Institutionelle entdecken das Reihenhaus als Investment

Von Michael Stüber, Vorstand der CD Deutsche Eigenheim AG.

Bei Wohninvestments von institutionellen Investoren ist ein neuer Trend zu erkennen. Statt nur in Geschosswohnungen zu investieren, entdecken professionelle Anleger gerade das Reihenhaus für sich. Dabei suchen sie nach Wohngebieten mit mindestens hundert Einheiten im Speckgürtel von deutschen Ballungsräumen, die sie vermieten können.

Reihenhäuser sind für institutionelle Investoren aus verschiedenen Gründen attraktiv. Die Nachfrage nach Wohnraum wird trotz sinkender Bevölkerungszahlen in Deutschland steigen. Grund hierfür ist die steigende Zahl der Haushalte und der gesellschaftliche Trend zu mehr Wohnfläche pro Person. Während nach einer Studie der Norddeutsche Landesbank Nord LB die Bevölkerung bis 2025 um bis zu 5 Prozent auf etwa 78 Mio. Personen schrumpft, wird die Zahl der Haushalte im gleichen Zeitraum deutschlandweit um 2,6 Prozent wachsen. In den Stadtstaaten werden sogar 4,6 Prozent mehr Haushalte erwartet. Teilweise noch stärker wird die Nachfrage in den Speckgürteln großer Städte wachsen – im Umland von München wird die Zahl der Haushalte um bis zu 35 Prozent, im Umland von Berlin um bis zu 30 Prozent steigen. Vor diesem Hintergrund bieten Investitionen in den Speckgürteln großer Städte neue Chancen für institutionelle Investoren.

Noch trifft die wachsende Nachfrage nach Wohnraum in den Speckgürteln auf ein knappes Angebot. Insbesondere Häuser zur Miete sind rar. Folglich liebäugeln institutionelle Investoren zunehmend mit Reihenhäusern in den Wachstumsregionen. Diese Anlageform ist auch deshalb so attraktiv, weil die Verwaltung solcher Wohngebiete mit Reihenhäusern vergleichbar mit der von Mehrfamilienhäusern ist. Die Renditen sind häufig sogar attraktiver, weil die Produktionskosten für ein Areal mit Reihenhäusern günstiger sind als beim Geschosswohnungsbau. So  müssen zum Beispiel keine Aufzüge erstellt werden, die zudem im Betrieb sehr kostenintensiv sind. Hinzu kommt, dass Reihenhäuser nicht in den teuren Citylagen, sondern eher in den kostengünstigeren Randlagen der Ballungsräume entstehen.

Für das Modell spricht außerdem, dass in Deutschland gegenwärtig nur etwa zehn Prozent aller bestehenden Eigenheime zur Miete angeboten werden. Interessenten können aufgrund des knappen Angebots kaum auf alternative Einfamilienhäuser zur Miete ausweichen. Für den institutionellen Investor erhöht dies die Sicherheit eines stetigen Kapitalflusses aufgrund einer schnellen und dauerhaften Vermietung. Außerdem bietet das Modell ein großes Wertsteigerungspotenzial, da die Wertentwicklung dem Grundstück zuzurechnen ist und nicht dem Gebäude. Der größere Grundstücksanteil im Vergleich zum Geschosswohnungsbau wirkt sich hier positiv auf die Wertentwicklung des Investments aus.

Neben der Nachfrage und des knappen Angebots gibt es noch weitere Gründe, die für ein Investment in Reihenhäuser spricht: Die Mieterfluktuation ist in der Regel geringer als im Geschosswohnungsbau. Die Mieter gehen nachweislich auch sehr viel sorgsamer mit „ihrem“ Reihenhaus um, als es bei einer Mietswohnung der Fall ist. Die Instandhaltungskosten sind somit geringer.

Nicht nur nationale, sondern auch internationale institutionelle Investoren haben bereits solche Areale mit Eigenheimen in den Speckgürteln der Großstädte erworben. Von dem Investmenttrend Reihenhaus werden vor allem die Speckgürtel großer Städte wie Berlin, Leipzig, München, Stuttgart oder Hamburg profitieren.

Über den Autor
Michael Stüber ist Vorstand der CD Deutsche Eigenheim AG. Der Diplom-Ökonom und Immobilienökonom Michael Stüber hat umfassende Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft. Zuvor war er bei der Hannover Leasing in Pullach für das deutsche Immobilien-Bestandsgeschäft verantwortlich und in Führungsfunktionen bei der Bayerischen Hausbau, Mercer Management Consulting sowie der Bauwens Group tätig. Er ist Fellow der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS).