„Multi Asset, ein Ansatz für institutionelle Portfolios!“

Im Interview mit altii spricht Adrian Daniel, der Manager des MAINFIRST - ABSOLUTE RETURN MULTI ASSET,  über einen Multi Asset Ansatz, seine langfristigen Ziele und den Investmentansansatz. Dabei spielen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, in den zu investierenden Werten durchaus eine Rolle. Der UCITS-Fond verfolgt ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil.

altii: Bitte beschreiben Sie uns Ihren Multi Asset Ansatz Herr Daniel. Welche Asset Klassen haben Sie auf dem Radar?

Adrian Daniel: Wir verfolgen mit dem Multi Asset Ansatz ein langfristiges Ziel von 5 % p.a. bei vertretbarem Risiko. Dafür nutzen wir aktiv die Anlageklassen Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Fremdwährungen und bis zu 20 % Prozent Rohstoffe. Da unser Fonds insbesondere konservative, institutionelle Investoren anspricht, ist die Aktienquote auf maximal 50 Prozent und das Fremdwährungsrisiko auf 30 Prozent begrenzt.

altii: Wie sieht Ihr Investmentprozess aus und welche Philosophie verfolgen Sie mit dem Fonds?

Daniel: Im Kern des Investmentprozesses stehen strukturelle Wachstumstrends, die es uns erlauben, weniger stark dem üblichen konjunkturellen Auf und Ab ausgesetzt zu sein. Anschließend machen wir uns global auf die Suche nach Geschäftsmodellen, welche von diesen nachhaltigen Trends profitieren. Um uns diese langfristige Haltung bei den Einzeltiteln erlauben zu können, versehen wir das Portfolio mit einer taktischen Risikosteuerung, die kurzfristige Marktschwankungen abfedert.

altii: Können Sie uns anhand eines konkreten Beispiels beschreiben, wie es ein oder mehrerer Titel durch Ihren Prozess geschafft hat?

Daniel: Strukturelle Wachstumstrends, auf die wir seit längerer Zeit setzen, sind z. B. Automatisierung und Elektromobilität. Die Preise von Industrierobotern haben sich in den vergangenen Jahren auf ein Niveau ermäßigt, bei dem Unternehmen einen raschen Kostenvorteil im Vergleich zur manuellen Fertigung darstellen können. Entsprechend ist der Absatz in Stücken dynamisch gewachsen. Unsere Einzeltitelanalyse konnte insbesondere Unternehmen aus Japan wie z. B. Fanuc oder Daifuku identifizieren, welche von diesem Trend profitieren sollten. Der deutliche Zuwachs der Auftragseingänge (im Fall von Daifuku im ersten Halbjahr 2017 ein Plus von 85 %) belegte unsere Erwartungen, sodass wir die Aktien im Vorjahr in den Fonds aufgenommen haben. Innerhalb der Anleihemärkte besteht grundsätzlich ein Chance-Risiko-Profil welches konträr zum Absolute Return Konzept wirkt. Im optimalen Fall erhält der Investor eine Rendite von aktuell über unserem 5 % Anlageziel. Jedoch besteht im Extremfall wie bei allen Anlagen auch ein Totalverlustrisiko. Umso wichtiger ist aus unserer Sicht die Analyse der Bonitätsrisiken und eine hohe Konfidenz im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Cash Flows. Ein Umsetzungsbeispiel aus dem Anleihesegment mit Bezug zum Wachstumstrend der Elektromobilität stellt Valeo dar. Valeo bietet uns mit dem Auftragsbestand von über 23,6 Mrd. Euro zum Ende 2016 und einem Verschuldungsratio von unter 1x Nettoverschuldung / EBITDA eine hohe Visibilität auch im Fall eines massiven Abschwungs des Automobilzyklus auf Rückzahlung der Anleihe.

altii: Was ist für Sie wichtiger, Performance oder Volatilität?

Daniel: Die Mischung macht es, wir zielen insbesondere auf ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil des Fonds ab und haben dies in der Vergangenheit erreicht. So hat die Strategie historisch im Durchschnitt mehr als 6 % Wertzuwachs bei einer Volatilität von knapp über 5 % generiert.

altii: Ein Wort zu Ihren aktuellen Top-Holdings. Was zeichnet Ihre aktuellen Investments aus?

Daniel: Die Kernanlagen des Fonds bilden eine konzentrierte Auswahl attraktiver Möglichkeiten, von nachhaltigen Wachstumstrends zu profitieren. Diese Auswahl ist nicht an einen Benchmark-Index gekoppelt. Somit sind Sektoren mit strukturellem Gegenwind erst gar nicht im Portfolio berücksichtigt.

altii: Stichwort Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Sind das wichtige Themen für den Fonds?

Daniel: Auf jeden Fall, wir haben diese Themen bereits frühzeitig als bedeutend für die Zukunft erachtet. Dementsprechend konnten wir mit Investitionen in Unternehmen wie z. B. Nvidia oder Adobe Systems für unsere Anleger von dem daraus resultierten Wachstum partizipieren.

altii: Wie gehen Sie mit Risiken um. Sichern Sie z.B. Währungsrisiken ab? Wie gehen Sie mit Liquidität um?

Daniel: Für jede Einzelanlage wird fundamental bewertet, ob die dazugehörige Fremdwährung einen Mehrwert mit sich bringt. Übergeordnet begrenzen wir Währungsrisiken auf maximal 30 % des Fondsvermögens. Liquidität ist kein strategischer Bestandteil unserer Asset Allokation. Daher spielt Kassenhaltung lediglich auf taktischer Basis eine Rolle.

altii: In welchem Format kommt Ihre Strategie?

Daniel: Es handelt sich um einen UCITS Fonds, der damit aufgrund seiner hohen Diversifikation und Liquidität auch eine gute Investitionsmöglichkeit für institutionelle Investoren darstellt.

altii: Wer sind Ihre Zielinvestoren und wer ist bereits investiert?

Daniel: Das Konzept hat sich bereits seit mehr als 10 Jahren bei konservativen institutionellen Investoren wie z.B. Versorgungswerken oder Stiftungen bewährt. Folglich ist der Großteil der Anlagegelder auf Basis unserer Strategie in Spezialfonds investiert. Mit dem Publikumsfonds möchten wir dagegen insbesondere Privatanlegern eine interessante Alternative zu dem extrem schwierigen Zinsumfeld bieten.

altii: Was erwarten Sie in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten?

Daniel: Die Börse ist keine Einbahnstraße, somit ist der positive Trends nicht unendlich fortzuschreiben. Mit dem soliden Wachstumsumfeld der globalen Wirtschaft und neuen Technologien, die strukturelle Änderungen mit sich bringen, dürften die Kapitalmärkte jedoch weitere Chancen bieten. Unsere Anlagestrategie kann diese Chancen flexibel für sich nutzen und dürfte somit auch in Zukunft eine höhere Rendite im Vergleich zu den üblichen Anleiherenditen bei einem ausgewogenen Risiko erzielen.

altii: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.


Über Adrian Daniel
Adrian Daniel ist seit 2012 Portfoliomanager bei MainFirst und Mitglied des Multi Asset Teams. Er ist der hauptverantwortliche Portfoliomanager des MainFirst Absolute Return Multi Asset und betreut institutionelle Anleger mit absoluten Ertragszielen. Schwerpunkte seiner Arbeit im Team sind die Risikosteuerung, die strategische Asset Allokation, die Beurteilung von Rohstoffen und die Titelselektion bei Aktien. Von 1996 bis 2012 war Adrian Daniel Portfoliomanager bei DB Advisors, Deutsche Bank Gruppe. Er ist Bankfachwirt, Certified European Financial Analyst (CEFA), Certified International Investment Analyst (CIIA) und besitzt zudem ein AAA Rating von Citywire.

Über MAINFIRST
MAINFIRST ASSET MANAGEMENT ist eine unabhängige europäische Multi-Boutique mit einem aktiven Managementansatz. Das Unternehmen verwaltet Publikumsfonds und individuelle Spezialmandate und konzentriert sich mit seinem Multi-Boutique-Ansatz auf Investmentstrategien in ausgewählten Asset-Klassen, nämlich Equities, Fixed Income und Multi Asset. Erfahrene Portfoliomanagementteams entwickeln Strategien mit hohem Active Share und individuellen Investmentprozessen. Das Unternehmen verbindet somit die Expertise und Flexibilität fokussierter Investmentteams mit den Stärken und klar definierten Prozessen einer breit aufgestellten internationalen Plattform. MainFirst Asset Management ist Teil der MainFirst Gruppe, welche mit etwa 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt, London, Luxemburg, Mailand, München, New York, Paris und Zürich tätig ist. Nähere Informationen (inklusive rechtlicher Hinweise) finden Sie unter www.mainfirst.com.

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Marcus Perschke
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