu erheben und zu kommunizieren. Häufig werden Mittelständler gar nicht geprüft oder ihre Bewertung fällt entsprechend schlecht aus, sodass sie durch die Prüfung fallen und als „nicht nachhaltig“ eingestuft werden.

Dabei bildet der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft vieler Länder, besonders in Deutschland. Er steht für inhabergeführte Unternehmen, langfristige Investitionen, hohe Steuerzahlungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Nicht selten kommen Innovationen und zukunftsweisende Trends von einem der vielen mittelständischen Unternehmen, die schnell und pragmatisch auf entsprechende Impulse aus den Märkten reagieren und mit kreativem Elan neuartige Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Auf diese Weise spielt der Mittelstand eine enorm wichtige Rolle als Wegbereiter für eine nachhaltigere Wirtschaftsweise.

Doch wie können Investoren mittelständische Unternehmen unterstützen und gleichzeitig vom nachhaltigen Wirtschaftswachstum im Mittelstand profitieren? Oder anders gefragt: Wie können nachhaltige Mittelständler und Investoren zueinander finden? Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) ist mit rund 500 Mitgliedsunternehmen die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa. Bewusst legt sie seit der Gründung im Jahre 1984 ihren Fokus auf den Mittelstand. Die gemeinnützige Organisation verfügt über eine umfangreiche und praxiserprobte Expertise, wie mittelständische Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet werden können.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Der Kompass auf dem Weg zu Nachhaltigkeit

Heute nehmen sehr viele mittelständische Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit wichtiger als noch vor wenigen Jahren. Um zu verstehen und zu bewerten, wie nachhaltig sie tatsächlich sind, orientieren sich viele am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Dieses in der deutschen Wirtschaftswelt weit verbreitete Referenzwerk ist mehr als eine Transparenzinitiative. Der umfassende Kodex soll unterzeichnende Unternehmen dabei unterstützen, für sich eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und in die eigenen unternehmerischen Aktivitäten zu integrieren. Anhand von 20 klar strukturierten Kriterien kann sich jedes Unternehmen einen Überblick über alle wesentlichen sozialen und Umweltaspekte verschaffen: von Treibhausemissionen über Ressourcenverbrauch bis hin zu Arbeits- und Menschenrechten. Der DNK bietet zugleich einen guten Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Weiterer positiver Effekt: Regelmäßig zu berichten ermöglicht es Unternehmen, ihre Entwicklung im Zeitverlauf zu überwachen.

 Abbildung 1: Kriteriengerüst Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Genau an dieser Stelle setzt die Green Growth Futura (GGF) an, eine Ausgründung von Prof. Dr. Maximilian Gege, Gründer und Vorsitzender des B.A.U.M. e.V. Die Green Growth Futura hat eine Analyse- und Bewertungsmatrix für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt, die auf dem DNK basiert. Beim Nachhaltigkeitsresearch findet ein sich auf die 35-jährige Erfahrung von B.A.U.M. stützendes Bewertungsmodell Anwendung, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Elemente bewertet werden. Zum einen sind dies die durch Kennzahlen belegbaren Nachweise aus Quellen wie dem Nachhaltigkeitsbericht, nicht finanzielle Geschäftsberichte oder die Unternehmenskommunikation auf Geschäftsfeldebene. Zum anderen werden auch bisher ausschließlich qualitativ erfassbare Informationen aus unternehmensexternen Quellen berücksichtigt.

Das GGF-Bewertungsmodell: Ein ganzheitlicher Blick auf das Warum, Wie und Was

Zu Beginn der Analyse stellen die Analyst*innen der Green Growth Futura zunächst die Strategie eines Unternehmens in den Fokus ihres Bewertungsmodells. Warum setzt sich ein Unternehmen überhaupt mit Nachhaltigkeit auseinander? Es stellt sich also die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Konkret wird untersucht, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie gibt und diese ein Bestandteil der unternehmerischen Aktivitäten ist. Verfolgt ein Unternehmen dafür langfristige Ziele? Berücksichtigt es dabei die wesentlichen Chancen und Risiken, die eine nachhaltige Entwicklung fördern bzw. behindern? Ebenso wichtig ist, dass ein Unternehmen Umwelt- und Sozialaspekte der gesamten Wertschöpfungskette im Blick hat.

Die ambitionierteste Strategie nützt jedoch nichts, wenn sie nicht im Unternehmen gelebt wird. Deswegen schauen sich die Analyst*innen der Green Growth Futura sehr genau an, wie die einzelnen Ziele im Prozessmanagement umgesetzt werden. Ist das Thema Nachhaltigkeit der oberen Leitungsebene zugeordnet und wissen Mitarbeiter und Öffentlichkeit, wer die Verantwortung dafür trägt? Existieren Regeln und Prozesse, wie genau die Nachhaltigkeitsstrategie im Tagesgeschäft integriert wird? Hier lohnt sich ein Blick darauf, ob Managementsysteme oder Leistungsindikatoren vorhanden sind und auch kommuniziert werden. Testate von unabhängigen Prüfern sind dabei willkommene und aussagefähige Quellen.

Im dritten Schritt beschäftigen sich die Analysten damit, welche Maßnahmen, also was vom Unternehmen im Sozial- und Umweltbereich geleistet wird und in den kommenden Jahren plant. Auf der Umweltseite liegt der Schwerpunkt auf der Inanspruchnahme von Ressourcen, dem Ressourcenmanagement sowie dem Verbrauch von Treibhausgasemissionen. Hat das Unternehmen beispielsweise die Auswirkungen entlang des gesamten Produktlebenswegs (Lieferkette) im Blick? Sind Maßnahmen und Ziele in den letzten fünf Jahren umgesetzt worden, um die Energieeffizienz zu verbessern? Oder zur Reduzierung der Treibhausgase?

Auf der Sozialseite interessiert die Analyst*innen der Green Growth Futura, was ein Unternehmen in den Bereichen Arbeitnehmerrechten, Chancengerechtigkeit, Qualifizierung, Menschenrechte oder Gemeinwesen unternimmt. Engagiert sich das Unternehmen über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus, um Mitarbeiter einzubinden und zu beteiligen? Verfolgt das Unternehmen Ziele, um die Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern? Ebenfalls erfassen die Analyst*innen politische Einflussnahme, Korruption, Skandale oder andere Kontroversen.

Alle Ergebnisse werden in einem Unternehmensprofil zusammengefasst. Eine SWOT-Analyse hebt darin die Stärken und Schwächen eines Unternehmens hervor. Auch geben die Profile einen Aufschluss darüber, in welchen positiven, zukunftsweisenden Branchen aktiv sind und wie sie zur Erreichung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (UN) beitragen.

Abbildung 2: Aufbau des GGF-Bewertungsmodells

Der kritische Blick von Außen: Der Nachhaltigkeitsbeirat

Ebenso wichtig wie die umfangreiche Analyse eines Unternehmens ist die kritische Auseinandersetzung zwischen Expert*innen zu einem Unternehmen. Nur wenn unterschiedliche Sichtweisen zu einem Unternehmen ausgetauscht werden, ergibt sich eine sehr gute Entscheidungsgrundlage, ob in einen Titel investiert werden sollte oder nicht. Aus diesem Grunde wurde ein Nachhaltigkeitsbeirat ins Leben gerufen, der aus ausgewiesenen Branchenkennern besteht, die sich seit geraumer Zeit mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Darunter finden sich Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Ernst Ulrich Weizsäcker, Ko-Präsident des Club of Rome, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin, Monika Griefahn, ehemals Umweltministerin von Niedersachsen, Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Volker Weber, Vorsitzender des Vorstands des Forums Nachhaltige Geldanlagen, sowie Prof. Dr. Timo Busch, Professor für Management & Sustainability an der Universität Hamburg. Auf Grundlage der umfangreich recherchierten Unternehmensprofile debattieren sie in mehrfach im Jahr stattfindenden Beiratssitzungen die Pros und Contras einer Investition. Nur der Nachhaltigkeitsbeirat entscheidet durch Abstimmung über die schlussendliche Aufnahme eines Unternehmens in das Anlageuniversum des B.A.U.M. Fair Future Fonds.

Fazit

Der Mittelstand spielt in der Nachhaltigkeitsdiskussion am Kapitalmarkt eine untergeordnete Rolle. Dabei liegt hier ein enormes Potenzial, die Wirtschaft nachhaltiger aufzustellen. Investoren können durch gezielte Investitionen einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Bereits heute gibt es wirkungsvolle Instrumente wie den Deutschen Nachhaltigkeitskodex, um den Beitrag mittelständischer Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung zu erfassen. Der Green Growth Futura ist es dank der langjährigen Expertise des B.A.U.M. e.V. sowie der GLS Bank gelungen, mit ihrem Bewertungsmodell diesen weitverbreiteten DNK-Ansatz auf Unternehmen am Kapitalmarkt anzuwenden.


Karsten Kührlings

Karsten Kührlings hat in den vergangenen fünf Jahren das Investmentfondsgeschäft der GLS Bank aufgebaut. Der gelernte Diplom-Kaufmann (FH) ist seit 2013 bei der GLS Bank tätig. Zuvor hat er bei der Sparkasse Mülheim das Wertpapiergeschäft geleitet. Er sitzt in mehreren Gremien (Anlageausschüssen) und ist Vorsitzender des Verwaltungsrates des GLS AI – Mikrofinanzfonds. Herrn Kührlings finden Sie auf Xing und LinkedIn.

Prof. Dr. Gege

Prof. Dr. Maximilian Gege ist Gründungsmitglied und Vorsitzender von B.A.U.M. e.V, sowie Gründer der Green Growth Futura (GGF) und Initiator des B.A.U.M. Fair Future Fonds. Er bekleidet zahlreiche Funktionen in Beiräten und Jurys. Professor Gege und B.A.U.M. erhielten über 20 nationale und internationale Auszeichnungen (Auszeichnungen Prof. Dr. Maximilian Gege/B.A.U.M.). Seit 2001 ist er Honorarprofessor der Leuphana Universität Lüneburg.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Über die Green Growth Futura GmbH

Die Green Growth Futura GmbH (GGF) wurde von Prof. Dr. Maximilian Gege, dem Vorsitzenden des B.A.U.M. e.V., gegründet. Vor diesem Hintergrund kooperiert die Gesellschaft auch eng mit dem B.A.U.M. e.V. und weiteren Partnern des B.A.U.M. Unternehmensnetzwerkes. Ziel und Zweck der Gesellschaft ist die Beratung des B.A.U.M. Fair Future Fonds im Nachhaltigkeitsresearch und die sozial-ökologische Analyse von Unternehmen auf Grundlage von eigenen Research- und Analysetätigkeiten und basierend auf ethisch, ökologischen und nachhaltigen Vorgaben. Darüber hinaus überprüft die Green Growth Futura GmbH (GGF) als Berater Portfolios und unterstützt ihre Kunden im Bereich der nachhaltigen Anlageentscheidungen.

Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.)

Unter dem Kürzel B.A.U.M. verbindet der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. seit 1984 erfolgreich und zukunftsorientiert ökonomische, ökologische und soziale Fragen, also die Prinzipien der Nachhaltigkeit, miteinander. Heute ist B.A.U.M. mit weit über 500 Mitgliedern das größte Unternehmensnetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften in Europa. Neben vielen bekannten Unternehmen sind auch Verbände und Institutionen Fördermitglied.

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

https://greengrowthfutura.de/

Die Ernährung der Zukunft – der Wandel ist bereits im Gange

Die tierische Produktion verbraucht Unmengen an Flächen, verursacht massiv Treibhausgasemissionen und belastet die menschliche Gesundheit und das Tierwohl. Die derzeitige Landwirtschaft sieht sich, wie im ersten Teil "Die Ernährung der Zukunft – wird Fleisch zum nächsten Stranded Asset?" erläutert, mit massiven Problemen konfrontiert. Doch Lösungen sind bereits vorhanden, erklärt Damian Pilka, Spezialist Investmentfonds, GLS Bank. Welche das genau sind, lesen Sie im zweiten Teil der Serie.

Aus rot mach grün. Vor zehn Jahren änderte McDonald`s sein Firmenlogo. Der Firmenname ist seitdem grün umrahmt. Für die gesamte Ernährungsindustrie ist dies natürlich eine Randnotiz. Doch zeigt dieser Schritt eines der größten Fleischverarbeiter der Welt, dass die Branche in Bewegung ist. Das Tempo nimmt dabei stetig zu. So bietet McDonald´s seit diesem Jahr vegane Burger in Kooperation mit Nestle an. Hierzulande ein Novum, in den USA gängige Praxis. Fast alle großen amerikanischen Fastfoodketten sind Kooperationen mit Anbietern von Fleischersatzprodukten eingegangen, z.B. Beyond Meat oder Impossible Foods. Auch die deutsche Traditionsfirma Rügenwalder Mühle macht bereits knapp 40 Prozent des Umsatzes mit veganen bzw. vegetarischen Alternativen. Dieser Trend ist längst am Kapitalmarkt angekommen. Vor zwei Jahren hat Danone Whitwaves (Hersteller z.B. pflanzlichen Joghurts) für mehr als 12 Milliarden US Dollar übernommen. Und das im ersten Teil erwähnte Unternehmen Beyond Meat wird nach dem erfolgreichsten Börsengang des Jahres bereits mit mehr als 6 Milliarden US Dollar bewertet.

Die Erfolgsformel der neuen Anbieter: Fleischersatz statt Fleischalternative

Woher kommt dieser Erfolg? Alternativprodukte wie Tofu oder Tempeh werden schließlich seit vielen Jahrzehnten vermarktet. Dass ihre Ökobilanz besser als die von Fleisch ist, ist seit langem bekannt. Doch haben sie stets ein einsames Nischenleben in den Bio-Läden geführt. Denn dem Großteil der Bevölkerung schmecken sie einfach nicht. Für sie ist Fleisch ein traditionelles Kulturgut, das bequem zu kaufen ist. Nur wenige fahren für ein Tofuschnitzel extra in den Bio-Markt.

Die neuen Anbieter am Markt wählen daher einen anderen Ansatz. Sie wollen Verbraucher*innen nicht Alternativen aufdrängen, sondern mit pflanzlichen Produkten so gut wie möglich den Geschmack tierischer Produkte imitieren. Bei Beyond Meat entsteht „Fleisch“ aus Erbsen. Das Potenzial ist dabei enorm. Laut einer Studie von AT Kearney und JP Morgan wird den Anbietern von Ersatzprodukten im Jahr 2025 ein Marktanteil von 10 Prozent am globalen Fleischmarkt zugetraut. Dieses würden bereits in 5 Jahren Umsätze um 20 Milliarden Dollar bedeuten - aktuell liegt der Umsatz noch unter einer Milliarde Euro. Bei anderen tierischen Produkten wie Milch oder Joghurt ist der Prozess bereits weiter. Der Markt für „pflanzliche“ Milch (aus Soja, Hafer, Mandeln usw.)  hat sich bereits etabliert. In den USA ist der Markt aus tierischer hergestellter Milch alleine im Jahr 2018 um eine Milliarde Dollar gesunken. Mit pflanzlicher Milch wird weltweit bereits dieses Jahr ein Umsatz von 15 Milliarden Dollar erzielt. Das Research- und Beratungsunternehmen Transparency Market Research rechnet mit einer weiteren Verdopplung innerhalb der nächsten 10 Jahre.


Fallbeispiel: Milcheis aus Hefebakterien

Perfect Day Foods hat im Juni 2019 das erste „Milcheis“ ausgeliefert, welches mit Hilfe von Hefebakterien anstelle von Kühen hergestellt wurde. Dafür wurde die Hefe so verändert, dass diese nun Molkenprotein und Kasein herstellen. Diese Grundbestandteile von Milchprodukten wurden mit weiteren pflanzlichen Stoffen für die Produktion von Eis genutzt. Im Resultat entsteht ein „Milcheis“ welches inhaltlich (Nährstoffe) und geschmacklich so gut wie nicht mehr von einem tierischen Produkt zu unterscheiden ist. Das Unternehmen hat als „Proof of Concept“ die ersten 1.000 Portionen online zum Kauf angeboten. Der Preis einer Portion ist mit 20 US Dollar derzeit aber noch hoch. Um es mittels Skaleneffekten wettbewerbsfähig zu machen und kostengünstiger als klassisches produziertes Speiseeis herzustellen, strebt das Start-Up Kooperationen mit großen Lebensmittelherstellen an. Des Weiteren ist eine Ausweitung des Produktspektrum um weitere Milchprodukte (wie z.B. Käse) geplant.


Viele Wege führen zum Fleischersatz: Ein Überblick über die unterschiedlichen Produktionsmethoden

Wie so üblich, wenn sich ein neuer Markt bildet, gibt es eine Vielzahl an Akteuren, die auf ganz unterschiedliche Weise an dem „Fleisch“ der Zukunft tüfteln. Die Rede ist dann häufig von CRISPR, Precision Fermentation, Precision Biology, Fermentation, Cell Based Meat. Ihnen gemein ist, dass sich dadurch tierische Produkte ganz ohne Viehzucht produzieren lassen. So unterschiedlich die Verfahren sind, gibt es einen gemeinsamen Nenner: Die Produkte können zukünftig deutlich günstiger und Ressourcen schonender hergestellt werden. Werden in der „traditionellen“ Produktion für eine tierische Kilokalorie durchschnittlich zwischen 6 und 15 pflanzliche Kalorien als Input benötigt (bei Rindfleisch sogar 30:1), liegt das Verhältnis bei neuen Anbietern bei nahezu 1:1.

Produktart

Alternativ-
Produkte

Pflanzen-basierte Produkte

Clean Meat

Precise Fermentation

Ersatz/

Alternative für

Fleisch und Milchprodukte 

Starke Unterschiede im Geschmack und Zubereitung

Fleischprodukte wie Hack (Burger, Lasagne, Würstchen)

Fleisch, Fisch

Milch, Milchprodukte, Tierische Proteine in verarbeitenden Produkten  

Ausgangs-

stoffe 

Hülsenfrüchte, z.B. Soja, Lupinen

Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen), Öle (z.B. Kokosöl), Stärke (z.B. Kartoffeln)

Vergleichbar mit Fleischherstellung: Soja, Weizen, Mais

Vergleichbar mit Fleischherstellung: Soja, Weizen, Mais

Produktion-

verfahren

Fermentation (Tofu/Tempeh) und/oder Extraktion von Proteinen (z.B. Seitan) 

Druck und Wärme, physikalische Veränderung/

Zubereitung/Mischung der pflanzlichen Zutaten

Entnahme Muskelzellen von Tieren. Multiplikation in einer Nährlösung in Tanks 

 

Produktion von tierischen Proteinen/Fetten (Fermentierung). Diverse Endprodukte durch veränderte Hefebakterien (CRISPR)  

Kosten

(reduktions-

potential)

Vollausgeschöpft

Nicht ausgeschöpft Preisparität wird erwartet, langfristig deutlich günstiger als tierische Produktion

Langfristig deutlich günstiger als aktuelle Produktion

Preisparität 2022 erwartet, langfristig bis zu 90% günstiger als aktuelle Wertschöpfungskette 

Beispiel bzw. 

Unternehmen

Tofu, Tempeh, Seitan, Sojamilch, usw.

Beyond Meat, Impossible Meat, Rügenwalder Mühle

Mosa Meat, Super Meat,  Alpeh Farms, New Age Meat, Just, Finless Foods

Clara Foods, Wild Earth, Perfect Day Foods

Herausforderungen/

Fragestellungen

Annahme durch Verbraucher

Skalierung (größtenteils noch nicht biozertifiziert)

Skalierung, Zulassung, Annahme durch Kunden

Reputation: Gentechnik, Zulassung, Skalierung

Markreife/

Einführung

Vor 20-30 Jahren

2018 bzw. 2019 

Skalierung ab 2020

Ca. 2022-2025 je nach Quelle und Unternehmensangaben

2019 - 2020

Quelle: eigene Zusammenstellung

In welchem Bereich wird sich der Wandel am frühesten vollziehen? Nicht wenige Stimmen erwarten dies bei bereits verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertigpizzen, vorgekochten Tortellini,  usw. in der Branche als Convenience Food bekannt. Insbesondere die sogenannte Precise Fermentation kann hier schnell Einzug in die Produktion finden. Gemäß der Studie „Rethinking Food and Agriculture“ sind innerhalb von 5 Jahren Kosteneinsparungen von bis zu 80 Prozent (im Vergleich zur konventionellen Herstellungsmethoden) möglich. Da Kund*innen verarbeiteter Produkte eine lange Liste an Inhaltsstoffen schon gewöhnt sind, ist von einer hohen Akzeptanz auszugehen. Insbesondere wenn z.B. der Proteingehalt erhöht oder der Fettanteil reduziert werden kann, ohne dass Verbraucher*innen geschmackliche Nachteile bemerken.

Welche Unternehmen werden die Verlierer des Wandels sein?

Was hieße dieser Wandel für die traditionelle Landwirtschaft und ihre weitreichende Wertschöpfungskette? Im vergangenen Jahr erzielte die Industrie alleine im Bereich der Viehwirtschaft (Kühe) mehr als 600 Mrd. US Dollar Umsatz. Der Löwenanteil von knapp 50 Prozent wird in der Verarbeitung tierischer Produkte erwirtschaftet. Ein knappes Drittel entfällt auf den Anbau und die Verarbeitung von tierischen Futtermitteln, weniger als ein Fünftel jeweils auf die Viehwirtschaft und den Vertrieb.


Quelle: Rethink Food and Agriculture

Die oben bereits erwähnte Studie „Rethink Food and Agriculture“ erwartet, dass in der konventionellen Landwirtschaft alle Glieder der Wertschöpfungskette massive Umsatzeinbußen zu befürchten haben. Zunächst wären Produzenten tierischer Nahrung, Hersteller von Schlachtanlagen, Kühlhäusern, Verabeitungsstätten sowie die eigentliche Fleisch- und Milchindustrien betroffen. Aufgrund der hohen Kosteneinsparpotenziale in den kommenden Jahren, welche die neuen Anbieter ermöglichen, stellt sich bereits heute die Frage, ob bei Finanzierungszeiträumen von 10-15 Jahren Investitionen in Akteure der klassischen Ernährungsindustrie Gewinne erwirtschaftet werden können. Oder handelt es sich dabei tatsächlich um die nächsten Stranded Assets – von der Carbon Bubble zur Meat Bubble?

Die Auswirkungen eines Wandels in der Ernähungsindustrie ginge aber noch weiter. Gedanken machen müsste sich die Pharmaindustrie, welche Antibiotika für die Massentierhaltung herstellt. Oder aber auch die Chemieindustrie. Denn mit den neuen Methoden müsste deutlich weniger Ackerflächen bestellt werden. Inbesondere die großen Monokulturen an Mais, Soja, Weizen die größenteils in den Futtertrogen der Viehwirtschaft landen, werden zumeist nicht mehr benötigt. Der Bedarf an Pestiziden und Dünger sänke merklich. Und wäre die Automobilbranche nicht gebeutelt genüg, so müsste sie sich auch überlegen, ob sie künftig noch ihre landwirtschaftlichen Maschinen absetzen kann.

Wie sieht es aber mit der ökologischen Landwirtschaft aus? Die meisten Studien gehen davon aus, dass Bio-Landwirte deutlich besser gewappnet sind als ihre konventionellen Konkurrenten. Denn Konsument*innen von Bio-Landwirten sind weniger preissensibel. Sie sind bereit, für ökologisch hergestellte Lebensmittel einen höheren Preis zu bezahlen. Somit weist die ökologische Landwirtschaft langfristig ein deutlich stabileres und zukunftsfähigeres Geschäftsmodell auf.

Fazit und Ausblick: Investoren sollten den Wandel in der Branche ernst nehmen

Die Landwirtschaft, wie wir sie heute kennen, steht vor massiven Umwälzungen. Ein Weiter so ist angesichts des Bevölkerungswachstums, des Flächen und Ressourcenverbrauchs sowie der Treibhausgasemissionen nicht möglich. Ebenfalls steigen die gesellschaftlichen und ökologischen Kosten durch den Einsatz von Pestiziden, Rodungen usw. immer weiter an. Damit wird das heutige Geschäftsmodell mehr und mehr unrentabel.

Doch es gibt keinen Grund zur Verzweiflung, denn Lösungen sind in Sicht und zum Teil bereits wettbewerbsfähig. Neue Anbieter mit innovativen Produktionsverfahren haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Nahrung produzieren, grundlegend zu verändern. Für Unternehmen bietet dies neben allen Risiken große Chancen. Um die neuen Anbieter herum ist der Aufbau einer komplett neuen Infrastruktur notwendig. Für die Produktion von Cell-Based Fleisch und der Fermentation müssen beispielsweise neue Tanks entwickelt und gebaut werden. Wer schon in „vergleichbaren“ Branchen aktiv ist, z.B. Anlagenbauer für aktuell Gärungs- und Fermentierungsprodukte wie Bier, dem bieten sich neue Ertragspotenziale.

Investoren sollten diese Entwicklungen sehr genau beobachten, um nicht den Anschluss zu verpassen. Klassische Lebensmittelkonzerne überdenken schon ihre strategische Marktpositionierung. Der Lebensmittelgigant Tyson Foods versteht sich künftig nicht mehr als „Meat Company“, sondern „Protein Company“. Das ist häufig ein Zeichen, dass die Ernährungsindustrie an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter steht. Diese Botschaft wird womöglich auch der Kapitalmarkt mehr und mehr vernehmen. 


Damian Pilka ist seit 2013 als Wertpapierspezialist in der Angebotsentwicklung der GLS Bank tätig. Der ausge-bildete Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft ist insbesondere für die Be-treuung und Auflage von Alternativen Investmentsfonds zuständig.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Wie die GLS Bank zu Ernährung und Landwirtschaft steht

Wie in ihren öffentlich zugänglichen Anlage und Finanzierungsbedingungen festgeschrieben, investiert in und finanziert die GLS Bank Unternehmen, die in der Erzeugung, Verarbeitung und dem Handel von und mit landwirtschaftlichen Produkten und gesunden Lebensmitteln gemäß den anerkannten Richtlinien der ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft tätig sind. Der Einsatz von Mineraldüngern, Pestiziden sowie gentechnisch veränderten Organismen, Massentierhaltung und industrielle Fleischverarbeitung sind durch diese Richtlinien ausgeschlossen. In ihren politischen Forderungen verlangt die GLS Bank eine konsequente Abgabe auf die Nutzung von Pestiziden und Stickstoffdünger. Sie unterstützt die Ackergiftkampagne des Bündnisses für enkeltaugliche Landwirtschaft.
Die GLS Bank ist in keinem der im Artikel erwähnten Unternehmen investiert (Stand 17.10.2019).

Mission Investing Forum 2019 – Der Treffpunkt für Stiftungen, die wirkliches Impact Investing wollen

Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, und Amon Fernandes-Christ, Junior Spezialist Wertpapierfonds, beide GLS Bank, stellen in Teil 5 der Serie: „Impact Investing – wie der Finanz-Mainstream einen Nischenmarkt entdeckt“ das Mission Investing Forum vor. Die Veranstaltung findet am 6. und 7. November in Bochum im Gebäude der GLS Bank statt, um Investoren einen neuen Blickwinkel auf wirkungsorientiertes Investieren zu bieten. Hier geht es direkt zur Anmeldung.

Viele Anleger*innen sind auf der Suche nach wirkungsstarken Anlagemöglichkeiten. Das trifft insbesondere auf Stiftungen zu, die ihr Stiftungskapital gerne entsprechend dem Stiftungszweck anlegen möchten. Sie brauchen dafür laufende Cashflows im Anlagengeschäft. Aufgrund der aktuellen Marktsituation streben immer mehr Stiftungen dem Kapitalmarkt zu. Doch in der Praxis ist es gar nicht so einfach, wirkungsvoll anzulegen. Die sozial-ökologische Wirkung von OGAW-Investmentfonds ist schwer zu erfassen und auch klassische Impact-Produkte wie Green Bonds oder Mikrofinanzfonds bedürfen eines kritischen Blicks. Ebenso herausfordernd ist, dass wirkungsstarke Projekte weit entfernt sind oder für Stiftungen wenig sichtbar sind. Daher besteht immer noch eine große Diskrepanz zwischen Anlageverhalten von Stiftungen und deren (gemeinnützigen) Stiftungszwecken. 

Im fünften Teil der Serie wollen wir daher in eigener Sache eine Veranstaltung vorstellen, wo wir Investoren einen anderen Blickwinkel auf wirkungsorientiertes Investieren bieten – jenseits vollmundig angepriesener SDG- oder Impact Investing Events. Die Rede ist von unserem Mission Investing Forum, das am 6. und 7. November wieder in Bochum im Gebäude der GLS Bank stattfindet.

Hintergründe des Mission Investing Forum

Als die GLS Bank 2012 in ihrer Frankfurter Filiale zum ersten Mission Investing Forum lud, wollte sie Investoren eine Plattform geben, in spannende Projekte weltweit mit hohem sozialen oder ökologischen Nutzen zu investieren bzw. zu finanzieren. Dabei wollte sie ihre langjährige Erfahrung in dem Bereich weitervermitteln. Denn seit fast vier Jahrzehnten ist die gesamte Bank in dem Bereich tätig. Über die GLS Treuhand hat sie im Laufe ihrer Geschichte verschiedene eigene Stiftungen ins Leben gerufen. Für das Mission Investing Forum ging die Bank 2012 eine Partnerschaft mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen ein. Mehr als 70 Stiftungsaktive, darunter Stiftungsvertreter*innen, Vermögensmanager der GLS Bank und Stiftungsexpert*innen der GLS Treuhand, nutzten die Veranstaltung damals zu einem intensiven Austausch über die aktuelle Situation der Stiftungsarbeit.

Seitdem ist die Veranstaltung zu einer jährlich gern wahrgenommenen Austauschmöglichkeit für Stiftungsvertreter*innen geworden. Im Laufe der Zeit ist die Teilnehmer*innenanzahl stetig angestiegen. 2018 waren es 120 Teilnehmer*innen. Die Themen ändern sich von Jahr zu Jahr. Es werden abwechselnde inhaltliche Schwerpunkt gesetzt, um aktuell relevante Fragestellungen rund um Stiftungen aufzugreifen. Von klassischen Themen wie Risiko und Rendite über den Fokus auf bestimmte Anlageklassen wie Immobilien bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten in Afrika im vergangenen Jahr.

Mission Investing Forum 2019

Auch in diesem Jahr können sich Investoren zu aktuellen Stiftungsfragen austauschen. Unter dem Motto „Gemeinsam investieren — Gemeinnutz schaffen“ haben Teilnehmer*innen neben der Pflege und Aufbau ihres Netzwerks die Möglichkeit, Finanzierungslösungen für fünf Projekte gemeinsam zu erarbeiten. Statt auf Podiumsdiskussionen oder Powerpoint-Präsentation setzt die GLS Bank auf die Intelligenz und Kreativität des Schwarms. Gemeinsam begeben sich die Teilnehmer*innen auf die Suche nach praktischen Lösungen, wie Geld zu innovativen Initiativen gelangen kann. So entstehen neue Investmentmöglichkeiten und -vorstellungen. Ziel ist es, Projekte zu finanzieren, die mit den gängigen Werkzeugen der Finanzwirtschaft schwerlich oder kaum umzusetzen sind. Durch dieses interaktive Format können Teilnehmer*innen ihr eigenes Wissen zum wirkungsorientierten Investieren gezielt ausbauen und auch neue Ansätze kennenlernen.

Auch wenn die Finanzierung noch unklar ist, so stehen die fünf Projektvorschläge bereits fest. Dazu gehört Criterion, ein US-amerikanisches Projekt, dass an der Veränderung des Finanzsystems arbeitet. Konkret geht es um die Frage, wie Gelder in die Bekämpfung von gender-basierter Gewalt (u.a. Gewalt gegen Frauen) und deren Folgekosten fließen können. Ein weiteres Projekt wird von der pan-afrikanischen Organisation Africans rising vorgestellt. Hier geht es um die Finanzierung eines Konferenz- und Schulungszentrums für die 373 Mitglieder*innen, alles afrikanische NGOs.

Die 5 Projekte im Einzelnen:

Weitere Informationen

Die Teilnahme steht allen für Stiftungen tätigen Menschen offen, die mit ihrem Kapital nach innovativen Wegen suchen, ihr Stiftungskapital anzulegen. Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis zum 31. Oktober 2019 möglich. Hier geht es zum Anmeldeformular sowie der Agenda.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Amon Fernandes-Christ ist seit 2015 bei der GLS Bank. Als Junior Spezialist Wertpapierfonds arbeitet er im Angebotsmanagement und ist dort insbesondere im Bereich der Alternativen Investmentfonds (AIF) tätig. In dieser Rolle ist er an der Entwicklung und Konzipierung innovativer Fondsprodukte beteiligt.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

“Liquid Alternatives für Institutionelle Investoren!“

Institutionelle Investoren fordern bei einer Anlage in Alternatives vor allem eine breite Diversifikation, eine geringe Korrelation mit traditionellen Anlageklassen sowie attraktive marktunabhängige Renditen bei kontrollierten Verlustrisiken. Die Deka hat einen Dachfonds für liquide alternative Anlagestrategien aufgelegt. Dr. Alexander Zanker, Head of Client Solutions and Analytics bei der Deka, erklärt im Interview mit altii, wie der Deka-Liquid Alternative Strategies institutionellen Anlegern einen einfachen Zugang zum stetig wachsenden Liquid-Alternatives-Universum und damit zu neuen Renditequellen ermöglicht. Die hohen Anforderungen institutioneller Investoren werden konsequent in einem Produkt umgesetzt.

altii: Herr Dr. Zanker, die Deka bietet ein neues Fondsprodukt für die Zielgruppe Institutionelle Investoren an. Um was geht es konkret?

Dr. Alexander Zanker: Der Deka-Liquid Alternative Strategies ist ein Dachfonds, der institutionellen Anlegern einen einfachen, aber sehr effizienten Zugang zu neuen Renditequellen ermöglicht. Wir haben den Fonds konsequent auf die Anforderungen institutioneller Investoren abgestimmt und orientieren uns an den wesentlichen VAG-Vorschriften, was allen Investoren zusätzliche Sicherheit bietet. Die Besonderheit ist, dass wir nicht nur ein Produkt, sondern ein gesamtes Lösungskonzept anbieten.

altii: Sie arbeiten bei dieser Strategie mit einem Berater zusammen. Was bringt Mercer mit ein und was leistet die Deka?

Dr. Zanker: Mercer ist einer der renommiertesten Spezialisten für die Auswahl von Asset Managern und der Konstruktion von Portfolien. Die Deka ist ein sehr erfahrener Manager für institutionelle Kundenportfolien mit exzellentem Knowhow hinsichtlich Absolute Return-Strategien, gerade auch im quantitativen Bereich und im dynamischen Risikomanagement. Unser hauseigenes Institut für quantitative Kapitalmarktforschung (IQ-KAP) liefert uns die neuesten Forschungsergebnisse, die wir direkt praktisch umsetzen können. Zudem haben wir uns als Haus mit hohem regulatorischen Sachverstand etabliert.

Die Aufgaben sind entlang des Investmentprozesses klar verteilt. Mercer führt Investment und Operational Due Diligence durch – ein klar strukturierter, aber auch Research-intensiver Prozess. Mehr als 40 spezialisierte Fondsresearcher mit durchschnittlich über 13 Jahren Erfahrung identifizieren die besten Manager. Solche Manager, die einen klaren Wettbewerbsvorteil aufweisen und so wiederholbares Alpha aufgrund objektiver Kriterien erzielen können.

Die Portfoliokonstruktion erfolgt gemeinsam. Auch hier gehen wir einen sehr konsequenten und systematischen Weg und setzen auf einen mehrstufigen Prozess. Unterschiedliche Optimierungsansätze, wie Minimum Variance oder Risk Parity, werden kombiniert, um ein möglichst robustes Ausgangsportfolio zu erhalten.

Das letzte Wort bei der Auswahl der Manager und der Gestaltung des Portfolios hat Deka-Fondsmanager Neil Sturrock. Als langjähriger Manager von alternativen Strategien kann er die Analysen von Mercer verproben, mit eigenen Erfahrungen ergänzen und die Anforderungen deutscher Investoren einbringen. Der Austausch mit Mercer ist sehr intensiv. Mitunter diskutieren die Spezialisten sehr kontrovers bis sie zu einer Entscheidung kommen – aber gerade diese Diskussionen sind wichtig.

Im gesamten Prozess steht Neil Sturrock ein paritätisch besetztes Investmentkomitee aus Experten von Mercer und Deka zur Seite. Die Deka-Mitglieder kommen aus dem Fondsresearch, dem quantitativen Asset Management, aus dem Bereich Client Solutions und dem Investment Office. Ergänzt wird es durch Research-Spezialisten von Mercer und spezialisierten Investment Consultants für Alternatives und deutsche institutionelle Kunden.

Wir glauben, dass dieser kooperative Ansatz mit unterschiedlichen Spezialisten, aber klaren Verantwortungen, einer solch komplexen Anlageklasse am gerechtesten wird. Hier sehen wir auch den größten Mehrwert der Lösung.

altii: Ihre Strategie bedient viele Anforderungen, die VAG-Investoren mit sich bringen. Das erwartet man nicht unbedingt von einem Fondsprodukt aus diesem Bereich.

Dr. Zanker: Wir haben sehr viel Arbeit darauf verwendet, die Lösung auch für regulierte Investoren interessant zu machen. So haben wir beispielsweise die besonderen Rating-Anforderungen von VAG-Investoren berücksichtigt. Bei Zielfonds, die nicht selbst VAG-konform sind, haben wir Side-Letters ausgehandelt. Auch bieten wir die für regulierte Kunden notwendigen Reportings. Dies hilft nicht nur regulierten Investoren, sondern allen, die eine transparente und robuste Umsetzung schätzen.

altii: Im Prinzip kann der Investor die Strategie in Eigenregie abbilden. Was ist der Vorteil der Deka-Strategie?

Dr. Zanker: Die hohe Heterogenität von Liquid Alternative-Strategien und die Qualitätsunterschiede machen eine tiefgreifende Analyse jedes einzelnen Fonds und seines Risiko-/Ertrags-Profils so wichtig. Mitte 2019 waren knapp 900 Fonds verfügbar. Die besten Fonds erzielten nicht selten hohe ein- oder zweistellige Renditen, während die schlechtesten Fonds im Schnitt Kapital verloren. Mittelmaß kann bei Liquid Alternative-Strategien kein Maßstab sein, sie müssen die besten Manager identifizieren und diese richtig kombinieren. Dies schaffen sie wiederholbar nur mit einem strukturierten Prozess und viel Research.

Beispielsweise führt Mercer mit allen bewerteten Managern vor Ort Gespräche. Die wichtigsten Schlüsselpersonen werden in mehreren Interviewrunden befragt. Die Analyse mündet in ein Rating, welches ausführlich dokumentiert wird. Mercer geht sogar noch einen Schritt weiter und führt eine Operational Due Diligence durch, um die internen Prozesse der Manager zu bewerten. Auf den Stempel UCITS allein sollte man sich nicht verlassen.

Für Kunden, welche die dafür notwendigen Ressourcen nicht intern aufbauen können oder wollen, bieten wir eine professionelle Umsetzungslösung, die das komplette Anforderungsspektrum leicht zugänglich abdeckt und dabei kosteneffizient ist. Sie bekommen die Managerauswahl und laufende Überwachung durch einen der renommiertesten Berater, einen systematischen Portfoliokonstruktionsprozess, transparentes Reporting, ein auf Verlustrisiken fokussiertes Risikomanagement und einen an das VAG angelehnten regulatorischen Rahmen.

altii: In welchem Format bieten Sie den Fonds an, was ist die Zielrendite und welche Kosten kommen auf den Investor zu?

Dr. Zanker: Wir haben den Fonds in Luxemburg als OGAW-Fonds aufgelegt, der damit hohe Transparenz und Liquidität bietet. Unser Ertragsziel liegt bei 400 Basispunkten über Libor nach Kosten. Die Verwaltungskosten betragen 45 Basispunkte zusätzlich zu den Kosten der Zielfonds. Bei den Zielfonds konnten wir zum Teil sehr attraktive Gebühren aushandeln, die wir vollständig an den Fonds weitergeben. Allein dadurch relativiert sich ein substanzieller Teil der Managementgebühr. Wenn sie dann noch einbeziehen, welche Kosten der Kunde für externe Beratung und interne Strukturen spart und wie viel geringer der Aufwand für ihn ist, dann ist die Lösung äußerst effizient.

altii: Lassen Sie uns bitte neben den Chancen auch die Risiken besprechen. Wo liegen die Hauptrisiken der Strategie?

Dr. Zanker: Die Rendite von Liquid Alternatives hängt elementar von den Fähigkeiten der Manager ab, Wettbewerbsvorteile zu nutzen. Das Delta zwischen Managern kann leicht 30 Prozentpunkte überschreiten. Gelingt es nicht, die erfolgreichen Manager zu identifizieren, dann werden die Renditeerwartungen nicht erfüllbar sein.

Ähnliches gilt für die Portfoliokonstruktion. Es müssen Strategien kombiniert werden, die ökonomisch begründet gering mit traditionellen Anlageklassen korrelieren und sich ergänzen. Ein gutes Beispiel sind Global Macro und Managed Future Strategien. Global Macro Strategien versuchen, große makroökonomische Trends auszunutzen. Sie haben daher typischerweise ein eher asymmetrisches Renditeprofil und sind antizipierend. In der Finanzmarktkrise konnten sie sich sehr gut behaupten. Dagegen sind Managed Futures eher reaktiv. Sie erhöhen bei anhaltenden Trends Positionen. In vielen Krisen haben solche Strategien schrittweise ihre Position in sicheren Anleihen aufgebaut und so ein traditionelles Portfolio stabilisiert.

Ein Risiko bei Absolute Return-Strategien ist, dass höhere Verlustrisiken auftreten als von Investoren antizipiert. Dem wirken wir mit einer konsequenten Aussteuerung der Verlustrisiken im Portfoliokonstruktionsprozess entgegen. Draw Downs sind für uns ein wichtiges Steuerungsziel.

altii: Zum Abschluss wie immer die Frage, was können wir Ihrer Meinung nach die nächsten zwei Jahre vom Kapitalmarkt erwarten und wie wirkt sich das auf die Strategie aus?

Dr. Zanker: Der Kapitalmarkt konnte sich über lange Zeit darauf verlassen, dass die Zentralbanken alles tun würden, um einem Abschwung gegenzusteuern. Entsprechend niedrig waren die Volatilitäten – bei immer neuen Rekordständen, aber auch sinkenden Renditen. Mittlerweile hat sich die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer verändert. Volatilitäten kommen zurück. Viele Investoren diskutieren verstärkt Strategien, um Verlustrisiken zu begrenzen, und Möglichkeiten, ihr Portfolio unabhängiger von traditionellen Renditequellen aufzustellen. Hier können Liquid Alternatives ihre Stärke ausspielen.

In einem typischen Kundenportfolio haben Liquid Alternatives die Aufgabe, die Abhängigkeit von traditionellen Märkten zu verringern. Ihre Wertentwicklung soll nicht der von Aktien­ oder Rentenmärkten folgen, sondern den Kapitalstock durch die Begrenzung von Abwärtsbewegungen schützen sowie Volatilität eindämmen. Solche asymmetrischen Renditeprofile lassen sich nicht durch traditionelle Long Only Aktien- oder Anleihestrategien erzielen. Vielmehr müssen aktive Strategien kombiniert werden, die auf dynamischen Handelsstrategien aufbauen, Derivate nutzen und Short-Positionen einsetzen. Dies sind die typischen Eigenschaften von Liquid Alternative-Strategien.

Hinzu kommt, dass sich in ineffizienteren Märkten mehr Opportunitäten auftun, die guten Managern signifikant höhere Erfolgschancen bieten. Ein Indikator für höhere Ineffizienzen sind höhere Volatilitäten, weshalb Liquid Alternatives gerade in solch einem schwierigeren Marktumfeld an Attraktivität gewinnen. Dies macht die Anlageklasse, richtig umgesetzt, zu einem attraktiven komplementären Baustein in einem diversifizierten Portfolio, welches optimal für die kommenden Herausforderungen aufgestellt ist.


Über Dr. Alexander Zanker

Dr. Alexander Zanker verantwortet den Bereich Client Solutions and Analytics der Deka. Das Team berät institutionelle Investoren bei der Gestaltung ihrer strategischen Anlageallokation. Dr. Zanker hat viele Jahre als verantwortlicher Investment Consultant bei Willis Towers Watson institutionelle Kunden beraten. Er ist CFA-Charterholder und Chartered Alternative Investment Analyst.

Über die Deka

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 298 Mrd. Euro (per 30.06.2019) sowie rund 4,7 Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wertpapiergeschäft aus.

Über Deka Institutionell

Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Ihr Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette professioneller Asset Management- und Kapitalmarktdienstleistungen ab. Ein betreutes institutionelles Vermögen von rund 150 Mrd. Euro spiegelt das wachsende Vertrauen professioneller Anleger in die Produkte und Leistungen der Deka wider. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird das Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG, als Kern des Asset Servicing, und Verwahrstelle.

Kontakt

Deka Institutionell – Vertriebsservice
+49 (0) 69 71 47 - 11 17
deka-institutionell@deka.de

Notizen

Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de

Nachhaltig Investieren: Plastikmüll

von Mag. Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management.

Das globale Müllproblem gewinnt immer mehr an Brisanz, obwohl das Phänomen Müll nicht erst vor kurzer Zeit entstanden ist. Denn Abfall gab es auch in der Vergangenheit, beispielsweise durch weggeworfene Kleiderreste oder Nahrung. In den letzten Jahrzehnten haben sich jedoch die Menge und die Zusammensetzung des Mülls geändert. Ein immer größerer Teil unseres Mülls kann nicht mehr auf natürlichem Weg verrotten. Ein Teil der Abfälle ist sogar giftig. Der Anteil der Reparaturen sinkt, dazu kommt die gewollte Obsoleszenz von Produkten.

Einige Abfallsorten bereiten aus Umweltsicht sehr große Sorgen. Nicht unbedingt wegen ihrer Toxizität, sondern wegen des extrem starken Wachstums zählen neben Plastikmüll auch Mikroplastik und Elektronikschrott zu den größten Problembereichen. Plastikmüll ist in den Weltmeeren mittlerweile omnipräsent, und Kläranlagen können Mikroplastik nur unzureichend herausfiltern, das im Meer in die Nahrungskette gelangt. Auch in Bezug auf den Klimawandel ist die Bedeutung der Kunststoffproduktion nicht zu unterschätzen. Der 2019 von der Heinrich Böll Stiftung und von Global 2000 herausgegebene „Plastikatlas“ geht davon aus, dass Plastik bis 2050 zwischen 10 und 13 % des gesamten Kohlenstoffbudgets verbrauchen könnte, welches im Hinblick auf eine Erreichung des 1,5-Grad-Ziels zur Verfügung steht.

Der Grund für die Problematik rund um Plastikmüll ist leicht erklärt. Kunststoffe vereinen einige Vorteile in sich: Sie sind leicht, billig, gut verformbar und langlebig. Doch genau diese Dauerhaftigkeit wird aus Sicht der Umwelt zum Problem. Eine Plastikflasche benötigt im Meer etwa 450 Jahre, um sich zu zersetzen. Und auch dann löst sich das Plastik zunächst nur in kleinere, kaum sichtbare Plastikteilchen – also Mikroplastik – auf. Je kleiner die Plastikpartikel sind, desto größer ist das Risiko der Aufnahme durch die Tiere.

Die Herkunft des Plastikmülls, der in verschiedensten Regionen der Welt die Meere verschmutzt, ist leicht nachvollziehbar. Von den mehr als 10 Millionen Tonnen Abfällen, die jährlich in die Ozeane gelangen, sind rund drei Viertel Plastikmüll. Und das Volumen an Plastikmüll steigt extrem stark an. Die Plastikproduktion weist im Vergleich zum Wirtschaftswachstum enorm hohe Wachstumsraten auf; während in den 1950er Jahren knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert wurden, sind es heute rund 400 Millionen Tonnen. Seit Beginn der Produktion wurden laut einer Veröffentlichung einer Forschergruppe um Roland Geyer von der University of California insgesamt 6,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, davon aber nur 9 % wiederverwertet und 12 % verbrannt. Somit sind rund 80 % des produzierten Plastiks entweder zum Teil verwittert oder immer noch vorhanden. Die höchsten Recycling­raten findet man gemäß dieser Studie in Europa mit 30 %, gefolgt von China mit 25 %, während in den USA nur 9 % des Plastikmülls recycelt werden. Im Vergleich dazu liegt Dänemarks Recyclingrate für Plastik bei etwa 90 %. Auch bei der Verbrennung von Plastikmüll liegt Europa mit 40 % in führender Position, während China 30 % und die USA 16 % erreichen. Rund 8 % der globalen Erdölproduktion werden für die Plastikproduktion verwendet.

Die Müllverschmutzung an Stränden

Die häufigsten Abfälle an ausgesuchten Küstenlinien, prozentualer Anteil pro 100 MeterMuellverschmutzung an den StraendenQuelle: PLASTIKATLAS/Appenzeller/Hecher/Sack (M) CC-BY-4.0; Stand 2019

Gemäß PlasticsEurope und Eurostat wurden allein in Europa 2015 58 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, die Verwendungsgebiete waren vor allem Verpackungen mit 40 % vor Gebrauchsgütern mit 22 %, Hoch- und Tiefbau mit 20 %, Personen- und Lastkraftwagen mit 9 %, Elektro- und Elektronikgeräten mit 6 % und der Landwirtschaft mit 3 % des produzierten Plastiks. Österreich produzierte 2015 294.888 Tonnen Verpackungsabfälle aus Kunststoff, das bedeutet 34 kg pro Kopf im Vergleich zu 31 kg pro Kopf im EU-Durchschnitt.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP schätzt, dass mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe treiben. Gemäß „Plastikatlas“ verteilt sich der im Meer befindliche Plastikmüll zu 26,8 % auf Küstengewässer, 33,7 % auf Küsten- und Meeresboden, 39 % auf das offene Meer und 0,5 % auf die Meeresoberfläche. Besondere Phänomene stellen die sogenannten Müllstrudel dar, in denen sich gigantische Müllteppiche ansammeln. Der Kunststoff wird von den Meeresströmungen erfasst und bildet riesige „Plastikinseln“ aus. Der größte dieser Strudel ist der Nordpazifikwirbel oder „Great Pacific Garbage Patch“, er soll mittlerweile die etwa 20-fache Größe Österreichs erreicht haben. Die Folgen des Plastikmülls sind auch für die Meeresfauna verheerend: Wale verhungern, weil ihre Mägen mit Müll gefüllt sind, Robben, Delphine und Schildkröten werden von Plastikteilen stranguliert. Vor allem Mikroplastik kann – wenn es in die Nahrungskette gelangt – auch für den Menschen in zunehmendem Maße zum Gesundheitsrisiko werden.

HAUPTVERURSACHER SCHWELLENLÄNDER

Die größten Verursacher von Plastikmüll sind heutzutage die Emerging Markets. Gemäß dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven landen schätzungsweise jährlich rund 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik im Meer, einem Bericht deutscher Ökologen zufolge erreichen ca. 90 % davon die Meere über 10 Flusssysteme, von denen sich 8 in Asien und 2 in Afrika befinden. In einem Bericht des World Economic Forum aus dem Jahr 2016 wird der Prozentsatz des weltweit unkontrolliert entsorgten Plastikmülls zu 80 % Asien zugeschrieben. In Südostasien existieren derzeit kaum effiziente Müllentsorgungssysteme, Sammelaktivitäten für Plastikmüll sind fast nicht vorhanden, auch mangelt es an der öffentlichen Finanzierung für derartige Maßnahmen.

Was die Produktion von Einwegplastikartikeln betrifft, so wurden im Jahr 2014 38 % in der Region Asien und Pazifik hergestellt, 21 % in Nordamerika, 17 % im Nahen Osten, 16 % in Europa; der geringfügige Rest teilt sich auf Lateinamerika und Afrika auf.

LÖSUNGSWEGE

Die möglichen Strategien gegen Plastikmüll reichen von Sammlung und Recycling über Verbote bis hin zu biologischen Alternativen. Was die Sammlung von Plastik betrifft, so gestaltet sich diese oft schwierig, denn das gesammelte Plastik ist oft inhomogen. Eine Hinwendung zu einem „Cradle to cradle“-Prinzip könnte eine echte Kreislaufwirtschaft durch intelligentes Produktdesign ermöglichen. Ideal wäre, schon beim Design und bei der Herstellung von Plastik einige wesentliche Faktoren zu berücksichtigen. Die verwendeten Kunststoffe sollten langlebig, wiederverwendbar, recycelbar und frei von Schadstoffen sein, außerdem sollte recyceltes Plastik verwendet werden. In Österreich wird von den jährlich rund 0,92 Millionen Tonnen anfallender Kunststoffabfälle nach einer Studie des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus mit 28 % nicht ganz ein Drittel wiederverwertet, der Rest wird thermisch verbrannt. Die OMV versucht mit ihrem Pilotprojekt ReOil Plastik in Rohöl rückzuverwandeln. Beim zugrundeliegenden Prozess muss man den Kunststoff auf über 400 °C erhitzen, bei dieser Temperatur werden die langen Kunststoffmolekülketten depolymerisiert, also zerkleinert bzw. zerlegt. In der Folge entsteht synthetisches Rohöl. Die aktuelle Forschung versucht außerdem in zunehmendem Ausmaß, Enzyme zum Abbau von Plastik zu nutzen. Generell sind die Recyclingraten für Kunststoffe im Vergleich zu anderen Werkstoffen gering. Sie liegen im Fall von Plastik gemäß Ellen MacArthur Foundation bei knapp 14 %. Das World Economic Forum nennt in seinem Bericht aus dem Jahr 2016 für Papier eine 58%ige Recyclingrate, im Fall von Eisen und Stahl liegt diese bei 70 bis 90 %.

Verbote für Plastik betreffen unter anderem Kunststoffverpackungen wie das Plastiksackerl, international haben bereits einige Länder wie Ruanda, Frankreich, Kenia und Bangladesch derartige Maßnahmen getroffen. In Österreich gilt ab 2020 ein Verbot von Kunststofftragetaschen, die biologisch nicht vollständig abbaubar sind. Zudem gilt ab demselben Jahr ein Verbot der Beimengung von Mikroplastikpartikeln in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln, sofern bis dahin keine europäische Lösung getroffen wurde. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang auch das Verbot der EU-Kommission für die zehn häufigsten Einwegkunststoffprodukte, die an Stränden der EU gefunden werden, sowie für zurückgelassene, verloren gegangene und weggeworfene Fischfanggeräte. Hintergrund ist der Kampf gegen kurzlebige Plastikprodukte – die oft als Littering in der Natur landen – und der Kampf gegen Wegwerfplastik sowie unnötige Plastikverpackungen.

Die unsichtbare Mülldeponie


Quelle: PLASTIKATLAS/Appenzeller/Hecher/Sack (M) CC-BY-4.0; Stand 2019

MIKROPLASTIK

Das Thema Mikroplastik weist weitere spezifische Probleme auf. Mikroplastik sind Plastikteile mit einer Abmessung von weniger als fünf Millimetern. Diese können als Grundmaterial für die Plastikproduktion dienen oder durch Verwitterung bzw. mechanische Einwirkung auf größere Plastikobjekte entstehen. Mikroplastik wird aber auch in Konsumprodukten verwendet, wie Zahncremen oder Duschpeelings. Aufgrund der geringen Größe können die meisten Kläranlagen Mikroplastik nicht aus dem Abwasser filtern, sodass die Plastikstückchen letztlich über die Flusssysteme ins Meer gelangen. Dort können sich im maritimen Umfeld hochgiftige Substanzen auf den Mikroplastikteilchen anreichern. Meeresbewohner, die Mikroplastik mit Futter verwechseln, kommen mit den giftigen Partikeln in Kontakt und nehmen diese auf. Auf diesem Weg gelangen die Schadstoffe in die Nahrungskette.

Zuletzt wurde auch Mikroplastik in der Landwirtschaft immer mehr zum Thema. Kleinste Kunststoffteile finden sich in Böden, Nutztieren und damit in den Lebensmitteln. Hintergrund ist die Verwendung von Plastik etwa für Bewässerungsanlagen, Gewächshäusern und Tunnel. Zum Schutz vor Vögeln werden mitunter ganze Bäume oder Sträucher mit Plastik ummantelt. Auch im auf Äckern ausgebrachten Klärschlamm findet sich Mikroplastik wieder.

Plastikmüll im Kontext der drei Nachhaltigkeitsdimensionen des Environment Social Governance (ESG)

ESG ist die englische Abkürzung für „Environment Social Governance“, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Der Begriff ist international in Unternehmen als auch in der Finanzwelt etabliert, um auszudrücken, ob und wie bei Entscheidungen von Unternehmen und der unternehmerischen Praxis sowie bei Firmenanalysen von Finanzdienstleistern ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung beachtet beziehungsweise bewertet werden.

E (Environment)

Plastikmüll und Mikroplastik zählen zu den aktuell schwerwiegendsten Umweltproblemen. Vor allem die Ansammlung von Plastikmüll in den Meeren droht das ökologische Gleichgewicht auf Dauer massiv zu schädigen.

S (Social)

Aus gesellschaftlicher Sicht stellt sich in Bezug auf Plastikmüll die Frage, inwieweit der Mensch selbst durch die Beeinträchtigung der gesamten Nahrungskette belastet werden kann.

G (Governance)

Aus Governance-Sicht steht bei Plastik und Mikroplastik die Selbstverpflichtung von Unternehmen im Vordergrund, die Verwendung von Plastik zu reduzieren oder einzustellen. Auch ein rechtlicher Rahmen mit dem Verbot von Plastik und Mikroplastik könnte zunehmend geschaffen werden, hier sind erste nationale Verbote für Plastiksackerl und das Verbot einiger Plastikprodukte auf EU-Ebene als erster Schritt zu sehen.

Fazit

Für Raiffeisen Capital Management sind die Vermeidung von und der Umgang mit Plastikmüll große Themen. Dazu zählen im Bereich Recycling tätige Unternehmen wie Tomra oder Produzenten nachhaltiger Materialien aus erneuerbaren Ressourcen wie Lenzing oder Borregaard.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Plastikmüll“ finden Sie links als PDF.

Wir lüften das Geheimnis um Aktien-Faktoren

Factor Investing wird zunehmend beliebter. Pictet Asset Management erklärt, was es damit auf sich hat und wie es funktioniert.

„Sell in May and go away“, das haben Sie bestimmt schon gehört. Diese altbekannte Börsenweisheit hat noch immer ihre Berechtigung, weil sie in der Regel zutrifft. Langfristig betrachtet konnten Anleger an liquiden, ausgereiften Aktienmärkten wie den USA und Grossbritannien im Allgemeinen ihre Renditen verbessern, indem sie ihre Allokation in den Sommermonaten reduzierten und um Halloween herum erhöhten.1

Dieser saisonale Effekt ist ein einfaches Beispiel für einen Investment-Faktor – spezifische Attribute, die Gruppen von Anlagen gemeinsam haben und die in der Vergangenheit einen wesentlichen Einfluss auf das Anlageergebnis hatten. Einige davon, wie „Sell in May“, sind einfache Regeln, die schon seit vielen Jahrzehnten Bestand haben. Andere wiederum, wie die Tendenz, dass Aktien mit kleinerer Marktkapitalisierung langfristig höhere Renditen erzielen, sind langfristig zyklischer und komplexer.

EINFLUSSFAKTOR

Faktor-Performance im Verhältnis zum MSCI World*

* Basierend auf stilisierten Portfolios von Aktien im MSCI World, in der Reihenfolge der einzelnen Faktormerkmale, wobei das obere Quartil mit dem Gesamtindex verglichen wird. Quelle: MSCI, Refinitiv und Pictet Asset Management. Daten vom 31.12.1987 bis 07.08.2019.

In den vergangenen 50 Jahren wurde viel geforscht, um die Faktoren zu identifizieren, die sich Anleger zuverlässig zunutze machen können. Faktoren sind Marktanomalien, die im Gegensatz zur Markteffizienzhypothese stehen, wonach sich alle relevanten Informationen in den Anlagepreisen widerspiegeln.

Auch wenn einige Faktoren sicherlich professionellen Anlegern vorbehalten sind, kann das Verständnis ihrer Existenz nützliche Einblicke in Marktineffizienzen, Anlegerpsychologie und Portfolioaufbau liefern.

Einige Faktoren zum Beispiel verdanken ihre Existenz den Verhaltensmustern der Anleger – wie Verlustaversion oder Kurzsichtigkeit. Andere wiederum kommen nur in bestimmten Phasen eines Konjunkturzyklusses zum Tragen. Einige verschwinden gleich wieder, nachdem sie identifiziert wurden, wieder andere existieren aufgrund der regulatorischen Beschränkungen, denen einige Anleger unterliegen – wie zum Beispiel die Abstimmung von Verbindlichkeiten auf risikoarme Anlagen.

Faktoren-Universum

Das Spektrum der Faktoren ist breit. Bei den Kalendereffekten ist die Weisheit „Sell in May …“ nur eine von vielen saisonalen Faktoren. Es gibt auch die „Santa Claus Rally“, bei der Aktien dazu tendieren, in der Woche nach Weihnachten und bis ins neue Jahr hinein sprunghaft anzusteigen, nicht zu vergessen die bekannten Effekte zum Quartalsende und Monatswechsel.2 Investmentexperten konzentrieren sich jedoch in der Regel auf fünf zentralen Faktoren (Beispiele siehe Abbildung oben).

Grösse: Anfang der 1980er Jahre analysierte und beschrieb Rolf Banz, der schon lange Zeit in leitenden Positionen bei Pictet Asset Management tätig ist, die Beziehung zwischen den Marktkapitalisierungen von Unternehmen und deren risikobereinigten Renditen. Im Laufe der Zeit stellte er fest, dass sich kleinere Unternehmen in der Regel überdurchschnittlich entwickelten. Dies könnte an Liquiditätseffekten liegen – die Anleger verlangen einen höheren Aufschlag für diese Aktien, die sie möglicherweise nur schwer verkaufen können. Oder an dem Umstand, dass kleinere Unternehmen nicht auf dem Radar der Analysten sind und sich dadurch Ineffizienzen ergeben, die von Anlegern ausgenutzt werden können.

Bewertung: Unternehmen, deren Aktien mit niedrigeren KGVs oder KBVs gehandelt werden, entwickeln sich über sehr lange Zeiträume in der Regel überdurchschnittlich. Ein Argument dafür ist, dass über kürzere Zeiträume der Market Noise über den inneren Wert eines Unternehmens hinwegtäuschen kann, Aktien über kurz oder lang aber zum richtigen Preis zurückkehren. Diese Form von Fehlbewertung kann allerdings lange bestehen bleiben. In den zehn Jahren seit der globalen Finanzkrise sind Wachstumswerte an Substanzwerten vorbeigezogen. Damit sich daran etwas ändern, ist möglicherweise eine Rezession nötig.3

Momentum: Beschreibt die Tendenz, dass entwicklungsstarke Aktien ihrem Wachstumstrend auch in Zukunft folgen. Bei einer Momentum-Strategie erhöhen Anleger ihre Allokation in Aktien oder Anleihen, die im Preis gestiegen sind, und verringern ihr Engagement in Werten, die im Preis fallen. Das Momentum war in der Vergangenheit in der Regel ein sehr effizienter Investmentansatz, aber es ist Vorsicht geboten bei grossen Wendepunkten im Markt.

Qualität: Unternehmen mit hohen Gewinnmargen und grossem Marktanteil entwickeln sich langfristig überdurchschnittlich. Mit der Qualität verhält es sich ähnlich wie mit der Bewertung, auch die Nachteile sind vergleichbar. Hochwertige Unternehmen werden von den Aktienmärkten mitunter für unverhältnismässig lange Zeiträume unterbewertet.

Volatilität: Portfolios, die aus unterdurchschnittlich volatilen Aktien bestehen, erzielen mit der Zeit in der Regel bessere Renditen als solche, die sich aus Aktien mit starken Preisschwankungen zusammensetzen. Im Allgemeinen erwarten die Anleger, für Risiken – wie zum Beispiel die Volatilität – entschädigt zu werden. Die Realität legt jedoch das Gegenteil nahe.

Die Vorteile der Vielfalt

Einige Faktoren werden erst nach mühevoller Datenarbeit offensichtlich. Quantitativ orientierte Strategen analysieren oft Hunderte Millionen von Datenpunkten über zehntausende Datenserien, angefangen bei Marktpreisen über amtliche Statistiken bis hin zu Umfragen aus dem privaten Sektor, um zusätzliche Renditequellen zu erschliessen. Einige dieser Faktoren funktionieren nur kurze Zeit, und zwar genau so lange, bis der gesamte Markt auf den Zug aufspringt.

Durch Identifizierung und effiziente Nutzung von Faktoren können Anleger ihre Renditen über den Marktdurchschnitt hinaus steigern. Aktien-Faktoren können auch als Portfoliobausteine dienen.

Ein Aktienportfolio, dessen Bestandteile sich auf Substanz-, Wachstums- und Low-Volatility-Werte verteilen, kann genauso diversifiziert sein wie eines, das nach Regionen oder Ländern investiert. Das liegt daran, dass sich Substanz-, Wachstums- und Low-Volatility-Werte in den verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus überdurchschnittlich entwickeln.

Aber wie generell beim Investieren ist kein Faktor 100% sicher. Einige hängen vom Anlagehorizont ab und können sich zeitweise widersprechen – zum Beispiel kann ein Unternehmen mit einer attraktiven Bewertung auch dann günstiger wachsen, wenn das Momentum den Ton angibt. Manche existieren im Durchschnitt über viele Zyklen, andere sind sehr kurzlebig. Einige Faktoren funktionieren für gewisse Zeit, verschwinden dann aber, wenn sie breite Anwendung finden.

Ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum einige Faktoren langfristig Bestand haben, ist wichtig für Anleger, die diese Strategien anwenden wollen. Bei der Anwendung von Faktor-Ansätzen ist es ebenso wichtig einschätzen zu können, wie beliebt die einzelnen Faktoren geworden sind. Einige Faktoren bestehen nur auf dem Papier, sind das Ergebnis von intensivem Data-Mining und Back-Testing.


1) Im Durchschnitt sind Aktienerträge im Halbjahreszeitraum November–April rund 10 Prozentpunkte höher als in den sechs Monaten von Mai–Oktober. Alle Jahre wieder grüsst an den Finanzmärkten der „Sell in May“-Effekt. Andrade, S., V. Chhaochharia, M. Fuerst, „‚Sell in May and Go Away‘ Just Won’t Go Away“. Financial Analysts Journal, Forthcoming (SSRN 2115197), 18.03.2013.
2) Swinkels, L., van Vliet, P. „An Anatomy of Calendar Effects“, Journal of Asset Management 13(4), 2012, S. 271-286.
3) „There’s still only one winner in the growth versus value fight“, Financial Times 20.10.2018 https://www.ft.com/content/dda25e30-d383-11e8-a9f2-7574db66bcd5

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Wie viel Kohle ist uns unser Klima wert?

von Vanessa Bolmer, Investmentfonds & Nachhaltigkeitsresearch, GLS Bank.

Rund 1.400 Tage ist es inzwischen her. Vor vier Jahren, im Dezember 2015 versprachen in Paris 197 Staaten ihre CO2-Emissionen zu senken. Die Folgen des Klimawandels, der zunehmende Verlust der biologischen Vielfalt und fruchtbarer Ackerböden, vermehrt schwere Wetterkapriolen sollten verhindert werden. Doch die notwendigen Veränderungen wurden nur halbherzig angegangen. Im vergangenen Jahr entstand plötzlich ein Ruck in der Gesellschaft: Die Aktivitäten rund um den Hambacher Wald zeigten im Spätsommer 2018 die Meinung Vieler zur Energiewende. Und vor allem was hier schiefläuft. Die Botschaften von Fridays for Future sind daher nicht neu. Aber ihnen ist es endlich gelungen, Momentum zu erzeugen, damit den ambitionierten Worten nun auch Taten folgen. Dies hat massiven Einfluss auf den Kapitalmarkt. Welchen Einfluss haben Treibhausgasemissionen auf das Portfolio und wie lassen sich diese überhaupt sinnvoll erfassen?

Gestrandete Vermögenswerte & Carbon Bubble

Investitionen in fossile Brennstoffe richten ökologische Schäden an. Über diese Aussage wird nicht mehr diskutiert. Im Hintergrund stand bisher ein anderes Argument, das durch die Initiative Carbon Tracker in den vergangenen Jahren langsam in den Vordergrund tritt: Das ökonomische Risiko fossiler Brennstoffe. Energiekonzerne investierten in der Vergangenheit viel Geld in die Erschließung fossiler Brennstoffe. Um die Pariser Ziele zu erreichen, dürfen ein Drittel des Erdöls, die Hälfte des Erdgases und mehr als 80 Prozent der globalen Kohlereserven nicht gefördert werden. Sie müssen im Boden verbleiben. Auch Mercer prognostiziert deutliche Wertverluste für die Anlageklassen Kohle, Öl und Gas in den nächsten 10 Jahren. Die Investitionen wären verloren (stranded assets). Das Konzept der Kohlenstoffblase (Carbon Bubble) macht seitdem am Finanzmarkt die Runde.

Parallel hat sich ein neuer Markt entwickelt: Windparks werden ohne Subventionen errichtet. Auch der Strompreis aus alternativen Quellen ist deutlich günstiger geworden. Die Branche wird wettbewerbsfähig, was sich insbesondere an der hohen Nachfrage nach Green Bonds zeigt.

Die Tendenz zeigt: Die Transformation zu einer Low-Carbon-Industrie hat begonnen. In der Folge müssen sich Investoren fragen, inwieweit Investments in CO2-intensive Branchen sinnvoll sind – oder den Preis dafür zahlen.

Dekarbonisierung der Wirtschaft: Der Gesetzgeber macht Ernst

Die Vereinbarungen des Pariser Klimagipfels sind ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Denn um sie und damit eine wirksame Dekarbonisierung der Wirtschaft zu erreichen, wird jetzt der rechtliche Rahmen abgesteckt. Diskutierte Maßnahmen sind ein einheitlicher Standard für den CO2-Fußabdruck einer Geldanlage sowie eine ausnahmslose CO2-Abgabe. Solche Abgaben würden tatsächlich vorhandene, aktuell noch versteckte Risiken in den Bilanzen sehr vieler Unternehmen und kumuliert bei den finanzierenden Banken sichtbar machen. Es könnte ein fairer Wettbewerb entstehen, in dem die Verursacher und Finanzierer emissionsintensiver Branchen in die Verantwortung genommen werden.

Genau in diese Richtung bewegen sich die Regulierungsbehörden. Sie verlangen bereits von Banken, die klimarelevanten Risiken ihres Geschäftsfeldes auszuweisen.Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Die Bank of England erwartet, dass britische Institute künftig klimarelevante Risiken adäquat berücksichtigen. Tun sie dies nicht, kann dies höhere Eigenkapitalanforderungen zur Folge haben. Entsprechende Klimastresstest bereitet sie bereits vor. Frankreich nimmt große Investoren mit in die Verantwortung: Sie müssen bereits berichten, wie sie Klimarisiken in ihrer Anlagepolitik berücksichtigen. Und auf europäischer Ebene entsteht derzeit eine Taxonomie, die definiert, welche Geschäftsaktivitäten zum Klimaschutz und weiteren ökologischen Zielen beitragen.

Das regulatorische Bestreben, Fragen zur Werteorientierung des Kunden als obligatorischen Bestandteil in die Beratungsgespräche aufzunehmen, ist ein weiteres Signal. Damit im Einklang steht das Verhalten der Anleger*innen: So stiegen der norwegische Pensionsfonds und deutsche Versicherer aus bestimmten Investments aus. Weitere Akteure, wie die DZ Bank, beugen sich dem Druck der Investoren und Netzwerke und überdenken ihre Strategien bzgl. Kohleinvestitionen.

Doch wie können Anleger*innen erkennen, dass sie betroffen sind von den Klimarisiken?

Eine Lösung: Klimatransparenz

Eine Lösung wäre Transparenz über die CO2-Emissionen einer Geldanlage. Doch die Entwicklung steckt noch in den Anfängen. Denn die Messung und Bewertung klimaschädlicher Emissionen ist nicht einfach. Es mangelt an Daten sowie allgemeingültigen Berichtsstandards. Insbesondere kleineren Unternehmen fehlen die notwendigen Kapazitäten. Die Folge: Viele Daten sind nur grobe Schätzwerte. Die Ergebnisse wenig belastbar und kaum vergleichbar.

Die Finanzbranche versucht, sich selbst zu helfen. So hat die Taskforce on Climate-related Financial Disclosure einen Berichtsstandard entwickelt, wie Investoren auf institutioneller Ebene über klimarelevante Investitionen berichten sollen. Die „Corporate Value Chain“ des Greenhousegas Protocol ist ein Standard, den viele Unternehmen wie auch Städte inzwischen nutzen. Er betrachtet den gesamten Wertschöpfungskreislauf. Warum ist das entscheidend? Rein die Geschäftstätigkeit einer Bank betrachtet, würde sie als Dienstleistungsunternehmen verglichen mit produzierenden Unternehmen einen recht niedrigen Wert ausweisen. Bezieht sie jedoch weitere Werte mit ein, wie die Anfahrtswege der Mitarbeitenden sowie die Auswirkung der finanzierten Unternehmen, muss sie einen deutlich höheren Wert ausweisen.


Quelle: Task Force on Climate-related Financial Disclosure

CO2-Fußabdruck: Ein Standard mit Schwächen

Auf Produktebene weisen viele Fonds heutzutage einen CO2-Fußabdruck aus. Hier ist Vorsicht geboten. Denn nicht immer ist klar, was gemessen wird. Nur eigene oder fremdbezogene Emissionen (auch Scope 1 und 2 genannt) oder alle Emissionen der Wertschöpfungskette (Scope 1, 2 und 3)? Die Darstellung selbst erfreut sich ebenfalls großer Vielfalt: Einige geben ihre Ergebnisse in COje Tonne an, andere wiederum in COje Umsatz. Manche schließen Kohlendioxid-intensive Branchen gleich ganz aus. Nutzen sie eine Benchmark, die diese nicht ausschließt, wirkt ihr Ergebnis natürlich viel besser. Ob die Anlage mit andere Nachhaltigkeitskonzepten, z.B. den Sustainable Development Goals (SDGs) im Einklang steht, sagt der Fußabdruck ebenfalls nicht aus. Transparenz und Authentizität über die zu Grunde gelegten Prozesse und Kriterien werden damit immer wichtiger.

Der nächste Schritt: künftige Emissionen messen

Der Abdruck ist derzeit eine Kennziffer. So lässt sich zwar vergleichen und feststellen, ob der Wert reduziert wurde. Doch sie trifft keine in die Zukunft gerichtete Aussage über die Qualität der Portefeuilles bezogen auf die Erderhitzung: Sind die Aktivitäten der Unternehmen ausreichend, um die Erhitzung der Erde auf 1,5 °C zu beschränken? Diese Fragen stellen sich derzeit das Frankfurter Start-up right. based on science und die GLS Bank. Können wir eine Methodik entwickeln, die es Investoren künftig erleichtern könnte, die Spreu vom Weizen zu trennen? Die Entscheidung für oder gegen eine Investition fällen zu können? Dazu an späterer Stelle mehr.


Über die Autorin

Seit 2011 ist Vanessa Bolmer bei der GLS Bank tätig. Als Verantwortliche für die OGAW-Fonds der GLS Bank ist die Geisteswissenschaftlerin und Bankbetriebswirtin mit dem Produktmanagement und der Weiterentwicklung der Fonds betraut. Ihre Rolle umfasst zugleich die Entwicklung und Konzipierung innovativer Fondsprodukte. Sie finden sie auf Linkedin und Xing.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Big Data als Basis für KI-gesteuertes Asset Management

Der Investorentrend hält an – weiterhin findet eine rapide Verschiebung von aktiven Managern hin zu passiven Vehikeln statt. Die Asset Management-Industrie steht daher vor einer großen Herausforderung.

Es gilt, innovative Konzepte zu entwickeln, die den Entscheidungs- und Investmentprozess auf eine neue Grundlage stellen. Die Catana Capital GmbH ist einer dieser Asset Manager, die sich der Weiterentwicklung und Digitalisierung der aktiven Vermögensverwaltung verschrieben haben. FondsTrends sprach mit Holger Knauer, Geschäftsführer der Catana Capital GmbH, über Herausforderungen und Potential von Big Data und künstlicher Intelligenz in der aktiven Vermögensverwaltung.

FondsTrends: Herr Knauer, die Entwicklung hin zu passiven Geldanlagen schreitet weiter voran. Was spricht überhaupt noch für aktives Fondsmanagement?

Holger Knauer: Wir haben eine Dekade hinter uns, in der fast alle Assetklassen weltweit eine signifikant positive Wertentwicklung verzeichneten. Damit waren auch passive long-only-Produkte besonders attraktiv. Gleichzeitig hatten aktive Manager keine wirklichen Produktinnovationen zu bieten, die diesem Trend entgegenwirken konnten. Aus meiner Sicht steht die Asset Management-Industrie vor der großen Herausforderung, Prozesse im aktiven Management effizienter zu gestalten und mit Hilfe von Digitalisierung Kosten zu senken. Auf diesen beiden Feldern bietet die Digitalisierung daher beträchtliche Möglichkeiten, die unbestrittenen Vorteile des aktiven Managements zu erhöhen.

FondsTrends: Die angesprochene Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran, doch speziell im deutschsprachigen Raum scheint das Asset Management hinterherzuhinken. Wie beobachten Sie diese Veränderungen?

Holger Knauer: Da kann ich zunächst nur einmal zustimmen. Das Asset Management ist nun nicht gerade auf der Überholspur, was das Thema Digitalisierung angeht. Dies gilt aber meinem Empfinden nach für den Großteil des Finanzmarktsektors. Gründungsgedanke der Catana war es daher auch, die höchstmögliche Prozessautomatisierung im Asset Management auf der operativen Seite mit dem Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz bei unseren Investmententscheidungen zu kombinieren.

FondsTrends: Die Schlagwörter Big Data und insbesondere künstliche Intelligenz werden ja zurzeit beinahe inflationär gebraucht. Doch was genau können wir uns unter dem Einsatz von künstlicher Intelligenz vorstellen? Ein Supercomputer, der selbstständig Handelsentscheidungen trifft?

Holger Knauer: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass meiner Meinung nach der Einsatz von künstlicher Intelligenz immer noch in den Kinderschuhen steckt. Dennoch ist sie bereits im Alltag weit verbreitet: sei es im Navigationssystem unseres Handys, bei der digitalen Bilderkennung oder in Assistenten wie Siri und Alexa. KI-Anwendungen eignen sich hervorragend für Mustererkennungen in einem bestimmten Bereich. Ich bin fest überzeugt, dass diese Begriffe im Asset Management hingegen sehr häufig als reines Marketinginstrument gebraucht, aber kaum in der Praxis angewendet werden.

FondsTrends: Wie helfen Ihnen konkret Big Data und künstliche Intelligenz beim Investmentprozess?

Holger Knauer: Fangen wir vorne an. Grundlage unserer Handelsstrategie ist eine Big Data-Datenbank, die täglich um mehr als 2 Millionen Nachrichten, Artikel, Research-Berichte, Blog- & Foreneinträge sowie Tweets erweitert wird. Die gesammelten Artikel sind in Deutsch, Englisch oder Chinesisch verfasst und enthalten Informationen zu mehr als 45.000 Wertpapieren weltweit. Die überwiegende Mehrheit dieser Texte stammt dabei aus nutzergenerierten Inhalten, die es so vor zehn Jahren überhaupt noch nicht gab. Diese Daten stellen die Grundlage für unsere Handelsentscheidungen dar. Meiner Meinung nach liegt gerade in dieser Andersartigkeit der verwendeten Daten ein maßgebliches Unterscheidungskriterium zu traditionellen Asset Managern.

FondsTrends: Und diese Vielzahl an Daten werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet?

Holger Knauer: Richtig. Anders ist das bei 23 Nachrichten in der Sekunde überhaupt nicht möglich. Zunächst werden die Texte mittels Natural Language Processing (NLP) ausgewertet und in einen Stimmungs-Score umgewandelt. Diese Scores werden mit Hilfe etablierter Machine Learning-Verfahren ausgewertet, um abschließend daraus Handelsentscheidungen abzuleiten. Davon versprechen wir uns Informations- und daraus resultierend Wettbewerbsvorteile gegenüber traditionellen Asset Managern.

FondsTrends: Wie setzen sie diese Strategie konkret um?

Holger Knauer: Wir sind vor einigen Wochen mit dem Data Intelligence Fund (ISIN: DE000A2H9A76) an den Markt gegangen, in dem gleichzeitig eine aktive Titelselektion als auch eine Allokationsstrategie kombiniert wird. Unser Ziel ist es, uns mit diesem neuartigen UCITS-Fonds zu etablieren und weitere innovative Produkte zu entwickeln. Ganz bewusst gehen wir vertriebsseitig auch auf die Zielgruppe „Digital Natives“ zu, da dort die Wahrnehmung für ein derartiges Produkt eine andere ist und diese von traditionellen Fondsprodukten sowie deren Marketing nicht angesprochen werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass vertrieblich neue Wege notwendig sind, um neue Kundengruppen für Investmentfonds zu interessieren. Daher haben wir in den letzten Wochen an einem Marketingkonzept gearbeitet, Erklärvideos zum Fonds produziert und sind mittlerweile auch auf allen wichtigen Social Media-Plattformen aktiv.

FondsTrends: Herr Knauer, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg mit dem Data Intelligence und weiteren möglichen Produkten.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Künstliche Intelligenz im Investment Management

Der Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz bietet Asset Managern ungeahnte Möglichkeiten und dürfte die Branche grundlegend verändern. Die in Frankfurt ansässige Catana Capital GmbH hat ein Fondsprodukt entwickelt, das auf der Realtime-Analyse von Millionen von Onlineinhalten beruht. Dabei werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz redaktionelle und nutzergenerierte Nachrichten ausgewertet, um anschließend daraus Handelsentscheidungen abzuleiten.

Holger Knauer

Holger Knauer ist seit März 2016 Geschäftsführer und Chief Risk Officer der Catana Capital GmbH. Der gelernte Bankkaufmann und Wertpapierhändler startete nach einem BWL-Studium seine Karriere als Assistent der Geschäftsleitung der Universal-Investment GmbH. Danach war er dort lange Jahre als stellvertretender Abteilungsleiter für das institutionelle Geschäft tätig, ehe er 2012 als Vorstand zur Celios Investment AG (vormals Prisma Investment AG) wechselte.

Investieren in Megatrends

Megatrends verändern die Welt grundlegend und langfristig. Sie wirken nicht nur auf einige Bereiche, sondern betreffen alle Ebenen der Gesellschaft und damit auch den einzelnen Menschen. Um mit der Zukunft Schritt halten zu können, müssen Unternehmen rasch auf Entwicklungen eingehen oder diese im Idealfall sogar antizipieren. Unternehmen, die das schaffen, sind für Investoren von großem Interesse, denn sie stehen für Zukunftsfähigkeit und Wachstum. In solche Unternehmen investiert der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien.

Wichtige Megatrends, die aktuelle Veränderungen markieren, betreffen die Bereiche Demografie, Klima, Technologie und Mobilität. Die Tatsachen, dass 2050 vermutlich 75 % aller Menschen weltweit in Städten wohnen werden und die westliche Gesellschaft älter wird und schrumpft, haben große Auswirkungen auf den infrastrukturellen Bedarf dieser Gemeinschaften, aber natürlich auch auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen. Die Nachfrage nach Abwasser- und Verkehrssystemen, Sicherheit und sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen wird ebenso steigen wie der Bedarf an Medikamenten, Pflege und Betreuungseinrichtungen. Unternehmen, die langfristig in der Lage sind, auf diesen Wandel mit adäquaten Produkten und Dienstleistungen zu reagieren, werden in der Zukunft zu den Gewinnern zählen. Dazu gehören Pharma- und Medizintechnikunternehmen ebenso wie Rentenversicherer, Schulbuchverlage mit Online-Diensten und Kommunikationsdienstleister.

Auch der Klimawandel zählt zu den großen Themen des 21. Jahrhunderts. Extremes Wetter stellt mittlerweile eines der größten Risiken für Unternehmen dar. Die jährlichen Investitionen dazu werden weltweit auf hunderte Milliarden US-Dollar geschätzt. Für Investoren bieten sich Möglichkeiten in den Bereichen Energieeffizienz, Wind-, Solar- und Hydroenergie, aber auch Energiespeicher, Elektromobilität und Brennstoffzellen sowie Clean-Tech-Lösungen.

Besonders weitreichend und in den unmittelbaren Alltag der Menschen greifend, ist der technologische Wandel. Soziale Netzwerke, Internet of Things, Cloud Computing, Mobile Payment und Automatisierung sind hier nur wenige Stichworte, die für den rasanten Anstieg des Internets mit all seinen Möglichkeiten stehen.

In Megatrends zu investieren heißt, aus all diesen Bereichen die aussichtsreichsten Unternehmen herauszufiltern und sie hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit zu prüfen. Der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien investiert in die beschriebenen Megatrends und setzt dabei auch auf ganz große Unternehmen wie Siemens oder Amazon, aber auch auf kleinere „Hidden Champions“, die in ihren Bereichen herausragende und zukunftsweisende Produktlösungen anbieten.

Auch die Wertentwicklung des Fonds hat in den letzten fünf Jahren im Gleichschritt mit den investierten Firmen rasant an Fahrt gewonnen. Der Raiffeisen-MegaTrends-Aktien konnte über diesen Zeitraum eine Performance von 71,29 % erzielen. (Berechnungszeitraum: 30. August 2014 – 30. August 2019, total return indexiert brutto, berechnet nach der OeKB-Methode). An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass Performanceergebnisse der Vergangenheit keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung des Fonds zulassen.

Aktienkompetenz von Raiffeisen Capital Management

Ein aktiver Investmentansatz, wie der des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien, steht und fällt mit den Personen, die ihn umsetzen. Die Raiffeisen KAG hat über viele Jahre hinweg ein stetig wachsendes Team von spezialisierten Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern aufgebaut, und das mit einer enorm hohen personellen Kontinuität. Einige waren in „ihren“ Märkten bereits aktiv, als es noch sehr wenigen Menschen in den Sinn kam, dort überhaupt zu investieren. Die erfahrenen Aktienspezialisten decken viele Länder und Regionen sowie ausgewählte Branchen und Investmentthemen kompetent ab.

EU-Taxonomie: Was Anleger*innen jetzt beachten müssen

von Gesa Vögele, Mitglied der Geschäftsführung, Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) e.V., und Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Die Europäische Union bringt die Akteure am europäischen Finanzmarkt gehörig ins Schwitzen. Im Mai 2018 hat die EU-Kommission den EU Aktionsplan zur Finanzierung Nachhaltigen Wachstums verabschiedet. Darin hat sie konkrete Maßnahmen beschlossen, wie der Finanzmarkt zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele der EU sowie der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG) beitragen soll. Seitdem herrscht EU-weit rege Betriebsamkeit. Überall werden Konferenzen abgehalten, Beiräte gegründet, Stellungnahmen veröffentlicht, um sich auf die bevorstehenden Schritte vorzubereiten.

Besonders eine Maßnahme ist Gegenstand der Diskussion: Die EU-Taxonomie. Sie ist das Herzstück des Aktionsplans. Mit ihr soll Klarheit am Finanzmarkt geschaffen werden, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten zur Erreichung der oben genannten Ziele beitragen. Eine Sachverständigengruppe machte sich vergangenen Sommer ans Werk, diese Maßnahmen auszugestalten. Am 18. Juni 2019 veröffentlichte sie ein viel beachtetes Zwischenergebnis: Ein mehr als 400 Seiten starker technischer Bericht, der detailliert festlegt, welche Tätigkeiten im Einklang mit der Taxonomie sind.

Doch was heißt dies für die verschiedenen Teilnehmer am Kapitalmarkt? Was kommt auf sie zu? Wer ist betroffen? Bis wann ist Zeit, sich darauf vorzubereiten? Können sie sich am Prozess beteiligen? In diesem Artikel möchten wir Antworten auf diese und weitere wichtigen Fragen geben:

Das Taxonomie-Grundgerüst: Eine Liste an Aktivitäten, die sechs ökologische Ziele verwirklichen sollen

Die Taxonomie stellt nichts anderes als eine Liste von Wirtschaftstätigkeiten dar, die einen substanziellen Beitrag zu sechs ökologischen Zielen leisten sollen. Sie basiert auf Expertise aus Branche, Zivilgesellschaft und Wissenschaft und soll dynamisch im Laufe der Zeit den technologischen Wandel berücksichtigen. Es gibt auch keine graduelle Abstufung oder Note wie bei ESG- Ratings. Sobald fertiggestellt, soll sie Finanzmarktteilnehmern dazu dienen, die Umweltperformance ihrer (nachhaltigen) Aktien- oder Rentenfonds zu messen und darüber zu berichten. Der EU-Kommission schwebt vor, dass sie eine Ausgangsbasis für die Gestaltung neuer, grüner Finanzprodukte ist. In dem Zusammenhang ist auch die Einführung eines Ecolabels für grüne Investmentfonds angedacht. Institutionellen Investoren sollen mit ihrer Hilfe Investment-Präferenzen formulieren oder Engagement betreiben.

Die sechs ökologischen Ziele der EU-Taxonomie

  1. Klimaschutz
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
  4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und Recycling
  5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
  6. Schutz gesunder Ökosysteme

Im veröffentlichten Bericht hat die technische Arbeitsgruppe bisher Aktivtäten identifiziert, die einen substanziellen Beitrag zu den ersten beiden Zielen leisten, allein 67 für den Klimaschutz. Die weiteren Ziele und damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Aktivitäten werden bis Ende 2022 ausgearbeitet.

Vor allem Anbieter nachhaltiger Investmentfonds betroffen

Die Taxonomie richtet sich in erster Linie an Anbieter unterschiedlicher Arten von Investmentfonds. Sie sollen offenlegen, inwiefern ihre Produkte im Einklang mit der Taxonomie stehen.

Das betrifft aber nicht alle Fondsanbieter. Derzeitiger Sachstand ist, dass nur institutionelle Investoren und Vermögensverwalter, die Investmentprodukte als nachhaltig vermarkten, erklären müssen, ob und wie sie die Taxonomie-Kriterien genutzt haben.

Nutzer und Anwendung der Taxonomie

 

Offenlegungspflichten

Optionale Nutzung

Asset Management

  • OGAW/AIF/Venture/Infrastruktur-Fonds
  • Portfoliomanagement

 

Versicherung

  • Versicherungsbasierte Investmentprodukte
  • Versicherung

Corporate- und Investment-Banking

  • Verbriefungsfonds/Venture Capital und Private Equity Fonds / Indexfonds
  • Portfoliomanagement
  • Verbriefung/ Venture Capital und Private Equity
  • Indizes
  • Projekt- und Unternehmensfinanzierung 

Retailbanking

-

  • Hypotheken/ Immobilien-, Auto- Hauskredite

Quelle: Tabelle basiert auf Seite 60 im EU Taxonomy Technical Report

In den vergangenen Monaten ist eine lange Debatte dazu entstanden, warum die Offenlegungspflichten nicht für alle Anbieter gelten. Hauptkritikpunkte am jetzigen Vorschlag sind Wettbewerbsnachteile für Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte sowie eine mangelnde Hebelwirkung, da der Anteil nachteiliger Produkte nur ein Bruchteil des Gesamtmarktes ausmacht. Auch das EU-Parlament steht dem Vorschlag kritisch gegenüber. Es will stattdessen nahezu alle Fondsanbieter in die Pflicht nehmen und stellt darüber hinaus klar, dass die Offenlegungspflichten auch für Kreditinstitute und börsennotierte Unternehmen gelten sollten. Bisher sehen die Vorschläge für Banken und Unternehmen eine freiwillige Nutzung vor.

Wie Anleger*innen herausfinden, ob ihre Investments Taxonomie-konform sind

Für jede der identifizierten 67 Aktivitäten gibt es konkrete technische Kriterien. Akteure am Kapitalmarkt, die herausfinden wollen, inwieweit ihre Investments der Taxonomie entsprechen, haben drei Schritte dabei zu gehen. Zunächst müssen sie prüfen, ob ihre Anlagen einen substanziellen Beitrag leisten (substantially contribute). Zudem darf ein Investment keine anderen ökologischen Ziele (Do no significantly harm - DNSH) oder die ILO-Kernarbeitsnormen verletzen (social safeguards).


Quelle: Presentation EU Taxonomy, Seite 3

1. Ermittlung des substanziellen Beitrags: es gibt verschiedene Wege

Die Taxonomie definiert unterschiedliche Möglichkeiten, wie eine Aktivität substanziell beitragen kann. Beim Ziel Klimaschutz adressiert sie Tätigkeiten mit bereits geringen Emissionswerten, z. B. (nahe) Null-Emissions-Transport oder Aufforstung. Ebenso zielt sie auf Tätigkeiten ab, die niedrige Emissionen oder substanzielle Reduktionen von Emission ermöglichen (Greening durch Tätigkeiten). Beispiel hierfür sind Hersteller von Windrädern.

Aber nicht nur Windräder oder elektrische Straßenbahnen können einen substanziellen Beitrag leisten. Um emissionsintensive Wirtschaftssektoren klimafreundlicher zu machen, hat die technische Arbeitsgruppe auch bestimmte wirtschaftliche Tätigkeiten identifiziert, bei denen zwar noch kein Netto-Null-Emissionsstand erreicht wurde, die aber zu einer Netto-Null-Emissions-Wirtschaft im Jahr 2050 beitragen können. Hier geht es um das Greening von Tätigkeiten (z. B. Renovierung von Gebäuden oder Autos mit unterdurchschnittlichem CO2-Ausstoß). Bei der Aufstellung der Kriterien hat sich die Arbeitsgruppe an den Sektorvorreitern orientiert. Die Performance soll damit über den Industrie-Durchschnitt gehoben werden, vergleichbar mit einem Best-in-Class-Ansatz bei Nachhaltigkeitsfonds. Die Kriterien für diese Tätigkeiten sollen im Laufe der Zeit kontinuierlich verschärft werden mit dem Ziel, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Als Grenzwert für stromerzeugende Wirtschaftsaktivtäten wurde beispielsweise heute 100g CO2/kWh gewählt. Dies schließt emissionsintensive Sektoren wie die Kohleindustrie bereits heute aus.


Quelle: Using the taxonomy, Supplementary Report 2019, Seite 14

2. Do no significant harm: Was gut für ein Ziel ist, darf nicht schlecht für die anderen Ziele sein

Investoren müssen darauf achten, dass ökonomische Tätigkeiten, die einen substanziellen Beitrag zu einem der sechs ökologischen Bereiche bzw. Ziele der Taxonomie leisten, kein anderes Umweltziel substanziell schädigen. Für jedes der sechs Umweltziele wurde dies näher spezifiziert. So sollte keine Tätigkeit zu erheblichen Treibhausgasemissionen (Ziel 1) und Schadstoffemissionen (Ziel 5) führen oder einen negativen Effekt auf die natürliche und bauliche Umwelt haben (Ziel 2). Der Zustand der Meere und Flüsse (Ziel 3) und weiterer Ökosysteme (Ziel 6) in der Europäischen Union darf nicht beeinträchtigt werden. Ebenfalls sollte eine erhebliche Ineffizienz bei der Materialnutzung in einer oder mehreren Phasen des Lebenszyklus von Produkten vermieden werden (Ziel 4). Für jede wirtschaftliche Tätigkeit wurden konkrete Kriterien festgelegt. Dieser Schritt hat auch zum jetzigen Sachstand zum Ausschluss von Kernkraft geführt, da es ungeklärte Fragen zur Entsorgung des atomaren Abfalls gibt, was in Konflikt zu Ziel 3 steht. Allerdings wird auf EU-Ebene weiterhin diskutiert, Kernkraft doch als eine treibhausgas-neutrale Technologie für die Taxonomie zuzulassen.

3. Soziale Kriterien: EU-Kommission setzt auf Mindeststandards

Bisher wurde viel von Umweltkriterien gesprochen. Was ist eigentlich mit sozialen Kriterien oder Kriterien der guten Unternehmensführung? Die EU-Kommission greift hier auf bestimmte soziale Mindestanforderungen (social safeguards) zurück. Das Unternehmen, das die Wirtschaftstätigkeit ausübt, muss die acht Kernarbeitsnormen in der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit befolgen. Dies sind das Recht, keiner Zwangsarbeit unterworfen zu werden, die Vereinigungsfreiheit, das Recht der Arbeitnehmer, sich zu organisieren, das Recht auf Tarifverhandlungen, gleiche Entlohnung für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit, Nichtdiskriminierung und Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf sowie das Recht, keiner Kinderarbeit unterworfen zu werden. Weiter geht die Taxonomie nicht. Insbesondere das Fehlen konkreter sozialer Ziele zum jetzigen Zeitpunkt sehen viele Marktteilnehmer sehr kritisch und wurde kontrovers diskutiert. Hier zeigt sich auch ein klarer Unterschied zwischen dem EU-Parlament und der EU-Kommission. So plädiert das Parlament dafür, dass auch die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, (…) und die Internationale Charta der Menschenrechte, befolgt werden. Laut Parlamentsposition müssen weitere Leitlinien zu den Tätigkeiten erarbeitet werden, die zu anderen Nachhaltigkeitszielen, darunter soziale Ziele und Steuerungsziele [englische Version: governance objectives] beitragen. Nur so ließe sich die Agenda 2030 zur Erreichung der SDGs wirksam umsetzen.

Wie es weitergeht: Finanzmarktakteure können sich in den Prozess mit einbringen

An den ersten beiden Bereichen bzw. Umweltzielen wird die technische Arbeitsgruppe noch bis zum Jahresende arbeiten. Alle Finanzmarktakteure haben noch bis zum 13. September 2019 die Möglichkeit, Hinweise und Kritikpunkte zu äußern, indem sie ein Feedback zum Bericht an die EU-Kommission versenden (Hier geht es zum Call for Feedback). Für die weitere Umsetzung der Taxonomie wird im kommenden Jahr eine so genannte Plattform für ein nachhaltiges Finanzwesen geschaffen. Diese würde insbesondere die vier weiteren Umweltbereich- bzw. -ziele der Taxonomie entwickeln. Die EU-Kommission plant im ersten Halbjahr 2020 Konsultationen zu künftigen delegierten Rechtsakten, die die technischen Screening-Kriterien spezifizieren sollen.

Parallel dazu finden derzeit Verhandlungen zwischen Kommission, Parlament und den EU-Staaten zum Taxonomievorschlag der Kommission statt, die so genannten Trilog-Verhandlungen. Angesichts unterschiedlicher Standpunkte zwischen Parlament und Kommission kann es noch zu Anpassungen kommen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Verhandlungen im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden können.


Quelle: EU Taxonomy Technical Report, Seite 18

Wo Anleger*innen hilfreiche Informationen finden

Es ist derzeit nicht einfach, den Überblick zu bewahren. Die offizielle Seite der EU-Kommission zu Sustainable Finance erläutert Hintergründe und bisherige Maßnahmen. Zur besseren Veranschaulichung hat die Kommission ein Factsheet und eine Präsentation entworfen, in denen die wichtigsten Maßnahmen erläutert werden. Die rechtliche Grundlage bildet der Aktionsplan: Finanzierung nachhaltiges Wachstum

Zur näheren Erläuterung der Taxonomie ist online eine Präsentation erhältlich. In ihr finden sich auch die Hinweise auf weitere Dokumente, zum einen den ausführlichen technischen Bericht, der die Methodik und alle Tätigkeiten mitsamt Kriterien eingehend beschreibt, sowie als Praxishilfe einen Leitfaden, wie die Taxonomie anzuwenden ist. CRIC hat darüber hinaus einen Fragenkatalog veröffentlicht, der die wesentlichen Punkte zusammenfasst. Zum aktuellen Taxonomie-Entwurf hat CRIC am 2. September 2019 gemeinsam mit dem FNG, ÖGUT und oekofinanz-21 eine Stellungnahme veröffentlicht, die von der GLS Bank unterstützt wird.


Gesa Vögele ist seit Juli 2017 Mitglied der Geschäftsführung bei CRIC. Zuvor war sie über sieben Jahre beim FNG tätig ­– einem Fachverband für nachhaltige Geldanlagen, der hauptsächlich die Anbieterseite repräsentiert. Zu ihren dortigen Schwerpunkten zählten die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, politisches Lobbying sowie Projekte in den Bereichen Transparenz- und Qualitätssiegel, Weiterbildung und Marktstudien. Vorherige berufliche Stationen von Gesa Vögele umfassen außerdem die Redaktion eines Fachverlages sowie die wissenschaftliche und zuvor studentische Mitarbeit in Forschungseinrichtungen. Bereits zum Ende ihres Studiums befasste sie sich bei einer Nichtregierungsorganisation mit sozial-verantwortlichen bzw. ethisch-nachhaltigen Geldanlagen. Gesa Vögele ist Diplom-Volkswirtin und ausgebildete Fachredakteurin.

CRIC (Corporate Responsibility Interface Center) ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage und versteht sich gleichermaßen als Informationsplattform und Kompetenzzentrum. Ziel der Aktivitäten von CRIC ist es, ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekten in Unternehmen und der Wirtschaft mehr Gewicht zu verleihen. Mit mehr als 100 Mitgliedern vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist CRIC die größte Investorengemeinschaft zur ethisch-nachhaltigen Geldanlage im deutschsprachigen Raum. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Bewusstseinsbildung, dem Dialog mit der Wirtschaft (engl. Engagement) und der wissenschaftlichen Begleitforschung. CRIC wurde im Jahr 2000 gegründet. Der Vereinssitz ist Frankfurt am Main. Weitere Informationen: www.cric-online.org.

Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Why aren’t investors eating their free lunch?

Diversification can lead to better investment outcomes, and listed alternatives can help embed this principle in portfolios, argues Martin Dietz, Fund Manager at Legal & General Investment Management.

The investment world is full of truisms, pearls of wisdom concealed within a dull shell. Some are trading maxims, like ‘buy low, sell high’. Some bear a Nobel laureate’s stamp of authority, like Harry Markowitz’s claim that diversification is ‘the only free lunch’ for investors.

These all make intuitive sense, but they don’t really tell us much. How do we know whether a price is low or high, for example? What makes a portfolio diversified?

As asset allocators, we have plenty of metrics to inform our answer to the first question about valuations. There is no consensus about the second, however.

Most investors, of course, agree that diversification is a minimum requirement for a multi-asset portfolio: blending together the different performance profiles of different assets should result in improved risk/reward outcomes due to the lower overall volatility in the portfolio.

But what specific assets, in what combination, help us achieve this? Some commonly accepted standards have emerged through time: portfolios shouldn’t be significantly overweight single securities, single geographies, or single sectors; and they shouldn’t rely on equities alone for growth.

Pass the alts

Those guidelines give us solid foundations for building a diversified portfolio, but we would argue that just as important as diversifying across traditional asset classes is diversifying into alternative asset classes.

Within these alternative categories, we consider a host of assets: high-yield bonds, property, infrastructure, emerging-market debt, and many more.

Accessing some of these alternative assets can be relatively straightforward: exposure to various alternative credit markets, such as global high yield and emerging-market debt, is now available through index or actively managed funds. Others – notably direct real assets like property, infrastructure, and farmland or forestry – are less accessible.

We are certainly not alone in appreciating the value of such diversifying assets. We can use the Pension Protection Fund, for instance, as an example for a well managed, sophisticated institutional portfolio. The fund’s most recent annual report revealed that it had invested significant parts of its portfolio across private equity, property, infrastructure, timberland and farmland, and non-government and non-corporate debt. Once we strip out its liability hedges, we see how its return-seeking portfolio has allocated significantly to alternative credit (20%) and other alternatives (26%), while limiting the allocation to standard equities (21%).

We have seen similar portfolio compositions from other sophisticated defined benefit (DB) and defined contribution (DC) trust-based schemes, yet a surprising number of bundled DC propositions have still not fully embraced alternatives, and continue to rely on an equity-focused portfolio. All portfolios in the chart below have a broadly similar long-term return expectation, but vary widely in their level of diversification. We would expect the more concentrated portfolios to be more risky over time.

Price versus value

One potential explanation for this lack of diversification in mastertrusts’ portfolios could be the charge cap and value-for-money requirements. Many providers have gone for an ‘as cheap as possible’ approach which has typically undermined diversification.

We certainly acknowledge that true diversification through alternatives requires the use of some higher-value building blocks in portfolios, so it is not exactly as ‘free’ as Markowitz contended.

But investing to obtain the predictable benefits of diversification should be an easy decision for anyone willing to spend more than the bare minimum for a better outcome.

After all, the value-for-money case for upgrading an old-fashioned balanced portfolio of equities and bonds should be straightforward when the extra cost for genuine diversification through alternatives can be achieved from as little as 5-10 basis points (0.05% to 0.10%).

Getting the alts right in DC

There remains a question mark or two over how to allocate effectively to alternatives in a DC portfolio. Unquoted alternatives create additional complications, as they tend to be illiquid and aren’t tradable in investor-friendly increments – you can’t allocate to forestry one tree at a time – while DC schemes typically require daily pricing and daily liquidity.

With this in mind, we believe listed alternatives are a straightforward implementation vehicle. Liquidity is achieved for investors because they can buy and sell their shares in these vehicles to other investors at any point in time. And as this trading doesn’t change the number of shares or the capital available to the listed structure, it doesn’t need to meet daily redemption requests and is able to own the less-liquid underlying assets.

Equally, listed alternatives can overcome the challenge of underlying assets that are not priced on a daily basis: their real asset price is part of the listed alternative’s balance sheet and is reflected in the calculation of its net asset value. But there is also a daily share price for the listed vehicle that investors can trade on, and this will directly reflect current market conditions.

Our research shows that listed alternatives provide similar risk-adjusted returns to direct investments in real assets over the long term. There is admittedly more volatility over the shorter term with listed alternatives – a function of their daily pricing and trading and their equity beta – but most investors should be able to look through this noise. Over the longer term, the listed alternative’s share price is mainly driven by its underlying assets, and the returns on the underlying assets are passed through the listed alternative to the underlying investors.

For all these reasons, we view listed alternatives as a great addition to portfolios. They meet all the requirements for DC schemes – daily pricing, daily liquidity, low fees – and they can improve portfolio outcomes.

Why, oh why, isn’t everybody using them?


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Datenqualität als Herausforderung oder Mehrwert?

von Michael Günther und Pablo Hess, den Fondsmanagern des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG.

Zwei von drei Anlegern (70 Prozent) versprechen sich von der Verarbeitung und Nutzbarmachung großer Datenmengen den größten Wertbeitrag für eine moderne Fondsstrategie. Allerdings erwartet fast die Hälfte (47 Prozent) der Anleger, dass die Qualität der Daten künftig die größte Herausforderung beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Portfoliomanagement sein dürfte. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen qualitativen Umfrage der Frankfurter Asset Management-Gesellschaft Tungsten Capital unter mehr als 50 Anlegern, darunter vornehmlich institutionelle und semi-institutionelle Investoren.

Spannenderweise ist Rendite nicht der wichtigste Faktor, mit dem Anleger den Einsatz neuer KI-Technologien bei der Geldanlage bewerten. Lediglich 26 Prozent der Befragten nennen Performancevorteile als Top-Priorität. Dagegen kommen der Verbesserung des Chance-Risiko-Verhältnisses (51 Prozent) und der Eliminierung des Behavioral Bias (43 Prozent), also emotionaler Einflüsse, jeweils eine deutlich höhere Bedeutung zu (Mehrfachnennungen waren möglich). Schlüsselkriterium ist jedoch die Berücksichtigung einer Vielzahl von Variablen und relevanter Datenquellen (70 Prozent). „Das Thema Daten spielt für Investoren eine wichtige Rolle“, kommentiert Michael Günther, Portfoliomanager von Tungsten TRYCON, die Ergebnisse. „Fortschritte in Hard- und Software ermöglichen es, die Portfolioauswahl mittels maschineller Intelligenz und Analysetechnologien zu unterstützen. Der Aufwand für die Rechenleistung und Datenverknüpfung ist dabei mithin immens“.

Allerdings nimmt ein großer Teil der Anleger (47 Prozent) die Qualität der verfügbaren Daten auch als größte Herausforderung bei der Umsetzung einer von Algorithmen gestützten Investmentstrategie wahr. „Inwieweit die Leistungsfähigkeit von KI den menschlichen Analysten ergänzt und welche Art von Daten dabei zum Einsatz kommen, dies wird die Asset Management-Branche in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen“, führt Pablo Hess, ebenfalls Portfoliomanager von Tungsten TRYCON, weiter an. „Einige Anbieter nutzen bisher vornehmlich strukturierte Finanzinformationen und Zeitreihen, etwa Preis- und Umsatzdaten, andere versprechen sich Erkenntnisse beispielsweise aus Social Media-Nachrichten wie Twitter oder Blogs“.

Hinkt die Finanzindustrie anderen Branchen hinterher?

Während in anderen KI-Anwendungsbereichen – etwa Spracherkennung für Mobiltelefone – eindeutigere Muster vorherrschen, sind die Kapitalmärkte von einem hohen Maß an Ungewissheit geprägt. Fast jeder zweite Teilnehmer (47 Prozent) hält daher neben der Datenqualität die Eigenheiten und Komplexität der Finanzmärkte für die größte Herausforderung in der Praxis. „Künstliche Intelligenz im Fondsmanagement arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt möglicher Szenarien und Kursentwicklungen. Eine Gewissheit über zukünftige Entwicklungen kann auch die KI nicht geben“, bekräftigt Michael Günther. Vorangegangene Umfragen, etwa jüngste Studien des BVI, fokussierten vornehmlich auf administrativen, prozessualen sowie IT- und vertriebsseitigen Einsatzgebieten von KI. „Mit unserer Umfrage verfolgten wir das Ziel, einige qualitative Einschätzungen aus Anlegersicht dezidiert zum Nischenthema KI im Investment Management einzuholen“. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Umfrageteilnehmer die Finanzbranche beim Einsatz von KI im Branchenvergleich nur auf einem der hinteren Plätze verorten. Im Automobilsektor wird KI aus Sicht der befragten Anleger bislang am erfolgreichsten eingesetzt (Platz 1), gefolgt von der Telekommunikations- und Pharmaindustrie. Die Finanzbranche rangiert auf dem letzten Platz, knapp hinter dem Energiesektor. „Die Anwendung von KI in der Finanzbranche ist vermutlich weniger greifbar als in anderen Industrien, denkt man nur an das autonome Fahren. Automatisierungen und Prozesseffizienzen sind nur eine Einsatzmöglichkeit von KI im Finanzbereich, die Identifizierung von Handelsgelegenheiten im Portfoliomanagement bildet eine weitere“, gibt Pablo Hess zu bedenken. „Gleichsam wird das Thema auch innerhalb der Finanzbranche nicht immer trennscharf – zum Beispiel gegenüber Robo-Advisory – behandelt“.

Aufholpotenzial gegenüber USA und China

Fortschrittliche KI-Technologien wurden bisher, so die Ausgangsthese für die Umfrage, vornehmlich mit dem Silicon Valley assoziiert. Die Ergebnisse der Umfrage deuten darauf hin, dass die befragten Anleger Nachholbedarf für Deutschland und Europa sehen. Bei der Frage, welche Länder und Regionen künftig KI-Zukunftstechnologien dominieren werden, konnten die Teilnehmer Schulnoten (1 = sehr gut bis 6 = ungenügend) für die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte vergeben. Den USA und China stellen die Anleger mit der Note 2 jeweils ein gutes Zeugnis aus, Deutschland und Europa schneiden nur mit Note 4 ab.

Inwieweit KI im Fondsmanagement in Deutschland weiter Verbreitung finden wird, dies wird aus Sicht der Autoren nicht nur auf der Angebotsseite entschieden. „Wir gehen davon aus, dass mehr Anbieter die Potenziale von KI erschließen wollen und entsprechende Technologiekenntnisse an Bord holen werden“, so Michael Günther. „Die Umstellung auf einen größeren Anteil der KI im Investmentprozess wird die Branche in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Stück weit verändern“. Wichtig sei aber, dass dieser Innovationsschub mit der Nachfrageseite korrespondiert. „Investoren erwarten einen Mehrwert gegenüber einer Anlagelösung, die keine KI einsetzt“. Wenn die Branche ihre Hausaufgaben macht, dann dürfte der Wertbeitrag von KI im Investment Management aus Sicht der befragten Anleger künftig hoch (62 Prozent) oder sogar sehr hoch (13 Prozent) sein. Über drei Viertel der Umfrageteilnehmer (81 Prozent) gehen davon aus, dass die Nachfrage nach KI-basierten Investmentstrategien in den nächsten fünf Jahren (erheblich) zunehmen wird.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Künstliche Intelligenz im Investment Management

Die Umfrage „Künstliche Intelligenz im Investment Management 2019“ wurde in diesem Jahr erstmals von TRYCON im Zeitraum 6. bis 14. Mai 2019 online durchgeführt. An der Umfrage nahmen 53 Anleger teil, davon ca. 82 Prozent institutionelle Investoren, Vermögensverwalter, Family Offices und Anlageberater sowie ca. 18 Prozent Privatanleger. Die Umfrage ist qualitativ (sie erhebt nicht den Anspruch einer quantitativen Erhebung) und beleuchtet Einschätzungen und Trends zur Wahrnehmung der Vorteile und Herausforderungen beim Einsatz von KI in Fonds und Investmentstrategien.

Michael Günther

Michael Günther ist einer der zwei Fondsmanager des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG. Sein Schwerpunkt ist neben dem Portfolio Management die Programmierung und Weiterentwicklung der proprietären Portfolio- und Risk Management-Software auf Basis von MATLAB. Herr Günther ist außerdem seit 2002 Vorstandsmitglied der TRYCON G.C.M. AG.

Pablo Hess

Pablo Hess ist einer der zwei Fondsmanager des Tungsten TRYCON Basic Invest HAIG. Sein Schwerpunkt ist neben dem Portfolio Management das Research und die (Weiter-)Entwicklung von Multi-Asset-Handelsstrategien insbesondere für börsengelistete Derivate. Im Fokus stehen hierbei hochentwickelte quantitative Modelle. Aber auch Trendfolgemodelle oder Optionshandelsstrategien bilden einen weiteren Schwerpunkt. Herr Hess ist außerdem seit 2002 Vorstandsmitglied der TRYCON G.C.M. AG.

Mikrofinanzierung: Auch traditionelles Impact Investing erfordert einen kritischen Blick

Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank, mit einem kritischen Blick auf Mikrofinanzierung als etablierte Form des Impact Investings in Teil 3 der Serie „Impact Investing – wie der Finanz-Mainstream einen Nischenmarkt entdeckt“.

Impact Investing gilt am Kapitalmarkt als der Königsweg, um die Sustainable Development Goals zu erreichen. In den vergangenen Jahren haben diese traditionell alternativen Investmentformen Verbreitung am ganzen Markt gefunden. Doch die sozial-ökologische Wirkung von OGAW-Investmentfonds ist schwer zu erfassen, da sie aufgrund regulatorischer und technischer Gründe das Geld i.d.R. nicht direkt den Unternehmen und Projekten zur Verfügung stellen und viele Unternehmen nicht stringent darüber berichten. Auch bei den am Markt sehr beliebten Green Bonds ist es umstritten, ob sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen.

Es stellt sich die Frage: Ist es nicht besser, sich auf den Markt für alternativen Investments zu konzentrieren, um impactstarken Projekten und Unternehmen direkt Kapital zur Verfügung zu stellen? So naheliegend dies erscheint, so sehr ist ein kritischer Blick notwendig. Ein gutes Beispiel dafür ist die Mikrofinanzierung, eine etablierte Form des Impact Investings.

Gründe für Mikrofinanzierung: Finanzielle Inklusion statt Armutsbekämpfung

Als in den 1970er Jahren spezialisierte Mikrofinanzinstitute gegründet wurden, wollten sie mit der Vergabe von Kleinstkrediten die Armut mindern. Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, einem Mikrofinanzinstitut in Bangladesch, erhielt dafür 2006 sogar den Friedensnobelpreis. Nach mehr als 40 Jahren ziehen viele Forscher*innen jedoch ernüchtert Bilanz: Mikrofinanzierung leistet keinen wesentlichen Beitrag, um Armut zu vermindern. Aber sie hat einen anderen positiven Effekt: Sie ermöglicht vielen benachteiligten Menschen auf dem Land eine finanzielle Teilhabe. Hintergrund ist, dass viele Mikrofinanzinstitute ihre Ursprünge in kleinen Nichtregierungsorganisationen in ländlichen Regionen haben, die über die Jahre gewachsen ist. Hier erhielten arme Menschen zum ersten Mal einen Zugang zu verlässlichen Leih- und Sparmöglichkeiten. Ein großer Markt: Mehr als 2 Mrd. Menschen haben immer noch keinen Zugang zu Bankdienstleistungen.

Mikrofinanzmarkt heute: erwachsen, vielfältig, herausfordernd

Mittlerweile ist der Mikrofinanzmarkt erwachsen geworden. Die Institute sind in nahezu allen Entwicklungs- und Schwellenländern präsent. Das Gesamtvolumen an Krediten lag Ende 2017 bei 114 Mrd. US Dollar (Microfinance Barometer 2018). Regulatorische Anforderungen und der Kostendruck zwingen Institute, sich professionell aufzustellen. Dazu gründen sie u.a. internationale Holdingsstrukturen oder Netzwerke, die zentral Kapital einsammeln und dann länderspezifisch verteilen. Viele Institute agieren mittlerweile auch als Vollbanken. Um die Mikrokreditvergabe zu refinanzieren, wenden sie sich immer stärker an ausländische Investoren, die zunehmendes Interesse am Markt zeigen. Neben der guten Tat bieten die Institute auch gut verzinste Darlehen an. Mikrofinanzfonds haben sich darauf spezialisiert, ausschließlich diese Institute zu finanzieren.


Quelle: Microfinance Barometer 2018

Bekanntlich ist dabei nicht alles Gold was glänzt. Wie finden und fördern Investoren profitable Institute, die zur finanziellen Inklusion beitragen und dabei keinen Schaden anrichten? Folgende Aspekte gilt es zu beachten:

1. Umfangreiche ökonomische Due Diligence mit lokaler Expertise durchführen

Mikrofinanzinstitute sind in Entwicklungs- und Schwellenländern aktiv. Es gibt diverse Gegebenheiten zu beachten: Die Menschen haben eine fremde Sprache und Kultur. Es gibt ein anderes Rechts- und Politiksystem. Deswegen ist es hilfreich, mit ausgewiesenen Kreditspezialisten aus dem Land bzw. der Region zusammenzuarbeiten, die den Markt kennen und sich bei Besuchen vor Ort oder auf lokalen Messen ein genaues Bild von der Qualität der Institute und Kreditangebote machen können. Dieser Prozess nimmt bei Neuprüfungen häufig mehrere Monate in Anspruch. Schließlich müssen Investoren neben den obligatorischen ökonomischen Berechnungen auch die politische als auch wirtschaftliche Situation des Landes erfassen und alle Einflussfaktoren und Zusammenhänge berücksichtigen, die auf das Institut wirken. Ein Beispiel: In Russland arbeiten viele Menschen aus Zentralasien, die regelmäßig einen Teil ihres Lohnes zurücküberweisen. Damit werden auch Mikrokredite bedient. Durch die Sanktionen gegen Russland erlahmten diese Geldströme und die Zahl notleidender Kredite stieg bei diesen Instituten merklich an.

2. Strenge sozial-ökologische Kriterien beachten

Es gibt in Deutschland eine gesetzliche Definition eines Mikrofinanzinstituts. So muss es einer Aufsicht unterstellt sein, darf bei mindestens 60 % der Darlehensvergaben den Betrag von 10.000 Euro nicht überschreiten und seine Haupttätigkeit soll die Kreditvergabe an Klein- und Kleinstunternehmer für deren unternehmerische Zwecke sein (siehe §222 KAGB). Diese Definition lässt aber viel Spielraum. Um sicherzugehen, dass das Kreditportfolio eine hohe sozial-ökologische Qualität aufweist, ist es ratsam für Investoren, weitere Kriterien anzuwenden. Zunächst sollten die Kredite keinen Schaden anrichten. Auszuschließen ist die Finanzierung von Aktivitäten, mit denen Kinder ausgebeutet, Landrechte der indigenen Bevölkerung verletzt oder Raubbau an der Natur betrieben wird.

Darüber hinaus sollten Mikrofinanzinstitute bzw. -fonds genau definieren, welchem Zweck die Kredite dienen. Neben der weit verbreiteten Unterstützung von Kleinbäuern*innen (u.a. zur Vorfinanzierung der Ernte) und speziellen Kreditprogrammen für Frauen gibt es viele weitere förderungswürdige Aktivitäten: Die Finanzierung von Erneuerbare Energien-Projekten, sozial-ökologische sowie ökonomische Bildungs- und Beratungsprogramme zum Aufbau einer beruflichen Existenz, die sanitäre Versorgung von Wohnungen oder auch Versicherungs- und Sparangebote, mit denen Endkreditnehmer*innen langfristige finanzielle Perspektiven aufbauen können.

Ebenso wichtig ist es, dass die Endkreditnehmer*innen geschützt sind. In der Branche haben sich dazu die Client Protection Principles der Smart Campaign-Zertifizierung etabliert, die Mindestanforderungen an den Kundenschutz stellen. Um die begehrte Zertifizierung zu erhalten, müssen die Institute sowohl eine hohe Kostentransparenz als auch ein System zum Kundenschutz nachweisen.


Quelle: Annapurna Finance Ltd.

3. Übersättigte Länder kritisch sehen

Das Kapital am Mikrofinanzmarkt ist ungleich verteilt. Manche Institute und Länder werden geradezu geflutet, andere gehen nahezu leer aus. Wenn das Angebot an Angeboten sehr hoch ist, sinken die Zinsen. Häufig nehmen Endkunden*innen dann weitere Kredite auf, die sie irgendwann nicht mehr bedienen können. Dies hat in der Vergangenheit bereits zu erhöhten Kreditausfällen bei den Instituten geführt – mit mitunter fatalen Folgen für Endkreditnehmer*innen. Um diesen Missstand zu beheben, wurde der sogenannte Microfinance Index of Market Outreach and Saturation (Mimosa-Index) entwickelt. Er zeigt an, wie hoch die Sättigung im Land ist, indem er den Human Development Index und die Kreditvolumina von Ländern in Beziehung setzt. Je höher die Sättigung, umso höher ist zumeist auch das Rückzahlungsrisiko. Daher sollten Investoren maßvoll in diesen Ländern Kredite vergeben.  Zu beachten ist beim MIMOSA-Index, dass die derzeit öffentlich zugänglichen Daten bereits 5 Jahre alt sind und daher nur als eine erste Indikation zu verwenden sind.

MIMOSA-Länderverteilung 2014

Quelle: Mimosa 2.0 – Mapping the (micro)credit cycle

4. Lokalwährungskredite fördern

Bis vor kurzem haben Mikrofinanzinstitute ihre Darlehen am Kapitalmarkt nahezu ausschließlich in Euro oder Dollar erhalten. So bequem dies für ausländische Investoren ist, so schwierig ist es für die Institute. Schließlich müssen sie die Währungsrisiken teuer absichern, oder das Risiko anderweitig steuern. Mit steigendem Investoreninteresse und aufgrund regulatorischen Drucks sind sie dazu übergegangen, Darlehen zunehmend in der landeseigenen Währung zu präferieren. Investoren wie z.B. Mikrofinanzfonds übernehmen die Absicherung, die für sie günstiger und oft überhaupt erst möglich ist. Je mehr Währungen sie im Portfolio haben, umso breiter wird das Währungsrisiko gestreut, was mittelfristig geringere Absicherungskosten zur Folge haben kann. Auch aus sozial-ökologischer Sicht ergeben sich Vorteile. Denn den Wegfall von Gebühren kann das Mikrofinanzinstitut in Form günstigerer Kreditzinsen oder mehr Krediten an die Endkreditnehmer*innen, beispielsweise den Kleinbauern*innen oder Nähern*innen, nun direkt weitergeben.

5. Technical Assistance unterstützen

Mikrokredite sollten dort vergeben werden, wo sie die höchste sozial-ökologische Wirkung entfalten. Um dies zu gewährleisten, wurden im entwicklungspolitischen Kontext bestimmte Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen konzipiert, die so genannte Technical Assistance. Sie können auf zweierlei Ebenen wirken. Einerseits erhalten Mitarbeiter*innen von Mikrofinanzinstituten in Schulungen wichtiges Wissen vermittelt, z.B. wie sich die positive Wirkung der Kredite erfassen lässt.  Andererseits können sich Endkreditnehmer*innen in Workshops über spezifische Themen austauschen, z.B. welche Rechte sie als Arbeitnehmer haben oder mit welchen Anbaumethoden sie nachhaltig erfolgreich wirtschaften. Investoren haben die Möglichkeit, mit ihren Fondseinnahmen oder Abschlussprovisionen gezielt diese Maßnahmen zu finanzieren.

6. Hohe Diversifikation im Portfolio anstreben

Um eine möglichst hohe sozial-ökologische Wirkung und Portfoliostreuung zu erreichen, bietet es sich für Investoren an, im hohen Maße in Länder anzulegen, die gemäß der Weltbank als Low Income- oder Low Middle Income-Staaten gelten. Eine weitere Möglichkeit ist es, in eine Vielzahl unterschiedlicher Institute zu investieren. Die Branche unterscheidet zwischen Tier 1, Tier 2 und Tier 3-Instituten. Bei Tier 1-Instituten handelt es sich um regulierte Institute, die eine Bilanzsumme von mehr als 50 Mio. US Dollar haben und spezifische Anforderungen an die finanzielle Nachhaltigkeit und Transparenz erfordern. Sie sind im Fokus internationaler Investoren. Darüber hinaus gibt es aber auch viele kleine, impactstarke Institute, die eine Bilanzsumme von nur wenigen Millionen US Dollar aufweisen und aufgrund ihrer Struktur kein regelmäßiges Reporting aufstellen. Auch hier können sich Investments lohnen. Zwar ist ein hoher Prüfaufwand notwendig. Jedoch ist der sozial-ökologische Impact besonders hoch, da diese Institute die Bedürfnisse ihre Kreditkunden*innen sehr gut kennen und maßgeschneiderte Kredite anbieten, aber häufig unterfinanziert sind.

7. Transparente Berichterstattung einfordern

Um über die Entwicklungen von Mikrofinanzinstituten auf dem Laufenden gehalten zu werden, sollten Investoren regelmäßig informiert werden. Bei Investments in einen Mikrofinanzfonds ist ein Monatsbericht hilfreich, der über die aktuelle Fondsperformance aber auch spezifische Mikrofinanzthemen und Neuinvestments informiert. Dies ist als Standard am Markt für Mikrofinanzfonds anzusehen. Ebenfalls bietet sich über die gesetzlichen Pflichtpublikationen hinaus ein jährlich erscheinender Bericht an, indem auch die sozial-ökologischen Aspekte umfassend gewürdigt werden. Als Wirkindikatoren bieten sich die Anzahl erreichter Mikrounternehmer, die durchschnittliche Kreditsumme, der Anteil finanzierter Frauen oder die Anzahl an Krediten an, die in ländlichen Regionen vergeben werden.

Fazit

Die Mikrofinanzierung ist ein am Markt etabliertes Finanzierungsinstrument, um die finanzielle Teilhabe von Menschen zu fördern. Investoren können damit positiv zur sozialen Entwicklung in vielen Ländern beitragen. Vor einem Investment, sei es direkt oder über einen Fonds, sollten sie neben einer umfassenden ökonomischen und sozio-ökologischen Prüfung auch die Eigenheiten und Instrumente des Mikrofinanzmarktes berücksichtigen und Transparenz einfordern. Denn nur so können sie sicher sein, dass sie wirklich eine positive Wirkung mit ihrer Anlage erzielen.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 400 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an. (Stand 31.07.2019)

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Nachhaltige Investments mit dem Bio-Rohstoff Hanf

Der Gesellschaft wird zusehends die globale klimatische Entwicklung bewusst, sodass nachhaltige und ökologisch korrekte Investments seit Jahren an Priorität gewinnen. Einige Innovationen sind in sich widersprüchlich, wie etwa die Mobilitätsthematik und E-Antriebstechnologien, mit hohem Bedarf an Lithium und Kobalt. Hanf scheint hingegen ein berechtigtes Trendthema zu sein. Richtet man nun den Fokus auf die Pflanze und den daraus entstehenden Bio-Rohstoff entfalten sich facettenreiche Verwendungszwecke, erklärt Daniel Stehr, Geschäftsführer und Initiator der ws-hc.

Ein Bio-Rohstoff sollte schnell wachsen, robust gegen Schädlinge sein, und eine hohe Qualität und vielseitige Nutzung der Bio-Masse bieten.

Hanf wächst hervorragend, ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend bietet die heutige variantenreiche Genetik optimale Anbaubedingungen nahezu rund um den Globus. Vergleicht man Hanf an dieser Stelle mit anderen Bio-Rohstoffen, entfallen somit potenziell die Transportkosten – gut für den Geldbeutel und den geologischen Fußabdruck. Beim Wuchs entfallen anders als bei nahezu jeder anderen industriellen Feldfrucht der Bedarf an Pestiziden (gegen Schädlinge) und Herbiziden (gegen Pilzbefall). Die Cannabinoide THC und CBD, in der Pharmazie und als Genussmittel bekannt, beinhalten optimale natürliche Schutzmechanismen gegen diesen Schadbefall. Noch besser wird die Öko-Bilanz dadurch, dass Hanf während des Wuchs Agrarböden revitalisiert und durch die schnell wachsende Bio-Masse große Mengen CO2 bindet.

Ist der Hanf nun erntebereit bietet er verschiedene Rohstoffe: Fasern, Schäben, Samen, Blätter und Blüten.

Für die Lebensmittelindustrie gilt: Hanfsamen gehören zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten. Hanföl, gewonnen aus den Hanfsamen, ist besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, hier sind besonderes die essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure zu beachten. Die Omega-3-Fettsäure kommt nur in sehr wenigen Speiseölen in dieser hohen Konzentration vor. Hanfprotein, ein veganes Protein aus den Hanfsamen, enthält alle 8 essenziellen Aminosäuren und ist sogar leichter verdaulich als Sojaprotein. Hanf kann potenziell eine tragende Rolle in der Welt-Ernährungsfrage spielen.

In der Bauindustrie ist Hanf geschätzt, 97% der Pflanze können verarbeitet werden. Die Fasern sind langlebig, leicht, reißfest, diffusionsoffen, auch nach Verarbeitung resistent gegen Schädlinge und Pilzbefall sowie ungeeignet für den Nestbau von Nagetieren. Hanfdämmmatten werden z.B. für Wärme und Schalldämmung verwendet.

Papier aus Hanffasern wurde vor 2000 Jahren in China erfunden und gelang im 13. Jahrhundert nach Europa. Es war über Jahrhunderte der meist verbreitete Rohstoff für die Papierherstellung. In der industriellen Entwicklung wurde es jedoch günstiger, Wälder zur Papierherstellung zu roden. Welche gravierenden folgen die gerodeten Waldflächen auf die klimatische Situation haben muss hier wohl nicht erörtert werden. Hanf wächst um ein Vielfaches schneller als Forst und enthält deutlich mehr Zellstoff. Die Faser muss nicht mit Chemikalien gebleicht werden und ist wesentlich stabiler und reißfester, somit langlebiger als die Holzfasern.

In der Textilindustrie konkurriert Hanf mit Baumwolle. Für die globale Baumwollproduktion werden jährlich 256 Kubikkilometer Wasser benötigt, genügend Süßwasser, um jeden Erdenbürger pro Tag mit 120 Litern Frischwasser zu versorgen. Hanf nimmt im Wuchs das doppelte an CO2 auf und benötigt für eine Tonne Faser ca 500 Liter Wasser, Baumwolle hingegen satte 10.000 Liter. 

In der Chemieindustrie kann Hanf petrochemische Kunststoffarten (Kunststoff auf Grundlage von Erdöl) ersetzen.  Die Hanffasern bestehen aus ca. 77% Zellulose, einem Rohstoff, aus dem sich biologisch abbaubarer Kunststoff herstellen lässt. „Bioplastik“ zersetzt sich weitergehend nicht in Mikroplastikteilchen.

In der Mobilität bietet Hanf daher für die Automobil, Luft- und Raumfahrt optimale Rohstoffstrukturen für den treibstoffsparenden und CO2 neutralen Leichtbau. Der größte Abnehmer von Nutzhanf in Deutschland ist die Automobilbranche.


Die ws-hc Stehr & Co Hanf Consulting UG recherchiert und analysiert das gesamte Potenzial des vielseitigen Anlageuniversums der globalen Hanf-Industrie. Zur Risikodiversifikation einer Investition in die Hanfbranche, bedarf es einer breiten Streuung in die Wertschöpfungskette des Hanfs: Anbau, Lizenzen & Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie. Der erste deutsche aktiv gemanagte Hanf Aktienfonds ws-hc Fonds – Hanf Industrie Aktien Global (WKN A2N84J) bietet seit dem 3.12.2018 eine mögliche Investmentlösung an. Weitere Informationen auf ws-hc.de.

Über Daniel Stehr

Daniel Stehr ist Geschäftsführer und Initiator der ws-hc. Bereits Ende der 90`er Jahre hat Herr Stehr seine ersten internationalen Erfahrungen mit dem Handel der bekannten Titel der New Economy (NASDAQ Chicago) sammeln dürfen. Seit nun zwei Jahrzehnten hat er sich seine Expertise in der nationalen und internationalen Finanzbranche aufgebaut. Im Kundenauftrag hat Herr Stehr bereits zahlreiche Investitionen in die Hanf-Branche Nordamerikas begleitet.

Dies ist Teil 7 der Serie von ws-hc. Weitere Teile finden Sie hier:

Mensch und Maschine – die optimale Kombination für quantitative Portfolios

Die Herausforderungen am Kapitalmarkt sind komplexer und vor allem umfangreicher geworden. Das wirtschaftliche Umfeld erfordert zudem eine regelmäßige Neubetrachtung von Risiken und potenziellen Renditen. Mit quantitativen Investmentprozessen profitieren Investoren von einer systematischen Erfassung von Informationen und fundamental begründeten Anlageentscheidungen ohne subjektive Einschätzungen. Nur quantitative Prozesse ermöglichen es, die große Anzahl der Finanztitel im globalen Investmentuniversum effizient und kontinuierlich zu überwachen.

Trotz moderner technischer Ansätze bleibt es wichtig, menschliche Erfahrung mit einzubeziehen. Bei der Deka Investment sind die Entwickler der zugrunde liegenden Modelle auch für die Generierung der Kauf- und Verkaufsentscheidungen verantwortlich. Mit einer langjährigen Kapitalmarkterfahrung legitimieren sie beispielsweise manuelle Eingriffe beim Eintritt außergewöhnlicher Situationen. Dadurch ist sichergestellt, dass maschinelle Entscheidungen stets durch Menschen validiert und gegebenenfalls korrigiert werden.

Faktorbasierte Investmentprozesse und Risikokontrolle

Die quantitativen Strategien der Deka Investment nutzen globale Renditequellen systematisch und integrieren gleichzeitig das Risikomanagement des Portfolios in die Anlagestrategie. Dazu wird ein faktorbasierter Ansatz verfolgt, der sowohl die entscheidenden Kriterien der Investmentchancen als auch die Risiken aus verschiedenen Perspektiven bewertet. In Kombination bilden die ausgewählten Faktoren die Eigenschaften ab, die nach Einschätzung der Entscheidungsträger die zukünftig beste risikoadjustierte Rendite erbringen. Diese faktorbasierten Ansätze zeichnen sich für Investoren durch folgende Aspekte aus:

  • Sie investieren zur Renditeoptimierung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen,
  • sie verbessern die Diversifikation von traditionellen Portfolios durch die Kombination von Investment-Stilen und
  • sie erlauben transparente, nachvollziehbare und belegbare Anlageentscheidungen.

Diese Vorteile können Anleger mit den Strategien von Deka Investment sowohl für Aktien- als auch Anleiheinvestments nutzen.

Faktorbasierte Aktienstrategien

Statt die Renditen einzelner Aktien vorherzusagen, sollen mit den faktorbasierten Ansätzen der Deka Aktien mit ausgewählten Eigenschaften in Wunschportfolios kombiniert werden. Risiko-, Momentum- und fundamentale Faktoren werden für jeden einzelnen Titel aus einem Anlageuniversum von bis zu 3.900 globalen Aktien aus den entwickelten Märkten ermittelt, davon etwa 1.300 aus Europa. Aus Faktorenranglisten kombinieren proprietäre Risikomodelle die Einzeltitel zur gewünschten Faktorallokation.

Faktoren quantitativer Aktienfonds

 

Bei den Deka LowRisk Aktien Strategien handelt es sich beispielsweise um benchmarkfreie Ansätze, die absolute Risiken reduzieren und auf ein attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis abzielen. Die Fonds gehen speziell auf die Bedürfnisse von institutionellen Investoren ein, für die das absolute Risiko im Vordergrund steht. Dabei wird jedoch kein risikoaverser Ansatz gewählt, sondern das Sharpe Ratio durch die Einbeziehung von weiteren Faktoren, beispielsweise Momentum oder fundamentalen Faktoren, maximiert. Investoren vertrauen diesen Strategien bereits über 7 Milliarden Euro an (Stand: 31.03.2019). Allerdings kann auch eine Anlage in Faktor-Strategien Wertschwankungen unterliegen, die sich negativ auf den Wert der Anlage auswirken können.

Faktorbasierte Anleihestrategien

Faktorstrategien werden oftmals mit Aktienstrategien gleichgesetzt. Das mag an der historischen Entwicklung der Modelle liegen, welche anfänglich Anwendung bei Aktien fanden. Faktorstrategien lassen sich aber auch, wenn auch in weit komplexerer Form, für Anleihen anwenden.

Die quantitativen Rentenfonds der Deka zielen darauf ab, durch eine systematische Auswahl von Anleihen ein attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis mit integrierter Risikokontrolle zu entwickeln. Dabei werden langfristige, fundamentale Zusammenhänge analysiert, um Renditeniveaus und Veränderungen von Spreads zu prognostizieren. Das quantitative Rentenmanagement der Deka Investment unterscheidet Alpha- und Risikofaktoren:

  • Mit Alpha-Faktoren werden Risiken bewusst und kontrolliert eingegangen, um langfristig Faktorprämien zu vereinnahmen. Alpha-Faktoren werden in den Faktor-Clustern „Value“ und „Momentum“ gebündelt. Diese Faktoren entscheiden über das Gewinnpotenzial der Rentenanlage.
  • Mit Risiko-Faktoren werden Risiken im Fonds überwacht und nachhaltig reduziert. Risiko-Faktoren werden in den Faktor-Clustern „Quality“ und „Size“ gebündelt. Diese Faktoren sollen das Verlustpotenzial der Rentenanlage begrenzen.

In „Faktorensuche für die Rendite“ beschreibt Dr. Ulrich Neugebauer, Leiter Quantitatives Asset Management und ETFs bei der Deka Investment, die durchaus komplexe Übertragung der Aktienfaktoren auf die Welt der Anleihen näher. Weitere Details zu den quantitativen Rentenfonds von Deka Investment finden Sie hier.

Der menschliche Faktor

Die quantitativen Modelle und digitalen Ansätze finden durch die Experten der Deka Anwendung. Diese überprüfen die Entscheidungen der Faktormodelle, setzen Investmententscheidungen um und sind für die Rendite der Portfolios verantwortlich.

Verlässliches Portfoliomanagement

Im Deka-Fondsmanagement arbeiten 43 Investmentspezialisten an der Entwicklung, Optimierung, Überwachung und Validierung der Faktormodelle. Diese integrieren die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem IQ-KAP, dem Privaten Institut für quantitative Kapitalmarktforschung der DekaBank, in die quantitativen Entscheidungsprozesse. Das Institut wurde 2013 als Forum für Wissenschaftler und Praktiker gegründet und hat als zentrale Aufgabe, die quantitative Kapitalmarktforschung mit Hochschulen und Partnern zu ermöglichen.

Investmentprozess und Risikomanagement

 

Stringente Prozesse und überschaubare Teams erlauben es, Investmententscheidungen der Modelle schnell zu überprüfen und effizient umzusetzen. Die Portfoliomanager überwachen die Performance- und Risikoparameter der Portfolios permanent. Die stetige Erfolgsanalyse der Portfolios erlaubt dabei die permanente Optimierung der Modelle.

Individuelle Kundenbetreuung

Das quantitative Fondsmanagement bietet institutionellen Investoren vielseitige Möglichkeiten, um ihre Marktmeinungen und Anlagestrategien umzusetzen. Vor jedem Einsatz der Modelle bedarf es jedoch der Ermittlung des Status quo, der Strategieentwicklung und der Implementierung der kundenspezifischen Anforderung. Das Team von Deka Investment steht Investoren zur Beratung und Präsentation der quantitativen Fondskonzepte zur Verfügung. Diese Ansätze ermöglichen es, in einem komplexen und dynamischen Marktumfeld attraktive Ertragschancen automatisiert herauszufiltern und effizient in Anlagestrategien umzusetzen. Nähere Details zum Angebot für VAG-Anleger, Vorsorgeeinrichtungen, den öffentlichen Sektor, Stiftungen, und Family Offices finden Sie hier.


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Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 276 Mrd. Euro (per 31.12.2018) sowie rund 4,7 Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wertpapier¬geschäft aus.

Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Ihr Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette professioneller Asset Management- und Kapitalmarktdienstleistungen ab. Ein betreutes institutionelles Vermögen von rund 139 Mrd. Euro spiegelt das wachsende Vertrauen professioneller Anleger in die Produkte und Leistungen der Deka wider. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird das Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG, als Kern des Asset Servicing, und Verwahrstelle.

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Green Bonds – wie tragen sie wirklich zu einer nachhaltigen Zukunft bei?

von Thomas Graf und Marc Pfizenmaier, Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Als die Europäische Investitionsbank 2007 ihren ersten Climate Awareness Bond auflegte, hat sie den Nerv der Zeit getroffen. Seitdem ist das Volumen an umweltfreundlichen Anleihen (Green Bonds) kontinuierlich angestiegen. Zuerst supranationale Institutionen (Weltbank, Entwicklungsbanken), dann Unternehmen (Apple, BNP Paribas), Kommunen (Stadt Paris) und nicht zuletzt Staaten wie Frankreich oder die Niederlande befeuerten das Wachstum. Laut der Climate Bonds Initiative wurden im vergangenen Jahr Green Bonds im Volumen von knapp 170 Mrd. US-Dollar platziert.

Wachstum Green Bond Markt seit 2011 (in Mrd. US-Dollar)


Eigene Darstellung auf Basis von Daten der Climate Bond Initiative

Wie erklärt sich der Erfolg der häufig überzeichneten Emissionen? Mit Green Bonds können institutionelle Investoren ihre Klimaversprechen, die sie insbesondere nach der Pariser Klimakonferenz abgegeben haben, leicht in die Tat umzusetzen. Aus finanzieller Sicht weisen die meisten Anleihen eine hohe Bonität auf und erfordern das Vorhalten nur geringer Eigenmittel. Inhaltlich bieten von Marktakteuren geschaffene Standards eine inhaltliche Bestätigung, dass auch tatsächlich klimafreundliche Projekte finanziert werden.

Fragwürdige Mindeststandards

Doch besonders diese Standards sind in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten. Immer wieder gab es am Markt umstrittene Emissionen. Ist eine Anleihe investierungswürdig, mit der Müllverbrennungsanlagen refinanziert werden? Sollten Erlöse dazu verwendet werden, die Energieeffizienz von Ölpipelines zu verbessern oder große Wasserkraftwerke/Staudämme zu errichten? Sollte Kapital in Erneuerbare Energien-Projekte von Kern- oder Kohlekraftwerken fließen? Um zu bewerten, wie sehr eine Emission tatsächlich zu einer nachhaltigen Zukunft beiträgt, sollten die diversen Dokumente (Green Bond Frameworks, Second Party Opinions, Unternehmenspräsentationen, Green Bond-Reporting) positive Antworten auf die folgenden Punkte geben.

1) Die Anleihen leisten einen tatsächlichen Beitrag zum Klimaschutz

Green Bonds müssen einige Merkmale erfüllen, damit sie tatsächlich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im Fokus der Diskussion steht die Frage, was finanziert wird. Um Klarheit darüber zu schaffen, etablierte die International Capital Markets Association die Green Bonds Principles, die vier zentralen Anforderungen (Angaben zur Verwendung der Emissionserlöse, Projektauswahl, Management der Erlöse sowie Reporting) an Green Bonds stellt. Seit mehreren Jahren verfeinern Marktakteure diese Anforderungen und stellten umfangreiche Taxonomien klimafreundlicher Investments auf. Auf dieser Grundlage arbeitet die EU derzeit daran, einen Standard für Green Bonds auch regulatorisch festzuzurren.

Taxonomie klimafreundlicher Aktivitäten der Climate Bond Initiative

Seltener allerdings wird am Markt darüber gesprochen, wie die Bonds dazu genau beitragen. Wie schon bei Impact Investing-Angeboten stellt sich die Frage nach der Additionalität, also inwieweit durch Green Bonds zusätzliches Kapital für ökologisch sinnvolle Projekte generiert wird, wie es das Südwind-Institut Anfang des Jahres in einer Studie untersucht hat. In der Praxis ist dies nicht immer der Fall. Mitunter werden Emissionserlöse zur Refinanzierung bereits bestehender Projekte verwendet. Oder es werden Wind- und Solar-Projekte in Ländern finanziert, die ihren Strom bereits zu 100 % aus erneuerbaren Energien beziehen. Ein positiver Klimabeitrag ist dabei schwerlich festzustellen.

Ebenfalls zu beachten sind so genannte Lock-In-Effekte. Investitionen erfolgen langfristig. Heutzutage gilt beispielsweise ein Gaskraftwerk für viele Investoren als ein klimafreundliches Investment, da es weniger Treibhausgasemissionen als ein Kohlekraftwerk ausstößt. Häufig wird dabei von Brückentechnologie gesprochen. In 10 Jahren ändert sich möglicherweise die Situation, Gaskraftwerke können dann als klimaschädlich gelten. Jedoch ist die Finanzierung auf 20 Jahre angelegt. Das Kapital ist damit „eingesperrt“.

2) Der Emittent hat eine glaubwürdige Klimastrategie

EnBW, EDF, ENGIE, Repsol, Iberdrola und Co. haben in den vergangenen Jahren Green Bonds aufgelegt, um ihre Aktivitäten, im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien zu finanzieren. Sind Green Bonds dieser konventionellen Energieversorger investierungswürdig? Diese Frage wird kontrovers am Markt diskutiert. Hier kommt es auf die Glaubwürdigkeit des Emittenten an: Betrachtet er Green Bonds als Teil einer langfristigen Strategie, mit der er das Geschäftsmodell auf Erneuerbare Energien neu ausrichten will? Oder sind sie nur ein einmaliges Projekt, mit dem das fossile Geschäftsmodell weiter am Leben gehalten werden soll? Zu bedenken ist auch, dass die Energiewende die Chance auf eine dezentrale und partizipative Stromversorgung bietet. Statt Strom zu beziehen, kann der Bürger als Stromproduzent aktiv am Markt teilnehmen. Dafür ist ein diversifizierter Markt mit vielen Marktakteuren notwendig. Sollte dazu Kapital an wenige, große Stromkonzerne vergeben werden?

3) Klimainvestments berücksichtigen auch Umwelt- und Sozialstandards

Diese Feststellung mag auf den ersten Blick verwundern. Doch was gut für das Klima ist, ist nicht zwangsläufig gut für die Umwelt oder Menschen. Für die Produktion von Solaranlagen oder Elektrofahrzeugen werden viele Rohstoffe (seltene Erden, Kobalt, Lithium, Silizium, usw.) benötigt. Für ihren Abbau sind erhebliche Eingriffe in die Natur erforderlich. Bei der Förderung seltener Erden können beispielsweise radioaktive Abfallstoffe ins Grundwasser gelangen. Facing Finance hat das Problem im November 2018 in der Studie „Neue Technologien und alte Probleme“ erläutert.

Damit einher geht die Frage, ob neben Klimaaspekten auch die soziale Seite eines Green Bonds Berücksichtigung findet. Der Abbau dieser Rohstoffe findet in Schwellen- und Entwicklungsländern statt. Dabei kommt es wieder zu Vorwürfen, dass Menschenrechtsstandards nicht eingehalten, bzw. gar nicht im nationalen Gesetz verankert sind. Auch bei der Finanzierung von Staudämmen kann es zu sozialen Verwerfungen kommen, von der Umsiedlung ganzer Dörfer bis zur Vernichtung der lokalen Flora und Fauna. Ein eindrückliches Negativbeispiel stellt der Belo Monte-Staudamm in Brasilien dar. Aufgrund der Tatsache, dass auch immer mehr Emittenten aus diesen Regionen Green Bonds ausgeben, wird dieses Thema weiter an Relevanz gewinnen.

Übersicht zu kritischen Rohstoffen

Rohstoff

Notwendig für

Abbaugebiet

Auftretende Probleme

Aluminium

E-Mobilität, Solar, Wind 

Guinea, China, Australien 

Streit zu Landrechten, Verunreinigung von Wasserquellen, Feinstaubbelastung

Eisenerz

E-Mobilität, Solar, Wind

Brasilien, China, Australien 

Bruch Rückhaltebecken (Folge: zahlreiche Tote und zerstörte Dörfer), Luftverschmutzung, Konflikte mit indigener Bevölkerung

Graphit

E-Mobilität,

China, USA, Brasilien

Lokale Luft- und Wasserverschmutzung, erhöhte Krankheiten lokaler Bevölkerung

Kobalt

E-Mobilität, Wind

Kongo, Russland, Australien

Schlechte Arbeitsbedingungen Menschenrechtsverletzungen

Kupfer

E-Mobilität, Solar, Wind

Chile, Peru, China

Lokale Schwermetallbelastung, Wasserver-sorgung der Bevölkerung, soziale Konflikte

Lithium

E-Mobilität,

Australien, Chile Argentinien

Streit um Landnutzungsrechte, Grundwasserverschmutzung

Nickel

E-Mobilität, Solar, Wind

Russland, Philip-pinen, Indonesien

Starke Umweltverschmutzung

Seltene Erden

E-Mobilität, Wind

China, Australien, Russland

Umweltschäden (radioaktiver Abfall)

Silber

E-Mobilität, Solar

Mexiko, Peru, China, Guatemala

Konflikte mit indigener Bevölkerung, Wasser- und Bodenverschmutzung

Eigene Zusammenstellung auf Basis von Facing Finance-Daten

4) Der Emittent muss ein nachvollziehbares Reporting zur Klimawirkung der finanzierten Projekte veröffentlichen

Aus einem „Impact-Reporting“ sollte hervorgehen, welches Projekt genau finanziert werden soll bzw. finanziert wird, um das so genannte Blind Pool-Risiko zu vermeiden. Wenn die Anleihe mehrere Aktivitäten und Projekte finanziert, ist die (geplante) prozentuale Aufteilung sowie das jeweilige Investitionsvolumen wünschenswert. Eine Second Party Opinion sollte sich nicht nur darauf beschränken, die Anforderungen der vier GBP-Anforderungen zu beantworten. Darüber hinaus sollte es dezidiert Stellung beziehen, ob Sozial- und Umweltrisiken bestehen und wie sie einzuschätzen sind. Ebenso sind Informationen notwendig, wie ein Green Bonds in die Gesamtstrategie des Unternehmens zu verorten ist.

Beispiel Impact Reporting


Quelle: World Bank-Bericht Green Bond Proceeds Management and Reporting

Fazit

Green Bonds sind zweifelsohne ein Schritt in die richtige Richtung. Um ihre Klimawirkung zu bemessen, sind eine Vielzahl an Fragen an die Anleihe selbst, aber auch den Emittenten notwendig. Dabei zählt nicht nur, was finanziert, sondern auch wie etwas finanziert wird. Es zeigt sich schnell, dass es das perfekte Klimainvestment nicht gibt. Wichtig ist, dass Investoren einen umfassenden Blick auf die soziale und ökologische Qualität sowohl von Emittent als auch Emission werfen.


Thomas Graf arbeitet seit 2011 bei der GLS Bank und ist Teamleiter im Nachhaltigkeitsresearch.  Neben der sozial-ökologischen Prüfung von Wertpapieren, Wertpapieremittenten und Entwicklungsfinanzierungsvehikeln, kümmern sich er und sein Team um die sozial-ökologische Begleitung neuer Angebote. Zudem ist er verantwortlich für die Moderation und Koordination des GLS Anlageausschusses.

Seit 2012 arbeitet Marc Pfizenmaier als Analyst im Nachhaltigkeitsresearch der GLS Bank. In seiner Funktion als Senior Analyst vertritt er die Bank als Mitglied in diversen Nachhaltigkeitsgremien, ist betraut mit der Klärung von sozial-ökologischen Grundsatzfragen und Ansprechpartner für Stakeholder-Dialoge und verschiedene Netzwerke. Sie finden Marc Pfizenmaier sowohl auf XING als auch LinkedIn.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 350 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Nachhaltig Investieren: Elektromobilität

von Mag. Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei der Raiffeisen KAG.

Der Verkehrssektor ist ein wesentlicher und zugleich auch wachsender Verursacher von Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2015 war der Verkehr laut dem Klimaschutzbericht 2017 des Umweltbundesamts – ohne Berücksichtigung des Emissionshandels – für 44,7 % der Treibhausgasemissionen in Österreich verantwortlich. Der laufende technologische Fortschritt bei Antriebstechnologien, die auf fossilen Energieträgern basieren, ist zwar vorhanden, reicht aber zur Erreichung der Klimaschutzziele bei weitem nicht aus. In Österreich betrug die Abnahme der CO2-Emissionen von 2000 bis 2016 gemäß des Sachstandsberichtes Mobilität des Umweltbundesamtes 2019 für neu zugelassene PKWs im Durchschnitt rund 1,6 % pro Jahr. Österreich hat für das Jahr 2050 das Ziel eines weitestgehend klimaneutralen Verkehrssektors formuliert. Maßnahmen sind eine Verkehrsverlagerung, die Forcierung des öffentlichen Verkehrs, die Förderung der aktiven Mobilitätsformen und vor allem auch der Umstieg auf Nullemissionsfahrzeuge, die auf erneuerbarer Energie basieren.

EFFIZIENTE TECHNOLOGIE

Grundsätzlich basieren die Emissionen des Verkehrssektors zu einem wesentlichen Teil auf den Antriebssystemen der Fahrzeuge, wobei das Verkehrssystem gegenwärtig von Verbrennungskraftmotoren geprägt ist. Wegen des erzielten thermodynamischen Wirkungsgrades von lediglich 45 % geht bei diesem Mobilitätskonzept jedoch mehr als die Hälfte der eingesetzten Energiemenge verloren. Demgegenüber liegt die Effizienz eines Elektromotors bei etwa 95 %. Neben dem elektrischen Antrieb zählen auch wasserstoffbasierte Konzepte zu den „sauberen“ Alternativtechnologien, die umfangreiches Potenzial aufweisen. Voraussetzungen für den kurz- bis mittelfristigen Erfolg der E-Mobilität als aktuell im Fokus stehende Alternativtechnologie – sprich für die verstärkte Durchdringung des Marktes – sind das Vorhandensein einer geeigneten Infrastruktur sowie Anreizmodelle, die von Steuervorteilen über sonstige Bevorzugungen wie der Verwendung von Busspuren und dem kostenlosen Parken bis zum Nutzen öffentlicher Ladestationen reichen können.

Weitere Vorteile von Elektromotoren gegenüber dem Verbrennungsmotor sind die einfachere Bauart, die geringere Wartungsintensität, weniger Lärmentwicklung und die lokale Emissionsfreiheit. Aktuell sind große Fortschritte in der Batterietechnologie zu beobachten; Nachteile, wie lange Ladezeiten und kurze Reichweiten im Fahrzeugbetrieb durch beschränkte Energiedichte, verschwinden zusehends. Damit könnte sich die Herstellung eines Elektrofahrzeugs aus Sicht des Umweltbundesamtes in absehbarer Zeit kostengünstiger darstellen als die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungskraftmaschinen mit zudem immer aufwändigeren Abgasnachbehandlungssystemen.

Neben der Thematik der Treibhausgase kann die Elektromobilität auch dabei behilflich sein, viele andere negative Auswirkungen des Straßenverkehrs zu reduzieren. Bei Elektrofahrzeugen beschränken sich die Luftschadstoffemissionen auf den Abrieb und die Wiederaufwirbelung von Feinstaub. Den genannten Vorteilen von Elektrofahrzeugen – Verbesserung der Luftqualität und Reduktion des Lärmes –, vor allem in urbanen Räumen, steht bei der Frage der Klimaverträglichkeit eine allgemeinere Betrachtung gegenüber. Die Gesamtanalyse zeigt, dass sich beim Einsatz von Elektrofahrzeugen Teile der Umweltprobleme in vorgelagerte Prozesse und andere Teile der Wer tschöpfungskette verschieben. Hierzu zählen Aspekte der Fahrzeugproduktion und der Erzeugung der Batteriesysteme, aber auch die Produktion des verwendeten Stroms. Das Potenzial der Elektromobilität kann nur dann wirklich ausgeschöpft werden, wenn der eingesetzte Strom zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammt.

MISSION 2030

In der Statistik finden sich etwaige Emissionen aus der Stromproduktion und -bereitstellung für Elektromobilität gemäß der internationalen Berichtspflichten nicht im Bereich Verkehr, sondern im Sektor Energieaufbringung wieder. In diesem Zusammenhang gewinnt die Zielsetzung der Bundesregierung, festgehalten in der sogenannten #mission2030, der österreichischen Klima- und Energiestrategie, zusätzlich an Bedeutung: der nationale Gesamtstromverbrauch soll bis 2030 zu 100 % (national bilanziell) aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Für eine erweiter te ökologische Beur teilung ist neben den bei der Energieerzeugung anfallenden Emissionen auch die ausreichende Nutzungshäufigkeit des jeweiligen Fahrzeuges relevant. Für eine tatsächliche CO2-Einsparung durch Elektromobilität ist eine ausreichende Nutzungsintensität notwendig, die, bezogen auf die gesamte Nutzungsdauer, je nach Strom-Mix, bei 30.000 gefahrenen Kilometern beginnt und bei durchschnittlichem Strom-Mix bei 100.000 Kilometern liegt.

Derzeit dreht sich die Diskussion über eine Förderung von sauberen Energien vor allem um die Elektrifizierung des Verkehrs und in diesem Zusammenhang um eine Beschränkung auf die Segmente Personenkraftwagen (PKW) und leichte Nutzfahrzeuge (LNF). In diesen Bereichen scheinen die technologischen Entwicklungen am weitesten fortgeschritten, außerdem existieren Fördermaßnahmen und Programme auf politischer Ebene. Aus heutiger Sicht wird der Güterverkehr und damit verbunden die Elektrifizierung von Lastkraftwagen (LKW) erst im Zeitraum nach 2030 an Bedeutung gewinnen.

1,2 MILLIONEN E-FAHRZEUGE BIS 2030

Das vom Umweltbundesamt im Rahmen des Sachstandsberichtes Mobilität untersuchte Szenario auf Basis der aktuell bestehenden Maßnahmen, ohne zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität, geht davon aus, dass die Fahrzeugbestände bis zum Jahr 2020 auf etwa 70.000 vollelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybridfahrzeuge (PHEV) anwachsen werden. Im nächsten Schritt wird im Jahr 2030 bereits mit knapp 1,2 Millionen teil- und vollelektrischen Fahrzeugen gerechnet.

Für 2050 ergeben die Schätzungen dann beinahe 4,5 Millionen BEV und PHEV im PKW-Bereich. Dies entspricht bei einem weiter wachsenden Fahrzeugbestand einem Anteil von 69 % der Gesamtfahrzeugflotte.

Allerdings könnte man auch mit der Erreichung dieser Zahlen die angepeilte, annähernd vollständige Dekarbonisierung des PKW-Verkehrs bis 2050 nicht bewältigen. Im genannten Szenario würden die bisherigen Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität in der derzeitigen Intensität fortgeführt. Dies würde eine Fortführung der ökonomischen Rahmenbedingungen, wie die Ausfälle bei Einnahmen aus der Mineralölsteuer, Sachbezugsregelung, Vorsteuerabzugsfähigkeit, Förderung von gewerblich und privat genutzten Elektrofahrzeugen sowie die Umsetzung der Maßnahmen des Umsetzungsplans Elektromobilität sowie des nationalen Strategierahmens Saubere Energie im Verkehr als Umsetzung der Richtlinie 2014/94/EU der Europäischen Union über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe bedeuten.

Die Beschlüsse der EU in Richtung neuer Klimaschutzziele für die Automobilindustrie vom März 2019 unterstützen die bereits vorhandenen politischen Ambitionen. Um die Klimaziele der EU zu erreichen, sollen PKW-Hersteller bis 2030 den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagen im Vergleich zum Jahr 2021 um 37,5 % reduzieren. Für leichte Nutzfahrzeuge ist eine Senkung der Emissionen um 31 % im Vergleich zum Jahr 2021 vorgesehen. Dieser Beschluss steht in engem Zusammenhang mit dem gesamten Reduktionsziel von mindestens 40 % bis 2030, zu dem sich die EU im Rahmen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet hat.

FÖRDERMAßNAHMEN

Mögliche Intensivierungen der begleitenden Einführungsmaßnahmen könnten zum einen eine Anhebung der Mineralölsteuer auf Diesel im Sinne einer Angleichung des vergleichbaren Steuersatzes für Benzin sowie die Indexierung der nominalen Mineralölsteuersätze für Benzin und Diesel mittels Verbraucherpreisindex ab 2020 sein. Andererseits könnten der Basistarif der motorbezogenen Versicherungssteuer angehoben und die Normverbrauchsabgabe respektive die Besteuerung von Dienstwagen in Richtung geringerer CO2-Emissionswerte reformiert werden. Die Förderaktion des Bundes für den Ankauf von PHEV und BEV Elektrofahrzeugen könnte verlängert werden.

Zusammenfassend ist das Ziel einer breiteren Flottendurchdringung mit rein elektrischen respektive Plug-In-Hybridfahrzeugen zur Erreichung einer deutlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors nur dann realistisch, wenn die bestehenden Fördermaßnahmen weiterhin bestehen bleiben und noch ergänzt werden – bezüglich der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie anderer Maßnahmenbündel, die unter anderem auch den deutliche Ausbau der Ladeinfrastruktur betreffen.

Sieht man sich die aktuellen Absatzentwicklungen im internationalen Vergleich an, zeichnet sich nicht nur ein klarer Trend in Richtung einer erhöhten Anzahl an abgesetzten BEV und PHEV ab, sondern auch ein steigender Anteil der in Asien abgesetzten Fahrzeuge. Allein in China wurden bis 2018 mehr Autos verkauft (2,07 Millionen) als in den fünf nächstgrößten Ländern in Europa und Nordamerika, USA, Norwegen, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zusammen (1,9 Millionen). Dies ist zum einen auf die derzeit noch vorhandenen Förderprogramme und zum anderen natürlich auch auf die enorme Bevölkerungszahl Chinas zurückzuführen.

VORBILD NORWEGEN

Geht man einen Schritt weiter und wirft einen Blick auf den Anteil der verkauften Elektrofahrzeuge am gesamten Automobilabsatz innerhalb eines Landes, gibt es einen klaren Gewinner aus Europa, nämlich Norwegen. Im Jahr 2018 stieg der Absatz von vollelektrischen Autos von 20,8 % im Jahr 2017 auf einen Rekordmarktanteil von 31,2 % an. Zählt man die Plug-in-Hybride dazu, sind es beinahe 50 % – weit mehr als in jedem anderen Land. Im März dieses Jahres gelang es den Norwegern sogar erstmals, in einem Monat mehr reine Elektroneuwagen zu kaufen als konventionelle Autos.

Doch wie schafft Norwegen diesen sukzessiven, erfolgreichen Umstieg auf Elektrofahrzeuge? Im Prinzip aufgrund des Vorhandenseins der oben genannten Grundvoraussetzungen. Der Staat Norwegen subventioniert den Kauf von batteriebetriebenen Fahrzeugen nicht nur mit Steueranreizen, sondern auch mit Initiativen wie Gratisparkplätzen und der kostenfreien Benützung von Ladesäulen. Das Land verfügt zudem über ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen, ohne das ein derart rapider Anstieg an Elektrofahrzeugen nicht zu bewältigen wäre. Zu guter Letzt stammt ein Großteil des Stroms in Norwegen aus Wasserkraftwerken, die hinsichtlich der CO2-Bilanz sehr positiv abschneiden. Mischt man all diese Komponenten zusammen, entsteht ein optimales Umfeld, um eine Vorreiterrolle in Sachen alternativer Antriebsformen einzunehmen. Diese Chance hat Norwegen eindeutig genützt.

ELEKTROMOBILITÄT IM KONTEXT DER DREI NACHHALTIGKEITSDIMENSIONEN

E (Environment)

Bei einer Gegenüberstellung von Benzin-, Diesel- und Elektro-PKWs haben Batterie-Elektrofahrzeuge bei allen umweltrelevanten Parametern Vorteile gegenüber anderen Antriebs- und Bauarten. Größter Vorteil der E-Autos ist der Wegfall von Abgas-Emissionen auf lokaler Basis. Wesentliche Faktoren bei einer Gegenüberstellung der Ökobilanzen von Benzin-, Diesel- und Elektro-PKWs sind die Parameter Fahrsituation, Akku-Lebensdauer und Fahrzeugherstellung. Was die Fahrsituation anbelangt, so ist die innerörtliche Verwendung von E-Autos aus umwelttechnischer Sicht optimal, während konventionell betriebene Fahrzeuge auf den Betrieb außerhalb der urbanen Strukturen ausgelegt sind. Auch was die Stickstoffoxidemissionen und Partikelemissionen betrifft, haben E-Fahrzeuge gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen deutliche Vorteile.

S (Social)

Die sinkenden Kosten der Elektromobilität werden in fernerer Zukunft das notwendige Förderungsvolumen reduzieren helfen und die Akzeptanz der Technologie bei Käufern aller Einkommensklassen erhöhen.

G (Governance)

Ein Erfolg der „sauberen“ Alternativtechnologien generell und der E-Mobilität im Besonderen hängt von unterstützenden staatlichen Maßnahmenpaketen ab. Treiber dahinter sind die im Rahmen des Pariser Klimaabkommens kommunizierten Commitments der einzelnen Länder im Zusammenhang mit dem Klimaschutzprotokoll.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Elektromobilität“ finden Sie links als PDF.

Secular Outlook: Fünfjahresausblick für die Anlageklassen und Märkte

Was für eine unglaubliche Entwicklung. In den vergangenen zehn Jahren haben die außergewöhnlich lockere Geldpolitik und die Senkung der Unternehmenssteuern zur längsten Aktien-Hausse aller Zeiten geführt. Weiter kam den Anlegern zugute, dass sich die Preise für Kapitalanlagen ungewöhnlich gut entwickelten – die Volatilität bei Anleihen und Aktien war in den letzten zehn Jahren unterdurchschnittlich. Das dürfte sich aber ändern – aus mehreren Gründen.

Was bedeutet das für die Anleger?

Laden Sie unseren neuesten Secular Outlook mit unseren Renditeprognosen für die Anlageklassen für die kommenden fünf Jahre herunter. Darin gehen wir auch auf die strukturellen Trends ein, die die Investmentlandschaft grundlegend verändern werden.


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Über den Autor

Luca Paolini kam 2012 als Chefstratege zu Pictet Asset Management. Davor arbeitete er als Aktienstratege bei Credit Suisse Securities, wo er für die Vermögens-, Sektor- und geografische Allokation verantwortlich war. Von 2005 bis 2007 war er bei Union Investment als Anlagestratege tätig. Luca Paolini begann seine Karriere 2001 bei Allianz Dresdner Asset Management. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Bereich Asset-Allokation und Anlagestrategie wurde er zum Prokurist befördert. Luca Paolini hat einen Master in Volks- und Betriebswirtschaft von der SDA Bocconi School of Management in Mailand und ein Laurea Magistrale in Politikwissenschaften von der Universität Bologna.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Wie modelliert man einen Handelskrieg?

von Christoph V. Schon, CFA, CIPM, Executive Director, Applied Research, Axioma.

“Wie modelliert man einen Handelskrieg?“ ist eine Frage, die uns in den vergangenen 12 Monaten des Öfteren gestellt wurde. Trotz vermeintlicher politischer „Fortschritte“ zu Beginn des Jahres ist das Thema in jüngster Zeit wieder aktueller denn je—insbesondere nach den neuerlichen gegenseitigen Zollerhöhungen seitens der Vereinigten Staaten und China. Auch die Entscheidung über eventuelle Sonderabgaben auf Europäische Autoimporte in die USA liegt nur temporär auf Eis.

In einer kürzlichen Studie untersuchten wir, wie sich eine weitere Ausweitung des Konfliktes zwischen China und den USA auf verschiedene Anlageklassen auswirken könnte. Unter Zuhilfenahme der Stresstest-Funktionalitäten in unserer Axioma Risk™ Portfolioanalyse-Plattform modellierten wir ein Szenario, in dem wir einen simultanen Kursverfall am amerikanischen und chinesischen Aktienmarkt von 15% bzw. 20% unterstellten. Damit einher ging eine durchschnittliche Dollarabwertung von 5% und ein Renditerückgang bei 10-jährigen US-Staatsanleihen von 45 Basispunkten. Als Prognosehorizont nahmen wir einen Dreimonatszeitraum an. Die übrigen Preisfaktorbewegungen schätzten wir basierend auf historischen Wechselwirkungen während verschiedener Phasen des Handelskrieges in den letzten zwei Jahren: Ausbruch, Eskalation, Entspannung und erneute Eskalation.

In allen modellierten Umfeldern zeigte sich ein konsistentes Bild: die deutsche Wirtschaft würde aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie und der Technologiebranche überproportional hart getroffen. Sichere Häfen wie Bundesanleihen, Schweizer Franken, Yen und Gold sollten dagegen von einer Qualitätsflucht profitieren. Aber auch defensivere Anlagen wie Versorgungsbetriebe und Basiskonsumgüter könnten mit geringeren Verlusten rechnen. Am Rentenmarkt sollten in solch einem Umfeld hauptsächlich Hochzinsanleihen und peripherere Emittenten vermieden werden. Italien erscheint dabei aufgrund des erhöhten politischen Risikos besonders anfällig für Erhöhungen der Risikoprämie.

Definition eines Stresstests: Variablenschocks und Präzedenzfälle

Bei der Definition eines Stresstestes sind grundsätzlich zwei Entscheidungen zu treffen: (1) welche Variablen sollen geschockt werden und um wieviel, und (2) welche (historische) Periode eignet sich am besten, um die damit einhergehenden Bewegungen der andere Preisfaktoren zu schätzen? Die letztere Frage stellt sich oft als die schwierigere heraus, insbesondere wenn ein Szenario modelliert werden soll, welches es in dieser Form so noch nicht gab (zum Beispiel ein nuklearer Konflikt auf der koreanischen Halbinsel oder die Zeit vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016).

Allerdings waren für ein Handelskriegsszenario ausreichend Präzedenzfälle vorhanden, die zur Kalibrierung der Kovarianzen und Betas herangezogen werden konnten. Der erste war der Ausbruch des Handelskonfliktes im März 2018, als Präsident Trump die ersten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China ankündigte. Die nächste Eskalation konnten wir im darauffolgenden Juni beobachten, als die US-Administration Abgaben auf weitere 200 Mrd. Dollar androhte. Dies war auch die Zeit, in der der amerikanische Präsident zum ersten Mal Strafzahlungen auf Automobilimporte aus der Europäischen Union mit der Begründung ins Spiel brachte, dass diese ein potenzielles Sicherheitsrisiko für die Vereinigten Staaten darstellten.

Die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Handelsdelegationen aus China und den USA im 1. Quartal 2019 brachte dann eine temporäre Erleichterung, und die Aktienkurse stiegen zusammen mit Anleiherenditen und dem US-Dollar. Die Erholung hielt bis in den April an, drehte sich dann aber schlagartig wieder um, als der US-Präsident erneute Sonderabgaben ankündigte. Auch die jüngste Entscheidung, die Europäischen Autozölle aufzuschieben, sorgte nur vorübergehend für Entspannung.

Ähnliche Korrelationsmuster für die „Flucht in Qualität“

Was all diesen verschieden Phasen des Handelskrieges gemein war, war das Wechselspiel zwischen den großen Anlageklassen. Nach der ersten Ankündigung der Zölle im März und während der Eskalation im 2. Quartal 2018 kam es zu einer „Flucht in Qualität“ aus riskanten Aktieninvestments und dem US-Dollar heraus und in „sichere Häfen“ wie hochqualitative Staatsanleihen beziehungsweise den Schweizer Franken und den japanischen Yen hinein. Die exakt umgekehrten Flüsse konnten wir dann Anfang 2019 beobachten, als wachsender Optimismus über die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen China und den USA den Risikoappetit der Marktteilnehmer wiederanfachte.

Obwohl die absoluten Marktbewegungen in beiden Szenarien entgegengesetzt verliefen, waren die relativen Ströme und damit die Korrelationen sehr ähnlich; d.h. die Kursverluste oder -gewinne an den Aktienmärkten wurden durch Preisanstiege bzw. -verfälle bei den Rentenpapieren teilweise ausgeglichen. Dadurch ergaben sich, vor allem in den Baissemärkten, gute Diversifikationsmöglichkeiten. Der Effekt der Währungsallokation hing allerdings vom Standort des Anlegers ab. Am günstigsten waren die Bedingungen für US-Investoren, da ihre ausländischen Aktienverluste durch das Aufwerten der Fremdwährung gegenüber dem Dollar abgemildert wurden. Europäische Anleger hingegen mussten aufgrund des schwächeren Umtauschkurses doppelte Verluste hinnehmen.

Länge der Kalibrierungsperiode: weniger ist oft mehr

Aufgrund der konsistenten und erwartungsgemäßen Korrelationsmuster eignen sich die genannten Perioden gut, um die voraussichtlichen Marktbewegungen im Falle einer erneuten Eskalation des Handelskonfliktes zu modellieren. Was die Länge der Kalibrierungsperiode betrifft, ist erfahrungsgemäß weniger oft mehr. In einem Stresstest soll, wie der Name andeutet, ein extremes Szenario—mit oft extremen Korrelationen—modelliert werden. Wählt man die Kalibrierungsperiode zu lang, ist häufig zu beobachten, dass die Betas und Korrelationen geringer ausfallen, was dann zu schwächeren Abhängigkeiten und weniger ausgeprägten Preisveränderungen führt. Auf der anderen Seite sollte man aber auch den Zeitraum nicht zu kurz wählen, da ansonsten nicht genügend Datenpunkte zur Verfügung stehen. Unserer Erfahrung nach stellen tägliche Renditen über einen Zeitraum von 12 Wochen oftmals einen guten Kompromiss dar.

Konkret verwendeten wir die folgenden Zeitfenster zur Kalibrierung der Stresstests:

  • Ausbruch des Konfliktes mit China: 15. Januar bis 6. April 2018
  • Eskalation und Ausweitung auf EU: 9. April bis 29. Juni 2018
  • Entspannung und Verhandlungen: 14. Januar bis 5. April 2019
  • Erneute Re-Eskalation: 8. April 2019 bis 31. Mai 2019

In allen vier Fällen wandten wir die obengenannten Schocks an: US-Aktien -15%, China -20%, Dollar Index -5% und 10-Jahre US-Treasury -45 Basispunkte. Im Entspannungsumfeld waren dabei die modellierten Marktbewegungen entgegengesetzt zu den tatsächlich im 1. Quartal 2019 beobachteten. Dies führte jedoch aufgrund der gleichartigen Korrelationsmuster erwartungsgemäß zu ähnlichen simulierten Renditen wie in den anderen drei Szenarien.

Deutschland wahrscheinlich am stärksten betroffen

Die untenstehende Tabelle zeigt simulierte Renditen von ausgewählten Ländern und Sektoren in Axioma‘s euro-denominierten Multi-Anlageklassen-Portfolio. Die Spalten beziehen sich dabei auf die obengenannten Zeitperioden. Die Ergebnisse zeigen konsistent, dass Deutschland aus allen großen, europäischen Ländern von einem solchen Szenario am stärksten betroffen würde. Ein wichtiger Treiber ist dabei die starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Aber auch die Technologiebranche und das produzierende Gewerbe—weitere wichtige Standbeine der deutschen Ökonomie—zeigen schwere Verluste. Generell werden zyklische Sektoren wie Nicht-Basiskonsumgüter, zu denen auch die Automobilbranche zählt, stärker betroffen sein als defensivere Anlagen, wie Versorgungsbetriebe oder Basiskonsumgüter.

Hochqualitative Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sollten von der Flucht in Qualität profitieren, zusammen mit anderen sicheren Häfen wie Gold, dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen. Periphere Emittenten und Unternehmensanleihen—Hochzinspapiere insbesondere—müssen hingegen mit erhöhten Risikoprämien und damit Verlusten rechnen. Der Ölpreis sollte ebenfalls aufgrund seiner hohen Korrelation mit dem Aktienmarkt fallen.

Simulierte Renditen auf ausgewählte Länder und Sektoren

Anlageklasse

Ausbruch

Eskalation

Entspannung

Re-Eskalation

Aktien

 

 

 

 

Gesamteuropäisch

-15,1

-11,5

-11,1

-14,2

Informationstechnologie

-19,3

-15,4

-17,5

-28,9

Industrie

-16,1

-13,9

-12,8

-19,4

Nicht-Basiskonsumgüter

-14,9

-14,2

-12,9

-18,8

Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe

-15,6

-14,8

-15,4

-18,6

Finanzwesen

-14,7

-13,5

-17,4

-15,8

Gesundheitswesen

-16,4

-12,2

-11,2

-15,8

Telekommunikationsdienste

-13,1

-8,1

-7,2

-9,8

Energie

-15,0

-11,2

-10,6

-9,3

Immobilien

-11,2

-4,5

-2,2

-7,8

Basiskonsumgüter

-13,1

-5,7

-9,6

-5,8

Versorgungsbetriebe

-11,9

-6,6

-5,8

-0,3

Deutschland

-18,4

-13,8

-12,6

-18,7

Automobile & Komponenten

-18,8

-20,1

-18,3

-19,0

Frankreich

-15,8

-10,9

-12,3

-17,0

Niederlande

-17,3

-11,7

-12,3

-14,6

Italien

-14,5

-10,4

-10,6

-13,0

Schweiz

-15,6

-12,0

-9,6

-12,7

Großbritannien

-13,3

-11,9

-13,2

-11,5

Spanien

-14,8

-9,0

-8,8

-9,6

Euro-Staatsanleihen

 

 

 

 

Italien

-0,1

-5,2

-2,8

-0,6

Spanien

0,8

0,3

-0,5

-0,7

Niederlande

1,1

1,7

0,9

0,8

Frankreich

0,6

1,2

0,7

0,9

Deutschland

1,1

1,7

1,0

1,0

Unternehmensanleihen

 

 

 

 

Investment Grade

-1,9

-1,5

0,0

-0,1

High Yield

-8,2

-9,1

-0,9

-5,0

Fremdwährungen ggü. EUR

 

 

 

 

USD

-4,4

-4,0

-1,3

-3,3

GBP

-1,8

-2,0

3,0

-0,7

CHF

1,4

-0,4

0,4

0,9

JPY

3,6

0,8

2,5

3,5

Rohstoffe

 

 

 

 

Gold

7,8

3,0

5,4

11,5

Öl

-11,9

-10,1

-14,6

-18,3

Quelle: Axioma Risk™


Christoph V. Schon, CFA, CIPM

ist seit Mai 2016 als Executive Director für das Applied Research in EMEA bei Axioma in London verantwortlich. Er verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich der Portfoliorisiko- und Performanceanalyse bei verschiedenen Systemanbietern (POINT, UBS Delta) und war davor für 6 Jahre als Rentenanalyst bei der Dresdner Bank tätig. Er besitzt ein Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen (ET) von der TU Darmstadt.

Axioma

ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Risiko­management- und Portfoliomanagement­lösungen für Finanzinstitute. Mit Schwerpunkten auf Innovation, Einsatz moderner Technologien und herausragendem Service bietet Axioma seinen Kunden leistungsfähigere Systeme mit mehr Flexibilität für maßgeschneiderte Lösungen. Mit Hauptsitz in New York und Niederlassungen in Europa und Asien hat Axioma eine globale Reichweite und bietet gleichzeitig lokale Unterstützung.

Der Impact von Publikumsfonds

Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank, beleuchtet im zweiten Teil der Serie 'Impact Investing – wie der Finanz-Mainstream einen Nischenmarkt entdeckt' Fonds die entsprechend den Sustainable Development Goals (SDG) investieren.

Haben Sie sich schon einmal die Top 10-Positionen von sogenannten SDG-Publikumsfonds näher angeschaut? Sie werden erstaunt sein. Denn darin finden Sie häufig Aktien und Anleihen der weltweit größten Konzerne. Vertreter der Finanzindustrie tummeln sich dort ebenso wie Pharmakonzerne, Konsumgüterhersteller oder Big-Data-IT-Unternehmen.

Unternehmen in den Top 10-Positionen von Impact/ SDG-Indizes und -Fonds (Auswahl)

Unternehmen

Branche

Marktkapitalisierung 

 (10. Mai 2019)

ABBvie Inc. 

Pharma

101 Mrd. Euro

Air Liquide

Industrie

49 Mrd. Euro

Apple Inc.

IT

821 Mrd. Euro

Microsoft Corp.

IT

853 Mrd. Euro

Procter & Gamble Co.

Konsumgüter 

233 Mrd. Euro 

Unilever N.V. 

Konsumgüter

182 Mrd. Euro 

United Health Group Aktie

Pharma

204 Mrd. Euro

Visa Inc.

Finanzen

247 Mrd. Euro

Quelle: Eigene Recherche

In den Fonds befinden sich also häufig Unternehmen, die in konventionellen Investmentfonds bereits prominent vertreten sind. Dabei ist die Kernidee des Impact Investings doch, absichtlich eine messbare sozial-ökologischen Wirkung zu erzielen (siehe Teil 1). Sollte dafür nicht Kapital direkt in Firmen mit innovativen Geschäftsmodellen fließen, die andernfalls womöglich keine Gelder erhielten? Wie kommt es, dass die sehr rege gehandelten Anteile von Großkonzernen als impactwürdig gelten und in die Fonds aufgenommen werden? Um dies zu verstehen, hilft ein kritischer Blick auf den Nachhaltigkeitsansatz von Impactfonds-Anbietern.

Auf große börsennotierte Konzerne ausgerichtet: die Rechtsstruktur offener Publikumsfonds (OGAW)

Am Markt für nachhaltige Investmentfonds dominiert ein Fondstyp, der Organismus für die gemeinschaftliche Anlage in Wertpapiere, der sogenannte OGAW-Fonds. Wie der Name schon sagt, legt er den größten Teil seiner Gelder in Wertpapiere an. Das Gesetz verlangt, dass Wertpapiere zu einem regulierten Börsenhandel zugelassen sind. Dies sind vorrangig Aktien und Anleihen großer Unternehmen, Banken oder öffentlicher Institutionen. Denn die Notierung an einer Börse kostet Geld. Ein Wertpapierprospekt muss erstellt und Börsenregeln eingehalten werden. Kleine Unternehmen können dies kaum leisten. Um für einen OGAW-Fonds investierbar zu sein, müssen klare wirtschaftliche Voraussetzungen erfüllt sein, die vor allem große Unternehmen begünstigen. Somit sind kleinere Unternehmen, die z.B. in innovativen Feldern agieren, für diese Fonds nicht oder nur im begrenzten Maße investierbar.

Impact-Messung bei börsennotierten Unternehmen eine Herausforderung

Wenn ein*e Fondsmanager*in eines OGAW-Fonds Anleihen oder Aktien eines Unternehmens kauft, erwirbt er bzw. sie die Anteile in der Regel über die Börse von anderen Investor*innen. Das Geld fließt also nicht in die Kasse des Unternehmens. Nur im Rahmen von Kapitalmaßnahmen (v.a. Kapitalerhöhungen und Anleiheemissionen) sammeln Unternehmen zusätzliche Gelder ein, um damit neue Projekte zu finanzieren. Dies macht es schwierig, einen direkten Impact des Investors zu ermitteln. Aber mit dem Kauf von Aktien nachhaltiger Unternehmen können Anleger*innen indirekt eine Wirkung erzielen. Denn diese Unternehmen weisen ein geringeres Risikoprofil auf, da ihr nachhaltiges Geschäftsmodell wie ein Risikofilter wirkt. Deswegen können sie günstiger an der Börse Kapital beschaffen. Mit dem eingesparten Geld können sie u.a. neue wirkungsstarke Projekte finanzieren. Dieser positive Effekt wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Studien belegt1.

Eine zweite Herausforderung ist das Reporting. Unternehmen berichten bisher nicht oder nur unzureichend darüber, wie ihre Geschäftsaktivitäten eine sozial-ökologische Wirkung entfalten. Zwar geben diverse Nachhaltigkeitsberichte Fondsmanager*innen Aufschluss über Kennzahlen wie Wasser- bzw. Energieverbrauch oder Personalfluktuation. Jedoch fließen diese Zahlen bislang kaum als Steuerungsgröße in Unternehmensstrategien ein. Neue Allianzen, z.B. zwischen PRI, UN Global Compact und der Global Reporting Initiative (GRI), gehen diesen Missstand aktiv an. Sie fordern Unternehmen zur Berichterstattung auf und geben Handlungsempfehlungen. Der Erfolg (oder Misserfolg) wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Enterprise oder Investor Impact? SDG/Impact-Fondsanbieter mit klarem Favoriten

Impact-Fonds begegnen diesen Herausforderungen häufig mit einem eigenen Impact-Verständnis bei der Titelauswahl, das häufig stark variiert. Entscheidend ist dabei nicht, ob ein Investor einem Unternehmen frisches Kapital zur Verfügung stellt mit der Absicht, eine sozial-ökologische Wirkung zu erzielen (Investor Impact). Im Mittelpunkt steht vielmehr die Wirkung der Unternehmensaktivitäten an sich (Enterprise Impact), unabhängig von der Rolle der Investierten.

Impact-Ansätze im Auswahlprozess von Investmentfonds

Name

Investor Impact

Enterprise Impact

Art

Direkte Bereitstellung von Kapital an wirkungsstarke Unternehmen

Identifizierung von Unternehmen mit Impact-Geschäftsfeldern

Wirkungsform

Direkt

Indirekt

Messgröße

Vorab festgelegte Wirkindikatoren (u.a. Schaffung lokaler Arbeitsplätze, Rückgang Virenerkrankungen)

Finanzindikatoren (i.d.R. Umsatz)

Unternehmenstypen

Kleine, lokale Unternehmen

Börsennotierte Unternehmen, darunter globale Konzerne

Rechtliche Fondsstruktur

Alternativer Investmentfonds 

Offener Wertpapierfonds (OGAW)

Zugang für Privatanleger

Begrenzt (Ausnahme: Mikrofinanz)

Gegeben

Handelbarkeit

Begrenzt 

Gegeben

Quelle: eigene Zusammenstellung

Wie genau lässt sich dieser Enterprise Impact börsennotierter Unternehmen ermitteln? Notwendig ist dazu, eine Taxonomie an Themen festzulegen, die aus Anbietersicht eine positive sozial-ökologische Wirkung aufweisen. Die 17 Sustainable Development Goals (SDG) stellen dafür einen Orientierungsrahmen dar, da sie positiv besetzt sowie am Markt bekannt und akzeptiert sind. Analyst*innen ermitteln anhand gängiger Finanzkennzahlen wie z.B. Umsatz, inwiefern die Geschäftsfelder eines Unternehmens einen Beitrag zu den SDGs leisten. Diese Werte werden für jedes Unternehmen im Portfolio erhoben und auf Fondsebene aggregiert.

Auf die Themendefinition kommt es an – 169 SDG-Unterziele weisen den Weg

Dieser Ansatz ist nicht sonderlich neu. In ähnlicher Form bemessen auch viele Anbieter nachhaltiger Themenfonds die Nachhaltigkeitsqualität von Unternehmen. Daher überrascht es auch nicht, dass genauso wie bei nachhaltigen Themenfonds die Umsätze an SDG-Aktivitäten auf sehr unterschiedliche Art und Weise erhoben werden. Es ist ratsam, diese Prozentangaben kritisch zu hinterfragen und genau hinzuschauen, wie streng und umfassend die Impact-Definition des Fondsanbieters ist.

Erfreulicherweise haben Anleger*innen ein Hilfsmittel zu Hand, das in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt ist: Die Vereinten Nationen haben nicht nur 17 Hauptziele verabschiedet, sondern darüber hinaus auch 169 Unterziele, die aufzeigen, wie eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 konkret zu erreichen ist. Diese Unterziele richten sich zwar hauptsächlich an Staaten, jedoch sind sie auch im bestimmten Maße für Unternehmen anwendbar.

Die Relevanz dieser Unterziele zeigt sich beispielsweise an SDG 3, Gesundheit und Wohlergehen. So leistet ein Pharmaunternehmen nicht per se einen positiven Beitrag zu den SDGs. Denn die Unterziele sehen vor, weltweit Virenkrankheiten wie AIDS, Tuberkulose und Malaria zu besiegen und Menschen Zugang zu bezahlbarer Medizin und Impfstoffen zu ermöglichen. Dies ist für viele Pharmakonzerne jedoch ein umsatz- und margenschwaches Geschäft. Stattdessen fokussieren sie sich auf den Verkauf von Produkten mit hohen Margen, die für viele Menschen nicht erschwinglich sind.

Unterziele des Nachhaltigkeitsziels 3 „Gesundheit und Wohlergehen“

  1. Die weltweite Müttersterblichkeit senken (< 70 je 100.000 Lebendgeburten)
  2. Vermeidbare Todesfälle bei Neugeborenen und Kinder unter 5 Jahren beseitigen
  3. AIDS, Tuberkulose, Malaria, Tropenkrankheiten besiegen 
  4. Frühsterblichkeit durch Prävention um ein Drittel senken
  5. Prävention und Behandlung des Substanzmissbrauchs (v.a. Alkohol)
  6. Zahl der Toten durch Verkehrsunfälle halbieren
  7. Allgemeiner Zugang zu sexualmedizinischer Versorgung/Aufklärung/Familienplanung
  8. Allgemeine Gesundheitsversorgung, inkl. Absicherung finanzieller Risiken. Allgemeiner Zugang zu bezahlbaren und unentbehrlichen Arzneimitteln (z.B. Impfstoffe)
  9. Zahl der Todesfälle und Erkrankungen aufgrund gefährlicher Chemikalien und Luft/Boden/Wasser-Verschmutzung erheblich verringern

Quelle: https://www.globalgoals.org/3-good-health-and-well-being, eigene Übersetzung und Zusammenfassung

Positiven UND negativen Beitrag erfassen

Die Praxis zeigt, dass viele Unternehmen sowohl einen positiven als auch negativen Beitrag zu diesen Unterzielen leisten. Es ist daher ratsam, beide Seiten zu betrachten und nicht nur den positiven Beitrag hervorzuheben. Viele Nahrungsmittelunternehmen erzielen unter Einsatz von Pestiziden oder gentechnisch verändertem Saatgut hohe Ernteerträge, womit sie den Hunger auf der Welt bekämpfen wollen (SDG 2). Doch damit beeinträchtigen sie zugleich die genetische Vielfalt oder eine nachhaltige und resiliente Nahrungsmittelproduktion, wie es in den Unterzielen definiert ist.

Fazit

Je großzügiger der Fondsanbieter ein SDG-Thema definiert hat, umso mehr Geschäftsaktivitäten eines Konzerns können als impactwürdig eingestuft werden. Deswegen sollten Investoren kritisch darauf achten, wie streng die Impact-Bewertung des Anbieters ist, ob sie die positive und negative Wirkung umfasst und ob diese überhaupt veröffentlicht ist.

Legt ein Anbieter weniger strenge Maßstäbe an, dann kann er mehr Unternehmen als impactwürdig einstufen. In der Folge tauchen dann Titel im Portfolio auf, deren sozial-ökologische Wirkung Fragen aufwirft.


1) Siehe u.a. die Studie von Gordon, Feiner, Viehs „From The Stockholder tot he Stakeholder – How Sustainability can drive Financial Outperformance, March 2015, Updated Version, University Oxford.

Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 350 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Mit mega.online die Chancen der Megatrends erkennen

Um die Anlagechancen von Megatrends ergreifen zu können, muss man die Entwicklungen und ihre Verbindungen untereinander verstehen. Dabei hilft seit über drei Jahren die Informations-Plattform mega.online von Pictet Asset Management – jetzt auch in deutscher Sprache.

Wissen Sie, wie das Internet der Dinge helfen kann, den Wasserverbrauch zu reduzieren? Warum in Großbritannien anderthalb Häuser pro Minute energetisch nachgerüstet werden müssten? Oder dass wir bald vielleicht immer mehr Fleisch essen werden, das im Labor aus Zellen gezüchtet wurde? Über all das und viel mehr können Sie auf mega.online lesen und hören. Pictet Asset Management hat das Online-Informations-Portal zu Themen rund um Megatrends Anfang 2016 ins Leben gerufen. Unter den drei großen Rubriken Nachhaltigkeit, Gesundheit und Technologie werden Ideen, Ansätze und Entwicklungen vorgestellt, die helfen könnten, heutige und künftige globale Herausforderungen zu meistern. Über 200 Beiträge sind bereits auf mega.online erschienen, jeden Monat kommen vier bis fünf neue Artikel oder Videos hinzu. Seit Kurzem sind die Artikel auch in deutscher Sprache verfügbar.

„Entwickelt wurde mega.online für unsere Kunden, also Fondsvermittler, Privatbanker und andere, um deren Kunden zu helfen, die Chancen von thematischen Aktieninvestments zu verstehen. Das Portal richtet sich an Personen, die an Investments interessiert sind, insbesondere an Investments, die überdurchschnittliche Rendite mit einer besseren Umwelt und besseren sozialen Zukunft für alle kombiniert“, sagt Stephen Gunkel, Head of Communications bei Pictet Asset Management.

Fachliche Informationen statt Produkt-Marketing

Direkte Investment-Tipps liefert die Webseite allerdings nicht, Anlageprodukte finden auf dem Portal nicht statt. Stattdessen werden die Ansichten führender Experten zu globalen Megatrends aufgezeigt, aber nicht in wissenschaftlichen Abhandlungen, sondern gut verständlich aufgearbeitet. Zu den Autoren zählt beispielsweise Professor Asit Biswas. Der renommierte Hydrologe berät nicht nur Regierungen in Sachen Wassermanagement, sondern ist auch Mitglied im Advisory Board der Pictet Themenfonds. „Zudem nutzen wir unser Netzwerk aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmern, um Einblick in die neusten Technologien zu bekommen“, erklärt Gunkel. Mega.online verzeichnet mittlerweile 12.000 User pro Monat auf der Website, über 20.000 Follower über die Social Media-Kanäle und 4.000 Abonnenten des monatlichen Newsletters. Die Plattform wurde 2018 mit dem „Incisive Media – Marketing Innovation Award – Thought Leadership” ausgezeichnet.

Unter Megatrends versteht Pictet AM starke sozioökonomische, ökologische und technologische Kräfte, die unseren Planeten prägen. „Megatrends spielen eine sehr wichtige Rolle für uns. Es handelt sich dabei um die großen globalen Entwicklungslinien, die hinter unseren thematischen Anlagestrategien stehen. Diese Trends entwickeln sich unabhängig vom Konjunkturzyklus und besitzen alle die Fähigkeit, die Finanzlandschaft neu zu gestalten“, erläutert Gunkel. Pictet AM hat zusammen mit einem Zukunftsforschungs-Institut 14 Megatrends herausgearbeitet. Die wichtigsten für den Asset Manager davon sind Nachhaltigkeit, technologische Entwicklung, Fokus auf Gesundheit, demografische Entwicklung, Globalisierung sowie Wirtschaftswachstum.

Stets auf der Suche nach innovativen, langfristigen Themen

An den Schnittstellen dieser Trends findet Pictet AM attraktive Anlagethemen. „Zum Beispiel erzeugen die demografische Veränderung und die damit verbundene Urbanisierung ökologische Herausforderungen. Diese können gelöst werden durch technologische Entwicklungen, Stichwort Smarter Cities, oder mithilfe von Big Data können Ressourcen effizienter genutzt werden“, sagt Gunkel. Gleichzeitig stehen Gesundheit und Nachhaltigkeit so stark im Fokus wie nie zuvor und beeinflussen die politische und soziale Agenda. Davon profitieren Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen in diesen Bereichen anbieten. „Megatrends sind der zentrale Treiber für unsere Investitionen in Wasser, saubere Energien oder unsere Smart-City- und Global-Environment-Strategien – um nur ein paar unserer thematischen Strategien zu nennen“, so Gunkel.

Pictet AMkonnte in der Vergangenheit immer wieder Themen erstmals besetzen. Diese Fähigkeit will sich der Asset Manager erhalten und sucht stets nach innovativen Ansätzen. „Allerdings schauen wir uns sehr genau an, ob ein solches Thema langfristig bestehen kann, denn nur wenn dies der Fall ist, sind wir bereit, einen Fonds aufzulegen“, erklärt Gunkel. Derzeit stehe keine Fonds-Neuauflage unmittelbar bevor, allerdings seien einige Projekte in Arbeit.


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Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 165 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Wir lüften das Geheimnis um nachhaltige Investments

Nachhaltig zu investieren bedeutet viel mehr als einfach nur „verwerfliche“ Aktien zu meiden. Es kann auch finanziell sinnvoll sein, zeigt Pictet Asset Management.

Wie gut kennen Sie Ihre Investments? Die meisten Anleger investieren, um ihre Zukunft und die ihrer Familien abzusichern. Dabei machen wir uns nicht immer Gedanken darüber, wie die Unternehmen, in die wir investieren, möglicherweise diese Zukunft beeinflussen. Achten sie auf die Umwelt, die Gesellschaft, ihre Mitarbeiter oder ihre Aktionäre?

Hier kommt ESG ins Spiel: Umwelt, soziale Belange und Unternehmensführung. Für große institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherer ist die Einbettung von ESG in den Investmentprozess mittlerweile ein Muss. Aber auch Privatanleger beschäftigen sich zunehmend mit diesem Thema.

Es ist wichtig, dass wir uns um unseren Planeten und unsere Gesellschaft kümmern. Die Vorteile von verantwortungsbewusstem Investieren haben aber nicht nur eine ethische Dimension. Ein ESG-Filter kann neue Anlagemöglichkeiten aufzeigen, Probleme in Unternehmen aufdecken, bevor sie sich im Finanzergebnis niederschlagen, und Renditen langfristig zukunftssicher machen, wenn sich Regulierung und Konsumgewohnheiten verändern.

Viele Wege führen zum Ziel

Wie funktioniert das in der Praxis? Im Wesentlichen gibt es vier verschiedene Ansätze für ESG-Investments. Alle diese Ansätze stehen Privatanlegern zur Verfügung – über die Wahl der Fonds, in die sie investieren, bzw. der Vermögensmanager, denen sie ihr Geld anvertrauen. 

Der erste Weg ist das Screening. Das ist die älteste und bekannteste Form von verantwortungsbewusstem Investieren – dabei werden potenziell umstrittene Produkte wie Tabak, Waffen, Glücksspiel und Alkohol gemieden. Vor allem Anleger wie Wohltätigkeitsorganisationen, Stiftungen und Glaubensgemeinschaften favorisieren diesen Ansatz und nehmen ihn sehr ernst.

Der zweite Weg ist Stewardship – das heißt, inwieweit sich die Fondsmanager bei den Unternehmen, in die sie investieren, für positiven Wandel einsetzen. 

VIER WEGE ZU VERANTWORTUNGSBEWUSSTEN INVESTMENTS


Quelle: Mercer

Der dritte Weg ist die Einbeziehung wesentlicher ESG-Überlegungen in Entscheidungen und Investmentanalysen. Es geht nicht unbedingt darum, Unternehmen auszuschließen, sondern sich mit deren Nachhaltigkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und Anlageentscheidungen mit dem Wissen darum zu treffen.

Der vierte Weg ist sicherlich der direkteste, bei dem man sich über moralische oder andere Dimensionen keine Sorgen zu machen braucht: Investitionen in nachhaltigkeitsbezogene Themen wie emissionsarme Energie, Gesundheit oder Wasser, die langfristig das Potenzial haben, attraktive Renditen zu erwirtschaften.

Es gibt viele interessante Anlagestrategien in diesem Bereich, längst nicht mehr nur bei börsennotierten Aktien, sondern auch bei Infrastruktur, Private-Equity und Anleihen. Vor allem saubere und erneuerbare Energie stehen im Fokus, weil institutionelle Anleger ihre Portfolios zunehmend „dekarbonisieren“ möchten.

Klimawandel geht uns alle an

Klimawandel ist heutzutage ein Thema, über das in den Medien viel und oft berichtet wird. Er ist ein gutes Beispiel sowohl für die Chancen, die ein ESG-Ansatz mit sich bringen kann, aber auch für die Risiken, die sich damit vermeiden lassen. Auf den ersten Blick hat man den Eindruck, das Ganze ist mehr eine Mobilmache nach dem Geschmack der Politiker als im Sinne der Altersvorsorgesysteme.

Warum also sollte es die Anleger interessieren? Die politischen Maßnahmen, die nötig sind, um dem Klimawandel entgegen zu wirken – die sich früher bemerkbar machen werden als die physischen Auswirkungen – werden ohne Zweifel erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben und das werden die Anleger auch in ihren Portfolios zu spüren bekommen.

FÜR DIE ZUKUNFT INVESTIEREN

Zentrale Bereiche themenbezogener, nachhaltiger Investments

Quelle: Mercer

Nach dem Pariser Klimaabkommen1 haben sich 196 Nationen dazu verpflichtet, die globale Erwärmung bis 2100 auf zwei Grad Celsius zu begrenzen – wird diese Grenze überschritten, dürfte dies wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge schwerwiegende Folgen für unseren Planeten haben. Angesichts dessen, dass auf der Welt den Prognosen zufolge dann 7–10 oder sogar 12 Milliarden Menschen leben werden – und mehr Menschen bedeutet ein höherer Energie- und Grundstoffbedarf – stellt dies eine enorme Herausforderung für die Eindämmung oder auch nur Reduzierung der CO2-Emissionen dar. Um das 2-Grad-Ziel erreichen, braucht es viele neue politische Maßnahmen und Vorschriften sowie neue und bessere (d. h. emissionsärmere) Möglichkeiten der Energiegewinnung. Eine Studie der Consulting-Agentur Mercer hat gezeigt, dass die Anlagerenditen in einem Szenario von 2, 3 und 4 Grad negativ beeinflusst werden – und dass das Verständnis der Auswirkungen auf Ebene der Anlageklassen und Branchen eine besondere Relevanz für Anleger haben2.

In einem 2-Grad-Szenario zum Beispiel dürften Industrieländeraktien im Allgemeinen – und die Branchen Energie und Versorger im Besonderen – aufgrund erheblicher Beschränkungen, die emissionsintensiven Branchen auferlegt werden, unter Druck geraten. Schwellenländeraktien hingegen dürften von Kapitalspritzen profitieren, die ihnen den Übergang zu einer emissionsärmeren Wirtschaft erleichtern. Für reale Anlagen wie Infrastruktur und Immobilien werden Anreize erforderlich sein, um neue Anlagen von Anfang an „ökologisch“ zu gestalten und vorhandene Anlagen zu „dekarbonisieren“.

Es gibt aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen: Mit der Bewältigung der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen lässt sich auch Geld verdienen. Wir machen dies an dem wachsenden Interesse der Anleger an nachhaltigkeitsbezogenen Strategien fest, aber auch an der leisen Verlagerung des Fokus in vielen traditionellen Branchen wie Automobil und Energie. Wer auf ESG achtet, kann mehr aus seinen Investments machen.


1) Paiser Klimaabkommen der Vereinten Nationen vom 12.12.2015
2) Investing in a time of climate change, Mercer, 2015

Erfahren Sie mehr über nachhaltiges Investieren:

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Faktorensuche für die Rendite

Im Aktienbereich ist Faktor-Investing schon seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Dieser Ansatz hat längst einen festen Platz in den Anlagestrategien vieler institutioneller Investoren gefunden. Für Dr. Ulrich Neugebauer, Leiter Quantitatives Asset Management und ETFs bei der Deka Investment, war die Übertragung dieser Strategie auf das Anleihesegment ein logischer Schritt. Denn es gibt auch für die Rentenseite Faktoren, die wesentliche Risiko- und Ertragseigenschaften erklären und nutzbar machen.

Die Deka nutzt quantitative Anlagestrategien schon seit über 20 Jahren. Der Ansatz der Deka zum quantitativen Portfoliomanagement ist bei institutionellen Investoren beliebt. Dies liegt nach Ansicht von Dr. Ulrich Neugebauer zum einen an der hohen Transparenz des Ansatzes. „Da es systematische Ansätze sind, die stets nach dem gleichen Muster funktionieren, ist es möglich, dem Kunden genau zu erklären, was man in welchen Situationen wie machen wird“, erläutert Neugebauer. Zum anderen bieten diese Ansätze die Möglichkeit zur Stildiversifikation. Wer bereits auf einen traditionellen Ansatz vertraut, kann diesen mit einem Quant-Ansatz ergänzen und sein Portfolio zusätzlich diversifizieren. Ein Weg, den auch die Kunden der Deka zunehmend einschlagen.

Durch Faktor-Investing können Investoren flächendeckend und systematisch Renditechancen erschließen. Faktoren sind ausgewählte Kennzahlen, die helfen, Risiko- und Ertragseigenschaften eines Unternehmens und seiner Emissionen zu analysieren und zu bewerten erklärt Neugebauer. Der gesamte Markt wird dabei analytisch abgedeckt. Um dies tun zu können, kommen Algorithmen zum Einsatz, die in der Lage sind, größere Datenmengen schnell auszuwerten.

„Zwar wurde dieses Thema auf der Aktienseite schon intensiv bearbeitet, das gilt aber nicht für Anleihen“, sagt Neugebauer. „Da stehen wir auf der akademischen wie auf der praktischen Seite verglichen mit Aktien eher noch am Anfang.“ Daher beschäftigt sich die Deka damit, herauszufiltern, welche Charakteristika zu einem besseren Risikoprofil im Anleihebereich führen.

Factor-Investing bei Corporate Bonds

„Es gibt zusätzliche Treiber wie Illiquidität, Kreditrisiken und Laufzeitrisiken, aber es gibt auch Faktoren, die denen auf der Aktienseite ähneln“, erklärt Neugebauer. Die üblichen Faktoren wie Value, Momentum, Qualität, Low Volatility und Size eignen sich auch für den Anleihebereich. „Wir haben schon festgestellt, dass sich mit diesen Faktoren auch bei Renten gute Ergebnisse erzielen lassen“, erläutert Neugebauer. Eins zu eins lässt sich der Einsatz der Faktoren aber nicht übertragen. Vielmehr ist es so, dass Aktie und Unternehmensanleihe zwar von den gleichen Fundamentalfaktoren abhängen, aber doch zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Deshalb können sich Aussagen, die auf der einen Seite gelten, auf der anderen komplett umdrehen.

So stellt sich die Frage, was Qualität bei Unternehmensanleihen ist. Schließlich gibt es eine Vielzahl an Bilanzrelationen, die herangezogen werden können, um diesen Faktor zu beurteilen. Diese können bei Anleihen aber eine ganz andere Bedeutsamkeit haben als bei Aktien. Noch komplexer wird es, wenn es um einzelne Anleihesegmente geht. „Die klassischen Aktienfaktoren haben bei Titeln aus dem Investment-Grade-Bereich nämlich eine geringere Erklärungskraft als bei Hochzinspapieren, die stärker an Unternehmensrisiken hängen“, sagt Neugebauer. Das hat Auswirkungen auf die Rolle der jeweiligen Faktoren. Nehmen wir wieder das Beispiel Qualität. Da bei High-Yield-Bonds idiosynkratische Risiken, die Risiken also, die im Unternehmen selbst lauern, von großer Bedeutung sind, muss der Faktor Qualität hier eine prominente Rolle spielen.

Das aber gilt nur eingeschränkt für den Investment-Grade-Bereich. Hier hat das Team der Deka festgestellt, dass immer höhere und bessere Qualität am Ende nichts bringt. „Natürlich spielt Qualität eine Rolle, um böse Überraschungen zu vermeiden. Aber ab irgendeinem Punkt werden Sie mit einem solchen Portfolio dann nichts mehr verdienen“, so Neugebauer. Stattdessen werden diese Anleihen in ihrer Entwicklung sehr viel stärker vom Gesamtmarkt beeinflusst. Es gilt also, die richtige Balance zu finden.

Das gilt auch für andere Faktoren. Zum Beispiel für das Preis-Momentum: Weist eine Anleihe ein starkes Momentum auf, dann fällt deren Rendite. Im Verhältnis zu anderen Bonds kann sie damit unattraktiv werden. Oder für den Faktor Size: Während dieses Charakteristikum bei Aktien die Marktkapitalisierung ist, bemisst es sich auf der Anleiheseite aus der Summe der ausstehenden Bonds. Damit aber können Investoren hohe Risiken eingehen. So kann ein Unternehmen nur eine ausstehende Anleihe haben, aber bei Banken hoch verschuldet sein. Deshalb ist es besser, auf die Gesamtverschuldung eines Unternehmens zu schauen.

Optimiertes Rendite-Risiko-Profil

„Da die Prognosen niemals so gut sein können, dass sie den Markt vollständig korrekt vorhersagen, ist es sinnvoll, verschiedene Faktoren einzusetzen, die sich ergänzen und deren Risiken sich ausgleichen, um am Ende ein stabiles Portfolio mit einem stabilen Return herstellen zu können“, erklärt Neugebauer. „Schließlich gibt es keinen Faktor, der in jeder Marktphase gut läuft. Stattdessen geht es darum, dass bestimmte Faktoren wie Size, womit sich Klumpenrisiken vermeiden lassen, oder Qualität in turbulenten Phasen Schutz nach unten bieten, während Value und Momentum Überrenditen liefern können,“ ergänzt Neugebauer. 

Zusätzlich bieten diese Erkenntnisse die Möglichkeit, die Faktoren so zueinander zu gewichten, dass das Gesamtportfolio genau das erfüllt, was ein Kunde haben möchte. Will ein Investor ein Buy-and-hold-Portfolio aus Hochzinsanleihen, dann ist entscheidend, dass keine der Anleihen ausfällt. Dem Faktor Qualität käme in diesem Fall die entscheidende Funktion zu. Steht für einen Investor dagegen die Erzielung einer bestimmten Rendite im Vordergrund, dann geht dies über das Ausnutzen von Opportunitäten, die sich am Markt bieten. In diesem Fall könnte der Schwerpunkt bei Faktoren wie Momentum oder Value liegen. Ist das Ziel eine aktive Strategie, die langfristig den Markt schlägt, sind die Faktoren Value und Momentum entscheidend bei der Zusammenstellung des Portfolios.

So lassen sich die Ergebnisse der Forschung einerseits dazu nutzen, individuelle Mandate zu optimieren. Andererseits lassen sich damit aber auch konkrete Produkte kreieren, die langfristig ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten als der breite Markt. Ein Beispiel ist der im Herbst 2017 aufgelegte Deka-MultiFactor Global Corporates HY. „Dort stecken die Ergebnisse unserer Forschung in den Investitionsentscheidungen, die bei diesem Fonds getroffen werden“, erläutert Neugebauer. Konkret heißt das: Mit dem Einsatz der für Unternehmensanleihen passenden Faktoren und der optimalen Gewichtung dieser Faktoren zueinander soll das Rendite-Risiko-Profil gegenüber herkömmlichen Ansätzen verbessert werden.


Weitere Informationen zu den Deka Quant-Produkten finden Sie hier.

Über die Deka

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von 
rund 276 Mrd. Euro (per 31.12.2018) sowie rund 4,7 Millionen betreuten Depots 
ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wertpapier­geschäft aus.

Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Ihr Angebot deckt die gesamte Wertschöpfungskette professioneller Asset Management- und Kapitalmarktdienstleistungen ab. Ein betreutes institutionelles Vermögen von rund 139 Mrd. Euro spiegelt das wachsende Vertrauen professioneller Anleger in die Produkte und Leistungen der Deka wider. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird das Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG, als Kern des Asset Servicing, und Verwahrstelle.

Kontakt

Deka Institutionell – Vertriebsservice
+49 (0) 69 71 47 - 11 17
deka-institutionell@deka.de 

Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de 

Impact Investing – wie der Finanz-Mainstream einen Nischenmarkt entdeckt

von Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Impact Investing ist in Mode. Viele Fondsanbieter beschwören diese Art des Investierens als einen Königsweg, um eine nachhaltige Welt im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) zu erreichen. Internationale Investoreninitiativen wie die PRI oder UNEP-FI weisen den Weg. Sie schaffen Impact Investing Market Maps oder formulieren Principles for Positive Impact Finance, an denen sich Fondsanbieter orientieren sollen. In kurzer Zeit ist eine Vielzahl an neuen Produkten, Anlagestrategien und Reportings entwickelt und am Markt platziert worden, mit denen Fondsanbieter in aller Deutlichkeit ihren positiven Impact demonstrieren wollen.

Impact Investing kann eine sehr wichtige Rolle auf dem Weg in eine nachhaltigere Wirtschaft spielen. Aber wie es so häufig ist, sollten Anleger*innen kritisch sein, wenn ein Thema am Kapitalmarkt hochgejubelt wird. Denn Impact Investing heißt übersetzt erst einmal nur wirkungsorientiertes Investieren. Ob dieses positiv oder negativ ist, verrät das Wort selbst nicht. Wie ist es aber dann dazu gekommen, dass sich Impact Investing diesen positiven Ruf erworben hat? Ist es tatsächlich zu einem starken Anstieg an wirkungsvollen Investments gekommen, wie der Markt vermuten lässt oder werden alte Nachhaltigkeitskonzepte lediglich unter einem neuen Namen verkauft?

Die ursprüngliche Idee des Impact Investing

Wer den Grundgedanken von Impact Investing verstehen will, wird beim Global Impact Investing Network (GIIN) fündig. Die Referenz am Markt hat eine allgemein akzeptierte Definition veröffentlicht. So sei für diese Art von Investments die Absicht entscheidend, eine messbare, positive soziale und ökologische Wirkung neben der finanziellen Rendite zu erzielen. Die Investitionen sollen dazu beitragen, die drängendsten Probleme auf der Welt zu lösen, von nachhaltiger Landwirtschaft, erneuerbarer Energien, oder Mikrofinanz bis hin zu erschwinglichen und zugänglichen Basisdienstleistungen wie Wohnen, Gesundheit oder Bildung.

Um die Absicht und die Messbarkeit der sozial-ökologischen Wirkung geht es also. Dafür haben Impact Investoren als geeignete Investmentobjekte viele Jahre lang vor allem Alternative Investment Fonds (AIF) angesehen. Denn hier wird das Anlagegeld dem Unternehmen oder Projekt in Form von privatem Eigenkapital, Darlehen oder Mezzanine-Kapital direkt zur Verfügung gestellt. Bei Publikumsfonds (OGAW) tauschen dagegen in der Regel nur zwei Investoren ihre Anteile. In den Portfolios der AIFs befinden sich häufig kleinere Unternehmen und Projekte. Denn mit ihnen kann eine individuelle Messung bestimmter Kennzahlen vereinbart werden. Aufgrund des hohen Risikos und der häufig geringen Handelbarkeit richten sich diese Anlagen an professionelle Anleger. Privatanleger bleiben – mit Ausnahme von Mikrofinanzfonds - von diesem Markt weitgehend ausgeschlossen.

Das traditionelle Impact Investing stellte damit jahrelang nur eine kleine Unterkategorie im dynamisch wachsenden Markt an nachhaltigen Anlageprodukten dar, der von OGAW-Publikumsfonds dominiert wird und gemeinhin unter dem Begriff „Socially Responsible Investment“ (SRI) bekannt wurde. Eine 2015 entwickelte Grafik der Investmentfirma Bridge Venture macht diesen Gegensatz deutlich. Die Grafik vergleicht unterschiedliche Investmentstrategien miteinander. Je weiter rechts man auf die Grafik schaut, umso höher die positive sozial-ökologische Wirkung.

Wie der Impact-Gedanke die „SRI“-Szene aufmischt

Vor dem Hintergrund der strengen Anforderungen dümpelte der Markt für Impact Investments in den vergangenen Jahren vor sich hin. Die GIIN-Marktstudie 2016 ermittelte für Ende 2015 anhand einer Befragung von Impact-Investoren ein Volumen von knapp 50 Mrd. US-Dollar weltweit. Zum Vergleich: laut BVI beträgt das Fondsvolumen 2018 allein in Deutschland 2.954 Mrd. Euro. Bei der dynamischen Marktentwicklung nachhaltiger Investments spielte Impact Investing lange nur eine Nebenrolle. Dies bezeugt auch die Eurosif SRI-Studie 2016. Von allen nachhaltigen Anlagestilen lag das verwaltete Vermögen bei Impact Investments am geringsten, wiewohl sich bereits Wachstumspotenziale andeuteten.

Seit Verabschiedung der siebzehn Sustainable Development Goals Ende 2015 hat sich die Wahrnehmung von Impact Investing am Kapitalmarkt fundamental gewandelt. Mit siebzehn bunt bebilderten Piktogrammen bieten die SDGs das ideale Narrativ für die Finanzindustrie, um Anleger*innen von der ökologischen und sozialen Sinnhaftigkeit ihrer Anlageprodukte zu überzeugen. Auf Veranstaltungen, in Initiativen, Ratings, Produktbroschüren, Marketingauftritten von Websites – überall wird die Relevanz der Ziele sowie die Bemühungen zu ihrer Erreichung hervorgehoben.

Bei näherem Hinschauen zeigt sich, dass neue Ansätze nicht der traditionellen Definition des Impact Investing folgen. Statt AIFs werden vor allem Publikumsfonds (OGAW) mit einer Impact-Strategie versehen. Neben der Auflage neuer Fonds wird auch verstärkt der Impact bereits vorhandener Nachhaltigkeitsfonds hervorgehoben. Die Grenzen zwischen ursprünglichen Nachhaltigkeitsprodukten und Impact-Produkten verwischen dabei zunehmend.

Doch wie viel „Impact“ steckt tatsächlich in diesen neuen Produkten? Können sie den Anspruch des klassischen Impact Investing erfüllen? Und falls ja, wie gelingt dies ihnen? Schließlich unterliegt der Markt für Alternative Investments ganz anderen Gesetzmäßigkeiten als der Markt für offene Investmentfonds (OGAW).

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des zweiten Artikels zu Impact Investing, der ab Ende Mai auf der Homepage von altii verfügbar sein wird.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 350 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Why ESG trends matter

by François Millet, Head of Strategy, ESG & Innovation – Lyxor ETF.

Spices, silks, and porcelain are just a few of the things people associate with the Dutch East India Company. But the firm was also the first to be targeted by activist shareholders. In the 1600s, its investors filed a petition against the company and lobbied the public to push for better governance and for its finances to be managed more effectively.

Four centuries later, shareholders have become much more active and powerful. The perception is that active managers are the ones taking the activist lead and that passive funds may be “silent” when it comes to tackling firms on governance and ESG factors, but is that fair?

Can passive really be active?

One reason for this perception is that active managers have the power to offload stocks of companies with poor governance or ESG records. However, passive managers lack this exit strategy as they need to invest in the same securities as their benchmarks. Likewise, active managers may prefer stocks of well-governed and responsible companies, which can in turn motivate companies to do more in these fields, so that they are chosen by these funds. But traditional passive managers lack this power, so, in theory, even companies with low ESG ratings could attract investments from these funds, simply by virtue of their inclusion in a benchmark.

Stay on trend

When governance goes bad, portfolios can suffer. One of the most infamous cases of recent times concerns Carlos Ghosn – former Chairman and CEO of the Renault-Nissan-Mitsubishi consortium – and his arrest under suspicion of financial misconduct in November last year. Long perceived as a successful and charismatic business leader, it came as a shock to the business community. Corporate governance and the dangers of leaving too much power unchecked in too few hands have been in the spotlight ever since. So, what can you do to try to get a more rigorous grip on governance in your portfolio?

Putting the G in ESG

If you hold a fund with hundreds – if not thousands – of stocks, you’d be forgiven for not having the time or expertise to carry out a thorough due diligence of each and every one of them based on their ESG metrics. The good news is, there are experts who have that kind of know-how. When choosing the strategy underlying our broad ESG ETFs, we chose to partner with index provider and ESG research specialist, MSCI.

MSCI has over 40 years of experience in collecting, cleaning and standardising data on ESG policies. In building their ‘best-in-class’ ESG Leaders benchmark series, their goal is to include companies with the highest ESG rating in each sector, with a 50% sector representation vs. the broad parent index.

At this level already, neither Nissan nor Mitsubishi Motors made the cut for the ESG Leaders indices. They both had an MSCI ESG Rating of CCC – the worst possible ranking. In Nissan’s case, this was mainly to do with weak governance practices, safety, and emission falsifications. Mitsubishi Motors’ score related to similar issues around poor business ethics, fraud, and a fuel test manipulation controversy.

Why it’s worth going the extra mile

Here’s where things get interesting. Renault, according to MSCI1, still scores well in areas like safety and clean tech. So, while not securing the top AAA rating, it still fares relatively well with an A – which is enough for it to feature in European MSCI ESG Leaders indices.

It is possible to take it further however and adopt the MSCI’s ESG Trend Leaders series. Not only do these benchmarks require a high ESG score, they also take that score’s trend into account. If a company has improved its ESG score over a one-year period, it is more likely to be included in one of these indices. A downward trend reduces that likelihood.

Renault, as we’ve said, has a decent ESG score and was in fact rated AA at one stage, but because of “concerns over potential conflict of interests in the role held by the Chairman, Mr. Carlos Ghosn”, and additional concerns over governance practices linked to its complex ownership structure, MSCI downgraded its rating before news of the scandal actually broke.

The key single risk factor identified by MSCI’s ESG research was corporate governance. The downward trend meant Renault was not present in the MSCI ESG Trend Leaders benchmarks tracked by the Lyxor World ESG and EMU ESG ETFs, meaning they were not exposed to the ensuing share price tumble. That’s not to say using Trend is a perfect way to avoid issues of poor governance and there is always the risk that something could slip through the net. It could however give you a head start.

Engagement is everything

It’s not just about how Lyxor ESG funds operate; we also have a broader duty to the world around us. Unlike most other passive managers, we engage directly with companies to induce them to improve their sustainability practices.

We also look to influence companies to become more responsible by using the voting rights given to us as large shareholders. We are committed to promoting sound governance, so we work in tandem with Institutional Shareholder Services, one of the world’s largest proxy organisations, to make our voice heard more often than we otherwise could.

To date, we have voted on more than 2,600 resolutions and, from an AUM perspective, we have voted on €14bn+ of equity positions. We have cast negative votes in 22% of resolutions and voted “against” at least once in 77% of the general meetings we have attended. Most of those votes have involved executive pay as well as board composition, remuneration and issues of transparency. We plan to become even more activist still2.

To sum up, passive managers don’t have to be silent; far from it. We can be as loud as active managers – if not more so – when it comes to keeping watch over companies and influencing management to act in the best interests of shareholders, society and the environment.


1) Source: MSCI, November 2018. Past results are not a reliable indicator of future results.
2) Source: Lyxor International Asset Management as of 31 December 2018. Included €19.6bn of Assets under Advisory

About François Millet

François Millet is Head of Strategy, ESG & Innovation. He joined Lyxor in 2009 as Head of Index and Quantitative Fund Development. Prior to Lyxor, he was Director of Index Funds & ETF at Societe Generale Asset Management AI, where he developed the index management business including passive funds, ETFs, index-enhanced and alternative beta products since 2004. He introduced in 2005 the first range of structured ETFs in Europe (leveraged, short and capital protected). Prior to this, he worked for 14 years with SG Corporate & Investment Banking, holding various executive and management positions within the Equity Capital Markets business line.

Über Lyxor ETF

Mit dem Listing des ersten ETF an der Pariser Börse im Jahre 2001 bereitete Lyxor ETF vor 18 Jahren den Weg zur Erschließung des europäischen ETF-Marktes und ist heute mit 69,4 Milliarden US-Dollar der drittgrößte ETF-Emittent in Europa (Lyxor, Stand: 31. Dezember 2018). Mit mehr als 200 Fonds, die stringenten Qualitätskriterien hinsichtlich Performance, Risikokontrolle, Liquidität und Transparenz unterliegen, deckt Lyxor ETF alle Anlageklassen und -stile ab. Weitere Informationen unter lyxorETF.de

Zerofication: fees, funds and feelings

Asset managers have engaged in a race to the bottom in recent years, with providers competing to offer increasingly low fees, explains Fadi Zaher, Head of Product Specialist: Index, Asset Allocation & Factor Based Investing, Legal & General Investment Management. But what is the true cost?

The concept of ‘zero’ is age-old — it can be traced back to the Babylonians and the Ancient Greeks, who debated how ‘nothing’ could simultaneously be ‘something’.

Humans often make decisions in relative terms, by focusing on the advantage of one thing over another. But most people like getting something for ‘free’. In fact, it triggers an emotional, almost irrational excitement. The concept is embedded in our day-to-day lives, including;

  • 'Buy one, get one free' promitions in the supermarket – two items for the price of one
  • We are more likely to go to a museum when it is free despite the overcrowding and queuing, instead of being a paying visitor who saves time
  • An individual’s decision to buy one car brand instead of another may be impacted by the services that are ‘included’ with the purchase, such as free repairs for the next three years

When it comes to money, how we react to ‘free’ is less clear – and even less so in the fund management industry. How we process information and make decisions can get lost in the intricacies of financial product jargon, especially where fees are baked into the price. For example:

  • Foreign exchange  it is not uncommon to exchange travel money for a holiday with 'zero commission'. Yet the exchange rate for converting the cash in your wallet to another currency can be absurdly high
  • Structured products – the price to purchase these could be higher than the selling price
  • Zero-fee mortgages (where you pay through an administration fee). Although these may look attractive to many, the real total cost may exceed that of the non-zero-fee product

Zero-fee-cation?

In an asset management context, if you are offered a zero fee for someone to look after your money, it is a no brainer, right? However, we often fall into the trap of buying something we may not really want due to the perception of it being ‘free’.

 

Management costs have been falling for several years. Many index managers are able to charge low or no fees on the back of associated activities such as securities lending or the indirect investment of their fund’s assets into other funds that are not zero-cost – even though the annual management charge of their fund is zero.

Securities lending involves the owner of an asset temporarily passing the title of the asset to a borrower in return for a fee, backed by collateral. It can aid greater market liquidity and allows a fund manager the opportunity to earn additional return. For an index manager, securities lending can be quite appealing. An index fund is unlikely to sell a stock unless it is falling out of the index. This means the fund can lend those shares to someone – for a fee – and enhance returns. However, there are risks involved in the process, requiring some scrutiny by investors to see what is under the hood.

Understanding the answer to questions about the factors that facilitate zero-cost has implications not only on the product choice, but for some of the biggest issues facing an investor: explicit costs, implicit costs and the effectiveness of the investment strategy.

The ‘free’ concept makes us feel good — and forget the potential downside. Because we think we are starting at zero, anything we get feels like a bonus. By contrast, we may feel the loss of a high-quality but expensive service. However, “there is always a third possibility, as long as you have the ability to find it” – as Swedish author Selma Lagerlöf once said. The answer to this is finding something which is ‘good value for money’. Often, that means an upfront, transparent price tag. The bottom line is that not even ‘zero’ works for nothing!


This article has first been published on futureworldblog.lgim.com.

Harnessing the data science revolution

A mass of new information types, combined with new methods of analysis is giving investors the tools to enhance long-term performance, argue Ben Wicks, Head of Data Insights and Research Innovation, and Mark Ainsworth, Head of Data Insights and Analytics, both Schroders.

The process of collecting and analysing data has undergone a revolution. A mass of information, from geospatial data to customs records and demographic data, is now available and can be manipulated in ways unheard of 30 years ago. Investors who can marry industrial-scale data processing with tried and tested investment expertise will emerge as winners.

The dramatic increases in computer processing power, storage capacity and information mean that the amount of “alternative data” that can potentially be interpreted by an analyst or fund manager is growing at an exponential rate. These developments pose disruptive challenges to the investment industry. But they also provide a major opportunity.

A positive role to play

Alternative data is an umbrella term for information that is not already part of the core currency of investment research, being, broadly, everything that is not company accounts, security prices or economic information. Because alternative data is often unstructured, it may need considerable processing before it can yield meaningful conclusions. A cadre of data science professionals has emerged to meet this challenge and fashion the necessary techniques to handle large data sets.

Good data scientists have several distinct qualities. A sound knowledge of maths, statistics, programming and algorithms is essential. But a firm understanding of the security under consideration, where the data is from and the way in which it is being applied are equally valuable for understanding what really matters. Combining an investor’s deep knowledge of the market and securities with skilled data scientists, whose specialised work becomes part of the investment process, is optimal.

Perhaps the biggest impact of data science on the active manager is capacity, by the freeing up of time and intellectual capital. A comparison can be made with the impact of avionics on pilots: the information provided by advanced instrumentation provides for better decision-making and liberates the pilot’s mind to do other things that improve overall performance, such as contingency planning. Similarly, an investor who can rely on other specialists to help extend their vision in all the above ways will be that much freer to think and explore fresh ideas.

Scale and resources

The proliferation of information available for investment research is a profoundly disruptive force. Data science poses technical and organisational challenges and involves substantial research and development work. But data science also offers a huge opportunity for active fund managers.

The injection of new, and potentially unique, methods of data analysis into existing investment processes should enhance long-term performance.

Organisations that successfully adapt to this data-heavy world will have a mind-set of innovation and collaboration. They will also be large enough and have sufficient technological prowess to compete. The scale and variety of the data available today requires considerable engineering and data management resources if it is to be used optimally. Larger teams of data scientists will be able to exploit large volumes of data from diverse sources in ways that would be more difficult for a single data scientist acting alone.

Far from creating a level playing field, where more readily available information simply leads to greater market efficiency, the impact of the information revolution is the opposite. It is creating hard-to-access territories and opportunities for those few players with the scale and resources to take advantage of it.


To read the full report as a PDF, click here.

This article has first been published on schroders.com.

Mit künstlicher Intelligenz gegen Wasserverknappung

Die Technologie ist der Schlüssel zur Lösung der weltweit wachsenden Wasserknappheit. Thematische Investoren können die Gelegenheit nutzen, erklären Cédric Lecamp, Senior Investment Manager, und Marc-Olivier Buffle, Senior Product Specialist, beide Pictet Asset Management.

Ein Viertel eines Prozents. So viel Wasser der Welt ist nutzbar. Der Rest ist zu salzig, zu verschmutzt oder gefroren. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und dem Aufkommen der Mittelklasse nimmt der Druck auf diese lebenswichtige, aber knappe Ressource zu1. Bis 2030 wird unser Planet laut UNESCO mit einer 40-prozentigen Verknappung der Süsswasserversorgung konfrontiert sein. 

WASSERSTRESS

Süsswasserentnahme als Prozentsatz der Wasserreserven

Gesamtwasserentnahme aus Landwirtschaft, Industrie und kommunaler/heimischer Nutzung.
Quelle: UN Food and Agriculture Organization, Our World in Data; Daten für den Zeitraum 2012-2014. 

Wir müssen eindeutig dafür sorgen, dass das Wasser weiter fliesst. Das bedeutet, weniger zu verbrauchen, mehr zu recyceln und die derzeit nicht nutzbaren Reserven zu nutzen. 

Um dies zu erreichen, sind Investitionen sowohl des öffentlichen als auch des privaten Sektors, Bildungsprogramme für alle Altersgruppen erforderlich, und wir brauchen Technologie und Innovation, um die Produktivität der Ressource Wasser zu verbessern. Die Wasserstrategie von Pictet Asset Management konzentriert sich insbesondere auf den Beitrag, den Investitionen und Technologien leisten können.

Weniger verbrauchen

Die Landwirtschaft ist ein Top-Ziel für die Wassertechnologie, da sie bei weitem der grösste Nutzer der Flüssigkeit ist.

WACHSENDER DURST

Globaler Frischwasserverbrauch (in Billionen Kubikmetern)

Quelle: Global International Geosphere-Biosphere Programme (IGB), Our World in Data. Daten für den Zeitraum 01.01.1901-31.01.2014.

Sie macht 70 Prozent des weltweiten Gesamtverbrauchs von rund 5.000 Kubikkilometern pro Jahr aus.

Die Präzisionsbewässerung ist eine der Innovationen, die darauf abzielt, die kostbare Wasserressource zu erhalten, indem sie sowohl den Flüssigkeitsverbrauch der Landwirtschaft reduziert als auch die erforderliche Menge an Fungiziden, Herbiziden und Pestiziden senkt - was wiederum die Wasserverschmutzung reduziert.

So kann beispielsweise die neue sensorgestützte IoT-Technologie genau bestimmen, wann und in welcher Menge Wasser benötigt wird. Dies senkt den Wasserverbrauch und steigert den Ernteertrag.

In kleinerem Massstab können intelligente Sprinkler, die über eine Handy-App gesteuert werden, den Wasserverbrauch in Hausgärten reduzieren. Diese Technologien sind bereits ein grosses Geschäft. Der globale Markt für Mikrobewässerungssysteme wird sich bis 2025 voraussichtlich mehr als verdreifachen und 14,9 Milliarden US-Dollar erreichen2.

Mehr recyclen

Neben dem geringeren Wasserverbrauch müssen wir auch mehr recyceln.  Privatunternehmen sind sich der Herausforderung bewusst, denn der globale Markt für Abwasserrecycling wächst jährlich um 20 Prozent. Das grösste technologische Problem ist hier die Entfernung von Mikroschadstoffen, die Gesundheits- und Umweltprobleme verursachen können. Wenn wir es jedoch reinigen können, wird das Abwasser zu einer grossen Ressource.

Dank der Fortschritte in der analytischen Chemie können wir heute Konzentrationen bis hinunter zu Teilen pro Billion messen - das entspricht einem Tropfen Verunreinigung in 500.000 Barrel Wasser. Das gibt ein viel grösseres Vertrauen in die Qualität des aufbereiteten Wassers und öffnet sogar die Tür zu recyceltem Wasser, das nicht nur für den industriellen, sondern auch für den menschlichen Gebrauch geeignet ist.

Neue Lebensfreude

Innovation ist nicht nur notwendig, um neue Systeme zu schaffen, sondern auch, um alte zu erhalten. Die Alterung der Infrastruktur ist ein grosses Problem. Allein in den USA gehen jährlich 1,7 Billionen Gallonen aufbereitetes Trinkwasser durch Undichtigkeiten verloren, was 2,6 Milliarden US-Dollar kostet.  Technologie kann helfen, Fehlerquellen schneller zu lokalisieren und alten Rohren ein neues Leben einzuhauchen3.

Intelligente Wasserzähler können oft die erste Anlaufstelle sein, da sie Veränderungen in der Wassernutzung aufgreifen. In Barcelona zum Beispiel werden Smart Meter-Kunden per E-Mail oder Telefon benachrichtigt, wenn ein höherer Verbrauch oder Leckagen festgestellt werden. Dies hat der Stadt geholfen, ihren Wasserverbrauch pro Kopf um ein Fünftel zu senken4.

Für eine maximale Wirkung müssen die Daten von intelligenten Zählern zusammengeführt, mit Informationen anderer Sensoren kombiniert und anschliessend analysiert werden, um bestehende oder zukünftige Probleme zu identifizieren. Hier kommen Unternehmen wie die in Singapur ansässige Visenti ins Spiel. Die IoT-Plattform von Visenti kann Daten über Durchflussmengen, Gesamtvolumen, Druck und Wasserqualität verwalten, Echtzeitinformationen liefern und bei Anomalien Warnmeldungen senden.

Roboter-Netzwerkinspektoren, wie sie von Pure Technologies entwickelt wurden, sind eine weitere Verteidigungslinie, insbesondere bei teuren Grossrohren. Das Unternehmen Xylem hat auch den frei schwimmfähigen SmartBall entwickelt, der die akustische Aktivität messen kann, um Lecks zu erkennen5.

Gemeinsam können diese etablierten Technologien - und neue, die sich derzeit in der Entwicklung befinden - dazu beitragen, dass es weltweit genügend sauberes Wasser gibt. Als Investoren haben wir die Möglichkeit, bei dieser neuen und schnell wachsenden Flut an vorderster Front zu stehen.

PICTET-WATER STRATEGIE

Säkulares Wachstum

Ausrichtung auf schnell wachsende Wirtschaftssektoren mit Visibilität von Wachstum und Margen und einem langfristigen Horizont.

Starker Fokus

Konzentration auf reine Geschäftsmodelle in einem konzentrierten thematischen Anlageuniversum, unterstützt durch ein spezialisiertes Investmentteam.

Diversifikation

Uneingeschränktes Portfolio mit geringer Überschneidung mit globalen Aktienindizes.


1) OECD prognostiziert, dass die weltweite Mittelklasse-Bevölkerung bis zum Jahr 2030 auf 4,9 Milliarden Menschen ansteigen wird, von 1,8 Milliarden in 2009.
2) Inkwood Research, 2017
3) US Environmental Protection Agency (EPA)
4) Water demand management strategies for water-scarce cities: The case of Spain, 2018, C.Tojada, F.Gonzalez-Gomez, A.K.Biswas et al
5) Xylem ist eine der Positionen im Pictet-Water Portfolio per 13.03.2019; das Unternehmen besitzt Visenti und Pure Technologies

Das könnte Sie auch interessieren: Wenn es um nachhaltige Wassernutzung geht, ist Singapur weltweit führend. Erfahren Sie, welches Land Singapur dicht auf den Fersen ist.

Über Cédric Lecamp

Cédric Lecamp kam 2007 zu Pictet Asset Management und ist Senior Investment Manager im Thematic Equities Team. Cédric Lecamp erwarb einen Bachelor in Rechtswissenschaften an der Universität Durham (GB) und hat einen Master in Handel und Verwaltung der Wirtschaftshochschule HEC Genf.


Über Marc-Olivier Buffle

Marc-Olivier Buffle kam 2014 zu Pictet Asset Management. Er ist Produktspezialist im Thematic Equities team. Bevor er zu Pictet wechselte, war er bei RobecoSAM nacheinander als Senior-Analyst, Leiter Industriewerte und Leiter SI Research tätig. Davor war er bei Danaher Corporation für die Geschäftsentwicklung verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn fing er bei Trojan Technologies in London, Kanada, als Teamleiter R&D mit Schwerpunkt auf Wasseraufbereitungstechnologien an. Marc-Oliver Buffle erwarb an der ETH Zürich einen MSc als Ingenieur und an der EAWAG den Doktortitel in Umweltchemie. Er ist der Verfasser von Patentschriften, wissenschaftlichen Artikeln und Veröffentlichungen zu Technik und Finanz.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Nachhaltige ETFs – macht das Sinn?

von Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, GLS Bank.

Das Wachstum von ETFs („Exchange-Traded Funds“) scheint unaufhaltsam. Gemäß einer Studie des Datenanbieters Morningstar stieg das Volumen der im europäischen Markt angebotenen ETFs Ende 2017 auf 670 Milliarden Euro. Vier Jahre zuvor waren es erst 284 Milliarden Euro. Weltweit wurden sogar 5,15 Billionen US-Dollar in ETFs verwaltet. Die Rekordzuflüsse erklären sich unter anderem dadurch, dass diese Fonds landläufig als leicht nachvollziehbare und günstige Produkte gelten. Mit nachhaltigen ETFs würden Anleger*innen demnach günstige Fonds erwerben, die gut fürs Gewissen sind. Wer daran zweifelt und überlegt, ob diese Fonds eine ökonomisch sowie sozial-ökologisch sinnvolle Anlagemöglichkeit sind, ist auf dem richtigen Weg.

ETF-Markt weist risikoreiche Strukturen auf

Schaut man sich ETFs genauer an, so stellt sich heraus, dass die Strukturen hinter einem ETF alles andere als leicht nachvollziehbar sind. Der Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen erfolgt über die Börse. Im Gegensatz zur einmal täglichen Preisfeststellung bei aktiv gemanagten Publikumsfonds findet bei ETFs eine fortlaufende Preisstellung statt. Dies erfordert eine komplexe Handelsarchitektur. Anleger*innen handeln nicht direkt mit dem ETF-Emittenten. Dazwischen geschaltet ist ein sogenannter Authorized Participant (AP). Er agiert als Mittelsmann zwischen Käufern/Verkäufern, bzw. dem Börsenhandel und dem ETF-Emittent. APs sind typischerweise große Finanzinstitute, wie etwa Bank of America, Barclays, Deutsche Bank, HSBC und weitere, die in vielen Fällen ebenfalls als ETF-Anbieter aktiv sind. Sie ermöglichen in einem mehrstufigen Prozess den Handel und bringen je nach Bedarf neue Anteile („Creation Units“) in Umlauf.

In Stressphasen, wenn es zu heftigen Kursverlusten an den Aktienmärkten kommt, hat diese Konstellation mitunter fatale Folgen. Es besteht das Risiko, dass die Wertverluste von ETFs die Verluste ihres Referenzindizes übersteigen. Auf einen Grund dafür wies das „Financial Stability Board“ 2017 ausdrücklich hin. So seien APs nicht dazu verpflichtet, ETF-Anteile jederzeit auszugeben oder zurückzunehmen. Sie tun dies nur dann, wenn dies in ihrem eigenen Interesse liegt. Kommt es also zu einer Marktsituation, in der wenige oder keine APs mehr bereit sind, ETF-Anteile zu handeln, sind diese nur noch mit deutlichen Abschlägen oder gar nicht mehr verkäuflich.

Dies ist auch deswegen als kritisch anzusehen, weil der Markt mittlerweile oligopolistische Strukturen angenommen hat. Drei Anbieter vereinen den überwiegenden Anteil des globalen Anlagevolumens der ETFs auf sich: Vanguard, BlackRock (iShares) und State Street Global Advisors. Hohe Markteintrittshürden verhindern Wettbewerb. Bei weiter steigenden ETF-Volumina kann dies sogar dazu führen, dass eine Handvoll von ETF-Vermögensmanagern in hohem Maße Stimmrechte großer Aktiengesellschaften ausüben und somit die Kontrolle über diese Unternehmen erlangen könnte – mit unabsehbaren Folgen für die Governance von Unternehmen und Finanzmärkten. Davor warnte nicht irgendwer, sondern John Bogle, der „Erfinder“ von ETFs, in einem kurz vor seinem Tod erschienen Beitrag für das Wall Street Journal.    

Synthetische ETFs ohne positive sozial-ökologische Wirkung

Aus Nachhaltigkeitssicht betrachtet sind die Probleme noch gravierender. Auch wenn es am Markt (bisher) keine allgemein anerkannte Definition gibt, was eine nachhaltige Kapitalanlage ausmacht, so gibt es zumindest einen gemeinsamen Nenner: Projekte und Unternehmen finanzieren, die bestimmte sozial-ökologische Kriterien erfüllen. Um dies zu erreichen, muss Kapital in der realen Wirtschaft allokiert werden. Bereits hier lauert der erste Stolperstein. Denn ETFs unterscheiden sich deutlich voneinander. Auf der einen Seite gibt es replizierende (oder „physische“) ETFs, die einen Fonds durch Kauf bzw. Verkauf der Inhalte des Referenzindex nachbilden. Bei der Vollreplikation geschieht dies zu 100%, (das heißt, der Fonds kauft alle Titel des Indexes in der entsprechenden Indexgewichtung), beim „Sampling“ nur teilweise. So weit, so gut.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch so genannte synthetische ETFs. Dabei handelt es sich um Fonds, die gar nicht direkt in Indextitel investieren. Das Portfolio setzt sich vielmehr aus Swaps, also derivativen Finanzinstrumenten zusammen, mit denen künstlich der Index nachgebildet werden soll.  Eine positive gesellschaftliche Wirkung ist bei diesen ETFs nicht erkennbar. 

Der sozial-ökologische Auswahlprozess vieler ETFs bleibt ohne Wirkung

Doch welche Wirkung haben replizierende ETFs, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen? Die überwiegende Mehrheit der am Markt verfügbaren ETFs bilden die großen Börsenindizes ab (MSCI World, FTSE Russell, etc.). Für diese Börsenindizes haben ETF-Anbieter in den vergangenen Jahren Nachhaltigkeits-ETF-Paletten entwickelt. Die Praxis zeigt, dass Anbieter ihre Referenzindizes vorrangig anhand von Finanzkennzahlen wie der Marktkapitalisierung erstellen. Erst danach spielen Nachhaltigkeitskriterien eine Rolle. Die bekannten Indizes setzen sich demnach aus großen Unternehmen zusammen. Kleine und mittlere Unternehmen, die z.B. in Deutschland die Energiewende vorangetrieben haben und häufig innovative Geschäftsmodelle vorantreiben, finden keine Beachtung. 

Der sozial-ökologische Auswahlprozess orientiert sich dabei in der Regel an der gängigen Branchenaufteilung. Es sollen die Unternehmen jeder Branche mit der besten Nachhaltigkeitsleistung ausgewählt werden (Best-in-Class). Ein Fokus auf Branchen mit positiver nachhaltiger Wirkung wird selten gelegt oder hat nur Einfluss auf die Gewichtung, nicht die Auswahl von Indextiteln. Dadurch bleiben häufig kontroverse Branchen und Unternehmen im Portfolio. Dies hat beispielsweise zur Folge, dass aktuell im FTSE All-World Russell Green Revenues Index ein Ölkonzern, im Dow Jones Sustainability Index World sogar zwei andere Ölkonzerne unter den Top 10-Werten gelistet sind. 

Einzelne aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds, darunter diejenigen der GLS Bank, nehmen gezielt an Anleiheemissionen und Kapitalerhöhungen teil, um Unternehmen Kapital direkt zur Verfügung zu stellen. Denn gerade die Direktfinanzierung stellt einen Hebel für eine hohe sozial-ökologische Wirkung dar. Diese Zielsetzung steht bei ETFs aufgrund ihrer Handelsstruktur nicht im Vordergrund. 

Was ein strenger Nachhaltigkeits-ETF leisten sollte

Doch wie könnte dann ein strenger Nachhaltigkeits-ETF aussehen? Die gute Nachricht: viele der genannten Defizite sind kein inhärentes Problem von ETFs. So kann bei der Definition des Ausgangsuniversums bereits sichergestellt werden, dass sozial-ökologische Kriterien eine wesentliche Rolle spielen. Dies ist am Markt bei kleinen Indizes wie dem Natur-Aktien-Index (30 Werte) oder dem Global Challenges Index (50 Werte) der Börsen Hamburg-Hannover der Fall. Auch stellt die Direktfinanzierung von Unternehmen kein unüberwindbares Problem dar. Die schlechte Nachricht: Idealerweise sollte ein wirkungsvolles Nachhaltigkeitsresearch die Qualität der Indextitel überwachen und Mechanismen entwickeln, kontroverse Titel auszuschließen bzw. durch Engagement bzw. Einflussnahme auf die Unternehmen auf eine Verbesserung hinarbeiten. Hier zeigt sich die Kehrseite von ETFs. Denn geringe Kosten führen zu geringen Einnahmen, die diese Mechanismen ggf. nicht finanzierbar machen. 

Fazit: Bei der Auswahl von ETFs müssen Anleger genau hinschauen

So unkompliziert und einleuchtend das Konzept passiv verwalteter Fonds auf den ersten Blick erscheint, so wichtig ist es, sich kritisch mit ETFs auseinanderzusetzen. Bereits die Abwicklung des ETF-Börsenhandels ist hochkomplex. Anleger stoßen auf eine vielschichtige Handelsstruktur, die zum Teil schwer durchschaubare finanzielle Risiken birgt. Um keine Fehlentscheidung zu treffen, müssen Investoren sehr aufmerksam die Fondsbestimmungen durchlesen. Auch aus Nachhaltigkeitssicht weist der derzeitige ETF-Markt klare Defizite aus. Denn passive Fonds bilden die derzeitige Marktentwicklung ab. Für eine nachhaltigere Welt müssen Finanzströme aber bewusst in soziale und ökologische Geschäftsmodelle umgelenkt werden. Daher sollte ein Index strenge Nachhaltigkeitskriterien aufweisen. Dies können am Markt (bisher) noch sehr wenige Indizes leisten.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. Zuvor war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete.

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 300 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Weiterführende Informationen

www.gls-fonds.de
investmentfonds@gls.de

Die Ruhe vor dem Brexit-Sturm

Die Unruhe in der britischen Investmentbranche wächst: Angesichts eines drohenden „No Deal“-Szenarios halten Spekulationen an, wie hoch die Asset-Abflüsse durch den Brexit ausfallen, welche Firmen Großbritannien verlassen und wie viele Mitarbeiter sie mitnehmen werden. Medien, Investmentmanager und Dachverbände fühlen seit dem Brexit-Votum den Puls der Branche. Sie prophezeien: Besonders hart wird es kleine Investmenthäuser ohne EU-Präsenz treffen.

Die deutsche Fondsbranche gibt sich trotz des drohenden „No Deal“-Brexits – also einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Vereinbarung über die künftigen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen Großbritanniens zur EU – betont gelassen. Laut einer Umfrage des Dachverbandes BVI fühlen sich drei Viertel der deutschen Gesellschaften von einem ungeordneten Brexit ohne Übergangsfrist „überhaupt nicht“ oder nur „wenig“ betroffen. Schließlich hielten Portfoliomanager aus dem Vereinigten Königreich (United Kingdom, UK) auch nur sieben Prozent des Spezialfonds- und drei Prozent des Publikumsfondsvermögens in Deutschland.1

In Großbritannien steigt, wenige Tage vor dem (bislang noch) offiziellen Austrittsdatum am 29. März 2019, die Unruhe dafür umso mehr. Das liegt zum einen an der britischen Wahrnehmung, wie bedeutend die eigene Fondsbranche ist: Nach Angaben der Investment Association verwalteten ihre 240 Mitgliedsunternehmen zum Ende 2017 mehr als 7,7 Billionen GBP im Vereinigten Königreich, und 1,8 Billionen GBP werden für europäische Kunden gemanagt. Insgesamt entspreche das 35 Prozent der gesamten Assets in Europa.2

Zum anderen fürchtet sich die Finanzbranche davor, dass der Brexit einen Exodus in- und ausländischer Asset Manager in nicht gekanntem Ausmaße mit sich bringen wird. Das, so heißt es  nicht nur in den britischen Medien, würde den Abfluss von (dreistelligen) Milliardenbeträgen an Kundenvermögen, den Abzug Dutzender Investmenthäuser sowie den Abbau von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen.

Zwei Drittel der UK-Manager sehen Brexit als Wettbewerbsnachteil

Die Furcht ist begründet: In einer Befragung des CFA-Instituts, des weltweiten Verbandes der Investment Professionals, im März 2018 sagten 68 Prozent der in UK ansässigen Investmentfirmen, das Brexit-Votum habe der britischen Wettbewerbsfähigkeit bereits geschadet.3

Bislang profitieren die Asset Manager, wie andere Finanzdienstleister auch, von den EU-Passporting-Rechten, die bei einem „No Deal“ gefährdet sind (s. hierzu auch den Beitrag von Olivier Carré, PwC, auf FondsTrends).4 Derzeit nutzen 244 britische Asset Manager das Passporting, um ihre Produkte in Europa ohne Hürden anzubieten. Im Gegenzug haben 139 EU-Mitgliedsunternehmen einen „Inbound Passport“ für den Vertrieb in Großbritannien.5 Dass britische Finanzmarktteilnehmer bei einem „No Deal“-Szenario wirklich den Zugang zum EU-Markt verlieren würden, hatte der Chef der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, Steven Maijoor, erst kürzlich in Dublin unmissverständlich klar gemacht.6

67 Prozent der britischen CFA-Mitgliedsfirmen gehen davon aus, dass sie wegen des Brexits ihre Präsenz im Vereinigten Königreich reduzieren werden – von den Unternehmen aus der gesamten EU (ohne UK) äußerten das in der Umfrage sogar 76 Prozent. Als größten Verlierer eines Brexits ohne Vereinbarung sehen über vier Fünftel (85 Prozent) den Finanzplatz London. Als Brexit-Gewinner hingegen gelten Frankfurt, Paris, Dublin, Luxemburg und Amsterdam.7

Ein Umzug der Finanzdienstleister im großen Stil würde empfindliche Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte in London, Edinburgh oder Bristol haben. Immerhin stammen zehn Prozent der rund 94.000 Beschäftigten in der britischen Fondsbranche aus Europa.8 Wie kommt es also, dass trotz des Damoklesschwerts Brexit bislang viel weniger Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden sind, als noch vor zwei Jahren befürchtet?

"Gerade kleine britische Asset Manager ohne internationale Präsenz sollten signalisieren: ‚We‘re still open for business!‘"
 

Wann kommen die Umzugswagen?

Damals, im März 2017, kaum neun Monate nach dem Referendum, hatten die Vertreter von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften mit dem Abzug von bis zu 10.000 Jobs, vorrangig aus London, gedroht (s. Infografik 1). Doch laut einer wiederkehrenden Untersuchung der Nachrichtenagentur Reuters sind brexitbedingt bis dato weniger als 2.000 Stellen aus Großbritannien verlagert worden (s. Infografik 2).9

Verfolgt man die britische Presse, dann sind die Gründe für dieses Zögern nicht eindeutig. Liegt es daran, dass die Austrittsverhandlungen auch fast drei Jahre nach dem Referendum noch immer keinen Aufschluss darüber geben, wohin die Reise gehen wird? Scheuen sich CEOs und ihre Vorstandskollegen davor, eine folgenschwere, teure Entscheidung zu treffen? Oder fällt es vielen Asset Managern und Bankern schwer, ihren Familien einen Umzug nach Frankfurt, Paris oder Amsterdam schmackhaft zu machen? Manche Institute sind angeblich bereits dazu übergegangen, ihren Mitarbeitern großzügige Kompensationen anzubieten, wenn sie in einen EU-Staat wechseln.10

Die Ruhe vor dem Sturm darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die großen Institute ihre Notfallpläne abgeschlossen, Büros in EU-Staaten angemietet und die notwendigen Genehmigungen bei den dortigen Aufsichtsbehörden beantragt haben. So wollen nach Informationen der Financial Times die britischen Asset Manager Columbia Threadneedle, Janus Henderson, Jupiter Asset Management und M&G ihre Niederlassungen in Luxemburg auf- oder ausbauen.11 Die Central Bank of Ireland hatte Ende Januar mehr als 100 Anträge umzugswilliger britischer Finanzinstitute vorliegen.12

Infografik 1: Noch im März 2017 drohten 10.000 Jobs der britischen Finanzindustrie verlagert zu werden; Quelle: Gerle Financial Communications


Infografik 2: Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind hingegen bis März 2019 weniger als 2.000 Stellen wegen des drohenden Brexit verlagert worden; Quelle: Gerle Financial Communications
 

Kunden, Assets und der gute Ruf stehen auf dem Spiel

Besonders hart treffen würde ein „No Deal“-Brexit vor allem britische Investmentboutiquen und spezialisierte Asset Manager, die zwar Kunden auf dem europäischen Festland haben, dort aber bislang noch keine eigene Niederlassung betreiben.

Für manche dieser Spezialisten ist ein Umzug zu teuer oder zu aufwändig. Andere fürchten den administrativen Aufwand, der mit Zulassung und Vertrieb ihrer Produkte als UCITS-Fonds verbunden ist. Und der eine oder andere hofft wohl immer noch, mit einem blauen Brexit-Auge davonzukommen. Doch ein solches Aussitzen kann kleinere Unternehmen viel teurer kommen – für sie stehen Kunden, Assets und ihr guter Ruf auf dem Spiel.

Eine aktive Herangehensweise, die auch professionelle Hilfe beim Vertrieb in der EU nicht ausschließt, sowie offene und ehrliche Kommunikation sollten spätestens in dieser kritischen Phase der Brexit-Verhandlungen Vorrang haben. Letztendlich geht es besonders für kleinere UK-Manager darum, ihren Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern trotz Brexit zu signalisieren: „We’re still open for business!“


1) Quelle: Artikel dpn, 18. Feb. 2019: „Keine Angst vorm Brexit“, 4. Absatz nach Zwischenüberschrift „Herausforderungen: Margendruck und Technisierung“.
2) Quelle: Info Chart The Investment Association, Dez. 2017: “Asset Management in the UK”.
3) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 3. Absatz.
4) Quelle: Beitrag auf FondsTrends, 25. Feb. 2019: „Das Vereinigte Königreich und Luxemburg nach dem BREXIT“.
5) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018: “Beyond Brexit”, S. 24.
6) Quelle: Meldung Pensions & Investments, 14. Feb. 2019: ʺUK investors will lose EU market access in no-deal Brexit”.
7) Quelle: CFA-Pressemeldung, 21. März 2018: ”Latest CFA Institute Brexit Barometer”, 5. Absatz.
8) Quelle: White paper The Investment Association, Juni 2018:  “Beyond Brexit”, S. 26.
9) Quelle: Reuters Business Report, 6. Feb. 2019: “Brexit and the City”.
10) Quelle: Financial News, 25. Feb. 2019: “Banks tempt London staff to EU with Brexit sweeteners”.
11) Quelle: Financial Times, 16. Juni 2018: “Brexit contingencies: asset managers put plans into action”.
12) Quelle: Reuters, 31. Jan. 2019: “Irish Central Bank clears over half of Brexit applications”.

Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Hagen Gerle

Hagen Gerle ist Spezialist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen aus der Finanzbranche. Der gelernte Tageszeitungsredakteur und ehemalige Kommunikationsmanager von Fidelity Investments berät seit 1994 vorrangig ausländische Fondsgesellschaften. 2002 gründete er sein eigenes Beratungsunternehmen in Frankfurt/Main: Gerle Financial Communications bietet Kunden strategische Beratung, Medienarbeit, Investment writing und Erstellung von Unternehmenspublikationen. 2011 siedelte Hagen Gerle mit Familie und Geschäft in den Südwesten Englands um, von wo er Finanzunternehmen in verschiedenen Ländern betreut.

Der Vermögensverwalter von heute: auch verantwortlich für Anlegervertrauen

Die Herausforderungen für den Vermögensverwalter sind höher als je zuvor: Kostendruck und die Geschwindigkeit technologischer Veränderungen sowie neuer Regularien definieren das Umfeld, so Steffi Schenkewitz, Senior Manager bei KPMG Luxemburg.

Als wenn das nicht schon genug wäre, so ist noch ein weiteres Wettbewerbsfeld hinzugekommen: der Kampf um das Vertrauen der Anleger.

Vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen sind insbesondere in der Vermögensverwaltungsbranche von Bedeutung. Ob direkt mit dem Kunden oder über Vermittler: Die Vertrauensbeziehung zwischen Anleger und Vermögensverwalter ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg auf beiden Seiten.

Eine sich wandelnde Branche

Die Vermögensverwaltung zielte bisher hauptsächlich auf vermögende Privatpersonen ab, die oft Private Banker an ihrer Seite hatten. Dementsprechend passten Fondshäuser ihre Arbeitsweisen, Kostenstrukturen und Marketingmaßnahmen an diese Kundengruppe an und schufen damit eine Branche, die eher im B2B-Bereich angesiedelt war.

Die digitale Transformation hat jedoch zeitgleich in vielerlei Hinsicht eine Revolution der Denkweise ermöglicht bzw. ausgelöst. Eintrittsbarrieren wurden in vielen Bereichen gesenkt, angefangen bei Autoren, die E-Books selbst veröffentlichen, bis hin zu Unternehmern, die digitale Geschäfte einfach ins Leben rufen. Das Anlagegeschäft ist hier keine Ausnahme: Mit einem Markt für Investoren, die weniger Geld investieren wollen (zwischen 1.000 € und 100.000 €), haben Robo-Advisor und Social-Trading-Plattformen an Fahrt gewonnen, indem sie ihre Anleger direkt mit dem verbinden, was sie suchen. Für die Nutzer wird die so gewonnene Form der Selbstbestimmung lebendig, sei es, wenn sie ein Buch selbst veröffentlichen, ein Unternehmen gründen oder in einen Fonds direkt investieren.

Dementsprechend erkennen Vermögensverwalter jetzt, dass es um die Befähigung und Zufriedenheit der Anleger geht. Einige Fondsmanager versuchen sogar, ihre Vermittler zu umgehen, um die Kundenbeziehung direkt zu pflegen und noch mehr zu vereinfachen. Wie auch immer die Taktik aussieht, die Wahrheit ist, dass ein Markt für maßgeschneiderte Dienstleistungen und personalisierte Investitionen entstanden ist. Die Anleger verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, warum der Kauf eines Fonds anders und komplizierter sein sollte als ihr Einkauf bei Amazon. Es liegt nun also an den Fondshäusern, diesen Erwartungen zu entsprechen und relevante Lösungen zu bieten, um damit durchweg positive Erfahrungen bei den Anlegern zu schaffen.

Tricks und Techniken

Im Mittelpunkt des Anlegervertrauens steht die sogenannte Investor Journey („die Reise des Anlegers“), ein Weg mit vielen Interaktionen und Kontaktpunkte zwischen dem Vermögensverwalter und dem Anleger. Bei einem Robo-Advisor läuft diese Reise vollständig über eine klare und digitale Plattform ab: Ein Algorithmus liefert den Anlegern maßgeschneiderte Portfolios, sie erhalten 24-Stunden-Zugang, Telefon- und Tablet-Apps und vieles mehr. Andere Startups haben sich auf das Onboarding von Kunden fokussiert – ein Schlüsselmoment auf der Reise des Anlegers. Dabei wird der traditionelle Ansatz der Kundenannahme vollständig aufgegeben und durch einen technologie-basierten Ablauf ersetzt. Sogenannte Neobanks verstehen sich in diesem neuen Ansatz und bieten eine äußerst einfache Onboarding-Erfahrung für Kunden.

Letztendlich sollte die Reise für den Anleger unkompliziert sein, auch wenn im Hintergrund eher komplexe und vielschichtige Prozesse ablaufen. Einige der komplexen Faktoren, wie etwa regulatorische Anforderungen, können sogar in erfreuliche Erfahrungen umgewandelt werden: intelligente Fragebögen erlauben beispielsweise einen spielerischen Weg zur Einhaltung der MiFID-Regeln.

Insgesamt geht es darum, den Endkunden zu verstehen, zu bedienen und so sein Vertrauen zu gewinnen. Anstatt ihm zu sagen, welche Fonds am besten für ihn sind, werden Anlagen personalisiert und auf einer einfach zu bedienenden Plattform mit minimalen administrativen Hürden angeboten. Nicht zu vergessen: die Transparenz – ein weiterer Faktor, den Kunden sehr schätzen. Fondsmanager versuchen als Antwort darauf, eine stärkere und transparentere Verbindung zwischen der Fondsgesellschaft und dem Anleger aufzubauen. Sie arbeiten an neuen internen Strukturen und Prozessen, um die nachgelagerten Stellen innerhalb der Fondsgesellschaft auf das Bewusstsein für die Anleger und deren Erwartungen zu fokussieren. So können Fondsgesellschaften die Art und Weise, wie all ihre Mitarbeiter das Markenversprechen einhalten und umsetzen, verbessern.

Ausblick in die Zukunft

Aber was bedeuten diese Veränderungen für die Fondsmanager von heute? In erster Linie bieten sich große Möglichkeiten für die Zusammenarbeit. Vor ein paar Jahren noch schürten neue digitale und regulatorische Trends Ängste. Heutzutage werden sie als nützliche Mittel angesehen, um mit Kunden auf wirksame Art und Weise zu interagieren.

Interessante und kreative FinTechs stehen für jeden Teil der Wertschöpfungskette zur Verfügung. Was also bleibt, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein und das Vertrauen des Anlegers von morgen zu gewinnen, ist neben strategischen Partnerschaften auch das Markenversprechen konsequent umzusetzen, positive Erfahrungen für Anleger zu schaffen und sich an dessen Bedürfnisse permanent anzupassen.


Der Beitrag erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Steffi Schenkewitz

Steffi Schenkewitz ist Senior Manager bei KPMG Luxemburg. Sie hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Prüfung von Banken und Investmentfonds bzw. Fondsgesellschaften gesammelt. Seit drei Jahren ist sie in einer überfunktionalen Rolle tätig und begleitet firmenübergreifende Projekte im Bereich Marktauftritt, Business Development und Markteintrittsstrategien.

Umstrittene Waffen: Appell an die Indexanbieter

Wir appellieren an die Indexanbieter, umstrittene Waffen aus den Hauptindizes auszuschließen, erklärt Laurent Ramsey, Managing Partner and CEO von Pictet Asset Management.

Wir als Vermögensmanager stellen Kapital zur Finanzierung der Realwirtschaft zur Verfügung. Wir haben die Pflicht, dieses Kapital verantwortungsvoll zu verteilen, und müssen dabei die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigen.

Dazu gehört auch, dass wir nicht in Unternehmen investieren, die an der Herstellung umstrittener Waffen beteiligt sind. Aus diesem Grund appellieren wir gemeinsam mit anderen Vermögenseignern und Vermögensmanagern an die Indexanbieter, die umstrittenen Unternehmen aus ihren Hauptindizes auszuschließen. Die Initiative, die zusammen mit Swiss Sustainable Finance umgesetzt wird, hat bereits über 140 Unterzeichner gefunden – auf die in der Summe ein Vermögen von 6,9 Bio. US-$ entfällt. Jetzt sind die Indexanbieter am Zuge.

Investments in Unternehmen, die mit umstrittenen Waffen wie Streumunition, Antipersonenminen sowie chemischen, biologischen und Atomwaffen zu tun haben, verstoßen bereits gegen viele nationale und internationale Vorschriften und Abkommen wie den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und das Übereinkommen zum Verbot von Streumunition.

Die Indexanbieter belassen sie aber weiterhin in ihren großen Indizes. Für aktive Anleger hat die Umsetzung der Ausschlüsse einen zusätzlichen Tracking Error gegenüber den Standard-Benchmarks und weitere Kosten zur Konsequenz. Passive Anleger hingegen haben oftmals keine Wahl, weil die große Mehrheit der Strategien traditionelle, ausschlussfreie Indizes nachbildet. Wenn Anleger heutzutage gängige Benchmarks nachbilden, tragen sie unweigerlich zur Finanzierung von Unternehmen bei, die an der Herstellung umstrittener Waffen beteiligt sind.

Das muss sich ändern. Gemäß internationalen Verträgen und Übereinkommen, Investmentpraktiken und der öffentlichen Meinung sollten sich Hersteller umstrittener Waffen nicht mehr so einfach Geld beschaffen können. Dem Konsens zufolge sollten sie aus aktiven und passiven Investments ausgeschlossen werden.

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Anlegergemeinschaft eine treibende Kraft für positive Veränderung sein kann, die Verbesserungen bei der Corporate Governance und nachhaltigen Geschäftspraktiken bewirkt und einen Beitrag zur Finanzierung neuer Technologien zum Schutz der Umwelt leistet. Diese Initiative ist eine Chance, einen wirklichen Wandel herbeizuführen.


Nähere Informationen zu der Initiative finden Sie auf der Website von Swiss Sustainable Finance.

Über den Autoren

Laurent Ramsey ist seit dem 1. Januar 2016 geschäftsführender Teilhaber der Gruppe. Er ist CEO und mitverantwortlicher Teilhaber von Pictet Asset Management, dem institutionellen Geschäftsbereich der Pictet-Gruppe. Laurent Ramsey hat 22 Jahre Erfahrung in der Asset-Management-Branche, davon 16 in den Bereichen Pensionsfonds und Vertrieb. Er kam 1993 zu Pictet. Nach zwei Jahren in Genf war er in Asien als Senior Investment Manager in Hongkong und Singapur tätig. Danach wurde er mit der Entwicklung des institutionellen Geschäfts in dieser Region betraut und zum Executive Director von Pictet Asia ernannt. Im Jahr 2000 kam Laurent Ramsey zurück nach Genf, wo er zuerst die Funktion des Head of Marketing & Sales von Pictet Funds innehatte. 2004 wurde er zum CEO dieses Geschäftsbereichs ernannt. Nach der Fusion von Pictet Funds und Pictet Asset Management im Jahr 2010 wurde Laurent Ramsey Global Head of Distribution der neu geschaffenen Geschäftseinheit Pictet Asset Management. Laurent Ramsey hat einen Bachelor und einen Master in internationaler Betriebswirtschaft der Handelshochschule Lausanne (HEC/Unil). Im Jahr 1994 erwarb er überdies das Schweizer AZEK-Diplom für Finanzanalysten und Portfoliomanager.

Über Pictet Asset Management

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 171 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Yin and yang: how private assets and derivatives can work together

Data suggests that many institutions would benefit from higher allocations to private assets, but that liquidity constraints often limit their use. Jon Exley, Solutions Manager at Schroders, discusses how the use of derivatives can help address the liquidity concerns.

Many studies indicate that private assets offer a significant risk premium above public market comparators, even allowing for higher asset management costs.

The volatility of private assets is also no worse, or sometimes even better, than the volatility of their public market equivalents. This implies that unconstrained portfolio optimisation would result in very high allocations to private assets.

So why are private assets not more widely used?

Concern over portfolio liquidity tends to explain why private asset allocations are generally well below the theoretical optimum. Indeed, the risk premium on private assets is often explained as an “illiquidity premium”, available only to those who can tolerate illiquidity.

The important point to note here is that liquidity constraints are usually met simply by ensuring that the investor has sufficient liquid assets in stressed downside scenarios to fund their liquidity requirement. In other words, we are not usually stressing the liquidity requirement itself – or the illiquid asset - but instead stressing the residual liquid assets.

However, a stressed event in liquid assets is really just a significant fall in their market value. Thus, the capacity to hold illiquid assets can potentially be increased by managing the downside risk of the liquid assets (i.e. the risk of a significant fall in a liquid asset’s value) and one of the most effective ways of doing this is through the use of derivative instruments.

Derivatives can improve downside risk characteristics of liquid assets

We modelled three different approaches to allocating to private assets subject to a liquidity constraint. The base strategy allocated the maximum amount to private assets that can be achieved without breaching the liquidity constraint in the 99thpercentile modelled outcome for liquidity.

We found that a strategy which allocated an additional 10% to private equity combined with put protection meets the liquidity constraint and still captures two thirds of the improvement in portfolio internal rate of return (IRR) seen in the base strategy, after basically spending the remaining one third of the IRR improvement on the put option protection. 

It is worth remembering that the use of protection serves a dual purpose: not only can it facilitate higher investment in illiquid assets to improve overall expected return, it also reduces the downside risk of the overall portfolio. Indeed, the solution could equally be thought of as subsidising the cost of risk management using the illiquidity premium.

An investor concerned about developed market equity valuations could potentially implement the above put strategy to address downside risk and use an allocation to illiquid assets to mitigate the cost impact on expected return. 

Derivatives can also improve the liquidity characteristics of private assets

Furthermore, the put protection doesn’t have to be notionally paired with the public assets; it can also be paired with the private assets. This strategy can then be viewed as improving its liquidity by providing a targeted “liquidity shot” during periods of public market distress rather than managing downside risk of the private asset per se. 

So, we can view derivative based risk management solutions as either improving downside risk characteristics of liquid assets or improving the liquidity characteristics of private assets.

Derivatives can help increase returns, lower risk and enhance liquidity 

In conclusion, there has been significant interest recently in the idea of combining various forms of private assets to provide blended solutions. We would suggest that derivative based risk management strategies should be considered alongside illiquid assets as part of these blended solutions, potentially creating overall strategies with higher return, lower risk and enhanced liquidity. 


To read the full report as a PDF, click here. To find out more about private assets at Schroders, click here.

This article has first been published on schroders.com.

„Die Fondsindustrie kann von der Luxusgüterindustrie viel lernen“

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich und seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Im Interview mit FondsTrends erklärt er, was die Luxusgüterindustrie anders als die Fondsindustrie in der Werbung macht.

FondsTrends: Herr Caduff, Ihr Haus ist jüngst ins Video-Geschäft eingestiegen. Was sind die Gründe und warum gerade jetzt?

Thomas J. Caduff: Das Thema „Videos“ liegt schon lange auf meinem Schreibtisch, ich habe die Papiere immer wieder von einer Seite auf die andere Seite geschoben. In dieser Zeit habe ich bestimmt über 100 Finanz-Videos bis ins letzte Detail angeschaut, und es wurde mir dabei meistens rasch ziemlich langweilig. Auch kann man die Firmen, die damit im deutschsprachigen Raum nachhaltig Geld verdienen, an einer Hand abzählen. Also erlosch immer wieder mein Interesse, gerade dann, als ich das Projekt anschieben wollte.

Die Initiative, warum gerade jetzt, kam von meiner Frau. Sie designte für einen der beiden grossen deutschen Sportartikelhersteller und nun für zwei bekannte Schweizer Uhrenmarken. Da kam mir bei einer Bergwanderung der Gedanke, mal deren Social-Media-Aktivitäten anzuschauen, im Speziellen, was deren Influencer auf Instagram so alles machen. Und das hat binnen weniger Minuten so gepackt, dass ich mir sagte, das sollte man so auch in der Finanzindustrie machen – natürlich angepasst auf das konservative Umfeld unserer Branche.

FondsTrends: Wie werden dann diese Luxusgüter beworben?

Thomas J. Caduff: Man kann es auf einen Nenner bringen: Story Telling. Sie werden nie eine Schauspielerin, einen Schauspieler oder einen Sportstar sehen, der einem erklärt, wie das Uhrwerk ihrer oder seiner Uhr funktioniert. Aber der Betrachter bekommt augenblicklich das Gefühl, dass die Person das Produkt liebt und es wirklich cool findet.

Bei Finanzanzeigen kommt jedoch immer gleich der Disclaimer mitgeliefert, dass man mit dem Kauf des Produktes ein Teil seines investierten Kapitals verlieren kann. Es leuchtet wohl jedem ein, dass dies nicht gerade viel Freude und Begeisterung beim Betrachter weckt.

FondsTrends: Können Sie das denn anders machen?

Thomas J. Caduff: In unseren Verträgen steht, dass kein Produktname und keine Angaben zum Produkt wie zum Beispiel ISIN-Nummern erwähnt werden dürfen. Auch sind selbstredende Gewinnversprechungen tabu. Es geht schlicht ergreifend ums Branding. Also ganz genau das, was die Modehäuser aus Paris und Mailand in all den Hochglanzheften ständig machen. Wir liefern sozusagen die Speisekarte, essen tun die Interessierten dann auf der Website unserer Kunden. Und ganz wichtig: Es sind Interview-Videos, beinhaltend drei Fragen und der Clip dauert maximal drei Minuten.

FondsTrends: Und wie geht das technisch?

Thomas J. Caduff: Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute Realität. Jedermann kann nun sein eigener Video-Produzent sein. Im Büro oder irgendwo auf dem Globus. Wir nutzen dafür die modernste Smartphone-Technologie: schnell, effizient und kostengünstig. Wir sind dafür eine Kooperation mit einem Züricher IT-Unternehmen eingegangen, das in der Finanzindustrie sehr erfolgreich unterwegs ist.

Kurzum: Mit „Experten-Spotlights“ bieten wir ein disruptives komplett neues Finanz-Video-Format in der Schweiz, in Deutschland, Luxemburg und Österreich an. Die Videos gehen innert weniger Minuten online und werden in die wichtigsten Social-Media-Kanäle eingespeist. In Deutschland ist das große Finanzportal ariva.de unser Medienpartner. Sie können natürlich auch fürs eigene Marketing zielgenau verwendet werden. Hier sehen Sie kurz zusammengefasst, um was es geht.

FondsTrends: Können Sie ein paar Worte zu den Kosten sagen?

Thomas J. Caduff: Der Preis pro Video – also Produktion und unser Vertrieb an eine fünfstellige Anzahl an Kontakten – kostet wenige hundert Euro. Das ist unschlagbar tief, insbesondere auch im Vergleich zu Anzeigen. Die sind bekanntlich vergänglich, ein Video bleibt aber beispielsweise auf YouTube.

FondsTrends: Was für Adressen sprechen Sie damit an?

Thomas J. Caduff: Alle Finanzadressen, die mit wenig Geld viel Beachtung bekommen wollen. Aber es ist auch klar, dass die ganz grossen Adressen Videos lieber selbst machen. Ich hatte vor ein paar Tagen ein gemeinsames Lunch mit einem Country Head einer im Markt relevanten Adresse. Er sagte mir, O-Ton: „Thomas, das ist echt cool, eine super Sache, aber ich bekomme dies beim „Legal & Compliance“ in London niemals durch.“ Es werden also vornehmlich Häuser sein, deren Management – und nicht die Rechtsabteilung – Entscheidungsbefugnis hat und dann natürlich die vielen hundert Fondsboutiquen, die es im DACH-Raum gibt. Damit ist der Kreis aber längst nicht geschlossen. Auch zum Beispiel für Service-Anbieter ist unser „Experten-Spotlight“-Angebot von grossem Nutzen.

FondsTrends: Nennen Sie noch ein Beispiel – wie können die Videos ganz konkret in der Akquise genutzt werden?

Thomas J. Caduff: Sehr gerne. Als ich mich jüngst mit einem Sales einer mittelgrossen Fondsboutique unterhielt, merkte ich rasch, dass seine Reisekosten innerhalb Deutschlands beträchtlich sind und die Abschlussquote noch viel Luft nach oben hat. Ich habe seinen Äußerungen entnommen, dass nicht alle seine Besuche wirklich Früchte trugen. Ich habe ihm empfohlen, diesen Kontakten vorgängig ein Video mit seiner dreiminütigen Botschaft zu senden und dann anzufragen, was sie von seinem Angebot halten. Was nämlich auch nie vergessen werden darf, die Person muss dem potenziellen Geschäftspartner sympathisch sein, ansonsten lässt sich auch das beste Produkt nur schwerlich verkaufen. Nebst dem „Story Telling“ kommt dank der Videos auch der „Personal Touch“ rüber. Das wird niemand auf dieser Welt nur mit PowerPoint-Präsentationen und Factsheets erreichen.


Das Interview wurde geführt von FondsTrends und erschien zuerst auf fondstrends.lu.

Thomas J. Caduff

Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH in Zürich. Er ist seit über 30 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten das Börsenkommissariat des Kantons Zürich, die Bank Vontobel, die Credit Suisse und die UBS. Thomas J. Caduff diente ferner drei Jahrzehnte lang in einer Division und mehreren Brigaden der Schweizer Armee als Kommunikations- und Medienoffizier. Herrn Caduff finden Sie auf:

Entwicklungschancen durch Bildung

von Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management.

Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben sowie die Beherrschung der Grundrechnungsarten sind eine Basisvoraussetzung, um die eigenen Potenziale entfalten zu können. Fehlende Selbstbestimmung und mangelnde Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen führen zu einer Einschränkung der persönlichen Freiheit des Menschen. Während die Millennium Development Goals (MDG) der Vereinten Nationen vor zwanzig Jahren mit dem Ziel Nr. 2 lediglich ein Grundwissen anstrebten, gehen die 2015 veröffentlichten Sustainable Development Goals (SDG) deutlich weiter und sprechen im vierten Ziel nicht nur von Bildung, sondern von „Bildung mit Qualität“.

Das Bildungssystem eines Staates hat drei grundlegende Aufgaben. Erstens sollen Werte, Normen und Traditionen vermittelt werden. Mit dieser soziokulturellen Aufgabe ist auch die Integrationsfunktion der Bildung verbunden. Zweitens geht es um die Schaffung geeigneter Qualifikationen durch Bildung. Diese ökonomische Funktion des Bildungssystems umfasst auch Themen wie die finanzielle Allgemeinbildung. Drittens erfüllt das Bildungssystem eine politisch-soziale Aufgabe, wozu die Verringerung der sozialen Ungleichheit zählt. Das Bildungssystem hat zudem das Ziel, Menschen in geeigneter Weise für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dabei ist der optimale Mittelweg zwischen guter Allgemeinbildung und rein fachbezogener Ausbildung zu suchen.

Eine geeignete und profunde Ausbildung erhöht die Chancen, eine attraktive und gut bezahlte Arbeit zu finden. Innovative und auf komplexe Prozesse spezialisierte Unternehmen liefern sich bereits seit einiger Zeit einen regelrechten Kampf um die besten Köpfe unter den top ausgebildeten Absolventen der Universitäten. Intelligente und hochgebildete High Potentials können sich ihren Arbeitsplatz unter verschiedenen attraktiven Angeboten aussuchen und auch entsprechende Ansprüche an den potenziellen Arbeitgeber stellen.

Analphabetismus kann als ein wesentlicher Grund für die strukturelle und ökonomische Rückständigkeit eines Staates gesehen werden, allerdings ist dieses Phänomen auf globaler Ebene heutzutage deutlich weniger verbreitet als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Analphabetenquote eines Landes als Indikator für das Bildungsniveau beschreibt denjenigen Anteil der Bevölkerung, der nicht lesen und schreiben kann. Deutliche Ungleichgewichte und Unterschiede bei den länderspezifischen Alphabetisierungsraten sind dabei immer wieder zu beobachten. Sie können sich aufgrund von Aspekten wie Diskriminierung, Migrationshintergrund oder auch Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ergeben. Im Jahr 2016 lag die Alphabetisierungsrate weltweit bei 86 %. Eine sehr hohe Analphabetenquote ist aktuell in einzelnen Ländern in Zentralafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten zu beobachten. Im Bereich der Länderbewer tung im Nachhaltigkeitsrating nimmt das Thema Bildung – als Qualitätsmerkmal einer Volkswirtschaft – einen wesentlichenTeil im Rahmen der Bewertung der sozialen Strukturen und damit im Sozialrating eines Landes ein. Zwischen den Themen Bildung und Gleichberechtigung besteht ein originärer Zusammenhang.

Unterschied der Alphabetisierung zwischen jungen Männern und Frauen, 2015

Quelle: Weltbank, OurWorldInData.org CC BY-SA

Vermutlich liegen die beiden Ziele „Hochwertige Bildung“ (SDG 4) und „Geschlechtergleichstellung“ (SDG 5) der Vereinten Nationen also nicht zufällig direkt nebeneinander. Auch heute noch ist das Recht auf Bildung in vielen Regionen der Welt dem männlichen Teil der Bevölkerung vorbehalten. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Frauen auch im deutschsprachigen Raum den vollständigen Zugang zu Universitäten erst Anfang des 20. Jahrhunderts erhielten. Weltweit gesehen lag die Alphabetisierungsrate im Jahr 2016 für den männlichen Teil der Bevölkerung bei 90 % und für den weiblichen Teil bei 83 %, woraus sich ein geschlechtsspezifischer Unterschied von sieben Prozentpunkten ergibt. Regional bestehen vor allem am afrikanischen Kontinent beträchtliche Unterschiede.

Natürlich hat Bildung nichts mit charakterlichen Eigenschaften oder dem Wesen eines Menschen zu tun. Trotzdem darf man Bildung als einen wesentlichen Aspekt der persönlichen Entwicklung und des individuell erreichten Wohlstandes betrachten. Der sogenannte Index der Menschlichen Entwicklung oder Human Development Index (HDI) wird vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht. Er ist eine Art Wohlstandsindikator und berücksichtigt neben dem Bruttonationaleinkommen auch die Lebenserwartung sowie die Dauer der Ausbildung. Der HDI fokussiert auf Menschen, Chancen und Wahlmöglichkeiten. Insofern ist das Thema Bildung für den Index von größter Bedeutung. Im globalen Trend verbesserte sich dieser Wert zuletzt vor allem durch eine Steigerung der Lebenserwartung. Hervorzuheben ist, dass im untersten Segment zahlreiche Länder die Indexbewertung im Vergleich zu 2010 deutlich steigern konnten. Österreich erreichte 2018 mit einem Wert von 0,908 den zwanzigsten Rang weltweit.

Human Development Index (HDI)

Wert 2017 und jährliche Steigerungsrate in Dekaden Quelle: Human Development Report Office 2018

Eine Studie der WU Wien und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg zeigt eine interessante Korrelation zwischen Lebenserwartung und Bildung. Gemäß den Aussagen der Wissenschaftler ergab sich in den letzten Jahren ein zunehmender Gleichlauf, der nicht nur auf einer gesünderen Lebensweise basieren könnte. Es scheint ein weiterer Horizont in der Lebensplanung von besser gebildeten Menschen erkennbar – Risiken werden so offenbar besser erkannt und vermieden.

Anteil der Bevölkerung mit tertiärer Bildung, 2017

Quelle: OECD (2018), Adult education level (indicator). doi: 10.1787/36bce3fe-en – accessed on 13 November 2018

Ein hoher Anteil von überdurchschnittlich gebildeten Menschen wird zumeist als Standortvorteil im Wettbewerb um anspruchsvolle und zukunftsträchtige Technologien interpretiert. Die aktuellen Statistiken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2017 sehen beim Prozentanteil der Bevölkerung mit tertiärer Bildung (Abschluss an Universitäten und Hochschulen) Kanada mit einem Anteil von 57 % in der führenden Position vor Japan und Israel mit je 51 %. Österreich und Deutschland liegen mit 32 und 29 % im unteren Mittelfeld, die Schweiz mit 43 % im Vergleich deutlich höher. Die Vergleichbarkeit der Daten wird allerdings durch national unterschiedliche Bildungssysteme und Definitionen erschwert.

GREEN JOBS

Das Thema Nachhaltigkeit und die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf ein verantwortungsvolles und zukunftsfähiges Wachstum finden immer mehr Eingang in den Bildungsbereich.

Die theoretische Seite einer Kombination von Bildung und Nachhaltigkeit findet Platz an immer mehr Hochschulen, die Ausbildungen im Bereich Nachhaltigkeit anbieten. Auf der praktischen Seite steigt das Angebot an „Green Jobs“ dynamisch an. Im akademischen Bereich wurde in Österreich bereits vor vielen Jahren ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien ins Leben gerufen. Außerdem existiert mit der Allianz Nachhaltige Universitäten ein nationaler Zusammenschluss von bis dato 15 österreichischen Universitäten, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen.

Mit entsprechender Bildung und Ausbildung und einem Fokus auf Nachhaltigkeit können immer mehr Menschen vom wachsenden Angebot an sogenannten „Green Jobs“ profitieren. Dahinter stehen die Ziele von Nachhaltigkeit und einem Wachstum, das von ökologischen und sozialen Aspekten unterstützt wird. Laut EU-Definition handelt es sich bei Green Jobs um Arbeitsplätze, die beispielsweise in der Herstellung von Produkten oder dem Angebot von Technologien und Dienstleistungen angesiedelt sind, die nachhaltigen Mehrwert generieren. Konkret geht es bei diesen Jobs darum, Umweltschäden zu vermeiden und natürliche Ressourcen zu erhalten. Green Jobs finden sich in vielen Sektoren der Wirtschaft, sie sind mit unterschiedlichen Qualifikationen verbunden.

Die Definition der International Labor Organisation (ILO) für Green Jobs unterstreicht vor allem die Klimaschutz-Perspektive dieser Berufsalternativen. Erwähnt werden unter anderem die Themenbereiche Energie- und Materialeffizienz, die Absenkung von Treibhausgasemissionen, die Minimierung von Abfall und Schadstoffbelastungen, der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen und die Anpassung an die Effekte des fortschreitenden Klimawandels.

Um die Breite der Möglichkeiten von Green Jobs darzustellen, bietet sich auch ein Abgleich mit den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) an. Auf Basis der SDG-Definitionen können Green Jobs auf acht verschiedenen Ebenen angesiedelt werden. Im SDG Ziel Nr. 1 geht es um die Verbesserung der Belastbarkeit armer Teile der Bevölkerung angesichts negativer Effekte des Klimawandels. Im Zusammenhang mit dem Thema Bildung geht es im SDG Nr. 4 um die Erweiterung individueller Fähigkeiten im Beruf durch die verstärkte Berücksichtigung nachhaltiger Inhalte. In den SDG-Zielen 5 und 6 werden die Aspekte von Nicht-Diskriminierung und Verbesserung der Wasserversorgung und sanitären Versorgung behandelt. Der Ausbau der Produktion von sauberer Energie und die Versorgung mit dieser sind eine wesentliche Basis für Green Jobs, welche ein starkes Wachstum aufweist. Ebenso wichtig, wenn es um ökologisch interessante Jobs geht, ist die Transformation der Wirtschaft in Richtung einer nachhaltigeren Ausrichtung im Ziel 8. Die SDGs 12 und 17 sind von Bedeutung, wenn es um Arbeit in den Bereichen nachhaltiger Konsum, gesundes und sicheres Wohnen sowie die Gestaltung der administrativen und finanziellen Basis für Green Jobs geht.

POSITIVKRITERIUM

Für Nachhaltigkeitsinvestoren ist das Thema Bildung in mehrfacher Hinsicht relevant. Es ist ein Positivkriterium und kein Ausschlusskriterium. Dies gilt sowohl für die Unternehmensebene, wie etwa die Weiterbildung der Arbeitnehmer, als auch für das nationale Bildungssystem. Nachhaltigkeitsanalysen auf Staatenebene ziehen ihre Bewertung der Bildung unter anderem aus Daten zum Analphabetismus und zur durchschnittlichen Länge des Schulbesuchs. Gemeinsam mit dem Thema Gleichberechtigung fließen sie in den Cluster der humanen und sozialen Bedingungen ein. Im Bereich der Bildung auf Unternehmensebene sind neben der Qualifizierung der Arbeitnehmer auch Unternehmen zu erwähnen, deren „Produkt“ bildungsbezogen ist. Mit Unternehmen, die im Verlagswesen tätig sind oder privaten Anbietern von Studienangeboten, können sich für den nachhaltigen Investor interessante Investmentalternativen ergeben.


Diesen Beitrag finden Sie mit Grafiken sowie weiteren Informationen in der jüngsten Ausgabe des Nachhaltigkeitsletters „nachhaltig investieren“ der Raiffeisen KAG. Die vollständige Ausgabe zum Thema „Bildung“ finden Sie links als PDF.

Das nachhaltige Fondsangebot beim Pionier der sozial­ökologischen Banken

Karsten Kührlings hat in den vergangenen fünf Jahren das Investmentfondsgeschäft der GLS Bank, der ersten sozial-ökologischen Bank der Welt, aufgebaut. Im Interview mit altii erklärt er, wie die vier Fonds mit 330 Mio. Fondsvolumen sozial-ökologische Wirkung erzielen und zugleich eine marktangemessene Rendite erwirtschaften sollen.

altiiBeschreiben Sie bitte die GLS Bank. Was sind Ihre Ziele und welche Strategie verfolgen Sie und Ihr Bereich? 

Karsten Kührlings: Gegründet 1974 ist die GLS Bank die erste sozial-ökologische Bank der Welt. Wir wollen eine positive Gesellschaftsentwicklung fördern – das haben wir auch in unser Leitbild geschrieben. Dafür bieten wir vielfältige Dienstleistungen und Produkte an: vom Girokonto, über Beteiligungen, Kreditfinanzierung bis hin zu Stiftungsangeboten oder Crowdfunding. Und das alles ausschließlich in Branchen, die unseren sozial-ökologischen Standards entsprechen.

Seit 2013 haben wir ein eigenes Investmentfondsgeschäft aufgebaut, in dem wir derzeit ein Fondsvolumen in Höhe von 330 Mio. Euro verwalten. Dabei übernehmen wir die gesamte Fondsentwicklung und -verwaltung, das Nachhaltigkeitsresearch sowie das Portfolio Advisory unserer Wertpapierfonds. 

Seit 2013 haben wir vier Fonds initiiert, den GLS Bank Aktienfonds (Dezember 2013), den GLS AI – Mikrofinanzfonds (Dezember 2015), den GLS Bank Klimafonds (August 2017) sowie seit Oktober 2018 den B.A.U.M. Fair Future Fonds (Aktienfonds). Darüber hinaus haben wir bereits 2010 die Auflage des FairWorldFonds mitbegleitet, der im vergangenen Jahr die Volumengrenze von 1 Mrd. Euro überschritten hat.

altii: Welche Fondsstrategien haben Sie dazu im Angebot?

Kührlings: Ziel aller Fonds ist es, eine sozial-ökologische Wirkung zu erzielen und zugleich eine marktangemessene Rendite zu erwirtschaften. Wir verfolgen eine langfristig angelegte buy-and-hold-Strategie. Der Portfolioumschlag beträgt zum Beispiel beim Aktienfonds nur rund 20% pro Jahr. Vor jeder Investition schauen wir uns im Detail an, ob der Titel sowohl sozial-ökologisch als auch fundamental attraktiv ist.

Jeder Fonds weist dabei einen klaren inhaltlichen Schwerpunkt auf. Der GLS Bank Aktienfonds investiert in die Nachhaltigkeitsvorreiter weltweit. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds verfolgt einen entwicklungspolitischen Ansatz und will die finanzielle Teilhabe von Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern fördern. Mit dem GLS Bank Klimafonds, einem Mischfonds (70% Renten/30% Aktien) wollen wir in Unternehmen und Staaten investieren, die einen nachweislichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und der B.A.U.M. Fair Future Fonds legt seinen Fokus auf mittelständische Unternehmen mit einem hohen Nachhaltigkeitspotenzial.

altii: Welche Performance haben die GLS-Fonds seit Auflage verzeichnet?

Kührlings: Angesichts des herausfordernden Marktumfeldes haben wir zuletzt sehr konservativ agiert. Wir haben defensive, antizyklische und dividendenstarke Titel übergewichtet sowie eine hohe Cashquote gehalten. Ökonomisch betrachtet haben sich unsere Fonds damit gut geschlagen: Der GLS Bank Aktienfonds hat seit Auflage vor fünf Jahren eine Gesamtperformance von rund 30 % erzielt und dabei eine im Marktdurchschnitt signifikant niedrigere Volatilität aufgewiesen. Er schüttet regelmäßig aus. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds liegt seit Auflage Ende 2015 rund 5% im Plus und schüttet ebenfalls aus.

altii: Was zeichnet Sie zum Thema Nachhaltigkeit aus und wie unterscheiden Sie sich von anderen Anbietern?

Kührlings: Bei uns ist Nachhaltigkeit der Kern unserer Geschäftsaktivität. Wir haben keine konventionellen, sondern bieten ausschließlich nachhaltige Fonds an. Was für uns Nachhaltigkeit bedeutet, haben wir in Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen definiert. Potentielle Investments durchlaufen einen strengen, mehrstufigen Prozess, in dem sie auf klar definierte Positiv- und Ausschlusskriterien geprüft werden. Gezielt nehmen wir zudem an Neuemissionen von Green Bonds und Projektanleihen teil, um Kapital direkt den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Auch dazu haben wir einen eigenen Prüfprozess ins Leben gerufen. Interne Analysten und externe Experten stellen sicher, dass ausschließlich Titel ins Portfolio kommen, die dem GLS Nachhaltigkeitsverständnis entsprechen. 

Es gibt dabei übrigens kein Schwarz oder Weiß. Wichtig ist die kritische Auseinandersetzung mit jedem Titel. Statt mechanischer Bewertungsschema oder Scoring-Modelle, setzen wir auf Einzelfallentscheidungen. Denn diese bilden die Wirklichkeit viel besser ab. 

altii: Wer sind Ihre aktuellen Investoren und wen wollen sie zukünftig als Investor gewinnen?

Kührlings: Die Anlegerstruktur der Fonds ist sehr granular. Besonders hoch ist die Nachfrage bei den Kunden der GLS Bank. Dabei handelt es sich vor allem um Privatanleger sowie Stiftungen. 

Die positive Entwicklung und kontinuierlichen Zuflüsse unserer Fonds bestärkt uns darin, unsere Angebote einer breiteren Zielgruppe bekannt zu machen. Impact Investing ist das Stichwort. Stiftungen suchen vermehrt nach Investitionsmöglichkeiten, die ihren Werten entsprechen. Und auch andere institutionelle Investoren ziehen ihre Gelder aus z.B. CO2-intensiven Branchen zurück und suchen Alternativen. Möchten sie die Gelder nachhaltig und zudem langfristig anlegen, sind wir ein interessierter Partner. Ebenfalls können wir uns vorstellen, mit Akteuren am Markt zusammenzuarbeiten, die ihr Fondsangebot ernsthaft und bewusst um eine Nachhaltigkeitssparte ergänzen wollen.

altii: Gibt es schon Vehikel und Strategien, die von institutionellen Investoren in Deutschland erworben wurden?

Kührlings: Alle unsere Fondsangebote haben eine Anteilklasse, die sich speziell an institutionelle Anleger richtet und ein attraktives Kostenprofil aufweist. Die Mindestanlage beträgt 200.000 Euro beim Aktienfonds, Klimafonds sowie B.A.U.M. Fair Future Fonds, 500.000 Euro beim Mikrofinanzfonds. Alle unsere Strategien sind auch als Spezialfondsmandat darstellbar.

altii: Wie stehen Sie zum Thema “Greenwashing” und wie schützen Sie die Investoren davor?

Kührlings: Wir halten dies für eine ernste Gefahr, der sich die Branche stellen muss. Insbesondere den neuesten Trend am Markt, viele ESG-Fonds jetzt in sogenannte SDG- oder Impact-Fonds umzufirmieren, sehen wir kritisch. Aus unserer Sicht ist eine tatsächliche nachhaltige Wirkung häufig sehr schwer festzustellen. Hier kann es zur Irreführung des Anlegers kommen. 

Um sich davor zu schützen, sollte ein Investor die Glaubwürdigkeit der Anbieter hinterfragen: Seit wann beschäftigt sich der Anbieter mit Nachhaltigkeit? Gibt es allgemeine Anlagegrundsätze, z.B. Ausschluss von Waffen oder Tabak? Gelten diese für alle Anlageprodukte? Und natürlich: Wie wichtig ist dem Anbieter Transparenz? Ist der Auswahlprozess nachvollziehbar?

Insbesondere der letzte Punkt ist für uns entscheidend. So machen wir als GLS Bank alle unsere Investments umfassend transparent. Einmal im Jahr veröffentlichen wir für jeden Fonds einen Investitionsbericht, in dem alle Interessierten nachlesen können, aus welchen Gründen wir investiert – oder devestiert - haben. Ebenfalls haben wir als Bank ein Pilotprojekt gestartet, mit dem wir die Wirkung unserer Kreditfinanzierungen und Kapitalanlagen ganzheitlich erfassen wollen.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12 bis 24 Monate?

Kührlings: So volatil die Kapitalmärkte aus unserer Sicht bleiben werden, so dynamisch wird sich das Feld nachhaltiger Kapitalanlagen entwickeln. Der Druck des Gesetzgebers, Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen, wird für Versicherungen und Pensionsfonds immer größer. Das EU-Ausland ist dabei häufig schon mehrere Schritte weiter als wir. 

Jeder institutionelle Investor muss sich in Zukunft daher nicht mehr die Frage stellen, ob Nachhaltigkeit wichtig ist, sondern wie er sie am besten umsetzt. Will er die höchsten sozialen und ökologischen Risiken lindern, um Ruf- und Performanceschäden vorzubeugen? Oder will er eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, die glaubwürdig ist und eine positive Rendite bringt? Für die zweite Wahl haben wir ein gutes Angebot.

altii: Danke für das Interview.


Über Karsten Kührlings

Karsten Kührlings hat in den vergangenen fünf Jahren das Investmentfondsgeschäft der GLS Bank aufgebaut. Der gelernte Diplom-Kaufmann (FH) ist seit 2013 bei der GLS Bank tätig. Zuvor hat er bei der Sparkasse Mülheim das Wertpapiergeschäft geleitet. Er sitzt in mehreren Gremien (Anlageausschüssen) und ist Vorsitzender des Verwaltungsrates des GLS AI – Mikrofinanzfonds. Herrn Kührlings finden Sie auf Xing und LinkedIn.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds im Gesamtvolumen von mehr als 300 Mio. Euro sowie zwei Partnerfonds (B.A.U.M. Fair Future Fonds und FairWorldFonds) an.

Kontakt

Karsten Kührlings
+49 234 5797 100
investmentfonds@gls.de
www.gls-fonds.de

Three themes for 2019 - and some black swans

Keith Wade, Chief Economist & Strategist at Schroders, discusses three themes that will shape market performance in the coming year, as well as four events that could take investors by surprise.

2018 was a challenging year for investors with US equity and government bond markets both returning less than cash. Two factors were instrumental in delivering this outcome: disappointment with global growth and less cash flowing through the global economy (tighter liquidity).

These factors will continue to influence markets in the year ahead. We have identified three key themes that will prove important for investors in 2019. We also discuss four “black swans” - events which are plausible but not currently being given much weight by markets.

Theme 1. Lower availability of cheap money exposes those reliant on borrowing

In 2019 we expect the volume of money in the global financial system to reduce. The main reason for this is a change in the activities of major central banks. After a period of buying government bonds, the US Federal Reserve (Fed) plans to now sell back some of these investments, withdrawing some cash in circulation. The European Central Bank has said it will stop buying bonds. This leaves the Bank of Japan as the only major central bank still contributing to new money to the financial system (through the purchase of its government bonds).

This matters because when money is easily accessible, and available to borrow cheaply, investors are prepared to take greater risks. In recent years this has helped direct investment into peripheral eurozone markets (e.g. Greece, Portugal, Spain and Italy), some emerging markets and also lower grade corporate credit. As liquidity is withdrawn from the system, an important support for these markets disappears. The early effects of this trend were already being seen in emerging markets in 2018. In 2019 they look set to intensify.   

Theme 2. The return of emerging markets

Given the above discussion it may seem odd but we believe that emerging markets can make a comeback in 2019 – if the US Fed’s policy of interest rate rises comes to a halt. Should this happen - and we forecast one more rate rise in June, taking US rates to 2.50-2.75% - there is good reason to believe the US dollar will lose some of its strength. This would provide a welcome relief to those investors that borrow in dollars –a heavy weight of whom reside in the emerging markets.

The positive effects from this development could more than offset the pressure from the withdrawal of money in the global financial system and escalating trade tensions. Arguably, prices for emerging market assets may already be discounting the worst, with both equities and foreign exchange in those countries having fallen significantly so there is room, following some good news, for a bounce.

Macroeconomic developments will be important as well though and it may need more government spending and/or tax cuts from China before investors’ confidence is more firmly restored. The worry of a US-China trade war remains a looming threat but there is no reason to expect an outright contraction in overall trade as activity should be diverted elsewhere.

Theme 3. Populist pressures mean governments turn to quick fix policies

Without the engine of US or Chinese demand, global growth tends to slow. The US outperformed, in growth terms, in 2018 as a result of President Trump's tax cutting agenda. Other leaders and governments have been taking note. In France, President Macron responded to weekends of riots by meeting populist demands for lower taxes. In the event of a hard exit from the EU, the UK is planning its own fiscal boost. Japan may well be the exception, with an increase in a consumption tax scheduled for October 2019. However, even here measures are being taken to offset the impact.

In any case, the key point is that governments seeking growth are no longer making economic reforms to increase competition or make labour markets more flexible. The approach today is to deliver a quick fix through a tax cut, increased public spending or regulation such as a rise in the minimum wage rate. Some of these measures are warranted and overdue but others are a response by governments to populist pressures.

How are these themes likely to shape market performance in 2019?

Much of the bad news is already priced in by the markets. This of course is no guarantee of positive returns in 2019 but it does mean that markets are better positioned for disappointment and hence potentially more resilient to shocks than they were last year.

Black swans: Thinking the unthinkable

The themes above are reasonably well-known. Black swans are the “unknown unknowns”. By definition, we cannot anticipate them but we have identified four scenarios are plausible. We think they are also worth consideration.

1. Another eurozone crisis

The first eurozone debt crisis began in 2009 and saw several eurozone member states (most notably Greece) become unable to repay (or refinance) their debts. A number of countries were also unable to bail out over-indebted banks. The European Central Bank (ECB) stepped in, effectively printing money to ensure the markets continued to have access to cash, thereby preventing a suspension in activity and possible economic collapse.

Since then, there has been a call, from President Macron in particular, for the creation of a central fund to support growth should such events arise again. This has yet to be formed. A potential new crisis was only narrowly avoided at the end of 2018 when the spending plans of the new populist Italian coalition government tested the strict guidelines of the European Commission. Such drama is likely to play out again in 2019 given the broader rise of populist politics.

2. No Brexit 

This may seem inconceivable given the time and energy currently being poured into sorting a withdrawal agreement. However, “no Brexit” is the only outcome that will not require a vote (apart from "no deal"). As MPs have rejected the current deal on offer, and the EU unlikely to concede anything further, there must be a possibility that the government cancels Article 50 and stays in the EU.

3. Military action 

Sadly, there are plenty of hot spots which could ignite in 2019. The proxy war in the Middle East (being fought in Yemen and Syria) could become an actual war between Saudi Arabia and Iran. China has ambitions for Taiwan and across the region. The recent departure of defence secretary James Mattis indicates a more isolationist US, creating opportunities for others to fill the void. If President Trump’s dismissal of the UN’s function leads to a less co-ordinated international response to territorial skirmishes, Russian ambitions could re-escalate.

4. Trump does not run for re-election in 2020  

Although it is often difficult to read the president's intentions, he appears to be constantly campaigning and setting himself for a second term. However, he will have to see off US Special Counsel Mueller’s investigation into alleged Russian interference in the 2016 election first. Furthermore, he is already the oldest person to be elected president, taking office at the age of 70 and would be 78 if he served a whole second term. Health may be a factor. Or, he could simply decide to do something else: there has been talk of him founding a media empire – Trump TV anyone?


This article has first been published on schroders.com.

Warum es an der Zeit ist, das Konzept „Core“ neu zu erfinden

Da die über marktkapitalisierungsgewichtete Indexstrategien verwalteten Vermögenswerte rapide steigen, hinterfragen die Anleger die Ineffizienzen, die mit Massentrades einhergehen können. Herkömmliche Core ETFs haben bislang nicht in dem Ausmaß auf Änderungen reagiert oder die Führungsrolle eingenommen, wie sich das viele Anleger von ihnen erwartet hätten, erklärt Howie Li, Head of ETFs bei Legal & General Investment Management.

Für uns bedeuten Indexanlagen nicht, dass wir „passive“ Anleger sein sollten. Wir hören unseren Kunden zu, um herauszufinden, welche Ergebnisse sie sich von ihren Anlagen in ETFs erwarten. Fondsmanager müssen aktiver vorgehen, um die Risiken der Massentrades zu mindern und mit Unternehmen für den langfristigen Nutzen ihrer Anleger sowie des Marktes generell zusammenzuarbeiten. Wir haben unsere Palette von Core ETFs mit diesen Grundsätzen als Kernstück konzipiert.

So gibt es bestimmte, von herkömmlichen Core ETFs gehaltene Unternehmen, die unseres Erachtens für Anleger langfristige Risiken darstellen. Wir haben eine aktive Entscheidung getroffen, solche Unternehmen bei unseren Core ETFs auszuschließen. Zugleich verfügen wir als aktive Eigentümer und Verantwortliche für die Anlagen unserer Kunden über den erforderlichen Überzeugungsgrad, um von unserem Stimmrecht auch gegen Beschlüsse der von uns gehaltenen Unternehmen Gebrauch zu machen. Anleger haben nun die Wahl, dass ihre in Kernaktien investierenden ETFs auf das sich ändernde Anlageumfeld proaktiver reagieren.

Von einem Core ETF sollte man sich schließlich weitaus mehr als nur geringe Kosten erwarten. Das End-to-End-Design und fortlaufende Management unserer Palette an Core ETFs spiegelt unsere langfristigen Werte und das Feedback unserer Kunden wider: Wir sind mit ihnen einer Meinung, dass Core ETFs zugunsten der Anleger neu konzipiert werden müssen.

Was sich verändert hat und wie Core ETFs neu erfunden werden sollten

Meidung von Massen

Die große Mehrheit von indexnachbildenden Anlagen zeichnet sich durch Umschichtungen aus, die sich auf nur wenige wichtige Handelstage in jedem Jahr konzentrieren – und zwar in dem Zeitraum, in dem maßgebliche Indizes einer Neugewichtung unterzogen werden. So hatte ein Neugewichtungstag für einen maßgeblichen globalen Aktienindex zum Beispiel einen Anstieg des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache des durchschnittlichen Handelsvolumens im Monat davor zur Folge.

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass Anleger, die an dem Tag ihre Transaktionen durchführen, an dem ein maßgeblicher Aktienindex neu gewichtet wird, Renditen einbüßen, die sie erwirtschaften könnten, wenn sie sich schon vor diesem Datum neu ausrichten würden. Da Indexfonds (einschließlich ETFs) immer mehr Anlagegelder anziehen, dürfte der auf Portfolios lastende Verdrängungsdruck weiter steigen – genauso wie das Risiko für eine erhöhte Kursvolatilität bei den Aktien, die von Neugewichtungen betroffen sind.

Unsere Core ETFs verfolgen Indizes, die unabhängig von den meisten Mainstream-Indexanbietern Neugewichtungen unterzogen werden. Dabei handelt es sich um eine weitere von uns ergriffene Maßnahme zum Schutz unserer Kunden. Wir meiden damit nämlich die Marktauswirkungen überlaufener Transaktionen in Zeiten, in denen Mainstream-Indizes neu gewichtet werden.

Aktive Schritte unsererseits zur Neukonzeption von Core

Wir sind dafür verantwortlich, auf Unternehmen, in denen unsere Kunden investiert sind, positiv einzuwirken. Als Fondsmanager müssen wir dabei helfen, langfristige Performance und Stabilität zu fördern.

Investieren in Unternehmen, die die minimalen Standards unternehmerischen Handelns einhalten.

Wir sind bestrebt, die Auswirkungen potenzieller Regulierungsmaßnahmen von Regierungsbehörden vorwegzunehmen und die Anforderungen an Unternehmen für die Aufnahme in unsere in Kernaktien investierenden ETFs zu erhöhen. Unseres Erachtens sollten bestimmte Unternehmen vom Anlageuniversum der Kernaktien ausgenommen werden, da ihre Geschäftspraktiken den globalen Mindeststandards nicht gerecht werden und für Indexanleger dadurch ein Anlagerisiko entsteht.

Unsere Future World Protection Liste entspricht einem regelbasierten Ansatz, mit dem sicher gestellt wird,dass die Anforderungen erhöht werden, damit zumindest diese Mindeststandards eingehalten werden. Aktien von Unternehmen, die diese Standards nicht erfüllen, werden nicht in den Core ETFs gehalten. Die Future World Protection Liste wurde so konzipiert, dass sie Änderungen am Geschäftsgebaren widerspiegelt, d. h. sie reagiert auf das Anlageumfeld. Gegenwärtig bestehen folgende Schwerpunktbereiche:

Stimmabgabe für positive Maßnahmen

Aktuell herrscht das Missverständnis vor, dass Indexfondsmanager bei der Verwaltung von Anlagen passiv sein müssen.

Wir wissen, dass unsere Kunden mehr erwarten. Sie haben im Laufe der Jahre darauf vertraut, dass wir uns als Befürworter von Veränderungen engagieren, wenn die Verhaltensweisen von Unternehmen verbesserungswürdig sind. Durch die Verwaltung von über 1,3 Billionen US$ an Vermögenswerten, die der Prüfung durch unser Corporate Governance Team unterliegen, konnten wir uns einen Ruf als aktiver Eigentümer von Unternehmen erarbeiten.1

Lernen Sie unsere Teams kennen

Mit über 30 Jahren Erfahrung sind wir mit der Verwaltung von Indexfonds sehr gut vertraut.

Indexspezialisten

Die Fonds werden von unseren auf ETFs spezialisierten Portfoliomanagern in London verwaltet. Das Global Index Fund Management Team verfügt über eine globale Präsenz mit Fondsmanagern in London, Chicago und Hongkong. Das Team verfolgt einen pragmatischen Ansatz der Replikation, um sicherzustellen, dass jeder Fonds den jeweiligen Index möglichst genau nachbildet und aktiv Schritte unternommen werden, um die Kosten zu senken und potenziell die Renditen zu steigern. Dieser Ansatz erfordert detaillierte Kenntnisse der Finanzmärkte und ein tiefes Verständnis der Komplexität der Indexkonstruktion und -neugewichtung.

Ein Bekenntnis zur Corporate Governance

Das Corporate Governance and Responsible Investment Team innerhalb von LGIM erfüllt eine sehr aktive Funktion bezogen auf die Sachverhalte, die den langfristigen Wert der Vermögen unserer Kunden betreffen. Über alle Fonds von LGIM hinweg vertritt das Team die Interessen unserer Kunden, indem es mit Unternehmensleitungen zusammenarbeitet, ihre Stimmrechte als Aktionäre ausübt und öffentlich höhere Marktstandards einfordert.

Weitere Informationen zu unseren Fonds

Core ETFs

Mainstream-Korrelation

Unsere Backtests zeigen, dass die Solactive Core Indizes, die unsere ETFs verfolgen, eine historische Korrelation von 99,9% mit vergleichbaren Benchmarks eines maßgeblichen Indexanbieters aufweisen.2 Investoren könnten daher möglicherweise von unserem proaktiven Indexfondsmanagement profitieren und zugleich am Kernmarkt engagiert bleiben.

Wie unsere Core ETFs für Vermögensallokationen genutzt werden können

  • Strategische Anlagen: Eingehen eines spezifischen langfristigen Marktrisikos durch unsere diversifizierten Bausteine
  • Taktische Anpassungen: Flexible Anpassung der Vermögensallokation an kurzfristige Marktentwicklungen
  • Diversifikation des Konzentrationsrisikos: Unsere in Kernaktien investierten ETFs sind skalierbar und können einzeln oder in Verbindung mit den bestehenden Bausteinen der Investoren eingesetzt werden, um das Konzentrationsrisiko auf Emittentenbasis zu diversifizieren

Weitere Informationen zu den Core ETFs von Legal & General Investment Management finden Sie links im PDF.


1) Quelle: Interne Daten von LGIM, Stand: 30. Juni 2018. Diese Zahlen beinhalten das von LGIMA, einem bei der SEC registrierten Anlageberater, verwaltete Vermögen. Daten beinhalten Derivatpositionen.
2) Quelle: LGIM, Bloomberg. Die Auflegung der Indizes von Solactive ist auf Ende Mai 2012 datiert, die Angaben zu den Gesamtrenditen verstehen sich nach Gebühren, in GBP für den GB-Index, in EUR für Europa ohne GB, in USD für die übrigen Renditeangaben. Die vergangene Performance lässt keine Schlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

Die Index-Neugewichtung: Zur Vermeidung von Handelsverlusten

Da Indexanlagen immer beliebter werden, wird das Handelsvolumen rund um die Termine, zu denen Indizes neu gewichtet werden, zunehmend erhoeht. Das kann in der Folge zu unvorhersehbaren Kursschwankungen führen, so Howie Li und David Barron, beide Legal & General Investment Management.

Indexfonds gelten häufig als die kostengünstigste und einfachste Art, um Marktengagement aufzubauen. Aber ihr Erfolg bei der Gewinnung von Anlagegeldern geht mit der Gefahr von Renditeschmälerungen für die Anleger einher, wenn die Mittelflüsse nicht proaktiv gemanagt werden.

Legal & General Investment Management (LGIM) bietet diese Investmentlösungen seit mehr als 30 Jahren an und hat sich so zum fünftgrößten Indexmanager weltweit entwickelt.1 In dieser Zeit haben wir verschiedene Risiken und Ineffizienzen beobachtet, die wir zugunsten unserer Anleger auf pragmatische Weise mindern und aus denen wir für sie sogar Vorteile ziehen konnten. Da zum Beispiel die Anlagegelder, mit denen populäre marktkapitalgewichtete Indizes nachgebildet werden, im Laufe der Jahre zugenommen haben, sind laut unseren Studien immer mehr Anleger für die mit den Aktienkursen verbundenen Risiken rund um Neugewichtungsereignisse anfällig geworden.

Diese Ineffizienzen dürften noch weiter zunehmen, da wir für beliebte, auf Kernaktien fokussierte Indizes von einer steigenden Kursvolatilität ausgehen, während immer mehr Anleger an Lösungen mit aus Kernaktien bestehenden Indizes interessiert sind. Aus diesem Grund sind wir bemüht, die Risiken, die mit extremen Handelsereignissen (o.ä) einhergehen, proaktiv zu meistern.

Mehr Vermögen, mehr Risiken?

Es ist kein Geheimnis, dass die Beliebtheit von Indexanlagen in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen ist. Anleger interessieren sich für die vielen Vorteile von Indexfonds, darunter die vergleichsweise niedrigeren Gesamtkosten und den breiten Marktzugang. Die große Anzahl an Indexanlagen am Markt – insbesondere Anlagen, die beliebte, marktkapitalisierungsgewichtete Aktienindizes nachbilden – ist in den letzten zehn Jahren weiter gestiegen.

Bank of America Merrill Lynch und Moody’s haben in Studien festgestellt, dass in den USA etwa 38 % aller Aktienanlagen in indexnachbildenden Fonds vorgenommen werden. Sie gehen davon aus, dass der Aktienfondsmarkt in den USA schon ab 2020 zur Hälfte auf aktive und zur Hälfte auf indexbasierte Anlagen entfallen wird. In absoluten Zahlen schätzt PwC, dass sich das verwaltete Vermögen in indexnachbildenden Anlagen 2016 auf 14 Billionen US$ belief. Bis 20252 wird sich diese Zahl laut PwC mehr als verdoppeln.

Der Preis von Popularität

Das Ziel der Indexfondsmanager besteht in erster Linie darin, die Indizes so genau wie möglich nachzubilden. Da jedoch Indexanlagen immer beliebter werden, ist die Kursvolatilität wegen der Transaktionen, die die zahlreichen Indexanleger rund um die Neugewichtungstermine vornehmen, gestiegen. Früher fielen diese Transaktionen kaum ins Gewicht.

Wenn ein Indexanbieter sich entscheidet, eine Aktie in seinen Index aufzunehmen oder daraus zu entfernen, dann wird diese Entscheidung sowohl entsprechend der Regeln des jeweiligen Index getroffen als auch lange im Voraus öffentlich bekannt gegeben. Manager von Indexfonds, die Abbildung 1: Vermögen in Aktienindizes nachbildenden Fonds als %-Anteil des gesamten verwalteten Vermögens aller Aktienfonds die Übereinstimmungs-Differenz zwischen dem Fonds und dem Index auf ein Minimum beschränken möchten, werden diese Änderungen oft erst am letzten Tag vor der Umsetzung der Änderungen in ihren Transaktionen widerspiegeln, um sichsonahwiemöglichanihrenBenchmarksauszurichten. Wie es die Logik von Angebot und Nachfrage vorschreibt, gilt jedoch: Je mehr Nachfrage nach Transaktionen mit den gleichen Aktien – von denen es ein festes Angebot gibt – zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs dieser Aktien vorübergehend steigt oder zumindest kurzfristig Schwankungen aufweist.

Abgesehen von diesen Neugewichtungsterminen ist der Umschlag für Indexfonds in der Regel insgesamt recht niedrig. Im Mai 2018 führte eine umfangreiche Überprüfung eines Aktienindex zu folgendem Ergebnis. Rund 50 Aktien wurden neu aufgenommen bzw. schieden aus, was an einem einzigenTag eine Steigerung des Handelsvolumens um mehr als das 13-fache im Vergleich zum Vormonat nach sich zog. Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass je nach Index der dritte Freitag eines jeden Quartals oder der letzte Tag in den Monaten Mai und November das Handelsvolumen wesentlich durch umfangreiche Indexneugewichtungen bestimmt wird.

Wir untersuchten den möglichen Unterschied auf die Performance bei Neugwichtung eines großen globalen Aktienindex wenn am Tag der Bekanntgabe gehandelt wird und nicht bis zum Datum der effektiven Neugewichtung ein paar Wochen später gewartet wird. Im Verlauf von 14 Neugewichtungen von Februar 2015 bis Mai 2018 hätten sich mit einer solchen Strategie laut unserem Research im Durchschnitt 6,5 Basispunkte an jährlicher Performance erzielen lassen. Anders gesagt verloren Anleger, die erst am Tag der Indexneugewichtung Transaktionen vornahmen, potenziell bis zu 6,5 Basispunkte an Performance. Sie hätten diesen Verlust aber eventuell verringern können, wenn sie das hohe Tradingvolumen an den Neugewichtungsterminen vermieden hätten.

Research von Berkeley erläutert, weshalb dies unter Umständen der Fall ist: Viele der von ihnen untersuchten Aktien wurden sowohl nach der Ankündigung ihrer Aufnahme in Kernindizes als auch am Neugewichtungsdatum weit über ihrem durchschnittlichen Kursniveau gehandelt und gaben häufig einige dieser Zugewinne in den darauffolgenden Tagen wieder ab.2 Bei den einzelnen Unternehmen können diese Ereignisse im Vergleich zu den Tagen vor und nach der Neugewichtung zu einem äußerst sprunghaften Anstieg der Handelsvolumina führen, was sich natürlich auf die Kursvolatilität auswirkt.

Ruhige Tage

Die Nachbildung von Indizes, deren Neugewichtungen nicht an Tagen mit hohem. Tradingvolumen erfolgen oder die ganz einfach weniger Neugewichtungen vornehmen als andere Benchmarks, kann ebenfalls helfen, das mit unvorhersehbaren Kursschwankungen einhergehende Risikozumeiden.WieanhanddesNeugewichtungskalenders im Anhang ersichtlich wird, kann ein Index, der an einem anderen Zeitpunkt als dem Quartalsende neu gewichtet wird, die Massen meiden, die durch maßgebliche andere Indexanbieter mobilisiert werden. Anleger können nach wie vor einen breiten Marktzugang erhalten, wenn sie auf indexnachbildende Aktienfonds setzen, bei denen Neugewichtungen im Vergleich zu den beliebten Kernindizes in „ruhigeren“ Zeiten erfolgen.

In unseren in Kernaktien investierenden Exchange Traded Funds (Core ETFs) verfolgen wir beispielsweise die Performance der von Solactive unabhängig verwalteten und berechneten Indizes. Bei Solactive aus Frankfurt am Main handelt es sich um einen globalen Marktführer in der Indexbranche mit mehr als zehn Jahren Erfahrung und Anlagen in Höhe von 200 Milliarden US$ in indexgebundenen Produkten (Stand: Januar 2018). Diese Indizes sind so konzipiert, dass sie neu gewichtet werden, bevor viele der maßgeblichen Indexanbieter Änderungen an ihren Indizes ankündigen. Trotzdem korrelieren sie unseren historischen Analysen zufolge zu 99,9 % mit vergleichbaren Benchmarks maßgeblicher globaler Indexanbieter.

Erfahrene Indexmanager

Natürlich geht es bei der Bewältigung der mit Indexanlagen verbundenen Ineffizienzen nicht nur darum, das Datum der Neugewichtung zu ändern. Das Management von Indexfonds hat den unglücklichen Zusatz „passiv“ erworben. Dabei ist es alles andere als das.

Wir bei LGIM verfolgen einen pragmatischen Ansatz der Indexreplikation, der es uns ermöglicht, die Renditen der Anleger potenziell zu steigern, indem vorhersehbare Performancebelastungen gemindert werden. So kann unser erfahrenes, für das Management von Indexfonds zuständiges Team zum Beispiel versuchen, wahrscheinliche Indexänderungen vorwegzunehmen, oder optimale Handelsstrategien einsetzen, wenn es zu bestimmten Ereignissen in Unternehmen kommt.

Nicht nur Interesse an niedrigen Gebühren

Je stärker sich die Anleger der Ineffizienzen einer „herkömmlichen“ Indexanlage bei Neugewichtungsereignissen bewusst werden, desto anspruchsvoller werden sie gegenüber ihren Indexfondsmanagern. Da die Beliebtheit indexnachbildender Anlagen so bald nicht nachlassen dürfte, liegt es unseres Erachtens an den Managern, die in dieser Publikation aufgeführten Risiken zu steuern, etwa durch Lösungen wie die Nachbildung von Indizes mit alternativen Neugewichtungsterminen.

Darüber hinaus könnte eine pragmatischere Methode der Indexreplikation zur Minderung anderer Indexineffizienzen die Kosten für Anleger senken oder sogar die Renditen steigern. In unserer unlängst aufgelegten Palette an Core ETFs sind wir zugunsten unserer Kunden um beides bemüht und zeigen, dass die wachsende Anzahl an Indexanlegern mehr von ihren Indexfondsmanagern erwarten kann und sollte.

Weitere Informationen sowie eine Auflistung der Termine für die Neugewichtung der wichtigsten Indixes finden Sie links im PDF.


1) Pensions & Investments; Umfrage unter den größten Indexmanagern 2018.
2) Quelle: PWC, Asset & Wealth Management Revolution: Embracing Exponential Change, 2017

Howie Li ist Head of ETFs und leitet die Entwicklung sowie das Wachstum von ETFs bei LGIM. Li war unlängst CEO von Canvas, bevor er nach der erfolgreichen Übernahme von Canvas ETF zu LGIM stieß.

David Barron ist Head of Index Equity and Factor-Based Investing. Er konzentriert sich auf die Bereiche Research und Strategie und führt außerdem das Team, das für Anlagen in Index-Aktien verantwortlich ist.

Zugang zu Expertenwissen

Zu jeder eigenständigen thematischen Strategie existiert ein dediziertes Beratungsgremium, dass die Portfoliomanager dabei unterstützt, die langfristige Outperformance zu liefern, die Anleger erwarten, erklärt Philippe Rohner, Senior Investment Manager bei Pictet Asset Management, mit einer Handreichung zu den Thematic Advisory Boards von Pictet AM.

Was sind die Pictet Thematic Advisory Boards?

Philippe Rohner: Sie sind eine wichtige Säule unseres thematischen Angebots und unterstützen unsere Portfoliomanager dabei, die langfristige Outperformance zu liefern, die unsere Anleger von uns erwarten.

Zu jeder unserer eigenständigen thematischen Strategien existiert ein dediziertes Beratungsgremium, das idealerweise aus drei externen Beratern mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in einer relevanten Funktion in einer Regierungsbehörde, umfassender Branchenkompetenz und/oder einer entsprechenden akademischen Position besteht.

“Durch die Advisory Boards ist der Zugang zu profundem Fachwissen für unsere Plattform für thematische Aktienanlagen gesichert.” – Philippe Rohner

Was den fachlichen Hintergrund der Beraterinnen und Berater betrifft, so arbeiten wir nicht nur mit bekannten Koryphäen zusammen. Das ist nicht zuletzt so, weil sie zumeist sehr sichtbar und ihre Ansichten entsprechend frei verfügbar sind. Wir suchen vielmehr nach Experten, die uns auf der Basis nachgewiesener Erfolge in der Branche oder als Unternehmer neue Einsichten vermitteln können, oder nach Wissenschaftlern, die eine innovative konzeptionelle Denkweise zeigen.

Zusammen mit den jeweiligen Portfoliomanagern bilden sie das Advisory Board, das zweimal jährlich formell zusammentritt. An diesen Sitzungen nehmen ausserdem die Produktspezialisten zu dem jeweiligen Thema und abhängig von der Tagesordnung gelegentlich noch weitere Experten teil. Ich bin auf diesen Sitzungen für die Organisation und den Vorsitz zuständig.

Warum setzen wir Beratungsgremien ein?

PR: Wir sind davon überzeugt, dass das externe Fachwissen unseren Anlageteams dabei hilft, die Entwicklung unserer Themen besser zu verfolgen und zu managen.

Die Aufgabe des Advisory Boards ist nicht, sich an den Anlageentscheidungen als solchen zu beteiligen oder Titel für das Portfolio auszusuchen, sondern die Investmentmanager zu unterstützen.

“Die Advisory Boards helfen uns dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten.”

Die Advisory Boards helfen dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten und liefern spezifische Erkenntnisse zu kurzfristigeren Entwicklungen des Themas. Das hat den Vorteil, dass unsere Investmentmanager sich  ganz auf die Aspekte der Portfoliokonstruktion wie zum Beispiel die Titelselektion konzentrieren können, denn sie können darauf vertrauen, dass keine übergeordnete Entwicklung des „Big Picture“ unbemerkt an ihnen vorbeigeht.

Auf welche Weise konnten die Advisory Boards schon einmal dabei helfen, ein Thema neu zu positionieren?

PR: Ich kann mich an mehrere Fälle erinnern, in denen die Advisory Boards uns geholfen haben, unsere Haltung entweder zu bestätigen oder weiterzuentwickeln und unsere Themen neu zu positionieren. Jüngste Beispiele waren die Bestätigung der Strategien „Water“ und „Security“ und die letzte Neupositionierung unserer Strategie „Pictet Agriculture“ zu „Pictet Nutrition“ im Jahr 2017.

Damals hielten wir einen Workshop ab, an dem neben den Mitgliedern des Advisory Boards auch Experten des Copenhagen Institute of Future Studies (CIFS) teilnahmen. Die folgenden Gespräche trugen entscheidend zu der Erkenntnis bei, dass der Komplex der globalen Nahrungsmittelproduktion sich von der Frage der „Quantität“ (können wir genug Nahrung für die Welt produzieren?) zu einem eher konsumgesteuerten Fokus der „Qualität“ bewegte (wie können wir bessere Nahrungsmittel produzieren?).

Mitglied des Advisory Boards: Professor Asit K. Biswas

 

Wo treffen sich die Advisory Boards?

PR: Normalerweise werden die Sitzungen der Advisory Boards in unseren Genfer Büros anberaumt, aber nicht immer. Zum Beispiel fand das letzte Advisory Board Meeting zu unserer Strategie „Timber“ in Shanghai statt, sodass wir außerdem an einer globalen Konferenz der Forstwirtschaft teilnehmen und einige lokale Standorte der Holzindustrie besuchen konnten.

Wie erwähnt halten wir gelegentlich Workshops ab, bei denen das Advisory Board mit Experten des CIFS zusammentrifft, dessen Megatrend-Rahmen unsere Perspektive zur Beobachtung und Überwachung der langfristigen säkularen Wachstumstreiber eines Themas bestimmt.

Mitglied des Advisory Boards: Vaclav Smil

Warum arbeitet Sie mit dem Copenhagen Institute zusammen?

PR: Erstmal möchte ich hervorheben, dass es durchaus auch andere anerkannte Megatrend-Rahmen gibt, die sicher ebenso geeignet wären. Dies vorausgeschickt  schätzen wir am CIFS besonders, dass der Megatrends-Rahmen tatsächlich der Grund für die Existenz des Instituts ist. Es handelt sich also nicht einfach um eine  allgemeine Forschungsgesellschaft. Wir sind außerdem der Überzeugung, dass aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine kommerzielle Non-Profit-Organisation handelt, ein gewisses Mass an Objektivität gewährleistet ist.

Mitglied des Advisory Boards: Sandrine Zerbib

Weil der Auftrag des Instituts nicht anlageorientiert ist, denken wir, dass das CIFS uns eine gewisse Komplementarität bietet. Eine besondere Stärke des CIFS ist nachzuverfolgen, wie die Treiber und Auslöser von Megatrends sich entwickeln. Als Mitglieder des CIFS haben wir außerdem Zugriff auf proprietäre Forschungsergebnisse und Inhalte.

Was ist Ihre Aufgabe?

PR: Meine Aufgabe ist, das Zusammenwirken des Advisory Boards zu organisieren, zu moderieren und zu managen und, was vielleicht das Wichtigste ist, die Ergebnisse zu steuern.

Das ist eine Aufgabe, in die ich meine umfangreiche Branchenkompetenz und meine Anlageerfahrung zusammen einbringen kann. Als ich vor vierzig Jahren meine Laufbahn als Chemieingenieur begonnen habe, entschied ich mich dafür, mich auf die Umweltfragen zu konzentrieren, die mit der Wassernutzung durch eine große Ölgesellschaft verbunden waren. Damals hatte ich natürlich keine Vorstellung davon, dass ich einmal in meiner jetzigen Position landen würde.

Typische Agenda des Advisory Board

Im Rückblick betrachte ich meine Laufbahn bei Pictet als eine natürliche Entwicklung, die als Aktienanalyst auf der Verkaufsseite vor zwanzig Jahren ihren Anfang nahm. Im Jahr 2002 wurde ich Portfoliomanager für die Wasserstrategie von Pictet bei Hans Peter Portner. In den letzten Jahren konnte ich zu meiner großen Freude  einen eigenen Beitrag  zur erfolgreichen Expansion unserer Thematic Equity-Plattform leisten.


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Über den Autor

Philippe Rohner kam 2002 als Senior Investment Manager zu Pictet Asset Management. Er ist mitverantwortlicher Manager des Pictet Water Fund. Zuvor arbeitete er ab 1998 als Aktienanalyst im Bereich Institutional Brokerage Services (inzwischen Helvea AG) von Pictet. Seine berufliche Laufbahn begann Philippe Rohner als Chemie-Ingenieur bei Texaco Port Arthur Research Labs (Air & Water Conservation Dept.). Danach wechselte er zu Ciba-Geigy, wo er leitende Positionen in den Bereichen F&E und Produktion in der Schweiz und in Grossbritannien innehatte. Bei der erfolgreichen Ausgliederung und Börseneinführung der Sparte Spezialitätenchemie im Rahmen der Fusion von Ciba-Geigy mit Sandoz war er als Investor Relations Manager Mitglied der Task Force. Philippe Rohner erwarb an der Eidg. Technischen Hochschule (ETH) Zürich einen Doktortitel, nachdem er an der Universität Strathclyde einen MBA und an der Universität Texas ein Diplom als Umweltingenieur erworben hatte.

Über Pictet Asset Management 

Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

Mehr zu den Anlagestrategien von Pictet Asset Management

Folgen Sie Pictet Asset Management

Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Inescapable investment truths for the decade ahead

Charles Prideaux, Global Head of Product and Solutions, and Keith Wade, Chief Economist & Strategist, both Schroders, present their inescapable truths as the economic forces and disruptive forces they think will shape the investment landscape over the years to come.

It seems clear to us that the world investors have got used to over the last few years is very different to the one we need to get accustomed to in the years to come.

We have identified a number of economic forces and disruptive forces we think will shape the investment landscape ahead of us. They represent our "inescapable truths".

Our full paper available at the foot of the page explains these "truths" in more detail through a series of telling charts.

This summary captures the argument.

Economic forces

We believe a confluence of factors will set the scene for a slowing global economy in the next decade:

  • Slower growth in the global labour force
  • Poor productivity growth
  • Ageing populations
  • A growing role for China
  • Low inflation
  • Low interest rates

This backdrop is similar to what we’ve seen since the global financial crisis, where equity and bond markets have performed well despite low growth and inflation. However, the big difference for the years to come is that there will no longer be the tailwind of ultra-loose monetary policy, where interest rates have been kept well below inflation.

As interest rates normalise and quantitative easing (QE) unwinds, we think there will be a greater focus on the reliability of corporate earnings as market volatility increases. Just because GDP growth will be lower, it does not necessarily mean that companies’ profit growth will be lower.

Returns from market indices will also be lower, we believe. Investing passively (tracking a market index) is not likely to reap the returns investors have grown to expect.

The implication is simple: there will be greater need for active fund managers who can generate alpha – i.e. who can beat the market – in the period to come.

Disruptive forces

We think disruption will come from a number of angles in the years to come. 

Market disruption

  • Changing patterns of finance. Banks are likely to play a reduced role in financing economic activity and other forms of funding will grow in importance. We expect the corporate bond market to expand along with private equity and alternatives such as peer-to-peer lending and crowdfunding.
  • The end of QE. Other central banks are likely to follow the US’ lead in gradually reducing the assets on their balance sheets. These were assets bought via QE - a measure to ward off the fallout following the financial crisis. This unwinding will increase the supply of government bonds and corporate bonds to the private sector. It should be welcomed given the present shortage of these supposedly “safe” assets and with more retiring savers seeking investments that may offer greater financial security.

Technological disruption

  • Changing business models. Technology creates unique challenges for investors through its tendency to disrupt existing businesses and create winners and losers. Clearly picking those who are on the right side of technological progress will continue to be key for investment performance.
  • Displacement of jobs. Technology can bring greater efficiency in production, but can also increase displacement in the labour market as traditional jobs become obsolete. The increased use of robotics and AI (artificial intelligence) will affect a wider range of professions. This may worsen the problems of inequality and potentially bring even greater political disruption.

Environmental disruption

  • Rapid action needed. Our views of the future are complicated by growing tensions between the real economy and the natural environment - and climate change in particular. The challenge has been centuries in the making, but remedial action will have to be far faster to avoid its worst impacts.
  • Unchecked environmental damage will have severe economic and social consequences. While inaction implies significant long-term risks, steps to avoid the worst effects of climate change will also prove necessarily disruptive.

Political disruption

  • Government finances will come under pressure. The economic outlook will undermine government finances, while ageing populations will increase pension spending and demand for healthcare. The ability of governments to meet voter expectations will become increasingly challenged and may feed further populist unrest.
  • Pressure on individuals will grow. Government challenges will mean people will have to take greater individual responsibility for funding their retirement and healthcare.
  • The rise of populism will increase political complexity. Policies to temper the impact of globalisation through restrictions on trade, immigration and capital flows are increasingly likely to emerge.

In summary, after almost a decade of strong returns many investors have become complacent about the outlook. This assessment suggests that in a more challenging future environment factors such as asset allocation, access to multiple sources of return, active stock selection and risk management will be critical in meeting the goals of investors over the next decade.

As we enter the next phase of the post-global financial crisis era, these inescapable truths can help guide investors through a time of unprecedented disruption.

Please click on the link to download the full report as a PDF.


This article has first been published on schroders.com.

"Nachhaltigkeit ist für alle Anleger interessant"

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien wird in unterschiedlichen Produktlösungen und -ausprägungen angeboten. Auch für nachhaltige Investments ist es wichtig, den richtigen Asset Manager und die für das jeweilige Marktumfeld passende Asset Allocation auszuwählen. Lorne Campbell und Michael Schmidt, beide von der Deka, im altii Interview zu nachhaltigen Investments.

altii: Der Markt für nachhaltige Investments wächst seit Jahren dynamisch, insbesondere bei institutionellen Anlegern. Warum?

Michael Schmidt: Institutionelle Anleger setzen in ihrem Portfoliomanagement nicht nur deshalb verstärkt auf nachhaltige Ansätze, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und ihre Reputation zu schützen oder zu fördern. Zunehmend im Fokus steht die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten als Element eines verbesserten Risikomanagements, so dass insbesondere extreme Ereignisrisiken vermieden werden können.

altii: Welche Dienstleistungen bietet die Deka ihren institutionellen Kunden im Bereich Nachhaltigkeit an?

Lorne Campbell: Wir unterstützen institutionelle Kunden individuell – vom Consulting über die Portfolioallokation und das Management bis hin zum Reporting. Dank gebündeltem Fachwissen und langjähriger Erfahrung mit verschiedenen Investmentprofilen sind unsere Experten in der Lage, die speziellen Anforderungen institutioneller Anleger mit sinnvollen Lösungen zu unterlegen und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Portfolio zu überprüfen.

Schmidt: Das Leistungspaket wird abgerundet durch Corporate-Governance-Angebote wie die Stimmrechtsausübung bei Hauptversammlungen von börsenorientierten Unternehmen und unseren weitergehenden Engagement-Ansatz. Dabei nutzen wir unsere ca. 1.600 Unternehmenskontakte pro Jahr, um im direkten Gespräch mit Vorständen und Aufsichtsräten ESG-Themen zu adressieren.

altii: Gibt es Kunden die glauben, dass nachhaltige Investments mit Renditeverzicht einhergehen müssen?

Campbell: Diese Anleger gibt es zwar noch, aber es werden immer weniger. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass nachhaltige Investments und Rendite sich nicht ausschließen müssen. Beispiele finden sich etwa beim Center for Corporate Responsibility and Sustainability an der Universität Zürich oder der Harvard Business School und der London School of Business. Das spricht sich herum. Aber auch für nachhaltige Investments ist wichtig, den richtigen Asset Manager und die für das jeweilige Marktumfeld passende Asset Allocation auszuwählen.

altii: Sind nachhaltige Anlagen nur für Großinvestoren wie Pensionskassen und Versicherungen interessant?

Schmidt: Nachhaltigkeit ist für alle Anleger interessant. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien ist ein wirksames Instrument der Risikosteuerung – und wird in unterschiedlichen Produktlösungen und -ausprägungen angeboten. Das reicht vom Sparplan in einem nachhaltigen Fonds ab 25 Euro im Monat über Publikumsfonds für institutionelle Anleger wie z.B. Stiftungen, wo ab Anlagebeträgen von 25.000 oder 50.000 Euro passende Anlagekonzepte realisiert werden können.

altii: Wie legen institutionelle Investoren in Nachhaltigkeit an? Um welche Produkte geht es dabei?

Campbell: Wir helfen unseren Kunden, den geeigneten Nachhaltigkeitsansatz zu finden und diesen umzusetzen, wobei insbesondere Fonds vielschichtige Gestaltungs-Möglichkeiten eröffnen. Es beginnt mit der Definition dessen, was ein Kunde unter Nachhaltigkeit versteht. Unser Angebot reicht hier von der Beratung bei der Formulierung und reicht über die Operationalisierung einer Nachhaltigkeitsstrategie bis hin zur Umsetzung in Investmentlösungen – seien es Publikums-, Spezialfonds oder aber auch Mandate.

Schmidt: Unsere nachhaltigen Wertpapieranlagen für institutionelle Kunden in Mandaten und Spezialfonds basieren häufig noch auf individuellen Ausschlusskriterien, also dem Verbot bestimmter Investments wie Waffen, Arbeits- oder Menschenrechtsverletzungen. Wir nutzen dabei die Ergebnisse renommierter ESG-Research-Anbieter und ergänzen dieses mit Research unserer Analysten. Durch den laufenden Abgleich wird sichergestellt, dass nur Wertpapiere in den Portfolios gehalten werden, die nach den für den Fonds definierten Nachhaltigkeitskriterien investierbar sind. Für alle von uns gemanagten Fonds gilt: Investitionen in Hersteller von Cluster-Munition, Anti-Personen-Minen, Handfeuerwaffen und Grundnahrungsmittel sind verboten.

altii: Müssen sich Unternehmen nicht stärker anpassen? Etwa indem ökologische und soziale Aspekte sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung stärker im Bewusstsein der Verantwortlichen verankert werden?

Campbell: Unbedingt. Das sich ändernde Umfeld verlangt definitiv Anpassungen bei den Unternehmen. Aber dadurch eröffnen sich auch neue Chancen: Unternehmen, die hier vorbildlich handeln, können nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung punkten und ihre Reputation steigern, sondern auch qualifiziertes Personal gewinnen sowie den Ressourcenverbrauch reduzieren. Darüber hinaus lassen sich ganz konkret Finanzierungskosten senken und neue Investorengruppen erschließen.

altii: Wie geht die Deka damit um bei den Unternehmen, in die sie das Geld der Anleger investiert? Fordert sie Nachhaltigkeit ein, etwa bei Auftritten auf Hauptversammlungen?

Schmidt: Ja. Investoren haben nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Pflicht, Einfluss zu nehmen. Nicht zuletzt deswegen will etwa die Europäische Kommission die langfristige Einbeziehung der Aktionäre fördern – Stichwort: EU-Aktionärsrechterichtlinie. Das Stimmrecht ist eines der wertvollsten Rechte des Aktionärs und verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang damit. Dementsprechend ist die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens für Anteilseigner einer der wichtigsten Anlässe, um Kritik zu äußern und Veränderungen zu fordern – gerne mit entsprechender Öffentlichkeitswirkung für das betreffende Unternehmen.

altii: Die „Prinzipien für nachhaltiges und verantwortungsvolles Investieren“ (Principles for Responsible Investment, PRI) ist mittlerweile eine der bedeutendsten Investoreninitiativen. Die Deka war 2012 eine der ersten deutschen Fondsgesellschaften, die sich zu diesen Prinzipien bekannt haben. Was war der Grund?

Schmidt: Mit diesem Abkommen verpflichten sich institutionelle Investoren, nachhaltig und im Sinne der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu agieren. Für unsere Kunden werden Themen aus den Bereichen Umwelt und soziale Verantwortung zunehmend wichtiger. Diese gestiegenen Anforderungen haben wir in unseren Prozessen implementiert und wollten mit der Unterzeichnung zeigen, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll zu investieren.

Campbell: Darüber hinaus haben wir als DekaBank unsere Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit von spezialisierten Nachhaltigkeits-Ratingagenturen bewerten lassen. Auf Basis umfassender Kriterienkataloge haben sie der DekaBank auch im jüngsten Berichtsjahr 2017 wieder ein im Branchenvergleich überdurchschnittliches Aktivitätsniveau bescheinigt. Dabei hat etwa die internationale Agentur Sustainalytics ihre Bewertung der Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements der DekaBank im Berichtszeitraum deutlich nach oben gesetzt. Von Sustainalytics erhält die DekaBank im aktuellen Rating 83 von 100 möglichen Punkten und wird von der Agentur erstmals als „Leader“ eingestuft. Damit erreicht sie Rang 11 von 332 insgesamt gerateten Banken weltweit. Unter den nicht-börsennotierten Banken kommt die DekaBank auf einen hervorragenden 2. Platz†.

Schmidt: MSCI ESG, die auf Nachhaltigkeitsrankings spezialisierte Sparte von MSCI, bewertet die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements mit einem sehr guten AA-Rating. Die DekaBank erreicht damit Rang 10 unter den insgesamt 133 analysierten Banken. Von ISS oekom wird die DekaBank mit dem begehrten oekom Prime-Status ausgezeichnet. Er wird ausschließlich an Banken vergeben, die die strengen Anforderungen der Agentur an die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements umfassend erfüllen. Mit einem Rating von C+ erreicht die Deka-Gruppe unter den insgesamt 82 analysierten Banken eine Top 10-Platzierung. Imug testierte der DekaBank in ihrem „Sustainability Rating“, welches die Nachhaltigkeitsleistung des Gesamtunternehmens bewertet, im März 2018 mit „positiv / B“, eine Verbesserung um zwei Stufen. Zudem erreicht die Deka-Gruppe im imug-Rating bei unbesicherten Anleihen, öffentlichen Pfandbriefen und Hypothekenpfandbriefen im Branchenvergleich überdurchschnittliche Bewertungen1.

altii: Warum sollten sich heute nicht nur institutionelle, sondern auch Privatanleger eine breitere Sicht bei ihren Anlageentscheidungen haben?

Schmidt: Man kann mit seiner Geldanlage zur Erreichung der Klimaziele oder einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt beitragen – und zwar auch ohne Renditeverzicht, denn teilweise ergeben sich sogar Wachstumschancen aus neuen Geschäftsmodellen. Nicht zuletzt sollte man aus der Verantwortung für kommende Generationen heraus einen Beitrag leisten für deren Wohlstand in einer lebenswerten Umwelt. Oder wie es der französische Präsident Emmanuel Macron formulierte: „Make our planet great again!“


1) Stand: MSCI, 12.5.2017; sustainalytics: 12.10. 2017; oekom: 28.02.2018; imug: 28.02.2018 (Öffentliche Pfandbriefe positive B; uncovered bonds neutral CC; Hypothekenpfandbriefe positive BB)

Über DEKA

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 288 Mrd. Euro (per 30.06.2018) sowie rund 4,5 Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister und Immobilien-Asset Manager in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wert­papiergeschäft aus. 2018 feiert die DekaBank Deutsche Girozentrale ihr 100-jähriges Jubiläum.

Über Michael Schmidt, CFA

Herr Schmidt ist Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investments GmbH. Der Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt leitet den Bereich Asset Servicing & Alternative Investments. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Privatfonds GmbH und Leiter Portfoliomanagement Aktien, nachdem er im Asset Management der Deutschen Bank das Portfoliomanagement Aktien für Institutionelle Kunden verantwortete

Über Lorne Campbell

Herr Campbell leitet seit August 2016 den Bereich Vertrieb Institutionelle Kunden der Deka-Gruppe. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung und ist als Partner und Berater institutioneller Investoren im In- und Ausland tätig gewesen. Seine berufliche Laufbahn führte ihn von Schröder Münchmeyer Hengst & Co. über Cheuvreux de Virieu zur Credit Suisse, bei der er zuletzt als Mitglied der Geschäftsführung in Deutschland das Aktiengeschäft leitete.

Kontakt

Frank Salchow
Produktservice Institutionelle Kunden

+49 69 7147 3362

deka-institutionell@deka.de

Die Wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter http://www.deka.de.

Nachhaltigkeitsbewertung des Themas 'Wasser'

Der „Rohstoff“ Wasser ist in seiner Verfügbarkeit eingeschränkt. Der Fokus der Dialoge mit Unternehmen zum Thema sollte daher in der Bewahrung der Ressource Wasser einerseits und in der Qualitätssicherung des Wassers andererseits liegen, so Wolfgang Pinner, Leiter Sustainable and Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management. Im Zusammenhang mit dem Thema Wasser umfasst der Unternehmensdialog des Nachhaltigkeitsteams von Raiffeisen Capital Management daher Engagement-Aktivitäten mit einigen Unternehmen der Branchen Wasserversorgung, Abwasser und Wasseranalyse.

Dieser Beitrag ist Teil von Raiffeisen Capital Management's Newsletter "Nachhaltig Investieren". Die vollständige Ausgabe Oktober 2018 mit dem Schwerpunkt "Wasser" finden Sie hier. Weitere Informationen zum nachhaltigen Investmentansatz von Raiffeisen Capital Management finden Sie auf investment-zukunft.at.

1. Inwieweit bilden sich die Schwerpunktthemen Wasser und Wasserknappheit in Ihrer Palette an Produkten und Dienstleistungen ab? Wie sieht die historische Entwicklung Ihres Unternehmens in diesem Zusammenhang aus?

Unternehmen verschiedenster Branchen erarbeiten ihre jeweiligen Strategien, um dem Thema Wasserknappheit oder auch Wasserstress entgegenzuwirken. Dabei handelt es sich beimThemaWasserstress um eine imVergleich zur Wasserknappheit erweiterte Definition, die auch Verfügbarkeit, Qualität und Zugangsmöglichkeiten von Wasser umfasst. Die von uns adressierten Unternehmen haben einen direkten Bezug zum Thema Wasser und Strategien rund um das Thema Wasserknappheit und Wasserstress. Das amerikanische Wasserversorgungsunternehmen „American Water“ etwa sieht sich als Versorger, welcher eine reibungslose Wasserversorgung für seine Kunden sicherstellen möchte. Auf der anderen Seite möchte „Novozymes“, ein dänisches Biotechnologieunternehmen, Konsumenten helfen, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Enzymen ist dabei eine Möglichkeit den Wasserverbrauch zu reduzieren, die Enzymproduktion selbst gilt aber andererseits als wasserintensiv und erzeugt viel Abwasser. „Acciona“, ein spanischer Mischkonzern, der unter anderem im BereichTrinkwasserversorgung tätig ist, beschäftigt sich in seinem Sustainability Master Plan 2020 aktiv mit dem Thema der Bekämpfung von Wasserstress. Schließlich ist es das Hauptziel des schweizerischen Sanitärprodukteherstellers „Geberit“, Wasserverwendung effizienter zu machen.

2. Welche potenziellen Chancen und Risiken birgt das Thema Wasserknappheit für Ihr Unternehmen?

Prinzipiell sind Risiken im Zusammenhang mit Wasserknappheit und Wasserstress lokal unterschiedlich zu betrachten. Stark betroffene Branchen sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Aber auch andere Branchen entwickeln Konzepte gegen Wasserknappheit. „Suez“, ein französischer Umwelttechnologiekonzern, hat beispielsweise all seine Standorte in den Jahren 2016 und 2017 bezüglich deren Status im Zusammenhang mit Wasserknappheit eingehend untersucht. Generell berichten im Unternehmen lokale, sogenannte „Environmental and Industrial Risk Officers“ über ihre Einschätzung bezüglich potenzieller Wasserknappheitsszenarien.

3. Wie gehen Sie mit dem Status quo und den Potenzialen bezüglich Wasserressourcen in einzelnen Regionen um, in denen Sie tätig sind?

4. Zeichnen sich in Regionen, die von Wasserknappheit bedroht sind,Trends ab, die Ihre Geschäftstätigkeit beeinflussen?

Alternative Ressourcen für Frischwasser sind je nach Verwendungsszenario die Brauchwasser-Wiederverwendung – auch Water-Recycling genannt – und die Meereswasserentsalzung. In beiden Fällen waren die Wachstumsraten zuletzt sehr hoch. Nach „Suez“ erwartet ein Marktwachstum für Meereswasserentsalzung von 10 Milliarden US-Dollar in 2016 auf 23 Milliarden US-Dollar in 2025. Zu den Ländern, die vermehrt auf Meereswasserentsalzung setzen, zählen Australien, Israel und die Golfstaaten. Dürrephasen größten Ausmaßes, die zur Rationierung von Wasser für Haushalte und Industrie geführt haben, betreffen in regelmäßigen Abständen Kapstadt und waren außerdem von 2013 bis 2016 in Kalifornien zu beobachten. Auch Unternehmen können in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Wasserversorgung für die Bevölkerung nicht mehr sichergestellt werden kann. Beispiele sind in diesem Zusammenhang „Coca-Cola“ oder „Nestlè“, die wegen Problemen bei der regionalen Wasserversorgung bereits Werke – zumindest vorübergehend – schließen mussten.

5. Welcher positive Einfluss auf das Thema Wasserknappheit geht von Produkten und Dienstleistungen Ihres Unternehmens aus?

Produkte und Dienstleistungen, die der Wasserknappheit entgegen wirken, betreffen unter anderem die Themen Wassermanagement und Abwasserreinigung. „Suez“ – im Bereich Wasserversorgung tätig – bietet digitale Lösungen für ein „Realtime Wassermanagement“ an. Bereits 20 % der Kunden des Unternehmens verfügen über sogenannte „Smart Meters“.

6. Wie sieht Ihr Ansatz zur Qualitätssicherung für Wasser aus?

m Bereich Qualitätssicherung setzen einige Unternehmen auf ISO 22000, einen weltweiten Standard für Managementsysteme zur Lebensmittelsicherheit. Was die Verschmutzung von Wasser betrifft, so stellen sogenannte „Emerging Pollutants“ ein neues Problem dar. Dazu gehören Pharmazeutika und endokrine Disruptoren. Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die zu Veränderungen im Hormonsystem führen und potenziell gesundheitsschädigend sind.

7. Wie definieren Sie „reines“ Wasser, respektive Trinkwasserqualität?

Reines Wasser oder „Clean Water“ wird von „American Water“ als gesäubertes Abwasser definiert,Trinkwasser hingegen als an die Kunden ausgeliefer tes Wasser. Um zu reinem Wasser zu gelangen ist im Falle der Aufbereitung eine Reduktion der Verschmutzung notwendig, diese betrifft in der Regel organische Substanzen, Stickstoff und Phosphor. Für Trinkwasser existieren eine Reihe von Standards, wie die WHO-Richtlinien, eine Richtlinie der EU sowie weitergehende nationale Richtlinien.

Are short sellers ethical?

It’s a few of the practitioners, rather than the practice, of short selling that can be unethical, argues Duncan Lamont, Head of Research and Analytics at Schroders.

On the face of it, an investment strategy specifically designed to gain in value when companies fall in value might not seem particularly responsible. So-called “short selling” is often associated with lurid headlines predicting corporate failure, market abuse and policymakers’ concerns that the practice undermines financial markets. However, a look past the headlines reveals a more complex reality.

While it undeniably has its more unsavoury side, short-selling can also help manage risk more effectively and contribute to market efficiency. Its reputation is unfairly tarnished by the actions of a few cowboys.

What is short selling?

So, cutting through the jargon, what do we actually mean by short selling? In practical terms, it involves borrowing a stock from an investor then immediately selling it, in the hope that its price will fall and it can be bought back later at a cheaper price. A profit is realised based on the price decline. At that stage it is returned to the original shareholder, who receives a fee for their troubles.

The borrowing involved in this strategy introduces some additional risks (and costs) compared with traditional stock market investing. One implication is that positions tend to only be put in place for relatively short time horizons. Another way to profit from declines is through derivatives known as futures, although these are more commonly used at the overall stock market level than for individual stocks. A so-called “short futures” position will deliver a return if a stock market falls and a loss if it rises.

There are no blanket answers to questions of the ethics of short selling. In our view, the pertinent question is less whether short selling is ethical and more how investors behave, whether in expectation of price rises or falls.

Short selling does not directly undermine the health of a company any more than buying its shares improves its fundamentals. Companies are not deprived of funds when investors sell shares nor do they become financially stronger when investors buy shares in public markets.

Ethical questions arise when investors take additional steps to influence companies’ financial health and value after they have bought or sold shares. To assess the ethics of short selling, we therefore need to consider the actions of different short sellers rather than short selling as a principle. In general, those actions reflect their motivations, which can be broadly split into four categories:

Stock picking on steroids

Traditional so-called long-only investors in the stock market try to identify undervalued stocks, in the expectation that their value will converge on some estimate of fair value. If they don’t like a company they can hold less of it than the benchmark allocation (an underweight position) or not hold any at all.

The stock picker on steroids is no different but they search for overvalued stocks or stocks which are facing structural headwinds that are not yet fully reflected in the price. “Shorting” these companies is a more direct way to position for their anticipated fall in value towards more reasonable levels than would be possible in a long-only portfolio. This can either be done on a stand-alone basis or by taking a long position in (buying) those companies that are expected to do well and a short position in those that are expected to struggle. It’s like the value style of investing but with extra bells on top.

Stock pickers on steroids also help to bring market prices into balance, so contribute to overall market efficiency. This beneficial impact is one reason why the index provider MSCI requires short selling be possible before it will consider a market for inclusion in its developed market benchmarks.

An area of emerging interest is funds with a sustainability focus which short stocks. Some investors prefer to exclude certain sectors from their portfolios such as tobacco stocks, oil and gas companies, and weapons manufacturers. However, a more extreme approach would be to take an outright short position in these sectors, or in companies with poor (or deteriorating) sustainability credentials more generally.

To manage risk, shares in companies or sectors with more favourable (or improving) characteristics could be bought. That would send a very strong signal to the management of the companies being shorted and would earn a profit if their share prices fell relative to those with better (or improving) credentials.

The activist shorter

The activist shorter takes a more extreme approach than the stock picker on steroids. Rather than assuming that the market will eventually price companies fairly, they seek to force the issue.

They often try to maximise publicity on their reasons for believing a company is overvalued. By generating negative coverage they can force a company’s share price down, which can affect the terms that a business can get from its creditors, which can push the company into further difficulty. On one level, this can be applauded. The forensic analysis conducted by some short sellers can unearth previously underappreciated issues (accounting irregularities are a common target) and in making these public, they can force management to deal with them.

However, the more extreme activist shorters are the ones that give the practice a bad name. Some have been guilty of spreading unfounded and malicious rumours in the press, a consequence of which is that they can earn a profit on their trade but push otherwise healthy companies into financial difficulties. Even if these companies manage to prove the accusations false, the short seller may be long gone by that stage, having booked a profit on their trade and left a trail of devastation in their wake.

The concerns are comparable to investors buying long positions in shares before attempting to boost the value of their holdings by spreading dubious suggestions of coming positive news.

Before investing in strategies which take a more activist approach to shorting, investors should ensure they understand the process and tactics that are likely to be employed and, to the extent it is possible, the integrity and ethics of the fund manager.

The risk manager

These people use shorting to control risk in their portfolios and express their views on particular stocks in as pure a way as possible. Let’s say an investor wants to express a positive view on a particular stock relative to the market. One way to do this would be to buy the stock. However, then, if the market falls, that stock could fall too. If it falls by less than the market the original thesis would be proven correct but that would have been somewhat irrelevant as it would have been swamped by the decline in the broader market.

One way to avoid this is to buy the stock while also taking out a short futures position on the market. Then the return would be the difference in return for the individual stock and the market. In our example above, the trade could yield a profit, even in a declining equity market. Shorting allows a cleaner expression of a view on a particular stock or sector while also reducing volatility and risk of loss. The approach does not affect the health of individual companies, is typically low profile and doesn’t raise ethical concerns in our view.

The emotionally-detached trend follower

The trend follower seeks to profit from trends in markets; buying when markets are rising and shorting when they are falling. CTAs (Commodity Trading Advisors, although the name is a misnomer as although they were once focused on commodities, they now cover a much wider range of asset classes and currencies) or managed futures are other names for these types of investment strategy.

These strategies are normally highly quantitative and systematic in nature, powered by powerful computer algorithms. Their emotionally detached nature means they cannot be accused of attempting to drive down prices. It is all about maths.

An unfair reputation

In summary, short selling has an unfairly bad reputation. Rather than avoiding the practice, investors, especially those who are more ethically minded, should ensure they understand its potential uses in a strategy and how its practitioners intend to behave. It can bring about significant benefits, both to investment performance and standards of corporate governance. Some short sellers are unethical, but short selling itself is not.


This article has first been published on schroders.com.

Investmentkonzepte mit Perspektive – für Ihre Anlagebedürfnisse und die Gesellschaft

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial, ethisch und ökologisch orientierte Anlagen im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios langfristig besser oder zumindest gleich gut abschneiden. Die Deka berät Investoren umfassend – bei der Definition individueller Nachhaltigkeitskriterien und deren Umsetzung in der Wertpapieranlage. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage baut die Deka ihr Angebot nachhaltiger Publikumsfonds kontinuierlich aus.

Nachhaltigkeit im Portfolio - Den passenden Rahmen finden

Nachhaltig Werte zu schaffen, die den eigenen Überzeugungen entsprechen, ist nicht nur das Credo vieler Unternehmer und Stifter, die sich gesellschaftlich engagieren und über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Auch private Anleger und institutionelle Investoren setzen immer stärker auf das Thema Nachhaltigkeit. Rendite allein reicht ihnen nicht mehr.

Die Deka ist der festen Überzeugung: Nachhaltiges Handeln verringert nicht nur unternehmerische und gesellschaftliche Risiken, sondern eröffnet auch Chancen auf Wachstum und Wertsteigerung.

Neue Chancen auf Wachstum und Wertsteigerung

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sozial, ethisch und ökologisch orientierte Anlagen im Vergleich zu herkömmlichen Portfolios langfristig besser oder zumindest gleich gut abschneiden. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar, hier einige Beispiele:

  • Nachhaltiges Wirtschaften steigert langfristig den Wert des Unternehmens.
  • Gut geführte Mitarbeiter sind motivierter; weniger Arbeitsunfälle erhöhen die Firmenleistung.
  • Soziales Engagement etwa gegen Kinderarbeit stärkt das Image beim Verbraucher.
  • Weniger Energieverbrauch senkt die Kosten.
  • Das Risikomanagement wird durch die Identifizierung und Vermeidung von Risiken verbessert.

Den individuellen Rahmen finden 

Dreh- und Angelpunkt bei der Entscheidung für ein nachhaltiges Portfolio ist das eigene Selbstverständnis des jeweiligen Anlegers. Jeder Investor muss für sich ein passendes Vorgehen wählen. Dies kann z.B. von Impact Investing über Ausschlüsse von bestimmten Sektoren oder Geschäftspraktiken bis zur Ausübung von Stimmrechten oder eine Kombination unterschiedlicher Nachhaltigkeitsansätze sein. 

Die Motive für ein nachhaltiges Investment sind so unterschiedlich wie die Investoren selbst: Ob aus ethischen Gründen, um soziale Aspekte zu betonen, stärker auf die Umwelt zu achten oder Reputationsrisiken zu vermeiden – die Deka hilft dabei, für jeden Bedarf den passenden Umsetzungsweg zu finden.

Individuelle Beratung - Auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten

Wer seine Anlagestrategie auf Nachhaltigkeit ausrichten will, sollte sich den Rat erfahrener Experten suchen. Die Deka berät Investoren umfassend: bei der Definition individueller Nachhaltigkeitskriterien, der Festlegung des Anlageuniversums sowie bei der Optimierung bestehender Portfolios.

Die Deka unterstützt institutionelle Investoren dabei, eine individuelle Nachhaltigkeitslösung zu entwickeln und umzusetzen. Das Dreieck Rendite, Risiko und Liquidität wird durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit zum Viereck.

Vom Kundenwunsch zu den Anlagekriterien

Die wesentlichen Entscheidungskriterien liegen in den Interessen und Präferenzen der Kunden. Die Deka berät und unterstützt Investoren umfassend mit einem Team von über 20 Nachhaltigkeitsexperten. Dank des gebündelten Fachwissens und der langjährigen Beratungs- und Umsetzungserfahrung sind die Experten der Deka in der Lage, die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse institutioneller Investoren mit sinnvollen Anlagelösungen umzusetzen.

Diversifikation erreichen trotz reduzierter Anlageuniversen

Die gewünschten Nachhaltigkeitsfilter verändern das Anlageuniversum – in manchen Fällen marginal, in anderen grundlegend. Deshalb wird nach einer umfassenden Analyse des Nachhaltigkeitsansatzes zunächst das mögliche Investmentuniversum definiert und die erforderlichen Portfolioveränderungen simuliert. Wichtig ist dabei, dass trotz aller Einschränkungen eine ausreichende Diversifikation erreicht wird.

Transparenz und Verantwortung - Die Deka als nachhaltiges Unternehmen

Wer Kunden zu nachhaltigen Investments rät, sollte sie selbst bei diesem Themenkomplex gut aufgestellt sein. Die führenden Ratingagenturen im Bereich Nachhaltigkeit – ISS-oekom, imug oder sustainalytics – bewerten die Deka in dieser Hinsicht überdurchschnittlich positiv.

Nachhaltig aus Überzeugung

Das nachhaltige Handeln der Deka fördert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und schafft damit zusätzlichen Mehrwert für Eigentümer, Kunden und Mitarbeiter. 2012 hat die Deka die Prinzipien der Vereinten Nationen für nachhaltiges und verantwortungsvolles Investieren unterzeichnet (United Nations Principles for Responsible Investment, PRI) und sich damit verpflichtet, nachhaltig und im Sinne der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu agieren. 

Selbstbeschränkung in der Produktgestaltung

Generell schließt die Deka für ihre gesamte Produktpalette Investments in Unternehmen aus, die Anti-Personen-Minen oder Cluster-Munition herstellen. Zudem emittiert die Deka keine Produkte, welche die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln abbilden.

Nachhaltige Publikumsfonds - Gezielt und diversifiziert investieren

Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage baut die Deka ihr Angebot nachhaltigerPublikumsfonds kontinuierlich aus. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio ein breit gefächertes Angebot von Aktienfonds, Mischfonds und Rentenfonds, sowie einen ETF. Ob bei Aktien oder Anleihen – die Auswahl der potenzialstarken Einzelwerte aus dem Anlageuniversum ist der maßgebliche Performancetreiber. Das bedeutet: Jeder Einzeltitel hat die Nachhaltigkeitsexperten fundamental überzeugt.

Großes Volumen nachhaltiger Fonds

Bereits seit 2009 bietet die Deka nachhaltig ausgerichtete Fonds für institutionelle und private Anleger an. Per Ende 2017 lag das verwaltete Volumen der Deka Investment GmbH bei knapp 11 Mrd. Euro. 

Seit August 2015 können Investoren mit dem Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit UCITS ETF, dem ersten nachhaltigen ETF der Deka, gezielt in nachhaltige Unternehmen aus dem Euroraum investieren. Der zugrunde liegende Index besteht aus Firmen, die großes Engagement in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance zeigen. Seit Dezember 2015 ergänzt Deka-Kirchen Balance das Produktangebot.


Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

Investment opportunities in technology

Technology is by far the best performing stock market sector so far this year – something that many observers have attributed to a handful of megastars, namely Facebook, Apple, Amazon, Netflix and Google (FAANGs). Think the tech sector's fate is in the hands of a few big name stars? Think again, asks Supriya Menon, Senior Multi Asset Strategist at Pictet Asset Management.

HAND IN HAND

Share price performance, % change 2018 to date

Source: Thomson Reuters Datasteam. Data covering period 12.07.2017-01.08.2018

The bad news is that some of the FAANGs are finding the going tougher of late for a number of reasons, including increased scrutiny from regulators, lofty investor expectations and saturated markets.

The good news is that the tech universe’s remarkable performance is more broad-based than many realise; it includes numerous companies with strong earnings and attractive growth potential.

Indeed, although the big stars have certainly contributed to overall tech gains this year, the rest of the sector has also done very well. True, the S&P 500 Information Technology index1– where Apple alone accounts for 15 per cent and the top 10 constituents make up nearly two-thirds of the market capitalisation – gained 12.8 per cent in the first eight months of 2018. But its equally weighted version – where every stock has the same degree of influence – is up 12.3 per cent. If only a few stocks were rallying, we would not see that.

Looking at earnings gives some insight as to why the tech world is now about more than just the top names. While FAANGs comfortably outperformed the rest of the sector in terms of earnings before interest and tax (EBIT) growth 2014-2015, that performance has since evened out (see chart). 

EARNINGS SUCCESS NOT LIMITED TO FAANGS

EBIT, % growth year-on-year* The S&P 500 IT index does not include Amazon or Netflix.
Source: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datasteam, Bloomberg. Data covering period 30.06.2011-30.06.2018 

This pattern isn’t just true for the latest quarterly earnings results, but also about the overall trend. Over 90 per cent of companies in the S&P 500 IT index are seeing improving earnings growth, according to our earnings breadth analysis (see chart).

WIDE-SPREAD PROFIT GROWTH

Earnings breadth for S&P 500 IT index, % of companies above 26-week moving average on 12-month trailing EPSSource: Pictet Asset Management, Thomson Reuters Datastream, Bloomberg. Data covering period 22.01.2009-02.08.2018 

One reason for tech’s success, we believe, is that – unlike many other sectors – it has buyers in both the consumer and corporate markets, meaning it captures a lot of the economic dividend.

Technology companies are able to apply extensive operational leverage: they can leverage intellectual property without the need to significantly expand its fixed costs, like staff or premises. The agility of such low fixed cost business models means tech companies are able to be nimble, and pivot to the fast changing competitive environment. This is critical in the era of disruption. While the biggest companies in a sector can become more encumbered by regulatory burdens and spend much of their time addressing their relationships with society or government, the rest are left to focus on innovation.

If economic growth continues, tech should continue to benefit. And while the FAANGs are likely to remain in the news, the evidence shows that the benefits to sector extend much farther than the headlines suggest.


1) The S&P 500 IT index includes Facebook, Apple and Google’s parent Aphabet, but not Netflix or Amazon.

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Pictet Asset Management ist ein unabhängiger Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 163 Milliarden EUR, das wir für unsere Kunden in Aktien, Festverzinsliche, alternative Anlagen und Multi-Asset-Produkte investieren. Wir verwalten Einzelmandate und Anlagefonds für einige der größten Pensionsfonds, Finanzinstitute, Staatsfonds, Finanzintermediäre und deren Kunden weltweit. Bei unserem auf Anlagen basierenden Geschäft verfolgen wir einen langfristigen Ansatz mit einer einzigartigen Kundenorientierung. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Anlagepartner unserer Kunden zu sein. Wir schenken ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, bieten Pionier-Strategien und fühlen uns der Exzellenz verpflichtet.

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Für weitere Informationen steht Ihnen Frank Böhmer gerne zur Verfügung.
Telefon: 069-79 5009 1224
e-mail: fbohmer@pictet.com

Where’s the value in value investing?

The past decade has been marked by several unique features that have turned the value style of investing on its head. Sean Markowicz, Strategist at Schroders, explains why this abnormal trend may be coming to an end.

Value investing has a long and illustrious history, championed by none other than Benjamin Graham, the man who arguably invented scientific stock analysis in the 1930s.

The premise is simple: investors tend to overpay for stocks with good news to tell – like growth stocks – and underpay for those with bad – like value stocks. Eventually, though, profits return to their long-term average and the mispricing corrects itself, bringing gains to contrarian investors who have defied conventional wisdom and bought value stocks that have been unfairly marked down.

As well as the value of investments going up and down, it is important to note that investors may not get back the amounts originally invested when investing.

The problem is that, since the Global Financial Crisis (GFC), value stocks have endured their worst period of underperformance on record. The normal bounce-back for value just hasn’t happened. So does this “lost decade” mean there has been a permanent shift away from value?

Probably not. For a start, it looks like an anomaly. One measurement of performance developed by two leading academics, Eugene Fama and Kenneth French (see chart), suggests there have been only three significant periods of underperformance for value in the last 90 years: the Great Depression of the 1930s, the Technology Bubble of the 1990s and the post-GFC period of the last 10 years. But the length and depth of the most recent episode is the most extreme on record.

Value has nearly always outperformed growth – until recently

Source: Kenneth French’s Data Library and Schroders. Data from July 1926 to December 2017.
Past performance is not a guide to future performance and may not be repeated.

The last 10 years have been marked by several unique features that have turned value on its head. The most notable has been a prolonged period of slow economic growth following the GFC and accompanying aggressive central bank intervention.

This highly unusual period has radically altered the environment for value stocks. For instance, the abnormally slow recovery in the aftermath of the GFC has meant that the normal “sweet spot” for value, when company earnings rebound after an economic downturn, has been insipid to say the least this time round.

The relative scarcity of earnings growth has also magnified investors’ interest in growth stocks, which are perceived to offer more earnings certainty. This trend has been focused in a handful of tech companies, notably the so-called “FAANG” stocks - Facebook, Apple, Amazon, Netflix and Google (Alphabet). In contrast, value stocks, whose earnings are generally more exposed to economic downturns, have been shunned.

Aggressive central bank intervention has not helped either. This has had the effect of reducing interest rates to historic lows, which has tended to favour growth stocks. Their profits, seen as stretching out into the distant future, are more highly valued by the stock market in these circumstances than when rates are high. Falling interest rates have therefore benefited them far more than value stocks in the recent economic environment.

The combination of minimal growth and low interest rates has fuelled an astounding volume of share buybacks. Since value stocks are typically more cyclical businesses, they tend to have less capacity to return cash to shareholders during bad economic times than growth stocks. In the current economic climate, this has placed value stocks at a significant disadvantage at a time when investors have valued share buybacks.

However, many of these headwinds for value are dying down or reversing. Economic growth is finally picking up, interest rates are rising and buyback activity seems to have peaked.Although nothing is guaranteed, a market rotation in favour of value seems increasingly likely over the coming years.

Furthermore, the valuation difference between value and growth stocks is at its widest level in many years. In the past, differences of this magnitude have heralded significant value outperformance over subsequent years, although past performance is not a guide to future performance.

So big is this gap that our calculations suggest that long-term interest rates would have to fall to zero over the next decade for growth returns to merely equal those from value. If you believe that this scenario is highly unlikely, then betting against value may no longer look like a winning trade.

The value of investments and the income from them may go down as well as up and investors may not get back the amounts originally invested.

The full report targetting professional investors and advisers only is available as a PDF on Schroders.com.


This article has first been published on schroders.com.

Wie wirken sich Rollrenditen auf Ihre Rohstoffrenditen aus?

von Nitesh Shah, Commodity Strategist von ETF Securities by WisdomTree, und Nick Leung, Investment Research Analyst bei WisdomTree.

Dank eines stabilen Wachstums der weltweiten Wirtschaft und zunehmender geopolitischer Spannungen haben Rohstoffinvestoren 2018 allen Grund zur Freude. Diese positive Stimmung spiegelt sich sowohl in den Preisen als auch in den Kapitalflüssen der Investoren wider. Breite Rohstoffkörbe schneiden im bisherigen Jahresverlauf besser ab als der S&P 500, und die Kapitalflüsse globaler Rohstoff-ETFs erreichen mehrjährige Hochs.

Doch wenn Investoren die Renditekomponenten nicht im Auge behalten, die Einfluss auf Rohstoff-ETPs und die nachgebildeten zugrunde liegenden Futures nehmen, könnte die Performance ihres Investments für lange Gesichter sorgen. Aus diesem Grund möchten wir uns die verschiedenen Renditekomponenten von Rohstoff-Futures genauer ansehen, insbesondere die Auswirkungen der Rollrendite.

Wie setzen sich Renditen zusammen?

In der Regel kann nicht in Rohstoff-Spot-Preise investiert werden. Stattdessen bietet der Futures-Markt Investoren eine einfache und effiziente Möglichkeit, um Zugang zu Rohstoffen zu erhalten. Ein Investment in Rohstoff-Futures besteht aus drei Komponenten: der Spot-Rendite, der Rollrendite und der Sicherheitenrendite.

Die Spot-Rendite spiegelt einfach die Preisveränderung eines bestimmten Rohstoffs bei sofortiger Lieferung wider. Ebenso wichtig ist jedoch die Rollrendite – eine Komponente, die häufig unter den Tisch fällt. Sie reflektiert die allgemeinen Kosten (oder auch einen Nutzen), die durch den physischen Besitz von Rohstoffen anfallen, so etwa Lagerkosten, Versicherungskosten und Transportkosten. Je nach Verlauf der Futures-Kurve eines Rohstoffs, kann sich die Rollrendite signifikant auf die Renditen von Investoren auswirken.

Contango-Märkte sind durch eine ansteigende Futures-Kurve gekennzeichnet (d. h. mit dem Halten eines Rohstoffs sind Nettokosten verbunden, weshalb langfristige Futures-Kontrakte teurer sind als kurzfristige Futures-Kontrakte). Die Rollrendite ist deshalb typischerweise negativ, da sich die Futures-Preise mit der Zeit den Spot-Preisen annähern.

Abbildung 1: Die in Rohstoffrenditen enthaltene Rollrendite sollte nicht ignoriert werden

Bloomberg Commodity Index – Aufschlüsselung der Rendite

 

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand der Daten: 31.März 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Tabelle: Zusammensetzung der Renditen im Zeitablauf

 

Quelle: Bloomberg, WisdomTree, Stand der Daten: 31.März 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Ist die Kurve im umgekehrten Fall abwärtsgerichtet (d. h. mit dem Besitz von Rohstoffen ist jetzt ein Nettonutzen verbunden, weshalb langfristige Kontrakte günstiger sind als kurzfristige Kontrakte), befindet sich der Markt in einer Situation, die Backwardation genannt wird. Da es auf den Rohstoffmärkten in den letzten paar Jahrzehnten allgemein häufiger zu einer Contango-Situation gekommen ist, hat die Rollrendite in breiten Rohstoffkörben, wie dem Bloomberg Commodity Index, die Renditen von Investoren negativ beeinflusst, wie in Abbildung 1 dargestellt. 2016 machte die Belastung der Renditen durch die Rollrendite beispielsweise fast 12 % aus. Darin spiegelte sich ein hohes Überangebot bei Öl und die chinesische Vorratswirtschaft bei Basismetallen wider. Diese Negativwirkung hat seitdem nachgelassen und die Rollrendite könnte Rohstoffinvestoren aus den unten aufgeführten Gründen künftig weniger Kopfzerbrechen bereitet.

Vom strukturellen Contango zur Backwardation

Bei Öl-Futures ist es im Laufe des vergangenen Jahres zu einer dramatischen Verschiebung vom strukturellen Contango zur Backwardation gekommen. Dadurch ist ein Verursacher ausgeschieden, der in breiten Rohstoffindizes, wie dem Bloomberg Commodity Index, für hohe negative Rollrenditen gesorgt hat. Wenn wir uns die Zusammenhänge genauer ansehen, lassen sich diese aktuellen Veränderungen erklären.

Im Zeitraum 2011 bis 2014 nach der globalen Finanzkrise befanden sich Öl-Futures hauptsächlich in einer Backwardation-Situation. Eine hohe weltweite Nachfrage nach Öl wurde von einer starken Kontrolle der Öllieferungen durch die OPEC begleitet. Ihre fortgesetzte Politik eines knappen Angebots machte es möglich, dass sich die kurzfristigen Preise auf einem hohen Niveau hielten.

2014 änderte die OPEC jedoch ihre Strategie, um verlorene Marktanteile von Produzenten mit höheren Förderkosten, wie den USA, zurückzugewinnen, die als Reaktion auf die höheren Preise ihre Fördermengen stetig erhöht hatten. Die sich daraus ergebene Erhöhung der OPEC-Fördermengen überschwemmte die globalen Ölmärkte und führte zu einem Zusammenbruch der Spot-Preise von 100 USD/Barrel im Jahr 2014 auf unter 30 USD/Barrel 2016. Dadurch kam es zu einer vollkommenen Umkehrung der Futures-Kurve für Öl von Backwardation zu Contango und die Sorge um eine Ölknappheit wurde zur Sorge um ein niemals endendes Überangebot. In diesem Zeitraum trug die fortgesetzte Überproduktion und eine Knappheit bei den Lagerstätten zu einer Erhöhung der Lagerkosten bei, wodurch sich die Contango-Situation noch verschärfte. Die negative Rollrendite erreichte in diesem Zeitraum bis zu 3,5 % pro Monat.

2016 änderte die OPEC ihre Strategie ein weiteres Mal und gab eine Drosselung der Fördermengen (mit Beginn im Jahr 2017) bekannt, um die weltweiten Überbestände zu senken. Dies führte dazu, dass sich bei der Futures-Kurve wieder eine Backwardation-Situation ergab. Aufgrund der wiedergewonnenen Glaubwürdigkeit der OPEC, auf die eine ausgedehnte Phase folgte, in der sich die OPEC an ihre gedrosselten Fördermengen hielt, verblieben alle wichtigen Öl-Futures-Kurven seit Mitte 2017 in einer Backwardation-Situation. Da es unwahrscheinlich ist, dass die OPEC von ihrer aktuellen Strategie abrücken wird und keine negativen Nachfrageschocks zu erwarten sind, werden Öl-Futures wahrscheinlich auf absehbare Zeit in dieser Backwardation-Situation verbleiben.

Saisonale Contango-Renditen

Das Rollmuster mancher Futures ist extrem saisonal. Im Gegensatz zu Öl, bei dem es üblicherweise zu langen Phasen kommen kann, in denen sich die gesamte Kurve entweder in Backwardation oder Contango befindet, gibt es andere Rohstoffe, wie Erdgas oder Lebendvieh, bei denen sich manche Abschnitte der Kurve in Backwardation, andere hingegen in Contango befinden. Wann es zu Backwardation bzw. Contango kommt, folgt tendenziell einem festen saisonalen Muster.

Bei Lebendvieh-Futures kommt es beispielsweise zwischen Mai und Juli zu Backwardation. Die Preise der nächstfälligen Kontrakte sind aufgrund der Spitzennachfrage im Sommer tendenziell höher, weiter rechts auf der Kurve sinken die Preise jedoch tendenziell, da das Angebot später im Jahr aufgrund biologischer Faktoren und aufgrund des Wetters steigt.

Abbildung 2: Saisonabhängigkeit der Rollrenditen bei Lebendvieh

Quelle: Bloomberg, ETF Securities, Daten verfügbar bis Schlusskurs vom 4. Mai 2018. Die historische Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Ein direktes Investment in einen Index ist nicht möglich.

Obwohl sich die saisonalen Muster für Schweine und Rinder leicht unterscheiden, kommt es bei Lebendvieh als Gruppe zu einer konsistenten Saisonalität, wie in Abbildung 2 ersichtlich. Die positiven Rollrenditen betragen im Juli durchschnittlich 2,3 % (1992 bis 2017), während die negativen Rollrenditen im November bei durchschnittlich 4,2 % liegen (1992 bis 2017). Die Sommermonate stehen vor der Tür, weshalb die saisonale Backwardation und die positiven Rollrenditen beim Rohstoff Lebendvieh Rohstoffinvestoren eine zusätzliche Quelle für Renditen eröffnen könnten.

Fazit

Negative Rollrenditen belasten sowohl bei einzelnen Rohstoffen als auch bei breiteren Körben schon seit Langem die Renditen von Rohstoffinvestoren. Wir erwarten jedoch, dass sich dieser Effekt zum einen aufgrund der sich verbessernden Fundamentaldaten für Rohstoffe, beispielsweise durch den Rückgang des Überangebots bei Öl, und zum anderen durch die Saisonalität des Rohstoffs Lebendvieh abschwächen wird – beides führt bei mehreren wichtigen Rohstoffen zwangsläufig zu einer Backwardation-Situation.

Quant-Lösungen nach Maß: Passgenaue Produkte für jeden Investorentyp

Das quantitative Fondsmanagement der Deka bietet institutionellen Investoren vielseitige Möglichkeiten, um ihre Marktmeinungen und Anlagestrategien umzusetzen. Durch die modulare Ausgestaltung der Produkte lassen sich für jede Kundengruppe individuelle Lösungen konzipieren. Das Spektrum reicht von benchmarkorientierten Anlagekonzepten bis hin zu der Globalen taktischen Asset Allocation (GTAA). Dazu kommen fundamental quantitative, trendfolgebasierte oder auch ausschließlich risikosteuernde Strategien zum Einsatz.

VAG-Anleger

Cleverer in globale Anleihen investieren

Speziell für VAG-Anleger sind die vier Deka-MultiFactor Rentenfonds konzipiert. Das Besondere dabei: Der quantitative Ansatz der Deka wird mit einem faktorbasierten Anleihen-Management kombiniert und bietet so einen entscheidenden Mehrwert. Dank einer breiten Streuung über Länder, Regionen, Emittenten, Ratings und Faktoren besteht ein hoher Diversifikationsgrad. Die Fonds sind so ausgestaltet, dass sie den Anforderungen der Anlageverordnung entsprechen (VAG-Konformität). Die Rentenfondsserie richtet sich somit unter anderem an Solvabilität-I-Anleger wie Pensionskassen, Versorgungswerke oder Zusatzversorgungskassen. Alle Fonds sind durch flexible Allokations- und Selektionsentscheidungen gekennzeichnet. Die einzelnen Titel werden anders als bei Anleiheindizes nicht nach der Marktkapitalisierung, sondern nach Faktoren ausgewählt. So entsteht ein Risikomix mit geringeren Drawdowns und die Kapitalseite des Investors kann geschont werden.

Vorsorgeeinrichtungen

Risiko-Overlay schützt vor Drawdowns

Für Vorsorgeeinrichtungen entwickelt das Quant-Team der Deka vor allem modulare, maßgeschneiderte Konzepte, die auf einem risikokontrollierten Investmentprozess basieren. Die Kapitalsammelstellen bevorzugen dabei Lösungen mit wenig Rückschlagpotenzial, der Kapitalerhalt steht im Mittelpunkt. Zumeist geht es darum, für die einzelnen Assetklassen beziehungsweise ein bestehendes Portfolio ein Risiko-Overlay zu entwickeln. Damit können Anleger die Risiken im Portfolio kontrollieren und steuern. Und es bietet die Chance, Diversifikationsvorteile zwischen verschiedenen Anlageklassen und -strategien zu nutzen und so das Risikobudget am Kapitalmarkt effizienter einzusetzen.

Daneben nutzen die Vorsorgeeinrichtungen häufig auch ein quantitatives Rentenkonzept der Deka, das auf einem Total-Return-Ansatz fußt. Der Vorteil: Durch den Total-Return-Ansatz können verschiedene Ertragsquellen risikokontrolliert und benchmarkfrei genutzt werden. Dabei gilt der Grundsatz: Werterhalt vor Liquidität vor Rendite.

Öffentlicher Sektor

Konservativer Mischfonds hat Risiken stets im Blick

Der Deka-Kommunal Euroland Balance hat sich für Anleger aus dem öffentlichen Sektor bewährt. Der Mischfonds, der an die Vorgaben der Gemeindehaushaltsverordnung des Landes Baden-Württemberg angepasst ist, spricht sehr sicherheitsbewusste Anleger an. Die Anlagepolitik ist entsprechend konservativ und auf die restriktiven Vorgaben ausgerichtet. Entscheidend ist auch hier die quantitative Steuerung, die sowohl makro- als auch mikroökonomische Entwicklungen berücksichtigt.

Ziel ist es, unter Berücksichtigung der definierten Risikovorgaben einen maximalen Return zu erzielen und größere Kursschwankungen zu vermeiden. Für alle im Anlageuniversum befindlichen Märkte werden dazu regelmäßig Prognosen für die wahrscheinlichste Wertentwicklung sowie Risiken auf Basis mathematischer Modelle erstellt. Der Fonds wird von den Kölner Wirtschaftsprüfern Rödl & Partner fortlaufend im Hinblick auf seine Transparenz zertifiziert.

Stiftungen

Benchmarkfrei und quantitativ statt einseitige Renten-Ausrichtung

Auch für Stiftungen sind quantitative Investmentlösungen eine gute Alternative für die häufig zu einseitige Ausrichtung des Portfolios auf Renten. Sinnvoller ist eine dynamische Allokationssteuerung, bei der das Verhältnis aus Renten- und Aktieninvestments je nach Marktumfeld gesteuert wird. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, Risikoprämien an verschiedenen Kapitalmärkten zu vereinnahmen und gleichzeitig stetige Ausschüttungen sowie eine stabile Wertentwicklung zu ermöglichen. Ein Ergebnis der engen Kooperation der Deka mit den Stifterverbänden ist der Deka Institutionell Stiftungen: eine Vermögensverwaltung in einem Produkt speziell für kleinere Stiftungen. Deka Institutionell Stiftungen ist ein benchmarkfreies, quantitatives Anlagekonzept mit einer aktiven Risikosteuerung. Das Ziel ist eine attraktive Rendite bei gleichzeitiger Einhaltung eines ausgewogenen Risikoprofils und Berücksichtigung der speziellen Anforderungsprofile von Stiftungen. Den Anlageschwerpunkt bilden Renten und je nach Marktlage Aktien, um von Kurssteigerungen und Dividenden zu profitieren.

Family Office

Hohe Transparenz durch aussagekräftiges Reporting

Das Deka-Quant-Team unterstützt Family Offices vor allem in den Kompetenzfeldern Vermögensanlage und Asset Allocation. Anders als Versicherungen oder Versorgungswerke sind Family Offices zwar nicht an regulatorische Vorgaben gebunden. Doch die Regulierung durch MiFID II, unter anderem die Offenlegung der Kostenstruktur, erhöht für die Verantwortlichen den administrativen Aufwand enorm. Eine Lösung sind quantitativ gemanagte Publikumsfonds. Der Deka-GlobalOpportunities Plus1 etwa weist ein ausgewogenes Risikoprofil auf und kann den Family Offices als Aktiensubstitut dienen. Außerdem sind neben Spezialfonds auch zunehmend Nachhaltigkeitsfilter gefragt. Hier besteht die Möglichkeit, über ein fundamental gemanagtes Produkt ein Quant-Overlay aufzusetzen, das gezielt nachhaltige Kriterien berücksichtigt.

Für quantitativ gemanagte Lösungen sprechen gerade bei Family Offices das aussagekräftige Reporting und das detaillierte Performance- und Risikocontrolling, das die gewünschte hohe Transparenz liefert.


Weitere Informationen zu den Deka Quant-Produkten finden Sie hier

Über DEKA
Die DekaBank bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die Deka-Gruppe. Die Wurzeln der DekaBank reichen bis in das Jahr 1918 zurück, als die Deutsche Girozentrale (DGZ) entstand. 1956 wurde die Deka als Kapitalanlagegesellschaft gegründet. Aus DGZ und Deka entstand 1999 die DekaBank. Mit einem verwalteten Fondsvermögen von mehr als 208 Mrd. Euro und rund vier Millionen betreuten Depots ist die Deka-Gruppe einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland.
Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen zur erfolgreichen Implementierung von individuellen Anlagestrategien. Mit über 50 Jahren Erfahrung im Asset Management finden wir für jede Investmentherausforderung das passende Konzept. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird unser Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG als Kern des Asset Servicing und Verwahrstelle.

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Die wesentlichen Anlegerinformationen, die Verkaufsprospekte und die Berichte erhalten Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank. Oder von der DekaBank, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de 

„Quantitative Rentenstrategien sorgen für disziplinierte Entscheidungen.“

Im Interview mit altii erklärt Dr. Michael Wegener, Leiter der Abteilung Quantitative Renten / Aktien der Deka Investment, den Mehrwert von quantitativem Asset Management als einen alternativen, diversifizierenden Investmentstil, der das Risiko eines institutionellen Rentenportfolios reduzieren kann.

altii: Herr Dr. Wegener, was zeichnet Ihre quantitativen Rentenstrategien aus und wie eigenen diese sich im aktuellen Marktumfeld

Dr. Michael Wegener: Uns ist wichtig, dass unsere auf Langfristigkeit angelegten Strategien möglichst unabhängig vom aktuellen Marktumfeld funktionieren und vor allem auch dann, wenn es anspruchsvoller wird. Aktuell liegt die besondere Herausforderung darin, dass wir mit vielen widersprüchlichen Signalen von Seiten der Politik und der Zentralbanken umgehen müssen. Das erfordert einen besonders disziplinierten Investmentansatz, der keinen Raum lässt für diskretionäre oder gar affektive Entscheidungen. Genau darin liegt eine der Stärken des quantitativen Rentenmanagements: Es ermöglicht, Renditechancen flächendeckend und systematisch effektiv zu erschließen, indem der gesamte Markt analytisch abgedeckt wird. Dafür kommen Algorithmen zum Einsatz, die in der Lage sind, hohe Datenmengen auszuwerten.

altii: Was genau berechnen diese mathematischen Modelle?

Dr. Michael Wegener: In unserem quantitativen Investmentprozess kommen Faktoren zum Einsatz: bei der strategischen Allokation, der Einzeltitelauswahl, der Risikosteuerung, dem Liquiditätsmanagement, den Handelskostenmodellen. Faktoren sind ausgewählte Kennzahlen, die in Gruppen gebündelt werden, um bestimmte Risiko- oder Ertragseigenschaften eines Unternehmens und seiner Emissionen zu analysieren und zu bewerten. Das geht in dieser Form nur mit quantitativen Modellen: Allein das von uns abgedeckte weltweite Universum der Unternehmensanleihen umfasst mehr als 3.000 Emittenten aus 70 Ländern mit über 15.000 Emissionen.

altii: Können Sie uns bitte einige Ihrer Strategien beschreiben und warum gerade ein Investment in diese interessant sein könnte.ein Investment in diese interessant sein könnte.

Wegener: Bleiben wir bei den globalen Unternehmensanleihen: Im Vergleich zu Staatsanleihen bester Bonität bietet dieses Segment im Bereich Investment Grade in der Regel eine höhere Renditechance. Gerade in Zeiten niedriger Zinsniveaus können die Renditechancen dieser Unternehmen eine interessante Anlagealternative darstellen. Aber die Bedürfnisse der Investoren sind sehr unterschiedlich. Wir bieten deshalb auch Strategien für globale High Yield Anleihen und für Emerging Markets Corporates, aber selbstverständlich auch für Staatsanleihen. Der quantitative Prozess aller dieser Strategien ist darauf ausgelegt, ein möglichst breites Portfolio abzubilden. Große, globale Mandate können mehr als 400 Emittenten mit bis zu 1.000 Emissionen umfassen. Anders als bei klassische Ansätze verfolgen wir in unseren Portfolien dabei einen Multifaktoransatz, der sich stark von der Idee der Marktkapitalisierung absetzt. Diese hochdiversifizierten Portfolien sind darauf ausgerichtet im Vergleich zum breiten Markt gute Ertragschancen bei deutlich weniger Klumpenrisiken aufzuweisen. Gleichwohl sollten Anleger beachten, dass eine Anlage in Investmentfonds Kursschwankungen unterliegen kann, die sich auch negativ auf den Wert der Anlage auswirken kann. 

altii: Worin liegen die Vorteile, dem Portfolio keine Benchmark zugrunde zu legen – die Investoren brauchen doch einen Vergleichsmaßstab?

Vergleichsmaßstäbe für die Rendite bieten wir unseren Anlegern schon an. Für die Zusammensetzung des Portfolios spielt dieser Index jedoch nur insofern eine Rolle, als er das Investmentuniversum definiert, nicht aber Gewichtungen vorgibt. Nehmen wir beispielsweise globale Staatsanleihen. In vielen Benchmarks machen allein die USA ein Drittel des Portfolios aus. In anderen Segmenten ist die Situation ähnlich. Das ist aus unserer Sicht wenig ausgewogen. Wir wollen mit unseren Strategien eine Alternative bieten. Entsprechend erfolgt die Portfoliogewichtung bei uns nach Faktor-Eigenschaften und nicht nach Marktkapitalisierung.

altii: Was ist denn wenn die nächste Krise kommt – wie geht es dem Investor dann mit Ihren Strategien?

Wegener: Es gibt immer wieder Krisen an den Finanzmärkten die auch nur schwer zu prognostizieren sind. Letztlich hängt die Robustheit eines Portfolios an einem stringenten, risikokontrollierten Investmentprozess. Kurzfristige Marktschwankungen sind normal, aber es sollten möglichst keine bleibenden Verluste entstehen. Zudem ist es uns sehr wichtig, Drawdowns zu minimieren. Das ist wesentlich für die Rendite und schont die Nerven der Investoren. Um das zu erreichen, setzen wir bei der Auswahl der Emittenten sehr stark auf Qualität und hohe Diversifikation. Wichtig für uns ist, dass ein Emittent in der Lage ist, über den Konjunkturzyklus hinweg seinen Schuldendienst zu leisten.

altii: Was passiert, wenn wie in 2008 die Korrelation der Märkte nahe 100 Prozent steigen –können Ihre Strategien adäquat darauf reagieren?

Wegener: Wir optimieren unsere quantitativen Rentenstrategien seit 2001 – sie konnten sich also in sämtlichen Krisen der 2000er Jahre beweisen, so dass in die Modelle die Erfahrungen aus Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, anhaltender Niedrigzinsphase und vieler weiterer Marktereignisse eingeflossen sind. Wichtig ist es, das Portfolio hinsichtlich solcher extremen Ereignisse immer wieder zu stressen. Korrelation ist zwar ein hilfreiches Werkzeug, aber man darf sich bei der Investition nicht nur auf die Ergebnisse von kurzfristigen Risikomodellen verlassen.

altii: Viele institutionelle Investoren bevorzugen nach wie vor Investments in Fixed Income Assets und traditionelle Anlagen. Dürfen diese Investoren Ihre Konzepte erwerben?

Wegener: Anlagegrenzen sind seitens der Regulierung in erster Linie bezüglich bestimmter Assetklassen vorgegeben – für quantitative Strategien gibt es solche per se zunächst einmal nicht. Unsere Rentenstrategien bedienen hochliquide, sehr gängige Marktsegmente, deshalb passen sie sehr gut in die Präferenz der Investoren für Fixed Income Assets. Allerdings werden institutionelle Portfolien meist qualitativ oder diskretionär gemanagt. Hier liegt unser Mehrwert, denn quantitatives Asset Management stellt einen alternativen, diversifizierenden Investmentstil dar, der das Risiko eines institutionellen Rentenportfolios reduzieren kann.

altii: Welche Investment-Vehikel werden von den Investoren bevorzugt?

Spezialfondsmandate sind nach wie vor gefragt, aber viele Investoren interessieren sich auch für institutionelle Publikumsfonds – wir bieten beide Formen an und haben gerade erst eine neue Produktpallette UCITS-Fonds mit Fokus auf die globalen Rentenmärkte lanciert. Institutionelle Publikumsfonds können helfen, den oft großen Block an Rentenpapieren im Portfolio breiter aufzustellen und auch mit kleineren Quoten zum Beispiel im High Yield Segment oder in die Emerging Markets zu investieren. Die Strategien sind zudem VAG-konform ausgelegt, inklusive eines VAG-konformen Reportings. Mit dieser Ausstattung eignen sich diese auch für Pensionskassen, Versorgungswerke und ZVKs.

altii: Was sind Ihre Erwartungen an die Märkte für die kommenden 12 bis 24 Monate – und mit welchen Strategien reagieren Sie darauf?

Wegener: Wir gehen weiterhin von einem robusten Wachstum der Weltwirtschaft aus. Das Zinsniveau wird in unserem Basisszenario weiterhin niedrig bleiben und nur moderat steigen. Risiken sehen wir insbesondere von politischer Seite. Gute Anlagemöglichkeiten bieten sich aus meiner Sicht weiterhin im Markt für globale Unternehmensanleihen. Je nach Risikobudget können dazu selektive Beimischungen aus dem High Yield oder auch Emerging Market Segment interessant sein.


Über Dr. Michael Wegener
Dr. Michael Wegener ist seit 2004 für die Deka Investment tätig. 2014 übernahm er die Leitung der Abteilung Quantitative Renten / Aktien nachdem er bereits 7 Jahre die Gruppe Quantitative Renten leitete. Er verantwortet die Entwicklung von Anlagestrategien und Risikomanagement-systemen, deren Umsetzung in Publikums- und Spezialfonds sowie die Betreuung institutioneller Anleger. Dr. Wegener ist Verfasser von wissenschaftlichen Artikeln zu Themen der Kapitalmarkttheorie und Statistik sowie als Referent tätig.

Über DEKA
Die DekaBank bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften die Deka-Gruppe. Die Wurzeln der DekaBank reichen bis in das Jahr 1918 zurück, als die Deutsche Girozentrale (DGZ) entstand. 1956 wurde die Deka als Kapitalanlagegesellschaft gegründet. Aus DGZ und Deka entstand 1999 die DekaBank. Mit einem verwalteten Fondsvermögen von mehr als 208 Mrd. Euro und rund vier Millionen betreuten Depots ist die Deka-Gruppe einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland.
Deka Institutionell ist der Partner für institutionelle Anleger in der Deka-Gruppe. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen zur erfolgreichen Implementierung von individuellen Anlagestrategien. Mit über 50 Jahren Erfahrung im Asset Management finden wir für jede Investmentherausforderung das passende Konzept. Das Spektrum umfasst die ganze Bandbreite des institutionellen Asset Managements und Liquiditätsmanagements sowie des Kredit- und Risikomanagements. Abgerundet wird unser Angebot durch Serviceleistungen wie Master-KVG als Kern des Asset Servicing und Verwahrstelle.

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How will climate change impact your investments?

Climate change is no longer something to think about for the future, it is something for investors to consider right now. 

Last week a panel of specialists gathered at Schroders to discuss why climate change is an increasingly important topic for investors. The panel consisted of:

  • Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders
  • Jillian Reid, Principal, Responsible Investment, Mercer
  • Thomas Fabricius, Senior ESG and Equity Analyst, Danske Bank
  • Simon Webber, Fund Manager, Schroders

Please find a recording of the panel discussion on schroders.com.

A future issue has become a “now” issue

Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders:

“Climate change is not a new issue; the science behind it and solutions to it really haven't changed that much over the last 10 years. But what's changing now is that we're beginning to see some of those points start to shift from being potential future questions to things that are really beginning to change.

“Whether it’s the regulation we’ve seen on diesel cars or on carbon pricing, or the dramatically-improved economics of clean energy, we're at a very interesting point for climate change and it’s clear it will be a critical issue going forward.”

Has a 4°C rise in temperature been avoided? 

Jillian Reid, Principal, Responsible Investment, Mercer:

“We’ve come a long way since we at Mercer published our report “Investing in a time of climate change” in June 2015.

“We're now in a post-Paris Agreement environment, and it’s now looking very possible that a rise of 4 degrees Celsius will be avoided. We’re more likely to be able to stay below a 3 degree rise. In our original study we debated whether a 2 degree scenario should even be included, whereas now there is optimism that it’s possible.

“The conversation has certainly shifted. I almost never have to have that conversation about whether you believe in climate change anymore, but I think there is still an underestimation of the physical risks.”

Andy Howard, Head of Sustainable Research, Schroders:

“When you look at all the different things going on – whether that’s clean energy investment, oil and gas production, politicians’ statements, or the price of carbon – they can all paint very different pictures. So we’ve built the Schroders Climate Progress Dashboard, to try to make sense of this very complex situation.”

“By putting all of these factors together in one place we get a sense of the way the world is heading. It's currently not a particularly optimistic picture. The outlook is still closer to a rise of four degrees than two degrees, but it is starting to move down towards the two-degree mark.

“So, we think our dashboard is telling us there is still a long way to go. We're moving in the right direction incrementally. But there is a big gap between the level of change and disruption that we're seeing at the moment, and the level that we will need to re-engineer the global economy effectively from fossil fuels, which currently provide 80% of our power, to a more renewable and sustainable form of economic growth.”

What does all this mean for active fund managers?

Simon Webber, Fund Manager, Schroders:

“As an active investor, this whole issue and area is incredibly interesting and powerful, because the markets are very good at assimilating short-term information and very bad at long timeframes and discontinuities.

“If we’re going to get to the middle of this century with a 70% to 90% cut in greenhouse gas emissions, it is a complete transformation in the architecture of our energy industry, as well as automotive transportation, agriculture, heavy industry and chemicals and numerous other sectors.

“As investors we need to be thinking through how these industries may change in structure: which companies are positioned for that, which are not.

"Some companies will just focus on maximising their short-term profits. They won’t think about investing for five to ten years down the line, whether that’s so they have a license to operate, or whether it’s for technology that their customers are going to want. These short-sighted companies will see their business start to shrink.

“For active managers, there is a wealth of opportunity for us from being part of that solution. In my experience, having run a climate change-focused strategy for 10 years now, I am constantly amazed at how markets, investors, analysts, and company management teams struggle with the scope of the change that is likely coming. Therefore, there is a big role for investors and active managers to support those companies that can help us move in the right direction.”


This article has first been published on schroders.com.

Nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns

Mit den „Deka-MultiFactor Rentenfonds“ hat die Deka eine Rentenfondsserie für institutionelle Investoren aufgelegt, die anhand eines quantitativen faktorbasierten Ansatzes gesteuert werden. Die Deka erweitert hiermit ihr quantitativ gemanagtes Produktportfolio für institutionelle Investoren um vier international investierende Rentenfonds: „Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates“, „Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield“ und „Deka-MultiFactor Global Government Bonds”.

Die neu aufgelegten, währungssicheren Produkte kombinieren ein faktorbasiertes Anleihen-Management mit dem bewährten quantitativen Rentenansatz der Deka, bei dem Investitionsentscheidungen auf erprobten mathematisch-statistischen Modellen basieren. Ziel ist es, nachhaltig bessere Renditen, Sharpe Ratios und geringere Drawdowns als der Markt zu erreichen. Gleichwohl können Wertschwankungen, die sich auch negativ auf den Wert des Investments auswirken, nicht ausgeschlossen werden.

Als einer der größten Anbieter in Europa im Bereich des quantitativen Fondsmanagements verwaltet die Deka rund 45 Milliarden Euro (Stand: 31.12.2017).

Deka-MultiFactor Emerging Markets Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen von Ausstellern aus Schwellenländern. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens BB- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Corporates High Yield

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Unternehmensanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).

Deka-MultiFactor Global Government Bonds

Der Fonds investiert global in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere. Dabei werden nur Wertpapiere erworben, die selbst oder deren Aussteller über ein Rating von mindestens B- verfügen. Die Investitionen erfolgen überwiegend in auf Euro lautende oder währungsgesicherte Staatsanleihen. Zusätzlich können alle Arten von Derivaten, sowohl zur Absicherung als auch zu Investitionszwecken erworben bzw. veräußert werden. Das Management des Sondervermögens basiert dabei auf einem quantitativen faktorbasierten Ansatz, der fundamental begründete Marktanomalien zur Verbesserung der Rendite und Reduzierung des Risikos ausnutzt. Die Anlagekriterien des Fonds entsprechen den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Anlage des Sicherungsvermögens von Pensionskassen, Sterbekassen und kleinen Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung).


Deka-MultiFactor Rentenfonds finden Sie auf deka-institutionell.de.

Folgen Sie Deka Institutionell:

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen wesentlichen Anlegerinformationen, die jeweiligen  Verkaufsprospekte und die jeweiligen Berichte, die Sie in deutscher Sprache bei Ihrer Sparkasse oder Landesbank oder von der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhalten.

"Impact Investing ist weiter gefasst als reine SRI-Projekte!"

Dr. Patrick Scheurle von BlueOrchard im Interview mit altii, warum es beim Impact Investing gegenüber reinen SRI und ESG Strategien, die oftmals durch Anwendung von Ausschlusskriterien gemanaged werden, um ein sehr viel breiteres Thema geht. Beim Impact Investment wird bewußt auf die Entscheidung für ein Engagement abgestellt. Der "Impact" kommt aus dem messbaren konkreten sozialen und ökologischen Nutzen.

altii: Beschreiben Sie bitte BlueOrchard. Was sind Ihre Ziele und welche Strategie verfolgen Sie vor allem in Deutschland und Österreich?

Dr. Patrick Scheurle: BlueOrchard steht für Impact Investing, das effiziente Zusammenspiel eines messbaren sozialen und ökologischen Nutzens und einer gewinnbringenden finanziellen Rendite. Unser Ziel ist es, Menschen durch unternehmerische Initiative den Weg in ein besseres Leben zu ermöglichen und Investoren erstklassige Anlagelösungen anzubieten. Aufgrund unserer Pionierarbeit in der Mikrofinanz haben wir ein einmaliges Verständnis von Entwicklungs- und Schwellenländern. Dieses Verständnis nutzen wir, um einerseits die Bereiche zu identifizieren, die dringend Investitionskapital benötigen, und andererseits Investoren in Form von spezialisierten Anlagefonds Investitionen zu ermöglichen, die ihnen ansonsten schwer zugänglich wären. In Deutschland und Österreich verspüren wir seit einiger Zeit ein zunehmendes Interesse an wirkungsorientiertem Investieren. Insbesondere bei institutionellen Investoren hat die Nachfrage stark zugenommen. Mit unserem zwanzigährigen Track Record und unserer Rolle als etabliertem Partner von professionellen Investoren, sehen wir uns auch in Deutschland und Österreich für dieses Segment als idealen Partner.

altii: Was ist Ihre Definition von Impact Investing und wie grenzen Sie das von anderen SRI/ESG Themen ab?

Scheurle: Leider werden SRI/ESG und Impact Investing oftmals synonym verwendet, obwohl sich diese Anlagestrategien sehr von einander unterscheiden. Während es sich bei der Integration von SRI/ESG-Gesichtspunkten oftmals um die einfache Anwendung von Ausschlusskriterien handelt (z.B. Ausschluss von Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Spielkasinios, etc.), geht Impact Investing viel weiter. Es ist die bewusste Entscheidung für ein Engagement, um einen messbaren sozialen und/oder ökologischen Nutzen (sogenannter „Impact“) zu bewirken und gleichzeitig eine attraktive finanzielle Rendite zu generieren. Impact und Rendite sind beides gleichwertige Teile der Investmentstrategie. Der Investmenterfolg wird daher sowohl anhand finanzieller Kriterien als auch anhand gemessenem Impact bewertet.

altii: Welches ist Ihr Flagship Produkt und wie funktioniert es?

Scheurle: Unser Flagship Produkt ist der BlueOrchard Microfinance Fund (BOMF), der weltweit grösste kommerzielle Mikrofinanzfonds mit USD 1.6 Milliarden investiertem Kapital und 20 Jahren Track Record. Die stabile Rendite des Fonds, die geringe Volatilität und Korrelation von Mikrofinanz mit anderen Asset-Klassen sowie die zunehmende Tendenz von Anlegern hin zu mehr verantwortungsvollen, sozialen und ökologischen Investitionen haben in den vergangenen Jahren das Interesse von immer mehr Investoren an den Fonds geweckt. BOMF refinanziert Mikrofinanzinstitutionen in Entwicklungs- und Schwellenländern und hat dadurch bislang 18 Millionen Menschen in 50 Ländern Zugang zu finanziellen Mitteln für eine unternehmerische Tätigkeit ermöglicht. Ein Großteil der erreichten Mikrounternehmenden sind Frauen und knapp 50 Prozent leben in ländlichen Regionen. BlueOrchard wendet in seinem Investitionsprozess nicht nur einen strikten Bottom-up Kredit- und Top-down Portfolio Konstruktionsprozess an, sondern bewertet auch die soziale Performanz jeder Investition. Hierzu hat BlueOrchard eigens eine Software entwickelt: Das „Social Performance Impact Reporting & Intelligence Tool“ (SPIRIT). Im Einklang mit den sogenannten “Universal Standards on Social Performance Management“ bewertet SPIRIT sieben Schlüsselbereiche wie beispielsweise soziale Zielsetzungen der Institution, Umweltschutz und verantwortungsvolle Mitarbeiterführung. Der Fonds addressiert 11 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, der sogenannten „UN-Sustainable Development Goals“, die die ambitionierten Ziele verfolgen, alle Formen der Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und bis Ende 2030 Wohlstand für alle zu sichern.

altii: Wer sind Ihre Investoren und wen wollen sie zukünftig als Investor gewinnen?

Scheurle: BlueOrchard ist stark verankert bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Banken und hat eine breit diversifizierte Investorenbasis von Amerika bis Japan. Wir haben über zwei Jahrzente bewiesen, dass sich finanzielle Renditen und ein messbarer positiver sozialer Impact nicht ausschließen. Auch in Deutschland und Österreich möchten wir Investoren gewinnen, die mit ihren Anlagenentscheidungen sowohl eine finanzielle Rendite verfolgen als auch einen sozialen und ökologischen Nutzen generieren wollen.

altii: Gibt es schon Vehikel oder Strategien, die von institutionellen Investoren in Deutschland erwerbbar sind?

Scheurle: In Deutschland sind für institutionelle Investoren unser Flagship Produkt, der BlueOrchard Microfinance Fund, sowie der InsuResilience Investment Fund (IIF) erwerbbar. Der IIF ist ein von der KfW und dem BMZ im Auftrag der Bundesregierung gegründeter Fonds, der das Ziel verfolgt, Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen sowie einkommensschwachen Haushalten in Entwicklungsländern Zugang zu bezahlbaren Klimaversicherungen zu ermöglichen, um sie auf diesem Weg besser vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Die Gründung des Fonds geht zurück auf die deutsche G7-Präsidentschaft im Jahr 2015, als die „InsuResilience Initiative“ ins Leben gerufen wurde, um besonders verletzliche und arme Menschen in Entwicklungsländern durch verschiedene innovative versicherungsbezogene Instrumente besser gegen Klimaschäden abzusichern.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um. Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab und wie halten Sie es mit der Liquidität?

Scheurle: Wir sichern alle Währungsrisiken systematisch ab und je nach Produkt auch Zinsrisiken. Auf der Investmentseite setzen wir auf Diversifikation, sowohl in Bezug auf Regionen als auch Länder. Was die Liquidität angeht muss vorausgeschickt werden, dass Kredite an Mikrofinanzinstitutionen private Platzierungen sind. Wir gewährleisten jedoch mit einer proaktiven Portfolioverwaltung und dem Vorhalten von liquiden Anlangen eine zu jeder Zeit gegebene angemessene Liquidität unseres Portfolios.

altii: Was erwarten Sie für die nächsten 12 bis 24 Monate?

Scheurle: Immer mehr institutionelle Investoren erkennen, dass sozialer und ökologischer Nutzen und finanzielle Renditen keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand gehen. Wir erwarten deshalb in den nächsten ein bis zwei Jahren eine weiter zunehmende Bedeutung von Impact Investing. Mehr als 750 Millionen Menschen leben noch immer in Armut und der voranschreitende Klimawandel erfordert kaum vorstellbare Investitionssummen. Professionelle Investoren haben den Schlüssel in der Hand, diese Herausforderungen mit Ihren Anlageentscheidungen zu bewältigen.


Über BlueOrchard
BlueOrchard ist ein weltweit führender Impact Investment Manager mit dem Ziel nachhaltiges, integratives und klimagerechtes Wachstum zu fördern und dabei attraktive Renditen für Investoren zu erzielen. BlueOrchard wurde 2001 auf Initiative der UN als weltweit erster kommerzieller Manager von Mikrofinanzanlagen gegründet. Heute bietet BlueOrchard Investoren auf der ganzen Welt erstklassige Anlagelösungen im Bereich Fremdkapital, Private Equity sowie nachhaltige Infrastruktur. Als Experte für innovative Blended Finance-Mandate ist das Unternehmen ein bewährter Partner internatio