GLS Bank Klimafonds wird 3 Jahre alt: Auch die ökonomische Bilanz stimmt

von Stefan Fritz, Investmentfonds & Research, und Tobias Baumann, Portfolioberater des GLS Bank Klimafonds, beide GLS Bank.

Bitte beachten Sie die Hinweise zu den ökonomischen Aussagen am Ende des Artikels 

Als die GLS Bank im August 2017 den GLS Bank Klimafonds aufgelegt hat, wollte sie ihr Bekenntnis zum Klimaschutz unterstreichen. Besonders im Blick hatte sie damals die Divestment-Bewegung. Staatlichen und öffentlichen Investoren, die ihr Geld aus fossilen Investments abgezogen hatten, wollte die GLS Bank mit diesem Mischfonds eine sinnvolle Wiederanlagemöglichkeit ihres Kapitals anbieten. So sollten diese Investoren einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Nach drei Jahren zieht die GLS Bank auch erstmals Bilanz, wie sich der Fonds ökonomisch entwickelt hat. 

Ökonomische Ausrichtung des GLS Bank Klimafonds

Anlagestrategie

Der GLS Bank Klimafonds ist ein Mischfonds. Das Fondsmanagement verfolgt eine defensive (Aktienanteil von rund 25-30 Prozent seit Auflage) sowie langfristige Anlagestrategie. Letzteres spiegelt sich in einer geringen Portfolioumschlaghäufigkeit wider, die sich in den vergangenen zwei Jahren im einstelligen Prozentbereich bewegt hat. Der Fonds investiert in die Branchen und Unternehmen, die im Sinne der GLS Bank zukunftsweisende Produkte und Dienstleistungen anbieten und darüber hinaus aus Sicht der GLS Bank einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit unterscheidet sich der GLS Bank Klimafonds in zweierlei Hinsicht von klassischen Mischfonds. So orientiert sich der Fonds an keiner Benchmark, die einem sektoralen oder geografischen Ansatz folgt, sondern fokussiert sich ausschließlich auf Unternehmen, die den oben genannten Kriterien entsprechen. Zugleich wird kein Best-in-Class-Ansatz bei der Nachhaltigkeitsprüfung angewandt. Das bedeutet, dass Öl- und Gasunternehmen nicht im Portfolio sind. Auf der Rentenseite investiert der Fonds bevorzugt im Rahmen der Emission in sogenannte Green Bonds.

Portfoliostruktur

Der Fonds erzielt eine breite Diversifikation über verschiedene Ebenen wie Industriesektoren, Länder und Währungen hinweg. Der Fokus des Fonds liegt auf Industrieunternehmen, Versorgern im Bereich Erneuerbarer Energien (so genannte Independent Power Producer - IPP) sowie der IT-Branche. Wert gelegt wird auf eine granulare Portfoliostruktur. Die Top 10-Positionen machen rund ein Viertel des Fondsvolumens aus. Insgesamt hat der Fonds durchschnittlich etwa 130 Positionen. Ähnlich verhält es sich bei der Länderallokation. Je ein Siebtel der Aktien und Anleihen kommt aus Deutschland und Frankreich, gefolgt von skandinavischen Titeln und den Niederlanden im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Kasseposition liegt bei rund 6,8 Prozent. 


Quelle: Universal Investment, Stand 30.10.2020

Portfolioqualität

Der Fonds investiert den Großteil der Rentenseite, die rund 65 Prozent des Fondsvermögens ausmacht, in bonitätsstarke Emittenten mit Investment Grade-Rating (60,2 Prozent des Fondsvermögens) wie supranationale Organisationen oder Staaten. Selektiv zeichnet der Fonds auch Impact-Anleihen (z.B. Hylea-Gruppe), die sich aus Bonitätssicht im High Yield-Bereich bewegen oder kein Rating besitzen. Der GLS Bank Klimafonds investiert bewusst in diese Impact-Anleihen, die kleine Volumina (unter 50 Mio. Euro) aufweisen und sich an professionelle Investoren richten, da sie aus sozial-ökologischer Sicht eine hohe Wirkung erzielen und somit der Mission des Fonds in besonderem Maße entsprechen.


Quelle: Universal Investment, Stand 30.10.2020


Quelle: Universal Investment, Stand 30.10.2020

Performance des GLS Bank Klimafonds – Morningstar vergibt 5 Sterne

Der GLS Bank Klimafonds hat seit seiner Auflage Mitte August 2017 bis Ende Oktober 2020 eine absolute Performance von 10,02 Prozent erzielt. Das entspricht einer durchschnittlichen Performance von 3,02 Prozent pro Jahr. Während der Fonds im Auflagejahr und auch im Kalenderjahr 2018 eine negative Wertentwicklung verzeichnete, weist der Fonds sowohl im Jahr 2019 als auch seit Jahresbeginn 2020 eine positive Wertentwicklung auf. Der positive Wertertrag der letztgenannten beiden Perioden setzt sich sowohl aus einem Anstieg des Anteilswerts als auch aus einer jährlichen Ausschüttung zusammen. Seit 2019 schüttet der Fonds jährlich aus. Dabei verfolgt der Fonds eine Ausschüttungspolitik, die attraktiv gegenüber risikofreien Anlagen ist und auf eine konstante jährliche Ausschüttungsrendite abzielt. Während die Ausschüttung in der Anteilklasse B im Geschäftsjahr 2018/19 noch bei 3,50 EUR je Anteil lag, konnten 8,75 Euro pro Anteil im Geschäftsjahr 2019/20 an die Fondsanteilseigner ausgeschüttet werden. Dadurch lag die Ausschüttungsrendite bei 0,34 Prozent für das Geschäftsjahr 2018/19 bzw. 0,81 Prozent für die Geschäftsperiode 2019/20. Diese Entwicklung lässt sich zum Teil auf das positive Kapitalmarktumfeld für Aktien und Anleihen zurückführen.


Quelle: Universal Investment, 30.10.2020, Wertentwicklung der Anteilklasse B

Morningstar bewertet den Fonds derzeit mit fünf Sternen. Damit zählt der Fonds innerhalb der von Morningstar definierten Vergleichskategorie (Mischfonds EUR ausgewogen - Global) zu den am besten bewerteten 10 Prozent. Die Vergleichskategorie kann einen gewissen Grad an Heterogenität der Portfoliostruktur der Fonds innerhalb einer Vergleichsgruppe aufweisen. So auch beim GLS Bank Klimafonds, dessen Vergleichskategorie mit 50 Prozent-Aktienanteil ein deutlich höheres Wertsteigerungspotenzial hat als der GLS Bank Klimafonds, der rund 30 Prozent seines Volumens in Aktientitel investiert. Das Bewertungsergebnis von Morningstar ist insbesondere im Hinblick auf die positive Kapitalmarktentwicklung im aktuellen sowie im vorherigen Kalenderjahr bemerkenswert, die in einer positiveren Performance von Aktien verglichen mit Anleihen resultierte. Ebenso hervorzuheben ist, dass sich in der Vergleichsgruppe auch konventionelle Fonds befinden. Das Rating von Morningstar mit fünf Sternen für den GLS Bank Klimafonds unterstreicht, dass nachhaltiges Investieren nicht zu Lasten der Wertentwicklung geht.


Quelle: Universal Investment, 30.10.2020, Wertentwicklung der Anteilklasse B

Geringe Volatilität und hohe Sharpe Ratio

Neben der Wertentwicklung geht in die Bewertung von Morningstar auch die Schwankungsbreite der Wertentwicklung ein (siehe Methodik Morningstar). Damit wird von Morningstar neben der Rendite für risikoaverse Investoren auch das Wertschwankungsrisiko mitberücksichtigt. Das Fondsmanagement zielt daher bei diesem defensiv ausgerichteten Mischfonds darauf ab, die Wertschwankungen (Volatilität) im Fonds gering zu halten. So beläuft sich die annualisierte Volatilität im Zeitraum zwischen dem 15.08.2017 (Datum der Fondsauflage) und dem 30.10.2020 auf 5,03 Prozent. Zum Vergleich: Der DAX als reiner Aktienindex wies im gleichen Zeitraum eine Volatilität von 21,55 Prozent auf. Ein synthetisches Vergleichsportfolio, zusammengesetzt aus 70 Prozent Deutscher Rentenindex mit 3-jähriger Restlaufzeit, 15 Prozent DAX und 15 Prozent MSCI World Index hat im genannten Zeitraum eine Volatilität von 5,33 Prozent realisiert. Nachfolgend im Rendite-Risiko-Diagramm dargestellt wird die annualisierte durchschnittliche Wertentwicklung und die annualisierte Volatilität des Fonds, des DAX sowie des synthetischen Portfolios in der zweidimensionalen Darstellung. Die Sharpe Ratio des GLS Bank Klimafonds in der Anteilklasse B beläuft sich in der Periode zwischen Auflagezeitpunkt und dem 30.10.2020 auf 0,69 (Erläuterung der Kennzahl siehe unten).


Quelle: Universal Investment, Stand 30.10.2020, Wertentwicklung der Anteilklasse B
 

Fazit

Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen beim GLS Bank Klimafonds an erster Stelle. Dies belegt nicht zuletzt der Fondstest des Ecoreporter, eine IMUG-Prüfung, die Kompatibilität des Portfolios mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sowie die bestmögliche Morningstar-Nachhaltigkeitsbewertung. Die Kursentwicklung seit Auflage des Fonds zeigt darüber hinaus, dass sich eine konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz für Anleger*innen ökonomisch auszahlt – auch im Marktvergleich. Mit laufenden Kosten von 0,99 Prozent für die Anteilklasse B weist der Fonds ein attraktives Kostenprofil für einen aktiv gemanagten Nachhaltigkeitsfonds auf. Dies spiegelt sich auch in der dynamischen Zunahme des Fondsvolumens mit monatlichen Nettozuflüssen auch während der Covid-19-Pandemie wider. Lag das Fondsvolumen Ende 2019 noch bei 79 Mio. Euro, so liegt es per 30.10.2020 bei 121 Mio. Euro.


Wichtige Hinweise zu den ökonomischen Aussagen dieses Artikels (Disclaimer):

Quelle der Daten: Die Angaben zu den ökonomischen Kennzahlen (Wertentwicklung/Performance, Kosten, Volatilität, Sharpe Ratio) beziehen sich alle auf die für institutionelle Investoren konzipierte Anteilklasse B, die im Vergleich zur Anteilklasse A ein vorteilhafteres Kostenprofil für Investoren aufweist. Anteile an der Klasse B sind ab einer Mindestanlagesumme von 200.000 Euro erwerbbar.
Stand der Daten: Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich alle Angaben auf den 30.10.2020.
Erläuterung zur Kostenquote: Die Gesamtkostenquote gilt für das aktuelle Geschäftsjahr und errechnet sich aus den Kosten des abgelaufenen Geschäftsjahres (01.08.2019 bis 31.07.2020). Die Gesamtkostenquote drückt sämtliche vom Sondervermögen im Jahresverlauf getragene Kosten und Zahlungen (ohne Transaktionskosten) im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettoinventarwert des Sondervermögens aus.
Bei der Darstellung der Wertentwicklung handelt es sich um Nettowerte. Der Wert kann sich um individuell anfallenden Depotkosten vermindern.
Risikohinweis: Die hier vorliegenden Daten dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Der Fonds weist auf Grund seiner Zusammensetzung und seiner Anlagepolitik ein nicht auszuschließendes Risiko erhöhter Volatilität auf, d.h. in kurzen Zeiträumen nach oben oder unten stark schwankender Anteilpreise. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresbericht) zum Investmentvermögen. Verkaufsunterlagen zu allen Investmentvermögen der Universal-Investment sowie den ökonomischen Kennzahlen sind kostenlos bei Ihrem Berater / Vermittler, der zuständigen Verwahrstelle / Depotbank oder bei Universal-Investment unter www.universal-investment.com erhältlich.
Sharpe Ratio: Diese Kennzahl ist die Differenz zwischen erzielter Performance p.a. und risikolosem Zins p.a., dividiert durch die Volatilität. Sie lässt sich daher als „Risikoprämie pro Einheit am eingegangenen Gesamtrisiko“ interpretieren. Grundsätzlich ist sie umso besser, je höher sie ist (hohe Performance bei geringem Risiko). Aufgrund ihrer Konzeption als relative Größe können Sharpe Ratios verschiedener Portfolios sowohl untereinander als auch mit der Benchmark verglichen werden.
Morningstar-Rating: ©2020 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Stefan Fritz arbeitet als Spezialist Investmentfonds im Angebotsmanagement des Investmentfondsgeschäfts der GLS Bank. In den Jahren 2015 bis 2018 war er für das französische Researchunternehmen Novethic mit Sitz in Paris tätig, von wo aus er die Entwicklung des europäischen Marktes für nachhaltige Investments begleitete und für das Audit des FNG-Siegels zuständig war.

Tobias Baumann arbeitet seit knapp eineinhalb Jahren in der Portfolioberatung der GLS Bank und ist für das Management des GLS Bank Klimafonds verantwortlich. Zuvor war er mehrere Jahre als Portfoliomanager im Asset Management der Wüstenrot & Württembergischen AG tätig. Tobias Baumann ist seit 2015 CFA Charterholder und hat einen betriebswirtschaftlichen Masterabschluss der Universität Mannheim absolviert und studiert derzeit berufsbegleitend an der University of Cambridge.

Über die GLS Bank

Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Die Genossenschaftsbank mit Sitz in Bochum finanziert und investiert nur in sozial-ökologische Unternehmen. Ihre Geschäfte macht sie umfassend transparent. Im Investmentfondsgeschäft bietet sie drei eigene Fonds und den B.A.U.M. Fair Future Fonds im Gesamtvolumen von rund 700 Mio. Euro an (Stand 15.10.2020).

Weiterführende Informationen:

www.gls-fonds.de/klima
investmentfonds@gls.de
Newsletter-Anmeldung GLS Fonds