Energiewende: Von grünem Strom bis zu smarten Gebäuden

von Mag. Hannes Loacker, Senior-Fondsmanager bei der Raiffeisen KAG.

Die Covid-19-Pandemie hat unser tägliches Leben verändert, der Klimawandel und die dafür notwendigen Maßnahmen werden das auch tun. Im Gegensatz zur Pandemie wird der Klimawandel langfristig unser Leben, die politischen Entscheidungen oder die Art, wie viele Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen herstellen und anbieten, beeinflussen. Denn der Klimawandel ist sprichwörtlich gekommen, um zu bleiben.

Im April 2021 nahmen 40 Staats- und Regierungschefs am Klimagipfel teil. Das nährte die Hoffnung, dass auch die Entscheidungsträger an den Schalthebeln der Macht die Zeichen der Zeit erkannt haben. Priorität Nummer eins bei diesem Klimagipfel hatte die Reduktion der Treibhausgase, speziell der CO2-Emissionen.

ENERGIESEKTOR GRÖSSTER TREIBHAUSGASVERURSACHER

Ein Blick auf die größten Emittenten von Treibhausgasen macht deutlich, dass der Energiesektor rund zwei Drittel der gesamten verursachten Treibhausgase produziert. Eine bedeutende Rolle kommt dabei der Stromproduktion zu, verursacht sie doch gut 40 % der gesamten energiebedingten CO2-Emissionen. Hier gilt es u. a. den Hebel anzusetzen. Ein bisschen mehr Strom aus Sonnenenergie und Windkraft wird aber zu wenig sein, um den Stromsektor grüner zu machen. Das wird noch offensichtlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass der weltweite Strombedarf laut Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) in den nächsten 20 Jahren u. a. aufgrund des Bevölkerungswachstums sowie einer zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrssektors um rund 50 % zunehmen dürfte.

SOLAR- UND WINDBRANCHE STEHT LANGANHALTENDES WACHSTUM BEVOR

In der Konsequenz muss nicht nur der aktuelle Strommix „grüner“ werden, sondern auch die steigende Stromnachfrage so gut es geht mit Strom aus erneuerbaren Energien befriedigt werden. Dass dem auch so sein wird, daran führt kein Weg vorbei. Die IEA erwartet, dass sich die Stromerzeugungskapazitäten der erneuerbaren Energien bis 2040 (gegenüber 2019) nahezu verdreifachen werden. Der mit Abstand stärkste Zuwachs wird für Solarstrom prognostiziert. Die Kapazitäten sollen sich versechsfachen. Bei Windstrom wird eine Verdreifachung erwartet, während die Kapazitäten bei der Wasserkraft um „nur“ gut 35 % zunehmen sollen. Somit kommt der Sonnen- und Windenergie beim Kampf gegen den Klimawandel eine äußerst wichtige Rolle zu. Das hat nun auch die Politik verstanden. Neben dem Green Deal der EU, zweifelsfrei ein wichtiger Eckpfeiler im Kampf gegen den Klimawandel, haben sich nahezu alle Staaten zu einer Reduktion der CO2-Emissionen verpflichtet. So möchten die USA unter Präsient Joe Biden eine Art Vorreiterrolle in der Klimapolitik einnehmen, China wiederum strebt die Klimaneutralität bis 2060 an.

Der Solar- und Windbranche kann angesichts dieser durchaus ehrgeizigen Ziele ein langanhaltendes Wachstum prognostiziert werden. Schon jetzt ist im Solarbereich in einigen Bundesstaaten der USA, aber auch in Europa ein regelrechter Boom nach Solarmodulen auf Eigenheimen auszumachen. Die Betreiber von Solarparks wiederum profitieren von deutlich sinkenden Kosten in der Stromerzeugung. Diese sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 85 % gefallen. Dank dieser vorteilhaften Entwicklungen auf der Kostenseite ist Solarstrom im Vergleich zu Gas-, Kohle- oder Atomstrom in weiten Teilen der Erde bereits wettbewerbsfähig.

Ähnlich verhält es sich mit Strom aus Windkraftanlagen. Auch hier sind die Kosten in den letzten Jahren sehr deutlich gefallen. Im Gegensatz zur Photovoltaik hat das aber weniger mit den fallenden Equipmentkosten zu tun als vielmehr mit der Dimensionierung der Windturbinen selbst. Immer höher, immer größer, immer leistungsfähiger lautet hier die Devise. Onshore-Windturbinen in klimatisch begünstigten Gebieten können sich im Wettbewerb sehr gut behaupten. Offshore-Windenergie profitiert zwar von höheren und konstanteren Windgeschwindigkeiten, allerdings sind die Kosten gegenüber den Windturbinen an Land aktuell noch höher, da sich zusätzliches Equipment (Transformatorstation, Kabel etc.) sowie höhere Montagekosten negativ zu Buche schlagen. Auch hier wird erwartet, dass die Kosten weiter nach unten gehen. Schon die aktuellen Dimensionen sind gigantisch. Der Industrieriese General Electric wird in zwei Jahren eine 13-Megawatt-Turbine mit einer Höhe von 260 Metern und einer Rotorblätterlänge von 107 Metern auf den Markt bringen. Mit einer einzigen Umdrehung dieser Rotorblätter kann ein durchschnittliches britisches Eigenheim für mehr als zwei volle Tage mit Strom versorgt werden und das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht. Vestas Wind Systems arbeitet gerade an einer 15-Megawatt-Turbine. An diesem Wachstum möchten auch Unternehmen, die aktuell noch in erster Linie als Treiber der Klimakrise gelten, partizipieren. So drängen seit zwei bis drei Jahren vermehrt auch einige der großen Öl- und Gaskonzerne auf den Markt. Diese versprechen sich zudem, dadurch ihre CO2-Bilanzen zu verbessern.

OHNE WASSERSTOFF WIRD DIE ENERGIEWENDE NICHT GELINGEN

Strom aus Sonnenenergie und Windkraft wird also zunehmend die Stromproduktion aus Kohle und Gas verdrängen. Da es sich bei Solar- und Windstrom allerdings um sogenannte intermittierende Stromquellen handelt – diese sind aufgrund der nicht konstanten Verfügbarkeit von Sonne und Wind deutlich weniger als 24 Stunden am Tag abrufbar –, kann ein zu hoher Anteil von Solar- und Windstrom am Gesamtstrommix die Versorgungssicherheit gefährden sowie die Energienetze zusätzlich belasten. Daher kommt dem Thema Energiespeicherung eine immer bedeutendere Rolle zu. Batterien haben den Nachteil, dass sie den Strombedarf nur für wenige Stunden, bestenfalls einige wenige Tage überbrücken können. Wasserstoff hingegen kann als mehrtägiger und saisonaler Energiespeicher für das Stromnetz dienen. Zudem ist Wasserstoff mehr als reichlich vorhanden. Etwa 75 % der gesamten Materie im Universum (nach Masse) sind Wasserstoff. Wasserstoff hat auch den Vorteil einer sehr hohen Energiedichte – ein Kilogramm Wasserstoff hat fast den dreifachen Energiegehalt von Benzin und mehr als den doppelten von Erdgas.

Grüner Wasserstoff kann nicht nur die bisherige Wasserstoffproduktion aus fossilen Energien ersetzen, er kann auch wesentlich zur Dekarbonisierung der weltweiten Stromerzeugung beitragen, ohne dass die Versorgungssicherheit gefährdet wird. Der Stromsektor ist jedoch nicht der einzige Sektor, in dem Wasserstoff zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen kann. Auch andere Sektoren wie die Stahlindustrie, die chemische Industrie oder der Transportsektor können mit Hilfe von Wasserstoff zumindest teilweise dekarbonisiert werden. Sowohl in der Stahlindustrie als auch in der chemischen Industrie gibt es eine Reihe von vielversprechenden Pilotprojekten.

ENERGIEEFFIZIENZ ALS WICHTIGER BAUSTEIN DER ENERGIEWENDE

Grüner Strom oder Wasserstoff stellen aber nur zwei Eckpfeiler dar, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Ein weiterer Schlüssel ist, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Das Potenzial in diesem Bereich ist enorm. In der EU entfallen rund 40 % der konsumierten Energie auf Gebäude. Gleichzeitig zeichnen diese für rund 36 % der energiebedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Grund für diesen hohen Anteil liegt in erster Linie darin, dass 35 % der Gebäude in der Europäischen Union über 50 Jahre alt sind und 75 % des Gebäudebestandes als energieineffizient eingestuft werden. Um hier Abhilfe zu schaffen, muss die Renovierungsrate von aktuell einem Prozent pro Jahr zumindest verdoppelt werden. Und genau das möchte die EU mit ihrer Renovierungsoffensive im Rahmen des Green Deals erreichen. Dazu nimmt die Staatengemeinschaft sehr viel Geld in die Hand. Bis zum Jahr 2030 dürften laut Schätzungen der EU jedes Jahr zusätzlich 275 Milliarden Euro an Investitionen in Gebäude nötig sein, damit sich die Renovierungsrate auf zwei Prozent erhöht.

Damit sollen aber nicht nur die CO2-Emissionen deutlich nach unten gebracht werden, die Investitionen sollen zudem auch einen wesentlichen Beitrag zur Ankurbelung der wirtschaftlichen Erholung und zur Verringerung von Energiearmut leisten. Laut EU-Kommission können es sich aktuell fast 34 Millionen Europäerinnen und Europäer nicht leisten, ihre Wohnung zu heizen. Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz dienen daher auch zur Bekämpfung von Energiearmut. Sie wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen aus und helfen dabei, die Energierechnungen niedrig zu halten.

GREEN BUILDINGS

Gerade in Europa gibt es eine Fülle von Unternehmen, die sich dem Thema Green Buildings verschrieben haben und somit ihren Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz bei Gebäuden leisten. Das beginnt schon bei einer verbesserten Isolierung. Dadurch wird nicht nur der Heizungs- und Kühlungsbedarf reduziert, sondern es können hier zusätzlich bei der Verwendung des Materials für die Gebäudeaußenhülle CO2-Einsparungen erzielt werden. Eines der größten europäischen Unternehmen in diesem Bereich setzt beispielsweise bei seinen Isolationskomponenten verstärkt auf die Wiederverwertung von Plastikmaterialien (z. B. PET-Flaschen oder Plastikmüll aus dem Ozean).

Eine verbesserte Isolation allein macht ein Gebäude aber noch lange nicht zu einem Green Building. Darunter versteht man vielmehr, dass Gebäude abseits der verwendeten Materialien mit einem umfassenden Energiemanagementsystem (Stichwort „Internet of Things“) ausgestattet werden. Dadurch lassen sich Daten von vernetzten Geräten nutzen, Wartungsarbeiten zeitnah durchführen, Gebäudesysteme und Räume verwalten, die Stromversorgung überwachen und der Energieverbrauch optimieren. Letzteres wird auch durch den Einsatz sogenannter Smart Meter unterstützt. Diese zeichnen die von einem Gebäude verbrauchte elektrische Energie auf und übertragen diese Daten in digitaler Form. Sie stellen nicht nur für die Versorgerunternehmen eine Möglichkeit dar, die Energienutzung zu optimieren, sondern liefern dem Energiekonsumenten Daten über das Energieangebot sowie den Energiebedarf zum Zeitpunkt der Nutzung. Somit kann der Verbraucher seine Energieverbrauchsgewohnheiten besser an den tatsächlichen Energiebedarf anpassen.

Eine weitere Komponente für ein „grünes“ Gebäude kommt aus der Beleuchtungsindustrie. Durch LED-basierte Lichtsysteme werden sowohl die CO2-Emissionen als auch die operativen Kosten gesenkt. Laut dem Unternehmen Signify könnten in den Benelux-Ländern rund 80 % der bestehenden Beleuchtungen durch LED-basierte Lichtsysteme ersetzt werden. Im Rest von Europa stellt sich die Situation nicht viel anders dar. Signify schätzt, dass durch eine solche Umstellung in Europa rund 40 Milliarden Euro an Einsparungseffekten erzielt werden könnten. Zudem rechnet das Unternehmen mit CO2-Einsparungen im Ausmaß von in etwa 100 Millionen Tonnen.

Wie man sieht, erstreckt sich der Kampf gegen den Klimawandel auf mehrere Schauplätze. Die Energiewende selbst ist bereits in vollem Gange, sie wird in den nächsten Jahren ein stetiger Begleiter sein. Und jeder von uns kann und muss ein Teil davon sein!

FAZIT & NACHHALTIGKEITSBEWERTUNG

Der Klimawandel und die Notwendigkeit einer Energiewende haben neue Entwicklungen in der Energieerzeugung vorangetrieben, die von ihren potenziellen Auswirkungen her für die Nachhaltigkeitsbetrachtung von extrem hoher Relevanz sind. Die Energiewende steht für die Umsetzung einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit erneuerbaren Energien. Dementsprechend finden Unternehmen speziell in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien ein äußerst positives Marktumfeld vor.

E (Environment)

Energiewende und die Bekämpfung des Klimawandels sind stark umweltbezogene Themen, es geht um die Eindämmung potenzieller Umweltzerstörungen, das Abwenden von Gefahren für Fauna und Flora sowie den Erhalt möglichst vieler Pflanzen- und Tierarten. Umweltzerstörung basiert auf der Tatsache, dass mit dem Klimawandel das Risiko für Wetterextreme wie Starkregen, Überschwemmungen, Hochwasser und andererseits Hitzeperioden steigt. Die verstärkte Gletscherschmelze sowie auch die thermische Ausdehnung des Wassers führen zu einem Anstieg des Meeresspiegels, zudem ist beispielsweise die Trinkwasserversorgung von auf die Gletscherschmelze angewiesenen Menschen gefährdet.

S (Social)

Der Klimawandel führt auf sozialer Ebene zu Problemen auf unterschiedlichen Ebenen. Dabei ist zunächst eine potenzielle Gesundheitsbelastung verursacht durch Wetter- und Klimaveränderungen zu nennen. Durch Wetterextreme wird außerdem die Gefahr von Hungersnöten erhöht. Und schließlich können einzelne Regionen der Welt in zunehmendem Ausmaß unbewohnbar werden, was zu Migrationsströmen führen kann.

G (Governance)

Staaten, aber auch Unternehmen müssen dem Klimawandel entgegenwirken. Das Problem dabei ist das Fehlen einer unmittelbaren Zurechenbarkeit des Phänomens zu Verantwortlichen, also die Existenz von Externalitäten. Die umfangreichen Förderprogramme des letzten Jahrzehnts für erneuerbare Energien haben frühzeitig zu einem schnellen Anstieg der Kapazitäten geführt, heute sind viele Technologien auch ohne staatliche Förderungen konkurrenzfähig. Trotzdem ist ein Eingriff des Regulators weiterhin wesentlich, man denke an Einspeisetarife in einer zunehmend dezentralen Struktur der Stromwirtschaft.

Fazit

Für Raiffeisen Capital Management ist die Energiewende ein wesentliches Zukunftsthema. Insbesondere bei Investments in Unternehmen und Emissionen im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien nimmt es eine wichtige Rolle ein.


Die vollständige Ausgabe von Raiffeisen Capital Management's Nachhaltig Investieren mit Grafiken finden Sie hier als PDF.

Der Wald als Assetklasse

Der Wald hat sich seit Mitte der 1980er Jahre unter privaten und institutionellen Investoren zu einer etablierten Anlageklasse entwickelt, erklärt Felix Jenninger, Head of Investment & Transaction bei Salm-Salm & Partner GmbH.

Die Assetklasse Wald hebt sich durch mehrere, einzigartige Merkmale von anderen Anlageformen ab. So werden Renditen überwiegend von den Holzpreisen und dem biologischen Wachstum bestimmt. Holzpreise sind, wie andere Rohstoffpreise auch, das Ergebnis der Interaktion von Holzangebot und -nachfrage. Im Falle niedriger Holzpreise kann der Einschlag unterlassen werden, wobei unabhängig von allen Konjunkturzyklen und Finanzmarktgeschehnissen auf der Fläche immer biologischer (Wert-)Zuwachs stattfindet. Da die Renditen in der Forstwirtschaft von anderen wirtschaftlichen Größen getrieben werden als bei Aktien und Anleihen, korrelieren forstwirtschaftliche Vermögenswerte nur geringfügig oder sogar negativ mit den Preisen von Finanzanlagen. Dies bietet einem gemischten Portfolio das Potential zur Diversifikation und zur Verbesserung der Anlageperformance. Ein weiterer Vorteil eröffnet sich durch das Eigentum an Grund und Boden und das biologische, krisenunabhängige Wachstum von Wäldern: Die Assetklasse schützt vor Inflation. Wald bietet dem Investor daher einen langfristigen Vermögenszuwachs des gebundenen Kapitals bei gleichzeitigen Einnahmen aus dem Holzeinschlag.


Quelle: Salm-Salm (2020)

Chancen eines Waldinvestments

Cashflow-Renditen eines global diversifizierten Waldportfolios liegen im Schnitt der Jahre zwischen 2 und 3 %. Hinzu kommt eine potenzielle Wertsteigerung der Grundstücke. Eigentum von Grund und Boden bietet abhängig von Lage und Eignung der Waldfläche obendrein die Chance, weitere Einkommensquellen zu erschließen. Solche Einkommensquellen sind der Bau von Windkraft- oder Solaranlagen, die Verpachtung der Jagdrechte, der Abbau von Sanden und Kiesen oder die Generierung von CO2-Zertifikaten.

Im Vergleich zu Ackerland bieten Forstinvestitionen flexible Erntezeiten. In den meisten Fällen kann ein Ernteplan um mehrere Jahre beschleunigt oder verschoben werden, was dem Eigentümer die Möglichkeit bietet, die Ernte mit dem persönlichen Einkommensbedarf abzustimmen oder auf eine günstigere Preissituation zu warten.

Die Assetklasse besticht darüber hinaus auch auf anderen Ebenen: das Sachwertinvestment ist ein wahres Commitment hinsichtlich Klima- und Ressourcenschutz. Wald bietet einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere und für den Menschen einen Ort der Erholung. Zusätzlich nehmen die Wälder dieser Welt eine signifikante Klimaschutzfunktion ein. Ein Investment in Wirtschaftswald unterstützt langfristig Anbau und Ernte von Holz unter kontrollierten Bedingungen. Einen Nachweis über die Nachhaltigkeit der forstwirtschaftlichen Praktiken können unabhängige Siegel, beispielsweise von FSC oder PEFC, liefern.

Risiken der Assetklasse Wald

Typische Risiken der Assetklasse Wald sind Markt- und Währungsschwankungen sowie biotische und abiotische Risiken. Unter biotische Risiken fallen Umweltfaktoren, an denen Lebewesen beteiligt sind, wie beispielsweise Schädlingsbefall. Abiotische Risiken sind Feuer und Wind. Alle Risiken im Wald können durch aktives Management deutlich verringert werden. Der entscheidende Faktor für ein risikoarmes Waldinvestment ist jedoch der Kauf des richtigen Grundstückes. Für das Risikoniveau entscheidend sind klimatische Lage, geografische Lage und Marktlage. Global empfiehlt es sich, sich auf rechtssichere Länder zu konzentrieren, die über gute Zuwachsraten und einen ausgeprägten forstwirtschaftlichen Sektor verfügen.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Waldinvestment

Die Basis für ein erfolgreiches Waldinvestment sind Rechtssicherheit und Absatzmarkt. Typisch für Waldinvestments sind Anlagehorizonte von über 15 Jahren. Aus Sicht eines Anlegers müssten daher alle Länder für ein Waldengagement ausgeschlossen werden, die über instabile politische Verhältnisse verfügen.

Auch der Holzmarkt ist ein entscheidendes Kriterium, da es sich bei Holzmärkten um regionale Märkte handelt. Um langfristig den Absatz des Holzes zu sichern, bedarf es einer diversifizierten Struktur an holzverarbeitenden Betrieben im direkten Umkreis des Waldgrundstücks.

Der Zugang zum Waldinvestment

Das Investment in Wald kann über verschiedene Wege und Möglichkeiten geschehen. Professionelle private und institutionelle Investoren suchen den Zugang zu Waldinvestments meist über geschlossene Fondslösungen oder Direktinvestments. Mindestinvestitionen liegen für Direktinvestments in Wald i. d. R. bei über 25 Mio. Euro. Fondslösungen eröffnen die Chance in der Regel ab 5 Mio. Euro, an den Vorteilen eines diversifizierten Waldportfolios zu partizipieren, ohne alle Grundstücke selbst erwerben zu müssen. Das Mitspracherecht bei Investmententscheidungen ist daher eingeschränkt. Wünscht der Anleger volle Flexibilität hinsichtlich der Grundstückswahl, der Bewirtschaftungsform sowie des perspektivischen Exits, fällt die Wahl meist auf ein Direktinvestment. Typischerweise werden dabei mehrere bestehende Forstbetriebe erworben und anschließend vollumfänglich bewirtschaftet.

Fazit und Ausblick

Wald bietet bei richtigem Ankauf und gutem aktiven Management die Möglichkeit, Investitionsportfolios auf vielfältigen Ebenen zu diversifizieren. Maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg des Investments haben grundlegende Faktoren wie Rechtssicherheit, Absatzmarkt, biologisches Wachstum und das forstliche Management. Stimmt die Strategie, eröffnet die Assetklasse attraktive Renditen – besonders im aktuellen Zinsumfeld.

Die USA bietet den größten Markt für Waldinvestitionen mit attraktiven biologischen Wachstumsbedingungen und einer sehr guten forstwirtschaftlichen Infrastruktur. Der aktuelle Zeitpunkt eignet sich optimal für den Einstieg in die Assetklasse, da sich der Holzpreis im Südosten der USA immer noch auf einem vergleichsweisen niedrigen Niveau befindet. Nachdem für die kommenden Jahre ein starkes Wachstum für die Holzpreise im Südosten der USA vorhergesagt wird, kann ein direkter Wertzuwachs der Bestände erwartet werden. Für steigende Holzpreise sprechen das Wachstum der Weltbevölkerung, hohe Investitionen von Sägewerken im Südosten der USA sowie die Erholung des US-Häusermarktes nach der Krise in den Jahren 2008/2009.

Vor dem Hintergrund des limitierten Holzangebots werden die Holzpreise und der Wert der Wälder, zum Vorteil aller Waldbesitzer weiterhin steigen, was das Waldinvestment neben stabilen Renditen, Nachhaltigkeit und Portfoliodiversifikation weiterhin zu einer attraktiven Assetklasse macht.


Dieser Text stammt von FONDSTRENDS.LU, veröffentlicht am 25. August 2021.

Felix Jenninger

Felix Jenninger arbeitet als Head of Investment & Transaction bei Salm-Salm & Partner GmbH, einer Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Wallhausen, die sich auf Holz- und Agrarinvestitionen in Europa und den USA spezialisiert hat. Zu seinem Aufgabenbereich gehören Markt- und Objektanalysen sowie die Kundenbetreuung. Bevor er seine Tätigkeit bei Salm-Salm aufnahm, studierte er Forst- und Agrarwirtschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und schloss sein Studium mit einem Master in Agrarökonomie ab.

B.A.U.M. Fair Future Fonds wird 3 Jahre alt: Erfolgreich wie der Mittelstand

von Stefan Fritz, Spezialist Investmentfonds, und Christian Pass, Portfolioberater des B.A.U.M. Fair Future Fonds, beide GLS Investment Management GmbH. Weitere Informationen zum Fonds erhalten Sie im Webinar mit Christian Pass am 11. November.

Bitte beachten Sie die Hinweise zu den ökonomischen Aussagen am Ende des Artikels.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft. Er gibt wichtige Impulse für ein nachhaltigeres Wirtschaften. Besonders in Deutschland spielt er eine herausragende Rolle. Mit Auflage des B.A.U.M. Fair Future Fonds wollten wir unseren Anleger*innen die Möglichkeit geben, den nachhaltigen Mittelstand bewusst zu stärken. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Maximilian Gege, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Bundesarbeitskreises für Nachhaltiges Wirtschaften (B.A.U.M.) e.V., einem ausgewiesenen Experten für den Nachhaltigen Mittelstand, haben wir einen Aktienfonds aufgelegt, der diesen Ansprüchen gerecht wird. Zum dritten Geburtstag ziehen wir eine erste ökonomische Bilanz.

Ökonomische Ausrichtung des B.A.U.M. Fair Future Fonds

Anlagestrategie

Der B.A.U.M. Fair Future Fonds ist ein Aktienfonds. Das Fondsmanagement verfolgt eine langfristige Anlagestrategie. Letzteres spiegelt sich in einer geringen Portfolioumschlaghäufigkeit wider, die sich im vergangenen Geschäftsjahr im einstelligen Prozentbereich bewegt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in einem mehrdimensionalen, integrierten Auswahlprozess auf Basis sozial-ökologischer Anlagekriterien. Der Fonds investiert in die Branchen und Unternehmen, die die sich mit den wichtigen Zukunftsmärkten wie u.a. Energie, Ressourceneffizienz, Infrastruktur, Bauen und Wohnen, Mobilität, Wasser, Gesundheit, Abfallvermeidung oder Digitalisierung unter Beachtung nachhaltiger Aspekte beschäftigen. Der Fonds orientiert sich an keiner Benchmark, die einem sektoralen oder geografischen Ansatz folgt, sondern fokussiert sich ausschließlich auf Unternehmen, die den oben genannten Kriterien entsprechen. Zugleich wird kein Best-in-Class-Ansatz bei der Nachhaltigkeitsprüfung angewandt. Das bedeutet, dass Öl- und Gasunternehmen nicht im Portfolio sind. Zu Vergleichszwecken wird in diesem Artikel der MSCI Europe Small Cap Index (EUR) aufgrund des hohen Europa-Exposure des B.A.U.M. Fair Future Fonds als Maßstab herangezogen.

Portfoliostruktur

Der Fokus des Fonds liegt auf Industrieunternehmen, die IT-Branche sowie Gesundheit, die zusammengenommen mehr als 50 Prozent des Fondsvolumens ausmachen. Im Mittelpunkt stehen kleinere Unternehmen. Die Hälfte der investierten Titel erwirtschaften einen Umsatz von nicht mehr als 1 Mrd. Euro. Wert gelegt wird auf eine granulare Portfoliostruktur. Die Top 10-Positionen machen rund ein Sechstel des Fondsvolumens aus. Insgesamt hat der Fonds etwa 100 Positionen. Geographisch liegt der Schwerpunkt mit 75 Prozent des Portfolios auf Europa. Ein Drittel des Fonds besteht aus deutschen Titeln. Schweizerische, amerikanischen und japanische Unternehmen machen insgesamt 25 Prozent aus. In der Währungsstruktur dominiert Euro (60 Prozent), gefolgt von Dollar und Schweizer Franken mit jeweils rund 10 Prozent. Die Kassenposition liegt bei rund 15 Prozent.


Quelle: Factsheet Ultimo September, Anteilklasse B, Universal Investment
 

Performance und Volatilität des B.A.U.M. Fair Future Fonds

Der B.A.U.M. Fair Future Fonds hat seit seiner Auflage am 1. Oktober 2018 bis Ende September 2021 eine absolute Performance von 47,27 Prozent erzielt. Das entspricht einer durchschnittlichen Performance von 13,8 Prozent pro Jahr. Während der Fonds im Auflagejahr 2018 eine negative Wertentwicklung verzeichnete, weist der Fonds sowohl in den Jahren 2019 und 2020 als auch Year-to-Date eine positive Wertentwicklung im zweistelligen Prozentbereich auf. Zum Vergleich: Die jährliche Rendite des MSCI Europe Small Cap Index (EUR) der vergangenen 3 Jahre belief sich auf 11,2 Prozent (Stand 30.09.2021). 


Quelle: Factsheet Ultimo September, Anteilklasse B, Universal Investment


Quelle: Factsheet Ultimo September, Anteilklasse B, Universal Investment

Ausgeglichenes Chancen-Risiko-Verhältnis

Die hohe Anzahl kleinerer Portfoliotitel bedingt eine geringere Liquidität und in der Folge höhere Volatilität des Portfolios. Das Fondsmanagement legt Wert darauf, ein für den Anleger vorteilhaftes Risiko-Rendite-Verhältnis anzubieten, indem sie einen Ausgleich zwischen höherer Ertragschance und für die Assetklasse typischen höheren Wertschwankungen sicherstellt. Die Volatilität beläuft sich auf 15,21 Prozent. Zum Vergleich: Der MSCI Europe Small Cap Index (EUR) weist im selben Zeitraum eine Volatilität in Höhe von 21,85 Prozent aus (Stand 30.09.2021).

In das Verhältnis gesetzt mit der Rendite ergibt sich ein Sharpe Ratio von 0,94 über einen Zeitraum von 3 Jahren. Damit ist das historische Rendite-Risiko-Verhältnis vorteilhafter als dasjenige des MSCI Europe Small Cap Index (EUR) – das Sharpe Ratio beträgt hier 0,60. (Stand 30.09.2021).


Quelle: Eigene Darstellung, beruhend auf Universal Investment und MSCI-Factsheet, Stand 30.09.2021, Anteilklasse B

Fazit

Den nachhaltigen Mittelstand stärken steht beim B.A.U.M. Fair Future Fonds an erster Stelle. Die Kursentwicklung seit Auflage des Fonds zeigt darüber hinaus, dass sich eine konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit für Anleger*innen ökonomisch auszahlt – auch im Marktvergleich. Mit laufenden Kosten von 0,82 Prozent für die Anteilklasse B weist der Fonds ein attraktives Kostenprofil für einen aktiv gemanagten Nachhaltigkeitsfonds auf. Dies spiegelt sich auch in der dynamischen Zunahme des Fondsvolumens mit monatlichen Nettozuflüssen auch während der Covid-19-Pandemie wider. Lag das Fondsvolumen Ende 2020 noch bei 82 Mio. Euro, so liegt es per 30.09.2021 bei 156 Mio. Euro.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds mit Fokus Sustainable Finance Regulatorik, Prozessmanagement und Fachkommunikation der GLS Investment Management GmbH. In den Jahren 2015 bis 2018 war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete und für das Audit des FNG-Siegels zuständig war. LinkedIn

Christian Pass arbeitet als Senior Experte Portfoliomanagement im Fondsadvisory der GLS Investments, wo er für das Management des B.A.U.M. Fair Future Fonds verantwortlich ist. Zuvor hat er u.a. als Berater für Finanzdienstleistungsunternehmen gearbeitet. Herr Pass hat einen Master in Finance an der European Business School absolviert und ist CFA Charterholder.

Über die GLS Investments

Die GLS Investment Management GmbH, kurz GLS Investments, vereint als 100%ige Tochter der GLS Bank die Kompetenzen zum Management sozial-ökologischer Investmentfonds. Sie gehört zu den strengsten Akteuren am Markt und ist verantwortlich für das GLS Anlageuniversum, das auf Basis eines mehrstufigen, integrierten sozial-ökologischen Auswahlprozesses erfolgt. Anschließend prüft und bewertet ein Team aus Finanzspezialisten die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen. Diese Expertise fließt in das Management der vier bereits bestehenden Investmentfonds. Die GLS Investments hat ihren Sitz in Bochum und ist weltweit tätig. Die bisher aufgelegten Investmentfonds investieren aktuell rund 1,2 Mrd. Euro in Unternehmen und Länder, die eine positive gesellschaftliche Wirkung entfalten und nachhaltige Entwicklung fördern (Stand: 08.10.2021).
Mehr Informationen unter: www.gls-investments.de und kontakt@gls-investments.de

Anmeldung zum Newsletter: http://newsletter.gls.de/f/165422-291881/

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Sie finanziert nur sozial-ökologische Unternehmen und macht ihre Geschäfte umfassend transparent. Dabei bietet die Bank alle Leistungen einer modernen Bank: Girokonten, nachhaltige Fonds, Vorsorge und vieles mehr. Als Genossenschaftsbank kann jeder Anteile zeichnen und mitbestimmen. Über ihre Partnerin GLS Treuhand ist der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank hat ihren Sitz in Bochum und Standorte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, München und Stuttgart.

Wichtige Hinweise zu den ökonomischen Aussagen dieses Artikels (Disclaimer)

Risikohinweis

Die Angaben dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung oder ein Angebot bzw. eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Sie richten sich nicht an natürliche und juristische Personen, deren Wohn- bzw. Geschäftssitz einer ausländischen Rechtsordnung unterliegt, die für die Verbreitung derartiger Angaben Beschränkungen vorsieht, insbesondere nicht für US-amerikanische Staatsbürger oder Personen mit Wohnsitz bzw. ständigem Aufenthalt in den USA. Alleinige Grundlage für den Kauf von Fondsanteilen sind die Verkaufsunterlagen (die wesentlichen Anlegerinformationen, der aktuelle Verkaufsprospekt inklusive Anlagebedingungen sowie der letztverfügbare Halbjahres- und Jahresbericht). Eine aktuelle Version der Verkaufsunterlagen in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos in Papierfassung bei der Verwahrstelle, der Kapitalverwaltungsgesellschaft sowie im Internet unter www.universal-investment.com und www.gls-investments.de. Das Investmentvermögen weist ein nicht auszuschließendes Risiko erhöhter Volatilität auf, d.h. in kurzen Zeiträumen nach oben oder unten stark schwankender Anteilspreise. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung und garantiert nicht notwendigerweise positive Entwicklungen in der Zukunft. Bei der Darstellung der Wertentwicklung handelt es sich um Nettowerte. Der Wert kann sich um individuell anfallende Depotkosten vermindern. Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte den aktuellen Verkaufsunterlagen.

Für Sie geeignet, wenn Sie

Nicht für Sie geeignet, wenn Sie

  • in eine faire Zukunft investieren wollen
  • soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen möchten
  • erhebliche Wertschwankungen in Kauf nehmen
  • höhere Ertragschancen bei entsprechend höheren Risiken akzeptieren
  • eine langfristige Depotbeimischung wünschen
  • Anteile jederzeit zum aktuellen Tageswert verfügen möchten
  • keine erheblichen Wertschwankungen akzeptieren
  • Ihr Kapital nur kurz- bis mittelfristig anlegen möchten
  • einen sicheren Ertrag anstreben
  • mögliche Wechselkursverluste gegenüber Anlegerwährung nicht akzeptieren
  • keine erheblichen Wertschwankungen akzeptieren
  • Ihr Kapital nur kurz- bis mittelfristig anlegen möchten
  • einen sicheren Ertrag anstreben
  • mögliche Wechselkursverluste gegenüber Anlegerwährung nicht akzeptieren


Quelle der Daten:
 Die Angaben zu den ökonomischen Kennzahlen (Wertentwicklung/Performance, Kosten, Volatilität, Sharpe Ratio) beziehen sich alle auf die für institutionelle Investoren konzipierte Anteilklasse B, die im Vergleich zur Anteilklasse A ein vorteilhafteres Kostenprofil für Investoren aufweist. Anteile an der Klasse B sind ab einer Mindestanlagesumme von 200.000 Euro erwerbbar.

Stand der Daten: Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich alle Angaben auf den 30.09.2021.

Erläuterung zur Kostenquote: Die Gesamtkostenquote gilt für das aktuelle Geschäftsjahr und errechnet sich aus den Kosten des abgelaufenen Geschäftsjahres (01.09.2019 bis 31.08.2020). Die Gesamtkostenquote drückt sämtliche vom Sondervermögen im Jahresverlauf getragene Kosten und Zahlungen (ohne Transaktionskosten) im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettoinventarwert des Sondervermögens aus.

Bei der Darstellung der Wertentwicklung handelt es sich um Nettowerte. Der Wert kann sich um individuell anfallenden Depotkosten vermindern. 

Sharpe-Ratio: Die Sharpe Ratio ist die Differenz zwischen erzielter Performance p.a. und risikolosem Zins (Citigroup Euro 3 M TR (EUR)) p.a., dividiert durch die Volatilität. Sie lässt sich daher als "Risikoprämie pro Einheit am eingegangenen Gesamtrisiko" interpretieren. Grundsätzlich ist es umso besser, je höher sie ist (hohe Performance bei geringem Risiko). Auf Grund ihrer Konzeption als relative Größe können Sharpe Ratios verschiedener Portfolios sowohl untereinander als auch mit der Benchmark verglichen werden.

Das eigene Zuhause gewinnt im Zuge der Pandemie an Bedeutung

von Tobias Just und Rupert K. Eisfeld, beide IREBS – Universität Regensburg.

Folgt man Berichten in Medien und Immobilienmarktprofessionals hatte die Covid-19-Pandemie bisher keine Auswirkungen auf die deutschen Wohnungsmärkte: Wohnungen sind vielerorts weiterhin knapp, und die Mieten und Preise sind bis zuletzt weiter gestiegen.

Diese Darstellung ist richtig und doch in (mindestens) dreifacher Hinsicht zu holzschnittartig. Erstens reagieren Wohnungsmärkte sehr langsam auf Schocks; Anpassungen benötigen mitunter Jahre. Wir erleben aktuell zunächst nur die unmittelbaren Auswirkungen. Immerhin. Zweitens greift der reine Blick auf die eingetretene Entwicklung dahingehend zu kurz, weil der Referenzpunkt fehlt. Ein richtiger Referenzpunkt ist aber nicht Stagnation, sondern wie sich die Märkte ohne die Pandemie entwickelt hätten. Dies hätte stürmischer oder weniger dynamisch sein können. Doch ohne ein Referenzszenario ist eine Analyse der Pandemieeffekte nicht sinnvoll. Drittens schmelzt das Eingangsstatement viele kleinräumige und qualitative Details und Verschiebungen zu einer einzigen Aussagelegierung zusammen. Das ist wie gesagt nicht falsch, aber manchmal lohnt es sich eben zusätzlich auf die Unterschiede hinter den Details zu achten.

In diesem Standpunkt gehen wir auf den dritten Aspekt ein und zeigen anhand von Analysen zum Internetsuchverhalten von Menschen in Deutschland, dass mit Verschiebungen in den Wohnpräferenzen zu rechnen ist. Es kam nämlich über viele Monate zu statistisch signifikanten Abweichungen darin, nach welchen Wohnungsattributen Menschen im Internet suchten im Vergleich zu den Quartalen vor der Pandemie.1

Die Analyse von Internet-Suchanfragen ist in den letzten Jahren zu einem regelrechten eigenen Forschungszweig gewachsen, da die investierte Zeit als klares Zeichen für die Suchbereitschaft gilt. Dann lässt sich eben auch vermuten, dass Veränderungen in den Suchanfragen einen gewissen Vorlauf zu Marktbewegungen haben (Choi & Varian 2012). Für Immobilien sind die Wirkungsverzögerungen natürlich länger als für Güter des täglichen Bedarfs, aber Bezüge sind hier feststellbar (Hohenstatt et al. 2011; Dietzel et al. 2014).

Mit „Google Trends“2 lassen sich z.B. die Suchanfragen für immobilienwirtschaftlich relevante Begriffe im Kontext der COVID-19-Pandemie analysieren: Wie häufig googelten Menschen z.B. nach den Begriffen „Garten“ oder „Balkon“. Die Suchanfragen werden dann auf wöchentlicher Basis zur Verfügung gestellt, der Wert mit den höchsten Suchanfragen erhält den Wert 100 zugeordnet, alle anderen werden entsprechend kalibriert. Absolute Zahlen gibt es also nicht, daher sind alle weiteren Auswertungen zunächst eher Indikationen für mögliche Bewegungen – ob die relativen Veränderungen nämlich reichen, um harten, nennenswerten Marktbewegungen vorauszulaufen, bleibt zum Teil abzuwarten.

Tatsächlich kam es in den Lockdown-Phasen zu einer deutlichen Veränderung im Suchverhalten, die vielfach als Bedeutungsgewinn des Wohnens und mitunter auch des Wohneigentums interpretiert werden könnten. Bestimmte Wohnungsmerkmale, die nämlich zudem im städtischen Umland angeboten werden, wurden häufiger gesucht. Neben die qualitativen Nachfrageverschiebungen könnten also auch regionale Verschiebungen treten.

Für die folgenden Grafiken wurde wie folgt vorgegangen: Es wurde zunächst für den Zeitraum von 2018 bis zum Beginn der Pandemie ein Trend berechnet. Dieser wurde dann für die Pandemie fortgeschrieben und dient als Referenzszenario. Weichen die realisierten Suchverläufe deutlich ab – hier außerhalb eines Prognoseintervalls, in dem sich 95% aller möglichen Werte befinden müssten – wurde dies besonders hervorgehoben. Hier können wir mit hoher statistischer Sicherheit von einer nennenswerten und dann wohl auch durch die Pandemie bewirkten Abweichung sprechen.

Die folgenden Abbildungen veranschaulichen, dass deutlich häufiger als vor der Pandemie nach „Haus kaufen“ oder „Balkon“ oder „Garten“ gesucht wurde. Der Zugang zur eigenen Freifläche, zur eigenen Grünfläche sprechen für eine Bedeutungsverschiebung wichtiger Wohnungsmerkmale: Vergleicht man zum Beispiel die Mittelwerte für „Haus kaufen“ und „Balkon“ vor der Pandemie mit jener während der Pandemie zeigt sich eine Zunahme der Suchanfragen von 26,6% bzw. 70,1%. Da Häuser viel seltener innerstädtisch als in der Peripherie erworben werden, spricht der starke Anstieg der Suchanfragen auch für eine Nachfrageverschiebung nach außen vor die Kernstädte.

Abbildung 1: Suchanfragen nach "Haus kaufen" (höchster Wert = 100), Lockdown-Phasen und linearer Trend bis zur 13. Kalenderwoche 2020. Rot: Unerwartet deutliche Abweichung. Daten: Google Trends; Eisfeld, Just (2021).

Nun muss man gerade bei solchen Schocks vorsichtig sein, ob Menschen nicht angesichts der Besonderheit der Situation erst einmal nur suchen, ohne zu handeln. Dies ist natürlich möglich, doch dagegen spricht, dass auch außerhalb der Lockdown-Phasen zum Teil heftige Abweichungen feststellbar sind. Außerdem wird in der Studie gezeigt, dass eben nicht nur Änderungen im Suchverhalten messbar waren. Für die weiteren Parameter verweisen wir auf die vollständige Studie.

Abbildung 2: Suchanfragen nach "Balkon" (höchster Wert = 100), Lockdown-Phasen und linearer Trend bis zur 13. Kalenderwoche 2020. Rot: Unerwartet deutliche Abweichung. Daten: Google Trends; Eisfeld, Just (2021).

Auch nach Wohnungen mit Arbeitszimmern wurde deutlich häufiger gesucht als das zuvor gezeigte Suchverhalten hätte nahelegen können. Die Abweichungen liegen zum Teil weit außerhalb des 95%-Intervalls.

Abbildung 3: Suchanfragen nach "Arbeitszimmer" (höchster Wert = 100), Lockdown-Phasen und linearer Trend bis zur 13. Kalenderwoche 2020. Rot: Unerwartet deutliche Abweichung. Daten: Google Trends; Eisfeld, Just (2021).

Und natürlich gibt es hier einen direkten Zusammenhang mit der Verlagerung des eigenen Arbeitsplatzes ins Homeoffice (Abbildung 4). Die Suche nach Arbeitszimmern war stärker eine transitorische Frage als die Suche nach dem Hauserwerb.

Abbildung 4: Suchanfragen nach "Homeoffice" und nach „Arbeitszimmer“ (höchster Wert = 100). Daten: Google Trends; Eisfeld, Just (2021).

Aktuell gehen die Infektionszahlen in Deutschland wieder hoch. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die 4. Welle begonnen hat, sondern nur noch wie heftig sie ausfällt und ob dies auch angesichts relativ hoher Impfquoten zu ähnlichen Einschränkungen wie 2020 und zum Beginn des Jahres 2021 führen muss. Und in diesem Sinne stellt sich dann auch die Frage, ob es zu ähnlich starken Impulsen für geänderte Wohnpräferenzen kommen könnte. Dies steht sicherlich in direkter Verbindung zu den noch folgenden Maßnahmen. Werden nur wenig invasive Maßnahmen ergriffen, werden weniger Haushalte um eine Anpassung der Wohnverhältnisse bemüht sein. Doch gerade weil Immobilienkäufe mitunter jahrelange Vorbereitungen erfordern, dürfte jede weitere Welle der Unsicherheit im Zuge der Pandemie einige Haushalte, die zuvor eben nur gesucht hatten, auch zum Handeln führen. Für die innerstädtischen Mietmärkte dürfte dies tendenziell entspannend wirken. Die Mieten und vor allem Preise im Umland (wohl nicht im ländlichen Raum) dürften dann sogar weiterhin stark steigen. Und weil dies quasi eine „Single-Auskoppelung“ ist, verweisen wir für weitere Ergebnisse der Studie auf die Langspiel-Datei (siehe unten).


1) Für die anderen beiden Aspekte verweisen wir auf die Ergebnisse der Studie Eisfeld, Just (2021). Der Link zur Studie findet sich am Ende dieses Standpunkts.
2) https://trends.google.de

Dieser Standpunkt zeigt ein Teilergebnis aus der Studie: Eisfeld, R.K., Just, T. (2021). Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die deutschen Wohnungsmärkte. Hans-Böckler-Stiftung Study Nr. 74, September 2021. Die Studie kann kostenlos hier heruntergeladen werden.

Zum Weiterlesen:

  • Choi, H., & Varian, H. (2012). Predicting the present with Google Trends. Economic record, 88, 2-9.
  • Dietzel, M. A. & Braun, N. & Schäfers, W. (2014). Sentiment-based commercial real estate forecasting with Google search volume data. Journal of Property Investment & Finance, 32(6), 540-569.
  • Hohenstatt, R. & Käsbauer, M. & Schäfers, W. (2011). " Geco" and its potential for real estate research: Evidence from the US housing market. Journal of Real Estate Research, 33(4), 471-506.

Langfristige Diversifikation mit Technologie- und Internetwerten

Jan Beckers, Chief Investment Officer von BIT Capital, gibt einen Einblick, wie es zur Gründung des Fonds kam und welche Werte für ihn interessant sind. Er beschreibt den Investmentprozess und spricht über die Tauglichkeit des Fonds für Institutionelle Investoren.

Institutional Access to Investments in the Nordic Regions

Patrick Anderson, the CEO of United Bankers from Helsinki, speaks in an altii interview about the attractiveness of the Nordic regions for institutional investors. He talks about the direction of his company and focuses on important investment strategies.

Impact-Steuerung von Portfolien – was Investoren beachten müssen

von Stefan Fritz, Spezialist Investmentfonds mit Fokus Sustainable Finance Regulatorik, Prozessmanagement und Fachkommunikation, GLS Investment Management.

Wirkung oder Impact ist das Wort der Stunde am Kapitalmarkt. Viele Fondsanbieter wollen mit ihren Finanzprodukten „einen Beitrag leisten“, „im Einklang sein“ bzw. „einzahlen“ auf die nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen („SDGs“) oder das Pariser Klimaschutzabkommen.

Über diese Marketingversprechen wird mit Einführung der Offenlegungsverordnung sowie der EU-Taxonomie ein einheitlicher Regulierungsrahmen gezogen. Künftig müssen Fondsanbieter über die nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen ihrer Investitionen berichten oder die Gesamtnachhaltigkeitswirkung von Finanzprodukten offenlegen. Damit wächst der Anreiz aber auch Druck für viele Investoren, ihr Gesamtportfolio nicht nur nach finanziellen Kennzahlen, sondern auch sozialen und ökologischen Auswirkungen zu steuern.

Eine Lösung wäre, bestimmte Wirkungsziele auf Ebene des Gesamtportfolios zu etablieren, z.B. eine Verringerung der CO2-Emissionen oder des Wasserverbrauchs. Dies ist in der Praxis eine Herausforderung, die aufgrund ihrer technischen Komplexität gut durchdacht sein sollte.

Herausforderung 1: Bestimmung des Impactpotenzials einer Assetklasse

Ein Investor kann nur dann eine Wirkung erzielen, wenn durch sein Handeln ein erkennbarer sozialer oder ökologischer Nutzen („Additionalität“) gestiftet wird, beispielsweise mehr menschenwürdige Arbeitsplätze, ein höherer Anteil an erneuerbare Energien, etc.

Aus verschiedenen Assetklassen ergeben sich unterschiedliche Impactpotenziale. Ein alternativer Investmentfonds stellt Eigen- oder Fremdkapital direkt den Unternehmen zur Verfügung. Ein Wertpapierfonds kauft i.d.R. Aktien oder Anleihen über den Börsenhandel von einem anderen Investor. Aufgrund der unterschiedlichen Kapitalströme ist es nicht möglich – wie leider häufig am Markt zu beobachten ist – , eine direkte Zuordnung von Wirkung unabhängig von der Berücksichtigung der Assetklasse vorzunehmen. Daher müssten Investoren zunächst ausdifferenzieren, welche Impact-Potenziale ihre verschiedenen Assetklassen haben.

Herausforderung 2: Ermittlung des Impact der spezifischen Assetklasse

Impact Investing ist bisher ein Nischenthema gewesen. Es gibt bis heute keine allgemein standardisierten Verfahren, um den Impact einzelner Assetklassen zu ermitteln. Im alternativen Investmentfondsbereich können Investoren auf Vorarbeiten aus der Entwicklungsfinanzierung zurückgreifen. Staatliche Entwicklungsbanken wie die niederländische FMO oder die KfW-Tochter DEG haben Ansätze entwickelt, welche die tatsächliche Wirkung ihrer Finanzierungen nachhalten sollen (z.B. Development Effectiveness Rating). Ebenfalls wurden durch Initiativen wie dem Global Impact Investing Network (GIIN) erste Indikatorensets wie IRIS+ entworfen, um Wirkungskennzahlen zu ermitteln.

Demgegenüber ist die Lage bei Wertpapierinvestitionen unübersichtlich. So genannte SDG-Scoring-Modelle oder Klima-Portfolio-Daten von Wertpapierfonds verführen häufig zu Fehlschlüssen. Das tatsächliche Impactpotenzial in dieser Assetklasse liegt woanders: Im Dialog mit Unternehmen und durch die Teilnahme an Kapitalmaßnahmen unterfinanzierter Unternehmen.

Herausforderung 3: Datenerhebung

Die größte Herausforderung ist die Sammlung und Analyse von Daten. Im Wertpapierfondsbereich beschränken sich Investoren derzeit auf einfache Output-Faktoren wie Umsatz – ein Vorgehen, welches durch die Taxonomie weiter verstärkt werden wird. Die Ermittlung indirekter Wirkketten, z.B. durch Engagement, ist darüber hinaus quantitativ (derzeit) nicht möglich.

Investoren im alternativen Fondsbereich haben einen besserer Zugang zu investierten Unternehmen. V.a. Entwicklungsbanken haben einzelne aussagekräftige Indikatoren geschaffen, z.B. Reduktion der CO2-Emissionen oder Schaffung von Arbeitsplätzen. Sie setzen Geschäftsaktivitäten in Kontext mit den Gegebenheiten vor Ort oder sektorspezifischen Anforderungen. Dies ermöglicht eine tiefere Analyse, inwieweit der Output von Unternehmen tatsächlich zu Outcome und dann einen spezifischen Impact führen kann (siehe Grafik). Diese Analysen sind sehr komplex, kostenintensiv und erfordern ein umfangreiches Know-how über die Gegebenheiten vor Ort.


Quelle: European Venture Philanthropy Association, 2015

Herausforderung 4: Aggregation und Reporting des Impacts

Asset-Klassen und ihre Impactpotenziale unterscheiden sich. Dies macht ein umfassendes Reporting erforderlich, in welchem Investoren Potenziale aber auch Grenzen ihrer Impact-Aktivitäten darlegen. Angetrieben durch die Regulierung ist derzeit ein Trend zur Aggregation und Simplifizierung heterogener Daten erkennbar. Es wird dann häufig nicht mehr unterschieden, welche Wirkung ein Investor selbst hat, sondern das investierte Unternehmen.

Die hohe Verdichtung von Daten führt dazu, dass ihre Aussagekraft stark abnimmt bzw. Raum für Interpretationen lässt. Was möchte der Anbieter eines Aktienfonds sagen, wenn er angibt, mehr als 50 Prozent seines Portfolios trüge zu den SDGs bei? Wer ehrlich und transparent über seine Wirkung berichten will, darf sich Stand heute nicht zu sehr an der gängigen Marktpraxis oder gesetzlichen Vorgaben orientieren und muss Anleger*innen auch komplexe Wahrheiten zumuten.

Fazit

Das Gesamtportfolio nach bestimmten Impactzielen zu steuern ist in der Praxis sehr komplex und voller technischer Herausforderungen. Investoren haben die Wahl: Sie können „einfache Impact-Wahrheiten“ suchen, wie sie z.T. durch regulatorische Entwicklungen begünstigt werden. Oder sie können nach tatsächlichem Impact streben und über die damit verbundenen zahlreichen Hürden berichten. Der erste Weg mag auf den ersten Blick verführerischer sein. Doch wer seine Rolle als nachhaltiger Investor ernst meint, sollte diese Sisyphosarbeit nicht scheuen. Es bleibt zu hoffen, dass Anleger*innen sowie der Gesetzgeber diese Mühen eines Tages auch belohnen.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds mit Fokus Sustainable Finance Regulatorik, Prozessmanagement und Fachkommunikation der GLS Investment Management GmbH. In den Jahren 2015 bis 2018 war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete und für das Audit des FNG-Siegels zuständig war. LinkedIn

Über die GLS Investments

Die GLS Investment Management GmbH, kurz GLS Investments, vereint als 100%ige Tochter der GLS Bank die Kompetenzen zum Management sozial-ökologischer Investmentfonds. Sie gehört zu den strengsten Akteuren am Markt und ist verantwortlich für das GLS Anlageuniversum, das auf Basis eines mehrstufigen, integrierten sozial-ökologischen Auswahlprozesses erfolgt. Anschließend prüft und bewertet ein Team aus Finanzspezialisten die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen. Diese Expertise fließt in das Management der vier bereits bestehenden Investmentfonds. Die GLS Investments hat ihren Sitz in Bochum und ist weltweit tätig. Die bisher aufgelegten Investmentfonds investieren aktuell rund 1,1 Mrd. Euro in Unternehmen und Länder, die eine positive gesellschaftliche Wirkung entfalten und nachhaltige Entwicklung fördern (Stand: 05.08.2021).
Mehr Informationen unter: www.gls-investments.de und kontakt@gls-investments.de

Anmeldung zum Newsletter: http://newsletter.gls.de/f/165422-291881/

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Sie finanziert nur sozial-ökologische Unternehmen und macht ihre Geschäfte umfassend transparent. Dabei bietet die Bank alle Leistungen einer modernen Bank: Girokonten, nachhaltige Fonds, Vorsorge und vieles mehr. Als Genossenschaftsbank kann jeder Anteile zeichnen und mitbestimmen. Über ihre Partnerin GLS Treuhand ist der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank hat ihren Sitz in Bochum und Standorte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, München und Stuttgart.

BRW Finanz AG: Kundenfokussierung in der Vermögensverwaltung

Frau Kerstin Borchardt spricht im altii Interview über die stringente Kundenfokussierung und das Wachstum der BRW Finanz AG. Sie ist im Vorstand des Vermögensverwalters und zeigt wie die Bedürfnisse der Investoren in den Mittelpunkt gestellt werden.

Mit Ethik die Kapitalanlage wertvoller gestalten

von Samuel Drempetic, Head of Ethics and Sustainability der Steyler Ethik Bank.

„Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl“ heißt es in der Verfassung des Freistaates Bayern. Die Praxis zeigt leider, dass dies nicht immer der Fall ist. Gerade die Finanzwirtschaft beweist leider oft genug, dass das goldene Dreieck der Geldanlage – bestehend aus Rendite, Sicherheit und Liquidität - einen höheren Stellenwert erhält als gesellschaftliche Werte. Dennoch spielt für viele Menschen eine weitere Dimension eine immer wichtigere Rolle. Konkret geht es um die Frage, welche unternehmerische Aktivität gut und moralisch ist. Gewinne sind aus dieser Perspektive weder Selbstzweck, noch rechtfertigen sie die Wahl der Mittel. 

In den vergangenen Jahren wurde gerade die Welt der Finanzwirtschaft um einige Begriffe reicher, die viele vor Jahrzenten dort nicht gesehen haben. Sie alle zielen auf Werte ab, die über reines Renditestreben hinausgehen: Nachhaltigkeit, ökologische, soziale und Governance-Kriterien (kurz ESG) sowie die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, bekannt als SDGs sind die prominentesten Beispiele hierfür. Mittlerweile wird in vielen Bereichen auch nicht mehr gefragt, ob die oben genannten Kriterien berücksichtigt werden sollen. Vielmehr stellt sich zunehmende die Frage, wie sie integriert werden können. Gerade das Engagement der EU für eine nachhaltige Finanzwirtschaft hat hier für einen enormen Schub gesorgt und jede Krise wird mittlerweile zurecht in den internationalen Kontext der Nachhaltigkeit gesetzt.

Ein Nischendasein hat jedoch weiterhin das ethische bzw. ethisch-nachhaltige Investment – der Ursprung des nachhaltigen Geldanlegens. Der Begriff ethisches Investment ist nicht eindeutig definiert, ebenso wie nachhaltiges Investment. In der wissenschaftlichen Literatur wird er mal als ursprünglicher Begriff für verantwortliches Investment gesehen, mal als Überbegriff. Als Ursprung gilt er, da die Religionsgemeinschaften der Quäker und Methodisten schon vor rund 200 Jahren Ausschlusskriterien für die Investition ihrer Gelder schufen, die als ethisches Investment bezeichnet wurden. Ähnliche Ansätze finden sich in diversen Religionen und religiösen Gemeinschaften. Die wichtigste Intention gläubiger Menschen ist dabei, kein Geld mit Produkten und Dienstleistungen zu verdienen, die sie grundsätzlich ablehnen. 

Spricht man über ethisches Investment, so ist dies nicht klar von einem nachhaltigen Investment abzugrenzen. Und häufig kommen beide Begriffe im Doppelpack als ethisch-nachhaltiges Investment daher, was die Grenzen noch einmal mehr verschwimmen lässt.

Auch wenn ethisches-nachhaltiges Investment aufgrund der Begriffsherkunft und geschichtlicher Vorbilder überwiegend mit Kirche bzw. allgemein mit Religion assoziiert wird, ist diese Verbindung nicht zwangsläufig. Christliche, jüdische oder muslimische Wertvorstellungen sind häufig Ausgangspunkt für ethisch-nachhaltiges Investment, aber es gibt ebenso nicht-religiöse Begründungen. Unseres Erachtens nach sollte man das Thema auch nicht auf die moralischen Kategorien von „gut“ oder „schlecht“ reduzieren. Vielmehr stellt sich die Frage, mit welchen Produkten und Dienstleistungen man Geld verdienen will bzw. was man unterstützen möchte. Ein Nicht-Investment oder auch Divestment ist nicht automatisch mit einer Verurteilung gleichzusetzen. Ein Beispiel aus meiner eigenen Praxis als Nachhaltigkeitsexperte der Steyler Ethik Bank soll dies verdeutlichen: Die Bewaffnung der Polizei ist unseres Erachtens moralisch nicht verwerflich. Schließlich erfüllt die Polizei wichtige hoheitliche Aufgaben und dient damit unserer Gesellschaft. Dennoch möchten wir als nachhaltiger Investor mit christlichen Wurzeln nicht an der Produktion von Waffen Geld verdienen. Das staatliche Gewaltmonopol stellen wir damit selbstverständlich nicht infrage.

Ethik wird im allgemeinen Sprachgebrauch sehr oft mit Moral verwechselt. Die Ethik reflektiert jedoch nur das gesellschaftliche und individuelle Handeln. In der Reflexion ist es aber durchaus relevant, welche Wertevorstellung zugrunde gelegt wird.

Ethisches Investment ist kompliziert. Die Grenzen sind nicht eindeutig und durch individuell Vorstellungen bestimmt. Doch einer Gesellschaft, die allzu oft in den Schwarz-Weiß-Mustern denkt, fällt es manchmal schwer auszuhalten, dass es Graustufen gibt. Einige Investoren sehen ein Problem darin, dass die ESG Scores von Ratingagenturen nicht übereinstimmen. Der Frust ist einerseits verständlich, weil er die Arbeit der Investoren schwieriger macht. Andererseits zeigt sich hier schlicht, dass Nachhaltigkeit nicht auf einem Grundkonsens aufbaut, sondern ethisch begründet wird. Und je nach kulturellen Wertvorstellungen der Marktteilnehmer kommt es damit zu ganz unterschiedlichen Bewertungen. So sehen einige in der Nuklearenergie eine Chance, CO2-Emissionen zu reduzieren und dem Klima zu helfen. Andere lehnen die Technik als gefährlich für den Menschen ab und verweisen auf die ungelöste Frage sicherer Endlager. 

Eine vergleichbare Bewertung ist also nur unter der Annahme möglich, dass alle dieselbe Wertevorstellung teilen. Beim nachhaltigen Investment wird in letzter Zeit der Ruf nach einer einheitlichen Definition lauter. Genau in diese Richtung führt auch die Taxonomie-Verordnung der EU. Dennoch wird ethisch-nachhaltigem Investment seine Individualität behalten. Und in den meisten Fällen wird ethisch-nachhaltiges Investment den gesellschaftlichen definierten Nachhaltigkeitszielen nicht im Weg stehen.

Ethische Geldanlage ist kein Selbstläufer. Wer in diesem Feld mitmischen will, muss bereit sein, immer wieder um die besten Lösungen und Ansätze zu ringen. Denn ehrenwerte Motive allein, führen noch nicht zum gewünschten Ergebnis. Ein Beispiel aus dem Bereich der Arbeits- und Menschenrechte. In der aktuellen Pandemie haben viele Näherinnen und Näher ihren Job verloren oder wurden über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht und folglich nicht bezahlt. Das dies zu enormen sozialen Problemen führt, ist offensichtlich. Doch wem wollen wir hierfür die Schuld geben? Zumal in einer Welt, in der die Verantwortlichkeiten durch internationale Arbeitsteilung nicht so leicht zuzuordnen sind. Ist das Zulieferunternehmen, das mangels Aufträgen Personal freigestellt hat, der Bösewicht? Oder ist es eher der weltbekannte Hersteller von Sportartikeln, der die Aufträge wegen fehlender Nachfrage storniert hat, während er trotz Corona weiter große Gewinne einfährt? Kritisieren kann man auch die Staaten, die sich – anders als Deutschland – kein Kurzarbeitergeld leisten konnten, wodurch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Armut stürzten. Und welche Rolle spielt der ethisch-nachhaltige Investor selbst? Darf er auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter von den Gewinnen der Unternehmen profitieren, die Teil dieser Lieferkette sind, ungeachtet der oben beschriebenen Probleme?

Ein anderes Beispiel aus dem Bereich der nachhaltigen Entwicklungsziele, die bei immer mehr Finanzprodukten berücksichtigt werden: Handelt man als Investor ethisch und nachhaltig, indem man in ein Krankenhaus investiert. Reicht also als Begründung aus, dass der Gesundheitssektor nach der Logik der SDGs dem Entwicklungsziel 3 „Good Health & Well-Being“ zugeordnet wird? Wie geht man dabei mit privaten Krankenhausketten um, die in vielen Ländern die Corona-Pandemie als eine Gelegenheit der Gewinnmaximierung gesehen haben – teilweise auf Kosten des Staates oder der Angestellten? Dieses Verhältnis von Medizin und Ökonomie ist als ethisch-nachhaltiger Investor durchaus zu diskutieren. Dabei reicht es eben nicht die Dienstleistung einem SDG zuzuordnen und sich als Investor wegen der guten Tat auf die Schulter zu klopfen. 

Ethisches Investment bedeutet Diskussion, Reflexion und ständiges Infragestellen der aktuellen Meinung. Ethisch-nachhaltiges Investment ist nicht aus einer Nachhaltigkeitsdatenbank abzulesen. Es ist mehr als nur das Anwenden von Zahlen und Scores. Es ist eine Auseinandersetzung mit sich und den eigenen Werten ohne die Verurteilung anderer Ansätze.


Samuel Drempetic

Als Head of Ethics and Sustainability verantwortet Herr Samuel Drempetic seit Mitte 2018 alle Themen rund um Nachhaltigkeit bei der Steyler Ethik Bank. Dies umfasst sowohl die eigene Nachhaltigkeit der Bank als auch die Überprüfung der Investments. Der diplomierte Volkswirt und Pädagoge betreut die beiden Gremien Ethik-Anlagerat und Ethik-Ausschuss.

Die Steyler Ethik Bank

Die Steyler Ethik Bank ist Anbieter von fairen Finanzdienstleistungen. Sie wurde 1964 vom katholischen Orden der Steyler Missionare gegründet und steht allen Privatkunden offen, unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung. Die Bank investiert nach sozialen und ökologischen Kriterien und ist Initiator von drei nachhaltigen Publikumsfonds der Marke Steyler Fair Invest. Seit ihrer Gründung förderte die älteste ethische Bank Deutschlands mit über 100 Millionen Euro Steyler Hilfsprojekte in 80 Ländern. www.steyler-ethik-bank.de, www.steyler-fair-invest.de

Kontakt

Oliver Müller, Senior Sales Manager DACH | Steyler Fair Invest
Steyler Bank GmbH, Arnold-Janssen-Str. 22, D-53757 Sankt Augustin
Telefon: 02241 120 51 72, E-Mail: oliver.mueller@steyler-fair-invest.de
www.steyler-fair-invest.de

Investieren in Megatrends: Smart Food

von Günther Schmitt, Fondsmanager des Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien.

Zwischen Klimawandel-Ängsten und Coronapandemie ist ein Thema in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in den Hintergrund getreten, das eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit darstellt: die gesunde und nachhaltige Ernährung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung.

Gewaltige Herausforderungen

Im Jahr 2050 werden 9,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkern, rund zwei Milliarden mehr als gegenwärtig. Dieser Bevölkerungszuwachs ist in doppelter Hinsicht problematisch: Zum einen gilt es, zwei Milliarden mehr Menschen zu ernähren. Zum anderen bedeutet ein solcher Bevölkerungszuwachs zwangsläufig einen weiteren Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen und einen noch größeren Bedarf an natürlichen Ressourcen aller Art. Hinzu kommt, dass hunderte Millionen Menschen in höhere Einkommensklassen aufsteigen – und damit wird ihr Speiseplan umfangreicher und ihre Ernährungsgewohnheiten ändern sich. Man erinnere sich, dass sich auch in Europa vor noch gar nicht so langer Zeit große Teile der Bevölkerung eine Fleischmahlzeit nur hin und wieder leisten konnten. Gleichzeitig müssen trotz wachsender Nahrungsmittelproduktion Treibhausgasemissionen vermindert und weitere Umweltschäden vermieden werden.

Neue Konzepte und neue Trends...

Um diese Herausforderungen zu meistern, bedarf es neuer Konzepte, sowohl für unsere Ernährung als auch für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie, um künftig die gesamte Menschheit nachhaltiger und gesünder ernähren zu können. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten daran. Nahrungsmittel werden dabei ja nicht nur konsumiert, um zu sättigen. Sie sind auch ein Genussmittel und dieser Aspekt wird mit steigendem Lebensstandard immer bedeutsamer. Je weniger sich jemand darum sorgen muss, ob er seinen Hunger stillen kann, umso mehr wird er sich darum kümmern können und wollen, wie er ihn am besten stillen kann.

Neben Sattwerden und Genießen legen immer mehr Menschen Wert auf weitere wichtige Gesichtspunkte: Qualität, Fairness und Transparenz beim Handel, Herstellung unter ethisch und ökologisch vertretbaren Bedingungen und vieles mehr. Mit wachsendem Problem- und Gesundheitsbewusstsein reduzieren dabei viele Menschen freiwillig ihren Fleischkonsum, greifen mehr zu Bioprodukten oder bevorzugen in ihrer Lebensregion erzeugte Lebensmittel. So ernähren sich zum Bespiel bereits heute 52 % der Deutschen „flexitarisch“, das heißt, sie essen an drei oder mehr Tagen in der Woche kein Fleisch. In Österreich haben sich (laut AMA Marketing) die Ausgaben für Bio-Lebensmittel 2020 um mehr als ein Fünftel erhöht und liegen nun bei 714 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr gab ein durchschnittlicher, österreichischer Haushalt über 190 Euro für frische Bioprodukte aus.

...bedeuten auch neue Investmentchancen und -risiken

Das Thema Ernährung und die damit verbundenen Wachstumschancen finden inzwischen auch an den Finanzmärkten immer stärkere Beachtung. Um daran zu partizipieren, wurde Smart Food als neuer Sub-Trend in den Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien aufgenommen. Unter diesen Wachstumstrend fallen speziell Nahrungsmittel, die sowohl die Gesundheit als auch das Wohlbefinden positiv beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise biologisch angebaute Produkte, vegane und vegetarische Lebensmittel, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, aber auch spezielle Sportlernahrung, wie Energieriegel oder Proteinshakes.

Smart Food im Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien

Der Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien investiert dabei zum einen in Lebensmittelhersteller, die gesunde und nachhaltig erzeugte Lebensmittel herstellen (Sunopta oder Bellring Brands). Im Fondsportfolio finden sich zum anderen Zulieferer (DSM, Kerry Group), aber auch Unternehmen, die Altöle und Fette recyclen und wiederverwenden (Darling Ingredients). Bei der Auswahl der Unternehmen wird stark auf Nachhaltigkeit geachtet. Im Fokus stehen ein geringer CO2-Abdruck, niedriger Wasserbedarf und minimale Nahrungsmittelverschwendung.

Ein wichtiges Thema im Bereich gesunder und nachhaltiger Ernährung ist der zunehmende Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte. Das Unternehmen Sunopta etwa erzeugt Milch und Milchprodukte aus Hafer, Soja und Hanf und wies in den letzten Jahren starke Wachstumsraten auf. Auch ihr Geschäft mit funktionalen Lebensmitteln, also gesunden Snacks wie etwa Obstriegel, war in den letzten Jahren sehr profitabel.

Leistungsnahrung für Sportler ist ein weiterer wichtiger Baustein des Themas Smart Food. Ein bedeutendes Unternehmen in diesem Bereich ist Bellring Brands, vielen Sportlern mit den Energieriegeln oder Protein-Shakes der Marke „Power Bar“ und „Dymatize“ bekannt. Das Unternehmen konzentriert sich damit auf ein stark wachsendes Segment, in dem derzeit hohe Gewinnmargen erzielt werden können.

Unternehmen wie DSM oder Kerry Group sind weltweit führende Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminen, Enzymen, Geschmackstoffen oder probiotischen Kulturen. Damit sorgen sie nicht nur dafür, dass die Lebensmittel besser schmecken, sondern hauptsächlich auch dafür, dass sie weniger Fett und Zucker enthalten und somit insgesamt gesünder für den Menschen sind.

Ein besonders heißes Thema im Bereich Smart Food ist derzeit im Labor gezüchtetes Fleisch. Noch gibt es allerdings kein börsennotiertes Unternehmen, das sich speziell auf diesen Bereich konzentriert und eine Marktreife für solche Produkte liegt noch in weiter Ferne. Zugleich sollte man nie unterschätzen, wie schnell sich zuweilen neue Technologien und Produkte herausbilden und etablieren können. Langweilig wird es im Bereich Smart Food jedenfalls ganz sicher nicht!

Fazit

Unsere Ernährung und alle Prozesse rund um Erzeugung und Transport unserer Nahrungsmittel sind in einem regen Wandel begriffen, bei dem gleich mehrere drängende Herausforderungen zeitgleich zu meistern sind. Das eröffnet sowohl neue Chancen als auch neue Risiken für bestehende und neu auf den Markt drängende Anbieter. Daher ist hier eine kontinuierliche sorgfältige Beobachtung und eine gute Unternehmensauswahl durch das Fondsmanagement vonnöten. Dementsprechend können sich die Positionierungen des Fonds auch jederzeit ändern. Die mit Aktieninvestments grundsätzlich verbundenen Risiken gelten selbstverständlich auch für die Unternehmen, die sich im Bereich Smart Food engagieren.

Die Subscription Economy als Investment: Bilanz nach einem Jahr

Das Geschäftsmodell des Abonnements ist schon länger fester Bestandteil des Konsumentenverhaltens. Sie bieten für Anbieter sowie Nutzer neben Flexibilität und Individualität gleichermaßen Vorteile gegenüber dem einmaligen Kauf eines Produkts. Der Megatrend Subscription Economy ist mittlerweile in fast allen Branchen präsent und zunehmend in den Blickpunkt von Investoren und Investmentmanagern gerückt – so auch von Natixis Investment Managers.
Auf FondsTrends sprechen die Portfoliomanager Nolan Hoffmeyer und Walid Azar Atallah von Thematics Asset Management über die ersten Schritte in einem noch sehr jungen Investmentbereich, das Potenzial hinsichtlich Resilienz und Wachstum sowie spannende Herausforderungen für die Zukunft. 

FondsTrends: Herr Hoffmeyer, Herr Atallah, woher kam die Idee in die Subscription Economy zu investieren?

Nolan Hoffmeyer: Tatsächlich weiß ich noch ganz genau, wo ich war, als ich zum ersten Mal auf diesen Gedanken kam: Auf meinem Roller an einer roten Ampel mit Blick ins Fenster eines Fitnessstudios. Da konnte ich deutlich erkennen, dass sich Abodienste wirklich überall durchsetzen! Ganz neu war mir das Konzept nicht, denn ich hatte mich schon eine ganze Weile mit Softwareanbietern beschäftigt und dort einen Wandel beobachtet.
Als wir im Team gründlichere Recherchen anstellten, merkten wir ziemlich schnell, was das für ein breites, attraktives Thema war.
So ein Produkt kommt natürlich nicht über Nacht auf den Markt: von der Machbarkeitsstudie über das Investmentdesign bis zur Auflegung verging rund ein Jahr.

FondsTrends: Wie fühlen Sie sich heute nach einem Jahr als Investor der Sparte „Subscription Economy“?

Nolan Hoffmeyer: Als „Thema“ ist die Subscription Economy die jüngste Idee unter den themenspezifischen Investments und genoss im ersten Jahr entsprechend viel Aufmerksamkeit. Um die Wahrheit zu sagen, kam mir dieses Jahr durch das Marktumfeld, das wir erleben, länger vor.
Auf jeden Fall bot es uns Gelegenheit, die Widerstandsfähigkeit des Konzepts auf die Probe zu stellen. Es ist zwar noch recht früh, doch wir sind mit den ersten Entwicklungen zufrieden, und wenn alle mitspielen, rechnen wir mit einer glänzenden Zukunft.

FondsTrends: Wie außergewöhnlich ist Ihr Ansatz in Ihren Augen?

Walid Azar Atallah: Als Neuzugang im Team war die Einzigartigkeit des Investmentthemas für mich eindeutig eine Motivation, mich mit in dieses Abenteuer zu stürzen. Ich hatte bereits Erfahrung im Management themenspezifischer Strategien mit Schwerpunkt auf den Millennials gesammelt und fühlte mich ganz klar vom innovationsorientierten Ansatz des Unternehmens angesprochen.

Nolan Hoffmeyer: Das Team hat hart daran gearbeitet, ein unserer Ansicht nach einzigartiges und vielfältiges Spektrum von Investmentgelegenheiten in Angriff zu nehmen.

FondsTrends: Welche drei Fakten und Zahlen würden Sie gern allen mit auf den Weg geben?

Walid Azar Atallah: Heute machen Abomodelle erst 5 bis 6 %1 der Verbraucherausgaben aus. Da ist also noch viel Spielraum nach oben.

Nolan Hoffmeyer: Kunden bleiben ihren Abos treu: So wurden beispielsweise Immobilienportale während der Pandemie hart getroffen, doch Unternehmen wie Rightmove aus dem Vereinigten Königreich oder Scout24 aus Deutschland haben kaum Kunden verloren. Der Nachhaltigkeitsaspekt von Abomodellen wird häufig übersehen: So kann beispielsweise die Migration von unternehmenseigenen Diensten auf Cloud-Dienste den Energieverbrauch im Schnitt um 65 %2 und den CO2-Ausstoß um 84 %2 verringern.

FondsTrends: 2020 hat sicherlich viele Überraschungen gebracht. Bitte verraten Sie uns, welche für Sie die größte war.

Nolan Hoffmeyer: Wir könnten sagen, die Resilienz des Geschäftsmodells, doch das war für uns in Wirklichkeit gar keine Überraschung. Aber mit ein bisschen Abstand beeindruckte uns, wie schnell sich die Gesellschaft auf die Krise einstellte und das hat offensichtlich auf die Unternehmen durchgeschlagen, in die wir investiert sind.

Walid Azar Atallah: Ich komme ja eher aus der Konsumecke und hatte persönlich nicht damit gerechnet, dass so viele B2B-Unternehmen ins Abogeschäft einsteigen würden. Auch die Zahl der Offline-Produkte und -Dienste, die über Abomodelle angeboten werden, fand ich überraschend.

FondsTrends: Modelle auf Abobasis sind von etlichen Branchen eingeführt worden, die in den letzten Jahren im Umbruch waren (Musik, Video, Spiele etc.). Wo stellt sich die nächste Herausforderung?

Walid Azar Atallah: Wir haben viel Disruption in einem breiten Spektrum von Branchen beobachtet, was der technischen Entwicklung und der stetig zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft zuzuschreiben war. Ich glaube, auch die Fitnessbranche ist reif für Veränderungen. Die jüngsten Ereignisse haben die Umwälzung noch beschleunigt. An die Spitze des Trends haben sich Unternehmen wie Peloton gesetzt, doch wir sehen, wie immer mehr namhafte Unternehmen wie Amazon und Apple versuchen, sich ihren Anteil am Fitness-2.0-Markt zu sichern.

Nolan Hoffmeyer: Das Internet der Dinge ist zweifellos ein faszinierendes Segment, in dem sich Unternehmen wie Signify herausbilden, das ein Abomodell für smarte Beleuchtungsdienste anbietet. Ein weiteres Beispiel, das in den Medien zu kurz kommt, sind die Börsen. Unternehmen wie Nasdaq und LSE wenden sich von transaktionsgestützten Modellen ab und gewähren stattdessen durch Abos Zugang zu ihrer Technologie und ihren Datensätzen.

FondsTrends: Welche Dienste oder Produkte abonnieren Sie privat?

Walid Azar Atallah: Wir abonnieren tatsächlich etliche der Dienste, in die wir im Konsumsektor investieren: Dazu gehören unter anderem Online-Nachrichten, Fitnessstudios, Live-Gaming-Dienste und natürlich Video- und Musik-Streaming-Abos.
2020 haben wir uns beide beim Kochbox-Lieferdienst HelloFresh angemeldet – eine gute Möglichkeit, etwas Abwechslung in unseren Speiseplan zu bringen.

Nolan Hoffmeyer: Und wir haben 2020 beide geheiratet und deshalb unsere Dating-Service-Abos gekündigt!

FondsTrends: Herr Atallah, Herr Hoffmeyer, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!


Dieser Text stammt von FondsTrends – Die Zukunft des Fondsgeschäftes, veröffentlicht am 27. April 2021.

1) Quelle: Waterstone Management Group, Juli 2018, und ING Economic Department, April 2018
2) Quelle: Accenture Research, September 2020

Nolan Hoffmeyer

Nolan Hoffmeyer ist verantwortlich für die Subcription Economy Strategie. Er ist außerdem Co-Manager der AI & Robotics Strategie und verfügt über 7 Jahre Erfahrung. Zuvor war er bei Pictet Asset Management tätig (seit 2012). Nolan schloss sein Studium an der Universität St. Gallen mit einem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre ab und hat einen Master in Financial Engineering von der Universität Lausanne. Nolan Hoffmeyer ist außerdem CFA-Charterholder.

Walid Azar Atallah

Walid Azar Atallah ist Co-Manager des Thematics Subscription Economy Fonds. Vor seinem Eintritt in das Unternehmen war Walid 4 Jahre bei Decalia Asset Management in Genf tätig, wo er den Decalia Millennials und den Decalia Silver Generation mitverwaltete. Er begann seine Karriere innerhalb des Thematics-Teams von CPR Asset Management, wo er 3 Jahre als Junior-Portfoliomanager für CPR Silver Age und CPR Global Silver Age tätig war. Walid hat einen Master-Abschluss in Handel und Risikomanagement von INSEEC in Paris und einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Saint Joseph Universität in Beirut.

Die nordischen Märke als Vorreiter in puncto Nachhaltigkeit

Im Interview mit FondsTrends beleuchtet Hagen-Holger Apel, Head of Wholesale bei DNB Asset Management, die aktuellen Herausforderungen seiner Branche sowie die neusten Nachfragetrends und Opportunitäten am Markt.

FondsTrends: Hagen-Holger Apel, vor welchen Herausforderungen stehen Asset Manager aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie?

Hagen-Holger Apel: Eine der großen Aufgaben in der Branche ist es gegenwärtig, trotz Social Distancing, Stay at Home und Lockdown, präsent bei den Kunden zu sein. Gerade in der momentanen Situation schöpfen wir alle technologischen Möglichkeiten aus, um Kontakte zu pflegen und in Verbindung zu bleiben. Aus diesem Grund haben wir bei DNB Asset Management die virtuellen One-to-One-Meetings mit unseren Portfoliomanagern ins Leben gerufen. Als eine Art digitale Kompensation des FONDS professionell Kongress werden wir deshalb am 9. & 10. sowie 15. & 17. Juni ein virtuelles Forum mit persönlichen Online-Gesprächen anbieten, welches unseren Kunden erlaubt sich trotz der aktuell schwierigen Situation mit unseren Fondsmanagern und Kapitalmarktexperten auszutauschen.

FondsTrends: Welchen übergeordneten Nachfragetrend erkennen Sie gegenwärtig am Markt?

Hagen-Holger Apel: Unsere Kunden fragen uns aktuell nochmals vermehrt nach ESG-Produkten. Das liegt sicherlich an den regulatorischen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus konnte ich in den vergangenen Monaten feststellen, dass sich viele Fondsselektoren zunehmend Gedanken über die Implikationen der einzelnen Fonds machen und gezielt nach Impact-Strategien suchen. Derartige Anfragen freuen mich persönlich stets sehr, da wir, als einer der größten nordischen Asset Manager, bereits seit über 30 Jahren ESG-Aspekte in unsere tägliche Arbeit bzw. unsere Investmententscheidungen einfließen lassen. Denn gerade in den nordischen Volkswirtschaften ist das Thema Nachhaltigkeit nicht nur ein Trend, sondern ein Teil der skandinavischen DNA.

FondsTrends: Bieten Sie ihren Kunden gezielte Anlagelösungen in diesem Segment?

Hagen-Holger Apel: Angesichts der gestiegenen Anforderungen am Markt und der noch nie dagewesenen Sensibilität in Bezug auf soziale, gesellschaftliche und ökologische Aspekte bin ich sehr stolz darauf, dass wir unseren Kunden mit dem DNB Fund Renewable Energy eine Anlagelösung bieten können, die nicht nur eine hohe Reputation besitzt, sondern auch einen echten Mehrwehrt für Mensch und Natur bietet. So ist unser Fonds, welcher eine sehr zielgerichtete ESG-Strategie verfolgt, nach Artikel 9 gelistet und wurde im vergangenen Jahr das dritte Mal in Folge mit der höchstmöglichen Bewertung von drei Sternen im Rahmen der Vergabe des FNG-Siegels (Forum Nachhaltige Geldanlage) ausgezeichnet. Damit können wir den Bedarf an transparenten, validen und renditestarken ESG-Anlagen mit einem zukunftsfähigen Produkt abdecken.

FondsTrends: Was meinen Sie konkret mit der Aussage „Nachhaltigkeit ist ein Teil ihrer DNA“?

Hagen-Holger Apel: Der Begriff Nachhaltigkeit hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft, die gerade in den skandinavischen Ländern eine sehr lange Tradition hat. Folglich wurde dieser Gedanke schon über Generationen hinweg weitergegeben. In Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland weiß somit schon jedes Kind, dass für jeden gefällten Baum mindestens ein neuer Baum gepflanzt werden sollte.

FondsTrends: Gibt es weitere Trends, die gegenwärtig auf eine hohe Nachfrage stoßen?

Hagen-Holger Apel: Das zweite große Thema, das bei unseren Kunden gegenwärtig auf besonders hohes Interesse trifft, ist der Technologie-Sektor. Viele Investoren möchten natürlich gerade jetzt, in einer Welt, die vom digitalen Wandel geprägt ist, alle möglichen Opportunitäten im Sektor mitnehmen. Denn ohne Zweifel wird die technologische Entwicklung nach COVID weiter voranschreiten, und neue Geschäftsmodelle werden alte ersetzen. Mit dem DNB Fund Technology, mit welchem wir seit gut 20 Jahren zu den erfolgreichsten Fonds am Markt zählen, bieten wir dabei, gerade für Investoren die Klumpenrisiken vermeiden möchten, eine sinnvolle Ergänzung zu Einzelinvestments. Zwar träumt jeder Anleger davon, die nächste Amazon in seinem Depot zu haben, allerdings, und das macht die Sache so schwierig, sind diese Perlen anfangs nicht zu erkennen. Wir setzen daher langfristig auf aussichtsreiche Substanzwerte.

FondsTrends: Das Momentum im Tech-Sektor hat sich zuletzt stark abgeschwächt, mit welcher Strategie möchten Sie dennoch eine positive Performance in diesem Sektor erzielen?

Hagen-Holger Apel: Unsere beiden Portfoliomanager Anders Tandberg-Johansen und Sverre Bergland verfolgen mit dem DNB Fund Technology einen sehr soliden, leicht auf „Value“ ausgerichteten Ansatz, welcher ein weitaus geringeres Bewertungsniveau als der Nasdaq 100 Index aufweist. So konnte der Fonds, der unter Artikel 8 gelistet ist, seit Auflage 2007 in Luxemburg eine durchschnittliche Rendite von 16,28 Prozent generieren. Mit diesem Ansatz konnte unser Technologie-Fonds, nach Gebühren und in allen Marktphasen, seine Benchmark um durchschnittlich 4,54 Prozent übertreffen. So zahlt es sich auch im gegenwärtigen Marktumfeld aus, nicht blindlings den FANG-Werten hinterherzulaufen, sondern Ausschau nach günstigen Tech-Value-Werten zu halten. Diese sind aktuell besonders in Europa und im Bereich der Telekommunikationsdienstleister sowie in der Tech-Hardware und Equipment-Branche zu finden.

FondsTrends: Herr Apel, wir danken Ihnen für das interessante Interview und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!


Dieser Text stammt von FondsTrends – Die Zukunft des Fondsgeschäftes, veröffentlicht am 31. Mai 2021.

Hagen-Holger Apel

Hagen-Holger Apel ist seit Juli 2015 bei DNB Asset Management S.A. als Senior Client Portfolio Manager beschäftigt. In dieser Funktion ist er ein Bindeglied zwischen dem in Norwegen basierten Fondsmanagement und den internationalen Kunden und gewährleistet somit ein hohes Maß an Qualität in der Kundenbetreuung. Apel ist Diplom-Volkswirt (LMU München) und Certified International Investment Analyst (CIIA) der DVFA Frankfurt. Er verfügt über 20 Jahre Branchenerfahrung als Bankkaufmann, Händler und Portfoliomanager und ist seit vierzehn Jahren am luxemburgischen Finanzplatz tätig. Er spricht Deutsch, Englisch und Schwedisch. Im internationalen Geschäft ist er in leitender Position verantwortlich für die Schweiz, Deutschland und Österreich.

Real Assets and the Inflationary Awakening

by Rob Guiliano and Michael Narkiewicz, both Senior Portfolio Manager at State Street Global Advisors.

Over the last decade, inflation has been subdued around the globe and struggled to come close to central bank targets despite loose monetary policy actions. However, influenced by the economic effects of the global pandemic, inflation appears poised to re-emerge in 2021 and to have an impact in the years to come.

This should encourage a re-examination of portfolios that have largely benefited from robust equity and bond returns, and which may now face inflationary challenges. Investors who find themselves vulnerable to a sustained move higher in inflation should consider the inclusion of inflation-hedging assets, such as real assets, which have historically performed well and shown a higher beta and correlation to inflation than traditional assets.

Cyclical Inflation Drivers Accelerating

By keeping short-term interest rates low, the US Federal Reserve (Fed) expects to stimulate overall economic conditions and spark a business cycle expansion, which it hopes will be inflationary. The Federal Reserve Banks of San Francisco and Cleveland have explored the relationship between core inflation and the business cycle. They concluded that cyclical drivers of personal consumption expenditure (PCE) inflation (e.g., housing, recreational services, food services, select nondurable goods) have improved since the recession that followed the 2008 Global Financial Crisis (GFC), while acyclical drivers of PCE inflation (e.g., health care services, financial services, clothing, transportation) have remained stubbornly low and kept overall inflation subdued.1,2

For 2021, State Street is anticipating increased economic growth, measured by GDP rising 5.3% in the US and 5.7% globally.3 The V-shaped recovery in manufacturing is evidence of firming aggregate demand; along with supply constraints, the recovery has led to reduced stockpiles and higher commodity prices. Concerns about significant inflationary effects result from a resurgence of cyclical influences (e.g., healing labor markets) as well as from modestly rising acyclical influences.

State Street Inflation Outlook

Market expectations for inflation recently touched 2.6%, with 5-year breakevens reaching a level not seen since July of 2008, i.e., before the GFC sank inflation expectations. The implied inflation pick-up moved from a pre-pandemic reading of 1.7% to a low of 0.18% in mid-March of 2020, when investors fully considered the implications of continued easy monetary policy, massive fiscal stimulus, potential dollar weakness, and declining economic slack in the future.

We expect that, over the next few months, inflation measures will get a significant bump due to negative base-effects rolling off from 2020 and higher recent energy and food prices. The St. Louis Fed’s President James Bullard has suggested that the US economy is going to recover more quickly than many forecasters expect, and unlike recent experience he foresees more price volatility and higher inflation. In fact, he would embrace inflation over 2% on a sustained basis and accept it staying 0.5 percentage points above the Fed’s target for an extended period.4 Further, purchaser and manufacturer input costs have accelerated in the first two months of 2021, experiencing their largest gains since December of 2009.

Inflation-Hedging Asset Strategies

Investors currently under-allocated to inflation-hedging assets are vulnerable to a sustained move higher in inflation. Real assets have historically performed well in such an environment, with higher beta and correlation to inflation than traditional assets.

This current cyclical pick-up in inflation may, therefore, also counsel the consideration of investments such as commodities and global natural resources, as well of value-oriented equities in areas like infrastructure. For the latter, the potential approval of increased fiscal spending directed toward infrastructure in the later part of 2021 could prove to be another tailwind.

Real estate has been hit particularly hard over the last two years but has begun to recover and adjust its business models to the new reality of the pandemic-changed work environment and to the increased shift to e-commerce.

While inflation-linked bonds may have already experienced much of the increase in inflation expectations, shifting exposure to shorter-duration securities would be a way to mitigate interest rate volatility and better align with future inflation moves — without giving up too much yield at current levels.

And what if actual readings surpass current consensus expectations? If inflation overshoots at sustained higher levels, gold may play a larger and more significant roll due to the negative effect inflation can have on broad equity and fixed income exposures.

Closing Thoughts

The current inflation outlook is more complex than it has been in some time. Massive monetary and fiscal stimulus, the release of pent-up demand in depressed service areas, pressures on global supply chains, and a weaker US dollar are all influencing expectations. And while output gaps may serve to cap the amount of the rise, a cyclical recovery likely will lift inflation almost everywhere.

Higher inflation may not surprise the markets, but the accompanying volatility will test investors’ asset allocation strategies. All investors may soon find themselves vulnerable to a sustained move higher in inflation, and should consider the inclusion of inflation-hedging assets, such as real assets, in their portfolios because of strong historical performance during inflationary periods.


Please find a PDF version of the article attached as a download here or the full version on ssga.com.

1) Mahedy, Tim, and Adam Shapiro. 2017. “What’s Down with Inflation?” Federal Reserve Bank of San Francisco Economic Letter 2017-35, November 27, 2017.
2) Zaman, Saeed. 2019. “Cyclical versus Acyclical Inflation: A Deeper Dive.” Federal Reserve Bank of Cleveland Economic Commentary 2019-13. September 4, 2019.
3) Weekly Economic Perspectives — GMPR Quarterly, State Street Global Advisors, March 22, 2021.
4) Jeremy D. Schwartz, 2021. “Behind the Markets Podcast: St. Louis Fed President Jim Bullard,” Episode 227, Behind the Markets Podcast, March 5, 2021.

About the State Street Real Asset Strategy

State Street offers investors a seasoned, diversified multi-asset strategy that combines exposure to a broad array of liquid real asset securities. The Real Asset Strategy is expected to perform best during periods of increasing inflation or rising unexpected inflation. The Strategy is meant to be a complement to traditional equity and bond assets, providing further diversification, attractive returns, and a source of income in a low-yielding environment. For complete information, please contact your State Street representative.

About State Street Global Advisors

Our clients are the world’s governments, institutions and financial advisors. To help them achieve their financial goals we live our guiding principles each and every day: Start with rigor, build from breadth, invest as stewards, invent the future.
For four decades, these principles have helped us be the quiet power in a tumultuous investing world. Helping millions of people secure their financial futures. This takes each of our employees in 31 offices around the world, and a firm-wide conviction that we can always do it better. As a result, we are the world’s third-largest asset manager with US $3.47 trillion* under our care.

* This figure is presented as of December 31, 2020 and includes approximately $75.17 billion of assets with respect to SPDR products for which State Street Global Advisors Funds Distributors, LLC (SSGA FD) acts solely as the marketing agent. SSGA FD and State Street Global Advisors are affiliated.

Impact Investing – wie die Offenlegungsverordnung zur Verwirrung führt

von Stefan Fritz, Spezialist Investmentfonds mit Fokus Sustainable Finance Regulatorik, Prozessmanagement und Fachkommunikation, GLS Investment Management.

Impact Investing ist in Mode. Viele Fondsanbieter machen Werbeversprechen, mit ihren Angeboten zu einer nachhaltigen Welt im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) beizutragen. Seit März gelten neue Spielregeln, denn der Gesetzgeber hat mit der Offenlegungsverordnung neue Transparenzvorschriften erlassen. Er will Klarheit schaffen, welche Fonds nicht nachhaltig, ein wenig nachhaltig und sehr nachhaltig sind oder gar eine positive soziale oder ökologische Wirkung erzielen. Wenn ein Investor künftig behauptet, er erziele Impact, dann sollte er seinen Fonds in Artikel 9 der Offenlegungsverordnung einklassifizieren und die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Bei solchen Fonds heißt es, sie verfolgten ein nachhaltiges Ziel (siehe Definition unten).

Auf den ersten Blick klingt es nach einer richtigen Idee. Doch leider schafft der Gesetzgeber in der technischen Ausgestaltung mehr Verwirrung als Klarheit. Der Begriff Impact Investing verwässert. Eine Analyse:

Die ursprüngliche Idee des Impact Investing

Das Global Impact Investing Network, der wichtigste Verband im Bereich Impact Investment hat eine klare Haltung, was Impact Investing ausmacht. So sei für diese Art von Investments die Absicht entscheidend, eine messbare, positive soziale und ökologische Wirkung neben der finanziellen Rendite zu erzielen. Die Investitionen sollen dazu beitragen, die drängendsten Probleme auf der Welt zu lösen, von nachhaltiger Landwirtschaft, erneuerbarer Energien, oder Mikrofinanz bis hin zu erschwinglichen und zugänglichen Basisdienstleistungen wie Wohnen, Gesundheit oder Bildung. Dafür haben Impact Investoren als geeignete Investmentobjekte viele Jahre lang vor allem Alternative Investment Fonds (AIF) angesehen. Denn hier wird das Anlagegeld dem Unternehmen oder Projekt in Form von privatem Eigenkapital, Darlehen oder Mezzanine-Kapital direkt zur Verfügung gestellt. In den Portfolios der AIFs befinden sich häufig kleinere Unternehmen und Projekte. Aufgrund des hohen Risikos und der häufig geringen Handelbarkeit richten sich diese Anlagen an professionelle Anleger. Impact Investment geht somit über Sustainable Investment-Ansätze, wie in der Grafik dargestellt, hinaus.


Quelle: Bridge Venture, Spectrum of Capital

Diese Definition ist am Markt im weiten Maße anerkannt, wenngleich es einige Diskussionen gibt, wie streng Intentionalität und Messbarkeit auszulegen sind, um als klassisches Impact Investment gelten zu müssen.

Der Ansatz des Gesetzgebers

Mit Inkrafttreten der Offenlegungsverordnung am 10. März 2021 beginnt eine neue Zeitrechnung, was als nachhaltige Investition angesehen wird bzw. nicht. Im Text wird zwischen drei Nachhaltigkeitsklassen unterschieden (Artikel 6, 8 und 9). Eine nachhaltige Investition ist demnach:

(…) eine Investition in eine wirtschaftliche Tätigkeit, die zur Erreichung eines Umweltziels beiträgt, gemessen beispielsweise an Schlüsselindikatoren für Ressourceneffizienz bei der Nutzung von Energie, erneuerbarer Energie, Rohstoffen, Wasser und Boden, für die Abfallerzeugung, und Treibhausgasemissionen oder für die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Kreislaufwirtschaft, oder eine Investition in eine wirtschaftliche Tätigkeit, die zur Erreichung eines sozialen Ziels beiträgt, insbesondere eine Investition, die zur Bekämpfung von Ungleichheiten beiträgt oder den sozialen Zusammenhalt, die soziale Integration und die Arbeitsbeziehungen fördert oder eine Investition in Humankapital oder zugunsten wirtschaftlich oder sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen, vorausgesetzt, dass diese Investitionen keines dieser Ziele erheblich beeinträchtigen und die Unternehmen, in die investiert wird, Verfahrensweisen einer guten Unternehmensführung anwenden, insbesondere bei soliden Managementstrukturen, den Beziehungen zu den Arbeitnehmern, der Vergütung von Mitarbeitern sowie der Einhaltung der Steuervorschriften; (Artikel 2 (17) Offenlegungsverordnung)

Investor Impact versus Enterprise Impact

Wer nun diese nachhaltige Investition anstrebt, gilt als sehr nachhaltig. Das klingt zunächst einleuchtend. Problematisch ist, dass die Offenlegungsverordnung für Investmentfonds nicht unterscheidet, wer eine positive Wirkung erzielen soll: Ist es der Investor wie bei der Definition des Global Impact Investing Network? Oder ist es das Unternehmen, in das investiert wird? Zweites ist der Ansatz vieler Wertpapierfonds, welche eine Wirkung auf die SDGs erzielen wollen, dabei aber nur messen, inwieweit das investierte Unternehmen mit seinen Geschäftsaktivitäten darauf einzahlt. In der Wissenschaft hat sich mittlerweile eine Unterscheidung zwischen der Wirkung des Investors (Investor Impact) und der Wirkung der investierten Unternehmen (Enterprise Impact) entwickelt.

Grob lassen sich folgende Unterscheidungsmerkmale treffen:

Impact-Ansätze im Auswahlprozess von Investmentfonds

Name

Investor Impact

Enterprise Impact

Art

Direkte Bereitstellung von Kapital an wirkungsstarke Unternehmen

Identifizierung von Unternehmen mit Impact-Geschäftsfeldern

Wirkungsform

Direkt

Indirekt

Messgröße

Vorab festgelegte Wirkindikatoren (u.a. Schaffung lokaler Arbeitsplätze, Rückgang Virenerkrankungen)

Finanzindikatoren (i.d.R. Umsatz)

Unternehmenstypen

Kleine, lokale Unternehmen

Börsennotierte Unternehmen, darunter globale Konzerne

Rechtliche Fondsstruktur

Alternativer Investmentfonds 

Offener Wertpapierfonds (OGAW)

Zugang für Privatanleger

Begrenzt (Ausnahme: Mikrofinanz)

Gegeben

Handelbarkeit

Begrenzt 

Gegeben

Quelle: eigene Zusammenstellung

Der Enterprise-Impact-Ansatz wird mittlerweile immer kritischer hinterfragt. Denn de facto wird bei diesen Fonds in der Regel die Aktie bzw. Anleihe von einem anderen Investor über die Börse erworben. Das Kapital fließt also nicht direkt ins Unternehmen. Ein direkter Wirkzusammenhang lässt sich nicht zeigen. Auf dieser Ansicht gründet auch die Klage der Verbraucherzentrale zu so genannten Impactrechnern am Markt.

Folgen der Verwirrung

Die derzeit fehlende Präzisierung in der Offenlegungsverordnung birgt verschiedene Herausforderungen, u.a.:

  • Gefahr des Greenwashing: Die Unterscheidung zwischen Investor und Enterprise Impact dürfte v.a. Privatanleger*innen nicht geläufig sein. Generell gilt die Finanzbildung in Deutschland als schwach. Eine weitere Detaillierung im Bereich Nachhaltigkeit dürfte wohl für noch mehr Unverständnis führen. Anleger*innen könnten so in die Irre geführt werden, dass sie mit dem Kauf von Anteilen an Wertpapierfonds tatsächlich CO2-Emissionen einsparen. Diese unmittelbare Wirkung ist wissenschaftlich nicht fundiert, indirekt Wirkketten sind in der Branche umstritten.
  • Nachhaltigste Unternehmen unerkannt: Zur Transformation der Wirtschaft braucht es junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen. Sie suchen händeringend nach Investorenkapital, haben aber häufig nicht die Kapazitäten für ein umfangreiches Nachhaltigkeits-Reporting. Damit ist aus Sicht des Fondsanbieters häufig nicht klar, inwieweit sie die gesetzlichen Anforderungen an eine Artikel 9-Klassifizierung erfüllen. Folge: in sie wird nicht investiert. Stattdessen wird in große nationale Unternehmen investiert, die umfassend über ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen Bericht erstatten.
  • Verwässerung von Branchenstandards: Ebenso wenden sich Finanzakteure von einstigen Branchenstandards ab (wie eben jenem vom GIIN) und definieren anhand gesetzlicher Vorgaben ihren eigenen Impact-Standard. Einstige Branchenstandards verlieren somit an Relevanz.

Fazit und Verbesserungsvorschläge

Die bisherige Ausgestaltung zu nachhaltigen Investitionen in der Offenlegungsverordnung bietet Raum für Interpretation. Der Gesetzgeber sollte sich überlegen, nachzuschärfen. Glücklicherweise findet am Markt eine lebhafte Diskussion über die Wirkung von Investmentfonds statt. Wissenschaftler beziehen Position, welche Arten von Wirkung es bei den einzelnen Fondsklassen gibt. Drei Studien und Gutachten bieten gute Orientierungspunkte und eine gute Starthilfe für den Gesetzgeber. Der wissenschaftliche Artikel „Impact Investing – a call for (re)orientation“ differenziert die Impact-Potenziale von Investoren und Unternehmen. Das Gutachten von Prof. Dr. Klein im Auftrag der Verbraucherzentralen nimmt aus Verbrauchersicht Stellung dazu. Einen sehr guten Überblick über verschieden Impact-Ansätze bietet auch der Investor's Guide for Impact von Florian Heeb und Julian Kölbel. Es wäre eine Überlegung wert, bei der Umsetzung von technischen Regulierungsstandards die Kernpunkte dieser Werke mit einfließen zu lassen.


Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds mit Fokus Sustainable Finance Regulatorik, Prozessmanagement und Fachkommunikation der GLS Investment Management GmbH. In den Jahren 2015 bis 2018 war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete und für das Audit des FNG-Siegels zuständig war. LinkedIn

Über die GLS Investments

Die GLS Investment Management GmbH, kurz GLS Investments, vereint als 100%ige Tochter der GLS Bank die Kompetenzen zum Management sozial-ökologischer Investmentfonds. Sie gehört zu den strengsten Akteuren am Markt und ist verantwortlich für das GLS Anlageuniversum, das auf Basis eines mehrstufigen, integrierten sozial-ökologischen Auswahlprozesses erfolgt. Anschließend prüft und bewertet ein Team aus Finanzspezialisten die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen. Diese Expertise fließt in das Management der vier bereits bestehenden Investmentfonds. Die GLS Investments hat ihren Sitz in Bochum und ist weltweit tätig.
Mehr Informationen unter: www.gls-investments.de und kontakt@gls-investments.de

Anmeldung zum Newsletter: http://newsletter.gls.de/f/165422-291881/

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Sie finanziert nur sozial-ökologische Unternehmen und macht ihre Geschäfte umfassend transparent. Dabei bietet die Bank alle Leistungen einer modernen Bank: Girokonten, nachhaltige Fonds, Vorsorge und vieles mehr. Als Genossenschaftsbank kann jeder Anteile zeichnen und mitbestimmen. Über ihre Partnerin GLS Treuhand ist der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank hat ihren Sitz in Bochum und Standorte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, München und Stuttgart.